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radi ion SEIDENPAPIER

Sortenreine Papiere sind aufgrund ihrer ausgeprägten Eigenheiten besonders begehrt.

Nach der Ernte der Äste und Stängel wird die faserige Rinde abgelöst und gekocht. Frisch aus dem Kochtopf geht es für die Fasern zunächst in die Bleiche. Traditionell wurde das Aufhellen über Wochen mithilfe von Wasser und Sonnenlicht erreicht. Durch den weitestgehenden Verzicht auf ätzende Chemikalien übertrifft die Haltbarkeit japanischer Papiere bis heute die unserer bei weitem. Nun werden die Fasern von allen Verunreinigungen und harten Stellen befreit. Auch nach 1.300 Jahren geschieht das in mühevoller Handarbeit unter fließendem Wasser. Durch stundenlanges Stampfen und Schlagen wird aus den seidengleichen Fasern schließlich ein feiner Brei, der sogenannte Pulp. Vermengt mit Wasser und dem klebrigen Wurzelsaft des Bisameibisch ist nun alles bereit zum Schöpfen. Mit großen hölzernen Sieben tauchen die Papiermacher dabei immer wieder in den wässrigen Faserbrei ein. Dabei verbinden sich die Pflanzenfasern miteinander. Gepresst und unter der Sonne getrocknet, entstehen letztlich die Papierbögen.

adi 89

SISTERMAG 24 | 05 / 2016

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sisterMAG Ausgabe 24 – "Zart wie Papier"  

Unser sisterMAG gibt es zwar auch in der 24. Ausgabe nicht auf Papier, aber dennoch möchten wir uns in der Mai-Ausgabe dieses Jahres dem Obe...

sisterMAG Ausgabe 24 – "Zart wie Papier"  

Unser sisterMAG gibt es zwar auch in der 24. Ausgabe nicht auf Papier, aber dennoch möchten wir uns in der Mai-Ausgabe dieses Jahres dem Obe...