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OFFIZIELLES ORGAN VON SWISS PLASTICS

November 2016

KUNSTSTOFF XTRA

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE


Zeitgleich mit PRODEX

SWISSTECH: DAS NEUSTE AUS DEN BEREICHEN METALL UND KUNSTSTOFF LIVE UND AUS NÄCHSTER NÄHE. Als wichtigster Schweizer Meeting Point der Zulieferindustrie bietet die SWISSTECH mit einem einzigartigen Mix von Aktualität, Innovation und zukunftsweisenden Technologien den besten Überblick über die gesamte Branche. Hier kommen alle Fachbereiche, Branchen und Wertschöpfungsstufen der Zulieferindustrie zusammen, hier erleben Sie Innovationen und spannende Diskussionen rund um Industrie 4.0 und 3D-Printing live und aus nächster Nähe! Bestellen Sie jetzt Ihren Besucherprospekt mit Gratis-Ticket auf www.swisstech-messe.ch! Doppelte Messepower: SWISSTECH und PRODEX mit einem Ticket.

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EDITORIAL

K 2016 – strapaziös und lohnenswert Die weltweit grösste Kunststoffmesse hat ihren ­eigenen Takt und gibt einem das Tempo vor. Mit dem 3-Jahres-Turnus lässt sie ausstellenden Unter-

www.granula.ch

KUNSTSTOFF XTRA

nehmen die notwendige Zeit, ihre Produkte weiter zu optimieren, sie einem Facelifting zu unterziehen oder auch neue Wege zu gehen, bisherige Grenzen aufzubrechen und mit etwas komplett Neuem aufzuwarten. Die Zeitspanne zwischen zwei K-Messe-Austragungen ist spannend, intensiv und herausfordernd – auch für den Messeveranstalter und die Mannschaft, die dahinter steckt. Ist dann der Zeitpunkt der Messe-Eröffnung gekommen, sind Messeveranstalter, Unternehmer, kurz alle Involvierten, erleichtert, dass nach dem jahrelangen «Trockenlauf» die und die Resultate ihres Schaffens der Fachwelt gezeigt Am Vorabend der Messeeröffnung

werden können.

Schön, wenn dann die Messe brummt – und die K2016 hat gebrummt. Mit 230 000 Besuchern hat sie die K 2013 klar hinter sich gelassen. Auch wenn Zahlen allein kein Garant für Qualität sind, so widerspiegeln sie doch das grosse Interesse an der Branche und sind ein Indiz für die Investitionsbereitschaft der Unter­nehmen. Schön, wenn ausser den Zahlen auch die Qualität passt – und sie hat gepasst. Die Stimmung war sehr gut und auch wenn man leicht verrückt sein muss, sich von einem voll besetzten Stand zum nächsten zu bewegen – und dies notabene über ein Gelände mit einer Netto-Ausstellungsfläche von 175 000 Quadratmetern – und diesen Messetrubel auch noch zu mögen. Es sind die Menschen und die Inhalte der auf der Messe allgegenwärtigen Themen Energie-, Ressosurcen- und Materialeffizienz, Leichtbau und Industrie 4.0 in all ihren Facetten und Bezeichnungen, die einen für die Mühen und Strapazen entschädigen.

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com 11/2016

Masterbatch für Biopolymere Medizinaltechnik

Geheimnisse endlich gelüftet


KUNSTSTOFF XTRA

INHALTSVERZEICHNIS

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FOKUS Zwei Schweizer Unternehmen wechseln den Besitzer

Bregal Unternehmerkapital, München, beteiligt sich an der 1883 als Bär-Luchsinger gegründeten Kunststoff Schwanden AG. Der bisherige Eigentümer Albert Kiener stellt damit die Weichen für die beiden Produktionsstandorte Schwanden und Näfels. Fast zu gleicher Zeit steigt die schwedische Nolato Gruppe bei der Treff AG ein, die künftig unter dem Namen Nolato Treff AG firmiert.

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VERFAHRENSTECHNIK Klauen- statt Drehschieber-­ Vakuumpumpen

Mit dem Anspruch, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, geht die swissplast AG bei der Erzeugung des zum Tiefziehen benötigten Vakuums neue Wege und setzt anstelle der bislang üblichen ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumtechnik die trockene Mink Klauen-Vakuumtechnik von Busch ein.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für die Kunststoff- und Kautschukindustrie Erscheinungsweise 10 × jährlich Jahrgang 6. Jahrgang (2016) Druckauflage 6000 Exemplare WEMF / SW-Beglaubigung 2015 5701 Exemplare total verbreitete Auflage 1568 Exemplare davon verkauft ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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WERKZEUG-/ FORMENBAU Kunststoffbauteile besser entformen

Bei der Produktion optischer Kunststoffbauteile zählt das Entformen zu den anspruchsvolleren Schritten. Mehr Kenntnisse über die hier wirkenden Adhäsionskräfte helfen, die Entformung zu verbessern, was sich positiv auf die Möglichkeiten beim Produktdesign auswirken kann und Kosten senkt.

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NORMEN Mehr als nur passende Steckdosen

Stecker die passen, digitale Schnittstellen die funktionieren: Wenn Form, Grösse und Ausführung gleichartiger Produkte vereinheitlicht – genormt – werden, können sie einfach und ohne grossen Aufwand ausgetauscht werden. Eine Veranstaltung im Hightech Zentrum Aargau hat sich mit Fragen befasst, die sich rund um Normen stellen.

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com

Vorstufe Triner Media + Print Schmiedgasse 7 CH-6431 Schwyz Telefon +41 (0)41 819 08 10 beratung@triner.ch www.triner.ch

Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler

Abonnemente Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Pfaffacherweg 189 Postfach 19 CH-5246 Scherz Telefon +41 (0)56 619 52 52 Telefax +41 (0)56 619 52 50 info@sigimedia.ch Chefredaktion Marianne Flury St. Niklausstrasse 55 CH-4500 Solothurn Telefon +41 (0)32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

Druck Binkert Buag AG Baslerstrasse 15 CH-5080 Laufenburg Telefon +41 (0) 62 869 74 00 www.binkertbuag.ch

Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto)

Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2016 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug

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INHALTSVERZEICHNIS

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SWISS PLASTICS

K 2016 RÜCKBLICK ‹‹Die beste K aller Zeiten››

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COMPOSITES Der richtige Werkstoff an der richtigen Stelle  14 

Leichtbau ist ein zentrales Thema auf der Composites Europe. Im Vordergrund stehen hier hybride Leichtbaulösungen aus einem intelligenten Mix unterschiedlicher Materialien. Der Überblick konzentriert sich auf den hybriden Leichtbau, wo es vorrangig um die sinnvolle Kombination von Composites mit Aluminium, Stahl und anderen Werkstoffen geht.

«Für viele Aussteller im Bereich Kunststoff- und Gummimaschinen war es nach eigener Aussage die erfolgreichste K aller Zeiten», bestätigt Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes im VDMA. Insgesamt sorgten 230 000 Besucher (2013: 218 000) für regen Betrieb und gute Stimmung auf dem ganzen Messegelände.

WIRTSCHAFT

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LEICHTBAU

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NEWS

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FORSCHUNG & ­E NTWICKLUNG

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VERANSTALTUNGEN

Compoundierung ­wärmeleitender Kunststoffe

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MESSEN

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PRODUKTE

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LIEFERANTEN­ VERZEICHNIS

Dass die gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH sich weltweit ein so grosses Renom­ mee als kompetenter und innovativer Spezialist für hochwertige Temperier- und Kühltechnik schaffen konnte, basiert auf ihrem reichen Erfahrungsschatz aus mehr als vier Jahrzehnten. Wer von der Kühlanlage über die Temperierung bis hin zur Wasseraufbereitung auf durchdachte Hightech-Produkte angewiesen ist, findet in gwk einen System­ anbieter, der den gesamten thermischen Prozess beherrscht, individuell massge­ schneiderte Konzepte erarbeitet und aus­ser­ dem das Engineering und alle Komponenten liefert. Auch im Bereich der kavitätsnahen Temperierung von Werkzeugeinsätzen und der Werkzeugreinigung unterstützt gwk seine

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Oktober 2016

ZUM TITELBILD

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Für technisch relevante Wärmeleitfähigkeiten in Kunststoffen werden hohe Füllstoffanteile benötigt, was zu hohen Materialkosten führt. Der Einsatz von hybriden Füllstoffsystemen ermöglicht hierbei eine gesteigerte Wärmeleitfähigkeit bei reduzierten Materialkosten.

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DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE

Kunden ebenso intensiv wie individuell. Heute erarbeiten die mehr als 380 Mitarbeiter komplette Prozesslösungen für Kunden aus der Kunststoff-, Metall-, Lebensmittel und Chemie-Industrie auf allen Kontinenten. Mehr als 30 weltweite Repräsentanzen unterstreichen die globale Ausrichtung der gwk, die mit ihrem einzigartigen Geschäftsmodell inzwischen zu einem international führenden Unternehmen avanciert ist. gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH Vertreten durch: INGENIEURBUREAU DR. BREHM AG Lettenstrasse 2/4, CH-6343 Rotkreuz Telefon +41 (0)41 790 41 64 Telefax +41 (0)41 790 43 03 www.brehm.ch, info@brehm.ch 3


KUNSTSTOFF XTRA

FOKUS

Ein Schweizer Traditionsunternehmen wechselt den Besitzer

Kunststoff Schwanden stellt die Weichen neu Die 1883 als Bär-Luchsinger gegründete Kunststoff Schwanden AG wechselt den Besitzer. Mit der Mehrheitsbeteiligung am Schweizer Familienunternehmen durch Bregal Unternehmerkapital löst der bisherige Eigentümer Albert Kiener die Nachfolgeregelung und stellt gleichzeitig durch die Internationalisierung der Produktions­st­andorte die Weichen für den weiteren Unternehmenserfolg.

Die Kunststoff Schwanden AG entwickelt und produziert hochwertige Lösungen und Produkte in der Spritzgiesstechnik. Das Unternehmen ist in den letzten Jahren zum grössten privaten Arbeitgeber im Kanton Glarus mit über 500 Mitarbeitern herangewachsen. Heute steht ein Maschinenpark mit rund 100 Hightech-Anlagen zur Verfügung. Spezialisiert ist das Schweizer Familienunternehmen auf anspruchsvolle Kunststoffteile und komplexe Baugruppen für die Bereiche Verpackung, technische Teile, Haushaltgeräte und Automobiltechnik. «Mit dem Erfolg und dem Wachstum der Kunststoff Schwanden AG haben sich in den letzten Jahren neue Herausforderungen ergeben. Insbesondere die vermehrte Kundenanforderung, als Zulieferer auch in den wichtigen Wirtschaftsregionen wie China, Mexiko und den USA vor Ort präsent zu sein, erfordert eine Internationalisierung der Produktionsstandorte. Darüber hinaus kam der Zeitpunkt, meine Nachfolge zu regeln, die Weichen für den weiteren Unternehmenserfolg zu stellen und damit der Verantwortung für die vielen Arbeitsplätze gerecht zu werden. Ich bin hoch erfreut, mit Bregal einen Partner gefunden zu haben, der aufgrund seiner internationalen Erfahrung hervorragend zur Kunststoff Schwanden AG passt», begründet Albert Kiener den Verkauf und die Partnerwahl. Die Betriebsliegenschaften der beiden Standorte Schwanden und Näfels bleiben im Eigentum von Albert Kiener und werden der Kunststoff Schwanden AG vermietet.

Dauerhafte Werte schaffen Bregal Unternehmerkapital wird die Mehrheit der Anteile halten. Der Unternehmer 4

Albert Kiener wird mit einer massgeblichen Minderheitsbeteiligung von über 20 Prozent beteiligt bleiben. Anteile erwerben werden ebenfalls André Bermann (CEO) und Martin Züger (CFO), die ihre bisherigen Managementfunktionen beibehalten. Zusätzlich ist eine Beteiligung weiterer Mitglieder des obersten Kaders vorgesehen. «Wir wollen gemeinsam mit den Beteiligungen dauerhafte Werte schaffen. Und wenn das Management ebenfalls am Unternehmen beteiligt ist, stärkt das eine partnerschaftliche, wertorientierte Zusammenarbeit über Jahre hinweg noch ein Stück weit mehr. So sind in all unseren Beteiligungen auch Manager als Mitgesellschafter engagiert», erklärt Florian Schick, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bregal die Unternehmensphilosophie. Bild: Bregal Unternehmerkapital

Marianne Flury

Florian Schick: Unser besonderes Interesse gilt Marktführern und Hidden Champions mit starkem Management-Team.

Im Fokus der Beteiligungen von Bregal stehen branchenübergreifend mittelständische Firmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. In der Regel investiert das Private Equity Unternehmen beim Erwerb einer Mehr- oder Minderheitsbeteiligung zwischen 30 und 150 Millionen Euro Eigenkapital. «Kunststoff Schwanden ist ein starker und bei Kunden hochangese-

hener Zulieferer, das Unternehmen ist hervorragend aufgestellt. Genau solche Spitzenreiter in ihrem Segment sind interessant für Bregal Unternehmerkapital. Unser besonderes Interesse gilt Marktführern und Hidden Champions mit starkem Management-Team sowie positivem operativen Cashflow bei einem EBITDA zwischen 5 und 30 Millionen Euro. Dass wir uns an der Kunststoff Schwanden AG beteiligen, kann also nicht überraschen», begründet Schick die Übernahme.

Das Investment ist langfristig ausgelegt Dem Investmentansatz entsprechend ist das Engagement langfristig ausgelegt. So sollen gemeinsam mit Albert Kiener und dem Management die beiden bestehenden Standorte in Schwanden und Näfels im Glarnerland erklärtermassen gestärkt und der Kundenstamm in allen Abnehmerbranchen ausgebaut werden. Gleichzeitig ist geplant, das Unternehmen zu internationalisieren. Im Fokus stehen dabei Wachstumsmärkte wie China, Mexiko und die USA, die bei grossen Automobilherstellern eine wichtige Rolle im globalen Sourcing spielen. Auch eine spätere Expansion nach Mittelund Osteuropa sei denkbar. «Wir sehen grosses Potenzial für eine erfolgreiche Weiterentwicklung und werden unser umfassendes Know-how bei der Wachstumsunterstützung und bei Nachfolgesituationen in mittelständischen Unternehmen mit voller Kraft einbringen», bekräftigt Schick. Einen wertvollen Beitrag dazu können auch das internationale Netzwerk aus Branchen­e xperten und die grosse Erfahrung im Automotive-Segment von Bregal leisten. Zu den von Bregal betreuten Beteiligungen zählen die Automobilzulieferer 11/2016


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Novem Car Interior Design im oberpfälzischen Vorbach (Zierelemente für den Fahrzeuginnenraum) und die südwestdeutsche Binder-Gruppe (Aussen-Zierleisten und Dachrelings). Über die frühere Beteiligung Mirror Controls International (MCi) hat Bregal zudem bereits einen Kunststoffspritzguss-Zulieferer (Automobil-Aussenspiegelaktuatoren) mit grossem Erfolg bei der internationalen Expansion begleitet.

FOKUS

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Kontakt Kunststoff Schwanden AG Spritzgiesstechnik CH-8762 Schwanden Telefon +41 (0)55 647 3333 www.ks-ag.ch

LÖSUNGSANBIETER FÜR ANALYTISCHE LABORS

Nolato kauft die Treff AG

Bild: Nolato

Fast zu gleicher Zeit wechselt ein weiteres Schweizer Familienunterneh­men den Eigentümer. Die schwedische Nolato Gruppe hat per 3. Ok­tober 2016 die Treff AG für SEK 418 Mio. (CHF 46 Mio.) übernommen. Diese firmiert künftig unter dem Namen Nolato Treff AG.

Christer Wahlquist: Wir suchen Firmen, die unser Portfolio ergänzen.

Der geschätzte Umsatz 2016 des Schweizer Verarbeiters von Hightech Kunststoffen beläuft sich auf rund CHF 50 Mio. mit einer EBITDA Marge von ca. 11,5 Prozent. Treff stellt Produkte für den Medizintechnikbereich und Diagnostik (in-vitro Dia­ gnostik, IVD) sowie hochtechnische Präzisionskomponenten für verschiedene Industriezweige her. Zwei Drittel der Aktivitäten von Nolato Treff werden in der Nolato BU Industrial, ein Drittel wird in der BU Medical integriert. Treff beschäftigt am Standort Degersheim rund 190 Mitarbeitende. Das Unternehmen wurde 1946 gegründet und ist seither familiengeführt. Das aktuelle Managementteam mit Guido Vollrath als Geschäftsführer wird auch weiterhin die Geschicke des Unternehmens leiten. Hans Jakob Schoch ist Mitglied des Verwaltungsrats. 11/2016

«Der Kauf verschafft uns Präsenz im deutschsprachigen Teil Europas und öffnet uns die Türe zu neuen und international führenden Kunden, besonders im Bereich Medizintechnik», erklärt Nolato President und CEO Christer Wahlquist den Kaufentscheid. Und weiter: «Die Akquisition ist ein wichtiger Teil unserer Wachstumsstrategie. Wir arbeiten kontinuierlich daran, den Unternehmenswert zu erhöhen, indem wir Firmen suchen, die unser Portfolio ergänzen, starke Marktpositionen innehalten und über profundes Know-how und langjährige technische Erfahrung verfügen. Treff ist ein gut geführtes und finanziell gesund aufgestelltes Unternehmen und passt vorzüglich zu unserer Firmenkultur.» Die Nolato Gruppe ist in Europa, Asien und Nord Amerika aktiv. Das schwedische Unternehmen entwickelt und stellt Produkte aus Kunststoff, Silicon und TPE her für führende Kunden aus den Bereichen Medizintechnik, Pharmazeutik, Telekommunikation, Automobil, u.a. Die Aktien sind an der Nasdaq Stockholm kotiert.

Kontakt Nolato Treff AG Taastrasse 16 CH-9113 Degerseheim Telefon +41 (0)71 372 55 55 info@treff-ag.ch www.treff-ag.ch

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Kundenservice ist unsere Stärke – und Ihr Vorteil Unser Angebot umfasst: • FTIR Spektroskopie • UV-VIS + FL Spektroskopie • Elektronenmikroskopie • Chemische Sensoren • Probenaufbereitung und Laborzubehör • Spezialanfertigungen und Baugruppen • Kurse und Services Die eigene feinmechanische Werkstatt ermöglicht es uns, auf Ihren Bedarf einzugehen und Geräte wo nötig anzupassen oder selbst zu fertigen.

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VERFAHRENSTECHNIK

KUNSTSTOFF XTRA

Trockene Vakuumtechnik zum Tiefziehen von anspruchsvollen Formteilen

Klauen- statt Drehschieber-Vakuumpumpen Die Herstellung von hochwertigen Kunststoff-Tiefziehteilen und deren Bearbeitung ist die Kernkompetenz der Firma swissplast AG in Sargans. Dabei können alle vom Kunden gewünschten optischen und technischen Oberflächenstrukturen und -dekore verwirklicht werden. Mit dem Anspruch, immer auf dem neuesten Stand der Technik zu sein, geht swissplast bei der Erzeugung des zum Tiefziehen benötigten Vakuums neue Wege und setzt anstelle der bislang üblichen ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumtechnik die trockene Mink Klauen-Vakuumtechnik von Busch ein.

Die swissplast AG fertigt an insgesamt fünf Tiefziehmaschinen Kunststoffteile, die anschliessend auf CNC-Bearbeitungsmaschinen weiter bearbeitet werden. Diese Tiefziehteile finden ihren Einsatz in unterschiedlichsten Branchen von Wohnmobil-Innenausstattungen bis hin zu Bauteilen für Kaffeeautomaten. Dabei kann swissplast verschiedene Materialien und Materialstärken tiefziehen, die auch verschiedene Oberflächen aufweisen können. Meist werden die Materialien ABS und PS verarbeitet. Neben allen Standardfarben nach RAL, Pantone oder NCS können auch technische Dekore wie zum Beispiel Carbon- oder Metallic-Design sowie mit Marmor-, Granit- oder Holzstrukturen geliefert werden. Innovationen wie die speziell entwickelte weiche «Softfeel»-­ Oberfläche mit einer Coex-Deckschicht sind ein Zeichen für die zukunftsorientierte Ausrichtung von swissplast. Auch Mehrschichtplatten können verarbeitet und somit verschiedene Anforderungen zur elektrischen Leitfähigkeit, Hochtemperatur- oder UV-Beständigkeit erfüllt werden. Bekannt sind die Dreirad-Elektromobile der Schweizer Post. Mit über 6000 Fahrzeugen verfügt sie über die grösste Elektromobil-Flotte Europas. Die thermogeformten Kunststoffteile dieser Fahrzeuge sind allesamt von swissplast gefertigt worden. Mit 35 Mitarbeitern verarbeitet swissplast pro Jahr ca. 700 Tonnen Thermoplaste. Uli Merkle, Leiter Marketing Services, Busch Vakuumpumpen und Systeme, uli.merkle@ busch.de.

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Bilder: swissplast

Uli Merkle 1

Blick auf eine von insgesamt fünf Tiefziehmaschinen bei swissplast.

Produktionsleiter Roman Eberle sieht swiss­plast als innovativen Partner für Kunden, die sich auf aussergewöhnliche Kunststoffteile spezialisiert haben. Grundsätzlich kann das Unternehmen Formteile bis zu einer Grösse von 3000 × 1500 × 620 mm und Materialien von bis zu 12 mm Stärke tiefziehen. In der Vergangenheit waren alle Tiefziehmaschinen mit ölgeschmierten Drehschieber-Vakuumpumpen ausgestattet. Auch das Haltevakuum an den sechs CNC-Bearbeitungsmaschinen wird jeweils von einer oder zwei Drehschieber-Vakuumpumpen erzeugt. Diese Pumpen gelten als äusserst robust, benötigen allerdings auch einen gewissen Wartungsaufwand. Die Firma Busch Vakuumpumpen und Systeme präsentierte swissplast im vergangenen Jahr die neue Mink Klauen-Vakuumtechnologie, wie sie beispielsweise bei der Holzverarbeitung

zum Spannen auf CNC-Bearbeitungs­ zentren eingesetzt wird. Mink Klauen-­ Vakuumpumpen erzeugen das Vakuum im Gegensatz zu einer Drehschieber-Vakuumpumpe, völlig frei von Öl oder anderen Betriebsmitteln im Verdichtungsraum. Das heisst alle Wartungsarbeiten, die durch eine Ölschmierung notwendig sind, entfallen komplett. Das bedeutet,

Hochwertige Teile mit unterschiedlichen Oberflächenanmutungen im Tiefziehverfahren hergestellt.

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keine Ölstandskontrolle, keine Ölnachfüllung, kein Ölwechsel und kein Wechsel von Ölfiltern oder anderen Filterelementen. Die damit verbundenen Kosten, wie Beschaffung und Entsorgung von Ölen, Filtern und für Wartungs- und Stillstandszeiten entfallen ebenso. Der ölfreie Betrieb der Mink Klauen-Vakuumpumpe ist möglich, weil sich im Innern der Vakuumpumpe die sich drehenden Teile nicht berühren und somit keine Reibung oder Verschleiss entsteht. Das berührungsfreie Funktionsprinzip, kombiniert mit einem hohen Wirkungsgrad, ermöglicht einen höchst effizienten Betrieb. Je nach Baugrösse sind Einsparungen an Energiekosten von bis zu 60 Prozent möglich. Für Roman Eberle waren dies Argumente genug, sich mit der Mink Klauen-Vakuumtechnologie auseinander zu setzen. Durch den Ausfall einer betagten vorhandenen Drehschieber-Vakuumpumpe im vergangenen Jahr musste er schnell Ersatz beschaffen. Von Busch AG erhielt er innerhalb

VERFAHRENSTECHNIK

Mink MV Klauen-Vakuumpumpe von Busch: Höchste Wirtschaftlichkeit, geringe Laufgeräusche und zuverlässiger Betrieb auf kleinstem Raum.

weniger Tage eine Mink MV 0312 B mit 290 Kubikmeter Saugvermögen pro Stunde und einem Enddruck von 150 Millibar, die an eine Tiefziehmaschine installiert wurde. Diese Vakuumpumpe beeindruckte swiss­ plast durch ihre konstante Leistung, das ruhige Laufgeräusch und nicht zuletzt durch ihre Zuverlässigkeit. Bereits im April 2016 wurde eine zweite Mink Klauen-Va-

kuumpumpe an einer weiteren Tiefziehmaschine installiert, die seitdem zur vollsten Zufriedenheit ohne Störungen in Betrieb ist. Die Wartung der beiden Vakuumpumpen beschränkt sich auf einen zweijährlichen Wechsel des Getriebeöls, so dass während der bisherigen Betriebszeiten noch keine Wartung durchgeführt werden musste. Durch die guten Erfahrungen mit der neuen Mink Klauen-Vakuumtechnologie denkt Roman Eberle darüber nach, grundsätzlich alle der zehn bis 15 Jahre alten Drehschieber-Vakuumpumpen auszutauschen und Mink Vakuumpumpen künftig auch zum Spannen der Formteile auf den CNC-Maschinen einzusetzen. Kontakt Busch AG Waldweg 22 4312 Magden Telefon +41 (0)61 845 90 90 info@buschag.ch www.buschvacuum.com

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COMPOSITES EUROPE 11. Europäische Fachmesse & Forum für Verbundwerkstoffe, Technologie und Anwendungen

Visions become reality.

29. Nov. – 1. Dez. 2016 Messe Düsseldorf www.composites-europe.com Organised by

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Partners

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WERKZEUG-/FORMENBAU

KUNSTSTOFF XTRA

Neuartiges Spritzgiess-Messwerkzeug

Kunststoffbauteile besser entformen Bei der Produktion optischer Kunststoffbauteile zählt das Entformen zu den anspruchsvolleren Schritten. Mehr Kenntnisse über die hier wirkenden Adhäsionskräfte helfen, die Entformung zu verbessern, was sich positiv auf die Möglichkeiten beim Produktdesign auswirken kann und Kosten senkt.

Fraunhofer-Wissenschaftler haben im Rahmen eines IGF-Forschungsvorhabens ein neuartiges Spritzgiess-Messwerkzeug entwickelt. Damit lassen sich Adhäsionskräfte quantifizieren sowie innovative antiadhäsive Beschichtungen und Formmasserezepturen analysieren. Hochwertige optische und mikrostrukturierte Bauteile aus Kunststoffen haben in den letzten Jahren in der Massenfertigung von Optiksystemen eine erhebliche Bedeutung erlangt. Dazu zählen zum Beispiel komplexe Linsensysteme für lichttechnische Anwendungen in der Automobilindustrie, Kameraoptiken bei Mobiltelefonen oder optische Bauteile in der Medizintechnik. Hergestellt werden solche Komponenten in erster Linie durch Spritzgiessen, Spritzprägen und Heissprägen oder verwandte Verfahren. Dabei steigen die Ansprüche an das Design und die Qualität der Bauteile immer mehr, gleichzeitig soll die Fertigung kostengünstig und prozesssicher sein. Bei der Fertigung dieser Formteile sind häufig hohe Massetemperaturen und lange Kontaktzeiten der Polymerschmelze mit der formgebenden Werkzeugoberfläche erforderlich. Der Nachteil: Die Klebeneigung und die Entformungskräfte sind hoch, was wiederum die Effizienz der Prozesse begrenzt, mögliche Produktdesigns einschränkt und zudem hohe Stückkosten verursacht. In begrenztem Umfang lässt sich die Entformbarkeit durch anwendungsspezifische Additivierungen der Kunststoff-Formmassen verbessern (interne Trennmittel). Ex¹ Anke Zeidler-Finsel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF.

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Grafik: Fraunhofer LBF

Anke Zeidler-Finsel¹

Auswerferkräfte beim Spritzgiessen mit unbeschichteten und antiadhäsiv beschichteten Form­ einsätzen.

terne Trennmittel, die zur Reduzierung von Haft- und Reibeffekten zyklisch auf die Werkzeugoberfläche aufgebracht werden, sind für die Herstellung hochwertiger Formteile zumeist ungeeignet, da sie zu einer Trübung oder Vergilbung der Komponenten führen können. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Verbesserung der Entformbarkeit optischer Kunststoffformteile konzentrieren sich daher auf die Bereitstellung von Werkzeugbeschichtungen mit guten antiadhäsiven Eigenschaften und hoher Verschleissbeständigkeit, um schadensfrei und reproduzierbar entformen zu können. Dabei verfolgen Forscher unterschiedliche Beschichtungsansätze, wie nasschemisch aufgebrachte Schichtsysteme oder PVD(Physical Vapor Deposition) und PACVD-Verfahren (Plasma Assisted Chemical Vapor Deposition). Aktuelle Untersuchungsergebnisse zu dieser Thematik sind im Abschlussbericht des IGF-Vorhabens

496ZN veröffentlicht, das mehrere Fraunhofer-Institute in Kooperation durchgeführt haben. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts hat das Fraunhofer LBF ein neuartiges Spritzgiess-Messwerkzeug entwickelt. Dabei handelt es sich um ein temperierbares 3-Platten-Werkzeug mit einer zentral positionierten Aufnahmeeinheit für auswechselbare Formeinsätze mit unterschied­ lichsten Oberflächenstrukturen und Beschichtungen. Die Formteilgeometrie gestalten die LBF-Wissenschaftler als ebene Scheibe. Sie wird mittig über einen konischen Kaltkanal angespritzt.

Spritzgiess-Messwerkzeug quantifiziert Adhäsionskräfte Das Spritzgiess-Messwerkzeug ist mit einem mehrstufigen, federnd gelagerten Abdrück- und Rückhaltesystem ausgestattet. Dieses System stellt beim Öffnen des 11/2016


CREATIVE POLYMERS

KUNSTSTOFF XTRA

Foto: Fraunhofer LBF

WERKZEUG-/FORMENBAU

Entformungskraftmessung am Fraunhofer LBF: Auswerferseite des Spritzgiesswerkzeugs mit Formteil.

Werkzeugs sicher, dass sich Formteil und Anguss vollständig von der Düsenseite lösen, ohne die Haftung auf der Auswerferseite zu beeinflussen. Das Entformen des Spritzlings erfolgt über eine zentrale Auswerfereinheit mit integrierter Kraftmessung. Dazu dient eine piezoelektrische Messunterlagsscheibe. Ein in den Auswerferplatten platzierter Wirbelstromsensor erfasst den Entformungshub. Somit kann für jeden Spritzzyklus ein Kraft-Zeitbeziehungsweise Kraft-Weg-Diagramm ermittelt werden. Damit können die Wissenschaftler den Entformungsvorgang und die dabei zu überwindenden Entformungskräfte detailliert quantitativ beurteilen. Druck- und Temperatursensoren dienen zur Überwachung der Prozessparameter.

Entformungskräfte praxisgerecht beurteilen Im Verlauf des Forschungsprojekts unternahmen die LBF-Wissenschaftler Spritzgiessversuche und Entformungskraftanalysen an unbeschichteten und beschichteten Werkzeugeinsätzen. Dabei variierten sie Verfahrensparameter wie Schmelze- und Werkzeugtemperaturen, Nachdruckhöhen beziehungsweise Nachdruckprofile und Verweilzeiten. Die Grafik zeigt beispielhaft den Einfluss der Nachdruckhöhe auf die Auswerfer- beziehungsweise Adhäsionskraft beim Entformen unterschiedlich beschichteter Formeinsätze. Mit dem neuen Spritzgiess-Messwerkzeug lassen sich die Entformungskräfte bei verschiedensten Prozessbedingungen praxisgerecht beurteilen. Daher ist es besonders interessant für die Hersteller von Maschinen- und Werkzeugkomponenten sowie die Entwickler antiadhäsiver Beschichtungssysteme und Formmassen. Kontakt Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF Bartningstrasse 47 D-64289 Darmstadt Telefon +49 (0)6151 705-0 info@lbf.fraunhofer.de www.lbf.fraunhofer.de 11/2016

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KUNSTSTOFF XTRA

NORMEN

Die Welt braucht Normen

Mehr als nur passende Steckdosen

Standards und Normen sorgen dafür, dass unterschiedlichste Systeme verlässlich und effizient zusammenwirken. Dies ist ein grosser Vorteil für Konstrukteure, aber auch für die Produzente der einzelnen Komponenten. Denn: Die Normung von vielfältig einsetzbaren Einzelteilen und Konstruktionskomponenten ermöglicht deren Serien- und Massenanfertigung, was unmittelbar eine Kostensenkung und somit konkurrenzfähige Produkte mit sich zieht. Dies auch zum Vorteil der Unternehmen, welche die genormten Teile im Maschinen- und Werkzeugbau zum Einsatz bringen und so die Herstellungskosten senken können – ein grosser Vorteil im Vergleich zu teuren Einzelanfertigungen.

Die Schweiz – eine einsame Insel? Rund 4,2 % aller weltweit definierten Normen gelten nur in der Schweiz, sind also mit der grossen weiten Welt nicht kompatibel. Davon sind fast die Hälfte im Strassen- und Verkehrswesen zu finden – also bei den Strassenschildern, der Stras­senmarkierung und rund ein Viertel im Bauwesen. Beides Bereiche, die zwar in unserem Land reibungslos funktionieren, dort wo es jedoch Schnittstellen gibt, zu Problemen führen. Man denke zum Beispiel an die Farbgebung der Autobahnschilder – in der Schweiz grün und im Ausland blau oder wie mühsam es sein kann, für eine alte Küche eine passende Geschirrwaschmaschine zu finden. Urs Fischer, Vizedirektor beim Schweizerischen Normenverband SNV, zeigte in seinem Referat, welche Branchenverbände sich in der Schweiz engagieren, um in 10

Bild: Hightech Zentrum Aargau

Stecker die passen, Kupplungsstücke die ineinander greifen, digitale Schnittstellen die funktionieren: Wenn Form, Grösse und Ausführung gleichartiger Produkte vereinheitlicht – genormt – werden, können sie einfach und ohne grossen Aufwand ausgetauscht werden. Wer bestimmt diese Normen und welche setzen sich in der aktuellen technologischen Entwicklung «Industrie 4.0» durch? Gibt es auch im Bereich «Open Source» Lösungen? Im Rahmen einer Veranstaltung im Hightech Zentrum Aargau wurden diese Fragen so weit wie im Moment möglich beantwortet.

v. l. : Bernhard Isenschmid (Hightech Zentrum Aargau), Marcel Bernet (Swiss Open Systems User Group), Mario Fürst (Mitglied der Strategic Advisory Groupe), Urs Fischer (Vizedirektor Schweizerischer Normenverband) und Simon Prion (Swisscom).

Zukunft im weltweiten Handel nicht benachteiligt zu sein. «Die Welt braucht Normen. Die Beziehungen in der Uhrenbranche, in der Elektrotechnik und in der Telekommunikation sind historisch, entsprechend der vergangenen Entwicklungen, gewachsen. Aber jetzt heisst es, konkret zusammen zu arbeiten. Der SNV hat kein Interesse, reine CH-Normen zu entwickeln, sondern wir möchten den KMU die Möglichkeit geben, sich im grossen Weltmarkt zu integrieren.»

Weltweite Zusammenarbeit Wie weltweite Normen entstehen weiss Mario Fürst. Er ist Mitglied der Strategic Advisory Group und in dieser Funktion nah am Geschehen. In den letzten Mona-

ten hat er sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und gemeinsam mit den gros­ sen Industriepartnern, u. a. aus China, Deutschland, Schweden und Amerika, wichtige Erkenntnisse gewonnen: «Wir haben uns einen Überblick über die bestehenden Normen verschafft, definiert wo Standards Sinn machen und so herausgefunden, in welchen Bereichen im Augenblick diese noch fehlen.» Aus sieben Modellen wurde das für aktuelle Entwicklungen best geeignete Modell eruiert. So wird die Advisory Group RAMI 4.0 dem technischen Management Board (TBM) der ISO ein Referenzarchitekturmodell vorschlagen, welches sicherstellt, dass alle Teilnehmer unter Industrie 4.0 dasselbe verstehen. Mario Fürst schloss sein Referat mit klaren Worten: «Das The11/2016


KUNSTSTOFF XTRA

ma kann nicht erfolgreich umgesetzt werden, wenn es nicht global geschieht.»

Frei verfügbar – Open Source Immer wieder taucht die Frage auf, ob es Sinn macht, open-Ansätze in Industrie 4.0 zu verfolgen. Marcel Bernet ist ehemaliger Präsident von «CH Open» / Swiss Open Systems User Group. Das ist ein Verein, dessen Zweck es ist, den Einsatz von offenen Systemen und Standards in der Schweiz durch geeignete Massnahmen zu fördern. «Es macht durchaus Sinn, Open Source in Industrie 4.0 zu verwenden. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Open Source die Verbreitung eines Standards fördern und / oder die Entwicklung eines Standards initialisieren kann», ist Bernet überzeugt.

NORMEN

tatur zuhaben, das wäre nicht nötig gewesen». Bernhard Isenschmid, Technologie- und Innovationsexperte im Hightech Zentrum Aargau, rät Unternehmerinnen und Unternehmern folgendes: «Mit der Empfehlung, das RAMI-Modell als Grundlage für die weiteren Arbeiten zu wählen, ist zumindest die Stossrichtung der Gremien bekannt. Die weiteren technischen Details werden nun in den kommenden Jahren erarbeitet. Inzwischen lohnt es sich – wie im Fall von Swisscom – sich eine alterna-

tive Lösung zurecht zu legen. Diese sollte einfach ausgetauscht werden können, falls sie nicht mit der Norm vereinbar ist oder sich der Markt anderweitig entwickelt.

Kontakt Hightech Zentrum Aargau AG Badenerstrasse 13 CH-5200 Brugg Telefon +41 (0)56 560 50 50 info@hightechzentrum.ch www.hightechzentrum.ch

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Intelligentes Parkieren Zum Abschluss referierte Simon Prior, Swisscom, zum Thema digitale Vernetzung. Damit Maschinen miteinander kommunizieren können braucht es passende Netzwerke – digitale Netzwerke, welche den neuen Bedürfnissen entsprechen. Anders als bei den leistungsstarken bestehenden Netzen – zum Beispiel für den Betrieb von Mobiltelefonen – werden im Bereich Internet of Things in der Regel nur kleine Datenmengen ausgetauscht. Mit dem Low Power Network LoRa deckt der Anbieter dieses Kundenbedürfnis ab. Grosse Pilotversuche in Zürich und Genf liefern bereits wichtige Erkenntnisse. Im Kleinen funktioniert es bereits sehr zufriedenstellend. Ein Beispiel: Dank einer neuen Anlage auf dem zentralen Parkplatz beim Schloss Lenzburg wird verhindert, dass die Quartierstrassen rund um das Schloss unnötig mit Autoverkehr belastet werden, denn: Ist der Parkplatz voll, so wird das dem Besucher früh genug angezeigt und er kann eine andere Lösung suchen. In der abschliessenden Podiumsdiskussion wurden viele Fragen gestellt und umgehend kompetent beantwortet. Normen und Standards, ein wichtiges und ernstes Thema – dennoch hat Urs Fischer vom SNV seinen Humor nicht verloren. «Das die Schweiz einzigartig ist wissen wir alle – jedoch weltweit eine einzigartige PC-Tas11/2016

Leistung überzeugt, BRS fasziniert! Mit unserer WSP Strategie nehmen wir erstmalig an der Swisstech teil… Sie finden uns in

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VERBAND

REACh-Veranstaltung, 29. November 2016 im KATZ

Ein aussergewöhnliches Seminar Seit vielen Jahren organisiert Swiss Plastics jährliche REACh*-Veranstaltungen, um seine Mitglieder über den neuesten Stand dieser so wichtigen Thematik zu orientieren und um Firmenmitarbeiter zu den möglichen Auswirkungen zu sensibilisieren. Im Laufe der Zeit hat der Wissensaustausch den Schwerpunkt immer wieder verlagert und so haben wir uns entschlossen, auch diesmal das Heft in die Hand zu nehmen.

Kurt Röschli 1 Das Engagement des Verbands bezüglich REACh bewirkt, dass wir auf Grund der behandelten Themen das Seminar auch entsprechend qualifizieren können, nämlich mit Produktsicherheit: Ihre Lösung zu 5 kritischen Themen: Verantwortung, Arbeitssicherheit, Risiko, lebensfähige Produkte, nachhaltige Märkte. Es geht dabei grundsätzlich um «Lebensfähige Produkte in nachhaltigen Märkten» («Viable Products in Sustainable Markets»). Mit dem immer grösser werdenden Druck auf besorgniserregende Additive sowie die zu erwartende einschneidende Verkleinerung des Produktangebotes nach der 3. REACh Registrierungsphase im Jahr 2018 wird «business as usual» in Frage gestellt sein. Dies umso mehr als die Kreislaufwirtschaft den «closed-loop» Ansatz einfordern wird, der wegen Additiven in Kunststoffen nur zum Teil angegangen und vollzogen werden kann. Dabei wird unter anderem die KVA als angepriesene Lösung für gemischte Kunststoffabfälle nicht mehr so ganz ins Konzept passen. Ausserdem wird Kunststoff – und insbesondere Verpackungskunststoff – verstärkt in den Fokus der öffentlichen Meinungsbildung treten, ganz einfach weil «zu viel» Kunststoff produziert wird, zu  Kurt Röschli, Co-Geschäftsführer Technik, Swiss Plastics. * REACh = Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals

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viel «verlorengeht» und die Frage nach der Persistenz immer lauter gestellt werden wird. Und so ist es an der Zeit, einige dieser Zusammenhänge aufzuzeigen, damit Geschäftsinhaber, sofern sie dazu bereit sind, ihre Produkte im Sinne dieses Nachhaltigkeitsansatzes durchleuchten und optimieren sowie entsprechend rechtzeitig innovieren können. Ein Produkte «Check-up» sozusagen, im Wissen darum, dass eine Neubewertung nicht von heute auf morgen erfolgen kann und wird, und dass in der Schweiz, wo sich Spitzentechnologien als die beste Überlebenschancen darbieten, diese Anforderungen besonders intensiv gestellt werden. In diesem Sinne haben wir für Sie folgendes Programm zusammengestellt: Grusswort Silvio Ponti, Präsident Swiss Plastics Einführung «Viable Plastic products in sustainable Markets» Claude Bastian, Swiss Plastics, erläutert die folgenden Beiträge im Kontext und zeigt den roten Faden auf. REACh/ ChemV «REACh/ ChemV Management für Stoffe und Produkte» Nic Werner, scienceindustries, wird über den neuen Stand der Gesetzgebung EU und CH berichten sowie deren möglichen Auswirkungen für Verarbeiter. REACh/ ChemV «REACh/ ChemV Kommunikation» Willy Zehnder, AVS Chemiesicherheit, wird über eine innovative Umsetzung bei der Kommunikation betreffend REACh und ChemV Verpflichtungen im Betrieb und mit den vor- sowie nachgeschalteten Zulieferern bzw. Abnehmern berichten. Ein Augenmerk liegt auf dem IT-Tool-Angebot in seiner heutigen Vielfältigkeit und Nützlichkeit.

Beispiel PVC «Additive in PVC Bauprodukten» Norbert Helminiak, PVCH, hat sich intensiv mit dieser Thematik befasst und seine Erkenntnisse in einem Artikel des PVCH Jahresberichtes 2015 zusammengefasst. PVC(H) hat hier eine gewisse Vorreiterrolle gespielt, um die Hürden der Additive zu umschiffen und Innovationen bzw. Opportunitäten ins Spiel zu bringen. Diese Erkenntnisse sollen als «Lehrbeispiel» dienen, um aufzuzeigen, wie aus Risiken eben auch Chancen entstehen! Chancen Management «Risk & Opportunity Management» Claude Bastian wird den Faden des Vorredners aufnehmen und vertieft auf das Thema Risiko- und Chancen-Management eingehen. Es soll auf bewährte Methodik zurückgegriffen werden, die an dieser Stelle in vereinfachter Form aufgezeigt werden kann (Swiss Plastics hat vor einigen Jahren zwei Risiko-Management Seminare durchgeführt). Recycling «Kreislaufwirtschaft angepasst» Rüdiger Baunemann, PlasticsEurope, bringt beste Voraussetzungen mit, um über die Anforderungen eines «Closed-Loop» Recyclings im Rahmen der Kreislaufwirtschaft zu berichten. Im Wissen um die Problematik der Additive, die ein potenzielles Hindernis darstellen können. Dazu wird sich jeder Unternehmer «nachhaltige» Gedanken machen müssen, möchte er verhindern, dass es schon bald einmal eng wird, wenn zu wenig Innovation in diese Richtung erfolgt. Schlusswort: Silvio Ponti Kontakt Swiss Plastics, Kurt Röschli Schachenallee 29C, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 834 00 67 k.roeschli@swiss-plastics.ch www.swiss-plastics.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

COMPOSITES

Messedoppel Aluminium und Composites Europe

Multimaterial-Leichtbau im Trend Ob Automobilbau, Luft- und Raumfahrt oder Bausektor – die Entwicklung von leichten Materialsystemen wird künftig stärker über einzelne Werkstoffgruppen hinausgehen. Den Trend zu modernen Multimaterialsystemen spiegelt das neue Lightweight Technologies Forum im Rahmen der Messen Aluminium und Composites Europe vom 29.11. bis 1.12. 2016 in Düsseldorf wider. Das kombinierte Ausstellungs- und Vortragsforum wird zur materialübergreifenden Schnittstelle von Metall- und Faserverbund-Technologien in Strukturbauteilen.

In anwendungsorientierten Themenblöcken referieren Experten aus der Praxis zu aktuellen Fragestellungen rund um Materialverbünde in den Bereichen Automotive, Luft- & Raumfahrt und Architektur. Zudem stehen branchenübergreifende Themenblöcke zur Fertigungs- und Produktionstechnik auf dem Programm, wie z.B. das Fügen und Verbinden von unterschiedlichen Materialien. Als Themenpartner konnte Veranstalter Reed Exhibitions die führenden Leichtbau-Verbände, -Institute und -Cluster gewinnen, darunter die VDMA Arbeitsgemeinschaft Hybride Leichtbau Technologien, das CFK Valley Stade, die AVK, das AZL – Aachener Zentrum für Integrativen Leichtbau sowie das Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) der RWTH Aachen, das Netzwerk Kunststoffland NRW und das Cluster NanoMi­kroWerkstoffePhotonik NRW. 0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf Im begleitenden Ausstellungsbereich des Lightweight Technologies Forum zeigen ausgewählte Unternehmen ihre Lösungen 1 für0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf den Multimaterial-Leichtbau.

Leichtbau-Messeduo Mit faserverstärkten Kunststoffen, Aluminium und Magnesium wird Düsseldorf 0_IR_Ins_1-3q_183x85_fbg_Rohstoffland.pdf

vom 29. November bis zum 1. Dezember 2016 der grösste Messemarktplatz für die Leichtbau-Herausforderungen in Automobilbau, Luftfahrt, Maschinenbau, Sportund Freizeitindustrie, Windenergie und dem Bausektor. Die Aluminium und Composites Europe sind ein erfolgreiches Messeduo, das zusammen rund 1300 Aussteller und 35 000 Experten aus Industrie, Forschung und Entwicklung erwartet. Beide Messen zeigen neue, zukunftsweisende Lösungen für mehr Effizienz in Produktion und Verarbeitung von Aluminium bzw. Verbundwerkstoffen – vom Rohmaterial über Halbzeuge bis zu fertigen Produkten aus den Anwendungsindustrien. Auf der Composites Europe zeigt sich die Wirtschaftsvereinigung Composites Germany erstmals im Rahmen eines Gemein1 11.10.12 11:06 schaftsstandes. Zu dessen Ausstellern gehören unter anderem KraussMaffei Technologies, Dassault Systems Deutsch11.10.12 11:06 land, Siemens, Olin Epoxy Stade, das Institut für Verbundwerkstoffe und das Leichtbauzentrum Sachsen. Insgesamt werden zur Composites Europe 350 Aussteller aus 20 Nationen erwartet. Im Mittelpunkt der Messe stehen Technologien und Trends 1 11.10.12 11:06

aus den Bereichen Glas-, Kohle- und Biofaserverstärkter Kunststoffe.

Messeauftakt: 2nd International Composites Congress ICC Unter dem Motto «Composites – On the path to become a key industry» präsentieren anlässlich des 2. ICC am 28. und 29. November über 30 internationale Referenten die aktuellsten Trends und Entwicklungen im Industriesegment Faserverbundwerkstof fe / Composites. Neue Anwendungen und Technologien sowie ein umfassender Überblick über Marktentwicklungen in Europa und weltweit zeigen auf, dass Composites für den Leichtbau eine immer bedeutendere Rolle spielen.

Kontakt Reed Exhibitions Deutschland GmbH Völklinger Strasse 4 D-40219 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 90191-0 www.composites-europe.com

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COMPOSITES

Hybrider Leichtbau als Weg zur optimalen Bauteilgestaltung

Der richtige Werkstoff an der richtigen Stelle

Die Autoindustrie steht unter enormem Druck. Sie muss es schaffen, die Abgase der Fahrzeuge drastisch zu reduzieren, um die von der EU vorgeschriebenen niedrigen CO2-Grenzwerte zu erreichen. Diese Emissionsverringerung wird neben effizienteren Antrieben in erster Linie durch eine Verringerung des Gewichts erreicht. Leichtbau ist deshalb in dieser Branche das Gebot der Stunde. Der Zwang zu leichteren Karossen hat dazu geführt, dass die Entwicklung von Faserverbundwerkstoffen, hauptsächlich von carbonfaserverstärkten Kunststoffen (CFK), in den letzten Jahren rasant und sehr erfolgreich vorangetrieben wurde. Mit dem i3 von BMW gibt es mittlerweile ein Auto, dessen Karosse komplett aus CFK gebaut ist. Ähnlich dem Audi A8, dessen Karosse nahezu zu hundert Prozent aus Aluminium besteht, ist es ein Beispiel, das zeigt, was technisch machbar ist. Dennoch werden künftig nicht alle Autos aus CFK bestehen, ebenso wenig, wie der A8 den Werkstoff Stahl verbannt hat. Die Erfahrung bei früheren Entwicklungen spricht dafür, dass es künftig eine sinnvolle Mischung von Werkstoffen wie CFK, Kunststoff, Stahl, Aluminium oder Magnesium geben wird. Hybrider Leichtbau wird die Zukunft im Auto bestimmen. Diese Entwicklungen werden auch anderen Branchen zugutekommen, etwa der Luftfahrtindustrie oder der Elektrotechnik. «Es wird einen zunehmenden Wettbewerb der Materialien und Materialverbindungen geben, aber ich sehe keinen Verdrängungswettbewerb», sagt Marc Kirchhoff vom Branchenmanagement Leichtbau und Elektromobilität bei der Trumpf Laser- und Systemtechnik GmbH. Er verweist darauf, dass die Stahlbranche nach Entwicklung des Audi A8 ihrerseits nach Leichtbaulösungen 14

Bild: BMW Group

Leichtbau ist ein zentrales Thema auf der Composites Europe. Im Vordergrund stehen hier hybride Leichtbaulösungen aus einem intelligenten Mix unterschiedlicher Materialien. Der folgende Überblick konzentriert sich auf den hybriden Leichtbau, wo es vorrangig um die sinnvolle Kombination von Composites mit Aluminium, Stahl und anderen Werkstoffen geht.

Die Karrosserie des i3 von BMW ist komplett aus CFK gebaut.

gesucht hat. Ein Ergebnis waren die sogenannten Tailored Blanks, massgeschneiderte Bleche unterschiedlicher Form, Dicke und Festigkeit, die heute in den Autos standardmässig verwendet werden. Auch die Entwicklung hochfester Stähle ist eine Konsequenz aus dem Wettbewerb der Materialien. Kirchhoff rechnet damit, dass sich diese Entwicklung jetzt, wo die Kunststoffe und die hybriden Bauteile ins Rennen kommen, wiederholen wird. «Die Stahlhersteller werden versuchen, noch festere Stähle zu entwickeln, die Aluminiumhersteller machen es ähnlich. Durch den Wettbewerb der verschiedenen Werkstoffe schaukeln sich alle nach oben. Bislang ist noch keine Technologie hinten heruntergefallen», ist Kirchhoff überzeugt.

Paradebeispiel B-Säule Die B-Säule muss als seitliche Verbindung zwischen Fahrzeugboden und -dach hochbelastbar sein und aus Sicherheitsgründen

sehr hohen Crash-Anforderungen genügen. Derzeit wird dieses anspruchsvolle Bauteil noch in den meisten Autos aus einem relativ dicken Stahl hergestellt. Aber die Werkstoffkonkurrenz holt auf. «Ich kann mir gut vorstellen, dass die B-Säule in Zukunft auch mit carbonfaserverstärktem Kunststoff realisiert wird. Der grosse Vorteil von Carbonfasern ist ja neben der hohen Steifigkeit zum Gewicht auch eine hohe Energieabsorption im Falle eines Aufpralls», sagt Nicolas Beyl, Geschäftsführer Reaktionstechnik bei der KraussMaffei Technologies GmbH. Die Sicherheit für die Autoinsassen zu erhöhen, ist schon immer ein grosses Ziel der Konstrukteure gewesen. Nun stehen ihnen verschiedene Möglichkeiten der Realisierung offen. «Es laufen Entwicklungen, die Materialien entsprechend der Belastungen im Verlauf der B-Säule auszuwählen. So kommen hier Kombinationen von Stahl, hochfesten Stählen und Kunststoffen zum Einsatz. Eine solche B-Säule bie11/2016


KUNSTSTOFF XTRA

Herausforderung Verbindungstechnologie Schlüssel des künftigen Material-Mixes ist die Verbindungstechnik. Für Bauteile aus demselben Material gibt es schon lange etablierte Fügemethoden. Stahlbleche werden beispielsweise klassischerweise miteinander verschweisst. Unterschiedliche Werkstoffe lassen sich aber auf herkömmliche Art nicht miteinander verbinden. Auch deshalb ist die Fahrgastzelle des BMW i3 vollständig aus CFK. Man hat erst einmal genug damit zu tun, diesen neuen Werkstoff in einem serienreifen Produkt zu verwenden und spart sich zunächst einmal, Antworten auf die offenen Fragen der Verbindung mit anderen Werkstoffen zu finden. Einen Faserverbund kann man nämlich nicht mit einer Blechstruktur verschweissen. Deshalb werden Verfahren entwickelt, mit denen sie verklebt, vernietet oder verschraubt werden können. Eines der Werkzeuge für hybride Verbindungen ist der Laser. «Damit hat man viele Möglichkeiten, die unterschiedlichen Materialien zu prozessieren, also zu schneiden, zu strukturieren und vieles mehr», sagt Kirchhoff von Trumpf. Die Verbindungstechnik ist auch eines der zentralen Themen, die in der Arbeitsgemeinschaft 11/2016

Bild: Audi AG

tet die höchste Sicherheit und ist gleichzeitig deutlich leichter als eine reine Stahlkonstruktion», erläutert Kirchhoff. Die prominente B-Säule steht damit exemplarisch für eine Entwicklung, die sich überall im Fahrzeug abzeichnet. In Zukunft wird in jedem Anwendungsfall geprüft, welches Material dafür am besten in Frage kommt: CFK, glasfaserverstärkte Kunststoffe, Aluminium oder Stahl. Wieder eine Parallele zum Audi A8 aus den 1990-er Jahren: Die Vollaluminium-Karosserie hat sich tatsächlich nicht in allen Fahrzeugklassen durchgesetzt. Aber sie hat bewirkt, dass immer mehr Teile im Auto – Motorhauben, Kotflügel, teilweise auch Türbleche – in Aluminium realisiert werden. Ähnlich wird auch der BMW i3 für einen stärkeren Einzug von Faserverbundwerkstoffen im Auto sorgen. «Es werden sich Bereiche im Auto etablieren, wo die faserverstärkten Kunststoffe dominant sind, andere Bereiche, wo eher Aluminium oder Stahl dominant sein werden», sagt Beyl.

COMPOSITES

Audi hingegen hat bei der Karosserie des A8 fast ausschliesslich auf Aluminium gesetzt.

Hybride Leichtbau Technologien des VDMA besprochen werden. Diese Plattform erleichtert den Erfahrungsaustausch und eine bessere Verzahnung zwischen Endanwendern, Zulieferern und Maschinenbau. Ziel ist es, für den Material-Mix des hybriden Leichtbaus einen Technologiemix in der Fügetechnik zu entwickeln. «Dadurch, dass wir in der Arbeitsgemeinschaft das ganze Spektrum abbilden, erkennt man die Anforderungen des Marktes besser. Es geht schliesslich darum, ohne Scheuklappen am Ende das Beste herauszuziehen», sagt Peter Egger, Leiter des Technologiezentrums für Leichtbau-Composites beim Spritzgiessmaschinenbauer Engel Austria und Vorstandsvorsitzender der neuen Arbeitsgemeinschaft.

Material-Mix bestimmt das Auto der Zukunft Der Pressenhersteller Schuler hat als Spezialist in der Umformtechnik einen guten Überblick, welche Materialien im Fahrzeugbau im Kommen sind. «Wir sehen, dass gerade der Bereich Warmumformung unglaublich stark zulegt. Es gibt mittlerweile über 300 Anlagen weltweit. Die Wachstumstendenz ist ungebrochen. Die Composites sind dagegen noch eine kleine Pflanze, aber auch sie wächst. Wir sehen, dass sich inzwischen alle Autofirmen damit beschäftigen», sagt Lothar Gräbener, Direktor Vertrieb, Division Hydraulik, Blechumformung/Leichtbau bei Schuler. «Wir glauben, dass immer mehr Multi-Material-Fahrzeuge entstehen werden im Au-

tomobilsektor», sagt Gräbener. Neue, hochfeste Stahlsorten werden verbaut, Aluminium und Magnesium auch. Dazu kommen die reinen Kunststoffe und die Verbundstoffe. «Hier gibt es auch viele neue Entwicklungen. Neben Carbon- und Glasfasern werden auch schon Naturfasern wie Raps eingesetzt. Es gibt immer einen Wettlauf der Werkstoffe», sagt der Pressenfachmann. An Leichtbau geht für die Autoindustrie kein Weg vorbei. Nicht nur muss sie die politischen Vorgaben der Emissionsverringerung erfüllen. Leichtbau ist auch bei der Entwicklung von Elektroautos unverzichtbar, weil man das grosse Gewicht der Batterien durch Gewichtseinsparungen an anderer Stelle kompensieren muss. «Wir werden deshalb immer mehr Leichtbauanwendungen sehen. Das muss nicht nur Faserverbund sein, dass können auch Leichtmetallstrukturen sein. Ich glaube, dass diejenigen Mischstrukturen ihre Zukunft haben, die auf dem richtigen Weg sind, so etwas auch kostengünstig umsetzen zu können», sagt Matthias Graf, Leiter Technologie und Geschäftsentwicklung – Business Unit Composites bei der Dieffenbacher GmbH. Kontakt VDMA Hybride Leichtbau Technologien Dr. Walter Begemann Lyoner Strasse 18 D-60528 Frankfurt/Main Telefon + 49 (0)69 6603 1932 walter.begemann@vdma.org http://lightweight.vdma.org  n 15


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COMPOSITES

Sanierung anstatt Abriss

Fitnesskur für betagte Brücken

Bilder: Empa / Keystone

Immer mehr Stahlbrücken müssen wegen Ermüdungserscheinungen ersetzt oder repariert werden. Forscher der Empa verstärken die tragenden Elemente mit vorgespannten, faserverstärkten Kunststofflamellen und bieten damit eine günstige Alternative zum Brückenneubau. Die patentierte Methode wurde an der 120 Jahre alten Münchensteinbrücke eingesetzt.

len. Die Lamellen dürfen auch nicht festgeschraubt werden, denn an historischen Bauten dürfen häufig keine irreversiblen baulichen Veränderungen vorgenommen werden.

Tragende Elemente werden verstärkt

Die 120 Jahre alte Münchensteinbrücke wurde einer Fitnesskur unterzogen, anstatt sie neu zu bauen.

Martina Peter 1 In Europa sind fast 70 Prozent der Metallbrücken mehr als 50 Jahre alt, 30 Prozent leisten gar seit über einem Jahrhundert ihren Dienst. Viele sind sanierungsbedürftig. Dabei sind es nicht unbedingt Risse oder sichtbare Schäden, die Sorge bereiten, sondern ermüdetes Material, das die Lasten nicht mehr trägt und so zum Sicherheitsrisiko wird. Grund dafür: Die Brückenkonstrukteure des 19. Jahrhunderts gingen von einem Bruchteil der Belastung aus, welchem die Brücken heute ausgesetzt sind. Die Fahrzeuge sind heute deutlich schwerer und befahren die Brücken häufiger und schneller als früher. Die Folge: Manche Brücken können nur noch einMartina Peter, Abteilung Kommunikation, Empa, Dübendorf.

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spurig befahren oder müssen ganz gesperrt werden. Der Verkehrskollaps droht. Entgegen dem allgemeinen Trend, in die Jahre gekommene Produkte einfach wegzuwerfen und durch neue zu ersetzen, werden heutzutage immer mehr Brücken repariert. Dabei kommt für Metallbrücken eine für die Sanierung von Betonbrücken bereits etablierte Lösung zum Einsatz: Sehr leichte, vorgespannte Bänder aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) werden wie Heftpflaster «aufgeklebt». Ermüdungsrisse wachsen so nicht mehr weiter beziehungsweise entstehen gar nicht erst. Allerdings hält der Kleber auf korrodierten Metalloberflächen oder auf den unebenen Schichten des über die Jahre hinweg mehrfach aufgetragenen Korrosionsschutzes erheblich schlechter als auf Betonoberflächen. Zudem verhindern Nieten oft ein Festkleben der Lamel-

So auch an der über 120 Jahre alten Münchensteinbrücke im Kanton Baselland. Trotzdem fanden Forscher der Empa-Abteilung «Ingenieur-Strukturen» eine Patentlösung. Zusammen mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) und der S&P Clever Reinforcement AG entwickelten sie in einem KTI-Projekt eine neuartige Methode, um zu zeigen, wie tragende Elemente der 45 Meter langen Stahlbrücke mit vorgespannten CFK-Lamellen verstärkt werden können. An den zwei am meisten zur Ermüdung neigenden Trägern wurde das neue trapezförmige «Verstärkungssystem durch Vorspannung ohne Verbund» (prestressed unbonded reinforcement, PUR) angebracht. Die vorgespannten CFK-Lamellen werden dazu an den Enden der querliegenden Brückenträger festgeklemmt. In der Mitte des Trägers sorgen Sättel dafür, dass die Bänder nach unten gedrückt werden, bis sie optimal gespannt sind. Darauf werden an diesen Stellen zwei Säulenplatten v-förmig eingefügt und der Sattel kann wieder entfernt werden. Sind in Zukunft höhere Belastungen zu erwarten, so kann das trapezförmige System nachgespannt werden, indem höhere Säulenplatten verwendet werden. Zudem liesse es sich auch pro­ blemlos wieder demontieren. Dass die Verstärkung an den zwei Trägern der Münchensteinbrücke leistungsfähig ist, hat ein drahtloses Sensornetzwerk über Monate 11/2016


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COMPOSITES

hinweg aufgezeichnet und nachgewiesen. Mit dem PUR-System steht den Betreibern nun eine im Vergleich zu einem Brückenersatz kostengünstige, rasch umzusetzende und innovative Lösung zur Verfügung. Altersschäden können derart reduziert werden, dass die Ermüdung theoretisch bis zum Sankt Nimmerleinstag hinausgeschoben werden kann. Projektleiter Masoud Motavalli relativiert das zwar für die Praxis, ist aber überzeugt: «Eine mit dieser

V-förmige Halterungen fixieren die Lamellen und halten sie unter Spannung. Mit dem System lässt sich die Lebensdauer einer Brücke um 50 Jahre verlängern.

Methode gänzlich verstärkte Brücke hält bestimmt die nächsten 50 Jahre. Und bis dann haben wir sicher neue Methoden entwickelt, um alternde Brücken zu sanieren.» Die Münchensteinbrücke: eine alte Bekannte der Empa Die gusseiserne Vorgängerin der heutigen Münchensteinbrücke stürzte 1891 ein, als ein Dampfzug mit zehn Wagons sie befuhr. 71 Menschen fanden dabei den Tod. Die Untersuchung, weshalb die von Gustav Eiffel 1875 konstruierte Metallbrücke nach nur 16 Jahren einstürzte, übernahm die neu gegründete Empa. Ihr erster Direktor, Ludwig von Tetmajer, fand heraus, dass die bis dahin zur Berechnung solcher Bauwerke benutzte Eulersche Knickformel für gedrungene Träger (wie in Münchenstein verwendet) einer Korrektur bedurfte.

Schräge Risse und ein flaches PUR-System Bereits gibt es zwei Anschlussprojekte. Eines ist ebenfalls in der Schweiz und wird unterstützt vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF); Projektpartner ist die EPF Lausanne. Bei diesem Projekt werden schräge und kombinierte Risse ins Visier genommen. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie man auch diese am Wachsen hindern oder gar ihr Entstehen verhindern kann. Das andere läuft in Australien: Im vom Australischen Forschungsrat finanzierten und von Xiao-Ling Zhao von der Monash University geleiteten Projekt steht die Ver-

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stärkung von genieteten Metallbrücken im Zentrum. Partner sind die Swinbourne University, die S&P Clever Reinforcement AG sowie VicRoads, die Verkehrsbehörde des australischen Gliedstaates Victoria. Ziel ist es, ein flaches PUR-System zu entwickeln, das auch an Trägern eingesetzt werden kann, die nicht genügend Raum bieten für das patentierte trapezartige PUR-System. Zum Projektabschluss soll 2017 die 1889 erbaute «Chandler Bridge» in Melbourne mit dem neuen, von der Empa entwickelten System verstärkt werden.

Kontakt Empa, Swiss Federal Laboratories for Materials Science and Technology Überlandstrasse 129 CH-8600 Dübendorf Telefon +41 (0)58 765 47 33 redaktion@empa.ch www.empa.ch n

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LEICHTBAU

Leichtbauaktivitäten im Spiegel des globalen Wettbewerbs

Der Blick über den Tellerrand Deutschland ist Impulsgeber für Leichtbautechnologien und hybride Materialkonzepte im Automobilbau. Mit erheblichen Investitionen wird global ein massiver Wettbewerb aufgebaut. Um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, ist der Blick über den Tellerrand notwendig. Der Weg dorthin führt über Wissenstransfer und handfeste Kooperationen zwischen deutschen und internationalen Partnern. Was zu tun ist, wie Nachwuchs- und Technologieförderung in die Köpfe kommen und intern Veränderungen angestossen werden können, darüber diskutierten Experten beim 6. VDI-Leichtbaukongress am 5. und 6. Juli 2016 in Bremen.

Der Automobilmarkt ist in Bewegung. Aktuell tauchen in den USA Namen auf wie Tesla, Google sowie zahlreiche Startups, die den Automobilmarkt beleben. Insbesondere im Bereich der E-Mobilität tut sich viel: in China, Japan, Korea und in den USA. Die US-Regierung startete im Jahr 2012 grosse Förderprogramme für Technologieentwicklungen im Bereich Leichtbau. Sie geben ein rasantes Tempo vor. Aber nicht nur dort. Auch in China beispielsweise ist die Zahl der C-Faser-Lieferanten in kurzer Zeit auf 64 gestiegen. Deutsche Institute und Universitäten schliessen fokussiert Kooperationen und Projektverträge mit Universitäten in Asien und Osteuropa ab. Folgende Fragen drängen sich bei näherer Betrachtung auf: Ist die Bereitschaft der deutschen Industrie und Politik gesunken, im eigenen Land Technologien und Forschungsprojekte zu fördern? Wie gross ist die Bereitschaft, über den Tellerrand zu schauen und von anderen Playern bzw. Ländern zu lernen? Wird es Deutschland gelingen, die lange Zeit beschworene Technologievorherrschaft insbesondere im Automobilbau zu halten? Was ist zu tun, um den Automobilstandort Deutschland attraktiv und innovativ zu halten? Diesen Fragen gingen auf einer Panel-Diskussion zum Thema «Inside out – Outside View for Insight – Wettbewerb der Konti-

nente: Durchbruch oder Stagnation?» Experten der Leichtbau-Community nach. Die Runde moderierten Heinrich Timm, langjähriger Leiter des Audi Leichtbauzen­ t­rums, Inhaber zahlreicher Patente und Vorstandsmitglied des Carbon Composites e.V. (CCeV), und Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Leichtbau BW, einer Agentur zur Technologieförderung des Landes Baden-Württemberg.

Wende den Blick nach aus­sen, um richtige Schlüsse und Strategien zu entwickeln «Von der US-amerikanischen Industrie lässt sich lernen. Man arbeitet schnell, flexibel und weniger starr oder bürokratisch», ist Prof. Dr. Volker Schindler von der TU Berlin überzeugt. «Die Frage ist, ob die europäischen OEMs ausreichend strategisch darauf reagieren. Hier ist noch einiges zu tun», äussert sich der langjährige Leiter des Fachgebiets Kraftfahrzeuge. Auch der Blick nach China und Asien zeigt, wie Ideen durch Startups wie Pilze aus dem Boden schiessen. Haben die deutschen OEMs eine Chance, bei diesem Tempo mitzuhalten? Was ist mit E-Fahrzeugen in modernster Leichtbautechnologie? Prof. Dr. Klaus Drechsler von der TU München, CFK- und Luftfahrtexperte, sieht für deutsche Universitäten in internationa-

len Kooperationen eine grosse Chance, um den Anschluss an diese Entwicklungen zu behalten. Gleichwohl bergen sie Risiken. «Wissenstransfer und -abzug von jungen Talenten bzw. Ideen müssen in beide Richtungen wohl überlegt und strategisch im Blick behalten werden», warnt Drechsler.

Produkt- und Produktionsstrategie aufeinander abstimmen «Neue Technologien müssen zukünftig global verfügbar sein. Die steigende Komplexität durch weltweite Produktion, Variantenbildung und alternative Antriebe erfordert eine effiziente Vorgehensweise und schnelle Standardisierung bei der Einführung neuer Technologien», ist Dr. KarlHeinz Füller von Daimler als Vertretung für Peter Froeschle, Forschungsfabrik Arena 2036, überzeugt. «Bei den Leichtbautechnologien spielt dabei immer mehr die Wirtschaftlichkeit und Fa­ brikintegration eine entscheidende Rolle. Schliesslich muss sich die Wirksamkeit jeder Leichtbaumassnahme gegenüber anderen Technologien im Fahrzeugbau behaupten. Den Vorzug für eine bestimmte Materialklasse gibt es dabei nicht. Alle Materialien stehen im Wettbewerb und werden für jedes Produkt auf Basis einer Gesamtbewertung ausgewählt. Deshalb wird in der Arena

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11/2016 DIE EINHEIT FÜR ERFOLG


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2036 auch der Hybride Leichtbau in Verbindung mit neuen Produktionskonzepten verfolgt», meint Füller. Für Dr. Andreas Hennings von Nemak stellt sich stets die Frage: «Sind OEM-Partner auch bereit, sich auf neue Technologien einzulassen?» Hennings sieht nicht nur die OEMs in einer «Bringschuld», sondern fordert insgesamt, die Hausaufgaben in den Unternehmen zu machen. «Talententwicklung, kontinuierliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie nachhaltiges Wachstum sind unerlässlich, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.» Die Einführung modularer Plattform-Strategien im VW-Konzern hat zu erheblichen wirtschaftlichen Vorteilen geführt. Allerdings wurde darin auch lange Zeit eine grosse Hürde gesehen. Flexibel auf neue Technologien zu reagieren ist schwierig. Audi hat es verstanden, dieses Dilemma zu lösen. «Wir haben die Chance genutzt, um gleichzeitig in die Weiterentwicklung von hybriden Mischbauweisen neben Funktions-, Fertigungs-, und Leichtbaupotenzialen zu investieren», sagt Werner Holl, Leiter Karosseriekonzepte und Leichtbautechnologien bei Audi.

Veränderungen sind notwendig und erfordern mutiges Handeln Die Panel-Teilnehmer sind allesamt davon überzeugt, dass der Automobilstandort Deutschland auf der Hut sein sollte. Prof. Schindler wünscht, sich mehr von der amerikanischen Innovationsdynamik anstecken zu lassen. Erfinder wie Elon Musk faszinieren. Prof. Drechsler sieht bei der Materialentwicklung der CFK-Composites noch reichlich Potenzial. «Wenn die deutschen OEMs hier nicht am Ball bleiben, ähnlich wie die Luftfahrt, und offen sind für Kooperationen mit beispielsweise asiatischen Partnern, wird es eng», meint Drechsler.

LEICHTBAU

«Die E-Mobilität und das autonome Fahren werden den deutschen und europäischen Automobilmarkt und damit den zukünftigen Technologiebedarf in den nächsten Jahren nachhaltig verändern», resümiert Dr. Füller. Es bleibt spannend, welche neuen Player sich am Markt etablieren werden. Leichtbau wird hier zum herausfordernden Widerspruch. «Leider werden beide Trends zusätzliche Masse in die Fahrzeuge bringen und die Tragfähigkeit etlicher Bauteile, wie z.B. die Reifentraglast, an ihre Grenzen führen. Für eine nachhaltige Mobilität bleibt der Leichtbaubedarf trotz oft gegenteilig diskutierter Meinungen von grösster Bedeutung», argumentiert Holl.

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Ein tiefgreifender Kulturwandel ist angesagt Als Fazit halten Heinrich Timm und Dr. Wolfgang Seeliger fest: Statt «Angst vor Risiken mit Neuem», muss dringend «Mut und Verantwortung zur Realisierung der Chancen mit Neuem» in die Köpfe des Managements deutscher Konzerne. Wer den globalen Wettbewerb fest im Blick behält und daraus resultierende notwendige strategische Veränderungen entwickelt, kann Technologieführerschaft erlangen und behalten. Materialkonzerne, die im Wettbewerb der Technologien aufgeschlossen handeln, sind Mitgestalter der Zukunft. Die Voraussetzungen für den Erfolg sind: Verantwortung, Intelligenz und Mut. «Der Mut zu Veränderungen sollte uns mit Begeisterung treiben», sind die beiden Moderatoren überzeugt.

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Hybride Füllstoffsysteme

Compoundierung wärmeleitender Kunststoffe Für technisch relevante Wärmeleitfähigkeiten in Kunststoffen werden hohe Füllstoffanteile benötigt, was zu hohen Materialkosten führt. Der Einsatz von hybriden Füllstoffsystemen ermöglicht hierbei eine gesteigerte Wärmeleitfähigkeit bei reduzierten Materialkosten.

Wärmeleitfähige Kunststoffe können Wärme beispielsweise in der LED-Lichttechnik oder in der Elektronik effektiv auf engsten Raum abführen. Um einen thermisch leitfähigen Kunststoff zu erhalten, werden Kunststoffe mit metallischen, kohlenstoffbasierten oder keramischen Füllstoffen gefüllt. Aus der Verwendung von keramischen Füllstoffen resultiert ein elektrisch isolierender Kunststoff, welcher zusätzlich korrosionsbeständig ist. Nachteilig ist jedoch, dass hohe Füllstoffgehalte benötigt werden, um technisch relevante Wärme­ leit­fähigkeiten zu erzielen [1]. Dies führt zu einer sehr anspruchsvollen Verarbeitung im Spritzgiessen, denn mit steigendem Füllstoffgehalt steigt die Schmelzeviskosität [2]. Zusätzlich erstarrt die Kunststoffschmelze aufgrund der Wärme­leit­fähigkeit schnell an der Werkzeugoberfläche, sodass nur kurze Fliessweglängen auch bei hohen Einspritzdrücken erzielt werden. Zudem zeichnen sich hochgefüllte Kunststoffe in der Regel durch eine hohe Steifigkeit, geringe Bruchdehnung und geringe Schlagzähigkeit aus [3]. Des Weiteren führen hohe Füllstoffgehalte in diesem Anwendungsbereich zu stark steigenden Materialpreisen, weil viele thermisch leitfähige Füllstoffe hohe Materialkosten aufweisen. Somit sind die Eigenschaften eines thermisch leitfähigen Composites immer ein Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann, geb. 1968, ist Inhaber des Lehrstuhls für Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen und Leiter des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV). 2 Maximilian Adamy, M.Sc., geb. 1987, ist seit 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IKV und leitet die Arbeitsgruppe der Aufbereitung. 1

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Bilder: IKV

Prof. Dr.-Ing. Christian Hopmann1, Maximilian Adamy, M.Sc. 2

Bild 1: Einfluss elektrisch isolierender Füllstoffe auf die Wärmeleitfähigkeit.

Kompromiss zwischen Wärmeleitfähigkeit, mechanischen Eigenschaften, Verarbeitbarkeit und Preis. Vor diesem Hintergrund zeigt diese Untersuchung, welche Wärmeleitfähigkeit beim Einsatz von elektrisch isolierenden Füllstoffen erzielt wird und welcher Kompromiss in der Mechanik und im Fliessverhalten eingegangen werden muss. Ausserdem wird aufgezeigt, wie eine Füllstoffkombination eine gesteigerte Wärmeleitfähigkeit bei reduziertem Materialpreis ermöglicht.

Herstellung, Weiterver­ arbeitung und Analyse der hergestellten Compounds Für die Untersuchung werden thermisch leitfähige Komposite mit unterschiedlichem Füllstoffverhältnissen und Füllstoffgehalten auf einem Doppelschneckenex­ truder des Typs ZSK26Mc von Coperion, Stuttgart, hergestellt. Die hergestellten Granulate werden anschliessend mit einer Spritzgiessmaschine des Typs Allroun-

der 370 A 600 – 170/170 von Arburg, Lossburg, bei konstanten Maschineneinstellungen zu Zug- und Kerbschlagbiegeprobekörpern weiterverarbeitet. Die mechanischen Eigenschaften werden nach DIN EN ISO 527 bzw. DIN EN ISO 179 anhand der Prüfkörper bestimmt. Die Messung der richtungsabhängigen Temperaturleitfähigkeit erfolgt auch an den Zugproben mittels HyperFlash LFA 467 der Netzsch Gerätebau, Selb. Mit Hilfe der spezifischen Wärmekapazität und der Dichte der einzelnen Compounds wird aus der Temperaturleitfähigkeit die Wärmeleitfähigkeit berechnet. Die Bestimmung der spezifischen Wärmekapazität erfolgt an den Zugproben mittels Differential Scanning Calorimeter des Typs Q1000 der Firma TA Instruments Waters, New Castle, USA. Die Dichte wird am Granulat mit einem Pyknometer AccuPYC 1330 der Firma Micromeritics, Aachen, bestimmt. Um die Fliessfähigkeit der thermisch leitfähigen Komposite zu charakterisieren, werden Fliesslängen mit konstan11/2016


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leitfähigen Matrixmaterials durch besser leitende Füllstoffe ersetzt wird [4] (Bild 1). Die Wärmeleitfähigkeit λthrough plane kann durch die Zugabe der Füllstoffe von 0,4 W/ (mK) (ungefülltes PA6) auf ca. 1 W/(mK) erhöht werden. Hierbei ist der Unterschied in der Wärmeleitfähigkeit bei Verwendung verschiedener Füllstoffe gering. In der Wärmeleitfähigkeit λin plane resultieren deutlich grössere Unterschiede in Abhängigkeit der verwendeten Füllstoffe. Der Einsatz von BN führt zu einer Wärmeleitfähigkeit­ λin plane von ≥ 2 W/(mK) und somit zu einer stark richtungsabhängigen Wärmeleitfähigkeit. BN ist wie Graphit in Schichten auf­ gebaut. Innerhalb einer Schicht liegt eine deutlich höhere Wärmeleitfähigkeit als senkrecht zu den Schichtebenen vor [5]. Da die Füllstoffe beim Spritzgiessen in Fliess­richtung orientiert werden, liegt in Orientierungsrichtung und somit in plane eine höhere Wärmeleitfähigkeit als senkrecht zur Fliessrichtung vor. Die anisotrope Wärmeleitfähigkeit ist zusätzlich auf die füllstoffarmen Randschichten des Spritzgiessbauteils zurückzuführen [6, 7]. Die Unterschiede zwischen den einzelnen BN-Typen bezüglich der Wärmeleitfähigkeit lassen sich nicht endgültig klären. Gründe dafür können unterschiedliche Partikelgrössen nach der Verarbeitung oder eine unterschiedlich gute Anbindung und somit ein unterschiedlich guter Wärmeübergang zwischen Füllstoff und Matrix sein [3, 4]. Die Verwendung von AIN, Alumosilikat oder Quartzmehl führt zu vergleichbaren Wärmeleitfähigkeiten λin plane. Dabei liegen die resultierenden Wärmeleitfähigkeiten λin plane auf gleichem Niveau wie die Wärmeleitfähigkeit λthrough plane. Dadurch

Bild 2: Steigerung der Wärmeleitfähigkeit durch Füllstoffkombination.

ten Spritzgiessparametern durch die Auswertung von Fliessspiralen (2 mm × 5 mm) bestimmt (Werkzeugtemperatur 90 °C; Temperatur an der Düse 270 °C; Einspritzdruck 1200 bar).

Eingesetzte Materialien Insgesamt wird der Einfluss von sechs elektrisch isolierenden Füllstoffen auf die Wärmeleitfähigkeit von Polyamid 6 (PA6) untersucht. Für die Untersuchung werden zwei Bornitrid (BN)-Typen verwendet. BNTyp 1 weist eine Partikelgrösse D90 = 30–40µm auf und hat eine Dichte von 2,25 g/cm³. Beim zweiten BN-Typ handelt es sich um oberflächenmodifiziertes BN (D90 = 55µm; 2,30 g/cm³). Als dritter Füllstoff wird Aluminiumnitrid (AIN) verwendet (D90 = 17–32µm; 3,09 g/cm³). Diese drei Füllstoffe liegen im Kostenbe-

.11.16

15-18

reich von ca. 60 bis 130 7/kg. Des Weiteren wurden drei preisgünstige Füllstoffe eingesetzt (~5 7/kg). Zu diesen Füllstoffen zählen ein Alumosilikat mit einer Dichte von 3,65 g/cm³ (D90 = 50 µm), ein Quartzmehl (D90 = 7 µm; Dichte: 2,65 g/ cm³) und ein Magnesiumoxid (D90 = < 250µm; Dichte: 3,50 g/cm³).

Steigerung der Wärme­ leitfähigkeit durch den ­Einsatz von Füllstoffen Im ersten Schritt werden die Füllstoffe mit einem Füllstoffgehalt von 20 Vol.-% in das PA6 eingearbeitet. Aufgrund unterschiedlicher Dichten der Füllstoffe resultieren unterschiedliche Füllstoffgehalte in Gew.-%. Die jeweilige Zugabe der Füllstoffe führt zu einer Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit, weil das Volumen des schlecht thermisch

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Bild 3: Reduktion der Materialkosten durch Füllstoffkombination bei steigender Wärmeleitfähigkeit.

ergibt sich durch den Einsatz dieser Füllstoffe keine signifikante Richtungsabhängigkeit.

­Gesteigerte Wärmeleit­ fähigkeit bei reduziertem Materialpreis Mit steigendem Füllstoffgehalt steigt sowohl die Wärmeleitfähigkeit als auch der Materialpreis, besonders beim Einsatz von BN oder AIN. Um dennoch hohe Wärmeleitfähigkeiten bei geringen Materialpreisen zu erzielen, werden das BN bzw. AIN verstärkte PA6 durch die Zugabe von Alumosilikat oder Magnesiumoxid erweitert. Der Füllstoffgehalt des BN bzw. des

Dichte Kosten # A B C D

Polyamid 6 1,13 g/cm³ ca. 3 €/kg Vol.-% 80 70 60 50

Alumosilikat 3,65 g/cm³ ca. 5 €/kg Gew.-% 66,8 49,3 36,5 26,8

AIN bleibt konstant 20 Vol.-%. Durch die additive Zugabe des zweiten Füllstoffgehalts erhöht sich der Gesamtfüllstoffanteil. Wie zu erwarten zeigt Bild 2, dass die Wärmeleitfähigkeit mit steigendem Gesamtfüllstoffanteil steigt, weil zum einem die Wärmeleitfähigkeit der Gesamtmasse durch die Erhöhung des Füllstoffgehalts erhöht wird und zum anderem zusätzliche thermische Kontakte gebildet werden [4]. Es gibt keine signifikanten Unterschiede in der Wärmeleitfähigkeit λthrough plane durch die Verwendung der einzelnen Füllstoffsysteme. Der Einfluss der Füllstoffsysteme auf die Wärmeleitfähigkeit λin plane ist deutlich stärker ausgeprägt. Hier führt die Kombination von BN und Alumosilikat unabhän-

BN 2,25 g/cm³ ca. 80 €/kg Vol.-% 0 10 20 30

Gew.-% 0 22,7 39,3 51,9

Vol.-% 20 20 20 20

Gew.-% 33,2 28,0 24,2 21,3

Tabelle 1: Zusammensetzung eines hybriden Füllstoffsystems auf Basis von BN und Alumosilikat.

Preis [€/kg]

Dichte [g/cm³]

Preis [ €/cm³]

A

29

1,36

0,039

B

25

1,61

0,040

C

22

1,84

0,041

D

20

2,07

0,042

Tabelle 2: Resultierende Kosten und Dichten.

22

gig von dem Gesamtfüllstoffanteil zu der höchsten Wärmeleitfähigkeit aller untersuchten Füllstoffsysteme. Wie bereits beschrieben erhöht die alleinige Zugabe von 20 Vol.-% Alumosilikat die Wärmeleitfähigkeit des PA6 um ca. 0,6 W/(mK) (Bild 1). Die additive Zugabe von 20 Vol.-% Alumosilikat zu dem BN (Typ-2) gefülltem PA6 resultiert jedoch in einer Steigerung der Wärmeleitfähigkeit λin plane um bis zu 2,9 W/ (mK). Somit steigt die Wärmeleitfähigkeit λin plane überproportional, weil die Anzahl der thermisch leitfähigen Pfade mit steigendem Füllstoffanteil steigt. Des Weiteren ist zu erkennen, dass der Effekt durch einen zweiten Füllstoff stärker ausgeprägt ist, wenn das Ausgangscompound bereits eine hohe Wärmeleitfähigkeit aufweist. Der Einsatz einer Füllstoffkombination kann hierbei zu einer deutlichen Kostenreduktion bei steigender Wärmeleitfähigkeit führen (Bild 3). Durch die Zugabe von Alumosilikat reduziert sich der Gewichtsanteil des BN bei konstantem Volumenanteil, weil sich die Gesamtdichte des Komposites verändert (Tabelle 1). Da die Materialkosten für das Alumosilikat mit ca. 5 7/kg deutlich günstiger als die Materialkosten für BN – Type 1 (Annahme: 80 7) sind, reduziert sich der Materialpreis von ca. 29 7/kg (20 Vol.-%) auf ca. 20 7/kg (50 Vol.- %) (Tabelle 2). Andererseits nimmt die Dichte des Komposites durch die Zugabe von Alumosilikat deutlich zu. Der volumenbezogene Preis [7/cm³] nimmt jedoch nur geringfügig mit steigendem Füllstoffgehalt zu. Daher kann durch die Kombination von Füllstoffen ein Bauteil mit höherer Wärmeleitfähigkeit zu gleichen Gesamtkosten hergestellt werden. Im Vergleich führt der alleinige Einsatz von BN (40 Vol.-%) zu einer geringfügig höheren Wärmeleitfähigkeit, jedoch ist der Materialpreis mit ca. 47 7/kg deutlich höher (Bild 3). Zu berücksichtigen ist jedoch, dass die Färbung der Compounds und das Reflexionsvermögen in vielen Anwendungen eine wichtige Rolle spielen (LED, Elektronik etc.). BN weist im kompletten Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichts ein lineares Reflexionsverhalten auf hohem Niveau auf. Die Kombination der Füllstoffe kann sowohl die Farbgebung als auch das Reflexionsvermögen beeinflussen. Zudem weisen die eingesetzten Füllstoffe unter11/2016


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Bild 4: Mechanische Eigenschaften in Abhängigkeit der Füllstoffsysteme: E-Modul und Zugfestigkeit.

schiedliche Härten auf, sodass bei der Verarbeitung der hochgefüllten Compounds abrasiver Verschleiss auftreten kann.

Kompromiss in der Mechanik und im Fliessverhalten Die benötigten hohen Füllstoffgehalte führen zu einem sehr steifen Materialverhalten. Bild 4 zeigt, dass der E-Modul bis zu einem Füllstoffgehalt von 40 Vol.-% mit steigendem Gesamtfüllstoffgehalt steigt. Bei einem Füllstoffgehalt von 40 Vol.-% erzielen die untersuchten Füllstoffsysteme

E-Moduln zwischen 6000 und 12 000 MPa (Bild 4 – links). Dabei erzielt der Einsatz von BN im Vergleich zu AIN eine deutlich höhere Steifigkeit. Die Zugabe von Magnesiumoxid führt hingegen zu einer Reduktion der Steifigkeit, weil Partikel mit grosser Partikelgrösse von < 250 µm (vor der Verarbeitung) eine Schwachstelle im Bauteil darstellen können [3]. Da die verwendeten Füllstoffe kein grosses Aspektverhältnis aufweisen, wird die Zugfestigkeit durch die Zugabe der Füllstoffe gegenüber dem ungefüllten PA6 verringert (Bild 4 – rechts) [3]. Eine Erhöhung des Füllstoffge-

halts führt zu einer weiteren Reduzierung der Zugfestigkeit. Die Verwendung von BN ermöglicht im Vergleich zum AIN höhere Zugfestigkeiten, wie auch die Verwendung von Alumosilikat im Vergleich zu Magnesiumoxid. Mit der hohen Steifigkeit gehen geringe Bruchdehnung und Schlagzähigkeit einher. Bei einem Gesamtfüllstoffgehalt von 40 Vol.-% werden eine Bruchdehnung von ≤ 2 % und eine Schlagzähigkeit von ≤ 10 kJ/m² erreicht (Bild 5). Der Einsatz von AIN führt zu geringfügig höheren mechanischen Kennwerten. Tendenziell ist der Einfluss der Füllstoffzusammensetzung auf die Bruchdehnung und Schlagzähigkeit gering. Bei der Verarbeitung von wärmeleitfähigen Kunststoffen im Spritzgiessen ist das Fliess­verhalten der Schmelze ein wichtiger Aspekt. Eine praxisnahe Charakterisierung kann durch die Herstellung von Fliessspiralen erfolgen. Dabei hat die resultierende Fliesslänge jedoch keine Aussage über die Viskosität des Kunststoffs, denn eine hohe Wärmeleitfähigkeit führt bei gleicher Viskosität zu kurzen Fliessweglängen. Bild 6 zeigt, dass mit steigendem Gesamtfüllstoffgehalt die resultierenden Fliesslängen abnehmen, weil die Viskosität und die thermische Leitfähigkeit mit steigendem Füllstoffgehalt zunehmen. Bei einem Gesamtfüllstoffanteil von 40 Vol.-% werden Fliesslängen von 230 bis 370 mm erreicht.

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Gemeinschaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Allen Institutionen gilt unser Dank. Für die Bereitstellung von Versuchsmaterialien, Anlagen und Informationen danken wir A.Schulman GmbH, Coperion GmbH und Quarzwerke GmbH. Literaturverzeichnis

Bild 5: Mechanische Eigenschaften in Abhängigkeit der Füllstoffsysteme: Bruchdehnung und Schlagzähigkeit.

Fazit Wärmeleitfähige Kunststoffe auf Basis von elektrisch isolierenden Füllstoffen werden Metalle nicht 1:1 substituieren können, denn die erzielten Wärmeleitfähigkeiten von ≤ 10 W/(mK) sind im Vergleich zu Kupfer (ca. 400 W/(mK)) oder Aluminium (ca. 200 W/(mK)) zu gering. Auch die Materialkosten sind ein Vielfaches höher als die Kosten für Aluminium (ca. 2 7/kg)) oder Kupfer (ca. 5 7/kg). Dennoch besitzen thermisch leitfähige Kunststoffe grosses Potenzial für den Wärmemanagementbereich mit moderaten Wärmemengen, denn die kostengünstige Produktion von hochkomplexen Bauteilen im Spritzgies­

sen macht diesen neuen Werkstoff konkurrenzfähig zu den klassischen Werkstoffen. Der Einsatz von Füllstoffsystemen bietet die Möglichkeit, relevante Wärmeleitfähigkeiten bei reduzierten Materialkosten zu erreichen. Zudem können in gewissen Grenzen die mechanischen Eigenschaften und die Verarbeitbarkeit durch verschiedene Füllstoffe beeinflusst werden.

Dank Das IGF-Forschungsvorhaben 18074 N der Forschungsvereinigung Kunststoffverarbeitung wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der indus­triellen

Bild 6: Fliessverhalten in Abhängigkeit der Füllstoffsysteme.

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[1] Amesöder, S.: Wärmeleitende Kunststoffe für das Spritzgiessen. Universität Erlangen-­ Nürnberg, Dissertation, 2009 [2] Menges, G.; Haberstroh, E.; Michaeli, W.; Schmachtenberg, E.: Werkstoffkunde Kunststoffe, München: Carl Hanser Verlag, 2011 [3] Wypych, G.: Handbook of Fillers. Toron­to: ChemTec Publishing, 2010 [4] Übler, W.: Erhöhung der thermischen Leitfähigkeit elektrisch isolierender Polymerwerkstoffe, Universität Erlangen-Nürnberg, Dissertation, 2002 [5] Raman, C.; Meneghetti, P.: Boron nit­ride find new applications in thermoplastic compounds. Plastics, Additives & Compounding 10 (2008) 3, S. 26-31 [6] Heinle, C.; Drummer, D.: Wärmeleitfähige Kunststoffe zur Temperierung mechatronischer Systeme – aus Sicht der Hochschule. VDI Wissensforum «Kunststoffe in der Mechatronik», Fürth, 08. – 09.06.2011 [7] Heinle, C.; Ehrenstein, G. W.: Wärmeleitfähig modifizierte Kunststoffe – Teil 1: experimentelle Analyse und Modellbeschreibung einer bauteil- und prozessabhängigen Materialeigenschaft. Kunststofftechnik 5 (2009) 5, S. 338–​358

Kontakt Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen Seffenter Weg 201 D-52074 Aachen Telefon +49 241 80-28371 maximilian.adamy@ikv.rwth-aachen.de www.ikv-aachen.de n 11/2016


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K 2016 RÜCKBLICK

Viele Fachbesucher, tolle Stimmung, vielversprechende Gespräche

«Die beste K aller Zeiten» «Für viele Aussteller im Bereich Kunststoff- und Gummimaschinen war es nach eigener Aussage die erfolgreichste K aller Zeiten», bestätigt Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Fachverbandes im VDMA. «Wir sind mit grossen und optimistischen Erwartungen nach Düsseldorf gekommen und diese Erwartungen wurden noch übertroffen». Insgesamt sorgten 230 000 Besucher (2013: 218 000) für regen Betrieb und gute Stimmung auf dem ganzen Messegelände.

Marianne Flury Die internationale Kunststoff- und Kautschukindustrie präsentiert sich in bester Verfassung. Sie profitiert von einem weltweit wachsenden und qualitativ anspruchsvollen Endverbrauchermarkt und steht für eindrucksvolle Innovationsstärke entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Aus der Fülle der technologischen und designmässigen Neuerungen sind auf den folgenden Seiten ein paar besonders für den Schweizermarkt gefragte Lösungen vorgestellt.

Neue Baureihen mit Pfiff Die nächste Generation der IntElect Maschine, die ab etwa Mai nächstes Jahr Schritt für Schritt lanciert wird, war auf dem Stand von  Sumitomo (SHI) Demag zu sehen. «Wir haben von Beginn weg auf die elektrische Maschine für die Schweiz gesetzt und freuen uns auf die neue voll­ elektrische Baureihe», sagt Urs Kocher von der Schweizervertretung Mapag. Vor allem Kundenwünsche sind in der neuen Baureihe eingeflossen. Die Maschine ist kompakter und trotzdem gleich leistungsfähig wie die heutigen Modelle.  KraussMaffei hat seit längerem darauf hingearbeitet und konnte nun die neue vollelektrische Spritzgiessmaschinen-Baureihe PX als Weltneuheit vorstellen. Die PX ist das Resultat der guten Eigenschaften der Vorgängermodelle EX und AX. «Mit der PX haben wir eine elektrische Baureihe kreiert von 25 bis 550 Tonnen Schliesskraft, die mit allen Automations-Features ausgerüstet ist, die die anderen Baureihen auch vorweisen. Die Baureihe ist sehr modular und flexibel aufgebaut. Sie kann so11/2016

wohl für einfache Produkte, wie auch für technisch sehr komplexe Aufgaben ausgerüstet werden», erklärt Bruno Schleiss, Geschäftsführer von Krauss-Maffei (Schweiz), die Vorzüge der Modularität. Mit dem Modell 7500-4200 führt  Netstal die neue Elios-Baureihe ein. «Die Elios mit der neuen Technologie im Formschlussbereich kombiniert höchste Leistungsfähigkeit mit absolut niedrigem Energieverbrauch. Mit einer Trockenlaufzeit von 1,9 Sekunden gemessen nach Euromap-Norm ist die Elios 7500 die schnellste Maschine in ihrer Grössenklasse», betont Renzo Davatz, CEO der Netstal-Maschinen AG. Für Aufsehen sorgte die neueste Maschine von  Arburg, der hybride Allrounder 1120 H, der sich mit einem völlig neuen Maschinendesign, neuer Farbe, neuer Grös­ se – die Maschine ist mit 650 t die grösste Maschine im Arburg-Angebot – und neuer Steuerung, die Gestica, präsentiert. «Von dieser Maschine verspreche ich mir für den Schweizer Markt sehr viel, weil wir Kunden haben, die Maschinen mit Schliesskraftgrössen von 600 bis 650 t bei uns bestellen möchten», freut sich Marcel Spadini, Geschäftsführer der Arburg AG, Münsingen. Die Maschine ist nicht nur gross, sie wird auch Pate stehen für die sukzessive Anpassung der anderen Arburg-Baureihen bezüglich Design, Farbe und Steuerung.

wicht von 0,24 g, mit einer Zykluszeit von 3 bis 4 sec her. Bei einem Gesamtschussgewicht von nur 1,93 Gramm acht Kavi­ täten mit jeweils über 200 Borsten vollständig zu füllen, stellt nicht nur an das Werkzeug, sondern auch an die Spritzgiessmaschine extrem hohe Anforderungen. Die vollelektrische Antriebstechnik sorgt für höchste Präzision in den Maschinenbewegungen. Um zusätzlich Schwankungen in den Umgebungsbedingungen oder im Rohmaterial auszugleichen, kommen die iQ Produkte aus dem inject 4.0 Programm von Engel ins Spiel, die da sind: iQ weight control, iQ clamp control und iQ flow control. Mit der neuen EcoPower Xpress 400/​ 1100+ stellt  Wittmann Battenfeld die Entwicklung einer schnelllaufenden, voll­ elektrischen Maschine vor, die vor allem auf die Anforderungen der Verpackungsindustrie bzw. Dünnwandanwendungen ausgerichtet ist. EcoPower Xpress steht für hohe Leistung mit optimiertem Energieeinsatz. Bei der vorgestellten EcoPower Xpress 400/1100+ handelt es sich um die erste Baugrösse dieser Maschinenbaureihe, die ab Herbst 2017 im Schliesskraftbereich von 2100 bis 5000 kN angeboten wird.

1-K-Interdentalbürsten mit über 200 Borsten

 Paul Leibinger demonstriert mit dem Ink­ jet Drucker Jet3up Rapid, was «sehr schnell» bedeutet. Das Gerät bedruckt z. B. Kabel mit der unglaublichen Geschwindigkeit von bis zu 1000 m/min (60 km/h) und das nicht nur in Punkt und Strich, sondern mit lesbaren Zeichen. «Unsere bisherigen Drucker erreichten um die 600 m/

 Engel stellte auf einer vollelektrischen Engel e-motion 170/100 T Spritzgiessmaschine in Reinraumausführung 1K-Interdentalbürsten mit über 200 winzigen Borsten pro Bauteil, bei einem Teilege-

Unglaubliche Geschwindigkeit

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Arburg: Marcel Spadini ist stolz auf den grössten Allrounder der Arburg-Baureihen.

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Büchler Reinli + Spitzli AG, Flawil, Geschäftsführer Andreas Scherrer.

Leibinger, Frederic Schmid und Claudia Brandt: Der Jet3Rapid druckt 1000 m/min, nicht nur in Punkt und Strich, sondern wirklich lesbare Zeichen.

Regloplas AG, David Lowe, technischer Direktor, vor dem neuen Druckwassergerät P230S für Wassertemperaturen bis 230 °C.

Bruno Schleiss, Krauss-Maffei (Schweiz) AG: Die PX ist die Alleskönner-Maschine für die Zukunft.

Hromatka Group (v. l.): Jwan Meier, Lenorplastics, Hans Hromatka, Dr. Jörg Schottek, CEO, und Roger Geissberger, Managing Director, Hromatka Group.

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Grafe, Clemens Rösler: Auf dem Grafe-Stand konnte der Besucher in Musik und Farbe eintauchen und sich inspirieren lassen.

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KUNSTSTOFF XTRA

Herbold Meckesheim, Gabi Bichler, Simon Amstutz (l.) und André Hard­ meier, beide von der Schwei­zer Vertretung Ingenieurbureau Dr. Brehm AG.

K 2016 RÜCKBLICK

Markus Steimle: Motan-Colortronic hat eine neue Generation von Kleintrocknern entwickelt.

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Meusburger, Stefanie Tschol.

Michael Seifried: Ewikon setzt den Massstab für die direkte Seitenanspritzung.

Markus Schertler (l.) und Felix Hüthmair, beide Engel (Schweiz).

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GWK, Meinerzhagen, Klaus Cyriax (l.) und Benedikt Gisler (Ingenieurbureau Dr. Brehm AG, CH) stellen die neue Baureihe weco wd vor, die in nur einem Gerät heizt und kühlt.

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K 2016 RÜCKBLICK

min», weist Claudia Brandt, Marketing Manager, auf den Entwicklungsschritt hin. WSP – Werkzeugbau, Spritzguss, Präzisionsfertigung – das sind die drei strategischen Bereiche der Büchler Reinli + Spitzli AG, Flawil. «Die Breite des Angebots bedingt ein ebenso breites Know-how. Das schafft das Unternehmen mit langjährigen Mitarbeitern und der Ausbildung von 15 Azubi in drei Lehrberufen (Polymechaniker, Konstrukteure, Kaufmännisch)», erklärt Geschäftsführer An­dreas Scherrer, die Unternehmensphilosophie. Für die Formenbauer führt  Meusburger neue Kompaktschiebereinheiten in zwei Ausführungen ein, die speziell für kleinste Einbauräume konzipiert wurden. Die DLC-Beschichtung bietet nicht nur eine hohe Verschleissfestigkeit, sondern auch beste Gleiteigenschaften. «Es ist ein tolles Produkt, das je nach Variante um 180° gedreht werden kann, womit zusätzlich Platz für Heisskanaldüsen oder Temperierbohrungen geschaffen wird», erklärt Stefanie Tschol, Kommunikation und Pressearbeit.

Vom Händler zum Compoundeur Als Highlight stellte  Velox GmbH, Hamburg, die in Zusammenarbeit mit ihrem Entwicklungslabor produzierten Kunststoffcompounds auf Basis von Polyetheretherketon (PEEK) vor. Die Eigenmarke Vemab PEEK umfasst verschiedene glas- und kohlefaserverstärkte und tribologisch optimierte Kunststoffe für Extrusions- und Spritzgiessanwendungen. «Wir können die Typen kundenspezifisch modifizieren und auch eingefärbt anbieten», stellt Kay Fritsche, Niederlassungsleiter Freiburg, die Neuheit vor, die gleichzeitig für das Unternehmen auch den Schritt vom reinen Händler zum Compoundeur veranschaulicht. «Der Messeauftritt der  Hromatka Group verdeutlicht, dass wir als Gruppe und nicht mehr mit den einzelnen Marken auf der Messe auftreten. Damit zeigen wir sowohl den Lieferanten wie auch den Kunden, dass wir in den 10 Ländern, in denen wir tätig sind, auch eine Gemeinschaft pflegen und entsprechend gegen aussen auftreten. Das kommt dem Wunsch vieler gros­ sen Kunden entgegen, die einen quasi paneuropäischen Lieferanten resp. Ent28

wicklungspartner suchen», erklärt Jwan Meier, Geschäftsführer der Lenorplastics Firmengruppe, die Strategie. Ein neues Kundenportal präsentierte die  Hasco, Lüdenscheid. Dieses erlaubt eine intelligente Produktesuche, d.h. die Kunden gelangen in kurzer Zeit zum richtigen Produkt; dabei spielt es keine Rolle, ob der Kunde mit der Produktebezeichnung, mit einer Volltextsuche oder mit einer Fremdbezeichnung sucht. Hat der Nutzer das Produkt gefunden, erhält er dazu sämtliche relevanten Informationen in Sekundenschnelle. Ersichtlich ist auch, ob der Artikel ab Lager verfügbar ist und wenn nicht, wann er lieferbar ist. «Das ist in unserer Branche im Moment sicher einmalig, so schnell zu so umfassenden Informationen zu kommen», betont Patrick Mast, Bereichsverkaufsleiter Schweiz.  Herbold Meckesheim stellte unter anderem die SMS 80/120 SB 2 vor, die speziell für schwierige Anwendungen für die Zerkleinerungstechnik Antworten bietet. Der Rotor ist aus einem einzigen, geschmiedeten Stück hergestellt und steht für Stabilität, da keine Schweissnähte reis­sen können. Auch sind die Messer gegen einen massiven Rückenanschlag angeschraubt und können sich nicht verschieben. Diese Bauweise erleichtert auch die Reinigung, da es keine toten Ecken gibt.

Bewährtes bei höherer Temperatur Neu präsentiert  HB-Therm, St. Gallen, ein 230 °C Hochtemperatur-Wassergerät. «Das ist eine riesige Herausforderung. Der Druck wird grösser – wir sprechen hier von 47 bar Druckbeständigkeit, die das Gerät aushalten muss. Was bleibt ist die vielfach bewährte Technologie, auch bei 230 °C: Geregelte Systemdrucküberlagerung, proportionalgeregelter Kühler-Bypass, Durchflussmessung mit Ultraschall etc. «Der allgemeine Markttrend geht eindeutig zu höheren Temperaturen. Es entstehen aktuell viele neue Anwendungen, die den Einsatz solcher Hochtemperatur-Wassergeräte erforderlich machen», erklärt CEO Reto Zürcher. Die Geräte werden ab Juni 2017 auf den Markt kommen. Eine Leistung der Sonderklasse erbringt HB-Therm mit dem Angebot der lebenslangen Garantie auf die Heizregister aller Thermo-5-­

Tem­periergeräte, die nach der K-Messe ausgeliefert werden.  ProTec Polymer Processing zeigte neue energieeffiziente Somos Granulattrockner der Baureihen RDT und RDM. Das stationäre Gerät RDT-250 ist für mittlere Materialdurchsätze konzipiert, der Beistelltrockner RDM-140/400 rundet die Baureihe der mobilen RDM-Trockner nach oben ab. Mit einem nutzbaren Behältervolumen von 400 l erreicht der neue Trockner materialabhängig einen Durchsatz von bis zu 150 kg/h, rund 30 % mehr als der bislang grösste Beistelltrockner mit einem Behältervolumen von 300 l.  GWK lancierte auf der K ein komplett neues Gerät, eine energieeffiziente Kältemaschine mit Freikühlfunktion und integrierten Temperierkreisen. Das weco wd kann Temperaturen von +5 bis –90 °C regeln, ist in Einkreis- oder Zweikreisausführung und in verschiedenen Heiz- und Kühlleistungsstufen erhältlich. weco wd deckt den erweiterten Markt ab, der bisher von den Kaltwassertemperiergeräten teco cw innegehalten wurde, die von +5 bis +25 °C regelbar sind.

Rezyklate müssen spezifizierbar sein Hauptthema auf dem Stand von  Erema, Ansfelden (A), ist Careformance. Dahinter stecken die vier Themen Intarema, online Qualitätsmessung, MES und Maintenance. Die Anlage Intarema ist die state of the art Recyclingtechnologie weltweit. Mit den Messverfahren Quality MVR und Quality on Colour werden online Viskosität und Farbe gemessen; das neue Manufacturing Execution System MES – bei Erema heisst das Produkt re360 – verschafft dem Anwender einen Gesamtüberblick sowohl über das Unternehmen, wie auch über alle Niederlassungen weltweit. Und schliesslich Maintenance: im Web-Shop sieht der Kunde alle seine Erema-Anlagen, die Historie, die Elektropläne, und kann das benötigte Ersatzteil direkt bestellen. «Recycling muss genau spezifizierte Rohstoffe liefern können, damit die wachsende Nachfrage von Brands wie Unilever, Philips u. a. nach Rezyklaten gedeckt werden kann. Wir wollen die dazu notwendigen Technologien bereitstellen», erläutert Marketing Manager Gerold Breuer. 11/2016


KUNSTSTOFF XTRA

K 2016 RÜCKBLICK

ProTec, Bensheim, Thomas Dubler (Ingenieurbureau Dr. Brehm AG, CH) zeigt den energieeffizienten Somos Granulattrockner der Baureihe RDM.

Telsonic, Carolin Reinbold: Das von uns entwickelte, patentierte Torsional-Verfahren definiert das Ultraschallsiegeln und Schweis­ sen komplett neu.

Urs Kocher (l.), Mapag, Schweizer Vertretung von Sumitomo (SHI) Demag, und Gerd Liebig, designierter CEO von Sumitomo.

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Victrex, Beate Sauer.

Velox, Kay Fritsche und Stephan Schoen: Velox vollzieht mit der Eigenmarke Vemab PEEK den Schritt vom reinen Händler zum Compoundeur.

Wittmann, Werner Bürli: Die neueste Steuerungsgeneration R9 ist dank der ausbaubaren Netzwerkfähigkeit ein Baustein in unserem Konzept Wittmann 4.0.

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KUNSTSTOFF XTRA

K 2016 RÜCKBLICK

Rinco Ultrasonics, Serge Patamia: Wir stellen erstmals den kompakten, Industrie-4.0 tauglichen Ultraschall-Generator AGM Pro vor.

Wittmann Battenfeld, Thomas Robers, (Battenfeld (Schweiz) AG), vor dem ersten Prototyp der vollelektrischen Baureihe EcoPower Xpress, mit der neuen Unilog B8-Steuerung.

Hasco, Lüdenscheid, Francesca Fischer und Patrick Mast: Mit dem neuen Portal sind die Kunden schnell und umfassend informiert.

Erema, Gerold Breuer: Hinter Careformance stecken die vier Themen Intarema, Online-Qualitätsmessung, MES und Maintenance.

Netstal, Renzo Davatz, CEO.

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HB-Therm, CEO Reto Zürcher vor dem neuen Temperiergerät Thermo-5 für Wasser bis 230 °C.

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KUNSTSTOFF XTRA

 Motan-Colortronic ist bei den Trocknern einen Schritt weitergegangen und hat eine neue Generation von Kleintrocknern (bis 150 l Trockentrichtervolumen) entwickelt. Die Trockenlufttrockner Luxor E A und Luxor EM A arbeiten in einem geschlossenen Prozesskreis in Verbindung mit einer temperaturgesteuerten Regeneration. Optional können sie mit einer taupunkt­ gesteuerten Regeneration ausgerüstet werden. Die Trockner verfügen über ein integriertes Trockenluftfördersystem; bis zu zwei Spritzgiessmaschinen können angesteuert werden. Zudem ist ein funktionsüberwachter Gebläseschutzfilter eingebaut für die Staubabscheidung, z. B. bei glasgefüllten Materialien.  Wittmann präsentiert die neueste Steue­ rungsgeneration R9, die eine Überarbeitung der bisherigen R8 Steuerung darstellt. Grundsätzliche Unterschiede in der Be­ dienweise bestehen zwischen den beiden Steuerungen nicht, jedoch wurden bestimmte Merkmale wie die Zugänglichkeit und das Achsverfahren nochmals erleichtert bzw. verbessert und kundenspezifische Anpassungen vorgenommen. Zudem wurde die gesamte Hardware der R9 einem kompletten Relaunch unterzogen. «Die kapazitive Touch-Technologie ist von der Bedienung her vergleichbar mit einer Smartphone-Bedienung. Dank der ausbaubaren Netzwerkfähigkeit ist die Steuerung ein Baustein in unserem Konzept Wittmann 4.0», verdeutlicht Werner Bürli, Geschäftsführer Wittmann Kunststofftechnik AG, Kaltbrunn, die Neuerung. Optisch nähert sich die Robotsteuerung jener der Unilog Maschinensteuerung an – ein wichtiger Faktor der Wiedererkennbarkeit.

Einsatzbereit für Industrie 4.0  Die Rinco Ultrasonics AG zeigte erstmals den neuen, kompakten Ultraschall-Generator AGM Pro. Dieser ist konzipiert für den Einbau in Automationslinien und Sondermaschinen zum Steuern von Komponenten. Der digitale, Industrie-4.0 taugliche AGM Pro ist insbesondere für Automotive-­ Anwendungen geeignet. Im Ultraschall-­ Generator können im Gegensatz zum Vorgängermodell 16 Parameterdatensätze gespeichert werden. Die Schweissparameter können zudem über das integrierte 11/2016

K 2016 RÜCKBLICK

3.1» Farb-Touch-Display und über ein mobiles Endgerät oder einen PC mittels einer speziell entwickelten AGM Pro Web-Applikation definiert werden. Die Ansteuerung zum Ultraschall-Generator erfolgt über eine anlageeigene SPS.  Regloplas AG, St. Gallen, hat ihre Druckwasser-Geräteserie um das Gerät P230S erweitert und bietet damit ein Druckwasser-Temperiergerät auf dem Markt an, das 230 °C für die Verarbeitung von Hochleistungskunststoffen gewährleistet. Ein zum Patent angemeldeter Druckhalter garantiert auch bei hohen Temperaturen eine stabile und robuste Systemdruckregelung. «Kombiniert mit der neuartigen Turbopumpe werden Leistung und Wirkungsgrad signifikant erhöht», erklärt David Lowe, Technischer Direktor bei Regloplas.

Zukunftsorientierte und langlebige Lösungen Auf dem  Victrex Stand waren neben neuen PEEK-Typen und -Anwendungen vorwärtsintegrierte Angebote und insbesondere neue Technologien im Mittelpunkt, die über das reine Polymer hinausgehen. Dazu zählen die für die Luftfahrtindustrie entwickelten neuen Victrex AE 250 Composites in Kombination mit der Hy­ bridspritzgiesstechnologie. «Mit dem, was wir machen versuchen wir zukunftsorientierte und auch langlebige Lösungen zu finden, die dazu beitragen, die Produktivität und Effizienz zu steigern und damit die Gesamtkosten zu senken», erklärt Beate Sauer, PR & Marketing Communications Manager. Auf dem  Grafe-Stand konnte der Besucher in Musik und Farbe eintauchen und sich inspirieren lassen. Die Idee, Musik und Farbe zu kombinieren, stammt von einem Mitarbeiter, der die Musik komponierte. Das Ganze wurde mit Orchester im Filmstudio umgesetzt. Das Resultat ist eine DVD, auf der die «Color Preview 2017» in Bild und Ton verewigt ist. Die ­Colorbatches werden ganz nach den individuellen Kundenbedürfnissen massgeschneidert. Das von  Telsonic entwickelte und patentierte torsionale Schweissverfahren ist ein äusserst schonendes Verfahren der Energieeinbringung, das den ungewollten Schwingungseintrag in das Schweissobjekt

stark vermindert. Das sehr stabile, modular erweiterbare Telsonic Pressendesign in Kombination mit der Steuerung TCS5 garantiert ein Maximum an Prozessbeherrschung.  Leister stellte auf ihrem Stand die neue Seamtek 900 AT vor, die fast wie eine Nähmaschine funktioniert. Sie vereint das Mehrarmsystem für grösstmögliche Flexibilität mit komplett geregelten Parametern für eine trotzdem spezifische und prozesssichere Schweissung. Neu lassen sich alle Parameter über den intuitiven Touchscreen verstellen. Das Design der Heissluft-Schweissmaschine wurde angepasst – sie ist auch nominiert für den German Design Award. Anwendungsgebiete sind technische Textilien, das geht von PVC Lastwagenplanen bis zu Jacken und Kleidern, bei denen die Nähte mit einem Tape abgedeckt, mit Heissluft aktiviert und so verbunden werden, dass sie wasserdicht sind.  Ems-Grivory eröffnet mit den neuen Grivory G6VX-AP Produkten neue Lösungs­ ansätze für hochbeanspruchte Strukturbauteile. Die Grivory G6VX-AP-Produkte basieren auf einem neuen teilaromatischen Polyamid. Die neue Werkstoffgeneration besteht aus einer ausgeklügelten Faser-Polymer-Kombination. Diese Produkte zeigen bei gleichzeitig hohen mechanischen Eigenschaften eine verbesserte Dimensionsstabilität, reduzierte Gratbildung und eine ausgezeichnete Oberfläche. Durch die geringe Gratbildung der Grivory G6VX-AP Produkte ist eine Nachbearbeitung nicht notwendig, wodurch Kosten reduziert werden. Grivory G6VX-AP-Produkte sind trotz der hohen mechanischen Steifigkeiten sehr leicht fliessend eingestellt und gestatten lange Fliesswege bei geringem Druckbedarf. Diese Produkte ermöglichen eine rationelle Fertigung komplexer Teile wie z. B. sehr dünne Smartphones oder Tablet-Strukturrahmen.

Die nächste K findet vom 16. bis 23. Okto­ ber 2019 in Düsseldorf statt. www.kunststoffxtra.com www.k-online.de

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WIRTSCHAFT

Tops und Flops

«Stossdämpfer» für die Automobilindustrie Öffentliche «Stossdämpfer» in Form von Subventionen, Steuersenkungen und Marktanreizen sind massgebliche Treiber der globalen Automobilindustrie zusammen mit Zukunftstrends der Branche, insbesondere die Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Zu diesem Schluss kommt der Kreditversicherer Euler Hermes in seiner aktuellen Studie «Public bumpers for the automotive market». Insbesondere in den USA, Grossbritannien, China und Spanien stützen die staatlichen Programme die Verkaufszahlen.

«Die Schweizer Automobilbranche befindet sich nach wie vor in einem herausfordernden Umfeld. Marktveränderungen, Margendruck sowie die Konkurrenz aus dem Ausland haben einen starken Einfluss auf den Sektor. Neben dem gegenwärtigen Preiskampf und Fachkräftemangel werden auch das aktuelle Umfeld der Hochpreisinsel Schweiz sowie die günstigen Rahmenbedingungen auf den Rohstoff- und Energiemärkten weiterhin die Resultate der Schweizer Automobilzulieferbranche beeinflussen», sagt Stefan Ruf, CEO Euler Hermes Schweiz. Im Schweizer Autohandelsgeschäft wurden seit Jahresbeginn 4,4 % weniger Neuzulassungen registriert. Allerdings stellt dieser Rückgang aufgrund des aus­ sergewöhnlichen Vorjahres mit einem starken Franken und grossen Preisnachlässen keine Überraschung dar. Obwohl sich die Nachfrage im August 2016 gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,4 % reduziert hat, handelt es sich um das viertbeste August-Ergebnis der letzten 15 Jahre. Die Schweizer Autozulieferer profitieren weiterhin von der stabilen Anzahl an Neuzulassungen in Europa, den USA und Asien.

Öffentliche Anreize – Fluch und Segen «Die öffentliche Ankurbelung der Automobilverkäufe ist Fluch und Segen zugleich», sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. «So lange die Förderprogramme in Kraft sind, profitieren die Autobauer von den Massnahmen – fallen sie allerdings weg, sehen sie sich zumindest kurzfristig mit einem Einbruch der Absatzzahlen konfrontiert, wie beispielsweise in Japan mit 32

Erhöhung der Mehrwertsteuer. Auch Spanien steht nach Ende der dortigen Abwrackprämie zum Jahresende für 2017 eine ähnliche Entwicklung ins Haus. Nach einem erwarteten 11 % Plus bei den verkauften Autos im laufenden Jahr rechnen wir 2017 stattdessen mit einem Rückgang um 10 %.»

China: Staatliche Steueranreize Auch in China prägen öffentliche Entscheidungen und Anreize den Automobilmarkt. 2015 halbierte die chinesische Regierung die Steuer auf Abgasemissionen für Einstiegs- und Mittelklassewagen von 10 % auf 5 %. Ein Wachstum bei den Absatzzahlen in China von voraussichtlich 8 % auf 23 Millionen verkaufte Fahrzeuge in 2016 ist die Folge. «Gewinner dieser Steueranreize waren eindeutig die chinesischen Hersteller», sagt Subran. Sie dominieren das Einstiegssegment und konnten durch die Förderung ihren Marktanteil auf nunmehr 43 % in 2016 verbessern. Ihr Erfolg ist jedoch nicht nur preisbedingt. Sie haben auch in anderen Bereichen stark aufgeholt und ihr Produktangebot schnell erneuert und sich auf Crossover-Fahrzeuge (CUV)* und SUV-Einstiegssegment spezialisiert, die sich beide in China mit +50 % und +18 % bei den verkauften Fahrzeugen grosser Beliebtheit und Nachfrage erfreuen.» Diese Subventionen werden wohl über 2016 hinaus verlängert werden. Sollte dies nicht der Fall sein, stünde den Absatzzah* Crossover Utility Vehicles (CUVs) sind eine Kombination aus normalen PKWs und SUVs.

len in China 2017 ein Rückschlag zwischen –5 und –10 % bevor.

China: Wachstum getrieben durch Hinterland «Die Automobilbranche ist für die chinesische Regierung ein strategischer Sektor», sagt Subran. «Insofern gilt es als sicher, dass die Förderprogramme weiterlaufen werden, um die strategische Weiterentwicklung nicht zu gefährden. Wir erwarten daher für 2017 einen Zuwachs bei den verkauften Fahrzeugen um rund 5 % auf dann 24 Mio. Fahrzeuge. Das Wachstum kommt dabei vor allem aus dem chinesischen Hinterland, wo sukzessive die Kaufkraft mit langsam steigenden Einkünften wächst. In den grossen Ballungsräumen hingegen herrscht bereits heute eine starke Luftverschmutzung, was vermehrt zu Einschränkungen im Verkehr und bei der Zulassung von Fahrzeugen führt.» In Shanghai und Peking können neue Autos erst nach einer Verlosung erworben werden – es sei denn, es handelt sich um ein Elektrofahrzeug. Diese werden mit bis zu 15 000 Euro vom Staat gefördert (nimmt man Förderinstrumente von Zen­ tralregierung und lokalen Behörden in Anspruch). Voraussetzung ist jedoch auch hier, dass es sich um ein Elektroauto eines einheimischen Herstellers handelt.

Deutsche Autobauer: China weiterhin Lokomotive des globalen Wachstums Für die deutsche Automobilindustrie ist der chinesische Markt (8 %) nach den USA (15 %) und Grossbritannien (13 %) der drittwichtigste Exportmarkt. Insgesamt 11/2016


erreichen.

KUNSTSTOFF XTRA

WIRTSCHAFT

80 % der 5,8 Millionen in Deutschland produzierten Fahrzeuge gehen ins Ausland. In China sind sie – trotz leicht sinkender Marktanteile – auch weiterhin gut positioniert. «Die deutschen Autobauer sind vor allem in den Ballungszentren und bei Mittel- und Oberklassefahrzeugen sehr gut positioniert», sagt Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. «Im Einstiegssegment, das derzeit überproportional wächst hingegen dominieren einheimische Marken. Trotzdem ist der Markt weiterhin im globalen Vergleich eine Lokomotive des Wachstums und deutsche Konzerne profitieren weiterhin davon. Sorgen machen in China nur die langen Zahlungsziele und die steigenden Insolvenzen. Wir erwarten 2016 insgesamt rund 20 % mehr Pleiten im Reich der Mitte und die Zahlungsmoral hat sich in den letzten Jahren im ganzen Land erheblich verschlechtert. Traditionell bezahlen Unternehmen in der Automobilindustrie besonders spät.»

6%

7% 4% 36%

13% 14% 20%

Quelle: Association of European Car Manufacturers, Euler Hermes

Grafik 1: Marktanteile nach Herkunft der Automobilhersteller in Europa (in %) Deutschland Frankreich USA Japan Südkorea Italien Andere

Marktanteile nach Herkunft der Automobilhersteller in Europa (in  %).

Quellen: Association of European Car Euler Hermes Ende der staatlichen Abwrackprämie undManufacturers, Entwicklungen im Land erwarten die Euler Letzterer in Folge des Brexit-Votums. Rund 9 % dürfte der Fahrzeugabsatz im Inselstaat zurückgehen.

Hermes Volkswirte keine schnelle Besserung. «Mittelfristig haben diese Märkte aber grosses Potenzial», so Subran. «Auch Brasilien und Russland sind langfristig weiterhin sehr interessant. Allerdings brauchen die Autobauer eine entsprechende Finanzstärke und Flexibilität bei der Fertigung, um sich auf die grosse Volatilität dort adäquat einzustellen.»

Doch 2017 werden Großbritannien und Spanien einige Fehlzün dungen Brasilien erleben,und was in Europa zur Stagnation der Umsätze füh Russland Indien und Türkei wird. Derkriseln, positive Trend der letzten drei Jahre ließ zunächst verm schwächeln ten, dassDiedas Absatzniveau von 15,5 Millionen im Jahr 2017 wie Europas Automobilmärkte aufstrebenden Automobilmärkte enttop – Grossbritannien täuschen hingegen auch weiterhin.Doch In Bra- der Brexit und Spaniens Ankün dererlangt werden könnte. durch Brexit 2017 Flop silien kommen nach einem Rückgang um gung einzustellen, haben die Vo Auch Europas Absatzzahlen können sichdie einAbwrackprämien-Initiative Viertel im vergangenen Jahr weitere mit einem Plus von 5,5 % auf insgesamt –19 % bei den Neuzulassungen 2016 hin- Kontakt stellung des Erholungsszenarios wieder zerstört. Italien (+5%), 15 Millionen neue Fahrzeuge in 2016 se- zu. In Russland sind es –11 % (nach Euler Hermes Schweiz hen lassen und die AussichtenFrankreich sind auch –36 % in 2015). und Auch Indien und Peripherieländer die Tür- Richtiplatz 1 (+3%) viele werden weiter vor für 2017 fast überall gut. Fehlzündungen kei stehen auf dem Bremspedal. In Indien CH-8304 Wallisellen während voraussichtlich erwarten die Euler Hermes schreiten, Volkswirte werden 2016 flache Großbritannien 1 % mehr Neuwagen Telefon +41 (0)44 283 65 65 einen Umsa 2017 allerdings für den spanischen und verkauft, in der Türkei sind es sogar 1 % info@eulerhermes.ch rückgang um 9% (oder 250.000 Einheiten) und Spanien um 10% den britischen Markt. Ersterer durch das weniger als noch 2015. Bei den aktuellen www.eulerhermes.ch n (oder 100.000 Einheiten) verzeichnen werden. Vor dem Hinter grund dieser Marktabschwächung wird die Wettbewerbsintens unter den Produzentenländern zunehmen. Die Gewinnmargen haben sich dank niedriger Öl- und Stahlpreise verbessert, werde aber wieder unter Druck geraten.

Grafik 2: Wachstum Anzahl Fahrzeug-Neuzulassungen Europa (Jahresvergleich, in Mio. Einheiten) 17 16 11/2016

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWS

Felix Hüthmair, bisher Geschäftsführer der Engel (Schweiz) AG, wird zum 1. April 2017 Leiter der Business Unit (BU) Technical Moulding von Engel Austria am Stammsitz in Schwertberg (A). Die Nachfolge in der Schweiz tritt Markus Schertler an. Die Business Unit Technical Moulding beschäftigt sich mit Anwendungen in den Bereichen Haushalt und weisse Ware, Spielwaren, Sport und Freizeit, Bau und Wassertechnik, Elektro, Möbel und Büroartikel. Aufgrund der zum Teil ähnlichen Anforderungen unter-

standen die BU Automotive und Technical Moulding bislang der gemeinsamen Leitung von Franz Füreder. Mit Felix Hüthmair als neuem Leiter der BU Technical Moulding erhöhen nun beide weiterhin stark wachsenden Bereiche ihre Schlagkraft. Franz Füreder bleibt Leiter der BU Automotive. Hüthmair ist seit 2009 bei Engel und leitet seitdem die Geschäfte der Engel (Schweiz) AG in Frauenfeld. Nach insgesamt 20 Jahren in der Schweiz kehrt er nun in sein Heimatland Österreich zurück.

Bilder: Engel

Geschäftsführungswechsel bei Engel (Schweiz)

Felix Hüthmair

Markus Schertler

Markus Schertler ist bereits seit vielen Jahren als Verkaufsingenieur bei Engel in der Schweiz tätig ist. «Die Schweiz ist für uns ein sehr wichtiger Markt», betont Dr. Christoph Steger, Vertriebsgeschäftsführer der Engel Gruppe. «Deshalb freut

es uns besonders, dass wir Herrn Schertler für die Position des Geschäftsführers gewinnen konnten und damit für unsere Kunden in der Schweiz eine hohe Kontinuität sicherstellen.» www.engelglobal.com

IN IN KÜRZE –    –   E Z R Ü K N I IN KÜRZE –  n Am 22. September 2016 wurde die taiwanesische Arburg-Niederlassung in Taichung offiziell eingeweiht. Da Taiwan als innovativer Markt mit vielen High-End-Unternehmen für Arburg eine sehr grosse Bedeutung hat, ist es das Ziel, mit einer Tochtergesellschaft die Präsenz vor Ort nicht nur langfristig sicherzustellen, sondern auch strategisch weiter auszubauen. Ein Teil der Vertriebsund Service-Mitarbeiter des ehemaligen Handelspartners konnten übernommen werden. www.arburg.com n Zur Gewährleistung einer optimalen Kundenbetreuung in den USA und Kanada hat die Schweizer Asco Kohlensäure AG, die US-amerikanische Toch­ tergesellschaft Asco Carbon Dioxide Inc (Asco Inc.), mit Sitz in Jacksonville, gegründet. Ziel ist die Stärkung der Marktposi-

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tion in den Geschäftsbereichen Trockeneisstrahlen und Trockeneisproduktion. www.ascoco2.com n  Um seine Position in der Region Südostasien weiter zu stärken, gründet Engel Austria am Standort Bangkok in Thailand eine regionale Drehscheibe für die Niederlassungen und Vertretung vor Ort, d.h. die Verantwortung für die Märkte in dieser Region wird gebündelt. www.engelglobal.com n  Mit 80 m2 Grundfläche ist die neue Spritzgiessanlagenautomation von MartinMechanic so gross wie ein kleines Einfamilienhaus. Die MAS umspritzt Präzisionsstanzteile und Kontaktfedern mit Hilfe von fünf Robotern. Stolze 20 Tonnen bringt die komplette Anlage, die für einen Kunden der Elektronikindustrie konzi-

piert wurde, auf die Waage. www.martinMechanic.com n  Omron Adept Technologies baut den Produktionsstandort in Dortmund weiter aus. Das Unternehmen trägt der positiven Geschäftsentwicklung sowie der steigenden Nachfrage nach mobilen Robotern Rechnung und erweitert die Produktionsfläche um knapp 50 %. Zusätzlich wurde ein neues Demo-Center für die mobilen Roboter eingeweiht. www.adept.de n Der im April in Berlin gegründete Verband 3DDruck e.V. tritt dem Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) als Fördermitglied bei. Gemeinsam wollen die beiden Verbände die Weiterentwicklung der 3D-Druck-Technologie fördern. www.verband3ddruck.berlin

KÜRZE

n Die Marke Sommer-automatic hat Anwender aus der Automatisierungsbranche über Jahrzehnte begleitet. Nun wird die Traditionsmarke in der Dachmarke der Zimmer Group aufgehen. Die Produkte (Greifer-, Handhabungs- und Roboterkomponenten) werden unter der Marke der Zimmer Group weiterhin verfügbar bleiben. www.zimmer-group.com n Die Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. stellt klar: Die seit dem 1. Oktober 2016 geltende Regelung, HBCD-haltiges EPS-Dämmstoffmaterial, das aus Abbruchund Rückbaumassnahmen stammt, als gefährlichen Abfall einzustufen, spielt für airpop/ EPS-Verpackungen keine Rolle. Diese enthalten kein HBCD, sind lebensmittelecht und können rezykliert werden. www.airpop.de

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NEWS

Bild: Messe Luzern

Die AM Expo übertrifft die Erwartungen

Es herrschte reges Treiben und eine gute Stimmung bei Besuchern und Ausstellern auf der ersten AM Expo in Luzern.

Die AM Expo in Luzern ging am 21. September nach zwei Tagen sehr erfolgreich zu Ende. Die erste Fachmesse für professionellen 3D-Druck in der Schweiz zeigte anschaulich, was heute mit additiver Fertigung realisiert werden kann und leistete einen einzigartigen Wissenstransfer. «Mit der AM Expo ist es uns gelungen, einen Trend aufzugreifen», erklärt René Ziswiler, Messeleiter der AM Expo. «Der erfreulich grosse Besucherauf-

marsch und die ausschliesslich positiven Rückmeldungen der Aussteller beweisen, dass mit der AM Expo ein Bedürfnis der Industrie erkannt wurde.» Während zwei Tagen präsentierten rund 70 Aussteller ihre bereits am Markt realisierten Projekte und machten damit deutlich, dass die zukunftsweisende Technologie der additiven Fertigung in der seriellen Fertigung angekommen ist. Dieser praxisnahe Bezug der AM Expo trug wesentlich zur

Mobilisierung der insgesamt 1700 Besuchenden bei. Im Showcase-Forum erhielten sie detaillierte Informationen zu den gezeigten Anwendungsbeispielen und konnten diese mit Experten besprechen. Die anschauliche Auseinandersetzung mit der additiven Fertigung wurde auch von den Ausstellern geschätzt. «Mich überzeugte das sehr qualifizierte Publikum. Wir konnten mit Besuchenden konkrete Projekte besprechen, die wir nun

weiterverfolgen», zeigt sich Thomas Teufel von der deutschen Firma Teufel Prototypen zufrieden. «Es ist eine top Stimmung. In der Branche herrscht ein Spirit, der vielen etablierten Branchen fehlt», sagt Stefan Leut­ hold, Clustermanager von Health Tech Cluster Switzerland. Und er doppelt nach: «Es ist das richtige Thema, die richtige Messe am richtigen Ort und zur richtigen Zeit.» Die AM Expo konnte wichtige Aufklärungsarbeit leisten, um Einsteiger oder Profis im Bereich der additiven Fertigung weiterzubringen. Entsprechend ist auch René Ziswiler mit dem Start der AM Expo zufrieden. «Meine Erwartungen sind mehr als übertroffen und ich bin überzeugt, dass wir mit der AM Expo einen ersten Schritt für die Entstehung einer branchenübergreifenden AM-Community gemacht haben.» Weiter geht es im kommenden Jahr mit einer Tagung zur additiven Fertigung, bevor dann am 6. und 7. März 2018 die zweite AM Expo stattfinden wird. www.am-expo.ch

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NEWS

Bild: Ems-Chemie

Das Emsorama ist um eine Dimension attraktiver

Einweihung des neusten Exponates im Emsorama durch Magdalena Martullo-Blocher, Prof. Jürg Kessler, Prof. Dr. Bruno Studer, HTW Chur, Dr. Tobias Leutenegger sowie Andreas Conzelmann von Trumpf (v. l.).

Im Emsorama, das für die Öffentlichkeit zugängliche Science Center der Ems-Chemie in Domat/Ems, konnte das «Hologramm» eingeweiht werden. Dabei handelt es sich um ein

gemeinsames Projekt der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur und Ems. Das jüngste Exponat fasziniert durch die 3-dimensional wirkenden Figuren, die sich in ei-

Schweizer Compoundeur baut aus Die Polycompound AG in Sissach (CH) investiert in ein komplett neues Technikum mit individuell gekapselten Produktionsräumlichkeiten für die Versuchs- und Kleinproduktionslinien. Die beiden bestehenden Ko-Kneter wurden durch eine zusätzliche, neue Ko-Knetanlage mit erweiterter Verfahrenslänge ergänzt. Die substantielle Investition eröffnet der Polycompound und ihren Kunden neue und erweiterte Möglichkeiten: Anspruchsvollste und hochkomplexe Produkte können in einem Schritt verarbeitet werden. Die drei Versuchsund Kleinproduktionslinien werden simultan betrieben. Ein Risiko einer Cross-Contamina36

tion ist jederzeit ausgeschlossen und die absolute Einhaltung der Geheimhaltung ist gewährleitet. «Es ist ein bedeutender Fortschritt, welche die Investitionen gebracht haben. Wir konnten zudem die bestehenden Möglichkeiten in punc­ to Sauberkeit und Flexibilität nochmals deutlich steigern, um für die Zukunft gerüstet zu sein», ist CEO Thomas Manetsch überzeugt. Durch die Investition erhöht sich die Kapazität im Bereich Technikum auf 400 jato. Investiert wurde ebenfalls in die Up- und Downstream-Peripherie, welche die Flexibilität der Anlagen weiter erhöht. www.polycompound.ch

ner gläsernen Pyramide bewegen: Ein Schmetterling, ein Vogel oder ein Haifisch bewegen sich wie von Zauberhand auf den Besucher zu. «Die Idee einer Zusammenarbeit hatten

wir bereits vor der Eröffnungsfeier des Emsorama im Januar dieses Jahres», sagt Magdalena Martullo, Chefin der Ems-Chemie, und Bruno Studer, Mitglied der Hochschulleitung der HTW Chur, ergänzt: «Wir prüften einige Ideen fürs Emsorama, das Hologramm hat aber am besten gepasst.» Die holografischen Bilder werden von der Decke aus auf eine Glasplatte projiziert. Die bewegten Bilder spiegeln sich in der darunter liegenden Glaspyramide. «Damit wird dem Betrachter suggeriert, dass sich etwas in der Pyramide frei schwebend bewegt», erklärt Tobias Leutenegger, Studienleiter des neuen Photonics-Lehrganges an der HTW Chur und Baumeister des neuesten Emsorama-Exponats.

www.emsorama.ch

AM Network gegründet Anlässlich der AM Expo Night am 20. September 2016 in Luzern wurde das Additive Manufacturing Network (AM Network) aus der Taufe gehoben. Mit dem Ziel gemeinsamer F&E-Projekte vernetzt das AM Network Industrie und Wissenschaft. Das AM Network basiert auf der Arbeit der Vereine ManuFuture CH und swiss3Dprinting, deren Aktivitäten nun zusammengeführt wurden. Das Projekt wird von der Kommission für Technologie und Innovation KTI gefördert. Mit dem Geld können nun die Vereinstrukturen aufgebaut, Mitglieder angeworben, Leistungen ausgebaut und F&E Projekte angestossen werden. Das Netzwerk startet

offiziell am 1. Januar 2017. Zum Präsident wurde Prof. Markus Bärtschi (ehemals Präsident von ManuFuture), zum Vize-Präsident Bruno Lurati (ehemals Präsident von swiss3Dprinting) gewählt. Dem Vorstand gehören des Weiteren an: Prof. Fritz Bircher, Uni Freiburg; Sergio Gallante, Bosch; Dr. Felix Reinert, Innovation Park Biel; Patrick Roth, Präzisionscluster; Dr. Martin Stöckli, inspire, und René Ziswiler, Messe Luzern. Geschäftsführer ab Neujahr wird Hendrik Holsboer, FHNW, sein.

www.amnetwork.ch 11/2016


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NEWS

werden diese zusammen mit dem Lanxess-Geschäftsbereich Rhein Chemie Additives (ADD) das neue Segment «Performance Additives» bilden. ADD bietet schon heute eine breite Palette an Spezialadditiven und Serviceprodukten für die Kunststoff-, Kautschuk-, Schmierstoff- und Farbenproduktion und beschäftigt weltweit rund 1600 Mitarbeiter an über 20 Standorten. Zum Additiv-Geschäft kommt noch Chemturas Geschäftsbereich Urethane dazu, das bei Lanxess in das Segment High Performance Materials integriert wird, in dem das Geschäft mit Hochleistungskunststoffen verankert ist. www.lanxess.com

Engel vollzieht weiteren Schritt in Richtung Industrie 4.0 Engel Austria übernimmt mit sofortiger Wirkung den MES-Anbieter T.I.G., die Technische Informationssysteme GmbH, in Rankweil (A). Mit dieser Investition stärkt Engel seine führende Position im Bereich der Manufacturing Execution Systeme (MES) für die Spritzgiessindustrie und erreicht einen weiteren Meilenstein seiner Indus­ trie4.0-Strategie. Engel und T.I.G. arbeiten auf dem Gebiet der MES-Lösungen seit vielen Jahren eng zusammen. Unter anderem basiert das MES des Spritzgiessmaschinenbauers e-factory auf der Entwicklungsarbeit von T.I.G.

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Mit e-factory ist Engel als einer der wenigen Spritzgiessmaschinenbauer weltweit in der Lage, seinen Kunden ein eigenes, auf die Anforderungen der Spritzgiessindustrie exakt zugeschnittenes MES anzubieten. T.I.G. wird unter dem Dach der Engel Unternehmensgruppe als eigenständiges Tochterunternehmen geführt. Die beiden MES Lösungen, e-factory von Engel und authentig von T.I.G., werden auch zukünftig unabhängig voneinander als eigenständige Lösungen angeboten und konsequent weiterentwickelt. www.engelglobal.com

Bild: Sumitomo (SHI) Demag

Lanxess plant die Übernahme des US-amerikanischen Unternehmens Chemtura, einem der grossen global tätigen Anbieter von hochwertigen Flammschutzund Schmierstoff-Additiven. Der Spezialchemie-Konzern baut mit dieser grössten Akquisition in seiner Geschichte sein eigenes Additiv-Portfolio deutlich aus und wird in diesem Wachstumsmarkt zu einem der grössten Akteure weltweit. Die Transaktion mit einem Unternehmenswert von rund 2,4 Milliarden Euro wird voraussichtlich Mitte 2017 vollzogen. Die beiden Additiv-Bereiche von Chemtura bilden die wesentlichen Säulen des Unternehmens. Nach Abschluss der Transaktion

Neuer CEO bei Sumitomo (SHI) Demag

CEO Dr. Tetsuya Okamura (Mitte), mit dem designierten CEO von Sumitomo (SHI) Demag, Gerd Liebig (links) und CTO Andreas Schramm.

Gerd Liebig (55) wird neuer CEO bei Sumitomo (SHI) Demag. Er folgt zum 1. Januar 2017 auf Dr. Tetsuya Okamura (60), der zeitgleich in eine neue verantwortungsvolle Tätigkeit bei Sumitomo Heavy Industries Ltd. , Japan, wechseln wird. Liebig ist in der Spritzgiessmaschinenindustrie seit 25 Jahren in verantwortlichen Funktionen in Vertrieb und Marketing tätig. Im April 2015 übernahm er die Geschäftsführung Vertrieb bei der Sumitomo (SHI) Demag Plastics Machinery GmbH. Er war bereits von 1990 bis 2005 Leiter Marketing bei der Demag Plastics Group, bevor er als Group Marketing Director zu Engel wechselte. Mit neuen Tochtergesellschaften in Ungarn, Österreich und Spanien hat Gerd Liebig in den letzten Monaten die Beratungs- und Problemlösungskompetenz von Sumitomo (SHI) Demag vor Ort verstärkt und den Kundendienst internationalisiert. Dr. Tetsuya Okamura leitet als CEO seit März 2008 und nun

Die Champions League der Filterbranche – SF-Filter. 30’000 Filtertypen ab Lager für den Mobil- und Industriebereich.

noch bis Dezember 2016 das Unternehmen gemeinsam mit CSO Gerd Liebig und CTO Andreas Schramm. Dr. Okamura hat das Unternehmen finanzstark mit klarem strategischem Fokus entwickelt, die Produktion und das Produktportfolio auf Kernkompetenzen fokussiert. Das Unternehmen hat erheblich in den Ausbau seiner Produktions­ standorte und Vertriebsgesellschaften investiert, zuletzt einen hohen Betrag in Maschinen am Standort Schwaig. Weitere Mittel werden aktuell zur Stärkung des «eService» und zum Ausbau der Vertriebsgesellschaften bereitgestellt. Zusammen mit dem bisherigen CTO Andreas Schramm wird die Internationalisierung des Unternehmens und die Integration der Aktivitäten mit Sumitomo Plastics Machinery Divison und dem Stammhaus in Japan vorangetrieben.

www.sumitomo-shi-demag.eu heller > laufer

Lanxess plant Übernahme von Chemtura

SF-Filter AG CH-8184 Bachenbülach Tel. +41 44 864 10 60 www.sf-filter.com

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KUNSTSTOFF XTRA

VER ANSTALTUNGEN

DEZEMBER 2016 30.11.– 01.12.

Seminar: Grundlagen für Finite Elemente Simulationen – Möglichkeiten und Grenzen der FEM Ort: Düsseldorf Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 6214-201 wissensforum@vdi.de, www.vdi.de/leichtbau

30.11.– 01.12.

Seminar: Festigkeitsnachweis von technischen Kunststoffbauteilen Ort: Rapperswil Veranstalter: IWK Institut für Werkstofftechnik und Kunststoffverarbeitung Oberseestrasse 10, CH-8640 Rapperswil Telefon +41 (0)55 222 47 70 iwk@hsr.ch, www.iwk.hsr.ch

01.12.

Seminar: Kunststoff-Metall-Hybridteile Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3, D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de, www.kunststoff-institut.de

01.12.

Seminar: Kunststoff in der Medizintechnik Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de, www.kunststoff-institut.de

01./02.12.

06.12.

06./07.12.

06.–08.12.

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Faser-Kunststoff-Verbunde – der Werkstoff für Kreative Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch Seminar: Spritzgiessen von optischen Bauteilen in der Praxis Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de, www.kunststoff-institut.de

Seminar: Additive Fertigung von Kunststoffbauteilen Ort: Düsseldorf Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 6214-201 wissensforum@vdi.de, www.vdi.de/leichtbau Technologiekurs: Qualitätserfassung – Werkzeuginnendruck / Sensortechnik Ort: Lossburg Veranstalter: Arburg GmbH 1 Co. KG Arthur-Hehl-Strasse, D-72290 Lossburg Telefon +49 (0)7446 33-0 www.arburg.com

07./08.12.

Seminar: Extrusionsblasformen von Verpackungen Ort: Köln Veranstalter: VDI Wissensforum Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf Telefon +49 (0)211 6214-201 wissensforum@vdi.de, www.vdi.de/leichtbau

08.12.

Seminar: Werkzeugtechniken für Duroplaste Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

08.12.

Seminar: Reinigung und Oberflächenveredelung für industriell genutzte Elastomere Ort: Mannheim Veranstalter: Isgatec GmbH
 Am Exerzierplatz 1A, D-
68167 Mannheim
 Telefon +49 (0)621/717 68 88-0
 info@isgatec.com, www.isgatec.com

08.12.

Seminar: Wettbewerbsvorteile durch vernetzte Produktion Ort: Villingen-Schwenningen Veranstalter: Kunststoff-Institut Südwest Hermann-Schwer-Strasse 3 D-78048 Villingen-Schwenningen Telefon +49 (0)7721 99 780-0 bildung@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

08.12.

Seminar: Spritzgiessen unter Zeitdruck – Sparbüchse Zykluszeit Ort: Würzburg Veranstalter: SKZ – ConSem GmbH Frankfurter Strasse 15–17, D-97082 Würzburg Telefon +49 (0)931 4104-164 anmeldung@skz.de, www.skz.de/seminare

08./09.12.

Wiederholungskurs Spritzgiessen Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

08./09.12.

Aufbau und Eigenschaften der Kunststoffe Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

12.–14.12.

Kurs: Additive Fertigung Ort: Lossburg Veranstalter: Arburg GmbH + Co. KG Arthur-Hehl-Strasse, D-72290 Lossburg Telefon +49 (0)7446 33-0 www.arburg.com

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KUNSTSTOFF XTRA

MESSEN

ELEKTRISCH PERFEKT IN

Schüttgut Basel 2016

FORM

Für jeden Prozess die richtige Technik So lautet das Leitmotto der diesjährigen Schüttgut Basel, die am 16. und 17. November 2016 auf der Messe Basel stattfindet. Der zentrale Branchenevent für Entscheider und Anwender aus verschiedenen Industrien bietet einen effizienten Mix aus Fachausstellung und Wissenstransfer auf der InnovationCenter-Bühne.

Beim Schweizer Top-Event für Schüttgutund Verfahrenstechnik in Basel dreht sich wieder alles rund um die Verarbeitung und Bearbeitung von Granulaten, Pulvern und Schüttgütern jeglicher Art. «Schüttgüter sind in vielen Industriebranchen Bestandteil des Produktionsprozesses und stehen daher im Fokus einer effizienten und kostenbewussten Strategie», sagt Easyfairs-Event Director Daniel Eisele. «Die Schüttgut Basel ist ein unverzichtbarer Marktplatz für den Standort Schweiz und zusätzlich eine grosse Wissensplattform.» Im Fokus der Fachmesse stehen die vielfältigen Verarbeitungs- und Verfahrensschritte – vom Zerkleinern und Mahlen von grob- bis feinstkörnigen Materialien über das Filtern und Trennen bis hin zum Mischen, Agglomerieren und Formen. Gezeigt werden Maschinen und Verfahren für die Materialannahme, das Handling und die Verarbeitung, innerbetriebliche Prozesse sowie das Lagern und der interne und externe Transport.

Technik der Zukunft live erleben Für Pulver-, Schüttgut- und Produktions-Experten zählen Sicherheit und Hygiene, energie- und ressourceneffizientere Pro11/2016

duktion sowie Messen und Automatisieren zu den zentralen Themen. Hierzu finden Messebesucher eine grosse Vielfalt an Produkten, Lösungen und Dienstleistungen. Kompetente Gesprächspartner geben auch Auskunft zu aktuellen Trends wie die neuartigen 3D-Printing-Produktionsprozesse oder zu spezifischen Lösungen für die Lebensmittel-, Pharma-, Kunststoff- oder chemische Industrie ebenso wie für die Branchen Metall, Logistik, Landwirtschaft, Bau und Bergbau. Flexibilität ist ein wichtiges Stichwort beim Schüttguthandling. Wie funktioniert das heute möglichst effizient? «Auf der Schüttgut Basel finden Fachpersonen alles, was für eine effiziente und kostenbewusste betriebliche Praxis gebraucht wird. Zusätzlich können Anwender und Entscheider von Experten-Vorträgen zu Themen aus der Schüttgut- und Verfahrenstechnik profitieren», begründet Ralf Schrage, CEO Schrage Rohrkettensystem GmbH, Conveying Systems, die Präsenz auf der Messe. Die reguläre Zweitageskarte für die Schüttgut Basel kostet 30 CHF. Besucher können mit KunststoffXtra die Fachmesse kostenfrei besuchen, wenn sie sich vorab online anmelden. Der Code für das Gratis-Ticket lautet: 4022. Die Registrierung ist möglich über die Messe-Webseite.

Kontakt Easyfairs Switzerland GmbH St. Jakobs-Strasse 170a CH-4132 Muttenz Telefon +41 (0)61 228 10 00 schweiz@easyfairs.com www.schuettgut-basel.ch

Perfekte elektrische Antriebslösungen für Spritzguss-Formen

Elektromechanik: Der ideale Hydraulikersatz verbindet hohe Flexibilität mit einer herausragenden Energieeffizienz! Lineare und rotative Bewegung von Nadeln, Schiebern, Platten, Kernen Leiser und sauberer Antrieb ohne Öl Ideal für Medizinaltechnik/Reinraum Kurze Zykluszeiten, hohe Produktivität Verbesserte Reproduzierbarkeit und Genauigkeit von Spritzteilen Kontrollierte Bewegungen, sehr gute Einstell-/Überwachungsmöglichkeiten Standard-Schnittstellen zur Maschine Tiefe Wartungs-/Betriebskosten

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KUNSTSTOFF XTRA

MESSEN

Prodex und Swisstech in Basel

Das bewegt den Werkplatz Schweiz

Bild: Exhibit & More

Mitte November öffnen die wichtigsten beiden Messen der MEM- und Zuliefer-Industrie ihre Tore in Basel. An der diesjährigen Prodex und Swisstech vom 15. bis 18. November 2016 werden zahlreiche Lösungen und Trends der Branchen der MEM- und Kunststoffindustrie angeboten.,

finden um 16.00 Uhr im Forum Halle 1.1 am Stand B50 ein Referat und eine Podiumsdiskussion über die Digitalisierung und die Auswirkungen auf die gesamte Branche, auf Unternehmen und Einkauf statt.

Forum und Sonderschau 3D-Printing

Auch für 2016 erwarten die Messeverantwortlichen einen grossen Besucheransturm an der Swisstech und Prodex.

Die Prodex und Swisstech warten auch dieses Jahr mit vielen Neuheiten, Trends und Prototypen auf interessierte Fachbesucher. Die Prodex zählt 320 Aussteller und Swisstech hat einen Stand von rund 440 Ausstellern erreicht, womit das Messe-Duo erneut die ganzen Hallen 1.0, 1.1. und 1.2 der Messe Basel belegt. Neben einem abwechslungsreichen Ausstellungsangebot sind während der vier Messetage auch die Themen Industrie 4.0 und 3D-Printing ein Teil des attraktiven Rahmenprogramms.

Vernetzte Industrie = Industrie 4.0 Die Verschmelzung industrieller Prozesse mit Informationstechnologie wird in Zukunft die MEM- und Kunststoffindustrie 40

stark prägen. Neue Geschäftsmodelle, mehr Produktionseffizienz, weniger Kosten – Industrie 4.0 wird immer mehr dazu beitragen, dass der Werkplatz Schweiz wettbewerbsfähig bleibt. Wie wende ich Industrie 4.0 an? Wie funktioniert es? Unter dem Patronat der FHNW präsentieren Experten in Referaten Praxisbeispiele und -lösungen, die bereits in Anwendung sind oder noch realisiert werden. Der Verband Swissmem organisiert ergänzend zu diesem topaktuellen Thema täglich geführte Messerundgänge. Vorausschauende Einkaufsorganisationen haben jetzt die Chance, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten. Der Fachverband procure.ch hat zusammen mit zwei Partnern einen Arbeitskreis gegründet, in dem Einkaufsleiter ihre neue Rolle aufgrund der digitalen Transformation definieren. Am Mittwoch, 16. November,

3D-Printing ist ein Technologietrend, der in verschiedensten Bereichen fast unbegrenzte Möglichkeiten bietet. Eine praxisorientierte Sonderschau bietet neueste Erkenntnisse sowie konkrete Anwendungen aus dem Bereich 3D-Printing. Während der vier Messetage werden vormittags in Foren unterschiedliche Themen diskutiert: «Management und Dienstleistung», «Maschinen und Anlagen» sowie «Forschung und Innovation». Neu wird am Freitag, 18. November, um 12.30 Uhr am Stand E50 der 3D-Printing-Award verliehen.

Nachwuchsförderung Am ersten Messetag findet auch dieses Jahr wieder der Nachwuchstag der MEM-Industrie statt. Den Jugendlichen aus Fachhochschul- und Berufsklassen sowie Lehrlingsgruppen aus Industriebetrieben werden am Dienstag, 15. November, vom Veranstalter ein kostenloser Messebesuch sowie ein Mittagessen offeriert.

IndustrySkills 2016 Wer reist an die Berufs-WM 2017 nach Abu Dhabi? Swissmechanic kürt dieses Jahr während der Messetage die Schweizer Meisterin oder den Schweizer Meister der Polymechaniker in den Disziplinen Automation, CNC-Drehen und CNC-Fräsen. Zur gleichen Zeit richtet Swissmem die Schweizer Berufsmeisterschaft mit den je 11/2016


KUNSTSTOFF XTRA

D m er W it de ittm rg a ro nn ss K en le St in-R eu o er bo un te g r

MESSEN

IO N

SW ED I IT S S

De CN r W C 8 8. 08 3

Daten und Fakten Datum: 15. bis 18. November 2016 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 9.00 bis 17.00 Uhr Spezial-Veranstaltungen: Vorträge zu Industrie 4.0, Forum Halle 1.1, Vorträge zu 3D-Printing, Forum Halle 1.1, und Sonderschau 3D-Printing, Stand E50, Halle 1.1, alle jeweils täglich. IndustrySkills 2016, Dienstag bis Freitagmittag, Stände Swissmem & Swissmechanic Rangverkündigung IndustrySkills, Freitag, 14.00 Uhr, Forum Halle 1.1 Verleihung 3D-Printing Award, Freitag, 12.30 Uhr, Halle 1.1, Stand E50 Prodex-Award-Verleihung, Donnerstag, 17.00 Uhr, Forum Halle 1.1 Ort: Messe Basel, Halle 1.0, 1.1, 1.2, Messeplatz, 4058 Basel Ticket: Ein Ticket für beide Messen Veranstalter: Exhibit & More AG zwölf besten Berufsleuten der Berufe Automatiker/in EFZ, Elektroniker/in EFZ und Konstrukteur/in EFZ aus. Live stellen die jungen Berufsleute während dieser Zeit ihr Meisterstück her. Die Rangverkündigung findet am Freitag, 18. November, um 14.00 Uhr im Forum statt.

Gemeinschaftsstände aus dem In- und Ausland Die Swisstech präsentiert sich wieder mit einer Vielzahl von Gemeinschaftsständen. Swissmechanic, der Schweizerische Arbeitgeberverband für die mechanisch-technischen sowie elektrotechnischen Klein- und Mittelbetriebe, aber auch internationale Gemeinschaftsstände aus Deutschland, Italien und Bulgarien stellen das gesamte Spektrum der Branche dar.

Prodex Award 2016 Bereits zum fünften Mal wird der wichtigste Schweizer Technologiepreis für internationale Spitzenleistungen im Bereich Fertigung und Produktion verliehen. Aus allen Einsendungen wurden die zehn besten Produkte respektive Verfahren von einer Expertenjury aus Vertretern von Hochschulen und Verbänden sowie des SMM und MSM nominiert. Die drei Gewinner werden am Donnerstag, 17. November, um 17.00 Uhr im Forum in feierlichem Rahmen und mit einer Eröffnungsansprache von Hans Hess, Präsident Swissmem, bekannt gegeben. Kontakt Exhibit & More AG CH-8117 Fällanden Telefon +41 (0)44 806 33 55 lea.maurer@exhibit.ch iris.sorgalla@exhibit.ch www.swisstech-messe.ch www.prodex.ch 11/2016

Robotsteuerung: CNC8

I-Vac

Quick Edit und Quick New

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Eco-Mode

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Clevere Lösung: Datumstempel mit Einrastfunktion

Beim Spritzgiessverfahren ist es eine grosse Herausforderung, dass sich die Stelleinsätze bei einer sehr ungünstigen Einbauposition oder bei hohem Spritzdruck selbstständig während der Produk­ tion lösen können. Dieses Problem wurde in der Ver­ gangenheit (wird zum Teil heute noch) über den Einsatz von fe­ dernden Druckstücken, O-Ringen oder Sonstigem gelöst. Der Nach­ teil dabei ist, dass das Drehmo­ ment nicht wesentlich erhöht, der Stempel aber anfälliger auf Ver­ schmutzung und hohe Temperatu­ ren wird. Der Datumstempel DATI 2900 vom Hersteller Opitz kommt ohne zusätzliche bewegliche Teile aus

und ist mit einer mechanischen Verriegelung versehen, welche di­ rekt in den Stelleinsatz und die Hülse eingearbeitet ist. Dadurch ist der Stempel nicht anfällig gegen Verschmutzung und hohe Tempe­ raturen. Der Stempel lässt sich ausserdem einfach nach Gefühl oder Gehör einstellen, denn jede Zahlenposi­ tion hat einen gut fühlbaren Ein­ rastpunkt. Gerade bei grossen Formen oder schlecht einsehba­ rem Datumsstempel wird dadurch die Bedienung wesentlich erleich­ tert. Mit Zunahme des Spritzdruckes wird die Verriegelung immer fes­ ter, so dass ein selbstständiges Verstellen des Datumsstempels im Werkzeug quasi ausgeschlos­ sen ist. Zahlreiche Tests in Prob­ lemwerkzeugen bei Anwendern haben überzeugende Ergebnisse erbracht. Die DATI 2900 ( 833845 Typ A, Monate + Jahr / 833846 Typ B, Monate) sind von vorne montier­ bar und in Durchmesser 3-16 mm erhältlich.

Brütsch / Rüegger Werkzeuge AG Heinrich Stutz-Strasse 20 Postfach, CH-8902 Urdorf Telefon +41 (0)44 736 63 63 verkauf.normteile@brw.ch www.brw.ch

Kompaktschiebereinheiten für kleinste Einbauräume

Mit den neuen Kompaktschieber­ einheiten bietet Meusburger eine schlanke Schiebervariante speziell für kleine Einbauräume. Neben der Grösse überzeugen die ein­ baufertigen Ausführungen auch durch ihre Qualität. Hohe Ver­ schleissfestigkeit sowie beste Gleiteigenschaften werden durch die DLC-beschichteten Schieber ermöglicht. Zudem garantiert höchste Präzision in der Konstruk­ tion und Fertigung der neuen Schiebereinheiten eine maximale Prozesssicherheit im Spritzgiess­ vorgang. Gerade für komplexe Formen wer­ den Schiebereinheiten mit kleinen Einbaumassen benötigt. Speziell dafür bietet Meusburger die neuen hochpräzisen und einbaufertigen Kompaktschiebereinheiten in ex­ trem schlanken Bauformen. Die grossen Eckenradien der recht­ eckigen Kompaktschiebereinhei­ ten gestalten den Einbau sicher und einfach. Somit kann auf eine umständliche Verdrehsicherung

verzichtet werden. Die DLC-be­ schichteten Schieber – aus 1.2343 mit 54 HRC – bieten nicht nur eine hohe Verschleissfestigkeit, son­ dern auch beste Gleiteigenschaf­ ten. Dank der ESU-Güte eignen sich die Schieber bestens für Hochglanzpolituren. Ein zusätzli­ ches Abstimmen der Schieber-Vor­ spannung ist mit der mitgeliefer­ ten Abstimmplatte einfach mög­ lich. Zur Auswahl stehen zwei Ausführungen der Kompaktschie­ bereinheiten mit je drei Varianten: Die Ausführung E3360 kann ein­ fach und zeitsparend über die Trennebene oder von der Rücksei­ te aus montiert werden. Für den Einsatz bei sehr geringem Platzan­ gebot bietet Meusburger die Kom­ paktschiebereinheit E 3330. Je nach Variante ist der Einbau auch um 180 ° gedreht möglich. Da­ durch wird zusätzlich Platz für Heisskanaldüsen oder Temperier­ bohrungen geschaffen. Die neuen kompakten Schiebereinheiten von Meusburger sind wie gewohnt so­ fort ab Lager verfügbar.

Meusburger Georg GmbH & Co. KG, Formaufbauten Kesselstr. 42 A-6960 Wolfurt Telefon +43 (0)5574 6706-471 office@meusburger.com www.meusburger.com

easy Mould – der elektrische Antrieb für Formen

Parkem hat die perfekte Lösung für den servoelektrischen Antrieb von Kernen, Schiebern, Nadeln oder

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Platten in Spritzgussformen. Mit verschiedenen Antriebskonzepten und der Steuerungs- und Visuali­ sierungssoftware easyMould ge­ staltet sich die Integration wie auch die Inbetriebnahme schnell und unkompliziert. Warum gewinnen servoelektri­ sche Antriebe im Kunststoffspritz­ guss immer mehr an Bedeutung? Im Gegensatz zu hydraulischen Antrieben arbeiten diese energie­ effizienten Antriebe sauber und leise und eignen sich dadurch ins­ besondere für Reinraum- oder medizintechnische Anwendun­ gen. Sie garantieren markante

Kosteneinsparungen bei Installati­ on, Wartung und Betrieb und er­ öffnen darüber hinaus neue Mög­ lichkeiten, welche für Spritzguss­ formen echte Verkaufsargumente darstellen. Spezifische Einstell- und Überwa­ chungsmöglichkeiten erlauben dynamische, kontrollierte und prä­ zise Bewegungen. Die optimierten Bewegungsabläufe verkürzen die Zykluszeit und steigern somit die Produktivität bei gleichzeitiger Schonung der Mechanik. Hochprä­ zise und wiederholgenaue Positio­ nierungen garantieren eine ver­ besserte Genauigkeit und Repro­

duzierbarkeit der Spritzteile. Die meist einfach gehaltene Schnitt­ stelle wie digitale Ein-/Ausgänge oder Euromap kann von der Spritz­ gussmaschine unverändert über­ nommen werden. Auch diverse Feldbus-Anbindungen sind reali­ sierbar.

Parkem AG MotionControl Täfernstrasse 37 CH-5405 Baden-Dättwil Telefon +41 (0)56 493 38 83 info@parkem.ch www.parkem.ch

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Video-Messsystem Swift / Swift-Duo

Swift ist ein intuitiv bedienbares Video-Messsystem mit allen Funk­ tionen für zuverlässiges Messen. Schnelle und genaue Messergeb­ nisse machen es für die Routi­ ne-Kontrolle in der Fertigung und für die Qualitätskontrolle interes­ sant.

Schnell, kompakt, genau Mit dem 150 mm x 100 mm Prä­ zisionsmesstisch und der hochauf­ lösenden CCD-Kamera empfiehlt sich Swift für das Messen von 2D-Merkmalen an kleinen, auch komplexen, Teilen. Die automati­ sche Kantenerkennung sorgt für reproduzierbare Messergebnisse. «Touch-to-measure» Swift kommt mit der aktuellsten multi-touch Messsoftware. Das «touch-to-measure»-Konzept macht Swift intuitiv bedienbar und erleich­ tert die Einarbeitung. «Touch-to-mea­ sure» bedeutet, dass die Software zusätzlich zur Bedienung mit der Maus mittels Fingergesten gesteuert werden kann. So kann z.B. das Bild durch Spreizen der Finger vergrös­ sert und mittels Wischen in der Tei­ leansicht navigiert werden. Das Tip­ pen auf eine Kante setzt einen Mess­punkt. Für das Verständnis der Kalibrie­ rung, der Teile-Ausrichtung und

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der Programmierung für die Mes­ sung komplexer Teile, sowie für die Möglichkeiten der Erfassung, Auswertung und Protokollierung von Messdaten empfiehlt sich eine Schulung. Merkmale Swift (Bild oben): –– Präzisionsmesstisch 150x100 mm mit NLEC (Non li­ near error correction) –– Messunsicherheit U952D = –– 7+(6.5L/1000)µm, L = Länge in mm –– Massstabauflösung X/Y 1µm –– Höhenverstellung 100 mm Ver­ fahrweg –– Stativ mit Kugellagerführung –– Hochauflösende CCD Farb-Vi­ deo-Kamera –– Standard-Modell mit Objektiv 20x, optional mit Schnell-Wechsel-Objektiven 10x, 50x, 100x –– Beleuchtung wahlweise 2-Punkt-Spot oder 8-Punkt LED Ringlicht

–– PC mit installierter Messsoft­ ware (Bildschirm inklusive) Merkmale Swift-DUO (Bild unten): –– Zusätzlich ausgerüstet mit der ergonomischen Mikroskop-Optik –– Geeignet zur Erkennung spezi­ eller Kanten Informationen zur allgemeinen Ori­ entierung finden sich im ToolShop www.brw.ch unter der Artikel Nr. 152660. Fachspezialisten stehen für eine Beratung und /oder eine unver­ bindliche Vorführung im firmenei­ genen Prüf- und Messraum zur Verfügung.

Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG Heinrich Stutz-Strasse 20 Postfach, CH-8902 Urdorf Telefon +41 (0)44 736 63 63 verkauf.messtechnik@brw.ch www.brw.ch

Wälzführungen für den Formenbau

Kugel- und Rollenführung mit Käfigpositionierung

Die Kugel- und Rollenführungen zum hochgenauen Führen von mehreren Platten. Das Käfigpositioniersystem erlaubt das Ausfahren aus der Vorspannung und somit einen nahezu unbegrenzten Öffnungsweg der Haupttrennebene. Ein Verklemmen oder Verkanten ist dank der hochpräzisen und wartungsarmen Wälzführungen, auch im Dauerbetrieb, nicht möglich. Die Führungen sind auch in anwendungsspezifischer Ausführung und mit unterschiedlichen Wälzkörpern erhältlich. Erfahren Sie mehr.

Agathon AG Gurzelenstrasse 1 | 4512 Bellach | Schweiz Telefon +41 32 617 45 02 | Fax +41 32 617 47 01 normalien@agathon.ch | www.agathon.ch

Grafik: © Pixel & Création - Fotolia.com

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Neue Dimension in der Misch­ technologie – schnell, einfach, wirtschaftlich

Der Vorgang des Mischens, Kne­ tens und Homogenisierens spielt bei vielen Prozessschritten in un­ terschiedlichsten Industrien und Anwendungsbereichen eine im­ mer grössere Rolle. In vielen Fäl­ len ist an den Mischprozess auch die Notwendigkeit des Entgasens gekoppelt. Die Qualität dieser Vorgänge entscheidet massgeb­ lich über die Produkteigenschaf­ ten, beziehungsweise ermöglicht überhaupt erst nachfolgende Pro­ zessschritte und Reaktionen. Die hochleistungsfähigen Kurabo Ma­ zerustar Planeten-Mischer verfü­ gen über ein breites Anwen­ dungsspektrum und zeichnen sich besonders durch ihre vielfäl­ tigen Einsatzmöglichkeiten aus. Dazu zählen in erster Linie An­ wendungen in Forschung und Entwicklung aber auch immer häufiger Applikationen in Labors und in der Qualitätssicherung. Eine immer wichtigere Rolle spie­ len sie auch in der Produktion von Klein- und Kleinstmengen und dies in den unterschiedlichsten Industrien, zum Beispiel in der Herstellung von Kosmetika oder von Leitpasten für die Solarindus­ trie. Mischen zählt erfahrungsgemäss zu den wichtigsten verfahrens­

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technischen Prozessen in sehr vielen Industriezweigen. Die Pa­ lette der zu verarbeitenden Stoffe ist dabei unüberschaubar gross. Deren Konsistenz kann niedrig oder hochviskos, pastös, krümelig oder pulvrig sein. Oft werden mehrere Schritte in einem Ar­ beitsgang erledigt. Zu den wich­ tigsten Aufgabenstellungen zäh­ len neben dem eigentlichen Mi­ schen oder Homogenisieren noch das Suspendieren und Dispergieren. Das primäre Ziel ist prinzipiell das Erreichen einer ge­ forderten Homogenität des neu­ en Stoffes. Unter ökonomischen und verfahrenstechnischen Ge­ sichtspunkten spielt die Mischzeit und die für den Mischprozess aufgewendete Energie – sprich Wärmeeintrag – eine wichtige Rolle. Der Kurabo Mazerustar er­ reicht all dies ohne Einsatz von Rührern oder Mischwerkzeugen und ohne Anlegen von Vakuum, ausschliesslich durch gleichzeiti­ ge Rotation einer Sonnenscheibe und einem oder zwei darin schräg aufgehängten Probengefässen, welche ebenfalls um die eigene Achse rotieren. Das Verhältnis von Umdrehung zu Rotation kann beim Kurabo Mazerustar manuell eingestellt werden. Ein Mischvor­ gang mit den Parametern Umdre­ hung, Rotation und Zeit lässt sich so auf der eingebauten Folien­ tatstatur einfach in bis zu drei Schritte unterteilen und individu­ ell vorprogrammieren. Auf zehn frei zugänglichen Kanälen können dann kundenspezifische Misch­ vorgänge programmiert und ge­ speichert werden. Zehn weitere Kanäle stehen zur Verfügung, sind aber fest vorprogrammiert. Die Geräte sind in unterschiedli­ chen Grös­s en und Ausführungen von 1 × 250 g bis zu 2 × 10 kg erhältlich.

Tracomme AG Dorfstrasse 8
 CH-8906 Bonstetten Telefon +41 (0)44 709 07 07 tracomme@tracomme.ch www.tracomme.ch

EPDMP Inox-Panzerschlauch

Der EPDMP Panzerschlauch weist durch seine Edelstahldraht-Um­ flechtung die gleiche Druckbestän­ digkeit wie herkömmliche EP­ DM-Schläuche mit wesentlich di­ ckerer Wandstärke auf. Er wird sowohl für die Verschlau­ chung von Maschinen, wie auch für Schlauchbrücken bei Spritz­ gusswerkzeugen eingesetzt. Der Schlauch ist neutral sowie auch mit roter und blauer Farbkenn­ zeichnung (Vor- und Rücklauf) lieferbar. EPDMP-Schläuche können mittels gängigen Armaturen von Hand (Bri­ den ) oder mit einer Schlauchpres­ se (HND-Quetschhülsen) konfekti­ oniert werden.

Die Vorteile liegen auf der Hand: –– Hohe Druckbeständigkeit durch Edelstahldraht-Umflech­ tung –– Biegeradius: 50 mm –– Farbkennzeichnung: Kennzeich­ nungsband, doppelt, rot/blau –– Betriebstemperatur: bis max. 120 °C –– Betriebsdruck bei +20 °C: 15bar –– Berstdruck bei +20 °C: 90bar cb-Technik GmbH Schachenstr. 82 CH-8645 Jona Telefon +41 (0)55 224 30 20 verkauf@cb-technik.ch www.cb-technik.ch

Produ-Plast AG – 30 Jahre Qualität

Das Unternehmen fertigt auf über 25 Spritzgussmaschinen hoch­ wertige und technisch sehr an­ spruchsvolle Bauteile im 1K- und 2K-Bereich für namhafte Unter­ nehmen weltweit. Die Teilegrösse reicht von 0.05 g bis zu komple­ xen Baugruppen von über 750 g. Projektleitung, Teile- und Werk­ zeugkonstruktion, aber auch

Druck-, Montage- und Endverpa­ ckungsarbeiten für Kunden wer­ den angeboten. Der bestens aus­ gerüstete Werkzeugbau garantiert perfekt gewartete Spritzguss­ werkzeuge und kurzfristig um­ setzbare Werkzeugänderungen aus einer Hand. Dank ihrem ho­ hen Qualitätsstandard und grosser Flexibilität blickt die Produ-Plast AG auf 30 Jahre partnerschaftli­ che Zusammenarbeit mit ihren Kunden zurück. Die Firma präsen­ tiert sich an der Swiss Plastics 2017 in Halle 1/Stand E1113.

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Spurrillenprofile schützen vor Unfällen

Spurrillenprofile werden meistens in Werkstätten von Bahnbetrieben oder Werkhöfen von Firmen ein­ gesetzt. Sie schliessen Stolperund Klemmstellen bei Schienen. Die elastischen Spurrillenprofile der Poesia Holding AG geben im Radkranzbereich nach und schlies­ sen nach der Zugsdurchfahrt die Spurrille wieder. Auch die SBB hat in diversen Hal­ len mit Serviceanlagen in Zürich Spurrillenprofile – insgesamt 200 m – von Poesia eingebaut. Für fast jeden Übergang musste ein pass­ genaues Profil angefertigt werden. Um die Profile vor dem Spurkranz der Räder zu schützen, entwickelte Poesia einen speziellen Anlaufkeil, der sich gemäss Thomas Grell, AVOR/Produktionstechnik, be­ währt hat: «Wir sind sehr zufrieden mit den Produkten. Die Lebens­ dauer hat sich spürbar verlängert. Zudem ist die Zahl der Unfälle zu­ rückgegangen. Auch die Überque­

rung der Schienen mit Reinigungsund Schmierwagen wurde einfa­ cher. Als vorteilhaft betrachten wir auch das Preis-Leistungs-Verhält­ nis.» Auch die zb Zentralbahn AG setzt auf die Produkte von Poesia. Auf einer Länge von 80 Metern muss­ ten Bahngeleise im Unterhaltsge­ bäude in Meiringen mit Schienenund Spurrillenprofilen gesichert werden. Für Manfred Schläpfer, Leiter Unterhalt bei der zb, hat sich die Investition gelohnt: «Natürlich haben die Produkte ihren Preis, da sie nicht ab Stange sind. Doch im Sinne der Sicherheit ist uns diese präventive Massnahme sehr wich­ tig.» Poesia Holding AG Grenzweg 3 CH-5726 Unterkulm Telefon +41 (0)62 832 32 38 info@poesia-gruppe.ch www.poesia-gruppe.ch

Neuer Hitzestabilisator Brüggolen TP-H1606 ist ein neuer Hitzestabilisator von Brüggemann­ Chemical auf Kupferkomplexbasis, der bei Polyamiden einen deutlich längeren Einsatz unter Hitze er­ möglicht als marktübliche Blends aus sterisch gehinderten Phenolen und Phosphiten. Dies gilt insbe­ sondere bei unteren und mittleren Temperaturen bis 150 °C. Zusätz­ lich bietet er die von Kupferstabili­ satoren bekannte Effektivität bei erhöhten Temperaturen bis 180 °C. Er ist farbneutral auch nach dem Konditionieren und eignet sich da­ her auch für Produkte in Naturfar­ be oder in hellen Farbtönen. Das

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granulate intelligenter dosieren

neue Additiv lässt sich präzise do­ sieren, sehr gut in Polyamid dis­ per­gieren und ist für die Compoun­ dierung dieser Kunststoffe hervor­ ragend geeignet. Damit stabilisierte Polyamid-Typen lassen sich in der gewohnten Weise verarbeiten, so­ wohl beim Spritzgiessen als auch beim Extrudieren. BrüggemannChemical Salzstrasse 131 D-74076 Heilbronn Telefon+49 (0)7131 1575-235 klaus.bergmann@brueggemann. com www.brueggemann.com

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