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Nachrichten Liebe Leserinnen und Leser, nach 25 Jahren übergibt mir Gisela Auchter die Verantwortung für die Chornachrichten. Gisela Auchter hat diese Chornachrichten wie keine andere geprägt und uns stets mit ihren niveauvollen und intellektuellen Beiträgen erfreut. In dieser Ausgabe erfährt sie deshalb die wohlverdiente Würdigung durch den 1. Vorsitzenden Wolfgang Müller-Fehrenbach. Gisela Auchter wird mir weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen und zum Gelingen der Chornachrichten in vielfältiger Weise beitragen. Dennoch bringt ein Wechsel auch immer gewisse Veränderungen mit sich und ich hoffe, dass Sie mich und das ganze Redaktionsteam bei dieser Herausforderung und bei unserer Arbeit unterstützen. In Heft 1/2007 wollen wir u.a. nochmals auf unser bevorstehendes Konzert am 23. Mai eingehen. Nachdem Gisela Auchter in der letzten Ausgabe schon auf Mendelssohns Walpurgisnacht Bezug genommen hat, beschäftigt sie sich in dieser Ausgabe mit Händels Wassermusik. Wolfgang Müller-Fehrenbach geht in seinem Beitrag auf das traditionsreiche Dreibundtreffen mit dem Stadtsängerverein Winterthur und dem Oratorienchor Schaffhausen ein, das uns am 8. Juli in der Kartause Ittingen unter Federführung des Winterthurer Chores zusammenkommen lässt. Mit dem neuen Imageprospekt unterstreichen wir den Anspruch, uns mehr und mehr zu einem Konzertchor zu entwickeln. Ein Konzertchor mit gewisser Qualität ist jedoch auf die Zuverlässigkeit und die Disziplin seiner Sängerinnen und Sänger angewiesen. Es ist ein Trugschluss anzunehmen, dass es nicht auf jede Einzelne oder jeden Einzelnen von uns ankommt. Ebenso verlangt es in den Chorproben uneingeschränkte Aufmerksamkeit, in den vorderen wie in den hinteren Reihen. Für den Sinfonischen Chor Konstanz wünsche ich mir, dass wir noch weiter zusammenwachsen. Bereits zu Jahresbeginn dürfen wir mehr als zehn Neueintritte verzeichnen, umso mehr müssen wir Kraft in diese Aufgabe stecken. Für die Chornachrichten hoffe ich, dass diese weiterhin ein so attraktives Aushängeschild unseres Chores bleiben, wie Sie es in den vergangenen Jahren gewohnt sind.

Editorial


Inhalt

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Hans-Joachim Knopf „Nur Musik, die den Atem beschleunigt, ist wahre Kunst“ Zur Jahreshauptversammlung 2007

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Wolfgang Müller-Fehrenbach Stabwechsel in der Redaktion Gisela Auchter prägte 25 Jahre „Das Blaue Blättle“

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Gisela Auchter Konzertchor oder Gesangverein? Versuch einer Standortbestimmung

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Jörg-Peter Rau Bis die Oktave wirklich sitzt Der Sinfonische Chor übt Mendelssohn

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Gisela Auchter Von der Macht der Musik Händels „Wassermusik“ und die Aussöhnung mit Georg I.

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Wolfgang Müller-Fehrenbach Auf nach Ittingen – Wir erneuern den Dreibund Wie vor 161 Jahren auf dem Munot

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Gisela Auchter Unsere Druckerei wurde 75

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Die letzte Seite Namen und Nachrichten

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Terminkalender 21.05., 19.30 Uhr Studio der Südwestdeutschen Philharmonie Fischmarkt 2 Hauptprobe „Erste Walpurgisnacht“

08.07., Abfahrt 9.15 Uhr Döbele Kartause Ittingen Dreibundtreffen mit Schaffhausen und Winterthur

22.05., 19.30 Uhr St. Gebhard Generalprobe „Erste Walpurgisnacht“

24.07., 19.30 Uhr Stefanshaus Letzte Probe vor den Sommerferien

23.05., 20.00 Uhr St. Gebhard Konzert „Erste Walpurgisnacht“ 12.06., 19.30 Uhr Stefanshaus Wiederbeginn der Proben nach den Pfingstferien

11.09., 19.30 Uhr Stefanshaus Wiederbeginn der Proben


„Nur Musik, die den Atem beschleunigt, ist wahre Kunst“ Zur Jahreshauptversammlung 2007

Von Hans-Joachim Knopf m 27. März um 20.50 Uhr konnte der 1. Vorsitzende, Wolfgang Müller-Fehrenbach, die 173. Jahreshauptversammlung 2007 des Sinfonischen Chors Konstanz im gut besuchten Stephanssaal eröffnen. Zu Beginn der Versammlung dankte er dem Chorleiter, Wolfgang Mettler, und dem Stimmbildner, Philipp Heizmann, sowie dem Vertreter der Fördermitglieder, Hermann Kley, der leider nicht anwesend sein konnte. Wolfgang Müller-Fehrenbach ließ in seinem Jahresbericht nochmals alle Konzerte und Auftritte Revue passieren. Er unterstrich, dass die herausfordernden Werke (Misa Tango, Gloria und das Verdi-Requiem) alle gute Kritiken erhalten haben. Leider war das erste Verdi-Konzert nicht ausverkauft. Beim Bodensee-Hegau-Sängerbundtreffen konnte der Chor trotz des verregneten Wetters seine Visitenkarte abgeben. Etwas kritischer fiel sein Résumée

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Seit dem Jahreswechsel kommissarisch tätig, jetzt einstimmig bestätigt: Andrea Uwira, die neue Präsidentin des Frauenchors wird vom Vorsitzenden Wolfgang Müller-Fehrenbach beglückwünscht

beim Classical Spectacular in Zürich Ende Oktober aus: zum einen wurde der Chor von einigen Programmänderungen überrascht, zum anderen waren bei weitem nicht alle Sängerinnen und Sänger dabei, die ursprünglich zugesagt hatten. Neben den musikalischen Höhepunkten ging der 1. Vorsitzende auch auf die Chorreise nach Paris und Fontainebleau ein. Erneut sei es ein freundliches Zusammentreffen mit den französischen Freunden gewesen. An weiteren Aktivitäten fand der Imageprospekt des Chors Erwähnung, der 2006 neu gestaltet wurde und den Sinfonischen Chor als Konzertchor darstellt. Ebenso freute er sich, dass 2006 das dritte Goldene Buch begonnen werden konnte und bedankte sich bei allen Spendern und Sponsoren. In Anschluss folgte eine ausgiebige Würdigung für Gisela Auchter, die nach 25 Jahren die Verantwortung für die Chornachrichten abgegeben hat. Der 1. Vorsitzende dankte für ihre zahlreichen kulturellen Ein-

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und Ausblicke und gestand, sicherlich stellvertretend für alle Leserinnen und Leser der Chornachrichten, dass es immer ein Genuss sei, ihre hochwertigen Beiträge zu lesen. Als Nachfolger habe sich Dr. Hans-Joachim Knopf bereit erklärt, die redaktionelle Verantwortung für die Chornachrichten zu übernehmen. Die Archivarbeit für den Chor wird mittelfristig von Martin Bretschneider übernommen. Leider habe sich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit noch kein Nachfolger gefunden, so dass Gisela Auchter in 2007 diesen Bereich weiter betreuen wird. Einen weiteren Wechsel wird es an der Spitze des Frauenchors geben, nachdem die bisherige Präsidentin, Dr. Edith Heuer, hauptsächlich aus familiären Gründen Ende 2006 ihren Verzicht erklärt hatte. Seit 2007 wird dieses Amt bereits kommissarisch von der bisherigen Stellvertreterin des Frauenchors, Andrea Uwira, geleitet, die nun von Wolfgang Müller-Fehrenbach auch offiziell als Nachfolgerin von Dr. Edith Heuer vorgeschlagen wurde. Im letzten Abschnitt seiner Rede ging der 1. Vorsitzende nochmals auf die Bedeutung der Sponsoren für den Sinfonischen Chor ein. Er würdigte insbesondere das Engagement der Sparkasse Bodensee und der Baden-Württembergischen Landesbausparkasse (LBS), die erneut ihre Unterstützung zugesagt hätten. Besonders freute er sich, die Stadtwerke Konstanz als Sponsor gewonnen zu haben und bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei allen, die dazu beitrügen, dass neue Inserenten dazu kommen.

Müller-Fehrenbach schloss seine Rede mit einem zufriedenen Blick auf ein erfolgreiches Jahr 2006, nutzte aber auch die Möglichkeit zu der Mahnung, dass die Größe des Chors Einzelne nicht dazu verleiten solle, den Probenbesuch sowie die Teilnahme an den Konzerten schleifen zu lassen. Nach dem 1. Vorsitzenden ergriff Chorleiter Wolfgang Mettler das Wort und erinnerte ebenfalls daran, dass ein großer Chor vonnöten sei, wolle man einem großen Orchester Paroli bieten. Manchmal ließe die Disziplin in den einzelnen Stimmlagen zu wünschen übrig. Alles in allem bescheinigte er aber dem Chor, dass Stimmung und Moral gut seien und dass der Gesamteindruck „nicht schlecht“ sei. Es folgte der Kassenbericht der Schatzmeisterin Anneruth Zwicker. Diese erörterte, dass 2006 den Einnahmen höhere Ausgaben gegenüber ständen. Als Erklärung erinnerte sie daran, dass das Misa-TangoKonzert nicht kostendeckend gewesen sei. Auch war das 1. Verdi-Konzert zu schwach besucht. Zudem habe die Chorreise nach Paris und Fontainebleau zu Mehrausgaben geführt, sinkende Zinsen beim Vereinsvermögen täten ein Übriges. Der 1. Vorsitzende dankte Anneruth Zwicker für die ausführliche Darstellung und ihre präzise Arbeit. Jürgen Weih und Gebhard Sailer, die die Kasse am 12. März 2007 geprüft haben, fanden ebenfalls keinerlei Beanstandungen. Jürgen Weih bestätigte, dass alle Belege vorhanden sind und sprach von einer korrekten Buchführung, verbunden mit dem Dank an die Schatzmeisterin. ÖFFNUNGSZEITEN

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Einst die jüngste Sängerin im Chor, heute fünf Jahre dabei: Anne Christin Klug wurde mit Urkunde und Blumen für ihr Engagement geehrt

Da es keinen weiteren Wunsch zur Aussprache gab, stellte Dr. Bernd Heuer den Antrag, man möge den Vorstand für das Jahr 2006 entlasten. Dieser Antrag wurde einstimmig (ohne Enthaltungen und Gegenstimmen) angenommen. Im Anschluss schlug der Vorstand Andrea Uwira als Nachfolgerin von Dr. Edith Heuer für das Amt der Präsidentin des Frauenchors offiziell vor. Da keine weiteren Vorschläge mitgeteilt wurden und auf geheime Abstimmung verzichtet werden konnte, wurde nach einer kurzen Vorstellung der Kandidatin zur Wahl per Akklamation übergegangen. Bei einer Enthaltung der Kandidatin wurde der Wahlvorgang ohne Gegenstimme abgeschlossen. Andrea Uwira nahm die Wahl an. Damit musste auch die Stelle der Vertreterin neu besetzt werden, wofür Gisela Auchter und Sabine PelzlHartmann vorgeschlagen wurden. Sabine Pelzl-Hartmann stellte sich jedoch nicht zur Wahl. Gisela Auchter wurde schließlich ebenfalls per Akklamation ohne Gegenstimme zur Vertreterin des Frauenchors in den Beirat gewählt. Den nächsten Tagesordnungspunkt bildeten das Jahresprogramm 2007 und der Ausblick auf 2008. Der 1. Vorsitzende erinnerte zunächst an das bevorstehende Konzert am 23. Mai, bei dem der Chor eine besondere Visitenkarte abgeben könne. Die Konzertkleidung sei ganz in schwarz, und wenn das Wetter es zuließe, soll der Männerchor ohne Jackett auftreten. Nach dem Konzert ist noch ein geselliges Beisammensein im „Seerhein“ vorgesehen. Am 18. November findet schließlich die Aufführung des Elias-Oratoriums von Mendelssohn statt. Ein ausverkauftes Haus sei notwendig, auch wenn die Konkurrenz gerade in dieser Jahreszeit besonders groß

ist. Zuvor steht aber am 8. Juli das traditionelle Dreibundtreffen mit dem Stadtsängerverein Winterthur und dem Oratorienchor Schaffhausen auf dem Programm, diesmal in der Kartause Ittingen. Gastgeber ist der Chor aus Winterthur, der leider ohne Dirigent anreisen wird. Die Chorreise zum befreundeten Thames Philharmonic Choir in Richmond werde hingegen nicht vor dem Frühjahr 2009 stattfinden. Durchaus möglich, dass dann nochmals der „Elias“ aufgeführt wird. Mendelssohn ist auch in England sehr beliebt, und der 200. Geburtstag des Komponisten böte dafür einen würdigen Rahmen. Für 2008 ist am 16. November die Aufführung von Mozarts c-Moll-Messe (KV 427) mit Ergänzungen von Robert Levin geplant, die erst im Januar 2005 in New York unter Helmut Rilling uraufgeführt wurde. Im Frühjahr 2008 könne man sich ein Gemeinschaftsprojekt mit der Südwestdeutschen Philharmonie in der Bodenseearena Kreuzlingen vorstellen. Da der Chor 2009 sein 175-jähriges Bestehen feiert, sei neben der Konzertreise nach Richmond für das Spätjahr ein weiteres großes Werk vorgesehen. Zum Schluss der Jahreshauptversammlung gab es noch zwei Ehrungen: für 25-jährige Mitgliedschaft wurde Werner Pataki (Tenor II) geehrt, der leider nicht anwesend sein konnte; außerdem Anne Christin Klug (Alt I), die ihr fünfjähriges Jubiläum beging. Als Anerkennung wurden ihr Blumen und eine Urkunde überreicht.

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Stabwechsel in der Redaktion der Chornachrichten: nach 25 Jahren gibt Gisela Auchter (rechts) die Verantwortung an Dr. Hans-Joachim Knopf weiter

Unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes hatte Bettina Haugg noch einige Vorschläge. Wolfgang Müller-Fehrenbach versprach, weitere Imageprospekte zur nächsten Probe mitzubringen, ebenso die Adventsfeier von einigen Ehrungen zu entlasten, damit der Abend nicht zu lang wer-

de. Zum Punkt Korrepetition ließ der 1. Vorsitzende erkennen, dass die zusätzlichen Kosten dann durch die Erhöhung der Mitgliedsbeiträge gestemmt werden müssten. Um 22:10 Uhr konnte die Jahreshauptversammlung 2007 von Wolfgang Müller-Fehrenbach geschlossen werden.

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Stabwechsel in der Redaktion Wolfgang Müller-Fehrenbach ie Angst des Autors vor dem weißen Blatt Papier, sein Zögern mit dem Schreibgerät in der Hand, die Überwindung, mit dem ersten Wort die weiße Unschuld des Papierbogens zu zerstören – und doch kurz darauf schon der AdrenalinAusstoß während des Schreibaktes: der Autor, hier die Autorin, stürmt wie der bange Boxer nach dem Gong nach vorn, mutig, überlegt, angespannt, ja sensibilisiert das Ziel vor dem geistigen Auge: „Das muss ich meinem Leser nahe bringen, eröffnen, enthüllen, ihn neugierig machen, er soll mich auf der Entdeckungsreise begleiten. Und er soll Strukturen, Zusammenhänge und Entwicklungen verstehen.“ Wie oft hat Gisela Auchter solche Augenblicke erlebt? Mehr als 100 Ausgaben der Chornachrichten, liebevoll „Blaues Blättle“ genannt, tragen ihre charakteristische Handschrift. Gleichzeitig ist sie seither auch für die Öffentlichkeitsarbeit und das Archivieren zuständig. In 25 Jahren hat sie dieses „Blättle“ weiter entwickelt und zu einem angesehenen, ja hochkarätigen Organ des SINFONISCHEN CHORES werden lassen. Immer stärker drang sie ein in das 18. und 19. Jahrhundert, dann auch ins 20. Jahrhundert und zu deren prägenden Komponisten. Unter den Abhandlungen und Berichten stand manches Mal nur „ga“. Dabei zog unsere ga Vergleiche, interpretierte Texte und spürte deren Faszination auf die Komponisten auf. Diese Chornachrichten erleichterten dem Chormitglied und dem Konzertbesucher den Zugang zu vielen Werken der Weltliteratur. Wolfgang Mettler als künstlerischer Leiter des Chores konnte sich in seinen

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Gisela Auchter prägte 25 Jahre „Das Blaue Blättle“

bisher 15 Wirkungsjahren ebenso auf diese Zugangshilfe verlassen wie schon sein Vorgänger Erwin Mohr bis 1990. Das Blättle ist mehr: lebendige Chronik und wertvolle Brücke von den Aktiven zu den Förderern und Gönnern, zu den Ehemaligen, zu den Sponsoren, ja zu befreundeten Vereinen, und es wirkt als Botschafter in die Schweiz, nach Frankreich, England und Ungarn. Es dokumentiert immer wieder die beeindruckende Gründungsgeschichte, seit 1834 das „Bürgermuseum“ das politische (mutig republikanisch eingestellte Vorstände!) und das kulturelle Leben in Konstanz beflügelte. Ebenso dokumentiert: die vielerlei Erneuerungen, die prägenden Persönlichkeiten und das konzertante Angebot mit entsprechenden Rezensionen der Kritiker. Vor 25 Jahren hat mich als neu gewählter Vorsitzender Gisela Auchters Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit an dieser Stelle sehr erleichtert. Deshalb danke ich ihr auch ganz persönlich für die zweieinhalb Jahrzehnte absolut harmonischer Zusammenarbeit. Noch singt Gisela mit uns, noch betreut sie unsere „Werbung nach außen“. Es wird ein Wechsel ohne Bruch und ohne endgültigen Abschied. Das erleichtert die Situation. Nun wird die Redaktionsverantwortung in die jungen Hände unseres Tenors Dr. Hans-Joachim Knopf gelegt. Ausgestattet mit musikwissenschaftlichen Kenntnissen arbeitet er sich engagiert in die Leitungsaufgabe der Chorredaktion ein. Ihm sind wir sehr dankbar für seine Bereitschaft „einzusteigen“. Dazu wünschen wir Gestaltungsfreude, engagierte Zuarbeiter/innen und rundum Erfolg!

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Konzertchor oder Gesangverein? Von Gisela Auchter iele Sänger machen noch keinen Ge-

„ Vsangverein“ – so konnte man vor eini-

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gen Jahren in der Stuttgarter Zeitung lesen. Was aber macht einen Gesangverein der heutigen Zeit eigentlich aus? Dass Chöre gegenwärtig versuchen, sich neu zu definieren und ihr künstlerisches Leistungsprofil im Grenzbereich zur Professionalität anzusiedeln, ist heute im Grunde eine Selbstverständlichkeit. Von Köln bis Zürich, von München bis Bern – die Frage, wie ein Laienchor in Zeiten gesellschaftlichen Strukturwandels, zunehmenden Wettbewerbsdrucks und steigender Qualitätsansprüche bestehen und überleben kann, beschäftigt überall jene Chöre, deren selbst gestellte Aufgabe es ist, große sinfonische Chormusik auf möglichst hohem Niveau aufzuführen. Der steinige Weg zur Professionalität Was macht die Situation großer Laienchöre heute so schwierig? Zunächst einmal ist die Zuhörerschaft im Zeitalter elektronischer Medien überaus verwöhnt und hat vielfältige Vergleichsmöglichkeiten. Wer unter den Chören zudem mit Berufsorchestern arbeitet – wie wir mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz zum Beispiel – kommt auf die Dauer nicht darum herum, deren berechtigten Ansprüche und Erwartungen hinsichtlich Qualität und professionellen Arbeitens Genüge zu tun. Stimmbildung Professionalität und Laien – passt das zusammen? Ein wichtiger Schritt dahin ist, dass fast alle Chöre in der deutschen Chorlandschaft, die sich als (Laien-)Konzertchor definieren und von denen hier die

Versuch einer Standortbestimmung

Rede ist, längst eine weit reichende und gezielte Stimmbildung unter fachlicher Führung betreiben. Ob im Gesamtchor, in Gruppen oder auch in Einzelstunden – die Stimmbildung fördert nicht nur das Bewusstsein für Atmung, Tonerzeugung und Sprache, sie erhöht auch die Leistungsfähigkeit und Flexibilität, und sie stärkt nicht zuletzt das ganzheitliche Erlebnis des gemeinsamen Erarbeitens. Stammsänger oder Zugvögel? „Kontinuität ist das Zauberwort“ wurde beispielsweise im Konzertchor Harmonie Zürich propagiert. Zu dieser Kontinuität gehört als erste Selbstverständlichkeit der

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regelmäßige Probenbesuch. Von großer Wichtigkeit ist auch ein fester Stamm aktiver Sängerinnen und Sänger, die längerfristig auf ein solides musikalisches Grundwissen zurückgreifen können und damit gewissermaßen auch Garanten bei der Realisierung künstlerischer Ziele sind. Sie bilden sozusagen die Basis in einem Chor. „Zugvögel“ sind da weniger begehrt. Es sei denn, man entscheidet sich, einen so genannten „Projektchor“ zu bilden, der für seine Konzerte (Projekte) speziell geeignete Sängerinnen und Sänger sucht. Da sind die „Zugvögel“ natürlich eher gefragt.

chenende für Sonderproben kurz vor den Konzerten, wer lässt schon gern über die Häufigkeit seiner Anwesenheit Buch führen? Zugegeben, es ist schwierig, neue Mitglieder anzuwerben. Trotzdem ist das kein Anlass zum Pessimismus. Es lässt sich nämlich beobachten, dass vor allem bei jungen Menschen, zumal in Groß- oder Universitätsstädten, durchaus ein Interesse an klassischer Chormusik besteht. Das hat wiederum mit Qualität zu tun: denn nur dann, wenn diese vorhanden ist, sehen potenzielle Mitglieder auch einen Sinn darin, Freizeit zu investieren.

Nachwuchsfragen Hierher gehört zwingend die Nachwuchsfrage. Mit diesem Problem müssen fast alle Chöre kämpfen. Wer möchte heute noch einem Verein beitreten, wenn eine unüberschaubare Vielfalt von Freizeitangeboten lockt, wer opfert nach anstrengendem Berufsalltag gern einen Abend pro Woche für die Chorprobe oder ein zusätzliches Wo-

Finanzmanagement und ausverkaufte Häuser Zur Kontinuität gehört weiterhin ein kluges und vorausschauendes Finanz-Management, will der Chor nicht hoffnungslos in die roten Zahlen abrutschen. Jeder weiß, dass Fördermittel und Zuschüsse aus öffentlicher Hand so gut wie gar nicht mehr zu bekommen sind. Die Chöre müssen also andere Wege gehen. Dass sie sich allein aus Mitgliedsbeiträgen nicht finanzieren können, liegt auf der Hand. Ein sinfonisches Chorkonzert ist teuer und unter einer vier- bis fünfstelligen Euro-Summe nicht zu haben. Jedes Konzert unterliegt also einem finanziellen Risiko. So ist man auf Sponsoren- und Spendengelder angewiesen. Und auf möglichst ausverkaufte Häuser. Um dies zu erreichen, haben gerade Laienchöre ein geeignetes Instrument zur Hand: den internen Kartenvorverkauf. Dadurch, dass Angehörige, Freunde und Bekannte von den einzelnen Mitgliedern zum Konzertbesuch animiert werden, kann zu einem hohen Prozentsatz mit einem festen Stammpublikum, einer richtigen „Fangemeinde“, gerechnet werden – und das bedeutet volle Häuser.

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Programmgestaltung Allerdings kann auch das beste Publikum nur dann bei der Stange gehalten werden, wenn ihm einerseits kein „langweiliges“ Repertoire des Immer-schon-Dagewesenen geboten und es andererseits mit mo-

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Chorgesang von einst: Hauptaufführung beim eidgenössischen Sängerfest in St. Gallen im Juli 1856. An derlei Veranstaltungen waren unsere Vorgänger von der „Sängerrunde Bodan“ meist aktiv beteiligt 10

dernen Ausnahmewerken nicht „verschreckt“ wird. Eine ausgewogene Programmgestaltung bedeutet für die Verantwortlichen eines jeden Konzertchores eine Gratwanderung, die durch die Konkurrenzsituation noch erschwert wird. Um dies zu verdeutlichen: in einer Stadt wie Konstanz existiert eine sehr reiche und lebendige Chorszene, aber niemandem ist gedient, wenn alle das Gleiche aufführen – innerhalb kurzer Abstände das Brahms-Requiem, die Jahreszeiten oder der Messias, das Mozart-Requiem vielleicht sogar zweimal im Jahr? Es wäre durchaus wünschenswert, auch in Konstanz nach dem Beispiel anderer Städte zu verfahren, wo die in Frage kommenden Chöre nicht nur ihre Interessen gegenüber der Öffentlichkeit gemeinsam vertreten, sondern und vor allem ihre Programme und Termine untereinander besser koordinieren. In einer

Stadt mittlerer Größe wie Konstanz sind die Zuhörerkapazitäten begrenzt, und je schmaler der Geldbeutel, desto gezielter entscheidet der Einzelne über den Besuch von Veranstaltungen. Wir haben uns vor einigen Jahren entschieden – nicht zuletzt auch verdeutlicht durch die Namensänderung – den Weg zum Konzertchor konsequent einzuschlagen. Viel Wünschenswertes wie beispielsweise die Erweiterung des Programmangebots wurde bereits umgesetzt, vieles auf den Weg gebracht – das bedeutete ein hartes Stück Arbeit, viel Disziplin und Einsatzfreude. Es gab und gibt also viel zu tun, immer noch. Aber es lohnt sich. Der Sinfonische Chor Konstanz kann für sich in Anspruch nehmen, eine kulturelle Institution in der Stadt zu sein. Sorgen wir also dafür, dass es auch künftig so bleibt.


Bis die Oktave sitzt

Der Sinfonische Chor übt Mendelssohn und bereitet sich auf das Bodensee-Festival vor

Von Jörg-Peter Rau er Mann weiß, was er will. Vassilis Christopoulos hat zum erneuten Mal abgewunken. Dem Chefdirigenten der Südwestdeutschen Philharmonie stehen die Schweißperlen auf der Stirn. Doch vor ihm sitzen ausnahmslos keine Profis. Sondern Konstanzer, die ihr Geld nicht mit Musik verdienen und nur am Feierabend proben. Auf eine besonders sanfte Behandlung kann sich der Sinfonische Chor dennoch nicht einrichten. „Das ist nicht annehmbar“, sagt Christopoulos zu den Männern im Bass, weil der untere Ton eines Oktavsprungs immer noch zu tief ist. „Denken Sie hoch, dann wird es besser“, so der Ratschlag. Neuer Versuch. Irgendwann klappt es, und Christopoulos’ Lob klingt ehrlich. Viele Proben sind es nicht mehr bis zum 23. Mai. Dann stehen die rund 105 Sänge-

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rinnen und Sänger in der Gebhardskirche und führen gemeinsam mit der Philharmonie Felix Mendelssohn Bartholdys „Erste Walpurgisnacht“ auf. Ein kurzes Chorwerk von rund 35 Minuten, das aber zu den schönsten seiner Art zählt und als bestes weltliches Oratorium des 19. Jahrhunderts gilt. Die Musik ist – so viel kann man nach den ersten Proben schon erahnen – manchmal packend, manchmal elegisch, bisweilen fast kitschig. Dazu der Text aus Goethes Feder – schwer zu singen, mit vielen Konsonanten. Christopoulos mahnt zu guter Aussprache, damit das Stück dann auch im halligen Kirchenraum wirkt – „wie viel besser würde das in einem Konzertsaal gehen“, wird der Dirigent in der Pause seufzen.

Auf gute Zusammenarbeit: Chorleiter Wolfgang Mettler und GMD Vassilis Christopoulos bei der ersten gemeinsamen Probe zur „Ersten Walpurgisnacht“

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Für den Moment wird allerdings noch an den Tönen gefeilt. Wolfgang Mettler, der den Chor normalerweise leitet, sitzt für diesen Abend am Klavier und kann sich auf die Begleitung konzentrieren. Christopoulos kennt es nicht anders. Mit dem Chor der Griechischen Staatsoper in Athen hat er mehrfach zusammengearbeitet – da gibt es immer einen Profi am Klavier, und da muss er den Sopranen auch nicht erklären, dass man ein hohes a nicht zu tief nehmen darf. Dennoch, die Arbeit macht ihm erkennbar Spaß. Und eine Premiere ist sie für ihn auch. Denn das Stück, bekennt er, „habe ich noch nie live gehört“. Nun darf er diese Klassik-Perle sogar selbst aufführen. Im Rahmen des Bodensee-Festivals, und als Kontrapunkt gibt es in dem Konzert noch Händels „Wassermusik“, auch ein kleiner Musik-Schatz. Die Sänger freuen sich auf das Konzert und sind von ihrem ungewohnten Dirigenten sehr angetan. Im grünen Hemd wirkt der 32-jährige Christopoulos noch jünger als im Frack, viele Sänger sind älter. Mit seiner Autorität haben sie dennoch keine Probleme, „denn wir wissen ja, dass er sehr, sehr gut ist“, sagt Wolfgang MüllerFehrenbach, bei dem die Organisationsfäden des Chores zusammenlaufen. Und außerdem steht das nächste Projekt ja auch schon ins Haus: Am 17. November wird Mendelssohns „Elias“ gesungen, diesmal wieder unter der Leitung von Wolfgang Mettler. Das große Oratorium, für viele Chorsänger wegen seiner Schönheit und der technischen Herausforderung ein lange gehegter Traum, war dann auch der Grund für Jessica Fuchs und Johannes Heideck, sich dem Chor anzuschließen. Nach der jüngsten Schnupper-Probe sind sie hängengeblieben. Stimmbildner Philipp Heizmann und Chorleiter Wolfgang Mettler müssen noch ihren Segen für die endgültige Aufnahme geben, aber weil die beiden schon in anderen Chören singen, haben sie kaum etwas zu befürchten. Ihre ersten Eindrücke von Sinfonischen Chor? „Sehr schön und ziemlich gut“, fasst Jessica

Fuchs zusammen: „Es macht Spaß.“ Das merkt man auch den anderen Sängerinnen und Sängern an. Es geht gegen zehn Uhr abends, als die Probe im St.-Stefans-Haus beendet ist. Die meisten haben konzentriert durchgehalten und sitzen bis zuletzt aufrecht und gespannt auf ihren Stuhlkanten. Nachdem der letzte Ton im letzten Stück verklungen ist und Mettler die Hände von der Klaviatur genommen hat, bedankt sich Christopoulos und verabschiedet sich bis Mai. Erst kurz vor dem Konzert wird er die Sänger wiedersehen und dann gleich sein Orchester mitbringen. Die Oktaven müssen bis dahin sitzen. Aber diese Botschaft ist ebenso angekommen wie all die anderen Aufträge, die der Dirigent seinem Musikerkollegen Mettler aufgegeben hat. Ein nur ordentliches Konzert will Christopoulos nicht abliefern – der Mann weiß viel zu genau, was er will. Es ist Qualität, Engagement und Präzision. (SÜDKURIER vom 13. März 2007)

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Von der Macht der Musik

Händels „Wassermusik“ und die Aussöhnung mit Georg I.

London zur Zeit Händels. Blick auf Themse und Stadt mit der St. Paul’s Cathedral. Ausschnitt aus einem Gemälde von Canaletto, 1746/47 13

Von Gisela Auchter eorg I., König von England, amüsierte sich und rief „Da Capo“. Die zweite königliche Vergnügungsfahrt auf der damals schon schmuddeligen Themse wurde durch ihre Prachtentfaltung an diesem 17. Juli 1717 zum Ereignis nicht nur für den Hofstaat, sondern auch für die Bevölkerung. Denn Open-Air-Konzerte sind durchaus keine Erfindung der heutigen Zeit. So ist die Wassermusik neben Händels Spätwerk, der 1749 entstandenen Feuerwerksmusik, auch nie zu einem anderen Zweck geschrieben worden, als unter freiem Himmel aufgeführt zu werden. Solche Ereignisse erfreuten sich eines gigantischen Zuspruchs und brachten Tausende von Menschen auf die Beine. Von des Königs Wasserfahrt des Jahres 1717 zeichnete der preußische Gesandte Friedrich Bonet ein ebenso imposantes wie detailliertes Bild in

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einem Brief an Friedrich Wilhelm I. in Berlin, der mit Georgs Tochter Sophie Dorothea verheiratet war: „Nahe der Barke des Königs fuhr das Boot mit den Musikern, etwa 50 an der Zahl. Sie spielten alle Arten von Instrumenten […]. Die Musik war eigens von dem berühmten Händel, der aus Halle stammt, komponiert, dem Hofkomponisten seiner Majestät. Sie gefiel dem König so gut, dass er sie dreimal wiederholen ließ, obwohl jede Vorführung eine Stunde dauerte.“1 Solche Berichte ausländischer Gesandter erregten auch auf dem Kontinent Staunen und Bewunderung, fanden höchste Beachtung und wurden in Zeitungen verbreitet. Und mehrten damit natürlich auch Händels Ruhm. Die königliche Lustfahrt An diesem 17. Juli – es war seine zweite Lustfahrt auf der Themse – hatte der Monarch abends um acht Uhr beim alten


König Georg I. mit seinem Sohn und späteren Nachfolger Georg II. und dessen Gemahlin Caroline. Schabkunstblatt von John Simon

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Herrscherpalast Whitehall die Barke bestiegen. Die Klänge aus dem Orchesterschiff, das das königliche Schiff in nächster Nähe begleitete, rissen ihn zu Begeisterungsausbrüchen hin: das erste Da Capo wurde angeordnet. Dann speiste man erst einmal in Chelsea zum Souper. Nach Tisch, nachts um zwei Uhr, dann das zweite Da Capo. Wie kam es eigentlich dazu, dass Händels Wassermusik, die heute neben seiner Feuerwerksmusik zu seinen populärsten Orchesterwerken zählt, anlässlich dieser kostspieligen königlichen Belustigung überhaupt erklingen konnte? John Mainwaring, Händels erster Biograph, schrieb 1760 in der Rückschau: „Man schlug dem Könige eine Lustfahrt zu Wasser vor. Händel bekam Wind davon und wurde Rats, eine geschickte Musik zu dem Ende anzustellen. Er selbst vollzog und führte sie auf, ohne dass der König es wusste, der sich aber darüber sowohl verwunderte als er-

getzte.“2 Organisiert und aus eigener Schatulle finanziert wurde diese aufwendige und kostspielige sommerliche Lampionfahrt dann von Oberstallmeister Baron von Kielmannsegg. Allein Händels Konzert verschlang 150 Pfund. Der Applaus war aber nicht der einzige Erfolg für den Komponisten. Der König bestätigte die von seiner Vorgängerin Königin Anna gewährte Jahrespension und erhöhte sogar noch auf 200 Pfund. Zugleich wurde Händel zum Musiklehrer der königlichen Enkelinnen bestimmt, was das Einkommen weiter erhöhte. John Mainwaring war dann auch wohl nicht der Einzige, der glaubte, dass diese Musik den immer noch verstimmten König mit ihrem Schöpfer endgültig ausgesöhnt habe. Aussöhnung – warum? Dass die Aussöhnung genau zu diesem Zeitpunkt stattfand, ist zwar nicht belegt, aber die Mutmaßungen sind sicher be-

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Händel an der Orgel. Das Gemälde von J. Thornhill ist wahrscheinlich 1720 entstanden. Drei Jahre zuvor fand die legendäre Flussfahrt Georgs I. auf der Themse statt, die Anlass zur Entstehung der „Wassermusik“ war. rechtigt und mehr als eine hübsche Anekdote. Denn Händel hatte allen Grund, den Zorn des Königs zu fürchten. Was war geschehen? Als umschwärmte Berühmtheit war Händel nach seinem Italien-Aufenthalt 1710 in das Land seiner Väter zurückgekehrt und hatte in der jungen, aufblühenden Residenz Hannover als kurfürstlicher Hofkapellmeister Anstellung gefunden. Zu einem Jahresgehalt von 1000 Talern und zu Bedingungen, die er nahezu selbst bestimmen konnte, wie zum Beispiel das Recht auf Urlaub bis zu einem Jahr. Wo hat es im absolutistischen Zeitalter so etwas gegeben! Es herrschten Glanz und Gepränge am Welfenhof, auf dessen Thron der 50-jährige Georg Ludwig, ein Abkomme des Stuartkönigs Jakob I., saß. Trotzdem wurde dem großen Komponisten Hannover schnell zu klein, rasch sah er keine rechten Entfaltungsmöglichkeiten für seine künstlerische Entwicklung mehr, und so sah man ihn bald wieder auf Reisen. Für sein berufliches Fortkommen hatte er offenbar einige Eisen im Feuer, so auch am Hofe von Kurfürst Jan Wellem in Düsseldorf. Hier blieb er eine Zeitlang. Reichlich belohnt verabschiedete er sich aber noch im gleichen Jahr vom kurfürstlichen Paar und betrat im November oder Dezember 1710 erstmals englischen Boden, wo sich dem Weltberühmten – der zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort Englisch sprach – Türen und Tore wie von selbst öffneten. Auch die dort regierende Queen Anne favorisierte ihn und setzte ihm ein lukratives Jahresgehalt aus. Händel durfte hoffen, in England Fuß gefasst zu haben – und stand eigentlich immer noch in Hannoverschen Diensten! Als Königin Anne 1714 starb, fiel die Krone an den Stuart-Nachfahren, den

von Händel in Stich gelassenen Kurfürsten von Hannover. Welch eine Situation: aus einem großzügig gewährten Urlaub waren zwei Winter geworden, und Händel stand längst im Dienst des englischen Königshauses! Ein perfekter Vertragsbruch, der auch in heutiger Zeit nicht unproblematisch wäre. Als Georg I. nahm – wenn auch höchst ungern – der inzwischen 54-jährige Hannoveraner die Krone des aufblühenden Weltreiches entgegen und wurde somit Ahnherr des heute noch bestehenden House of Windsor. Und wie begegnete dieser Herrscher wider Willen seinem abtrünnigen Hofkapellmeister? Zunächst enthob er ihn kurzerhand seines Amtes, aber „Mister Hendel“ – so die neue Schreibweise seines Namens – hatte Fürsprecher und König Georg ein gutmütiges Herz. Nachtragend war er jedenfalls nicht. Der an Kunst und Literatur als uninteressiert geschilderte Herrscher liebte und schätzte aber Musik und wusste Händels Genie sehr wohl richtig einzuordnen. Das war Händels Chance. Vielleicht hatte der zukünftige englische König von Hannover aus den wortbrüchigen Komponisten auch nur deshalb so großzügig gewähren las-

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Händel und König Georg I. während der Aufführung der „Wassermusik“. Idealisierender Stahlstich nach einem Gemälde von Edouard Hammann (1819 – 1888)

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sen, weil der Tod der kränkelnden Queen Anne bereits abzusehen war und er in Händels herausragender Stellung bei Hof im Vorfeld seiner Thronbesteigung eine willkommene diplomatische Vertretung sah.3 Wie auch immer: die Aussöhnung zwischen Souverän und Untergebenem erfolgte rasch, ob schon zum Zeitpunkt der Krönung 1714 oder erst drei Jahre später anlässlich der Themsefahrt, ist im Grunde unerheblich. Die Wassermusik Es war dies bereits die zweite königliche Wasserfahrt, die dritte sollte erst am 26. April 1736 anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Frederick mit Prinzessin Augusta von Sachsen-Coburg-Gotha folgen. Händels Teilnahme an den prunk- und glanzvollen Veranstaltungen auf der Themse ist allerdings nur für diese zweite Fahrt am 17. Juli 1717 aktenkundig. So wenig, wie man aus Händels Biografie wirklich weiß – allzu viel bleibt im Anekdotischen und ist nicht belegbar –, so wenig lässt sich die Entstehungszeit der Wassermusik be-

stimmen, da sämtliche Autographe verschollen sind. Bei diesem Werk handelt es sich um insgesamt drei Suiten mit 22 Sätzen, die zu unterschiedlichen Zeiten komponiert wurden. Unterschiedlich sind auch die Tonarten (FDur, D-Dur, G-Dur) und die jeweilige Besetzung. In der unterschiedlichen Instrumentierung könnte nach Dirk Möller ein musikalisches Indiz für die Verwendung dieser Suiten bei den königlichen Wasserfahrten gesehen werden. Derlei pomphafte Freiluft-Aufführungen waren nämlich bei Hofmusiken seit Ludwig XIV. schon in Frankreich üblich.4 Feierliche, pompöse Blechbläserklänge waren zur Huldigung eines Regenten zu jener Zeit unerlässlich, auch gegenüber König Georg I. (Fragen der Besetzung bei der Feuerwerksmusik beschäftigten zum Beispiel sogar Diplomaten und andere hochrangige Beamte Ihrer Majestät Georgs II. und brachten sie in eine missliche Lage, als Händel den feierlichen, aber mit der Symbolkraft des „Kriegerischen“ behafteten Blechblasinstrumenten unbedingt auch einen Strei-


Titelblatt der „Wassermusik“ von 1717

cherchor hinzugesellen wollte. Damit entsprach er den Wünschen des Königs keineswegs. Damals ein gewagtes Spiel, das die Höflinge in höchste Besorgnis und bange Aktivitäten versetzte.) Die dritte Suite der Wassermusik fällt hinsichtlich der Instrumentierung allerdings aus dem Rahmen. Sie ist deutlich schlichter besetzt und kommt allein mit Streichern und Flöten aus. Daher ist es durchaus wahrscheinlich, dass dieser Teil mit den Hochzeitsfeierlichkeiten zusammenhängt und dem Brautpaar Kronprinz Frederick und Prinzessin Augusta zugedacht war. Es ist wohl kein Zufall, dass diese dritte Flussfahrt ausgerechnet am Vorabend der Hochzeit stattfand. Ein weiteres Indiz ________ Literatur: Heinemann, Michael: Georg Friedrich Händel. Reinbek b. Hamburg 2004 Hogwood, Christopher: Georg Friedrich Händel. Mit einer Zeittafel v. Anthony Hicks. Aus d. Engl. v. Bettina Obrecht. Stuttgart, Weimar 1992 Möller, Dirk: Georg Friedrich Händel. In: Harenberg Konzertführer. 3. Aufl. Dortmund 1998 Schmelzer, Hans-Jürgen: Siehe, dein König kommt zu dir. Leben und Musik des Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Düsseldorf 1995

spricht ebenfalls dafür: in seinen Opern verwendete Händel gern und oft die Flöte, um den „Affekt der Liebe“5 zu vermitteln. Was alle drei Suiten besonders auszeichnet, ist ihre Internationalität. Formal dem Aufbau französischer Ouvertüren mit den nachfolgenden Tanzsätzen gehorchend, weiß Händel darüber hinaus geschickt die unterschiedlichen nationalen Stile zu verbinden. Einflüsse französischer, deutscher, italienischer und englischer Musik wetteifern miteinander und ergänzen sich. Händel zeigt sich als das, was er mindestens seit seinem Italienaufenthalt schon war: als ein ausgewiesener Europäer. (Händels „Wassermusik“ steht neben der „Ersten Walpurgisnacht“ von Mendelssohn Bartholdy am 23. Mai 2007 auf dem Programm unseres Sonderkonzerts im Rahmen des Bodensee-Festivals in der Gebhardskirche) ________ Anmerkungen: 1 zitiert nach Heinemann S. 56 2 Übersetzung von Johann Mettheson, 1761. Zitiert nach Möller in: Harenberg Konzertführer S. 336 3 vgl. Heinemann S. 55 4 vgl. Möller in: Harenberg Konzertführer S. 337 5 ebda S. 337

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Auf nach Ittingen – Wir erneuern den Dreibund

Wie vor 161 Jahren auf dem Munoth

Von Wolfgang Müller-Fehrenbach

mmer mehr bürgert sich die schöne Sitte dass große Männergesangvereine ihrem Besuch bei Brudervereinen eine höhere Weihe geben, indem sie ihre Kunst in den Dienst der Wohlthätigkeit stellen. So machten es heute zwei hervorragende Schweizervereine, der Stadtsängerverein Winterthur und der Männerchor Schaffhausen….“ Am 16. Oktober 1898 kamen so 250 Mark zu Gunsten des Wöchnerinnenheimes (heute Friedrichstraße 21-23/AWO/Malteser) zusammen. Der „Bodan“, unser Vorgängerverein, und die Winterthurer Freunde erwiderten diesen Besuch am 9. Juni 1901 bei den Schaffhausern, erst in der Kirche St. Johann, dann ging es wieder auf die Zinnen des alten Munoth. Damals kamen 559,65 Franken zusammen. Dieser Ausschnitt aus der Denkschrift des „Bodan Konstanz“ (1902, Druckerei Reuß & Itta) zeugt von der „grenzenlosen“ Freundschaft zwischen Schweizern unserer Nachbarkantone und den ebenso alemannischen Nachbarn in Konstanz. Bei solchen Gelegenheiten wurde unser „Dreibund“, gegründet 1846 beim zweiten Eidgenössischen Sängerfest in Schaffhausen, immer wieder bestätigt. Zuletzt am 23. Juni 2002 in Schaffhausen mit einer Begegnung im Klettgau. Unsere gemeinsame Geschichte ist reichhaltig, unterhaltsam, und sie spiegelt die politischen Verhältnisse unserer Heimat ebenso wider wie die Entwicklungen unse-

„Iein,

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rer Chöre selbst. So ist es heute immer wieder überraschend, wie familienintensiv, ja lebensbeherrschend das damalige Vereinsleben auf die Sänger und ihre Frauen wirkte. Gleichzeitig begeisterten sich die Menschen für alte und neue Werke der großen Chorliteratur. Grundlage war das sinn-stiftende Liedgut zur Heimat, Natur, Liebe, zum Vaterland und zu den ethischen Grundwerten. Die Erfahrung „Musik schafft Freundschaft“ hielt die Gesellschaft wesentlich zusammen. Nach den beiden furchtbaren Weltkriegen, aus denen sich die Eidgenossen heraus halten konnten, und nach 60 Jahren friedlichen Miteinanders in Europa können wir die verbindende Wirkung der Musik nicht hoch genug einschätzen: der „Dreibund“ darf deshalb nicht nur geschichtliche Reminiszenz und augenzwinkernde Verklärungsanekdote sein. Er hat noch heute seinen Sinn: die Grenze – zumal unsere EU-Außengrenze – ist für uns längst überwunden. Wir sind der Politik längst voraus. Und genau dies wollen wir lebendig halten. Unseren Winterthurern Gastgebern, den „Stadtsängern mit ihren Frauen“, namentlich dem Präsidenten Ueli Seiler, seinem Vizepräsidenten Hansruedi Lamparter und Vizechorleiter Werner Kamberger danken wir herzlich für die Einladung. Wir werden am 8. Juli 2007 in der Kartause Ittingen gerne dabei sein, – mit unserem Dirigenten Wolfgang Mettler voraus.


Die Kartause Ittingen. Ansicht von Osten. Federzeichnung aus dem 1. Drittel des 18. Jahrhunderts

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Vor 45 Jahren: Dreibundtreffen in Winterthur 1962

Vorläufiges Programm des Dreibundtreffens am 8. Juli 2007 in der Kartause Ittingen 9.15 Uhr: Treffpunkt auf dem Döbele, Abfahrt in PKW-Fahrgemeinschaften ab 10.00 Uhr : Empfang mit Kaffee und Gipfeli im Kellerhaus Begrüßung durch die Stadtsänger Winterthur 11.15 Uhr: Führung „Geschichte der Kartäuser“ durch die Kartause in Gruppen 13.00 Uhr: Mittagessen anschließend je nach Wetter individuelle Besichtigung von Klosterkirche, Museum, Rosengarten, Klosterladen oder Spaziergang in der Umgebung Offenes Singen 17.00 Uhr: Abschiedstrunk im Rosengarten 17.30 Uhr: Verabschiedung


Ein Projekt, das weltweit seinesgleichen sucht, findet mit einem grenzßberschreitenden Volksfest am 28./29. April auf Klein Venedig seinen vorläufigen HÜhepunkt: 22 Skulpturen des Konstanzer Kßnstlers Johannes DÜrflinger ersetzen zukßnftig den Grenzzaun zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Anfangs kontrovers diskutiert, kann man heute schon die 8 Meter hohen, ebenso grazilen wie symbolträchtigen, vom mittelalterlichen Kartenspiel Tarot inspirierten Figuren besichtigen, die abwechslungsreich und je nach Beleuchtung ihr metallisches, wie Perlmutt schimmerndes Farbenspiel von Rot bis Dunkelviolett entfalten. Wir erinnern uns an die geglßckte Zusammenarbeit mit dem Kßnstler anlässlich des Brahms-Requiems im Jahr 2004, die uns einen schlßssigen Zugang zu seinem Werk erÜffnete. Wir werden in der nächsten Ausgabe der Chornachriten ßber die neue Kunstgrenze und ihre Einweihung berichten. 20

'EWERBEAUSSTELLUNG n-AI "ODENSEEARENA +REUZLINGEN \ +LEIN 6ENEDIG +ONSTANZ GRENZĂ BERSCHREITENDE 'EWERBEAUSSTELLUNG \ RUND  !USSTELLER \ %INTRITT FREI  -AI  BIS  5HR \  -AI  BIS  5HR \  -AI  BIS  5HR \  -AI  BIS  5HR ATTRAKTIVE !KTIONEN UND 3ONDERSCHAUEN \ WEITERE )NFORMATIONEN UNTER WWWGEWA MESSECOM


Unsere Druckerei wurde 75 er Weg vom reinen Familienbetrieb zu einem Unternehmen mit rund 25 Mitarbeitern, vom Setzkasten zur digitalen Verarbeitung mit einer 5-Farben-Offestdruckmaschine als Herzstück in den Werkräumen war weit und nicht immer einfach. Erworben 1931 von Max Jacob, dem Großvater des heutigen Firmeninhabers, damals noch in der Hüetlinstraße angesiedelt, musste der kleine Betrieb so manches Hindernis aus dem Weg räumen. Die Zeit der Wirtschaftskrise der späten 20er Jahre mit ihren Bankzusammenbrüchen und Firmenpleiten, die Massenarbeitslosigkeit und die Politik der Notverordnungen der frühen 30er Jahre machten der Wirtschaft insgesamt schwer zu schaffen. Es war aber auch eine Zeit rasanten technischen Fortschritts, so dass der Start der kleinen Druckerei Jacob trotzdem unter einem guten Stern stand, nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit der Christlichen Verlagsanstalt, um deren Auftragslage es gut bestellt war. Schon 1933 zog man in die Zasiusstraße und druckte dort – zunächst noch in Handsatz, ab 1936 schon mit einer Typograf-Bleisetzmaschine – die auflagenstarken Erzeugnisse der Verlagsanstalt. Bedrohlich wurde es für die Firma im II. Weltkrieg, als z.B. die Maschinen zum Einschmelzen zu Kriegszwecken eingezogen werden sollten. Papiermangel tat ein Übriges. Aber kämpferische Hartnäckigkeit und persönlicher Mut des Firmenchefs überwanden auch dieses Hindernis. Mit der aufblühenden Wirtschaft der jungen Bundesrepublik begannen auch für die Druckerei erfolgreiche Zeiten, insbesondere in der Zusammenarbeit mit dem Konstanzer Terra-Verlag. Jedoch ist die technische Entwicklung in den letzten Jahrzehnten gerade am Druckerei-Gewerbe nicht spurlos vorübergegangen. Die Notwendigkeit zeitgemäßer Produktionsverfahren, ebenso die Prämisse wirtschaftlichen und qualitätvollen Arbeitens stets im Auge, hat die Jacob Druck GmbH, wie die Firma heute heißt, zum Beispiel als eine der ersten Druckereien im Bodenseegebiet 1997 die digitale Druckvorstufe mit einer Computer-to-Plate-Anlage in Betrieb genommen. 1985 hat die Druckerei mit ihrem derzeitigen Chef Gerhard Jacob an der Spitze ihren Neubau in der Byk-Gulden-Straße bezogen. Seit nunmehr 13 Jahren arbeitet der Sinfonische Chor mit der Druckerei zusammen. Hier entstehen unsere Chornachrichten, Programmhefte, Plakate und Prospekte. Es war immer eine gute Partnerschaft, die auf Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und gegenseitigem Vertrauen beruhte. Dafür haben wir zu danken, speziell Herrn Gerhard Jacob, Herrn Michael Beck und seinen Kollegen, die sich in allen Abteilungen stets kulant, entgegenkommend, hilfsbereit und geduldig gezeigt haben. Der Druckerei gratulieren wir zum Jubiläum und wünschen ihr weiterhin Erfolg auf ihrem Weg. ga

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2007

konstanzer almanach

konstanzer almanach 2007 53. Jahrgang

Für alle Konstanzer Bürger, für Sammler, Historiker und Konstanz-Liebhaber. Die wichtigsten Ereignisse der Stadt in Rückblick und Vorschau. Broschüre mit 108 Seiten, 5 7,80 STADLER Verlagsgesellschaft mbH · 78467 Konstanz

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Bildnachweis: Archiv Sinfonischer Chor Konstanz S. 19 unten; Auchter S. 20; Knopf S. 1, 2, 3, 5, 6, 11

SINFONISCHER CHOR KONSTANZ e. V.

Präsident: Oberbürgermeister Horst Frank Geschäftsf. Vorsitzender: Wolfgang MüllerFehrenbach, Schützenstr. 30, 78462 Konstanz, Tel. 0 75 31 / 2 58 57, Fax 18 94 21 Chorleiter: Wolfgang Mettler, Leinerstr. 18, 78462 Konstanz, Tel. 0 75 31 / 2 25 65, Fax 91 41 65 Anschrift: Postfach 10 19 39, 78419 Konstanz Bankverbindung: Sparkasse Bodensee 038 737 (BLZ 690 500 01)

http://www.sinfonischer-chor-konstanz.de

Nachrichten 1/2007 CHORNACHRICHTEN Redaktion: Dr. Hans-Joachim Knopf, Werner-Sombart-Str. 13d, 78464 Konstanz, Tel./Fax 0 75 31 / 6 76 84 Gestaltung: Gisela Auchter, Holländerstr. 20, 78465 Konstanz, Tel./Fax 0 75 31 / 4 33 66 Anzeigen: Roswitha Baumgärtner Fürstenbergstr. 46, 78467 Konstanz Tel. 0 75 31 / 7 92 46 Geschäftsstelle: Maria Rosner Gerstäckerweg 4a, 78467 Konstanz Tel./Fax 0 75 31 / 7 33 63 Bankverbindung: Sparkasse Bodensee 020 792 (BLZ 690 500 01) Stichwort »Chornachrichten« Herstellung: Jacob Druck, 78467 Konstanz


Die kleine Weltmusik Konzert mit Bernhard Gedrat am Freitag, 20. 04. 07, um 20.00 Uhr im Wolkenstein-Saal

Galsan Tschinag liest aus seinen Werken am Dienstag, 23. 10. 07, um 19.30 Uhr im Wolkenstein-Saal

Jan-Hus-Tag am Freitag, 6. 07. 07, im Palmenhaus und Kulturzentrum am Münster Weitere Informationen erteilt Ihnen gerne das Kulturbüro der Stadt Konstanz unter der Telefonnummer: 0 75 31 / 900-909 oder finden Sie im Internet unter www.konstanz.de

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Die letzte Seite Wir gratulieren und danken besonders herzlich Wolfgang Mettler, der seit 15 Jahren künstlerischer Leiter unseres Chores ist. Wolfgang Müller-Fehrenbach, der seit 25 Jahren als Geschäftsführender Vorsitzender die Geschicke unseres Chores lenkt.

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Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag 01.01. Dagmar Bräunlinger, Alt I, 45 Jahre 04.01. Hildegard Bertsch, inaktiv, 70 Jahre 04.01. Hedwig Wagner, Fördermitglied, 80 Jahre 09.01. Eva Harder, inaktiv, 45 Jahre 04.02. Dr. Michael Fendrich, Fördermitglied, 60 Jahre 06.02. Werner Burkhard, inaktiv, 55 Jahre 11.02. Jürgen Sum, inaktiv, 45 Jahre 19.02. Marcus Nabholz, Bass II, 50 Jahre 23.02. Wilfried Metzler, inaktiv, 70 Jahre 25.02. Anne Christin Klug, Alt I, 20 Jahre 08.03. Werner Bartl, Bass II, 65 Jahre 11.03. Stephanie Krause, Sopran II, 35 Jahre 16.04. Gertrud Welschinger, inaktiv, 65 Jahre 17.04. Harmut Schäfer, Tenor I, 40 Jahre 18.04. Marianne Hornstein, Fördermitglied, 70 Jahre 22.04. Ruth Both, Alt I, 75 Jahre 08.05. Heinrich Frommknecht, Fördermitglied, 75 Jahre 09.05. Beate Leifert, inaktiv, 65 Jahre 11.05. Signe Rapp, inaktiv, 80 Jahre 14.05. Andrea Uwira, Alt I, 55 Jahre 14.05. Dr. Georg Kedves, inaktiv, 70 Jahre 09.06. Reinhard Stifel, Fördermitglied, 60 Jahre

Wir freuen uns auf neue Sängerinnen und Sänger Vinzenz Hokema, Bass II Verena Nebel, Alt I Katja Nübling, Sopran I Joachim Gerber, Tenor II Jana Werling, Sopran I Anette Amling, Sopran II Jessica Fuchs, Tenor I Gudrun Melsbach-Kiefer, Sopran II Antje Brück-Scheffler, Sopran II Orsolya Strobel, Sopran I Dr. Martine Weinzierle, Sopran I Béatrice Platter, Sopran I Johannes Schmitt, Bass I Friederike Dratwa, Sopran I Dr. Axel Galler, Bass II Wir gedenken Karl-Leo Nägele, der am 3. März seinen 110. Geburtstag begangen hätte. Karl-Leo Nägele war zwischen 1953 und 1969 Präsident bzw. Geschäftsführer Vorsitzender unseres Chores. Erwin Mohr, der am 30. April seinen 80. Geburtstag feiern würde. Erwin Mohr war zwischen 1969 und 1990 Leiter unseres Chores.


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