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ten Comic-Verlage vermehrt auf Romantik und Konservatives. Auslöser hierfür waren die öffentlichen Proteste gegen Comichefte, die mit ihren Darstellungen von Sex, Gewalt und Straftaten aus Sicht der Kritiker den moralischen Verfall der Jugend bewirkten. So entstand der »COMICS CODE« von 1954 , eine Liste von Regeln, die die Selbstzensur von Comicheften vorschrieb. Emanzipation gehörte für Wonder Woman damit der Vergangenheit an: Während sie in einem Heft von 1943 noch die Wahl als Präsidentin gewann, nahm sie in den 1950ER -Jahren Jobs als Babysitterin und Model an. Erst mit der zweiten Frauenrechtsbewegung in den 60er und 70er Jahren wurde Wonder Woman als feministische Ikone wiederentdeckt. So zeigte die bekannte Feministin GLORIA STEINEM Wonder Woman auf

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dem allerersten Titelblatt ihrer Zeitschrift »MS. MAGAZINE« . Ab den 1970ern wurden in den Comics verstärkt weitere Superheldinnen wie SUPERGIRL , BAT-GIRL , ARROWETTE , BATWOMAN oder MISS MARVEL erfunden. Allerdings kam ihnen nur eine Nebenrolle zu. Einzig als Helferinnen durften sie ihren männlichen Kollegen zur Seite stehen. So super wurden die Heldinnen also gar nicht dargestellt, lauteten die berechtigten Einwände. Der Hauptkritikpunkt: Die Superheldinnen (außer vielleicht WONDER WOMAN ) waren ihren männlichen Kollegen kräftemäßig meist unterlegen. Ihre Superkräfte transportierten vielmehr stereotype Genderrollen. Während die männlichen Superkräfte überwiegend physischer Natur waren, setzten Superheldinnen oft passive, psychische Kräfte ein, die

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sisterMAG51 – In The Car – DE  

In sisterMAG 51 dreht sich alles um Roy Lichtensteins Bild »In The Car« (»Im Auto«) aus 1963, denn dieses war Ideengeber für unsere Augustau...

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In sisterMAG 51 dreht sich alles um Roy Lichtensteins Bild »In The Car« (»Im Auto«) aus 1963, denn dieses war Ideengeber für unsere Augustau...