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VENUS & MARS

soluten Fashion Trend. 1840 trug sie zu ihrer Hochzeit mit Prince Albert ein weißes Kleid aus Seidensatin und filigraner Klöppelspitze. Als Berichte von ihrer »WHITE WEDDING« den europäischen Kontinent wie die USA erreichten, folgten viele adelige Bräute begeistert ihrem Vorbild. Weil es im 19. Jahrhundert noch nicht die nötigen (chemischen) Reinigungsmöglichkeiten gab, gewannen weiße Kleider große Bedeutung für den sogenannten »DEMONSTRATIVEN KONSUM« Im Sinne des Soziologen Thorstein Veblen. Die Farbe Weiß symbolisierte Wohlstand und sozialen Status; außerdem trug es christliche Konnotationen von Reinheit und Unschuld. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts war ein weißes Kleid für alle adeligen Bräute in Europa und den USA der letzte Schrei. Bräute aus den

Mittelschichten konnten sich den Trend erst nach dem ZWEITEN WELTKRIEG leisten. Der Wunsch wurde durch Hollywood Filme gefördert, die in den FÜNFZIGER JAHREN das Bild der weißen Hochzeit idealisierten. Die romantischen Liebeskomödien machten sie zur normativen Heiratsform. Wie kulturraumspezifisch die Farbe des Brautkleides ist, zeigt eine Tradition aus China: Dort trägt die Braut klassischerweise Rot, weil es mit Glück und Wohlstand assoziiert wird.

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Die Menschen sehnten sich nach den Schrecken zweier Weltkriege nach gesellschaftlicher Stabilität und häuslicher Ordnung.

SISTERMAG50 | 07 / 2019

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sisterMAG50 – Mars & Venus – DE  

Zu unserem großen Jubiläum gibt es eine ganz besonders prall gefülltes sisterMAG! Zum 50. Mal durften wir diesmal online gehen – und das wir...

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