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Düsseldorf   |  Mettmann   |   Niederrhein   |   Bergisches Land

Die größten Familienbetriebe Praxis

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Die (Alt-) Bierstadt

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2/2011

business4

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im profil: NRW-Garage Düsseldorf

SCHWERPUNKT: Die größten Familienbetriebe • IM PROFIL: NRW-Garage Düsseldorf • PRAXIS: Insolvenz-Prophylaxe • CHEFETAGE: Die Alt-Bierstadt

business Das regionale Magazin für Unternehmer & Führungskräfte


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business4 | Auftakt

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a mir in den vergangenen Wochen mehrfach Fragen gestellt wurden, möchte ich an dieser Stelle noch einmal das Konzept unserer Zeitschrift business4 erklären: Die Ziffer steht für die englischen Worte „for“und „four“. Es richtet sich daher an Sie als Leser und widmet sich mit unabhängiger Redaktion den vier wirt-

Auf ein Wort

business4 – kein Aprilscherz und nicht die vierte Ausgabe, sondern ein Wirtschaftsmagazin, das seriös, zuverlässig und verbindlich ist. Zu Ihrem Nutzen!

Die gemeldete geprüfte Gesamtauflage im 2. Quartal 2011 beträgt 22 377 Exemplare.

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schaftlichen Regionen NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf, Kreis Mettmann, Niederrhein und Bergisches Land. Die Ausgabe 1/2011 war also weder eine April-, noch die vierte Ausgabe! Herzlich möchte Sie auffordern, uns auch zukünftig Ihre Meinung wissen zu lassen – um die Qualität unserer Arbeit stetig zu verbessern. Verraten Sie uns – via Telefon, E-Mail oder klassisch per Post – welche Themen Ihnen besonders am Herzen liegen. Sind Sie vielleicht ein Newcomer mit spannenden, vielleicht auch verrückten Ideen? Melden Sie sich bei uns. Wir finden sicher eine Möglichkeit, sie in unserem Heft einer hochkarätigen Zielgruppe vorzustellen. Oder fühlen Sie sich als Experte in einem speziellen Fachgebiet und möchten unsere Leser über wirtschaftliche Neuerungen oder Gegebenheiten informieren? Auch dann ist Ihr Feedback bei uns richtig. Vielleicht möchten Sie auch einfach nur mal Ihr Herz ausschütten? In Zeiten der dezentralen Arbeitsplätze und Homeoffices fehlt uns doch ein we-

nig die gemeinsame Kaffeeküche, oder? Zukünftig werden wir diese für Sie einrichten. Mit ein wenig Klatsch und Tratsch, Gemecker und hoffentlich auch mal – etwas untypisch für die deutsche Mentalität – Positivem! Selbstverständlich gibt es vor allem die Möglichkeit, sich als Unternehmer vorzustellen. Und zwar nachhaltig! „Nachhaltigkeit“ ist ein schönes Wort, oder? Derzeit in aller Munde und alleine dadurch schon zum Modebegriff avanciert. Sie ist inzwischen in allen Bereichen zu finden und gilt schon fast als neue Glaubensrichtung. Bitte verzeihen Sie mir meine etwas despektierliche Definition von „Nachhaltigkeit.“ Aber wir von business4 sprechen lieber von Seriosität, Zuverlässigkeit und Verbindlichkeit. Sollten das nicht die eigentlichen Werte und Ursprünge unserer neudeutschen Nachhaltigkeit sein? Wir wollen Ihnen mit business4 ein ebensolches Magazin an die Hand geben, aus dem Sie aufgrund unserer Wertevorstellung immer etwas für sich persönlich, aber vor allem für Ihr Unternehmen „mitnehmen“ können. Hoffentlich sind wir dadurch für Sie schon ein wenig „nachhaltig“... Der Schwerpunkt dieser Ausgabe widmet sich dem Thema „Familienunternehmen“. Wir stellen Ihnen einige ausgewählte Gabriele Jaster Global Player der Region Herausgeberin business4 näher vor, geben aber auch konkrete Praxis-Tipps. So lauern bei der Nachfolgeregelung immer wieder Stolpersteine, vor allem auch in steuerlicher Hinsicht, die Sie – mit unserer Hilfe – vermeiden können.

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im profil

vision

schwerpunkt

business4 | inhalt



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auftakt

im profil

auf ein wort ..........................3 Editorial von Gabriele Jaster, Verlegerin von business4.

NRW-Garage .........................22 Das moderne Autohaus bietet Markenkompetenz aus einer Hand.

News .......................................6 Aktuelle Wirtschafts-Meldungen aus der Region.

vision 1. Bürgermeisterin ..............16 Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann über Düsseldorfs Zukunft.

streitfrage Arbeitsfreizügigkeit .........20 Sind ausländische Kräfte zukünftig Fluch oder Segen für die Region?

schwerpunkt Familienbande.....................26 Führende deutsche Familienunternehmen stammen aus der Region. Nachfolgeplanung ............32 Die wichtigsten Tipps, um Stolpersteine zu vermeiden. Rechtzeitige Planung ........35 Die Erbschaftssteuerreform beeinflusst den Handlungsspielraum.

chefetage Business im dialog...............38

Neuer Standort für die Messe b2d – Business to Dialog. 4

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Altbier ..................................40 Das Traditionsgetränk ist auch ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Sportstadt Düsseldorf?...48 Kann der Imagetransfer in der Landeshauptstadt gelingen? Motor und Mediator ...........50 Werner M. Dornscheidt, Chef der Düsseldorfer Messe im Interview.



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auszeit Leben & Stil..........................58 Die Kunst der schönen Dinge. Kunst & Kultur ....................60 Kulturelle Highlights der Region. Reisetipp...............................64 Traumziel Dubai.

praxis

Tanz mit dem drachen .........52 Die Expo 2010 in Shanghai erwies sich als Erfolgsfaktor.

interkulturelles...............66 Business-Regeln in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Tango Lima............................54 360pro Fotografie – interaktive Verkaufsunterstützung.

Rechenzentren....................72 Gemeinsame Infrastruktur als Nutzfaktor.

Mobile Luxus-Toiletten.....56 Portable Sanitärlösungen für den gehobenen Geschmack.

Moderne Technik .................74 Standardisierte Leistungen können die Kosten erheblich senken.

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auszeit 

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Fördermittel .......................76 Über den Umgang mit der eigenen Hausbank. Insolvenzprophylaxe ........78 Symptomerkennung und Check­ liste für den Ernstfall.

Kolumne Konkursverschleppung....80 Welche EU-Mitgliedsstaaten will Angela Merkel denn noch retten? 

Standards Inhalt......................................3  Vorschau | Impressum ........82

Titelbild: NRW-Garage | Fotos: Fressnapf ; FDP-Ratsfraktion-Düsseldorf; NRW-Garage; Messe Düsseldorf; Schlüssel; Reinhold Kiss/Pixelio

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chefetage

chefetage 

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business4 | auftakt

Aktuelles Barmenia auf Wachstumskurs

Die Wuppertaler Versicherungsgruppe steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Beitrittseinnahmen um 4,3 Prozent und lag damit über dem Branchendurchschnitt.

Foto: Barmenia

Die Barmenia Versicherungen mit Sitz in Wuppertal, zeigen weiter wirtschaftliche Stärke. So wuchsen die Beitr agseinnahmen der Gruppe im Jahr 2010 um 4,3 Prozent auf 1 690,8 Millionen Dr. h.c. Josef Beutelmann, Chef der Barmenia. Euro. Maßgeblichen Anteil hieran hatten sowohl die Krankenversicherung, deren

gebuchte Bruttobeiträge um 4,5 Prozent stiegen, als auch die Barmenia Allgemeine: Sie lag mit einem Beitragsaufkommen von plus 4,7 Prozent weit über dem der Branche (Markt: 0,7 Prozent). Stärker als in den Vorjahren fiel auch das Beitragsaufkommen der Barmenia Lebensversicherung aus. So erreichten die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung 195,3 Millionen Euro (ein Plus von 3,0 Prozent). Insgesamt steigerte die Gruppe ihr Ergebnis

(vor Steuern) auf 197,5 Mllionen Euro. Vorstandsvorsitzender Dr. h.c. Josef Beutelmann zeigt sich mit den Ergebnissen des abgelaufenen Geschäftsjahres zufrieden. Aber er hat sich auf für 2011 einiges vorgenommen. So will er vor allem die Sparte Krankenversicherung weiter ausbauen. Durch die Herabsetzung des Rechnungszinses sieht er auch für die Lebensversicherung weiter Chancen. Das könne im Laufe des Jahres zu verstärkten Ver■ triebsaktivitäten führen.“

Bergische IHK trifft auf Rheinland S

eit kurzem ist die IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid auch Mitglied der „IHK Initiative Rheinland“. Dieser Gemeinschaft gehörten bislang die Industrie- und Handelskammern Aachen, Bonn, Düsseldorf, Köln und Krefeld an. Nun ist das Bergische Städtedreieck mit Sitz, Stimme und voll gültiger Mitgliedschaft auch im Rheinland engagiert. Die IHK folgt damit dem sowohl von Unternehmerseite als auch von der Politik nachdrücklich geäußerten Wunsch, als Wirtschaftsregion in eine größere Nähe zum Rheinland zu treten. Nach entsprechendem Beschluss der Vollversammlung wurde dieser Wunsch von der IHK

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nun umgesetzt. „Dies heißt aber ausdrücklich nicht, dass wir den Kontakt zu den anderen Nachbarregionen wie dem Märkischen Raum und dem Ruhrgebiet vernachlässigen werden“, so IHK-Präsident Friedhelm Sträter und Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Auch die Region Aachen unterhalte beispielsweise neben den Beziehungen zum Rheinland intensive Kooperationen in ihren grenzüberschreitenden Nachbarraum mit Maastricht und Eupen. Das Bergische Städtedreieck an der Nahtstelle zwischen Rheinland und Westfalen befindet sich in dieser Hinsicht in einer vergleichbaren

Position. D i e Bergische IHK wird sich auch in den laufenden und noch geplanten Projekten der rheinischen Initiative engagieren. Hierzu gehören der Forschungsdialog Rheinland in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität, der gemeinsame Konjunkturbericht für die Region sowie verschiedene Projekte im Bereich Standortmarketing, Ver-

kehr und Tourismus. Zum Engagement in der RheinlandInitiative gehört auch die Zugehörigkeit zu einer sich bildenden Metropolregion Rheinland. An einer besseren Einbindung der Kommunen soll nun zügig mit Hilfe eines „Regio-Gipfels“ gearbeitet werden. ■

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Grafik: IHK Initative Rheinland

Die IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid engagiert sich als Wirtschaftsregion künftig noch stärker bei nachbarschaftlichen Projekten.


von Wasser wird die Kühlung mit Luft immer wichtiger für die verschiedensten Anwendungen in der Industrie. „Dieser neue Auftrag zeigt uns, dass nun auch das spätzyklische Geschäft der Öl- und Gasindustrie wieder anzieht“, so Jan Siebert, Präsident des Segments GEA Heat Exchangers.

Foto: GEA

Nahrung und Energie Hauptzentrale der GEA-Group in Düsseldorf.

Millionendeal für GEA

Ein lukrativer Auftrag aus Katar spült 26 Millionen Euro in die Kasse des Systemanbieters.

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ega-Coup für die GEA Group in Düsseldorf: Anfang Juni teilte das Unternehmen, das im deutschen MDAX (G1A, WKN 660 200) notiert ist mit, dass es aus Katar einen Auftrag über mehr als 26 Millionen Euro zur Auslegung, Herstellung sowie Lieferung von

luftgekühlten Rippenrohrwärmetauschern für eine Anlage zur Gasverarbeitung erhalten habe. GEA verfügt als Lieferant von Luftkühlern für die Öl- und Gasindustrie über langjährige Erfahrungen in der Region. Aufgrund der zunehmend begrenzten Verfügbarkeit

Die GEA Group Aktiengesellschaft ist einer der größten Systemanbieter für die Erzeugung von Nahrungsmitteln und Energie mit einem Konzernumsatz von über 4,4 Milliarden Euro in 2010. Sie konzentriert sich als international tätiger Technologiekonzern auf Prozesstechnik und Komponenten für die anspruchsvollen Produktionsprozesse in unterschiedlichen Endmärkten. Der Konzern generiert etwa 70 Prozent seines Umsatzes aus den langfristig wachsenden Industrien für Nahrungsmittel und Energie. Zum 31. März 2011 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 23 000 Mitarbeiter. ■

Neuer Technikchef

Clemens Hauser tritt den Posten als Bereichsleiter Technik der Messe Düsseldorf an. Der Nachfolger von Wilfried Moog stammt aus den eigenen Reihen.

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weiter: „Wir sind in der Lage, eine so wichtige Position im Unternehmen aus den eigenen Reihen zu besetzen.“ So bleibe die Kernkompetenz im Haus und gewährleiste eine nachhaltige Weiterentwicklung des Messegeländes.

Seit 1998 mit an Bord Nach seinem Studium der Elektrotechnik begann Hauser seine berufliche Laufbahn im Kunden-, Vertriebs- und Projektbereich der ANSALDO (Deutschland) GmbH in Düsseldorf, seit 1998 ist er für die Messegesellschaft tätig. 2001 wur-

de er stellvertretender Leiter der Veranstaltungstechnik und übernahm bereits ein Jahr später als Abteilungsleiter Betriebs- und Kommunikationstechnik federführend den Bau und Betrieb der technischen Anlagen auf dem Messegelände. Clemens Hauser ist der neue Bereichsleiter Als aktiver Vertreter des Technik der Messe Düsseldorf GmbH. Branchenverbandes „AUMA, Ausstellungs- und Messe- der DKE – Deutsche Kommission ausschuss der deutschen Wirt- Elektrotechnik – aktiv. Der 49-Jähschaft e.V.“, ist der Experte Cle- rige ist verheiratet und hat drei mens Hauser in zwei Arbeitskreisen Töchter. ■ Foto: Messe Düsseldorf GmbH

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it Wirkung zum 1. Juni 2011 wurde Clemens Hauser zum Prokuristen und Bereichsleiter Technik der Messe Düsseldorf GmbH berufen. Damit übernimmt er den Aufgabenbereich von Geschäftsführer Wilfried Moog, der am 31. Mai in den Ruhestand tritt. „Mit Herrn Hauser konnten wir einen profilierten Fachmann für diese Position gewinnen“, freut sich Werner M. Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf GmbH (ein ausführliches Interview mit ihm finden Sie auf der Seite 50). Der Messechef

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business4 | auftakt

Neuer Studiengang für Steuern und Wirtschaft

integriert gelehrt wird. Nach der Prüfung zum Steuerfachangestellten läuft das Studium weiter, aber berufsbegleitend. Die Studierenden verbringen weiterhin drei Tage pro Woche in der Kanzlei –  und den Rest in der Hochschule.

In acht Semestern kann man an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach sowohl einen Bachelor-Abschluss als auch eine Berufsausbildung erlangen.

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ten. Nach acht Semestern haben die Studierenden sowohl ihre Berufsausbildung zum Steuerfachangestellten als auch den BachelorAbschluss in „Steuern und Wirtschaftsprüfung“ in der Tasche. Gegenüber dem konventionellen Modell verkürzt sich die Studien-

„In Nordrhein-Westfalen sind wir mit diesem Modell Vorreiter“, erklärt Prof. Dr. Helmut Pasch, der das Studienmodell in enger Abstimmung mit der Steuerberaterkammer Düsseldorf entwickelt hat. Über die dort vernetzten Steuerberaterkanzleien kam der Wunsch auf, einen ausbildungsintegrierten Studiengang zu entwickeln. Damit können wir sicherstellen, hoch qualifizierte Fachkräfte für die Kanzleien auszubilden“, sagt Günter Koslowski, Hauptgeschäftsführer der Steuerberaterkammer Düsseldorf. „Durch die Möglichkeit, das Studium nach der Ausbildung berufsbegleitend fortzuführen, können die Kanzleien die jungen Fachkräfte zudem weiter an sich binden. Und für die Studierenden ist das Modell ohnehin attraktiv: Sie kommen mit einer guten Ausbildung auf einen Arbeitsmarkt, der ihnen beste Chancen bietet.“ ■

und Ausbildungszeit mit ihm um ein Drittel der Zeit.

Straffes Konzept Dies gelingt durch das straffe Konzept: In den ersten fünf Semestern gehen die Studierenden drei Tage pro Woche in ihre Kanzlei, wo sie zum Steuerfachangestellten ausgebildet werden. Die Prüfung dazu erfolgt nach zweieinhalb Jahren durch die Steuerberaterkammer Düsseldorf. In dieser Zeit verbringen sie einen Tag pro Woche an der Hochschule und einen weiteren Tag in Profilklassen im Berufskolleg, wo in Abstimmung mit der Hochschule ausbildungs- und studienFoto: Hochschule Niederrhein

b dem Wintersemester 2011/12 wird am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach der neue ausbildungsintegrierte, berufsbegleitende Bachelor-Studiengang „Steuern und Wirtschaftsprüfung“ angebo-

Vernetztes System

Junge Fachkräfte interessieren sich für ein Zusatzstudium.

Generationswechsel bei Schlafhorst Electronics

Joachim Brunen übernimmt offiziell die Firmenführung von seinem Vater Claus Brunen.

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dungsmitglied, Shareholder und Finanzvorstand Claus Brunen ab, der in den Aufsichtsrat der Schlafhorst Electronics AG wechselt. Vor seinem Wechsel zur Schlafhorst Electronics AG war Brunen Junior mehr als zehn Jahre für eine Steuerberatungs- und Wirt-

schaftsprüfungsgesellschaft sowie für ein internationales Unternehmen in der Elektro- und

Foto: Unternehmensbild

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ei Schlafhorst Electronics, einem der führenden EMS Dienstleister (Electronic Manufacturing Services) im Rheinland, mit Standorten in Mönchengladbach und Lubsko (Polen) fand in diesem Frühling ein Generationswechsel im Vorstand statt. Künftig wird Joachim Brunen als Vorstand die Bereiche Finanzen und Controlling verantworten. Er löst damit seinen Vater, Grün-

Elektronikindustrie tätig. Der Wechsel in die Chefetage findet in wirtschaftlich guten Zeiten statt. Mit einem Umsatz im Geschäftsjahr 2010 von 24,5 Millionen Euro konnte das Unternehmen, das von den Familien Brunen, Tillmann und Richter getragen wird, erneut an die erfolgreiche Entwicklung der Vorjahre anknüpfen. ■ Hauptzentrale in Mönchengladbach.

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business4 | auftakt

Auszubildende durch Langzeitpraktika

Der eigene Firmenkundenrabatt kann teilweise mit den Rabatten – 25 oder 50 Prozent – kombiniert werden.

Ein neues NRW-Projekt will besonders motivierte Schüler und Unternehmen näher zusammenbringen.

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eit Anfang Juni gibt es Neuerungen bei der Bahn, die vor allem für Firmenkunden interessant werden können. So können Geschäftsreisende mit der BahnCard Business ab sofort den Firmenkundenrabatt ihres Unternehmens mit BahnCard-Rabatten kombinieren. Außerdem wird der Kaufpreis der BahnCard Business sowie alle Umsätze der geschäftlichen Reisen

automatisch dem bahn.corporate Volumen des Unternehmens zugerechnet. Angeboten wird die BahnCard Business 25. Sie eignet sich für diejenigen, die nicht regelmäßig geschäftlich mit der Bahn reisen, aber trotzdem sparen möchten. Die BahnCard 50 dagegen richtet sich explizit an Vielfahrer. Mit ihr erhält man bei jeder Fahrt garantiert einen Rabatt in Höhe von 50 Prozent auf den Normalpreis. Von den zahlreichen Vorteilen der BahnCard Business profitieren sowohl Geschäftsreisende als auch Unter■ nehmen

as Projekt „STARTKLAR! – Mit Praxis fit für die Ausbildung in NRW“ offeriert Möglichkeiten, zur Fachkräftesicherung beizutragen. Dies soll gelingen, indem Schüler frühzeitig für eine duale Ausbildung interessieren werden. Angeboten wird eine systematische und praxisorientierte Berufsorientierung für besonders motivierte Schüler in Haupt-, Förder- und Gesamtschulen.

Diverse Berufsfelder Die am Projekt beteiligten Jugendlichen lernen durch ein LangzeitPraktikum in einem Unternehmen praktische Fertigkeiten in verschiedenen Berufsfeldern kennen. Wichtig ist aber auch, dass sie ihre sozialen Kompetenzen damit erheblich erweitern. Vorgesehen ist, das bereits ab der achten Klasse Schüler zwei Wochen ganztägig im „Vollzeiteinsatz“ sind. Das gilt als gute Vorbereitung auf das mehrwöchige Praktikum, das in Klasse neun folgt.

Foto: partner-fuer-schule.nrw.de

BahnCard für Geschäftsreisende

Praktisches Lernen für die Zukunft. Das Langzeitpraktikum (ein Tag pro Woche in einem Betrieb) in Klasse zehn bietet den Schülern schließlich einen längerfristigen Einblick in eine Firma und gibt Unternehmern die Chance, einen potenziellen Auszubildenden schon im Vorfeld ausgiebig kennenzulernen. Wer in 2012 ausbilden möchte und Interesse daran hat, im Schuljahr 2011/2012 Langzeitpraktika zu vergeben, wendet sich an die Stiftung Partner für Schule NRW unter der Telefonnummer (02 11) 9 13 12-600. Weitere Informationen im Web: www.partner-fuer-schule.nrw.de ■

Arbeits- und Organisationspsychologie im Fernstudium Der Bergische Universität in Wuppertal übernimmt ab dem kommenden Winter­ semester den nun ausgelaufenen Studiengang der FernUniversität Hagen.

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in bundesweit einzigartiger Master-Fernstudiengang in Arbeits- und Organisationspsychologie wird zum Wintersemester 2011/2012 an der Bergischen Universität Wuppertal konzentriert. Zuvor wurde er bereits mit an der FernUniversität in Hagen angeboten. Mit Auslaufen des Studiengangs wechselte das Team von Studien­ betreuern geschlossen in die Ber­ gische Metropole. Dort ist der Studiengang ans Fachgebiet Wirt-

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schaftspsychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie und die Schumpeter School of Business and Economics im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft angebunden. Zielgruppe des Studiengangs, der von den Wirtschaftspsychologen Prof. Dr. Rainer Wieland und Prof. Dr. Gerd Wiendieck geleitet wird, sind Interessenten unterschiedlichster Berufsfelder und Disziplinen. Sie können beispielsweise aus

Psychologie, Ökonomie, Jura oder Medizin kommen und müssen einen ersten berufsqualifizierenden Hochschulabschluss sowie zwei Jahre Berufserfahrung vorweisen können. Das Studium richtet sich nicht primär an Interessenten, die einen neuen Berufsweg einschlagen wollen, sondern soll Prozesse des Personalmanagements und der Organisationsentwicklung auf wissenschaftlicher Basis erweitern.

Die maximal 35 Studierenden pro Semester absolvieren nach einem Auswahlverfahren ein viersemestriges Teilzeitstudium, das sich aus Fernstudium sowie Präsenz- und Projekt-Phasen zusammensetzt. Die Begrenzung der Teilnehmerzahl stellt intensive Betreuung sowohl in den ortsungebundenen Lernphasen als auch bei den Präsenzveranstaltungen sicher. Pro Semester wird eine zusaätzliche Studiengebühr erhoben. ■

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Kreatives Querdenken Ungewöhnliche Ideen sollen zukünftig noch stärker als Schrittmacher für Innovationen genutzt werden.

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Foto: Creative.NRW

elche ökonomische Gestaltungskraft hat die Kreativwirtschaft für gesellschaftliche Herausforderungen? Zu diesem Thema diskutierten Mitte Mai im

Werner Lippert, Minister Harry K. Voigtsberger, Christian Boros (v.l.) NRW-Wirtschaftsministerium Unternehmer, Wirtschaftsvertreter und Mitglieder der Verwaltung. Eröffnet wurde die Veranstaltung von NRW-Wirtschaftsminister

Harry K. Voigtsberger. Der Minister betonte in seinem Grußwort, dass die Kreativwirtschaft als Ideengeber und Initiator für Entwicklungen in anderen Branchen eine Vorreiterrolle haben kann: „Gerade an den Schnittstellen zu anderen Branchen und Clustern ist kreatives Querdenken eine gefragte und wertvolle Fähigkeit. Hier ist die Kreativwirtschaft ein wichtiger Schrittmacher für Innovationen.“ Weitere Redner waren unter anderen die Clustermanager Christian Boros und Werner Lippert. Das Roundtable-Gespräch bildete den Auftakt einer dreiteiligen Workshop-Reihe, mit der neue Schnittstellen der Kreativwirtschaft zur NRW-Wirtschafts- und StandortPolitik identifiziert werden sollen. Die Ergebnisse werden dem Wirtschaftsminister Ende dieses Jahres in Form eines Green Papers ■ offiziell vorgelegt.

Beratung für spezielle Firmenevents Markus Wildhagen bietet Antiquitäten und mehr.

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er Antiquitäten und stilvolle Unikate für die Möbel-Einrichtung suchte, war schon in der Vergangenheit bei der Firma Wandel in Düsseldorf richtig. Am neuen Standort an der Friedensstraße 62 kann jetzt aber noch besser gestöbert werden. Auf einer Ausstellungsfläche von mehr als 900 000 Quadratmetern bietet Firmeninhaber Markus Wildhagen mehr als 20 000 Einzelstücke an. Seit einiger Zeit hat sich der Fachmann auf die besondere Beratung von Firmenevents spezialisiert. So kann man aus seinem Fundus bei-

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spielsweise eine Firmenparty im Stile der 30er Jahre bestücken. „Das bietet sich etwa zum 80. Firmenjubiläum an“, erklärt Wildhagen, der sein Handerk als Filmausstatter und Eventmanager von der Pieke auf gelernt hat. Mittlerweile versteht er sich vor allem als Berater von Unternehmen und Fundusinhaber. Natürlich werden aber auch Privatpersonen in seinem Ladenlokal fündig. Ein besonderer Service: Die Objekte werden übrigens auch zum Verleih angeboten.  ■ www.wandel-einrichtungsobjekte.de VCD_Anz.25Jahre-ISDN.indd 1

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Foto: Secusmart GmbH

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Dr. Christoph Erdmann und Dr. Hans-Christoph Quelle (von links), die beiden Geschäftsführer der Secusmart GmbH, nahmen Anfang Juni dieses Jahres in der Sparkasse Düsseldorf ihren Preis entgegen.

Innovation des Jahres

Das erst 2007 gegründete Unternehmen Secusmart GmbH konnte sich mit einer speziellen Technik für Smartphones bei der Jury der Stadtsparkasse Düsseldorf durchsetzen.

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ür seine wegweisende Sicherheitslösung ist das Düsseldorfer Hightech-Unternehmen Secusmart Anfang Juni mit dem Unternehmerpreis der Stadtsparkasse Düsseldorf in der Kategorie Innovation ausgezeichnet worden. Das 2007 gegründete Unternehmen beschäftigt heute 25 Mitarbeiter. Anlässlich der feierlichen Preisverleihung lobte Oberbürgermeister Dirk Elbers als Jury-Vorsitzender das Jungnternehmen: „Düsseldorf ist Deutschlands Standort Nummer eins in punkto Mobilfunk. Innovation und Wachstum liegen hier nahe beieinander; wie auch beim Sieger des Unternehmerpreises für Innovation. Mit Secusmart gewinnt ein innovatives und schnell wachsendes Startup der Telekommunikationsbranche, das hervorragend zur Mobile Capital Düsseldorf passt.“

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Secusmart konnte sowohl mit innovativen, sicheren Kommunikationslösungen als auch mit guten Zahlen punkten: „Mit einer deutlichen zweistelligen Umsatzrendite hat Secusmart die Jury auch beim Gewinn überzeugt“, freute sich Karin-Brigitte Göbel, Mitglied des Vorstands der Stadtsparkasse, bei der Preisverleihung in der Zentrale der Stadtsparkasse. „Secusmart erhält den Innovationspreis 2011 der Stadtsparkasse Düsseldorf, weil es sich in kurzer Zeit durch neue Produktlösungen im hartumkämpften Telefonmarkt etabliert hat.“

Sicher und einfach „Wir machen die Kommunikation mit unseren Sicherheitstechnologien sicherer und einfach nutzbar“, erklärte der Geschäftsführer Dr.

Hans-Christoph Quelle. „Wir haben keinen Moment daran gezweifelt, dass Secusmart nur einen Standort haben kann: die Mobile Capital Düsseldorf.“

Frau Merkels Handy Secusmart hat als weltweit erstes Unternehmen eine Hardware-basierte Sicherheitslösung auf einer Micro-SD-Karte für moderne Smartphones entwickelt. Damit wurde es auch über die Grenzen der Landeshauptstadt hinaus bekannt: Sämtliche Bundesbehörden und die Bundesregierung telefonieren und senden ihre Kurzmitteilungen mittlerweile mit der Verschlüsselungslösung der Düsseldorfer. So stammt das „Merkel-Handy“ aus dem Düsseldorfer Hightech-Unternehmen, das im alten Arag-Haus am Mörsenbroicher Ei sitzt.

Künftig werden die Bundesbehörden auch bei verschlüsselten Festnetz-Telefonaten diese Lösungen verwenden: Noch in diesem Jahr sollen SecuGATE LI1 und SecuGate LI30 - zwei Lösungen für Festnetzverschlüsselung - an die Bundesbehörden ausgeliefert werden. Die Secusmart-Lösungen SecuVOICE und SecuSMS werden von Bundesbehörden, einigen Bundesländern und der Privatindustrie genutzt. Die Stadtsparkasse Düsseldorf verleiht den Düsseldorfer Unternehmerpreis zum siebten Mal. Zur Jury gehörten in 2011 Dirk Elbers, Dr. Thomas Köster (HWK Düsseldorf), Dr. Udo Siepmann (IHK Düsseldorf), Peter Fröhlich (Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Düsseldorf) und Karin-Brigitte Göbel (Mitglied des Vorstandes der Stadtsparkasse Düsseldorf). ■

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Bitcoins kein Zahlungsmittel Gesamtwirtschaftliche Schäden werden befürchtet.

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eine automatisierte Geldmengensteuerung wie im Falle der Bitcoins jeder Konjunkturpolitik widersprechen. Die Wichtigkeit der Konjunkturpolitik für die Gesellschaft hätteb Unternehmen und Organisationen sowie nahezu jeder Verbraucher im Zuge der Finanzkrise bereits erfahren können. Daher sprach sich der BVD für ein Verbot des Zahlungsmittels aus. Dies sei für die Sicherheit und das Wohl der Verbraucher unerlässlich. Aber auch im Sinne der Interessen von Händlern und Betreibern von Online-Shops müsse ein Regulativ für die Zahlungsmittel existieren. Der Verbraucher agiere zwar in einer virtuellen Umgebung, aber mit realen Transaktionen. Davon ausgenommen seien nur begrenzte Punkte- und Meilensystem oder ähnliche Kundenbindungs-Programme, mit denen eine bezahlungsähnliche Kompensation im begrenzten Maße innerhalb eines Angebots zwischen Nutzer und Serviceanbieter geschieht. ■

: Juwelier IM pROfIL

er Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. rät Verbrauchern von der Nutzung der Zahlungsmittel Bitcoins ab. Dabei handelt es sich um eine Form von elektronischem Geld, das auf Basis eines Computernetzwerks erzeugt wird. Er verbindet Eigenschaften von Bargeld mit Überweisungen. Die Bitcoins besitzen laut BVDWdas Potenzial, der gesamten Gesellschaft durch Steuer­ hinterziehung, Geldwäsche oder illegalen Geschäften nachhaltig zu schaden. Daher solle auf die bewährten Zahlungsmittel und OnlineTr ans ak tions-Metho den vertraut werden. Zum einen seien Ausgabe und Kontrolle von Zahlungsmitteln eine hoheitliche Aufgabe, daher sei die notwendige Kontrolle durch den Staat in den Fällen von Steuerhinterziehung oder Geldwäsche unmöglich. Deswegen seien Bitcoins schlichtweg gefährlich und hätten das Potenzial, der gesamten Gesellschaft zu schaden. Zum anderen würde

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Schwäbische Berater zieht es an den Rhein.

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ie Tefen AG mit Sitz in Augsburg hat an der Düsseldorf Königsallee eine neue Niederlassung. „Durch die Eröffnung unseres Düsseldorf-Büros sind wir noch näher an unseren Kunden im nicht-süddeutschen Raum und können uns um deren Fragestellungen direkt vor Ort kümmern“, erklärt Dr. Heiko Frank, Vorstandsvorsitzender der Tefen AG, Deutschland.

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Jubiläum bei Johnson & Johnson Vor 125 Jahren wurde das Unternehmen in den USA gegründet. In Deutschland ist der Gesundheitskonzern seit 1973 präsent.

Foto: Unternehmensbild

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ohnson & Johnson, eines der weltweit führenden Unternehmen auf dem Gebiet der G e s un dh e i t sfürsorge, feiert sein 125-jähriges Bestehen. Natürlich auch bei seinem Firmensitz in Neuss. Im Jahr 1886 gründeten die drei Brüder Robert, James und Edward Johnson ein Familienunternehmen in der Stadt New Brunswick im US-Bundesstaat

New Jersey. Sie hatten die Vision, die Hygienebedingungen in Krankenhäusern und Arztpraxen zu verbessern.

Für die Gesundheit Noch 1870 starb jedes dritte Neugeborene vor seinem ersten Geburtstag. Ursache dafür waren unter anderem häufig Infektionskrankheiten aufgrund von mangelnder Hygiene. Die Johnson-Brüder wollten das verbessern. Sie waren die ersten, die sterile Pflaster und Wundnahtverbände für die Großproduktion und bald darauf den Erste-HilfeKoffer entwickelten. Ende des 19. Jahrhunderts brachten sie ein Geburtshilfe-Kit auf den Markt, mit dem sie die Geburt für Mütter und Babys sicherer machten.

Auch später sorgten sie dafür, dass zahlreiche Pflege- und Hygieneprodukte für jedermann zugänglich und erschwinglich wurden. Daraus ist inzwischen ein weltweit tätiger Gesundheitskonzern geworden, der in den Geschäftsbereichen Pharma, Medical und Consumer Health Care aktiv ist. Seit Jahren steht der Bereich Consumer Health Care in Deutschland für bekannte Marken wie Penaten, o.b., Carefree oder Neutrogena. Weltweit arbeiten etwa 115 000 Menschen für Johnson & Johnson. Bei der deutschen Johnson & Johnson GmbH sind es derzeit gut 730. Am Standort Neuss sind 330 Mitarbeiter beschäftigt. Im Jahr 1973 fiel hierzulande der Startschuss. ■

Erweiterung des Polizeipräsidiums

Das Büro HPP Architekten Düsseldorf setzte sich bei einem Wettbewerb durch und bekam vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb den Auftrag zum Umbau.

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er Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB NRW) hat den Vertrag mit dem Preisträger des Architektenwettbewerbs für die Instandsetzung und Erweiterung des

Polizeipräsidiums Düsseldorf unterzeichnet. Mit der Auftragsvergabe an das Büro HPP Architekten Düsseldorf beginnt die intensive Planungs- und Abstimmungsphase für das aufwendige Bau- und Sanierungsprojekt.

Das Polizeipräsidium Düsseldorf wird bald umgebaut.

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Foto: Polizei NRW

Aufwertung des Viertels Die denkmalgeschützten Klinkergebäude mit ihrer klaren Struktur, gebaut in den Jahren 1929 bis 1933, sind prägend für den Jürgensplatz im Stadtteil Bilk. Die Neugestaltung des Platzes mit dem Verbindungsweg vom Schwanenspiegel zum Landtag wird das Stadtviertel zusätzlich aufwerten.

Mit dem Bau einer zweigeschossigen Tiefgarage unter dem Jürgensplatz soll Ende 2012 begonnen werden. Im Anschluss daran wird der Erweiterungsbau mit 8 800 Quadratmetern Bruttogeschossfläche errichtet. Als letzter Teil der Arbeiten folgt die Sanierung des Altbaus mit 23 300 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Alle Arbeiten werden bei laufendem Betrieb ausgeführt und sollen bis 2016 beendet sein. Der Erweiterungsbau für die Polizei ist notwendig, weil durch Zentralisierung von Dienststellen zu den derzeit rund 850 Bediensteten im Polizeipräsidium 350 bis 400 Personen hinzukommen werden.■

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Foto: Stadt Düsseldorf

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«Neue Aufenthaltsqualität» Durch eine nachhaltige und klug gestaltete Politik ist die Landeshauptstadt Düsseldorf seit 2007 komplett entschuldet. Dies ermöglicht die Förderung von Investitionen, welche die Stadt für ihre Einwohner noch lebenswerter macht und auch den Wirtschaftsstandort weiter festigt. b4: Sie sind unter anderem für den Bereich Stadtplanung verantwortlich. Erst kürzlich wurde der Grundstein für den Kö-Bogen gelegt. Was versprechen Sie sich langfristig mit dieser Maßnahme für die Landeshauptstadt?

Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Diese Baumaßnahme wird die Innenstadt Düsseldorfs so nachhaltig verändern wie die Untertunnelung der Rheinuferstraße vor 20 Jahren. Nach dem Krieg wurde die „autogerechte Stadt“ favorisiert. Eine Hochstraße wurde gebaut, die die Stadt durchschneidet. Wir wollen heute die „menschengerechte Stadt“. Eine Stadt, in der die Menschen wieder eine neue Aufenthaltsqualität erleben. Der Hofgarten wird erweitert und die Königsallee wieder an den Hofgarten herangeführt. Es werden neue Plätze entstehen und mit den beiden Gebäuden, die von dem New Yorker Star-Architekten Daniel Libeskind entworfen wurden, entsteht mitten in der Stadt große Architektur, mit weiteren attraktiven Einkaufsmöglichkeiten. In Zukunft wird keine Straße mehr das Herz der City durchschneiden. Die Autos verschwinden im Tunnel. Eine großartige Bauleistung, die Düsseldorf noch attraktiver macht. Und die Anrainer ziehen mit. Um den so genannten Kö-Bogen herum entstehen neue privat finanzierte Gebäude. Das Thyssen-Hochhaus hat einen neuen Eigner. Alle wollen an dieser Premium-Adresse teilhaben. b4: Der 56. Eurovision Song Contest ist nun schon seit einigen Wochen Geschichte – die mediale Resonanz war euphorisch. Können Sie bereits einschätzen, inwieweit das Event den Standort Düsseldorf wird stärken können?

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Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: 42 Nationen haben am Eurovision Song Contest teilgenommen. 2 500 Journalisten waren in der Stadt zu Gast neben den vielen Gästen aus ganz Europa und darüber hinaus haben 130 Millionen Zuschauer den Contest im Fernsehen verfolgt. Eine große Show und tolle Resonanz. Es war gut und richtig, dass wir den Mut hatten, uns zu bewerben. Düsseldorf ist in den Mittelpunkt Europas gerückt. Selbst eine australische und amerikanische Fernsehanstalt waren dabei, beeindruckt von dem größten und ältesten Musikwettbewerb der Welt. Es gilt nun, diesen Schwung professionell aufzunehmen und den Kontakt mit den anderen Ländern touristisch, wirtschaftlich und journalistisch fortzusetzen. b4: Düsseldorf hat sich in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich als Wirtschaftsstandort etablieren können und ist Sitz von nationalen und internationalen Unternehmen verschiedenster Branchen. Aufgrund welcher Faktoren entscheiden sie sich Ihrer Meinung nach für Düsseldorf?

Zur Person Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann ist die 1. Bürgermeisterin der Stadt Düsseldorf, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDPRatsfraktion sowie stellvertretende Vorsitzende der FDP Düsseldorf. Die politischen Schwerpunkte ihrer Arbeit sind: Jugend und Familie, Wirtschaft, Finanzen und Stadtplanung. Die gebürtige Düsseldorferin ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

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business4 | vision Kindergärten und die der Sozialverbände für Kinder ab drei Jahren beitragsfrei. All das ist für Unternehmen, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen suchen, zusätzlich von wesentlicher Bedeutung.

b4: Gibt es Punkte, die Sie zukünftig noch verbessern möchten? Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Man muss sich immer bemühen, noch besser zu werden. Kritisch mit sich selbst und seinen politischen Entscheidungen zu sein. Ganz wichtig dabei aber ist, die bisher erreichte Qualität, also den hohen Standard, zu halten. Das bedeutet konkret, Schwerpunkte bei Investitionen zu setzen, aber auch Begehrlichkeiten im Auge zu behalten und gegebenenfalls zu reagieren.

Foto: Pixelio Tamina

b4: Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Städten ist der Düsseldorfer Haushalt auch 2011 ausgeglichen gewesen. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Das Rathaus von Düsseldorf im Herzen der Altstadt.

Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Düsseldorf hat ein Einzugsgebiet von 18 Millonen Menschen im Radius von 100 Kilometern. Unternehmen, die hier ihren Sitz haben, erreichen entsprechende Kaufkraft. Wir haben den drittgrößten deutschen Flughafen in der Stadt mit attraktiven Direktverbindungen. Seit März fliegt Air China direkt nach Peking, abgesehen von den Direktflügen in die USA, seit fünf Jahren auch nonstop nach Atlanta. Und wir haben einen erfolgreichen Messestandort! Unsere Stadt ist eine so genannte „10 minutes city“. Alles ist schnell erreichbar, keine größeren Wege. Die Stadt am Fluss hat eine sehr große Lebensqualität. Darüber hinaus pflegen wir auch die „weichen“ Faktoren, die für Firmen wichtig sind: Kunst, Kultur und eine ausgereifte Familienpolitik. Seit zwei Jahren sind die städtischen

«Düsseldorf ist eine „10 minutes city“. Alles ist schnell erreichbar…»

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Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Wir haben seit 1999 die Gewerbesteuer und die Grundsteuer B, die für Vermieter und deren Mieter relevant ist, kontinuierlich gesenkt. Wir haben uns von städtischem Vermögen getrennt, die keine Stadt der Welt zwingend in Besitz haben muss. Wir haben EWE-Aktien im richtigen Augenblick veräußert, die Mehrheit der Stadtwerke und die kommunalen Kliniken verkauft. Mit den aus diesen Geschäften frei gewordenen Mitteln haben wir uns im September 2007 komplett entschuldet. Allein durch diesen Vorgang sparen wir im Jahr 60 Millionen Euro Schuldenzinsen. Mit den frei gewordenen Mitteln haben wir Investitionen getätigt in Schulgebäuden, Sportanlagen, Infrastrukturmaßnahmen und gleichzeitig Rücklagen gebildet, die uns geholfen haben, den Rückgang der Gewerbesteuer während der Finanzkrise 2007/08 zu kompensieren. Jetzt, wo die Gewerbesteuereinnahmen erfreulicherweise deutlich anziehen, heißt es neben weiteren Investitionen aber auch, zwingend wieder neue Rücklagen zu bilden.

b4: Wenn Sie träumen dürften? Was würden Sie gerne in Düsseldorf noch ändern? Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann: Mein Traum wäre … die Nordsee hinter Angermund, die Alpen hinter Hellerhof, dann wäre Düsseldorf die perfekteste Stadt der Welt! ■

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business4 | streitfrage

Der Grenzfall

Arbeitnehmerfreizügigkeit – Fluch oder Segen für die heimische Industrie?

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eit dem 1. Mai haben Arbeitnehmer aus Ostund Mitteleuropa freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt in Deutschland. Konkret gilt dies für die Länder

Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Polen, Estland, Lettland und Litauen. Frank Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Agentur für Arbeit, ließ bereits verlautbaren, dass

er mit bis zu 140 000 Menschen pro Jahr rechne. Er ist der Meinung, dass vor allem wenig ausgebildete Hilfsarbeiter, aber kaum Fachkräfte in die Bundesrepublik übersiedelten – obwohl gerade letztere aufgrund des Fachkräftemangels dringend benötigt würden. Seiner Einschätzung nach führe die neue Gesetzgebung zur Arbeitsfreizügigkeit besonders in der Branche Zeitarbeit zu einem steigenden Konkurrenzdruck.

Verstärkter Wettbewerb Eine Umfrage Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP) bestätigt seine Prognose zumindest teilweise. Demnach erwarten 50 Prozent der Personalverantwortlichen in Deutschland derzeit keinen Zustrom von osteuropäischen Bewerbern, 74 Prozent prognostizieren aber einen verstärkten Wettbewerb unter an- und ungelernten Arbeitnehmern. Nur 22 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Ausweitung der Arbeitnehmerfreizügigkeit dem Fachkräftemangel entgegen wirken wird. business4 befragte die Verantwortlichen der IHK-Bezirken im Einzugsgebiet nach ihrer Einschätzung. Der Geschäftsführer der IHK Mitt­ lerer Niederrhein war bis zum Re­daktionsschluss für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, seine Kollegen in der Landeshauptstadt und dem Ber­ gischen Land zeigten sich überraschend optimistisch.  n

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Dr. Udo Siepmann, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf

„Seit dem 1. Mai 2011 gilt auch in Deutschland die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit für acht EU-Beitrittsstaaten aus Mittel- und Osteuropa (MOEL-8). So mancher in Deutschland befürchtet nun einen enormen Zuzug von Arbeitskräften, die Einheimische verdrängen und das Lohnniveau drücken. Mit einer großen Zuwanderungswelle ist jedoch kaum zu rechnen. Akademiker können infolge einer Ausnahmeregel ohnehin schon seit zwei Jahren nach Deutschland kommen. Außerdem sind viele Wanderungswillige bereits in Länder ausgewandert, die ihre Arbeitsmärkte bereits 2004 geöffnet haben, also beispielsweise nach Großbritannien, Irland und Schweden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung schätzt, dass ab Mai 2011 die jährliche Nettozuwanderung aus den MOEL-8 nach

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Deutschland zunächst auf rund 100 000 steigen und dann sukzessive wieder sinken wird. Während wir also an dieser Stelle von eher moderaten Wirkungen ausgehen können, gibt der drohende Fachkräftemangel Anlass zur Sorge. Hier bietet die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Europa durchaus Chancen. Sie wird aber nicht reichen, um die Folgen des demographischen Wandels aufzufangen. Wir müssen daher verstärkt auch auf mehr Zuwanderung aus dem außereuropäischen Ausland setzen. Damit die Integration der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt bestmöglich gelingt, bedarf es eines transparenten Verfahrens zur Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen, denn die Unternehmen müssen die Qualifika­ tionen ihrer Bewerber verlässlich einschätzen können. Daran arbeitet die IHK-Organisation zurzeit.“ n

Fotos: Fotolia; Lange; IHK Düsseldorf; Arbeitagentur

«Keine Angst vor und nach dem 1. Mai!»

«Grundsätzlich eher Chancen, als Gefahren!»

Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid

„Die weitergehende Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes zum 1. Mai 2011 hat bisher nicht zu einem Ansturm von Jobsuchern aus Mittel- und Osteuropa geführt. Dies belegen erste veröffentlichte Zahlen der Zuwanderungsstatistik für den Monat Mai. Viele Wanderungswillige sind offensichtlich bereits in andere Länder gezogen. In den Ländern, die ihre Arbeitsmärkte früher als Deutschland geöffnet hatten, kam es weder zu großen Verdrängungen einheimischer Arbeitnehmer noch zu steigender Arbeitslosigkeit. Grundsätzlich bie-

tet die Arbeitnehmerfreizügigkeit daher eher Chancen, als dass sie Gefahren birgt. Dies gilt gerade vor dem Hintergrund zunehmender Fachkräfteengpässe: Gut jedes dritte Unternehmen sieht derzeit den Fachkräftemangel als ein wesentliches Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung – vor einem Jahr waren es nur halb so viele. Wir müssen daher künftig nicht nur verstärkt auf Ausbildung und die Qualifizierung der eigenen Mitarbeiter setzen, sondern auch n auf mehr Zuwanderung.“

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Elektro-Luxus

Der Fisker Karma vereint Leidenschaft, Stil und Leistung mit fortschrittlicher Antriebstechnologie. Sein Plug-in Hybridkonzept macht ihn zu einer verantwortungsbewussten Alternative im automobilen Luxussegment.

E

rfolg hat viele Väter – sagt man. Im Falle des Fisker Karma stimmt das absolut. Der Däne Henrik Fisker zählt zu den DesignerGrößen der Automobilbranche. Er zeichnete für etwa für den BMW Z8 ebenso verantwortlich, wie etwa für den Aston Martin V8 Vantage. Das automobile Luxussegment ist ihm also nicht fremd. Seinem Geschäftspartner Bernhard Köhler auch nicht. Der Deutsche kam von BMW direkt zur Gründung des jungen Start-up Unternehmens nach Kalifornien. Und beide – Köhler wie Fisker – konnten eine ganze Reihe weiterer Spezialisten an den Pazifik locken. Die Mitarbeiterliste liest sich wie ein „Who is Who“ der Branche, von Audi bis Porsche reicht die Liste der Ex-Arbeitgeber. Eine gut gefüllte Investitionskasse bietet Fisker bei der Umsetzung seiner Ideen viel Freiraum.

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Der Hauptinvestor sitzt in Quatar, die meisten Kredite kommen direkt von der US-Regierung in Washington. Eine gute Milliarde Euro haben die Unternehmensstrategen gesammelt. Damit lässt

«Der Fisker Karma ist die Zukunft des Fahrens.» sich schon etwas Feines auf die Räder stellen. Hinzu kommt, dass Produkte aus aller Welt im Fisker Karma verbaut werden. Und für die Montage der zahlreichen High-Tech-Elemente ist das finnische Unternehmen Valmet verantwortlich. Internationaler geht es kaum. In etwas mehr als drei Jahren Entwicklungszeit ist ein Luxus-Automobil zur Serie gereift, dass

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mit vielen Vorurteilen aufräumt. Für Henrik Fisker ist völlig klar: „Der Fisker Karma ist die Zukunft des Fahrens. Er stellt unter Beweis, dass wir ökologisch sinnvolle Autos fahren können, ohne auf Emotionen verzichten zu müssen, die den Hauptgrund für unsere Liebe zum Automobil darstellen.“ In der Tat ist das Konzept des gut 100 000 Euro teuren Karma stimmig. Ein 260 PS starker Verbrennungsmotor treibt in diesem Hybriden nicht die Räder, sondern einen Generator an. Damit

«Die meisten Fisker-Kunden werden höchsten drei Mal im Jahr tanken müssen!»

im profil: NRW-Garage Düsseldorf

fungiert er als Range Extender, die Reichweite steigt von rein elektrischen 80 auf gut 480 Kilometer. Zwei E-Motoren, die letztlich das Fahrzeug antreiben, bringen es gemeinsam auf 300 kW Gesamtleistung. Sportliche Fahrleistungen sind vorprogrammiert: 5,9 Sekunden genügen für den Spurt auf 100 km/h, über 200 km/h beträgt die mögliche Höchstgeschwindigkeit. Eine fein ausgeklügelte Elektronik muss helfen, gigantische 1 330 Nm Drehmoment im Zaum zu halten. Die ausgewogene Gewichtsbalance, der tiefe Schwerpunkt und eine direkte Lenkung mit nur 2,7 Drehungen verhelfen dem Fisker Karma zu überzeugender Agilität und reichlich Fahrspaßpotenzial. Dabei bleibt der Komfort des Viertürers nicht auf der Strecke – trotz 22 Zoll-Rädern. In Sachen Nutzwert muss der Stromer nach wie vor Kompromisse machen, die moderne Lithium-Ionen-Batterie – mit einer Lebenserwartung von zehn bis zwölf Jahren – und der „dop-

pelte“ Antrieb des Hybriden brauchen Platz. Für den Kofferraum konnten gerade 200 Liter abgezweigt werden. Dafür ist der Luxus-Elektroliner in sechs bis acht Stunden an jeder Haushaltssteckdose geladen. Weil im Alltag überwiegend Pendelfahrten zwischen zwei Lademöglichkeiten anfallen, machen die Entwickler eine verblüffende Rechnung auf: „Die meisten Kunden werden höchsten drei Mal im Jahr tanken müssen!“ Und das bei nur 36 Litern Tankinhalt. Der Verbrauch wird mit 2,4 bis 3,5 Litern angegeben, je nachdem, in welchem Modus man sich fortbewegt. Energie wird auch aus anderen Quellen zugeführt. Die im Dach verbauten Solareinheit soll Strom für 500 zusätzliche Kilometer pro Jahr erzeugen. Mit einem Schalter am Lenkrad lässt sich zudem der Grad der Leistungsrückgewinnung beim Bremsen einstellen. In jeder seiner hochwertigen Fasern spielt Umweltverträglichkeit eine Rolle. Die Innenverkleidungen des Fisker sind zu 100 Prozent wiederverwertbar, die Hölzer stammen aus Treibgut oder Waldbrandgebieten, die Fußmatten basieren auf Maisfasern mit natürlichem Flachsrücken, die Sitzschäume sind aus Biofasern auf Sojabasis hergestellt. Der Fisker Karma bereichert die automobile Luxusklasse um eine spannende Alternative. Davon sind auch seine „Väter“ überzeugt – und bieten vier Jahre respektive 100 000 Kilometer Garantie auf ihr Geschöpf… ■

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Öko-Schweden

Mit gleich drei neuen Modellen startet Volvo ab 2012 eine Öko-Offensive. Die sparsamen Schweden sind als Flottenfahrzeuge aber schon jetzt eine interes-

Fotos: Werksbilder

sante Alternative.

Den komfortablen Volvo V50 (oben) gibt es derzeit mit einem Editions-Paket zu besonders attrak– tiven Leasing-Kon– ditionen.

B

ei der 11. Auflage der Michelin Challenge Bibendum, einer internationalen Veranstaltung für nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr, ging im Mai 2011 ein fast serienreifer Prototyp des Volvo V60 Diesel-Plug-in-Hybrid an den Start. Und weil bei diesem Produkttest Themen wie Beschleunigung sowie verbrauchs- und schadstoffeffizientes Fahren im Fokus stehen, setzte sich der neue Öko-Schwede gleich in der Spitzengruppe seiner Klasse fest. Drei Fahrmodi wird der Sportkombi in Serie bieten: Pure, Hybrid und Power. Damit hat der Fahrer die Wahl des Antriebs von vollständig elektrisch über unterstützt bis zum reinen Selbstzünder-Antrieb. Der komfortable V60 ist die perfekte Basis für die Weiterentwicklung dieser fortschrittlichen Technologie. Als sportlich und sicher ist der Kom-

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bi bereits bekannt, ein beliebtes Flottenfahrzeug ist er wegen seiner Effizienz und seiner Langstrecken-Qualitäten schon heute. Ab 2012 kommt dann ein erneuter Spar-Schub hinzu. Zwei weitere Modelle gesellen sich zum hybriden V60, die ebenfalls den Anspruch der Schweden, mit zu den führenden Anbietern sparsamer und sicherer Automobile zu gehören, unterstreichen. Der Volvo C30 Electric verfügt über einen 111 PS starken Elektromotor, der von einer modernen Lithium-Ionen-Batterie gespeist wird. Mit einer Reichweite von über 150 Kilometern könnten 90 Prozent aller Autofahrer ihren täglichen Bedarf damit abdecken. Vorbildlich zeigt sich auch der Dritte im Bunde, der V50 DRIVe. Für den 1,6 Liter Turbodiesel mit 115 PS gibt Volvo einen Verbrauchsschnitt von nur noch 3,8 Litern auf 100 Kilometern an – und dazu einen CO2-Wert von 99 g/km. Ein StartStop-System sowie Rückgewinnung von Bremsenergie verhelfen dem dennoch agilen Mittelklasse-Kombi zu diesen Werten. Volvo bietet derzeit sieben DRIVe-Modelle mit CO2-Werten unter 120 g/km an und stellt damit eindrucksvoll seine hohe Kompetenz in Sachen nachhaltiger Mobilität unter Beweis. ■ LEASING-OFFERTE VOLVO V50 EDITION Grundpreis  EUR 27.845,00 Rate EUR 349,–/Monat Laufzeit 48 Monate enthaltene Fahrleistung 60.000 km Editions-Ausstattung inklusive ABS mit EBV, Klimaautomatik, IDIS, Alufelgen, Einparkhilfe, Bluetooth, WHIPS Schleudertrauma-Schutzsystem, Start/ Stopp, Bordcomputer u.v.m. Angebot zzgl. EUR 810,– Überführung und Zulassung.

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business4 | Schwerpunkt

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Familienbande

Familienbetriebe dominieren die deutsche Wirtschaft, im Kleinen wie im Großen. Vom Ein-Mann-Betrieb bis zum multinationalen Konzern ist alles vertreten – auch in unserer Region zwischen Niederrhein und Wupper.

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aut der „Stiftung Familienunternehmen“, die 2007 als offizielle Vertreterin der Bundesrepublik in die Expertengruppe „Familienunternehmen“ bei der EU-Kommission entsandt wurde, definiert sich ein solches folgendermaßen: Die Mehrheit der Entscheidungsrechte müssen sich im Besitz der natürlichen Person, die das Unternehmen gegründet hat, die das Gesellschaftskapital des Unternehmens erworben hat oder sich im Besitz von deren Ehepartner, Eltern, Kindern oder direkten Erben befinden. Zudem muss die Mehrheit der Entscheidungsrechte direkt oder zumindest indirekt bestehen und mindestens ein Vertreter der Familie oder der Angehörigen offiziell an der Leitung bzw. Kontrolle des Unternehmens beteiligt sein. Entgegen der landläufigen Meinung spielt die Größe des Unternehmens allerdings keine Rolle. Diese These rührt daher, dass die Schnittmenge von Familienunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) naturgemäß sehr groß ist. Dabei gibt es durchaus eine große Anzahl kleiner und mittlerer Unternehmen, die sich nicht (mehr) in Familienhand befinden, sondern konzerngebunden sind.

wichtiger: 41,5 Prozent des Umsatzes aller Unternehmen in der Bundesrepulik generieren Familienunternehmen, und 57 Prozent der Arbeitsplätze werden von ihnen bereitgestellt. Sie stellen auch ein bedeutendes Phänomen am deutschen Kapitalmarkt dar. Bei der Hälfte aller börsennotierten Unternehmen, die im CDAX gelistet sind – ausgenommen Finanztitel – handelt es sich originär um Familienunternehmen. Das bereits erwähnte Institut für Mittelstandsforschung in Bonn hat im Auftrag des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. und der Deutsche Bank AG vor drei Jahren eine Liste der Top-500 Unternehmen in Deutschland erstellt. Bisher wurde diese noch nicht aktualisiert. Wenn man davon ausgeht, dass sich an den grundsätz­ lichen Faktoren nichts Maßgebliches verändert hat, wird die Liste dieser „Global Player“ nach wie vor von einem Düsseldorfer Konzern angeführt: der Metro AG. Die auch u nter dem

Torsten Toeller (linke Seite) leitet sowohl die Tiernahrungskette Fressnapf als zurzeit auch noch die Trinkgut Getränke Holding. Die Metro AG (unten) führt die Liste der Top-500 Familienunternehmen bundesweit an.

Andererseits agieren immer mehr Familienunternehmen weltweit überaus erfolgreich, haben mehrere hundert oder mehr Beschäftigte und erzielen jährliche Umsätze im Millionen Euro-Bereich. Egal ob groß oder klein: Für die deutsche Wirtschaft sind Familienunternehmen unerlässlich. Laut Schätzungen des Instituts für Mittelstandsforschung in Bonn werden insgesamt fast 95 Prozent der in Deutschland ansässigen Betriebe und Firmen als Familienunternehmen geführt. Noch

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Fotos: Unternehmensbilder

Für die Wirtschaft unerlässlich

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business4 | Schwerpunkt

Otto Lindner (re. unten) leitet als Vorsitzender die Linder AG in Düsseldorf. Gegründet wurde das Unternehmen von seinem Vater.

Namen Metro Group auftretende Dachgesellschaft mehrerer Großhandels- und Einzelhandelsunternehmen gliedert sich in verschiedene Vertriebslinien. Die größten Umsatzbringer sind „Cash & Carry“, „Media Markt und Saturn“, „Real“ und „Kaufhof“. Die Aktionärsstruktur der Metro AG gliedert sich wie folgt: Größte Anteilseigner sind die

Gesellschafterstämme der Familien Haniel und Schmidt-Ruthenbeck. Sie haben 50,01 Prozent der Stimmrechte gebündelt. Weiterer Großaktionär ist der Gesellschafterstamm Beisheim mit 9,97 Prozent der Stimmrechte. Die restlichen Anteile in Höhe von 40,02 Prozent sind im Streubesitz und werden von einer Vielzahl internationaler und nationaler Investoren gehalten.

Drei Großgesellschafter Moritz Zumpfort, der zuständige Unternehmessprecher der Metro Group legt Wert darauf, dass in der Außenansprache das Gewicht nicht übermäßig auf dieses Thema gelegt wird: „Wir selbst sehen uns nicht als Familienunternehmen, sondern als Aktiengesellschaft. Zwar verteilen sich 60 Prozent der Metro-Anteile auf drei Großgesellschafter, die jedoch aus vielen verschiedenen Familienstämmen mit insgesamt über 500 Anteilseignern bestehen.“ Dieses Phänomen ist häufig festzustellen. Offenbar orientiert sich eine Vielzahl der familiengeführten, wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen an dem Beispiel der Gebrüder Albrecht, die den ALDI-Konzern gründeten.

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Obwohl diese mit den Produkten ihres Lebensmitteldiscounters im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde sind, gibt es kaum Informationen zu ihnen als „natürliche Personen“. Eine Vielzahl der von uns Angefragten vermied es, nähere Stellungnahmen abzugeben oder gar ein Foto zur Verfügung zu stellen. Der Pressesprecher eines weltweit agierenden Heiztechnik-Spezialisten aus dem Bergischen Land, der nicht namentlich genannt werden möchte, verriet im Gespräch mit business4, dass die Angst vor Entführungen oder ähnlichem vielen Unternehmern zu groß sei.

1970er Jahren gegründeten Trinkgut Deutsche Getränke-Holding GmbH. Drei Jahre später erwarb er auch die restlichen 50 Prozent der vornehmlich in Nordrhein-Westfalen bekannten Kette von Getränkeabholmärkten und wurde so zum Alleininhaber. Im Frühling 2010 kündigte er den Verkauf von Trinkgut an. Es solle von der Edeka-Gruppe als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden. Das Kartellamt genehmigte die Übernahme

Der Shooting-Star seiner Branche Es gibt aber auch die „jungen Wilden“ – noch nicht allzu lange in der Wirtschaft mitmischend, dafür aufmischend, spielen sie selbstbewusst mit ihrer Außenwirkung. Einer von ihnen ist Torsten Toeller, Gründer und Inhaber der Fressnapf Tiernahrungs GmbH mit Sitz in Krefeld. Fressnapf gehört in der Einzelhandelsbranche zu den Ausnahme-Unternehmen und gilt als Shooting Star: 20 Jahre nach Unternehmensgründung ist Fressnapf in Deutschland und Europa die Nummer 1 im Markt für Heimtierbedarf. Stetig steigende Umsätze sind für Toeller offenbar selbstverständlich, und mit rund 100 Neueröffnungen im Jahr lehrt das Franchise-Unternehmen seine Mitbewerber das Fürchten. Mit seinen Ideen betritt der 43-jährige Unternehmer oft Neuland. Kontroversen mit diversen Vertretern der Zoofachhandels-Branche scheut er nicht, was ihm den Ruf eines Querdenkers eingebracht hat. Das stört Toeller aber nicht, im Gegenteil. „Wer den Markt aktiv gestalten und im Wettbewerb dauerhaft die Nase vorn haben will, muss innovativ sein. Unternehmen dürfen sich nicht auf ausgetretenen Pfaden bewegen, sondern müssen Marktregeln konsequent und erfolgreich brechen“, sagt er. Der Erfolg gibt ihm Recht: Im Jahr 1990 gründete er mit 24 Jahren seinen ersten Fachmarkt für Tiernahrung und Zubehör in Erkelenz. 19 Jahre später wurde in München der europaweit tausendste Fressnapf-Markt eröffnet. Innerhalb Deutschlands existieren mittlerweile über 760 dieser Geschäfte. Doch damit nicht genug, denn er leitet noch ein weiteres, recht bekanntes Unternehmen in der Region. Torsten Toeller ist mit Alexandra, der Tochter von Udo Täubrich vermählt. Nach dessen Tod im Jahre 2004 übernahm der Schwiegersohn die Leitung der von Udo Täubrich in den

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unter Auflagen im Herbst desselben Jahren, vollzogen wurde die Transaktion bisher noch nicht.

Josef Klüh, der Enkel des Gründers, ist mittlerweile im Beirat des Unternehmens aktiv.

Stolz auf ihre Leistung Neben diesen beiden unterschiedlichen Extremen gibt es nach wie vor eine Vielzahl von Familienunternehmen, deren Leitung stolz auf die teils mehr als Jahrzehnte währende Leistung ihrer selbst oder ihrer Vorfahren sind. Dazu gehört Otto Lindner. Als Vorstandsvorsitzender leitet der 48-Jährige die Lindner Hotels AG. 1973 wurde die frühere Rheinstern Hotel GmbH von seinem Vater, Otto Lindner senior, in der Landeshaupstadt gegründet. 1990 erfolgte die Umwandlung in die Aktiengesellschaft. Zu ihr gehören nunmehr 32 Häuser,

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business4 | Schwerpunkt unter anderem 17 Business Hotels. Das Unternehmen zählt zu den bekanntesten Hotelgruppen der Bundesrepublik und ist gleichzeitig die einzige in Familienhand. Ihren 100. Geburtstag feiert in diesem Jahr die Klüh Service Management GmbH. Gegründet in Düsseldorf vom Großvater des Alleingesellschafters und Beiratsvorsitzenden Josef Klüh, ist das

Das Familienunternehmen beschäftigt im Jahr 2011 aktuell 41 114 Mitarbeiter weltweit. 2004 wurde es mit den Cleaning- und Housekeeping-Services für 17 000 Athleten und Funk­ tionäre im Olympischen Dorf in Athen beauftragt. 2010 erhielt Klüh auch den Zuschlag für die Betreung des höchsten Gebäudes der Welt: dem 828 Meter hohen Burj Khalifa in Dubai. Ein Jahr zuvor zog sich Josef Klüh aus dem operativen Geschäft zurück und wechselte in den Beirat. Die Geschäftsführung besteht seitdem aus dem Trio Hans-Joachim Driessen, Helga Mothes und Horst Rühl. Noch 28 Jahre weiter als die von Klüh geht die Historie der Vorwerk & Co. KG zurück. Sie wurde bereits 1883 – ursprünglich als Teppichfabrik – von den Brüdern Carl und Adolf Vorwerk in Wuppertal gegründet. Das Kerngeschäft ist seit 1930 der Direktvertrieb hochwertiger Produkte. Die Produktpalette umfasst Haushaltgeräte (Staubsauger und Küchenmaschinen), aber auch Kosmetika. Das Portfolio wird durch die akf-Gruppe (Bank für Leasing- und Finanzierungsleistungen), die HECTAS Gebäudedienste und das große Teppichwerk abgerundet.

Urenkel des Firmengründers

Dr. Jörg Mittelsten Scheid ist der Urenkel von Carl Vorwerk, der 1883 in Wuppertal die gleichnamige Firma gründete.

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Unternehmen heute ein Facility-ManagementDienstleister, der in elf Ländern vertreten ist. Bereits seit 1962 ist Josef Klüh für die Geschicke der Firma zuständig. Er betrieb die Ausweitung des Angebots zunächst auf Landeseebene und baute später ein bundesweites Niederlassungsnetz auf.

Der wirtschaftliche Erfolg der Kommanditgesellschaft gründet auf dem Vertriebssystem mit selbstständigen Handelsvertretern (den Beratern). Weltweit sind über 623 000 Menschen für Vorwerk tätig, davon mehr als 32 000 als Berater im Bereich Haushaltsgeräte und rund 569 000 im Kosmetiksegment. Angestellt sind 22 000. In 2010 erwirtschafteten sie ein Geschäftsvolumen von 2,372 Milliarden Euro. Persönlich haftender Gesellschaft von Vorwerk sind Walter Muyres und Reiner Strecker. Von 1969 bis 2005 war Dr. Jörg Mittelsten Scheid noch persönlich haftender Gesellschafter. Er wechselte danach in den Beirat. Der mittlerweile 75-jährige Vater von vier Kindern ist ein Urenkel des Firmengründers Carl Vorwerk. Es ist also gut möglich, dass die Tradition fortgesetzt wird.  ■

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WIR SIND ZWAR EIN GLOBALES, ABER KEIN HEIMATLOSES UNTERNEHMEN.

RUND 280.000 MITARBEITER, MEHR ALS 2.100 STANDORTE, 33 LÄNDER. DAS INTERNATIONALSTE HANDELS� UNTERNEHMEN DER WELT KOMMT AUS DÜSSELDORF.

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business4 | schwerpunkt Früh übt sich: Wer später einmal den Chefposten übernehmen will, sollte so früh wie möglich mit der Vorbereitung beginnen.

Nachfolge-Planung Viele Faktoren müssen bei der Nachfolge in einem kleinen bis mittelständischen Unternehmen berücksichtigt werden. business4 listet acht Stolpersteine auf – und gibt Tipps, wie man sie umgehen kann.

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ie meisten Unternehmer verlieren spätestens im Moment der Nachfolge viel Geld: Das Finanz- und Firmendatenbank Unternehmen Moneyhouse wies dieses Jahr erneut auf die dramatische Situation hin, die in Expertenrunden immer wieder herausgearbeitet wird: Die Probleme und Verluste in der Nachfolgeregelung von kleinen und mittelständischen Firmen. Schon in den Jahren zuvor wurden viele unentdeckte Chancen verpasst. Eine Studie von Harvard in den USA zeigt: Fast jedes kleine- und mittelständische Unternehmen kann ohne Investition in neue Märkte und neue Produktfelder jedes Jahr 15 bis 20 Prozent mehr Umsatz generieren, wenn es die Potenziale in den nur scheinbar voll entwickelten Märkten nutzt. Dies entspricht in fünf Jahren einer Verdoppelung des Umsatzes und meist einer noch stärkeren Erhöhung des Gewinns und damit des Firmenwerts. Firmen müssen nur die richtigen systematischen Werkzeuge der Besten implementieren, die es mit nachweisbarem, empirisch belegtem Erfolg am Markt gibt. Studien wei-

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terer renommierter Institute belegen zudem empirisch, welche Maßnahmen, welche neuen oder modifizierten Geschäftsmodelle besonders erfolgreich sind. Hier gilt es den Förderer zu wählen, der über diesen Zugang und Methodik verfügt und auch zu allen weiteren Themen der Nachfolge ein entsprechendes Kompetenznetzwerk zur Verfügung hat.

Frühzeitig mit der Planung beginnen Die Nachfolgeplanung, die Markt-, Organisations- und steuerliche Vorbereitung der Nachfolge muss fünf bis zehn Jahre zuvor beginnen. In Inhaber- oder Familien geführten Unternehmen ist meist der Firmeninhaber mit allen Kenntnissen, Erfahrungen und Kontakten eines der wichtigsten „Assets“. Wie soll das Unternehmen ohne den wichtigsten Aktivposten gewinnbringend veräussert werden? Es gilt das Unternehmen in den genannten Feldern systematisch aufzustellen, so dass es durch einen Externen stabil geführt werden kann

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– auch ohne das „gewusst-wie“ der langen Erfahrung und spezifischen Markt- und Firmenkenntnis. Marktchancen müssen frühzeitig entdeckt und entwickelt, das Unternehmen unabhängig aufgestellt werden, um im Moment der Nachfolge die „Zukunft“ wirklich gewinnbringend mit zu veräußern.

ma ohne Sie in fünf Jahren funktionieren? Was soll der Kunde mit dem Angebot auf besondere Art verbinden, warum soll er nur in dieser Firma kaufen, wie sollen neue Kunden auf Ihre Firma aufmerksam werden, wie soll das Unternehmen im Markt der Zukunft auftreten und Wettbewerbsvorteile sichern?

Wertsteigerung des Unternehmens

Übertriebene Preisvorstellungen: Die Firma stellt oft ein gewaltiges Lebenswerk dar. Realistische Preisvorstellungen orientieren sich jedoch am „Pay-back“ und Rendite. Hierzu kann von kundiger Seite relativ schnell ein orientativer Rahmen genannt werden. Dabei bietet sich gleichzeitig die konsequente Entwicklung des Unternehmens mit entsprechenden Förder-Maßnahmen an, um den Firmenwert in der verbleibenden Zeit bei den passenden Parametern weiter zu entwickeln. Maßgeblich dafür sind optimale Vermarktungsprozesse mit hervorragenden Zukunftsaussichten und echten Alleinstellungsmerkmalen. Auf dieser Basis erzielen Sie einen hohen Firmenwert, der sich durch frühzeitige Entwicklung mit neuen Werkzeugen verdoppeln lässt.

Nachfolgend sind die acht größten Stolpersteine, die eine lukrative Weitergabe und Sicherung der Arbeitsplätze gefährden und Unternehmen und Nachfolge häufig in heftige Turbulenzen und starke persönliche Enttäuschung des Inhabers führen, aufgeführt. Hierzu gibt es geeignete Gegenmaßnahmen von kompetenter Seite, die einen exzellenten garantierten Mehrgewinn gestatten. Es gibt Förderer, die erfolgsbasiert arbeiten, so dass Sie die festen Kosten von Beratern zu einem wichtigem Anteil reduzieren können. Wenn unmittelbar gehandelt wird, kann der Wert des Unternehmens und der Wert der Altervorsorge erheblich gesteigert werden. Frühzeitige Planung: Sei es für familieneigene oder externe Lösungen, Finanz- und Steuerplanung, Übergabe von Kompetenz, Verantwortung, oder kontinuierliche Modernisierung – es ist eine Planung mit Weitblick von fünf bis zehn Jahren empfohlen.

Private Vorsorge: Sie basiert auf dem Wert der Firma. Vorsorgemodelle auf Basis von Pacht, Rentenzahlung oder oft zu hoch eingeschätzter Veräusserungsgewinne gefährden die persönliche Sicherheit und das Überleben der Firma im Verkauf. Bauen sie eine unabhängige private Vorsorge auf. Know-how Konzentration beim Firmeneigner: Wenn das wichtigste Aktiva der Firma, der Firmeneigner ist und dieser definitiv nicht „mit verkauft“ werden kann, ist die Firma von deutlich geringerem Wert. Der frühzeitige Aufbau von unabhängigen Organisations -Prozessen und neuen optimierten Vermarktungsprozessen ist entscheidend. Gestalten Sie das Bild: Wie soll die Fir-

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Fotos: Fotolia

Trennung von Privat- und Geschäftsvermögen: Das Unternehmen soll nicht zu „schwer sein“ mit zu hohem Substanzwert, der andere Ansprüche von Erben und Güterrechten kompliziert gestaltet.

Gerade heute ist beispielsweise die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle mindestens genauso wichtig, wie die neuer Produkte. Eine Umfrage unter einer großen Zahl führender Manager zeigt, dass 50 Prozent der Befragten die Entwicklung neuer, innovativer Geschäftsmodelle für den wichtigsten Innovationstrend halten. Gleichzeitig investierten sie aber nur zehn Prozent Ihrer Entwicklungsressourcen in diesem Feld. In einer IBM-Umfrage des Jahres 2008 äußerten etwa zwei Drittel der befragten Firmenchefs, dass Sie ihre Geschäftsmodelle der Zukunft

Der Stabwechsel im Unternehmen ist mit vielen Stolpersteinen verbunden, die aber aus dem Weg geräumt werden können.

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business4 | schwerpunkt Der Gang zum Notar ist unabdingbar, da er unter anderem bei Erbverträgen hilfreich zur Seite stehen kann.

anpassen müssen. Gerade dieses Missverhältnis eröffnet Ihnen besondere Chancen um sich im Markt erfolgreich zu differenzieren. Steuerfallen und rechtliche Gestaltung: Es gibt zahlreiche Falltüren. Eine frühzeitige Beratung und optimale Gestaltung fünf bis zehn Jahre vor Übergabe sichert Ansprüche und erhöht Werte und Sicherheit. In der Übergabe an Externe und Familienmitglieder sind wichtige, steuerliche Fristen zu berücksichtigen. Je nach Vererbungsmodell oder Form der Übergabe können sehr unterschiedliche steuerliche Belastungen anfallen. Es kann die Besteuerung nach Ertragswert oder nach Verkehrswert zum tragen kommen. Die anfallende Erbschaftssteuer und zulässige Freibeträge können sich je nach Modell erheblich unterscheiden. Fehlender Nachfolger: Planen Sie die Nachfolge zuverlässig und rechtzeitig. Erstellen Sie ein Anforderungsprofil des optimalen Nachfolgers

Zum Autor Der Unternehmer Hanno Goffin fördert von Mettmann aus kleine und mittelständische Unternehmen mit der Initiative „KMU Vision“ und eigener 25-jähriger, praktischer Führungserfahrung als Unternehmer und Manager. Er ist Dipl.-Ing. der RWTH Aachen und hat einen Master (MBA) einer der führenden Management-Schulen.

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und suchen Sie ihn danach aus oder entwickeln Sie Ihren Wunschnachfolger daraufhin. Gestalten Sie einen Ersatzplan für den Fall, dass Ihr Wunschnachfolger ausfällt. Entwickeln sie Ihr Unternehmen in Markt-, Organisations- und Finanzstruktur unabhängig von einem ausgewählten Nachfolger. Finanzierung der Übernahme: Entwickeln sie Ihr Unternehmen transparent, bauen Sie Ihren Unternehmenswert durch optimale Positionierung, Vermarktung, Alleinstellungsmerkmale und einzigartige Wettbewerbsvorteile massiv aus. Entdecken Sie Ihre Positionierung und Ihr Alleinstellungsmerkmal ggf. ganz neu für die Zukunft. Nur derart starke Unternehmen finden auch eine Bank zur Finanzierung. Auf den Stärken und insbesondere Zukunftsaussichten aufgrund erfolgreicher Marketingmaßnahmen und der Finanzstruktur des Unternehmens baut eine Finanzierung und damit erfolgreiche, wertvolle Veräußerung in der Nachfolge auf.

Grundsätzlich gilt: Man sollte so frühzeitig wie möglich Markt- und Finanzplanungssysteme und optimale Produktpositionierung mit dem besten Marketing und einem hohen Neukundenanteil entwickeln. Dadurch kann mit geschicktem Agieren und etwa unternehmerischem Glück das Doppelte für das Unternehmen gewonnen und sehr viel schneller ein guter Nachfolger gefunden werden. Die Chance der wenigen Unternehmer, die dies schaffen, sichert einem einen umso höheren ■ Wert und Wettbewerbsvorteil am Markt.

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Rechtzeitige Planung Die Generation der Betriebsinhaber wird älter. Jeder zweite Unternehmer ist bereits in einem Alter, in dem die Nachfolge längst geregelt sein sollte. Eine gute

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wischen 150 000 und 250 000 deutsche Betriebe suchen derzeit und in den nächsten Jahren eine Nachfolgeregelung, denn die Inhabergeneration ist in die Jahre gekommen: 22,1 Prozent aller Betriebsinhaber sind zwischen 60 und 64 Jahre, 18,7 Prozent zwischen 65 und 69 Jahre alt, weitere 9,8 Prozent sogar 70 Jahre und älter. Im Klartext: Jeder zweite Unternehmer ist in einem Alter, in dem die eigene Nachfolge längst geregelt sein sollte. Fast ein Drittel ist in einem Alter, das über der üblichen Altersgrenze für Berufstätige liegt… Das Alter des Unternehmers ist daher zwar mit Abstand der häufigste Grund für eine Nachfolge-

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regelung - aber mehr als 3 000 Unternehmen jedes Jahr kommen unvorbereitet und oft völlig überstürzt in neue Hände, weil eine schwere Erkrankung, ein Unfall oder der plötzliche Tod des Inhabers dazu zwingt. Die rechtzeitige Planung – beispielsweise nach Erreichen des 55. Lebensjahres – ist daher für den Werteerhalt elementar wichtig.

Der verpasste Zeitpunkt Die KFW-Mittelstandsbank schätzt, dass bei annähernd einem Viertel aller deutschen Betriebe die Suche nach einem geeigneten Nachfolger erfolglos bleiben wird. Der mit weitem Abstand

Foto: Pixelio; Konstantin Gastmann

Planung – auch in steuerlicher Hinsicht – ist daher empfehlenswert.

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business4 | schwerpunkt häufigste Grund: Ein nicht realistischer Kaufpreis. Danach folgt im Ranking „der verpasste richtige Zeitpunkt“. Wichtig daher: Natürlich ist jeder bestrebt, für den von ihm aufgebauten Betrieb einen möglichst hohen Kaufpreis zu erzielen. Aber mit einem unrealistischen Wert wird „am Markt“ jeder Interessent verschreckt. Hinzu kommt, dass ein Kaufinteressent prüfen muss, ob eine Übernahme für ihn eine wirtschaftlich tragfähige Basis darstellt, da er einen Kaufpreis finanzieren muss – und am Ende wird dessen Hausbank nochmals die „Kapitaldienstfähigkeit“ nachrechnen.

Erbschaftssteuer-Regelungen

Handlungsspielraum für Familien Elementar wichtig ist also eine Unternehmenswertermittlung durch einen unabhängigen Berater, der in seinem Gutachten nachprüfbar darlegt,

Foto: Fotolia

Jeder Unternehmenschef will seinen Betrieb nach der Übernahme in guten Händen wissen.

Mit einer frühzeitigen Planung muss man sich allerdings noch aus einem ganz anderen Grund auseinandersetzen: Wegen der aktuellen Erbschaftssteuer-Regelungen. Anfang 2009 ist eine Erbschaftssteuerreform in Kraft getreten und damit sind in allen Fällen, in denen Betriebsvermögen vererbt oder auch verschenkt bzw. kostenlos übertragen wird, ganz andere Planungsparameter gültig. Insbesondere innerhalb von Familien gilt:

Die Finanzverwaltung hat zunächst Vorgaben zur Ermittlung des Unternehmenswertes erstellt. Der „gemeine Wert“ soll danach primär aus Verkäufen vergleichbarer Unternehmen (aus dem letzten Jahr) abgeleitet werden. Ist dies nicht möglich, ist der Wert nach den „Ertragsaussichten“ zu ermitteln. Dann soll ein im Bewertungsgesetz geregeltes „vereinfachtes Ertragswertverfahren“ angewandt werden „soweit dies nicht zu offenkundig unzutreffenden Ergebnissen führt“. Und nur in diesem Fall kann ein „marktübliches“ Bewertungsverfahren zum Einsatz kommen. Das Vergleichsverfahren wird nur in wenigen Ausnahmefällen möglich sein. Das von der Finanzverwaltung angebotene „vereinfachte Ertragswertverfahren“ kommt wegen vorgegebener Planungsparameter jedoch zu extrem hohen Werten (mit entsprechend hohen Steuerbelastungen für die Familie).

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Grafik: Bueser

Laut einer aktuellen Statistik suchen jährlich 22 000 „übergabewürdige“ Unternehmen eine Nachfolge. Nur noch relativ selten lässt sich diese innerhalb der Familie regeln. Daher muss immer häufiger ein externer Käufer gesucht und gefunden werden.

warum eine „markt- und geschäftsübliche“ Bewertungsmethode zum Einsatz kommt. Wenn eine Unternehmer-Familie diesen Handlungsspielraum nicht nutzt, wird sie das spätestens in dem Moment bitter bereuen, wenn der Erbschaftssteuer-Bescheid ins Haus flattert. Doch das kann bereits im Vorfeld sehr wirksam verhindert werden. Neben der „Stellschraube“ Unternehmenswertermittlung gibt es für Familien (-Unternehmen) eine zweite Möglichkeit, die Höhe der Erbschaftoder Schenkungsteuer zu minimieren: Der Gesetzgeber hat für diese Zielgruppe die so genannten „Verschonungsregeln“ installiert. Das klingt zwar erst einmal gut, hat aber gewaltige Tücken: So müssen sich Nachfolger beziehungsweise Erben schon zu einem frühen Zeitpunkt auf die sogenannte Option 85 oder Option 100 Prozent festlegen. Dies bedeutet im einzelnen Folgendes: Die Option 85 Prozent heißt: In dieser Höhe bekommt die Unternehmerfamilie die Erbschaftoder Schenkungsteuer erlassen, wenn die Lohnsumme der Firma in den nächsten sieben Jahren in etwa konstant bleibt.

Praxisfremde Option Bei der Option 100 Prozent kann die Familie den Betrieb sogar völlig steuerfrei übertragen. Allerdings nur in den Fällen, in denen die Kinder oder

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Enkel den Betrieb über mindestens zehn Jahre praktisch mit dem gleichen Personalbestand wie ihre Vorgänger fortführen. Das aber wird von Steuerfachleuten für völlig praxisfremd gehalten, denn in einer Krise muss jeder Inhaber umstrukturieren und Personal abbauen können. Damit aber entfällt der gesamte Steuernachlass! Fazit: Ein Unternehmer sollte aus vielerlei guten Gründen rechtzeitig mit der Planung seiner Nachfolge beginnen, von unabhängiger Seite einen marktfähigen Unternehmenswert ermitteln lassen einen qualifizierten Berater an seine Seite holen, der einen Verkauf begleitet und die Abwicklung unterstützt und absichert. Gerade bei einer Familien-Nachfolgeregelung alle Handlungsspielräume nutzen. ■

Zum Autor Joachim Brueser ist seit rund 25 Jahren als Unternehmensberater selbständig. Er ist Mitglied des BDU und hat dort das Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Er begleitet von Korschenbroich aus Unternehmer bei der Weiterentwicklung ihrer Unternehmenskonzepte, bei Finanzierungen, Umstrukturierung und der Nachfolgeregelung.

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Fotos: b2d BUSINESS TO DIALOG Hofes e.K.

Mehr als 100 Aussteller werden zur diesjährigen Messe am neuen Standort erwartet.

Business im Dialog Die b2d-Wirtschaftsmesse hat in Düsseldorf eine neue Location: Die Mitsubishi Electric Halle ist neuer Veranstaltungsort. Ziel ist es, mit kurzen Wegen neue Kontakte zu Kunden und Lieferanten zu knüpfen oder diese erweitern.

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ie regionale Wirtschaftsmesse „Business to Dialog“ findet am 23. und 24. November 2011 in Düsseldorf statt. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt wird damit bereits zum dritten Mal Ausrichterstadt sein – erstmals findet die Messe allerdings in der Mitsubishi Electric Halle statt. Der Veranstalter, b2d Business to Dialog e.K., geht in diesem Jahr von 100 Ausstellern und mehr als 800 Fachbesuchern aus. Die branchenübergreifende Mittelstandsmesse b2d ist die größte in Deutschland und versteht sich als Dialogmesse für Unternehmen, Unternehmer und Entscheider aus Industrie, Zulieferern, Handel, Produktion, (technischen) Dienstleistern sowie Handwerk. Ziel ist es, neue Kontakte zu Kunden und Lieferanten zu knüpfen beziehungsweise durch Netzwerke den Aktionsradius zu erweitern. Aussteller und Besucher haben laut bisherigen Erfahrungswerten die gleiche Motivation: „Hier ist man offen für Gespräche. Hier wird festgestellt, ob Produkte, Kompetenzen und vor allem die Chemie

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stimmen. Hier schaffen Sie mit aktiven Unternehmern und Entscheidern die Voraussetzungen für gemeinsame Projekte,“ erläutert Malte Theuerkauf, Standortmanager der b2d Düsseldorf und Region. Darüber hinaus beansprucht die b2d auch, Unternehmen mit Politikern zusammen zu führen und den Dialog über gesellschaftliche und politische Fragen zu fördern.

Gesonderte Aussteller-Parkplätze In Düsseldorf wird der Service für Aussteller und Besucher besonders groß geschrieben: „Mit dem Wechsel des Veranstaltungsortes werden wir moderner und erfüllen die Wünsche und Bedürfnisse vieler Aussteller“ so Malte Theuerkauf. Die Mitsubishi Electric Halle (ehemals Philipshalle) biete bessere Parkmöglichkeiten und einen ebenerdigen Zugang. Damit werden die Wege für Besucher und Aussteller verkürzt, der Auf- und Abbau einfacher. Maximal 50 Meter Fußweg versprechen die Veranstalter vom Parkplatz bis zum Halleneingang. „Für Aussteller stehen sogar

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gesonderte Parkplätze in unmittelbarer Hallennähe zur Verfügung“, erklärt Theuerkauf. Das sei längst nicht bei allen b2d-Standorten der Fall. Auch die Ausschilderung zur b2d-Wirtschaftsmesse soll verbessert werden. Die Besucher, so der Experte, sollen es so leicht wie möglich haben und schnell den Weg zur Messe finden. Zudem professionalisiert die b2d ihren Service für die Aussteller: Durch eine Zusammenarbeit mit einer externen Presse-Agentur wird wirksame Presse- und Öffentlichkeitsarbeit angeboten, die die Aussteller individuell bei der Messe zusätzlich beauftragen können. Auch die Kommunikation des innovativen b2d-Messekonzeptes selbst wird zukünftig bundesweit von einem Dienstleister erbracht. Theuerkauf: „Die Messe soll noch bekannter und fester Bestandteil des Dialogs und der unternehmerischen Begegnung in der Region Düsseldorf und in ganz Deutschland werden.“ Die b2d unterstreiche damit ihren Anspruch, aktiver Partner der mittelständischen Wirtschaft und des Standortes Düsseldorf zu sein.

findet. Man besinnt sich wieder auf die Region, in der man ansässig ist. Think global, act local. Dass die Kontaktpflege zwischen den unterschiedlichsten Unternehmen von enormer Wichtigkeit ist, sieht man an der Zahl der Aussteller. Moderne Mittelständler finden den Weg zur b2d.“

Größte regionale Mittelstands-Messe Regionale Vielfalt, kooperatives Netzwerk und engagierte Aussteller bilden die Grundlage des Wirtschaftsevents, das derzeit jährlich an zwölf Standorten in Deutschland stattfindet. Die b2d ist mehr als ein gewöhnliches Ausstellungskonzept – sie versteht sich als regionale, branchenübergreifende Mischung aus Messe, Wirtschaftstreff und Kontaktbörse. Dieser Anspruch spiegelt sich auch in den Vortrags- und Rahmenprogrammen wider, denn im Gegensatz zu anderen Messen steht weniger der einmalige Eventcharakter im Mittelpunkt: Die Aussteller sollen zu aktiven Partnern und damit zum Erfolgsgaranten werden. Sie sind es, die Ihre

Gute und intensive Gespräche Der Erfolg des vergangenen Jahres soll fortgesetzt werden. So zeigte sich Energie Management-Unternehmer Wolfgang Ruhland in 2010 hocherfreut: „Diese b2d Düsseldorf war die erfolgreichste b2d-Messe, an der wir bisher teilgenommen haben.“ Er habe immerhin gut 20 Termine aus den neuen Kontakten generieren können. Mit fast 800 Unternehmern, Entscheidern, Fach und Führungskräften hatte die b2d Region Düsseldorf damit die eigenen Ansprüche und die Erwartungen der Mehrheit der über 100 Aussteller erfüllt. Vaganzo Krefeld-Geschäftsführer Burkhart Aden fasste zusammen: „Die zwei Tage b2d hatten es in sich, erste Verkäufe haben wir direkt auf der b2d gemacht und wir waren zu dritt fast nur in guten und intensiven Gesprächen.“ Der Dialog zwischen regional agierenden Unternehmen und Entscheidern stand dabei immer im Vordergrund: Auf Business-Ebene sofort ins Gespräch kommen, dem eigenen Unternehmen ein Gesicht und ein unverwechselbares Profil geben, eigene Kompetenzen im DialogDome vorstellen und in den Themen-Clustern und Po­ diumsdiskussionen neue Impulse und Ideen mitnehmen. Auch der letztjährige VIP-Gast Harry Wijnvoord äußerte sich wohlwollend: „Sowohl bei der Podiumsdiskussion als auch in den Einzelgesprächen an den Messeständen konnte ich feststellen, dass ein generelles Umdenken statt-

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Kunden, Lieferanten und Branchenkollegen einladen und damit das Potential der Messe gestalten. Dieser Ansatz sorgt für gelungene Begegnungen und Dialoge, denn die Besucher passen somit immer eins-zu-eins zu den Ausstellern. Zudem wird erfolgreiches Networking einfacher, weil es regional, passgenau und brachenübergreifend angelegt ist. Das wissen auch die regionalen Wirtschaftsförderungen der Kreise, Städte und Gemeinden zu schätzen, die an allen b2d-Standorten als aktive Förderer auftreten. Und auch zahlreiche Verbände wie der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB), der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und andere Spitzenverbände der Wirtschaft unterstützen die Dialogwww.dialogmesse.de ■ messe. 

Impulsvorträge zu verschiedenen Themenbereichen gehören schon traditionell zum Portfolio der b2d.

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Lokaler Szenedrink Altbier ist ein rheinisches Kultgetränk, uneingeschränkt verbunden mit der

Landeshauptstadt Düsseldorf und den Regionen Niederrhein sowie Bergisches Land. Doch sein Urspung liegt im Westfälischen. sentierte. Die in Folge aufkommenden Biere wurden als „neue“ Biere tituliert. Die traditionellen Brauer am Niederrhein und in Teilen Westfalens grenzten ihre Produkte daraufhin als „altes“ –

Typisch Düsseldorf: Vor dem Uerige geht es an warmen Sommertagen hoch her (oben). Das regionale Kultgetränk kommt damals wie heute in Stichfässern in den Ausschank (rechts Seite).

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ie lange es tatsächlich schon Altbier gibt, kann niemand so ganz genau sagen. Fest steht, dass die typische obergärige Brauart über Jahrhunderte die einzig nennenswerte war. Das lag vor allem darin begründet, dass zum obergärigen Brauverfahren keine – oder kaum – Kühlung notwendig ist. Die heute wesentlich verbreiteten und beliebteren untergärigen Biere, allen voran Pilsener Brauart, benötigen eine Kühlung auf maximal zehn Grad und konnten sich daher erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts durchsetzen. Der Name „Altbier“ dürfte nämlich ebenfalls auf die Zeit zurückgehen, in der Carl von Linde die Kühlmaschine prä-

Fotos: Kürschner; Unternehmensbilder

«Ganz im Gegensatz zu seinem Namen ist Altbier alles andere als alt – im Gegenteil.» also nach der alten Methode gebrautes – Bier gegenüber den untergärigen Gebräuen ab. Im westfälischen Münster etwa gab es schon im 17. Jahrhundert ein obergäriges Bier von dunkler Färbung. Seine Würze erhielt es aber noch nicht durch den Hopfen, sondern durch den Zusatz diverser Kräuter, etwa Rosmarin. Ganz im Gegensatz zu seinem Namen ist Altbier alles andere als alt. Es muss im Gegenteil sogar frisch konsumiert werden, was seine Verbreitung über einen kleinen Radius rund um seinen Entstehungsort hinaus einschränkt. Deshalb haben sich das Niederrheinische mit Düsseldorf und dem Bergischen als Stammland des Altbiers etabliert – und ist es bis heute geblieben. Denn obwohl die obergärigen Produkte der Region in den 1980ern dank der Flaschenabfüllung einen Höhenflug erlebten, machte ihnen der Rückgang des Bierkonsums besonders zu schaffen. Womit wir bei den wirtschaftlichen Aspekten des Bierbrauens angelangt wären. Marktführer Diebels aus Issum, eine Marke des belgischen Interbrew-Konzerns, konnte im Jahr 2005 noch über eine Million Hektoliter Altbier absetzen, heute ist es noch gut die Hälfte. Frankenheim, die

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Das Füchschen an der Ratinger Straße ist ein beliebter Treffpunkt (oben). Peter König (rechts) leitet den Betrieb in vierter Generation – und mit einem Fokus auf gute Gastlichkeit.

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größte noch in Privatbesitz befindliche Altbierbrauerei, musste ihren Ausstoß von 550 000 Hektolitern 2003 auf gut 250 000 Hektoliter in 2008 senken. Hier führten die Rückgänge erst zum Verkauf der Mehrheitsanteile an die ebenfalls privat geführte Warsteiner Brauerei und letztlich zu einer Schließung des Brauereibetriebs, der seit 1991 in Neuss angesiedelt war. Das Altbier von Frankenheim wird heute in Warstein produziert. Dennoch konnte sich die Privatbrauerei in den letzten Jahren gut positionieren. Das Geheimnis des Erfolges mit dem alle kleinen Altbier-Brauereien in Düsseldorf dem bundesweiten Negativtrend beim Bierkonsum trotzen: regionale Verwurzelung. Das Zauberwort bedeutet nichts anderes als eine Fokussierung der Geschäftstätigkeit auf traditionelle Gepflogenheiten.

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von Altbier keine Restriktionen. So darf jeder der mag, egal wo auf der Welt, ein dunkles, obergäriges, gehopftes Bier „Alt“ nennen. Den Grünen im Düsseldorfer Rat geht das gegen den Strich. Im Juni 2011 machten sie einen Vorstoß, um die Marke „Alt“ zu stärken und regional schützen zu lassen. Ein Gütesiegel nach EUNorm soll es richten, eine geographische Ursprungsbezeichnung, die es für Weine, Käsesorten und vieles mehr schon lange gibt. Warum also nicht auch für Altbier? Ein solches Gütesiegel würde zwangsläufig zu dem Problem führen, dass die größten Altbier-Produzenten wie Diebels, Frankenheim oder Schlösser ein solches nicht erhalten könnten, denn ihre Produkte stammen längst nicht mehr aus Düsseldorf, oft nicht mal mehr aus der klassischen Altbier-Region. Profitieren würden die Hausbrauereien in der Landeshauptstadt, die mit ihrer lokalen Verwurzelung sowieso gut aufgestellt sind. Kaum verwunderlich, dass auch Schlüssel-Chef Karl-Heinz Gatzweiler die Idee für ausgezeichnet hält und sich persönlich dafür engagieren möchte. Er erinnert an den verloren gegangenen Ruf Düsseldorfs als Bierstadt und meint: „Alt ist schon wegen seiner Farbe und des Namens ein Produkt, das sich geschützt noch besser vermarkten ließe.“ Der Spross einer Jahrhunderte alten Brauer-Dynastie weiß, wovon er spricht. Schließlich hat er das Auf und Ab des Obergärigen selbst als Chef der Gatzweiler Brauerei miterleben dürfen. Als letzter Geschäftsführer des tra­ ditionsreichen Familienbetriebs ging unter seiner Ägide die Marke an den Carlsberg-Konzern, das Bier kam ab 1999 aus der HannenBrauerei in Mönchengladbach. Nach einem kurzen Intermezzo als Leiter des Flugbetriebs bei Air Berlin widmete er sich bald wieder der Familientradition und übernahm mit Schlüssel eine der heute so erfolgreichen Düsseldorfer Hausbrauereien. Gatzweilers Schlüssel Alt war seither schon für

«Altbier ist heute eine starke regionale Marke – aber eine Marke ohne Schutz.»

Um diesen Erfolg auf eine noch breitere Basis zu stellen und für die Zukunft zu sichern, sucht Frankenheim neue Standorte für weitere Brauereiausschänke und Brauhäuser im Großraum Düsseldorf. Investoren und Betreiber, die zusammen mit der Privatbrauerei markentypische Betriebe im Sinne des „feinen Unterschieds“ von Frankenheim realisieren möchten, bietet sich damit die Gelegenheit, am Erfolg erprobter und bewährter Konzeptionen teilzuhaben. Altbier war wegen der nur kurzen Lagerzeit immer schon ein regionales Produkt – und ist deshalb heute eine starke regionale „Marke“. Obwohl von hohem Wert, ist sie aber eine Marke ohne Schutz. Denn anders als etwa beim Kölsch, das nur so genannt werden darf, wenn es tatsächlich in Köln gebraut wurde, gibt es bei der Herstellung

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business4 | chefetage manche Überraschung gut. 2004 etwa siegte es bei einer Verkostung rheinischer Biere vor Frankenheim und dem aus einer weiteren Düsseldorfer Hausbrauerei stammenden Uerige. Für den Schlüssel-Chef keine allzu große Überraschung: „Da hat sich unsere konsequente Qualitätsarbeit ausgezahlt.“ Die ist aber nur möglich, weil die Hektoliterzahlen der Hausbrauer sich in überKarl-Heinz Gatzweischaubaren Regionen beweler (oben) hat nach gen. Zwischen 15 000 und dem Verkauf der sei30 000 Hektoliter produziert nen Namen tragenden Altbiermarke jeder der vier Lokalisten aus der HausbraueSchlüssel, Füchschen, Uerei Schlüssel (linls) rige und Schumacher, mehr eine Qualitätsmarke als 50 000 wären bei keinem gemacht. von ihnen drin. Qualität statt Quantität eben – und das rentiert sich. Obwohl die Biere alle auch in Flaschen zu haben sind, ist der Anteil dieser Gebinde am Gesamtumsatz eher gering. Die Altbiere der Hausbrauer sind traditionelle Fassbiere. Sie kommen wie eh und jeh frisch in Stichfässern in die eigene Gastronomie und in ein paar oft seit Jahrzehnten

«Viele Anekdoten drehen sich um das bernsteinfarbene Bräu und seine Protagonisten.» treu verbundene „Schankstellen“ – allesamt in Düsseldorf oder der näheren Umgebung. Zusätzlich unterstützen die bekannten Marken „ihre“ Vereine, etwa im Karneval oder bei den Schützen, und nutzen die Plattform der Düsseldorfer Kirmes als Absatzkanal. Viele Anekdoten drehen sich um das bernsteinfarbene Bräu und seine Protagonisten. Dem Uerige etwa wird zur Entstehung seines Namens nachgesagt, dieser ginge auf Wilhelm Cürten zurück, der 1862 die Hausbrauerei übernahm. Er war bald stadtbekannt für seine Launen, weshalb ihn die Stammgäste im Düsseldorfer Platt „uerig“, hochdeutsch: seltsam, nannten. Im Füchschen hingegen geht es seit über 100 Jahren königlich zu. 1908 übernahm Theodor König die seit 1848 unter dem noch heute währenden

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Möchten Sie mit Kunden und Mitarbeitern den Sommer im Freien genießen oder Ihr Sommerfest, Messe Event oder Geschäftsessen doch lieber indoor umsetzen? Eventraum bietet Ihnen in Düsseldorf und Umgebung … Beach-cluBs, Terrassen, einen malerischen innenhoF und zahlreiche andere resTauranTs und locaTions … für kleine und große Gruppen. Und weil Eventraum keine Agentur, sondern ein Netzwerk führender Gastronomien ist, bieten wir für das BesT-oF-locaTions auch eine BesT-Price-GaranTie. Ihr Ansprechpartner Erik Ludwig freut sich auf Ihre Kontaktaufnahme unter 0211. 550 47 50 oder erik.ludwig@eventraum.com

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business4 | chefetage Auch das Schumacher steht für traditionelles Brauen in Düsseldorfs Herzen. Es ist die älteste Hausbrauerei der Landeshauptstadt.

Namen bekannte Brauerei an der Ratinger Straße. Seither ist das Unternehmen in Familienbesitz. Mit Peter König, der vor allem den gastronomischen Arm des Füchschen ausbaute, steht derzeit die vierte Generation am Ruder. Wie klein die Düsseldorfer Brauerwelt ist, zeigt sich am Werdegang des derzeitigen FüchschenBraumeisters Frank Driewer. Der gebürtige Essener absolvierte von 1984 bis 1987 seine Ausbildung zum Brauer im Uerige. Danach war er sechs Jahre lang als Brauer und später Braumeister für

«Als älteste Düsseldorfer Hausbrauerei ist das Schumacher der Tradition stets treu geblieben.» Schlüssel tätig. Und seit 1995 wacht er über die Brau-Qualität im Füchschen. Kleiner kann die Welt kaum sein… Als älteste der Düsseldorfer Hausbrauereien ist auch das Schumacher der Tradition stets treu geblieben. Seit 1838 gibt es das Bier unter diesem Namen – zuerst aus der gekauften Brauerei an der Citadellstraße, ab 1871 dann aus dem noch heute als Stammhaus fungierenden Betrieb an der Oststraße. 1902 kam noch der Goldene Kessel hinzu und dient seither als Schumachers Brauereiausschank in der Altstadt. Doch nicht in Düsseldorf, sondern in Korschenbroich steht die wohl älteste Altbierbrauerei der Welt: Bolten. Seit 1266 wird dort Bier gebraut. Im Jahre 1519 wird erstmalig ein Mitglied der Familie Bolten als Inhaber der Brauerei erwähnt. Heute leitet ein weiterer Rückkehrer zu den Wurzeln die Geschicke von Bolten: Michael Hollmann, ehemals Chef des mächtigen Brau & Brunnen Konzerns. Auch Paul Bösken-Diebels mochte sich nach dem Verkauf seiner Diebels-Anteile nicht ausruhen. Seit 2006 hält er 50 Prozent an Bolten. Der Reiz für die ehemaligen Konzernlenker scheint im Kleinen zu liegen. sf Oder etwa im Altbier?

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Düsseldorf = Sportstadt? Beim zweiten Düsseldorfer SportTreff diskutierten Fachleute Mitte Mai 2011 über Merkmale und Potenziale. In einem Punkt waren sie sich einig: Da nur 1,9 Prozent aller Deutschen die Landeshauptstadt als Sportstadt wahrnehme, sei es noch ein weiter Weg bis zu einem dementsprechenden Imagetransfer.

S Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v.l.n.r.): Dr. Hans Stollenwerk (Deutsche Sporthochschule Köln), Frank Flatten (Manager HSG-Düsseldorf), Tray Tuomie, (DEG), Andreas Preuß (Borussia Düsseldorf), Monika Lehmhaus (Sportausschuss Düsseldorf) und Moderator Ulli Potofski.

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portstadt ist vor allem ein Begriff aus dem Marketing und soll das positive Image des Sports auf die Stadt übertragen“. Diese Aussage von Dr. Hans Stollenwerk, einem Diplom Psychologen von der Deutschen Sporthochschule Köln war eine der Kernaussagen beim zweiten Düsseldorfer SportTreff. Er fand Mitte Mai dieses Jahres im Düsseldorfer ISS Dome statt. Rund 200 Interessierte waren der Einladung zu einer Podiumsdiskussion gefolgt. Moderator Ulli Potofski begrüßte auf dem Podium neben Dr. Hans Stollenwerk auch Monika Lehmhaus, Vorsitzende des Sportausschusses Düsseldorf, Andreas Preuß, Manager des Tischtennisvereins Borussia Düsseldorf, Tray Tuomie, Co-Trainer der DEG und Frank Flatten, Manager der HSG Düsseldorf. Im Falle der Landeshauptstadt Düsseldorf sei es allerdings noch ein weiter Weg, bevor es zu solch einem Imagetransfer kommen könne. Diese The-

se unterstrich Ulli Potofski mit Nennung einer aktuellen Promit-Umfrage: lediglich 1,9 Prozent der Deutschen nehmen Düsseldorf überhaupt als Sportstadt wahr.

Jugend und indivuelle Förderung Dies soll zukünftig natürlich geändert werden, so ist laut Ausagen der Sportausschussvorsiteznden Monika Lehmhaus bereits ein System entwickelt worden, das alle Beteiligten aus dem Sportumfeld und der Stadt miteinander verbinde. Bei diesem „Düsseldorfer Modell“ setzt man vor allem auf die Jugend und deren individuelle Förderung. Die anwesenden Vereinsvertreter in der Diskussionsrunde würdigten aber die durchaus spürbare Förderung der Stadt, wiesen allerdings auch auf den Punkt der mangelnden Unterstützung der Medien hin. „Es ist sehr schwer als Sportstadt wahrgenommen zu werden, wenn die mediale Aufmerksamkeit, besonders des Fernsehens, aus-

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bleibt“, beschwerte sich beispielswese der HSG Manager Frank Flatten. Im weiteren Verlauf der Podiumsdiskussion wurde die Bedeutung von Zuschauerzahlen und Fankultur als Kennzeichen einer Sportstadt erörtert. Der gebürtige US-Amerikaner und Co-Trainer der DEG Tuomie verwies auf die Fankultur seiner Heimat: „Sport ist für den Zuschauer auch immer Event. Er geht zum Sport um eine gute Zeit zu haben.“ Borussia Düsseldorf Manager Preuß schloss sich dieser Überlegung an und bestätigte, dass sie nicht einzig auf Timo Boll als Zuschauermagnet setzten würden, sondern sich konkret um Events rundum und während der Spiele kümmern würden.

Fankultur und gute Zuschauerzahlen

Ganzjährig ist Düsseldorf Schauplatz teils internationaler Sportveranstaltungen: • Fußball: Fortuna Düsseldorf Die ESPRIT arena ist die Heimat der Fortuna Düsseldorf. Die Mannschaft spielt zurzeit in der 2. Bundesliga. • Basketball: GIANTS Düsseldorf Die Heimspiele bestreitet die Mannschaft in der Multifunktionshalle im BurgWächter Castello. Sie spielt in der 1. Basketball-Bundesliga. • Eishockey: DEG Metro Stars Die Heimspiele finden im ISS Dome statt. Die Mannschaft spielt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL). • Handball: SSG ART / HSG Düsseldorf Ebenso wie die GIANTS haben auch die Handballer ihr sportliches Zuhause im Burg-Wächter Castello. Sie spielen in der 1. Handball-Bundesliga. • Baseball: Düsseldorf Senators • Football: Düsseldorf Panther •  Lacrosse: Düsseldorf Antlers • Speedskater: Speedskater Düsseldorf • Tennis: ARAG World Team Cup im Rochusclub Düsseldorf • Reiten: Galopprennbahn Grafenberg

Der SportTreff „business meets sport“ hat sich in den vergangenen drei Jahren zur führenden Netzwerk-Veranstaltung im Bereich Sport und Wirtschaft entwickelt. Durchschnittlich 250 Verantwortliche aus Medien, Wirtschaft, Sport und Politik kommen zu den regelmäßigen Treffen in Köln und Düsseldorf. Prominent besetzte Po­ diumsdiskussionen an außergewöhnlichen Veranstaltungsorten und anschließendes Netzwerken in sportlich-professioneller Atmosphäre sind die Markenzeichen des SportTreffs. www.sporttreff.biz ■

Fotos: Ziegs Kuchel Müller Communication Service

Auch von wissenschaftlicher Seite fand die These Unterstützung: „Sport und Erfolg allein reichen nicht. Kult und Tradition sind ebenso wichtig für die Fankultur und gute Zuschauerzahlen. Infrastruktur ist nicht alles, es geht auch um das Erlebnis“, bestätigte Dr. Stollenwerk. Ebenso wies er auf einen möglichen Lösungsansatz für das Problem der fehlenden medialen Aufmerksamkeit, vor allem für Randsportarten, hin: „Untersuchungen zeigen, dass Jugendliche das Fernsehen als Sportinformationsquelle abgehakt haben. Das Medium Internet bietet hier ein weitaus größeres Potenzial.“ Zum Schluss war sich die Runde einig, dass Düsseldorf aufgrund der vielfältigen Sportangebote, -förderungen und -events sehr wohl als Sportstadt definiert werden kann – es muss jedoch weiter hart daran gearbeitet werden, dass sie auch als solche wahrgenommen wird.

Auswahl ganzjähriger Sportveranstaltungen

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Mit interessanten Fakten zur Sportstadt Düsseldorf begrüßte Hans-Jürgen Schmidt, der Veranstalter des Sporttreffs, die anwesenden Gäste.

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Foto: Messe Düsseldorf

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Zur Person Seit 2002 ist Werner M. Dornscheidt Chef der Messe Düsseldorf GmbH. Er unterstützt als Kuratoriumsmitglied die Stiftung Deutsche Sporthilfe, ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, mit dem Verdienstorden des Freistaat Sachsen ausgezeichnet und Honorarkonsul der Vereinigten Mexikanischen Staaten in NRW. Der gebürtige Düsseldorfer ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen.

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«Wir sind Motor und Mediator.» Seit 2002 ist Werner M. Dornscheidt Chef der Messe Düsseldorf GmbH. business4 sprach mit ihm über zukünftige Ziele. b4: Welche Weltleitmessen wurden von der Messe Düsseldorf entwickelt? Dornscheidt: Wir veranstalten jedes Jahr mehr als 40 Messen, darunter 23 Weltleitmessen. Zu den wichtigsten und größten gehören K, Drupa, Interpack und MEDICA. Alle sind Entwicklungen der Messe Düsseldorf. b4: Welche sind die publikumsstärksten Messen? Dornscheidt: Die weltgrößte Messe der Druckindustrie, drupa, findet bereits seit 1951 in Düsseldorf statt und ist heute ein Magnet für bis zu 400 000 Fachbesucher aus aller Welt. Grundsätzlich sind alle unsere Investitionsgütermessen publikumsstark und bringen hunderttausende internationale Gäste an den Rhein. b4: Und welche die wirtschaftlich erfolgreichsten Messen in Ihrem Portfolio? Dornscheidt: Wirtschaftlich erfolgreich sind alle Messen, die sowohl uns als Veranstalter Gewinn bringen als auch Aufträge für unsere Kunden, die Aussteller. Selbstverständlich sollen auch die Stadt Düsseldorf und die regionale Wirtschaft am Erfolg partizipieren. b4: Würden Sie sagen, dass die Messe Düsseldorf sich auf eine spezielle Klientel spezialisiert hat? Dornscheidt: Wir sind Experten für Investitionsgütermessen, die wir mit großem Erfolg veranstalten. Hier sind wir im Bereich Maschinenbau bereits weltweiter Marktführer. Bis 2015 wollen wir auch bei der Entwicklung und Ausrichtung der anderen Investitionsgütermessen in Düsseldorf die globale Nummer eins sein. b4: Ist die Entwicklung weiterer Businessplattformen in naher Zukunft geplant? Dornscheidt: Komplexe Technologien verlangen nach Präsentationsplattformen, die den Zugang zu internationalen Märkten öffnen. Wir sehen hier noch Raum für Expansion und planen ein jährliches Wachstum von vier bis fünf Prozent, natürlich abhängig von externen wirtschaftlichen Faktoren. Im Vordergrund steht dabei der Kun-

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denwunsch nach Internationalisierung von Businessplattformen. Wir verstehen uns als Innova­ tionsbroker, der die Wünsche der Kunden nach neuen Veranstaltungen umsetzt. Wir sind Motor, Mediator, strategischer Partner und Dienstleister. b4: Bis 2020 werden Sie rund 500 Millionen Euro in die Entwicklung neuer Hallen investieren. Nach welchen Kriterien wird hier modernisiert? Dornscheidt: Wir sind heute die Nummer zwei was den Umsatz betrifft – in Ausnahmejahren auch mal auf Rang eins. Ein derartiger Spitzenplatz erfordert eine ständige Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur. Die Messe Düsseldorf finanziert sich aus eigener wirtschaftlicher Kraft und wirtschaftet subventionsfrei, das heißt, wir reinvestieren unser eigenes Geld. b4: Welche Auswirkungen hatte die Finanzkrise auf die Messe Düsseldorf? Dornscheidt: Die Auswirkungen der Finanzkrise haben wir bis ins Jahr 2010 gespürt, wir sehen jetzt aber deutliche Steigerungsraten und eine große Nachfrage bei Ausstellern und Besuchern. Außerdem setzt sich Qualität durch. b4: Sie waren kürzlich bei der Welternährungsorganisation der UNO in New York eingeladen. Was steckt hinter der Initiative „Save Food“? Dornscheidt: Save Food ist eine Initiative der Messe Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Man muss sich das vorstellen: Jährlich landen 1,2 Milliarden Tonnen Lebensmitteln weltweit im Müll statt auf dem Teller. Ein Grund dafür sind ungeeignete oder unzureichende Verpackungen. Während der Weltleitmesse interpack, die im Mai in Düsseldorf stattfindet, haben wir Akteure aus der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie, Handel, Politik, Verwaltung, Forschung und Non-Governmental-Organisations zusammengebracht, damit sie sich des Themas annehmen und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Eine Initiative wie Save Food ist einzigartig in der Messelandschaft. ■

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Fotos: Landeshauptstadt Düsseldorf

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Bei der Eröffnung des Düsseldorf Pavillion (v.links): Thomas Unger, stellvertretender Vorsitzender der Metro Group, Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers, Albrecht von der Heyden (Generalkonsul in Shanghai) sowie Werner M. Dornscheidt (Geschäftsführer der Messe Düsseldorf) .

Tanz mit dem Drachen Die Stadt Düsseldorf machte auf der EXPO 2010 in Shanghai als attraktiver Wirtschaftsstandort und lohnendes Investitions- und Tourismusziel auf sich aufmerksam. Dies soll sich nun auch nachhaltig lohnen.

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ährliche Wachstumsraten von durchschnittlich neun Prozent sprechen für sich: China ist ein lukrativer Markt. Noch in diesem Jahr wird der asiatische Drache zum zweitgrößten Absatzmarkt für die deutsche Wirtschaft avancieren. Ebenfalls dynamisch entwickelt hat sich Düsseldorf. Mittlerweile haben mehr als 300 chinesische Unternehmen ihren Sitz in der Stadt, Tendenz steigend. Deshalb war die Präsentation der Rheinmetropole auf der Expo 2010 in Shanghai von enormer Bedeutung.

Städte werben um Investoren Die Expo 2010 in Shanghai stand unter dem Motto „Better City, Better Life“. Über 73 Millionen Gäste besuchten die Ausstellung. Düsseldorf lag

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im Wettstreit mit 240 Ausstellern, 190 Nationen, 50 internationalen Organisationen und 50 anderen Städten. Es galt, Düsseldorf in China als attraktiven Wirtschaftsstandort und lohnendes Investitions- und Tourismusziel zu etablieren. Gefragt war also eine Kommunikations- und Marketingkampagne, die eine dauerhafte Präsenz in allen Medien erzeugen würde.

Düsseldorf. The City Experience Die Kampagne wurde von der Agentur Faktum Public Relations mit Sitz in Heidelberg entwickelt. Kern der Kampagne wurde der Claim: „Düsseldorf. The City Experience“. Der Claim wurde nicht nur mit der Stadt abgestimmt, sondern auch im Rahmen mehrerer Befragungen von Journalisten und anderen Multiplikatoren in China überprüft. Fak-

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tum setzte auf qualitative Marktforschung um zu verifizieren, dass man kommunikativ richtig lag. Die Strategie musste perfekt auf die chinesische Kultur abgestimmt werden. Für die Entwicklung des Claims waren in Europa oft unterschätzte Besonderheiten der chinesischen Sprache wichtig. Die Wort- und Schriftzeichenwahl war entscheidend für die Botschaft. Konnotation heißt das Zauberwort.

Interkulturelle Kompetenz Faktum betreut seit 1995 den China-Auftritt deutscher Unternehmen und hat sich mit Kommunikationsprojekten für Unternehmen wie die Schaeffler Group, Freudenberg, die Heidelberger Druckmaschinen AG, VW, KSB und Flowserve einen Namen gemacht. Geschäftsführer Michael Fass erklärt sein Erfolgsgeheimnis: „Die Medienarbeit in China erfordert interkulturelle Kompetenz und Konsequenz in der Umsetzung“. Verantwortlich für den Roll Out der Kommunikationsmaßnahmen vor Ort ist die chinesische Partneragentur Golden Public Relations. Vor der Eröffnung der Expo im Mai 2010 erschienen Kick-off-Artikel in deutschen und chinesischen Wirtschaftsmedien, am Tag der Eröffnung berichteten deutsche und chinesische Fernsehsender über den Düsseldorfer Auftritt. Auf einer Pressekonferenz erläuterte Oberbürgermeister Dirk Elbers vor über 50 Vertretern der chinesischen Presse den Düsseldorfer Pavillon.

Düsseldorf präsentierte sich der Welt als starker internationaler Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität.

Die chinesische Metropole Shanghai war Ausrichterstadt der EXPO 2010.

Überragender Erfolg Allein in China belegen mehr als 1000 Print-, TVund Radioplatzierungen und eine überragende Onlineberichterstattung die Präsenz Düsseldorfs. „Sowohl in China als auch in Deutschland haben wir die gewünschte Meinungsbildung und die Kommunikationsziele erreicht“, resümiert Michael Fass. Uwe Kerkmann, Leiter des Düsseldorfer Amts für Wirtschaftsförderung bestätigt: „Die Resonanz von chinesischen Politikern, Unternehmern, Journalisten und Multiplikatoren war überaus positiv. Düsseldorf wurde durch die Kommunikationskampagne in China noch bekannter und interessanter.“ ■

Insgesamt besuchten mehr als 73 Millionen Gäste aus aller Welt die Ausstellungshallen.

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360 Grad-Fotografie Ein Produkt von allen Seiten erlebbar machen: Die Agentur Tango Lima in Wuppertal hat sich als Büro für Markenkommunikation spezialisiert und bietet ihren Kunden interaktive Produktpräsentationen zur Verkaufsunterstützung.

U Zur Erstellung eines virtuellen, dreidimensionalen Schaufensters, das auch auf Smartphones abgerufen werden kann (oben), muss ein Produkt zuvor von 16 verschiedenen Perspektiven aus fotografiert werden (unten).

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nser Ziel ist es, die Absatzerfolge unserer Kunden zu stärken“, beschreibt Tobias Dehler, geschäftsführender Gesellschafter der Tango Lima GmbH mit Sitz in Wuppertal, die Intention der 360 Grad-Fotografie. Bereits im Oktober 2008 hat Dehler seine Agentur, die Anfangs ihren Schwerpunkt auf web-basierte Software setzte, gegründet. 2010 entwickelte er mit Daniel Büscher daraus die Tango Lima GmbH. Gemeinsam erweiterten Sie das Leistungsspektrum um grafische Dienstleistungen und Fotogra-

fie. Sie beschäftigen mittlerweile sechs Angestellte und haben mit Namen wie der OBI Gruppe, Bosch, Philipps oder Metabo bereits einen hochkarätigen Kundenstamm vorzuweisen.

Mindestens 16 Fotos pro Produkt Seit neuestem setzen die Kreativen auf die Technik 360pro. Dabei geht es um eine interaktive Präsentation statt passiver Video-Berieselung. Um dies zu erreichen, wird ein Produkt aus mehreren Blickwinkel fotografiert. Um später eine für das

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kann diese dann so oft wie es gewünscht ist weitergeben.“ Der Kunde Delta V belässt sie bisher auf der eigenen Website. Im Gegensatz zu Wader Toys, dem Spielzeugspezialisten aus dem Oberbergischen Land. „Wader Toys nutzt diese Technik natürlich auf der eigenen Hompage, setzt sie aber auch als verkaufsunterstützende Maßnahme ein. Das heißt, alle Händler können die 360 Grad-Darstellungen in ihren Shops kostenlos nutzen“.

Für alle mobilen Endgeräte geeignet

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Fotos: Tango Lima GmbH

Internet zufriedenstellende Lösung zu erreichen, werden im Regelfall 16 verschiedene Einstellungen –  im Abstand von 22,5 Grad –  abgelichtet. „Wir haben kürzlich einen Bürostuhl unseres Kunden Delta V auf diese Art und Weise fotografiert. Auf der Website hat nun jeder Interessierte die Möglichkeit, sich das Büromöbel online von allen Seiten zu betrachten. Man kann auch auf Details, die einem wichtig sind, heranzoomen und damit das Produkt genauso gut bewerten wie in einem Geschäft“, erklärt Dehler. Diese virtuelle Darstellung im Internet wird von dem Fachmann als „Player“ bezeichnet. Dieses vergleicht er mit einem Schaufenster in der wirklichen Welt. Allerdings kann der Web-Player im Gegensatz zum realen Schaufenster beliebig oft multipliziert werden. „Dies ist ein weiterer Vorteil für unsere Kunden: Der Player kann ganz einfach in beliebige Websites eingebunden werden. Das heißt: Man lässt bei uns einmal die Aufnahmen machen und

Dies ist laut Dehler der maßgebliche Unterschied zu ähnlichen Angeboten von Mitbewerbern: „Üblicherweise werden diese Fotos in Flash Player geladen. Der Anwender benötigt also dieses spezielle Plug-in, das auf vielen mobilen Endgeräten, wie etwa dem iPhone, nicht abgespielt wird. Da aber jeder Browser in der Lage ist, die Programmiersprache Java Script zu verstehen, haben wir unsere Dienstleistung genau dafür entwickelt. So kann sie unkompliziert verwendet werden. Das ist das Alleinstellungsmerkmal unseres Angebots.“ Fotografiert werden kann so gut wie jedes Produkt, außer es ist zu groß. Eigens für die Produktionen wurde erst kürzlich eine Lagerhalle als externes Fotostudio in Fußnähe zur Agentur angemietet. „Schwierig wird es allerdings bei Yachten oder gefährlichen Tieren wie Gorillas“, stellt Tobias Dehler lächelnd klar.  n

Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Tango Lima GmbH: Tobias Dehler und Daniel Büscher (v. links). Kontakt

TANGO LIMA GMBH Vohwinkeler Straße 13 | 42329 Wuppertal T (02 02) 26 15 80-0 | F (02 02) 26 15 80-10 info@tangolima.de | www.360pro.de

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Mobile Luxus-Toiletten

Vom kleinen Kfz-Betrieb in Neuss zum Geschäftspartner des Luxushotels Emirates Palace in Abu Dhabi: Teli Psarras hat mit seinem Unternehmen Global XL eine Marktlücke im Eventbereich erkannt und gefüllt, denn er bietet portable Sanitärlösungen für den gehobenen Geschmack.

Fotos: Unternehmensbilder

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icht selten sind es gerade die zufälligen Begegnungen im Leben, die einiges in Bewegung setzen. So geschehen bei der Firma Global XL – Checkpoint GmbH. In fast 20 Jahren hat sie sich in Neuss als Fachbetrieb für Spezialbauten, Designlackierungen und Rundumbetreuung im PKW- & NFZ-Bereich etabliert. Das Arbeitsmotto von Geschäftsführer Teli Psarras lautet: „Flexibilität und Marktanpassung ist der Motor zum Erfolg. Stillstand bedeutet Rückschritt.“ Nach dem Besuch einer nicht ganz gelungenen VIP-Veranstaltung stellte er fest, dass der Bereich mobile Sanitärbetreuung mehr als stiefmütterlich behandelt worden war. Dies wollte er ändern. Sein Ziel: Luxus auch in diesem Themenfeld anbieten zu können.

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Seine erste Erfahrung: Wert auf Qualität und Luxus wird auf die ausgewählte Location und das Catering gelegt – und zwar weltweit und egal ob in Europa, den Arabischen Emiraten oder Asien. Aber das entsprechende Equipment für das „natürliche Bedürfnis“ wird vernachlässigt. Es fehlten Annehmlichkeiten, wie die wohlige Atmosphäre, ein Stück zu Hause, wo man sich für einige Minuten heimelig fühlen und entspannen kann. Teli Psarras und die Designer seines Unternehmens hakten nach, betrieben Marktforschung und nahmen insbesondere Deutschland genau unter die Lupe. Einzig in Großbritannien wurden sie fündig, doch auch dieses Equipment war Psarras nicht anspruchsvoll genug. Den Betreibern in den USA dagegen fehlte es vor allem an Glamour. Kurz: Nirgends auf der Welt wurde ein mobiles Sanitärfahrzeug gefunden, welches einen Luxus wie im gehobenen Hotelstandard aufweist. Somit war die Idee geboren, den Betrieb Global XL um eine neue Sparte zu ergänzen.

Aufbau in wenigen Minuten Fünf-Sterne-Hotels waren Anhaltspunkt für den Unternehmer. So ließ er die Idee gemeinsam mit seinem fachmännischen Team nach sechsmonatiger Bauzeit im Jahr 2006 Wirklichkeit werden: Global 650 XL. Das Besondere? Es handelt sich um einen klassischen WC-Anhänger, der problemlos mit einem Geländewagen transportiert werden kann. Es werden keine Begleitfahrzeuge zum Transport von zusätzlichem Equipment benötigt. Alle zum Betrieb erforderlichen Bestandteile sind entweder fest eingebaut oder werden im Innenraum mitgeführt. Der Aufbau beschränkt sich auf ein zeitliches Maximum von rund 45 Minuten. Ein Abwassertank ist nicht an Bord, da das Abwasser per Hebeanlage abgepumpt wird. Serienmäßig ist das mobile WC mit einer elektronisch geregelten Klimaanlage ausgerüstet, die die eingestellte Raumtemperatur gradgenau regelt. Starke, beinahe lautlose Speziallüfter sorgen für einen hohen Luftaustausch. Hierdurch wird ein geruchfreies Raumklima gewährleistet. Die Warmwasser-Versorgung ist ebenfalls mit an Bord. Für eine angenehme Geräuschkulisse ist eine Soundanlage installiert, die alle modernen Speicherformate abspielt. Für eine mögliche Unternehmenspräsentation sind zudem TFT-Monitore an prägnanten Stellen integriert. Die Innenräume wurden so gestaltet, dass man ein Maximum an Platz zur Verfügung hat. Selbst mit ausladender Abendgarderobe ist das Benut-

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zen der Kabinen kein Problem. Auch die Außendekoration ist attraktiv. Deshalb gehört sie immer zum Mietumfang kostenlos dazu. Diese besteht aus einem Kunstrasen in den Farben grün oder beige, sowie diversen Topf-Pflanzen. Neben dem Modell 650 XL gibt es seit einiger Zeit auch den Global 750 XL „Oriental“: In ihm verbinden sich dezenter, orientalischer Luxus, kombiniert mit exklusiven Keramiken. Die Gäste erwartet Luxus in Vollendung. 24-Karat-Blattvergoldungen sind ebenso zu finden, wie französischer Stuck im orientalischen Stil. Psarras interpretiert seinen Anspruch folgendermaßen „Unsere Arbeiten und Leistungen sollen tausendprozentige Zufriedenheit des Kunden finden. Jeder Auftrag, gerade im Veranstaltungssektor, entspricht meinem persönlichen Anspruch – und der ist sehr hoch angesetzt. Akribisch genau wird alles durchgeplant und für jede Eventualität bestehen Ausweichpläne, die dem Kunden eine rundherum un­ vergessliche Veranstaltung garantieren.“ Wichtig ist dem Geschäftsführer zudem folgender Aspekt: „Es gibt sicherlich auch andere Hersteller von Luxus-Toilettenfahrzeugen, aber der eigentliche Luxus ist nur dort zu finden, wo man ihn spüren und fühlen kann. Unsere Fahrzeuge sind handwerkliche Einzelstücke und nicht industriell angehauchte Kleinserien. Jedes unserer Fahrzeuge ist auf die Bedürfnisse unserer Kunden und deren Gäste zugeschnitten, so dass nie ein Fahrzeug dem anderen gleicht. Letztendlich bestimmt nicht der Kunde das Design und die Form, sondern der Besucher!“ ■

Exklusiv und einladend präsentiert sich nicht nur der Eingangsbereich (oben), sondern auch der Innenraum der mobilen Sanitäranlagen (linke Seite).

Kontakt

Global XL – Checkpoint GmbH An der Hammer Brücke 2 | 41460 Neuss T (0 21 31) 12 07 87 | F (0 21 31) 12 07 86 mail@global-xl.de www.global-xl.de | www.750-XL.de

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Leben & Stil

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ie schwedische Herrenhemdmarke Eton bringt für jede Saison, passend zu ihrer hochwertigen Oberbekleidung, stilvolle Manschettenknöpfe auf den Markt. Die kreative Designschmiede setzt dabei vornehmlich auf ausgefallenes Design. Bei den hier vorgestellten Manschettenknöpfen handelt es sich um eine massive Edelstahlvariante, die innen mit blau-türkisen und dunkelvioletten Streifen sowie auf der Oberfläche mit einem modernen Paisley-Muster versehen sind. Auf der Website www.etonshirts.com können über den Store-Locator direkt die Händler in Düsseldorf gefunden werden. Preis: 81 Euro. n

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autsprecher der audiophilen Oberklasse, zeitloses Design und einzigartige Musikerlebnisse in den eigenen vier Wänden – das sind die Produkte von Avantgarde Acoustic. In der Hornschmiede des Spezialisten werden die Hornlautsprecher in Einzelfertigung hergestellt. Farbe und Echtholzpaneelen können auf Wunsch auf das individuelle Homeinterieur abgestimmt werden. Diese Luxusartikel kosten ab 6 500 Euro. Das hier dargestellte Trio Kugelwellen-Hornsystem mit sechs Basshörnern bietet feindynamische Abstufungen und kostet 43 500 Euro je Paar.  n

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ie Messerserie 105 aus dem Hause Friedr. Dick überzeugt, neben allen Vorzügen des perfekten Schneidens, durch ihre auffallend eigenständige Optik. Das Design geht auf einen klassischen Entwurf aus dem Jahre 1905 zurück. Die hohe Schnitthaltigkeit und der verarbeitete High-End Chromstahl bieten eine innovative Technik. Ein besonderes Kennzeichen ist das, wie im historischen Original, geprägte Qualitätssiegel auf der Klinge. Das Santoku-Messer eignet sich nicht nur zur SushiHerstellung und kostet 94 Euro.  n

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umidore sind das perfekte Zuhause für Zigarren. Besonders stilvoll sind die Variationen der VillaSpa-Linie. Edle Hölzer, wie im Innenraum „Okoume’’ und nicht Zedernholz, werden für die Schatzkisten verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Farben zum Preis von 895 Euro. Erhältlich bei Hollmann Fine Cigars in den Filialen in der Kö-Galerie und den Schadow-Arkaden in Düsseldorf.  n

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as 1962 gegründete Label Iceberg denkt schon an den nächsten Winter: Der teilweise mit Schafleder verarbeitete, armygrüne Herrenparka präsentiert sich im Used-Look und ist bis in die Kapuze hinein mit warmen Futter ausgestattet. Angeboten wird er unter anderem bei der Jades 24 GmbH in Düsseldorf zum Preis von 1 098 Euro. Mehr Informationen gibt es n auf der Website www.jades24.com. 

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business4 | auszeit Bis 2013 entsteht auf dem Areal des ehemaligen Jan-WellemPlatzes der neue Kö-Bogen.

Grundsteinlegung mit Star-Architekt 

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Fotos: textschwester

it einer Gondel flog Stararchitekt Daniel Libeskind auf den Grund der Riesenbaustelle des Kö-Bogens, um dort den Grundstein für das Jahrhundertprojekt in der Landeshauptstadt zu legen. Gemeinsam mit Düsseldorfs Oberbürgermeister Dirk Elbers, dem Investor Kurt Zech und Projektentwickler Stefan H. Mühling sowie einigen hundert Gästen aus Wirtschaft, Medien, Politik und Kultur erhielt das Projekt Mitte Juni seinen ersten, symbolischen Stein. Die Düsseldorfer Projektentwickler von „die developer“ haben Daniel Libeskind aus New York als Architekten für den Entwurf auf dem Areal des ehemaligen Jan-WellemPlatzes begeistert, das auf dem 9 000 Quadratmeter umfassenden Grundstück bis zu 40 000 Quadratmeter Geschossfläche misst und den Prognosen nach einen Ertragswert von mehr als 300 Millionen Euro einbringen soll. Voraussichtlich eröffnet wird der neue Kö-Bogen im Oktober 2013. Das Bauwerk von Libeskind bereichert und verlängert die hoch frequentierte Königsallee mit großen Flagship Stores, ungewöhnlichen Store-Konzepten und besonderen gastronomi-

Stefan H. Mühling, Daniel Libeskind und Dirk Elbers (v.l.n.r.) eröffneten den Kö-Bogen.

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schen Angeboten. In den oberen drei Etagen werden moderne und hochfunktionale Büroräume entstehen. „Mich hat es gereizt, in einem historischen Umfeld auf der Königsallee für das tägliche Leben zu bauen“, sagt Libeskind. „Wir bewerten Städte daran, wie die Menschen dort leben, wie sie arbeiten, wie sie einkaufen“, so der 65-Jährige.

Urbane Ikone „Daniel Libeskind bringt mit seiner Idee eine neue urbane Ikone direkt in das pulsierende Herz der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt“, glaubt Stefan Mühling, Geschäftsführer der zuständigen Projektentwicklungsgesellschaft „die developer“. „Man hat nur einmal im Leben die Chance, eine weltweit bekannte Luxusmeile wie den Mythos Königsallee zu verlängern und damit gleichzeitig eine historische städtebauliche Lücke für die Stadt zu schließen.“ Düsseldorf bekomme ein neues Wahrzeichen. Die Rheinmetropole stehe für Lifestyle und Business und Performance. „Düsseldorf unterzieht sich gerade einem umfassenden städtebaulichen Programm. Der Kö-Bogen ist daher nicht nur architektonisch die perfekte Lösung, sondern auch inhaltlich.“ Der Grundstein aus Edelstahl, der persönlich von Daniel Libeskind gestaltet wurde, verschwindet allerdings nicht in der Tiefe der sandigen Baugrube, sondern wird als Bestandteil der Fassade zum Schadowplatz für alle sichtbar sein und an diesen besonderen Tag erinnern. ■

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business4 | auszeit

Schwarz-Weiß Porträts 

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Fotos: Beate Knapp

ie Birkenstraße 45 in Düsseldorf-Flingern wird zu einem Treffpunkt für Liebhaber der Porträtfotografie. Dort hat Beate Knappe kürzlich ihr neues Fotostudio eröffnet. Die 60-jährige Düsseldorferin ist auf die Königsklasse der Fotografie spezialisiert: das Porträt. „Individualität, die Einzigartigkeit des Menschen, das ist, was mich interessiert und was ich darstellen will“, sagt sie. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Beate Knappe schon als Fotografin. Ihre Spezialität sind auch im Zeitalter der Digitalfotografie „CoffeeTableBooks“ – traditionelle Fotobücher, die in einer speziellen Bindungstechnik aus belichtetem Fotopapier produziert werden und für mindestens 70 Jahre ihre Schönheit behalten. Ihre Schwarz-Weiß-Portraits, die sie zumeist klassisch als Quadrat anlegt, haben nur bis zu diesem Punkt Ähnlichkeit mit dem, was unsere Großeltern früher nach ihrem Besuch beim Fotografen mit nach Hause nahmen. In dem fotografischen Stil von Beate Knappe abgebildet, sehen die Menschen sehr gegenwärtig aus und beeindrucken durch eine hohe Präsenz und Lebendigkeit.

Die Reduktion auf schwarz-weiß ist das künstlerische Motto von Beate Kappe (rechts).

„Ich will die Gefühle eines Augenblicks sichtbar machen“, erklärt die Fotografin. Etwa wenn sie ein Paar fotografiert, das sein Neugeborenes im Arm hält oder wenn sich beide über den Babybauch der Frau freuen. Junge Paare haben auf den Bildern die gleiche Lebendigkeit wie Paare, die schon 30 Jahre verheiratet sind oder Familien, die mit ihren Kindern ins Studio kommen, um sich „für die Ewigkeit“ portraitieren zu lassen. Als Profi hinter der Kamera ist Beate Knappe ebenso eine gute Menschenkennerin, die ihre „Objekte“ stets ins rechte Licht rückt. „Dabei lenkt die Reduzierung der Farbigkeit den Blick auf das Wesentliche, den Menschen und seine Individualität“, unterstreicht die Fotokünstlerin. www.beateknappe.de  ■

Ausgezeichnetes Design-Team

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Fotos: Grohe AG

Prof. Dr. Peter Zec, Initiator und CEO des red dot design award, übergibt die Urkunde an GroheChefdesigner Paul Flowers und David J. Haines, Vorstandsvorsitzenden der Grohe AG (von links).

ie Auszeichnung „red dot: design team of the year“ ist einer der wenigen Preise der Designwelt, für den man sich nicht selbst bewerben kann. In diesem Jahr geht sie an den Sanitäramaturenhersteller Grohe AG mit Sitz in Düsseldorf. Neben Qualität, Techno– logie und Nachhaltigkeit gehört Design zu den tragenden Säulen der Produktphilosophie. „Unsere Designstärke ist gerade in den letzten Jahren deutlich gewachsen und hat zu einer nachhaltigen Wertsteigerung der Marke geführt“, so der Vorstandsvorsitzende

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David J. Haines. Man biete heute eine vielfältige Kollektion ästhetischer Produkte und bahnbrechender Innovationen an, die wegweisende Trends für die Bad- und Sanitärbranche gesetzt haben. Das red dot institute for advanced design studies hat aufmerksam beobachtet, wie sich das Unternehmen vom reinen Technologieführer zum Designführer gewandelt hat. Messbar war dies nicht zuletzt an den zahlreichen internationalen Designauszeichnungen. Zu den größten Erfolgen zählen hierbei die insgesamt vier „red dot: best of the best“ Awards, von denen Grohe den jüngsten in diesem Jahr für seine Digital Collection erhält. ■

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Brücke von Weltrang

S

«Ein Weltkulturerbe lässt man nicht verkommen.» Das Gespräch mit Professor Kunibert Wachten fand zum richtigen Zeitpunkt statt, denn schon bis zum Oktober 2011 müssen NRWs Städte und Gemeinden dem Land Welterbestätten benennen. Ein entsprechender Aufruf der Landesregierung an die Kommunen ist daher in Vorbereitung. Hintergrund ist, dass die UNESCO nur noch weltweit 45 Anträge pro Jahr bearbeitet und Vertragsstaaten maximal zwei Anträge pro Jahr einreichen dürfen. Bis Herbst 2012 soll deshalb jedes Bundesland zwei Vorschläge erarbeiten, die von einer Exper-

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tengruppe auf ihre Erfolgschancen geprüft und im Jahr 2014 von der Kultusministerkonferenz der Länder verabschiedet werden. Qualifizierte Bewerbungen aus dem Segment der Industriekultur sind nach den bisher geführten Fachgesprächen noch unterrepräsentiert. Bis der Solinger Antrag bis zur UNESCO vorgedrungen ist, wird also noch viel Wasser die Wupper herunterfließen. Trotzdem sieht Feith in

Foto: Pixelio Thomas Max Müller

ie ist 465 Meter lang, 107 Meter hoch, wurde nach nur dreijähriger Bauzeit am 21. März 1897 dem Verkehr übergeben und hat damals rund 2,6 Millionen Reichsmark gekostet: Die Rede ist von der Müngstener Brücke, die das Tal der Wupper überspannt und Remscheid und Solingen miteinander verbindet. Mehrere Monate war sie für Sanierungsarbeiten gesperrt und wurde erst Ende Juni 2011 wieder für den Schienenverkehr geöffnet wird. Um sie langfristig erhalten zu können, hat Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith eine Mission. Die elegante Bogenbrücke ist für ihn ein „Meisterwerk der menschlichen Schöpferkraft“ und stellt einen „bedeutenden Schnittpunkt menschlicher Werte“ in Bezug auf die Entwicklung der Technik dar. Außerdem repräsentiere sie einen „bedeutsamen Abschnitt“ der Menschheitsgeschichte. Damit sind schon drei von sechs Kriterien gegeben, die nach der UNESCO-Konvention berücksichtigt werden müssen, wenn ein Denkmal in die Welterbeliste eingetragen werden soll. Nur eines davon muss erfüllt sein. Norbert Feith ist daher zuversichtlich, dass die Brücke den Anforderungen in mehrfacher Hinsicht entspricht und will die Eintragung der Brücke in die Weltkulturerbeliste der UNESCO vorantreiben. Was ihn hoffen lässt, ist die Ersteinschätzung eines Universitätsprofessors der Technischen Hochschule Aachen, einem Experten für Welterbestätten, der schon im Februar 2011 im Gespräch mit ihm zu einem positiven Urteil gekommen war.

dem Verfahren eine große Chance für das Bergische Städtedreieck und für die Pläne, den Tourismus in der Region voranzubringen: „Das Tal der Wupper unterhalb der Müngstener Brücke ist ein Paradies aus Menschenhand seit die Wupperverschmutzung Geschichte ist. Der Südpark mit der Schwebefähre bildet den Auftakt zu einer einzigartigen Inszenierung aus Natur und Industriekultur und am Ende wartet die mittelalterliche Burg mit dem Grafenschloss. Mit einem solchen Ensemble kann nicht jede Region aufwarten. Schon der Antrag soll dazu führen, dass sich das auch herumspricht. Und ich hoffe, dass die Diskussion auch den Brückeneigentümer, die Bahn, für das Schicksal der Brücke sensibilisieren wird. „Ein Weltkulturerbe lässt man nicht verkommen.“ Außerdem tun sich vielleicht neue Fördertöpfe auf, aus denen die Bahn schöpfen könnte: So gibt es ein Bundesprogramm zur Förderung der UNESCO-Welterbestätten; finanzielles Volumen für den ersten Förderzeitraum 2009 bis 2014: 220 Millionen Euro. ■

Die Müngstener Brücke überspannt die Wupper und verbindet Remscheid mit Solingen.

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business4 | auszeit

Traumziel Dubai

Aus dem erst 1830 gegründeten Emirat wurde seit Ende der 1960er Jahre eine moderne Metropolis, die Business und Besucher heute mit WeltklasseArchitektur und perfekter Infrastruktur lockt.

U

Foto: Creative Commons

rsprünglich war Dubai eine kleine Fischersiedlung. Anfang des 19. Jahrhunderts gründete die Maktoum Familie das Emirat, über das sie noch heute herrscht. Zu den traditionellen Tätigkeiten gehörten Schaf- und Ziegenzucht, Dattelanbau, Fischen und Perlentauchen. Doch haben die Einwohner immer schon

Foto: pixelio.de Reinhold Kiss

Dubai steht für Top-Hotellerie wie im 7-Sterne-Haus Burj Al Arab (gr. Bild) und erstklassige Gastronomie (oben).

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auch Handel betrieben. Bis zur Jahrhundertwende hatte Dubai die größten Suqs – die typisch arabischen Marktviertel – an der Golfküste, mit 350 Geschäften allein im Stadtteil Deira. Der wirtschaftliche Erfolg zog Händler aus Indien und dem Iran an. Doch politisch blieb Dubai über Jahrzehnte ein Protektorat Großbritanniens. Erst als sich die Briten 1971 zurückzogen, vereinigte sich Dubai mit Abu Dhabi, Sharjah, Ajman, Umm Al Quwain, Fujairah und Ras Al

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Foto: pixelio.de Alfred Jäkel

Khaimah zur Föderation der Vereinigten Arabischen Emirate. 1966 wurden die ersten Erdölvorkommen in der Region entdeckt, 1969 begann der Export des „schwarzen Goldes“. Sie waren die Grundlage für einen seither anhaltenden Boom, der sich auch optisch im Stadtbild Dubais niederschlägt. Jumeirah etwa war noch vor einem halben Jahrhundert nur ein kleines und unbeachtetes Fischerdorf weit außerhalb von Dubai Stadt. Spricht man heute vom Strand in Dubai, so meint man zwangsläufig immer den Jumeirah Beach, an dem alle Strandhotels des Emirates liegen. Heute ist der Stadtteil zudem eine der beliebtesten und wohlhabendsten Gegenden, gerne auch Dubais Beverly Hills genannt. Jumeirah beginnt in H��he des Marine Beach Resort & Spa Hotel und zieht sich mittlerweile über das wohl jedem bekannte Wahrzeichen, den kunstvollen Bau des 7-Sterne-Hotels Burj Al Arab, bis nach Palm Island und der Dubai Marina.

ten bereits Einkäufer von Hotels und Restaurants, Privatpersonen und einige Touristen. Fangfrische Speisefische, Meeresfrüchte und Schalentiere liegen auf den mit Eis gekühlten Tischen. Einige der Prachtexemplare werden in einem sehenswerten Procedere versteigert. Dann herrscht eine geladene, spannende Atmo­sphäre. Das Bastakia Viertel ist das historische Zentrum von Dubai. Es befindet sich auf der Bur Dubai Seite am Creek, direkt beim Dubai Museum (Al Fahidi Fort). Alte Häuser, deren Windtürme zum Teil noch vollständig erhalten sind, haben den „Bauboom“ überlebt. Bei einem Spaziergang durch die verwinkelten und malerischen Gassen kann man auch einige der Häuser besichtigen. Mitten in Bastakia liegt ein wenig versteckt auch unser Hoteltipp für Dubai: das XVA Gallery Café & Hotel. In dem perfekt restaurierten Anwesen vereinen sich Kunstgalerie, Kaffeehaus und ein Hotel mit gerade mal neun traumhaft eingerichteten Zimmern im arabischen Stil. Das ist sf ■ 1001 Nacht pur.

In aller Munde ist auch die Innenstadt. Seit 2008 ist der Burj Khalifa mit 828 Metern und 160 Stockwerken das höchste Gebäude der Welt. Hier hat man von einer Aussichtsplattform im 124. Stockwerk den mit Abstand besten Blick über Dubai, den Golf und das gesamte Emirat. Rund um den Wolkenkratzer wächst eine ganze Stadt heran. Die Old Town (neu erbaut – auf alt und traditionell getrimmt), Downtown Living (Wohnhochhäuser), Dubai Mall, die größte Shopping Mall der Welt, sowie einige Hotels bilden zusammen das neue Zentrum. Eingebettet in künstliche Wasserwege präsentiert sich das Gebiet um den Burj Khalifa fast wie eine Märchenwelt. Nahe der Mündung des Dubai Creeks befindet sich der Stadtteil Al Shindagha. Hier wurde 1997 das „Heritage and Diving Village“ errichtet. Das Museumsdorf im Stil einer arabischen Siedlung vermittelt dem Besucher die Kultur, Geschichte und Tradition Dubais. Original nachgebaut sind Steinhäuser aus den Berg- und Wüstenregionen, Beduinenzelte, traditionelle „Windturmhäuser“, Marktstände, Gewürzläden und viele andere Attraktionen. Wer Souvenirs, Kunsthandwerk, Antiquitäten oder nur ein nettes kleines Restaurant sucht, wird hier sicher fündig. Jeden Tag öffnet der Fischmarkt um halb Acht seine Pforten. Draußen war-

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dubai im web de.definitelydubai.com Offizielle Website, auch mit Infos für Geschäftsreisende. www.xvahotel.com Stilsicher restauriertes Boutiquehotel mit Cafè und Kunstgalerie.

Das XVA Hotel (unten) ist ein Kleinod inmitten einer märchenhaften Umgebung.

Fotos: XVA Hotel

Das höchste Gebäude der Welt

Shopping ist eine der Attraktionen von Dubai. In den HochglanzArkaden des Airports (oben) sind alle führenden Markenprodukte und Luxusartikel im Angebot.

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business4 | praxis

Business in den Golfstaaten Schon der einfache Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollte gut vorbereitet werden – noch

schwieriger ist es aber, Geschäfte vor Ort abzuwickeln. Für business4 hat Marc Kloepfel, Geschäftsführer der Kloepfel Consultig GmbH die wichtigsten Tipps zusammen gestellt.

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W Foto: Fotolia

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind der korrekter Kleidungssteil und die entsprechende Umgangsformen bei Geschäftsmeetings extrem wichtig.

er in den Vereinigten Arabischen Emiraten, so zum Beispiel in Dubai, erfolgreich Kontakte aufbauen möchte, muss einiges beachten. Es gibt viele Dinge, die für Europäer oder US-Amerikaner selbstverständlich sind, aber in den Golfstaaten beinahe einem Skandal

nahe kommen können. Da viele Besucher sich im Vorfeld offenbar nicht ausreichend informieren, sorgen die Länder vor. So weisen beispielsweise alle Einkaufszentren am Eingang mit Hinweisschildern auf die Benimmregeln hin. Den Anfang machten die Mall of the Emirates bereits im Januar 2008.

A

lkohol und Tabak

Einheimische dürfen offiziell absolut keinen Alkohol konsumieren. Ausländern ist es in manchen Hotels und Lokalitäten erlaubt. Doch auch dort sollte man tunlichst auf Trinkgelage verzichten. In der Öffentlichkeit – beispielsweise in

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B

egrüßung

Männer begrüßen sich mit dem kurzen Handschlag. Gegenüber Frauen ist jeglicher Körperkontakt verboten, das gilt auch für diese Begrüßungsform. Auch als Besucher sollten sich Paare nicht eng umschlungen zeigen. Auch gilt es als unschicklich, Frauen einfach anzusprechen. Status und berufliche Position spielen in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine bedeutende Rolle. Daher sollte man darauf achten, die Personen immer formell anzusprechen. Falls der Gesprächspartner einen Titel trägt, wird dieser vor dem Namen genannt. Üblicherweise wird der Vorname verwendet. Hochrangige Persönlichkeiten sollten mit Titel plus Vornamen angesprochen werden (Shaik, His/Your Excellency). Die korrekte Anrede des Herrschers von Dubai würde also lauten: Your Highness Shaikh Mohammed. Frauen dürfen nicht mit dem Nachnamen ihres Mannes angesprochen werden, sondern nur mit ihrem Familiennamen.

F

otografieren

Grundsätzlich sollten nie ungefragt Personen fotografiert werden. Frauen zu fotografieren, ist ganz untersagt. Gleiches gilt für die genannten „restricted areas“. Dabei handelt es sich um öffentliche und militärische Anlagen.

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K

leidung

Ganz generell: Nie zu freizügig anziehen. Auch auch bei ausländischen Besucherrinnen ist ein Schleier gerne gesehen. Bei Freizeitausflügen sollten Männer schulterbedeckende T-Shirts und Hosen, die mindestens die Knie bedecken, anziehen. Kurze Hosen werden in der Vereinigten Arabischen Emiraten nur als Unterhose oder Badehose getragen. Im Emirat Sharjah ist die sittliche Kleiderordnung allerdings nicht nur eine Empfehlung, sondern Gesetzgebung. Inzwischen haben auch die meisten Einkaufszentren in Dubai einen Dresscode eingeführt. Zudem sollte man auf blickdichte Stoffe achten, schulter- und rückenfreie Teile, ebenso wie eng anliegende Kleidung, tiefe Ausschnitte, kurze Röcke oder Hot Pants vermeiden. Frauen sollten idealerweise Kostüme mit minde-

stens knielangen Röcken und generell Strumpfhosen anzuziehen. Auch die Farbwahl sollte dezent ausfallen. Im Emirat Sharjah darf man als Frau an den öffentlichen Stränden keinen Bikini tragen. In zahlreichen Restaurants und Nachtklubs, vor allem jedoch in Hotelanlagen, gibt es abends eine Kleidervorschrift. Jeans und Tennisschuhe sind vielerorts nicht erlaubt. Bei Businesstreffen sollten für Männer Anzug und Krawatte und für Frauen adäquater Businessdress selbstverständlich sein.

P

rivate Einladungen

Erhält man eine private Einladung, so sollte diese zunächst zweimal

Foto: World Economic Forum | Norbert Schiller

Parks, auf der Straße oder am Strand – ist Alkohol komplett tabu. Selbstverständlich ist auch das Autofahren unter Alkoholeinfluss strengstens untersagt und wird bei Zuwiderhandlungen mit empfindlichen Strafen sanktioniert. Während des Ramadan sollte man als Besucher in der Öffentlichkeit zudem auf das Rauchen verzichten, auch hier drohen andernfalls erhebliche Geldbußen.

Muhammad bin Raschid Al Maktum ist Herrscher des Emirats Dubai und sowohl Premier- als auch Verteidigungsminister sowie Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate.

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business4 | praxis

Ein Besuch in Dubai ist geschäftlich und privat empfehlenswert – will aber gut vorbereitet sein.

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Wer eine Wohnung betritt, muss zuvor die Schuhe ausziehen, allerdings sollten man unter keinen Umständen dem Gegenüber die Fußsohlen entgegenstrecken. Daher am besten konsequent auf das Überkreuzen der Beine verzichten.

G

eschenke

Geschenke dienen in den Vereinigten Arabischen Emiraten weniger

zur Anbahnung einer Geschäftsbeziehung, als vielmehr als Möglichkeit, persönliche Beziehungen zu festigen. Wer ein kostbares Geschenk erhält, darf dieses aus Gründen der Höflichkeit auch gerne annehmen. Sonst wäre der Schenker beleidigt. In vielen deutschen Firmen ist es Usus, dass die Mitarbeiter ihre Geschenke abgeben und diese dann – beispielsweise zur Weihnachtsfeier – versteigert werden.

Foto: Creative Commons | Sergey Dolva

höflich abgelehnt werden. Wer dann zum drittenmal eingeladen wird, darf diese dann auch annehmen, denn solche Einladungen gelten als große Ehre. Geschenke bitte nur Kindern mitbringen, nie der Frau, nicht einmal Blumen. Diese werden in der Regel nur zu Hochzeiten und Geschäftseröffnungen mitgebracht. Spirituosen als Gastgeschenk sind selbstverständlich Tabu.

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U

nterhaltung

Wie in allen islamischen Ländern sind Gespräche über Frauen, Religion, Terrorismus und Politik im Alltag oder Gewchäftsmeeting tabu. Gespräche finden normalerweise nur zwischen Partnern gleichen Geschlechts statt.

P

aare

U

mwelt

Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten Blumen oder Planzen entwendet oder beschädigt, kassiert eine Geldstrafe.

R

amadan | Fastenzeit

Während der Fastenzeit (von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang) darf grundsätzlich weder geraucht, gegessen noch getrunken werden – die gilt auch für Wasser, Säfte und Softdrinks. Sogar das Kauen eines

Verhandlungen in den Golfstaaten sind meist äußerst langwierig.

Kaugummis während des Ramadans in der Öffentlichkeit kann bestraft werden. Man sollte sich aus RespektGründen besonders konservativ kleiden. Die Arbeitszeiten sind während des Ramadans in der Regel um mindestens zwei Stunden pro Tag gekürzt.

E

ssen und Trinken

Arabische Spezialitäten sind unter andrem Kichererbsen- und Sesampüree (Houmus), Bulghurweizen

Foto: Creative Commons

Die öffentliche Zuschaustellung von Zärtlichkeiten ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten strafbar.

Foto: CDU Tanja Gönner

Als Geschenke für den Businesspartner empfehlen sich entweder hochwertige Bildbände oder symbolträchtiges Porzellan. Die Übergabe geschieht immer mit der rechten Hand, denn mit der linke Hand verrichtet man in den Vereinigten Arabischen Emiraten nur sogenannte „unreine“ Aufgaben. Bei Geschäftsmeetings ist es zwar üblich, Geschenke zu überreichen, allerdings wird es nicht als „Muss“ angesehen.

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Das Einkaufszentrum Blue Souk in Sharjah ist eines der Wahrzeichen dieses Emirats.

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business4 | praxis Dubai ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats, das direkt am Persischen Golf gelegen ist.

mit Petersilie und Minze (Tabbouleh), gebratenes Lamm auf Reis mit Nüssen (Ghuzi), mit Reis gefüllte Weinblätter (Warak Enab) und gefüllte Zucchini (Koussa Mashi). Vorspeisen werden Mezze genannt. Oft werden traditionelle Hammelgerichte serviert, die man ohne Besteck serviert bekommt und nur mit Brot isst. In der Regel wird der Gast aufgefordert mit dem Essen zu beginnen. Es gilt als besonders höflich, viel zu essen. Wer wirklich satt ist, muss auf weitere Aufforderungen dreimal höflich ablehnen und einen kleinen Rest auf dem Teller zurück lassen. Leere Teller signalisieren Hunger. Ähnliches gilt für leere Gläser.

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In den Golfstaaten wird zur Begrüßung ungesüßter Kaffee getrunken. Die Tasse gehört dabei in die rechte Hand. Man sollte sich den Kaffee maximal vier Mal nachschenken lassen.

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eschäftliches

Hilfsbereitschaft wird geschätzt. Daher sollte niemals eine Bitte verweigert werden, sei diese auch noch so unmöglich zu erfüllen. Der gute Wille zählt und öffnet Türen. Auf Pünktlichkeit wird sehr viel Wert gelegt. Wie in Deutschland auch, fördert es Sympathien wenn die Geschäftspartner Gemeinsamkeiten entdecken. So lassen sich erfolgreiche Geschäftsbeziehungen aufbau-

en. Auch Kontaktmessen oder Außenhandelskammern sind gute Möglichkeiten, um Kontakte zu knüpfen. Visitenkarten sollten optimalerweise beidseitig bedruckt sein, einmal englisch, einmal arabisch. Je mehr das Gespräch vom geschäftlichen abweicht, desto interessierter sind Araber an ihrem Gegenüber. Dies ist zeigt Wertschätzung und gilt als gutes Zeichen. Die Arbeitszeiten sind in der Regel von acht bis 18 Uhr mit zweistündiger Mittagspause. Das Wochenende geht nicht wie bei uns von von Samstag bis Sonntag, sondern von Freitag bis Samstag. Hintergrund: Freitag ist der Tag des öffentlichen Gebets und daher arbeitsfrei.

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DONT’S ■ Niesen und Naseputzen in der Öffentlichkeit gilt als unfein. ■ D  as in Deutschland als „Okay“ bekannte Zeichen, also mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis zu bilden, gilt in den Vereinigten Arabischen Emiraten als obszöne Geste. ■ T rägt der Araber besonders schöne Schmuckstücke (z.B. eine luxuriöse Uhr), sollte man diese nicht loben. Der Träger sieht sich sonst gezwungen, das Schmuckstück dem Gesprächspartner zu schenken. Es wäre dann grob Unhöflich das Geschenk abzulehnen. ■ A ls Nichtmuslim sollte man den Namen Allahs oder des Propheten Mohammed grundsätzlich nicht in den Mund nehmen.

V

erhandlungen

Geschäftsbeziehungen basieren auf persönlichen Beziehungen. Die Sachebene spielt eher eine untergeordnete Rolle. Verhandlungen in den Golfstaaten sind meist langwierig und sind von traditionellem Feilschen geprägt. Erfolgreiche Verhandlungen basieren auf großen Verhandlungsspielräumen, Flexibilität und gegenseitiger Sympathie. Daher ist es ratsam zunächst eine positive persönliche Beziehung aufzubauen, indem man gemeinsame Interessen findet. Im Gegensatz zu den Arabern tendieren die Deutschen dazu, einen Vertragsabschluss zu früh ins Auge zu fassen. Daher: Zeit neh-

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men, Nachverhandlungen einplanen und flexibel sein. Großzügigkeit wird geschätzt. Daher sollte für die Verhandlungen auch immer die Möglichkeit für großzügiges Entgegenkommen mitbedacht werden. Bei Verhandlungen sind Schauspielerei und das Zeigen von Emotionen durchaus üblich, dabei sollten man aber immer freundlich und souverän bleiben. Kommt man mit einer Verhandlung nicht weiter, sollte man einflussreiche Dritte hinzuzuziehen.

Golfaraber wollen immer die beste Qualität zu den niedrigsten Preisen, daher gestalten sich Verhandlungen oft sehr schwierig. Zwar werden schriftliche Vereinbarungen als Mangel an Vertrauen vom arabischen Geschäftspartner angesehen. Aber diese schriftlichen Vereinbarungen sind wichtig, um spätere Missverständnisse zu vermeiden. Man überzeugt am einfachsten, in dem man auf die formalen Vorschriften in der eigenen Firma verweist.  ■

Foto: CDU Tanja Gönner

Foto: Pixelio Reinhold Kiss

■ W  enn der Muslime betet, sollte man ihn dabei unter keinen Umständen stören. Verboten sind ferner: Pornographie, „jüdische Propaganda“, Schriften und Medien, die unvereinbar mit den religiösen, kulturellen, politischen und moralischen Werten der Vereinigten Arabischen Emirate sind, Trunkenheit und Drogen.

Ein Handschlag, wie hier von CDU-Politikerin Tanja Gönner, ist formal in den Emiraten nicht korekt und sollte vermieden werden.

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Fotos: Interxion

business4 | praxis

Rechenzentren im Wandel Um die Qualität des IT-Betriebs sicherzustellen und Kosten zu sparen, setzen immer

mehr Unternehmen auf eine Rechenzentrum-Infrastruktur, die von mehreren Firmen gleichzeitig genutzt werden kann.

C Ein modernes und leistungsfähiges Rechenzentrum benötigt viel Platz für die verschiedenen Kunden-Server (oben).

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olocation, die Bereitstellung einer ausfallsicheren und von unterschiedlichen Kunden gemeinsam genutzten Rechenzentrumsinfrastruktur, ist für zahlreiche Unternehmen verschiedener Größenordnungen seit langer Zeit ein probates Mittel, um die Qualität des IT-Betriebs sicherzustellen und Kosten zu senken. Standen die

Server der Kunden in der Vergangenheit jedoch oft unverbunden nebeneinander, findet seit einiger Zeit ein fundamentaler Wandel statt. Die Kunden schließen sich im Rechenzentrum nicht mehr nur zusammen, um Skaleneffekte zu erzielen, sondern auch, um unter­ einander Handel zu treiben, beziehungsweise Dienstleistungen aus-

zutauschen und damit ihre eigene Wertschöpfung zu steigern. Es entstehen damit so genannte Content Aggregation Hubs. Eine der ersten Branchen, die diese Vorteile für sich genutzt hat, war der Finanzsektor. In Colocation Rechenzentren finden sich seit langem unterschiedliche Marktteilnehmer wie Investment- und

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Trading-Firmen, Broker, Hedge Fonds und Börsen. Aufgrund der Konzentration der Unternehmen an einem Ort entsteht buchstäblich ein Ökosystem der Finanzwirtschaft im Rechenzentrum – ein so genannter Financial Hub. Die unmittelbare Verbindung zu den anderen Marktteilnehmern im Financial Hub ermöglicht etwa einen verzögerungsfreien Zugriff auf Marktdaten, die vor Ort von den entsprechenden Dienstleistern verzögerungsfrei bereitgestellt werden. Durch die Nutzung einer gemeinsamen Colocation ergeben sich neben Latenz- und Preisvorteilen auch Verbesserungen in den Bereichen Qualität und Angebotsvielfalt. Dies trägt für alle Beteiligten zu einer verbesserten Wertschöpfung bei.

Bereitstellung digitaler Inhalte über das Internet Ähnlich sieht es im Bereich der Medienwirtschaft aus, wenn es beispielsweise um die Bereitstellung digitaler Inhalte über das Internet geht. Hierzu gehören vor allem Videodateien, Streams von Mediatheken und Online-Spiele. Es ist selbstverständlich, dass vor allem der zahlende Nutzer erwartet, dass die Inhalte zu jeder Zeit – und zwar im gewünschten Format und der entsprechenden Qualität – zur Verfügung stehen. Die Content Distribution Networks (CDNs) sind darauf spezia­ lisiert, den Konsumenten die zur Verteilung zugewiesenen Inhalte effektiv, das heißt schnell und sicher, bereitzustellen. Um dies gewährleisten zu können, bedarf es der effizienten Verbindung aller Wertschöpfungspartner von der Entwicklung über die Produktion bis hin zur Aufbereitung und Verteilung von Daten. Auch hier bilden Colocation Rechenzentren den optimalen Rahmen und fungieren als Content Hub für diese Branche.

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Ein dritter Aspekt zielt auf Cloud Computing. Alle Daten, die in einer Cloud produziert werden, müssen nämlich zu den Nutzern transportiert werden. Das infrastrukturelle Angebot hierzu finden Diensteanbieter in Cloud Hubs, die beispielsweise Interxion in 13 europäischen Städten, darunter Frankfurt und Düsseldorf, betreibt. Durch die Verfügbarkeit von mehr als 350 Kommunikationsnetzwerken und 18 Internetaustauschknoten entsteht in den Cloud Hubs eine Oligopol-Situation. Von dieser profitieren wiederum die Cloud Service Provider, da sie Zugang zu zahlreichen Datennetzen erhalten. Dadurch können sie massive Einkaufsvorteile erzielen

und außerdem durch den Netzzugang die Anbindung von Endanwendern mit niedrigsten Latenzzeiten gewährleisten. In Cloud Hubs können sowohl Service Provider, die eigene Plattformen betreiben, als auch Unternehmen, die auf Private Clouds setzen, ihre Systeme in einer flexiblen und leistungsfähigen Rechenzentrumsumgebung unterbringen, die sich außerdem durch die Nähe zu wichtigen Netzwerken und CDNs auszeichnet. In diesem Zusammenhang wird offensichtlich, welch tiefgreifenden Wandel die digitale Wirtschaft derzeit durchlebt und welch hohen Stellenwert Colocation-Rechenzentren in Zukunft besitzen. ■

Mit großem Aufwand werden wichtige Kundendaten sicher gelagert. Dazu gehört auch eine ausfallsichere Energieversorgung.

Zum Autor Peter Knapp ist Geschäftsführer der Interxion Deutschland, das mit 28 Rechenzentren in elf europäischen Ländern mehr als 1100 Kunden betreut. Düsseldorf ist einer der Standorte.

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business4 | praxis

Moderne Technik

Im Mittelstand sind Investitionen im Bereich Informationstechnologie und Telekommunikation genau zu prüfen. Durch den Bezug von standardisierten Leistungen können die

Fotos: Alineo

Kosten deutlich verringert sowie die interne Arbeit erleichtert werden.

B

Über Mobilttelefone mit Internetzugang kann der Zugriff auf Computerdaten auch von unterwegs erfolgen.

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etrachtet man in mittelständischen Unternehmen Fragen der zukünftigen Strategie oder Beschaffungen in der Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation (TK), ist es wichtig, sich zunächst mit den Geschäftsprozessen des jeweiligen Unternehmens zu befassen. Während im Mittelpunkt der Kernprozesse die Erfüllung der Kundenbedürfnisse steht, stellen unterstützende Prozesse die technischen und organisatorischen Grundlagen bereit. IT- und TKProzesse gehören meist zur zweiten Kategorie – immer dort, wo diese weder Leistungsgegenstand sind, noch eine Unterscheidung im Wettbewerb ausmachen.

Im Mittelstand sind deshalb Investitionen im IT- und TK-Bereich genau zu prüfen, da bei einer ungeeigneten Architektur erhebliche Kosten entstehen und Investitionen in die Weiterentwicklung der Kernprozesse beschränkt werden. Bei allen Support-Prozessen bestehen große Chancen, durch den Bezug von standardisierten Leistungen Abhängigkeiten und Kosten deutlich zu verringern.

Cloud Computing In den letzten Jahren sind durch die permanente Weiterentwicklung im Internet neue Möglichkeiten entstanden – das so genannte Cloud Computing. Modernste Anwendungen stehen so online zur Verfügung,

wobei die Sicherheit aller Daten über modernste Verfahren gewährleistet wird. Sowohl klassische Server für Büro-Anwendungen als auch TK-Anlagen müssen regelmäßig gewartet werden. Einrichtung, Datensicherung und Updates verursachen hohe Betriebskosten. Im Cloud Computing erfolgen Aktualisierungen automatisch. Der Aufwand für Hard- und Software wird so erheblich reduziert. Bei geringen Kosten stehen stets aktuelle Anwendungen zur Verfügung, deren Nutzung sich flexibel auf den jeweils benötigten Umfang zuschneiden lässt – ohne Kostensprünge durch Zusatzinvestitionen. Für mittelständische Unternehmen ist es häufig sinnvoll, die IT-

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und TK-Architektur an den BüroAnwendungen auszurichten und darin die Unterstürzung der Arbeitsabläufe abzubilden. Führende Anbieter von Büro-Anwendungen (Office-Lösungen) in der Cloud sind Google und Microsoft mit ihren Produkten Google Apps und Microsoft Office 365, die in Rechenzentren der Anbieter betrieben werden. Sie bieten – neben einer Verwaltungsoberfläche – E-Mail- und Kontakt-Verwaltung, Kalender sowie Funktionen zur gemeinsamen Bearbeitung von Dokumenten (Text-, Tabellenkalkulations- und Präsentations-Dateien).

Unabhängig vom Standort Diese integrierten Pakete stellen alles für eine effiziente Zusammenarbeit und einfachen Informationsaustausch zur Verfügung. Der Zugriff auf die Anwendungen erfolgt dabei unabhängig vom Standort über beliebige Computer oder Mobiltelefone. Auch Unternehmensanwendungen, beispielsweise zum Kundenbeziehungsmanagement oder für die Finanzbuchhaltung, stehen heute in der Cloud zur Verfügung. Eine Verknüpfung mit Büro-Anwendungen ist im Sinne der Prozessunterstüzung zu realisieren. Für Internet-basierte Telekommunikationslösungen haben sich inzwischen einige Anbieter am Markt etabliert, die speziell auf den Mittelstand ausgerichtete Lösungen anbieten, beispielsweise

nfon und sipgate. Diese TK-Lösungen ersetzen die herkömmliche Telefonanlage und Telefonleitungen, womit die Vorteile des Cloud Computings auch im TKBereich erreicht werden.

Konkrete Vorgehensweise Neben der Grundfunktionalität sind die einfache Verknüpfung aller Lösungsbausteine sowie die Übernahme der vorhandenen Daten wesentliche Auswahlkriterien für ein Angebot – ebenso wie eine dem Geschäft angepasste und vom Anbieter zugesicherte Verfügbarkeit der Dienste. Ob es um Flexibilität für Wachstum oder Konsolidierung, um Kostenoptimierung oder Verbesserung der Abläufe geht: In der Analyse sollten gemeinsam mit erfahrenen Beratern die Architektur und die Anwendungslandschaft entlang der Geschäftsprozesse festgelegt werden. Diesen Schritt einzusparen, gefährdet die Zielerreichung – technisch und wirtschaftlich. Es gilt, die richtigen Lösungen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse auszuwählen und die Umsetzung zu planen – einschließlich Daten-Übernahme, Schulungsbedarf und Betrieb. Verfügbarkeit, Aufgaben einer externen Systemadministration und Umfang einer Anwenderbetreuung sollten vertraglich geregelt werden. Wichtig ist im späteren Betrieb ein geregelter Informationsfluss zwi-

schen Anwendern, dem Auftraggeber und dem Dienstleister.

Kostengünstige Lösungen Gerade mittelständische Unternehmen sind heute mit stetig wachsenden Anforderungen konfrontiert: Sei es die Erwartungshaltung von Kunden bezüglich einer schnellen und effizienten Abwicklung der Geschäftsprozesse oder der Wunsch nach einer modernen Anwendungsplattform bis hin zur immer mehr gefragten mobilen Nutzung. Gleichzeitig steigen auch die gesetzlichen Anforderungen im Hinblick auf elektronische Kommunikation, Datensicherheit und Aufbewahrungspflichten. Cloud Computing ermöglicht jetzt auch Mittelständlern, kostengünstig diesen Anforderungen nachzukommen. Flexible Preismodelle und standardisierte Anwendungen ermöglichen Kosteneinsparungen bereits gegenüber dem Ist-Zustand. n

Für mittelständische Unternehmen ist eine passgenaue Einrichtung von Büro-Kommunikation empfehlenswert.

Zum Autor Erhard Hoff studierte Nachrichtentechnik und begann seine berufliche Laufbahn in der Softwareentwicklung. Nach leitenden Positionen in Entwicklung und Produktion bei verschiedenen Systemhäusern, wechselte er im Jahr 2000 zu T-Systems International. Dort verantwortete er zuletzt den deutschlandweiten Vertrieb und Service für Institute aus dem öffentlich-rechtlichen Bankensektor. Bis vor einem Jahr war er Geschäftsführer eines SAP-Systemhauses. Seit 2010 arbeitet er als freiberuflicher Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Geschäftsprozesse, Vertrieb und IT-/TK-Technologien tätig. Gleichzeitig ist er Chef zweier mittelständischen IT-Unternehmen.

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Foto: Pixelio Gerd Altmann

business4 | praxis

Umgang mit der Hausbank In business4 1/2011 informierten wir über öffentliche Förder- und Kreditprogramme. Allerdings stellen viele Unternehmer immer wieder fest, dass man mit diesem Anliegen bei der Hausbank nicht immer offene Türen einrennt. Daher bieten wir in dieser Ausgabe nun konkrete Praxis-Tipps.

D

er Grund, warum Kreditinstitute sich oftmals zieren, Förder- und Kreditanträge zu unterstützen, ist recht einfach: Sie bedeuten generell mehr Aufwand, als eine Darlehensbewilligung „aus dem eigenen Haus“ – und weniger Marge. Gerade die Beantragung kleiner Beträge über Förderkreditprogramme kann daher sehr schwierig werden, da es nur wenig Unterschied in der Bearbeitung bedeutet, ob 10 000, 100 000 oder 500 000 Euro beantragt werden. Aber dem

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Aufwand steht ein erheblich geringerer Ertrag gegenüber, da die Bank nur eine Bearbeitungsvergütung erhält. Dies bedeutet: mehr Arbeit und gleichzeitig weniger Profit.

Pragmatische Kriterien Daher wird bei nicht wenigen Kreditinstituten pragmatisch nach betriebswirtschaftlichen Kriterien entschieden. Hinzu kommen oftmals noch hausinterne Vorgaben und Anweisungen, wonach die eigenen Produkte verstärkt zu verkaufen sind.

Doch bevor nun pauschal auf Banken geschimpft wird: Ein Großteil der Finanzierungs-Anträge über öffentliche Förderprogramme werden schlussendlich alleine deshalb nicht von der Hausbank begleitet, weil der Antragsteller schon im Vorfeld Fehler gemacht hat. Gerade kleinere Mittelständler erschweren sich das Leben in diesem Zusammenhang oftmals selbst. Dabei sollte eine exzellente Vorbereitung zwingende Grundbedingung bei jedem Darlehensantrag sein. Kreditinstitute bemängeln

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immer wieder, dass sich eine erschreckend hohe Zahl von Unternehmern diesbezüglich mangelhaft präsentiert. Grund-Standard ist heute die Vorlage eines Businessplans inklusive mehrjähriger Finanzplanung. Doch schon dieses erweist sich als problematisch –  viele haben Schwierigkeiten damit, die Art und Höhe ihres Kapitalbedarfes und ihre Kapitaldienstfähigkeit exakt und plausibel darzustellen.

jahre. Dies bietet der Bank oder Sparkasse eine verlässliche Basis für die Entscheidung. Machen Sie der Bank deutlich, dass

für die Kondition. Prüfen Sie also intensiv, wie viel eigenes Geld Sie in die Finanzierung einbringen können.

Sie als Antragsteller über die erwarteten Kompetenzen verfügen. Die Mitarbeiter einer Bank sollten die Person des Unternehmers und den Betrieb im Ganzen genau kennen: Know-how, Qualifikationen, Expertise, gegebenenfalls Referenz-

Stellen Sie bei Ihrer Hausbank ein

Kunden sollten immer aktuell vorgestellt werden. Speziell für Jung-Unternehmer ist dies ein elementarer Faktor.

Kreditantrag wichtig für die Vertrauensbasis.

hohes Maß an Transparenz sicher. Das unaufgeforderte Einreichen laufender Auswertungen (BWA) und Jahresabschlüsse, wichtige Zwischen-Informationen oder ähnliches sind auch ohne aktuellen

Hinzu kommt folgender Trugschluss: Manch etablierter Firmeninhaber geht davon aus, dass die eigene Hausbank „natürlich weiß, was wir machen und wie wir arbeiten“. Allerdings verläuft die Mehrzahl der Entscheidungsprozesse heute völlig anders, als noch vor wenigen Jahren – der vertraute Gesprächspartner entscheidet nicht mehr alleine, denn hinter ihm steht gleichberechtigt ein „back office“, das sich primär an den eingereichten Unterlagen orientiert.

Wichtige Tipps, mit denen man es der Bank erleichtert, dem Antrag zuzustimmen

Foto: Pixelio Klaus-Uwe Gerhardt

Neue Prozesse

Definieren Sie präzise, welchen Ka-

Auch wenn zahlreiche Förderkredit-

pitalbedarf Sie haben. Es ist von der Finanzierungs- und auch von der Förderseite her ein ganz gravierender Unterschied, ob Sie Investitionen finanzieren möchten oder so genannten Betriebsmittelbedarf.

Programme – gemäß der Richtlinien –  hundert Prozent des Kapitalbedarfs finanzieren, ist ein Eigenkapital-Anteil wichtig für die Bonitätseinstufung und damit für die Bewilligung im Ganzen sowie

Wer diese Aspekte nach dem Mot-

to: „Das war bisher noch nie nötig…“ ignoriert riskiert bereits jetzt frustrierende Erfahrungen beim Antrag oder der Verlängerung einer Kreditlinie. Dies dürfte sich durch das zukünftige Programm Basel III so schnell auch nicht wieder ändern.  ■

Sagen Sie Ihrer Hausbank nicht nur

exakt, wie viel Geld Sie für welchen Zweck brauchen, sondern weisen Sie außerdem plausibel nach, dass Sie in der Lage sind, die anfallenden Zinsen und die Tilgung zu leisten („Kapitaldienstfähigkeit“). Reichen Sie also nicht nur Zahlen der Vergangenheit ein, sondern erarbeiten Sie eine Finanzplanung (Umsatz-, Kosten-, Ertrags- und Liquiditätsplan) für mindestens zwei Folge-

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Zum Autor Joachim Brueser ist seit rund 25 Jahren als Unternehmensberater selbständig. Er ist Mitglied des BDU und hat dort das Zertifizierungsverfahren durchlaufen. Er begleitet von Korschenbroich aus Unternehmer bei der Weiterentwicklung ihrer Unternehmenskonzepte, bei Finanzierungen, Umstrukturierung und der Nachfolgeregelung.

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Foto: Pixelio Thorben Wengert

business4 | praxis

Insolvenz-Prophylaxe Kein Unternehmer ist davor gefeit – selbst nach Jahren oder Jahrzehnten erfolgreicher Marktteilnahme kann er durch Marktveränderungen oder Forderungsausfälle in eine Unternehmenskrise geraten. Die Symptome sollten frühzeitig erkannt werden.

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der kontinuierlichen Verschlechterung der unternehmerischen Rahmenbedingungen, der letztlich in der Unternehmenskrise mündet.

Mangelnde Liquidität Daher heißt es frühzeitig die Symptome einer sich abzeichnenden Verschlechterung der Unternehmenssituation zu erkennen und gemeinsam mit einem Berater alternative Handlungsstrategien zu entwickeln. Ist die Unternehmenskrise jedoch eingetreten und gefährden eine mangelnde Liquidität oder eine sich abzeichnende Überschuldungssituation bereits den Fortbestand des Unternehmens, so ist kurzfristiges und beherztes Handeln und das konsequente Nutzen verbleibender Sanierungschancen erforderlich. Grafik: Creditreform

issenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die meisten Unternehmenskrisen nicht aus heiterem Himmel auftreten und daher unvorhersehbar sind. Von Ausnahmen abgesehen, ist es vielmehr überwiegend ein schleichender und sich daraus ankündigender Prozess

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Dabei sind in der Unternehmenskrise vielfältige gesetzliche Vorschriften, zum Beispiel Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Anfechtungsrecht und Insolvenzrecht zu beachten, will der Unternehmer nicht Gefahr laufen, sich einer persönlichen Verfehlung schuldig zu machen und persönlich für den eingetretenen Schaden verantwortlich gemacht zu werden. In Amerika wird es längst als Ausdruck besonderer unternehmerischer Qualität verstanden, eine Unternehmenskrise durchlaufen und bewältigt zu haben. Dies nicht zu unrecht. Ein Unternehmen erfolgreich zu sanieren, erfordert vielfältige Kenntnisse und Fertigkeiten. Alte Konzepte müssen über Bord geworfen und Sanierungsstrategien entwickelt werden. Der Zeitdruck wächst mit andauernder Krise › erheblich. 

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Krisendiagnose-Checkliste Geeignete GegenmaSSnahmen

Fehlende Planung und Kontrolle von Umsatz, Kosten und Ertrag, fehlende Finanzplanung

Laufende Soll- / Ist-Analysen, Überprüfung der wesentlichen Unternehmenseckwerte

Zu geringe Eigenkapitalausstattung engt die Dispositionsfreiheit ein

Zuführung von Eigenkapital, Gesellschaftsdarlehen mit Rangrücktrittsvereinbarung in Bezug auf Gläubiger.

Fehlender Vergleich mit Betrieben der gleichen Branche

Teilnahme am Branchenbetriebsvergleich oder ERFA-Gruppe

Hausbank senkt die Kreditlinie

Verhandlungen über weitere Kredite bzw. Aussetzung von Zins/Tilgung

Mangelnde Aktualität und Aussagekraft des Rechnungswesens

Sorgfältige Organisation und Kontrolle von Aufbau, Arbeitsablauf in der Buchhaltung

Kredittilgung setzt in angespannter Finanzlage ein (z. B. bei Existenzgründungsdarlehen nach 5 Jahren).

Darlegung der zukünftigen Entwicklung mit schriftlichem Unternehmensplan, sofern möglich weitere Sicherheiten und Bürgschaften einsetzen. Ziel: Streckung der Tilgung

Mangelhafte interne Information

Einrichtung eines aussagefähigen Berichtswesens, kurzfristige Erfolgsrechnung muss zum 15. des Monats verfügbar sein

Hohe Wechselverbindlichkeiten mit gebündelten Fälligkeiten

Gebündelte Fälligkeitstermine vermeiden, Scheckwechselverfahren, Prolongation

Ungenügende Abdeckung finanzieller Risiken durch Versicherungen

Abschluss einer Warenkreditversicherung sowie ggfs. einer Versicherung gegen Veruntreuung

Wichtige Lieferanten liefern nur noch gegen Vorkasse

Gespräch mit Lieferanten suchen, ggfs. Lieferantenwechsel

Erträge gehen permanent zurück

Maßnahmen zur Ertragssicherung

Kostensteigerungen (z. B. durch Tarifabschlüsse, Verteuerung der Einkaufspreise von Lieferanten)

Programmoptimierung durch Deckungsbeitragsrechnung und ABCAnalyse und Kostenmanagement

Langfristige Investitionen sind nicht fristenkongurent finanziert

Auf nutzungskongurente Kreditlaufzeiten achten, Anlagevermögen nicht über kurzfristig finanzieren

Regelmäßige sehr späte Rechnungsstellung.

Sofortige Fakturierung nach Lieferung, Zwischenabrechnung

Vernachlässigtes Mahnwesen

Konsequentes Mahnen

Keine regelmäßige Bonitätsüberwachung von (Neu-) kunden Umfangreiche Gewährung von Kunden-Krediten

Wichtige Krisensymptome a. Liquidität / Finanzierung

Abhängigkeit von wenigen Kunden nimmt mehr zu

Intensivierung des Neukundengeschäfts, kontinuierliche KundenABC-Analyse

Wichtige Kunden wechseln zur Konkurrenz. Wichtige Abnehmer ändern ihr Bestell- und Zahlungsverhalten. Zunahmen der Insolvenzen im Kundenkreis

Überprüfung des Produkt- und Leistungsangebots, kontinuierliche Analyse des Kundenverhaltens

Zahl erfolgreicher Produktneueinführungen stark rückläufig

Leistungsreserven über Portfolioanalysen ermitteln

Keine oder nur geringe Abhebung vom Angebot der Wettbewerber

Konsequente Analyse von Stärken und Schwächen im Vergleich zum wichtigsten Wettbewerber

Gerüchte über die angespannte Situation des eigenen Unternehmens

Aktive Informationspolitik betreiben

Geringe Zielgruppenorientierung in Angebot und Präsentation.

Positionierung des Kunden in den Mittelpunkt

Regelmäßigkeit hineinbringen

Fehlende Qualifikation und Motivation der Mitarbeiter im Verkauf

Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, leistungsbezogene Anreize, Ersatz, Verstärkung

Konsequente Überwachung der Debitorenzahlungen, ggfs. Factoring

Geringe Betriebsgröße führt zu schlechten Beschaffungskonditionen

Anschluss an Kooperationen (z. B. im Einzelhandel) prüfen.

Absatzmärkte verlagern sich. Kunden fragen Breite oder Tiefe des Sortiments nicht mehr nach

Kontinuierliche Analyse der Standartfaktoren (Lage / Infrastruktur / Wettbewerb), ggf. Anpassung des Produkt- und Leistungsangebots

Überalterte Produktionsanlagen

Prüfung von Ersatzinvestitionen bzw. Desinvestition, Fremdbezug

b. Führung Häufiger Personalwechsel in der Führungsspitze

Motivation durch materielle, immaterielle Anreizsysteme, Incentives etc

Überalterung des Managements

Rechtzeitige Nachfolgeplanung.

Mangelnde Qualifikation der Geschäftsleitung

Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung, ggf. Austausch, Verstärkung

Ungenügende Absicherung betrieblicher Risiken

Versicherungsbestand und –deckung prüfen

Eine an die Entwicklung angepasste Organisation fehlt

Überprüfung der Organisationsstruktur ggfs. Unternehmensberater

Laufende „Verschönerung“ von Bilanzen zur Ergebnisverbesserung

Detaillierte Analyse von Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang und Anlagenspiegel; Vergleich mit Branchenwerten (Bilanzanalysen berufsständischer Organi-sationen)

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c. Absatz

d. Leistung Reklamationen nehmen stark zu, Lieferfristen werden nicht eingehalten; Fehlerraten sind hoch

Einleitung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle, Betriebs-organisation

Zu hohe Lagerbestände, geringer Lagerumschlag, hohe Kapitalbindung

Abbau von Überbeständen, Ausschöpfen von Remissions- und Rückgabemöglichkeiten.

Überbestand im Personalbereich

Personalabbau, Kurzarbeit, flexibler Einsatz (Arbeitszeit / Arbeitsplatz)

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Grafik: Creditreform

business4 | praxis

Richtungsweisende Entscheidungen von existenzieller Bedeutung müssen in kürzester Zeit getroffen und vielfach bereits verloren gegangenes Vertrauen der Gläubiger zurückgewonnen werden. Hierbei müssen insbesondere Krisenursachen anvisiert, Haftungsgefahren geprüft, Sofortmaßnahmen zur Insolvenzvermeidung und Sanierungspläne bzw. -strategien erstellt werden. Ganz besonders wichtig sind die persönlichen Verhandlungen mit Banken, Lieferanten und sonstigen Gläubigern. Insbesondere aber auch mit der Belegschaft und falls vorhanden dem Betriebsrat.

Neues Kreditwesengesetz Das Aushandeln von Stundungen, Vergleichen und Erlassen, gehören zu den wichtigsten Aufgaben einer Sanierungsberatung. Besonders notleidende Unternehmen werden von den Banken intensiv „betreut“. Das Kreditwesengesetz und die Kreditvergabebestimmung nach MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) grenzen die Spielräume der Banken und Sparkassen bei der Vergabe von Krediten enorm ein. Nur unter strengsten Voraussetzungen kann eine Bank oder Sparkasse ein in der Krise befindliches Unternehmen überhaupt mit neuen Krediten versorgen.

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Kreditprophyla xeabteilungen nach MaRisk werden in den meisten Fällen diese Unternehmen sehr eng betreuen. Dadurch haben sich auch die schnellen Kreditkündigungen – wie noch in den 1980er Jahren durchaus üblich – in konsequenter Begleitung durch Spezialisten der Banken geändert. Das Kreditwesengesetz sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken und Sparkassen räumen den finanzierenden Instituten die Möglichkeit ein, bei einer deut­lichen wirtschaftlichen Verschlechterung des Kreditnehmers außerordentlich zu kündigen. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Banken und Sparkassen werden sogenannte „stillschweigende Überziehungen“ oder „geduldete Inanspruchnahmen“ von Kreditlinien, die über die vertraglich vereinbarten Kontokorrentkredite hinaus gehen, grundsätzlich mit einem Sonderkündigungsrecht belegt. Es ist deshalb in jeder Sanierung zwingend notwendig, dass die Verbindlichkeiten bei der Bank oder Sparkasse auch auf ihre vorherige vertragliche Vereinbarung hin geprüft und durch Verhandlungen mit den Banken rechtssicher gemacht werden. Das Erkennen und Eingestehen von betriebswirtschaftlichen Krisensituationen ist die erste und schwierigste Aufgabe bei der Bewältigung von Unternehmenskrisen. Ursächlich hierfür sind im We-

sentlichen zwei Sachverhalte: Im ersten Fall wird die Kommunikation in der Krisensituation von der Unternehmensführung aus Imagegründen häufig so lange unterdrückt, dass eine adäquate Gesundung des Unternehmens kaum noch möglich ist; Marktanteile sind dann häufig erodiert, das Eigenkapital verbraucht, wichtige Mitarbeiter haben das Unternehmen verlassen. Frisches Kapital für eine Sanierung und Fortführung des Unternehmens wird sich in solchen Fällen nur selten finden.

Probleme identifizieren Im zweiten Fall liegen die Probleme an den mangelnden Fähigkeiten Problemsituationen auch zu iden­ tifizieren. Insbesondere die Verschlechterung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen wird oftmals singulären Ergebnissen zugeordnet, strukturelle Probleme werden nicht erkannt oder falsch interpretiert, notwendige Korrekturmaßnahmen bleiben aus. Unternehmen gleiten so von einer strategischen in eine operative Krise. Zahlungsmittelengpässe kennzeichnen das letzte Krisenstadium. Am Ende einer Unternehmenskrise steht entweder die Sanierung oder die Insolvenz. Die Persönlichkeit und Kompetenz des Geschäftsführers sowie die Erfahrung und Fachkenntnisse seiner Berater entscheiden im Ergebnis über Bestand oder Untergang des Unternehmens. ■

Zum Autor Burkhard Schmidt ist einer der Gründer der Wuppertaler Kanzlei Schmidt & Kollegen und arbeitet seit fast 20 Jahren überwiegend als Berater von mittelständischen Unternehmen. Er ist Steuerberater, Finanzwirt, Rating-Advisor und Fachberater für Sanierung und Insolvenzverwaltung.

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business4 | Kolumne

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lles spricht derzeit dafür, dass die Bundesregie- Rechnung, dass mittlerweile schon 58 Prozent der rung fest entschlossen ist, mit neuen Milliarden- Bundesbürger dem Euro misstrauen. FDP-Urgestein Hilfen für die EU-Pleiteländer weiter durch die Schul- Burkhard Hirsch warnte vor einer Fortsetzung der „Cadenkrise zu lavieren. Die strategische Dimension sino-Politik“. Sein Parteifreund Schäffler sprach sich scheint sich auf Vertagung, Zeitgewinn und Gesichts- gegen einen permanenten Rettungsschirm und für den wahrung zu beschränken. Euro-Austritt von Ländern wie Griechenland aus. Auf Die FAZ kommentierte: „Die derzeitige Diskussion in dem blau-gelben Parteitag stimmte allerdings nur ein der Euro-Gruppe ist von der Angst vor der griechischen Drittel der Delegierten für eine Euro-kritische Politik. Staatspleite geprägt {…}. Gefragt wird ausschließlich Die Mehrheit folgte Westerwelle, der in der ihm eigenen nach der kurzfristig am besten funktionierenden Me- ökonomischen Kompetenz zu beruhigen versuchte: „Es thode, die Löcher zu stopfen, nicht nach deren mittel- werden keine Schulden {…} übernommen, sondern Kreoder gar langfristigen Konsequenzen. Dass Athen zu dite gegen Zinsen gewährt.“ Die „Wirtschaftswoche“ den schon gewährten 110 Milliarden Euro weiteres Geld erhält, bedeutet nicht nur europäisch sanktioGriechenland ist pleite, Portugal und Irland auch. Jetzt rückt Italien in den Brennpunkt nierte Konkursverschleppung der Krise. Die Bundesregierung tut buchstäblich alles, um den Euro zu retten – doch ist {…,sondern} das wirklich der richtige Weg? auch, dass die Ratio der neuen europäischen ‚Krisenmechanismen’ – Hilfskredite ja, kommentiert: „Der Marsch in die europäische Transferaber nur gegen harte Reformen – schon gescheitert ist, union geht damit ungehindert weiter.“ bevor der endgültige ‚Rettungsschirm’ überhaupt in Fatale Entwicklung Kraft ist.“ Trotz der alarmierenden Zuspitzung der Schuldenkrise „Das Ende des Euro“ in Europa bestimmt weiterhin eine fatale Mixtur von Die Dinge beim Namen nennt der französische Top-Öko- Wunschdenken, Blauäugigkeit und Verkennung der nom Christian Saint-Etienne in seinem neuen Buch „Das volkswirtschaftlichen Realitäten die Verlautbarungen Ende des Euro“. Zu befürchten sei, dass man unbegrenzt der Parteien. Merkels ständiges Mantra, EU-KomproDietrich W. Thielenhaus, Gemit Krisen- und Rettungsplänen weitermache, was dazu misse seien „alternativlos“, hängt wie Mehltau über schäftsführer von Thielenführen werde, dass letztlich auch Spanien, Italien und dem Land. Dass der Neuverschuldungswahn dazu beihaus & Partner (Wuppertal), womöglich sogar Frankreich fallen würden. Nur tragen dürfte, die europäische Idee über Generationen berät Unternehmen bei MarDeutschland könne die Defizitländer retten, was der Be- hinweg nachhaltig zu beschädigen, wird verdrängt. keting und Vertrieb, stratevölkerung aber nicht mehr lange zu vermitteln sei. Da- Merkel hat apodiktisch behauptet: „Scheitert der Euro, her wachse die Wahrscheinlichkeit, dass die Bundesre- dann scheitert Europa.“ Aus heutiger Sicht deutet fast gischen Neuausrichtungen publik aus der Euro-Zone austreten werde. Damit sei alles darauf hin, dass Europa wegen des Euro scheitern und Nachfolgeregelungen. die Aufwertung einer neuen deutschen Währung um 15 wird. Besonders beliebt ist derzeit, Kritiker der deutAußerdem ist er in mehreProzent verbunden, die das exportstarke Land aber schen Blanko-Scheck-Politik in die rechtspopulistische ren Beiräten tätig. verkraften werde. Ecke zu drängen und überfällige Grundsatzdiskussionen zu tabuisieren. Deutsche Schuldenquote Der „Spiegel“ schreibt: „Um als Rechter zu gelten, Die Defizitquote in Deutschland ist geschönt, weil milli- reicht es schon, dass man Zweifel an den Milliardenardenschwere staatliche Rettungsaktionen dort nicht transfers in den EU-Süden hat.“ Und „Focus“: „Deutscherfasst werden. Laut ifo-Institut hat das deutsche Defi- lands Führungskaste hat die Kritiker ihrer konfusen zit 2010 bei 12,8 Prozent gelegen. Offiziell lag es 2010 Euro-Stabilisierungspolitik so geschickt mit dem Igittbei 3,3 Prozent BIP. Faktor angeblich rückständiger Anti-Europäer überzoDie gewaltige Problem-Dimension der Euro-Krise gen, dass diese kaum Zulauf bekommen. Nicht einmal scheint sich allmählich einigen Bundestagsabgeordne- die Entscheider im Bundestag verstehen wirklich, was ■ ten zu erschließen. Damit trägt man auch der Tatsache sie da abnicken. Eine fatale Entwicklung.“

Konkursverschleppung

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business4 | vorschau / impressum

Themen 3/2011

Die nächste Ausgabe von business4 erscheint im September 2011.

verlag Jaster Medien GmbH & Co. KG Lakron Straße 95 | 40625 Düsseldorf T (02 11) 2 92 61 6 6 | F (02 11) 2 92 61 67 info@jaster-medien.de | www.jaster-medien.de

HERAUSGEBERIN Gabriele Jaster T (02 11) 2 92 61 6 6 | jaster@jaster-medien.de

REDAKTIONsleitung

Foto: Metro Group

Snežana Šimičić (V.i.S.d.P.) Hastener Straße 140 | 42349 Wuppertal T (02 0 2) 94 60 0 2 4 6 | F (02 0 2) 94 60 0 2 47 redaktion@jaster-medien.de

MITARBEITER DIESER AUSGABe Joachim Brueser, Stephan Fennel, Hanno Goffin, Andrea Hiller, Erhard Hoff, Peter Knapp, Burkhard Schmidt, Dietrich W. Thielenhaus

Layout | Produktion TEXT-o-PIX, Wuppertal | www.textopix.de

DRUCK

SEMINARE & CO. M

Fotos: Gerd Altmann/Pixelio; A.Savin/Wikipedia; Beate Kling / Pixelio

an lernt nie aus! Diese Binsenweisheit gilt auch und vor allem für Führungskräfte. Gemeinsam mit Experten aus unterschiedlichen Bereichen lichtet business4 den Angebotsdschungel. Außerdem gibt es viele Hinweise, worauf man bei Fortbildungen besonders achten sollte. Auch die Frage, ob Internetschulungen taugen, wird beantwortet.

VISION

LOGISTIK Produkte müssen von A nach B gebracht werden. Wer sind die besten Speditionen in der Region – für Kurzaber auch weltweite Langstrecken?

BUSINESS IN OSTEUROPA Europa blickt gen Osten, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Wo lauern die Fallstricke bei der Kommunikation?

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ie Nachbarstädte Solingen und Remscheid sind dafür, doch Düsseldorf stellt sich (noch?) dagegen: Remscheid plant den Bau des größten Outlet-Centers in der Re­ gion und geht dabei ungewöhnliche Wege. business4 fragt bei Oberbürgermeisterin Beate Wilding nach den konkreten Maßnahmen und welche Ideen sie für die wirtschaftliche Zukunft ihrer Stadt noch in petto hat.

HEADHUNTER

Vom Finden und gefunden werden. Wer träumt nicht davon: Ein Anruf – und der Traumjob ist da. Doch wie funktioniert das System? Welche Maßnahmen müssen Arbeitnehmer ergreifen und welche die potentiellen neuen Chefs? Und wer profitiert? Anbieter, Suchende oder am Ende doch nur die Vermittler?

Brühlsche Universitätsdruckerei www.bruehlgiessen.de

ANZEIGENMARKETING Düsseldorf (D) Media & Marketing Beratung Dagmar von Dahlen T (02 11) 2 2 9 10 41 | vondahlen@jaster-medien.de

Niederrhein (KR | MG | NE) Marketing Services Gärtner Henry Gärtner T (0 21 31) 7 42 32 3 3 | gaertner@jaster-medien.de

Kreis Mettmann (ME) sh anzeigenmarketing Stefanie Heine T (0 20 51) 31 19 81 | heine@jaster-medien.de

Bergisches Land (RS | SG | W) IMP InterMediaPartners GmbH Sven Anacker | Lilian Hatje T (02 0 2) 2 71 69 14 | anacker@jaster-medien.de

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