Page 194

übernahmen weitestgehend die Techniken der Maya. Auch hier war das Kakaoprodukt dem Königshaus, dem Adel und hohen Würdenträgern vorbehalten. Die Schokolade wurde als „cacauantl“ bezeichnet, was so viel wie 'Kakaowasser' bedeutet. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern besaßen die Azteken jedoch große Kakao-Lager. Die Hauptstadt ihres Reiches, Tenochtitlán, soll ca. 40.000 Traglasten Kakaobohnen beherbergt haben. Das entspricht umgerechnet in etwa 960 Tonnen.

1521 wurden die Eroberer schließlich selbst gestürzt – die Spanier übernahmen die Macht. Die Europäer konnten mit der bitteren Schokolade jedoch herzlich wenig anfangen. Erst die mit Rohrzucker gesüßte Variante genügte ihren Bedürfnissen. Schokolade wurde fortan heiß verzehrt und mit Gewürzen wie Zimt oder Anis angereichert. Außerdem passte ihnen der Name nicht, da es dem spanischen Wort „caca“ zu ähnlich war, was eher mit anderen braunen Geschichten verbunden wurde. Folglich wurde das Kakaoprodukt in „chocolate“ umbenannt. Natürlich sorgten die frischen Eroberer auch für die Belieferung ihrer Landsleute. Die erste Schokolade in Spanien war jedoch zunächst nur Prinz Philipp vergönnt. 1585 traf jedoch die erste offizielle Ladung Kakaobohnen aus Veracruz in Sevilla ein – der Schokolade in Europa stand nichts mehr im Wege. Im Gegenteil! Sie verbreitete sich rasant als süßes Heiß-

Dame gießt Schokolade ein Gemälde von Jean-Étienne Liotard SISTER-MAG.COM

192

Profile for sisterMAG

sisterMAG Ausgabe 24 – "Zart wie Papier"  

Unser sisterMAG gibt es zwar auch in der 24. Ausgabe nicht auf Papier, aber dennoch möchten wir uns in der Mai-Ausgabe dieses Jahres dem Obe...

sisterMAG Ausgabe 24 – "Zart wie Papier"  

Unser sisterMAG gibt es zwar auch in der 24. Ausgabe nicht auf Papier, aber dennoch möchten wir uns in der Mai-Ausgabe dieses Jahres dem Obe...