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Moderne Bildende Kunst Die Op-Art hatte sich in den frühen 1960er Jahren als eigenständige Kunstform etabliert – den Begriff hatte 1964 zuerst das Time Magazine verwendet – und gewinnt in den 1970ern weitere Fans. Sie wurzelt unter anderem im Neo-Impressionismus, im Konstruktivismus, Dada und Bauhaus, die Motive werden mittlerweile aber mit Hilfe neuartiger Technik umgesetzt und unter besonderer Berücksichtigung physikalischer Phänomene neu interpretiert. Der Fokus liegt ganz auf dem Objektiven, auf der Interaktion zwischen Werk und Betrachter und auf der Frage, wie optische Wahrnehmung und Bewusstsein funktionieren. Teilweise verschwimmen dabei die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft. I N

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Wissenschaft & Forschung I Parallel zur Entstehung der Op-Art wird seit einigen Jahren intensiv daran geforscht, das menschliche Gehirn mit einem Computer zu verknüpfen: ein dringendes und wiederkehrendes Anliegen, nicht nur in Science-Fiction-Filmen wie Stanley Kubricks »2001 – Odyssee im Weltraum« (1968). Unter anderem am Stanford Research Institute führen Wissenschaftler erfolgreich weitere Experimente durch. Die Möglichkeit, Gehirnwellenströme als Kurve, in einem sogenannten Elektroenzephalogramm, anzuzeigen, wird schnell als bedeutsam erkannt. Heutzutage wird die Methode zum Beispiel in der Schlafmedizin und in der Behandlung von Epilepsie eingesetzt. Die Entwicklungen erklären zudem das große Interesse von Künstlern wie Abel Martin, die ebenfalls mit computerunterstützten Verfahren experimentieren.

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