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SANS TITRE

ßig angeordnete, dreieckige Formen dominieren »SANS TITRE« von ABEL MARTIN . Ihre Spitzen und damit ihr Energiefluss sind eindeutig erkennbar, jedoch sind die Dreiecke hier wie ein Reißverschluss ineinander verwoben und geben sich dadurch wiederum Halt. Das ist zugleich eine wesentliche Eigenschaft von Dreiecken, sie lassen sich nämlich beliebig oft aneinanderreihen, vertikal wie horizontal. Somit sind sie gewissermaßen anpass- und damit auch austauschbar. Manch einer mag jetzt an das sogenannte Hipster-Dreieck denken, das als gleichseitiges Exemplar auf bedruck-

ten Jutebeuteln, tätowierten Oberarmen, CD-Covern und an Schmuckstücken prangt. Da könnte auch etwas dran sein, ist eine gewisse Ironie doch gleichsam Philosophie dieser Bewegung. Aber damit der Dreiecksfunde im Alltag nicht genug. Schließlich kann man auch die Architektur zur Kunst zählen, immerhin fallen viele eindrucksvolle Bauwerke darunter. So zeigt sich, dass es auch hier von Menschenhand erbaute Dreiecksformen gibt. Sie bewegen sich jenseits der gängigen rechtwinkligen Form und zeugen von Kraft, wie etwa Dachgie-

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SISTERMAG 45 | 02 / 2019

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