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Jahresbericht 2017

FĂźr mehr soziale Gerechtigkeit


Inhalt

An einem internationalen Treffen in Cusco entwickeln COMUNDO-Fachperson Mattes Tempelmann und Vertreter/innen von Red Muqui und weiterer Organisationen Massnahmen für einen umweltschonenden und sozialverträglichen Bergbau.

Inhalt

Titelbild COMUNDO-Fachperson Stephan Nebel und eine ­Sozialarbeiterin während eines Workshops im Kinder- und Jugendzentrum der Kirchgemeinde Quibdó, ­Kolumbien (siehe Seite 6). Impressum Herausgeber: COMUNDO Redaktion: Othmar Bamert, Simone Bischof, ­Priscilla De Lima, Virginie Poyetton Bildredaktion: Marcel Kaufmann Gestaltung: Lea Brühwiler 2

Jahresbericht 2017

Editorial Facts & Figures

3 4–5

Unser Engagement im Süden Stephan Nebel, Kolumbien Laura Rodesino, Philippinen Roland Stieger, Kenia Karin Krebs, Bolivien

6 7 8 9

Studie zur Nachhaltigkeit von Facheinsätzen

10

Sensibilisierung im Norden Für eine verantwortungsvolle Gesellschaft

11–12

Ergebnisbericht 13 Bilanz und Erfolgsrechnung 14–15 Ihre Spende stösst nachhaltige Veränderungen an 16 Röbi Koller, COMUNDO-Botschafter 17 Sie haben 2017 ihren Einsatz begonnen 18 Unternehmensportrait 19


Editorial

Für mehr soziale Gerechtigkeit «Bei COMUNDO engagieren sich Menschen für Menschen. Menschen, die ­überzeugt sind, dass es möglich ist, gemeinsam eine andere, menschlichere Welt aufzubauen.»

Um zu sehen, was Personelle Entwicklungszusammenarbeit bewirkt, genügen ­wenige Blicke. Etwa auf Ergotherapeutin Laura Rodesino und ihre Arbeit mit ­Kindern mit Behinderungen im Lin-awa Rehabilitation & Development Center in Tabuk, Philippinen. Oder auf ­Sozialpädagoge Stephan Nebel, der die Diözese Quibdó im Norden Kolumbiens dabei unterstützt, den Jugendlichen eine gewaltfreie Zukunft zu ermöglichen. Oder auf Sozialarbeiterin Karin Krebs, die mit der lokalen NGO Ciudadanía in B ­ olivien Frauen auf dem Weg zur Chancengleichheit unterstützt. Damit die Arbeit all unserer 93 Fachpersonen ihre nachhaltige Wirkung entfalten kann, ist betriebliches Know-how unerlässlich. Eine genaue Analyse der Situation vor Ort, der Bedürfnisse der betroffenen Menschen, der Partnerorganisationen. Die sorgfältige Auswahl und gründliche Vorbereitung der Fachpersonen auf die Anforderungen ihres Einsatzes. Nicht zuletzt auch der regelmässige Nachweis der Nachhaltigkeit der Einsätze mit wissenschaftlichen Methoden. Dies ist die sachliche, fachliche Seite. Die Frage, ob Personelle Entwicklungszusammenarbeit wirkt, hat auch viel mit unseren Werten zu tun. Glauben wir ­überhaupt an die Wirkung von menschlichen Begegnungen? Anerkennen wir den Wert des Austauschs zwischen den Kulturen, dass wir «im globalen Norden» von den Menschen «im Süden» lernen können und sollen? Wollen wir überhaupt Gleichberechtigung – zwischen Menschen, zwischen Geschlechtern, zwischen Ländern? Wir bei COMUNDO – und sicherlich auch unsere treuen, unerlässlichen Gönne­­r­innen und Unterstützer – können hier klar antworten: Ja! Wir sind überzeugt: Nur wenn die Menschen an eine Veränderbarkeit der Welt glauben, findet weltweites Lernen, findet wahre Entwicklung statt, im Süden wie im Norden. Deshalb sehen wir es als unsere Pflicht – mit unserer Sensibilisierungs- und Bildungsarbeit, unserem politischen Engagement in der Schweiz – aufzuklären, zur Wertediskussion beizutragen. Denn es braucht ein Umdenken – in der Gesellschaft, in uns allen. Lassen wir zu, dass Entwicklungszusammenarbeit wirken kann. Engagieren wir Menschen uns für Menschen – für eine Welt, in der auch Benachteiligte selbst­ bestimmt und in Würde leben können.

Teres Steiger-Graf Geschäftsleiterin COMUNDO Jahresbericht 2017

3


Facts & Figures

Nicaragua

Anzahl Fachpersonen 17 Anzahl Partnerorganisationen 13 Einsatzmonate108 Vor Ort seit 1981

Kolumbien

Anzahl Fachpersonen 17 Anzahl Partnerorganisationen 13 Einsatzmonate162 Vor Ort seit 1953

Peru

Anzahl Fachpersonen 14 Anzahl Partnerorganisationen 13 Einsatzmonate125 Vor Ort seit 1973

Bolivien

Anzahl Fachpersonen 10 Anzahl Partnerorganisationen 9 Einsatzmonate109 Vor Ort seit 1984

4

Jahresbericht 2017


Projekte pro Themenbereich

7%

48%

45%

Philippinen

Anzahl Fachpersonen 10 Anzahl Partnerorganisationen 5 Einsatzmonate98 Vor Ort seit 1985

Demokratie und Frieden Existenzsicherung Umwelt

Art der Partnerorganisationen 10%

1%

35%

54%

NGO Kirchliche Organisation Zivilbewegung Staatliche Organisation

Kenia

Anzahl Fachpersonen 15 Anzahl Partnerorganisationen 9 Einsatzmonate139 Vor Ort seit 1978

CHF 9.65

Sambia

Anzahl Fachpersonen 10 Anzahl Partnerorganisationen 8 Einsatzmonate104 Vor Ort seit 1974

70 Partner­

organisationen

Weltweit setzt sich ­COMUNDO gemeinsam mit 70 Partnerorganisatio­ nen für benachteiligte ­Bevöl­kerungsgruppen ein. COMUNDO befähigt ­erfahrene Berufsleute aus der Schweiz und Deutschland für Facheinsätze bei den Partnerorganisationen und kommt für deren Lebenshaltungskosten auf. Der Wissensaustausch erweitert die Handlungsmöglichkeiten und ermöglicht nachhaltige Veränderungen.

Eine Fachperson erhält im Durchschnitt CHF 9.65 als Stundenlohn.

39 Berufe

In ihren Einsätzen sind die ­COMUNDO-Fachpersonen insgesamt in 39 verschiedenen Berufen tätig.

53% Familien

Über 53 Prozent der COMUNDO-­Fachpersonen sind mit ihren Partnern/ -innen bzw. der Familie (total 36 Kinder) im Einsatz.

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Kolumbien

Themenbereich Demokratie und Frieden

Stephan Nebel engagiert sich in der ­kirchlichen Jugendarbeit in Quibdó, Kolumbien.

Stephan Nebel, Fachperson COMUNDO

Zufluchtsort für traumatisierte Jugendliche Der Sozialpädagoge Stephan Nebel

in den Minen ausserhalb der Stadt ar-

engagiert sich in der Jugendarbeit

beiten.

der Diözese Quibdó in Kolumbien und entwickelt mit Jugendlichen

Stephan Nebel und die lokale Diözese

Perspektiven für die Zukunft.

bauen in einer Schule ein Zentrum für

«Im Jugendhaus können ­Jugendliche in einem ­gewaltfreien Umfeld Ver­ trauen zueinander finden.»

Kinder und Jugendliche auf – einen Ort,

6

Die Stadt Quibdó im Nordwesten Ko-

um sich in einem gewaltfreien Umfeld

Schritt für Schritt bauen Stephan Nebel

lumbiens ist in den letzten Jahren ra-

auszutauschen, sinnvollen Freizeitbe-

und das Team der Diözese ein Unter-

sant gewachsen. Am nördlichen Stadt-

schäftigungen nachzugehen oder in

stützungsnetz für die Kinder und Ju-

rand, in der berüchtigten «Zona Norte»,

Ruhe die Hausaufgaben zu erledigen.

gendlichen auf. Oft kennen diese nichts

leben viele Menschen, die wegen des

«Die Jugendlichen gehen miteinander

anderes als Krieg und müssen Basis­

bewaffneten Konflikts aus ihren Dörfern

in die Schule, leben im gleichen Quar-

elemente des Zusammenlebens wie

vertrieben worden sind. Die Lebens­

tier, aber sprechen oft nur wenig mit-

Respekt, Vertrauen und Freundschaft ­

bedingungen sind prekär und der All-

einander», sagt Stephan Nebel. «Wir

erst erlernen. «In Workshops entwi-

tag ist von Bandenkriegen, Gewalt und

ermutigen sie dazu, sich gegenseitig

ckeln wir gemeinsam neue Perspek-

fehlenden Bildungsmöglichkeiten ge­

besser kennenzulernen und Vertrauen

tiven, um weiterzuschauen und nicht

prägt. Für Kinder und Jugendliche sind

zueinander zu finden. So erfahren sie,

bloss den täglichen Kampf ums Über-

die Lebensumstände besonders schwie-

dass andere vielleicht ebenfalls Schlim-

leben zu sehen», sagt Stephan Nebel.

rig. Viele sehen ihre Eltern kaum, da

mes erlebt haben und mit ähnlichen

diese von frühmorgens bis spätabends

Problemen kämpfen.»

Jahresbericht 2017

Weitere Infos: www.comundo.org/nebel


Philippinen

Themenbereich Existenzsicherung

Laura Rodesino, Fachperson COMUNDO

Gezielte Förderung von Kindern mit Behinderung Mit Unterstützung der Ergothera-

Teil der Bedürftigen in der Region er-

peutin Laura Rodesino will das Lin-

reicht werden.

awa Rehabilitation & Development

«Wir haben den Grundstein gelegt, um möglichst ­viele Kinder mit Behinderung

Center in der Region Kalinga das

«Um Kinder mit Behinderungen best-

Angebot an qualitativ hochwerti-

möglich zu unterstützen, suchen wir

gen Therapien für Kinder mit Be-

die Zusammenarbeit mit staatlichen

hinderung ausbauen.

Stellen», erklärt Laura Rodesino. «Der

ziehen. Nach gut drei Jahren intensi-

Staat ist ein starker Partner und verfügt

ver Arbeit mit Meinungsaustauschen,

Die Philippinen verfügen über spezifi-

auch in abgelegenen Gemeinden über

Verhandlungen und Standortbestim-

sche Gesetze für Menschen mit Behin-

Pflegefachpersonal. Bei entsprechender

mungen ist nun ein Anfang gelungen:

derungen. Bei der Umsetzung hapert es

Ausbildung und Koordination könnten

«Das Lin-awa Center hat mit einer

allerdings. Das Lin-awa Rehabilitation

die meisten Kinder mit Behinderungen

ersten Gemeinde in der Provinz Kalin-

& Development Center, das von Ergo-

in der Provinz Kalinga mit einem Basis­

ga eine Reihe von Abklärungen getrof-

therapeutin Laura Rodesino unterstützt

angebot an Rehabilitationsleistungen

fen. Darauf können wir aufbauen und

wird, ist das einzige Rehabilitationszen-

erreicht werden.»

eine solide Grundlage schaffen, um die

­nachhaltig zu fördern.»

Kompetenzen von Kindern mit Behin-

trum in der Provinz Kalinga. Die Stiftung versucht die Bedürfnisse zahlrei-

Die grosse Herausforderung besteht

derungen bestmöglich zu fördern», so

cher Familien abzudecken.

darin, verschiedene soziale und staat-

Laura Rodesino.

Doch trotz grosser Anstrengungen seit

liche Einrichtungen im Bereich Bildung,

1998 konnte bis heute nur ein kleiner

Gesundheit, Sozialwesen etc. einzube-

Weitere Infos: www.comundo.org/rodesino

Während eines Hausbesuches instruiert Laura Rodesino die Mutter des s ­ echsjährigen Andres, der eine zerebrale Bewegungsstörung hat, wie wie sie mit ihm zuhause Übungen machen kann.

Jahresbericht 2017

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Kenia

Themenbereich Existenzsicherung

Roland Stieger begleitet als Instruktor einen Weiterbildungskurs in Ultraschalldiagnostik für Ärzte/-innen und Hebammen.

Roland Stieger, Fachperson COMUNDO

Ausbau der Gesundheitsversorgung Mit der Ausbildung von speziali-

und Fachkenntnisse. Roland Stieger,

siertem Personal und dem Betrieb

Not­ fallarzt mit Spezialgebiet Innere

einer mobilen Ultraschallklinik ver-

Medizin und Ultraschalldiagnostik, ar-

bessert der Arzt Roland Stieger die

beitet in den verschiedenen Gesund-

Gesundheitsversorgung in der Re-

heitsstationen der Diözese Ngong mit

gion Ngong in Kenia.

und leitet eine m ­ obile Ultraschallab-

«In 18 Monaten k ­ onnten über 1000 Ultra­ schalluntersuchungen zu fairen Preisen durchgeführt werden.»

teilung. Parallel dazu bildet er Pflege-

8

In den abgelegenen Gebieten der Di-

personal und Hebammen in der An-

özese Ngong südlich von Nairobi ist

wendung von Ultraschallgeräten aus.

die öffentliche Gesundheitsversorgung

«Die mobile Ultraschallklinik kam in

Roland Stieger trägt im Übrigen zur

für die rund 1.6 Millionen. Einwohner/

den vergangenen 18 Monaten an den

Verbesserung der Organisation und

innen teils schwer zugänglich. Die Re-

verschiedenen Standorten insgesamt

Vereinfachung der Arbeitsabläufe bei.

gion ist geprägt von ländlicher Armut,

84 Mal zum Einsatz. Wir führten über

Dadurch wird die Verwaltung der Ge-

langen Distanzen zwischen den Ag-

1000

zu

sundheitszentren vereinfacht und die

glomerationen und einer vernachläs-

günstigen Preisen durch – circa sie-

Kosten werden gesenkt. Damit die

sigten Strasseninfrastruktur. Kranke

ben Prozent davon sogar unentgelt-

Zentren effizienter arbeiten können

und Verletzte müssen oft lange Dis-

lich», erklärt R ­ oland S ­ tieger, der sich

und die Behandlungsqualität steigt,

tanzen zurücklegen, um medizinische

darüber hinaus im Bereich der Lehre

reicht es oft, Doppelspurigkeiten zu

Behandlung zu erhalten. Und in vielen

und Supervision engagiert, wovon 23

vermeiden und Synergien zu nutzen.

Fällen fehlen für die Grundversorgung

Spitalärztinnen und -ärzte direkt und

die nötige medizinische I­nfrastruktur

intensiv profitieren können.

Jahresbericht 2017

Ultraschall­ untersuchungen

Weitere Infos: www.comundo.org/rstieger


Bolivien

Themenbereich Demokratie und Frieden

Karin Krebs, Fachperson COMUNDO

Mehr Zeit für ein selbstbestimmtes Leben Dank des Engagements der Sozial­

Karin Krebs engagiert sich in einem

arbeiterin

Frauenrechtsprojekt der Nichtregie-

Karin

Krebs

werden

Frauen in Bolivien entlastet und

rungsorganisation

können am gesellschaftlichen und

Departement

politischen Leben teilhaben.

Ziel ist es, Frauen in ihrem Selbstbe­

Ciudadanía

Cochabamba:

im

«Unser

«Unser Ziel ist es, Frauen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken.»

wusstsein zu stärken und sie von ihren

Wenn immer möglich unterstützt Karin

In den ländlich geprägten Regionen

traditionellen Betreuungsaufgaben zu

Krebs die Betreuerinnen im Kita-Alltag

Boliviens sind die Gesellschaftsstruk-

entlasten. Nur so kann Chancengleich-

und initiiert Allianzen mit Gemeinden

turen traditionell geprägt. Haushalts-

heit tatsächlich umgesetzt werden»,

oder anderen Institutionen, um die

arbeiten und die Betreuung von Kin-

sagt Karin Krebs. Dazu unterstützt

Kitas finanziell abzusichern. Daneben

dern und betagten Familienmitgliedern

und begleitet sie in Zusammenarbeit

leistet die Sozialarbeiterin Sensibili-

werden fast ausschliesslich von F ­ rauen

mit Frauenorganisationen den Auf-

sierungsarbeit: Sie organisiert K ­ urse,

wahrgenommen. Daneben bleibt we-

bau von Kindertagesstätten: «Vorher

in denen Frauen und Männer über

nig Zeit, um einer Erwerbstätigkeit

mussten die Frauen ihre Kinder zur

stereotype Geschlechterbilder und die

nachzugehen oder politische Rechte

Arbeit auf die Felder und Strassen

Bedeutung unbezahlter Betreuungs­

wahrzunehmen. Viele Frauen sind psy-

mitnehmen und sie bei Inspektionen

aufgaben diskutieren; und zuhanden

chisch und wirtschaftlich von männ-

verstecken. Das war eine sehr belas-

der Gemeinden Vorschläge zur Entlas-

lichen Familienmitgliedern abhängig

tende ­Situation. Jetzt können die Kin-

tung von Familien erarbeiten.

und werden nicht selten Opfer häus-

der in einem sicheren Umfeld betreut

licher Gewalt.

­werden.»

Weitere Infos: www.comundo.org/krebs

Die neuen Kindertagesstätten sind für viele Bolivianerinnen eine Entlastung: Endlich können sie ihre Kinder an einem sicheren Ort betreuen lassen, wo sie sogar etwas lernen.

Jahresbericht 2017

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Personelle Entwicklungszusammenarbeit

1.

Anfrage aus dem Süden

4. 5.

2.

Drei-Jahres-Einsatz der COMUNDO-Fachperson

3.

Nachhaltiger Aufbau und Stärkung der Partnerorganisation

Schulung lokaler Fachkräfte – Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zwischen der COMUNDO-Fachperson und Multiplikatoren/-innen

Optimale Erreichung der Zielbevölkerung im Süden

Personelle Entwicklungszusammenarbeit ist ein Erfolgsmodell, bei dem sich COMUNDO-Fachpersonen und Menschen im Süden auf Augenhöhe begegnen.

Nachhaltigkeitsstudie von Facheinsätzen veröffentlicht Sind die Einsätze von Fachperso-

lung der Organisation sowie die jewei-

Ergebnisse zeigen, dass die fachli-

nen im globalen Süden auch zehn

lige Zielbevölkerung ausgewirkt. Es sei

chen Kenntnisse der Fachperson gleich

Jahre nach ihrem Abschluss noch

u.a. gelungen, das Bewusstsein be-

wichtig sind wie ihre Sozialkompetenz.

spür- und sichtbar? Dieser Frage

nachteiligter Bevölkerungsgruppen für

Positiv auswirken würden sich ausser-

ging ein internes Forschungspro-

die eigene Situation sowie ihren Willen

dem interkulturelles Verständnis sowie

jekt von COMUNDO im Laufe des

zur Veränderung zu stärken. Auf vielen

die Bereitschaft, sich auf einen lokal

vergangenen Jahres nach.

Errungenschaften der Facheinsätze –

angepassten Lebensstil einzulassen.

z.B. Publikationen, Datenbanken, neue

Die Wirkung der Einsätze ist umso

Für das Forschungsprojekt wurden 20

Netzwerke, klare Strategien – kann bis

grösser, je besser die Partnerorgani-

Partnerorganisationen von COMUNDO

heute aufgebaut werden. Die Mehrheit

sation etabliert ist und je mehr ihre

in Lateinamerika mittels Online-Fra-

der befragten Partnerorganisationen

Ziele und Visionen mit denjenigen von

gebogen und persönlicher Interviews

erachtet die Personelle Entwicklungs-

­COMUNDO übereinstimmen.

befragt. Wir wollten von ihnen wissen,

zusammenarbeit als sinnvolle Metho-

ob und in welcher Form die Fachein-

de für weltweites Lernen und globale

Die Studie wurde vom Fonds für Inno-

sätze unserer Fachpersonen auch heu-

­Zusammenarbeit.

vative Südprojekte von Unité (Schwei-

te, zehn Jahre nach ihrem Abschluss,

10

zer Verband für Personelle Entwick-

noch Wirkung zeigen.

Faktoren für nachhaltigen Erfolg

Laut den Ergebnissen hat sich der Wis-

Die Studie ging auch der Frage nach,

sens- und Erfahrungsaustausch mit

durch welche Faktoren der Erfolg ei-

der Fachperson positiv auf die Entwick-

nes Einsatzes begünstigt wird. Die

Jahresbericht 2017

lungszusammenarbeit) unterstützt.

www.comundo.org/nachhaltigkeit


Bildung und Sensibilisierung

Sensibilisierungsarbeit in der Schweiz

Für eine verantwortungsvolle Gesellschaft Die Vision von COMUNDO – eine

Ressourcen zu erreichen? Einige Bei-

Verantwortung, cineastisch

Welt mit mehr sozialer Gerechtig-

spiele, wie COMUNDO 2017 verschie-

­umgesetzt

keit für alle – bedingt auch, dass

dene kulturelle und politische Platt-

COMUNDO demonstrierte als Trägerin

wir im globalen Norden bereit sind,

formen zur Sensibilisierung nutzte.

der Jugendjury des Festival inter­ national du Film de Fribourg (FIFF)

uns zu verändern. COMUNDO leistete auf verschiedenen Plattfor-

Sensibilisierung, viral verbreitet

ihr Engagement für eine ­ ­ offene, be-

men wichtige ­ Sensibilisierungs-

Mit Rundbriefen teilten unsere Fach-

züglich der Situation im S ­ üden, ver-

und Bildungsarbeit.

personen ihre Erlebnisse aus ihrem

antwortungsvolle Gesellschaft.

Einsatz regelmässig mit ihren per-

An der Veranstaltung Manno Film

So wichtig das Teilen von Wissen in

sönlichen Netzwerkgruppen. Ihre

Mondo gab COMUNDO gemeinsam

den Einsatzgebieten im globalen Sü-

Freunde/-innen und Bekannten nah-

mit zwei anderen NGOs anhand von

den ist, braucht es für nachhaltige

men so ganz direkt teil an den per-

Filmen und Podiumsgesprächen Ein-

Veränderungen auch die Bereitschaft

sönlichen Erfahrungen, Erfolgen und

blick in die vielfältigen Identitäten der

im globalen Norden, zu lernen. Was

Herausforderungen und verbreiteten

in Bolivien lebenden indigenen Völker.

können wir hier tun, damit eine global

diese wiederum in ihrem Umfeld. Sie

An den Filmtagen Menschenrechte

gerechtere Welt möglich wird? Wie

leisteten damit einzeln einen kleinen,

in Luzern rückte COMUNDO Menschen

können wir unsere Konsumgewohn-

alle gemeinsam jedoch einen grossen

ins Blickfeld, welche sich weltweit für

heiten verändern, um einen achtsa-

Beitrag zur Bewusstwerdung über die

die Einhaltung der Menschenrechte

meren Umgang mit den natürlichen

Lebensrealitäten im Süden.

einsetzen.

Rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte finden im stattkino Luzern die 8. Filmtage Menschenrechte Luzern mit Filmvorführungen und Diskussionen statt.

Jahresbericht 2017

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Bildung und Sensibilisierung

Am Solidaritätsmarkt «Mondo al Parco» in Lugano diskutiert Geschäftsstellenleiterin Corinne Sala mit einer Passantin über den Einsatz von COMUNDO für benachteiligte Bevölkerungsgruppen.

Sensibilisierung in Comic-Form

experten/-innen aus Kolumbien und

COMUNDO engagierte sich als Partne-

Guatemala den komplexen Friedens-

rin des Comic-Festivals Fumetto. Mit

prozess in ihren Ländern.

dem von uns vorgeschlagenen Wettbewerbsthema «WELTEN – wo lebst du

Frauenrechte ins Bild gerückt

und wo lebe ich?» und Teilnehmenden

Zusammen mit mehr als 70 Tessi-

aus der ganzen Welt konnte eine breite

ner Bäckereien verteilte COMUNDO

Öffentlichkeit für die Kernanliegen von

am Internationalen Tag gegen die

COMUNDO sensibilisiert werden.

­Gewalt an Frauen spezielle Taschen, welche auf die Gewalt an Frauen hin-

Bewegen, begegnen, sensibilisieren

wiesen, begleitet mit einer Kampagne

Wiederum FAIRführte COMUNDO ge-

auf Social Media.

meinsam

mit

Geschichtenerzählerin

Maria Greco auf dem öffentlichem

Verantwortungsvolles ­Wirtschaften

Stadtrundgang FAIRführung zu ge-

Als Mitinitiantin für die Konzernverant­

rechtem und nachhaltigem Shopping.

wortungsinitiative

Auf dem Weg der Menschenrechte

COMUNDO die Unterstützung dieses

setzten viele Teilnehmende zusammen

wichtigen Anliegens fort. COMUNDO-­

(KOVI)

setzte

mit COMUNDO ein Zeichen der Solidari-

Fachpersonen sind täglich Zeuge der

tät für jugendliche Flüchtlinge, die hier

schädlichen

in der Schweiz leben.

gelter

Auswirkungen

wirtschaftlicher

ungezü-

Tätigkeiten.

COMUNDO setzt sich dafür ein, dass An der Veranstaltung «Frieden und

Schweizer

Armut», gemeinsam organisiert mit

verpflichtet werden, Menschenrechte

weiteren NGOs und der Universität

zu schützen und Umweltstandards ein-

Fribourg, erläuterten Menschenrechts­

zuhalten.

Grosskonzerne

Schweizweite

gesetzlich

Bildung und Sensibilisierung

67 öffentliche Veranstaltungen

69 Bildungsangebote für Jugend- und Erwachsenengruppen

7838 Teilnehmer/innen insgesamt 34 Netzwerkgruppen, ins­ gesamt ca. 2550 Mitglieder

442 Beiträge in Print- und ­Online-Medien

29 Fernseh- und Radiobeiträge 88’740 Sitzungen auf der Website 3800 Fans und Follower in den ­Sozialen Medien

64’000 Leser/innen ­WENDEKREIS, ­CARTABIANCA und ­COMUNDO REVUE

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Jahresbericht 2017


Ergebnisbericht

«Nichts ist so beständig wie der Wandel.» Heraklit

COMUNDO befindet sich in einem stetigen Veränderungsprozess; Strukturen und Prozesse werden laufend den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen angepasst. Unverändert bleibt unser Kernauftrag, an dem wir unsere Arbeit stets ­ausrichten und messen: mehr soziale ­Gerechtigkeit und Wohlbefinden, weniger Ungleichheit – für alle Menschen. COMUNDO-Fachperson Beatrice Ammann entwickelt in einem

Arbeit im Süden

Spital in Kijabe, Kenia, die Physio-

Zur Wirkungssteigerung haben wir un-

therapieangebote weiter.

ser Engagement im Süden weiter konsolidiert. Die Konzentration auf sieben Einsatzländer wurde abgeschlossen. Mit einer grösseren Anzahl an Fachpersonen

stellen in Bellinzona, Fribourg und Lu-

einnahmen von von 4.13 auf 4.24 Milli-

pro Land und dem Ausbau der Koordina-

zern sowie das Büro Deutschland in

onen Franken leicht zu steigern. Positiv

tionsstellen erzielen wir noch mehr Wir-

Rottweil organisatorisch nochmals nä-

ausgewirkt haben sich auch substanziel-

kung vor Ort. Eine externe Evaluation

her zueinander gerückt. Damit sind die

le Legate. Der Finanzerfolg konnte von

bestätigte die Bedeutung der Partner­

Grundlagen geschaffen für eine noch

131'000 auf 497'000 Franken gesteigert

organisationen für die Einbindung der

effektivere, integrierte Gestaltung un-

werden. Angesichts der Tatsache, dass

Fachpersonen in die lokalen Strukturen.

serer Öffentlichkeits- und Sensibilisie-

der Name COMUNDO noch sehr neu ist,

Die enge Zusammenarbeit fördert die

rungsarbeit.

Reflexionsprozess

ist dies ein gutes Ergebnis. Die Finan-

nachhaltige Wirkung ihrer Arbeit und

über den Entwicklungsbegriff haben wir

zierung bleibt indes eine der grössten

die Stabilität. Die Partnerorganisatio-

mit der Veröffentlichung der Publikation

Herausforderungen, der wir auf Einnah-

nen sollen deshalb noch stärker in die

«Das Unbehagen an der Entwicklung»

men- wie Ausgabenseite weiterhin aktiv

Programmarbeit einbezogen werden.

abgeschlossen. Dank der erfolgreichen

begegnen. Das Fundraising wurde mit

Eine stetige Herausforderung bleibt die

gesamtschweizerischen Konsolidierung

zusätzlichen Ressourcen gestärkt, die

direkte Wirkungsmessung, da die gän-

der Netzwerkgruppen, der Produktion

administrativen Prozesse zwecks Effizi-

gigen Instrumente dem ganzheitlichen

einer gesamtschweizerischen Zeitschrift

enzsteigerung überprüft und optimiert.

Ansatz der Personellen Entwicklungs-

sowie der aktiven Bewirtschaftung un-

zusammenarbeit nur bedingt gerecht

serer Online-Auftritte gelingt es uns, die

Fazit

werden. COMUNDO arbeitet mit einem

Reichweite und Wirkung unserer Sensi-

Alles,

standardisierten

bilisierungsarbeit laufend zu steigern.

COMUNDO, das weltweite Lernen för­

Qualitätssicherungs-

Den

system und optimiert dieses laufend.

was

lebt,

verändert

sich.

dernd, versteht sich selbst als lernende Finanzierung und Mitteleinsatz

Organisation, die Herausforderungen ak-

Arbeit im Norden

Unsere Süd- und Nordarbeit ist nur mög-

tiv, offen und optimistisch anpackt. Un-

Auch unsere Nordarbeit stand im Zei-

lich dank des treuen Engagements von

serem Ziel bleiben wir treu: zu einer Welt

chen der Konsolidierung. Mit der Straf-

institutionellen Geldgebern und priva-

mit mehr sozialer Gerechtigkeit beizutra-

fung der Prozesse und Konzentration

ten Spender/-innen. Dafür sind wir sehr

gen, mit besserem Schutz der Lebens-

der Ressourcen sind die drei Geschäfts-

dankbar. Es gelang uns, die Spenden­

grundlagen benachteiligter Menschen. Jahresbericht 2017

13


Bilanz Mittelherkunft

Mittelverwendung

3% 4%

13%

  private Spenden 34%

26%

  institutionelle Spenden   Erbschaften und Legate

 Einsätze der Fachpersonen (Südprogramm)

22%

42%

 Mittelbeschaffung und Beziehungsaufbau

  Beiträge Bund 22%

11%

  sonstige Beiträge

 Sensibilisierung und ­Bildung (Nordprogramm)

23%

 Administration und strategische Planung

 sonstige Einnahmen

(ohne Gastronomie und ­Liegenschaft)

Flüssige Mittel

2017

2016

in CHF

in CHF

3 803 721

5 791 441

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

19 823

45 180

Übrige Forderungen

16 627

14 876

Forderungen gegenüber nahestehenden Organisationen

22 298

32 796

Vorräte Aktive Rechnungsabgrenzung Umlaufvermögen Finanzanlagen Mobile Sachanlagen Immobilien Immaterielle Werte (Software)

9 779

14 706

176 032

203 429

4 048 280

6 102 428

1 746 394

62 330

102 657

7 841 945

8 083 726

386 966

1

Anlagevermögen

10 037 635

8 186 384

AKTIVEN

14 085 915

14 288 812

536 875

541 302

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Kurzfristige verzinsliche Verbindlichkeiten

100 000

100 000

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten

100 915

107 080

45 684

–181 392

326 763

443 044

Kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Organisationen Passive Rechnungsabgrenzung Wiedereingliederung Fachpersonen Fremdkapital kurzfristig Langfristige verzinsliche Verbindlichkeiten (Hypothek) Fremdkapital langfristig Zweckgebundene Fonds Landesprogramme

491 180

684 678

1 601 417

1 694 712

3 600 000

3 700 000

3 600 000

3 700 000

5 213 153

5 893 576

Zweckgebundene Fonds Projekte

15 000

15 000

Zweckgebundene Fonds Beiträge

9 809

1

Zweckgebundene Fonds Stiftungen und Legate

Fonds mit einschränkender Zweckbindung

5 237 962

5 908 577

Einbezahltes Kapital Erarbeitetes freies Kapital

4 820 000

4 820 000

–2 152 269

–2 044 088

Erneuerungsreserve RomeroHaus

270 750

213 750

Kursschwankungsreserve

393 566

104 042

Jahres-/Vorjahresergebnis Organisationskapital PASSIVEN

14

Jahresbericht 2017

314 489

–108 181

3 646 536

2 985 523

14 085 915

14 288 812


Erfolgsrechnung 2017

2016

in CHF

in CHF

Spenden

4 242 654

4 138 026

Legate/Schenkungen

2 069 205

1 319 915

Beitrag DEZA

2 500 000

3 100 000

88 000

200 000

68 124

113 524

100 000

150 000

Beitrag Fastenopfer Beitrag DOK, Missio, Adveniat, Diözesen Deutschland Beitrag SMB (Bildungsauftrag) Beitrag Stiftung Geschwister Butz

30 000

12 000

Beiträge Kantone, Gemeinden, Kirchgemeinden und Pfarreien

77 200

184 465

9 809

–92 716

Mitgliederbeiträge Verein BMI

–786

12 492

Gönnerbeiträge RomeroHaus

25 510

29 426

9 209 716

9 167 132

Ertrag Handel

31 004

32 107

Ertrag Medien

250 277

280 166

Rückzuzahlende Beiträge

Ertrag Spenden, Legate, Beiträge

Ertrag Dienstleistungen

80 657

76 333

Ertrag Gastronomie und Liegenschaft

738 201

1 057 903

Ertrag Übriges

–23 140

29 865

1 076 999

1 476 374

10 286 715

10 643 506

Einsatzkosten Fachpersonen und Projekte

2 655 748

3 100 955

Personal

1 367 801

1 477 375

233 091

146 009

Ertrag aus Leistungserbringung Total Ertrag

Anteil Sachaufwendungen Anteil Abschreibungen

11 321

17 899

Südprogramm

4 267 961

4 742 238

Nordprogramm (Sensibilisierung und Bildung)

2 275 543

2 130 157

Mittelbeschaffung

2 236 575

1 919 349

Administration

1 294 966

1 601 115

800 926

1 346 876

10 875 971

11 739 735

–589 256

–1 096 229

521 552

164 057

Gastronomie und Liegenschaft Total Aufwand Bereiche Betriebsergebnis I Finanzerfolg Ausserordentlicher Erfolg

58 102

75

Ergebnis vor Fondsveränderungen und Kapitalbewegungen

-9 602

-932 097

Veränderung Fond

670 615

984 958

Ergebnis vor Zuweisung an Organisationskapital

661 013

52 861

Zuweisung freie Fonds

–346 524

–161 042

Veränderung Organisationskapital (+Abnahme/–Zunahme)

–314 489

108 181

0

0

Ergebnis nach Zuweisung an Organisationskapital

Nach Genehmigung durch die Delegiertenversammlung vom 9. Juni 2018 finden Sie die detaillierte Jahresrechnung auf unserer Website www.comundo.org

Jahresbericht 2017

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Jugendliche entwickeln gemeinsam Visionen für die Zukunft: Mit dabei ist Röbi Koller, der im Projekt von COMUNDO-Fachperson Ulrike Purrer in Kolumbien zu Besuch ist.

Ihre Spende stösst nachhaltige Veränderungen an

16

Im Jahr 2017 durften wir wiederum

eine Bewusstseinsveränderung sowohl

von Vertrauen und gemeinsamer Er-

auf die grosszügige Unterstützung von

im Norden als auch im Süden abzielt.

fahrung in der interkulturellen Zusam-

unseren privaten und institutionellen

Ein partnerschaftlicher Dialog wird ge-

menarbeit, was für die Nachhaltigkeit

Spenderinnen und Spendern zählen.

fördert, der die Partnerorganisationen

­entscheidend ist.

Ihnen danken wir an dieser Stelle ganz

nachhaltig stärkt und ihre Handlungs-

herzlich. Ohne diese Beiträge könnte

möglichkeiten erweitert.

Im Namen von COMUNDO danken wir

COMUNDO keine Fachpersonen in die

Da diese Organisationen basisorientiert

unseren Fachpersonen, die in sieben

Einsatzgebiete senden.

und in der jeweiligen Zivilgesellschaft

Ländern täglich wertvolle Arbeit leisten.

verwurzelt sind, können Veränderun-

Unseren Spenderinnen und Spendern

Die Personelle Entwicklungszusammen-

gen auf einem Vertrauensverhältnis

danken wir, dass sie dies ermöglichen.

arbeit (PEZA), so wie COMUNDO sie

aufbauen und an der Basis angestos-

lebt und sie von unseren Fachperso-

sen werden. Weil die Fachpersonen

nen vor Ort umgesetzt wird, bietet im

Menschen vor Ort stärken, bringen

Hinblick auf Nachhaltigkeit offenkundi-

sie wiederum Prozesse in Bewegung,

ge Vorteile: Durch die persönliche Be-

die über das konkrete Projekt und die

gegnung von Menschen wird eine Zu-

Partnerorganisation hinaus wirken. Die

Daniela Suter-Diem

sammenarbeit gefördert, die auf einen

längere Einsatzdauer von Fachpersonen

Leiterin strategisches Marketing

langfristigen

in einem Projekt ermöglicht den Aufbau

und Fundraising

Mentalitätswandel

Jahresbericht 2017

und


Röbi Koller, COMUNDO-Botschafter

«Ich unterstütze die Arbeit von ­COMUNDO, weil deren Fachpersonen auf die spezifischen Bedürfnisse der Menschen eingehen – sie begleiten sie auf dem Weg zur Selbsthilfe. COMUNDO setzt nicht auf Medienrummel und kurzfristige Aufmerksamkeit, sondern will nachhaltige Erfolge erzielen. ­ Langfristige Perspektiven sind in der Perso­nellen Entwicklungszusammen­ arbeit von z ­ entraler Bedeutung. Deshalb e ­ ngagiere ich mich seit mehr als zehn Jahren als Botschafter für ­COMUNDO. ‹Begegnen und bewirken› – darum geht es!»

Röbi Koller

Jahresbericht 2017

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Sie haben 2017 ihren Einsatz begonnen

Themenbereich Demokratie und Frieden Kolumbien ist gefordert, den Friedensvertrag zwischen Farc und Regierung umzusetzen. Die Juristin Yina Avella und die «Corporación Claretiana» unterstützen Opfer des Konflikts sowie indigene und bäuerliche Gemeinschaften in Rechtsfragen.

In Bolivien sind viele Frauen sozial und wirtschaftlich benachteiligt. Mit Unterstützung der Politologin Sandra Wechner und der «Fundación Levántate Mujer» verbessern sie ihre Einkommenssituation und setzen sich politisch für ihre Anliegen ein.

Die Geografin Nuria Frey und das «Centro Bartolomé de las Casas» in Peru entwickeln mit der städtischen und ländlichen Bevölkerung Lösungsansätze für ein konfliktfreies Wassermanagement und leisten Beratung bei der Anpassung an den Klimawandel.

Die Sozialpädagogin Aline Wicki und das «Centro de Educomunicación San Viator» fördern in der peruanischen Hauptstadt Lima das sozialpolitische Engagement von Jugendlichen, die von Gewalt, Kriminalität und Arbeitslosigkeit betroffen sind.

Florence Frossard, Fachfrau Kommunika­ tion, unterstützt in Peru MOCICC bei der Entwicklung von Aktionen gegen den Klimawandel. Loïc Studer, Spezialist für Kinderrechte, und MANTHOC kümmern sich gemeinsam um Arbeiter/innen im Kindes- und Jugendalter.

In den Philippinen sind viele Jugendliche auf sich alleine gestellt, da ihre Eltern im Ausland arbeiten. Die Lehrperson Sara Imperatori und das Apostolische Vikariat Bontoc-­Lagawe unterstützen sie mit sinnvollen Freizeit­ angeboten.

«Pensamiento y accion social» verteidigt in Kolumbien die Rechte der indigenen Gemeinschaften und fördert den Frieden. Der Sozial­ kommunikator Santiago Londoño Suarez unterstützt die Organisation in der Kommunikationsarbeit.

Marianne-Sonja und Markus Kieper ­engagieren sich beim Apostolischen Vikariat Tabuk in den Philippinen als Therapeutin und Schulsozialarbeiter für die indigene Bevölkerung, Friedensförderung und den Ausbau des Schulpsychologischen Dienstes.

Die Journalistin Nicole Maron engagiert sich bei Acovicruz in Bolivien. Ihr Ziel ist die ­Stärkung der Mitwirkung und s­ ozialen Kontrolle, um so Transparenz in den ­Gemeindeverwaltungen zu schaffen und ­gegen Korruption vorzugehen.

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Jahresbericht 2017

Themenbereich Existenzsicherung Im Mukuru-Slum in Nairobi (Kenia) unterstützen die Sozialarbeiterin Christine Blaser und «Mukuru Slums Development Projects» Jugendliche dabei, eigenes Geld zu verdienen und aus der Spirale von Armut und Gewalt auszubrechen.

Der Medienpädagoge Harry Boldt und die «Salesians of Don Bosco» ermöglichen armutsbetroffenen Jugendlichen in Kenia eine fundierte Ausbildung in Informatik und Telekommunikation. Dadurch können sie später auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich bestehen.

Madeleine Colbert unterstützt die nicaraguanische Organisation «Asociación de Trabajadores del Campo» im Bereich der Frauenförderung. Dank des Einsatzes der Sozialanthropologin werden Landarbeiterinnen dazu befähigt, für ihre Anliegen einzustehen.

Die Sozialökonomin Myriam Coleman und die Luke Foundation setzten sich in den Philippinen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung und die berufliche und soziale Integration von Menschen mit Behinderungen ein.


Unternehmensportrait Viele junge Menschen in den Anden Perus wandern in die Städte ab. Der Wirtschaftsund Umweltingenieur Marc Fessler und «Inkas Vivientes» erschliessen durch die Förderung eines sanften Tourismus neue Einkommensmöglichkeiten.

Dank der Unterstützung von Kfz-Elektrikermeister Horst Hühnlein verbessert das «Don Bosco Training Center Embu» in Kenia die Berufsausbildung zum Automechatroniker laufend weiter und schafft dadurch Zukunftsperspektiven für junge Erwachsene.

COMUNDO engagiert sich mit gegen hundert Fachpersonen auf drei Kontinenten ­(Lateinamerika, Afrika, Asien) in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit. Damit ist

Als nationale Fachperson in Sambia baut der Bio-Bauer Victor Kasonkomona auf dem Grundstück des «Mulele Old Peoples Village» einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb auf. Dadurch kann die Wirtschaftlichkeit der Alterswohnsiedlung verbessert werden.

sie die führende Schweizer Organisation in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit (PEZA). Sie betreibt je eine Geschäftsstelle in Luzern, Fribourg und Bellinzona sowie ein Büro in Deutschland (Rottweil). COMUNDO konzentriert sich in den Einsatz-

Amanda Rego Kaufmann, Englischlehrerin, engagiert sich bei «Modzi Arts» in Sambia im Bereich der Kulturförderung. Ihr Partner, der Arbeitsagoge Philippe, und die «Sani Foundation» verbessern die Berufschancen von Menschen mit geistiger Behinderung.

ländern auf den Schutz der Lebensgrund­ lagen. Dafür tauschen die Fachpersonen vor Ort ihr Wissen und ihre Erfahrungen mit lokalen Partnerorganisationen aus. In der Schweiz schafft C ­ OMUNDO das Bewusstsein für globale Zusammenhänge und sensibilisiert die Zivilgesellschaft für ein verantwor-

Der Physiotherapeut Isaac Makori unterstützt «Special Education Professionals» in Kenia als nationale Fachperson. Er bildet Eltern und Therapeuten/-innen in der Anwendung neuer Therapieformen für Kinder mit Behinderung weiter.

tungsbewusstes Handeln. Im Vorstand von COMUNDO engagieren sich folgende ­Mitglieder: Dr. Beat Dietschy (Präsident), ehem. Geschäftsleiter Brot für Alle; Maya Doetzkies, Journalistin; Alessandra Genini (seit

Die «Asociación de Trabajadores del Campo» setzt sich in Nicaragua für die von Armut ­betroffenen Landarbeiter/innen und Kleinbauern ein. Die Journalistin Karla Oporta koordiniert die landesweiten Aktivitäten in der Kommunikation.

Dezember 2017), ehemalige Fachperson COMUNDO; Anna Jaquinta (bis Dezember 2017), ehemalige Fachperson ­ COMUNDO; Hans-Peter Marbet, Wirtschaftsprüfer; L­ ouis Schelbert, Nationalrat Grüne; Marie Garnier, Staatsrätin Kanton Fribourg; Dr. Elisa Fuchs, Inhaberin fuchs culture & cooperation.

Joaquin Salazar, Berater in nachhaltiger Entwicklung, und das «Centro de Promoción y Asesoría en Investigación» unterstützen in ­Nicaragua Bauernfamilien bei der Anpassung an den Klimawandel. Mit ihm ausgereist ist seine Ehefrau Luz Marina Jaramillo.

Anna Jaquinta ist im Dezember 2017 nach intensiver Vor­stands­arbeit zurückgetreten. Wir danken ihr herzlich für das ­grosse Engagement.

Als

neues

Vorstandsmitglied

durften wir ­ Alessandra Genini willkommen heissen.

«Apostels of Jesus Aids Ministries» unterstützt Gemeinschaften in Kenia bei der Bekämpfung von Aids und Armut. Die Betriebsökonomin Eveline Wicki arbeitet am Aufbau von Strukturen mit, um die Organisation finanziell auf sichere Beine zu stellen.

www.comundo.org/vorstand

Jahresbericht 2017

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Jahresbericht COMUNDO 2017  

2017 waren 93 Fachpersonen von COMUNDO in Entwicklungsprojekten im Einsatz. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen engagierten sie sich...

Jahresbericht COMUNDO 2017  

2017 waren 93 Fachpersonen von COMUNDO in Entwicklungsprojekten im Einsatz. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen engagierten sie sich...

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