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raumperspektiven von oben

MENNO ADEN L interview Victoria Kau L

Erzählen Sie uns kurz, wie Sie zur Fotografie gekommen sind! Ich fand Fotografie als Medium in meiner Kindheit faszinierend, wurde aber nie so richtig warm damit, weil damals zu viel Zeit zwischen dem Abdrücken und dem fertigen Foto war. Fotografie war damals eher etwas für technikaffine und sehr geduldige Menschen. Wirklich interessant wurde Fotografie für mich eigentlich erst mit dem Aufkommen der ersten Digitalkameras, wo sofort ein Ergebnis zu sehen war. Für Ihre Serie „Room Portraits“ fotografieren Sie Räume von oben. Nach welchen Kriterien wählen Sie die Räume aus? Anfangs habe ich viel ausprobiert. Mittlerweile suche ich Räume nach Symmetrien, Ordnungssystemen in chaotischen Strukturen oder Farbmustern ab.

Wie viel können Räume über die Persönlichkeit ihrer Bewohner verraten? Möbel, Gegenstände, Details können eine Menge über Menschen aussagen, man muss sie nur dechiffrieren können. Ich habe meine Serie Room Portraits genannt, weil die Räume Personen, die mit einem Raum zu tun haben, portraitieren, ohne diese zu zeigen. Fotografie – für viele ist das gerade der eine Klick, der sofort einen Ausschnitt der Wirklichkeit festhält. Sind ihre Foto-Collagen von Räumen im strengen Sinne eigentlich noch Fotografien? Das ist genau, was mich an dem Medium Fotografie interessiert: dass es immer (noch) für ‚wahr genommen‘ wird, es mit authentisch und echt assoziiert wird. Sobald man Bildbearbeitung betreibt, heisst es ja schnell, man verkläre die Wirklichkeit. 04 /1 3

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sisterMAG Ausgabe 4  

Die Herbstausgabe des sisterMAGs.

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