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Krisendiagnose-Checkliste Geeignete GegenmaSSnahmen

Fehlende Planung und Kontrolle von Umsatz, Kosten und Ertrag, fehlende Finanzplanung

Laufende Soll- / Ist-Analysen, Überprüfung der wesentlichen Unternehmenseckwerte

Zu geringe Eigenkapitalausstattung engt die Dispositionsfreiheit ein

Zuführung von Eigenkapital, Gesellschaftsdarlehen mit Rangrücktrittsvereinbarung in Bezug auf Gläubiger.

Fehlender Vergleich mit Betrieben der gleichen Branche

Teilnahme am Branchenbetriebsvergleich oder ERFA-Gruppe

Hausbank senkt die Kreditlinie

Verhandlungen über weitere Kredite bzw. Aussetzung von Zins/Tilgung

Mangelnde Aktualität und Aussagekraft des Rechnungswesens

Sorgfältige Organisation und Kontrolle von Aufbau, Arbeitsablauf in der Buchhaltung

Kredittilgung setzt in angespannter Finanzlage ein (z. B. bei Existenzgründungsdarlehen nach 5 Jahren).

Darlegung der zukünftigen Entwicklung mit schriftlichem Unternehmensplan, sofern möglich weitere Sicherheiten und Bürgschaften einsetzen. Ziel: Streckung der Tilgung

Mangelhafte interne Information

Einrichtung eines aussagefähigen Berichtswesens, kurzfristige Erfolgsrechnung muss zum 15. des Monats verfügbar sein

Hohe Wechselverbindlichkeiten mit gebündelten Fälligkeiten

Gebündelte Fälligkeitstermine vermeiden, Scheckwechselverfahren, Prolongation

Ungenügende Abdeckung finanzieller Risiken durch Versicherungen

Abschluss einer Warenkreditversicherung sowie ggfs. einer Versicherung gegen Veruntreuung

Wichtige Lieferanten liefern nur noch gegen Vorkasse

Gespräch mit Lieferanten suchen, ggfs. Lieferantenwechsel

Erträge gehen permanent zurück

Maßnahmen zur Ertragssicherung

Kostensteigerungen (z. B. durch Tarifabschlüsse, Verteuerung der Einkaufspreise von Lieferanten)

Programmoptimierung durch Deckungsbeitragsrechnung und ABCAnalyse und Kostenmanagement

Langfristige Investitionen sind nicht fristenkongurent finanziert

Auf nutzungskongurente Kreditlaufzeiten achten, Anlagevermögen nicht über kurzfristig finanzieren

Regelmäßige sehr späte Rechnungsstellung.

Sofortige Fakturierung nach Lieferung, Zwischenabrechnung

Vernachlässigtes Mahnwesen

Konsequentes Mahnen

Keine regelmäßige Bonitätsüberwachung von (Neu-) kunden Umfangreiche Gewährung von Kunden-Krediten

Wichtige Krisensymptome a. Liquidität / Finanzierung

Abhängigkeit von wenigen Kunden nimmt mehr zu

Intensivierung des Neukundengeschäfts, kontinuierliche KundenABC-Analyse

Wichtige Kunden wechseln zur Konkurrenz. Wichtige Abnehmer ändern ihr Bestell- und Zahlungsverhalten. Zunahmen der Insolvenzen im Kundenkreis

Überprüfung des Produkt- und Leistungsangebots, kontinuierliche Analyse des Kundenverhaltens

Zahl erfolgreicher Produktneueinführungen stark rückläufig

Leistungsreserven über Portfolioanalysen ermitteln

Keine oder nur geringe Abhebung vom Angebot der Wettbewerber

Konsequente Analyse von Stärken und Schwächen im Vergleich zum wichtigsten Wettbewerber

Gerüchte über die angespannte Situation des eigenen Unternehmens

Aktive Informationspolitik betreiben

Geringe Zielgruppenorientierung in Angebot und Präsentation.

Positionierung des Kunden in den Mittelpunkt

Regelmäßigkeit hineinbringen

Fehlende Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter im Verkauf

Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, leistungsbezogene Anreize, Ersatz, Verstärkung

Konsequente Überwachung der Debitorenzahlungen, ggfs. Factoring

Geringe Betriebsgröße führt zu schlechten Beschaffungskonditionen

Anschluss an Kooperationen (z. B. im Einzelhandel) prüfen.

Absatzmärkte verlagern sich. Kunden fragen Breite oder Tiefe des Sortiments nicht mehr nach

Kontinuierliche Analyse der Standartfaktoren (Lage / Infrastruktur / Wettbewerb), ggf. Anpassung des Produkt- und Leistungsangebots

Überalterte Produktionsanlagen

Prüfung von Ersatzinvestitionen bzw. Desinvestition, Fremdbezug

b. Führung Häufiger Personalwechsel in der Führungsspitze

Motivation durch materielle, immaterielle Anreizsysteme, Incentives etc

Überalterung des Managements

Rechtzeitige Nachfolgeplanung.

Mangelnde Qualifikation der Geschäftsleitung

Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, ggf. Austausch, Verstärkung

Ungenügende Absicherung betrieblicher Risiken

Versicherungsbestand und –deckung prüfen

Eine an die Entwicklung angepasste Organisation fehlt

Überprüfung der Organisationsstruktur ggfs. Unternehmensberater

Laufende „Verschönerung“ von Bilanzen zur Ergebnisverbesserung

Detaillierte Analyse von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Anlagenspiegel; Vergleich mit Branchenwerten (Bilanzanalysen berufsständischer Organi-sationen)

2 / 2011

c. Absatz

d. Leistung Reklamationen nehmen stark zu, Lieferfristen werden nicht eingehalten; Fehlerraten sind hoch

Einleitung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle, Betriebs-organisation

Zu hohe Lagerbestände, geringer Lagerumschlag, hohe Kapitalbindung

Abbau von Überbeständen, Ausschöpfen von Remissions- und Rückgabemöglichkeiten.

Überbestand im Personalbereich

Personalabbau, Kurzarbeit, flexibler Einsatz (Arbeitszeit / Arbeitsplatz)

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Profile for Snezana Simicic

business4, Ausgabe 2/2011  

Das regionale Wirtschaftsmagazin für Düsseldorf, den Kreis Mettmann, Niederrhein und das Bergische Land.

business4, Ausgabe 2/2011  

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