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Bachelorarbeit im Sommersemester 2009 Jessica Williams

Matrikelnr. 575783

Umbau des historischen Hofbraeukomplex in der Weinstrasse 12 in Rosenheim Erstpruefer Zweitpruefer

Prof. Josef Weber MA LB Bernd Meinlschmidt

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INHALTSVERZEICHNIS

05 lage 08 denkmalschutz 11 geschichte 12 konzeptansatz 14 bestand 16 entwurfskonzept 20 plaene 22 visualisierungen 28 materialien 30 modellphotos 32 rund um den wein 40 erklaerung 42 quellen

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lage weinstrasse 12_83022 rosenheim_germany Die kreisfreie Stadt Rosenheim (Bairisch: Rouham, Rousnhoam oder Rosnheim) liegt im Zentrum des Landkreises Rosenheim (Oberbayern), dessen Kreisstadt sie zudem ist. Der westlich des Inns gelegene Ort im bayerischen Alpenvorland ist mit rund 61.000 Einwohnern die drittgroesste Stadt und eines von 23 Oberzentren in Oberbayern. Damit ist Rosenheim das wirtschaftliche Zentrum, sowie verkehrsreichster Ort der Region. W12

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Kaiserstrasse

Innenhof

Gewoelbekeller Wein

stras

se

Der Zugang zum Gewoelbekeller erschliesst sich ueber die Weinstrasse.

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listentext denkmalliste, teil A - baudenkmaeler Kaiserstrasse 18a. Bauteile des ehemaligen Hofbraeu-Komplexes: - Saalbau an der Weinstrasse (Weinstrasse 12), schlichter dreigeschossiger Satteldachbau mit Kniestock und stichbogigen Fenstern, erbaut 1876, im Untergeschoss grosse, einheitlich angelegt Gewoelbehalle; in den Obergeschossen sog. Hofbraeu-Saal, mit Buehne, Parkett und dreiseitig umlaufender Galerie, im Kern 1867, 1962 durchgreifend renoviert im Empire-Stil. - In den hofseitigen ehemaligen Oekonomie- und Brauereigebaeuden gewoelbte Erdgeschosszonen: im Bereich des ehemaligen Suedhauses (Adlzreiterstrasse 11) fuenf parallelliegende tonnengewoelbte Lagerraeume, woh. 17./18. Jh.; Tonnengewoelbe im sog. Wohnhaus, bez. 1783;im Bereich der ehem. Stallung (Adlzreiterstasse 12) kreuzgratgewoelbte Halle und Gewoelbehalle mit boehmischen Kappen, wohl Anfang 19. Jh. und um 1876. (Fl.Nr. 275)

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denkmalschutz Bodendenkmaeler

Seit mehr als 500.000 Jahren leben Menschen im heutigen Bayern. Die Spannbreite der archaeologischen Spuren, die sie hinterliessen, reicht von der Altsteinzeit in den Hoehlen der Alb bis hin zu Befestigungswerken der Neuzeit. Gegenstand der archaeologischen Denkmalpflege sind ausserdem die historischen Ortskerne (Altorte), Keimzellen unserer heutigen Doerfer und Staedte, genauso aber auch im Boden verbliebene Zeugnisse der juengsten Vergangenheit, beispielsweise aus der Zeit des Nationalsozialismus. W12

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was ist ein bodendenkmal? Bodendenkmaeler sind die Quellen zum laengsten Abschnitt der Geschichte der Menschheit. Zu den Fundamenten jeder Gesellschaft gehoert das Bewusstsein, eine gemeinsame Vergangenheit zu haben. Bodendenkmaeler sind die einzigen und in ihrer Zahl sehr beschraenkten Quellen fuer die Geschichte vom ersten Auftreten des Menschen bis zum Einsetzen der schriftlichen Ueberlieferung. Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts galt die Zeit Karls des Grosen als Obergrenze fuer die archaeologische Wissenschaft.

Heute weiss man, dass durch die Erforschung von Bodendenkmaelern die historische Ueberlieferung sogar bis in juengste Zeit nicht nur entscheidend ergaenzt wird, sondern auch korrigiert werden kann. Das Denkmalschutzgesetz kennt Bodendenkmaeler, die noch im Boden sind und selbst im Gelaende noch sichtbar sein koennen (wie Grabhuegel, Hoehlen, Befestigungs- und Kultanlagen usw.), Bodendenkmaeler, die nur noch unterirdisch erhalten sind (wie Graeber, Ueberreste von Siedlungen und Hortfunde),

sowie vom Fundort verbrachte Bodendenkmaeler (das schon geborgene archaeologische Fundmaterial). Die Erfassung, Erhaltung und der Schutz der durch natuerliche Vorgaenge und menschliche Bodeneingriffe gefaehrdeten Bodendenkmaeler ist wegen ihrer einmaligen geschichtlichen Bedeutung von besonderem oeffentlichen Interesse und damit zentrales Anliegen der Bodendenkmalpflege.

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geschichte

vom braeu im hof zum ballhaus rosenheim 1816 Der Braeu im Hof war im Besitz von Weinhaendlern, woran die Gewoelbehallen heute erinnern. Anschliessend wurde der Hofbraeu als Brauerei und Gastwirtschaft genutzt. mitte 19.Jhd. Es entstand ein kleiner Fest- und Tanzsaal. 1876 Hofbraeu wurde bei einem Grossbrand schwer beschaedigt. 1878 Entstand ein neuer stattlicher Saalbau: Im Untergeschoss das Lagergewoelbe, im Erdgeschoss das Vereinszimmer (heute Tanzschule) und im Obergeschoss der Hofbraeu-Saal. 1926 Der legendaere Ratskeller“ entsteht im Untergeschoss. 1953 Der kleine Saal wurde umgebaut. 1960 Brauereibetrieb wurde eingestellt. 50er u. 60er Jahre Durch die haeufige ueberbelegung des Saals kam es zu statischen Problemen und zu Schwierigkeiten in der Fluchtwegsituation. 1967 Wurde der Saal geschlossen. Der Ratskeller wurde weitehin als Pee Wee Keller und spaeter als Nachtlokal Exil“ genutzt. 1989 Der Antrag auf Abbruch wurde abgelehnt. 1994 Antonie Eutermoser begann den Hofbraeu-Komplex zu reno vieren. 1999 Stephan Ohm renoviert den historischen Saalbau. Oktober 2001 Eroeffnung des Saalbaus mit dem Namen Ball haus Rosenheim“

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konzeptansatz 1. Situation: Das denkmalgeschuetzte Haus entstand ca. Anfang des 19. Jhdt. Der Braeu war im Besitz von Weinhaendlern, woran die Gewoelbehallen heute erinnern. 1994 wurde der Hofbraeu-Komplex renoviert und zum Leben erweckt, seitdem beinhaltet das Gebaeude das Ballhaus, die Tanzschule und das Rizz und bildet zusammen mit den umliegenden Gastronomien einen place to meet. Die Sichtmauerwerksfassade bildet mit den Rundbogenfenstern einen markanten Mittelpunkt im Hof. Die Raeumlichkeite des Gewoelbekellers besitzt eine Nutzflaeche von ca. xxxqm. b) im Zuge einer neuen Planung sollte die Architektur und das Design die Werte des Raumes hervorheben und durch den Entwurf einen Ort der Bewegung schaffen.

2. Maengel: Die heutige Funktion des Gebaeudes erfuellt nicht den urspruenglichen Gedanken des Weinhandels und deren Lagerung. Der Gewoelbekeller wird zeitweise fuer Veranstaltungen genutzt und steht ansonsten ungenutzt. Im Zuge der Planung soll der Raum wieder zum Leben erweckt werden und eine konstante Nutzung im Vordergrund stehen. Die sanitaere Versorgung und die Erschliessung sollte neu durchdacht und geplant werden.

3. Chancen Ziel der Planung ist eine Location zu schaffen, die a) an den Ursprung der Weinhaendler erinnert und die Qualitaet des Gebaeudes hervorhebt b) im Zuge einer neuen Planung sollte die Architektur und das Design die Werte des Raumes hervorheben und durch den Entwurf einen Ort der Bewegung schaffen.

konzeptansatz

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Bestandsituation

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entwurfskonzept weinladen mit verkostung Der Weinkeller bietet eine Kombination von Weinlagerung mit deren Probe und der Verkoestigung von kleinen Speisen. Der Besuch des Gewoelbekellers soll den Kunden in den Geschmack bringen Weine aus den unterschiedlichsten Regionen zu probieren. Er bietet den schnellen Besuch um Wein zu kaufen und die Moeglichkeit sich inspirieren zu lassen Zeit dort zu verbringen. WEIN _praesentieren_probieren_degustieren_trinken_essen_kaufen_inspirieren

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Aufteilung des Gewoelbekellers

Hauptbereich Ebene a Hauptbereich Ebene b Nebenbereich

Sitzbereich Erschliessung Praesentation Degustation Praesentation Lagerung Lagerung / Kasse Verpackungsbereich

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3 Teilung der Zonen ermoeglicht individuell die Trennung verschiedener Weinregionen z.B. Frankreich, Italien, Spanien

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Wegfuehrung

Sitzbereich Praesentation

Erschliessung

Eingang

Kueche Lager Buero Kuehlung

Stehbereich

Notausgang Lagerung WC

grundriss

Verpackung Kasse

grundriss n.m.

ist streng an das Stuetzenraster angelehnt. Es bilden sich 6 unterschiedliche Bereiche: Sitzbereich, Erschliessung, Praesentation, Degustation, Praesentation und Lagerung der Weinkisten, Lagerung der Weinflaschen Die Nebenbereiche wie Kueche, Kuehlung, Buero, Lagerung, Sanitaerbereich und Notausgang sind im hinteren Bereich des Gewoelbekellers angeordnet. W12

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schnitt a-a n.m.

wein ist ein alkoholisches getraenk aus dem vergorenen saft von weinbeeren. die beeren befinden sich traubenartig am weinstock. das weinaroma setzt sich nach derzeitigen erkenntnissen aus fast 1000 verschiedenen komponenten zusammen.

schnitt b-b n.m.

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wein ist ein alkoholisches getraenk aus dem vergorenen saft von weinb beeren befinden sich traubenartig am weinstock. das weinarom

nach derzeitigen erkenntnissen aus fast 1000 verschiedenen komponenten zusam

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detail cube

grundriss

zur praesentation und aufbewahrung Lager mit Kuehlung

seitenansicht

Cubeseite mit Bild und buendiger nicht sichtbare, magnetische Tuer

Praesentation der einzelnen Weinflaschen und offene Lagerung

Lagerungsmoeglichkeit der Weinkiste

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material

Einsatz von ueberwiegend natuerlichen Werkstoffen Eingang rostiges Metall in Kompination mit Glas Waende weisser Grobputz und Ziegelmauer Boden oben versetzt verlegter Schiefer Farbe dunkelgrau Boden unten Schiefer kleinstrukturiert Farbe mittelgrau Moebel Stirnholz Holzplatten lackiert mit Tafelfarbe Farbe schwarz

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wein

(entlehnt ueber provinzlateinisch vino aus lat. vinum) ist ein alkoholisches Getraenk aus dem vergorenen Saft von Weinbeeren. Die Beeren befinden sich traubenartig am Weinstock. Die natuerlichen Inhaltsstoffe der Beeren der Weinrebe ermoeglichen im Gegensatz zu anderen Fruechten eine alkoholische Gaerung ohne Zusatz von Zucker, Saeure, Enzymen oder anderen Stoffen. Das Weinaroma setzt sich nach derzeitigen Erkenntnissen aus fast 1.000 verschiedenen Komponenten zusammen. Waehrend ein Teil der geschmacksbildenden Stoffe dem Anbaugebiet und der Rebsorte geschuldet sind, werden andere Aromen erst durch die Beerenverarbeitung, die Gaerung, den Ausbau und die Lagerung des fertigen Weins gebildet. Die Geschichte des Weins laesst sich ueber fast 8.000 Jahre zurueckverfolgen. Das Getraenk spielte seit jeher eine bedeutende Rolle im Alltagsleben und in der Religion. W12

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temperatur Die optimale Lagerungstemperatur liegt bei 10 bis 13 °C. Dieser Wert wird jedoch in den seltensten Faellen eingehalten und meist ueberschritten. Der in Bezug zur optimalen Temperatur hoehere Wert (typischerweise 13 – 15 °C) bewirkt lediglich eine etwas schnellere Reifung der Weine und kann durchaus gewollt sein, wenn man sehr junge Weine mit grossem Lagerpotential wie z. B. Grand Cru Weine aus dem Bordeaux oder Jahrgangsportweine binnen 12 bis 15 Jahren mit Genuss trinken moechte. Auch die Gastronomie nutzt diesen Effekt, um die Weine nicht zu lange lagern zu muessen. Die optimalen Bedingungen sind lediglich bei alten und sehr alten Gewaechsen unabdingbar. W12

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kueche

kalte kueche

warme kueche

temperaturschwankungen Problematischer als die absolute Lagertemperatur sind Temperaturschwankungen. Der Lagerraum sollte eine moeglichst konstante Temperatur aufweisen. Eine staendige Abwechslung von Erwaermung und Abkuehlung wie zum Beispiel zwischen Tag und Nacht wirkt sich auch auf die Qualitaet des Weines negativ aus. Durch Temperaturschwankungen entstehen Volumenaenderungen des Weins in der Flasche, so dass es ueber den Korken zu gesteigertem Gasaustausch kommt. Je haeufiger Flaschen solchen Schwankungen ausgesetzt sind, um so mehr Sauerstoff steht zur Oxydation des Weins zur Verfuegung und fuehrt somit zu einer beschleunigten Alterung.

luftfeuchtigkeit Ein Grossteil der Weinflaschen sind mit Naturkorken verschlossen. Damit der Korken nicht austrocknet, sollte die Luftfeuchtigkeit am Aufbewahrungsort bei mindestens 60 % liegen. Zu hohe Luftfeuchtigkeit konnte in der Vergangenheit dazu fuehren, dass das Etikett schimmelte oder sich abloeste. Dies ist der Grund warum Jahrgangsportweine und entsprechende Madeiraweine nicht mit einem Etikett versehen werden. Die relevanten Informationen werden direkt auf das Glas der Flasche aufgedruckt. Darueber hinaus versehen Spitzenweingueter den Korken mit dem Jahrgang und dem Namen des Weinguts.

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lagerung der weinflaschen Trotz der allgemein zu beobachtenden Tendenz der Weinmacher, moeglichst fruehzeitig trinkreife Weine zu erzeugen, gewinnen viele Qualitaetsweine durch die Flaschenlagerung im Keller. Massenware und preiswerte Markenweine verbessern sich durch Lagerung nur unwesentlich und hoechstens ueber einen Zeitraum von 6 bis 18 Monaten. Nur ausgesprochene Spitzengewaechse erreichen oft erst nach 15 bis 20 Jahren ihren optimalen Entwicklungszeitpunkt. Wie der Name Weinkeller bereits impliziert, ist der ideale Aufbewahrungsort ein abgedunkelter, kuehler Raum unterhalb des Erdgeschosses. Die Flaschen sollten immer liegend gelagert werden, damit der Korken feucht gehalten wird.Einzige Ausnahme hiervon ist der Madeirawein, der stehend gelagert werden soll. Wichtig ist, dass der Aufbewahrungsort belueftet wird, da ein leichter Luftzug einer Pilz- und Faeulnisbildung des Korken entgegenwirkt. W12

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Ich versichere dass ich diese Arbeit selbstaendig angefertigt, nicht anderweitig fuer Pruefungszwecke vorgelegt, keine anderen als die angegebenen Quellen und Hilfsmittel benuetzt sowie woertliche und sinngemaesse Zitate als solche gekennzeichnet habe. Rosenheim, 14.07.2009

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Quellen: www.wikipedia.de www.gettyimages.com www.flickr.com www.google.de Stadtarchiv Rosenheim Baudenkmalamt Rosenheim

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bachelor project 2009 l interior architecture & design