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7–8 / 2018

OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS

Juli – August 2018

KUNSTSTOFF XTRA

R WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

Etagenwerkzeug Komponenten

www.hasco.com


MASSGEBEND IN TECHNOLOGIE BERN, 28. – 30. AUGUST 2018

SINDEX.CH

WILLKOMMEN IN DER DIGITALEN ZUKUNFT Veranstalter

Patronat

Partner

Schweizerischer Verband der Telekommunikation Association Suisse des Télécommunications Swiss Telecommunications Association


EDITORIAL

Wer macht das Rennen? Was die im März 2018 durch den Verband Swiss Plastics durchgeführte Branchenumfrage ergab ist eingetreten: Die Kunststoffunternehmen haben quer

www.granula.ch www.granula.eu

KUNSTSTOFF XTRA

durch die Branche zulegen können – und wie. Der Weg zurück in den grünen Bereich war für die meisten Unternehmen nach dem Frankenschock von 2015 steinig. Mit effizienzsteigernden Massnahmen und der Unterstützung des wieder etwas erstarkten Euros haben sich die Unternehmen fit getrimmt. Wie fit die deutsche Messelandschaft im Bereich Medizintechnik ist, wird sich im Mai 2019 zeigen. Ganz unscheinbar erreichte im April die Meldung der Nürnberg Messe die Redaktionen, dass die Messen Medtec Europe in Stuttgart und MT Connect in Nürnberg auf 2019 zusammengelegt und als neue Messe MedtecLIVE vom 21. bis 23. Mai 2019 in Nürnberg durchgeführt werden soll. Seit ihrem Glanzjahr 2013 mit gut 1000 Ausstellern und über mehr als 14 000 Besuchern haben sich die Zahlen der Medtec Europe halbiert. Und auch die MT-Connect, die erst 2017 ihre Premiere in Nürnberg hatte und als Wettbewerbsmesse zur Medtec Europe antrat, vermochte nicht die Erwartungen zu erfüllen. Für die parallele Durchführung von verwandten Messen gibt es zahlreiche Beispiele, wie Global Industrie, die erstmals im März 2018 in Paris die vier Messen Midest, Smart-Industries, Industrie und Tolexpo unter einem Dach bündelte oder in der Schweiz das Messequartett Logistics & Distribution, Empack, Packaging Innovations und Label & Print. Gelingt es, durch eine Messe zu bringen, profitieren sowohl die Aussteller wie die Besucher. Dank einer geringeren Messedichte sparen sie Zeit und viel Geld. Das Aufatmen für Aussteller und Besucher, die sich nicht mehr zwischen zwei Medizintechnik-Messen entscheiden mussten, war von kurzer Dauer. Die Messe Stuttgart kreierte kurzerhand mit der T4M (Technik für Medizin) ein neues Format, das am 7. bis 9. Mai 2019 in Stuttgart an den Start geht. Ob sich zwei gleichgelagerte Messen im süddeutschen Raum werden entwickeln können oder ob es zu einer Konsolidierung kommt, wird sich zeigen. Ich tippe auf Letzteres (mehr dazu ab S. 36).

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com 7–8/2018

Zykluszeitreduktion

Konzentration von sich ergänzenden Messethemen mehr Besucher an eine


KUNSTSTOFF XTRA

INHALTSVERZEICHNIS

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FOKUS Es geht wieder aufwärts – und zwar markant

Was sich anlässlich der letztes Jahr durchgeführten Datenerhebung durch den Verband Swiss Plastics abzeichnete, ist Tatsache geworden: Die Kunststoffunternehmen in der Schweiz konnten 2017 – nach zwei Jahren im Rückwärtsgang – wieder zulegen und dies querbeet durch die Branche. Erstaunlich ist vor allem, wie massiv teilweise der Zuwachs erfolgte.

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Mikrospritzgiessverfahren ermöglichen eine präzise und kostengünstige Produktion von kleinsten Bauteilen aus Kunststoff. Um höchsten Anforderungen an Produktsicherheit und Qualität gerecht zu werden, findet die Produktion insbesondere von medizintechnischen Produkten meist in Reinräumen statt. Die Stamm AG hat in einen Reinraum mit einem neuen Ansatz bei der Maschinenanbindung investiert.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für Werkstoffe – Verarbeitung – Anwendung

Jahrgang 8. Jahrgang (2018) Druckauflage 5800 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2017 5451 Exemplare total verbreitete Auflage 1446 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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Automatisierung automatisieren Bei Siemens arbeiten Wissenschaftler und Forscher an der Zukunft der Robotik und Automatisierung. Ihre Werkzeuge sind Künstliche Intelligenz und adaptive Algorithmen. Ihr Ziel ist es, Roboter und Maschinen in die Lage zu versetzen, aus Erfahrung zu lernen, und so auf eine aufwändige Programmierung zu verzichten.

VERARBEITUNG Neuartiges Konzept der Maschinenanbindung

Erscheinungsweise 10 × jährlich

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ

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WERKZEUG-/ FORMENBAU Qualität aus der Region für die Welt

Eine kurze Begrüssung durch den Geschäftsführer Stefan Huber, eine Fabrikbesichtigung sowie ein Mittagessen waren die Schwerpunkte des dritten Kundentags der Primaform AG. Erwähnenswert: Informationen zu Neuheiten und Zukunftsperspektiven wurden von Lehrlingen der Thuner Werkzeugbauer vermittelt.

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com

Vorstufe Triner Media + Print Schmiedgasse 7 CH-6431 Schwyz Telefon +41 41 819 08 10 beratung@triner.ch www.triner.ch

Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler

Abonnemente Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Alte Bahnhofstrasse 9a CH-5610 Wohlen Telefon +41 56 619 52 52 Telefax +41 56 619 52 50 info@sigimedia.ch

Chefredaktion Marianne Flury St. Niklausstrasse 55 CH-4500 Solothurn Telefon +41 32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

Druck Werner Druck & Medien AG Kanonengasse 32 Postfach 2212 CH-4001 Basel Telefon +41 61 270 15 15 www.wd-m.ch

Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto)

Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2018 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug

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KUNSTSTOFF XTRA

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INHALTSVERZEICHNIS

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LEICHTBAU Clevere Kombination

Die Ausbildung wird modularer und individueller

Mit dem FiberForm-Verfahren hat KraussMaffei den thermoplastischen Leichtbau auf ein neues Leistungsniveau gebracht und erfolgreich in der Grossserienfertigung etabliert.

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Die letzten 20 Jahre prägte Prof. Dr. Erich Kramer als Leiter des MAS Kunststofftechnik (früher NDS) an der FHNW Brugg-Windisch die Aus- und Weiterbildung. Nun übergibt er die Verantwortung an seinen Nachfolger Dr. Christian Rytka.

Über den Werkstoff PVC und die daraus gefertigten Produkte wurde in der Vergangenheit teilweise sehr kontrovers diskutiert. Welche Bedeutung PVC heute hat und welches die gesetzten Ziele von Inovyn sind, dem mit Abstand grössten Produzenten von PVC in Europa, darüber gibt Chris Tane, CEO des Branchenriesen, Auskunft.

NEWS

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VERANSTALTUNGEN

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MESSEN Zwei Messen buhlen um die Gunst der Branche

KUNSTSTOFF XTRA OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS

Mit dem Ziel die Produktion effizienter zu gestalten, kommen nicht nur bei begrenzter Produktionsfläche zunehmend Etagenwerkzeuge zum Einsatz. Sie bieten eine vorteilhafte technische und wirtschaftliche Alternative zu grösseren Maschinen bzw. Werkzeugen und ermöglichen die Verdopplung der Teileausbringung bei geringem Invest- und Platzbedarf. Die HASCO Etagenwerkzeug Komponenten Z1545/..., Z1547/... wurden aktuell um eine weitere Bauform dem Modul 2,5 ergänzt. Diese standardisierten Komponenten er-

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Etagenwerkzeug Komponenten

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PRODUKTE

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LIEFERANTENVERZEICHNIS

Juli – August 2018

HASCO Etagenwerkzeug Komponenten – Neu mit Modul 2,5

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VERBAND

ZUM TITELBILD

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29 WERKSTOFFE Ohne Innovation keine nachhaltige Entwicklung

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AUS-/WEITERBILDUNG

möglichen einen einfachen, wiederholgenauen und preisgünstigen Bau kleinerer Etagenwerkzeuge. Die geringe Bauhöhe gewährleistet einen kleinen Holmabstand auf der Spritzgiessmaschine sowie hohe Öffnungskräfte durch hochwertige Materialauswahl. DLC beschichtete Gleitführungen minimieren den Verschleiss und verlängern die Wartungsintervalle. Durch den Einsatz der HASCO Etagenwerkzeug Komponenten bleiben die Werkzeugherstellkosten kalkulierbar. Sie wirken sich positiv auf die Artikelstückkosten und die Wettbewerbsfähigkeit aus. www.hasco.com

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KUNSTSTOFF XTRA

FoKus

Wirtschaftsdaten 2017 der Schweizer Kunststoffindustrie

Es geht wieder aufwärts – und zwar markant Was sich anlässlich der letztes Jahr durchgeführten Datenerhebung durch den Verband Swiss Plastics abzeichnete, ist Tatsache geworden: Die Kunststoffunternehmen in der Schweiz konnten 2017 – nach zwei Jahren im Rückwärtsgang – wieder zulegen und dies querbeet durch die Branche. Erstaunlich ist vor allem, wie massiv teilweise der Zuwachs erfolgte.

Marianne Flury «Die positive Wende hat sich bereits im 4. Quartal 2017 angekündigt und wir rechneten entsprechend mit einem moderaten Zuwachs», erzählt Kurt Röschli. «Tatsächlich ist es nun so, dass wir im Vergleich zur EU28 sogar überdurchschnittlich gewachsen sind», freut sich der Geschäftsführer Technik von Swiss Plastics. Von der guten Konjunktur konnten alle profitieren, allen voran die Rohstofflieferanten, deren Umsätze mit einem Plus von 9,6 % den Einbruch um gut 10 % im Jahr 2015 vergessen lassen. Auch den Maschinen- und Peripherieherstellern lief es wie geschmiert, sie konnten einen Zuwachs von 9,5 % verbuchen. Insgesamt erwirtschaftete die Branche einen Umsatz von CHF 14,539 Mrd., was einem Plus von 5,6 % entspricht (Tab. 1). Das satte Wachstum bei den Rohstofflieferanten auf CHF 2,778 Mrd. ist den gestiegenen Rohstoffpreisen geschuldet. Röschli vermutet, dass die Hersteller die Preiszuwächse weitergegeben haben, was den Verarbeitern nur teilweise möglich war. Die Verarbeiter konnten einen Umsatz

Grafiken und Quelle: Swiss Plastics

Sparten

Jahre

von CHF 9,511 Mrd. (+4,4 %) (Tab. 2) erzielen. Das entspricht in etwa dem Zuwachs, den die deutschen Verarbeiter gemäss GKV (Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie) verzeichnen konnten (+4,8 %). Während in den letzten Jahren die Anzahl Firmen bei sinkenden Mitarbeiterzahlen relativ konstant geblieben ist, ging 2017 diese erstmals zurück (-6 %). Parallel dazu wurden leicht mehr Personen beschäftigt (+1,2 %) (Tab. 3). Röschli erklärt sich den Rückgang der Unternehmen durch Fusionen und Konkurse, aber auch durch Abwanderungen ins Ausland. «Es wurde ja immer mal wieder bezweifelt, dass die von uns angegebene Firmenanzahl stimmt. Unsere Zahlen werden aber durch die von der Suva erhobenen Zahlen bestätigt», macht er deutlich. Dass es im letzten Jahr trotz weniger Firmen mehr Beschäftigte gab, ist durch den positiven Konjunkturverlauf erklärbar. Das Wachstum schlägt sich auch in den verarbeiteten Mengen von Kunststoff und Kautschuk nieder, ist aber – verglichen mit dem Umsatzzuwachs – moderat. Gemäss eidgenössischer Zollverwaltung (EZV) wur-

2014

2015

2016

2017

Rohstofflieferanten

2 870 821

2 583 020

2 534 471

2 777 780

Handelsfirmen

1 163 356

1 102 406

1 069 400

1 122 870

Verarbeiter

9 862 081

9 171 756

9 105 861

9 510 562

Maschinen u. Peripherie

821 253

776 424

713 921

781 743

Dienstleistungsbetriebe

44 348

42 140

41 140

42 580

Formenbauer

200 950

191 424

185 682

190 324

Verwertungsbetriebe

43 000

39 396

38 608

39 380

Übrige

80 024

74 536

72 299

73 383

15 085 833

13 981 102

13 761 382

14 538 623

Total

Tabelle 1: Umsätze der Schweizer Kunststoffindustrie im Jahresvergleich (2014–2017).

4

den 2017 insgesamt 824 445 Tonnen verarbeitet, das sind 20 000 Tonnen oder 2,5 % mehr als im Vorjahr. «Das unterstreicht die Vermutung, dass die Rohstoffpreise gestiegen sind, die Verarbeiter diese aber nicht in vollem Umfang weitergeben konnten», so Röschli.

Export: Die Richtung stimmt Die Exportrate bewegt sich seit 2015 seitwärts. Insgesamt wurden für CHF 3295 Mio. Teile, Komponenten und Fertigprodukte exportiert (Vorjahr: CHF 3268 Mio.). Erfreulich ist aber, dass der Export von Fertigfabrikaten von CHF 1669 auf CHF 1703 Mio. zugenommen hat. Halbfabrikate gingen von CHF 1599 auf CHF 1592 Mio. minim zurück. Erfreulich deshalb, weil es zeigt, dass eine grössere Wertschöpfung im Inland geblieben ist und wir – dank stärkerem Euro – konkurrenzfähiger sind», erklärt Röschli. Die Einsatzbereiche von Kunststoff und Kautschuk präsentieren sich naturgemäss ziemlich stabil und weisen ein ähnliches Profil auf wie in Deutschland. Mit 43,2 % (44,2 %) sind Verpackungen unangefochtener Spitzenreiter, gefolgt von Bau mit 38,6 % (34 %). Hier begünstigen sicher auch die tiefen Zinsen die rege Bautätigkeit. Weiter ins Gewicht fallende Bereiche sind mit 5,6 % Fahrzeuge und mit 3,6 % Medizin. Der Rest teilt sich auf in Elektro und Elektronik (2,1 %) sowie Haushalt, Möbel und Landwirtschaft, die sich alle im Null-Komma-Bereich bewegen.

Thermisches Recycling ist sinnvoll Der Wiederverwertung kommt vor dem Hintergrund der EU-Vorgabe, bis ins Jahr 7–8/2018


KUNSTSTOFF XTRA

FoKus

65

-5.0

Mitarbeiter

Firmen

Mitarbeiter

2 398

2 407

137

2 374

Verarbeiter

26 818

435

25 745

Maschinen u. Peripher.

63

1 522

63

1 496

62

1 402

61

1 458

Dienstleistungsbetriebe

31

217

41

215

48

213

37

216

Formenbauer

57

1 001

56

997

54

958

48

972

Verwertungsbetriebe

16

102

19

98

18

101

15

103

Übrige

31

248

18

242

17

240

19

245

836

33 887

832

33 122

833

31 897

783

32 267

419 26 002

Tabelle 3: Anzahl Firmen und Mitarbeiter (2014–2017).

Röschli. «Am besten so viele, wie sich zum Polymechaniker ausbilden lassen.» Diese Ausbildung haben 547 (492) Lehrlinge gewählt.

Umsatz ist stärker gewachsen als Produktion Der vom Bundesamt für Statistik erhobene «Index Umsatz Gummi- und Kunststoffwaren» steigt erstmals wieder seit dem Frankenschock 2015. Der «Index Umsatz im Verhältnis zu Produktion» verläuft wesentlich flacher. «Mit Blick auf das Jahr 2015 heisst das nichts anderes, als dass der Umsatz bei gleicher Produktionsmenge stärker zurückging. Man hat das Volumen mit tieferen Preisen verteidigt. Im Jahr 2017 sieht es so aus, dass der Umsatz

4.4 2.5

0.1

1.0

0.1 -0.1 -2.3

-2.8

-7.3

123

136

5.6

-10.0

873

436

2.7

-0.3-0.6-0.1

61

2 432

4.8 1.0

864

27 513

9.6

0.0

62

143

10.0

5.0

849

430

Wirtschaftsdaten 2012

15.0

63

2017

Handelsfirmen

Total

Der Fachkräftemangel wird angesichts der Anzahl Lernenden in der Kunststoffindustrie weiter bestehen bleiben. Zwar haben sich 2017 insgesamt 289 – das sind 43 mehr als im Vorjahr – zum Kunststofftechnologen ausbilden lassen und 47 (34) zum Verarbeiter, aber diese Zahlen sind immer noch weit weg vom Bedarf, den die Branche meldet. «Wir sollten pro Jahr mindestens 200 Azubi mehr haben», so

%

852

2016 Firmen

Firmen

Rohstoffe

Mehr Kunststofftechnologen, aber lange nicht genug

0.0

Mitarbeiter

Sparten

2015 Mitarbeiter

2014

Jahre

Firmen

2030 55 % der Kunststoffverpackungen dem Recycling zuzuführen, eine wachsende Bedeutung zu. Auch als Nicht-EU-Land steht die Schweiz unter Druck und dürfte nachziehen müssen, so die Meinung von Röschli. Erfreut ist er über den Einsatz von Recyclingmaterial. Mit einem Anteil von 19 % (14 %) ist dieser so hoch wie nie zuvor. Als Gründe sieht der Geschäftsführer zum einen ein wachsendes Bewusstsein, den Wertstoff Kunststoff möglichst lange im Kreislauf zu halten, zum anderen die gesetzlichen Vorgaben. Störend empfindet er, dass die EU das Verbrennen von Kunststoffabfall nicht als Recycling taxiert, sondern nur stoffliches Recycling gelten lässt. «Für mich ist thermisches Recycling absolut sinnvoll. So spart beispielsweise die Perlen Papier 40 Mio. Liter Erdöl, indem sie rund 40 % Verbrennungsenergie, die sie aus der nahe gelegenen Kehrichtverbrennungsanlage bezieht, zur Papierherstellung nutzt.»

-0.8 -1.2 -1.9

stärker gewachsen ist als die Produktion», erläutert Röschli. «Wie sich dabei die Margen entwickelt haben, ist offen. Zu berücksichtigen sind hier aber allfällige Veränderungen der Rohstoffpreise.»

Der Blick in die nahe Zukunft ist rosig Die Stimmung ist gemäss Umfrage von Swiss Plastics (Stand: März 2018) bei den Betrieben deutlich besser als noch vor Jahresfrist. So rechnen rund 63 % der Befragten im laufenden Jahr mit höheren Umsätzen, 28 % erwarten, dass die Umsätze gleich bleiben und nur knapp 10 % gehen von tieferen Umsätzen aus. Beim Personal wollen 33 % der befragten Unternehmen Leute einstellen und 57 % den Personalstand beibehalten. 10 % geben an, die Mitarbeiterzahl reduzieren zu wollen. Auf Grund der Zahlen und der Trendaussagen ist Röschli zuversichtlich, dass die Branche im 2018 weiter zulegen kann und wird.

-0.3

-3.7

-7.0

Weitere Informationen und Grafiken finden sich unter folgendem QR-Code:

-10.0

-15.0

Umsatz Gesamtbranche

Umsatz Rohstoffe

Umsatz Verarbeiter

Tabelle 2: Veränderungsraten in Prozent auf einen Blick. Wirtschaftsdaten 2017

7–8/2018

Beschäftigung

Rohmaterialverbrauch

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KUNSTSTOFF XTRA

Verarbeitung

Mikrospritzguss im Reinraum

Neuartiges Konzept der Maschinenanbindung Mikrospritzgiessverfahren ermöglichen eine präzise und kostengünstige Produktion von kleinsten Bauteilen aus Kunststoff. Um höchsten Anforderungen an Produktsicherheit und Qualität gerecht zu werden, findet die Produktion insbesondere von medizintechnischen Produkten meist in Reinräumen statt. Die Stamm AG hat in einen Reinraum mit einem neuen Ansatz bei der Maschinenanbindung investiert. Die Mikrospritzgiessmaschinen stehen dabei zu einem Teil innerhalb und zu einem Teil ausserhalb des Reinraums.

Bilder: Stamm

Hallau im Kanton Schaffhausen ist auf den ersten Blick ein gemütlicher Weinort, an dem die Uhren etwas langsamer zu gehen scheinen. Doch wie so oft verbergen sich in diesen kleinen Orten mittelständische Unternehmen, die Innovationen auf weltweit höchstem Niveau hervorbringen. Die Hallauer Stamm AG gehört ohne Zweifel zu diesen kreativen, zukunftsorientierten Firmen. Die Kunststoffverarbeiter haben sich der Welt der Kleinst- und Mikroteile verschrieben. Und das mit grossem Erfolg. Mit der Herstellung von winzigen Bauteilen, wie Zahnrädern, Steckern oder Spritzen, gehen die Hallauer bis an die Grenzen des Machbaren. Im besonders sensiblen Bereich der Medizintechnik findet die Produktion unter kontrollierten Reinraumbedingungen statt.

Mikrometergenaues Arbeiten

In dem Reinraum CleanCell4.0 können die gefertigten Teile direkt entnommen werden.

Je kleiner die Produkte, desto komplexer und sorgfältiger muss der Herstellungsprozess erfolgen. Jedes Staubkorn kann zu einer Funktionsbeeinträchtigung oder gar zu einem Ausfall führen. Werden die Produkte zudem im medizintechnischen Bereich, wie beispielsweise in der minimalinvasiven Chirurgie, eingesetzt, muss absolute Hygiene und eine kontaminationsfreie Auslieferung gewährleistet werden. Dabei spielen die Einhaltung von konstanten Umgebungsbedingungen während der Produktion und Verpackung eine grosse Rolle. Die Stamm AG betreibt seit vielen Jahren den Mikrospritzguss von medizintechnischen Bauteilen unter kontrollierten Reinraumbedingungen. Die Schweizer Firma hat in neue Mikrospritzgiessmaschinen investiert und ihre Reinraumkapazität jetzt um einen weiteren Reinraum der Reinraumklasse ISO 7 erweitert.

Detlef Moll, der Geschäftsführer von Stamm, erläutert die Notwendigkeit der Investition: «Wir stellen Kleinstbauteile aus Kunststoff her. Das erfordert höchste Präzision. Unsere Techniker entwickeln Spritzgiesswerkzeuge, die sich beim Mikrospritzguss im μ-Bereich bewegen. Die Details der Endprodukte sind oft mit blossem

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Im Mikrospritzguss gefertigte Medizintechnik­ bauteile.

Auge nicht mehr zu erkennen und sind doch wichtige Bestandteile im Gesamtkonzept unserer Kunden. Jeder Partikel, der die Produktion kontaminiert, kann zu einem Ausfall der sensiblen Bauteile führen. Neben der Präzision des Verfahrens sorgen wir daher auch für eine kontrollierte Produktionsumgebung.» Erste Erfahrungen in der Reinraumtechnik hatte die Stamm AG mit einem wenige Quadratmeter grossen Reinraumzelt gesammelt, das zur Kontrolle der produzierten Teile eingesetzt wurde. Von der Qualitätssteigerung überzeugt, investierten die Hallauer schon bald in ein komplettes Reinraumsystem, an das die Spritzgiessmaschinen angedockt wurden. Die Maschinen wurden bei dieser Lösung noch wie üblich ausserhalb des Reinraums aufgestellt und mit einer Laminar-Flow-Einhausung versehen, die eine kontrollierte 7–8/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Verarbeitung

Luftreinheit innerhalb der Schliesseinheit ermöglicht. Die gespritzten Mikroteile werden dann mittels Roboter entnommen und vollautomatisch über gekapselte Reinraumförderbänder in den Reinraum eingeschleust, wo die finale Prüfung und Verpackung erfolgt.

Innovatives Konzept der Spritzgussanbindung Mit der Expertise in der hochsensiblen Fertigung wuchs das Auftragsvolumen der Schweizer Kunststoffexperten erneut, eine weitere Investition in zwei neue MikroSpritzgiessmaschinen mit Reinraumfertigung wurde notwendig. In Zusammenarbeit mit ihrem langjährigen Reinraumlieferanten Schilling Engineering entschieden sich die Schweizer dabei für ein neues Konzept. In der neu in Betrieb genommenen, 60 m2 grossen Reinraumanlage, die eine Luftreinheit der ISO Klasse 7 erreicht, werden die Maschinen je zur Hälfte innerhalb und zur Hälfte ausserhalb des Reinraums aufgestellt. Zu diesem Zweck wurde ein spezieller Auslass in der Reinraumwand konstruiert. Diese Variante hat mehrerer Vorteile, wie Moll erläutert: «Durch die neue kompakte Lösung sparen wir Platz und Transportwege. Die gespritzten Produkte können direkt im Reinraum aus der Maschine entnommen werden. Die Spritzeinheit selbst liegt aber noch ausserhalb des Reinraums, so dass die Wärmelasten nicht im kontrollierten Bereich anfallen. Dies hat positive Auswirkung auf Temperaturkontrolle und Klimatisierung. Dieses Konzept ist ganz neu und wurde von unserem langjährigen Partner Schilling Engineering mit uns erarbeitet.»

Hochmodernes, energieef­ fizientes Reinraumsystem Das neu installierte Reinraumsystem CleanCell4.0 gewährleistet eine Reinraumluftqua-

Die Spritzgiesseinheiten mit den hohen Wärmelasten bleiben ausserhalb des vollverglasten Reinraums.

lität der Reinraumklasse ISO 7. Separate Personen- und Materialschleusen mit gegenseitiger Türverriegelung sorgen für eine sichere Ein- und Ausschleusung des Personals und des verpackten Endproduktes. Das Reinraumsystem ist mit Hochleistungsfiltern der ULPA-Klasse U15 ausgestattet. Eine innovative Umluft- und Rückluftführung innerhalb der vollverglasten Reinraumwände sorgt für eine präzise Reinraumspülung und hat eine hohe Energieeffizienz, da die bereits gefilterte und gekühlte Luft wieder in den Kreislauf des Luftaustauschs geführt wird. Wand- und Deckenmodule des modularen Reinraums sind mit einem silikonfreien GMP DichtClip-System verbunden. Für weitere Sicherheit sorgt das integrierte Kontrollsystem CRControl. Über den interaktiven Monitor des Kontrollsystems werden Verbindungen zu den angeschlossenen Fühlern, die Druck, Feuchte und Temperatur messen, zu Filtermodulen,

Klimaschränken, Tür- und Lichtfunktionen und weiteren Komponenten hergestellt. Alle wichtigen Funktionen werden überwacht und können einzeln angesteuert und reguliert werden. Auf diese Weise wird auch eine einfache Fernwartung ermöglicht.

Kontakte Stamm AG Römerstrasse 27 CH-8215 Hallau +41 52 687 00 60 info@stamm.ch www.stamm.ch Schilling Engineering Schweiz GmbH Dorfstrasse 37 CH-8219 Trasadingen +41 52 212 789-0 info@SchillingEngineering.ch www.SchillingEngineering.ch

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AKKREDITIERTES MESSLABOR

COMPUTERTOMOGRAFIE

REVERSE ENGINEERING

GEOMETRISCHE VORHALTUNG

WERKZEUG KORREKTUR 7–8/2018 INDUSTRIELLE MESSTECHNIK

VERZUGSANALYSE

PROZESSOPTIMIERUNG 7

ENGINEERING

CONSULTING

www.units.ch

DIE EINHEIT FÜR ERFOLG


Künstliche intelligenz

KUNSTSTOFF XTRA

KI soll Menschen unterstützen, nicht ersetzen

Automatisierung automatisieren Bei Siemens Corporate Technology in Princeton, New Jersey, und Berkeley, Kalifornien, arbeiten Wissenschaftler und Forscher an der Zukunft der Robotik und Automatisierung. Ihre Werkzeuge sind Künstliche Intelligenz und adaptive Algorithmen. Ihr Ziel ist es, Roboter und Maschinen in die Lage zu versetzen, aus Erfahrung zu lernen, und so auf eine aufwändige Programmierung zu verzichten.

Kann sich ein Roboter eine Aufgabe selbst beibringen? Das wäre ein grosser Fortschritt gegenüber dem heutigen Stand der Technik, denn bisher mussten die Ingenieure jede Bewegung eines Roboters stundenlang mühsam in eine Steuerung programmieren. Bisher war das kein grösseres Problem, weil Industrieroboter in der Regel Jahre damit verbringen, die immer gleichen Aufgaben zu wiederholen. Doch die Ära der Massenproduktion von Millionen identischer Artikel neigt sich dem Ende zu, die Verbraucher wollen individualisierte Produkte, die sich in Form, Farbe und sogar Funktion voneinander unterscheiden. Die Automobilindustrie ist ein Beispiel dafür. Einige Fahrzeugmodelle können Millionen von möglichen Ausstattungskombinationen haben. Wenn jede Änderung eine Neuprogrammierung erfordert, verlieren Roboter ihren Effizienzvorteil.

Einmal lernen, viele Probleme lösen Vor diesem Hintergrund untersuchen Forscher von Siemens Corporate Technology in Berkeley gemeinsam mit Professor Pieter Abbeel an der University of California, Berkeley, wie sich Roboter neue Aufgaben aneignen können. «Gegenwärtig sind die Programmierzeiten der Roboter zu lang, um in kleineren Serien wirtschaftlich zu sein», sagt Abbeel. «Wir untersuchen Möglichkeiten, einen Roboter nur einmal zu programmieren, mit der allgemeinen Fähigkeit, die Montage zu erlernen und dann diese Fähigkeit wiederzuverwenden, um ¹ Bernd Müller, Siemens AG, München, bernd.mueller@siemens.com

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Bilder: Siemens AG

Bernd Müller ¹

CT-Forscher Arquimedes Canedo hat zusammen mit seinen Kollegen ein Ziel: die Automatisierung zu automatisieren.

sie bei einer Vielzahl von Montageproblemen einzusetzen.» Das Team arbeitet an der nächsten Generation einer vielversprechenden Technologie namens Deep Reinforcement Learning (DRL). Sie ermöglicht es dem Roboter, mit seiner Umgebung zu interagieren und sich nach mehreren Iterationen die notwendigen Fertigkeiten zu erarbeiten. Diese Methoden haben vielversprechende Ergebnisse in der Simulation gezeigt und in der Robotik-Forschung für grosse Begeisterung gesorgt. Allerdings ist ihr Erfolg bei der Bewältigung von Problemen in der realen Welt viel geringer. Für eine einfache Aufgabe, die jeder Dreijährige in Sekunden erledigen könnte, etwa einen Metallzylinder in einen Metallring einzusetzen, können aktuelle DRL-Algorithmen in suboptimalen Lösungen stecken bleiben, wo der Stift an das Loch stösst, oder sie benötigen zu viele Versuche. «Mit DRL können Roboter von selbst

lernen, aber sie erhalten kein Lehrbuch oder Material, das ihnen beim Lernen hilft», sagt Juan Aparicio Ojea, Leiter der Siemens-Forschungsgruppe für fortschrittliche Fertigungsautomation in Berkeley.

Roboter liest CAD-Daten «Hier helfen CAD-Konstruktionsdateien weiter. Sie enthalten Informationen über Geometrie, Endmontagepositionen, Toleranzen und sind somit das perfekte Buch für Roboter, um schneller zu lernen», sagt Juan Aparicio Ojea. Der Ansatz seines Teams hat sich im Vergleich zu den modernsten Methoden zur Verfolgung des Bewegungsplans des Roboters deutlich verbessert. Er kann Montageaufgaben, die eine hohe Präzision erfordern, auch ohne genaue Zustandsabschätzung in Sekunden statt in Stunden lösen. Wird das Teil ein paar Zentimeter zur Seite bewegt oder 7–8/2018


KUNSTSTOFF XTRA

sieht es etwas anders aus, dauert es nur wenige Sekunden, bis ein intelligenter Roboter herausfindet, dass er seinen Greifer jetzt etwas weiter bewegen muss, um seine Aufgabe zu erfüllen. «Dieses Verfahren ähnelt dem menschlichen Verhalten. Wann immer wir eine Abweichung von den Erwartungen feststellen, passen wir uns mit unserer sensorischmotorischen Steuerung an», sagt Eugen Solowjow, ein Forscher im Team von Juan Aparicio Ojea. «Menschen haben ein starkes, intuitives Verständnis für die Physik von Objekten um uns herum. Wir möchten Roboter mit einem ähnlichen Verständnis ausstatten», ergänzt Aviv Tamar, Forscher an der University of California. Diese Arbeit hat dem Team die Anerkennung auf der renommierten IEEE International Conference on Robotics and Automation 2018 eingebracht, wo sie als Finalisten für das beste Paper in der Automatisierung mit mehr als 2000 Einreichungen ausgezeichnet wurden.

Künstliche intelligenz

Max Wang aus Princeton – der Forscher will Künstliche Intelligenz nutzen, um die Entscheidungsfindung in bestehenden Automatisierungssystemen zu automatisieren.

gruppe für Automatisierungs-Laufzeitsysteme leitet, geht noch einen Schritt weiter. Wang will Künstliche Intelligenz nutzen, um die Entscheidungsfindung in bestehenden Automatisierungssystemen zu automatisieren. Beispielsweise können die Sensoren eines Zugdrehgestells verdächtige Abweichungen erkennen, die darauf hindeuten, dass ein Defekt droht. Ein Algorithmus klassifiziert diese Abweichungen, zieht daraus Schlüsse und schlägt Massnahmen vor, was der Betreiber unternehmen sollte. Bei drohender Gefahr kann das System sogar automatisch und sicher abgeschaltet werden. Laut Wang lernt das System derzeit noch aus den im Echtbetrieb erfassten, aber offline verarbeiteten Sensordaten, es sei aber geplant, das System auch im laufenden Betrieb zu nutzen.

und in einen Assistenten einzuspeisen, der einfache Aufgaben übernimmt und Neulingen hilft?

Diagnose-Experte in der Tasche

AI-Expertise in den USA

Assistent schaut über die Schulter

«Wir wollen Menschen unterstützen und fördern, nicht ersetzen», sagt Juan Aparicio Ojea. Menschen sollten Maschinen überwachen anstatt mit ihnen zu konkurrieren und monotone Handarbeit zu leisten. Diese Einstellung teilen viele Wissenschaftler und Entwickler von Siemens Corporate Technology in den Universitätsstädten Princeton, New Jersey, und Berkeley. Sie wollen mit Künstlicher Intelligenz die Effizienz von Roboter- und Automatisierungssystemen, die zu den Kerngeschäftsfeldern von Siemens gehören, weiter steigern. Zwei dieser Wissenschaftler sind Gustavo Quirós und Arquimedes Canedo. Ihr Ziel ist es, die Automatisierung zu automatisieren. Konkret wollen sie die Automatisierungstechnik vereinfachen. Noch heute sitzen Spezialisten wochen- oder gar monatelang vor einem Monitor, um neue Produktionsanlagen zu automatisieren. Ein grosser Teil dieser Arbeit wiederholt sich. Darüber hinaus haben erfahrene Automatisierungsingenieure einige dieser Aufgaben mit Hilfe von Programmier- und Konstruktionsmustern optimiert, die ihre jüngeren Kollegen noch lernen müssen. Ist es möglich, dieses Wissen zu sammeln

Canedo ist überzeugt, dass das eine realistische Möglichkeit ist, aber nicht so, wie es in den 1980er Jahren versucht wurde, als japanische Forscher das gesamte Ingenieurwissen systematisieren wollten. Diese Bemühungen waren nicht sehr erfolgreich, da die Ingenieure nicht bereit waren, ihr Wissen mit Hilfe konsistenter Modelle und Beschreibungen ihres Know-hows an einen Computer weiterzugeben. Quirós, der sich auf die Bauphase neuer Produktionsanlagen konzentriert, glaubt, dass Künstliche Intelligenz heute helfen kann, dort erfolgreich zu sein, wo vorherige Versuche gescheitert sind. Dazu entwickelt sein Team derzeit ein kognitives Automatisierungssystem, das das Know-how der Ingenieure sammelt und ihnen gewissermassen über die Schulter schaut und sie bei neuen Projekten unterstützt. Dieser Assistent beobachtet, wie Experten vorgehen, wie sie Probleme lösen und welche technischen Muster sie bei der Programmierung verwenden. Der Assistent lernt aus den vielen Automatisierungsprojekten. «Unser Ziel ist es, die Produktivität, Qualität und Zuverlässigkeit von Automatisierungsprojekten zu steigern», sagt Quirós. Max Wang, der die Siemens-Forschungs-

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Der in Wangs Team entwickelte Algorithmus ist so effizient, dass er von jedem genutzt werden kann, der ein Smartphone besitzt. Der Algorithmus, der in einer Smartphone-App läuft, verwendet Smartphone-Sensoren wie das Mikrofon und ermöglicht es der Software zu bestimmen, ob etwa ein Motor seltsame Geräusche erzeugt. Daraus würde die Software schliessen, wann ein bestimmter Defekt auftreten und was die Ursache sein könnte. Dieser «Experte in der Tasche», wie Wang es nennt, existiert bereits als MVP (Minimum Viable Product). «Dass wir die Intelligenz von Maschinen steigern, heisst nicht, dass morgen weniger Menschen in den Fabriken arbeiten», sagt Aparicio. «Mensch und Maschine können sich vielmehr gegenseitig unterstützen». Quelle: Pictures of the Future, das Siemens-Magazin für Forschung und Innovation

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Künstliche intelligenz

KUNSTSTOFF XTRA

Software kann sehr intelligent sein

Keine Angst vor Künstlicher Intelligenz Rolf Heuer ist zuversichtlich, dass uns clevere Maschinen helfen – in Forschung, Industrie und im Alltag. Im Interview erklärt der ehemalige Generaldirektor des CERN und bis April 2018 langjähriger Präsident der DPG (Deutsche Physikalische Gesellschaft), weshalb es dennoch immer intelligenter Menschen bedarf.

Künstliche Intelligenz ist ein Begriff, der Hoffnungen schürt und Bedenken provoziert. Was bedeutet er für Sie als Physiker? Rolf Heuer: Früher war Künstliche Intelligenz schlichtweg intelligente Software — also neuronale Netze, die durch immer mehr Daten, mit denen der Mensch sie fütterte, immer besser Muster erkannt haben. Die Software wurde so geschrieben, dass sie sich mit Unterstützung des Menschen permanent weiterentwickelte. Heutzutage verläuft das auf den ersten Blick ähnlich, aber auf den zweiten doch anders: Man setzt der Software gleich eine Riesenmenge an Daten vor und schreibt sie so, dass sie intelligent genug ist, diese Daten in eigener Regie nach Mustern zu durchforsten und jene Kombination zu selektieren, die man braucht. Haben Sie ein Beispiel? Heuer: Nehmen wir die Steuerung des Teilchenbeschleunigers im CERN. Er ist mit Millionen Sensoren ausgestattet, die überwachen, ob alles richtig läuft. Durch Mustererkennung werden verschiedene Sensoren gleichzeitig zurate gezogen. Die Frage lautet nicht: Was macht der eine Sensor?, sondern: Welche Situation entsteht dadurch? Mit intelligenter Software, die das Wissen aller Sensoren vereint, können Sie sehr schnell sagen: Wir ignorieren diesen einen Sensor. Wenn dann aber auch der Nachbarsensor diese Abweichung zeigt, müsste das Programm intelligent genug sein, festzustellen: Jetzt müssen wir etwas tun. ¹ Sandra Zistl, Siemens AG, München, sandra.zistl@siemens.com

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Bilder: Siemens AG

Sandra Zistl ¹

Prof. Dr. Rolf-Dieter Heuer: Die Zeit bis zum Markteintritt wird verkürzt, und die Produkte sind besser, wenn clevere Programme eingesetzt werden. Aber: Clevere Programme werden von cleveren Leuten geschrieben.

Der Mensch spielt also keine Rolle mehr? Heuer: Doch. Nur müssen solche Entscheidungen so schnell getroffen werden, dass man sich nicht nur auf den Menschen verlassen kann. Er ist zu langsam. Die Schwelle des Abschaltens richtet der Mensch ein, und er kann sie auch verändern. Das kann die Maschine nicht allein. Nicht oder nur noch nicht? Heuer: Eine schwierige Frage, die auch die Industrie beschäftigt und bei der es um viel Geld und auch um die Sicherheit der Menschen geht. Seien es nun Produktionslinien, Gasturbinen oder die Infrastruktur für Züge: Auf Basis von Sensoren wird genau definiert, wann abgeschaltet werden muss. Bisher kann der Mensch die Maschine überschreiben. Sie ist auf jeden Fall schneller – aber ob sie eines Tages cleverer ist? Der menschliche Erfahrungswert ist bei aller Künstlichen Intelligenz nicht zu verachten.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Maschinen uns eines Tages überschreiben. Gleiches gilt ja auch beim Autonomen Fahren: Software kann sehr intelligent sein, aber den Menschen kann sie nicht ersetzen. Dennoch schürt KI Ängste, auch vor dem Verlust von Jobs. Heuer: Solche Befürchtungen gibt es doch immer, wenn etwas Neues kommt, das war bei der ersten Dampfmaschine nicht anders als heute bei der Künstlichen Intelligenz. Es liegt in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft, abzuwägen: Besteht eine Gefahr, unter anderem auch für Jobs? Und wenn ja: Was können wir dagegen tun? Und wenn nein, dann muss das erklärt werden. Meines Erachtens muss es immer eine Entscheidung der Menschen sein und zwar basierend auf richtiger, faktenbezogener Information. Dafür muss die Wissenschaft den Mund auf7–8/2018


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machen, und die DPG hat das stets getan. Welche Chancen wird uns KI also eröffnen? Heuer: Wir haben es hier mit einem Kreislauf zu tun: Die Grundlagenforschung braucht, um voranzukommen, immer intelligentere Programme. Solch neue Technologien beschleunigen natürlich auch die angewandte Forschung und treiben damit industrielle Anwendungen voran. Mit entsprechend guten Leuten bringt dies dann die Methodik weiter, und diese wirkt wiederum in die Grundlagenforschung hinein. Dieser Kreislauf ist das Wichtigste, was wir haben. Denn er bringt stets – und das immer an ungeplanter Stelle – etwas hervor, das disruptiv wirkt, das eine echte Neuheit ist. Bestes Beispiel ist die Erfindung des World Wide Web im CERN. Dafür war kein Cent Forschungsgeld vorhanden. Je besser die programmierte Intelligenz ist, desto besser unterstützt sie die Forschung. Dasselbe gilt für die Industrie: Die Zeit bis zum Markteintritt wird verkürzt, und die Produkte sind besser, wenn Sie clevere Programme einsetzen. Aber: Clevere Programme werden von cleveren Leuten geschrieben. Die Angst vor der Übermacht der Maschinen ist also unberechtigt? Heuer: Ja, wenn wir informiert und uns unserer Verantwortung bewusst sind. Es gibt viel gefährlichere Bereiche: Durch die Handynutzung beispielsweise geben die Leute permanent Informationen preis. Davor sollte man Angst haben, aber nicht vor KI per se. Es geht immer um den verantwortungsvollen Nutzen von Technologien.

Künstliche intelligenz

Die Angst vor der Übermacht der Maschine ist unberechtigt.

Es ist unsere gesellschaftliche Pflicht, sicherzustellen, dass wir den intelligenten Maschinen, die wir konstruieren, stets voraus sind. Dann hegen Sie also keine Hoffnung, die Welt einst von einer Künstlichen Intelligenz erklärt zu bekommen? Noch gelten ja 95 Prozent der Energie und Materie als dem Menschen unerklärlich. Heuer: Künstliche Intelligenz kann die Welt nicht allein erklären. Sie ist ein Instrument, das man braucht, um voranzukommen. Als Forscher kann ich keine noch so

schlüssige Erklärung akzeptieren, wenn ich sie nicht experimentell nachvollziehen kann. Man muss sie erst mal beweisen. Quelle: Pictures of the Future, das SiemensMagazin für Forschung und Innovation Kontakt Siemens AG Wittelsbacherplatz 2 D-80333 München +49 89 636-0 sebastian.webel@siemens.com www.siemens.com

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Ein neuer Technologiewettlauf

Chinas Aufstieg zur neuen KI-Supermacht China will bis 2030 die führende Nation im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) werden. Die Politikwissenschaftlerin Sophie-Charlotte Fischer analysiert den aktuellen chinesischen KI-Aufschwung im Rahmen ihrer Doktorarbeit.

Es war, als wäre Europa plötzlich aus einem Dornröschenschlaf erwacht: Am 29. März präsentierte Emmanuel Macron Frankreichs nationale Strategie für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz (KI). Das Elysée will in den kommenden fünf Jahren 1,5 Milliarden Euro in KI-Forschung und entsprechende Start-ups investieren. «Macron hat verstanden, dass er etwas unternehmen muss, wenn der Kontinent punkto KI nicht abgehängt werden soll», kommentiert SophieCharlotte Fischer, Politikwissenschaftlerin und Doktorandin am Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich.

Atemberaubende Ambitionen Ausschlaggebend für das neue europäische Interesse am Thema KI war unter anderem die Veröffentlichung des «Next Generation Artificial Intelligence Development Plan» (AI Plan) Chinas im Juli 2017. Darin beschreibt die Regierung atemberaubende Ambitionen: Bis zum Jahr 2020 soll der technologische Rückstand zum Westen im Bereich KI aufgeholt sein; bis 2025 soll die chinesische KI-Industrie jährlich 60 Milliarden Dollar umsetzen und bis 2030 will China die Welt im Bereich der KI dominieren. Fischer hat sich in einer aktuellen CSSAnalyse mit dem Aufstieg Chinas zur KISupermacht beschäftigt. Dieser hat längst begonnen: In China erscheinen heute mehr Forschungspublikationen zu KI als in den USA (wenn auch Letztere in den Rankings punkto Relevanz noch bedeutend höher liegen). Praktisch alle grossen chi¹ Samuel Schläfli, Hochschulkommunikation, ETH Zürich.

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Bild: adpic

Samuel Schläfli ¹

Der chinesische Markt wird für westliche KI-Unternehmen wichtiger werden.

nesischen Tech-Unternehmen haben Forschungslabore im Silicon Valley aufgebaut. Darunter die Tech-Giganten Tencent (Messaging), Baidu (Suchmaschine) und Alibaba (E-Commerce), die alle stark in den Bereich KI investieren. Unternehmen werden gezielt von Chinas Regierung unterstützt, sich im Silicon Valley anzusiedeln. Von 2014 bis 2017 investierten chinesische Unternehmen zudem über 13 Milliarden Dollar in die ICT-Industrie in den USA. Neu ist auch, dass Forschende, die an amerikanischen Universitäten studiert oder im Silicon Valley gearbeitet haben, wieder nach Peking oder Shanghai zurückkehren, angelockt durch lukrative Angebote der heimischen TechUnternehmen und Universitäten. «Für das Silicon Valley wird es Zeit, paranoid zu werden», schrieb das Magazin «The Economist» im Februar. Fischer beurteilt die Ankündigungen Chinas trotz des rasanten Aufstiegs kritisch: «Die leistungsstärk sten Mikrochips für KI-Anwendungen kommen nach wie vor aus den USA.» Auch beträgt das Gesamtmarktvolumen chinesischer Tech-Firmen erst 32 Prozent der amerikani-

schen. Dagegen hält es die Forscherin für möglich, dass China mittelfristig seine KIStandards global durchsetzen wird – basierend auf einem heimischen Markt mit potenziell 1,5 Milliarden Nutzern.

KI für Waffen und Überwachung Der Aufstieg Chinas zur KI-Superpower weckt besonders in den USA Ängste. «Künstliche Intelligenz kann sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden», erklärt Fischer. Doch anders als bei herkömmlichen «Dual Use»-Technologien, wie der Nuklearenergie, ist die Entwicklung und Verbreitung von KI schwer zu kontrollieren. Die meisten Forschungspublikationen erscheinen nämlich Open Source und sind für jedermann zugänglich. Davon hat China stark profitiert – zusätzlich zum Wissenstransfer durch chinesische Forscher in den USA. US-Politiker fürchten zunehmend, dass durch den Kauf von amerikanischen Startups durch chinesische Investoren militärisch relevante Technologien in die Hände 7–8/2018


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Chinas gelangen könnten. Neben einer potenziellen militärischen Verwendung von KI erkennen politische Beobachter und Menschenrechtsaktivisten eine weitere Gefahr: Die chinesische Strategie sieht nämlich vor, dass KI auch für den «Erhalt der sozialen Stabilität» eingesetzt wird. Dies weckt vor dem Hintergrund zunehmender politischer Repression und sozialer Kontrolle unter dem aktuellen Präsidenten Xi Jinping Ängste. Wie Kontrolle und KI zusammengehen, zeigt die derzeitige Lancierung eines «Social Credit System»: In mehreren chinesischen Städten wird das Verhalten von Bürgern mittels Videokameras und Bilddaten aus staatlichen Datenbanken sowie persönlichen Daten aus dem Internet permanent bewertet. Wer ein von der Regierung propagiertes Verhalten an den Tag legt, erhält zum Beispiel bessere Konditionen bei Krediten oder einen einfacheren Zugang zu guten Schulen. Wer sich dagegen auffällig verhält, darf das Land eventuell nicht mehr verlassen. Bis heute wurden in China 176 Millionen Überwachungskameras installiert und bis 2020 sollen nochmals 450 Millionen hinzukommen. Im Potenzial, das aus diesen Daten in Verbindung mit fortgeschrittener KI entsteht, erkennt auch Fischer «eine mögliche Realisierung einer Orwell’schen Idee von totaler Überwachung».

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lungen schnell in der Anwendung zu testen. Mit 731 Millionen Internetnutzern, die gemeinhin mehr Daten von sich preisgeben als in den USA, sowie laschen Datenschutzregulierungen bietet China einen äusserst fruchtbaren Boden für neue Entwicklungen. Entsprechend warnt Fischer vor einer zu einseitigen Perspektive auf die interkontinentalen Beziehungen. «Sowohl chinesische als auch amerikanische Unternehmen profitieren von den Fortschritten im jeweils anderen Land», sagt sie. «Die Ent-

wicklung von KI ist sowohl von Kooperation als auch Konkurrenz geprägt.» Erstveröffentlichung: Globe, Magazin der ETHZ. Kontakt ETH Zürich Rämistrasse 101 CH-8092 Zürich + 41 44 632 42 44 samuel.schlaefli@hk.ethz.ch www.composites-europe.com

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Kooperation und Konkurrenz Während in Politik und Zivilgesellschaft Vorbehalte gegenüber Chinas KI-Boom vorherrschen, ist das Interesse am neuen aufstrebenden Markt bei amerikanischen Tech-Unternehmen gross. Alphabet (Google) gab vergangenen Dezember bekannt, dass es ein neues KI-Forschungszentrum in Peking eröffnen wird. Dies obschon sowohl die Suchmaschine als auch der E-Mail-Dienst von Google in China gesperrt sind. Fischer ist überzeugt, dass der chinesische Markt für westliche KI-Unternehmen wichtiger wird: «Die kulturelle Affinität für neue Technologien ist in China noch viel grösser als bei uns.» Das hat sie während privater Reisen selbst erlebt. «Sogar in den ländlichen Gebieten Chinas wird heute vielerorts mit dem Smartphone bezahlt.» Das ermögliche Unternehmen, neue Entwick7–8/2018

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Werkzeug-/Formenbau

Kundentag bei der Primaform AG in Thun

Qualität aus der Region für die Welt Eine kurze Begrüssung durch den Geschäftsführer Stefan Huber, eine Fabrikbesichtigung sowie ein Mittagessen waren am 21. Juni die Schwerpunkte des dritten Kundentags der Primaform AG. Erwähnenswert: Informationen zu Neuheiten und Zukunftsperspektiven wurden von Lehrlingen der Thuner Werkzeugbauer an vier Stationen des Rundgangs vermittelt.

Kurt Hermann

Informationen über Neuheiten und Ausblicke in die Zukunft des Unternehmens erhielten die 35 Kunden an vier Stationen im Betrieb – von Lehrlingen: – Ein Schwerpunkt der Präsentation von Pascal Hählen, im 3. Lehrjahr als Konstrukteur, war das Laserschweissen. Die

Pascal Hählen

Livio Steiner

Bilder: Alex Kaimonof f

Stefan Huber, Geschäftsführer der Primaform AG, sagt: «Wir gehören mit 55 Mitarbeitern zu den grösseren freien Werkzeugbauern in der Schweiz. Wir können deshalb auch umfangreichere Aufträge übernehmen. Selbst wenn wir 80 Prozent für Schweizer Kunden arbeiten, werden die Produkte aus den von uns produzierten Werkzeugen zu Zweidrittel bis Dreiviertel exportiert.» Mit der Auftragslage ist Huber zufrieden. Die Auslastung des Betriebs ist sehr gut, die aktuelle Währungssituation hilft dabei. Die wichtigsten Kunden der Thuner Werkzeug- und Formenbauer stammen aus der Medizintechnikbranche sowie aus der Verpackungs- und Automobilindustrie. «Wir sind als Werkzeugbauer ein bisschen ein Gemischtwarenladen. Unser Heil suchen wir darin, Synergien aus verschiedenen Branchen zu nutzen. Wir machen Werkzeuge von 156 mm Kantenlänge bis zu Volumen von 1 m3, also bis zu 5 Tonnen, mit Kavitätenzahlen zwischen 1 und 96», erläutert Huber.

zehn Jahre alte erste Laserschweissanlage wurde im Januar durch eine neue Dioden-Schweissanlage ersetzt. Mit ihr können kleine und feinste Teile geschweisst werden. Sie wird auch zur Fehlerkorrektur oder für unerwartete Änderungen verwendet; nach dem Erodieren sind an den Werkstücken keine Qualitätsunterschiede mehr erkennbar. – Die Senkerosion eignet sich besonders gut für Einzelanfertigungen von schwierig herzustellenden Formen oder scharfen Kanten. Livio Steiner, im 4. Jahr in der Lehre als Polymechaniker, referierte über die durchgehende Verknüpfung von CAD/CAM bis zur Senkerosion. Er sprach dabei auch die Automatisierung an, die Möglichkeit, an 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr arbeiten zu können, ein Ziel, an dem bei Primaform gearbeitet wird. Zu diesem Zweck wurde beispielsweise vor zwei Jahren von Zimmer & Kreim eine ZK genius 1000-Erodiermaschine erworben. Die ZK verfügt über einen Roboter, der mit Werkstücken und Elektroden beschickt werden kann.

Stefan Huber, Geschäftsführer der Primaform AG: Wir sind zufrieden mit der Auftragslage.

Lehrlinge Informierten

Keine Entspannung an der Personalfront «Konstrukteure und Polymechaniker sind gefordert. Wir brauchen Leute, die Freude am Handwerk haben, sich vielleicht sogar weiterbilden und trotzdem bereit sind, aktiv in der Werkstatt mitzuarbeiten», sagt Huber. Der Markt der Polymechaniker sei ausgetrocknet. Der einzige Weg werde über die eigene Ausbildung gehen. Momentanes Ziel sei es, pro Lehrjahr in der Werkstatt zwei Lehrlinge zu haben. Rund ein Drittel der Neueinstellungen erfolgt mit ehemaligen Lehrlingen. 14

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– Seit Anfang Jahr ist ein neues 5-AchsHochleistungs-Bearbeitungszentrum in Betrieb: die Mikron Mill P 800 U D von GF Machining Solutions, vorgestellt von Tiruchchudar Thavaraya (1. Polymechanikerlehrjahr). Der hohe Automatisierungsgrad der Fertigung erlaubt einen mannlosen Betrieb auch in der Nacht. Zusammen mit dieser Maschine verfügt die Primaform über sechs HSC-Fräscenter mit Paletten-Wechselsystemen und zwei CNC Universalfräsmaschinen für verschiedenste Anwendungen und Werkstückgrössen. – Noel Wampfler (1. Lehrjahr als Konstrukteur) vermittelte einen Überblick über die Möglichkeiten des AgieCharmilles Laser P 1000 U. Mit der hochpräzisen 5-Achs-Laseranlage können selbst komplexeste Werkstücke graviert, mikrostrukturiert, markiert und beschriftet werden. Insbesondere lassen sich dank modernster Technologie auch zahlreiche Oberflächendesigns realisieren,

Werkzeug-/Formenbau

Tiruchchudar Thavaraya

wobei die Strukturen neben optischen auch haptische oder tribologische Eigenschaften aufweisen können. Abgeschlossen wurde der Kundentag mit einem Mittagessen auf einem Bauernhof. Hier bot sich die Möglichkeit, sich ausgiebig mit anderen Kunden sowie den Mitarbeitern der Primaform auszutauschen.

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Leichtbau

FiberForm und Mehrkomponententechnik

Clevere Kombination

Das von KraussMaffei entwickelte FiberForm-Verfahren kombiniert das Thermoformen von Organoblechen und das Spritzgiessen in einem Prozess. Das Ergebnis sind besonders leichte und zugleich mit einem hohen Festigkeitsniveau versehene faserverstärkte Kunststoffbauteile, die vor allem im Fahrzeugbau eingesetzt werden. «Unsere FiberForm Technologie ist eindeutig die beste Lösung am Markt, wenn es um den thermoplastischen Leichtbau geht. Unsere Kunden schätzen die hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung faserverstärkter Leichtbauteile in grossen Stückzahlen und schnellen Zykluszeiten», erklärt Paul Caprio, President der US-Tochtergesellschaft Krauss-Maffei Corporation. Dass sich das FiberForm-Verfahren auch mit dem Mehrkomponenten-Spritzgiessen effizient verbinden lässt, demonstrierte KraussMaffei eindrucksvoll auf der NPE im Mai. Dort produzierte eine GXW 4502000/1400 SpinForm mit Wendeplattentechnik eine Mittelarmlehne für den Fahrzeuginnenraum. Ein 1 mm dickes endlosfaserverstärktes Organoblech wurde zunächst mit Polypropylen (PP) umspritzt und anschliessend direkt mit einem thermoplastischen Elastomer (TPE) überspritzt. «Durch diese Kombination lassen sich ganz neue optische und haptische Bauteileigenschaften von thermoplastischen Composites in einem Prozess realisieren. So verfügt die auf der NPE produzierte Mittelarmlehne dank der TPE-Komponente über eine besonders weiche und optisch ansprechende Oberfläche der Funktionsund Sichtteile, was den Komfort und die Optik im Fahrzeuginterieur erhöht», so Caprio. Der Einsatz des Organoblechs wiederum führt zu einer höheren Steifigkeit und 16

Bild: KraussMaf fei

Mit dem FiberForm-Verfahren hat KraussMaffei den thermoplastischen Leichtbau auf ein neues Leistungsniveau gebracht und erfolgreich in der Grossserienfertigung etabliert. Zur NPE in Orlando präsentierte der Maschinenbauer erstmalig eine FiberForm-Anwendung in Verbindung mit einer Wendeplattentechnik für das Mehrkomponenten-Spritzgiessen. Durch die Kombination aus Hart- und Weichkomponenten bei gleichzeitig hoher Festigkeit der Bauteile ergeben sich ganz neue Einsatzmöglichkeiten – nicht nur für den Fahrzeugbau.

Die auf der NPE produzierte Mittelarmlehne verfügt dank der TPE-Komponente über eine besonders weiche und optisch ansprechende Oberfläche.

Festigkeit des Bauteils. Dadurch können die Versteifungsrippen und das Bauteil selbst dünnwandiger gestaltet werden, was eine Gewichtsreduzierung mit sich bringt. Grosses Potenzial für die Kombination aus FiberForm und die Mehrkomponententechnik sieht KraussMaffei zum Beispiel im Fahrzeugbau für semistrukturelle Leichtbaukomponenten im Interieur oder zwischen Fahrgastzelle und Motorraum.

Wendeplattentechnik SpinForm überzeugt Hohe Stückzahlen sind eine der Stärken der FiberForm-Technologie. Daher hat sich KraussMaffei bei der Auswahl der passenden Mehrkomponenten-Technologie bewusst für die Wendeplattentechnik SpinForm entschieden, die im Vergleich zu anderen Technologien wie Drehtisch, Indexplatte oder Schiebetisch zahlreiche Vorteile bietet. So lassen sich durch den

Einsatz von zwei Trennebenen doppelt so viele Kavitäten bei gleicher Schliesskraft realisieren. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit. Da zwischen dem vertikalen Holmpaar gedreht wird, bietet die SpinFormTechnologie viel Platz auch für grosse Werkzeuge und ist damit ideal für die Produktion von grossflächigen oder mehreren Bauteilen. Darüber hinaus erlaubt die Technologie die Integration von Sonderverfahren wie das Prägen.

Kurze Zykluszeiten dank intelligenter Automation Die Mehrkomponententechnik beansprucht normalerweise zusätzlich Zykluszeit. KraussMaffei setzt daher bewusst auf die wirtschaftliche Wendeplattentechnik und kombiniert diese mit intelligenten Automationslösungen und einer dem Spritzgiessprozess optimal angepassten Aufheiztechnologie. «Dadurch erzielen wir auch für 7–8/2018


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diese Mehrkomponenten-Anwendung Zykluszeiten von unter 60 Sekunden», so Dr. Mesut Cetin, Produkt- und Projektmanager Leichtbau der KraussMaffei Automation. Das Organoblech wird zunächst über ein einfaches Schubladensystem in die Produktionszelle übergeben. Für eine positionsgenaue Übergabe an das Werkzeug erfolgt eine optische Inspektion des Organoblechs. Damit wird gewährleistet, dass nur einwandfreie Halbzeuge an den Einlegeroboter, ein Industrieroboter IR 600 R3000 K/S, übergeben und diese vom Roboter immer gleich aufgenommen werden. Anschliessend wird das Organoblech in der Infrarot-Heizstation beidseitig aufgeheizt und vertikal an das Werkzeugsystem übergeben. «Die Infrarot-Heizstation befindet sich direkt über der Werkzeug-Trennebene. Dadurch konnten wir die Transferzeit des Organoblechs noch einmal reduzieren und die Gesamtzykluszeit minimieren», erklärt Cetin. Im ersten Zyklusschritt werden nun auf der einen Seiten der Wendeplatte mit der ersten Spritzgiesseinheit die Grundkomponenten der Mittelarmlehne hergestellt (Ober- und Unterschale). Die Oberschale entsteht durch die Umspritzung des Organoblechs mit PP, wohingegen die Unterschale aus reinem PP urgeformt wird. Für den zweiten Zyklusschritt dreht sich die Wendeplatte und es erfolgt ein Überfluten der Bauteile mit TPE mit der zweiten Spritzgiesseinheit. Während die Oberschale (Sicht- und Funktionsfläche) vollflächig mit TPE geflutet wird, wird die Unterschale punktuell geflutet. Anschliessend erfolgt die Bauteilentnahme (Ober- und Unterschale) über den zweiten Industrieroboter, ein IR 600 R2030 F/K. «Das Aufheizen der Organobleche und die Entnahme der Bauteile erfolgen parallel, die einzelnen Prozessschritte werden also zeitlich voneinander entkoppelt. Das spart wiederum wertvolle Zykluszeit», so Cetin.

Lückenlose Rückverfolgung der Prozessdaten Ein DataXplorer, ein offenes in die MC6Steuerung integriertes System von KraussMaffei, erfasste kontinuierlich bis zu 500 Signale an der Maschine. Wie ein Flugschreiber gibt der DataXplorer damit Auskunft über alle wesentlichen Anlagen7–8/2018

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und Prozessdaten. Anders als bei Euromap 63 und dem Ist-Wertprotokoll einer Maschine geschieht dies kontinuierlich, also im Kurvenverlauf, statt als diskreter Wert in einem bestimmten Moment. «Aus den Verläufen lassen sich massgeschneiderte Kennzahlen gewinnen, mit deren Hilfe tief greifende Prozessanalysen und Dokumentationen möglich sind. Das ist besonders bei sicherheitsrelevanten Bauteilen von Vorteil», so Cetin. Wie gründlich sich die Daten der Produktion auf diese Weise erfassen und rückverfolgen lassen, zeigte KraussMaffei mit der FiberForm-Technologie. Ein individueller QR-Code auf der vor Ort gefertigten Mittelarmlehne führte Smartphone-Besitzer zum jeweiligen Report ihres Artikels. Hier konnte man neben Massedruck und Schneckenposition beispielsweise auch die Aufheizzeit des Organoblechs und seine Transferzeit von der Heizstation in das Spritzgiesswerkzeug erfahren. Darüber hinaus wurden auch die Kurvenverläufe der verschiedenen Heizzonen der InfrarotHeizstation erfasst.

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Leichtbau

Composites in der Automobilbranche

Kooperationen forcieren Wachstum BMW und SGL, Ford und DowAksa, Hyundai und Hyosung, Mitsubishi und Wethje oder Volvo und Benteler-SGL sowie Henkel – dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, dass grosse Automobil-Unternehmen inzwischen eng mit Firmen der Composites-Industrie kooperieren, um neue, innovative Anwendungen zu realisieren. Die Fahrzeugbranche, Nutzfahrzeuge mit inbegriffen, ist nach wie vor einer der grössten Wachstumstreiber für Faserverbundkunststoff-Lösungen.

Bild: Reed Exhibition

Besonders der Leichtbau spielt im Kontext der E-Mobilität im Automobilsektor eine wichtige Rolle. «Der Leichtbau ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und damit für ‹Made in Germany› von besonderer Bedeutung und stärkt als eine zentrale innovative Schlüsseltechnologie unsere internationale Spitzenposition», bestätigt Dr. Elmar Witten, Geschäftsführer der AVK und der Wirtschaftsvereinigung Composites Germany, einer der Initiatoren des Positionspapiers «Deutschland muss Leitanbieter für den Leichtbau werden».

Neue Verarbeitungsverfahren sind gefragt Als besonders vielversprechendes Verarbeitungsverfahren wird das Resin Transfer Molding (RTM) betrachtet, denn hier werden bereits jetzt kurze Zykluszeiten von wenigen Minuten erreicht. «Im Bereich der Serienfertigung von Automobilen werden derzeit in erster Linie noch GFK eingesetzt. CFK-Teile sind dafür zum einen oft noch zu teuer, andererseits fehlt bisher häufig eine geeignete Verarbeitungstechnologie, die der hohen Standardisierung und Produktionsgeschwindigkeit in der Automobilherstellung gewachsen wäre», halten etwa die Analysten in einer Studie des Marktforschungsinstituts Ceresana aus dem Jahr 2017 fest. Enormes Wachstumspotenzial für Composites im Transportsektor sieht auch das VDIZentrum für Ressourceneffizienz in seinem 2015 erschienenen Bericht «Bestandsaufnahme Leichtbau in Deutschland», in dem bislang veröffentliche Marktstudien ausgewertet wurden. Hierin wird im Transportsektor von einem durchschnittlichen 18

Die Besucher der Composites Europe im November 2018 in Stuttgart treffen auf über 400 Aussteller aus 30 Nationen. Im Mittelpunkt des Interesses werden Leichtbau-Innovationen im Automobilbau sein.

Wachstum von jährlich 7 bis 8 Prozent ausgegangen und eine weltweite Marktgrösse von rund 140 Mrd. EUR im Jahr 2020 prognostiziert. Als Haupttreiber haben die Autoren den Automobilbau und speziell die Nutzfahrzeugbranche identifiziert. Ein Beispiel, wie die Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen einem Automobilhersteller und einem Composites-Anbieter aussehen kann, liefert etwa Composites Europe-Aussteller SGL Technologies. Während der achtjährigen Kooperation mit BMW haben die Leichtbaulösungen von SGL massgeblich zum Erfolg der Modelle i3 und i8 beigetragen. Ebenfalls erfolgreich arbeiten seit 2015 DowAksa und Ford zusammen. Ziel ist hier die beschleunigte Entwicklung von CFK-Anwendungen für künftige Baureihen und damit für die Grossserienproduktion. Ergebnis der Part-

nerschaft zwischen Henkel und BentelerSGL ist die Serien-Einführung einer Composit-Querblattfeder in gleich mehreren Volvo-Modellen. Die in die Aufhängung der Hinterachse integrierte Querblattfeder ermöglicht eine Gewichtsersparnis von 4,5 kg im Vergleich zu herkömmlichen Stahlschraubenfedern, wodurch Treibstoffverbrauch sowie CO2-Emissionen reduziert und Platz im Kofferraum geschaffen wird.

Hohes Potenzial für den Leichtbau «Zentrale Herausforderungen für die Automobilhersteller sind die durch die EU-Verordnung vorgeschriebene Reduktion von Treibhausgasemissionen, neue Sicherheitsanforderungen und die Elektromobilität», heisst es in der Analyse des VDI7–8/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Leichtbau

Zentrums. Die Handlungsfelder für den Leichtbau reichten demnach von der Auswahl und Kombination der Werkstoffe über die Auslegung der Bauteile bis hin zu systemischen Ansätzen beim Gesamtfahrzeug. Leichtbau sei ein wichtiger Hebel zur Senkung des Treibstoffverbrauchs. Dies bestätigt die Marktstudie «Leichtbau als Innovationstreiber», ein Kooperationsprojekt der Automotive Management Consulting GmbH (AMC) und Composites Europe-Veranstalter Reed Exhibitions. «Da die Energiebilanz künftiger Niedrigenergieund Niedrigemissionsfahrzeuge vor allem auch von wirksamem Leichtbau abhängen wird, zeigt die Tendenz klar in Richtung integrativer Fahrzeugkonzepte», so Studienleiter Rainer Kurek von AMC. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen auch die Verfasser des «Composites-Marktbericht 2017», herausgegeben von Carbon Composites e.V. und AVK, die auch auf der Composites Europe (6.–8.11.2018) in Stuttgart vor Ort sein werden: Auch sie erwarten die höchsten Wachstumszahlen der kommenden Jahre im Automobilbereich inklusive Nutzfahrzeugen. «Auch vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen (Dieselskandal, Fortschreiten der E-Mobilität, verstärkte Energiewende, verschärfte CO2-Auflagen) könnten hier weitere Gesetze und Steueranpassungen eine positive Stimulation des Leichtbaumarktes erzeugen», meinen die Experten.

breiter in der anwendung

Stabiles Wachstum für GFK-Anwendungen Für GFK-Anwendungen im Automobil sehen die Fachleute ein leichtes, aber stabiles Wachstum entsprechend dem des Gesamtmarktes der Composites-Industrie, der jetzt im fünften Jahr in Folge gewachsen ist. Die inzwischen hohe gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Segments sei ein Grund dafür, dass die Herstellung von GFK in der langfristigen Betrachtung tendenziell der Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes folge, heisst es. Im CFK-Bereich steht die Automobilindustrie derzeit bei Bedarfsmenge und Umsatz noch an zweiter Stelle. Das wird sich jedoch bald ändern. Prognosen zufolge wird Ende 2020 der entstehende Bedarf den des Luft- und Raumfahrtbereichs (inklusive Verteidigung) übertreffen. «In diesem Szenario entfallen etwa 30 Prozent des weltweiten Bedarfs von rund 239 000 Tonnen auf den Automobilsektor», so der Ausblick. Dies entspräche rund 72 000 t. Ein Hauptproblem sehen die Autoren des Marktberichts derzeit im Image. Trotz hervorragender Korrosionseigenschaften, hoher Dimensionsstabilität, Wartungsarmut und Langlebigkeit der Materialien sowie der Möglichkeit, lastgerecht zu konstruieren und einem hohen Mass an Designfreiheit seien Composites leider nach wie vor vielen Entscheidern zu wenig bekannt. «Diese Situation zu verbessern, ist eine der vordringlichsten Aufgaben der gesamten Industrie», mahnen sie. Kontakt Reed Exhibitions Deutschland GmbH Völklinger Strasse 4 D-40219 Düsseldorf +49 (0)211 90191-0 www.composites-europe.org 7–8/2018

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KUNSTSTOFF XTRA

Werkstoffe

Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz sind oberste Maxime

Ohne Innovation keine nachhaltige Entwicklung

Vor 4 Jahren gab es die Marke Inovyn noch nicht. Heute ist Inovyn der grösste PVC-Lieferant in Europa. Wie ist das gelungen? Chris Tane: Inovyn wurde als Joint Venture der Chlor-Vinyl-Sparten von Ineos und Solvay gegründet. Das neu entstandene Unternehmen vereint die hochwertigen Anlagen und kann auf die bestens qualifizierten und kompetenten Mitarbeiter und die führende Produkttechnologie aus beiden Ursprungs-Unternehmen zählen. Wir verfügen nun über eine Prozessketten-Integration zur Unterstützung einer langfristigen Wettbewerbsposition, ein breites Produktportfolio, eine Vermögensbasis, die die Verlässlichkeit und Konsistenz des Angebots stützt sowie eine aktive Produktentwicklung für alle Schlüsselmärkte. Zu Beginn (2015) wurde ein 50/50 Joint Venture beschlossen. Es war vereinbart, dass Solvay nach spätestens 3 Jahren zur Gänze aussteigen sollte. Nach Erfüllung aller Wettbewerbsauflagen der EU-Kommission kam es bereits im Juli 2016 zur Übernahme aller Anteile (100 %) durch Ineos, einen der weltweit grössten Chemiekonzerne. Welche Chancen sieht Inovyn für die Zukunft des PVC-Marktes? Tane: Nach mehr als 60 Jahren am Markt, ist PVC als reifes Produkt zu bezeichnen. Trotzdem sehen wir noch sehr viel Potenzial für Innovation – insbesondere durch Konzentration auf die zentralen Bedürfnisse der Gesellschaft, z.B. Energieeffizienz. In den drei Jahren unseres Bestehens haben wir – oft in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden – mehr neue PVCSorten auf den Markt gebracht als alle anderen unserer europäischen Mitbewerber. 20

Bild: Inov yn

Über den Werkstoff PVC und die daraus gefertigten Produkte wurde in der Vergangenheit teilweise sehr kontrovers diskutiert, was auch zu falschen Vorurteilen in der Öffentlichkeit geführt hat. Die europäische PVC-Industrie hat darauf bereits vor Jahren mit Vinyl Plus, einer Initiative zur nachhaltigen Entwicklung des Werkstoffs, reagiert. Welche Bedeutung PVC heute hat und welches die gesetzten Ziele von Inovyn sind, dem mit Abstand grössten Produzenten von PVC in Europa, darüber gibt Chris Tane, CEO des Branchenriesen, Auskunft.

Chris Tane, CEO von Inovyn: Die Branche ist auf dem besten Weg, ihr Recyclingziel von 800 000 Tonnen pro Jahr bis 2020 zu erreichen.

Wir investieren in Wachstum, um der steigenden Nachfrage nach unseren Produkten gerecht zu werden und um unsere Position als führender PVC-Lieferant in Europa zu festigen. Unsere Anlagen sind hervorragend ausgestattet und arbeiten mit den besten verfügbaren Technologien. Wir werden unsere Innovationsführerschaft weiter ausbauen, indem wir unsere Investitionen in neue, marktführende PVCTypen erhöhen, und wir haben kürzlich die Ausweitung unseres Specialty-Vinyl-Geschäfts bekannt gegeben. Als Teil der Ineos-Gruppe profitieren wir von einer guten Upstream-Integration der Kernmaterialien und sind in der Lage, eine wettbewerbsfähige und zuverlässige Versorgung für unsere Operationen zu gewährleisten.

Alle drei Jahre verleiht Inovyn Innovationspreise für Produkte aus PVC. Was ist der Zweck dieser Auszeichnungen? Tane: Innovation ist der Schlüssel für Marktwachstum und nachhaltige Entwicklung. Das gilt in gleicher Weise für die gesamte Wertschöpfungskette von PVC. Ohne Innovation könnten kontinuierliche Marktentwicklung und Nachhaltigkeit nicht erreicht werden. Für die letzten Inovyn Awards 2016 erhielten wir Einreichungen zu mehr als 70 Projekten aus 17 Ländern. Aufbauend auf diesem Erfolg werden die Awards 2019 Innovationen in vier Kategorien auszeichnen: Nachhaltigkeit, Design, Prozesse und neue Produktentwicklung. Auch diesmal erwarten wir Einreichungen aus allen Bereichen: von Verarbeitern, Additivlieferanten, Produktspezialisten, Architekten, Designern, Studenten, Akademikern und Forschungsorganisationen. Ihr Unternehmen wurde mehrfach ausgezeichnet. Was unterscheidet Inovyn von anderen PVC-Herstellern? Tane: Der Erfolg hat viele Väter und Mütter – damit meine ich dezidiert auch unsere Kunden und Partner. Wir hören auf sie und erfüllen deren Anforderungen so umfassend wie möglich: Produktleistung, Qualität, Lieferbereitschaft und faire Bepreisung. Als grösster PVC-Hersteller in Europa sind wir einzigartig positioniert und ein besonders zuverlässiger Lieferant. Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz stehen bei Inovyn an oberster Stelle. Ich nenne als Beispiel unser «Customer Safety Awareness Program». Dabei tauschen wir Best Practice-Abläufe mit unseren Kunden aus und diskutieren gemeinsam den sicheren Transport, Handhabung und Lagerung unseres polymeren Rohstoffs. 7–8/2018


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Was macht Inovyn, um die Wahrnehmung der PVC-Industrie insgesamt und insbesondere von PVC-Produkten zu verbessern? Tane: Einige Kritikpunkte an den Umweltauswirkungen von Produktionsprozessen und Formulierungen von PVC waren (in der Vergangenheit) durchaus berechtigt. Der erste Schritt war daher nicht die Verbesserung des Images, sondern der Tatsachen. Soll heissen: die konkrete, transparente Umstellung auf unbedenkliche Technologien, höchste Effizienz bei Energie und Material – kurz: die Etablierung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Das sieht die gesamte Wertschöpfungskette der europäischen PVC-Industrie genauso und hat sich zum 10-Jahres-Programm für eine nachhaltige Entwicklung mit PVC zusammengeschlossen: VinylPlus. Inovyn ist der Hauptsponsor dieser zentralen Initiative, die grosses Ansehen und Anerkennung für PVC erreicht hat. Sogar der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, bezeichnete VinylPlus am Gipfel Rio+20 als vorbildliche Initiative. Wie lässt sich Nachhaltigkeit messen und belegen? Tane: VinylPlus publiziert jährliche Fortschrittsberichte. Diese belegen die Aktivitäten und Erfolge des jeweiligen Vorjahrs. Alle Zahlen sind extern auditiert und von einem Monitoring-Komitee, dem neben unabhängigen Wissenschaftlern u.a. auch Vertreter von EU-Parlament und EU-Kommission angehören, bestätigt. Im aktuellen Fortschrittsbericht verzeichnete VinylPlus fast 640 000 Tonnen PVCRecycling – eine Steigerung um 12 % gegenüber dem Vorjahr. Das zeigt, dass die Branche auf dem besten Weg ist, ihr Recyclingziel von 800 000 Tonnen pro Jahr bis 2020 zu erreichen. Ein unbestechlicher Indikator für den Erfolg unserer Anstrengungen ist die steigende Akzeptanz in der öffentlichen Beschaffung. So hat der Wiener Stadtsenat – bisher ein entschiedener Gegner von PVC – PVCFenster im geförderten Wohnbau wieder zugelassen (mit Beschluss vom Mai 2018). Wie hat sich die Wahrnehmung von PVC in der Öffentlichkeit verändert? Tane: PVC wird von der grossen Mehrheit der Konsumenten – als Fenster oder Rohr, 7–8/2018

Werkstoffe

als Vinyl-Boden oder im Medizin- & Pflege-Bereich – nicht in Frage gestellt. Denn PVC-Produkte sind eng mit Dauerhaftigkeit und praktischem Nutzen verbunden. Die meisten Regulatoren und eine Vielzahl von NGOs erkennen darüber hinaus die grossen Fortschritte und die Rolle des PVC-Sektors als Vorreiter einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft für Energieeffizienz, Gesundheit und Sicherheit an.

«Innovation ist der Schlüssel für Marktwachstum und nachhaltige Entwicklung»

Welche Position nimmt Inovyn als grösster Lieferant von PVC bezüglich der Bedenken gegenüber Kunststoffen in der Umwelt, speziell in den Meeren, ein? Tane: Jede ungeordnete «Entsorgung» von gebrauchtem Kunststoff oder von sonstigem Abfall in der Umwelt ist schlichtweg indiskutabel. Hier ist neben dem privaten Konsumenten die Abfallwirtschaft in den Ländern ebenso wie die gesamte Prozesskette gefordert. PVC wird vorrangig für langlebige Anwendungen eingesetzt: Profile, Rohre, Dichtfolien, Elektro-Installationen und Isolierun-

gen, Fussböden, etc. Damit ist PVC von vornherein in einer besseren Ausgangsposition als kurzlebige Verpackungslösungen. VinylPlus fördert das Recycling – 2017 flossen fast 640 000 Tonnen PVC-Rezyklat in neue Produkte. Wir unterstützen auch Programme wie «Operation Clean Sweep», das darauf abzielt, PVC-Verluste in unserer eigenen Produktion und der Produktion unserer Kunden zu eliminieren. Wie nachhaltig ist PVC tatsächlich? Welche Auswirkungen hat der notorische Ruf nach einer «toxic free environment» auf den Markt und auf das Recycling von PVC? Tane: Jeder Produktionsprozess und jedes gefertigte Produkt hat Auswirkungen auf die Umwelt. Wir bewegen uns in allen unseren Standorten weit unter den gesetzlich zulässigen Emissionswerten. Zusätzlich minimieren Kreislaufwirtschaft und kontrolliertes Recycling den Energie- und Materialaufwand. Unsere Kunden und Verarbeiter orientieren sich genau wie wir an VinylPlus. Wie wir unterziehen sie sich der freiwilligen Selbstbeschränkung, die weit über den gesetzlichen Rahmen hinausgeht. Recycling heisst, PVC aus bereits benutzten Produkten wieder in neuen Produkten einzusetzen. Für den Verbraucher waren diese Produkte zu keiner Zeit gefährlich oder gar toxisch. Das gilt naturgemäss auch für Produkte

INOVYN auf einen Blick Inovyn entstand 2015 aus dem Zusammenschluss der PVC-Aktivitäten von Solvay und Ineos. Seit 2016 ist der grösste europäische Hersteller von PVC eine 100 %ige Tochtergesellschaft von Ineos. Produktionsstandorte: 17 in 8 Ländern Umsatz: 3,5 Mrd. Euro Mitarbeitende: 4300 Personen INEOS auf einen Blick Ineos zählt als vertikal integrierter Grossproduzent (Erdöl/Erdgas, Raffinerien, Steamcracker, Ethylen/Propylen, LDPE, LLDPE, HDPE, PP, PVC (Inovyn)) weltweit zu den grössten Chemieunternehmen. Produktionsanlagen: 181 in 22 Ländern Umsatz: 60 Mrd. US Dollar Mitarbeitende: 18 500 Personen

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Werkstoffe

aus Rezyklat. Von ihnen geht keine Gefahr aus. Es ist daher genau abzuwägen und mit den Behörden zu diskutieren, in welchen Fällen ein (sinnvolles!) Prinzip wie «toxic free environment» das Recycling einschränken soll. Technologien wie Co-Extrusion, Mehrschichtrohre, etc. sind schliesslich Stand der Technik und verhindern jeden Übertritt von unerwünschten Substanzen der Vergangenheit in die Umwelt von morgen. Da sich Aufsichtsbehörden und Planer zunehmend über den Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung der PVC-Industrie bewusst werden, sehen wir immer weniger Beispiele für Forderungen nach PVC-Produktverboten. Was sind die nachhaltigen Entwicklungsziele für die PVC-Industrie und Inovyn für die nächsten 5 Jahre? Tane: In VinylPlus haben wir die Ziele für nachhaltige Entwicklung bis zum Jahr 2020 definiert. Die Mitglieder von VinylPlus – einschliesslich Inovyn – arbeiten bereits mit der Unterstützung von externen Stakeholdern daran, die neuen Herausforderungen für die Zeit nach 2020 zu bewältigen. Es ist klar, dass wir weiterhin eine Führungsrolle beim Recycling spielen müssen und ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Verwendung von Additiven richten.

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Die ECVM-Charta für die Herstellung von PVC, die ein wichtiger Bestandteil von VinylPlus ist, wird ebenfalls überprüft und aktualisiert, und die PVC-Hersteller werden neue Emissions- und Effizienzziele festlegen, die über die derzeitigen Betriebsnormen hinausgehen.

«PVC wird vorrangig für langlebige Anwendungen eingesetzt» Nur wenn die neuen nachhaltigen Entwicklungsziele akzeptiert und erreicht werden, wird es der PVC-Industrie gelingen, die Wahrnehmung von PVC-Produkten bei Regulierungsbehörden, NGOs, Planern und Beschaffern weiter zu verbessern. Was sind die länderspezifischen Initiativen der PVC-Industrie? Wie nimmt Inovyn die PVC-Industrie in Österreich und der Schweiz wahr? Tane: Viele unserer österreichischen und schweizerischen PVC-Kunden sind Technologie- und Innovationsführer in ihren Anwendungsbereichen. Tatsächlich stammten weltweit rund 10 % der Projekte des Inovyn Award 2016 aus Österreich und der Schweiz – eine überdurchschnittlich hohe

Anzahl von Einreichungen bezogen auf den länderspezifischen Anteil am globalen PVCMarkt. Dieses Gespür für Innovation passt gut zu unserem Ziel, die Innovationsführerschaft mit PVC zu halten. Mit unserer geographischen Verteilung der Produktionsstandorte in ganz Europa ist Inovyn logistisch gut positioniert, um unser Geschäft in der Region auszubauen. Wir wollen unsere Wachstumsambitionen erfüllen, indem wir der PVC-Lieferant der Wahl für österreichische und schweizerische Verarbeiter sind. Dieses Interview ist aus der Zusammenarbeit von KunststoffXtra mit Mag. Kerstin Sochor, Österreichische Kunststoffzeitschrift, entstanden. www.kunststoff-zeitschrift.at www.kunststoffxtra.com

Kontakt Inovyn Österreich GmbH Hanni Kauder, Sales Manager Stättermayergasse 28-30 A-1150 Wien +43 1 716 88 28 hanni.kauder@inovyn.com www.inovyn.com

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KUNSTSTOFF XTRA

(PUBLIrePortAGe) Werkstoffe

VinylPlus®

Das Nachhaltigkeitsprogramm der PVC-Branche Nachhaltigkeit ist in aller Munde: Das EU-Parlament beschloss im April ein Bündel an verbindlichen Richtlinien, das «Kreislaufwirtschaftspaket»; die UN formulierte 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs – Sustainable Development Goals); die Medien und praktisch jeder umweltbewusste Bürger verlangen danach. Gleichzeitig ist klar, dass wir als Gesellschaft noch einen weiten Weg bis zur vollen Nachhaltigkeit vor uns haben. Interessanterweise ist PVC ein Vorreiter bei dieser Entwicklung.

PVC ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Polymere. Die Verwendung von PVC in den Bereichen Bauwesen, Automobile, Kabel, Smart- und Kreditkarten, Verpackung, Mode & Design, Landwirtschaft, Telekommunikation, medizinische Geräte und viele mehr macht das Leben sicherer und komfortabler. PVC ist ein «low carbon» Kunststoff, extrem langlebig und kosteneffizient. Seine Anwendungen helfen, Ressourcen und Energie zu schonen. Wird PVC am Ende seiner Einsatzdauer recycelt, erhält es seine wesentlichen Materialeigenschaften. Rezyklat benötigt zur Herstellung bloss ca. 10 % der Energie, die für Neuware erforderlich wäre. Durch Recycling wurden 2017 in Europa rund 1,1 Mio. Tonnen CO2 eingespart und 1200 zusätzliche Jobs im Recycling geschaffen. Detaillierte Informationen sind dem aktuellen Fortschrittsbericht 2018 (engl.), der von www.vinylplus.eu heruntergeladen werden kann, zu entnehmen. Alle Angaben wurden unabhängig geprüft und von Dritten verifiziert. VinylPlus begann 2011 als Fortsetzung der freiwilligen Selbstverpflichtung der europäischen PVC-Branche zur nachhaltigen Entwicklung und umfasst den Zeitraum bis 2020. Neben den PVC-Herstellern (ECVM) sind die Verarbeiter-Verbände (EuPC), die Stabilisatoren-Hersteller (ESPA) und European Plasticisers Gründungsmitglieder von VinylPlus. Auf Basis der Bedingungen für eine nachhaltige Gesellschaft von The Natural Step ha¹ Heinz G. Schratt, Generalsekretär von PlasticsEurope Austria.

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Grafik: VinylPlus

Heinz G. Schratt ¹

Im Rahmen von Vinyl 2010 und VinyPlus recyceltes PVC in Europa.

ben Stakeholder aus Industrie, NGOs, Regulierungsbehörden, Vertreter der Zivilgesellschaft und Verbraucher die zentralen Herausforderungen für PVC identifiziert. Allen voran ein ausserordentlich ambitioniertes Ziel für das Recycling des Werkstoffs sowie u.a. den freiwilligen Total-Ausstieg aus Bleiverbindungen für Stabilisatoren (2016). Die Ziele sind: – bis 2020 die PVC-Recyclingmenge auf 800 000 Tonnen/Jahr zu steigern – den nachhaltigen Einsatz von Additiven zu fördern – die Nachhaltigkeit von PVC-Produkten und ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu verbessern – Treibhausgas-Emissionen sowie Energie- und Ressourcenverbrauch während der gesamten Herstellungsphase schrittweise zu reduzieren

– sich in Richtung einer «low carbon» Kreislaufwirtschaft zu entwickeln – ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette sowie bei den verschiedenen Stakeholdern zu schaffen. Das Programm gilt in allen 28 Mitgliedsstaaten der EU sowie in Norwegen und in der Schweiz.

Kontakt www.vinylplus.eu info@swiss-plastics.ch @vinylplus_EU

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VerBAND

Nachhaltigkeit und Circular Economy

Neue Recyclingquoten in der EU Unter dem Titel «Neue Recyclingquoten der EU – Was kommt auf die Schweiz zu» präsentierte unter dem Patronat von Swiss Plastics und PVCH eine Reihe namhafter Referenten am 29.5.2018 eine gelungene Tour d‘ Horizon über die gesamte Breite des Themas.

Kurt Röschli ¹ Im Seminarraum des Restaurants zum Schützen in Aarau eröffneten Silvio Ponti, Präsident und Kurt Röschli, Geschäftsführer Technik des Verbands Swiss Plastics die Veranstaltung. Ponti präsentierte die aktuellen Schwerpunkte des Verbands, die Aus- und Weiterbildung, Nachhaltigkeit, Förderung von Innovation und die Vertretung in Bundesbern und betonte, dass die Schweizerische Kunststoffindustrie stark mit der europäischen vernetzt und auf internationale Zusammenarbeit angewiesen sei, es sich hier also um eine europäische Veranstaltung handle. Claude Bastian, Leiter Ressort Regulatorisches/Normen, betonte, dass es sich nicht um ein neues Thema handle, dieses aber eine neue Intensität erhalten hat. Abfall ist sichtbarer und die Thematik emotionaler geworden. Darauf hat die EU mit ihrer Plastics Strategy reagiert und erwartet eine Eindämmung von Abfällen und Littering sowie verbessertes Recycling. Für die Kunststoffindustrie heisst das auch, ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Management und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Also «from product stewardship to market stewardship». «Nachhaltigkeit ist Chefsache, aber von jedem Mitarbeiter im Unternehmen muss sie mitgetragen werden», so Bastian. Der Hauptgeschäftsführer von Plastics Europe, Dr. Rüdiger Baunemann, zeigte auf, ¹ Kurt Röschli, Geschäftsführer PVCH und Geschäftsführer Technik, Swiss Plastics.

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wie viel die Kunststoffhersteller bereits tun und sieht Parallelen zur Einführung von REACH. Heute haben aber – was immens wichtig ist – die Akteure gelernt, sich auszutauschen und zusammen zu arbeiten. So führt Plastics Europe sämtliche europäischen Verbände zusammen, wodurch eine Stimme bei der EU Kommission auftritt und damit die Effizienz stark gesteigert wird. Nachhaltigkeit und Circular Economy sind die Kernthemen des Kunststoffs in den nächsten 10 bis 15 Jahren, auch weil die Kommission u. a. eine Recyclingquote bei Verpackungen von 100 % und «ein stringentes Design für Recycling» fordert. Tatsache ist und bleibt aber, dass heute 350 Millionen Tonnen Kunststoff pro Jahr erzeugt und in irgendeiner Form wieder entsorgt werden müssen und dabei der überwiegende Nutzen von Kunststoff an Sichtbarkeit verliert. Es liegt also auch an der Industrie, die bekannten Vorteile des Materials, wie Energieeffizienz im Bau, verbesserte Haltbarkeit von Lebensmitteln, Leichtbau im Automobil und viele weitere Bereiche, in denen eine intelligente Verwendung von Kunststoffen ein x-faches der Energie spart, die zur Herstellung des Kunststoffs eingesetzt werden muss. Einig sind sich alle darin, dass die Verschmutzung der Meere gestoppt werden muss. Doch dazu wäre ein Verbot von Abfalldeponien einfacher und konsequenter als das Verbot von Trinkhalmen, Ballonhaltern und Einweggeschirr. So hat sich Plastics Europe unter anderem das Ziel gesetzt, die Ökobilanzen der Kunststoffe weiter zu entwickeln und die Sensibilisierung auch bei der Bevölkerung weiter voranzutreiben, um die positive Sensitivität des Kunststoffs nachhaltig zu verbessern.

VinylPlus auf der Zielgeraden Bei Vinyl wurden die Bestrebungen der Kreislaufwirtschaft und Recycling schon

anfangs 2001 initialisiert. Zdenek Hruska von VinylPlus zeigte die Recyclingentwicklung in eindrucksvoller Art und Weise auf. So setzte sich VinylPlus das freiwillige Ziel, bis ins Jahr 2020 800 000 Tonnen an PVC p. a. zu recyclen und hat 2017 bereits 640 000 Tonnen p. a. erreicht. VinylPlus legt Wert darauf, dass ein realistisches Gleichgewicht zwischen ökologischem und ökonomischem Einsatz anzustreben ist.

Arbeitssicherheit unterstützt Nachhaltigkeit Die Kunststoffindustrie funktioniert nur nachhaltig, wenn mit den Chemikalien sicher umgegangen wird. Damit dies auch so ist, steht die Arbeitssicherheit im Fokus. Dazu zeigten Walter Eggimann und Willy Zehnder, Partner I+K AG, Experten für regulatorische IT Lösungen, die Kernthemen in diesem Bereich auf. Sie legten dabei besonderen Wert auf die Konsistenz, Durchgängigkeit und Vernetzung der Daten. Denn nur mit standardisierter und immer verfügbarer Information, kann diese Sicherheit gewährleistet werden. Auch hier zeigt sich die Wichtigkeit der Vernetzung der Schweiz mit Partnern aus und in der EU. Vor allem wiesen die beiden Experten darauf hin, dass dies auch dem Stand in der EU entspricht und die Schweiz nicht einfach im Alleingang unterwegs ist.

Verbote von Chemikalien – Sonderfall Schweiz Dominique Werner von Scienceindustries informierte über die aktuelle Entwicklung der Verbote von Chemikalien, die unter dem Begriff REACH zusammengefasst sind. Er erklärte bei dieser Gelegenheit Begriffe wie REACH, ECHA und ähnliche. Allerdings zeigte sich hier eine Eigenheit der Schweizer Gesetzgebung: so kann 7–8/2018


VerBAND

Qualität statt Quantität – Recycling bei der Migros Christine Wiederkehr-Luther, Leiterin Umwelt beim Migros Genossenschafts-Bund beschrieb, wie Migros dem Ziel eines geschlossenen Kreislaufs näher kommt. Migros setzt mit ihrem Recyclingangebot von PET und Plastikflaschen auf das Sammeln ausgewählter, sortenreiner Kunststoffverpackungen und somit auf Qualität statt Quantität. Da die Migros nicht nur Detailhändlerin, sondern auch Produzentin ist, erreicht sie bei diesen Gebinden eine Recyclingquote von 78 %. Unter dem Aspekt «Vermeiden-Vermindern-Verwerten», wird zudem stark auf recycelbares Design gesetzt.

Tabletten steht die Industrie vor einer besonderen Herausforderung. Einerseits verbleiben im Schnitt rund 70 % der Tabletten in der Verpackung, was das Recycling nahezu verunmöglicht und andererseits darf für solche Verpackungen kein Rezyklat verwendet werden und zudem bieten nur Verbundmaterialien den nötigen Schutz für die verpackten Medikamente. Deshalb werden heute vor allem Abfälle aus der Produktion, wie zum Beispiel die Stanzgitter rezykliert.

Energy Recovery Was nicht wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann, wird dann in Energie umgesetzt. Unter dem Stichwort «Energy Recovery» arbeitet Perlen Papier heute mit rund 40 % Verbrennungsenergie, die sie aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia bezieht. Eindrücklich auch, so Bokorny, dass damit rund 40 Mio. Liter Erdöl eingespart werden kann, was einer Reduktion von 90 000 t pro Jahr an CO² entspricht.

Aus Fenstern werden Fenster Ein gutes Beispiel für PVC-Recycling demonstrierte zum Schluss Alexander Möhne, Vertriebsleiter der Veka Umwelttechnik GmbH. Veka betreibt das grösste Fensterprofil-Recyclingwerk in Europa, wo ein Rezyklat aus Fensterprofilen entsteht, das zu gut zehn Prozent wieder im Kern neuer Profile eingesetzt werden kann. Zur Vereinfachung des Prozesses für den Kunden bietet VEKA verschiedene kostenlose Sammelsysteme an, darunter auch Container, die direkt auf der Baustelle platziert werden können. Das Fenster-Recycling bietet in der Zukunft noch viel Potenzial, in der Schweiz steckt es noch in den Kinderschuhen und in Europa wird ein grosser Schub erst noch erwartet.

Die Herausforderung Pharma-Blister

Kunststoffe – zum Wegwerfen zu schade

Stefan Bokorny, Geschäftsführer IE Industrial Engineering Zürich AG, illustrierte, was mit Pharma-Blistern erreicht werden kann. Im Bereich der Blister-Verpackungen für

Zusammenfassend sagte Röschli: «Es nützt nichts, wenn wir immer wieder die guten Eigenschaften des Kunststoffes predigen – diese sind hinlänglich bekannt. Es

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Bild: Swiss Plastics

nämlich in vielen Fällen nicht einfach an die EU Normen angedockt werden, sondern vieles wird unter dem Sammelbegriff ChemRRV spezifiziert resp. subsummiert und auch geregelt. Es gibt noch weitere spezifische Themen der Schweizer Gesetzgebung. So will die Motion Wobmann eine Abschaffung der längst fälligen und mit dem BAFU besprochenen VOC Abgaben. Das BAFU will aber im gleichen Zusammenhang die Grenzwerte der gleichen Stoffe (zum Beispiel von Styrol) um einen Faktor von 6 bis 10 Mal heruntersetzen und fasst dies in der neuen LRV 23 (Luftreinhalteverordnung) zusammen. Gerade hier zeigt sich die Wichtigkeit der Vernetzung von Swiss Plastics mit anderen Verbänden wie z.B. Scienceindustries. Nur gemeinsam kann der nötige politische Druck aufgebaut werden. «Kommt der Gesetzgeber mit dieser Motion durch, wären bei Swiss Plastics rund 100 KMU betroffen, die mittelfristig 1,5 bis 2 Mio CHF in Abluftanlagen in ihren Betrieben investieren müssten. Das könnten vielleicht 5 der 100 erwähnten Betriebe stemmen, der Rest wäre tot», so Kurt Röschli.

Dr. Rüdiger Baunemann, Plastics Europe: Die Kunststoffbranche muss europaweit mit einer Stimme sprechen.

ist eine Tatsache, dass genau durch die guten Eigenschaften, wie z. B. die Langlebigkeit, der ‹Güsel› eben auch langlebig ist und bleibt. Und das ist das Problem, das es zu lösen gilt.» Auch wenn die Schweiz kein EU-Mitglied ist, kommt sie als Exportland nicht darum herum, sich den Umwälzungen in den Mitgliedstaaten anzuschliessen. Dass Recycling bereits funktioniert, zeigen die beiden Fraktionen Polyolefine und PVC. Es ist wichtig, dass die Industrie handelt, bevor sie durch Gesetze dazu gezwungen wird. Zudem muss die Kunststoffindustrie mit einer Stimme auftreten und die Verbraucher sensibilisieren. Kunststoffe bestehen aus Erdöl. Das ist weder neu noch negativ. In Kunststoffen steckt viel Energie, die es zu nutzen gilt. «Kunststoffe – zum Wegwerfen zu schade» muss in der ganzen Kette bis hin zum Verbraucher das Credo werden. Kontakt Swiss Plastics Kurt Röschli Schachenallee 29C CH-5000 Aarau +41 62 834 00 67 k.roeschli@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch

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Aus-/Weiterbildung

KUNSTSTOFF XTRA

MAS Kunststofftechnik im Wandel

Die Ausbildung wird modularer und individueller Die letzten 20 Jahre prägte Prof. Dr. Erich Kramer als Leiter des MAS Kunststofftechnik (früher NDS) an der FHNW Brugg-Windisch die Aus- und Weiterbildung. Nun übergibt er die Verantwortung an seinen Nachfolger Dr. Christian Rytka.

In den 20 Jahren war der Studiengang ei­ nem steten Wandel unterzogen. Der Na­ menswechsel von Nachdiplomstudium in Kunststofftechnik (NDS) im Jahr 2006 in Master of Advanced Studies (MAS) Kunst­ stofftechnik ist da nur eine der zahlreichen Änderungen. «Es hat sich alles, wirklich alles geändert und zwar öfters», erzählt Erich Kramer. «Neben der Namensgebung haben sich die gesetzlichen Rahmenbe­ dingungen permanent verändert. Das tun sie weiterhin. Als ich begonnen habe, war es gar nicht möglich, Teilnehmern, die kei­ nen Hochschulabschluss hatten, ein Di­ plom zu übergeben. Das wurde erst mit dem Übergang zum MAS möglich. Vor al­ lem sind auch die Teilnehmergebühren für die Studenten massiv gestiegen. Heute kostet ein Semester 7800 Franken. Das mag mit ein Grund sein, dass die Unter­ stützung der Studenten durch ihre Firmen in den letzten Jahren ständig zurückging. «Von den aktuell 15 Teilnehmern sind 12 Selbstzahler, die zum Teil noch Restriktio­ nen von Seiten des Arbeitgebers betref­ fend Abwesenheit in Kauf nehmen müs­ sen», bedauert Kramer. Eine schwer nachvollziehbare Entwicklung, wenn man bedenkt, dass die meisten Firmen gerne hochqualifizierte Personen hätten und oft erfolglos suchen.

Das Studium besteht aus drei Zertifikatskursen Mit dem Wechsel an der Spitze wird sich auch einiges am Studiengang ändern. Dr. Christian Rytka weist auf die drei wichtig­ sten Neuerungen hin: Der MAS besteht weiterhin aus drei CAS (Certificate of Ad­ vanced Studies). Der CAS­Grundlagenteil verschafft einen allgemeinen Überblick 26

Bild: Marianne Flur y

Marianne Flury

Prof. Dr. Erich Kramer (l.) und Dr. Christian Rytka: Im Herbst 2018 startet der neue MAS Kunststofftechnik unter der Leitung von Rytka.

querbeet, von der Polymerchemie über die Verarbeitung bis zu Materialeigenschaf­ ten. Die beiden weiteren CAS sind fokus­ sierter und bauen auf den CAS Grundla­ gen auf. Behandelte Themen hier sind beispielsweise die Entwicklung neuer Ma­ terialien und neuer Technologien. Jedes CAS dauert ein Semester, ist in sich ge­ schlossen und die Reihenfolge kann frei gewählt werden. Es gibt allerdings eine empfohlene Reihenfolge. Die zweite Neu­ erung ist, dass die HSR als Partner mit an Bord ist und in Eigenregie in Rapperswil einen kompletten CAS übernimmt. Beim CAS «Auslegung und Herstellung von Kunststoffbauteilen» geht es primär um den Vergleich zwischen Spritzguss und Ad­ ditiver Fertigung (AM) mit Blick auf Bauteil­ auslegung, Prozesstechnik, Qualitätssiche­ rung und Automatisierung. «Das sind zwar Themen, die auch wir unterrichten, aber

so erhalten die Studierenden eine andere Perspektive und damit eine Bereicherung», erklärt Rytka die Vorzüge des hochschul­ übergreifenden Unterrichts. Zudem wächst die Reichweite bei der Rekrutierung der

Zur Person Dr. Christian Rytka Studium Polymer­ und Nanotechnolo­ gie; Promotion über Replikation von polymeren Mikro­ und Nanostrukturen; Industrieerfahrung: Siemens, Georg Fischer, Ems­Chemie; heute Gruppen­ leiter und Dozent Kunststofftechnik und Nanofabrikation und Studiengang­ leiter MAS an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) am Institut für Kunststofftechnik (IKT) und Institut für nanotechnische Kunststoffanwen­ dungen (INKA).

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Studiengänger. Die CAS sind grundsätzlich modular aufgebaut und können einzeln absolviert werden. Der dritte Punkt bein­ haltet eine Reduzierung der Vorlesungszeit zugunsten von individuell abgestimmter Projektarbeit, d.h. die Studierenden haben mehr Zeit, ihre Anliegen aus der Firma an­ zubringen und in einer Art Projektarbeit zu bearbeiten. «Dadurch schaffen wir die Möglichkeit, dass jeder etwas individuelle­ re Ziele verfolgen kann und gleichzeitig eine aktivere Teilnahme am Studium statt­ findet. Können die Studierenden keine firmenspezifische Anwendung mitbringen, stellen wir Themen aus unserem For­ schungsbereich zur Verfügung und sie können dort ihr Wissen anwendungsnah einbringen», erläutert Rytka den Mehrwert.

Die Ausbildung ist dem Arbeitsmarkt angepasst Der neue Studiengang passt sich der Ver­ änderung des Berufsbildes eines Kunst­ stoffingenieurs an, indem Spezialwissen zugunsten von Schwerpunktthemen wie AM, I4.0, IoT, KI reduziert wird. «Heute ist es dank Digitalisierung relativ einfach, Wis­ sen bereit zu stellen. Dinge, die man nach­ schlagen kann, werden bei der Wissens­ vermittlung weggelassen. Es geht darum, in Teams zu arbeiten, Kompetenzen zu bündeln, Zusammenhänge zu schaffen und diese zu verstehen und anwenden zu können», fasst Rytka die Studienausrich­ tung zusammen. Und Prof. Clemens Dransfeld, Leiter des Institut für Kunst­ stofftechnik (IKT) an der FHNW, ergänzt: «Ein Grossteil der Lehrenden sind externe Lehrbeauftragte – das war bereits früher so. Die Kombination von solidem Fachwis­ sen kombiniert mit der Industrierelevanz ist die Stärke des Ausbildungsmodells. Das schafft uns auch die Möglichkeit, einer­ seits Kontinuität zu wahren, andererseits auf neueste Entwicklungen zu reagieren.» Ziel ist es, mit dem neuen Studiengang dazu beizutragen, dass gut ausgebildete Leute innovative Ideen in die Firmen brin­ gen, innovative Produkte und Prozesse entwickeln, damit die Branche nicht ab­ wandert. Erklärtes Ziel von Rytka ist es, die Leute zu inspirieren, auch nach oben zu denken und nicht nach unten zu verteidi­ gen, was wegbricht. «Es gilt neue Bereiche, neue Märkte zu erschliessen, in die man 7–8/2018

Aus-/Weiterbildung

den Kunststoff einbringen kann. Denn dort entstehen wieder Arbeitsplätze, die lang­ fristig wohlstandssichernd in der Schweiz sind.»

Im Herbst startet der neue Studiengang Rytka freut sich auf den Studienstart im Herbst 2018. «Ich selber habe nicht den MAS, sondern den Master of Science ge­ macht und daneben 100 % gearbeitet. In­ sofern weiss ich, was es heisst, neben dem Beruf noch zu studieren. Am Samstag zu arbeiten ist keine Strafe, es ist eine Berei­ cherung. Man lernt interessante Leute ken­ nen, erhält spannende Informationen. Kramer begleitet den laufenden Jahrgang noch bis zu den Abschlussprüfungen am 8. April 2019 und wird die laufenden Pro­ jekte zu Ende führen. Was ihm – auch über seine Präsenz an der FHNW hinaus – bleiben wird, sind seine zahlreichen Kontakte mit ehemaligen Studierenden, die über all die Jahre mit ihm in Verbin­ dung geblieben sind. «Dass mit einem sei­ ner ersten Studenten aktuell ein von der Innosuisse gefördertes Projekt läuft, sagt viel über die gebotene Qualität aus», er­ klärt Dransfeld. Und zur Nachfolgereglung ergänzt er: «Mit Rytka haben wir einen sehr kompetenten Mann erhalten, der sel­ ber grosse Industrieerfahrung hat. Er war bei GF und bei Ems­Chemie und ist ein absolutes Zugpferd in den Innovationspro­ jekten; er weiss wie industrielle Innovation funktioniert. Wie alle mit einem anderen Werdegang, bringt auch er neue Ideen mit. Ich bin sehr glücklich wie der Übergang, ja die ganze Nachfolge, geklappt hat.» Am MAS Kunststofftechnik Interessierte können sich noch anmelden unter https:// www.fhnw.ch/mas­kunststofftechnik.

Kontakt Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW Institut für Kunststofftechnik (IKT) Klosterzelgstrasse 2 CH­5210 Windisch +41 56 202 73 81 christian.rytka@fhnw.ch www.fhnw.ch/technik/ikt n

Chronologie des NDS / MAS Kunststofftechnik 1976–1979: Vollzeit Nachdiplomstudium in Kunststofftechnik (NDS KT). Dauer: Zwei Semester. 1979: Einführung des berufsbegleitenden Kontaktstudiums Kunststofftechnik an der damaligen HTL Brugg­Windisch. Gründer und langjähriger Leiter des NDS/Kontakt­ studiums ist Prof. Dr. Wolfgang Kaiser. 1992: Erweiterung des Kontaktstudiums zum dreisemestrigen berufsbegleitenden Nachdiplomstudium. 1997: Gründung der Fachhochschule (FH) Aargau. Anpassung des NDS Kunst­ stofftechnik an die Fachhochschulverord­ nung I/1997. 1999: Prof. Dr. Erich Kramer übernimmt die Leitung des NDS. 2004: Gründung der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und des Insti­ tuts für Kunststofftechnik (IKT). 2006: Die Deklaration von Bologna erfor­ dert eine Umgestaltung der traditionellen Nachdiplomstudiengänge zu MAS­Studi­ en. Im MAS­Studium Kunststofftechnik werden die Studieninhalte angepasst und erweitert. Nach wie vor wird grosser Wert auf einen aktuellen Praxisbezug gelegt. 2014: Das Bundesgesetz über die Weiter­ bildung (WeBiG) schafft neue Rahmenbe­ dingungen für MAS­Studiengänge. Die Hochschule für Technik der FHNW erar­ beitet dazu eine neue Weiterbildungsord­ nung; diese tritt am 1.10.2018 in Kraft. 2018: Dr. Christian Rytka wird neuer Lei­ ter des MAS Kunststofftechnik. Das Wei­ terbildungsangebot wird dem Wandel in der Industrie angepasst. Das Angebot er­ möglicht es, Lehrgänge in kleineren Ein­ heiten unabhängig voneinander als Certi­ ficate of Advanced Studies (CAS) zu besuchen und zu einem späteren Zeit­ punkt zu einem MAS zusammenzufügen.

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Aus-/Weiterbildung

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Innovative Verbindungstechnik

Erfolgreiches 1. Bonding Forum Am 27. Juni fand das erste internationale Klebeforum in Rapperswil mit über 90 Teilnehmern aus 9 verschiedenen Ländern statt. Prof. Dr. Pierre Jousset, Leiter des Fachbereichs Verbindungstechnik am IWK, organisierte und leitete das ganztägige Forum..

Gegenstand des Forums am Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung waren 20 englischsprachige Präsentationen aus Forschung und Industrie, verteilt auf 4 Themenblöcke: industrielle Anwendung, Herstellungsprozesse, Oberflächenbehandlung und Simulation. Ein Mammutprogramm, welches nicht nur die Präsentationen, sondern auch die Ausstellung diverser Poster, Networking und Laborbesuche beinhaltete und dennoch den Zeitplan exzellent einhalten konnte.

Klebetechnik – eine gute Alternative Die Klebetechnik gilt als innovativste Verbindungstechnik des 21. Jahrhunderts. Klebstoff ist eine gute Alternative gegenüber den gängigen Verbindungsmethoden wie Schweissen, Nieten oder Schrauben. Diese Methode ermöglicht das Fügen von unterschiedlichen Materialien. Durch den Einsatz von Klebstoffen sind Werkstoffpaarungen möglich, die eine bedeutende Rolle für die Gewichtseinsparung in Fahrzeugkonstruktionen und somit dem Erreichen der Klimaziele, spielen. Dr. Andreas Lutz von Dow Europe GmbH zeigte, dass das Verkleben von Karosseriebauteilen aus Aluminium eine Gewichtsreduktion von rund 40 % ermöglicht, Verklebung von kohlenfaserverstärkten Bauteilen ermöglicht sogar eine Gewichtsreduktion von 60 % des Fahrzeuggewichtes. Um optimale Hafteigenschaften zwischen Substrat und Klebstoff zu erzielen sind Oberflächenvorbehandlungen notwendig. Jan Sommer, vom ¹ Stefan Popovic, BSc FHO in Maschinentechnik / Innovation, IWK, Fachbereich Verbindungstechnik, Rapperswil.

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Bild: IWK

Stefan Popovic ¹

Unter der Leitung von Prof. Dr. Pierre Jousset fand das 1. Rapperswil International Bonding Forum statt.

deutschen Unternehmen cleanLaser, präsentierte Oberflächenbehandlungen von Bauteilen mit Hilfe eines Laserroboters. Verunreinigungen, alte Lackschichten oder oxidierte Oberflächen können innerhalb extrem kurzer Zeit sowohl gereinigt, wie auch für das Kleben vorbereitet werden. Statische und dynamische Mischer versprechen eine korrekte Mischung von Zweikomponenten-Klebstoffen. Dr. Samira Jafari von Sulzer Mixpac AG beschrieb die Problematik einer simulationstechnischen Auslegung von dynamischen Mischern. Ein von Sulzer Mixpac entwickelter Algorithmus ermöglicht die Simulation und Vorhersage des Mischvorgangs in dynamischen Mischern und erlaubt dadurch eine Analyse der Einflussgrössen wie Geometrie und Rotationsgeschwindigkeit. Dies sind nur einige Beispiele von mehreren spannenden Präsentationen am ersten internationalen Klebeforum in Rapperswil.

Stirnseitiges Verkleben Die Schwerpunkte des Forums waren sicherlich die Verbindungseigenschaften von Metall- oder faserverstärkten Bauteilen

sowie die simulationsgestützte Auslegung, die eine Verklebung an extremen Baustellen ermöglicht. Für ein Highlight sorgte jedoch die Präsentation von Adam Themessl von der Berner Fachhochschule, der stirnseitige Klebverbindungen auf Holz im Bauwesen demonstrierte. Bei einer gewissen Klebschichtdicke können Holzbalken verbunden werden, welche hohen Belastungen standhalten. Dieses Verfahren ermöglicht es, terrassenähnliche Konstruktionen aus Holz stirnseitig zu verkleben, ohne den Bedarf zusätzlicher Abstützungen. Der Klebeprozess erfolgt durch eine Klebstoffinjektion wenige Zentimeter von der Kleboberfläche entfernt. Somit ist es möglich, lange Holzbalken gleichmässig verkleben zu können und dies unabhängig von den Wetterbedingungen. Kontakt Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung (IWK) an der HSR Oberseestrasse 10 CH-8640 Rapperswil +41 55 222 47 70 pierre.jousset@hsr.ch www.iwk.hsr.ch n 7–8/2018


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News

Wenige Wochen vor Ende seines Geschäftsjahres zum 31. März 2018 erhielt Boy eine ehrenvolle Auszeichnung: Die Industrie- und Handelskammer Koblenz überreichte dem Familienunternehmen eine Ehrenurkunde zum 50-jährigen Bestehen der Dr. Boy GmbH & Co. KG. Seit 1968 hat Boy eine Vielzahl von technischen Entwicklungen vorangetrieben und neue Produkte auf den Markt gebracht. Zu den Meilensteinen in der Historie zählt sicherlich die Boy 15, mit der im Jahre 1968 alles anfing. Max Schiffer entwickelte diese Maschine, da es ein derartiges Produkt auf dem deutschen Markt nicht zu kaufen gab. Die Schneckenkolben-Plastifizierung, die bis dato nur bei grösseren Maschinen Verwendung fand, wurde für diese Maschinengrösse angepasst. Basis der Boy-Spritzgiessautomaten ist ein vollhydraulisches Schliesssystem. Das Produktportfolio wurde kontinuierlich von 150 kN Schliesskraft, über 300, 500, 800 und 1000 kN Schliesskraft ausgebaut. Seit 2008 werden moderne und energiesparende servoelektrische Antriebe ver-

Bild: Dr. Boy

Boy erhält Ehrenurkunde zum 50. Geburtstag

Übergabe der 50-Jahre-Urkunde an Alfred Schiffer (l.). Im Bildhintergrund ein Spritzgiessautomat aus dem ersten Fertigungsjahr.

wendet. Boy setzte eigenen Angaben gemäss als erster deutscher Kunststoffmaschinenhersteller diese Antriebstechnologie ein. Noch gesteigert wird die Effizienz des Spritzgiessprozesses durch die EconPlast-Technologie. Diese entwickelte und patentierte Boy in 2013. Ein wesentlich effizienteres und schonenderes

Plastifizieren der zu verarbeitenden Materialien wurde dadurch möglich. Mit der Fokussierung auf den Schliesskraftbereich bis 1000 kN bietet Boy mittlerweile eine ganze Bandbreite an effizienten Modellen an. Mit der Entwicklung von vertikalen Umspritzautomaten einige Jahre nach der Firmengründung hat

sich Boy weltweit einen sehr guten Ruf verschafft. Seit den Anfängen vor 50 Jahren, so der Geschäftsführende Gesellschafter Alfred Schiffer, hat sich natürlich viel geändert. Geblieben ist jedoch die Zielstrebigkeit, mit der der Firmengründer Max Schiffer damals begann und die bis heute das Tun der Mitarbeiter in Entwicklung, Produktion sowie Verwaltung, Vertrieb und Kundenbetreuung bestimmt. Für seine Kunden im In- und Ausland hat Boy ein kostenloses Jubiläumspaket geschnürt. «Dieses enthält fünf Optionen, die unsere Kunden bei Maschinenbestellungen im Zeitraum vom 1. Juli bis zum Ende des Jubiläumjahres ohne Berechnung erhalten», verspricht Alfred Schiffer. Mit seinem aktuellen Leitspruch «Innovativ in die Zukunft – Boy-Injectioneering», zählt Boy auch weiterhin zu den Trendsettern in der weltweiten Kunststoffbranche. In der Schweiz ist Dr. Boy vertreten durch die Thomatech GmbH in Kriens. www.thomatech.ch

Euromap: Volle Auftragsbücher lassen auch für 2018 Gutes erwarten Die Stimmung unter den europäischen Kunststoff- und Gummimaschinenbauern, die sich im europäischen Dachverband Euromap zusammengeschlossen haben, ist ausgezeichnet. Sie können erneut ein Rekordjahr feiern. Seit 2009 legte die Produktion auf geschätzte 15,3 Mrd. Euro zu, was einem Anstieg von 99 Prozent innerhalb der letzten acht Jahre entspricht. Im Jahr 2017 wuchs 7–8/2018

die Euromap-Produktion mit 7 Prozent sogar überdurchschnittlich. Ein Ende des Wachstums ist für 2018 noch nicht absehbar. Aufgrund der weiterhin vollen Auftragsbücher rechnet Euromap für die europäischen Kunststoff- und Gummimaschinenbauer mit einem Umsatzwachstum von 2 Prozent. Die aussergewöhnlich lange Boomphase hat auch ihre Schatten-

seiten. Die Lieferzeiten sowohl der Maschinenbauer als auch der Zulieferer sind enorm, darüber hinaus haben die Unternehmen grosse Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. Eine Abkühlung der Konjunktur wird auch aus diesen Gründen immer wahrscheinlicher. Die weltweite Produktion von Kunststoff- und Gummimaschinen stieg um 3,9 Prozent auf 36,3 Mrd. Euro. Dabei gewan-

nen insbesondere die chinesischen Wettbewerber an Stärke. 2017 produzierten sie bereits Maschinen und Anlagen im Wert von 11,1 Mrd. Euro und lagen damit um 180 Prozentpunkte höher als noch im Jahr 2009. Anteilmässig trägt die EU28 37 Prozent, China 31,8 Prozent und die USA 7,4 Prozent an der Weltproduktion bei. www.euromap.org 29


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News

Frank plastic wird Teil der Röchling-Gruppe Die Röchling-Gruppe setzt ihren Wachstumskurs fort. Der Kunststoffspezialist aus Mannheim hat die Frank plastic AG, einen Anbieter von Medizinund Industrietechnik mit Sitz in Waldachtal, übernommen. «Mit der Akquisition verfolgen wir unsere Wachstumsstrategie im Medical- aber auch im Industrial-Bereich konsequent weiter. Die Frank plastic AG ergänzt unser Produktportfolio, unsere Produktionstechnologien und unsere Kundenstruktur in idealer Weise», begründet Prof. Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender der Röchling-Gruppe und verantwortlich für den Unternehmensbereich Medical, die Übernahme. In puncto Grösse, Ausrichtung, technischer Kompetenz und kultureller Prägung passe die Frank plastic AG sehr gut in das Röchling-Firmennetzwerk.

Im Medizintechnikbereich beliefert das Framilienunternehmen Frank u.a. die Segmente Kardiologie, Infusion, Angiografie (CT/MRT), Chirurgie und Ophthalmologie. Der Industriebereich des Unternehmens beliefert ausgewählte Segmente mit Extrusions-Profilen, anspruchsvollen Spritzgussteilen sowie Ventilen, Durchflussmessern und Armaturen. Hier wird es künftig zu einer engen Zusammenarbeit mit Röchling Industrial kommen. 2017 erwirtschafteten 260 Mitarbeiter in der Frank-Unternehmensgruppe 32,4 Millionen Euro Umsatz. Erst im Juni 2018 hatte Frank die Reinraumkapazitäten von 400 auf aktuell 2400 m² erweitert. CEO Dr. Christian Holzherr wird dem Unternehmen weiterhin vorstehen. www.röchling.com

Borealis übernimmt Kunststoff-Recycler Borealis übernimmt die Ecoplast Kunststoffrecycling GmbH, Österreichs grössten PolyethylenRecycler. Ecoplast-Geschäftsführer Lukas Intemann leitet auch weiterhin die Geschicke des Unternehmens – und setzt auf Wachstum: Der PE-Recycler investiert am Standort Wildon in der Steiermark zehn Millionen Euro in hochwertige Wasch- und Extrusionsanlagen sowie eine automatische Sortieranlage und erhöht damit die Produktionskapazitäten um 60 Prozent. «Es herrscht Aufbruchsstimmung in der Branche. Die Herausforderung Kunststoffabfall kann in Europa nicht länger ignoriert werden. Es braucht stärkere Investitionen, internationale Kooperationen und nachhaltige Lösungen, um die europäischen Kunststoffziele erreichen zu können», betont Intemann. «Genau deswegen ist der Verkauf an die

Borealis AG ein sinnvoller, stimmiger Schritt.» Der Kunststoff-Recyclingmarkt, sagt Intemann, werde in den kommenden Jahren überproportional wachsen. Die EU-weit gesetzlich vorgeschriebene Verwertungsquote wird von momentan 22,5 Prozent in zwei Schritten bis 2030 auf 55 Prozent erhöht. Intemann: «Der Gesetzgeber muss den Markt für Sekundärrohstoffe öffnen. Von Industrie und Handel – sowohl von den Herstellern von Kunststoff-Verpackungen als auch von den Brand Ownern – fordern wir ein verbindliches Bekenntnis zu mehr Recycling.» Das Ziel: Die hergestellten und verwendeten Kunststoffverpackungen sollen schon in fünf Jahren zu mindestens einem Drittel aus rezykliertem Material bestehen. www.ecoplast.com www.borealisgroup.com

Swiss Plastics kombiniert MV mit Lehrabschlussfeier Zwei Themen beherrschten die diesjährige Mitgliederversammlung von Swiss Plastics am 5. Juli: Das Kernthema des Verbands, die Aus- und Weiterbildung, und die Abfallproblematik, die den Werkstoff Kunststoff verstärkt unter Druck setzt. Nachdem die letzte Mitgliederversammlung am KATZ in Aarau durchgeführt worden war, fiel die Wahl des Veranstaltungsorts dieses Jahr auf die Berufsschule in Aarau. Damit unterstreicht der Verband erneut sein Engagement in puncto Aus- und Weiterbildung. Fester Bestandteil der Aktivitäten sind u.a. die Berufsmessen, auf denen jeweils der Verband mit einem Stand vertreten ist. Dieses Jahr sind es 7, nächstes Jahr sind 10 Messen eingeplant. 30

Silvio Ponti, Swiss Plastics.

Wie man junge Leute abholen kann, zeigte Urs Gfeller, Geschäftsführer von Magic Science, mit seiner «Show». Alles was es braucht, dem Magic Koffer seine Geheimnisse zu entlocken, sind ein Feuerzeug und die fünf Sinne. Sein Aufruf an die Teilnehmenden, einen Koffer zu bestellen und an Berufs-

schulen abzugeben – die Verantwortlichen werden für die fachgerechte Nutzung angeleitet – wurde gehört: 26 Koffer wurden noch vor Ort bestellt. Vor dem Hintergrund des Beschlusses der EU-Kommission, gewisse Kunststoffprodukte zu verbieten, nahmen Dr. Rüdiger Baunemann, Hauptgeschäftsführer von Plastics Europe, und Patrick Semadeni, Leiter Ressort Nachhaltigkeit und Vizepräsident Swiss Plastics, das Thema auf. So sagte etwa Semadeni, dass die Industrie sich in den nächsten Jahren stärker der Kreislaufwirtschaft verpflichten müsse. Ebenso wichtig sei aber auch, immer wieder die ökologisch positiven Auswirkungen von Kunststoffen zu kommunizieren, so Baunemann.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand die Abschlussfeier für die Absolventen der Lehre als Kunststofftechnologen (EFZ, eidg. Fähigkeitszeugnis) und Kunststoffverarbeiter (EBA, eidg. Berufsattest) zusammen mit Angehörigen und Behördenmitgliedern statt. Insgesamt konnten 38 Kunststöffler, davon 4 Frauen, ihr Diplom resp. Attest entgegennehmen.

Weitere Bilder finden sich unter dem QR-Code:

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News

Nadine Despineux

Dr. Stefan Kruppa

Die KraussMaffei Group erweitert ihr klassisches Produktportfolio mit den Segmenten Spritzgiess-, Extrusions- und Reaktionstechnik um die Geschäftseinheit digitale Dienstleistungen und Angebote. «Wir richten uns klar auf die Bedürfnisse unserer Kunden aus und dazu gehört auch ein erweitertes digitales Angebot. Mit Digital Service Solutions wollen wir konsequent digitale Dienstleistungen mit unserem Technologiefortschritt vereinen», sagt Dr. Frank Stieler, CEO der KraussMaffei Gruppe. Kunden werden künftig über alle Segmente hinweg von digitalen Dienstleistungen im Bereich der individuell anpassbaren Datenanalyse, plattform-basierten Maschinen-Steuerung, Vernetzung und neuen «Plug-andPlay»-Angeboten profitieren.

Die Leitung der neuen Geschäftseinheit hat zum 1. Juli 2018 Nadine Despineux, bisher Vice President Sales IMM (Spritzgiesstechnik) übernommen. In ihrer neuen Funktion als Geschäftsführerin der KraussMaffei Technologies GmbH rückt sie zugleich in das Executive Committee der KraussMaffei Group auf. Ebenfalls auf den 1. Juli wurde Dr. Stefan Kruppa die Leitung der neu geschaffenen Einheit «Smart Machines» übertragen. Dort werden künftig alle maschinenspezifischen Digitalisierungslösungen segment- und markenübergreifend verantwortet und bereitgestellt. Die neue Einheit gehört zum Segment Digital Service Solutions.

www.kraussmaffeigroup.com

GKV wählt neuen Präsidenten Der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie e. V. (GKV) hat einen neuen Präsidenten. Die Delegierten der fünf Trägerverbände des GKV wählten den früheren CEO und heutigen Aufsichtsrat der RKW SE, Roland Roth, einstimmig zum Nachfolger von Dirk E. O. Westerheide, der nach vier Jahren in der Funktion nicht erneut zur Wahl antrat. Roth verfügt über langjährige Führungserfahrung in der Kunststoff verarbeitenden Industrie und den Verbänden

Bild: GKV

Bilder: KraussMaf fei

KraussMaffei gründet neue Geschäftseinheit

Roland Roth

der Branche. Er ist seit 2010 Präsident des GKV-Trägerverbandes IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und Vizepräsident des GKV. www.gkv.de

Erfolgreiches KraussMaffei Competence Forum Spritzgiessen, Reaktionstechnik, Extrusion: Die KraussMaffei Gruppe prägt seit Jahrzehnten die technologische Entwicklung in allen drei Bereichen. Beim Competence Forum am 6. und 7. Juni in München erlebten mehr als 1800 Besucher ein regelrechtes Feuerwerk innovativer Maschinen und Verfahren. Anlass war das 180-jährige Firmenjubiläum, das ganz unter dem Motto «Technology Pioneers – from Tradition to Innovation» gefeiert wurde. Mit neuen digitalen Lösungen und

Serviceangeboten erweitert die KraussMaffei Gruppe nun konsequent ihre digitale Exzellenz. «Das KraussMaffei Competence Forum war ein voller Erfolg. Die grosse Bandbreite zukunftsweisender Maschinen und Verfahren, die wir unseren Kunden im Rahmen einer Hausmesse zeigen konnten, ist weltweit einzigartig. Das kam sehr gut bei den Besuchern an», erklärte Dr. Frank Stieler, CEO der KraussMaffei Gruppe. www.kraussmaffeigroup.com

Busch Vakuumtechnologie für die Kunststoffverarbeitung Busch bietet das umfassendste Produktportfolio an Vakuumpumpen und -systemen für alle Anwendungen der Kunststoffverarbeitung. Finden auch Sie die optimale Lösung. Fordern Sie Busch Vakuumtechnik!

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News

Sumitomo (SHI) Demag fokussiert Produktportfolio Die vollelektrischen Maschinen haben in den vergangenen Jahren das Wachstum bei Sumitomo (SHI) Demag stark vorangetrieben. Ab der Fakuma 2018 setzt das Unternehmen deshalb im Bereich bis 1200 kN Schliesskraft ausschliesslich auf die IntElect-Baureihe. Zu den Gründen dieser Fokussierung sagt Gerd Liebig, CEO von Sumitomo (SHI) Demag: «Vollelektrische Maschinen wie die IntElect sind mittlerweile technisch so ausgereift, dass sie

IN KÜRZe

n Nach bestandenem Audit hat die Grafe Gruppe, Blankenhain, die Zertifizierung für IATF 16949 erhalten und sich erfolgreich als Hersteller und Entwickler von Farbmasterbatches für die Automobilindustrie qualifiziert. Bereits für die Vorgänger-Norm ISO/TS 16949 war Grafe zertifiziert. www.grafe.com n Die inhabergeführte swissplast in Sargans übernimmt von der Alois Kober GmbH die Al-Ko Plast GmbH mit Sitz in Ichenhausen (D). Swissplast beschäftigt neu total ca. 130 Personen. www.swissplast.com n Dr. Urs Zimmerli gehört neu der Geschäftsleitung der EmsChemie an. Der Chemieingenieur promovierte an der ETH Zürich. Er verfügt zudem über ein Diplom als Wirtschaftsingenieur sowie einen

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nach Abwägen aller Kriterien bei immer mehr Kunden das Rennen machen. Neben den technologischen Vorteilen wie Dynamik, Präzision, Wiederholgenauigkeit, Prozessstabilität und Energieeffizienz sind auch das Preis/Leistungs-Verhältnis und damit verbunden auch ein schnellerer ROI entscheidend.» Die Wachstumsraten der IntElect-Baureihe übertreffen nach Angaben der Geschäftsleitung alle Prognosen. So kam nahezu die Hälfte der verkauften

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MBA-Abschluss. In den letzten 12 Jahren hatte er verschiedene leitende Positionen in der Produktions- und Geschäftsleitung bei internationalen Chemieunternehmen in Europa und Asien inne. www.ems-group.com n Die Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG erweitert nochmals ihre Produktionskapazitäten und lässt am Stammsitz in Illertissen ein neues Gebäude errichten. Mit der neuen, 1300 m2 grossen Versandhalle wird im frei werdenden Gebäudeteil Platz für weitere Spritzgiessmaschinen und neue Montageeinrichtungen geschaffen. Die Produktionsfläche beträgt nun 13 400 m2. www.weiss-kunststoff.de n Die Hamburger K.D. Feddersen Holding GmbH hat sämtliche Anteile an der M.Tec Ingenieurgesellschaft für kunst-

Maschinen in den vergangenen 12 Monaten aus der vollelektrischen IntElect-Reihe. Die Neuausrichtung beinhaltet auch den Fokus auf hybride Antriebstechnik bei Verpackungsmaschinen sowie servo-hydraulische Kniehebeltechnik bei Mittel- und Grossmaschinen. Für die beiden deutschen Standorte wurde ein umfangreiches Investitionsprogramm aufgelegt. Am Standort Wiehe, dem weltweiten Kompetenzzentrum für elektrische Spritz-

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stofftechnische Produktentwicklung mbH in Herzogenrath bei Aachen erworben. Der bisherige Hauptgesellschafter Dr.-Ing. Volker Gorzelitz bleibt Geschäftsführer der Ingenieurgesellschaft, ein 1991 gegründetes Spin-off des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen. www.kdfeddersen.com n Die Plastservice GmbH, ein Anbieter von Peripherietechnik und Servicedienstleistungen für die Kunststoffindustrie, hat neue Räumlichkeiten im Gewerbegebiet Schäracher in Geuensee bei Sursee bezogen. www.plastservice.ch n BASF hat ihr neues Anwendungszentrum für Kunststoffadditive für die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) in Kaisten, Schweiz, eröffnet. Das Zentrum dient einer-

giessmaschinen, sorgt eine hochmoderne Taktbandfertigung für eine Steigerung des Ausstosses um 30 %. Die jährliche Fertigungskapazität soll auf 1000 vollelektrische Maschinen erhöht werden. Schwaig wird bis Ende des Jahres dank neuer Bearbeitungszentren die Kapazitäten für die Plattenbearbeitung nahezu verdoppeln. In der Schweiz ist Sumitomo (SHI) Demag vertreten durch die Mapag Maschinen AG. www.mapag.ch

IN KÜRZe

seits als regionale technische Servicebasis für die Polymerproduktion Masterbatch führender Unternehmen der Verarbeitungsbranche, ist aber auch das globale Kompetenzzentrum für die Automobil- sowie Film- und Tape-Industrie. www.plasticadditives.basf.com n Die Meusburger Gruppe mit Hauptsitz in Wolfurt (A) übernimmt Segoni. Der Berliner Software-Spezialist wird als eigenständiges Unternehmen weitergeführt, alle MitarbeiterInnen werden übernommen. In den kommenden Jahren wird nachhaltig in die Weiterentwicklung der Software investiert. Neben der wissensorientierten Managementmethode WBI werden die Kunden der Meusburger Gruppe damit zukünftig auch im Bereich ERP/PPS bei der Digitalisierung unterstützt. www.meusburger.com

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inject 4.0 – die nächste Dimension Vor drei Jahren hat Engel mit inject 4.0 seine Antwort auf die Herausforderungen von Industrie 4.0 vorgestellt. «Jetzt ist es an der Zeit für den nächsten Schritt», kündigt Dr. Stefan Engleder, CEO der Engel Gruppe, beim inject 4.0 Forum Ende Juni in Linz (A), an. Marktplätze werden die Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette vernetzen und neue Produkte und Dienstleistungen für die spritzgiessverarbeitende Industrie generieren. «Die digitale Transformation führt inject 4.0 in eine neue Dimension», so Engleder. Auf dem Weg zur smart factory geht es bislang vor allem um die funktionsbezogene Optimierung einzelner Wertschöpfungsstufen innerhalb eines Unternehmens. Die digitale Transformation hat deshalb den Übergang auf horizontale Plattformen zum Ziel, die das Know-how und Angebot verschiedener Firmen bündeln. Eine offene horizontale Vernetzung ermöglicht es, Prozesse funktionsübergreifend entlang der vollständigen Wertschöpfungskette zu optimieren. «Die digitale Transformation befindet sich am Anfang. Hier sehen wir eine grosse Chance. Wir laden unsere Kunden und Partner ein, die Zukunft des smarten Produzierens mit uns gemeinsam aktiv weiter

zu gestalten und die neuen Lösungen gezielt auf die Anforderungen der Kunststoffindustrie zuzuschneiden», betont Engleder. «So werden wir alle bestmöglich von den sich neu eröffnenden Chancen profitieren.» Impulse zur digitalen Transformation werden von der Johannes Kepler Universität in Linz ausgehen, wo eine Pilotfabrik für die interdisziplinäre, plattformbasierte Zusammenarbeit entsteht. Im nächsten Jahr wird die LIT Factory, an der sich neben Engel unter anderem die Unternehmen Borealis, Covestro, Erema, FACC, Greiner, Leistriz, Motan und Siemens beteiligen, ihren Betrieb aufnehmen. Von der Rohstofferzeugung bis zum Recycling nicht mehr benötigter Kunststoffprodukte umfasst die Plattform der LIT Factory die gesamte Wertschöpfungskette. Damit trägt die horizontale Vernetzung dazu bei, weitere brennende Zukunftsthemen voranzutreiben. Ein Beispiel ist das Schliessen von Wertstoffströmen. Die Circular Economy setzt eine noch engere Zusammenarbeit der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette voraus, die sich auf einem Marktplatz besonders einfach und effizient gestalten lässt. www.engelglobal.com

Aufgeladen? HAUG BIEL AG bietet Lösungen. Der Mobile Circle Cleaner ist ein handgeführtes Ionisationsgerät. Es beseitigt in einem Arbeitsgang elektrostatische Aufladungen und anhaftende Verschmutzungen. Besonders wirkungsvoll ist der Mobile Circle Cleaner dank seiner Rotationsdüsen auf strukturierten Oberflächen. Sie werden individuell und kompetent beraten!

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Komplettes Angebot an Roboter

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Richtfest am neuen Ypsomed Standort in Schwerin Am 28. Juni 2018 fand das Richtfest des neuen Produktionswerks der Ypsomed AG statt. Die Schweizer MedizintechnikFirma baut im Schweriner Industriepark ein neues Produktionswerk und schafft damit rund 150 neue Arbeitsplätze in der Region. Das Werk wird mit hochmodernen Reinräumen, 7–8/2018

Kunststoffspritzgiessmaschinen, Bedruckungsanlagen und Montage- und Verpackungsautomaten ausgestattet. Generalübernehmer (GÜ) bei dem Projekt ist IE-Plast. Das neue Produktionswerk wird im Sommer 2019 den Betrieb aufnehmen. www.ie-group.com

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Sepro bietet die in der Kunststoffindustrie breiteste Auswahl an Roboter für Spritzgussmaschinen. Hinzu kommt die erweiterte Vernetzung sowie die neuste Generation Steuerung. With Sepro, the Future is Open 4.0

www.sepro-group.de • Tel: +41 79 243 80 81 seproswitzerland@sepro-group.com • @SeproGroup

Hall A1, Stand 1203

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News

Vor 10 Jahren wurde die Battenfeld Kunststof f technik GmbH in die Wittmann Gruppe integriert. Im Laufe der Jahre wurde das gesamte Produktprogramm des Unternehmens erneuert und die Kapazität am Standort Kottingbrunn in mehreren Bauphasen massiv erweitert. Davon konnten sich die Besucher der 10-JahresFeier am 13. und 14. Juni in Kottingbrunn überzeugen. Anhand von 14 Maschinen der PowerSerie, darunter die erstmals vorgestellte neue vertikale VPower, wurden interessante Anwendungen und mo-

Bild: Wittmann Gruppe

Über 1400 Besucher feierten mit Wittmann Battenfeld

Die Vorträge an den Vormittagen stiessen auf grosses Interesse.

dernste Verfahrenstechnik demonstriert. Auch die Vorstellung von Wittmann 4.0 kam nicht zu kurz. Neben der Integration von Robotern und Peri-

pherie auf einer Vielzahl von Maschinen wurde anhand einer eigenen Wittmann 4.0-Zelle die Integration der gesamten Palette an angeschlossenen Geräten eindrucksvoll dargestellt. Die Neuerungen im Bereich der Roboter und Peripheriegeräte wurden ebenfalls vorgestellt. Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit Vorträgen zur Geschichte des Unternehmens mit dem Schwerpunkt auf die letzten 10 Jahre, sowohl was die Unternehmensentwicklung als auch die Entwicklung der Technologien des Unterneh-

mens betrifft. Im Rahmen von Werksführungen konnten die Besucher an den Nachmittagen neben den Exponaten die um 2200 m² erweiterte Produktion am Standort in Kottingbrunn mit neuer Linienfertigung für die grösseren Maschinen der SmartPower und der EcoPower Reihe besichtigen. Gefeiert wurde auch bei einem gemeinsamen Galadinner in Wien, wo 10 Jahre Wittmann Battenfeld anhand einer beeindruckenden History-Show aufgerollt wurden. www.wittmann-group.com

Am 27. Juni 2018 führten die Firmen Mapag Maschinen AG, Ingenieurbureau Dr. Brehm AG und Sepro Schweiz mit der Unterstützung ihrer Lieferwerke den 1. Zukunftstag am KATZ in Aarau durch. Der Rahmen der Veranstaltung war durch aufschlussreiche Vorträge zum Thema Open Integration und Industrie 4.0 gesteckt. Auslöser zu diesem Event war eine 100 Tonnen IntElect2 Spritzgiessmaschine von Sumitomo (SHI) Demag, die als Leihgabe und als Ersatz für eine inzwischen verkaufte Maschine im KATZ platziert wurde. Aus einer spontanen Idee von Urs Kocher, Mapag, die Maschine auch mit neuesten Peripheriegeräten auszurüsten, entstand eine komplette Fertigungszelle. Diese beinhaltet neben der IntElect einen Sepro-Roboter mit Schutzeinhausung, ein Förderband (MB Conveyors) und einen Somos Granulattrockner. «Die Anlage steht für Kunden und Interessenten für Versuche 34

zur Verfügung und in erster Linie natürlich, damit am KATZ an modernsten Anlagen Ausbildung betrieben werden kann. Um möglichst flexibel zu fertigen, stellen wir unterschiedliche Spritzaggregate zur Verfügung, damit in verschiedensten Bereichen Versuche durchgeführt werden können», erklärt Peter Kirst, Mapag. «Wir als Peripheriepartner haben an die IntElect2 ein Transportband, eine Trocknung-/ Förderungsanlage und einen Greifer installiert», weist Thomas Dubler, Dr. Brehm, auf seinen Teil der Leihgabe hin. «Wir können hier am KATZ nun im Zusammenspiel mit der Maschine unseren fahrbaren Beistelltrockner von Somos, ein RDM 40 mit 100 Liter Inhalt, vorstellen. Das Gerät ist mit der neuen SPS-Steuerung industrie 4.0 tauglich. Das Schöne an diesem Event ist, dass der Kunde live erlebt, wie die Vernetzung Maschine – Mensch – Peripherie funktioniert. Auf der Maschine ist aktuell ein

Aufsatz-Druckluft trockner installiert.» Von Seiten der Sepro Schweiz wurde ein Highend Linearroboter beigesteuert. Alle 5 Achsen sind Servo angetrieben, die Handachse ist in Zusammenarbeit mit der Stäubli AG Robotics entstanden. «Wir haben hier unser neuestes Gerät auf der 1. Stufe von bis zu 3 möglichen Stufen integriert. Unsere Bedienoberfläche ist auf das Bedienpanel der Spritzgiessmaschine gespiegelt und bietet somit mehr Ergonomie. Der Bediener kann entsprechend von beiden Seiten bequem eine Feineinstellung vornehmen», erläutert Thomas Scherz, Sepro Schweiz. «Zudem haben wir dank dem Mitwirken an diesem Event die Möglichkeit, Schulungen auch in der Schweiz anbieten und andererseits die Räumlichkeiten zu Präsentationszwecken nutzen zu können.» «Für das KATZ ist die Anlage sicher ein wertvoller Gewinn», freut sich Dr. Jürg De Pietro,

Bild: Sepro/Thomas Scherz

Drei Firmen organisieren 1. Zukunftstag am KATZ

Die vernetzte Fertigungszelle im KATZ.

Geschäftsleiter des KATZ. Sie ist ein Symbol für die Vernetzung der verschiedenen Systeme, die auf dieser Spritzgussmaschine sind und die zeigen, wie sie untereinander interagieren können im Rahmen vom Industrie 4.0-Konzept. Darauf werden wir auch in Zukunft vermehrt Wert legen in unserer Entwicklung.» mf www.mapag www.brehm.ch www.sepro-group.com/de www.katz.ch 7–8/2018


KUNSTSTOFF XTRA

SEPTEMBER 2018 03.09.

Medtech Innovation Event Ort: Nidau-Biel Veranstalter: Swiss Medtech Schwarztorstrasse 31 CH-3007 Bern +41 31 330 97 79 office@swiss-medtech.ch https://medtech-innovation-event-2018.b2match.io/

04./05.09.

Seminar: Formteilfehler an thermoplastischen Spritzgussteilen Ort: Neuhausen (CH) Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

05.09.

Innovationstagung: Digitale Transformation Ort: Rapperswil Veranstalter: IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil +41 55 222 47 70 iwk@hsr.ch, www.iwk.hsr.ch

06.09.

13. Rapperswiler Kunststoff-Forum Ort: Rapperswil Veranstalter: IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil +41 55 222 47 70 iwk@hsr.ch, www.iwk.hsr.ch

12./13.09.

14.09.

17.09.

18.09.

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4. VDI-Fachkongress: Recycling von Kunststoffen und Verbundwerkstoffen Ort: Wien Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf +49 211 6214-201 wissensforum@vdi.de www.vdi-wissensforum.de Start des MAS Kunststofftechnik Ort: Windisch Veranstalter: IKT Institut für Kunststofftechik an der FHNW Klosterzelgstrasse 2, CH-5210 Windisch +41 56 202 73 87 sabine.vogt@fhnw.ch, www.fhnw.ch Seminar: Serienfertigung von Faserverbundbauteilen Ort: Frankfurt am Main Veranstalter: AVK, Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V. Am Hauptbahnhof 10, D-60329 Frankfurt am Main +49 69 27 10 77-0 info@avk-tv.de, www.avk-tv.de Praxiszirkel Additive Fertigung: 3D-Druck verschiebt Grenzen des Machbaren Ort: Brugg Veranstalter: Hightech Zentrum Aargau Badenerstrasse 13, CH-5200 Brugg +41 56 560 50 50 info@hightechzentrum.ch www.hightechzentrum.ch

Ver anstaltungen

18./19.09.

Seminar: Werkstoffprüfung und Schadensanalyse für Einsteiger Ort: Neuhausen (CH) Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

20.09.

Seminar: Werkstoffprüfung und Schadensanalyse für Fortgeschrittene Ort: Neuhausen (CH) Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

20.–22.09.

Schaffhauser Berufsmesse Ort: Schaffhausen Informationen: Swiss Plastics Schachenallee 29C, CH-5000 Aarau +41 62 834 00-60 info@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch

21.09.

Fachkurs: Grundlagen Werkzeugbau 2 Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

21./22.09.

Berufsmesse Linthgebiet 2018 Ort: Schmerikon Informationen: Swiss Plastics Schachenallee 29C, CH-5000 Aarau +41 62 834 00-60 info@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch

25.09.

Wissensforum Biobasierte KunststoffVerpackungen Ort: Nürnberg Veranstalter: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) Hofplatz 1, D-18276 Gülzow-Prüzen +49 3843 6930-0 info@fnr.de, www.fnr.de

25.–27.09.

Experience Additive Manufacturing EAM Ort: Augsburg Veranstalter: Messe Augsburg Am Messezentrum 5 D-86159 Augsburg +49 821 2572-106 info@messeaugsburg.de www.experience-am.com

27.09.

Seminar: Wärmeleitfähige Kunststoffe clever eingesetzt Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid +49 2351 1064-116 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

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KUNSTSTOFF XTRA

Messen

Stuttgart versus Nürnberg

Zwei Messen buhlen um die Gunst der Branche

Vom 21. bis 23. Mai 2019 geht erstmalig die Fachmesse MedtecLIVE unter dem Motto «Connecting the medical technology supply chain» in Nürnberg an den Start. «In Europa besteht ein dezidierter Bedarf an einer Medizintechnikplattform, die intelligent Branchenthemen im Rahmen einer Messe mit wissenschaftlichen Fragestellungen im begleitenden Fachkongress kombiniert. Diesen Mehrwert leistet die MedtecLIVE», so Dr. Roland Fleck, CEO Nürnberg Messe Group, bei der offiziellen Kick-off-Pressekonferenz für das neue Messeformat. Die MedtecLIVE profi tiert von der Erfahrung zweier der führenden Messegesellschaften weltweit: UBM, der langjährige Veranstalter der bisherigen Medtec Europe in Stuttgart, und die NürnbergMesse, der Veranstalter der bisherigen MT-Connect, bündeln im Dienste ihrer Kunden für die MedtecLIVE ihre Kompetenzen und gründen hierzu eine gemeinsame Tochtergesellschaft.

Innovate, connect and do business «In ihrem Konzept setzt die MedtecLIVE starke Akzente auf Weiterentwicklung und Innovation, auf exzellenten Service und auf ein hochkarätiges Rahmenprogramm – getreu unseren gemeinsamen Leitlinien ‹Innovate›, ‹Connect› und ‹Do Business›», so John van der Valk, Managing Director UBM EMEA Amsterdam. Eine wichtige Säule im Konzept ist der parallel stattfindende Kongress MedTech Summit mit dem Forum MedTech Pharma als ideellem Träger für Messe und Kongress. Das Veranstaltungskonzept der MedtecLIVE zielt darauf ab, alle Player der Medizintechnikbranche, vom Zulieferer bis zum 36

Bild: Nürnberg Messe

Wie bereits berichtet, haben die beiden internationalen Messeveranstalter UBM und NürnbergMesse ihre Kompetenzen im Segment Medizintechnik gebündelt: Die neue Messe «MedtecLIVE» wird ab 2019 in Nürnberg die bisherigen Formate Medtec Europe (in Stuttgart) und MT-Connect (in Nürnberg) ersetzen. Gleichzeitig füllt die Messe Stuttgart die entstandene Lücke mit der neu ins Leben gerufenen Messe T4M (Technik für Medizin).

Im 2019 wird die MedtecLIVE (21.–23. Mai) die Besucher in Nürnberg willkommen heissen.

Hersteller, miteinander zu vernetzen. Die Fachmesse mit Kongress und Matchmaking-Event soll so zu einem InnovationsHub für Teilnehmer aus ganz Europa und darüber hinaus werden.

Bayerns Wirtschaftsminister begrüsst neues Konzept «Die bayerische Medizintechnikbranche ist eine technologieintensive Hightech-Industrie und bedeutender Innovations- und Wachstumsmotor. Bayern hat in der Medizintechnik mit über 1000 innovativen Unternehmen und rund 80 000 hochqualifi zierten Beschäftigten eine Führungsrolle in Deutschland und Europa. Die meist mittelständischen bayerischen Medizintechnikhersteller produzieren mehr als 70 Prozent aller elektromedizinischen Geräte und 20 Prozent der gesamten Medizintechnik in Deutschland. Mehr als drei Prozent der

weltweiten Medizintechnik kommt aus dem Freistaat. Die Exportquote für Medizintechnik liegt bei 75 %. Bayern bietet darüber hinaus eine starke Basis für entsprechende Forschungseinrichtungen und Start-ups. Wir freuen uns, dass von der MedtecLIVE in Nürnberg künftig die entscheidenden Impulse für die Branche ausgehen», begrüsst Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer das neue Messeformat.

Plattform für Austausch und Innovation Das Angebotsspektrum der neuen Fachmesse MedtecLIVE umfasst die gesamte Prozesskette in der Herstellung von Medizintechnik vom ersten Prototypen bis zur Marktreife. Dabei deckt das erweiterte Angebot Bereiche wie Rohmaterialien und Komponenten genauso ab wie Dienstleis7–8/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Messen Made in Switzerland

tungen, etwa zur Zulassung oder Finanzierung, und nachgelagerte Prozesse wie die Verpackung. Als Plattform, die es sich zum Ziel gemacht hat, neueste Trends und Technologien zu fördern, bietet die MedtecLIVE zudem besondere Präsentationsmöglichkeiten für Start-ups und weitere junge innovative Unternehmen. Internationale Pavillons holen darüber hinaus gezielt globale Trends und Expertise nach Nürnberg. Auf zwei frei zugänglichen Fachforen in den Messehallen können Aussteller ihre Produkte und Entwicklungen präsentieren und Besucher ihr Wissen vertiefen. Rundgänge und weitere, mit Kooperationspartnern geplante Formate, sollen das umfangreiche Rahmenprogramm der MedtecLIVE abrunden. Für effizientes Netzwerken bietet die Fachmesse Ausstellern wie Besuchern zudem ein B2B-Matchmaking-Event.

Forschung und Praxis verzahnt Forschung und Entwicklung sind der Motor für die stetige Innovationskraft der Medtech-Branche. So ist es nur konsequent, dass der internationale Kongress MedTech Summit im Verbund mit der MedtecLIVE stattfindet und für eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sorgt. «Wer sich heute an der Entwicklung medizintechnischer Produkte beteiligt – ob als Zulieferer, Hersteller oder Forscher und Anwender – benötigt Know-how, das oft weit über den eigenen Fachbereich hinaus reicht. Nur so lassen sich die regulatorischen Anforderungen der Medical Device Regulation, kurz MDR, aber auch Herausforderungen wie die Digitalisierung und erhöhte Sicherheitsanforderungen meistern. Auf dem MedTech Summit finden die Experten Vorträge, Diskussionen und hilfreiche Kontakte», so Dr. Matthias Schier, Geschäftsführer des Forum MedTech Pharma e.V., das als grösstes Gesundheitsnetzwerk Europas ideeller Träger von MedtecLIVE und des MedTech Summit ist.

Mit der Branche im Dialog Neben dem Forum MedTech Pharma e.V. als ideeller Träger für Messe und Kongress erfährt die Fachmesse eine breite Unterstützung durch die wichtigsten Verbände 7–8/2018

und Institutionen der Medizintechnik-Szene: So tragen die Branchenverbände BVMed und ZVEI, diverse Cluster-Regionen wie das Medical Valley EMN und Medizintechnik Holland und Industrieverbände wie der VDI zukünftig dazu bei, dass die MedtecLIVE die Bedürfnisse der Branche im Interesse der Unternehmen bestens aufgreift. Ein beratender Beirat aus Branchenvertretern und Verbänden wird sich in den nächsten Wochen konstituieren. Als Innovationstreiber und europaweiter Start-up-Förderer im Bereich MedTech agiert EIT Health. Dr. Kurt Höller, Director of Business Creation bei EIT Health: «Zur MedtecLIVE 2019 wollen wir wieder vielversprechende Start-ups aus ganz Europa gezielt bei der Messeteilnahme unterstützen. Denn das Messe-Event in Nürnberg ist eine hervorragende Plattform, um mit relevanten Akteuren aus der gesamten Branche ins Gespräch zu kommen.»

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Messe Stuttgart lanciert T4M Die Messe Stuttgart reagiert auf den Wegzug der Gastmesse Medtec Europe nach Nürnberg mit der Lancierung einer neuen Zuliefermesse für die Mdizintechnik. Die T4M (Technik für Medizin) wird erstmals vom 7. bis 9. Mai 2019 auf einer Fläche von rund 20 000 m² in Stuttgart stattfinden. So, wie die Messe Nürnberg auf die Standortvorzüge im Herzen Bayerns hinweist, so ist die Messe Stuttgart überzeugt, in Baden-Württemberg den richtigen Platz für die Medizintechnik zu haben. Unterstützung erhält der Veranstalter, die Landesmesse Stuttgart GmbH, von zwei gewichtigen Playern: dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA und dem Branchenverband der Schweizer Medizintechnik Swiss Medtech.

Grösster Industrieverband in Europa Als Europas grösster Industrieverband fungiert der VDMA als ideeller Träger der T4M. Damit verantwortet der Verband die Messe inhaltlich und gestalterisch mit und unterstützt die Veranstaltung durch Reputation, Fachwissen und Kontakte. Ideal ist der VDMA als Partner für die Landesmesse Stuttgart durch seinen Bezug zu den Themen Fertigungstechnik und Produktions-

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Messen

Gut vernetzt mit dem Branchen-Schwergewicht Schweiz Mit der Swiss Medtech konnte für die T4M ein gut vernetzter regionaler Kooperationspartner gewonnen werden. Der 2017 gegründete Schweizer Medizintechnikverband mit 560 Mitgliedsunternehmen vertritt den nach Deutschland mit über 10 Mrd. Euro umsatzstärksten Markt für Medizintechnik in Europa. Als ideeller Partner wird die Swiss Medtech einen Gemeinschaftsstand auf der T4M organisieren und Aussteller ebenso wie Besucher aus dem Nachbarland zum Medizintechnik-Hotspot Stuttgart ziehen. Jonas Frey, verantwortlich für das Messewesen beim Schweizer Branchenverband Swiss Medtech, positioniert sich ganz klar für die T4M: «Eine Umfrage bei unseren Mitgliedern hat gezeigt: Baden-Württemberg hat bei den Ausstellern klar die Nase vorne. Zudem pflegt die Messe Stuttgart eine an-

Bild: Messe Stuttgar t

umfeld, die in der Medizintechnik und speziell auf der T4M einen hohen Stellenwert haben. Die Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik des VDMA zeigte sich während der Verhandlungen vom Konzept der T4M und vom Standort überzeugt: «Stuttgart hat sich für Industriemessen speziell im Bereich der Produktionstechnik bewährt», so Niklas Kuczaty, der für Märkte, Veranstaltungen, Mitgliederbetreuung in der Arbeitsgemeinschaft zuständig ist. Kuczaty, setzt zudem hohes Vertrauen in den Veranstalter: «Bei der T4M liegt alles in einer Hand. Ich bin mir sicher, dass die Medizintechnikbranche national und international, neben der hohen Servicequalität der Messe Stuttgart, von der langjährigen Industriemesseer fahrung profitieren wird.»

In der Messe Stuttgart wird die 1. T4M vom 7. bis 9. Mai 2019 stattfinden.

genehme Kooperationskultur und arbeitet auf einem ausgesprochen hohen Servicelevel, sodass wir uns dazu entschieden haben unser beider Expertise für die Medizintechnikbranche gewinnbringend zu bündeln.»

Bestätigung partnerschaftlicher Zusammenarbeit Durch den Abschluss zweier wichtiger Kooperationen für die T4M sieht sich die Landesmesse Stuttgart in ihrer Strategie bestätigt. «Dass wir stark auf den persönlichen Austausch setzen und Messethemen traditionell partnerschaftlich mit den Branchen entwickeln, zahlt sich jetzt aus», resümiert Florian Niethammer, Teamleiter im Bereich Industrie bei der Messe Stuttgart. «Wir führen bereits vielversprechende weitere Ge-

spräche mit Multiplikatoren der Medizintechnik-Branche.»

Kontakte Nürnberg Messe GmbH D-90471 Nürnberg +49 911 8606-8544 medteclive@nuernbergmesse.de und +49 22 4195 97-810 medteclive@ubm.com www.medteclive.com Messe Stuttgart CH: event-ex AG, Amtsstrasse 3 CH-8610 Uster +41 43 399 45 71 peter.plan.switzerland@messe-stuttgart.com www.messe-stuttgart.de/t4m-expo/ n

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Messen

Interview

Ein Neustart, der auf Erfahrung aufbaut Die Überraschung war gross, als der Messeveranstalter UBM im April 2018 bekannt gab, künftig die Medtec Europe in Nürnberg durchführen zu wollen, notabene in Zusammenschluss mit der MT-Connect als neues Format unter dem Namen MedtecLIVE. Wie es zu dieser Entscheidung kam und was die neue Medizintechnikmesse anstrebt sagen Fabienne Valambras, Brand Manager UBM EMEA Amsterdam, und Alexander Stein, Exhibition Director, NürnbergMesse, im Gespräch mit KunststoffXtra.

Marianne Flury

Sowohl die Medtec Europe als auch die MT-Connect mussten einen massiven Ausstellerrückgang gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Weshalb glauben Sie, dass die MedtecLIVE erfolgreich sein wird? Valambras: Die MedtecLIVE startet genau zum richtigen Zeitpunkt: Der Gesprächsbedarf in der Branche ist so gross wie nie. Die hohe Komplexität, die der medizintechnische Fortschritt erreicht hat, aber auch regulatorische Herausforderungen wie die MDR (Medical Devices Regulation, Anm. Red.) fordern von allen Beteiligten mehr Wissen, mehr Austausch. Alexander Stein: Wir sind uns sicher, dass die Aussteller die Vorteile sehen, die sich durch die gemeinsame Veranstaltung ergeben und aktiv daran teilhaben wollen. Ein Event auf fachlich hohem Niveau, das 7–8/2018

Bild: UBM EMEA.

Fabienne Valambras: Wir bündeln unsere Stärken, weil wir überzeugt sind, dass unsere Aussteller, Besucher und die gesamte Branche eine gemeinsame Veranstaltung und damit eine zentrale MedTech-Plattform im süddeutschen Raum als zielführender erachten. Und: beide Messen hatten zum Ziel, die führende Branchenplattform für das Thema Herstellung von Medizintechnik anzubieten. Mit der MedtecLIVE sind wir nun gemeinsam auf gutem Weg.

Bild: NürnbergMesse

Die Medtec Europe fusioniert nach 17 Jahren Messepräsenz in Stuttgart mit der MT-Connect, die bisher zweimal in Nürnberg durchgeführt wurde. Weshalb der Zusammenschluss und damit der Umzug nach Nürnberg?

Fabienne Valambras: Die inhaltlichen Schwerpunkte legen wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Branche fest.

Alexander Stein: Fachlicher Austausch und Vernetzung für die gesamte Wertschöpfungskette – das ist unser Anspruch.

die gesamte Lieferkette der Medizintechnik abdeckt, Innovationen zeigt und aktuelle Branchenthemen aufgreift, ist für Akteure aus ganz Europa spannend. Das ist ein erfolgsversprechendes Konzept: Besucher dürfen ein noch grösseres Angebot und mehr fachliche Highlights erwarten. Aussteller profitieren von einer erweiterten Besucherzielgruppe.

Valambras: Sie dürfen auf der MedtecLIVE einen attraktiven Mix aus Formaten und Fachangeboten erwarten. Es gibt zwei Fachforen für Aussteller- und Expertenvorträge, dazu der begleitende Kongress MedTech Summit mit seinem hohen Renommee. Für Start-ups und junge innovative Unternehmen gibt es eine eigene Sonderfläche. Und auch das PartneringEvent für gezielte 1:1 Gespräche zwischen Besuchern, Ausstellern und Kongressteilnehmern werden wir wieder auflegen.

Was ist anders, neu am Messekonzept? Stein: Wir haben drei Kernpunkte in den Mittelpunkt unserer Planungen gestellt: Innovate, Connect und Do Business. Sprich: Die MedtecLIVE bringt neueste Trends und Technologien ins Gespräch, gleichzeitig ist sie DIE Netzwerkplattform für die Medtech-Szene Europas. Und last but not least ist die MedtecLIVE eine Messe, auf der sich Experten austauschen, neue Lösungen finden und Geschäftsbeziehungen anbahnen.

Wo wird thematisch der Fokus liegen? Valambras: Die inhaltlichen Schwerpunkte legen wir gemeinsam mit unseren Partnern aus der Branche fest, sodass wirklich die Themen zur Sprache kommen, die die Medtech-Szene bewegt. Unser ideeller Träger Forum MedTech Pharma e.V., aber auch die Branchenverbände BVMed, ZVEI, VDI und die Aussteller, die sich im Fachbei39


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Messen

rat engagieren, bringen sich stark ein. Im Kongress und in den zwei frei zugänglichen Fachforen wird es unter anderem um die Themen MDR und deren Umsetzung, um die Möglichkeiten der Digitalisierung, um Fragen der IT-Sicherheit und um Usability und Design von Medizinprodukten gehen. Wen spricht die Messe an? Stein: Auf Seiten der Aussteller begrüssen wir primär Zulieferer, Komponenten- und Materialhersteller, aber auch Auftragsfertiger, Dienstleister, Start-ups und weitere Anbieter der Medizintechnik. Auch Maschinenhersteller und Anbieter von Produktionstechnik sehen wir unter den Ausstellern. Als Besucher sprechen wir gezielt die Einkäufer, Produktmanager, Entwickler und Forscher der Medizintechnik-Hersteller aus ganz Europa an. Im Rahmen des Fachkongresses MedTech Summit, der ja parallel zur MedtecLIVE stattfi ndet, erwarten wir auch den forschenden Kliniker oder den Wissenschaftler auf dem Event. Was spricht für den Standort Nürnberg? Stein: Zum einen die Lage: Nürnberg ist geografisch in der Mitte Europas und ist verkehrstechnisch hervorragend angebunden. Aus der Schweiz haben wir zum Beispiel mehrmals täglich Direktflüge ab Zürich, sodass man in unter einer Stunde Flugzeit bei uns ist. Zum anderen ist die Metropolregion Nürnberg selbst ein starker Medizintechnik-Standort und ein interessanter Markt. Über 1000 innovative Medtech-Unternehmen haben in Bayern ihren Sitz, mit einem Gesamtumsatz von zuletzt rund 10 Milliarden Euro. Das ist

vergleichbar mit Ländern wie Frankreich und Italien. Valambras: Ein weiterer Vorteil ist, dass wir mit unserem Kooperationspartner NürnbergMesse auf dem eigenen Gelände operieren – was in puncto Serviceleistungen vieles einfacher und manches erst möglich macht. Eine hohe Servicequalität liegt uns für Aussteller und Besucher am Herzen. Wie sind die ersten Reaktionen von Ausstellern, Verbänden, Besuchern? Valambras: Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf bisher. Die Reaktionen und das Interesse der Aussteller sind äusserst positiv. Besonders freut uns, dass sich 20 Cluster und Organisationen schon jetzt, fast ein Jahr vor der Messe-Premiere, für die MedtecLIVE ausgesprochen haben. Wer unterstützt die Messe? Stein: Mit dem BVMed, dem ZVEI und dem VDI sind führende deutsche Fachverbände mit an Bord. Und auch der Zuspruch von Cluster-Regionen aus ganz Europa ist gross: vom Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg, über saaris, bis hin zu Medizintechnik Holland, Human Technology Styria aus Österreich und EIT Health, um hier eine Auswahl zu nennen. Das Interesse ist weiterhin gross, weitere Anfragen und Gespräche, auch aus der Schweiz, laufen noch. Die Messe Stuttgart hat sofort reagiert und veranstaltet anfangs Mai 2019 die T4M. Das ist eine Kampfansage. Welche Trumpfkarten ziehen Sie, damit Aussteller und Besucher sich für die MedtecLIVE entscheiden?

Valambras: UBM und NürnbergMesse bringen beide ihre Erfahrungen und Kontakte in die MedtecLIVE ein. Das bedeutet einen Neustart, aber mit viel Erfahrung am Steuer. UBM als langjähriger Veranstalter der Medtec Europe, MD&M in den USA oder Medtec Messen in Asien verfügt über einen enormen Kontaktkreis, um Aussteller und Besucher zu erreichen. Auch unsere Messen CPhI oder Pharmapack werden die MedtecLIVE mit bewerben. Seitens der NürnbergMesse ist die Zahl und Qualität der Branchenkontakte ebenfalls beeindruckend. Und auch hier gibt es Synergieeffekte durch thematisch angrenzende Veranstaltungen wie der Embedded World oder Fachpack. Stein: Fachlicher Austausch und Vernetzung für die gesamte Wertschöpfungskette der Medizintechnik – das ist in aller Kürze unser Anspruch. Genauso innovativ wie die Branche wird auch die MedtecLIVE als Branchenevent sein, mit einem Dreiklang aus Messe, Kongress und Partnering-Event. Die MedtecLIVE geht vom 21. bis 23. Mai 2019 an den Start. Was muss die Messe erfüllen, damit sie für Sie erfolgreich ist? Stein: Wir sind erfolgreich, wenn unsere Aussteller und Besucher es sind: Wenn die Angebotsqualität überzeugt, die richtigen Leute ins Gespräch kommen und die Stimmung in den zwei Messehallen gut ist. Dann haben wir unser wichtigstes Ziel erreicht. Eine qualitativ hochwertige Fachmesse, auf der wertvolle Kontakte entstehen, sichert langfristig den Messeerfolg und damit auch zukünftiges Wachstum. n

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Messen

Interview

Eine Messe geht, eine neue kommt Ein paar Tage vor der Durchführung der Medtec Europe im April 2018 gab der Veranstalter, die UBM, bekannt, dass die Messe zum letzten Mal in Stuttgart stattfinde und in 2019 zusammen mit der MT-Connect als MedtecLIVE ihr Debüt halten wird. Die Antwort der Messe Stuttgart auf den Wegzug der Medtec Europe ist eine neue Messe, die T4M. Ulrich Kromer von Baerle, Sprecher der Geschäftsführung Messe Stuttgart, und Florian Niethammer, Teamleiter im Bereich Industrie, sprechen über die Hintergründe.

Herr Kromer, nach 17 Jahren Präsenz des Gastveranstalters UBM mit der Medtec zieht diese nun an den Standort Nürnberg. Weshalb der Wegzug? Ulrich Kromer von Baerle: Mehr als das, was in der Presse steht, wissen wir tatsächlich auch nicht zu den Beweggründen von UBM, Baden-Württemberg den Rücken zuzukehren. Wir hatten UBM in der Vergangenheit mehrfach unsere Unterstützung oder auch eine Kooperation angeboten. Wie auch andere Betroffene wurden wir trotzdem vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir sehen darin jedoch Chancen: Wir können nun selbst eine Veranstaltung für und mit der Medizintechnikbranche und Zulieferer gestalten und damit ein massgeschneidertes Angebot für Aussteller und Besucher entwickeln. Sie sind nicht untätig und planen mit der T4M (Technik für Medizin) bereits eine neue Plattform für die Medizintechnik-Zulieferindustrie. Eine Trotzreaktion oder der Zwang zur Auslastung der Messehallen? Kromer: Beides wäre sicherlich keine gute Basis für die Etablierung einer neuen Messe. Zudem können wir uns über eine mangelnde Auslastung nicht beklagen. Die T4M ist vielmehr von der Branche gewollt. Wir haben nach dem Weggang der Medtec zahlreiche Anfragen von in- und ausländischen Unternehmen zu einem künftigen Messeangebot für Medizintechnik am Standort erhalten. Deshalb werden wir der Medizintechnik eine neue Plattform in Stuttgart bieten. Die MedtecLIVE ist ein Zusammenschluss der Medtec Europe und der MT-Connect. 7–8/2018

Bilder: Messe Stuttgar t

Marianne Flury

Ulrich Kromer: Wir werden der Medizintechnik eine neue Plattform in Stuttgart bieten.

Florian Niethammer: Das Angebot der T4M ist bewusst noch nicht in Stein gemeisselt.

Manch ein Unternehmen mag aufgeatmet haben wegen dieser Konsolidierung. Nun buhlen wieder zwei Messen um die Aussteller- und Besuchergunst. Besteht der Bedarf nach zwei Messen oder anders ausgedrückt: Können beide Messen überleben? Kromer: Das werden Aussteller und Besucher am Ende entscheiden. In unserem Interesse ist natürlich, dass sich die T4M am Markt etabliert. Dafür arbeiten wir mit der Branche an einem optimalen Angebot und setzen darauf, auch die noch unentschiedenen Aussteller rasch zu überzeugen. Ich möchte an dieser Stelle nochmal erwähnen, dass das Team rund um Florian Niethammer nur dann die Bedürfnisse der Branche optimal bedienen kann, wenn wir im Dialog sind.

Anm. der Red.). Sie unterstützen uns nicht nur inhaltlich und gestalterisch, sondern verfügen auch über ein starkes Netzwerk. Zum anderen können sich Partner, Aussteller und Besucher der T4M auf unsere hohe Betreuungs- und Dienstleistungsqualität, belastbare Kommunikation und klare Zuständigkeiten verlassen. Die bisher vorliegenden Reservierungen zeigen uns, dass es national, wie international grosses Vertrauen in unsere Messekompetenz allgemein und den partnerschaftlichen Ansatz mit der Medizintechnikbranche gibt.

Herr Niethammer, wie überzeugen Sie die potenziellen Aussteller, sich an der T4M zu präsentieren? Florian Niethammer: Für eine Beteiligung an der T4M sprechen viele Faktoren. Zum einen haben wir gerade zwei Partnerschaften mit einflussreichen Verbänden geschlossen (VDMA und Swiss Medtech,

Was unterscheidet die T4M von der ehemaligen Medtec? Niethammer: Mit der T4M wollen wir der Branche eine Plattform bieten, die dem Informations- und Kontaktinteresse aller Beteiligten wirklich gerecht wird. Aus diesem Grund beziehen wir die Industrie von Anfang an in die Planung und auch später in die Weiterentwicklung der Messe mit ein. Das Angebot der T4M ist bewusst noch nicht in Stein gemeisselt, sondern formt sich in Zusammenarbeit mit allen Branchenmitgliedern, die sich einbringen 41


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Messen

möchten. Ganz aktuell sind wir dabei, die Nomenklatur zu verabschieden – so viel sei schon verraten.

gen Teilnehmern aus für die Medizintechnik unverzichtbaren Standorten, wie der Schweiz und Frankreich.

Wo wird der Fokus thematisch liegen? Niethammer: Einen hohen Stellenwert werden die Bereiche Fertigungstechnik und Produktionsumfeld haben. Vor allem die Fertigungstechnik ist durch die seit Mai 2017 geltenden strengen MDR-Vorgaben für den gesamten Wertschöpfungsprozess noch stärker in den Mittelpunkt gerückt. Sie ist eine der zentralen Zukunftsthemen für die Branche.

Was spricht für den Standort Stuttgart? Kromer: Stuttgart ist als starker Wirtschaftsstandort weltweit bekannt. Mit mehr als 600 Unternehmen ist Baden-Württemberg eine der europaweit führenden Regionen auf dem Gebiet der Medizintechnik. Neben den Marktführern der Branche sitzen hier auch bedeutende Forschungseinrichtungen. Ferner ist unser hochmodernes Messegelände in der Branche bekannt und die Aussteller wissen um die hervorragende Infrastruktur mit dem direkt anschliessenden Flughafen Stuttgart, der Autobahn, den vielen ICE-Verbindungen zum Stuttgarter Hauptbahnhof sowie der Perspektive auf die direkte ICE-Anbindung des Messegeländes in wenigen Jahren.

Wen spricht die Messe an? Niethammer: Die T4M ist ebenso für Hersteller als auch für die gesamte Zulieferindustrie der Medizintechnik interessant. Entwicklungs- und Produktionsleiter, Ingenieure und Verpackungsspezialisten, aber auch Wissenschaftler sollen hier die neuesten Technologien und Konzepte finden. Durch die günstige geografische Lage Stuttgarts rechnen wir zudem mit wichti-

Die Arbeitsgemeinschaft Medizintechnik im VDMA war seit 2016 Partner der Med-

tec Europe in Stuttgart und bleibt offenbar Partner auch der T4M. War das sofort klar? Niethammer: Ja, und darüber freuen wir uns sehr. Als Europas grösster Industrieverband fungiert der VDMA fortan als ideeller Träger der T4M. Damit verantwortet der Verband die Messe konzeptionell mit und unterstützt die Veranstaltung durch Reputation, Fachwissen, Kontakte und die Kommunikation mit Maschinenbauunternehmen. Die T4M wird erstmals vom 7. bis 9. Mai 2019 an den Start gehen. Was muss die Messe erfüllen, damit sie für Sie erfolgreich ist? Kromer: Diese Frage ist leicht zu beantworten: Wenn unsere Partner zufrieden sind, die Aussteller auf erfolgreiche Tage zurückblicken können und die Besucher wertvolle Impulse mit nach Hause genommen haben. Kurzum: Eine zufriedene Branche ist uns wichtig. n

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Schliesskraftbereich seiner voll-

mit den doppelten Linearführungs-

hub beträgt bis zu 800 mm. Verti-

zunehmend auch die Medizintech-

elektrischen Maschinenreihe auf

systemen der Horizontalachsen –

kal können bis zu 1400 mm reali-

nik: Optisch anspruchsvolle und

3200 kN. «Mit der neuen grossen

Zykluszeiten von unter vier Sekun-

siert werden, wobei der Vertikalhub

funktionale Oberflächen sind im-

PX und dem Folienvorschub IMD

den ermöglicht. Die kompakten

beim Primus 26 als Einzelachse

mer stärker gefragt. Das In-Mold-

SI Duo können Kunststoffverarbei-

Abmessungen des Primus 10 prä-

ausgeführt ist, und beim Modell

Decoration-Verfahren (IMD) mit

ter ihren Output durch Mehrkavitä-

destinieren ihn für den Betrieb in-

26T als Teleskopachse. Die Aus-

seiner Durchführung einer deko-

tenwerkzeuge steigern und erhal-

nerhalb der Schutzeinhausung ei-

führung der Horizontalachsen ist

rierten Folie durchs Werkzeug, von

ten zusätzlich mehr Flexibilität für

ner Spritzgiessmaschine.

bei beiden Robotern die gleiche.

wo sich die Lackschichten auf das

ihre Produktion», fasst Mitzler die

Mit den Modellen Primus 26 und

Alle Modelle werden über die Witt-

Kunststoffteil übertragen, bietet

Vorteile der neuen Technologie

Primus 26T führt Wittmann nun

mann R8 TeachBox gesteuert.

eine effiziente und attraktive Mög-

zusammen.

noch grössere Modelle der Reihe

(Gesamtgewicht

Sensoren

ist

ein. Es handelt sich dabei um die

lichkeit der Veredelung. «Bei Mehrkavitätenwerkzeugen waren die

Krauss-Maffei (Schweiz) AG

ersten Modelle der Primus Serie,

Wittmann Kunststofftechnik AG

Möglichkeiten bislang aber auf End-

Grundstrasse 3

die auf Spritzgiessmaschinen mit

Uznacherstrasse 18

losdekore und flache Bauteile be-

CH-6343 Rotkreuz

Schliesskräften von bis zu 400 t

CH-8722 Kaltbrunn

schränkt. Einzelbilddekore mit ex-

+41 41 799 71 80

laufen können. Durch seine Trag-

+41 55 293 40 93

aktem Stand liessen sich nicht rea-

info-ch@kraussmaffei.com

last von 10 kg offeriert der Primus

info@wittmann-group.ch

lisieren», erklärt Jochen Mitzler,

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26 die Möglichkeit, auch komple-

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7–8/2018

43


KUNSTSTOFF XTRA

Produkte

Mitutoyo Surftest SJ-310 – mobil, kompakt und vielseitig Für mehr Freiheit bei der Oberflä-

beabsichtigte

chenrauheitsmessung.

vermeiden. Die Benutzerführung

Bedienvorgänge

Der grosszügig bemessene, farbi-

erfolgt wahlweise in 16 Sprachen,

ge LCD-Touchscreen (5.7“) mit

welche nach Belieben gewechselt

intuitiver Benutzerführung sorgt

werden können.

für ein sicheres und komfortables

Die Surftest SJ-310 Serie erfüllt

Handling der reichhaltigen Geräte-

alle wichtigen Industrienormen.

funktionen. Die Bildschirmanzeige

Ergänzend zu den Berechnungser-

kann zwischen Symbol- und Text-

gebnissen lassen sich auch bewer-

darstellung umgeschaltet werden,

tete Profile, Materialanteilskurven sowie die Amplitudenverteilungs-

eine Bedienhilfe zeigt Funktionserläuterungen zu allen Touchscreen-

ter Sicht auf die zu messende Flä-

ein Oberflächenprofil ablegen. Mit

Schaltflächen. Das Einstellen der

che hilfreich, beispielsweise bei

der optionalen SD-Speicherkarte

Auswertebedingungen

kurve darstellen.

erfolgt

Messungen in einem Sackloch. Eine

als Erweiterung kann eine grosse

Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG

über die Auswahl der gewünsch-

breite Palette optionaler Tastköpfe

Anzahl weiterer Messbedingungen

Heinrich Stutz-Strasse 20

ten Bedingungen aus einer ange-

ist verfügbar, einschliesslich Taster

und Oberflächenprofile gespei-

Postfach

zeigten Liste.

für sehr kleine Bohrungen, Zahnrad-

chert werden.

CH-8902 Urdorf

Das Display signalisiert, wenn die

oberflächen und tiefe Nuten.

Der Zugriff auf jede einzelne Funk-

+41 44 736 63 63

Tastspitze das Werkstück berührt.

Im internen Speicher lassen sich

tion kann mit einem Passwort ge-

info@brw.ch

Das ist vor allem bei eingeschränk-

bis zu 10 Messbedingungen sowie

sperrt werden. So lassen sich un-

www.brw.ch

Druckwasser-Gerätelinie L beispielsweise mit der ΔT Regelung

Velox präsentiert auf 3D-Druck zugeschnittenes Produktsortiment

für die Durchflussregelung, lassen sich bis zu 50 % des Energiebe-

Die Velox GmbH und ihr langjähri-

darfs einsparen.

ger Partner, die SK Chemicals Co.,

Auf einen Blick

Ltd (Südkorea), stellen gemein-

– Ergänzung zu bestehenden

sam

Kunststoffsortiment

Linien M- und XL mit Druck-

Skyplete vor. Dieses richtet sich

wassergeräten bis 200 °C

speziell an die 3D-Druckindustrie.

– Kompakte Alternative zu XL-Geräten – Pumpen mit hoher Effizienzklasse IE3 – Druckregelung, indirekte und SK-Kühlung – Wählbare hohe Förder-, Die neuen Druckwasser-Tempe-

das

Kühl- und Heizleistungen

Unter den Skyplete-Materialien sind unter anderem folgende Produkte besonders hervorzuheben: das EN100, eine PLA-basierte, biologisch abbaubare Type mit hoher Wärmebeständigkeit (der HDT-

das Skyplete-Sortiment sind Fila-

Wert liegt bei 100 °C – das Dop-

menthersteller und Compoundeu-

pelte vieler konkurrierender Pro-

re, die innovative, hochspeziali-

riergeräte der Regloplas Linie L die-

– Individuell anpassbar

dukte) sowie die E-Serie aus teil-

sierte 3D-Druckmaterialien mit

nen als Ergänzung zu den beste-

– Bis zu 50 % Einsparung des

weise biobasierten Copolyestern,

richtungsweisenden Eigenschaf-

henden Linien M und XL und bril-

Energiebedarfs bei Kombinati-

die gängige ABS- und PLA-Alterna-

ten benötigen. Velox vertreibt die

lieren mit einem hervorragenden

on mit der ΔT Regelung von

tiven an Schlagzähigkeit und Tem-

Produkte europaweit.

Preis-Leistungs-Verhältnis,

Regloplas.

peraturbeständigkeit übertreffen.

kom-

pakten Massen sowie wählbaren

Nicht zu vergessen: Copolyester-

Velox GmbH

und hohen Förder-, Kühl- und Heiz-

Regloplas AG

Typen, die die Vorzüge von PLA

Niederlassung Freiburg

leistungen. Die Geräte sind verfüg-

Flurhofstrasse 158

und ABS verbinden – etwa lebens-

Ziegelhofstrasse 234

bar bis zur neuen maximalen Medi-

CH-9000 St. Gallen

mittelrechtliche Zulassungen, ge-

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ums-Temperatur von 200 °C und

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individuell anpassen. Kombiniert

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bund. Der Zielmarkt von Velox für

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44

7–8/2018


Sabic erweitert bereits zum dritten

Anwendungen. Diese fortschrittli-

fenden Fachkenntnisse und Erfah-

Mal innerhalb der letzten 12 Mo-

chen neuen Filamente eignen sich

rungen in der Medizintechnik ein,

nate ihr Produktportfolio für die

für voll funktionsfähige Fertigteile

um additive Fertigungstechniken

additive Fertigung. Im Mittelpunkt

ebenso wie für Prototypen und

voranzutreiben.

stehen diesmal drei neue Filamen-

sind ein massgeblicher Bestandteil

te für das FDM-Verfahren (Fused

der Sabic-Strategie zur Expansion

Vertriebspartner von Sabic

Deposition

Ultem

der Einsatzbereiche im Feld der

in der Schweiz:

AM1010F für allgemeine Hoch-

additiven Fertigung. Gleichzeitig

Lenorplastics AG

temperaturanwendungen,

Modeling):

ein-

bringt das Unternehmen seine

Bruggfeldweg 3

schliesslich Werkzeuge, sowie Ul-

breit gefächerte Erfahrung in Ma-

CH-4147 Aesch

tem

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optimierung sowie seine tiefgrei-

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und

Hasco Etagenwerkzeug-Komponenten – neu mit Modul 2,5 Mit dem Ziel die Produktion effizi-

auf der Spritzgiessmaschine sowie

enter zu gestalten, kommen nicht

hohe Öffnungskräfte durch hoch-

nur bei begrenzter Produktionsflä-

wertige Materialauswahl.

che zunehmend Etagenwerkzeuge

DLC beschichtete Gleitführungen

zum Einsatz. Diese bieten durch

minimieren den Verschleiss und

die doppelte Zahl an Kavitäten

verlängern die Wartungsintervalle.

auch eine Verdopplung der Teile-

Alle Normteile sind ab Lager ver-

ausbringung bei gleicher Schliess-

fügbar. Durch den Einsatz der Has-

kraft und somit eine effektivere

co Etagenwerkzeug-Komponenten

Produkte Ihr Ihr zuverlässiger zuverlässiger Partner, Partner, wenn es um Peripherie wenn es um Peripherie in in der der Kunststoffverarbeitung Kunststoffverarbeitung geht! geht!

Sabic erweitert Materialportfolio erneut

Ihr zuverlässiger Partn wenn es um Peripherie in Kunststoff der Kunststoffverarb | Maschinen | Lösungen

KUNSTSTOFF XTRA

bleiben die Werkzeugherstellkos-

Maschinenauslastung. Alternativ ermöglicht die gleiche

Bauform, dem Modul 2,5, ergänzt,

ten kalkulierbar. Sie wirken sich

Kavitätenzahl eine Halbierung der

welche Anwendern ermöglicht,

positiv auf die Artikelstückkosten

Schliesskraft und damit verbunden

jetzt auch kleinere Etagenwerk-

und die Wettbewerbsfähigkeit aus.

einen geringeren Invest- und Platz-

zeuge zu realisieren.

bedarf. Etagenwerkzeuge bieten

Die standardisierten Hasco Kom-

eine vorteilhafte technische und

ponenten ermöglichen einen ein-

Hasco Hasenclever GmbH+Co KG

wirtschaftliche Variante zu grösse-

fachen, wiederholgenauen und

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ren Maschinen oder Werkzeugen.

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Gravimetrisch oder volumetrisch nach Wahl

Ultrapolymers erweitert Portfolio für Medizintechnik Um kontinuierlich eine breite Auswahl an Kunststoffen für die Herstellung medizintechnischer und pharmazeutischer Produkte anzubieten, hat Ultrapolymers die Distributionsvereinbarung für die Styrenic Specialties von Ineos Styrolution auf ganz Europa ausgeweitet. Darüber hinaus umfasst das Produktportfolio jetzt auch die neuen Purell Polyolefine EP370S und RP375R von LyondellBasell. Damit verfügt Ultrapolymers über

motan-colortronic kombiniert mit

en. Aufgrund der gleichen techni-

ein noch breiteres Angebot an

dem Spectroflex erstmals volume-

schen Basis der volumetrischen

Thermoplasten für Health-Care-

trische und gravimetrische Dosie-

und gravimetrischen Systeme ist

Anwendungen.

rung auf einer Geräte-Plattform.

der Schulungsaufwand in der Pro-

Während Transparenz bei vielen

Spectroflex V ist ein modular aufge-

duktion gering, ebenso wie für den

pharmazeutischen Verpackungen

Purell EP370S ist ein nukleiertes

bautes, hochflexibles volumetri-

Wechsel zwischen verschiedenen

entscheidend ist, stehen bei der

Polypropylen-Copolymer, das eine

sches Dosiersystem für Pulver,

Materialien und den beiden Dosier-

Werkstoffwahl für medizintechni-

sehr gute Steifigkeit und Schlagzä-

Granulate, Pellets, Mahlgut, Flakes

technologien. Dank der auch hier

sche Geräte meist die Steifigkeit

higkeit bei niedrigen Temperatu-

und Fasern. Die Modularität ermög-

verfügbaren Wechselmodule (Bild)

und Schlagzähigkeit im Vorder-

ren mit guten Fliesseigenschaften

licht die optimale, individuelle An-

fällt keine Reinigungszeit bei Mate-

grund. Die aktuellen Ergänzungen

kombiniert.

passung. Mit wenigen Handgriffen

rialwechseln an, der Umrüstauf-

des Portfolios von Ultrapolymers

Purell RP375R ist ein Polypropy-

lässt sich das Dosiergerät schnell

wand ist minimal.

sind ideal geeignet, um beide An-

len-Random-Copolymer mit hoher

und einfach verschiedenen Materi-

Gesteuert wird die gravimetrische

forderungen zu erfüllen.

Fliessfähigkeit,

aleigenschaften anpassen.

Dosierung über GRAVInet SF, die

Zu den transparenten Styrenic Spe-

Transparenz und einem massge-

Nun steht mit dem Spectroflex G

netzwerkfähige Steuerung für bis zu

cialties von Ineos gehören Terlux

schneiderten Additivpaket zur Stei-

als Ergänzung ein gravimetrisches

zwei Dosiermodule. Die präzisen

HD, Styrolux, NAS, Zylar, K-Resin

gerung der Beständigkeit bei der

Dosiermodul zur Verfügung. Es

DMS-Wägezellen sind mit separaten

und Styroflex. Novodur HD und Lu-

Gammastrahlen- bzw. X-Ray-Steri-

nutzt die gleiche Basis und die glei-

Verstärken und CAN-Bus-Schnitt-

ran HD sind bevorzugte Optionen

lisation. Damit erfüllt dieses Pro-

chen Wechselmodule wie das

stelle ausgestattet – und damit ge-

für Anwendungen, die eine sehr

dukt die erhöhten Anforderungen

Spectroflex V und ist ebenfalls für

rüstet für den Einsatz in modernen

gute Steifigkeit und Festigkeit erfor-

aufgrund steigender Intensitäten

Granulate, Mahlgut, Pulver und

Produktionsumgebungen.

dern. Diese Spezialitäten zeichnen

bei der Sterilisation.

ausgezeichneter

sich durch Rezepturkonstanz und

Flakes geeignet. Je nach Aufgabematerial und Gerätevariante sind

motan-colortronic ag

hohe Liefersicherheit aus.

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und mehr als 3000 Liter pro Stun-

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46

7–8/2018


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