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März 2018

KUNSTSTOFF XTRA OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

Saubere Leistung | ENGEL medical

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EDITORIAL

Nichts für Selbstverwirklicher Gemäss einer Studie des europäischen Verbands der Kunststoffverarbeiter (EuPC) sind die Hauptgründe für die mangelnde Abnahme von rezyklier-

www.granula.ch www.granula.eu

KUNSTSTOFF XTRA

tem Kunststoff die ungenügende Qualität und die zu geringe Verfügbarkeit. Da kommt doch der Importstopp von China für Kunststoffabfälle gerade recht. Solange China die Restriktion aufrechterhält, bleibt in Europa mehr Material zurück. Das bedeutet, dass es sich neuerdings wieder lohnen kann, in Sortierund Recyclinganlagen zu investieren. Etwas, das in früheren Jahren auf Grund der herrschenden Unsicherheit, ob die Anlagen überhaupt ausgelastet werden können, vor sich hergeschoben wurde. An Zielsetzungen bezüglich der Verwertung von Kunststoffabfällen fehlt es weder in der Schweiz noch in der EU28. Bei dem durch die EU-Kommission vorgelegten Strategiepapier für Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft handelt es sich um eine freiwillige Selbstverpflichtung. Ob auf der Basis von Freiwilligkeit genügend Schub aufkommt, damit griffige Massnahmen umgesetzt werden, wird sich weisen. Immerhin zeigen Zahlen von Eurostat, dass die stoffliche Verwertung von Verpackungsabfällen aus Kunststoffen in Europa mit einem Durchschnittswert von 39,8% (Stand 2015) relativ weit fortgeschritten ist. Gemäss Bafu (Bundesamt für Umwelt) ist die Schweiz diesbezüglich mit gerade einmal 10% weit abgeschlagen. Die angepeilte Zielvorgabe ist in Deutschland bis ins Jahr 2022 auf 63%, in der EU28 auf 50–55% gesetzt. In der Schweiz liegt eine Empfehlung des Bafu auf dem Tisch, die 70% anstrebt. Erreicht werden kann dieses überaus ehrgeizige Ziel (falls überhaupt) nur, wenn die verschiedenen aufbereitung macht nur Sinn, wenn sie ökologisch und ökonomisch ist; das ist mit der Separatsammlung der Detailhändler und der vorfinanzierten Separatsammlung mit dem Abfallsack möglich. Ansonsten gehört der Haushaltsabfall in die KVA. Damit Qualität und Quantität stimmen, müssen sich Designer und Selbstverwirklicher bei der Gestaltung von Verpackungen zurücknehmen und sich gemeinsam mit den Rohstoffherstellern und Verarbeitern bereits beim Entwurf eines Produkts Gedanken über recyclingrelevante Aspekte machen. Das ist eine Aufgabe, die zunehmend auf offene Ohren stösst.

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com 3/2018

Medizinaltechnik

Marktplayer gemeinsam am selben Strick ziehen. Eine werkstoffliche Wieder-


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INHALTSVERZEICHNIS

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FOKUS Abfall-Importverbot: Schweiz und Europa profitieren davon

Seit anfangs Jahr gilt ein Importverbot von Seiten Chinas für gewisse Kunststoffabfallfraktionen. Betroffen sind vor allem gebrauchte Kunststoffe aus LDPE und HDPE, die bisher in grossen Mengen aus Gewerbe und Industrie nach China exportiert wurden. Die unmittelbaren Auswirkungen des Importstopps sind tiefere Preise für das Abfallsammelgut und bessere Qualität von Recyclingmaterial.

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VERARBEITUNG Schaltgehäuse aus 14 Kunststoffteilen

Als Zulieferer von Jopp Automotive fertigt Weiss Kunststoffverarbeitung das Schaltgehäuse für die PDK-Variante (Porsche Doppelkupplungsgetriebe) des Porsche Macan. Das Gehäuse besteht aus 14 Kunststoffteilen und schafft die Voraussetzung für präzises Schalten mit angenehmem «Feeling» und schnellen Schaltvorgängen.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für Werkstoffe – Verarbeitung – Anwendung Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 8. Jahrgang (2018) Druckauflage 5800 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2017 5451 Exemplare total verbreitete Auflage 1446 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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MEDIZINTECHNIK Smart Health & Technologies im Fokus

Vom 17. bis 19. April 2018 findet die Medtec Europe statt, Sammelpunkt für Medizintechnik-Profis mit Fokus auf die Zulieferer- und Komponentenindustrie. Die Veranstaltung bietet auch verschiedene Weiterbildungsplattformen mit Zugang zu den neuesten regulatorischen Entwicklungen und Innovationen am Markt.

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WERKSTOFFE

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INDUSTRIE 4.0 Möglichkeiten der Industrie 4.0 voll ausschöpfen

Forscherinnen und Forscher aus drei Aachener Fraunhofer-Instituten arbeiten an der vollständigen Vernetzung von Maschinen und Sensoren, um alle erfassten Produktionsdaten mit intelligenten Algorithmen in Echtzeit auswerten und Prozesse flexibel anpassen zu können. Auf der Hannover Messe zeigen sie, welche Möglichkeiten sich damit für die Fertigung anspruchsvoller Produkte für unterschiedliche Branchen ergeben.

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com

Vorstufe Triner Media + Print Schmiedgasse 7 CH-6431 Schwyz Telefon +41 41 819 08 10 beratung@triner.ch www.triner.ch

Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler

Abonnemente Telefon +41 41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Pfaffacherweg 189 Postfach 19 CH-5246 Scherz Telefon +41 56 619 52 52 Telefax +41 56 619 52 50 info@sigimedia.ch Chefredaktion Marianne Flury St. Niklausstrasse 55 CH-4500 Solothurn Telefon +41 32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

Druck Werner Druck & Medien AG Kanonengasse 32 Postfach 2212 CH-4001 Basel Telefon +41 61 270 15 15 www.wd-m.ch

Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto)

Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2018 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug

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INHALTSVERZEICHNIS

Hemmnisse für den Einsatz von Kunststoffrezyklat in Kunststoff verarbeitenden Unternehmen

VERBAND

100%

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WIRTSCHAFT

78%

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GKV: Letztjähriger Umsatzrekord erneut getoppt

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Anteil der befragten Unternehmen

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CLUSTER

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RECYCLING Die Kreislaufwirtschaft ist eine Riesenchance

Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland verzeichnet für 2017 erneut einen Umsatzrekord. Das gab der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) auf seiner Jahrespressekonferenz am Aschermittwoch in Frankfurt a/M bekannt.

Welche Bedeutung die Kreislaufwirtschaft für das Image von Kunststoff hat und was diese für Engel Austria bedeutet, darüber gibt in der VDMA-Interview-Serie Dr. Stefan Engleder, CEO des österreichischen Maschinenherstellers, Auskunft.

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FORSCHUNG / ENTWICKLUNG Wenn aus Sonnenblumen Kunststoff wird

ZUM TITELBILD

KUNSTSTOFF XTRA OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS

Elektrische Maschinen bestechen durch Höchst­leistung. Die ENGEL e-motion medical Baureihe verbindet Höchstleistung mit höchster Reinheit. Optimiert auf Reinraum­ anwendungen verfügt sie über einen gekapselten Massezylinder zur Minimierung von Partikel- und Wärmelast, standardmässig gekapselte Spritzeinheitsantriebe sowie eine Ölrückführungseinrichtung am Kniehebel. Die ENGEL e-motion medical ist als durchgängige Baureihe bis 500 Tonnen Schliesskraft erhältlich. Rein und präzise. Mit ENGEL medical. Weil es um das Leben geht.

VERANSTALTUNGEN

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MESSEN

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PRODUKTE

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LIEFERANTEN­ VERZEICHNIS

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR WERKSTOFFE – VERARBEITUNG – ANWENDUNG

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ENGEL medical

NEWS

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Verfahrenstechniker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten erfolgreich daran, die für die Herstellung vieler chemischer Produkte bisher verwendeten Ausgangsstoffe Erdöl und Erdgas durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen.

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Fokus

Abfall-Importverbot von China ist in Kraft

Schweiz und Europa profitieren mittelfristig davon Seit anfangs Jahr gilt ein Importverbot von Seiten Chinas für gewisse Kunststoffabfallfraktionen. Betroffen sind vor allem gebrauchte Kunststoffe aus LDPE und HDPE, die bisher in grossen Mengen aus Gewerbe und Industrie nach China exportiert wurden. Die unmittelbaren Auswirkungen des Importstopps sind tiefere Preise für das Abfallsammelgut und bessere Qualität von Recyclingmaterial.

Wie oft bei einschneidenden Massnahmen, schafft auch der Importstopp Verlierer und Gewinner. Auf der Seite der «momentanen» Verlierer finden sich die Abfallsammler und -sortierer. Weil weniger Abfall nach Asien exportiert wird, ist das Angebot in Europa grösser als die Nachfrage, was auf die Preise drückt. Auf der Gewinnerseite sind die Regranulierer. Sie profitieren von einer grös­seren Menge an Rohstoffen zu günstigeren Preisen. Die beiden Schwesterunternehmen InnoPlastics AG (Kunststoffwiederaufbereitung) und InnoRecycling AG (Sammler und Sortierer) kennen beide Seiten der Medaille. Trotzdem wertet Markus Tonner, Geschäftsführer von InnoRecycling die ganze Situation klar positiv. «In der Vergangenheit wurde wegen der grös­seren Nachfrage nach Altkunststoffen die Qualität oft aus­ ser Acht gelassen. Das aktuelle Überangebot zwingt die Sammler und Sortierer zu Disziplin. Wollte beispielsweise ein Verarbeiter früher seine Qualitätskriterien durchsetzen, erhielt er unter Umständen den Rohstoff nicht. Heute bleiben die Sammler und Sortierer auf ihrer Ware sitzen, wenn sie die längst geforderten Qualitätskriterien nicht erfüllen.» Tonner wehrt sich gegen den in verschiedenen Medien vorgebrachten Vorwurf, dass hauptsächlich Haushaltsabfall nach China exportiert worden sei. «Das stimmt überhaupt nicht. Ich weiss nicht von einem Kilo ‹Güsel›, das jemals aus der Schweiz nach China geschickt worden ist. Exportiert wurden in der Vergangenheit hauptsächlich Kunststoffe aus Gewerbe und Industrie.» Das Aufmischen der Branche zeigt noch weitere Effekte. Dank der günstigeren Roh4

Grafik: Bundesamt für Umwelt, BAFU

Marianne Flury

Kunststoffströme Schweiz (2010)

stoffe öffnen sich Anwendungsbereiche, die vorher wegen der zu geringen Margen nicht zugänglich waren. Bisher fanden Regranulate den Weg vor allem in den Rohrund Folienbereich. Neu lassen sich diese Werkstoffe auch wirtschaftlich im Spritzguss verwenden, zum Beispiel für Bau-

applikationen, aber auch Transportgebinde wie Paletten u.ä. Negativ hingegen kann sich das extrem gesunkene Preisniveau für gebrauchte Folien (HDPE, LDPE) aus Gewerbe und Industrie auf die Sammeltätigkeit auswirken. Manche Betriebe werden nicht mehr so 3/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Kunststoffe in der Kreislaufwirtschaft Welchen Stellenwert Recycling in Europa einnimmt, zeigt das kürzlich durch die EUKommission vorgelegte europäische Strategie-Papier für Kunststoffe in der Kreislauf-

Kunststoffabfall in der Schweiz Die Schweiz produziert ca. 780 000 Tonnen Kunststoffabfall aus Haushalt, Gewerbe und Industrie im Jahr. Davon werden über 80 % in Kehrichtverbrennungsanlagen und gut 6 % in Zementwerken energetisch verwertet. Etwa 2000 Tonnen wurden gemäss Bundesamt für Umwelt (Bafu) wiederaufbereitet und nach China exportiert, das sind ca. 3 ‰ der Gesamtmenge. In der Schweiz werden bereits seit dem Jahr 2000 keine brennbaren Abfälle mehr deponiert.

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Bild: Marianne Flur y

viel sammeln, vielleicht sogar ganz auf das Sammeln verzichten, weil eine separate Sammlung sich für sie finanziell nicht mehr lohnt. Als einfachste Lösung bietet sich hier der Gang in die KVA (Kehrichtverbrennungsanlage) an. Trotz dieser der Kreislaufwirtschaft entgegenwirkenden Entwicklung ist Tonner mit Blick in die Zukunft optimistisch: «Der Rohstoffbedarf an Kunststoff wächst weltweit, auch der Bedarf nach gutem Regranulat. Interessant ist, dass nicht nur Recycler aus der EU, sondern mittlerweile auch wir in der Schweiz Anfragen aus Fernost nach Regranulat erhalten.» Sollte China die hohen Ansprüche an Umweltstandards und die Qualität importierter Kunststoffabfälle aufrechterhalten, bedeutet dies, dass auch längerfristig weniger «Kunststoffabfall» in das Reich der Mitte exportiert wird. Ein Grund mehr für Tonner, das Ganze positiv zu werten. «Märkte wie Malaysia, Indonesien, Indien können diese Mengen nicht aufnehmen. Das heisst, je mehr Volumen an Kunststoffabfällen auf dem europäischen Markt bleibt, desto grösser ist die Investitionssicherheit für die Recycler. Diese können jetzt berechenbarer in Sortiertechnik und Verarbeitungskapazitäten investieren. Das ist eine Riesenchance für uns alle.»

Fokus

Dank der Vorfinanzierung über die Sackgebühr für post-consumer Abfälle sind Sammel- und Sortierunternehmen losgekoppelt von den volatilen Rohstoffpreisen.

wirtschaft. Insbesondere die Forderung nach einer höheren stofflichen Verwertung und nach besseren Qualitätsstandards für Kunststoffrezyklate sowie die Bekämpfung des Marine Litter sind wichtige Säulen der Strategie. Gemäss Statistik von Eurostat für das Jahr 2015 liegt der Durchschnittswert der EU-28 der stofflichen Verwertung bei Verpackungsabfällen aus Kunststoff bei 39,8 Prozent. Die durch das neue deutsche Verpackungsgesetz vorgegebene Recyclingquote steigt bis ins Jahr 2022 auf 63%. Das ist sportlich. Auf EU-Ebene ist diese auf 50 bis 55% festgelegt. In der Schweiz sind wir – ausgehend von den 2010 durch das Bundesamt für Umwelt (Bafu) erhobenen Zahlen – mit einer stofflichen Wiederverwertungsrate von 10 % extrem weit von diesen Werten entfernt. Eine Empfehlung des Bafu aus dem Jahre 2016 peilt eine stoffliche Verwertung aus separat gesammelten Kunststoff-Haushaltabfällen von 70 Prozent an. Was auf dem Papier leicht utopisch daherkommt, betrachtet Markus Tonner zwar als echte Herausforderung, aber grundsätzlich unterstützt er den Ansatz. Auch räumt er ein, dass unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren eine Recyclingquote mittelfristig von 70 Prozent durchaus im Bereich des Möglichen liege. So setze sich beispielsweise zunehmend die Erkenntnis eines recyclinggerechten Designs durch, das heisst, dass man bereits bei der Gestaltung einer Verpackung an das Ende des Produktelebens denken müsse. «Das wird helfen, die Recyclingquote zu erhöhen», ist Tonner überzeugt.

Importverbot Unter den auf Anfang Jahr von der chinesischen Regierung in Kraft gesetzten Abfall-Importstopp fallen nicht sortierte und gemischte Kunststoffabfälle, einschliesslich nicht komprimierter geschäumter Kunststoffabfälle sowie CD, unsortiertes Altpapier, verschiedene Textilabfälle und bestimmte Schlacken aus der Eisen- und Stahlherstellung.

Modell Sacksammlung Zuversichtlich stimmt den InnoRecyclingChef auch, dass die Sacksammlungen von Haushaltkunststoffabfällen im letzten Jahr weiter zugenommen haben und die Nachfrage nach wie vor sehr gut ist. Das System der Sacksammlung hat den Vorteil, dass sie vorfinanziert ist. «Sammler und Sortierer erhalten immer noch gleich viel Geld für das Sammelgut wie vor ein oder zwei Jahren», gibt Tonner zu bedenken. «Sie sind von den fallenden Kunststoffpreisen nicht betroffen. Das hat zu einem Umdenken geführt.» Kontakte InnoRecycling AG Markus Tonner mt@innorecycling.ch Bundesamt für Umwelt (Bafu) Irene Epp Irene.Epp@bafu.admin.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

Verarbeitung

Präzision in Polyamid

Schaltgehäuse aus 14 Kunststoffteilen

Manuell oder automatisch schalten? Geschwindigkeit oder Komfort? Wer ein Auto mit Doppelkupplungsgetriebe (DK) fährt, kann wählen. Im Automatikmodus sorgen solche Getriebe für selbsttätige Gangwechsel. Im manuellen Modus wechseln sie ebenfalls blitzschnell den Gang, ohne dass der Fahrer eine Kupplung betätigen muss. Möglich wird das durch die Aufteilung der Kraftübertragung in zwei Teilgetriebe, die über eine Doppelkupplung abwechselnd mit dem Motor verbunden werden. Der Kraftfluss verläuft dann immer über ein Teilgetriebe und eine Kupplung, während der nächste Gang im zweiten Teilgetriebe schon eingelegt ist. Beim Gangwechsel wird die eine Kupplung geöffnet, die andere gleichzeitig geschlossen. Das Ergebnis: ein Gangwechsel in Millisekunden ohne spürbare Zugkraftunterbrechung. Der Fahrer profitiert davon zweifach: durch bessere Beschleunigungswerte und verringerten Treibstoffverbrauch. An der Schnittstelle zwischen Fahrer und einem solchen Getriebe kommt es auf Präzision und perfektes «Feeling» an – sonst teilt sich dem Fahrer die ausserordentliche Geschwindigkeit des Gangwechsels nicht mit. Hier spielt die Schaltung eine zentrale Rolle.

Siebengang-DK im Porsche Macan Jopp Automotive mit Hauptsitz in Bad Neustadt/Saale ist in der Automobilindustrie, vor allem bei den Premium-Herstellern, als Spezialist für die Betätigung von manuellen, automatischen und automatisierten Getrieben bekannt. Das Unternehmen entwickelt und fertigt Schaltungen, die sich durch maximalen Bedienkomfort, exzellente Haptik, hohe Funktionssicher6

Bilder: Weiss

Als Zulieferer von Jopp Automotive fertigt Weiss Kunststoffverarbeitung das Schaltgehäuse für die PDK-Variante (Porsche Doppelkupplungsgetriebe) des Porsche Macan. Das Gehäuse besteht aus 14 Kunststoffteilen und schafft die Voraussetzung für präzises Schalten mit angenehmem «Feeling» und schnellen Schaltvorgängen.

Die vierzehn Gehäusekomponenten werden mit sehr engen Toleranzen gefertigt.

heit und ein edles Erscheinungsbild auszeichnen. Ein gutes Beispiel dafür gibt die Schaltung des optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebes im Porsche Macan. Hier liefert Jopp eine komplette Lösung vom Schaltstock bis zum Schaltzug, der in diesem Fall als «Shift-by-Cable»-System ausgeführt ist. Zum Lieferumfang gehören auch Elektronik- und Sensormodule wie z.B. Magnetschalter zur Abfrage der Schaltposition sowie die Integration der Schaltung in die existierende Softwarearchitektur des Fahrzeugs.

GmbH & Co. KG gefertigt, die auch an der Optimierung der Basiskonstruktion beteiligt war. Weiss gilt als Spezialist für die Verarbeitung von anspruchsvollen Kunststoffen wie PA, POM und glasfaserverstärkte Compounds, die in der Automobilindustrie häufig in motornahen Anwendungen zum Einsatz kommen – zum Beispiel als Kettenspanner. Aber auch für das Interieur von Fahrzeugen entwickelt und fertigt Weiss hochwertige Komponenten wie beispielsweise verstellbare Luftaustrittsdüsen, Mantelhaken, Säulenverkleidungen und Airbag-Abdeckungen.

Die Basis für präzises Schalten

Ausgerichtet auf eine langes Leben

Das reine Gehäuse der Schaltung besteht aus insgesamt vierzehn Komponenten und wird von der Weiss Kunststoffverarbeitung

Bei der Schaltung des Porsche Macan galt es u.a. die Anforderung zu erfüllen, dass die Betätigungskräfte dauerhaft gleich 3/2018


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bleiben und auch stark belastete Zonen, wie zum Beispiel die Führung des Schaltzugs, eine lange Lebensdauer erreichen. Darauf aufbauend wurde sowohl die Materialauswahl – es kommen diverse Polyamide wie PA6 und PA66, teils glasfaserverstärkt, und POM zum Einsatz – als auch das Detaildesign abgestimmt. Die Optimierung unter Gewichtsaspekten spielte ebenfalls eine wichtige Rolle, wie die Verrippung der grossflächigeren Bauteile zeigt. Hier kamen Konstruktions- und Optimierungsverfahren wie FMEA und Füllsimulationen zur Anwendung, bei denen das Weiss-Engineering über umfassende Expertise verfügt. Weiss liefert die vierzehn Gehäusekomponenten, die mit sehr engen Toleranzen

Verarbeitung

gefertigt werden, an das Jopp-Werk in Bad Neustadt, wo nicht nur Metallkomponenten eingelegt, sondern auch Sensoren und Steuerungen integriert werden. Auf die Endmontage der kompletten Schaltung mit Schaltstock und -zug folgt eine umfassende mechanische und elektrische Endof-Line-Prüfung. Das vollständige Schaltmodul wird dann im Porsche-Werk Leipzig verbaut.

Schaltgehäuse des Porsche Macan.

Kontakt Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. Rudolf-Diesel-Strasse 2-4 D-89257 Illertissen +49 7303 9699-0 info@weiss-kunststoff.de www.weiss-kunststoff.de n

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KUNSTSTOFF XTRA

Bilder: Schneider Kunststof f technik

Verarbeitung

In dieser Fertigungszelle arbeiten zwei Roboter prozessgesteuert Hand in Hand.

Schneider Kunststofftechnik investiert

Ein Familienunternehmen startet durch Die Schneider Kunststofftechnik GmbH hat ihre Produktion am Firmensitz in Kirchheim (Unterallgäu) deutlich ausgeweitet und modernisiert und dafür in den vergangenen Monaten insgesamt rund 700 000 Euro investiert. Der Maschinenpark wurde mit zwei vollelektrischen Spritzgiessmaschinen sowie zwei vollautomatischen Fertigungszellen mit drei Knickarm-Robotern von 13 auf 17 Spritzgiessmaschinen aufgestockt. Durch die Erweiterungsund Modernisierungsmassnahmen steigert das Unternehmen seine Kapazitäten in der Produktion um rund ein Drittel.

«Seit Jahren sind unsere Produkte und unsere Kompetenz gefragt. Die Nachfrage reisst nicht ab – im Gegenteil. Unsere Bestandskunden fragen grössere Mengen nach und auch potenzielle Neukunden kommen verstärkt auf uns zu. Da war es für uns als zukunftsorientiertes Familienunternehmen nur folgerichtig, den Schritt der Erweiterung und Modernisierung in der Produktion zu gehen. Damit können wir jetzt und auch in Zukunft die steigende Nachfrage aus dem Markt optimal bedienen», erklärt Drita Schneider, Geschäftsführerin der Schneider Kunststofftechnik. Die Schneider Kunststofftechnik GmbH fertigt technische Kunststoffteile für Kunden in der Automobilbranche, im Maschinenbau sowie in der Verpackungs- und Sensortechnik. Das Highlight des modernisierten Maschinenparks sind die drei innovativen Roboter. Der Vorteil der neuen vollautomati8

von rund einem Drittel», erklärt Reinhard Fendt, Betriebsleiter der Schneider Kunststofftechnik. Zwei der drei Robotermaschinen produzieren Kunststoffteile für Kartuschen. «Bisher haben wir pro Tag rund 10 000 dieser Teile produziert. Die Roboter schaffen jetzt täglich bis zu 15 000 Stück», so Fendt weiter. Die dritte Roboteranlage produziert Schlüssel und wurde speziell für den Auftrag eines Neukunden angeschafft. Pro Jahr fertigt die Maschine 2,5 Millionen Schlüssel und das voraussichtlich zehn Jahre lang. Drita Schneider: Dank der Investition können wir jetzt und auch in Zukunft die steigende Nachfrage aus dem Markt optimal bedienen.

schen Fertigungszellen mit integriertem Knickarm-Roboter liegt auf der Hand: «Bisher haben wir im Zweischichtbetrieb montiert. Nun können wir drei Schichten am Tag fahren, das ergibt ein Kapazitätsplus

Investition sichert Arbeitsplätze Die Modernisierung und zunehmende Automatisierung geht dabei nicht auf Kosten der Mitarbeiter der Schneider Kunststofftechnik. «Im Gegenteil: Alle Mitarbeiter werden auch weiterhin bei uns beschäf3/2018


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Verarbeitung

Präzision macht den Unterschied

tigt – mit dem kleinen Unterschied, dass wir jetzt einfach noch grössere Aufträge machen können und mit der Investition also auch langfristig die Arbeitsplätze sichern», betont Drita Schneider. Das Allgäuer Familienunternehmen beschäftigt in der Produktion 19 Mitarbeiter und legt gros­ sen Wert darauf, Fachkräfte mit ihrem Know-how in der Firma zu halten. Mit Erfolg und tollen Perspektiven: Ein ehemaliger Auszubildender wurde jetzt gleich auf die Bedienung des neuen Sechs-Arm-Roboters für die Schlüssel-Herstellung eingeschult.

Energieverbrauch wird laufend optimiert Neben der Kapazitätssteigerung verfolgt die Schneider Kunststofftechnik mit der Modernisierung ihrer Produktionsanlagen auch ein ökologisches Ziel, nämlich das

der Energieeinsparung. Allein der Einsatz einer vollelektrischen Spritzgiessmaschine, wie sie bei der Schneider Kunststofftechnik installiert wurde, spart im Vergleich zu der herkömmlichen hydraulischen Variante laut Hersteller bis zu 25 Prozent Strom. «Massnahmen wie diese sind wichtige Schritte für unsere firmeneigene Umweltpolitik. Wir ermitteln beispielsweise systematisch unseren Energieverbrauch und optimieren diesen laufend. Die neuen Maschinen sind hier wichtige Schritte, um unsere ehrgeizigen Ziele in Bezug auf die Energieeinsparung zu erreichen», erklärt die Geschäftsführerin. Dafür hat das Familienunternehmen ein neues Umwelt- und Energiemanagementsystem auf die Beine gestellt, das sowohl nach ISO 14001 als auch ISO 50001 zertifiziert ist. Die Schneider Kunststofftechnik GmbH mit Sitz in Kirchheim ist auch Teilnehmer im Umweltpaket Bayern, einer Vereinbarung der Bayerischen Staatsregierung und der Bayerischen Wirtschaft zum kooperativen Umweltschutz. Ziele des Umweltpakets sind es, Ressourcen zu schonen, Abfall und Abwasser zu vermeiden sowie CO2 einzusparen.

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Die Qualität passt: Betriebsleiter Reinhard Fendt bei der Sichtkontrolle.

Auch in der modernen Fertigung spielt die präzise Regelung eine entscheidende Rolle. Sensoren und Systeme von Kistler sorgen für eine optimale Teilequalität im Spritzgiessen. Wo auch immer Sie produzieren: Wir bieten Ihnen Komplettlösungen nach Maß und unterstützen Sie weltweit mit unserer umfassenden Servicekompetenz. www.kistler.com

Knickarm-Roboter sorgen für eine deutliche Kapazitätssteigerung.

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Kontakt Schneider Kunststofftechnik GmbH Hasberger Strasse. 9 c D-87757 Kirchheim +49 8266 8 61 20 verkauf@sk-tech.de www.sk-tech.de 

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Medizintechnik

Medtec Europe, Stuttgart

Smart Health & Technologies im Fokus Vom 17. bis 19. April 2018 findet die Medtec Europe statt, Sammelpunkt für Medizintechnik-Profis mit Fokus auf die Zulieferer- und Komponentenindustrie. Die Veranstaltung bietet auch verschiedene Weiterbildungsplattformen mit Zugang zu den neuesten regulatorischen Entwicklungen und Innovationen am Markt.

Die nächste Medtec Europe steht ganz im Zeichen des Themas Smart Health & Technologies. Mit diesem Fokus möchte der Veranstalter UBM gezielt auf die neuen Anforderungen der euopäischen Medizintechnik eingehen und sowohl Besuchern als auch Ausstellern den Zugang zu diesem komplexen und spannenden Bereich ermöglichen. Da Smart Technologies quasi bei allen Schritten des medizintechnischen Produktlebensyzklus eine Rolle spielen, wird es auch innerhalb aller Ausstellerzonen gesonderte Bereiche für Firmen aus den Bereichen Smart Health, IT & Smart Technologies geben. Smart Health ermöglicht die Vernetzung von medizinischen Geräten, Sensortechnologien, mobilen Apps, Software, Hardware und Gesundheitsinfrastruktur und erlaubt so eine nahtlose Integration innerhalb des Gesundheitswesens.

Start-up Academy Die Medtec Europe Start-up Academy bietet eine Plattform für europäische Firmen, die auf dem Gebiet der Medizintechnik Pionierarbeit leisten. Im Rahmen der all-

jährlichen Start-up Academy können sich Start-Ups austauschen, netzwerken und vor allem ihre Produkte einem breiten Publikum präsentieren. Das Start‑up‑Forum bietet auch eine Reihe von aufschlussreichen Seminaren zu den Themen Produktentwicklung, Vermarktung, Marktzugang und Investment.

MDM Konferenz In 2017 hat die Medtec Europe erstmals mit dem Fraunhofer Institut IPA zusammen die MDM (Medical Device Manufacturing) -Konferenz organisiert, eine eintägige Veranstaltung, die sich an Entscheidungsträger in Forschung und Entwicklung, Medizintechnik und Produktentwicklung richtet. Die Teilnehmer haben die Gelegenheit, ihr Wissen zu Themen wie regulatorische Entwicklungen und 3D‑Printing auf technischem Niveau zu erweitern.

Innovation tours Um eine Auswahl der innovativsten Produkte in den Fokus zu rücken sind die

Wir machen mehr aus Kunststoff

MedtecEurope in Kürze Datum: vom 17. bis 19. April 2018 Ort: Messe Stuttgart Hallen: 9 und 10 Öffnungszeiten: täglich 10 – 17 Uhr, am Donnerstag bis 16 Uhr Aussteller: mehr als 500 Erwartete Besucher: 6800 Rahmenprogramm: Start-up Academy, Breakfast meetings, VDMA Ausstellerforum, Smart Health Forum and Smart Manufacturing Forum, MDM Konferenz, Innovation tours Veranstalter: UBM EMEA

Medtec Innovation Tours ein wichtiger Bestandteil der Messe. Die interaktiven Touren werden von Fachexperten geleitet und moderiert. Kontakt UBM EMEA Elisabethstrasse 13 D-53721 Siegburg +49 2241 95 97 81-0 www.medteceurope.com

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Medizintechnik

Polymere für Medizingeräte

Fallstricke und Stolpersteine

«Die Entwicklung medizinischer und pharmazeutischer Produkte verlangt Zeit und Geld und unterliegt strengen Regularien», weiss Anja Flossbach, Mechanical Engineer and Business Development Manager, Medical Plastics, bei Velox. «Deshalb ist die Wahl des richtigen Werkstoffs das A und O für den Erfolg der Entwickler, wenn es um die Erfüllung von Regularien, Zertifizierungsprozesse und vor allem die Herstellung hochwertiger Produkte geht.» So sollten bei der Materialauswahl für spezifische medizinische oder pharmazeutische Anwendungen mindestens fünf Kriterien gründlich evaluiert werden. «Einerseits müssen natürlich die Designund Anwendungsspezifikationen des Herstellers berücksichtigt werden», so Flossbach. «Andererseits sind die Materialeigenschaften ein zentraler Aspekt, den es im Hinblick auf diese Spezifikationen zu prüfen gilt. Und nicht zuletzt sind Fragen des Preises, des Rechtsrahmens und der Handhabung wichtige Gesichtspunkte für die erfolgreiche Umsetzung und Markteinführung eines Produktes.»

Verfärbung, Schmelzen und Bruchschäden verhindern Zum Beispiel sind Gehäuse von Diagnoseund Überwachungsgeräten in Krankenhäusern oft hochaggressiven, konzentrierten Reinigungsmitteln ausgesetzt. Spannungsrisse im Kunststoff können das Ergebnis sein. Kommt es dabei zu einem Materialbruch, kann Flüssigkeit in das Geräteinnere gelangen und die oft teure Elektronik beschädigen. Eine fundierte Materialauswahl ist deshalb überaus wichtig. «Nach Überprüfung der Anwendungsspezifikationen könnten wir uns bei Geräten für Krankenhäuser beispielsweise für PC/PET ent3/2018

scheiden, wohingegen bei Geräten für die häusliche Pflege PC/ABS oder ABS in Betracht kommt, da dort in der Regel weniger aggressive Reinigungsmittel verwendet werden», erläutert Flossbach. Entsprechend reagieren unterschiedliche Polymere in unterschiedlicher Weise auf die Sterilisationsprozesse bei Medizingeräten. Um bei Verfahren wie der Dampf­ sterilisation einer Verfärbung oder dem Verlust mechanischer Eigenschaften vorzubeugen, müssen die Materialien besonders unempfindlich und temperaturbeständig sein.

Bild: Velox

In den vergangenen Jahren hat die Verwendung von Polymeren für Medizingeräte stetig zugenommen, wobei Glas, Metall und weitere herkömmliche Werkstoffe ersetzt werden. Bei der Wahl des richtigen Polymers gibt es jedoch einige Fallstricke und Stolpersteine, die berücksichtigt werden müssen. Auf was es ankommt, darüber weiss Anja Flossbach von Velox Bescheid.

Anja Flossbach

Das richtige TPU für medizinische Implantate

Zusammenarbeit mit Kunden bereits in der Konzeptphase

Ein weiteres Beispiel sind implantierbare Materialien. Viele Anbieter von medizinischen Polymeren verbieten die Implantation ihrer Materialien im menschlichen Körper oder beschränken sie auf einen bestimmten Zeitraum, üblicherweise 24 Stunden oder 30 Tage. Es gibt jedoch durchaus Optionen für langfristige Implantationsanwendungen (ab USP 2a), wie zum Beispiel das TPU von Velox Partner Lubrizol.

«Um unseren Kunden einen noch grösseren Mehrwert zu bieten und ihnen die anwendungsspezifische Materialauswahl zu erleichtern, legen wir bei Velox den Schwerpunkt auf technische Unterstützung und Engineering Support», betont Flossbach. «Schon ganz früh in der Konzeptphase arbeiten wir mit den Kunden zusammen.» In den vergangenen 25 Jahren hat das VeloxTeam für medizinische Kunststoffe ein fundiertes Know-how und unternehmensinternes Fachwissen zu spezifischen Materialien, Verarbeitungen, Anwendungen und Marktentwicklungen aufgebaut, um der wachsenden Nachfrage nach umfassender Unterstützung gerecht zu werden.

Medizinische Compounds: Was steckt darin? Bei kundenspezifischen, individuellen Compounds kann zudem die Marktzulassung zum Problem werden, wenn das Compound für den Gerätehersteller nicht vollständig transparent ist. Um Anwendern die Sache zu erleichtern, gibt IPC, Partner von Velox und Entwickler kundenindividueller Compounds für medizinische Anwendungen, die Compound-Zusammensetzung auf dem Analysezertifikat bekannt.

Kontakt Velox GmbH Niederlassung Freiburg Ziegelhofstrasse 234 D-79110 Freiburg i. Brsg. +49 761 896 439-13 berger@velox.com www.velox.com

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KUNSTSTOFF XTRA

Bild: Flexan

Medizintechnik

Um den steigenden Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, hat FMI sein Risikomanagement für die Produktrealisierung sowie sein CAPAProgramm optimiert.

Neue Anforderungen an das Qualitätsmanagement bei Medizinprodukten

Deadline im März 2019 Wer die Norm nach der EN ISO 13485:2016 bis März 2019 nicht erfüllt, erhält keinen Zugang zum europäischen Markt. Wie OEMs rechtzeitig erkennen können, ob ihre Zulieferer die Zertifizierung innerhalb der festgelegten Frist erreichen.

Medizinproduktehersteller sind dafür verantwortlich, dass auch Komponenten, die nicht in-house produziert werden, alle relevanten ISO-Richtlinien einhalten. Zu diesem Zweck müssen sie prüfen und sicherstellen, dass die Qualitätsmanagementsysteme ihrer Zulieferer alle notwendigen Anforderungen erfüllen. Dies ist umso dringlicher, da zwei entscheidende Normen vor kurzem überarbeitet wurden: Bis zum September 2018 müssen Zulieferer die Konformität ihrer Prozesse mit der neuen EN ISO 9001 und bis zum März 2019 mit der revidierten EN ISO 13485 hergestellt haben. Erhält ein Komponentenhersteller die Zertifizierung nicht rechtzeitig, 12

muss der OEM zumindest kurzfristig den Zulieferer wechseln. Besteht diese Option nicht, darf er sein Produkt im ungünstigsten Fall nicht in Verkehr bringen. FMI, der Chicagoer Spezialist für komplexe Silikonteile, hat daher umgehend die notwendigen Massnahmen ergriffen: Das Unternehmen hat bereits im Januar 2017 eine Gap-Analyse durchgeführt und plant die Überprüfung auf Einhaltung der EN ISO 13485 für April 2018. Um den steigenden Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, hat das Unternehmen beispielsweise sein Risikomanagement für die Produktrealisierung sowie sein Corrective and Preventive Actions (CAPA)-Programm optimiert.

«Für OEMs ist es nicht immer einfach, sicherzustellen, dass Zulieferteile mit den ISO-Normen übereinstimmen», erklärt Leo Gelera, Quality Manager bei FMI. «Im Optimalfall sind die Qualitätsmanagementsysteme der Zulieferer effizient genug, um Risiken zu erkennen und Mängel sowie Defekte zu verhindern.» Wie effektiv die internen Prozesse sind, lässt sich für den Medizinproduktehersteller beispielsweise an Faktoren wie der Zertifizierung nach ISO-Standards, dem Risikomanagement für die Produktrealisierung, dem Einsatz eines CAPA-Programms sowie der Bedeutung von Qualität im Rahmen der Firmenkultur erkennen. 3/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Zertifizierung nach überarbeiteten Standards essentiell Da sowohl die Norm EN ISO 9001, die die Mindestanforderungen an QM-Systeme festlegt, als auch die Richtlinie EN ISO 13485 vor kurzem überarbeitet wurden, hat es aktuell für OEMs Priorität, dass die Zulieferer die Deadlines für die Zertifizierung nach diesen revidierten Normen einhalten. «Das wesentliche Ziel der neuen Standards ist es, das Risikomanagement bei Zulieferern der Medizinbranche zu verbessern», so Gelera. «Dies geschieht unter anderem dadurch, dass ein stärkerer Fokus auf die Kontrollnotwendigkeit während der gesamten Zuliefer-Prozesskette gelegt wird.» Um den Zertifizierungsprozess innerhalb der Deadline erfolgreich abzuschliessen, kann der Zulieferer einen externen Berater engagieren oder auf interne Personalressourcen zurückgreifen. Wird letztere Herangehensweise gewählt, sollte die für die Zertifizierung zuständige, benannte Stelle kontaktiert werden. Diese berät über das optimale Vorgehen und stellt die Checklisten zur Verfügung, die auch für die spätere Evaluation genutzt werden. Zudem sollte der für das Projekt zuständige Qualitätsmanager eine Schulung zu den Anforderungen der neuen Standards besuchen und sich als leitender Revisor zertifizieren lassen. Ist dies geschehen, ist im nächsten Schritt eine Lückenanalyse durchzuführen. Dabei werden die Anforderungen der neuen Richtlinien mit den aktuellen Prozessen beim Zulieferer verglichen und Schritte für die Anpassung abgeleitet.

Drängende Deadline «Die Unternehmen sollten dabei nicht trödeln. Die Kontrollgremien sehen zwischen Veröffentlichung des Standards und Ablauf der Deadline genau die Zeit vor, die für eine erfolgreiche Zertifizierung notwendig ist», betont Gelera. «Die wesentlichen Elemente der ISO 13485:2016 sind meiner Ansicht nach neben der genaueren Zuliefererkontrolle vor allem das Trainings- und das CAPA-Programm», so der Qualitätsmanager. «In diesen Bereichen machen wir grosse Fortschritte, zum Beispiel haben wir unser Trainingsprogramm neu definiert und um eine besonders solide Überprü3/2018

Medizintechnik

fung ergänzt. So können wir sicherstellen, dass die Trainingsprogramme für unsere Beschäftigten effektiv sind.» FMI hat sich mit der zertifizierenden Stelle bereits auf einen Evaluationstermin im April 2018 geeinigt. Auch wenn nicht alle Unternehmen der Zulieferindustrie so zügig arbeiten, im September 2017 sollte zumindest die Lückenanalyse durchgeführt sowie ein genauer Plan für das Upgrade ausgearbeitet worden sein.

Zulieferer müssen Zertifizierungsplan einhalten «Für einen OEM kann es schwerwiegende Konsequenzen haben, wenn er Komponenten von einem Unternehmen bezieht, dessen Qualitätsmanagementsystem nicht nach ISO 13485:2016 zertifiziert ist», so Gelera. «Diese Zertifizierung ist eine wesentliche Voraussetzung, um ein Medizinprodukt in der Europäischen Union auf den Markt bringen zu dürfen. Entsprechend gehört sie bei vielen OEMs zu den Standard-Anforderungen an Zulieferer.» Wird die Deadline nicht eingehalten, muss der Medizinproduktehersteller in seiner Fertigung so lange auf den Einsatz dieser Komponenten verzichten, bis das Versäumnis nachgeholt ist. Da OEMs meist für ein bestimmtes Bauteil auch nur einen Zulieferer haben, besteht das Risiko, dass bestehende Aufträge nicht erfüllt werden können. Hat der Medizinproduktehersteller also den Eindruck, sein Zulieferer sei zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht weit genug im Zertifizierungsprozess fortgeschritten, sollte der OEM zumindest dessen Aktionsund Zeitplan für die Anpassungen einfordern, um einen genaueren Überblick zu erhalten und rechtzeitig Massnahmen ergreifen zu können.

Kontakt Flexan, LLC Melkweg 16 D-33106 Paderborn +49 5251 3906366 werner.karau@flexan.com www.flexan.com www.fmimed.com

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Medizintechnik

Effiziente Produktentwicklungsstrategien für Medizintechnikunternehmen

Innovationen schneller realisieren Invibio Biomaterial Solutions, ein Unternehmen von Victrex, hat eine Reihe von Investitionen getätigt, um dazu beizutragen, bestmögliche klinische Ergebnisse und niedrigere Gesamtbehandlungskosten zu erzielen. Dies ist eine Herausforderung, vor der Ärzte, Medizinindustrie, darunter insbesondere Medizintechnikhersteller, und das Gesundheitswesen weltweit stehen.

Neudefinition der Gesamtbehandlungskosten Die Herausforderung besteht darin, bestmögliche klinische Ergebnisse zu definieren und gleichzeitig Gesundheitsdienstleistungen zu möglichst geringen Kosten zu erbringen, da klinische Ergebnisse in der Regel durch klinische Studien gewonnen werden, die teuer und zeitaufwändig sind. Darüber hinaus kann es Unterschiede bei der klinischen Evidenz nach Regionen und verschiedenen Arten von Akteuren und ihren Anforderungen geben. Dies kann beispielsweise davon abhängen, an welcher Stelle der Innovationskurve sie sich gerade 14

befinden. Dies stellt die Medizintechnikbranche vor eine schwierige Aufgabe, wenn sie nachweisen will, dass eine neue Produktinnovation der beschriebenen Herausforderung gerecht und letztlich die Patientenbehandlung verbessern wird. John Devine erklärt: «Gegenwärtig konzentrieren sich die meisten Kostenmessungen

Anwendung in der Praxis Omnia Medical VBR ist das erste Wirbelkörperersatzsystem (VBR – vertebral body replacement) aus dem Polymer PEEK-Optima HA Enhanced von Invibio Biomaterial Solutions, das die FDA 510(k)-Zulassung für den Einsatz in der thorakolumbalen Wirbelsäule bei kollabierten, geschädigten oder instabilen Wirbelkörpern erhalten hat. Bei PEEKOptima HA Enhanced ist Hydroxylapatit (HA) – ein bekanntes osteokonduktives Material, das die Knochenapposition begünstigt – vollständig in der Polymermatrix integriert; mit ihm wird nicht einfach nur die Oberfläche beschichtet. Das von Invibio verbesserte biokompatible Polymer bietet alle klinischen Vorteile von PEEK-Optima Natural, darunter ein Elastizitätsmodul ähnlich dem von kortikalen Knochen, ein geringerer Stress-Shielding-Effekt (Knochenabbau) und artefaktfreie Bildwiedergabe, die eine klare Beurteilung der Fusion erlaubt. Anhand eines präklinischen Schafmodells wurde aufgezeigt, dass sich die Knochenapposition im Vergleich zu ungefülltem PEEK-Optima Natural nach vier Wochen und zwölf Wochen verbessert; an einem präklinischen Halswirbelsäulenfusionsmodell am Schaf wurde zudem eine verbesserte

auf die Beschaffungskosten und nicht auf die Gesamtkosten der Behandlung. So existieren beispielsweise keine Standards zur korrekten Bewertung von Komplikationsraten oder zur Messung der Kosten für Revisionsoperationen, sodass diese bei der Entscheidung für ein bestimmtes Implantat nicht mitberücksichtigt werden können.»

Performance nach sechs und zwölf Wochen festgestellt. Frühe klinische Ergebnisse zeigen nach Ansicht von Chirurgen ausserdem feste Fusionen und dichte Knochenapposition nach sechs Monaten sowie potenzielle Vorteile für Patienten und spezifische Verbesserungen bei Schmerzempfinden und neurologischer Funktion, wenn ein Zwischenwirbelkörperimplantat aus PEEK-Optima HA Enhanced verwendet wurde.

Bild: Jalex Medical

Invibio unterstützt daher Medizintechnikhersteller dabei, einen anderen Weg der Produktentwicklung zu gehen, und fokussiert sich vor allem darauf, Markteinführungszeiten zu verkürzen. Um dies zu erreichen und um mehr Daten zur klinischen Wirksamkeit bereitstellen zu können, hat der Vorreiter von implantierbarem PEEKPolymer in Know-how für klinische Studien sowie in Anlagen zur Komponentenfertigung und -prüfung investiert. Neben einer neuen Website mit Informationen zu Material und Anwendungen, gezielt für Hersteller und medizinische Fachkräfte, bietet Invibio weitere wissenschaftliche Informationen und klinische Evidenz in einem neuen ausführlichen Journal. John Devine, Medical Business Director bei Invibio Biomaterial Solutions, erklärt das Dilemma der Medizintechnikhersteller: «Um gleichbleibend hohe Qualität bei niedrigsten Kosten bereitstellen zu können, muss der Markt erst ein Umfeld schaffen, das ehrgeizigere Lösungen fördert und nicht nur einen Status quo bei nur unwesentlich reduziertem Preis beibehält.»

Omnia Medical VBR ist das erste Wirbelkörperersatzsystem aus PEEK-Optima HA Enhanced.

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KUNSTSTOFF XTRA

Als führender Pionier von auf PEEK-Optima-Polymeren basierenden Lösungen für medizinische Anwendungen ist Invibio überzeugt davon, den grössten klinischen und wirtschaftlichen Vorteil in vier wichtigen Bereichen bieten können: in der Zahnheilkunde, Wirbelsäulenchirurgie, Orthopädie und der Unfallchirurgie.

Klinische Wirksamkeit erreichen und aufrechterhalten

Medizintechnik

So profitieren Invibio, unsere Kunden und die Patienten gleichermassen.» Die neue Website von Invibio soll für Hersteller und medizinische Fachkräfte eine zentrale Informationsplattform sein. Herstellern bietet sie ein umfangreiches Praxis- und Wissensangebot zu implantierbaren PEEK-Produkten und klinischen Daten, inklusive Produktangebot, Fertigung, Qualität, Zusammenarbeit bei kundenspezifi-

schen Entwicklungen und Zulassungsunterstützung. Kontakt Victrex Europa GmbH Langgasse 16 D-65719 Hofheim am Taunus +49 6192 96 49 19 bsauer@victrex.com www.victrex.com

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Um die Messlatte für die Patientenbehandlung noch höher zu legen und eine noch bessere klinische Leistungsfähigkeit sicherzustellen, hat Invibio jüngst eine Fachperson für klinische Studien eingestellt. Gemeinsam mit medizinischen Fachkräften, Medizintechnikherstellern und anderen Akteuren arbeitet das Unternehmen daran, die klinischen und wirtschaftlichen Auswirkungen seiner Lösungen zu bestimmen. Ausserdem bringt Invibio seine klinischen Erfahrungen in den Austausch mit Fachkräften, Krankenhäusern und Kostenträgern ein. Martin Court, Executive Director bei Victrex, betont: «Auf diese Weise stellen wir nicht nur sicher, dass die von uns erbrachten klinischen Nachweise dem Markt bekannt werden, sondern auch die Vorteile akkurat belegen, die unsere Materialien den Patienten und der gesamten Gesundheitsversorgung bieten können.»

Investitionen in die Komponentenfertigung und -prüfung Darüber hinaus erleichtern die Investitionen des Unternehmens es den Medizintechnikunternehmen, bei der Entwicklung neuer Produkte neue Wege zu beschreiten. Court sagt weiter: «Unsere Investitionen in Anlagen zur Komponentenfertigung und -prüfung ermöglichen uns beispielsweise, eine wichtigere Rolle auszuüben bei Design, Entwicklung und Vermarktung von Traumaplatten aus PEEK-Optima Ultra Reinforced, einem kohlefaserverstärkten Polymer. Zudem haben wir unseren Kunden mehr Unterstützung bei ihren neuen Produktentwicklungsprogrammen versprochen und wir helfen weiterhin Kunden in aller Welt, auf dem schwierigen Weg durch regulatorische Vorschriften zur Produktsicherheit und -wirksamkeit zu navigieren. 3/2018

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Werkstoffe

Faserverstärkte Hochtemperaturthermoplaste für die Luftfahrt

Weniger Last beim Lastentransport

Zusammen mit den Partnern Airbus, Laser Zentrum Hannover e.V. und TenCate Advanced Composites e.V. hat das Fraunhofer ICT auf Basis des Hochleistungsthermoplasten Polyetherimid (PEI) eine modulare Versteifungsstruktur für die Luftfahrt entwickelt. Hauptbestandteil des Systems ist eine Sub-Versteifungsstruktur, welche im Hybrid-Molding-Verfahren wirtschaftlich in grossen Stückzahlen hergestellt werden kann. Durch die modulare Assemblierung der Sub-Strukturen können verschiedene Abmessungen realisiert werden. Die Versteifungsstruktur wird in einen Aufnahmerahmen integriert und mittels Laserdurchstrahlschweissen mit dem Lining gefügt. Das entwickelte Konzept in Kombination mit dem grossserienfähigen Verfahrensansatz bietet das Potenzial, thermoplastische Faserverbundstrukturen zukünftig wirtschaftlich in der Luftfahrt einzusetzen.

Bilder: Fraunhofer ICT

Leichtbau ist eine der Schlüsseltechnologien im Transportwesen zur Reduktion des Energieverbrauchs und von Emissionen. Thermoplastische Faserverbundkunststoffe bieten hinsichtlich hoher spezifischer Steifigkeit in Kombination mit einfacher Verarbeitbarkeit ohne chemische Reaktionen sowie guter Recyclingfähigkeit besondere Vorteile für die Serienanwendung.

Aus mehreren Sub-Strukturen assemblierte Ein-Spant-Versteifungsstruktur.

Hierdurch sind weitere Gewichtseinsparungen möglich, wobei einer reaktionsfreien Verarbeitung und Bauteil-Rezyklierbarkeit Rechnung getragen wird. Die Arbeiten sind Teil des LuFo V-1 Programmes und wurden durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Detailaufnahme eines Verbindungsknotens der Sub-Versteifungsstruktur auf Basis von Polyetherimid (PEI) – hergestellt im HybridMolding-Verfahren.

Kontakt Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT Joseph-von-Fraunhofer-Strasse 7 D-76327 Pfinztal +49 0721 4640-0 www.ict.fraunhofer.de

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Industrie 4.0

Vernetzt, adaptive Produktion

Möglichkeiten der Industrie 4.0 voll ausschöpfen Forscherinnen und Forscher aus drei Aachener Fraunhofer-Instituten arbeiten im Fraunhofer-Leistungszentrum «Vernetzte, adaptive Produktion» an der vollständigen Vernetzung von Maschinen und Sensoren, um alle erfassten Produktionsdaten mit intelligenten Algorithmen in Echtzeit auswerten und Prozesse flexibel anpassen zu können. Auf der Hannover Messe vom 23. bis 27. April 2018 zeigen sie, welche Diagnose- und Prognosemöglichkeiten sich damit für die Fertigung anspruchsvoller Produkte für unterschiedliche Branchen ergeben.

Eine individuelle Bearbeitung von Bauteilen oder eine Optimierung der Fertigung während des Produktionsprozesses ist heute oftmals gar nicht oder nur sehr eingeschränkt machbar. Genau das aber wollen Forschende aus drei Aachener Fraunhofer-Instituten ermöglichen. Dafür entwickeln sie eine komplett vernetzte Produktionsumgebung, die sich für ganz unterschiedliche Branchen eignet – für die Biomedizin genauso wie den Maschinenbau. Im Leistungszentrum «Vernetzte, adaptive Produktion» wollen sie die Möglichkeiten der Industrie 4.0 für besonders anspruchsvolle Fertigungsaufgaben voll ausschöpfen. Auf der Hannover Messe stellen sie verschiedene Anwendungsbeispiele vor. «Mit unserem Ansatz bringen wir die Digitalisierung und Vernetzung in die reale Fertigungsumgebung», sagt Thomas Bergs, Geschäftsführer des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie IPT in Aachen. «Wir statten die Anlagen mit zahlreichen Sensoren aus, die permanent Messdaten aus den Maschinen an eine zentrale Datenbank senden – und zwar kabellos, über den kommenden Mobilfunkstandard 5G.» Die gesammelten Daten werden in einer speziell entwickelten Cloud, dem «Virtual Fort Knox», gespeichert und dort mit eigens dafür konzipierten Algorithmen und Technologie-Apps verarbeitet und analysiert. So lassen sich neue, überraschende Korrelationen erkennen – zum Beispiel ¹ Susanne Krause M.A., Externe und Interne Kommunikation, FraunhoferInstitut für Produktionstechnologie IPT, Aachen.

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Bild: Fraunhofer IPT

Susanne Krause¹

Ziel im Leistungszentrum «Vernetzte, adaptive Produktion»: die komplett digitalisierte und vernetzte Produktionsumgebung.

Schwingungsmuster, die darauf hindeuten, dass das Werkzeug einer Fräsmaschine verschlissen ist. Werden die Informationen an die Maschinensteuerung zurückgespielt, schliesst sich der Kreis: zum Beispiel mit einer Warnung, dass das Werkzeug ausgetauscht werden muss.

Sechs Anlagen für Pilotanwendungen Um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Digitalisierung und Vernetzung von Produktionseinrichtungen zu verdeutlichen, haben die Experten vom Fraunhofer IPT gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT und vom Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME sechs verschiedene Anlagen für

Pilotanwendungen aufgebaut – darunter Prozessketten für die Fertigung von Turbinenschaufeln, zur Gewinnung von Medikamenten aus Pflanzen und für die Produktion von Batteriemodulen für Elektroautos. Bei der Herstellung der Turbinenbauteile für Flugzeugantriebe kommt es besonders auf Präzision und Sicherheit an. Die Schaufeln werden heute vielfach mit Werkzeugmaschinen aus einem massiven Titanblock gefräst. Dabei können Schwingungen entstehen, die bei der Bearbeitung zu Ungenauigkeiten führen. In der Pilotanlage wurden deshalb Sensoren installiert, die Schwingungen von Hundertstel Millimetern und wenigen Millisekunden präzise aufnehmen. Die enormen Datenmengen, die dabei entstehen, sollen künftig über das 5G-Netz in die gesicherte Cloud einfliessen, das bereits erwähnte Virtual Fort 3/2018


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Knox. «Erst die drahtlose Datenübertragung mit 5G schafft die Voraussetzungen, Steuerbefehle in Echtzeit an die Maschine zu senden und durch schnelle Anpassung der Maschine solche Schwingungen zu verhindern, noch bevor sie auftreten», erklärt Bergs.

Digitaler Zwilling speichert alle Daten Eine Besonderheit des neuen Leistungszentrums ist, dass alle Produktions- und Sensordaten individuell für jedes Produkt gespeichert werden – in einem «Digitalen Zwilling», der die vollständige Produktionshistorie enthält. Treten später Schäden auf, kann man im Prozess zurückblättern und den Daten entnehmen, wo der Fehler entstanden ist, um den Prozess zu optimieren. Ebenso wie bei der Fräsbearbeitung kommt auch bei der Gewinnung von Wirkstoffen aus Pflanzen der Datenanalyse und der Rückverfolgung der Produkthistorie eine besondere Bedeutung zu. Am Fraunhofer IME werden Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen gesät, aufgezogen, dann biochemisch verändert, sodass sie Medikamente produzieren, und anschlies­ send geerntet. Im letzten Schritt werden die Wirkstoffe extrahiert und isoliert.

Umfangreiche Big-Data-Analysen Da verschiedene Pflanzen unterschiedlich wachsen und verschiedene Mengen an Wirkstoff liefern, ist es hier interessant, die Historie der Pflanzen nachzuvollziehen, um die Wachstumsbedingungen und die Wirkstoffproduktion genau analysieren zu können. «So können wir am Ende erkennen, unter welchen Bedingungen die Pflanzen besonders produktiv sind und damit den Prozess laufend anpassen», sagt Johannes Buyel vom Fraunhofer IME. «Wir führen hier umfangreiche Big-Data-Analysen durch, um die richtigen Parameter zu finden und zu überwachen, die die Wirkstoffproduktion beeinflussen.» Die Stärke des Aachener Leistungszen­ trums besteht darin, dass sich die Technologien der Digitalisierung und Vernetzung für verschiedene Anwendungsgebiete eignen. Am Fraunhofer ILT etwa wurde das Konzept auf die Fertigung von Batteriemo-

Industrie 4.0

dulen zugeschnitten. Solche Module bestehen aus Hunderten oder gar Tausenden einzelner Zellen, die per Laser miteinander verschweisst und kontaktiert werden müssen. Ein aufwändiger Prozess, bei dem hohe Zuverlässigkeit gefordert ist, denn bricht im Betrieb auch nur eine einzige Schweissstelle, kann das ganze Modul versagen. Die Aachener Expertinnen und Experten überwachen das Schweissen deshalb mit Sensoren. «Wir können damit die Qualität des Laserschweissens in Echtzeit kontrollieren oder in der Produkthistorie verfolgen», sagt der ILT-Ingenieur Alexander Olowinsky. Doch nicht nur das: Dank der kompletten Vernetzung der Anlage und eines durchgehenden Datenflusses, lässt sich die Batteriefertigung künftig sehr viel flexibler gestalten. Olowinsky: «Heute geben die Hersteller meist den Bauraum und den Zelltyp vor. Wir können hingegen für jede Anwendung den idealen Batterietyp mit den idealen Leistungsdaten und der richtigen Grösse wählen, um ihn optimal in ein Fahrzeug einzupassen.» Auf der Hannover Messe stellen die Forscherinnen und Forscher die verschiedenen Konzepte für die vernetzte, adaptive Produktion vor: Zu sehen sein wird unter anderem eine Fräsmaschine, anhand derer Aspekte der Digitalisierung und Vernetzung sowie Sensorik mit 5G-Datenübertragung demonstriert werden. «Industrievertreter, die eigene Technologien im Leistungszentrum vernetzen oder in Richtung der Industrie 4.0 weiter entwickeln möchten, sind herzlich eingeladen. Wir wollen das Leistungszentrum für Industriepartner aus verschiedenen Branchen öffnen», sagt Bergs. «Das Besondere ist ja, dass es im Hinblick auf die Anwendungen für die vernetzte, adaptive Produktion keine Grenzen gibt.»

Kontakt Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT Dr.-Ing. Thomas Bergs Steinbachstrasse 17 D-52074 Aachen thomas.bergs@ipt.fraunhofer.de www.ipt.fraunhofer.de

Polyurethan, der Konstruktionswerkstoff für anspruchsvolle Formteile Optimales Design für technische Formteile Polyurethan wird heute in einem weiten Gebiet von Anwendungen eingesetzt, wobei es für beinahe jede Anforderung die entsprechende Formulierung gibt. Seit rund 35 Jahren ist die Emaform der führende Hersteller in der Schweiz und hat sich da-bei ausschliesslich auf die Herstellung von Teilen aus PUR-Integralhartschaum und PUR-Kompaktmaterial spezialisiert. Mit einem kompetenten und motivierten Team unterstützen wir unsere Kunden mit Know-how vom Entwicklungsprozess über den Prototypenbau bis zum fertig lackierten PUR-Formteil bzw. montierten Baugruppen.

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Industrie 4.0

Sitzung während der WGP-Herbsttagung im November 2017 in Berlin.

Gesellschaftliche Herausforderungen zum Arbeitsplatz 2025

Wie sieht Arbeit in der digitalisierten Industrie aus? Die WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) hat auf ihrer Herbsttagung in Berlin erstmals den Industriearbeitsplatz 2025 aus gesamtgesellschaftlicher Sicht beschrieben. Bislang waren vor allem technische Fragestellungen zur Mensch-Maschine-Schnittstelle Gegenstand von Untersuchungen. Diese Sichtweise wird nun erweitert.

Die Digitalisierung und Vernetzung des produzierenden Gewerbes birgt nicht nur technische Herausforderungen, es gehen gesamtgesellschaftliche Veränderungen damit einher. «Wir glauben, dass die WGP nicht nur die Expertise, sondern auch die Pflicht hat, diese gesellschaftlichen Verän­ derungen zu benennen», erläutert Prof. Eberhard Abele, Präsident der WGP. «Aus diesem Grund haben wir im vergangenen Jahr begonnen, uns diesem Thema durch Befragungen und Untersuchungen anzu­ nähern, um die Auswirkungen von Indus­ trie 4.0 auf die Menschen und unsere Gesellschaft besser zu verstehen.»

Definition autonomer Fabriken als erste Aufgabe Auf der Herbsttagung einigte sich der Zusammenschluss renommierter deut­ scher Maschinenbau-Professoren zu­ nächst auf eine allgemeingültige Defini­ tion selbstlernender Produktionssysteme beziehungsweise autonomer Fabriken. Demnach gibt es fünf Stufen der Auto­ matisierung, von denen die fünfte und letzte nicht mehr als «vollautomatisierte Systeme» bezeichnet werden soll, son­ dern – angeglichen an die Definition in der Automobilindustrie – als bedienerlo­

se Systeme, die selbstlernend und ohne menschliche Bedienung den Produkti­ onsprozess regeln. «Bedienerlos heisst aber nicht, dass der Mensch in diesen Systemen keine Rolle mehr spielen wird», betont Abele, der das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) der TU Darmstadt leitet. «Er wird immer als Supervisor beziehungsweise Gestalter gefragt sein.» Zumal es auch in Zukunft darum gehen wird, unter Ausnut­ zung aller technischen Möglichkeiten den wirtschaftlichsten Wertschöpfungsprozess zu gestalten. Das heisst aber auch, dass

Masterbatch und Compounds 20

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Industrie 4.0

den Industrie- und Handelskammern oder auch des Bundesinstituts für Berufliche Bil­ dung (BIBB), das Gespräch suchen werden. Ziel ist es, die Expertise der WGP, die sämt­ liche Bereiche der Produktionstechnik und -wissenschaft abdeckt, in die Ausbildungs­ inhalte einfliessen zu lassen. «Wir können neueste wissenschaftliche Erkenntnisse an Fach- und Führungskräfte, aber auch an Aus- und Weiterbilder weitergeben und auf diese Weise den Wissenstransfer in die Pra­ xis enorm beschleunigen», so Abele. «Hier­ für planen wir unter anderem standortspe­ zifische Aus- und Weiterbildungsmodule zu erstellen, mit denen einzelne WGP-Institute ihre spezifische Expertise online für alle zur Verfügung stellen.» Vom lebenslangen Lernen wollen sich die Professoren und Institutsleiter der WGP da­ bei nicht ausnehmen. «Wir sollten nicht nur über Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften sowie Lehrern sprechen. Wir müssen auch in der akademischen Aus­ bildung über eine Art ‹Professoren-TÜV› nachdenken, um sicherzustellen, dass an­ gesichts der rasanten Weiterentwicklung der technischen Möglichkeiten auch die universitäre Ausbildung regelmässig ange­ passt wird und der hervorragende Ruf deut­ scher Ingenieure bestehen bleibt.»

Bild: PT W

nicht immer das höchste Level an Auto­ matisierung notwendig oder sinnvoll sein wird.

Wird Deutschland den Vorsprung halten können? Die zunehmende Automatisierung der Produktion auch in Ländern wie China oder Südkorea hat zur Folge, dass der Vor­ sprung, den Hochlohnländer und insbe­ sondere Deutschland durch ihre exzellent ausgebildeten und international gefragten Fachkräfte heute noch haben, künftig schrumpfen könnte. Auch steht die Frage im Raum, ob durch aktuelle Entwicklungen wie der vorausschauenden Wartung (Pre­ dictive Maintenance) künftig weniger Mit­ arbeiter für den Betrieb und die Instand­ haltung komplexer Produktionsanlagen benötigt werden. Eine Arbeitsgruppe, die sich mit den Wett­ bewerbschancen Deutschlands in Zeiten von Industrie 4.0 befasste, kam jedoch zu dem Ergebnis, dass der Vorsprung Deutsch­ lands in näherer Zukunft gehalten werden kann. «Denn Länder wie China oder auch die USA setzen auf eine Software-getriebe­ ne Produktion», berichtet Abele. «Im Ge­ gensatz dazu betreibt Deutschland eine Prozessverständnis-getriebene Produktion. Damit sind die Mitarbeiter selbst bei zuneh­ mender Automatisierung in der Lage, den Prozess nachzuvollziehen und wo nötig entsprechend einzugreifen. Ausserdem werden gut ausgebildete Fachkräfte und Ingenieure auch in Zukunft für Einrichtung und Fernwartungen der Prozessketten be­ nötigt werden.»

Kugellagereinheiten

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Prof. Eberhard Abele, Präsident der WGP, Leiter des Instituts für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW), TU Darmstadt.

WGP will neueste Ausbildungsinhalte einbringen Angesichts der rasant fortschreitenden Au­ tomatisierung der Produktionssysteme ist allerdings eine möglichst schnelle Anpas­ sung der Ausbildung von Fach- und Füh­ rungskräften in der Industrie eine drängen­ de Herausforderung. Denn in den Lehrbüchern spielt die Digitalisierung noch keine Rolle. Hinzu kommt, dass die Ausbil­ der, seien es Berufsschullehrer oder Univer­ sitätsprofessoren, keine Digital Natives sind – aber eben solche ausbilden sollen. «Da­ bei brauchen wir Unterstützung», so Abele, weshalb die WGP den Schulterschluss mit anderen Akteuren auf dem Gebiet «Digita­ lisierung in der Ausbildung» sucht. Auf der Herbsttagung bestimmten die Pro­ fessoren aus diesem Grund Vertreter, die mit diesen Akteuren, namentlich der Nach­ wuchsstiftung Maschinenbau des VDMA,

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Kontakt Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik – WGP Gerda Kneifel Corneliusstrasse 4 D-60325 Frankfurt am Main +49 69 756081-32 kneifel@wgp.de, www.wgp.de

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Ein grosser Wurf

Plug and Produce Plug & Produce nennt sich ein wichtiger Teilaspekt von Wittmann 4.0, der Industrie 4.0 Lösung der Wittmann Gruppe. Der Terminus Plug & Produce steht hier für den Umstand, dass dieses Konzept geeignet ist, den Werkzeugwechsel sicherer und einfacher zu machen.

Parameter sind in Unilog B8 Steuerung hinterlegt In einer Wittmann 4.0 Arbeitszelle können diese Parameter – gemeinsam mit jenen des Werkzeugs selbst – in der Unilog B8 Spritzgiessmaschinen-Steuerung hinterlegt werden. Wird nun ein Werkzeugdatensatz auf der Maschinensteuerung ausgewählt, erhalten alle anderen in der Arbeitszelle vorhandenen Geräte die entsprechenden Einstellwerte zugeteilt. Als Kommunikationsmittel kommt hier ein Ethernet-Netzwerk zum Einsatz, das den Industrie 4.0 OPC UA Standard als Applikationsprotokoll verwendet.

Bilder: Wittmann

Um ein Kunststoffteil in der geforderten Qualität zu produzieren, bedarf es neben der Verarbeitungsmaschine typischerweise auch zahlreicher Peripheriegeräte, die der Spritzgiessmaschine entsprechend zuarbeiten. Hierzu zählen vor allem Geräte zur Werkzeugtemperierung und -kühlung, Granulat-Trockner und gravimetrische oder volumetrische Dosiergeräte. Die Spritzgiessmaschine und die mit ihr verschalteten Geräte – gegebenenfalls unter Einbindung eines Roboters mit nachgeordneter Automatisierung und Qualitätskontrolle – bilden zusammen eine Spritzgiess-Arbeitszelle. Für die reibungslose Produktion eines Teils müssen die einzelnen Geräte in der Arbeitszelle mit den korrekten werkzeugabhängigen Parametern bespielt werden. Schematische Darstellung der durch den Wittmann 4.0 Router geschaffenen hierarchischen Struktur des Produktionsnetzwerks.

Es ist eine besondere Eigenheit der Kunststoffbranche, dass Spritzgiess-Arbeitszellen in äusserst flexibler Weise zusammengestellt werden, soweit es die darin verwendeten Peripheriegeräte betrifft. Abhängig vom jeweils zu produzierenden Teil bedarf es unterschiedlicher beziehungsweise unterschiedlich eingestellter Peripheriegeräte. Beispielsweise muss der Spritzgiessmaschine je nach Anzahl der im Werkzeug vorhandenen Temperierzonen auch eine entsprechende Anzahl an Temperiergeräten beigestellt werden.

Dank Wittmann 4.0 Plug & Produce muss sich der Anlagenbediener keinerlei Kenntnisse auf dem Gebiet der IT-Technik aneignen; abgesehen davon, dass es vonnöten ist, das Netzwerkkabel des entsprechenden Geräts in den Netzwerkswitch der Arbeitszelle einzustecken. Er kann sich somit auf die nötigen mechanischen Handgriffe konzentrieren, also etwa das Anbinden von Peripheriegeräten über Temperierschläuche und Materialleitungen. Die trotzdem notwendige IT-technische Konfiguration der Arbeitszelle wird ihm vom eigens hierfür entwickelten so genannten

Extruder, Kneter und mehr Dorfstrasse 8 • 8906 Bonstetten Tel. 044 709 07 07 • www.tracomme.ch • tracomme@tracomme.ch Messkneter & Kompaktextruder, Mini-Compounder (auch für Pharma-Applikation), grosse Auswahl an Düsen und Nachfolge 2 2einrichtungen. Film-Test-Anlage, Folien-Qualitäts-Analysator, Filtertest, Auto-Grader für Online MFR, SpeciMold für automatische online Probenkörper Herstellung, Aquatrac (Rest-) Feuchtebestimmung.

Online – kontinuierlich 3/2018 MFR – Filmreinheit


KUNSTSTOFF XTRA

Wittmann 4.0 Router.

Wittmann 4.0 Router abgenommen. Dieser fasst sämtliche Geräte in der Arbeitszelle zusammen und repräsentiert die Arbeitszelle nach aussen mit einer einzigen IP-Adresse. Auch für ein MES-System, das Daten von Spritzgiessmaschine und angeschlossener Peripherie sammeln soll, wird somit die Zusammengehörigkeit der einschlägigen Daten sichergestellt, ohne dass fälschlicherweise die Zuordnung der Daten etwa eines Temperiergeräts in einer anderen Arbeitszelle zu einer Spritzgiessmaschine erfolgen könnte. In umgekehrter Weise trägt der Router auch dafür Sorge, dass eine Spritzgiessmaschine ausschliesslich jene Peripheriegeräte auffindet, die sich in der eigenen Arbeitszelle befinden.

Industrie 4.0

cheren Produktwechseln, somit signifikant kürzeren Stillstandszeiten, und schliesslich zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit in der Produktion. Die Wittmann Gruppe ist ein weltweit führender Hersteller von Spritzgiessmaschinen, Robotern und Peripheriegeräten für die Kunststoff verarbeitende Industrie mit Hauptsitz in Wien, bestehend aus zwei Haupt-Geschäftsbereichen: Wittmann und Wittmann Battenfeld. Gemeinsam betreiben die Unternehmen der Gruppe acht Produktionswerke in fünf Ländern, und mit

ihren 33 Standorten sind die zusätzlichen Vertriebsgesellschaften auf allen wichtigen Kunststoffmärkten der Welt vertreten.

Kontakt Wittmann Kunststofftechnik AG Uznacherstrasse 18 CH-8722 Kaltbrunn +41 55 293 40 93 info@wittmann-group.ch www.wittmann-group.ch

n

GRIVORY HT «HIGH HYDROLYSIS» Überragende Hydrolysebeständigkeit

Wasserauslass Grivory HT «High Hydrolysis»

Rasch und unkompliziert Nachdem nun eine Arbeitszelle mit den für ein neues Produkt notwendigen Peripheriegeräten ausgerüstet wurde, kann der Datensatz mit den Produktionsparametern innerhalb der Arbeitszelle verteilt werden. Sofern dieser Datensatz nicht bereits in der Steuerung der Spritzgiessmaschine hinterlegt ist, kann ihn die Maschine auch von einem an sie angebundenen MES-System beziehen, wobei die Daten hierbei über die im Wittmann 4.0 Router integrierte Firewall geroutet werden. Von der Maschine aus werden dann die Parameter (Dosier-Rezept, Robot-Teach-Programm, Trocknungsparameter, Einstellwerte für Temperierung und Kühlung) den Peripheriegeräten und dem Roboter in der Arbeitszelle zugeteilt. Anschliessend kann die Produktion umgehend aufgenommen werden. Insgesamt führt Wittmann 4.0 Plug & Produce zu wesentlich rascheren und einfa-

Grivory HT «High Hydrolysis» zeichnet sich durch ausgezeichnete Hydrolysebeständigkeit aus. Damit ist es im Automobilbau besonders geeignet für Anwendungen mit höchsten Anforderungen in der Motorkühlung. Doch die Produktereihe kann noch weit mehr: Sie verfügt über eine exzellente Bindenahtermüdungsfestigkeit, eine elektroverträgliche Stabilisierung sowie eine optimierte Entformbarkeit bei komplexen Geometrien und Hinterschnitten. Grivory HT – der innovative Werkstoff für den Automobilbau.

Kunststoffe im Automobilbau 14./15. März 2018, Mannheim

Der innovative Entwicklungspartner EMS-GRIVORY, Via Innovativa 1, 7013 Domat/Ems, Schweiz Tel. +41 81 632 78 88, Fax +41 81 632 76 65 www.emsgrivory.com, welcome@emsgrivory.com

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3/2018

05.02.2018 14:51:12

23


KUNSTSTOFF XTRA

Industrie 4.0

Ein innovativer Ansatz zur Erhöhung der Gesamtanlageneffektivität

Die Intelligenz in die Maschine bringen Anlässlich der Fachpressetage 2018 in Karlsruhe, wo Jahr für Jahr Automatisierungsexperten zusammenkommen, um die neuesten Entwicklungen vorzustellen, zeigte Omron, wie man Künstliche Intelligenz (KI) so in der vernetzten Fertigung einsetzen kann, dass ohne grossen Investitionsaufwand konkreter Mehrwert erzielt wird.

Die Erfolge beim Einsatz von KI erreichen immer wieder auch eine breitere Öffentlichkeit: so etwa 1997, als der Schachcomputer Deep Blue den damaligen Weltmeister Garry Kasparow besiegte. Inzwischen haben Algorithmen auch den Weltmeister im lange als für sie zu schwierig geltenden Brettspiel Go geschlagen und kommen vermehrt in industriellen Anwendungen, aber auch in der Medizin und weiteren Bereichen zum

Einsatz, um komplexe Muster zu finden. Auf dem Feld der so genannten schwachen KI geht es nämlich nicht darum, menschliches Verhalten nachzubilden – wie im berühmten Turing-Test – sondern spezifische Aufgaben zu lösen oder Prozesse zu optimieren. Welche Herausforderungen stellen sich jedoch dieser «kog­ nitiven» Intelligenz in Form nichtdeterministischer Algorithmen beim Einsatz im Maschinen- und Anlagenbau?

Machine Learning in Echtzeit mit adaptiven Algorithmen Lucian Dold, General Manager Product & Solution Marketing EMEA bei Omron Eu­ rope, betonte in seinem Vortrag an den Fachpressetagen, dass man es bei Maschinen fast immer mit Unikaten zu tun habe, deren Komplexität eine komplette mathematische Beschreibung nicht zulasse. Setze man nun eine – mit erheblichen Inves-

Nicht das menschliche Verhalten soll nachgebildet, sondern die KI auf die Maschine gebracht werden.

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24

3/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Bild: Omron

Industrie 4.0

titionen und Sicherheitsrisiken verbundene – Cloud-Lösung zur Optimierung der gesamten Fertigung ein, stünden dem gleich mehrere Hindernisse im Weg: vor allem die Menge an unstrukturierten Daten, die aufwändig aufbereitet werden muss, um überhaupt nutzbar zu sein. Von einer Anpassung der Maschinenparameter in Echtzeit sei man mit einer Cloud und selbst noch mit Edge Computing denkbar weit entfernt. Omron verfolgt demgegenüber eine Art umgekehrten Ansatz und bringt die Intelligenz direkt in die Maschine. Der neue AI-Controller arbeitet mit adaptiven Algorithmen und als Teil der Maschinensteuerung: Datenerzeugung und Datennutzung werden so eng miteinander verknüpft. Die Künstliche Intelligenz auf der Maschine für die Maschine lernt schnell, entsprechende Muster zu erkennen, um den normalen vom abnormalen Betrieb unterscheiden zu können.

Annäherung zum Optimum mit Cognitive Manufacturing Den grössten Effekt generiert die neue Lösung beim Einsatz an den Flaschenhälsen der jeweiligen Produktion. Schritt für Schritt lässt sich von dort eine intelligente, ganzheitlich optimierte Fertigung aufbauen. Der AI-Controller zielt vor allem auf eine deutliche Erhöhung der Gesamtanlageneffektivität (Overall Equipment Effi­ cience, OEE) ab. Aktuell laufende Erprobungen mit Pilotkunden lassen eine Erhöhung des OEE im ein- bis zweistelligen Prozentbereich erwarten. Die neue Lösung richtet sich sowohl an Maschinenbauer als auch und vor allem an Anwender, die sich einen stärker praxisbezogenen Ansatz von Industrie 4.0 wünschen. Aufbauend auf den durch den AI-Controller gewonnenen Daten und Mustern lassen sich Maschinen und ganze Fabriken so steuern und betreiben, dass Anlagen länger verfügbar sind, die Qualität steigt und die Kosten sinken. «Omron ist überzeugt davon, mit dem neuen AIController einen Beitrag zu einer intelligenteren Industrie zu leisten», bekräftigte Lucian Dold zum Ende seines Karlsruher Vortrags. Kontakt Omron Europe B.V. Wegalaan 67-69 NL-2132 JD Hoofddorp +31 23 568 13 00 www.industrial.omron.eu 3/2018

In jedem Detail: Leidenschaft. Motivation und kontinuierliche Verbesserung sind wichtige Bausteine unserer Arbeit. Keine Behauptung, sondern bewiesen: durch unsere Entwicklung der Heißkanaldüse mit zweigeteiltem Schaft. Er stellt eine hervorragende Isolierung im vorderen Schaftbereich und einen äußerst geringen Wärmeverlust sicher. So viel erreicht man nur mit vollem Einsatz. Das nennen wir leidenschaftlich. www.guenther-heisskanal.de

Cool Tech for Hot Runners

n 25


Verband

Wirtschaftsdaten

Die drei Kernzahlen 32 000 Mitarbeiter, CHF 14 Milliarden Gesamtumsatz, 830 Unternehmen ist schnell gesagt, aber das Zusammenstellen der Wirtschaftsdaten ist einerseits eine sehr heikle und andererseits eine extrem wichtige Aufgabe für die Gesamtbranche. Seit über 15 Jahren erhebt Swiss Plastics jedes Jahr mit grossem Aufwand bei fast allen Firmen im Kunststoffbereich wichtige Kennzahlen und Daten zum Kunststoffmarkt und wertet diese zum Teil mit komplizierten statistischen Berechnungen aus.

Kurt Röschli ¹

2014

2012 2'870'821

2'583'020

2'534'471

1'163'356

1'102'406

1'069'400

9'852'722

9'862'081

9'171'756

9'105'861

Maschinen u. Peripherie

809'684

821'253

776'424

713'921

Dienstleistungsbetriebe

41'486

44'348

42'140

41'140

218'424

200'950

191'424

185'682

Verwertungsbetriebe

48'316

43'000

39'396

38'608

Übrige

72'422

80'024

74'536

72'299

Wirtschaftsdaten Rohstofflieferanten 2'738'012 Umsätze Handelsfirmen

[TCHF] 1'163'217

Verarbeiter

Formenbauer

Total

14'944'283 15'085'833 13'981'102 13'761'382

Grafik 1: Umsätze der Schweizer Kunststoffindustrie im Jahresvergleich (2013–2016).

Im Weiteren werden Daten auch aus aktuellen Pressemitteilungen und Geschäftsberichten von Unternehmen abgeleitet und in ihrer Relevanz bezüglich Gesamtmarkt beurteilt und bewertet. Die daraus resultierenden Daten sollen Auskunft über das Befinden der Branche geben und wo diese im Vergleich zu anderen Branchen steht, aber auch die Entwicklungstendenz aufzeigen. Was soll das?, könnte man sich fragen Jahre

2014

2015

2016 Mitarbeiter

Firmen

Mitarbeiter

Firmen

Rohstoffe

2013

Mitarbeiter

Sparten

oder brauchen wir das? Natürlich braucht es Zahlen. Dieses Tool bietet die Grundlage für die Planung unter anderem der Ressourcen und des Personalbestands. Zeigen die Tendenzen nach unten, was auch schon geschehen ist, ist es angezeigt, vorsichtig und noch genauer in der Phase der Planung resp. Budgetierung hinzuschauen. Einer der wichtigsten Charts ist sicherlich die Grafik 1, die die Umsätze der einzelnen

Firmen

26

2013

Mitarbeiter

¹ Kurt Röschli, Geschäftsführer Technik, Swiss Plastics, und Geschäftsführer PVCH.

2016

Firmen

Insgesamt werden rund 880 Firmen (Mitglieder und Nichtmitglieder) mittels eines detaillierten Fragebogens befragt. Damit die Anonymität gewährleistet ist, hat Swiss Plastics die Firma Ernst + Young AG für die Erhebung, das Zusammentragen und die Einteilung mittels Excel-Tabellen beauftragt. Die Auswertung selbst, die auch statistische Hochrechnungen beinhaltet, die Verifikation und die Plausibilität werden intern bei Swiss Plastics seit Jahren durch Dr. Ernesto Engel und Kurt Röschli, zwei erfahrene Branchenkenner, vollzogen. In der Regel antworten rund 130 bis 150 Firmen – sowohl Mitglieder wie auch Nichtmitglieder – was einen Rücklauf von etwa 15 % bedeutet. Hierbei kann man zu Recht nach der Plausibilität resp. Repräsentativität fragen. Die Grenzen der Aussagen sind sicher dann vorhanden, wenn hauptsächlich kleinere Betriebe antworten und die Grossen passen. Dann müssen einerseits Befragungen her oder die Analysten greifen auf weiteres statistisches Zahlenmaterial der Eidgenössischen Import- und Exportstatistiken oder der Zollstatistiken zu.

Jahre

2015

Sparten

65

857

65

852

63

849

62

864

Handelsfirmen

144

2’468

143

2’432

136

2’407

137

2’374

Verarbeiter

431 27’878

430

27’513

436

26’818

435

25’745

63

1’522

63

1’496

62

1’402

Maschinen u. Peripher.

63

Dienstleistungsbetriebe

31

218

31

217

41

215

48

213

Formenbauer

57

1’005

57

1’001

56

997

54

958

Verwertungsbetriebe

16

99

16

102

19

98

18

101

Übrige

30

268

31

248

18

242

17

240

34’356

836

33’887

832

33’122

833

31’897

Total

837

1’563

Grafik 2: Anzahl Firmen und Mitarbeiter (2013–2016).

3/2018

Grafiken 1, 2, 4 und 5: Swiss Plastics

Ein vielfach unterschätztes Tool


Verband

1'200'000

1'000'000

Quelle: Eidg. Zollver waltung EZV

Tonnen

800'000

Kunststoff

600'000

Kunststoff und Kautschuk 400'000

2016 Kunststoff 768’180 To Kautschuk 35’903 To

200'000

Total 804’083 To 0

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

Grafik 3: Verarbeitete Mengen von Kunststoff und Kautschuk (Tonnen).

Sparten resp. Teilmärkte wiedergibt. Hier werden die Daten im Einzelnen, bezogen auf die Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette (Kunststoffhersteller, Verarbeiter bis zu den Verwertungsbetrieben) ermittelt und dargestellt. Ohne die Einreichung des spezifischen Datenmaterials wäre die Analyse nicht durchführbar. Ein weiterer aussagekräftiger Chart, der direkt aus der Befragung resultiert, ist die Darstellung von Anzahl Firmen und Mitarbeitern (Grafik 2). Von Interesse ist auch die Darstellung der verarbeiteten Mengen von Kunststoff und Kautschuk (Tonnen) (Grafik 3). Das wohl am schwierigsten zu verstehende Diagramm ist die Darstellung der Veränderungsraten (Grafik 4). Diese zeigt gegenüber dem Vorjahr die Veränderung in Prozent von verschiedenen Grössen wie Umsätze, Beschäftigung und Rohmaterialverbrauch. Im dargestellten Beispiel sieht 6.0

Wirtschaftsdaten 2012 4.8

4.0

2.7

2.0

1.0

-0.3 -0.6

%

-2.0

-0.1

-0.1

-0.3

-1.2 -2.3

-2.8

-4.0

-0.8

0.1

0.1

0.0

0.0

-1.9 -3.7

-6.0 -7.0

-7.3

-8.0 -10.0

-10.0

-12.0

Umsatz Gesamtbranche

Umsatz Rohstoffe Umsatz Verarbeiter Beschäftigung

Rohmaterialverbrauch

Grafik 4: Veränderungsraten in Prozent (2013–2015).

3/2018

man sehr schön, was nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze 2015 geschehen ist. Besonders stolz sind die Analysten auf die

gewachsen. Macht rund CHF 667 Mrd. Damit beträgt der Kunststoffanteil rund 2,1 %. Immerhin. Zum Vergleich: Das BIP in Deutschland beträgt rund CHF 3224 Mrd., will heissen das Verhältnis ist in etwa 1 zu 5. Das ist erstaunlich; normalerweise sagt man zehnmal die Schweiz ergibt einmal Deutschland. Die Gesamtauswertung (2016) steht auf der Website von Swiss Plastics kostenlos zum Download zur Verfügung. Die Auswertung von 2017 muss erst noch erstellt werden. Aktuell hat Ernst + Young rund 880 Fragebögen versandt. Der Rücklauf wird wie bereits erwähnt auch diesmal ano­nym erfolgen. Die Datenerhebung, die rückblickend auf 2017 eingeht, dauert noch bis zum 15. April 2018. An dieser Stelle bedankt sich Swiss Plastics sehr für die Mithilfe.

Medizin; 4.7% Landwirtschaft; 0.2% Möbel; Haushalt; 2.1% 0.4% Elektro und Elektronik; 3.3%

Sonstige; 7.3% Verpackung

Fahrzeug; 4.0% Verpackung; 44.2%

Bau Fahrzeug Elektro und Elektronik Haushalt Möbel

Bau; 34.0%

Landwirtschaft Medizin Sonstige

Grafik 5: Verteilung der Anwendungen (5-Jahres-Durchschnitt).

Grafik 5. Bei dieser lässt sich auch qualitativ etwas über den Vergleich mit dem Ausland aufzeigen. Übrigens ergeben die Vergleiche mit Deutschland bei den Bereichen Verpackungen und Bau praktisch ein identisches Bild. Insgesamt werden im Rahmen der Daten­ erfassung und Darstellung 17 Zusammenhänge dargestellt. Ein Diagramm zeigt auf Grund der Befragungen die Tendenzen im Vorjahresvergleich auf und geht sogar etwas in die Zukunft. Im Weiteren kommentieren die Analysten die Diagramme und ziehen Fazit. Dies sicher als grosse Hilfe, um die Zusammenhänge besser zu verstehen. Übrigens betrug das BIP (Bruttoinlandprodukt) der Schweiz Ende 2016 rund CHF 660 Mrd. Es ist im 2017 um knapp 1 %

Sofern Sie nicht persönlich angeschrieben wurden, laden wir Sie ein, über die Website www.swiss-plastics.ch / Daten & Fakten / Wirtschaftsdaten Umfrage 2018 Ihren Fragebogen auszufüllen und an die angegebene Adresse zu retournieren. Machen Sie alle mit, um das Ergebnis zu verfeinern! Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung. Kontakt Swiss Plastics Kurt Röschli Schachenallee 29C, CH-5000 Aarau +41 62 834 00 67 k.roeschli@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch

n 27


Cluster

6e édition de la Journée technologique de la plasturgie

Un événement de grande diversité Image: Swiss Plastics Cluster

La Journée technologique de la plasturgie (JT) est l’événement majeur de la profession en Suisse. Organisée tous les deux ans depuis 2008, elle réunit des experts qui présentent les dernières avancées du domaine. Cette 6e édition, qui se déroulera le 3 mai 2018 à la Haute école d’ingénierie et d’architecture de Fribourg (HEIA-FR), permettra une fois de plus aux acteurs de la plasturgie helvétique d’échanger autour des multiples défis qui attendent leur secteur d’activité.

Philippe Morel ¹ Cette 6e édition sera caractérisée par la diversité des thèmes abordés. Mais une manifestation de ce genre est aussi l’occasion pour les professionnels de la plasturgie de se rencontrer. Afin de les rapprocher encore davantage, le Swiss Plastics Cluster a décidé de reconduire la soirée dédiée au réseautage précédant la conférence. Des fauteuils en plastique à la géométrie propice aux échanges permettront de faire connaissance dans une ambiance détendue. Toutes les informations sur la JT seront à disposition de manière digitale sur smartphone. Comme à son accoutumée, la manifestation sera bilingue (F et D), avec traduction simultanée. La conférence à proprement parler débutera par une intervention de Philippe Nasch, Innovation Advisor auprès de Swissmem sur le thème «Industrie 4.0: nouveau concept d’organisation et de contrôle du cycle de production et de vie du produit». Enfin suivront les différentes sessions dont le contenu est ici brièvement présenté.

La digitalisation au service de l’optimisation des procédés Jan Smit, directeur de Cognitive Solutions, présentera comment, en combinant les méthodes numériques à la science com¹ Philippe Morel, rédacteur indépendant, Fribourg.

28

Philippe Nasch, Innovation Advisor auprès de Swissmem.

portementale, il est possible de dépasser les limites inhérentes à l’analyse analytique traditionnelle, ceci afin de mettre sur le marché des techniques d’optimisation innovantes. Une application concrète du déploiement de l’industrie 4.0 et de sa rentabilité dans une entreprise active en plasturgie vous sera présentée par Frédéric Borgeat, chef de projet chez Infoteam.

Présentation des exposants et sponsors Cette nouvelle mini-session permettra aux exposants et sponsors de se présenter de manière très dynamique sous forme de brefs elevator pitch. Les participants pourront ainsi planifier au mieux leurs visites, prévues durant les pauses de la conférence.

A vos agendas 15 mars 2018: 7 juin 2018: 17 mai 2018: 19 juin 2018: 20 septembre 2018: 15 novembre 2018:

Défis relevés en matière d’injection Cette session verra la présentation de trois projets à haute valeur ajoutée du point de vue de la technique d’injection: une canule dentaire à usage unique qui doit répondre à des exigences dimensionnelles très strictes (Hervé Shimuna, co-fondateur, Shimuna & Cie, Bureau d’ingénierie), des polymères injectables à haute performance (Jalil Badouai, collaborateur scientifique, institut iRAP, HEIA-FR) et les paramètres influençant les propriétés mécaniques des composants en matière plastique renforcée de fibres (Bruno Bürgisser, professeur à l’HEIA-FR).

L’innovation au Swiss Plastics Cluster Une des missions du Swiss Plastics Cluster est de mener chaque membre au niveau technologique qu’il souhaite en soutenant les projets d’innovation. Cette session vous permettra de (re)découvrir les différentes façons de mener à bien vos projets innovants et les outils que le cluster met à votre disposition mis à disposition pour y parvenir (Enno de Lange, Manager Automotive Research Center, Johnson Electric International), un exemple d’application concrète (Rudy Koopmans, directeur, Plastics Innovation Competence Center) ainsi que l’importance d’une veille technologique adaptée (David Borel, Deputy Director, CentreDoc).

Workshop: Regranulage de plastique: Est-ce rentable? Assemblée générale du Swiss Plastics Cluster Formation: Machines d’injection et périphériques Formation: Les défauts d’injection Formation: Microstructuration des moules Conférence Plastics Update (organisée par le Plastics Innovation Competence Center)

3/2018


Cluster

L’avenir de la fabrication additive Cette session débutera sur une note futuriste avec la présentation d’un projet de bio-printing par Fritz Bircher (professeur et directeur de l’Institut Iprint de la HEIA-FR) sur l’impression de cellules vivantes afin de recréer une partie d’un organe manquant. Daniel Bomze (Business Developer Medical, Lithoz GmbH) poursuivra par la présentation de la technique de Lithography-based Ceramic Manufacturing (LCM) qui permet la production de pièces céramiques hautes performances à géométrie complexe possédant des propriétés matérielles similaires à celles des pièces conventionnelles.

L’approvisionnement en matières premières Quels sont les matériaux critiques du point de vue d’un ingénieur en matériaux? Margarethe Hofmann (CEO, Mat Search Consulting Hofmann) répondra à cette question en présentant les résultats de MATCH (Materials Common House), de ses propres enquêtes auprès des chercheurs et de l’industrie suisse, ainsi que quelques exemples issus des secteurs de la communication, de l’énergie et des transports. L’intervention de Sandra Hofmann (Director Technology & Innovation Synthetic Rub­ ber, Trinseo) nous montrera comment se fait le développement des élastomères et des caoutchoucs et quelles sont les innovations en cours pour ces polymères.

Respect des normes et efficacité Michael Maier (Senior Partner, Medidee), expert en affaires réglementaires, présentera quels sont les enjeux de la norme ISO 13485 et sa mise en application dans les PME actives dans la plasturgie souhaitant étendre leur portfolio dans le domaine des dispositifs médicaux. Roger van der Linden (consultant, Product Stewardship) exposera les différents aspects et les défis liés aux normes REACH. Puis un exemple d’une mise en application réussie au sein d’une entreprise membre du cluster sera présenté par Cyril Genevois (spécialiste HSE, Dentsply Sirona). 3/2018

Tarifs Participants Membre du Swiss Plastics Cluster CHF

Non-Membres du Swiss Plastics Cluster CHF

300.–

600.–

Entrée pour 1 personne

500.–

N/A

Entrée pour 2 personnes de la même entreprise

1000.–

N/A

Entrée pour 5 personnes de la même entreprise

Tarifs Exposants Membre du Swiss Plastics Cluster CHF

Non-membre du Swiss Plastics Cluster CHF

600.–

900.–

L’entrée comprend la conférence, le repas de midi, les pauses café, l’accès à la plateforme digitale de la conférence ainsi que la participation à l’apéritif qui suivra la conférence. La participation à la soirée de réseautage du 2 mai entraîne un surcoût de 100.– par personne. Pour plus d’informations, veuillez consulter le site web du cluster: www.swissplastics-cluster.ch ou contacter la Cluster Manager, Eliane Schmid Dionne, eliane.schmiddionne@hefr.ch

Les nouvelles méthodes de mise en forme Simone Marquardt (Business Development Manager Silicone Europe, Raumedic) présentera les technologiques d’extrusion du silicone, en particulier pour les applications médicales. Puis ce sera au tour de Philippe Chavannes (directeur, Lasea Switzerland) de parler de la structuration laser des moules d’injection permettant d’ajouter des fonctionnalités aux produits en modifiant la topographie de surface. L’innovation est sans aucun doute le mot le mieux à même de tenir lieu de fil rouge à cette JT 2018. En toute logique, c’est donc un débat sur le thème de la capacité d’innovation du domaine de la plasturgie qui clôturera la partie scientifique de la

journée. Cette discussion aura lieu entre des représentants du monde industriels (matières premières et transformateurs), du monde académique, des affaires règlementaires ainsi que de la propriété intellectuelle. Débat assurément appelé à se poursuivre lors de l’apéritif qui suivra au musée Gutenberg, à Fribourg.

Contacts Swiss Plastics Cluster Eliane Schmid Dionne, Cluster Manager c/o InnoSquare Passage du Cardinal 11 CH-1700 Fribourg +41 26 429 67 72 eliane.schmiddionne@hefr.ch www.swissplastics-cluster.ch n 29


KUNSTSTOFF XTRA

Recycling

VDMA-Interview-Serie

Die Kreislaufwirtschaft ist eine Riesenchance

Welche Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft bei dem Ziel, das Kunststoff-Image zu verbessern? Dr. Stefan Engleder: Die Kreislaufwirtschaft ist eine Riesenchance. Ausgediente Kunststoffprodukte sind nicht länger Abfälle, sondern Wertstoffe. Plastikmüll wird zu einer sehr begehrten Ressource. Ich denke dabei immer an ein Foto, das einen Mann in Asien auf einem Dreirad zeigt. Auf der Ladefläche türmen sich leere PET-Flaschen, Kanister und weitere Kunststoffverpackungen in gigantischem Ausmass. Mit diesen vermeintlichen Abfällen bestreitet der Mann seinen Lebensunterhalt. Er hat längst erkannt, dass sie bares Geld wert sind. Und was bedeutet Kreislaufwirtschaft für einen Spritzgiessmaschinenhersteller wie Engel? Engleder: Wir betrachten das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Als Systemlöser entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern auch komplexe Fertigungsprozesse und neue Verarbeitungstechnologien. Immer häufiger werden hierbei Prozesse mitgedacht, die die Wertstoffkreisläufe schliessen. Ein Beispiel ist der Composite-Leichtbau, der nicht nur einen Beitrag zur Ressourcenschonung leistet. Durch den verstärkten Einsatz von Thermoplasten ist es vielmehr unser Ziel, das Recycling von Composite-Bauteilen zu ermöglichen beziehungsweise zu vereinfachen. Einen weiteren wichtigen Beitrag leisten wir mit der zunehmenden Intelligenz unserer Spritzgiessmaschinen. Neue Assistenzsysteme machen es möglich, Schwankungen im Rohmaterial automatisch zu erkennen und auszugleichen. Dies ebnet dem breiteren Einsatz von Rezyklaten in der Spritzgiessverarbeitung den Weg. 30

Bilder: Engel Austria

Welche Bedeutung die Kreislaufwirtschaft für das Image von Kunststoff hat und was diese für Engel Austria bedeutet, darüber gibt in der VDMA-Interview-Serie Dr. Stefan Engleder, CEO des österreichischen Maschinenherstellers, Auskunft.

Engleder: Grundsätzlich ist der Anteil von Rezyklat immer auch abhängig vom Preis des Neumaterials und damit vom Ölpreis. Je teurer das Neumaterial ist, desto mehr wird rezykliert. Entsprechend erhöhen die steigenden Ölpreise die Attraktivität von Recycling-Materialien, was wiederum zu einer Verknappung und damit Preissteigerung führen kann. Ein weiteres Thema ist das innerbetriebliche Recycling, das viele unserer Kunden vorbildlich betreiben. In der Mehrzahl der Betriebe werden Angüsse bereits zerkleinert und zu einem gros­ sen Teil direkt wieder verarbeitet.

Dr. Stefan Engleder: Plastikmüll wird zu ei-

ner sehr begehrten Ressource.

Ist es denkbar, eines Tages mehrheitlich Rezyklate in der Produktion von Spritzgussteilen einzusetzen? Engleder: Das Bewusstsein, dass ausgediente Kunststoffprodukte kein Abfall, sondern ein Wertstoff sind, steigt insgesamt an. Einige grosse, namhafte Player unserer Branche setzen schon lange und konsequent Rezyklate ein und sind mit ihrem Erfolg ein Vorbild für viele weitere Betriebe. Allerdings gilt es, noch ein paar He­ rausforderungen zu lösen, bis Rezyklate eines Tages vielleicht wirklich mehrheitlich verarbeitet werden. Sich selbst optimierende Spritzgiessmaschinen sind hier nur ein Baustein. Auch für die Aufbereitung der Materialien werden neue, noch effizientere Verfahren benötigt. Hinzu kommt das Thema Versorgungssicherheit. Wer auf Rezyklate setzt, muss sicherstellen, dass ihm diese auch langfristig in ausreichender Menge und zu einem kalkulierbaren Preis zur Verfügung stehen. Rezyklate sind preisgünstiger als Neuware. Ist das nicht genug Kalkulationssicherheit?

Welche Konsequenzen erwarten Sie aus der neuen EU-Roadmap zu Kunststoffen für Ihr Geschäft? Engleder: Die Roadmap trägt zur weiteren Bewusstseinsbildung bei und wird damit den Trend zum Einsatz rezyklierter Materialien stärken. Damit geht einher, dass die Verarbeiter beim Einsatz von Rezyklat immer höhere Anforderungen an die Produktionseffizienz und die Produktqualität stellen, was wiederum neue Entwicklungen in diesem Bereich beschleunigen wird. Als Maschinenbauer und Systemlöser sind wir herausgefordert, sowohl die Stabilität der Verarbeitungsprozesse als auch die Flexibilität der Maschinen und Anlagen noch weiter zu steigern. Stehen sich Funktionsintegration und Kreislaufwirtschaft unvereinbar gegenüber? Die Effizienz, die durch erstere gewonnen wird, geht beim aufwändigen Recycling wieder verloren. Engleder: Funktionsintegration und Umweltbewusstsein schliessen sich nicht aus. Es kommt aber immer auf die Materialzusammensetzung an. Wenn Bauteile aus nur einer Kunststoffsorte gefertigt werden oder vielleicht aus einer Kunststoffsorte 3/2018


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Recycling

Technologiezentrum von Engel Austria in St. Valentin.

plus Faserverstärkung, dann ist ein stoffliches Recycling durchaus möglich. Werden aber zwei verschiedene Kunststoffe vermischt, weil man bestimmte Eigenschaften erzielen will, dann bleibt zumindest die thermische Verwertung, sprich das Verbrennen. Wenn man bedenkt, dass der überwiegende Teil des geförderten Erdöls unmittelbar verbrannt wird, so kann man das Kunststoffprodukt als eine effiziente Zwischenstufe sehen. Welche Rolle spielt die Kreislaufwirtschaft im Zusammenhang mit Industrie 4.0? Engleder: Industrie 4.0 ist in mehrfacher Hinsicht ein Enabler für geschlossene Wertstoffkreisläufe. Ein Beispiel habe ich ja genannt: Die zunehmende Intelligenz Interview-Serie – bereits erschienen: –– KX11/2017: Akzeptanz für Rezy­ klate schaffen, Stefan Kaiser, Vecoplan AG, Bad Marienberg (D). –– KX12/2017: Gute Rezyklate erhöhen die Einsatzchancen, Peter Breuer, Motan Holding, Isny (D). –– KX1-2/2018: Hochreines Rezyklat ist Neuware ebenbürtig, Georg Tinschert, Wittmann Battenfeld, Kottingbrunn (A).

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der Spritzgiessmaschinen, die sich selbst optimierende Fertigung, die ein wesentliches Merkmal der smart factory ist. Insgesamt geht es bei Industrie 4.0 um die Vernetzung, das heisst den Informationsaustausch zwischen Maschinen und Produktionssystemen, Fertigungsstandorten, aber auch zwischen den Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette. Von den Materiallieferanten und Maschinen- und Anlagenbauern über die Verarbeiter bis zu den Konsumenten und noch weiter zu den Recyclern, die wieder Materialien liefern und damit die Kette schliessen. Industrie 4.0 führt zu einer intensiveren Zusammenarbeit der Unternehmen entlang dieser Kette. Bei Neuentwicklungen können so von Beginn an alle Aspekte berücksichtigt werden. Genau das ist die Voraussetzung für noch effizientere und noch nachhaltigere Materialkreisläufe.

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Recycling

Detailhandel und Bund befürworten separate Plastikflaschensammlung

Ziel ist es, den Stoffkreislauf zu schliessen Neben der PET-Getränkeflaschensammlung setzt die Migros seit Ende 2013 konsequent auf die Separatsammlung weiterer Plastikflaschen, da sich diese aufgrund der einheitlichen Kunststoffart wieder zu neuen Produkten recyceln lassen. Ende letzten Jahres hat sich auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) für getrennte Separatsammlungen ausgesprochen.

Alejandro Jiménez und

Geringer Nutzen, hohe Kosten

Christine Wiederkehr ist die Leiterin Umwelt des Migros-Genossenschafts-Bundes und ist dezidiert für eine separate Plastikflaschensammlung. «Wir sammeln nur etwas, wenn wir wieder ein neues Produkt daraus herstellen können. Es macht nur Sinn, vollständig rezyklierbare Verpackungen und Produkte zurückzunehmen.» Zusätzlich macht sich die Migros für national einheitliche Anforderungen für Sammlungen stark. «Regionale Uneinheitlichkeit führt zu mehr Fremdstoffen in den Sammlungen, weil die Kunden nicht mehr verstehen, was sie einwerfen dürfen und was nicht», sagt Christine Wiederkehr.

Wieviel Recycling ist ökologisch? Das Thema Kunststoffrecycling wird in der Fachwelt und in Städten und Gemeinden kontrovers diskutiert: Wieviel Sammlung und Recycling ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll? Sollen tatsächlich jede Plastikfolie und jede Kunststoffschale wie zum Beispiel Fleischverpackungen oder Joghurtbecher zusammen mit Plastikflaschen gesammelt werden? Das Bafu hat im November letzten Jahres zu einer Kunststofftagung eingeladen, an der die aktuellsten Erkenntnisse und Entwicklungen rund um die Sammlung und Verwertung von Kunststoffabfällen aus Haushalten vorgestellt und diskutiert wurden. Basis bildete eine umfassende Studie zu den verschiedenen Sammelsystemen in der Schweiz. ¹ Alejandro Jiménez und Andreas Renggli sind Kommunikationsberater und Redaktoren bei polarstern.ch

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Die im Juli 2017 veröffentlichte Studie «KuRVe – Kunststoff Recycling und Verwertung» des Instituts für Umwelt- und Verfahrenstechnik (Umtec) der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) und der Carbotech AG hat den Umweltnutzen und die Kosten von Sammel- und Verwertungssystemen für Kunststoffe aus Haushalten in der Schweiz untersucht. Auftraggeber waren acht Kantone, verschiedene Verbände und das Bundesamt für Umwelt (Bafu). Die Studie zeigt auf, dass die gemischte Sammlung von Kunststoffabfällen nur einen verhältnismässig kleinen ökologischen Nutzen hat, gleichzeitig aber hohe Kosten verursacht, nämlich rund 750 Franken pro Tonne. Die Kosten der Entsorgung im Kehrichtsack liegen gemäss Studie mit rund Bilder: Migros

Andreas Renggli ¹

Die Recyclingwände aller Filialen sind einheitlich gestaltet worden, damit bei der Rückgabe auf den ersten Blick klar wird, welche Flaschen wohin kommen.

Haltung BAFU, CD und OKI zur Sammlung von Kunststoffabfällen aus Haushalten –– BAFU, CD (Cercle Déchets) und OKI (Organisation Kommunale Infrastruktur) können das Bedürfnis der Bevölkerung, möglichst viele Kunststoffabfälle separat sammeln zu wollen, nachvollziehen. Eine Sammlung ist aber nur sinnvoll, wenn Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen. –– Aus Sicht des BAFU, CD und OKI ist die sortenreine separate Sammlung von PET-Getränkeflaschen sinnvoll. Sie soll unbedingt beibehalten werden, weil bei PET-Getränkeflaschen ein hochwertiges «Bottle-to-Bottle»-Recycling möglich ist. –– BAFU, CD und OKI begrüssen die vom Detailhandel angebotene, schweizweite und flächendeckende Sammlung von Kunststoffflaschen. Hier handelt es sich meist um PE-Kunststoff, der gut verwertbar ist. Zudem ist diese Sammlung für die Konsumentinnen und Konsumenten kostenlos. –– Gegenüber der separaten Sammlung von gemischten Kunststoffabfällen sind BAFU, CD und OKI skeptisch, da der stofflich hochwertig verwertbare Anteil des Sammelgutes tief ist. –– Je nachdem, wie sich die Situation in den kommenden Jahren aufgrund von technischen Innovationen entwickeln wird, werden BAFU, CD und OKI eine Neubeurteilung vornehmen.

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250 Franken pro Tonne deutlich tiefer. Der zusätzlich erzielte Umweltnutzen ist auch deshalb nur gering, weil längst nicht alles recycelt werden kann, was gemischt gesammelt wird. Es besteht dabei die Schwierigkeit, die zahlreichen verschiedenen Kunststoffarten sauber voneinander zu trennen. Ein beachtlicher Teil landet am Schluss wieder in der Verbrennung und das Versprechen eines umfassenden Recyclings wird durch Gemischtsammlungen meist nicht eingelöst.

Migros-System bewährt sich Die Migros setzt daher konsequent auf Separatsammlungen. Im vergangenen Jahr hat die Migros zusätzlich zu den über 9100 Tonnen PET-Flaschen auch rund 2900 Tonnen Milch- und andere Plastikflaschen aus Polyethylen wie Shampoo-, Duschgel-, Wasch- und Reinigungsmittelflaschen gesammelt und dem Recycling zugeführt. Das ist ein neuer Rekord. Seit

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Mengen der gesammelten Plastikflaschen in der Migros (ohne PET), Zahlen 2017 provisorisch.

das Unternehmen Ende 2013 die erweiterte Plastikflaschensammlung schweizweit eingeführt hat, ist die Menge der von Kundinnen und Kunden zurückgebrachten Plastikflaschen insgesamt um 154 Prozent gestiegen. Die langfristig angestrebte jährliche Sammelmenge von 3000 Tonnen Plastikflaschen hat die Migros mit rund

2900 Tonnen im vergangenen Jahr schon fast erreicht. Auch das Logistiksystem ist sehr effizient ausgestaltet: Dadurch, dass Lastwagen, die die Migros mit Waren beliefern, die Plastikflaschen auf dem Rückweg in die Betriebszentralen mitnehmen, entstehen keine Mehrfahrten und somit keine zusätzliche CO2-Belastung.

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Recycling

Um den Rückfluss von Plastikflaschen anzukurbeln, steckte die Migros viel Arbeit in die Kommunikation mit ihren Kundinnen und Kunden. Die Recyclingwände, die seit Ende 2013 in allen Filialen stehen, wurden neu und einheitlich gestaltet. Zudem wurde die Kundschaft vor Ort mit Erklärvideos informiert. Es wurden Flyer verteilt und das Verkaufspersonal wurde geschult. Diese Massnahmen trugen dazu bei, das Thema Umweltschutz und das Sammeln der Plastikflaschen in den Köpfen der Kundschaft zu verankern und so immer mehr gebrauchte Plastikflaschen dem Recycling zuzuführen. Nun möchte Migros einen Schritt weiter gehen und das Schliessen des Stoffkreislaufes noch intensiver fördern.

Recyceltes PE für Verpackungen von Reinigungsmitteln Die Migros investiert zurzeit in eine hochwertige Form des Recyclings. So entwi-

ckelt sie Lösungen, wie sie recyceltes Polyethylen (PE) aus ihrer separaten Plastikflaschensammlung in den eigenen Industriebetrieben einsetzen kann. Bei der Mifa, der grössten Schweizer Wasch- und Reinigungsmittelherstellerin, laufen aktuell Tests zum Einsatz von recyceltem PE in Reinigungsmittelflaschen. Eine Herausforderung liegt zum Beispiel beim Geruch des Recyclingmaterials. Es ist schwierig, die starken Gerüche von Milchsäure in Milchflaschen und von Parfüm in Waschund Reinigungsmittelflaschen herauszulösen, damit das Material wieder in geruchsneutraler Form für Verpackungen eingesetzt werden kann.

Bafu spricht sich auch für separate Sammlungen aus Im November letzten Jahres hat das Bafu an der Kunststoff-Tagung mit dem Titel «Kunststoffsammlungen aus Haushalten:

Wohin geht die Reise?» seine Position zur Sammlung von Kunststoffabfällen aus Haushalten abgegeben (siehe Kasten). Christine Wiederkehr ist sehr erfreut, dass der Bund im Grunde dieselbe Haltung vertritt wie die Migros. So ist auch das Bafu gegenüber der gemischten Sammlung verschiedener Kunststoffabfälle, wie sie bestimmte Gemeinden durchführen, skeptisch und begrüsst die vom Detailhandel angebotene, schweizweite und flächendeckende Sammlung von Kunststoffflaschen. Aus Sicht des Bafu soll auch unbedingt die separate Sammlung von PET-Flaschen beibehalten werden. Grundsätzlich soll für das Recycling eine hohe stoffliche Verwertungsquote von 70 Prozent angestrebt werden. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hält in seinen Empfehlungen aber auch fest, dass regional abweichende Umsetzungslösungen möglich sein sollen.

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Recycling

Eine freiwillige, aber einheitliche Lösung

Quellen

fografiken/plastik-flaschen-recycling.html

Vorträge und Standpunkte aus der BAFU-Kunst-

Recycling Guide der Migros: generation-m.mi­gros.

stoff-Tagung: https://www.bafu.admin.ch/bafu/

ch/de/nachhaltig-leben/recycling-guide.html

«Im Endeffekt liegt die Umsetzung der Empfehlungen des Bundes bei den Gemeinden. Wir wollen uns da als Detailhändler nicht einmischen. Wir sind aber darauf angewiesen, dass die Qualität der Sammlungen stimmt», sagt Wiederkehr. Sie würde eine freiwillige, aber einheitliche Lösung begrüssen: Das heisst, dass zusätzliche Sammlungen im Kunststoffbereich – wie die Plastikflaschensammlung – freiwillig bleiben, aber einheitliche Spielregeln und Anforderungen für diejenigen gelten, die sammeln wollen.

de/home/themen/abfall/veranstaltungen/tagung-kunststoffabfaelle-aus-haushalten-wohingeht-die-reise.html Kurzbericht der Studie «KuRVe»: https://carbotech.ch/cms2/wp-content/uploads/KuRVe_Bericht_oeffentlich.pdf Infografik zum Plastikflaschen-Recycling: https:// generation-m.migros.ch/de/nachhaltig-leben/in-

Kontakt Migros-Genossenschafts-Bund MES – Migros Engineering Solutions Limmatstrasse 152 CH-8031 Zürich +41 44 277 2111 christine.wiederkehr-luther@mgb.ch 

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Fremdstoffe in den Separatsammlungen Gemischte Sammellösungen für Kunststoffe, die in einigen Gemeinden oder von privaten Unternehmen angeboten werden, beeinflussen zudem die Qualität der bestehenden Separatsammlungen negativ und mindern damit deren ökologischen Nutzen: Die Konsumentinnen und Konsumenten verstehen angesichts dieser Gemischtsammlungen teilweise nicht mehr, was wo entsorgt werden kann, und werfen daher auch andere Plastikverpackungen in die reinen Separatsammlungen des Detailhandels. Am Beispiel der separaten PET-Getränkeflaschensammlung bedeutet dies: Ein Prozent mehr Fremdstoffe führt zu 300 000 Franken zusätzlichen jährlichen Kosten für das Sammelsystem. «Wenn zukünftig in allen Gemeinden gemischt gesammelt würde, ist die Gefahr gross, dass wir schliesslich auch eine Gemischtsammlung in unseren Läden haben, bei der der Grossteil verbrannt werden müsste. Das passte dann nicht mehr zu unserer Strategie und wir müssten die Sammlung möglicherweise einstellen. Das wäre sehr schade», sagt Wiederkehr. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass es ökonomisch und ökologisch sinnvoller ist, nur Plastikflaschen zu sammeln, die sich aufgrund der einheitlichen Kunststoffart wieder zu neuen Produkten recyceln lassen. Es geht also darum, möglichst viel hochwertiges Rezyklat zurück in die industrielle Produktion führen zu können. Daran wird die Migros auch zukünftig arbeiten. ADV 120x180 KunststoffXtra_Svizzera.indd 1

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Recycling

Kreislaufwirtschaft

Thermische Verwertung ist unverzichtbar

Geht es nach der Vision des zirkulären Wirtschaftens, gibt es in Zukunft kaum Abfälle. Bei der im Fachjargon Circular Economy genannten Wirtschaftsweise sollen Waren/ Stoffe künftig abfall- und emissionsfrei so lange wie möglich im Kreislauf geführt werden. Wiederverwendung, Weiternutzung und konsequentes Recycling sollen dazu führen, dass idealerweise zukünftig keine Abfälle mehr anfallen. Reststoffe sind dann durchweg Sekundärrohstoffe für weitere Prozesse. Doch noch gehen Vision und Realität nicht zusammen, so das Resümee der Experten aus der Abfallwirtschaft, die am 5. Dezember bei Fraunhofer Umsicht in Oberhausen zusammen kamen.

Circular Economy noch nicht in Sichtweite Das Konzept der Circular Economy funktioniert nur, wenn alle Waren stofflich hochwertig zu recyceln und damit kreislauffähig sind. Auf den wesentlichen Anteil der heute produzierten Waren trifft das aber noch nicht zu. Sortenreine Abfälle werden eher stofflich verwertet, während Gemische und Verbundstoffe meist in Verbrennungsanlagen behandelt werden. Stofflich inhomogene Abfallfraktionen ziehen prinzipiell einen hohen Sortieraufwand nach sich, dessen ökologische und ökonomische Notwendigkeit auch vor dem Hintergrund der Vision einer Circular Economy zu rechtfertigen sein muss. «Entscheidend sollten letztlich nicht theoretische Potenziale beim Recycling sein, sondern das, was tatsächlich qualitativ stofflich aufbereitet werden kann», kommentiert AGR-Geschäftsführer Stephan Kaiser. Hier ist ein cleveres Produktdesign gefordert, das bei der Produktentwicklung bereits die Weichen für ein hochwertiges Recycling stellt. 3/2018

Bild: Fraunhofer Umsicht

Langfristig wird die thermische Abfallbehandlung relevante Beiträge zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz leisten und stoffliche Recyclingverfahren auch in der Circular Economy sinnvoll ergänzen. Das zeigt eine Studie zur Rolle der thermischen Verwertung in einer zirkularen Wirtschaft, die Fraunhofer Umsicht im Auftrag der AGR Abfallentsorgungs-Gesellschaft Ruhrgebiet mbH erstellt hat.

Dr. Markus Hiebel präsentiert die Ergebnisse der Studie zur Rolle der thermischen Abfallbehandlung in der Circular Economy.

Potenzial der thermischen Verwertung «Das Primärziel ist die Emissionsminderung, Inertisierung und Reduktion der Abfallmenge. Dazu dienen die Müllverbrennungsanlagen nach wie vor auch nach 120 Jahren Müllverbrennungsgeschichte», macht Dr. Ling He vom Umweltbundesamt das Potenzial der thermischen Verwertung deutlich. «Stoffe, die bedingt durch ihren Verwendungszweck und eine spezifische Produkteigenschaft eine Schadstoffquelle am Ende des Produktlebenszyklus darstellen können, müssen auch in einer zirkulären Wirtschaft einer Behandlung unterzogen werden. Um eine ungewollte Akkumulation von Schadstoffen in späteren Produkten zu vermeiden, sind thermische Abfallbehandlungsanlagen in ihrer Funktion als Schadstoffsenken heute und künftig unverzichtbar», ergänzt Dr. Markus Hiebel von Fraunhofer Umsicht, Mitautor der Studie, den Blick auf die Zukunft.

Ein möglichst geringer Energiebedarf bestimmt zudem die Qualität der Circular Economy wesentlich. Auch hier kann die thermische Verwertung punkten, indem sie die je nach Inputmaterial schwankende Energiegehalte in Form von Wärme und Strom nutzt. Mit Blick auf den aktuellen Stand der Produktentwicklung und des menschlichen Konsums im heutigen Wirtschaftssystem sowie auf das bestehende anthropogene Lager (das Materiallager, das in Gebäuden, Gütern und Infrastruktur steckt), kommt die Studie zu dem Schluss, dass die thermische Behandlung von Abfällen langfristig ein unverzichtbarer Baustein der Circular Economy ist. Kontakt Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht Osterfelder Strasse 3 D-46047 Oberhausen +49 208 8598-0 www.umsicht.fraunhofer.de n 37


ecycling nd der RKunststoffverarbeiter in EuroStudie zum Einsatz von Kunststoffre-

KUNSTSTOFF XTRA Insgesamt stellte sich im Rahmen der europaweiten Studie

heraus, dass die Anforderungen der Kunden der KunststoffDie Umfrage, die der Studie zugrun- verarbeiter entscheidend für die zukünftige Entwicklung sich zahlreiche IK-Mitgliedsfirmen des Marktes für Kunststoffrezyklate ist. Bislang, so der Tenor EuPC-Studie bringt es auf den Tisch: zum Ziel zu untersuchen, in welchen der Befragten, gäbe es seitens der Kundenindustrie noch ngesetzt werden, welche Hemmnis- nicht besonders viel Interesse am Thema. von Rezyklat verhindern und wie dieDie Ergebnisse sollen für die Kommunikation mit wichti-

Qualitätsmängel bremsen Nutzung von Rezyklat

den könnten. Insgesamt haben sichdas gen Stakeholdern genutztfürwerden undinauch bei der Diskus- im Noch bevor die EU-Kommission europäische Strategiepapier Kunststoffe der Kreislaufwirtschaft Januar vorlegte, machte die e. V.zum auf die Hintergründe men aus 28 2018 Ländern beteiligt. AlsIK Industrievereinigung sion rund um dasKunststoffverpackungen Thema Plastics Strategy Einsatz kom- für den bislang noch geringen Einsatz von Rezyklaten in der Kunststoffverarbeitung aufmerksam. Haupthemmnisse rden dabei Studienergebnisse stehen zum Download im die sind, genannt: gemäss einer aktuellen Studiemen. des Die europäischen Verbandes der Kunststoffverarbeiter (EuPC),

unzureichende Qualität, mangelnde Versorgungssicherheit sowie fehlende Qualitätsstandards. tät Extranet zur Verfügung. ngssicherheit

ik

ndardsFür

auptgrund.

86%

80% 70% 60%

EUROPA DEUTSCHLAND

74%

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30% 20% 10%

18%

15% 17%

9%

0%

Preis

Keine bestän- Qualität dige Versorgung

Anderes

Qualität und Verfügbarkeit sind Schlüsselkriterien

Hauptgründe, weshalb Kunststoffverarbeiter keine recycelten Kunststoffe verwenden.

Die IK hat neben der Übersetzung der eng­ lischsprachigen Studie auch eine ergänzen­ de Zusammenfassung der Ergebnisse für Deutschland erstellen lassen. Dabei stellte sich heraus, dass bei den über 70 Teilneh­ mern aus Deutschland die Themen Quali­ tät und Verfügbarkeit besonders stark im Fokus stehen. So gaben 86 % der Befrag­ ten an, aus Qualitätsgründen kein Rezyklat einzusetzen. Im Vergleich dazu waren es europaweit 74 %. Die Einführung von Qua­ litätsnormen auf europäischer oder natio­ naler Ebene könnte eine Massnahme zur Verbesserung der Qualität oder zumindest der Vergleichbarkeit der Qualität des Recy­ clingangebots sein. Knapp 40 % der Teilnehmer aus Deutsch­ land sahen die unsichere Versorgungslage als Haupthindernis für eine stärkere Nut­ zung (Grafik).

Im Gegenzug ist für 70 % der befragten Verarbeiter der Hauptgrund, Kunststoffre­ zyklat zu nutzen, der Preis; europaweit trifft dies sogar auf 78 % zu. Auch wenn dies keine grosse Überraschung sein mag, zeigt es doch, dass die Bedeutung des Faktors Preis bei Überlegungen und Pla­ nungen zum Einsatz von Rezyklat nicht vernachlässigt werden darf. Als weitere Gründe werden ein besseres Umweltprofil und eine günstige CO2-Bilanz genannt. Eine Schlussfolgerung, die die IK aus der Studie zieht ist, dass die Einstellung der Kunden der verarbeitenden Unternehmen gegenüber dem Einsatz von Kunststoffrezy­ klat verbessert werden muss, um die Men­ ge der in der verarbeitenden Industrie verwendeten Rezyklate zu erhöhen. Ohne die Unterstützung ihrer Kunden wird die Kunst­

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Grafik: EuPC

eine weitere Steigerung der Recy­ clingquote gemäss Vorgabe der politisch Verantwortlichen in Deutschland und Eu­ ropa seien aber vor allem die Wünsche en Studie ist auch eine Unterteilung und Anforderungen der Kunden der Kunst­ stoffverarbeiter Bislang, ändern möglich. Diemassgeblich. IK hat daher eineso der Tenor der Befragten, gäbe es seitens fassungderder Ergebnisse noch für DeutschKundenindustrien kein ausrei­ chendes Interesse am Thema. Dabei stellte sich heraus, dass für Bei der Umfrage, die der Studie zugrunde lag, beteiligten sich 485 Unternehmen aus en Qualität und Verfügbarkeit beson28 Ländern in Europa. Ziel war, zu unter­ nden. 86 Prozent der Bereichen Teilnehmer gasuchen, in welchen der europä­ Kunststoffverarbeitung Rezyklate ründenischen kein Rezyklat einzusetzen. Im eingesetzt werden, welche Hemmnisse es europaweit 76 Prozent. 38 verhin­ Proderzeit dienur Nutzung von Rezyklaten dern und wie diese gegebenenfalls besei­ s Deutschland sahen die unsichere tigt werden könnten.

stoff verarbeitende Industrie den Einsatz von Kunststoffrezyklat nicht forcieren kön­ nen. Der erste Schritt zur Änderung dieser Haltung wäre die Schaffung eines besseren Bewusstseins über die Vorteile, was wiede­ rum zu einer höheren Akzeptanz von Kunststoffrezyklat führen sollte. Um dies zu erreichen ist in den Wertschöpfungsketten mehr Zusammenarbeit mit Produktentwick­ lern und Markenartiklern erforderlich. Kontakt IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. Kaiser-Friedrich-Promenade 43 D-61348 Bad Homburg +49 6172 9266-79 info@kunststoffverpackungen.de www.kunststoffverpackungen.de

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Recycling

PET-Recycling Schweiz

Geschlossener Kreislauf nützt der Umwelt Eine Studie im Auftrag von PET-Recycling Schweiz zeigt: der Umweltnutzen des geschlossenen Flaschenkreislaufs ist deutlich höher als ursprünglich angenommen.

Das auf Umweltanalysen spezialisierte Schweizer Unternehmen Carbotech hat im Auftrag von PET-Recycling Schweiz zum ersten Mal untersucht, ob sich der für einen geschlossenen Kreislauf bei PET-Getränkeflaschen lohnt. Die Studie kommt zu einem überraschenden Schluss: Der Umweltnutzen liegt um 50 Prozent höher als beim konventionellen Recycling. Der Zusatznutzen des geschlossenen Flaschenkreislaufs hängt stark davon ab, wie viel Rezyklat in die Produktion der PETGetränkeflaschen einfliesst und wie viele

Recycling-Zyklen die PET-Getränkeflaschen durchlaufen. So hätte die Erhöhung des Rezyklat-Anteils um nur 20 Prozent eine Steigerung des Umweltnutzens auf 140 Prozent gegenüber dem konventionellen, einmaligen Recycling zur Folge. Jean-Claude Würmli, Geschäftsführer PET-Recycling Schweiz, ist überzeugt, dass dies heute machbar ist: «In den letzten Jahren wurden mehrstellige Millionenbeträge in die Schweizer Recyclinganlagen investiert und im ähnlichen Umfang geht es weiter. Entwicklungen wie der chinesische Import-

Stopp für Kunststoffe betreffen uns nicht. Vor allem aber sind wird in der Lage, der Industrie sicheres Schweizer PET-Rezyklat anzubieten, das bei gleichwertiger Qualität 2-mal umweltfreundlicher ist als Neumaterial – ohne dass es mehr kostet.» Kontakt PET-Recycling Schweiz Naglerwiesenstrasse 4 CH-8049 Zürich +41 44 344 10 98 www.petrecycling.ch

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Recycling

Kreislaufwirtschaft in Deutschland

PET-Flaschen gehen als Beispiel voran PET-Getränkeflaschen erfüllen bereits heute zentrale Forderungen der aktuellen Diskussion um die Wiederverwertung von Kunststoffabfällen. Massgeblich dafür ist das in Deutschland fest verankerte Kreislaufsystem von der Produktion bis zum Recycling von PET-Flaschen. Damit kommt der PET-Markt in Deutschland, aber auch der Schweiz, der gerade veröffentlichten EU-Plastikstrategie zuvor. Vor diesem Hintergrund sind die Exportbeschränkungen von Kunststoffabfällen durch China bei der Entsorgung von PET-Flaschen hier kein Thema.

«Bilder von PET-Getränkeverpackungen in den Weltmeeren verstellen den Blick auf die für Deutschland geltenden Fakten bezüglich PET-Flaschen», sagt Dr. Isabell Schmidt, Referentin Umwelt und Nachhaltigkeit bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und dort zuständig für das Forum PET. «Das Recycling von PET-Getränkeverpackungen in Deutschland ist das Musterbeispiel für ein effizientes Kreislaufsystem.»

Laut der aktuellsten Studie «Aufkommen und Wiederverwertung von PET-Getränkeverpackungen in Deutschland» der Gesellschaft für Verpackungsmarkforschung (GVM) aus 2016 werden hierzulande knapp 99 Prozent der pfandpflichtigen PET-Flaschen gesammelt. 93,5 Prozent der gesammelten Flaschen – sowohl Einwegals auch Mehrwegverpackungen – werden recycelt, bei den bepfandeten Einwegverpackungen sogar knapp 98 Prozent. «Garant für diese hohen Quoten ist das Einwegpfand in Deutschland», betont Schmidt. 15 Jahre nach dessen Einführung hat sich dieses zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Die werkstoffliche Wiederverwertung steht beim PET-Recycling im Vordergrund: 34 Prozent des recycelten Materials werden laut GVM-Studie zu neuen PET-Flaschen verarbeitet. Weitere Abnehmer sind die Folienindustrie (27 Prozent), die Textilfaserindustrie (23 Prozent) sowie sonstige Anwendungen wie die Bänder- oder Reinigungsmittelflaschen-Produktion (16 Prozent). Alleine 80 Prozent werden bereits in Deutschland selbst wiederverwertet. Der 40

Bild: Krones AG

98 Prozent der PET-Einwegflaschen werden recycelt

Bottle-to-bottle-Recycling ist Realität.

Rest wird überwiegend grenznah exportiert. Weil die Ausfuhr von PET-Material nach China bereits sukzessive zurückgefahren wurde, betreffen die Beschränkungen der Exporte von Kunststoffabfällen von Deutschland nach China die PET-Branche daher nur in geringem Mass.

Grosse Recyclingkapazitäten bereits vorhanden Vielmehr ist die sortenreine Sammlung dafür verantwortlich, dass die europäische

Recyclingindustrie in den vergangenen Jahren speziell für die Wiederverwertung von PET grosse Recyclingkapazitäten aufgebaut hat. «PET ist ein stark nachgefragter Wertstoff», sagt Schmidt. Nach der Verabschiedung des Verpackungsgesetzes auf Bundesebene 2017 sind weitere Investitionen in den Ausbau der Sortier- und RecyclingInfrastruktur – eine zentrale Forderung der neuen EU-Plastikstrategie – hierzulande bereits angelaufen. Im Zuge dessen sollen auch die PET-Verpackungen aus dem Gelben Sack beziehungsweise der Wertstofftonne zukünftig noch stärker wiederverwertet werden. Die in der EU-Plastics-Strategy geforderte Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzt die deutsche PET-Branche bereits seit Jahren um. In der seit 2014 bestehenden RAL-Gütegemeinschaft für PET-Getränkeverpackungen arbeiten Flaschenhersteller, Getränkeabfüller und Recycler zusammen, um die Stoffkreisläufe zu schliessen. Die Branche forciert die Verarbeitung von recyceltem PET in neuen Getränkeverpackungen. «Das Bottle-to-bottle-Recycling ist eines der wichtigsten Themen für einen nachhaltigen Umgang mit dem Wertstoff PET», sagt Schmidt. Die Gütegemeinschaft setzt sich massgeblich für die Steigerung der Rezy­ klat-Mengen in neuen Verpackungen ein.

Kontakt IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. / Forum PET Kaiser-Friedrich-Promenade 43 D-61348 Bad Homburg +49 6172 926667 info@kunststoffverpackungen.de www.forum-pet.de n 3/2018


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Forschung/Entwicklung

Millionenförderung der DFG für alternative Herstellungsverfahren

Wenn aus Sonnenblumen Kunststoff wird Verfahrenstechniker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeiten erfolgreich daran, die für die Herstellung vieler chemischer Produkte bisher verwendeten Ausgangsstoffe Erdöl und Erdgas durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen.

Im Rahmen des Sonderforschungsbereichs/Transregio 63 InPrompt: Integrierte chemische Prozesse in flüssigen Mehrphasensystemen suchen die Wissenschaftler vor dem Hintergrund knapper werdender fossiler Rohstoffe hochschulübergreifend nach neuen effizienten und nachhaltigen Produktionsprozessen, mit deren Hilfe langkettige Kohlenwasserstoffe in Ausgangsstoffe für Farben, Lacke, Arznei-, Wasch- oder Reinigungsmittel umgewandelt werden können. Mehr als 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU), der Technischen Universitäten Berlin und Dortmund, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin sowie des Max-Planck-Instituts für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg sind an diesem Verbundprojekt beteiligt.

Grüne Chemie aus Sonnenblumen «Die meisten chemischen Produktionsprozesse basieren heute noch immer auf pe-

trochemischen Rohstoffen, also letztlich auf Erdöl, welches langfristig zunehmend teurer werden wird und dessen Verwendung die Umwelt belastet», erläutert Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher vom Institut für Verfahrenstechnik der Universität. «Wir wollen an Stelle von Erdöl nun langkettige Kohlenwasserstoffe einsetzen, die aus nachwachsenden Rohstoffen, beispielsweise aus Sonnenblumen, gewonnen werden können.» Um die chemischen Umwandlungsprozesse effizienter und umweltverträglicher durchzuführen, werden spezielle Katalysatoren eingesetzt. Diese Katalysatoren schwimmen im Reaktionsgemisch und können jedes Rohstoffmolekül zielgerichtet in das gewünschte Produktmolekül umbauen. Allerdings müssen die Katalysatoren nach ihrem Einsatz vom Produkt getrennt werden. Dieses Recycling sei eine grosse Herausforderung, so Sundmacher, aber aus ökonomischen Gründen notwendig, weil die eingesetzten Katalysatoren aus hochwertigen Metallen, z. B. Rhodium sowie aus komplexen organischen Strukturen bestehen.

10 Mio. Euro für weiteren Sonderforschungsbereich Neben diesem hochschulübergreifenden Verbundprojekt wurde von der DFG ein weiteres Projekt bewilligt. In diesem Forschungsschwerpunkt der Medizinischen Fakultät werden Kommunikationsprozesse zwischen Zellen als Grundlage eines funktionierenden Immunsystems erforscht. Laufen sie optimal, eliminiert das Immunsystem Krankheitserreger, aber auch entstehende Krebszellen. Ist die Kommunikation jedoch gestört, kann sich das Immunsystem z. B. gegen körpereigene Zellen wenden, was in der Folge zu Autoimmunerkrankungen, wie Rheuma oder Multipler Sklerose führen kann. Kontakt Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Institut für Verfahrenstechnik Universitätsplatz 2 D-39106 Magdeburg +49 391 67-10350 kai.sundmacher@ovgu.de www.ovgu.de n

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KUNSTSTOFF XTRA

Schnelles stoffschlüssiges Fügen von Metall und Thermoplast

Kleben ohne Klebstoff Ein neues Verfahren zum Fügen von Materialien mit unterschiedlichen Eigenschaften hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS Dresden entwickelt. Das thermische Direktfügen verpresst laserstrukturiertes Metall mit thermoplastischen Bauteilen und erwärmt diese lokal. Dadurch schmilzt der Thermoplast, dringt in die Strukturen ein und haftet an der Oberfläche. Eine eigens entwickelte Fügezange erzeugt binnen Sekunden robuste Verbindungen. Das Verfahren «HeatPressCool-Integrative» (HPCI) eignet sich, um aufwändige Klebeprozesse zu ersetzen.

Moderner Leichtbau erfordert häufig die Kombination von Metall mit Kunststoffen. Für den Einsatz in der industriellen Fertigung sind zusätzlich effiziente Prozessketten notwendig, die Vorbehandlung und Fügetechnologie auf den konkreten Lastfall abgestimmt in Einklang bringen. Ebenso spielen Werkzeuge zur Prozesssimulation und Eigenschaftscharakterisierung eine wichtige Rolle. Eine neue Entwicklung des Fraunhofer IWS Dresden erfüllt diese Anforderungen: Das HPCI vereint langjährige Erkenntnisse der Klebetechnik mit modernen systemtechnischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Laser-Remotetechnologie. Damit erreichten die Forscher ihr selbstgesetztes Ziel, produktive Lösungen zum stoffund formschlüssigen Fügen zu erarbeiten.

Vorbehandlung ist wichtig Da Thermoplast und Metall sehr unterschiedliche physikalische Eigenschaften aufweisen – wie etwa Schmelztemperatur oder Wärmeausdehnungskoeffizient – kommt der Optimierung der Anhaftungskraft zwischen beiden Fügepartnern eine herausragende Bedeutung zu. Deshalb entwickelten die IWS-Forscher einen Laserabtragprozess, der Strukturtiefen von 100 Mikrometern und mehr bei Flächenraten von bis zu 30 cm2 pro Sekunde erzeugt. Eine Remote- beziehungsweise Scanneroptik fokussiert den kontinuierlich ¹ Dr. Ralf Jaeckel, Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, Dresden.

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Bilder: Fraunhofer IWS Dresden

Dr. Ralf Jaeckel ¹

Um das HPCI-Verfahren für den industriellen Einsatz fit zu machen, entwickelten die Wissenschaftler eine Fügezange, die sich z.B. anstelle einer Punktschweisszange an einem Roboterarm montieren lässt.

strahlenden Leistungslaser auf das Metall und lenkt ihn dabei schnell ab. Das reinigt die Oberfläche von anhaftenden Ölen oder Verschmutzungen in der Grenzschicht. Gleichzeitig kann der später eindringende Kunststoff die Strukturen ausfüllen, sodass ein Formschluss zwischen Kunststoff und Metall entsteht. Somit entfällt die Notwendigkeit, die Oberfläche mit Lösungsmitteln oder Beizbädern chemisch zu reinigen.

Schnelle Wärme sorgt für stoffschlüssige Verbindung Der eigentliche Verbindungsprozess gestaltet sich simpel: Der vorstrukturierte metallische Fügepartner wird mit dem Kunststoff verpresst. Gleichzeitig wird das

Metall an der Fügestelle erwärmt und der Thermoplast partiell aufgeschmolzen. Um dieses Verfahren für den industriellen Einsatz fit zu machen, entwickelten die Wissenschaftler eine modular aufgebaute Fügezange, die sich beispielsweise anstelle einer Punktschweisszange an einem Roboterarm montieren lässt. So kann bewährte Anlagentechnik auch für Multimaterial-Anwendungen zum Einsatz kommen. Eine besondere Herausforderung besteht in der gleichmässigen Erwärmung der metallischen Fügepartner. Neben der induktiven Erwärmung ist ein ebenfalls erarbeiteter Lösungsansatz die Lasererwärmung. Der Einsatz einer zweidimensionalen Laserstrahloszillation ermöglicht eine extrem schnelle Bewegung und Steuerung des Strahles. Diese erlaubt es, das Temperatur3/2018


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Forschung/Entwicklung

feld dynamisch anzupassen, um die spezifischen Wärmeableitungsbedingungen der Fügeteile zu kompensieren.

erwies, dass sich das thermische Direktfügen für Multimaterial- und Bauteilkonstruktionen eignet, insbesondere aufgrund geringer Prozesszeiten, robuster Prozessführung sowie guter Automatisierbarkeit.

Technologische Umsetzung Gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern evaluierte das Fraunhofer IWS das entwickelte Verfahren anhand eines komplexen Technologiedemonstrators. Dabei ersetzten die Forscher eine reine Schweissbaugruppe aus Baustahl durch ein Multimaterialdesign aus Organoblech und metallischem Deckblech, um das Leichtbaupotenzial aufzuzeigen. Neben dem thermischen Direktfügen erzeugten sie auch formschlüssige Verbindungen

Technologiedemonstrator für das thermische Direktfügen von Metall mit thermoplastischen Faserverbundbauteilen.

im Steg-Schlitz-Design zwischen Metall und Organoblech. Die Grundsatzstudie

Kontakt Fraunhofer-Institut für Werkstoffund Strahltechnik IWS Annett Klotzbach Winterbergstrasse 28 D-01277 Dresden +49 351 83391-3235 annett.klotzbach@iws.fraunhofer.de www.iws.fraunhofer.de 

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Wirtschaft

GKV zieht Bilanz über das Jahr 2017

Letztjähriger Umsatzrekord erneut getoppt Die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland verzeichnet für 2017 erneut einen Umsatzrekord. Das gab der Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) auf seiner Jahrespressekonferenz am Aschermittwoch in Frankfurt a/M bekannt. Menge und Umsatz der Kunststoff verarbeitenden Industrie nach Branchen 2015/2016/2017 Menge in Mio. T

2015

2016

2017

2015

2016

Veränderung

2017

Veränderung

Kunststoffverarbeitung gesamt davon:

13,6

14,1

14,7

58,9

60,8

+3,2 %

63,70

+4,8 %

Verpackung

4,2

4,3

4,4

13,6

14,2

+4,4 %

14,75

+3,9 %

Bau

4,9

5,0

5,2

18,3

19,1

+4,7 %

20,10

+5,2 %

Technische Teile

3,2

3,3

3,5

17,6

17,9

+1,7 %

18,80

+5,0 %

Konsumprodukte

1,3

1,5

1,6

9,4

9,6

+2,0 %

10,05

+4,7 %

KVI nach Branchen

Menge und Umsatz der Kunststoff verarbeitenden Industrie nach Branchen 2015–2017.

aus. Gleiches gilt für die Gewinnerwartung im laufenden Jahr. Mehr als 40 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer positiven Entwicklung der betriebswirtschaftlichen Hemmnisse für den Einsatz

Wie zu Beginn jeden Jahres haben der GKV und seine Trägerverbände bei den Branchenunternehmen der kunststoffver­ arbeiten­den Industrie ein Stimmungsbild der Wirtschafts- und Konjunkturlage in der Branche abgefragt. «Dieses Stimmungsbild fällt auch zu Beginn des Jahres 2018 über­ wiegend positiv aus», berichtet Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des GKV. 71 Prozent der befragten Branchenun­ ternehmen verzeichneten im vergan­genen Jahr 2017 Umsatzzuwächse. 60 Prozent erwarten für 2018 weiteres Wachstum. Auch die Entwicklung der Gewinne fiel für einen grossen Teil der Unternehmen positiv 44

Gewinngrösse in 2018. Auch der Aussen­ handel mit Kunststoffwaren wird, so die Erwartung der Unternehmen, in diesem Jahr Kunststoffrezyklat weiter zunehmen und zu Umsatzstei­ von

in Kunststoff verarbeitenden Unternehmen 100% 90%

Stimmungsbarometer

Umsatz in Mrd. €

80% 70% 60% 50%

93% 86%

83%

78% 72%

69% Anteil der befragten Unternehmen

40% 30% 20% 10% 0%

Hemmnisse für den Einsatz von Kunststoffrezyklat in Kunststoff verarbeitenden Unternehmen.

3/2018

Grafiken: GKV

Der Branchenumsatz wuchs im vergange­ nen Jahr um 4,8 Prozent auf 63,7 Milliarden Euro. Die Prognose vor einem Jahr lautete noch auf ein Umsatzplus von 2,5 Prozent. «Unsere Prognose hat sich im Jahresverlauf als zu konservativ herausgestellt. Ab dem zweiten Quartal 2017 verzeichnete die Kunststoffverarbeitung in Deutschland ein dynamischeres Wachstum», erläuterte Dirk E. O. Westerheide, Präsident des GKV. Der erfolgreiche Geschäftsverlauf war ge­ tragen von einem soliden Wachstum ex­ portstarker Kundenindustrien, u. a. dem Maschinenbau und der Automobilindus­ trie. Insgesamt wurden 14,7 Millionen Tonnen Kunststoffe in Deutschland verarbeitet. Das bedeutet eine Steigerung der Verarbei­ tungsmenge um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Beschäftigten in Betrieben mit 20 und mehr Mitarbeiten­ den, nahm von einem bereits sehr hohen Wert nochmals zu und lag zum Jahresende 2017 bei mehr als 320 000 und damit um etwa zwei Prozent höher als zum Jahresen­ de 2016.


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gerungen beitragen. Die zuversichtliche Stimmungslage der Branchenunternehmen schlägt sich auch in zusätzlichen Investitio­ nen in den Unternehmen nieder. 45 Pro­ zent der Befragten haben nach eigenen Angaben ihre Investitionen im vergangenen Jahr ausgeweitet. Vor dem Hintergrund des weiterhin stei­ genden Personalbedarfs, bereitet nach wie vor die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter Sorgen. «Der Fachkräftemangel hat unsere Branche in den letzten vier Jahren erreicht. Drei von vier Kunststoffverarbeitern melde­ ten uns zu Beginn dieses Jahres Probleme bei der Versorgung mit Fachkräften und Auszubildenden», bedauert Möllenstädt.

Gretchenfrage: Wie hältst du es mit Rezyklaten? Auch zum Thema «Einsatz von Kunst­ stoffrezyklaten in Produkten» wurden Branchenunternehmen befragt. Mehr als sechzig Prozent von ihnen gaben an, be­ reits heute Kunststoffrezyklate zu verarbei­ ten. Immerhin weitere neun Prozent, die das bisher nicht tun, können sich in Zu­ kunft einen stärkeren Rezyklateinsatz vor­ stellen. Die beiden wichtigsten Gründe für den Rezyklateinsatz aus Sicht der Kunst­ stoffverarbeiter stellen das positive Image und die konkrete Nachfrage von Kunden dar. Bei den Hemmnissen, die einem Ein­ satz von Kunststoffrezyklaten entgegenste­ hen, spielen der gegenüber Neuware nicht immer wettbewerbsfähige Preis, die Ver­ sorgungssituation sowie gesetzliche Anfor­ derungen, die den Einsatz von Kunst­ stoffrezyklaten einschränken, eine wichtige Rolle. «Unsere Befragungsergebnisse deu­ ten darauf hin, dass einerseits der Gesetz­ geber selbst einen Teil dazu beitragen kann, die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Kunststoffrezyklat zu verbes­ sern und zum anderen auch die Recycling­ branche gefordert ist, an der Lieferfähigkeit zu arbeiten. Im Hinblick auf die Kostensi­ tuation der Kunststoffrecyclingbetriebe spielen Rahmenbedingungen ebenfalls eine wichtige Rolle. So wird der Wettbe­ werb zwischen Neuware und Kunststoffre­ zyklat beispielsweise dadurch verzerrt, dass die Chemieindustrie in der Regel von Entlastungen bei der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) profi­ tiert, die die mittelständischen Recycling­ 3/2018

Wirtschaft

betriebe aufgrund gesetzlicher Vorgaben oder dem damit verbundenen bürokrati­ schen Aufwand nicht erlangen können. Hier hätte es der Gesetzgeber in der Hand, für faire Wettbewerbsbedingungen zwischen Neuware und Rezyklat zu sor­ gen», hält Möllenstädt fest. Was nach dem Überblick über die Stim­ mungslage in der Branche und die sie be­ schäftigenden Themen nicht fehlen darf, ist der obligate Ausblick auf die Entwick­ lung des laufenden Jahres. Der GKV geht

für das Jahr 2018 bei konservativer Schät­ zung von einem möglichen Umsatzplus für die kunststoffverarbeitende Industrie in Deutschland von ca. 4 Prozent aus. Kontakt Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) Kaiser-Friedrich-Promenade 43 D-61348 Bad Homburg v.d.H. +49 6172-92 66 72 www.gkv.de n

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NEWs

Bilder: Marianne Flur y

Kleine Abschiedsfeier für Prof. Johannes Kunz an der FHNW

Kleine Abschiedsfeier für Prof. Johannes Kunz, organisiert von Prof. Dr. Wolfgang Kaiser (rechts). Links neben ihm Prof. Erich Kramer und Prof. Johannes Kunz.

Am 9. Februar, auch an einem Freitag, wie vor gut 41 Jahren am ersten Unterrichtstag, hielt Prof. Johannes Kunz seine letzte Vorlesung im Rahmen des MAS Kunststofftechnik an der FHNW in Brugg/Windisch. Studiengangleiter Prof. Erich Kramer bedankte sich herzlich für den «zwei Dozentenleben» währenden Einsatz seines Kollegen, der auch immer geprägt war von einem feinen Humor. Das bestätigen auch die

MAS-Teilnehmer. «Herr Kunz gestaltete die Vorlesungen zwar ernst, aber er brachte auch immer wieder einen guten, motivierenden Spruch, so dass erneut alle bei der Sache waren – es machte wirklich Spass», fasste ein Student stellvertretend für die Klasse die Art und Weise des Unterrichts zusammen. Eine besondere Note erhielt die Abschlussvorlesung durch die Anwesenheit von Prof. Dr.

Abschlussvorlesung von Prof. Johannes Kunz im Rahmen des MAS Kunststofftechnik an der FHNW Brugg/Windisch.

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Wolfgang Kaiser. Der Doyen des Nachdiplom-/Kontaktstudiums in Kunststofftechnik, liess es sich nicht nehmen, persönlich das erfolgreiche Wirken von Prof. Kunz zu würdigen. In seinem Rückblick verwies Kaiser auf den Freitag, 12. November 1976, an dem Prof. Kunz erstmals im Einsatz als Lehrbeauftragter an der damaligen HTL Brugg-Windisch stand. Bereits zu jener Zeit – und bis heute ununterbrochen – unterrichtete er das Lehrfach «Konstruieren mit Kunststoffen». Anfänglich im Rahmen des damals neu geschaffenen Weiterbildungsangebots für Ingenieure in der Kunststofftechnik, besser bekannt als NDS Kunststofftechnik und Vorgänger des jetzigen MAS Kunststofftechnik. Kaiser betonte die wertvolle Gelegenheit, auch als Dozent das eigene Fachwissen durch die in den Unterricht eingebrachten Fragen und Probleme aus der Praxis seitens der Kurs­teilnehmer zu bereichern – vergleichbar mit Salz und Pfeffer zur Abrundung eines Gerichts. Als Geschenk

überreichte er Hannes Kunz einen Pfeffer- und Salzstreuer, für einmal nicht aus Kunststoff, sondern in Form zweier Edelstahlschrauben. Deren Streufunktion zu nutzen benötige allerdings Vorkenntnisse in der Biegefestigkeit, schloss Kaiser mit einem Augenzwinkern seine Hommage an Kunz. «Die Lehrtätigkeit hat mir sehr viel Freude bereitet. Die Motivation über all die Jahre erhielt ich durch den Kontakt mit den Leuten aus der Praxis, wodurch ich immer wieder von neuem gefordert wurde. Da gab es Fragen, die ich nicht auf Anhieb beantworten konnte, wo ich selber mich kundig machen musste. Das hat dazu geführt, dass ich praktisch Jahr für Jahr den Stoff ergänzt und erweitert habe. Sogar auf diesen letzten Jahrgang hin habe ich ein paar Seiten zugefügt. Es hat Spass gemacht und mich auch ein Stück weit jung erhalten», bedankte sich Prof. Kunz bei den Anwesenden. mf

www.fhnw.ch/technik/ikt 3/2018


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NEWs

Bild: KraussMaf fei

Bourdon in Plastics Hall of Fame aufgenommen

Dr. Karlheinz Bourdon

Dr. Karlheinz Bourdon, Senior Vice President Integration bei KraussMaffei, wird in die Plastics Hall of Fame aufgenommen, die sich in der Universität Massachusetts in Lowell/USA befindet. In der Plastics Hall of Fame werden seit 1972 Personen geehrt, die mit Hingabe und Ausdauer wesentlich zur Entwicklung und zum Wachstum der Kunststoffindustrie beigetragen haben. Die Auszeichnung erfolgt im Rahmen eines Gala-Events zur Messe NPE am 6. Mai in Orlando. In seiner langjährigen Tätigkeit in führenden Positionen in

der Kunststoffindustrie habe Dr. Bourdon die Entwicklung in der Spritzgiesstechnik in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt und mit vorangetrieben, heisst es bei Plastics Academy. Bourdon ist Vorstandsmitglied des VDMA Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen und unterstützt im Kuratorium mit seinem Wissen und Erfahrungsschatz renommierte Universitäten und Forschungs-Institute der Kunststofftechnik. Seit 2015 ist er Vice President der European Plastics and Rubber Machinery Association (Euromap). Bourdon befindet sich in guter Gesellschaft: Bereits aufgenommen in die Plastics Hall of Fame sind Persönlichkeiten wie Eugen Hehl (Arburg), und Bill Carteaux (SPI Society of the Plastics Industry), bisher jüngstes Mitglied im erlauchten Kreis. www.kraussmaffei.com

Mold & Robotics Group wächst weiter Dollins Tool mit Sitz in Independence, MO, USA, gehört neu zur Mold & Robotics Group, ein international tätiges Schweizer Unternehmen mit Technologieführerschaft im Bereich Werkzeugbau und Automation. Der Gruppe gehören auch die H. Müller-Fabrique de Moules SA und die kürzlich erworbene nordamerikanische CBW Automation mit Sitz in Fort Collins, CO, USA, an. Die 1952 gegründete Dollins Tool ist ein Komplettanbieter von Hochgeschwindig keits-Mehrfachkavitäten-Spritzgiesswerkzeugen. Müller wurde 1959 gegründet und ist ein 3/2018

Pionier und führendes Unternehmen in den Bereichen Verpackungsdesign, Werkzeugund Automatisierungslösungen für spritzgegossene Dünnwandverpackungen mit speziellem Know-how in der In-Mold-Etikettierung. Es ist das Plattformunternehmen der kürzlich gegründeten Mold & Robotics Group. Durch ergänzende Akquisitionen soll das Unternehmen zu einem weltweit führenden und technologisch wegweisenden Industriekonzern im Werkzeugbau und in der Automatisierungstechnik ausgebaut werden. www.muller-iml.com

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Am 1. Februar wurde im luzernischen Wolhusen die Grundsteinlegung für ein neues Produktionsgebäude der Geistlich Pharma AG gefeiert. IE Life Science realisiert als Generalplaner und Totalunternehmer das Gebäude mit einer Fläche von rund 2200 m2. Mit dem Neubau erweitert das auf die Entwicklung und Produktion von Biomaterialien für die Regeneration von Knochen, Knorpel und Gewebe spezialisierte Medizintechnik-Unternehmen den Standort Wolhusen und passt sich den aktuellen Marktanforderungen an. Als Generalplaner und Totalunternehmer verantwortet IE

Life Science die Fertigstellung des Gebäudes bis Frühjahr 2019. In den Neubau investiert das mittelständische Unternehmen eine zweistellige Millionensumme. In erster Linie bietet er Platz für die Produktion. Bei diesem Projekt arbeiten Architekten und Betriebsplaner aus dem Hause IE unter einem Dach zusammen. Damit bekommt Geistlich Pharma die Kompetenzen in betriebsplanerischen Aspekten wie Produktions- und Prozessablauf, Waren- und Personenfluss sowie Hygiene- und Reinraumanforderungen und Architektur aus einer Hand. www.ie-group.com

Bilder: Roger Schuler, Geistlich Pharma

Geistlich Pharma AG investiert in neuen Standort

Grundsteinlegung bei Geistlich Pharma mit Dr. Martin Geistlich, Mitglied des VR Geistlich Pharma AG, Percy Limacher, Geschäftsführer IE Life Science, Peter Bigler, Gemeindepräsident, Paul Note, CEO Geistlich Pharma AG (v.l.).

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Understanding Plastics Recycling

The Future is

Rudolph, N., Kiesel, R., Aumnate, Ch., Understanding Plastics Recycling – Economic, Ecological and Technical Aspects of Plastic Waste Handling. Carl Hanser Verlag München, 2017. ISBN 978-1-56990-676-7 Kein Thema in der Kunststoffbranche sorgt gelegentlich für so divergierende Meinungen wie das zukünftige Recycling von Kunststoffen. Obwohl sich im Grundsatz alle einig sind, stehen sich hier diametrale Ansichten gegenüber, z. B. vorrangige Verwertung als Werkstoff versus «Energetische Verwertung». Von zentraler Bedeutung ist zudem die Tatsache, dass jedes Land – teils politisch bedingt – eigene Strategien auf diesem Gebiet verfolgt. Es erstaunt daher nicht, dass im vorliegenden Buch der Fokus auf das Geschehen im US-Markt ausgerichtet ist. Dennoch ermöglicht das zunächst als Einführung entworfene Werk dank der aufbereiteten Daten in Form von Tabellen und graphischen Darstellungen einen weltumspannenden Überblick,

insbesondere auch im Hinblick auf den zukünftigen Umgang mit Plastikmüll. Als äusserst wertvoll empfindet man in diesem Zusammenhang auch die am Ende der einzelnen Kapitel zitierte Literatur. Als kleiner Wermutstropfen verbleibt zumindest aus thermodynamischer Sicht der Verzicht auf physikalische Grössen wie Enthalpie und deren fundamentale Aussage zur optimalen Verwertung von «Altplastik». www.hanser.de Prof. Wolfgang Kaiser

Die nächste Generation Roboter und Steuerung Innovation Integration Kollaboration

Polymer Forum 2018 Am 17. April 2018 findet in Aschaffenburg das diesjährige Polymer Forum zum Themenschwerpunkt «Hightech von amorph bis teilkristallin» statt. Erwartet werden über 400 Teilnehmer. Veranstalter ist die Ter Plastics Polymer Group. Kunststoffe überschreiten materialspezifische Grenzen durch Produktmodifikationen und Weiterentwicklungen. Durch diese sehr dynamischen Entwicklungen werden Hochleistungsanwendungen in Kunst3/2018

stoff möglich. Das Polymer Forum vermittelt den Teilnehmern Einblicke in den Facettenreichtum möglicher Produkte für anspruchsvolle Anwendungen. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen in den Vorjahren gibt es auch in diesem Jahr wieder hochkarätige Referenten aus Industrie und Forschung mit gewohnt praxisorientierten Beiträgen zu dem Themenschwerpunkt «Hightech von amorph bis teilkristallin». www.polymer-forum.de

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NEWs

Bild: Woojin Plaimm

Woojin Plaimm erweitert Geschäftsleitung

Gregor Göbel

Die seit 2014 im niederösterreichischen Leobersdorf als Europazentrale und globales Entwicklungscenter tätige, koreanische Woojin Plaimm

GmbH hat auf Jahresbeginn die Geschäftsleitung mit Gregor Göbel erweitert. «Mit Gregor Göbel kommt ein anerkannter Fachmann der Spritzgiesstechnik zum Unternehmen und wird den weiteren Ausbau der Aktivitäten von Woojin Plaimm in Europa aktiv mitgestalten», sagt CEO Dietmar Morwitzer. Göbel ist seit 1990 in der Kunststofftechnik tätig, mit Managementfunktionen bei Battenfeld, Maplan und zuletzt als Geschäftsführer bei K.D.Feddersen CEE GmbH. www.woojin.eu

Bild: Trexel

Neuer Business Director bei Trexel Europe

Michael Ludwig

Michael Ludwig wird neuer Business Director Europe bei Trexel und verantwortlich für Europa. Sein Vorgänger Dr. Hartmut Traut wird sich als Vice President International Relations bei Trexel Inc. um die

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globale Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe kümmern. Michael Ludwig ist seit über 24 Jahren als Diplom Kunststoffingenieur in der Spritzgiessindustrie zuhause und war zuletzt als Sales Manager bei Synventive für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantwortlich. «Mit seiner langjährigen Erfahrung im Heisskanalsektor und seiner fachlichen Qualifikation besitzt Michael Ludwig das nötige Handwerkszeug, um das Wachstum der MuCell Technologie in Europa weiter voranzutreiben», erklärt Brian Bechard, CEO & President der Trexel Inc. www.trexel.com

Ferromatik schliesst Produktion in Malterdingen doch früher Noch letzten Sommer hiess es, das Werk in Malterdingen (D) werde aufgrund gefüllter Auftragsbücher bis Ende 2019 weitergeführt. Nun stellt Ferromatik die Fertigung und Montage Ende 2018 ein. Im März 2016 hatte Milacron angekündigt, das Spritzgiessmaschinenwerk in Malterdingen vor dem Jahresende 2017 in das neue Werk in Tschechien zu verlegen. Letztes Jahr ging das Unternehmen aufgrund eines Anstiegs der Kundenbestellungen in ganz Europa davon aus, dass die Fertigung im Werk Malterdingen bis Ende 2019 weiterlau-

fen werde. Nun ist in der «Badische Zeitung» zu lesen, dass der Maschinenbauer die Fertigung und Montage in Malterdingen doch Ende diesen Jahres schliesst. Rund 100 Arbeitsplätze seien betroffen. Die Fertigung werde aber nicht nach Tschechien verlagert, wie ursprünglich geplant, sondern nach Indien und in die USA. Vollständig werde der Betrieb aber nicht geschlossen, heisst es weiter. Die Bereiche F&E, Kundendienst, Vertrieb, Marketing und Aftermarket sollen beibehalten werden. www.milacron.com/de

Traumann übernimmt Präsidentschaft der interpack 2020 Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor und Group CFO von Multivac, wurde zum Präsidenten der interpack 2020 gewählt. Traumann ist seit 2015 Vorsitzender des VDMA Fachverbandes Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen und war bereits 2011 Präsident der interpack. Die internationale Leitmesse der Verpackungsbranche und der verwandten Prozessindus­ trie findet im Dreijahres-Rhythmus auf dem Düsseldorfer Messegelände statt. Im Jahr 2020 wird die interpack vom 7. bis 13. Mai ausgerichtet. Die letzte Ausgabe im Mai 2017

zählte 2866 Aussteller und 170 899 Besucher. Der Anmeldestart ist bereits erfolgt und läuft bis Ende Februar 2019. Aussteller und Besucher der interpack 2020 können sich auf einen komplett neu gestalteten Eingang Süd mit neuer Halle 1 freuen. Der Neubau ersetzt ab Sommer 2019 die bisherigen Hallen 1 und 2 und bietet zusätzlich zur Ausstellungsfläche sechs Konferenzräume. Er ist direkt an das Congress Center Süd angebunden.

www.interpack.de

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Bild: Engel Austria

Engel baut Lehrlingsausbildung weiter aus

Die staatlich ausgezeichnete Lehrwerkstätte am Stammsitz in Schwertberg dient als Vorbild für die neuen Lehrwerkstätten in St. Valentin und Dietach.

Der Spritzgiessmaschinenbauer Engel eröffnet in den Werken in St. Valentin und Dietach zwei neue Lehrwerkstätten. «Ab September 2018 nehmen wir zusätzlich Lehrlinge für das Grossmaschinenwerk in St. Valentin und das Produktionswerk für Roboter und Automatisierungssysteme in Dietach auf», sagt Werner Wurm, Leiter der globalen Lehrlingsausbildung bei Engel. Vorbild der Lehrwerkstätten mit je einem eigenen Ausbilderteam ist die staatlich ausgezeichnete Lehrwerkstätte am Stammsitz in Schwertberg.

Insgesamt werden im Herbst in etwa 60 neue Lehrlinge ihre technische Berufsausbildung bei Engel Austria beginnen. Ziel von Engel ist es, die Lehrlinge nach erfolgreichem Abschluss in ein festes Arbeitsverhältnis zu übernehmen. «Mit einer Übernahmequote von 98 Prozent trägt die Ausbildung im eigenen Haus entscheidend zur Fachkräftesicherung bei», so Johannes Höflinger, der für die Lehrlingsausbildung in den österreichischen Werken verantwortlich ist. www.engelglobal.com

Evonik eröffnet neue Anlage für PA12-Pulver Evonik Industries hat an seinem weltweit grössten Standort im Chemiepark Marl eine weitere Produktionsstrasse für spezielle Polyamid 12-Pulver (PA12) der Marke Vestosint eröffnet. Die neue Anlage produziert vor allem Hochleistungspulver für den 3D-Druck-Markt, der sich mit zweistelligen Wachstumsraten sehr stark entwickelt. Das Investitionsvolumen in die neue Anlage beläuft sich auf 3/2018

einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Evonik steigert damit die vorhandenen Jahreskapazitäten für die PA 12-Pulver um 50 Prozent. Anwendung findet das PA12Pulver etwa für die Beschichtung von Metallen bei Haushaltsgütern, von Geschirrspülkörben, in der Automobilindustrie oder Medizintechnik. www.evonik.com

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NEWs

Bild: FHNW

Prof. Clemens Dransfeld wechselt an die TU Delft

Prof. Clemens Dransfeld

Prof. Clemens Dransfeld, Leiter Institut für Kunststofftechnik (IKT) an der FHNW, Windisch, verlässt auf 1. September 2018 die Fachhochschule und wird an der TU Delft die Professur und Leitung eines neu gegrün-

deten Lehrstuhls für «Aircraft Manufacturing Technologies» übernehmen. Er wird auf Abruf bis Ende Jahr der FHNW zur Verfügung stehen. In den 12 Jahren seines Wirkens am IKT hat Dransfeld massgeblich dazu beigetragen, der Schweizer Kunststoffin­­ dustrie mit Produkte- und Verfahrensinnovationen mit Hochleistungspolymeren und Ver­ bundwerkstoffen neue Impulse zu geben. Er wird der FHNW weiterhin eng verbunden bleiben. Prof. Dr. Markus Grob, Gruppenleiter Chemie und Analytik, wird das IKT interimistisch leiten. www.fhnw.ch

LyondellBasell übernimmt A. Schulman, Inc. Der Chemiekonzern LyondellBasell beabsichtigt, A. Schulman, einen weltweit führenden Hersteller von hochleistungsfähigen Kunststoffcompounds, Verbundwerkstoffen und Pulvern, für US-Dollar 2,25 Mrd. zu kaufen. Die Übernahme erfolgt in gegenseitigem Einverständnis. Die Akquisition soll, aufbauend auf der vorhandenen Plattform von LyondellBasell, einen Erstklass-Lösungsanbieter von Hochleistungskunststof fen schaffen, mit weltweiten Standorten, führenden Technologien und einem breit gefächerten Produktportfolio. «Die Übernahme von A. Schulman ist eine logische Erweiterung unseres aktuellen Angebots. Sie ermöglicht uns, unsere Kunden mit einem breiteren Sortiment von innovativen Lösungen über den Automobilsektor hinaus zu bedienen, wie z.B. Verpackung und Konsum52

güter, Elektronik, Bau- und Agrarwirtschaft», sagt Bob Patel, CEO von LyondellBasell. Die Übernahme werde das bestehende Compound-Geschäft von LyondellBasell verdoppeln. Die beiden Geschäftseinheiten haben zusammen in den letzten 12 Monaten einen Erlös von US-Dollar 4,6 Mrd. und ein EBITDA von US-Dollar 446 Mio. erwirtschaftet. Der Synergieeffekt soll über die nächsten zwei Jahre US-Dollar 150 betragen. Die Übernahme unterliegt der üblichen Zustimmung der Behörden. Der Abschluss der Transaktion wird in der zweiten Hälfte von 2018 erwartet. LyondellBasell erzielte 2017 mit 13 000 Mitarbeitenden einen Usmatz von US$ 34,5 Mrd. (2016: 29,2) und ein EBITDA von US$ 7,1 Mrd. (2016: 6,6 Mrd.) www.lyondellbasell.com www.aschulman.com

Montech eröffnet Tochterfirma in den USA Der Schweizer Fördertechnikspezialist Montech AG mit Sitz in Derendingen investiert in den USA und gründet ein Tochterunternehmen. Die Montech Conveyors Corporation, eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Montech AG, hat vor kurzem ihr Büro und ihre Montage in Huntersville im Bundesstaat North Carolina eröffnet. Montech Conveyors Corp. betreut ab sofort Kunden in den USA.

Das Produktprogramm von Montech Coveyors Corp. umfasst die Förderbänder TB30 und TB40 sowie das Profilsystem Quick-Set. Die Produkte werden in Huntersville montiert und von dort aus an Kunden in den USA verschickt. Kundenspezifische Lösungen, Transfersysteme und Automationskomponenten erhalten USA-Kunden weiterhin direkt aus der Schweiz. www.montech.com

Ems-Gruppe: Wachstum mit Spezialitäten Die Ems-Gruppe steigerte 2017 den Nettoumsatz um 8,2 % auf CHF 2146 Mio. (1983) und das Betriebsergebnis (EBIT) um 6,3 % auf CHF 582 Mio. (548) im Vergleich zum Vorjahr. Die Weltkonjunktur entwickelte sich verhalten positiv. Das Wachstum der Automobilindustrie verlangsamte sich aber. Mittels innovativer Neugeschäfte gelang es Ems, überproportional zum Markt zu wachsen und das Spezialitätengeschäft erfolgreich weiter auszubauen. Anhaltende Versorgungsengpässe in der gesamten rückwärtigen Lieferkette liessen die Rohstoffpreise stark steigen, weshalb auch Ems die Verkaufspreise mehrmals erhöhen musste. Die EBIT-Marge sank leicht auf 27,1 % (27,6 %), ebenso die EBITDA-Marge 29,6 % (30,5 %). Der Nettogewinn erreichte CHF 484 Mio. (456) und lag 6,3 % über Vorjahr. Der Cash Flow stieg um 5 % auf 537 Mio. und das Unternehmen tätigte im Berichtsjahr Investitionen von 49 Mio. CHF (-31 %). Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet das Unternehmen mit

einer positiven weltweiten Wirtschaftsentwicklung. International vorteilhaftere Steuerkonditionen für Unternehmen unterstützen die Konjunktur zusätzlich. Allerdings sind bereits Anzeichen von Überhitzung auszumachen und die Inflationserwartungen steigen. Betreffend der eigenen Geschäftsentwicklung ist Ems zuversichtlich. Die erfolgreiche Strategie des weltweiten Wachstums mit Spezialitäten im Bereich der Hochleistungspolymere wird weiterverfolgt. Die globalen Märkte werden mit neuen, innovativen Produkten und Anwendungen kontinuierlich erschlossen und die Marktpositionen weiter ausgebaut. Anhaltend steigende Rohstoffpreise machen Verkaufspreiserhöhungen unumgänglich. Auf einen allfälligen Konjunkturwechsel bereitet sich Ems mit Effizienzprogrammen vor. Für 2018 erwartet Ems wiederum einen Nettoumsatz und ein Betriebsergebnis (EBIT) leicht über Vorjahr. www.ems-group.com 3/2018


Swiss Plastics ist der Branchenverband der schweizerischen Kunststoffindustrie. Dieser vertritt die Interessen von über 830 Unternehmen mit 33‘000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 14 Milliarden Franken.

www.swiss-plastics.ch

Wir suchen als Ergänzung zu unserem Team einen / eine

Leiter / Leiterin Kommunikation Ihr Profil Die neu geschaffene Stelle «Kommunikation & Marketing» ist zuständig für die Erarbeitung und Durchführung der internen und externen Kommunikation des Branchenverbandes Swiss Plastics nach Weisung des Vorstandes und der Geschäftsleitung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Öffentlichkeitsarbeit zur wesentlich stärkeren Verbreitung und besseren Positionierung der Berufsbilder des Kunststoff-Technologen EFZ und des Kunststoff-Verarbeiters EBA.

Sie sind eine offene Persönlichkeit, welche sich in einem kleinen Team wohl fühlt und aktiv die Zusammenarbeit sucht. Sie verfügen über eine hohe Affinität zu Kunststoffen und haben idealerweise bereits Erfahrungen in der schweizerischen Kunststoffbranche und in der Kommunikationsarbeit.

Zudem fördern Sie zusammen mit Partnerorganisationen das positive Bild des Kunststoffes entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Sie arbeiten direkt mit der Geschäftsführung zusammen in engem Kontakt mit dem Vorstand.

Auf den heutigen Social Media Kanälen fühlen Sie sich zuhause. Sie sind sich selbständiges und ergebnisorientiertes Arbeiten gewohnt und verstehen es, interdisziplinäre Projekte mit internen und externen Fachexperten effizient zu führen. Zudem fällt Ihnen der Umgang mit Informationstechnologien leicht. Sie beherrschen die deutsche Sprache und können sich in Französisch und Englisch mündlich und schriftlich ausdrücken.

Aufgaben- und Verantwortungsbereich

Unser Angebot

• Festlegung & Umsetzung der Kommunikationsstrategie • Medienarbeit • Redaktion des wöchentlichen Newsletters • Pflege und Ausbau der Social Media Kanäle • Verantwortung für die Erstellung und Durchführung von Messen nach Vorgaben der Geschäftsführung und aller Aktivitäten zur Unterstützung des Ressorts «Aus- und Weiterbildung» • Mitarbeit beim Erstellen von Informationsmaterialien aller Art, sowohl «print» als auch «online» • Pflege der Website www.swiss-plastics.ch • Verantwortlich für die Erstellung des Jahresberichtes • Organisationsverantwortung für die Mitgliederversammlung

• Führung eines grossen Verantwortungsbereichs • Ein eingespieltes Team • Hohe Selbstständigkeit und Gestaltungsmöglichkeiten • Attraktive Anstellungsbedingungen • Enger Bezug zur Bundespolitik • Einen modernen Arbeitsplatz in Aarau

Bei all diesen Aufgaben kann auf interne und auch externe Unterstützung gezählt werden.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen an Peter Stauffer Geschäftsführer Administration unter: Swiss Plastics persönlich - Peter Stauffer Schachenallee 29c 5000 Aarau oder per E-Mail an p.stauffer@swiss-plastics.ch


KUNSTSTOFF XTRA

Ver anstaltungen

APRIL 2018 03./04.04.

Workshop Skateboard Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

04.04.

KC-Fachtagung: Von Packaging über smarte Technologien bis zur Leichtbaustruktur Ort: Wels (A) Veranstalter: Kunststoff-Cluster, Büro Linz Business Upper Austria - OÖ Wirtschaftsagentur Hafenstrasse 47-51 A-4020 Linz +43 732 79810 5115 kunststoff-cluster@biz-up.at www.kunststoff-cluster.at

17.–19.04.

Medtec Europe Ort: Stuttgart Veranstalter: UBM EMEA Elisabethstrasse 13 D-53721 Siegburg +49 2241 9597 81-0 www.medteceurope.com

17.–20.04.

PaintExpo – Fachmesse für industrielle Lackiertechnik Ort: Karlsruhe (D) Veranstalter: FairFair GmbH Max-Eyth-Strasse 19 D-72644 Oberboihingen +49 7022 60255-0 info@fairfair.de, www.fairfair.de

10.04.

KATZ-Symposium Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

11./12.04.

MT-Connect und MedTech Summit Ort: Nürnberg Veranstalter: Nürnberg Messe GmbH Messezentrum, D-90471 Nürnberg +49 911 8606-4924 www.mt-connect.de

19.04.

Kurs: Grundlagen Werkzeugbau: Stahlherstellung – Wärmebehandlung – Anwendung im Spritzgiesswerkzeug Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

3. Biokunststoff-Seminar Rapperswil Ort: Rapperswil Veranstalter: IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil +41 55 222 47 70 iwk@hsr.ch, www.iwk.hsr.ch

19.04.

Polymer Forum: Hightech von amorph bis teilkristallin Ort: Aschaffenburg (D) Veranstalter: Ter Plastics GmbH Hertener Mark 7 D-45699 Herten +49 2366 5661-0 info@terplastics.com www.terplastics.com

Innovation Forum Kunststofftechnik Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen +49 7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut-suedwest.de

23.–27.04.

Hannover Messe Ort: Hannover Veranstalter: Deutsche Messe AG Messegelände D-30521 Hannover +49 511 89-0 info@messe.de, www.hannovermesse.de

25./26.04.

Zerspanseminar: Fräsen und Bohren Ort: Frauenfeld Veranstalter: Iscar Hartmetall AG Wespenstrasse 14, CH-8500 Frauenfeld +41 52 728 08 50 seminar@iscar.ch, www.iscar.ch

26./27.04.

Grundlagenkurs: Extrudieren / Verfahrenstechnik Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

27.04.

Grundlagen Werkzeugbau 1 Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau +41 62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

13.04.

17.04.

17.04.

17./18.04.

54

Workshop: Wärmebildkameras, Infrarotthermometer und deren richtige Anwendung Ort: Oberuzwil (CH) Veranstalter: Optris GmbH Ferdinand-Buisson-Strasse 14 D-13127 Berlin +49 30 500197-26 info@optris.de, www.optris.de Verpackung 2018 / Logistics & Distribution Ort: Zürich Veranstalter: Easyfairs Schweiz GmbH St. Jakobs-Strasse 170a, CH-4132 Muttenz +41 61 228 10 00 schweiz@easyfairs.com, www.easyfairs.com/schweiz

3/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Messen

Blick in die Zukunft am Branchentreff der Verpackung

Mehr als eine Messe «Zukunft Verpackung» lautet das Thema der Empack, Packaging Innovations und Label&Print. Die drei Veranstaltungen machen die Messe Zürich am 11. und 12. April 2018 zum Branchentreff der Verpackung. Angesprochen sind alle Fachleute der Verpackungsindustrie, Marketing- und Werbefachleute, Product Manager, KMU-Verantwortliche sowie Brandholder grosser Marken.

Die Verpackung der Zukunft ist eine Wei­ terentwicklung der Verpackungen von heu­ te. Neu ist die Breite des Leistungsspek­ trums, das der Verpackung in Zukunft abverlangt wird. Und neu ist die Vielfalt der Anforderungen, die eine Verpackung erfüllen muss, um allen Interessen in der Wertschöpfungskette gerecht zu werden. Das kann nur funktionieren, wenn die zen­ tralen Themen gemeinsam diskutiert wer­ den. Deshalb trifft sich die Branche im April in der Messe Zürich (Hallen 4, 5 und 6). Zusammen mit der parallel stattfinden­ den Logistics & Distribution (Halle 3) sind bereits 85 Prozent (Stand: Mitte Februar 2018) der Bruttofläche von 9500 Quadrat­ metern gebucht.

Alleskönner Verpackung in der Theorie . . . In einer Studie für den Verband der Well­ pappen-Industrie in Deutschland beleuch­ tete das Zukunftsinstitut den Wandel der Supply Chain bis 2025 und fragte nach den Konsequenzen für die Verpackung der Zukunft. Zusammengefasst lassen sich fol­ gende Anforderungen erkennen: Verläss­ lichkeit, Nachhaltigkeit, Customization, In­ telligenz und Emotionalität, das heisst, die Verpackung muss als Marken-Touchpoint den Verbraucher von morgen begeistern. (Quelle: zukunftsinstitut.de)

. . . und Praxis Diese Anforderungen nehmen am Bran­ chentreff der Verpackung Form an. Das Thema «Zukunft Verpackung» wird visuell und inhaltlich sicht- und spürbar umge­ setzt. In den Messehallen, in der Pent­ awards Ausstellung und Konferenz sowie an der «Fachtagung Verpackungsmarketing 3/2018

und Brandmanagement» zeigen nationale und internationale Firmen und Verbände ihre Verpackungskompetenz und präsen­ tieren konkrete Lösungen.

Exklusive Pentawards Ausstellung und Konferenz Pentawards ist der erste und renommier­ teste internationale Wettbewerb, der sich ausschliesslich dem Thema Verpackungs­ design widmet. Dank der exklusiven Part­ nerschaft mit den Pentawards kommt die Pentawards Ausstellung und Konferenz auf die Packaging Innovations Zürich. Ge­ zeigt werden fünfzehn Sieger-Exponate vergangener Veranstaltungen in den Ka­ tegorien Body, Beverage und Food. Die Ausstellung ermöglicht den Besuchern eine globale Perspektive auf die besten und kreativsten Leistungen im Verpa­ ckungsdesign. Die Pentawards-Elite prä­ sentiert an der Pentawards Konferenz ihre preisgekrönten Inspirationen, teilt ihre Erfahrungen und vermittelt der Commu­ nity eine Vision von der Zukunft des Ver­ packungsdesigns. Die Pentawards Konfe­ renz findet im Rahmen der Fachtagung statt.

Gesagt, getan. Schaffner und sein Team organisieren in diesem Jahr zum ersten Mal den «Hot Spot Zukunft Verpackung» mit Top Shots aus der nationalen und in­ ternationalen Designszene. Unter anderen treten folgende Referentinnen und Refe­ renten auf: –– Uwe Melichar, Partner Packaging Factor Design GmbH & Co. KG, Hamburg, «Transformers! Neue Herausforderun­ gen für Marken und Verpackungen im Zuge der digitalen Revolution» –– Silvija Graf Coric, Brand Consultant, ARD Design Switzerland, «Creativity in a connected world – a focus on food packaging» –– Jean Jacques Schaffner, Mitbegründer Schaffner & Conzelmann Designers­ factory, Switzerland, «Und es gibt sie doch – Trends im Verpackungsdesign» Marketeers, Verpackungsverantwortliche bei Brandholders und Verantwortliche für Verpackungsdesign dürfen sich auf ein hochkarätiges Programm, spannende Dis­ kussionen und intensives Networking freu­ en. Die Fachtagung «Verpackungsmarke­ ting und Brandmanagement» findet am Donnerstag, 12. April 2018 von 9.30 bis 16 Uhr statt.

Verpackungsmarketing und Brandmanagement Jean Jacques Schaffner, Enfant Terrible der Schweizer Designszene, ist überzeugt: «Marketing- und Werbefachleute, Product Manager, KMU-Verantwortliche sowie Brandholder grosser Marken wünschen eine eigene Plattform, wo ihre spezifi­ schen Bedürfnisse im Sinne von Added Values und unabhängig von technischen und logistischen Belangen behandelt und besprochen werden.»

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n 55


KUNSTSTOFF XTRA

Messen

PaintExpo in Karlsruhe

Effizienter Lackieren und Beschichten Mit einer erneuten Rekordbeteiligung geht die PaintExpo 2018 an den Start. Wenn sich am 17. April die Pforten der 7. Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik öffnen, werden über 520 Aussteller vertreten sein. Die Unternehmen aus 29 Ländern, darunter alle Markt- und Technologieführer, präsentieren auf rund 15 500 Quadratmetern Nettoausstellungsfläche Innovationen und Weiterentwicklungen für die Optimierung von Nasslackier-, Pulverbeschichtungs- und Coil-Coating-Prozessen.

Bild: FairFair

Die 7. Weltleitmesse für industrielle Lackiertechnik wird erstmals in drei Hallen des Messegeländes Karlsruhe durchgeführt. Die Unternehmen kommen aus 29 Ländern, der Anteil ausländischer Aussteller liegt bei rund 36 Prozent. Die PaintExpo kann damit auch weiter an Internationalität zulegen.

Lösungen für alle Branchen Besucher aus inhouse-lackierenden Unternehmen sowie von Lohnbeschichtern erwartet ein Angebot für die Beschichtung und Lackierung aller Materialien in allen Branchen und für alle Anwendungen, was weltweit einzigartig ist. Das Ausstellungsspektrum umfasst Anlagen für die Beschichtung in Nass-, Pulver-, UV-, Tauchund Coil-Verfahren, Lacke für alle Verfahren, Applikationssysteme, Spritzpistolen und Zerstäuber, Automatisierungsund Fördertechnik, Reinigung und Vorbehandlung, Trocknung und Aushärtung, Umwelttechnik, Drucklufttechnik, Luftversorgung und Abluftreinigung, Wasseraufbereitung, Recycling und Entsorgung, Zubehör, Maskierung, Mess- und Prüftechnik, Qualitätssicherung, Kennzeichnung, Entlackung, Lohnbeschichtung, Dienstleistungen sowie Fachliteratur.

Innovationen live erleben «Ob für die Nasslackierung, Pulverbeschichtung oder das Coil Coating, die Aussteller präsentieren in allen Segmenten neue und weiterentwickelte Produkte, Prozesse sowie Dienstleistungen und zeigen aktuelle Trends auf. Diese Lösungen sind darauf ausgelegt, Qualität, Material- und Energieeffizienz, Flexibilität sowie Nachhal56

Die PaintExpo verwandelt vom 17. bis 20. April 2018 das Messegelände Karlsuhre in eine Drehscheibe der industriellen Lackiertechnik.

tigkeit weiter zu erhöhen», berichtet Jürgen Haussmann, Geschäftsführer der veranstaltenden FairFair GmbH. Ein weiteres Thema, das bei der diesjährigen PaintExpo im Fokus steht, ist die Digitalisierung von Lackierprozessen beziehungsweise die Integration von Industrie 4.0 in den Lackierbetrieb. «Traditionell werden Neuheiten hier erstmals dem Fachpublikum vorgestellt und viele davon in Form von LivePräsentationen», ergänzt Haussmann. Dazu zählen unter anderem eine selbstprogrammierende Lackierzelle für die effiziente Beschichtung von Produkten in Losgrösse 1 sowie speziell für die Industrielackierung entwickelte, hochflexible und einfach zu programmierende Lackierroboter und Automatisierungslösungen. Neue Lösungen für das Strahlen, Schleifen und Ionisieren von Oberflächen aus Metallen, Kunststoffen oder Holzwerkstoffen werden auf der PaintExpo ebenso ihren Premierenauftritt haben wie Prozesse und Produkte für eine wirtschaftlichere und umweltfreundlichere Reinigung und Vorbehandlung sowie Anlagenkonzepte, die bei der Pulverbeschichtung und Nassla-

ckierung den Energieverbrauch reduzieren und gleichzeitig die Flexibilität hinsichtlich Beschichtung, Losgrössen und Erweiterbarkeit erhöhen. Geht es um die Applikation, erhöhen neue und weiterentwickelte Lackierpistolen und Zerstäuber sowie alternative Zerstäubergase die Materialeffizienz und Qualität. Bei Nass-, UV- und Pulverlacken eröffnen Entwicklungen mit optimierten funktionalen und dekorativen Eigenschaften neue Möglichkeiten und erlauben eine Reduzierung der Lackierschritte. Nicht minder interessant sind die Innovationen bei Trockenabscheidelösungen, bei Test- und Prüfsystemen, beim Zubehör wie Abdeckmaterialien, Lackiergehängen, bei Filtern und Pumpen, den Lösungen zur Entlackung sowie für die Verpackung.

Kontakt FairFair GmbH Max-Eyth-Strasse 19 D-72644 Oberboihingen +49 7022 60255-0 info@fairfair.de www.paintexpo.de

n 3/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Roboter der Sepro-Yaskawa-Bau-

Funktionen die Programmierung

reihe sind auch die neuen Modelle

und den Betrieb auch von Knick-

– 6X-70/70L, 6X-140 und 6X-

armrobotern mit 6 Achsen einfach

170/170L – als robuste Allzweck-

machen. Alle Linear- und Knick-

roboter konzipiert, die eine attrak-

armroboter von Sepro werden so-

tive Kombination aus Leistung,

mit über die einheitliche Visual-

Effizienz, Agilität und Wirtschaft-

Steuerungsplattform

lichkeit bieten. Bereits 2016 wur-

miert und bedient. Noch nie war

den vier Sepro-Yaskawa Knickarm-

der Einstieg in die Welt der 6-Achs

roboter für Schliesseinheiten von

Robotik so unkompliziert.

program-

Aufbauend auf vergangenen Erfol-

500 bis zu 5000 Tonnen ins Port-

gen der Zusammenarbeit mit Yas-

folio aufgenommen.

kawa-Motoman, hat Sepro ihre 6X

Alle 6-Achs-Roboter bei Sepro

Sepro Switzerland

Visual-Roboterfamilie um drei klei-

sind mit der aus der Baureihe der

Thomas Scherz

nere Einheiten der Sepro-Yaskawa

Linearroboter bekannten Premi-

CH-8486 Rikon

6-Achs-Roboter für Spritzgiessma-

um-Steuerplattform Visual 3 aus-

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schinen mit bis zu 500 Tonnen

gestattet, deren intuitive Benutzer-

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auf der NPE 2018 erstmals ausser-

In einer Zykluszeit von 60 Sekun-

halb von Europa zu sehen und fei-

den entsteht auf diese Weise voll-

ert dort Amerika-Premiere. Er er-

automatisiert ein Endprodukt im

weitert das Schliesskraftspektrum

Arburg-Design «ready to use».

um 30 Prozent auf 6500 kN. Die

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neue Grossmaschine zeichnet sich durch ein durchdachtes Design für noch mehr Ergonomie und FunktiArburg AG

onalität sowie ihre visionäre Gestica-Steuerung aus, die dem «Look-

zen von Arburg im Turnkey-Sektor:

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Die acht Einzelteile aus PP werden

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räte entspricht. Auf der NPE

von einem linearen Robot-System

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KUNSTSTOFF XTRA

Produkte

HP stellt neue Multicolor 3D-Drucker HP Jet Fusion 300/500 vor 3200/ 4200/4210, die sich eige-

den Farbdateiformate (OBJ, VRML

nen Angaben zufolge durch nied-

und 3MF). Dies ermöglicht es De-

und Forschungseinrichtungen Zu-

rige Stückkosten auszeichnen und

signern, verlässlich und einfach

gang zu HPs führender Multi Jet

für den Einsatz im Produktionsum-

gewünschte Teile zu produzieren,

Fusion-3D-Drucktechnologie. HP

feld konzipiert sind. Die neuen

ohne sich mit der Konvertierung

sorgt damit wohl für ein erstes 3D-

3D-Drucker ermöglichen es An-

von Dateien befassen zu müssen.

Druck-Highlight im neuen Jahr.

wendern

technische

Abhängig von der Ausstattung und

Funktionsteile (Thermoplaste) in

Farbpräferenz sind die Lösungen

Vollfarbe, Schwarz oder Weiss mit

der Jet Fusion 300/500-Serie ab

«Voxel Control» in einem Bruchteil

einem Preis von 50 000 Franken

SGSolution AG

der Zeit zu produzieren, die ande-

erhältlich.

Wynenmattenweg 1

re Lösungen bislang benötigten,

Damit erhalten in der zweiten Jah-

CH-5722 Gränichen

Die neue Jet Fusion 300/500-Se-

verspricht HP.

reshälfte 2018 erstmals auch Ent-

+41 62 855 06 60

rie ergänzt HPs bestehende 3D-

Die Jet Fusion 300/500-Serie un-

wicklungsabteilungen kleiner bis

m.affolter@sgsolution.ch

Industrielösungen,

terstützt zudem die drei führen-

mittlerer Grösse sowie Design-

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Jet

Fusion

erstmals,

Reinraumsystem CleanCell 4.0 – intelligent und effizient

Firmen, Start-ups, Universitäten

Sonderhoff (Suzhou) zeigt breites Produktangebot

ten Wärmerückgewinnung und die

spektrum

Ausstattung mit dimmbarer GMP-

schrankbau, Elektronik, Automobil,

gerechter LED Beleuchtung.

Filter, Beleuchtung, Photovoltaik,

Durch das Zusammenspiel von in-

Verpackung bis zu Hausgeräten.

novativer Umlufttechnik, hochgra-

Dank eigener Polyurethan-Materi-

diger Dichtheit und wartungsar-

alproduktion für Schaumdichtun-

mer Komponenten sind die Rein-

gen, Klebstoffe und Verguss kann

räume

und

Sonderhoff sehr flexibel disponie-

effizient. Wand- und Deckenele-

ren und kurzfristig an die Kunden

mente des modular aufgebauten

in China liefern. Das macht unab-

äusserst

sicher

Reinraumsystems sind mit einem

reicht

von

Schalt-

hängig von langen Importlieferzei-

Das neue Reinraumsystem Clean-

patentierten silikonfreien GMP

Sonderhoff (Suzhou) Sealing Sys-

ten und stärkt die Wettbewerbspo-

Cell4.0 der Firma Schilling Enginee-

Dicht-Clip-System verbunden, was

tems Co. Ltd., jetzt Teil der Henkel

sition des Unternehmens.

ring verbindet eine partikelarme

den Vorteil von flexiblen Erweite-

AG & Co. KGaA, ist ein führender

Das Systemkonzept von Sonder-

Produktion mit moderner Informa-

rungs- oder Rückbaumöglichkei-

Anbieter für die Formed In-Place

hoff, Material, Maschine und Pro-

tionstechnik und weist einen weit

ten bietet.

(FIP) Dichtungstechnologie in Chi-

zessautomation aus einer Hand

geringeren Energieverbrauch als

Jedes Reinraumprojekt wird kun-

na. Auf der Chinaplas 2018 stellt

anzubieten, bleibt auch weiterhin

vergleichbare

Reinraumsysteme

denspezifisch geplant und den in-

der Systemanbieter von Maschi-

entscheidend für den Erfolg, nicht

auf. Das intelligente System ver-

dividuellen Produktionsvorgängen

nen, Material und Prozessautoma-

nur in China. Das Unternehmen

netzt Klimatechnik, Monitoring und

und räumlichen Begebenheiten

tion sein Leistungsspektrum vor.

verbindet dabei chemische Kom-

bauseitige Prozessanlagen. Über

angepasst.

Es umfasst 2-/Mehrkomponenten

petenz mit kreativem Engineering

Smart Devices ist es möglich, die

Misch- und Dosiersysteme für den

und Prozess-Know-how zu einer

Einstellungen ortsunabhängig oder

teil- oder vollautomatisierten Ma-

individuellen Gesamtlösung für

per Fernwartung durchzuführen.

terialauftrag sowie Schaumdich-

den Kunden.

Ganz neu entwickelt wurde eine

Schilling Engineering

tungen, Klebstoffe und Giessharze

nutzungsgeführte Regelung des

Schweiz GmbH

auf Basis von Polyurethan oder

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sungen für das Abdichten, Verkle-

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tere erhebliche Einsparungen bie-

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ben und Vergiessen industrieller

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tet die Möglichkeit einer integrier-

Medtec: Halle 10, Stand H28

Komponenten. Das Anwendungs-

Chinaplas: Halle 2H, Stand J85

58

3/2018


KUNSTSTOFF XTRA

Produkte

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men wie iQ weight control macht

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tenwissen eine konstant hohe

elektrischen

Teilequalität sicherzustellen. Die

Spritzgiessmaschine macht Engel

iQ Systeme analysieren kontinuier-

auf der Chinaplas das grosse Po-

lich prozesskritische Parameter

tenzial der inject 4.0 Lösungen

und justieren diese Schuss für

anschaulich deutlich. In der CC300

Schuss automatisch nach. Das Er-

Steuerung der Maschine können

gebnis ist eine sich selbst optimie-

schwankende Prozessbedingun-

rende Spritzgiessmaschine (Bild).

gen simuliert werden, um das au-

Die zunehmende Intelligenz der

tomatische Nachregeln durch die

Maschinensteuerung ist ein we-

intelligenten Assistenzsysteme auf

sentliches Merkmal der smart fac-

dem Display zu verfolgen. Wäh-

tory, die das Ziel von Industrie 4.0

rend iQ weight control das einge-

beschreibt. Zudem tragen die Ver-

spritzte Schmelzevolumen über

netzung von Produktionssystemen

den gesamten Spritzgiessprozess

sowie die systematische Nutzung

konstant hält, berechnet iQ clamp

von Maschinen-, Prozess- und Pro-

control die Werkzeugatmung, um

duktionsdaten dazu bei, die Pro-

die optimale Schliesskraft zu ermit-

duktivität, Qualität und Flexibilität

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3/2018

59


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tischen Umgebungen eingesetzt

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werden.

Gerätschaften. Deshalb rät Velo­zu

Typische Einsatzgebiete der Ad-

den

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vanced Resins Serie sind Geräte

Kunststoffverbindungen von Trin-

zur Patientenüberwachung, bild-

seo, welche die Strapazierfähigkeit

gebende

und Ästhetik der Geräteoberflä-

Geräte, Schrankteile und Einhau-

chen selbst bei intensiver Reini-

sungen, häusliche Medizin- und

und

diagnostische

Überwachungsgeräte,

gung erhalten. Die Advanced Resin

Pumpen,

Lösungen von Trinseo vereinen die

formuliert, die regelmässig mit ei-

ideal für passive Gehäuse. Seine

Oxygenatoren sowie zahnmedizi-

ausgezeichnete

nische Geräte.

Vearbeitbarkeit

ner Vielzahl von aggressiven Che-

hohe UV-Beständigkeit schützt vor

von Polycarbonaten (PC) mit

mikalien in Kontakt kommen, so

Verfärbung, Glanzverlust und der

ausgewählten Polymeren und Ad-

auch mit Flächendesinfektions-

Minderung wichtiger Materialei-

Velox GmbH

ditiven wie ABS, PET oder Farb-

und Reinigungsmitteln.

genschaften. Die Entflammbarkeit

Niederlassung Freiburg

stoffen. So entstehen Compounds

Ob für passive Gehäuse oder

des biokompatiblen Harzes ist als

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und Blends mit ganz speziellen,

strombetriebene Geräte – Velox

UL HB (bei 1 mm Dicke) klassifi-

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Arbeit in explosionsgefährdeten

integriert. Erhältlich ist das System

Bereichen. Die Gerätelinie ist PTB

in zwei Varianten, +/- 6 kV für Stan-

16 ATEX 5007 X sowie PTB Ex 17-

dard Anwendungen und +/- 12 kV

56245 zertifiziert und erfüllt damit

für grosse Distanzen. Als Netzwerk

die geltenden Sicherheitsnormen

betrieben können bis zu 127 Elek-

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oder ein GateWay gesteuert und

der speziell entwickelte AutoDC

überwacht werden.

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feld und erzielt präzise 2D-Messer-

–– Messen mit Fadenkreuz und

gebnisse von kleinen Teilen beina-

Automatische Kantenerkennung

he in Echtzeit.

–– Video-Livebild (speicherbar)

Mit den vier unterschiedlichen Ver-

–– Bemassung und Beschriftung

grösserungen, welche über die

von gespeicherten Bildern

Software gewählt werden können,

–– Vielfältiger Export CSV/TXT/

wird die entsprechende Genauig-

TSV/DXF/QDas

keit eingestellt und ermöglicht zu-

Merkmale DXF:

dem die automatische Vermessung

–– Exportieren von gemessenen

von Teilen mit unterschiedlichen Grössen.

(DXF-File) für den visuellen und

die anwenderfreundliche Metlogix

automatischen Vergleich –– Konstruktion von übereinander-

den produktionsnahen Einsatz in

liegenden CAD-Elementen mit

der Mechanik und Mikromechanik

Angabe von Toleranzgrenzen

prädestiniert.

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KUNSTSTOFF XTRA

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MultiFlow bis 230 °C für parallele Kreisläufe riergeräte mit Sensorik, Überwa-

schlägt das System Alarm. Die

Pumpenleistung in parallel ge-

chung, Anzeigen und Reglern. Je-

überwachte Parallelschaltung er-

schalteten Temperierkreisen

der Kreislauf wird einzeln einge-

höht die Prozesssicherheit ent-

–– Möglich sind bis zu 4 x 4 Tem-

stellt und überwacht. Bei der

scheidend.

manuellen

bis 230 °C

werden die Durchflüsse mittels

Auf einen Blick

Kugelhahn eingestellt. Bei der au-

–– Kompakter

tomatischen

perierkreise für Temperaturen

multiFlow-Variante

multiFlow-Variante

–– Eliminiert das Risiko, dass sich Vierfach-Verteiler

auf dem Temperiergerät

wird der Durchfluss in jedem Kreis

–– Voll integriert ins Steuerungs-

mittels Regelkugelhahn automa-

system des Temperiergeräts

tisch auf den eingestellten Soll-

–– Spart Kosten und Energie, es

wert geregelt. Regloplas ist ge-

werden weniger Temperiergerä-

mäss eigenen Angaben der erste

eine Verkalkung oder Verstopfung in einem der Kreise – wie in seriellen Systemen – auf alle auswirkt.

te benötigt Regloplas AG

In grossen Spritzgussmaschinen

Anbieter dieser automatischen

–– Vierfachverteiler für Temperatu-

sind Verteiler üblich. Das Mehr-

multiFlow-Variante. Die eingestell-

ren bis 230 °C, mit individueller

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fachverteiler-System von Reglo-

ten Sollwerte bilden das Überwa-

Durchflussregelung pro Kreis,

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plas ist auch mit kleineren Geräten

chungsfenster. Wenn die Tempe-

standardmässig erhältlich

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ratur oder der Durchfluss aus je-

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figurator sehr transparent und an-

kostenlos zur Verfügung.»

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nur einem Klick sind Lieferzeit und

ihrer Standardisierung kosteneffizi-

Nettopreis direkt ersichtlich. Über

enten Masterbatche sind trocken,

einen Button neben der Preisan-

nicht staubend und gut lagerfähig.

zeige lässt sich der konfigurierte

Die zu ihrer Herstellung verwende-

Mit dem neuen innovativen Aus-

Auswerferstift in der jeweils ge-

ten Pigmente sind blei- und diary-

werfer-Konfigurator

ermöglicht

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Hasco Anwendern die einfache

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Bereits geringe Mengen reichen

ablängbarer Auswerferstifte. Aus

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Standard-RAL-Farben in seinem

aus, um ein homogenes, farbtreu-

dem umfangreichen Auswerfer-

Hasco Auswerfer-Konfigurator den

Lieferprogramm. Je nach Träger-

es Ergebnis im Spritzguss ebenso

programm stehen aktuell Z40/...

Bestellprozess. Das System wird

material eignen sie sich zum Ein-

wie in der Extrusion zu erreichen.

und Z41/... zur Auswahl. Weitere

durch die Einbindung zusätzlicher

färben der meist verarbeiteten

Darüber hinaus sind auch kunden-

Abmessungen folgen in Kürze. Ne-

Auswerfertypen permanent erwei-

Kunststoffe einschliesslich Styrol-

spezifische

ben verschiedenen Durchmessern

tert und bietet somit noch mehr

polymere (PS, ABS, SAN) und Po-

auf Musterbasis möglich.

und frei definierbaren Längen kön-

Konfigurations-Möglichkeiten.

lyolefine (PE, PP) sowie der tech-

lidfrei und in der EU für den Le-

nen vier verschiedene Toleranz-

nischen Kunststoffe wie PA, POM,

stufen ausgewählt werden: die

PBT und PC. Dazu Harry Rist, Pro-

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