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vor allem der Schreibgeschwindigkeit war sie extrem beliebt. Sie verbreitete sich bis ins späte 18. Jahrhundert in ganz Europa weiter, bis nach Amerika. Daran war auch ein Engländer namens George Bickham Schuld, dessen in Kupfer graviertes Meisterwerk »The Universal Penman« von Kalligraphie-Enthusiasten auch heute noch als eines der großartigsten Werke in diesem Stil gesehen wird.

20. JAHRHUNDERT U N D D I E D I YSZENE

deutsche Kurrentschrift, in ihrer ursprünglichen Form von Ludwig Sütterlin erfunden, zählt zu den gebrochenen Schriften, wird aber mit der Spitzfeder geschrieben und sieht teilweise der Copperplate schon ein bisschen ähnlich. Mit der Erfindung moderner Schreibinstrumente (Füllfeder! Kuli! Gelschreiber!) und dem Vormarsch des Computers gingen schließlich (leider!) die Kalligraphie und die Handschrift endgültig getrennte Wege. Heute lernen wir in der Schule eine sehr einfache Schrift ohne Ornamente, ohne Federn und ohne Kontrast,

Anfang des 20. Jahrhunderts kam es zu einer Art Renaissance der Kalligraphie, als der Deutsche Rudolf Koch der aus der Gotik entwickelten Fraktur wieder Leben einhauchte. Sie wird übrigens auch »deutsche Schrift« genannt, da sie nur im deutschsprachigen Raum verwendet wurde. Sie ist eine sogenannte gebrochene Schrift (die Bögen werden durch einen offensichtlichen Richtungswechsel gebrochen) und sehr vielfältig. Auch die SISTER-MAG.COM

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sisterMAG Ausgabe 24 – "Zart wie Papier"  

Unser sisterMAG gibt es zwar auch in der 24. Ausgabe nicht auf Papier, aber dennoch möchten wir uns in der Mai-Ausgabe dieses Jahres dem Obe...

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