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PAPIERSTAPEL

Hannelore Holsträter ist geprüfte Graphologin, das heißt, dass sie ein mehrjähriges Studium der Lehre von der Handschrift absolviert hat. Ein Großteil der Ausbildung ist Psychologie, vor allem werden psychoanalytische Thesen und Werke besprochen. Das

ist wichtig, denn in der Handschrift steckt nahezu die volle Bandbreite unserer Persönlichkeit. »Es gibt ein paar Punkte, die man ganz gut erfassen kann: die kognitiven Fähigkeiten zum Beispiel, ob die Person eher praktisch orientiert oder intellektuell begabt ist, wie viel Fantasie vorhanden ist, Willenskräfte, vitale Kräfte, die Kontaktbereitschaft zu anderen Menschen – all das steht in der Handschrift geschrieben«, erklärt Hannelore Holsträter. »Da kann einer noch so eloquent auftreten und hat eigentlich kein bisschen Empathie.«

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D ie U n t er s c h r if t s a g t m eh r a ls t a u s en d W o r t e Für den ersten Eindruck genügt der Expertin oft ein Blick auf die Unterschrift eines Menschen: »Wenn jemand unleserliche Autogramme hat, ist das immer ein Negativzeichen.« Selbst große CEOs und Firmenchefs können der eher zierlichen Frau nichts vormachen. Denn nur wer genauso unterschreibt, wie er auch sonst schreibt, sei bereit und mutig, sich so zu geben, wie er ist. »Wer seinen Namen groß und wild und möglichst unleserlich schreibt, will etwas dahinter ver-

stecken. Er möchte etwas anderes nach außen darstellen als er tatsächlich ist.« Keine schöne Eigenschaft, die gerade bei Bewerbungen ausschlaggebend sein kann: Nicht selten schicken Unternehmen Schriftproben von po-

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SISTERMAG 24 | 05 / 2016

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sisterMAG Ausgabe 24 – "Zart wie Papier"  

Unser sisterMAG gibt es zwar auch in der 24. Ausgabe nicht auf Papier, aber dennoch möchten wir uns in der Mai-Ausgabe dieses Jahres dem Obe...

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