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Mai 2018

KUNSTSTOFF XTRA OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

www.kraussmaffei.com/px KraussMaffei Competence Forum, 6.–7. Juni 2018, München

n Sie Er leb e r ö s s e n n ue G die ne

und PX 25 20 PX 3

Die vollelektrische PX-Baureihe Power trifft Flexibilität Engineering Passion


www.kunststoffxtra.com Fachzeitschrift Fachbeiträge-Archiv

Das Fachartikel-Menu ist angerichtet! Lesen bringt Sie weiter! Unser Fachartikel-Archiv aus 32 Sparten der Kunststoffindustrie steht für Sie bereit. Exklusiv aufbereitet durch unsere Redaktion der Fachzeitschrift KunststoffXtra. KUNSTSTOFF XTRA

COMPOSITES

Hybrider Leichtbau als Weg zur optimalen Bauteilgestaltung

Der richtige Werkstoff an der richtigen Stelle KUNSTSTOFF XTRA

Leichtbau ist ein zentrales Thema auf der Composites stehen hier hybride Leichtbaulö LeichtbaulöV E Europe. R P A CImKVordergrund UNG sungen aus einem intelligenten Mix unterschiedlicher Materialien. Der folgende Überblick konzentriert sich auf den hybriden Leichtbau, wo es vorrangig um die sinnvolle Kombination von Composites mit Aluminium, Stahl und anderen Werkstoffen geht.

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Substitution von PE und PP ist die falsche Richtung

Bunte PET-Verpackungen behindern Recycling Bei Kunststoffflaschenverpackungen zeichnet sich ein Trend zu vielfarbigen PET-Verpackungen ab. Der europäische Verband Plastics Recyclers Europe rechnet künftig europaweit mit jährlich rund 300 000 Tonnen dieser farbigen ADDITIVE FERTIGUNG Kunststoffe, die den Recyclern massive Probleme bereiten werden. Die Recyclingunternehmer Michael Scriba, Geschäftsführer von mtm plastics, und Herbert Snell, Geschäftsführer von Multiport und MultiPet, erläutern, wel welche Probleme das sind und welche Alternativen besser für das Recycling geeignet sind.

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Bild: BMW Group

Safilo produziertunseren Brillengestelle in Rekordzeit verwertbaren Input, sondern verursacht zusätzliche Kosten, weil wir das Material ausschleusen und kostenpflichtig entsorgen lassen müssen», erläutert Scriba. Der Rat der Recyclingexperten ist einSafilo, der weltweit zweitgrösste Brillenhersteller, beschleunigt seine Prozesse jetzt mit einem 3D-Drucker von gesucht hat. Ein Ergebnis waren die soge soge- sehr hohen Crash-Anforderungen genüdeutig: Flaschen etwa für ReinigungsmitStratasys Ltd. Dank des Multimaterialnannten Tailored Blanks, massgeschneider massgeschneider- gen. Derzeit wird dieses anspruchsvolle tel, Shampoos und oder Multifarb-Druckers Kosmetika sollten J750 ist das italienische Unternehmen in der Lage, Brillengestelle Prozent schneller herzustellen als mit herkömmlichen Prototyping-Methoden. te Bleche unterschiedlicher Form, Dicke Bauteil noch in den meisten fotorealistische Autos aus aus den60 Materialien PP oder PE-HD herund Festigkeit, die heute in den Autos stan stan- einem relativ dicken Stahl hergestellt. Aber gestellt werden. Die Substitution von PP dardmässig verwendet werden. Auch die die Werkstoffkonkurrenz holt auf. «Ich und PS im Schalenbereich durch PET ist Entwicklung hochfester Stähle ist eine Kon Kon- kann mir gut vorstellen, dass die B-Säule aus ihrer Sicht ein Negativbeispiel für die Bislang dauerte die Herstellung mittels sequenz aus dem Wettbewerb der Materi Materi- in Zukunft auch mit carbonfaserverstärkEntwicklung, die jetzt auch bei FlaschenCNC-Maschine plus manueller Endbearalien. Kirchhoff rechnet damit, dass sich tem Kunststoff realisiert wird. Der grosse verpackungen erwartet wird. beitungderlaut Daniel Tomasin, Product diese Entwicklung jetzt, wo die Kunststoffe Vorteil von Carbonfasern ist ja neben Die PET-Schalen und Blister werden zurCoordinator bei Safilo, rund 15 und die hybriden Bauteile ins Rennen hohen Steifigkeit zum Gewicht Sample auch eine zeit nahezu vollständig verbrannt, anstatt Stunden. kommen, wiederholen wird. «Die Stahlher Stahlher- hohe Energieabsorption im Falle einesJetzt konnte diesezuZeitspanne einem neuen Rohstoff für die kunstDer Trend zu bunten Verpackungen aus PET verteuert den Recyclingprozess. durch den Einsatz des J750 auf 3 Stunden steller werden versuchen, noch festere Aufpralls», sagt Nicolas Beyl, Geschäftsfühstoffverarbeitende Industrie verarbeitet verkürzt werden. Aufgrund der hohen Geder KraussMaffei Stähle zu entwickeln, die Aluminiumher Aluminiumher- rer Reaktionstechnik Die Kunststoffrecyclingunternehmen mtm Markt bei kommen, schätzt PRE. Diese Ent- zu werden. Die Einfärbungen und Mehrschwindigkeit des Druckers, der ultraglatsteller machen plastics es ähnlich. Durch aus den Niedergebra Wett- Technologies Wett GmbH sowie GmbH. wicklung hat schwerwiegende Auswir- schichtigkeit der Verpackungen sind der ten Oberflächen sowie farbenreichen Debewerb der verschiedenen Sicherheit für die Autoinsassen zu erMulitPet GmbH Werkstoffe und Multiport Die GmbH aus kungen auf den Recyclingprozess: Wer- Grund. Dagegen haben Produktdesigner tails kann Safilo nun schnell aufsehenerschaukeln sich Bernburg alle nach oben. Bislang ist derhöhen, ist schon ein grosses Ziel transparenten beim Einsatz der Polyolefine PE oder PP schliessen sich Warnung denimmer die bunten mit den regende Prototypen herstellen – und das noch keine Technologie hinten herunterge heruntergeder Plastics Konstrukteure gewesen. Nun stehen gesammelt, für die Verpackungen volle Freiheit in der des europäischen Verbands Verpackungen gemeinsam sowohl für die Eigenmarken Safilo, Carrera fallen», ist Kirchhoff überzeugt. ihnen Möglichkeiten Re- in einem zu- Farbgestaltung, da diese Kunststoffe seit Recyclers Europe (PRE) an: Der sichverschiedene ab- müssen die farbigender Anteile und Polaroid als auch für Luxusmarken wie offen.sätzlichen «Es laufenSchritt Entwicklungen, zeichnende Trend zu immer alisierung vielfarbigesepariert und anschlies- Jahren nachweislich erfolgreich zu recyDior, Hugo Boss, Max Mara oder Jimmy die Materialien entsprechend Belas-eingefärbt wer- celn sind, betonen die Recycling-Unterren PET-Verpackungen behindert massiv send grau oder der schwarz Paradebeispiel B-Säule Choo. B-Säule das Kunststoffrecycling. Dabei tungen wäre esimsoVerlauf den,der bevor sie auszuwähin den Verkauf gehen nehmer. «Mit unserem J750 von Stratasys können Die B-Säule muss als seitliche len. So kommen hier Kombinationen von einfach: NutzenVerbindung die Verpackungsherstelkönnen. Doch gebe es für ein solches wir Prototypen innerhalb weniger Stunden zwischen Fahrzeugboden und hoch- Stahl, hoch hochfesten Stählen Kunststofler PP oder PE-dach als Material, spielen für Produkt ausund grauem oder schwarzem entwerfen und produzieren. Darüber hinbelastbar sein und Sicherheitsgründen fen zum Einsatz. Eine solche B-Säule biedenaus Recyclingerfolg Farben keine Rolle, Recycling-PET auf absehbare Zeit kaum aus erlaubt uns seine grosse Bauplattform, sagen mtm-Geschäftsführer Michael Scri- Nachfrage, bestätigt Snell die Einschät- Kontakte mehrere Varianten eines Brillengestells im ba und MultiPet- und Multiport-Ge- zung des europäischen Verbands zu den mtm plastics GmbH 1selben 1 / 2 0 Druckauftrag 16 herzustellen, wodurch Auch Brillengestelle für Modebrands entstehen im 3D-Drucker und dies in einer unglaublischäftsführer Herbert Snell. Vermarktungschancen. «Die Extrakosten D-99759 Niedergebra wir unsere Produktentwicklungskosten chen Designvielfalt. für den Sortieraufwand sind kaum zu leis- Telefon +49 (0)36338 325-0 senken und gleichzeitig die kreative Entfalten bei einem Rezyklatmarkt, der ohnehin m-scriba@mtm-plastics.eu tung fördern können», erläutert Tomasin. Die Zusatzkosten rechnen schon unter Druck steht», befürchtet er. www.mtm-plastics.eu frühzeitig perfektionieren, um so die neu- seppe Cilia, der italienische Vertriebsleiter sich nicht Auch die PE/PP-Verwerter blicken mit esten Fashion-Modelle rechtzeitig auf den von Stratasys. «Das bedeutet, dass UnterHalte der vom Marketing getriebene Sorge auf die neue Entwicklung: «Auch Multiport GmbH und MultiPet GmbH Schnellere Reaktion Markt zu bringen und unseren Wettbe- nehmen nun innovativere Produkte Wechsel zu farbenfrohen PET-Verpackun- bei uns landen immer mehr PET-Verpa- D-06406 Bernburg auf Markttrends werbsvorteil zu behaupten», sagt Iarossi. schneller auf den Markt bringen können. gen an, könnten demnächst europaweit ckungen, die vorher aus gut zu recyceln- Telefon +49 (0)3471 6404-0 David Iarossi ist Kreativdirektor bei Safilo «Der 3D-Druck mit dem J750 ist fantas- In vielen Branchen – und dazu gehört jährlich rund 300 000 Tonnen dieser far- den Polyethylen oder Polypropylen her- snell@mp-bbg.eu und zuständig für Brillenmarken wie Car- tisch, weil die so hergestellten Gestelle die auch die Modeindustrie – sind Geschwinbigen Kunststoffe zusätzlich auf den gestellt waren. Das mindert nicht nur www.mp-bbg.eu n rera, Givenchy und Havanianas. Für ihn ist manuell gefertigten übertreffen. Darüber digkeit und Innovation ein entscheidender die Möglichkeit, Prototypen mit der glei- hinaus müssen wir uns keine Sorgen mehr Faktor für Erfolg. Und das macht Safilo und chen Farbgebung und Textur wie das End- über das Verblassen Stratasys zu perfekten Partnern in diesem 4 / 2 0der 1 6 Farben machen, 18 produkt in 3D drucken zu können, ein da die Farbe ja in das 3D-gedruckte Mo- Spiel.» entscheidender Faktor, wenn es darum dell integriert ist.» geht, schnell auf Markttrends zu reagieren. «Safilo ist ein Paradebeispiel dafür, wie die «Dies ist der Beginn eines neuen Zeitalters 3D-Drucktechnologie des J750 unseren für Designer. Dank der Fähigkeit des J750, Kunden einen unbestreitbaren Mehrwert Kontakt eine nahezu unbegrenzte Palette unter- bietet. Durch die Kombination von Stratasys Ltd. schiedlichster Farben mit diversen Trans- 360 000 verschiedenen Farben, verschie- EMEA Regional Office parenzlevels zu kombinieren, ist es uns densten Materialeigenschaften und ultra- Airport Boulevard B 120 möglich, eine ganze Reihe völlig unter- glatten Oberflächen produziert der J750 D-77836 Rheinmünster schiedlicher Gestelle zu erzeugen. Auf die- produktrealistische Prototypen in einem Telefon +49 (0)7229 7772-0 se Art können wir verschiedene Designs einzigen Druckvorgang», unterstreicht Giu- www.stratasys.com/de n Die Karrosserie des i3 von BMW ist komplett aus CFK gebaut.

Top-Modemarken aus dem 3D-Drucker

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Bild: Stratasys

Bild: Dollarphotoclub, Zoe

Die Autoindustrie steht unter enormem Druck. Sie muss es schaffen, die Abgase der Fahrzeuge drastisch zu reduzieren, um die von der EU vorgeschriebenen niedrigen CO2-Grenzwerte zu erreichen. Diese Emissionsverringerung wird neben effizienteren Antrieben in erster Linie durch eine Verringerung des Gewichts erreicht. Leichtbau ist deshalb in dieser Branche das Gebot der Stunde. Der Zwang zu leichteren Karossen hat dazu geführt, dass die Entwicklung von Faserverbundwerkstoffen, hauptsächlich von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK), in den letzten Jahren rasant und sehr erfolgreich vorangetrieben wurde. Mit dem i3 von BMW gibt es mittlerweile ein Auto, dessen Karosse komplett aus CFK gebaut ist. Ähnlich dem Audi A8, dessen Karosse nahezu zu hundert Prozent aus Aluminium besteht, ist es ein Beispiel, das zeigt, was technisch machbar ist. Dennoch werden künftig nicht alle Autos aus CFK bestehen, ebenso wenig, wie der A8 den Werkstoff Stahl verbannt hat. Die Erfahrung bei früheren Entwicklungen spricht dafür, dass es künftig eine sinnvolle Mischung von Werkstoffen wie CFK, Kunststoff, Stahl, Aluminium oder Magnesium geben wird. Hybrider Leichtbau wird die Zukunft im Auto bestimmen. Diese Entwicklungen werden auch anderen Branchen zugutekommen, etwa der Luftfahrtindustrie oder der Elektrotechnik. «Es wird einen zunehmenden Wettbewerb der Materialien und Materialverbindungen geben, aber ich sehe keinen Verdrängungswettbewerb», sagt Marc Kirchhoff vom Branchenmanagement Leichtbau und Elektromobilität bei der Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH. Er verweist darauf, dass die Stahlbranche nach Entwicklung des Audi A8 ihrerseits nach Leichtbaulösungen

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EDITORIAL

Der Motor brummt und (k)ein Ende in Sicht? Seit dem letzten grossen Konjunktureinbruch 2008/2009, ausgelöst durch die Finanzkrise, zeigen die Zahlen der Kunststoff-Maschinenhersteller nur in

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eine Richtung. Die kontinuierlich steigende Nachfrage brachte die Hersteller kapazitätsmässig an ihre Grenzen. Die Folgen davon sind die seit den letzten Jahren bekannten rekordhohen Lieferzeiten. Gegensteuer geben die Unternehmen mit dem weltweiten Ausbau ihrer Produktions- und Montagewerke, begleitet von der Aufstockung von Personal. Denn kürzere Lieferzeiten können ausschlaggebend sein, ob ein Auftrag hereinkommt oder anderweitig vergeben wird, notabene an einen Mitkonkurrenten, der schneller liefern kann. So wie sich die Umsätze der Spritzgiessmaschinenbauer auf Rekordhöhe bewegen, so klettern auch die Investitionen in die Höhe. Investiert wird in grossem Stil nicht nur in Kapazitätserweiterungen, sondern auch in Prozesseffizienz, Automatisierung und Digitalisierung (IT-Infrastruktur, Software). Die Frage muss erlaubt sein: was ist, wenn die Konjunktur einbricht? Europa ist durch die lockere Geldpolitik so hoch verschuldet wie nie zuvor. Der Handelsstreit um die Einfuhrzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte, die die US-Regierung im März 2018 erlassen hat, sorgt für Unsicherheit. Für die EU gilt zwar eine Ausnahmeregelung und die Inkraftsetzung wurde um einen Monat (bis Ende Mai) verschoben. Das Damoklesschwert bleibt aber hängen. Von den Einfuhrzöllen wäre vor allem die Automobilindustrie stark betroffen und damit auch die Kunststoffzulieferbranche. Noch zeigen sich keine Wolken am Konjunkturhimmel. Das Barometer der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich deutete im April weiterhin auf eine positive Wirtschaftsentwicklung hin. Zur Erinnerung: Die Finanzkrise 2007/2008 hat auch nicht erst mit dem Jahr 2007 begonnen. Damals Hypothekarmarkt, die in angeblich sichere Wertpapiere umgewandelt wurden, die Krise ins Rollen. Heute ist es die weltweite Staatsverschuldung, die Sprengkraft hat. Gut, wer sich in den «fetten Jahren» nicht nur Grösse als Ziel setzt, sondern auch Effizienz und Nachhaltigkeit.

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com 5/2018

Masterbatch

brachten die sogenannten Subprime-Kredite aus dem überbordenden US-


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INHALTSVERZEICHNIS

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FOKUS Schwimmende Fabrik soll Meere säubern

Der Kunststoffindustrie kommt bei der Bewältigung der ökologischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte eine bedeutende Rolle zu. Eine der grössten Herausforderungen ist die Meeresverschmutzung. Bei den treibenden Abfallteppichen handelt es sich um verschiedene Werkstoffe, darunter Kunststoffe, insbesondere Kunststoffverpackungen. Nun sagt der Westschweizer Yvan Bourgnon dem Plastikmüll den Kampf an.

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VERARBEITUNG Neue Leitungen verbessern den Materialfluss

Das stetige Wachstum eines Unternehmens ist eine erfreuliche Angelegenheit. In den Produktionsbereichen erfordert es jedoch eine gewisse Kreativität, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Viele Erweiterungen bedingen Um- und Anbauten, die bei einem kompletten Neubau so nicht realisiert würden.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für Werkstoffe – Verarbeitung – Anwendung Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 8. Jahrgang (2018) Druckauflage 5800 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2017 5451 Exemplare total verbreitete Auflage 1446 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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ADDITIVE FERTIGUNG Grössere Materialauswahl, mehr Flexibilität

Die Praxis-Erfahrungen mit dem Freeformer von Arburg belegen deutlich, dass sich das offene System nicht nur für das Prototyping, sondern besonders auch für die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen eignet. Ein grosser Vorteil ist, dass sich qualifizierte Standard-Kunststoffgranulate verarbeiten lassen, wie sie auch im Spritzgiessen zum Einsatz kommen.

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AUTOMATION Vorsprung durch Automatisierung

Im September 2017 hat der VDMA seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr für die deutsche Robotik und Automation von sieben auf elf Prozent erhöht. Auch international boomt die Branche. Mit diesen positiven Aussichten und zahlreichen Innovationen im Gepäck treffen sich die weltweit führenden Unternehmen vom 19. bis 22. Juni 2018 zur automatica in München.

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com

Vorstufe Triner Media + Print Schmiedgasse 7 CH-6431 Schwyz Telefon +41 41 819 08 10 beratung@triner.ch www.triner.ch

Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler

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Druck Werner Druck & Medien AG Kanonengasse 32 Postfach 2212 CH-4001 Basel Telefon +41 61 270 15 15 www.wd-m.ch

Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto)

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INHALTSVERZEICHNIS

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LASERTECHNOLOGIE Die Laser-Messe ist auf Kurs

FORSCHUNG/ ENTWICKLUNG Funktionalisierung beim Duroplast-Spritzgiessen

Die Messe Stuttgart rechnet zur Lasys 2018 mit mehr Ausstellern, mehr Besuchern und einer weiteren Festigung ihrer Position als unverzichtbarer Branchentreffpunkt für Hersteller, Anwender und Entscheider in der industriellen Fertigung. Das ist die Überzeugung von Florian Niethammer, Teamleiter Industrie & Technologie bei der Messe Stuttgart.

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Hochbelastbare, endlosfaserverstärkte und funktionale Kunststoffbauteile bieten nicht nur für die Automobil- und Luftfahrt­ industrie enorme Potenziale. Deshalb untersucht das IKV Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Herstellung von FVK-Bauteilen mit duroplastischer Matrix im Spritzgiessprozess.

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INNOVATION

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WIRTSCHAFT

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AUS-/WEITERBILDUNG

RECYCLING

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NEWS

Nachhaltigkeit durch vollelektrische Maschinen

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VERANSTALTUNGEN

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FIRMENBERICHT

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PRODUKTE

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LIEFERANTEN­ VERZEICHNIS

VERBAND

Die vollelektrische PX-Baureihe: Mehr Flexibilität bei steigender Produktivität.

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ZUM TITELBILD

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Industrie und Wirtschaft sind zunehmend sensibilisiert auf die Themen Nachhaltigkeit, Recycling, Kreislaufwirtschaft. Wie der deutsch-japanische Maschinenhersteller Sumitomo (SHI) Demag an diese Thematik herangeht, geht aus dem Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Gerd Liebig hervor.

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DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

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Robuste Mechanik, hochpräzise und dynamische Antriebstechnologien sowie ein intelligentes Energiemanagement machen die PX zu einem zuverlässigen, produktiven und effizienten Leistungsträger in jedem Spritzgiessbetrieb. Aus einem grossen Modulbaukasten lässt sich die PX passgenau nach individuellen Fertigungsanforderungen zusammenstellen. Die PX-Baureihe besticht durch Flexibilität während der gesamten Lebenszeit und setzt

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Die vollelektrische PX-Baureihe Power trifft Flexibilität Engineering Passion

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damit neue Massstäbe für vollelektrische Maschinen: – Flexibel bei der Auswahl, – Flexibel während der Produktion, – Flexibel in der Nachrüstung.

26.04.18 16:21

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Fokus

Innovative Ideen warten auf die Umsetzung

Schwimmende Fabrik soll Meere säubern Der Kunststoffindustrie kommt bei der Bewältigung der ökologischen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte eine bedeutende Rolle zu. Eine der grössten Herausforderungen ist die Meeresverschmutzung. Bei den treibenden Abfallteppichen handelt es sich um verschiedene Werkstoffe, darunter Kunststoffe, insbesondere Kunststoffverpackungen. Nun sagt der Westschweizer Yvan Bourgnon dem Plastikmüll den Kampf an: An der Erfindermesse im April in Genf stellte er sein Modell «Manta» vor, das ab 2022 die Meere säubern soll.

Jedes Jahr landen Millionen von Tonnen Plastikabfall in den Meeren. Die Bilder dieser Teppiche aus Plastikteilen auf der Meeresoberfläche gingen dem Westschweizer Segler Yvan Bourgnon nicht mehr aus dem Kopf. 2016 gründete er den Verein «The SeaCleaners» mit dem Ziel, gegen die Verschmutzung der Ozeane anzukämpfen. Aus dieser Idee heraus entstand die Konstruktion eines hochseetüchtigen Segelschiffs, das den Plastikabfall einsammelt, sortiert und zu Würfeln mit 1m Seitenlänge komprimiert. Der Name Manta lehnt sich an die Mantarochen an, die das Wasser filtern, um an ihre Nahrung, das Plankton, zu kommen.

Funktionsweise der schwimmenden Fabrik Die 70 Meter lange und 49 Meter breite Konstruktion hat vier Rümpfe, die die Plastikobjekte blockieren und mittels Förder-

Bilder: SeaCleaner

Marianne Flury

Noch sucht Yvan Bourgnon Sponsoren für seinen SeaCleaner, damit dieser planmässig 2020 in See stechen kann.

bänder auf das Deck transportieren. Organische Abfälle werden anschlies­send von Hand aussortiert, während ein Kompressor die rezyklierbaren Plastikabfälle zu Würfeln zusammendrückt. 600 Kubikmeter Plastikwürfel (250 Tonnen) haben auf dem

Schiff Platz. Die restlichen Abfälle verbrennt ein Ofen zu Treibstoff für den Elektromotor. Solarzellen auf einer Fläche von 2000 m² liefern knapp 200 kW und zwei Windräder erzeugen weitere Energie (1MW), die für die Sortier- und Komprimierprozesse genutzt wird. Vier automatische Segel sorgen für schnelles Vorwärtskommen.

Finanzierung über Mäzene und Sponsoren

Dereinst sollen Plastikabfälle mittels Förderbänder an Deck der Manta transportiert, dort sortiert und zu Würfeln komprimiert werden.

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Noch ist die Manta in der Projektphase. Doch soll die Erfindung bis in vier Jahren umgesetzt sein. Bourgnon rechnet mit einer Investition von 30 Millionen Franken bei einer erwarteten Lebensdauer von 30 Jahren. Mäzene und Sponsoren sollen den gigantischen Quadrimaran des Weltumseglers und Erfinders finanzieren. Dabei soll es nicht bei einem Schiff bleiben – eine ganze Flotte soll die Weltmeere säubern. 5/2018


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Fokus

Bereits 2012 hatte Günther Bonin, der Gründer der Umweltorganisation One Earth – One Ocean und Inhaber einer ITFirma und passionierter Segler, die Vision einer maritimen Müllabfuhr. Speziell entwickelte Katamarane unterschiedlicher Grös­ sen sollen den Plastikabfall auf den Binnengewässsern und Meeren entfernen und in den Wertstoffkreislauf zurückführen. Konkret geht es um vier unterschiedliche Bootsgrössen. Die Katamarane, angetrieben durch Wind- und Solar-Technologien, sollen den Plastik aus den Gewässern «grasen». Bis heute realisiert sind zwei Bootstypen: Der Seehamster, ein kleiner Katamaran (4 × 2m) mit elektrischem Antrieb und einem herunterklappbaren Fangnetz, mit dem der Plastikmüll aus Binnengewässern gesammelt wird. Im Herbst 2016 war Stapellauf der 2. Bootsgrösse, der sogenannten Seekuh in Lübeck. Das Schiff, ebenfalls auf Basis der Katamaran-Form, hat eine Grösse von 12 × 10 Metern und reinigt Buchten, Flussmündungen und Küstenabschnitte. Der Müll wird anschliessend an Land sortiert und recycelt. Pro Fahrt bzw. Netz lassen sich derzeit etwa zwei Tonnen Abfall einholen. Ziel der Initianten ist es, die Sammlung, Sortierung und Wiederaufbereitung mög-

Grafik: One Ear th – One Ocean

Konzept maritime Müllabfuhr

Das Konzept «Maritime Müllabfuhr» von One Earth – One Ocean e.V.

lichst schnell «aufs Wasser» zu bringen. Angestrebt wird ein funktionierender Verölungsprozess, d. h. der Kunststoffabfall soll an Bord in schwefelfreies Heizöl umgewandelt werden. «So wären wir autark, der Kreislauf wäre geschlossen», sagt Lennart Rölz, Schiffbauingenieur und OffshoreAnlagentechniker bei One Earth – One Ocean. Am Projekt sind verschiedene Partner unter anderem auch aus der Abfallentsorgung beteiligt. Das Projekt wird unterstützt durch die Roechling Stiftung. Damit die Ideen verwirklicht werden können, braucht es weitere Investoren und Mäzene.

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Die smarte Schulung mit konzentriertem Wissen rund um Kunststoff.

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Quellen: Radio DRS 1 vom 12. April 2018, Reportage der Westschweiz-Korrespondentin Barbara Colpi. http://www.oneearth-oneocean.com

Kontakt The SeaCleaners 10 rue de la Drisse F-56470 La Trinité-sur-Mer contact@theseacleaners.org www.theseacleaners.org

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Thema E & E Applikationen und Normierungen Railway DIN EN 45545

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Verarbeitung

Modernisierung bei laufendem Betrieb

Neue Leitungen verbessern den Materialfluss Das stetige Wachstum eines Unternehmens ist eine erfreuliche Angelegenheit. In den Produktionsbereichen erfordert es jedoch eine gewisse Kreativität, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Viele Erweiterungen bedingen Um- und Anbauten, die bei einem kompletten Neubau so nicht realisiert würden.

«Wer sich unser Anlagenschema nur sporadisch anschaut, benötigt zunächst eine Weile, um sich erneut zurechtzufinden», umschreibt Jürgen Röck die Entwicklung bei der Gardena Manufacturing GmbH in Heuchlingen. Röck ist dort für die Bereiche Maintenance Buildings & Equipment sowie Energy Supply mitverantwortlich. Als Teil der Business Unit OEM/EPB (External Parts Business), produziert das Unternehmen Kunststoffteile mit einem Teilegewicht von 0,1 bis 8500 Gramm – sowohl für das Eigenprogramm des Gartengeräteherstellers als auch für externe Kunden. Die mittlerweile rund 100 Spritzgiessmaschinen des Werk s mit Schliesskräften von 150 bis 20 000 kN verarbeiten jährlich etwa 11 000 Tonnen Kunststoffe – rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Mit Material werden die Maschinen zwar überwiegend aus 18 Silos versorgt, doch wird auch viel Sackware verarbeitet. Verteilt wird es über eine zentrale Materialversorgung mit einem maschinenbezogenen System, das heisst, zu jeder Maschine führt eine Leitung. «Eine andere Lösung bietet sich bei unserer Materialvielfalt nicht an. Hinzu kommt unser sehr heterogener Produktionsmix, der sich je nach Jahreszeit und Saison aus sehr grossen sowie zahlreichen kleineren Aufträgen zusammensetzt», erläutert Röck. Das zur Materialförderung benötigte Vakuum beziehen die meisten Fördergeräte bei Gardena von einem Permanent-Zentralvakuumsystem. Ein Vorteil dabei ist, dass gleichzeitig mehrere Fördergeräte fördern können, was eine insgesamt höhere FörRüdiger Kissinger, Friedrichsdorf (D), ruediger.kissinger@ motan-colortronic.de

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Bilder: motan-color tronic

Rüdiger Kissinger ¹

Überschüssige Wärme aus dem Blockheizkraftwerk wird über Luft-Wasser-Wärmetauscher in die Trockentrichter zur Granulattrocknung geleitet.

derleistung ermöglicht. Für das Permanent-Zentralvakuum sind vier Pumpen mit jeweils 22 kW Anschlussleistung installiert, von denen unter normalen Bedingungen durchschnittlich zwei laufen. Die Steuerung sorgt dafür, dass die Pumpenlaufzeiten und damit die Betriebsstunden gleichmässig verteilt sind. Daneben gibt es noch ein konventionelles Mehrstellenfördersystem (Linienvakuum) mit einer 5,5 kWPumpe. Der Zahn der Zeit – und die vermehrte Verarbeitung von glasfaserverstärkten Kunststoffen – nagten bereits länger an den Material- und Vakuumleitungen. Ein «durchgeschossener» Bogen ist einfach zu finden, da dort Material «herausschiesst». Doch bevor es soweit ist, entstehen Undichtigkeiten, die durch erhöhte Pumpenleistung ausgeglichen werden müssen. Interessant ist, dass der Verschleiss nicht nur in den Materialleitungen auftrat, son-

dern auch in den Vakuumleitungen. Die im glasfaserverstärkten Material enthaltenen Stäube verursachen diesen Effekt bevor sie im Zentralfilter ausgeschieden werden.

Energieeffiziente Materialtrocknung Im Rahmen einer früheren umfassenden Modernisierung hat Motan-Colortronic bei Gardena eine Zentraltrocknungsanlage aufgebaut. Dabei bilden vier Luxor-Trockenlufttrockner, die über eine Sammelleitung mehrere Trocknungstrichter mit trockener Luft versorgen, einen Verbund. Die Trockenluftversorgung erfolgt über die vier zusammen geschalteten Trockneraggregate, die eine zentrale Steuerung überwacht und regelt. Dabei variiert die Luftleistung entsprechend der individuellen Anforderung der Anlage zwischen 0 und 4800 5/2018


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m3/h. Die Trockner verfügen über drehzahlgeregelte Prozessluftgebläse. Zusätzlich werden sie bedarfsabhängig automatisch ab- und wieder zugeschaltet. Die Regelung der Prozessluft erfolgt durch das ETA plus System, das sowohl den individuellen Prozessluftbedarf der einzelnen Trockentrichter, wie auch den Gesamtbedarf analysiert und regelt. Dadurch wird jedem Trockentrichter nur so viel Energie zur Verfügung gestellt, wie zum Erreichen und Halten der geforderten Materialkonditionen nötig ist. Im Hinblick auf ein seinerzeit bereits geplantes Blockheizkraftwerk (BHKW) wurde zur weiteren Energieeinsparung eine zusätzliche Schnittstelle in den Heizkreis des Trocknungssystems implementiert. Um die Wärme zu nutzen baute das Unternehmen in der Fertigung ein ausgeklügeltes Warmwassernetz auf. Im letzten Schritt der Modernisierung wurde auch die Trocknungsanlage daran angeschlossen. Die Trockentrichter sind nun über Luft-WasserWärmetauscher mit diesem hauseigenen Fernwärmenetz verbunden.

Umbau bei laufendem Betrieb Die grosse Herausforderung beim letzten Schritt der Modernisierung war, diese bei laufendem Betrieb durchzuführen. Insgesamt waren 2500 Meter Rohrleitungen aus VA-Stahl und mehrere hundert Bögen aus Glas und gehärtetem VA-Stahl zu verlegen und zu installieren. Zugleich sollte eine Erweiterung des Permanent-Zentral-

Verarbeitung

Für künftige Erweiterungsmassnahmen am Zentralvakuum (im Bild die Rohre mit grossem Durchmesser) wurden an strategisch wichtigen Stellen Absperrschieber eingebaut.

vakuums erfolgen, an das weitere Maschinen angeschlossen wurden. Koordiniert und realisiert wurde das Projekt von Motan-Colortronic. Je nach Aufgaben waren zwischen drei und sechs Monteure auf der Baustelle. Lediglich für die Erweiterung des Zentralvakuums sowie den Anschluss weiterer Maschinen war ein Produktionsstillstand von einer knappen Woche erforderlich. Um für künftige Erweiterungsmassnahmen am Zentralvakuum gewappnet zu sein, wurden an strategisch wichtigen Stellen zahlreiche Absperrschieber eingebaut. So lassen sich künftig einzelne Bereiche vom Vakuum besser trennen, ohne die Produktion im Ganzen zu beeinträchtigen.

Insgesamt waren 2500 m Rohrleitungen aus VA-Stahl und mehrere hundert Bögen aus Glas und gehärtetem VA-Stahl (im Bild die schwarzen Bögen) zu verlegen und zu installieren.

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Zur Vorbereitung war das Projekt voll durchgeplant. Die Rohre kamen als sechs Meter lange Stangenware und wurden vor Ort auf Länge zugeschnitten. Auch alles andere sind Standardprodukte, etwa die Kupplungen, Bögen und Schläuche, die ebenfalls auf Länge zugeschnitten werden mussten. Auf diese Weise tauschten die Monteure Leitung für Leitung aus. Das Material wurde dabei über ein ausgeklügeltes «Umleitungssystem» zu den entsprechenden Maschinen gefördert. Nachdem die jeweils neue Leitung installiert war, konnte auf diese umgekoppelt werden. So musste die betroffene Maschine, wenn überhaupt, nur für eine kurze Zeit angehalten werden. Geplant für den gesamten Umbau war ein zugegeben «sportliches» Zeitfenster von sieben Wochen, acht sind es am Ende geworden. Mit Motan-Colortronic arbeitet Gardena bereits seit 1990 zusammen. So kommt es nicht von ungefähr, dass sich in der Gardena-Fertigung gleich mehrere Generationen von Motan-Geräten finden.

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Additive Fertigung

KUNSTSTOFF XTRA

Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF)

Grössere Materialauswahl, mehr Flexibilität Die Praxis-Erfahrungen mit dem Freeformer und Arburg Kunststoff-Freiformen (AKF) belegen deutlich, dass sich das offene System nicht nur für das Prototyping, sondern besonders auch für die industrielle additive Fertigung von Funktionsbauteilen eignet. Ein grosser Vorteil ist, dass sich qualifizierte Standard-Kunststoffgranulate verarbeiten lassen, wie sie auch im Spritzgiessen zum Einsatz kommen.

Die Anwender eines Freeformers können auf eine ständig wachsende Materialdatenbank von Arburg zugreifen und auch eigene Materialien qualifizieren. Zudem lassen sich beim Freeformer auch frei programmierbare Prozessparameter gezielt auf die jeweilige Anwendung optimieren – angefangen von den Einstellungen für die schichtweise Geometriezerlegung über Temperaturen bis zum Austrag. Der Freeformer bereitet die Materialien – ähnlich wie beim Spritzgiessen – über eine spezielle Plastifizierschnecke auf. Nach dem Aufschmelzen folgt das werkzeuglose Freiformen: Ein hochfrequent getakteter Düsenverschluss trägt kleinste Kunststofftropfen aus, die auf einem beweglichen Bauteilträger exakt positioniert werden. So werden dreidimensionale Kunststoffteile Schicht für Schicht aufgebaut.

Offenes System für die industrielle additive Fertigung Der Bauraum des Freeformers bietet Platz für Teile, die bis zu 154 × 134 × 230 Millimeter gross sind. Da das System mit zwei Austragseinheiten ausgestattet ist, kann die zweite Einheit für eine zusätzliche Komponente genutzt werden, um z. B. ein Bauteil in verschiedenen Farben, mit spezieller Haptik, integrierten Funktionen oder als Hart-Weich-Verbindung zu erzeugen oder um mit Hilfe von Stützstrukturen komplexe Geometrien aufzubauen. Die schichtweise Geometriezerlegung (Slicing) und die automatische Aufbereitung der ¹ Susanne Palm, Dr. Bettina Keck, Arburg GmbH + Co. KG, D-72286 Lossburg.

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Bilder und Grafiken: Arburg

Susanne Palm, Dr. Bettina Keck ¹

Exemplarisch für die Medizintechnik fertigt ein Freeformer z.  B. aus einem medizinischen PLA-Standardgranulat ein individuell angepasstes Implantat für Schädelknochen.

3D-CAD-Daten zu einem anlagenspezifischen NC-Programm erfolgt nach qualitäts- und materialabhängigen Kriterien. Hier fliessen Aspekte wie Aussenkontur-, Füll-, Festigkeitsstrategie und Bauraumtemperatur ein. Ergebnis sind voroptimierte Prozessdaten für die einzelnen Materialtypen, die individuell eingegeben oder verändert werden können.

Bauteileigenschaften lassen sich gezielt beeinflussen Da etwa Tropfengrösse und Prozessführung beim AKF-Verfahren den jeweiligen Anforderungen angepasst werden können, ergeben sich umfangreiche individuelle Einstellmöglichkeiten, die sich mit dem Spritzgiessen vergleichen lassen. Je besser der Prozess eingestellt ist, desto höher wird die Bauteilqualität. Mechanische Be-

Komplette Bauteilgruppe im bereits montierten Zustand additiv gefertigt: Eine über Gelenke bewegliche Seilrolle aus Bio-Polyamid mit Gehäuse und Befestigungshaken ist mit 100 Kilogramm belastbar.

lastungstests mit PA10 XE 4010 zeigen, dass sich durch eine angepasste Prozessführung Bauteildichten von bis zu 95 Prozent und Zugfestigkeiten von bis zu 97 Prozent im Vergleich zum Spritzgiessen erreichen lassen. Zudem kann die Bruchdehnung um ein Vielfaches gesteigert werden. Bei Versuchen zur Festigkeit von Zugstäben aus PC (Makrolon 2805) entspricht die Streckspannung in x/y-Richtung zu 100 Prozent der von Spritzgiessteilen. In z-Richtung wird mit 83 Prozent ebenfalls ein sehr guter Wert erzielt (siehe Grafik Seite 11).

Erweiterung der Materialdatenbank Die bestehende Materialdatenbank wird kontinuierlich um neue Werkstoffe erweitert. Zu den amorphen Standardgranulaten 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

wie ABS, PA, PC und TPE kamen im Herbst 2017 teilkristallines PP (z. B. CP 393) und im Rahmen der Arburg Technologie-Tage im März 2018 die neuen Werkstoffe PMMA (z. B. Plexiglas 7N) und SEBS (z. B. Cawiton PR13576) hinzu. Am Beispiel polierter Testscheiben aus PMMA wurde demonstriert, wie sich durch Veränderung der Prozessparameter – in diesem Fall extrem dicht gepackte Tropfen – und manueller Nachbearbeitung trotz additiver Fertigung eine Transparenz des Materials erreichen lässt. Die Verarbeitung von für die Medizintechnik zugelassenem, weichem SEBS der Härte 28 Shore A (medizinisch zugelassenes TPE-S) wurde mit Herstellung von dichten Faltenbälgen vorgestellt. Durch die Veränderung des sogenannten Formfaktors – also dem Verhältnis von Breite zu Höhe der ausgetragenen Tropfen – lässt sich die Dichte und somit Weichheit des TPE-Materials zusätzlich gezielt beeinflussen. Zu den weiteren Originalmaterialien, die bislang erfolgreich auf dem Freeformer verarbeitet wurden, zählen PC/ABS (Bayblend FR3021) mit Flammschutz, medizinisches PLLA (Purasorb PL18), ein für die Luftfahrt zugelassenes PC (Lexan 940), ABS Terluran GP-35, PA10 XE 4010 und TPU Elastollan C78A.

Additive Fertigung

zusätzlich den Erfahrungsaustausch in der User-Gruppe zu fördern. Beim letzten Event im April 2018 berichtete das AKFTeam über neue Features von Hard- und Software und gab Tipps für die additive Fertigung mit dem offenen System. Ab sofort steht allen Kunden die neu überarbeitete Slicing-Software als kostenloses Update zur Verfügung. Zu den neuen Features zählen die «intelligente» automatische Generierung einer dem Bauteil angepassten Stützstruktur, eine adaptierte Füllgeschwindigkeit und eine druckregu-

lierte Strategie für eine bessere Haftung der ersten Schicht auf der Grundplatte. Hinzu kommen eine komfortablere Bedienoberfläche der Steuerung und neue bzw. überarbeitete Materialprofile. Die Verbesserungen führen zu einer hohen Prozessstabilität und Teilequalität. Die AKFExperten betonten, dass es heute für einige Materialien Standardprofile gibt, mit denen sich Bauteile herstellen lassen, die in horizontaler Bauorientierung zu 100 Prozent die gleichen mechanischen Eigenschaften aufweisen wie Spritzteile.

Breite Auswahl an Stützmaterialien Bei der Entwicklung neuer Stützmaterialien für das AKF-Verfahren arbeitet Arburg u. a. mit Hochschulen und renommierten Materialpartnern zusammen und nutzt auch deren Expertise im Compoundieren. Das wasserlösliche Stützmaterial Armat 12 ist speziell für die Verarbeitung von PP ausgelegt. Zudem wurde das ebenfalls wasserlösliche Stützmaterial Armat 11 weiter verbessert. Mit Armat 21 gibt es darüber hinaus eine laugenlösliche Alternative.

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Freeformer-Anwendertag: Aktuelle Fortschritte Über Neuheiten und Weiterentwicklungen informiert Arburg nicht nur auf den Technologie-Tagen und bei Fachmessen und -events, sondern veranstaltet regelmässig auch einen Freeformer-Anwendertag für Spezialisten der additiven Fertigung, um 5/2018

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KUNSTSTOFF XTRA

Additive Fertigung

und dabei ihr Know-how aus der Kunststoffverarbeitung einbringen. Das eigentliche Ziel lautet aber nicht, genau die gleichen Bauteile zu fertigen wie beim Spritzgiessen – und das genauso schnell. Vielmehr liegt ein grosses Potenzial darin, Produkte von vornherein verfahrensgerecht zu konstruieren. Hierfür ist Know-how hinsichtlich Maschine, Material, Verfahren und digitalem Modell erforderlich. Denn für den Einsatz in der industriellen additiven Serienfertigung müssen die Funktionsbauteile die definierte Qualität erreichen – und zwar reproduzierbar.

Industrielle Anwendungen

Wann rechnet sich der Freeformer Einsatz? Eine immer wieder aufgeworfene Fragestellung bezieht sich auf die Wirtschaftlichkeit des Einsatzes der additiven Teilefertigung. Ein Kalkulationsbeispiel für die Arburg-Eigenfertigung zeigt exemplarisch, wo die Grenze liegt, ab der es Sinn ergibt, statt Spritzgiessen die additive Fertigung einzusetzen. Dabei geht es um 0,09 Gramm schwere Abstandshalter aus dem Hochtemperaturwerkstoff PEI, die in elektrischen Steckern von Allroundern verbaut werden. Der jährliche Teilebedarf liegt bei rund 1200 Stück. Der Freeformer fertigt additiv je eine Kleinserie zu 70 Stück in einer Bauzeit von rund drei Stunden. Die Fertigungskosten steigen linear mit der Stückzahl. Eine Spritzgiessmaschine pro-

duziert vier dieser Bauteile in acht Sekunden – die Jahresproduktion wäre somit in nur 40 Minuten geschafft. Allerdings ist dafür ein entsprechendes Werkzeug erforderlich, dessen Kosten sich auf rund 8000 Euro belaufen. Der Break-Even wäre in diesem Fall erst ab einer Stückzahl von 5540 erreicht. Das AKF-Verfahren ist mit Fixkosten von 1792 Euro für die geforderten 1200 Abstandshalter also um ein vielfaches günstiger, zudem entfällt die Lagerhaltung. Für eine wirtschaftliche Produktion ist es also erforderlich, genau zu kalkulieren, in welcher Zeit welche Teilemenge benötigt wird und welche weiteren, finanziell relevanten Rahmenbedingungen einzuhalten sind. Der Freeformer ist also vor allem für diejenigen interessant, die auf Materialvielfalt setzen, mit einem offenen System arbeiten wollen

laufer

In PC/ABS eincompoundierte Carbon Nanotubes (schwarze Komponente) machen sogenannte «Light-Sticks» elektrisch leitfähig, sodass die eingelegte LED bei Zufuhr von Strom aufleuchtet.

Hinsichtlich Branchen und Einsatzbereiche sind dem Freeformer kaum Grenzen gesetzt. Für die industrielle Anwendung sind z. B. individuelle Kunststoffteile für Konsumgüter, medizinische Einzelteile (Implantate) sowie funktionale Ersatzteile prädestiniert. Darüber hinaus kann der Freeformer schnell und flexibel Betriebsmittel wie etwa individuelle Montagevorrichtungen fertigen. Interessant sind auch die Themen Leichtbau und Funktionsintegration. Beispielsweise können bionisch optimierte Bauteile konstruiert und hergestellt werden, ohne fertigungstechnische Zwänge wie beim Spritzgiessen berücksichtigen zu müssen. Aktuelle Beispiele dafür sind: –– Implantate wie Schädel-, Wangen- oder Fingerknochen aus medizinischem PLLA (z. B. Purasorb PL18), das sich nach vorgegebener Zeit im Körper auflöst, sowie Sägeschablonen aus PA, die als individualisierte Operationshilfen zum Einsatz kommen. –– Eine über Gelenke bewegliche Seilrolle samt Gehäuse und Befestigungshaken aus chemisch widerstandsfähigem BioPolyamid (Grilamid BTR 600), die bis 100 Kilogramm belastbar ist.

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Versuche zur Festigkeit von PC Makrolon 2805: Im AKF-Verfahren additiv gefertigte Zugstäbe erreichten im Vergleich zu Spritzgiessteilen 100 Prozent Streckspannung in x/y-Richtung und 83 Prozent in z-Richtung.

–– Ohne Montageaufwand voll funktionsfähig sind bewegliche Planetenrollen aus der Hart-Weich-Kombination TPU und PHA (Arboblend). –– Mit funktionalen Materialien lassen sich gezielt zusätzliche Eigenschaften in Bauteile integrieren. Bei den «Light-

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Additive Fertigung

Der Break-Even-Point für das Spritzgiessen liegt bei kalkulierten Werkzeugkosten von 8000 Euro bei einer Stückzahl von 5540. Für die geforderten 1200 Abstandshalter im Jahr ist das AKF-Verfahren mit 1792 Euro die wirtschaftlichere Alternative.

Sticks», die das Fraunhofer ICT mit dem Freeformer additiv fertigt, wurden elektrisch leitfähige Carbon Nanotubes (sogenannte CNTs) in den Kunststoff PC/ ABS eincompoundiert, sodass die eingelegte LED bei Zufuhr von Strom aufleuchtet.

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Additive Fertigung

KUNSTSTOFF XTRA

Kombiniertes Freiformgiessen

Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss vereinen Wissenschaftler des Fraunhofer IPA haben ein neues Verfahren entwickelt, das die Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss vereint. Beim additiven Freiformgiessen wird erst die Hülle des Bauteils mit FLM-Druck hergestellt und anschliessend mit einem Zwei-Komponenten-Harz befüllt. Das spart Zeit, steigert die Stabilität des Bauteils und ermöglicht es, neue Materialien zu verdrucken.

Jörg Walz ¹

Bilder: Fraunhofer IPA, Rainer Bez

Additive Fertigung bietet der Industrie heute schon viele Vorteile. «Man gibt die CADDaten des Werkstücks ein und erhält ein fertiges Bauteil», sagt IPA-Experte Jonas Fischer etwas vereinfacht. Kleinserien, Prototypen und Einzelanfertigungen lassen sich schneller und preiswerter fertigen als im Spritzguss. Ausserdem lassen sich komplexe Strukturen und integrierte Funktionalitäten realisieren. Es gibt aber noch Schwachstellen.

Nur drei Minuten zum Aushärten Beim FLM-Druck (Fused Layer Modelling), der meistverbreiteten Methode, legt eine Düse das Druckmaterial in Strängen parallel zueinander ab. Dadurch entstehen Bindenähte und Porositäten. «Das Material liegt nicht ‹voll› in der Form, wie etwa beim Giessen. Dadurch sind die mechanischen Eigenschaften des Bauteils schlechter» kritisiert Fischer. Ausserdem trägt die Düse beim FLM-Verfahren jede Schicht einzeln auf. Bis ein grosses Bauteil aufgebaut ist, vergeht viel Zeit. Ein dritter Nachteil ist, dass sich mit dem FLM-Druck nur Kunststoffe verarbeiten lassen, die beim Erhitzen weich werden – sogenannte Thermoplaste. Duroplaste, die nach dem Aushärten trotz Wärmezufuhr stabil bleiben, können nicht verdruckt werden. Mit dem additiven Freiformgiessen haben Forscher am Fraunhofer jetzt einen Weg gefunden, diese Nachteile zu verringern. ¹ Jörg Walz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA.

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Beim additiven Freiformgiessen wird die Hülle des Bauteils im FLM-Druck aufgebaut. Anschliessend befüllt eine Dosiereinheit im Drucker die Form mit einem Zwei-KomponentenGemisch.

Dafür haben sie den additiven Prozess mit einem Giessverfahren kombiniert. Im ersten Schritt wird die Hülle des Bauteils mit dem FLM-Verfahren hergestellt. Als Druckmaterial verwenden die Experten den wasserlöslichen Kunststoff Polyvinylacetat (PVA). Anschliessend wird die Hülle automatisch mit einer präzise dosierten Menge an Polyurethan oder Epoxidharz gefüllt. Bei Polyurethan dauert es nur drei Minuten, bis die Füllung getrocknet ist. Anschliessend kann das Bauteil nach dem gleichen Prinzip beliebig in die Höhe erweitert werden. Sobald der Prozess abgeschlossen und das Bauteil ausgehärtet ist, wird die Form im Wasserbad entfernt. So entsteht ein 3D-gedrucktes Werkstück, mit Eigenschaften, die dem Spritzguss ähneln.

Fertigung «am Stück» möglich Um das Füllmaterial in die Hülle zu gies­ sen, haben die IPA-Forscher eine spezielle Dosiereinheit für zweikomponentige Materialien im 3D-Drucker verbaut. Somit ist es möglich, das gesamte Verfahren, also den Druck der Hülle und die Füllung, «am Stück» durchzuführen. Der Druckprozess muss nicht unterbrochen werden und lässt sich wie beim herkömmlichen 3D-Druck vollständig digitalisiert steuern. Ausserdem lassen sich mit dem Verfahren Zwei-Komponenten-Harze verarbeiten. Hitzebeständige Duroplaste können als Baumaterial eingesetzt werden. Ausserdem sei das Bauteil viel schneller aufgebaut. «Man 5/2018


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Additive Fertigung

Die IPA-Forscher haben die Machbarkeit des Verfahrens nachgewiesen und mehrere Prototypen realisiert.

muss nur die Hülle drucken, den Rest überlässt man der Schwerkraft», sagt Fischer. Nicht zuletzt seien die Bauteile deutlich stabiler, weil das Material die Form komplett ausfüllt und somit keinerlei Porositäten oder Lufteinschlüsse entstehen. Die neue Methode eignet sich für verschiedenste Anwendungsbereiche und Branchen. «Elektrisch isolierende Bauteile wie Steckdosen lassen sich damit herstellen. Auch für Schäume und Polster, wie sie bei Sicherheitselementen benötigt werden, ist das Verfahren geeignet», erklärt Fischer. Prinzipiell bringe das kombinierte Freiformgiessen immer dann Vorteile, wenn grosse, komplexe Bauteile in kleiner Stückzahl benötigt werden. Ausserdem lasse sich dadurch Gewicht einsparen.

Partner zur Weiterent­wicklung gesucht In einem Vorlaufforschungsprojekt haben die IPA-Forscher die Machbarkeit erfolgreich nachgewiesen. Ausserdem wurden verschiedene Bauteile als Prototypen realisiert. Jetzt suchen die Forscher nach Industriepartnern, die sie dabei unter­s tützen, den Prozess zur Serienreife weiterzuentwickeln. Gefragt sind auch Materialhersteller, die gemeinsam mit den Forschern die Eigenschaften des Zwei-Komponenten-Gemischs verbessern. Ebenso sind Unternehmen willkommen, die Ideen für verschiedene Anwendungsbereiche von Duroplasten einbringen.

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Automation

Automatisierungslösungen praxisnah erleben

Vorsprung durch Automatisierung

Das überdurchschnittliche Wachstum der Automatisierungsbranche in den vergangenen Jahren lässt sich unter anderem auf die rasant wachsende Variantenvielfalt in vielen Produktionsfeldern, eine immer häufiger geforderte Nullfehler-Strategie im Prozessverlauf sowie den wachsenden Kostendruck zurückführen. Diese Anforderungen sind nur mit erhöhten Automatisierungsgraden, immer leistungsstärkeren Systemen und flexibleren Prozessen zu erfüllen. Als wichtigster Anwender von Automatisierungs- und Robotersystemen gilt seit Jahren die Automobilbranche und ihre Zulieferer. In diesem Industriesegment ist der Einsatz von automatisierten Prozessen am weitesten fortgeschritten, doch auch viele andere Branchen arbeiten zunehmend mit hochautomatisierten Lösungen für mehr Effektivität und Wirtschaftlichkeit. So setzen Unternehmen aus den Bereichen Kunststoff, Lebensmittel und Verpackung immer häufiger auf innovative Automatisierung, um ihre Wettbewerbsposition zu verbessern. Im Vergleich zur Vorreiterindustrie Automobil besteht in diesen drei Branchen jedoch noch Nachholbedarf. Drei Beispiele aus dem Kunststoffbereich zeigen stellvertretend für das gesamte Anwendungsspektrum der Automatisierung, wie intelligente Systemlösungen die Anforderungen an moderne Fertigungsanlagen umsetzen.

Fertigung von AutomobilBaugruppen aus Kunststoff Der Automobilzulieferer SMP Deutschland GmbH ist darauf spezialisiert, Kunststoffteile für Automobil-Interieur- und Exteri14

Bild: ABB Automation

Im September 2017 hat der VDMA seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr für die deutsche Robotik und Automation von sieben auf elf Prozent erhöht. Auch international boomt die Branche. Mit diesen positiven Aussichten und zahlreichen Innovationen im Gepäck treffen sich die weltweit führenden Unternehmen vom 19. bis 22. Juni 2018 zur automatica in München. Besucher aus den Branchen Lebensmittel und Getränke, Kunststoff sowie Verpackung finden auf der Messe innovative Automatisierungslösungen und haben die Möglichkeit, sich mit Experten praxisnah auszutauschen.

Für eine optimale Ausnutzung der Produktionsfläche sind die verschiedenen ABB-Roboter auf zwei Ebenen im Einsatz.

eurbaugruppen zu fertigen. Im SMP-Werk in Neustadt handhaben und bearbeiten ABB-Roboter unter anderem Instrumententafeln und Türinnenverkleidungen in vollautomatisierten Fertigungslinien, die von der Frimo Group GmbH realisiert wurden. Für eine optimale Ausnutzung der Produktionsfläche sind die eingesetzten ABB-Roboter auf zwei Ebenen im Einsatz. Sie entnehmen die Kunststoffteile aus Fördersystemen, legen sie in diverse Bearbeitungsmaschinen ein und übergeben sie für weitere Fertigungsschritte. Beispielsweise bearbeiten an einer Fräszelle drei Roboter die Bauteile simultan und

reduzieren so die Gesamtdurchlaufzeit. In einer Kaschieranlage für Türverkleidungen werden die Bauteile per «Handshake» von einem Entnahme-Roboter auf der mittleren Ebene direkt an einen Roboter auf der oberen Ebene übergeben, der dann zwei Umbuganlagen für die Verkleidungen von Vorder- und Hintertüren bestückt und somit eine optimale Auslastung dieser Anlagen sicherstellt. Beim Umbugen wird eine Kunststofffolie umgelegt und per Fügeverfahren auf der Trägerteilrückseite befestigt. Insgesamt sind in diesem SMP-Werk rund 130 ABB-Roboter im Einsatz. 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Automation

Montieren und Verkleben von Kunststoffkomponenten «Kunststoff statt Stahl in jedem Tätigkeitsfeld» lautet das Motto der WKT Kunststofftechnik GmbH. Das Montieren und Verkle-

Die Stäubli-Roboter erfüllen bereits in Standardausführung die bei Plastibell geltenden Reinraumanforderungen.

ben verschiedener Kunststoffkomponenten steht dabei am Anfang eines jeden Produkts. Eine der nötigen Vorarbeiten zur Herstellung einer vielseitig einsetzbaren Kunststoff-Gewindeschraube für diverse Gewindegrössen und -längen ist das Zusammenfügen der drei Komponenten Mutter (in Vier- oder Sechskantausführung), Gewindestange und Unterlegscheibe. Da ein duroplastischer Kunststoff nicht verschweisst werden kann, verbindet ein spezieller Kleber die Bauteile. Die Arbeitsschritte zur Fertigung solcher Bauteile erfordern höchste Präzision. WKT automatisierte diese Aufgabe mit einem Kleinro-

Bild: Kuka Roboter GmbH

Der französische Hersteller Plastibell gilt als Spezialist für die Herstellung von Kunststoffteilen für medizintechnische Produkte, Diagnosegeräte und Konnektoren etwa für Dialysebeutel. Sichere Beherrschung aller Produktionsschritte unter Einhaltung strengster Hygienevorgaben heisst eine der zentralen Anforderungen im Medical-Bereich, die Plastibell dank des Einsatzes geeigneter Automatisierungsund Robotersysteme erfüllt. In dieser Anwendung entlädt ein Stäubli-Roboter eine Spritzgiessmaschine. Dazu holt der grosse Sechsachser zwei unterschiedliche Spritzgussteile in Viererlosen mit einem U-förmigen Vakuumgreifer aus dem Werkzeug ab und stellt sie für die weitere Verarbeitung bereit. Ein ultraschneller und kompakter Sechsachsroboter greift mit seinem Vakuumgreifer die Schalen, bestehend aus Unterteil und Deckel, und stapelt sie für die finale Konfektionierung ab. Beide Stäubli-Roboter erfüllen bereits in Standardausführung die bei Plastibell geltenden Reinraumanforderungen und stellen somit sicher, dass die hygienischen Vorgaben während dieses Produktionsschrittes eingehalten werden.

Bild: Stäubli Tec-Systems GmbH Robotics

Kunststoffteile für medizintechnische Produkte

Da ein duroplastischer Kunststoff nicht verschweisst werden kann, übernimmt ein Kleinroboter von Kuka das Fügen der Bauteile mittels eines speziellen Klebers.

boter der Kuka Roboter GmbH, um die Fehlerquote auf null Prozent zu reduzieren und dadurch die Produktivität zu steigern.

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Bild: Sick

Automation

Intelligente Sensorgenerationen, die Daten direkt in Echtzeit am Ort des Geschehens mit immer komplexeren Algorithmen in Echtzeit erfassen, spielen bei der digitalen Vernetzung die entscheidende Rolle.

Montage und Handhabungstechnik

Aufbruch in das digitale Montage-Zeitalter Industrie 4.0 und digitale Vernetzung verändern Montageprozesse grundlegend. Die Dimension dieser Entwicklung wird auf der automatica 2018, vom 19. bis 22. Juni in München, sichtbar. Cobots, digitale Assistenzsysteme, EdgeComputing und Transportdrohnen werden für ein staunendes Fachpublikum sorgen.

Wer dachte, die künftigen Veränderungen im Bereich der Montage- und Handhabungstechnik werden sich wie in der Vergangenheit still und leise vollziehen, wird auf der internationalen Leitmesse in München eines Besseren belehrt. Industrie 4.0 ist nun real. Mit positiven Auswirkungen für alle: für die Mitarbeiter, die sich dank neuer Tools wie Datenbrillen und Tablets über abwechslungsreichere Arbeitsinhalte freuen werden, für Produzenten, die smart, effizient und wirtschaftlich montieren können sowie für Endverbraucher, die mehr Kundenorientierung erwarten können.

nerer und günstiger Microcontroller für eine dezentrale Datenverarbeitung genutzt. Dank Edge Computing lässt sich dringend benötigte Intelligenz einfach in den Sensor verlagern. Was die Firma Sick unter «Sensor Intelligence» versteht, wird das Unternehmen auf der automatica im Detail zeigen. Sensoren mit dezentraler Rechenkapazität ma-

Greifsysteme erobern den Luftraum in Fabrikhallen

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Bild: Schunk

Intelligente Sensorik als Wegbereiter Dabei sind es die kleinsten Automatisierungskomponenten, die bei der digitalen Vernetzung die grösste Rolle spielen. Gemeint sind intelligente Sensorgenerationen, die Daten direkt am Ort des Geschehens mit immer komplexeren Algorithmen in Echtzeit erfassen, verarbeiten und weiterleiten. Möglich wird dies durch Edge Computing. Dabei wird im Gegensatz zu Cloud Computing die Leistung immer klei-

chen die digitale Vernetzung komplexer Montageprozesse möglich und tragen damit entscheidend zu höherer Dynamik und Flexibilität bei. Künftig wird die weiter fortschreitende digitale Vernetzung dafür sorgen, dass sich Montageprozesse weitestgehend selbst steuern und sich verändernden Parametern anpassen.

Mit seinen Co-act Greifern fokussiert Schunk auf die wachsende Anzahl von Applikationen im Bereich Mensch-Roboter-Kollaboration.

«Auch das industrielle Greifen wird sich in den kommenden Jahren radikal verändern», ist Henrik A. Schunk, geschäftsführender Gesellschafter, CEO, der Schunk GmbH & Co. KG überzeugt. Im Fokus stehen intelligente, vernetzte und feinfühlige Greifsysteme, mit denen sich die Produktionsszenarien der Industrie 4.0 und der Mensch-Roboter-Kollaboration realisieren lassen. Das Spektrum reicht von intelligenten Greifern zur integrierten Prozessüberwachung über Co-act Greifer für kollaborative Anwendungen bis hin zum Highend-Greifer mit sensorischer Aura. «Künftig werden unsere Module unmittelbar am Bauteil 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Cobots und digitale Assistenten helfen Fachkräften Gleiches gilt für die Cobots, die bereits vor zwei Jahren die Messebesucher in ihren Bann zogen. Und auch die kooperierenden Roboter haben technologische Quantensprünge vollzogen, viele sind nun uneingeschränkt praxistauglich. Der BionicCobot von Festo hat sogar gelernt, Sprache zu verstehen. Aufgrund seiner natürlichen Bewegungsmuster und der eingesetzten nachgiebigen Pneumatik ist er geradezu prädestiniert für eine gefahrlose Mensch-Roboter-Kollaboration. Durch einfache Bedienbarkeit, Positionserfassung und Sprachsteuerung, in Kombination mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz, kann der Roboter intuitiv und effizient mit dem Menschen zusammenarbeiten. Dass nicht nur die Interaktion mit Cobots manuelle Arbeitsplätze interessanter gestaltet, sondern auch digitale Assistenten

Bild- Festo

oder Werkstück – also closest to the part – Informationen über das Teil, den Prozess und die Komponenten erfassen, verarbeiten und entsprechende Reaktionen ausführen. Damit bahnen wir den Weg zu vollkommen neuen Handhabungs- und Automationsszenarien», so Schunk. Neue Szenarien eröffnet zweifellos auch eine spektakuläre Entwicklung vom Spannund Greiftechnikspezialisten Röhm, der mit seinem Drohnengreifer nun auch den Luftraum für die Intralogistik nutzt. Dieses wegweisende Konzept ermöglicht den mannlosen Transport von Werkzeugen oder Teilen in Produktionshallen. Der Lufttransport birgt enormes Zukunftspotenzial. Der Greifer, der in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation und den Industrie 4.0 Experten von Digital Worx entstand, wird für Aufmerksamkeit auf der automatica sorgen.

Automation

Der BionicCobot von Festo versteht Sprachkommandos und ist dank seiner nachgiebigen Pneumatik optimal für die Mensch-Roboter-Interaktion geeignet.

wesentliche Erleichterungen auf Werker­ ebene bringen, beweist das Fraunhofer IPA in München. Hier hat man das Thema Datenbrillen und Unterstützung der Fachkräfte in Echtzeit etwas weiter interpretiert. Mit Augmented-Reality-Brillen und eingeblendeten Montageinstruktionen sollen Monteure künftig ohne Einweisung neue Aufgaben übernehmen können. Es muss kein Mitarbeiter mehr abgestellt werden, der neue Kollegen einlernt. Gedruckte Anleitungen sind überflüssig. Mit ein paar Anpassungen könnten die Augmented-Reality-Brillen auch Techniker bei Wartungsarbeiten unterstützen.

Paradigmenwechsel in der Montage Auf der automatica wird auch zu sehen sein, wie sich klassische Anlagenbauer auf den Wandel in der Montageautomation einstellen. Dazu Stefan Rosskopf, Geschäftsführer von Teamtechnik: «In der modernen Fabrikautomation liegt der

Steuerungs- und Softwareanteil heute bei etwa 50 Prozent. Deshalb haben wir intensiv in das Know-how für Software- und Steuerungstechnik investiert und zudem eine eigene Prüfsoftware entwickelt. Das Resultat: Wir besetzen jetzt mit diesem spezifischen Fachwissen einen Spitzenplatz in der Branche. Datenauswertung, Datensicherheit, Rückverfolgbarkeit und das Handling steigender Datenmengen gehören ebenfalls zu unseren Lösungskompetenzen». Ob zukunftsweisende Mensch-RoboterKollaboration oder vorbeugende Wartung, von beiden kann sich der Fachbesucher auf der automatica überzeugen lassen. Kontakt Messe München, Vertretung Schweiz: BTO Solutions Schürch AG Pflanzschulstrasse 3 CH-8400 Winterthur +41 44 350 36 02 info@bto-solutions.ch www.automatica-munich.com

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Masterbatch und Compounds 5/2018

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Automation

Industrie 4.0-Innovationsoffensive wird erwartet

Virtuelle und reale Welten verschmelzen Die Wucht, mit der die digitale Transformation die automatisierte Produktion zu überrollen beginnt, wird auf der automatica 2018, vom 19. bis 22. Juni in München, offenkundig. Begriffe wie Cloud Robotics, Deep Learning und Smart Production sind keine Schlagwörter mehr, sondern mehr und mehr gelebte Realität.

Mit welch rasanten Entwicklungsschritten die digitale Vernetzung in den Fabriken Einzug hält, überrascht selbst Brancheninsider. Der Grund dafür: Obgleich «smart werden» Geld kostet, rechnen sich die Investitionen. Das belegt auch eine aktuelle Studie mit dem Titel «The Digitalization Productivity Bonus: Sector Insights» der Siemens Financial Services (SFS). Demnach können Hersteller durch Automatisierung und Digitalisierung ihrer Produktionssysteme eine jährliche Produktivitätssteigerung durch Senkung der Fertigungskosten von bis zu 9,8 Prozent erreichen. Die enormen Produktivitätsgewinne verhelfen Unternehmen zu frei werdender Liquidität, mit der sich Investitionen in neue Technologien finanzieren lassen.

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt beweisen zahlreiche Praxisbeispiele, wie effizient und hochproduktiv die smarte Produktion sein kann. Beispiel Kuka: Bei der Fertigung von Roboterbauteilen in einer vollautomatisierten, vernetzten Zelle verbindet Kuka die analoge und digitale Welt. Die Zelle zeigt, wie ein Roboter in Zusammenarbeit mit zwei Bearbeitungszentren Roboterbauteile produziert. Ein Sechsachser übernimmt dabei die Handhabung der Gussbauteile. Mit seinem über eine Lineareinheit erweiterten Arbeitsbereich kann er beide Bearbeitungszentren bedienen und zusätzlich Entgratarbeiten verrichten. Soweit die analoge Welt. Die Verbindung zur digitalen Welt erfolgt durch die Vernetzung aller beteiligten Komponenten miteinander und mit der Kuka Cloud. Dabei sind alle aktiven Komponenten der Zelle in die Smart Produktion Umgebung eingebunden. Sämtliche 18

Bild: Audi

Cloudbasierte Produktionslösungen

Audi: Beim Tieflochbohren an Umformwerkzeugen bringt die Digitalisierung entscheidende Produktivitätsvorteile.

Daten der Maschinen, der Roboter, der Bearbeitungsspindel und der Werkzeuge werden in der Kuka Connectivity Box gesammelt, an die Cloud weitergegeben, verarbeitet und in konfigurierbaren Übersichten, den sogenannten Dashboards, visuell dargestellt. Damit haben Werker, Instandhaltung und Management zu jeder Zeit und an jedem Ort uneingeschränkte Transparenz über den Produktionsprozess.

Digital vernetzter Werkzeugbau Welche Vorteile die digitale Vernetzung bei der Bearbeitung von Umformwerkzeugen bringt, demonstriert das Audi Kompetenz-

center Anlagen-/Umformtechnik. Was man hier nicht mag: Prozesse, die der digitalen Vernetzung entgegenstehen. Deshalb ersetzt jetzt ein Roboterbearbeitungszen­ trum vier Radialbohrwerke. Mit dieser wegweisenden Anlage vollzieht Audi einen weiteren entscheidenden Schritt auf dem Weg zum Werkzeugbau 4.0. Worum es dabei geht, erläutert Gereon Heidrich, Leiter Maschinentechnik im Kompetenzcenter: «Für das Einbringen der Entlüftungsbohrungen in Umformwerkzeuge kamen bislang Radialbohrwerke zum Einsatz. Die Nachteile dabei: Das Verfahren ist nicht automatisierbar, zeitintensiv und mit hohem Personalaufwand verbunden. Und: Es passt nicht zum Konzept Werk5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

zeugbau 4.0, bei dem die digitale Vernetzung aller Prozessschritte Programm ist.» Seit kurzem übernimmt ein hochpräziser Industrieroboter TX200 von Stäubli die Tieflochbohrungen. Der grosse Vorteil der jetzt durchgängig digitalen Prozesskette: Die Positionen für die Bohrungen, die früher aufwändig in der Werkshalle bestimmt werden mussten, lassen sich heute bereits bei der Werkzeugauslegung im CAD-System festgelegen und in das Offline-Programmiersystem der Roboterzelle übernehmen. Mit dem digitalen Prozess entfällt dieser Aufwand komplett. Das Resultat: eine Reduzierung der Durchlaufzeiten von rund 60 Prozent.

Automation

ter gegenseitig ihre «Erfahrungen» mitteilen. bereich IT2Industry in Halle B4 bietet die Derzeit arbeiten Roboter- und Komponen- automatica auch eine Plattform für IT-Antenhersteller mit Hochdruck an zukunfts- bieter. weisenden Lösungen, um die richtigen Daten am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt bereitstellen zu können und die Ba- Kontakt sis für eine intelligente Vernetzung zu Messe München, Vertretung Schweiz: schaffen. Dabei macht die Dynamik, mit BTO Solutions Schürch AG der die digitale Transformation die indus­ Pflanzschulstrasse 3 trielle Automation verändert, die kommen- CH-8400 Winterthur de automatica zum Pflichttermin für alle +41 44 350 36 02 Anbieter und Anwender von Automatisie- info@bto-solutions.ch KunststoffXtra Sprache:www.automatica-munich.com DE Format: 120x180+3mm rung und Magazin: IT. Mit einem eigenen Themenn Thema: Hydraulik AS: 25.04.2018

In München wird die IoT-Automation Realität Dass die Zukunft der industriellen Fertigung komplett vernetzt sein wird, welche Vorteile daraus resultieren und wie einfach die dafür erforderlichen, offenen Netzwerke zu realisieren sind, werden die Aussteller auf der automatica belegen. Bereits heute steht fest: Bei vielen Anbietern lautet das Messemotto «Industrie 4.0», «Smart Factory» oder «digitale Vernetzung» und die Innovationen, die in München präsentieren werden, haben eher revolutionären als evolutionären Charakter. Beispiel Fanuc: Der japanische Roboterriese stellt mit dem FIELD System (Fanuc Intelligent Edge Link and Drive) eine intelligente Plattform für den Datenaustausch in Echtzeit bereit. Dazu Fanuc Geschäftsführer Matthias Fritz: «Aus unserer Sicht ist Field ein Meilenstein industrieller Vernetzung.» Zu den erprobten Modulen dieser Plattform gehört die Operation Management Software «Linki», die innerhalb des Systems Maschinendaten erfasst, sortiert, hostet und auswertet. So lassen sich die «Lebensfunktionen» einer Maschine überwachen und Konsequenzen für eine präventive Wartung ziehen. Diese Teilaufgabe übernimmt «Zero Down Time» (ZDT), ein Modul, das in der Automobilindustrie bereits erfolgreich im Einsatz ist. In den USA organisiert General Motors inzwischen die vorbeugende Instandhaltung für über 10 000 Roboter mit ZDT. Doch Field kann noch mehr: Es umfasst auch Industrie 4.0-Funktionalitäten wie «Deep Learning», bei denen sich Robo5/2018

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Automation

Daten echtzeitnah in der «Smart Factory» erfassen

Die virtuelle Welt erobert die Produktion Bereits bei der letzten Automatica vor zwei Jahren hat IPA-Institutsleiter Prof. Thomas Bauernhansl Industrie 4.0 als einen Entwicklungsprozess bezeichnet, der rasend schnell vonstatten geht. Er ist überzeugt: «Wer sich heute nicht damit beschäftigt, wird es morgen wahrscheinlich bitter bereuen». Das Gute ist: An dieser Aussage hat sich nichts geändert. Was sich geändert hat ist das Bewusstsein der Unternehmen, sich mit dem Thema Digitalisierung auseinander zu setzen, Strategien zu entwickeln und Massnahmen zu definieren und umzusetzen.

Jörg Walz ¹

Bild: Fraunhofer IPA, Rainer Bez

Am Messestand des Fraunhofer IPA in Halle A4, Stand 421, werden die vier Eckpfeiler von Industrie 4.0 – Produktion, Produkt, IT und Mensch – auf vielfältige Weise im Gesamtkontext einer digitalisierten Industriewelt erlebbar gemacht: Die Besucher können anhand mehrerer mit der Cloud intelligent zusammenspielender Exponate nachvollziehen, welche Lösungen das Stuttgarter Forschungsinstitut für verschiedene Abschnitte der industriellen Wertschöpfungskette anbietet.

Materialflusssimulationen so realistisch wie nie Eine eigene Demonstrationsfläche ist der Roboternavigation vorbehalten. Dort zeigen Kai Pfeiffer und seine Kollegen mobile Roboter, die über die Cloud miteinander vernetzt sind. Sie kartieren ihre Umgebung kooperativ und planen ihre Routen mit Hilfe des virtuellen Abbildes der Produktion (Digitaler Schatten). «Spontan auftretende Hindernisse umfahren sie mit dem vorgegebenen Sicherheitsabstand, ohne dass es zu Staus oder gar Kollisionen kommt», erklärt Pfeiffer. ¹ Jörg Walz, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA.

Mithilfe des Maschinellen Lernens wird der Griff-in-die-Kiste immer weiter verfeinert. Im Forschungsprojekt DeepGrasping entsteht aktuell eine virtuelle Lernumgebung für Roboter.

Welche Vorteile die Cloud Navigation moderner Industrie-4.0-Architekturen darüber hinaus noch bietet, sieht nur, wer sich eine Augmented-Reality-Brille aufsetzt: Sofort wird klar, dass die eigentliche Demonstrationsfläche deutlich grösser ist. Virtuelle Roboter fahren auch in angrenzenden Bereichen des Messestands herum und weichen Standbesuchern aus, die ihre Bahn kreuzen, ohne es auch nur zu ahnen. Der Sinn hinter dieser Demo: Mit den Daten, die die Cloud Navigation mittels mobiler Roboter und weiterer Sensoren in der Pro-

duktionshalle zusammenträgt, lassen sich in Echtzeit Materialflüsse simulieren, die der Realität viel näher kommen als das bisher möglich war. Zeit- und kostenintensive Praxistests mit Robotersystemen sind nicht mehr nötig.

Maschinelles Lernen: Übung macht den Meister Die automatisierte Handhabungstechnik wird immer effizienter. Denn Felix Spenrath und sein Team entwickeln die be-

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währte Software bp3 des Fraunhofer IPA, die dem erfolgreichen Griff-in-die-Kiste zu Grunde liegt, immer weiter. «Dank verbesserter Algorithmen und neuer Sensortechnik können Industrieroboter nun selbst flache, unsortiert gelagerte Blechteile erkennen und greifen», sagt Spenrath. Die Informationen, die moderne 3D-Sensoren liefern, werden also optimal genutzt. Die neue, intuitive Benutzeroberfläche erleichtert und beschleunigt die Programmierung so sehr, dass sich die Investitionskosten für eine Handhabungszelle nun schon nach zwei Jahren amortisieren. Ein zweiarmiger Demonstrator auf dem Messestand veranschaulicht die jüngsten Fortschritte. Mithilfe des maschinellen Lernens werden die Objekterkennung und die Vereinzelung ungeordnet herumliegender Bauteile derzeit immer weiter verfeinert. Im Forschungsprojekt «DeepGrasping» entsteht aktuell eine virtuelle Lernumgebung. Darin üben Roboter bereits vor ihrer Inbetriebnahme unterschiedlichste Greifprozesse an den Werkstücken, mit denen sie später im operativen Betrieb arbeiten sollen. Neuronale Netze lernen aus diesen simulierten Griffen und verbessern so ihr Prozesswissen kontinuierlich – getreu dem Motto: «Übung macht den Meister». Eine Präsentation informiert auf dem Messestand über das Projekt DeepGrasping und stellt erste Ergebnisse vor.

drag&bot vereinfacht Roboterprogrammierung Roboter kommen in kleinen und mittelständischen Unternehmen bisher nur selten zum Einsatz. Der Grund: Die herstellerspezifischen Programmiersprachen sind so komplex, dass externe Fachleute beauftragt werden müssen, um einen Roboter an neue Aufgaben heranzuführen. «In Zeiten intuitiv bedienbarer Smartphones und Tablets ist eine derart zeit- und kostenintensive Roboter-Programmierung nicht mehr fortschrittlich», findet Martin Naumann. Der Forscher vom Fraunhofer IPA hat deshalb zusammen mit seinen Kollegen die Software drag&bot entwickelt, die den Programmieraufwand auf ein Minimum reduziert. Der Clou: drag&bot liefert fertige Programmbausteine, die sich über eine grafische Bedienoberfläche schnell 5/2018

Automation

und intuitiv zu komplexen Roboterapplikationen zusammenfügen lassen. Zusätzlich vereinfachen Bedien- und Eingabehilfen die Parametrisierung der Bausteine. Damit ist kein Expertenwissen mehr nötig, um Roboter verschiedener Hersteller umzuprogrammieren. Wie einfach sich drag&bot bedienen lässt, demonstriert Naumann mit einer Roboterzelle auf der automatica 2018. Jeder interessierte Standbesucher kann dort mit ein paar Klicks selbst Handhabungs- oder Montageanwendungen programmieren.

Dank einer wiederverwendbaren Software-Infrastruktur erleichtert das Betriebssystem «Robot Operating System» (ROS) die Softwareerstellung sowohl für Roboter als auch für Robotersysteme, die komplexe Aufgaben ausführen. «Aber auch die standardisierten Schnittstellen stellen eine wesentliche Vereinfachung dar. Denn ROS stellt die gesamte Robotik auf eine gemeinsame Grundlage – so wie Linux bei Computern oder Android bei Smart­ phones», erklärt Mirko Bordignon. Endanwender und Systemintegratoren müssen

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Automation

komplexe Funktionen nicht immer wieder neu entwickeln, denn diese stellt ihnen die Open-Source-Software ROS zur Verfügung – vor allem aus den Bereichen mobile Navigation, Greif- und Roboterbewegungsplanung, Simulation sowie Bild- und Sensorverarbeitung.

Autonome Optimierung in der Stückgüterproduktion Bei kapitalintensiven Fertigungssystemen sind Unternehmen darauf angewiesen, die Produktivität stets zu maximieren. Andernfalls drohen Kostendruck und Finanzierungslücken. Jedoch umfassen viele Fertigungssysteme eine Vielzahl an Stationen und arbeiten so schnell, dass Fehlerursachen mit blossem Auge nicht mehr erkennbar sind. Hier bietet die Smarte Systemoptimierung von Felix Müller und seinem Team einen innovativen und bereits real einsatzfähigen Ansatz. Das Analysetool erkennt Fehler in verketteten Fertigungssystemen und zeigt deren Ursachen sowie die Fortpflanzung automatisiert und echtzeitnah auf. Schlüsseltechnologie sind lernende Algorithmen, die speziell zur Analyse von schnelltaktenden Stückgüter-Produktionslinien entwickelt wurden. Zur Datenerhebung «von innen» kommt ein hochperformanter Konnektor zum Einsatz, der auf die Daten aus der Maschinensteuerung zu-

greift. Zusätzlich zeichnen intelligente Kameras «von aussen» die relevanten Prozessmerkmale auf. So entsteht eine kontinuierliche Datenbasis, die zeitsynchron an das Analysetool übermittelt wird. Dieses kann nun mit den Algorithmen Rückschlüsse ziehen und die Informationen in gewünschter Form aufbereiten. Das Werkzeug arbeitet auch heraus, wie die Fehler zusammenhängen und kann sie priorisieren. Es eignet sich zudem für ein automatisiertes Maschinenbenchmarking. So lassen sich damit alle Maschinen eines Fuhrparks auf das höchstmögliche Niveau bringen. Reale Einsatzfälle in der Pharma-, Konsumgüter- und Automotive Produktion haben bereits Produktivitätssteigerungen von bis zu 15 Prozent erzielt.

«Virtual Fort Knox» nicht mehr allein, aber einzigartig

die Grundlage für ein offenes, echtzeitfähiges Betriebssystem für die Fertigung. Das erklärte Ziel formuliert Joachim Seidelmann, Leiter DigiTools am Fraunhofer IPA, wie folgt: «Wir wollen Industrie 4.0-Konzepte umsetzen, mit denen die Anwender ihre Effizienz in der Produktion steigern können». Auf der Automatica wird VFK mit dem Festo CP Lab verbunden sein – einer miniaturisierten Umlaufbandanlage, die über mehrere Möglichkeiten der Steuerung verfügt. Gruppenleiter Daniel Stock dazu: «Wir zeigen, wie Anlagen einfach und flexibel vernetzt werden können und betrachten – beispielsweise zukünftig durch die aufkommende 5G-Technologie befähigt – nicht mehr nur primär die echtzeitnahe Datenfusion, sondern auch die Steuerung aus der Cloud, um Anwendern in Zukunft ganz neue Möglichkeiten zu bieten».

Bereits seit 2012 arbeitet das Fraunhofer IPA zusammen mit Unternehmen aus dem Mittelstand an Virtual Fort Knox (VFK), einer offenen Plattform für IT-Services für produzierende Unternehmen. Seit Mitte 2017 wird die VFK-ResearchPlattform als virtuelle hybride Plattform bei sechs weiteren Instituten im Fraunhofer Verbund Produktion ausgerollt. Sie dient als kollaborative Forschungsplattform für die Entwicklung innovativer Dienste für die Produktion und bildet so

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Lasertechnologie

Lasys, 5. bis 7. Juni 2018 in Stuttgart

Die Laser-Messe ist auf Kurs Die Messe Stuttgart rechnet zur Lasys 2018 – Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung – mit mehr Ausstellern, mehr Besuchern und einer weiteren Festigung ihrer Position als unverzichtbarer Branchendie Formteilqualität die Formteilqualität treffpunkt für Hersteller, Anwender und Entscheider in der industriellen Fertigung. Das ist die Überzeugung von Florian Niethammer, Teamleiter Industrie & Technologie bei der Messe Stuttgart.

Der Messefokus liegt klar auf Laser-Fertigungssysteme, ergänzt durch laserspezifische Maschinensubsysteme, Strahlquellen, Verfahren und Dienstleistungen. «Mit ihren intelligenten Systemlösungen und etablierten und neuen Fertigungsverfahren sowie Anwendungsfeldern zeichnet sie sich durch eine hohe Praxisorientierung aus. Das ist genau das, was Entscheider in der Indus­trie suchen und dies wiederum zieht zahlreiche Aussteller aus dem In- und Ausland an», erklärt Niethammer. Die Messe

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Stuttgart rechnet mit circa 200 Ausstellern – davon ein Drittel aus dem Ausland – und mehr als 6000 Besuchern aus zahlreichen Ländern. Das Programm hält spannende Veranstaltungen für unter­schiedliche Zielgruppen bereit. Während das Fachforum «Lasers in Action» für drei Tage praxisorientierte Vorträge direkt in der Messehalle bietet, ermöglichen die Stuttgarter Lasertage am 5. und 6. Juni den Wissenstransfer zwischen internationalen Experten und Anwendern. Auf dem Stutt-

gart Laser Marketplace referieren am 6. Juni führende Branchenspezialisten aus Marktforschung und Industrie über Märkte, Technologien und Anwendungen der industriellen Lasertechnik. Am 5. Juni findet Kühlen und«Lasermaterialein Workshop zum Thema Kühlen und bearbeitung in der Medizintechnik» Temperieren mit statt Temperieren mit und am 6. Juni ein Workshop zum «LaserSystem System Auftragsschweissen». Kontakt Messe Stuttgart, www.lasys-messe.de n

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Lasertechnik

Strukturieren, reinigen, polieren

Lasersysteme verzaubern Oberflächen

Mittlerweile haben sich viele Laserprozesse herauskristallisiert, die dazu beitragen, Oberflächen regelrecht zu verzaubern. Dazu gehört zum Beispiel das Strukturieren von Automobilinterieur-Oberflächen, die dadurch ein edel anmutendes Design erhalten. Ferner reinigen Lasersysteme verwitterte Steinfassaden, entrosten Eisenteile mit filigranen Ornamenten, reinigen Druckwalzen oder Reifenformen, befreien Bauteile von Fettschichten als Vorbehandlung für das Laserschweissen und entlacken, polieren oder härten Bauteiloberflächen. Mit der Entwicklung und Produktion von Laserbearbeitungsanlagen zum 3DGravieren von Freiformflächen hat sich der Lasys-Aussteller Acsys Lasertechnik in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Zum Beispiel wurde mittels AcsysLaseranlage die Prägeform für die weltweit erste Kugelmünze produziert. «Bei der 2,5D- und 3D-Lasergravur wird die Oberfläche des Werkstücks softwaregesteuert in die Tiefe abgetragen. Das Material wird schichtweise verdampft, wodurch nach und nach die gewünschte Struktur zum Vorschein kommt», erklärt Thilo von Grafenstein, Marketingleiter von Acsys.

Hochpräzise 3D-Lasergravuren mit hoher Zeitersparnis Der Lösungsanbieter Acsys empfiehlt zum Beispiel für Oberflächenstrukturierungen von Spritzgussformen seine Bearbeitungsanlagen mit neuester Ultrakurzpuls(UKP)Lasertechnologie. Sie ermöglichen LaserStrukturierung mit hoher Präzision – auch bei sehr harten Werkstoffen. Durch den «kalten Abtrag» bleibt die Gravur nahezu schmelz- und gratfrei, sodass der Aufwand für ein Nachbearbeiten wesentlich redu24

Bild: Messe Stuttgar t

Wer hätte vor 50 Jahren gedacht, dass der Laser sich eines Tages zum universellen und unverzichtbaren Werkzeug für die Fertigungsindustrie entpuppt. Neben Hauptaufgaben wie Schneiden und Schweissen mit dem Laser, rückt die Bearbeitung von Oberflächen unterschiedlichster Formen und Materialien immer stärker ins Rampenlicht. Das wird beispielsweise auch auf der Lasys im Juni in den Messehallen der Messe Stuttgart praxis­ orientiert gezeigt.

Hochpräzise Oberflächenstrukturierungen von Spritzgussformen, die mit dem neuesten Ultra­ kurzpuls-Lasersystem von Acsys hergestellt sind.

ziert wird. «Wir entwickeln auch im Hause unsere Laser-Software», erläutert von Grafenstein, «die in puncto Datenbankanbindung ständig an die Ansprüche des Marktes angepasst und den Anforderungen der Industrie 4.0-Produktion in jeglicher Hinsicht gerecht wird.» Auf der Lasys zeigt Acsys, dass die Software 3D-Daten wie Step-Dateien verarbeiten kann und so hochpräzise 3D-Gravuren und Oberflächenstrukturierungen ermöglicht. Von Grafenstein betont: «So realisieren die

µ-präzisen Laseranlagen Arbeitsaufträge mit hoher Zeitersparnis. Da kein Werkzeugverschleiss anfällt, senkt der Lasereinsatz auch in dieser Beziehung die Kosten.»

Laserstrukturieren – schnell und präzis «Durch die hohe Flexibilität des Lasers hinsichtlich Positionierung und Genauigkeit im μ-Bereich ist dieser geradezu prädestiniert für die Oberflächenbearbeitung sehr 5/2018


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Lasertechnik Made in Switzerland

unterschiedlicher Materialien», sagt Dr. Jörg Lässig, Geschäftsführer bei Sitec Industrietechnologie. Die Laseranlagen von Sitec werden unter anderem zum Strukturieren und definierten Abtragen von Abdecklacken etwa auf Injektorkomponenten und zum Freilegen von Kontaktierungselementen im Toleranzbereich von +/-2 μm eingesetzt. Der Laser ermöglicht ausserdem variable Grabengeometrien beim Gestalten der Oberflächen. «Durch ein inte­ griertes hochauflösendes Kamerasystem kann auf Bauteiltoleranzen gut reagiert werden. Schnelle Taktzeiten bei gleichzeitig hoher Genauigkeit sind hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Qualität entscheidende Vorteile der Oberflächenbearbeitung mit dem Laser», so Dr. Lässig.

Schonendes Laserreinigen von Formen und Werkzeugen Lasersysteme haben sich in den vergangenen Jahren einen weiteren Applikationsbereich erobert: das Laserreinigen. Es gilt als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Reinigungsverfahren. Hartnäckige Prozessrückstände wie Gummi, Silikon, Russ, Vulkanisierrückstände, Rost oder Öle und Fette lassen sich mit dem Laser schonend von Formen, Bauteilen und Werkzeugen entfernen. Das Vorteilhafte dabei ist: Das Bauteilmaterial wird weder chemisch, mechanisch noch thermisch geschädigt, da der Laser berührungslos arbeitet. Eingesetzte Festkörperlaser, wie etwa gepulste Faserlasersysteme, zeichnen sich hierbei durch einen hohen Wirkungsgrad sowie hohe Strahlqualität bei hohem Leistungsniveau aus. Betriebs- und Servicekosten können reduziert werden. So lässt sich präzises Abtragen bei gleichzeitig hohen Durchsatzleistungen in einer Vielzahl von Anwendungen realisieren.

Präzisionsoberflächen bei CFK Der Laser erweitert sein Einsatzspektrum stetig was Materialien angeht. Zum Beispiel sind Bauteile aus karbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK) wesentlich für den modernen Leichtbau, sowohl im Automobil- als auch im Flugzeugbau. «Aufgrund der Art der Herstellung sind CFKBauteile sehr teuer. Deshalb lohnt es sich 5/2018

oft, solche Bauteile bei Beschädigung oder bei Herstellungsfehlern zu reparieren», erklärt Dr. Rudolf Weber, Leiter Verfahrensentwicklung am Institut für Strahlwerkzeuge (IFSW) der Universität Stuttgart. Eine Möglichkeit sei es, den defekten Bereich zu entfernen und mit einem angepassten «Patch» wieder zu verkleben. «Für das Entfernen des beschädigten Bereichs werden am IFSW erfolgreich Ultrakurzpulslaser eingesetzt. Da während des Abtragens die genaue Abtragtiefe vermessen wird, lassen sich mit dem Laser in der Umgebung des Schadens hochpräzise, lagengenaue Stufen erzeugen. Sie dienen als optimale Voraussetzung für den nachfolgenden Klebeprozess», so Weber. Die Präzision des Abtrags kann entweder nach einem computererzeugten Graustufenbild geregelt werden oder nach der im Prozess bestimmbaren Ausrichtung der Fasern. «Diese Art Präzisionsoberflächen mittels geregeltem Kurzpulslaser-Abtragprozess zu erzeugen, ist absolut neuartig und wird aktuell am IFSW auch erstmals bei der Oberflächenbearbeitung von Metallen eingesetzt», erklärt Weber weiter. Auch die Stuttgarter Lasertage SLT‘18, die zeitgleich zur Lasys stattfinden und vom IFSW organisiert werden, beleuchten dieses Thema.

Lasys 2018 mit hoher Innovationskraft «Die Herausforderung besteht darin, systematisch und mit Weitblick die Anforderungen des Marktes hinsichtlich innovativer Laser-Bearbeitungstechnologien aufzugreifen, weiterzuentwickeln und diese serienreif in prozesssichere und serviceorientierte Laseranlagen umzusetzen», resümiert Dr. Lässig von Sitec mit Blick auf die Zukunft. Dass die rund 200 Aussteller der Lasys diese Herausforderung bestens meistern, bezeugen deren hohe Innovationskraft. Die Messe Stuttgart erwartet zur Lasys ca. 6000 Besucher. Kontakt Messe Stuttgart, Vertretung Schweiz: event-ex ag Amtsstrasse 3 CH-8610 Uster +41 43 399 45 71 peter.plan.switzerland@messe-stuttgart.com www.lasys-messe.de n

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Wie weiter mit der VOCV und LRV?

Das schweizerische Umweltgesetz regelt auch Aspekte der Luftreinhaltung. In der chemischen und pharmazeutischen Industrie sind dabei die Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (Volatile Organic Components = VOC) von besonderer Bedeutung da diese Stoffe in diesen Bereichen typischerweise Verwendung finden. Die detaillierteren aktuellen Bestimmungen dazu finden sich in der Luftreinhalteverordnung (LRV) sowie in der VOC-Verordnung (VOCV). Während die LRV entsprechende Emissionsgrenzwerte vorgibt, ist in der VOCVerordnung eine Lenkungsabgabe auf solche Stoffe vorgesehen. Diese ist europaweit einzigartig und wird durch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mit Verpflichtungen der Schweiz gegenüber internationalen Abkommen, in diesem Fall das Göteborg-Protokoll, begründet.

Dominique Werner ¹ Die durch das BAFU ermittelten Zahlen zeigen offensichtlich, dass die Lenkungsabgabe aktuell keinerlei lenkende Wirkung (mehr) zeigt. Sie stellt jedoch weiterhin eine starke administrative Belastung für die betroffenen Unternehmen dar. Eine entsprechende Motion zur Abschaffung der VOC Verordnung (Motion Wobmann, 15.3733) wurde im Nationalrat bereits angenommen und wird aktuell von der vorberatenden Kommission des Ständerates behandelt. Diese Kommission hat weitere Abklärungen durch das BAFU beantragt; ein Entscheid wird im Herbst 2018 erwartet. Die Lenkungsabgabe stellt für die Wirtschaft eine rein fiskalische Herausforderung durch Entzug von Liquidität dar, kann aber im Inland auf die Kunden überwälzt, ¹ Dominique Werner, dipl. Chem. HTL, MSc Process Biotechnology, MAS Sicherheitspolitik und Krisenmanagement Scienceindustries, Bereich Chemikalienrecht.

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Grafik: Scienceindustries

Kein Alleingang bei den Abluftgrenzwerten

VOC-Emissionen Übersicht.

respektive beim Export zurückgefordert werden. Viel einschneidender ist der administrative Aufwand für die Umsetzung der VOCV. Diese Kosten wurden in der politischen Diskussion durch BAFU und Bundesrätin Doris Leuthard nicht berücksichtigt. Im Rahmen der erwähnten Abklärungen durch das BAFU für den Ständerat werden nun die administrativen Belastungen der Wirtschaft erstmals quantifiziert. Andererseits werden verschiedene Szenarien skizziert, wie die Zukunft von LRV und VOCV aussehen könnte. Dabei deutet sich nun an, dass es offenbar seitens BAFU angedacht ist, sowohl bei einer denkbaren Weiterführung als auch einer Abschaffung der VOCV die entsprechenden Grenzwerte der LRV zu verschärfen. Nach aktuell vorliegenden Informationen wird dies primär mit den angeblichen Forderungen der entsprechenden internationalen Verträge (konkret: Göteborg Protokoll) begründet; wenn die Lenkungsabgabe abgeschafft würde, müssten andere Massnahmen einen weiteren Absenkpfad ermöglichen, einen Wiederanstieg der Emissionen aber auf jeden Fall verhindert werden. Dies ist für die Wirtschaftsverbände nicht nachvollziehbar: Einerseits werden die durch das BAFU definierten Zielwerte bereits ein-

gehalten (Gesamtemission von max. 70 000 t/a, respektive 30 % weniger als 2005). Andererseits sind auch die europäischen Nachbarstaaten Mitglieder des Göteborg-Protokolls, benötigen aber zur Absenkung der Emissionen keine Lenkungsabgabe. Nun haben Wirtschaftsverbände (science­ industries, VSLF und SKW) eine fundierte Analyse gestartet, um die Auswirkungen solcher Verschärfungen zu beschreiben und soweit möglich zu quantifizieren. Aktuell ist diese Auswertung noch nicht abgeschlossen; es gibt jedoch klare Indikationen, dass die Auswirkungen einer solchen Grenzwertverschärfung massiv ausfallen würden. Dies gilt sowohl für grosse Unternehmen der Chemiebranche als auch für kleine und mittlere Unternehmen der nachgelagerten Industrien (u.a. Lacke, Farben, Kosmetik, Waschmittel und gegebenenfalls auch in der kunststoffverarbeitenden Industrie). Gerade für solche Unternehmen würde die Einführung bzw. Verschärfung von Grenzwerten zu massiven finanziellen Mehrbelastungen führen (Anschaffung und Betrieb von Abluftreinigungsanlagen), welche teils nicht gestemmt werden könnten. Die entsprechenden Grenzwerte der LRV wurden in der Vergangenheit bereits 5/2018


Verband

mehrfach verschärft; in der Regel geschah dies in Abstimmung mit den entsprechenden Grenzwerten der EU. Bei den nun angedachten Verschärfungen ist dies jedoch nicht der Fall. Eine systematische Hinterfragung der Methodik hat ergeben, dass die aktuell verwendete Systematik nicht konsistent ist und in relevanten

Punkten vom Vorgehen in der EU abweicht. Vorschläge in diese Richtung sind weder verhältnismässig noch nachvollziehbar und auch nicht in Einklang mit der europäischen Gesamtentwicklung. Es handelt sich in der aktuellen Form um einen nationalen Alleingang, der strikt abzulehnen ist.

Kontakt Swiss Plastics Kurt Röschli Schachenallee 29C CH-5000 Aarau Telefon +41 62 834 00 67 k.roeschli@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch

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Swiss Plastics und KATZ – ein eingespieltes Team

Erfolgsmodell überbetriebliche Kurse

Das in der Schweiz etablierte duale Berufsbildungssystem wird durch die drei Lernorte Betrieb, Berufsschule und üK getragen. Das Modell hat sich insbesondere auch für die Ausbildung der Kunststofftechnologen und Kunststofftechnologinnen vielfach bewährt. Im Betrieb werden in der Regel jene für die Firma wesentlichen fachspezifischen (Fertigungs-)Kompetenzen vermittelt. Die Berufsfachschulen in Rapperswil und Aarau vermitteln neben der Allgemeinbildung, den Grundlagenfächern, übergeordnetes Fachwissen zu den einzelnen Fachgebieten Spritzgiessen, Extrudieren, Apparatebau und Faserverbund. Zentrale Aufgabe der üK ist gemäss Bildungsplan einerseits die Vertie¹ Fabian Meier, Ausbildungsleiter KATZ, Kunststoff-Ausbildungs- und Technologie-Zentrum, Aarau.

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Betrieb Berufsschule

üK-mechanische Fertigungstechnik

üK-fachspezifisch

Anzahl Tage je Lernort während der Lehrzeit des Kunststofftechnologen, unter der Annahme: 4-jährige Lehrzeit, ohne MB, BFS: 1,5 d/w, 40 Wochen/a, Fachrichtung Spritzgiessen/Pressen.

fung des Wissens in der gewählten Fachrichtung und anderseits das Kennenlernen weiterer Fachrichtungen. An diesen beiden Punkten knüpft die Ausbildung der angehenden Berufsleute am KATZ an.

Bild: K ATZ

Fabian Meier ¹

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Grafik: K ATZ

Überbetriebliche Kurse (üK) zählen zu einem der langjährigen gemeinsamen Projekte zwischen dem Verband Swiss Plastics und dem Kunststoff- Ausbildungsund Technologie-Zentrum (KATZ). Swiss Plastics nimmt dabei die Rolle der Organisation der Arbeitswelt (OdA) ein, das KATZ ist als Ausbildungsstätte für die fachliche und didaktische Vermittlung der Fachkompetenz für angehende Kunststofftechnologen und Kunststoffverarbeiter verantwortlich.

Der enge Praxisbezug der überbetrieblichen Kurse wird von der Industrie sehr geschätzt.

Ausbildung am KATZ

erfahrenen und fachlich sowie didaktisch qualifizierten Kunststofftechnologen und -technikern verfügt über eine enge Vernetzung zwischen der industriellen Praxis und dem praktischen Unterricht. Dank der Bündelung an einem gemeinsamen Standort erhält die Industrie aktuelles Wissen zu einem guten Preis-Leistungsverhältnis.

Die jetzige, durch die Industrie getragene Struktur der überbetrieblichen Kurse am KATZ, ist ein seit über mehr als 20 Jahren gewachsenes Modell, welches in den letzten Jahren kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Moderneste Geräte und Anlagen stehen den jungen Berufsleuten zur Verfügung. Ein motiviertes Team von fünf

Kontakt KATZ Schachenallee 29 CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch www.katz.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

Recycling

VDMA-Interview-Serie

Nachhaltigkeit durch vollelektrische Maschinen Industrie und Wirtschaft sind zunehmend sensibilisiert auf die Themen Nachhaltigkeit, Recycling, Kreislaufwirtschaft. Wie der deutsch-japanische Maschinenhersteller Sumitomo (SHI) Demag an diese Thematik herangeht, geht aus dem Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung Gerd Liebig hervor.

Ist dieser Aspekt ein Kaufargument für Ihre Kunden? Liebig: Für unsere Kunden spielt die Effizienz einer Anlage eine zentrale Rolle. Dazu gehört neben der Vermeidung von Ausschuss auch die Anlagenverfügbarkeit. Unsere Kunden entscheiden sich für eine vollelektrische Maschine vor allem, weil sie sehr energieeffizient und sehr präzise ist. Wenn es um das Image des Kunststoffes geht, dann ist bereits ein nachhaltiger Verarbeitungsprozess von Bedeutung. Neben der Energieeinsparung ist auch der schonende Einsatz der Fertigungsanlage und ihrer Ersatzteile wichtig. Vollelektrische Maschinen laufen stabil, die Zahl der verbauten Teile ist deutlich geringer als bei hy­ draulischen Maschinen und der Umgang mit vollelektrischen Maschinen ist sauber, 28

umzusetzen. Man ist sehr weit im Verständnis und auch sehr weit bei konkreten Massnahmen. Es gibt zum Beispiel für Kunststoffe ein umfassendes Sammelsystem.

Bilder: Sumitomo (SHI) Demag

Welchen Beitrag kann Ihr Unternehmen zur Kreislaufwirtschaft leisten? Gerd Liebig: Wir stellen sicher, dass ein Kunde auf unseren Maschinen alle Materialien verarbeiten kann, seien es Biokunststoffe, Thermoplaste oder auch Rezyklate aus ölbasiertem Kunststoff. Wenn uns ein Kunde sagt, welches Material er einsetzen möchte, dann tun wir alles, damit die Maschine optimal an die Kundenanforderungen angepasst wird. Für uns kommt es immer auf die Anforderungen oder die Anwendung an. Und da bieten wir mit unserer In-house-Fertigung der Plastifizierkomponenten einiges an Know-how. Grundsätzlich haben wir aber nur bedingten Einfluss auf die Wahl des Materials. Wir sehen Kreislaufwirtschaft als einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit an. Dieses Ziel verfolgen wir auch. Deshalb werden unsere Maschinen immer energieeffizienter und mit der Fokussierung auf elektrische Antriebe weniger störanfällig, energiesparender und damit nachhaltig ökologischer.

Gerd Liebig: Die ökologische Orientierung der Wirtschaft ist in Japan und in Deutschland ähnlich hoch.

geräuscharm und energiesparend – und damit ökologisch und nachhaltig. Dann ist auch die Preisdifferenz, die bei vollelektrischen Maschinen je nach Einsatz zwischen fünf und 25 Prozent liegt, kein grosses Problem mehr. Nachhaltigkeit ist ein enorm wichtiges Thema für unsere Kunden geworden. Das Image ist unseren Kunden wichtig, weil auch deren Kunden immer stärker darauf schauen. Viele unserer Kunden, die Rezyklate einsetzen, machen das meistens mit Blick auf das Image. In Deutschland steht es mit dem Image von Kunststoffen nicht gut. Sie stehen einem deutsch-japanischen Unternehmen vor. Wie sieht es denn in Japan aus? Liebig: Die ökologische Orientierung der Wirtschaft ist in Japan und in Deutschland ähnlich hoch. So ist zum Beispiel der Grad der Mülltrennung in beiden Ländern weltweit führend. Auf der einen Seite ist man dort für dieses Thema sehr sensibilisiert, auf der anderen Seite ist man auch sehr diszipliniert und konsequent, wenn es darum geht, das Thema anzugehen und Ziele

Dann ist die Politik in Japan der unsrigen voraus? Was müsste sie hier bei uns tun, um das Image von Kunststoff zu verbessern? Liebig: Die Lösung augenfälliger Probleme hängt erst einmal vom individuellen Verhalten ab, dann muss die Politik Regeln schaffen und Massnahmen treffen, damit diese eingehalten werden. Die Plastiktüte ist in öffentlichen Diskussionen ein Symbol für das Kunststoffmüll-Problem schlechthin. Es müsste Regeln für die Verwendung von Rezyklaten geben. Wenn seitens der Politik andere Anforderungen an uns als Unternehmen gestellt werden, können wir die sicherlich problemlos umsetzen, solange

Interview-Serie – bereits erschienen: –– KX11/2017: Akzeptanz für Rezy­k late schaffen, Stefan Kaiser, Vecoplan AG, Bad Marienberg (D). –– KX12/2017: Gute Rezyklate erhöhen die Einsatzchancen, Peter Breuer, Motan Holding, Isny (D). –– KX1-2/2018: Hochreines Rezyklat ist Neuware ebenbürtig, Georg Tinschert, Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn (A). –– KX3/2018: Die Kreislaufwirtschaft ist eine Riesenchance, Dr. Stefan Engleder, Engel Austria, Schwertberg (A). –– KX4/2018: Auf die gesamte Kunststoffkette kommt es an, Manfred Hackl, Erema

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KUNSTSTOFF XTRA

Recycling

Internationale Ausstellung für Metallbearbeitung

18. - 22.09.2018 Messe Stuttgart

Setzen Sie die Konkurrenz schachmatt Elektrisch angetriebene Spritzgiessmaschinen unterstützen die Nachhaltigkeit.

sie alle treffen. Es wäre nur dann kritisch, wenn der Kunststoff dadurch so teuer würde, dass die Nachfrage nach Kunststoff schrumpfte. Aber das sehe ich nicht. Wenn man das Negativ-Image ablegt, könnte man endlich die gros­sen Vorteile von Kunststoff thematisieren, etwa den Leichtbau in der Automobilindustrie. Oder in der Medizintechnik die preisgünstige Herstellung von medizintechnischen Geräten oder Medizinprodukten zur Vorsorge, die es möglich macht, dass sich die Gesundheitsversorgung auch in Wachstumsländern weiterentwickeln kann. Warum sehen Kunststoffverarbeiter Rezyklate oft kritisch? Liebig: Es gibt drei Einschränkungen beim Einsatz von Rezyklaten. Die erste betrifft die Optik, die zweite die Funktionalität und die dritte die Wirtschaftlichkeit. Wenn man Rezyklate einsetzt, hat man häufig optische Einbussen. Zwar gibt es schon Möglichkeiten, diese Einbussen zu kaschieren durch eine zusätzliche Oberflächengestaltung, aber das ist noch die Ausnahme. Auch bei der Funktionalität gibt es beim Einsatz von Rezyklaten Einbussen. Es besteht die Gefahr, dass der Kunststoff an Homogenität verliert. Immer dann, wenn der Kunststoff nicht ganz sortenrein ist, könnte es Probleme in der Stabilität des Bauteils geben.

Das Hauptthema ist der Preis und damit die Wirtschaftlichkeit. Es wird oft von unseren Kunden infrage gestellt, ob sich Rezyklate tatsächlich rechnen oder auch der Einsatz von Biokunststoffen. Auch hier wäre die Politik gefordert. Sie müsste Anreize für den Einsatz von Rezyklaten oder Biokunststoffen schaffen. In der Automobilindustrie hat sie viel zu spät auf den Leichtbau gesetzt und die Entwicklung entsprechend zu spät gefördert. Erst allmählich geht es dort in Richtung leichtere Autos mit Elektroantrieben, um Energie einzusparen. Das sehe ich bei der Förderung von Rezyklaten oder der Förderung von Biokunststoffen derzeit nicht.

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Forschung/Entwicklung

KUNSTSTOFF XTRA

IKV untersucht faserverstärkte Leichtbauteile mit duroplastischer Matrix

Funktionalisierung beim Duroplast-Spritzgiessen Hochbelastbare, endlosfaserverstärkte und funktionale Kunststoffbauteile bieten nicht nur für die Automobil- und Luftfahrtindustrie enorme Potenziale. Deshalb untersucht das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Herstellung von FVK-Bauteilen mit duroplastischer Matrix im Spritzgiessprozess.

Die steigende Nachfrage nach Kunststoffbauteilen mit Endlosfaserverstärkung beruht auf ihren hohen mechanischen Festigkeiten bei bis zu 25 Prozent geringeren Gewichten im Vergleich zu Metallbauteilen. Aus diesem Grund ist ihre Herstellung und hierbei insbesondere die Wirtschaftlichkeit des Prozesses sowie die Reduktion von Fertigungsschritten bei kurzen Zykluszeiten Thema diverser Forschungsprojekte. Während FVK-Bauteile mit thermoplastischer Matrix bereits industriell hergestellt und genutzt werden, beschäftigt sich das IKV jetzt erstmals mit der Herstellung endlosfaserverstärkter Leichtbauteile mit duroplastischer Matrix. Duroplaste sind aufgrund ihrer höheren Kältebeständigkeit sowie der höheren mechanischen und thermischen Belastbarkeit in manchen Anwendungen den Thermoplasten überlegen.

In einem aktuellen Forschungsprojekt untersucht das Forscherteam am IKV die Möglichkeiten, Leichtbauteile mit duroplastischer Matrix herzustellen. Analog dem bekannten Verfahren des integrierten Umformens und Hinterspritzens thermoplastischer FVK sollen so die Leichtbaueigenschaften mit der Bauteilkomplexität des Spritzgiessens auch für duroplastische Bauteile kombiniert werden. Zwei innovative Prozessrouten kommen dabei zum Einsatz: das Hinterspritzen von zuvor im etablierten RTM-Verfahren hergestellten Bauteilen, eine zweistufige Prozessroute, sowie das Hinterspritzen von Towpreg/ Prepreg-Materialien, welche prozessinte­ griert im Spritzgiessprozess aushärten, also eine einstufige Prozessroute. Beide Wege zeichnen sich durch eine – im Vergleich zu 30

Bild: IKV

Zwei Prozesswege kommen zum Einsatz Im Duroplast-Spritzgiessverfahren hergestellter hinterspritzter RTM-Probekörper.

herkömmlichen Funktionalisierungsstrategien wie Kleben oder Nieten – reduzierte Anzahl von Fertigungsschritten sowie durch kürzere Zykluszeiten aus. Die erzielten Forschungsergebnisse wie Prozesseinflussgrössen, erzielbare Bauteilkomplexität und Haftverbundeigenschaften sowie die technologische und wirtschaftliche Bewertung können künftig dazu beitragen, die Bauteilkomplexität und Funktionsintegration zu steigern und neue Anwendungsbereiche für duroplastische FVK-Bauteile zu erschliessen. Das Forschungsvorhaben IGF 9EWN wird gefördert von der AiF im Rahmen des Pro-

gramms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Kontakt Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) Dipl.-Wirt.-Ing. Nicolay Bergmann Seffenter Weg 201 D-52074 Aachen +49 241 80-28823 nicolay.bergmann@ikv.rwth-aachen.de www.ikv.rwth-aachen.de n 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Innovation

Bain-Studie

Autobranche muss sich neu aufstellen Die deutschen Automobilhersteller und -zulieferer müssen bis 2020 bis zu 30 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets in eine grundlegende Neuausrichtung ihres Geschäfts investieren. Nur so können sie im Zeitalter von E-Auto, autonomem Fahren und Digitalisierung ihre weltweite Führungsposition halten. Dies geht aus einem Positionspapier der internationalen Managementberatung Bain & Company hervor.

In ihrem Positionspapier «Innovation in der Automobilindustrie: Ende der Experimente» zeigt Bain, wie sich die Autobranche trotz starken Kostendrucks im Ganzen neu erfinden kann. Im Mittelpunkt dieser Transformation stehen die neuen Technologien. «Produktqualität und Markenreputation allein reichen in der Automobilindustrie nicht mehr aus, um sich vom Wettbewerb abzuheben», erklärt Bain-Partner und CoAutor Ralf Kalmbach. «Wollen die Unternehmen die strategischen und technologischen Innovationen bewältigen, die für diese Transformation erforderlich sind, müssen sie einen erheblichen Teil ihrer Forschungs- und Entwicklungsbudgets neu disponieren.»

Ende der Experimente Bisher verlangen die Top-Manager der Autobranche von ihren F&E-Einheiten Antworten auf die technologischen Heraus­ forderungen der Zukunft. Doch die Ingenieure sind vielerorts mit kleinteiligen Neuentwicklungen und Pilotprojekten überlastet. «Zahlreiche Unternehmen entwickeln immer noch herkömmliche Produkte und Innovationen parallel», stellt Bain-Partner und Co-Autor Dr. Jörg Gnamm fest. «Doch das funktioniert nicht. Die Führungsetage muss eindeutig vorgeben, welche Themen zu forcieren sind und was aus dem bestehenden Portfolio entfernt oder zugekauft wird.» Definiert die Geschäftsführung präzise, mit welchen Produkten und Dienstleistungen sich das Unternehmen am Markt differenzieren will, lässt sich der Konflikt zwischen einer Stärkung der Innovationskraft und Kostensenkungen lösen. Durch die klare Roadmap weiss die F&E-Abteilung, auf 5/2018

welche strategisch entscheidenden Aufgaben sie sich konzentrieren soll. Noch allerdings heben wenige F&E-Leiter die tatsächlich möglichen Effizienzpotenziale. Dabei können moderne Methoden wie agile Entwicklung die Produktivität von Forschung und Entwicklung enorm steigern. Durch Partnerschaften mit Technologiefirmen und ein F&E-Ökosystem lassen sich fehlendes Know-how schnell und kostengünstig aufbauen. «Bisher werden die vielfältigen Möglichkeiten, die Entwicklung effizienter zu gestalten, nicht konsequent genug genutzt», betont Gnamm. Dabei steigert eine überzeugende Innovationsstrategie einerseits Unternehmenswert und Wettbewerbsfähigkeit und fördert andererseits auch den Kulturwandel. Das wiederum zieht begehrte Talente an.

Mit System zum Erfolg In vier Schritten können Automobilhersteller und Zulieferer ihre neue Innovationsstrategie erarbeiten: –– Input für F&E formulieren. Der Vorstand entwirft ein Zielbild, auch für den Bereich Innovation. Es beschreibt, welche Produkte und Dienstleistungen angeboten werden sollen, wo sich das Unternehmen wie differenzieren kann, welche Innovationen dafür notwendig sind und welche nicht oder nicht mehr. –– Entwicklungsportfolio festlegen. Aus diesen Vorgaben leitet das F&E-Management ab, welche Leistungen wann zu erbringen sind. Dabei hinterfragt es die eigene Wertschöpfungstiefe und prüft F&E-Partnerschaften sowie Ökosysteme systematisch. Im eigenen Haus sollten nur die Innovationen verbleiben, mit denen sich das Unternehmen vom Wettbewerb abheben kann

oder die einen klaren Business Case ergeben. –– Passende Methoden und Prozesse wählen. Für die verschiedenen Aufgaben, die sich aus dem Innovationsportfolio herleiten, müssen die jeweils am besten geeigneten Prozesse, Methoden und Organisationsformen gefunden werden. Agile Entwicklungsmethoden sind systematisch zu evaluieren. Und auch die Entwicklungsinfrastruktur muss optimal auf das jeweilige Vorhaben abgestimmt sein. –– Den Wandel steuern. Der Erfolg des Innovationsprogramms hängt von der effizienten Steuerung ab. Dabei überwacht das Management kontinuierlich, ob Projekte termingerecht vorangehen und zu den erwünschten Ergebnissen führen. Strategische Kennzahlen helfen zu messen, ob die F&E-Abteilung die vereinbarten Ziele erreicht. Bisher gehen nur wenige Unternehmen in der Entwicklung derart systematisch vor. «Die Autobauer müssen sich von ihren herkömmlichen Denk- und Arbeitsweisen lösen», mahnt Kalmbach. Und er fügt hinzu: «Mit Mut und Pragmatismus könnten sie die notwendige Innovationskraft entfalten, um den radikalen Wandel ihrer Industrie zum eigenen Vorteil zu nutzen.»

Kontakt Bain & Company Switzerland, Inc. Sihlporte 3 CH-8001 Zürich Telefon +41 44 668 80 00 info@bain.com www.bain-company.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

Wirtschaft

Resultate Exportrisiko-Monitor 2018

Positive Stimmung trotz anhaltender Risiken

Ausserordentlich hohe 90 % aller befragten Unternehmen leiden laut der Umfrage unter dem Währungsrisiko, ein Drittel davon stark. «Der starke Franken belastet die international tätigen Unternehmen in zweifacher Hinsicht. Erstens können einige Unternehmen im Vergleich zum Euro keine nachhaltige Marge erarbeiten. Für etwas Entspannung müsste der Euro gegenüber dem Schweizer Franken um weitere 10 % zulegen. Zweitens sind den Unternehmen die Konsequenzen der raschen Aufwertung des Schweizer Frankens nach der Aufhebung des Mindestwechselkurses seitens der Schweizerischen Nationalbank 2015 immer noch sehr präsent», erläutert Stefan Ruf, CEO Euler Hermes Schweiz.

Schreckgespenst Protektionismus Exportorientierte Unternehmen erwarten für das Jahr 2018 eine Zunahme politi-

Bild: Fotolia

Die Stimmung bleibt positiv unter Schweizer Unternehmern, obwohl die Sorgen angesichts des anhaltenden Währungsrisikos, lauten Protektionismus-Debatten und Lücken im Risikomanagement steigen. Dies belegt der «Exportrisiko-Monitor 2018», für den die Berner Fachhochschule im Auftrag von Euler Hermes auch in diesem Jahr über 300 exportorientierte Schweizer Unternehmen befragt hat.

Die Schweizer Exportwirtschaft ist für das laufende Jahr zuversichtlich trotz diverser anhaltender Unwägbarkeiten.

scher Risiken. Mit 58 % geben fast zwei Drittel an, dass sie eine Erhöhung der Gefahren für das Exportgeschäft durch zunehmenden Protektionismus befürchten. Insbesondere mögliche Massnahmen der

USA – eines der Top-Exportländer der Schweiz – tragen zu dieser Einschätzung bei. Die Hoffnung bleibt, dass die eher auf enge Nischen spezialisierte Schweizer Exportindustrie weniger von den Auswüchsen betroffen sein wird, als Länder mit Stärken in Massenmärkten wie beispielsweise der Stahlproduktion. «Wir sind ein Nischenanbieter, entsprechend können wir meist unter dem Radar agieren. Oft betrifft Protektionismus nur grosse Industriezweige wie z.B. Solar-, Auto-, oder Haushaltsgeräteindustrie», so ein befragtes Unternehmen.

Grafik: Euler

Nachholbedarf beim Risikomanagement

Cyberrisiken: Gefahr erkannt – aber noch nicht genügend abgesichert.

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Obwohl die Bedeutung der ComplianceThematik international stark gestiegenen ist, geben 29 % der Schweizer Unternehmen an, dass sie die Gesetze bezüglich Korruption in den Exportländern einhalten. Auch die Einführung von Compliance-Regelungen wird nur von knapp einem Drit5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Wirtschaft

Unzureichende Massnahmen gegen Cyberrisiken Zum ersten Mal bezieht die Umfrage 2018 die Gefahren durch Cyberrisiken ein. In wichtigen Märkten der Schweizer Exporteure, so zum Beispiel in Russland, China und Indien, sind Cyberrisiken von grosser Bedeutung. Die Unternehmen haben die Gefahr zwar erkannt, sichern sich aber noch unzureichend ab. Lediglich 22 % weisen einen dokumentierten Störfall- und Krisenmanagementprozess vor, nur 23 % führen unabhängige Prüfungen von Datenschutz- und Datensicherheit durch. Dies wirft Zweifel auf, ob die Cyberrisiken im Risikomanagementprozess der Unternehmen eine ausreichende Rolle spielen.

Stimmung und Exporte weiterhin im Aufschwung «Nach einem wiederum guten Exportjahr 2017 mit 4,7 % Exportwachstum erwarten die Unternehmen eine weitere Exportzunahme in zahlreichen Ländern. Positiv eingeschätzt wird vor allem die Entwicklung

Grafik: Statistik des Bundes (2017); Umfragewer te (2018)

tel der Umfrageteilnehmer als Massnahme gegen die Risiken der fehlenden Rechtssicherheit angegeben. Im Bereich der Zahlungsausfälle bei ausländischen Kunden wiegen sich viele Unternehmen in einer womöglich falschen Sicherheit. 88 % der Unternehmen ohne Kreditversicherung geben an, darauf verzichten zu können, weil internationale Zahlungsausfälle in der Vergangenheit selten waren.

Exportentwicklung 2017 und Erwartung Exportentwicklung 2018.

der drei Top-Exportmärkte der Schweiz, China/Hongkong (8 % Exportanteil), USA (15 %) und Deutschland (19 %). Sogar für Grossbritannien wird eine positive Exportentwicklung erwartet – trotz des andauernden Brexit-Prozesses. Ein zumindest gleichbleibendes, allenfalls leicht steigendes Volumen wird für Exporte in die Türkei und Brasilien erwartet», erklärt Paul Ammann, Leiter Executive MBA, Berner Fachhochschule.

Schweizer Wirtschaft verzeichnet solides Wachstum «Wir erwarten für 2018 eine Fortsetzung der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz», sagt Gregor Eder, Senior Ökonom bei Euler Hermes und der Allianz Gruppe. «Das reale Bruttoinlandsprodukt wird nach unserer Einschätzung im laufenden Jahr um 2 % zulegen. Wir rechnen mit einer anhaltend lebhaften

Wir machen mehr aus Kunststoff

Binnennachfrage, insbesondere die Investitionstätigkeit dürfte weiter spürbar zulegen. Kräftige Wachstumsimpulse sollten 2018 auch von der Exportnachfrage ausgehen. Die wichtigsten Abnehmerländer Schweizer Güterexporte verzeichnen nach wie vor eine recht dynamische wirtschaftliche Entwicklung. Da wir nicht mit einer spürbaren Ausweitung protektionistischer Massnahmen auf globaler Ebene rechnen, sollten auch die negativen Auswirkungen gerade für die Schweizer Exportwirtschaft eher begrenzt bleiben.»

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KUNSTSTOFF XTRA

Aus-/Weiterbildung

250 Quadratmeter Platz für Auszubildende und Studierende

Mosca eröffnet Lernfabrik

Am 12. April eröffnete Simone Mosca, Geschäftsführerin von Mosca, im Beisein von Repräsentanten aus Lokalpolitik, Vertretern der Schulen aus dem Landkreis sowie Vertretern der Agentur für Arbeit offiziell die Lernfabrik. Wichtiger Bestandteil des Konzepts des Spezialisten für Umreifungsmaschinen ist die sogenannte Juniorfabrik, in der Auszubildende und Studierende aller Fachbereiche zusammen an realen Kundenaufträgen arbeiten werden. Anlässlich der Feier wurde zudem die hervorragende Ausbildungsarbeit Moscas mit einem Ausbildungszertifikat der Agentur für Arbeit ausgezeichnet. 41 Auszubildende in den Bereichen Industriemechanik, Mechatronik, Elektronik, technisches Produktdesign, Industriekaufleute, IT und Lagerlogistik sowie sieben Studierende aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, BWL und Internationales Technisches Vertriebsmanagement erwartet die Lernfabrik zum Beginn des Ausbildungsjahrs im Herbst. Damit steigt die Zahl der insgesamt bei Mosca beschäftigten Auszubildenden und Studierenden von aktuell 35 auf 48. Zudem verlagert Mosca die Ausbildung des ersten Jahres, die bisher in der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Buchen stattfand, in die Lernfabrik. So lernen Auszubildende früher die realen Aufgabenstellungen und Tätigkeitsfelder bei Mosca kennen. «Mit der neuen Lernfabrik bieten wir unseren jungen Mitarbeitern eine Ausbildung auf höchstem Niveau», freut sich Simone Mosca beim Empfang. «Sie erwerben hier nicht nur wichtige Grundkenntnisse wie die maschinelle Bearbeitung von Werkstoffen, sondern können auch bei eigenständigen Projekten Verantwortungsbewusstsein zeigen. Damit sind sie bestens gerüstet für die Aufgaben in unserem Unternehmen – und 34

Bild: Mosca

Seit Anfang 2018 bietet die neue Lernfabrik der Mosca GmbH am Hauptstandort in Waldbrunn (D) Auszubildenden und Studierenden beste Ausbildungsbedingungen mit modernstem Equipment und viel Platz. Insgesamt 48 Nachwuchskräfte lernen hier Fertigkeiten aus Fächern von Elektrotechnik bis hin zu internationalem technischem Vertriebsmanagement.

Am 12. April wurde die Lernfabrik am Hauptsitz von Mosca offiziell eröffnet.

wir können dank optimal ausgebildeter Fachkräfte an unseren Standorten wichtige Zukunftsthemen wie die vernetzte Produktion und Industrie 4.0 weiterdenken.»

Eine gemeinsame Lernumgebung Die neue Lernfabrik bildet zukünftig eine gemeinsame Lernumgebung für alle Auszubildenden und Studierenden von Mosca. Die Auszubildenden der gewerblich-technischen Berufe Industriemechaniker, Mechatroniker und Elektroniker für Betriebstechnik erlernen an 22 modern eingerichteten Arbeitsplätzen Grundfertigkeiten wie die maschinelle Werkstoffbearbeitung. Diese Kompetenzen stehen auch für die Technischen Produktdesigner und Studenten der technischen Studiengänge auf dem Stundenplan. Für die Lernfabrik investierte Mosca zudem in neue Maschinen, sodass nun jeweils zwei Dreh- und Fräsmaschinen nur für Ausbildungszwecke genutzt werden können. Im neuen Elektroniklabor können sich die Auszubildenden das Messen und Analysieren von elektronischen Funktionen aneignen, während in einem eigenen Unterrichtsraum theoretische Grundlagen des jeweiligen Fachgebiets im Mittelpunkt ste-

hen. Auch den Auszubildenden aus dem technischen Produktdesign und den Studierenden der Fächer Maschinenbau, Elektrotechnik und Internationales Technisches Vertriebsmanagement steht der neue Bereich zur Verfügung. Zentraler Teil der neuen Einrichtung ist die sogenannte Juniorfabrik. Hier fertigen die Auszubildende einzelne Fräs- und Drehteile bis hin zu Kleinserien, die dann in der eigentlichen Produktion zum Einsatz kommen. Um diese Aufträge auszuführen, arbeiten die Auszubildenden und Studierenden aus allen Bereichen eng zusammen und bekommen so ein Gespür für die internen Abläufe und die Zusammenarbeit. «Eigenständigkeit, aber auch Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein spielen bei unserer täglichen Arbeit eine entscheidende Rolle», erläutert Simone Mosca. «Deshalb möchten wir diese Eigenschaften bereits während der Ausbildung fördern.» Kontakt Mosca GmbH Gerd-Mosca-Strasse 1 D-69429 Waldbrunn +49 6274 932-0 info@mosca.com www.mosca.com

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Wittmann Battenfeld feiert 10-Jahr-Jubiläum Vor 10 Jahren wurde die ehemalige Battenfeld Kunststofftechnik GmbH in Kottingbrunn in die Wittmann Gruppe integriert. Dieses Jubiläum wird Wittmann Battenfeld am 13. und 14. Juni an seinem Standort in Kottingbrunn (A) feiern. Mit der Integration am 1. April 2008 begann für die heutige Wittmann Battenfeld GmbH eine neue Ära. Im Laufe der letzten 10 Jahre wurde das gesamte Produktprogramm des Unternehmens erneuert und die Kapazität am Standort Kottingbrunn in mehreren Bauphasen massiv erweitert. Mit seinen neuen Maschinen der PowerSerie konnte sich das Unternehmen in den vergangenen 10 Jahren erfolgreich am Markt behaupten. Im Verbund mit der Wittmann Gruppe kann Wittmann Battenfeld Maschinen als

auch die gesamte Peripherie aus einer Hand anbieten. Darüber hinaus haben die Kunden die Möglichkeit, Maschine und Peripherie über die Windows basierte Maschinensteuerung Unilog B8 über das Wittmann 4.0 Netzwerk vollständig zu integrieren und zu bedienen. Die Kunden und Partner werden am 13. und 14. Juni die Gelegenheit haben, mehr über die Entwicklung der letzten 10 Jahre des Unternehmens zu erfahren und das Ergebnis dieser 10 Jahre anhand zahlreicher Exponate und einer Führung durch das Werk in Kottingbrunn mit eigenen Augen zu sehen. In Expert Corners haben die Besucher des Weiteren die Möglichkeit, interessante Details zu verfahrenstechnischen Themen zu erhalten. www.wittmann-group.com

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KraussMaffei lädt zum Competence Forum ein Im Rahmen des 180-jährigen Jubiläums lädt die KraussMaffei Gruppe am 6. und 7. Juni 2018 zum Competence Forum nach München ein und präsentiert sich mit seinem Pioniergeist von den Anfängen der Dampflok bis zum führenden Kunststoffmaschinenbauer im digitalen Zeitalter. Mehr als 25 Live-Demonstrationen und ein umfangreiches Maschinenprogramm zeigen die Innovationskraft der Spritzgiess-, Reaktions- und Extrusionstechnik. Bei der Spritzgiesstechnik steht das Competence Forum unter dem Leitgedanken «Intelligente Materialien mit intelligenten Maschinen verarbeiten». Mit insgesamt 18 Spritzgiessmaschinen – darunter auch eine Netstal Elion – demonstriert 5/2018

das Unternehmen seine breitgefächerte Expertise. An zwei Tagen bietet das Unternehmen nicht nur einen tiefen Einblick in das Werksgelände, sondern präsentiert sich als kompetenter Systempartner im Digitalzeitalter. Neben den Live-Demonstrationen erhalten Besucher in Vortragsreihen weitere technische Detailinformationen. Partnerfirmen aus Forschung, Materialaufbereitung, Werkzeug- und Peripherie-Technik ergänzen das umfangreiche Programm. Auf der Abendveranstaltung am 6. Juni können Kunden, Interessenten und Partner in lockerer Atmosphäre mit ihren Ansprechpartnern feiern und den Tag ausklingen lassen. www.kraussmaffeigroup.com

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Bilder: Marianne Flur y

Schweizerisches Kunststoff-Symposium 2018

Die Tischmesse nimmt im Rahmen des KATZ-Symposiums einen wichtigen Part ein . . .

Das diesjährige KATZ-Symposium im April stand ganz im Zeichen eines nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen. Verschiedene Referenten und Referentinnen legten dar, welche Bedeutung «Kreislaufwirtschaft» in ihrem Unternehmen hat. Martin Model, InnoPlastic, machte in seinem Referat deutlich, dass ein wirtschaftliches Recycling oft am Produktdesign scheitert. Ein Strategiepapier der EU sieht vor, dass bis 2030 alle Kunststoffverpackungen so gestaltet sein sollen, dass sie recyclingfähig oder wiederverwendbar sind. Zudem sollen bis 2025 10  Mio. Tonnen Regranulat in neuen Produkten verarbeitet werden. «Das ist sehr ehrgeizig und widerspricht dem bisher formulierten Ziel, mit möglichst wenig Material eine möglichst hohe Funktionsfähigkeit zu erreichen», so Model. Das grösste Hindernis für Recyclingunternehmen ist aber die Farbe. Die Kunden wünschen das Granulat nature, damit sie es selber einfärben können. Ziel muss sein, dass Regranulat wieder eingesetzt 36

werden kann, Monomaterial ungefärbt bleibt und der Kreislauf geschlossen werden kann. Damit dies möglich ist, sieht Model nur den Weg über die Politik. Diese sollte den Anteil an Rezyklat in Produkten vorschreiben. In ihrem Referat erklärte Jasmin Buchs, Migros-Genossenschafts-Bund, die Herausforderungen und Möglichkeiten von Rezyklat-Einsatz, die sich durch das Sammeln von Kunststoff­

. . . ebenso die Kontaktpflege.

flaschen für die Migros ergeben. Insgesamt kommen 12 000 t (9100 t PET und 2900 t nicht-PET-Flaschen) in die Filialen zurück. Um das Sammelgut möglichst rein zu halten, sensibilisiert der Detailhändler die Konsumenten u.a. über die Medien und einheitliche Plakatwände bei den Sammelstellen. Albin Kälin, EPEA Switzerland, plädierte für Produktequalitäten, die ein «from Cradle to Cradle» zulassen, d.h. eine Qualität der Rohstoffe, die über mehrere Produktionslebenszyklen erhalten bleibt, bevor die Wertstoffe energetisch verwertet werden. Im Vortrag von ViewDesign, erklärte der Designer Lutz Gebhardt die Notwendigkeit einer ständigen Suche nach alternativen Materialien, Verarbeitungsprozessen und Kombinationen, damit Kunststoffteile beim Konsumenten wertig und als langlebig wahrgenommen werden. Ganz auf Nachhaltigkeit ausgerichtet ist die Georg Utz mit ihren ausschliesslich Mehrwegprodukten. «Will man nachhal-

tig produzieren, muss dies in der DNA verankert sein», betont Jan Giesbrecht. Der Hersteller von Behälter und Paletten aus Kunststoff recycelt ausgediente Produkte der Kunden, betreibt internes Recycling und kauft auch Recyclingmaterial ein. «Der Einsatz von Sekundärrohstoffen wurde in den letzten Jahren bei uns auf 34 % erhöht», so Giesbrecht. Was aber Not tut, um ein «Cradle zu Cradle» zu verwirklichen, sei eine bessere Qualität des Recyclingmaterials, fordert Giesbrecht. Einfluss auf die Qualität von Regranulat kann Herbold Meckesheim mit ihren Anlagen zur Verarbeitung von Kunststoff-Abfällen nehmen. David Hüttig erläuterte die zunehmend besseren Möglichkeiten des werkstofflichen Recyclings von post-consumer Abfällen mittels der verschiedenen Anlagen und Prozessen. Dass bei der Ressourcenoptimierung im Sinne der Ausschussverminderung die Software eine wichtige Rolle spielt, zeigte Julian Hämmerle, Technische Informationssysteme GmbH (T.I.G.), anhand des eigens entwickelten MES-Produktionsleitsystems «authentig». Neben der permanenten Überprüfung der Parameter und Prozesse ist die Auswertung der Daten ein wichtiges Tool. «Nur wenn man die Gründe z.B. für einen Stillstand kennt, kann man effektiver produzieren», so Hämmerle. Auf grosses Interesse stiess auch die am Symposium traditionell ausgerichtete Tischmesse, die dieses Jahr so viele Aussteller zählte wie nie zuvor.

www.katz.ch 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Arburg baut Produktionskapazitäten weiter aus Bei Arburg geht es Schlag auf Schlag: Das prestigeträchtige «Schulungscenter» wächst nach der Grundsteinlegung 2017 derzeit wie geplant in die Höhe, in der 2016 eröffneten Montagehalle 22 reiht sich Maschine an Maschine und nun steht das nächste grosse Bauprojekt an. Mit dem Neubau der rund 18 000 Quadratmeter grossen Montagehalle 23 wird

der Lossburger Maschinenbauer seine ohnehin schon beachtlichen Fertigungskapazitäten am Standort des Mutterhauses für die nächsten Jahre entscheidend erweitern. Baubeginn ist in 2019, die geplante Fertigstellung 2020. Die Investition beläuft sich auf eine zweistellige Millionensumme.

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www.arburg.com

GLP nimmt NGRs grösste Recyclingmaschine in Betrieb Green Line Polymers Inc. in Pandora, eine Tochter der Advanced Drainage Systems Inc., hat die bisher grösste vom österreichischen Recyclingmaschinenhersteller Next Generation Recycling GmbH (NGR) gebaute Kunststoffrecyclingmaschine in Betrieb genommen. Die Maschine ist in der Lage mehr als 1800 kg/Stunde Kunststoffabfälle unterschiedlichster Art in hochwertiges wiederverwertbares Kunstoffgranulat zu verwandeln. Die Maschine ist vorgesehen, um eine grosse Menge PE-Indus­

trieabfall zu verarbeiten. Das gewonnene Granulat wird dann in der Produktion von Premium-Drainagerohren und -schläuchen verwendet. Green Line Polymers ist einer der grössten Recycler von Polymeren in Nordamerika. Advanced Drainage Systems (ADS) seinerseits ist ein führender Produzent von verschiedenen thermoplastischen Rohrund Schlauchprodukten, welche vor allem in der Bauindustrie Anwendung finden. www.greenlinepolymers.com

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Leister übernimmt die Krelus AG Die Leister Technologies AG erweitert durch die Akquisition der Krelus AG ihr Angebot um industriell einsetzbare, leistungsstarke Infrarot-Strahler. Krelus löst durch den Verkauf die anstehende Nachfolgeregelung. Für Leister ist die Übernahme gemäss Group CEO Beat Mettler eine sinnvolle Ergänzung des bestehenden Angebots im Geschäftsfeld «Industrial Heating und Laser Systems», um den langfristigen Erfolg von Leister in diesem strategisch 5/2018

wichtigen Marktsegment sicherzustellen. Infrarot-Strahler finden z.B. Anwendung in der Kunststoffverarbeitung (Prägen, Laminieren). Leister übernimmt alle 26 Mitarbeitenden der Krelus AG. Sowohl der Name Krelus AG als auch der Unternehmensstandort in Oberentfelden bleiben unverändert. Die Geschäftsführung der Krelus AG übernimmt Rolf Lüscher von Hans Jordi. www.leister.com www.krelus.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Die Polyblend GmbH hat Dr. René Herbiet zum 1. April 2018 in die Geschäftsführung berufen. Er ist der Nachfolger von Hans Schobel, der nach über 30 Jahren in unterschiedlichsten Führungsfunktionen innerhalb der Polymer-Gruppe in den Ruhestand getreten ist. Herbiet, der am Institut für Kunststoffverarbeitung der RWTH Aachen promovierte, war zuletzt als Geschäftsführer für Hexpol AB tätig und verantwortete dort die Werke in Eupen (Belgien) und Hückelhoven. Polyblend ist ein Joint Venture von

easyfairs Messetrio erfolgreich zu Ende gegangen

Bild: Polyblend

Polyblend unter neuer Leitung

Dr. René Herbiet

Total Raffinage Chimie und der Polymer-Holding. www.polyblend.de

Neue Messe «MedtecLIVE» Die beiden internationalen Messeveranstalter UBM und NürnbergMesse planen, ihre Messekompetenzen beim Thema «Medizintechnik» ab 2019 in Nürnberg zu bündeln. Aus der Medtec Europe (in Stuttgart) und der MT-Connect (in Nürnberg)soll die MedtecLIVE

hervorgehen. Die Idee steht noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden. Wenn alles klappt, wird die Premiere der MedtecLIVE im Messezentrum Nürnberg vom 21. bis 23. Mai 2019 stattfinden. www.nuernbergmesse.de

Per 1. Juni 2018 übernimmt der bisherige Chief Commer­ cial Officer (CCO) Dr. Markus Steilemann den Vorstandsvorsitz (CEO) bei Covestro. Er tritt damit die Nachfolge von Pa­ trick Thomas an, der bereits im Mai 2017 den Aufsichtsrat darüber informiert hatte, nicht für eine weitere Amtszeit nach 2018 zur Verfügung zu stehen. Die weiteren Mitglieder im Unternehmensvorstand sind der bisherige CTO Dr. Klaus Schäfer, dessen Vertrag im Januar 2018 bis Ende 2022 verlängert wurde, und Dr. Thomas Toepfer, der neue Chief Financial 38

Bild: Covestro

Steilemann übernimmt Vorstandsvorsitz bei Covestro

Dr. Markus Steilemann

Officer (CFO) von Covestro, der sein Amt am 1. April 2018 angetreten hat. www.covestro.com

Ganzheitliches Verpackungsdenken ist gefragt. Dies zeigte sich am grossen Interesse am Branchentreff der Verpackung in der Messe Zürich. Parallel zum Messe-Trio Empack, Packaging Innovations und Label&Print fand die Logistics & Distribution statt. Mit rund 4600 Besuchern schlossen die Messen quasi auf Vorjahresniveau ab (2017: 4700). Die Bilanz von Easyfairs-Messeleiter Marcus Hapig fällt positiv aus. «Die vor einem Jahr angekündeten inhaltlichen Neuerungen in den Bereichen Verpackungsdesign und Brandmanagement konnten wir erfolgreich umsetzen. Die strategische Partnerschaft mit den Pentawards er-

möglichte uns eine inspirierend schöne Ausstellung der globalen Verpackungsdesign Branche. Und mit der neuen Fachtagung Verpackungsmarketing und Brandmanagement ist der Versuch in Zusammenarbeit mit der Designerfactory Schaffner & Conzelmann gelungen, Marketeers anzusprechen.» Auch die Aussteller zeigten sich mehrheitlich zufrieden mit den Besucherkontakten. Weitere Informationen mit Bildern vom Symposium sind zu finden unter:

Haitian: Rekordwerte in allen Ergebnissen Mehr als 10 Milliarden RMB Umsatz (1,5 Mrd. USD), mehr als 2 Milliarden RMB (300 Mio. USD) Gewinn, mehr als 35 000 Maschinen weltweit ausgeliefert – das ist die Bilanz des Geschäftsjahrs 2017 von Haitian International kurz auf einen Nenner gebracht. Das bedeutet eine Steigerung von Umsatz und verkauften Maschinen um 25,8 resp. 21,1 % gegenüber 2016. Insgesamt wurden Maschinen im Wert von rund 3 Mrd. RMB (ca. 439 Mio. USD) exportiert, was einem Plus von 25,2 % gegenüber 2016 entspricht. 2018 ist für Haitian International das Jahr der Fokussierung auf Effizienz. «Wir werden die internen Prozessverbesserungen aktiv fördern und quality first als Priorität in allen Bereichen unserer Arbeit verankern, um die Produktivität und die Effizienz unseres Unterneh-

mens zu verbessern», betont Zhang Jianming, CEO von Haitian International. Haitian International wird in der Fertigung weiterhin das Automatisierungsziel «8 + 16» verfolgen, um die Produktionseffizienz zu steigern und die Kosten zu senken. Zhang: «Wir glauben an den Nutzen unserer Strategie der Innovationen in Technologie, Management und Service. In der Produktentwicklung und Herstellung setzen wir auch zukünftig auf die erweiterten Möglichkeiten durch neue Technologien zur Digitalisierung, Automatisierung in der Fertigung und massgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden mittels Hai­ tian Smart Solution – stets in dem Bemühen, deutliche Mehrwerte für unsere Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter zu schaffen.» www.haitian.com 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Zum fünften Mal in Folge hat die Sepro Group mit Sitz in La Roche sur Yon (F), neue Rekorde beim Roboterumsatz aufgestellt. Im Jahr 2017 stattete Sepro mehr als 3200 Spritzgiessmaschinen mit Robotern aus, was einer Steigerung von 20 % entspricht und den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 21 % auf den Rekordwert von 126,2 Mio. Euro steigerte. Sepros Erfolge für das Jahr 2017 sind vorwiegend auf besonders gute Ergebnisse in Europa zurückzuführen. Deutschland wurde Sepros wichtigster Markt mit einem Absatzplus von mehr als 25 % auf über

500 Einheiten. An zweiter Stelle lag Frankreich mit einer Zunahme um 30 % auf mehr als 450 Einheiten. Auch andere Länder Europas verzeichneten starke Umsatzergebnisse, z.B. Schweiz, Österreich und Ungarn, wo Sepro in 2016 und 2017 neue Niederlassungen eröffnete. Spanien konnte einen sprunghaften Umsatzanstieg von 57 % realisieren. Nordamerika blieb erfolgreich und verzeichnete mit einem Gesamtabsatz von mehr als 650 Robotern einen Zuwachs von 13 % in den USA. Im Jahr 2017 hat Sepro seine Belegschaft um 16 % auf 95

Mitarbeiter weltweit aufgestockt und eine neue Niederlassung (Sepro Schweiz) eröffnet. Gleichzeitig startete das Unternehmen ein globales Expansionsprogramm in Höhe von 11 Mio. Euro. Das Programm schafft zusätzliche Fertigungsressourcen in Frankreich und beinhaltet ein neues globales Schulungszentrum und die Erweiterung der Kapazitäten für Robotermontage, Engineering und Automatisierung in der neu erweiterten nordamerikanischen Zentrale von Sepro America in Warrendale, Pennsylvania. www.sepro-group.com

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Sepro legt erneut Rekordjahr hin

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NEWs

Swiss Medtech Day am 12. Juni in Bern Der Swiss Medtech Day wird am 12. Juni erstmals vom Verband Swiss Medtech durchgeführt. Im Zentrum des grössten Schweizer Medtech-Events mit über 600 Teilnehmenden steht die Verleihung des Swiss Medtech Awards. Aus 25 hochklassigen Bewerbungen hat die vierköpfige Jury die drei folgenden Kandidaten für die Verleihung des Swiss Medtech Awards nominiert:

AVA AG, Bühlmann Laboratories AG und Xeltis AG. Einer der Finalisten wird am Swiss Medtech Day das von der Straumann AG, Ypsomed AG und von der Lichtsteiner Stiftung gesponserte Preisgeld von 50 000 CHF erhalten. Als Keynote-Referentin spricht Prof. Dr. Andréa Belliger vom Institut für Kommunikation & Führung IKF, über die Dringlichkeit der digitalen Transformati-

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on von Unternehmen. Marco Gadola, CEO Straumann Group, beschreibt den spektakulären Weg seiner Firma aus der Krise hin zum Weltmarktführer. Partner des Swiss Medtech Days ist die nationale Innovationsförder-Agentur Innosuisse (vormals KTI).

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EVO steht für Evolution und ist das Ergebnis einer Reihe von Weiterentwicklungen. Mit der Option FC ist auch das Freecooling für beide Baureihen in die Anlage integriert. Modernstes Industriedesign vereint hohe Leistung und aussergewöhnliche Energieeffi zienz.

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWs

Engel legt weiter zu und investiert kräftig Engel ist weiter am Wachsen. Bereits zum vierten Mal in Folge konnte der Spritzgiessmaschinenbauer und Systemlöser mit Stammsitz in Schwertberg (A), seinen Jahresumsatz steigern. Die Unternehmensgruppe schloss das Geschäftsjahr 2017/18 Ende März mit einem Umsatz von 1,51 Mrd. Euro ab und erzielte damit ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Allein das Produktionswerk in Shanghai hat im Geschäftsjahr 2017/18 rund 20 Prozent mehr Maschinen verkauft als im Vorjahr», berichtet Dr. Christoph Steger, CSO der Engel Unternehmensgruppe. Anteilsmässig steuert Amerika 26 Prozent zum Umsatz bei (+2 %). Europa macht mit

aktuell 53 Prozent weiterhin den Löwenanteil aus. Asien liegt bei 20 Prozent. Auch personell legt Engel in Asien zu. Insgesamt beschäftigt die Gruppe aktuell 950 Menschen in seinen asiatischen Produktionswerken und Niederlassungen und damit mehr als 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Weltweit beschäftigte Engel zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 6600 Menschen – so viele wie nie zuvor. Mehr als die Hälfte davon (3700) arbeitet in den drei österreichischen Werken. Weltweit betrachtet sind sowohl Nordamerika – USA, Kanada und Mexiko – als auch Asien derzeit für Engel die wichtigsten Wachstumstreiber,

und auch Südamerika zieht an. In Europa bleibt Deutschland der umsatzstärkste Markt und zugleich der wichtigste Innovationstreiber. Auf die Branchen bezogen, ist es in der weltweiten Betrachtung der Bereich Packaging, der am stärksten wächst, gefolgt von Technical Moulding. Neben dem Wachstum stemmt das Unternehmen zudem das grösste Investitionsprogramm in der Firmengeschichte. Für insgesamt mehr als 375 Mio. Euro werden bis 2020 die weltweiten Produktionswerke modernisiert und die Kapazitäten ausgebaut. Die grössten Bauprojekte befinden sich in Österreich. Am Stammsitz in Schwertberg werden bis

zum Herbst die 2013 errichtete Fertigungshalle Nord um 11 500 m2 erweitert und ein deutlich grösseres Kundentechnikum gebaut. Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 160 Mio. Euro ist der Ausbau des Grossmaschinenwerks in St. Valentin (A) die mit Abstand grösste Baumassnahme. Vor wenigen Wochen begannen der Neubau des Verwaltungsgebäudes sowie der weitere Ausbau der Montagefläche inklusive Technikum. Im Zuge dieser Massnahmen wird auch das Technologiezentrum für Leichtbau-Composites mehr Platz erhalten.

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Nach mehr als elf Jahren als Vorstandsvorsitzender (CEO) von Borealis hat sich Mark Garrett dazu entschlossen, das Unternehmen zu verlassen, um einen neuen Karriereweg einzuschlagen. Er hat wesentlich zum Erfolg von Borealis beigetragen. Executive Vice President Alfred Stern, derzeit verantwortlich für die Bereiche Polyolefine und Innovation, wird mit Wirkung 2. Juli 2018 zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. Seit 2016 fördert Stern die strategische Neuorientierung in Richtung Kreislaufwirtschaft, wobei er sich auf die Entwicklung von Lösungen für den Abbau von Hindernissen für höhere Recyclingraten («Design for Recyclability») konzentrierte. Ein wichtiger Schritt im Zuge dieser Bemühungen war die Übernahme und der Ausbau von mtm plastics, einem deut-

Bild: Borealis

Wechsel an der Spitze von Borealis

Alfred Stern

schen Unternehmen für mechanisches Recycling. Stern stiess im Jahr 2008 nach seinem Abgang von E. I. DuPont de Nemours, wo er eine Reihe internationaler Führungspositionen innehatte, als Senior Vice President Innovation & Technology zu Borealis. Im Juli 2012 wurde er in den Vorstand von Borealis bestellt. www.borealisgroup.com 5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

JUNI 2018 05.–07.06.

05.–07.06.

Rapid.Tech – Internationale Messe & Konferenz für additive Technologien Ort: Erfurt Veranstalter: Messe Erfurt GmbH Gothaer Strasse 34, D-99094 Erfurt +49 361 400-0 rapidtech@messe-erfurt.de www.rapidtech.de Lasys – Internationale Fachmesse für Laser-Materialbearbeitung Ort: Stuttgart Veranstalter: Messe Stuttgart CH: event-ex AG, Amtsstrasse 3, CH-8610 Uster +41 43 399 45 71 peter.plan.switzerland@messe-stuttgart.com www.messe-stuttgart.de

06.06.

Fachtagung: Plasma- und Oberflächentechnik für Kunststoffprodukte Ort: Aachen Veranstalter: IKV Institut für Kunststoffverarbeitung RWTH Aachen, Seffenter Weg 201, D-52074 Aachen +49 241 80-96631 ulla.koehne@ikv.rwth-aachen.de, www.ikv-aachen.de

06.06.

CCeV-Thementag: Funktionsintegration in der Praxis Ort: Fulda (D) Veranstalter: Carbon Composites e.V. (CCeV) Alter Postweg 101, D-86159 Augsburg +49 821 268411-03 bernhard.jahn@carbon-composites.eu www.carbon-composites.eu/

07./08.06.

Vorbereitungskurs zu Spritzgiessen optimieren S3 Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

11.–15.06.

Kurs: Spritzgiessen optimieren S3 Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

12.06.

Kurs: Grundlagen Werkzeugbau/Stahlherstellung – Wärmebehandlung – Anwendung im Spritzgiesswerkzeug Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

12.06.

Swiss Medtech Day Ort: Bern Veranstalter: Swiss Medtech Schwarztorstrasse 31 CH-3007 Bern +41 31 330 97 79 office@swiss-medtech.ch www.swiss-medtech.ch

5/2018

Ver anstaltungen

12./13.06.

(wfb) Fachmesse für den Werkzeug und Formenbau 2018 Ort: Augsburg (D) Veranstalter: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG Kolbergerstrasse 22, D-81679 München +49 89 998 30-687 info@wfb-messe.de, www.wfb-messe.de

13.06.

Kurs: Alterungsverhalten von thermoplastischen Polymerwerkstoffen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

14./15.06.

Kurs: Schadensanalyse an Kunststoffteilen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

19.06.

12. Swissmem Industrietag 2018: Zukunft gestalten – Mit Hightech aus der Industrie zu einer nachhaltigen Wirtschaft Ort: Zürich Veranstalter: Swissmem Pfingstweidstrasse 102 Postfach, CH-8037 Zürich +41 44 384 41 11 industrietag@swissmem.ch www.swissmem.ch/industrietag

19.–22.06.

Automatica 2018 Ort: München Veranstalter: Messe München CH: BTO Solutions Schürch Pflanzschulstrasse 3, CH-8400 Winterthur +41 44 350 36 02 info@bto-solutions.ch www.automatica-muenchen.de

20.06.

KC-Fachtagung: Biopolymere als Bausteine der Kreislaufwirtschaft Ort: Wien Veranstalter: Kunststoff-Cluster, Büro Linz Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur Hafenstrasse 47-51 A-4020 Linz +43 732 79810 5115 kunststoff-cluster@biz-up.at www.kunststoff-cluster.at

20.06.

SKZ-Technologietag: Compoundieren und Extrudieren zum Anfassen Ort: Würzburg Veranstalter: FSKZ e.V. Frankfurter Strasse 15–17, D-97082 Würzburg +49 931 4104-0 anmeldung@skz.de, www.skz.de/weiterbildung

27.–29.06.

Discovery Days 2018 Ort: Ansfelden (A) Veranstalter: Erema Unterfeldstr. 3, A-4052 Ansfelden/Linz +43 732 3190-0 erema@erema.at www.erema.at

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KUNSTSTOFF XTRA

Firmenbericht

Grafe-Design-Center präsentiert Trendfarben für 2019

Magische Momente der Farbfantasie

Die Macher blicken bei der Präsentation der neuen Trendfarben zurück auf zehn Jahre Farbvielfalt und deren Darbietung in unterschiedlichsten Themen, Stilen und Kompositionen. In Form eines Kalenders, dessen Auflage auf 500 Stück limitiert ist, werden die sinnlichen Farbenspiele zusammengefasst. Das Druckwerk lässt alle Projekte Revue passieren und bietet damit eine Projektionsfläche für freudvolle Erinnerungen und anregende Momente in der Welt der Töne, Nuancen und Schattierungen. Inspirieren liessen sich die Schöpfer der Trendfarben dabei nicht nur von ihren eigenen Projekten, sondern von einer der bedeutendsten deutschen Kunstepochen: Für 2019 werden einige Blätter des Farben-Almanachs dem 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses gewidmet. Immerhin kooperiert das Unternehmen seit einigen Jahren mit der Bauhaus-Universität Weimar und ist Stifter des Grafe Kreativ Preis, mit dem die Hochschule besonders begabte Studenten auszeichnet. Die Color Preview 2019 ist ein Symbol für die Liebe zur Farbe und die kreative Verspieltheit im Umgang mit ihr. Sie ist auch

Grafe-Design-Center

Kreativität bewundern, in Erinnerungen schwelgen, Inspiration erleben – zum 10. Jubiläum der Grafe Color Preview nimmt das Design-Center der Grafe Gruppe, Blankenhain, den Kunden mit auf einen faszinierenden Rundgang durch eine Ausstellung aller bisherigen Kampagnen der einzigartigen Trendfarbenprojekte. Dabei erwarten ihn magische Momente in einer Galerie der Farbfantasie, denn die Vorschau fürs kommende Jahr begeistert mit einer atemraubenden Vielfalt gestalterischer Ideen, die alle Sinne anregt und zum Träumen einlädt.

Grafe Color Preview 2019.

ein Beleg für die Arbeit des Design-Centers und steht für 2779 Arbeitstage, 22 232 Teamstunden und inzwischen rund 100 000 Farbmischungen. Alle 13 Minuten wird in den Labors von Grafe ein neuer Farbton kreiert. Dabei laufen die Spezialisten keinen Trends hinterher, sondern setzen selbst welche – nunmehr zum 10. Mal in Folge in Form einer kalendarischen Farbvorschau für das kommende Jahr. Die Trendfarben 2019 werden stark von den beiden Farben Blau und Grün geprägt. Im Herbst/Winter 2018/2019 präsentiert sich Grün noch natürlicher, indem es etwas an Strahlkraft verliert und einem stärkeren Gelbeinfluss unterliegt. Blau erhält in fast

allen Nuancen einen Grauschleier. Insgesamt zeigt sich die Saison in ihrer ganzen Natürlichkeit, doch zugleich urban vergraut. Energetische, optimistische Farben bilden dabei die nötigen Akzente. Im Frühjahr/ Sommer 2019 wird Grün deutlich gelbstichiger und erinnert an die verschiedenen Nuancen der Vegetation. Blau erhält auch hier einen Grauschleier, wodurch ein atmosphärischer Look entsteht. Letztlich wird die Saison wieder sehr kontrastreich. Ein Gegensatz natürlicher, ursprünglicher Varianten zu chromatischen bzw. synthetischen Tönen findet sich hier wieder. Zudem sind Transluzenz und Transparenz von hoher Relevanz. Effektseitig ist vom zarten Schimmer über einen starken Metalllook bis hin zum Glitzern alles möglich.

Kontakt Grafe Advanced Polymers GmbH Waldecker Strasse 21 D-99444 Blankenhain +49 36459 45-0 grafe@grafe.com www.grafe.com

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5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Produkte

E 7048 Einbauzylinder mit Flansch Ideal für kleinste Einbauräume bie-

bensdauer. Mittels Abdrückgewin-

tet Meusburger exklusiv und ab

de kann der Zylinder schnell und

sofort den kompakten Einbauzylin-

einfach demontiert werden. Er-

der mit Flansch. Dank einer un-

hältlich ist der neue Einbauzylinder

komplizierten Einarbeitung und

mit Flansch E 7048 in 4 verschie-

der mitgelieferten Schrauben ist

denen Baugrössen mit jeweils 3

dieser in kürzester Zeit montiert.

verschiedenen Hüben. Die CAD-

Darüber hinaus schützt die zwei-

Daten stehen mit nur wenigen

stufige Einbaubohrung die Dich-

Klicks in den digitalen Katalogen

tungen bei der Montage.

von Meusburger zum Download

Die kompakte und intelligent ge-

zur Verfügung.

staltete Bauform des neuen Einbauzylinders mit Flansch ermög-

Bohrung in die Platte eingebracht.

ren Betrieb, wobei die standard-

Meusburger Georg GmbH & Co.

licht kleinste Bauräume und somit

Dies verhindert bei der Montage

mässig verbauten FKM-Dichtun-

KG, Formaufbauten

maximale Gestaltungsfreiheit bei

des Einbauzylinders eine Beschä-

gen (Viton) Einsatztemperaturen

Kesselstr. 42

der Werkzeugkonstruktion. Die

digung des O-Ringes durch die

von bis zu 180 °C ermöglichen.

A-6960 Wolfurt

Montage kann dabei aufgesetzt

Querbohrung. Doppelt gedichtete

Die gehärtete und geschliffene

+43 5574 6706-471

oder versenkt gewählt werden. Für

Kolbenstangen mit zusätzlichem

Kolbenstange bietet optimalen

office@meusburger.com

den Einbau wird eine zweistufige

Abstreifer sorgen für einen saube-

Schutz und somit eine lange Le-

www.meusburger.com

Trockeneis-AbschabeMikropartikel-Technologie und bietet daher eine schnellere und gleichmässigere Reinigung. «Die zuckergrossen Mikropartikel können selbst in schwer zugängliche Bereiche vordringen und sind klein und fein genug um empfindliche Materialien (wie Entlüftungsöffnungen/Kanäle) zu passieren,

Präzision neu definiert Agathon Zentrierung Standard im Spritzguss-Formenbau

für eine tiefe Reinigung ohne Oberflächenbeschädigung – die Produktqualität wird verbessert, Kosten gesenkt und die Produktivität erhöht», sagt Steve Wilson, GloCold Jet wird seine Mikropartikel-

bal Business Unit Manager Kunst-

Technologie im Juni auf der Kute-

stoff, Gummi & Verbundstoffe. Die

no 2018 in Rheda-Wiedenbrück

i3 MicroClean ist ein innovatives,

mittels der Cold Jet i MicroClean

leichtes, kompaktes Einschlauch-

präsentieren (Bild).

Niederdruck-Strahlsystem, das we-

Spielfrei

Cold Jet’s patentierte Trockeneis-

niger Druckluft und weniger Tro-

Abriebarm

Abschabe-Mikropartikel-Technolo-

ckeneis verbraucht als vergleichba-

Hohe Anfangstragkraft

gie bietet tiefgehendste Sauberkeit

re Maschinen. Zusätzlich ist sie

Kurze Zykluszeiten

für viele Anwendungen. Durch das

auch leiser als herkömmliche Ma-

Dauerhafter als Flachzentrierungen

Abschaben des Trockeneismedi-

schinen.

Für Massen- und Reinraumproduktion

Hohe Gestaltungsfreiheit

Niedrige Gesamtkosten

3

ums in feinste Mikropartikel, können mehr Partikel in den Luftstrom

Cold Jet GmbH

gelangen und zeitgleich auf der

Obere Industrie Strasse 1

Oberfläche auftreffen. Gegenüber

D-54595 Weinsheim

traditionellen Methoden, wird die

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5/2018

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43


KUNSTSTOFF XTRA

Produkte

Konturenmessung abseits klassischer Wege Die ConturoMatic TS-Familie bie-

einfach per Softwarefreischaltung.

tet modulare Konturenmessgerä-

Erweiterungen

te, die durch Flexibilität und gros­

Neuerungen stehen, dank der ge-

sem Leistungsvermögen sowohl in

meinsamen Softwarebasis, gleich-

der Fertigungsumgebung als auch

zeitig für alle Systeme zur Verfü-

im Messlabor einsetzbar sind.

gung.

und

innovative

Das Konzept hinter allen Systemen der ConturoMatic TS-Serie besteht

Weitere Informationen finden sich

in der Hauptsache aus der Tren-

im ToolShop www.brw.ch, unter

nung der motorisch geregelten X

der Artikel-Nr. 149155. Spezialis-

und Z Achse. Die Vorschubachse

ten stehen Interessenten für eine

trägt den Prüfling, die Z-Achse

Beratung und/oder eine unver-

übernimmt ausschliesslich die Pro-

bindliche Vorführung im Prüf- und

filabtastung. Unabhängig von der

tem zur Tastkrafteinstellung. Damit

die Verwendung präziser Grund­

Steigung des Konturverlaufes wer-

kann die Auflagekraft jedes Tastar-

elemente ist eine nachträgliche

den beide Achsen so geregelt, dass

mes für den Kontur- und Rauheits-

und aufwändige Fehlerkompensa-

die Geschwindigkeit konstant zur

betrieb justiert werden. Diese Ein-

tion nicht nötig. Stabilität und

Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG

Kontur bleibt. Sowohl Steuerung

stellungen werden durch die Soft-

Langlebigkeit sind Grundelemente

Heinrich Stutz-Strasse 20

als auch Messwerterfassung basie-

ware verwaltet und entsprechend

der Konturenmessgeräte!

Postfach

ren auf modernster Digitaltechnik.

der benötigten Messfunktion auto-

Das modulare Konzept erlaubt den

CH-8902 Urdorf

Die technischen Innovationen lie-

matisch eingestellt.

Einstieg in die TS-Klasse mit der

+41 44 736 63 63

gen unter anderem im wartungs-

Als mechanische Basis dient Gra-

Möglichkeit, jederzeit per Option

sales@brw.ch

freien, elektromechanischen Sys-

nit von höchster Qualität. Durch

weitere Funktionen nachzurüsten,

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Kompakter, modularer Wickler trudern – integrieren und kann

Messraum zur Verfügung.

Rundklinkenzug Z1790/... präzise und zuverlässig

verschiedene Spulentypen bis

sowohl in der Zwischen- als auch

305 mm Aufnahmebohrung auf-

in der Aufspannplatte möglich. Der

nehmen. Mittels einer Changier-

Hub ist durch Kürzen der Zugstan-

vorrichtung wird das Extrudat

ge variabel definierbar. Auch das

gleichmässig gewickelt. Dabei wird

Gehäuse kann individuell abge-

die Changiergeschwindigkeit in

längt werden, um es an die jewei-

Abhängigkeit von der eingestellten

ligen Plattendicken anzupassen.

Abzugsgeschwindigkeit sowie dem

Das bewährte zentrale Verriege-

Extrudat- und Spulendurchmesser

lungssystem garantiert eine hohe

automatisch geregelt. Um ein ide-

Hasco erweitert das bewährte

Kraftübertragung durch seine prä-

ales Wickelbild zu erzeugen, ist die

Klinkenzug-Programm um eine in-

zise formschlüssige Verbindung.

Zugkraft zwischen Abzug und

novative, kompakte, innen mon-

Eine weitere Besonderheit ist die

Changierung einstellbar. Bei vor-

tierbare Variante, den Rundklin-

Verriegelung der gezogenen Plat-

handenen Brabender Extrudern ist

kenzug Z1790/... .

te, die für zusätzliche Sicherheit

der Wickler in die bestehende

Innenliegende Klinkenzüge bieten

während der Produktion sorgt.

Software integrierbar.

den Vorteil, dass sie die Abmessungen der Spritzgiessform nicht

Die Aufwickelvorrichtung eignet

vergrössern und geschützt im In-

sich sowohl für Band- als auch

neren der Form für zuverlässige

Walzenabzug von Rundsträngen

Tracomme AG

Abstufungen der Plattenöffnungs-

Hasco Hasenclever GmbH+Co KG

und Schläuchen aus Materialien

Dorfstrasse 8


bewegungen sorgen.

Römerweg 4

wie (thermoplastischen) Elasto-

CH-8906 Bonstetten

Die Klinkenzüge mit geringem

D-58513 Lüdenscheid

meren oder Thermoplasten. Der

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Platzbedarf ermöglichen Hübe

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Wickler lässt sich in jeden Extrusi-

tracomme@tracomme.ch

von 30 bis zu 130 mm. Eine Mon-

pmast@hasco.com

onsprozess – auch mit Fremdex­

www.tracomme.ch

tage der Zugstange Z1791/… ist

www.hasco.com

44

5/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Produkte

Sichere Entformung, rückstandsfreie Spritzgiessteile Mit

NanoMoldcoating

– auch für erodierte, genarbte

(BRW

oder hochglanzpolierte Flächen

885030), einer Nano-Beschich-

– reduziert den Einspritzdruck

tung, welche sich ohne besonde-

durch besseren Schmelzefluss

ren Aufwand und Risiko in jedem

und geringere Friktion

Spritzgiessbetrieb auftragen lässt,

– verhindert Rost und verein-

schafft sich der Kunde auf einfachste Weise umfassende Vortei-

facht die Reinigung – 5 ml reichen für bis zu 1m² Flä-

le für die Produktion von Spritzgussteilen.

che (bei glatten Oberflächen)

Eine dauerhafte, sehr dünne Barri-

– Variante HCF (BRW 885030.0200) mit FDA-Zulas-

ereschicht durch fest in der Werkzeugoberfläche verankerte Nano­

sung

partikel bildet optimale Gleiteigen-

– Schichtdicke nur 0,1 μm – keinerlei massliche Verände-

schaften, wodurch Entformungskräfte verringert werden, die Form-

Gleiches gilt für anspruchsvolle An-

Spritzgiessparametern Standzeiten

teilqualität erhöht wird und sich

wendungen in der Medizinal- und

bis zu einer halben Million Zyklen.

letztlich die Zykluszeiten verkürzen

Lebensmitteltechnik, für welche

Nachstehend die Vorteile einer

540 °C (BRW 885030.0100

lassen.

eine spezielle Variante mit Zulas-

Beschichtung mit NanoMoldcoa-

und BRW 885030.0200).

Anders als bei der Verwendung

sung der US-amerikanischen Be-

ting auf einen Blick:

von Trennmitteln ergibt die bis

hörde für Lebensmittel- und Arz-

– verhindert Anhaftungen und

540

temperaturbeständige

neimittelsicherheit (FDA) erhältlich

Beschichtung vollkommen rück-

ist. Auch für die Verarbeitung von

standsfreie Formteile, die sich

Gummi und Silikon stehen speziell

ohne weitere Reinigung oder

entwickelte Varianten zur Verfü-

Nachbehandlung bei Bedarf prob-

gung.

lemlos lackieren, bedrucken oder

Die Beschichtungen erreichen je

beschichten lassen.

nach verarbeitetem Kunststoff und

°C

reduziert die Zykluszeit – bis zu 500 000 Zyklen pro Beschichtung – einfach selbst aufzutragen – Applikationszeit nur 3 Stunden – einfachere Entformbarkeit und geringere Entformkräfte

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Teppichhinterschäumen mal anders – vollelektrische Werkzeugträger Für die Herstellung konturgenauer,

terteilbewegung wird über einen

dreidimensionaler

direkthinter-

separaten Frequenzumrichter an-

schäumter KFZ-Teppiche hat sich

gesteuert. Die Schwenkbewegun-

der Einsatz von Polyurethan be-

gen können bei der elektrischen

währt. PUR hinterschäumte Teppi-

Variante deutlich harmonischer

che dienen zum einen der Schall­

eingestellt werden und ermögli-

isolation,

über­

chen dadurch einen reibungslosen

nehmen sie auch Dekor- und

und zuverlässigen Prozess mit ei-

Integrationsfunktionen. Für das

nem Endprodukt in bester Qualität.

Teppichhinterschäumen sind auf

Weitere Vorteile: enorme Energie-

dem Markt in erster Linie hydrau-

einsparung, deutlich geringere Ge-

lisch angetriebene Werkzeugträger

räuschentwicklung und keine Le-

vertreten. Um diesen Prozess für

ckagen dank fehlender Hydraulik.

zum

anderen

die Kunden in Zukunft noch effizienter zu gestalten, entwickelte FriFrimo Group GmbH

mo ein innovatives Antriebskonzept, welches es für das Teppich-

triebes vollautomatisiert. Das Werk-

8 Sekunden in Anspruch nimmt.

Hansaring 1

hinterschäumen bis dato nicht gab.

zeugoberteil lässt sich über den

Das Unterteil lässt sich wiederum

D-49504 Lotte

Der neue Werkzeugträger ist nicht

elektrischen Getriebemotor in ei-

in einem 90°-Winkel innerhalb von

+49 5404 886-0

wie üblich durch Hydraulik ange-

nem Winkel von 180° umschwen-

5 Sekunden umschwenken. So-

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trieben, sondern dank eines E-An-

ken, wobei ein 90°-­Schwenk etwa

wohl die Oberteil- als auch die Un-

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5/2018

45


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Produkte

Kompaktes Spot-FinderTemperaturmessgerät

waterCare – ressourcen- und geräteschonend

gender Objekte seriös gemessen,

für eine Wartung und Reinigung

ohne dass der Sensor neu justiert

der Temperiergeräte um ein Viel-

werden muss. Das erledigt die Ka-

faches. Durch die ressourcenscho-

mera dann auch autonom, d.h.

nende und geräteschonende Lö-

ohne angeschlossenen PC. Dem

sung wird die Cost of Ownership

Anwender stehen neben einem

der Maschine minimiert.

direkten 0/4-20 mA-Analogausgang auch Digitalschnittstellen wie

Auf einen Blick:

Ethernet oder RS485 zur Verfü-

– Mobile Systemwasseraufberei-

gung. Über ein externes Prozess-

tungsanlage

Interface können bis zu 9 frei defi-

– Voraussetzung für den Betrieb von Temperiergeräten über

nierbare Messfelder als Analog-

Für Anwendungen bei höheren

ausgänge weiterverarbeitet wer-

Wassertemperaturen ist eine Was-

den, wodurch es ideal für den Ein-

seraufbereitung

unumgänglich.

– Energieeffizienz durch Druckspeicherung, minimale Pum-

200 °C

satz im OEM-Bereich ist.

Prinzipiell ist das bei Wassertem-

Die beiden Temperaturmessgerä-

Beide Xi-Modelle sind mit einem

peraturen von über 140 °C der

te optris Xi 80 und die optris Xi

Motorfokus ausgestattet, der eine

Fall. Bei Temperaturen über 200

400 vereinen die Vorteile von In­

bequeme Scharfstellung aus der

°C ist die Verwendung von kondi-

frarotkameras und Infrarot-Ther-

Ferne über die kostenfreie Soft-

tioniertem Wasser zwingend not-

– Systemwasservolumen 23 Liter

mometern. «Mit der Xi-Serie brin-

ware PIX Connect ermöglicht. Die

wendig. Verschmutzung und Ver-

– Geregelte Systemwassertem-

gen wir einen Sensor auf den

Sensoren haben Auflösungen bis

kalkung von Form und Gerät füh-

Markt, der neben der üblichen

382 x 288 Pixel, eine Bildfrequenz

ren zu schlechterer Leistung durch

Nutzung mit PC und Software

bis 80 Hz und ein Messfleck-Dis-

die Reduktion des Wärmeüber-

auch teilautonom quasi als smar-

tanz-Verhältnis von bis zu 390:1.

gangs zwischen Form/Heizung

tes, selbst-zielsuchendes Pyrome-

Die Xi-Geräte sind für Temperatur-

und dem Temperiermedium. Das

ter mit Analog- bzw. Digitalaus-

messungen im Bereich von -20 bis

Regloplas waterCare ist eine mo-

tervalle der Anlage und der an-

gang arbeitet. Damit eröffnen sich

900 °C kalibriert. Die Kunden er-

bile Wasseraufbereitungsanlage,

geschlossenen Temperiergerä-

neue Einsatzmöglichkeiten z. B. im

halten zu einem sehr attraktiven

die geeignetes Systemwasser zur

te werden deutlich verkürzt

Maschinenbau oder in Multi-Sen-

Preis ein ready-to-use Paket inkl.

Verfügung stellt. Das Wasser wird

– Der Einsatz des waterCare re-

sor-Applikationen», erklärte Dipl.-

Montagemutter, Montagewinkel,

automatisch voll entsalzt und an-

duziert die Cost of Ownership

Ing. Torsten Czech, Head of Pro-

Software und Anschlusskabel.

schliessend manuell mit einem

der Maschine.

entsprechenden

duct Management der Optris

peneinschaltdauer – Pumpe mit Energieeffizienzklasse IE3

peratur – Einsatz von waterCare verhindert Kalk- und Schmutzablagerungen – Wartungs- und Reinigungsin-

Korrosions-

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schutzmittel konditioniert. Durch

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zusätzliche Filter werden auch

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und moderner IR-Kamera. Durch

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die integrierte Spot-Finder-Funkti-

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46

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