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FACHBERICHTE

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MESSEN

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9 / 2011

September 2011

KUNSTSTOFF XTRA NEWS

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE

Neue Maßstäbe bei der Herstellung steriler Bauteile

Ihre Vorteile mit der KraussMaffei EX CleanForm: – Separate Sterilisationsprozesse werden vollständig eliminiert – Herstellkosten können bis zu 25 % gesenkt werden – Ideal für Reinraumanwendungen höchster Klassen (Klasse A nach GMP) Besuchen Sie uns auf der Fakuma in Friedrichshafen, 18.–22.10.2011, Halle A7, Stand 7303

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KUNSTSTOFF XTRA

EDITORIAL

Kurzarbeitsentschädigung greift zu kurz Die Schweizer Exportwirtschaft leidet unter dem starken Franken. Doch es ist nicht die Währung allein, die den Unternehmen zu schaffen macht. Es ist auch das Tempo, mit dem der Euro (auch der USD) gegenüber dem Schweizer Franken an Wert verliert. Der «stündlich» sich ändernde Wechselkurs macht es Unternehmen unmöglich, vernünftig zu kalkulieren. Der Bundesrat hat mit seiner Ankündigung, ein Hilfspaket in der Höhe von 2 Mrd. CHF für die Exportwirtschaft und die Tourismusbranche zu schnüren, Begehrlichkeiten geweckt. Klar, dass umgehend von allen politischen Richtungen Vorschläge kamen, wie das Geld zu verteilen sei und wie ganz bestimmt nicht. Einig war man sich darüber, dass das Giesskannenprinzip definitiv das falsche Mittel ist. Ende August kam dann die Ernüchterung: Das Hilfspaket fällt nun mit CHF 870 Mio. wesentlich schlanker aus: das Geld soll schwerpunktmässig zur Finanzierung von Kurzarbeit eingesetzt werden. In der Finanzkrise 2008 / 09 war das Kurzarbeitsprogramm sehr hilfreich für viele Betriebe. Die (Fach)leute konnten weiter beschäftigt werden und als der Aufschwung kam, gab es keine personellen Engpässe. Nun kann man sich allerdings fragen, ob das Rezept, das damals das Richtige war, auch heute der Exportwirtschaft hilft. Denn anders als vor 2 Jahren fehlt es den Betrieben im Moment nicht an Arbeit. Viele Unternehmen lassen ihre Beschäftigten ohne Mehrlohn länger arbeiten, um die Produktivität zu erhöhen. Unter diesem Aspekt müsste das Geld zur Abgeltung der Überstunden eingesetzt werden. Auch eine vorübergehende Entlastung der Sozialabgaben würde die Unternehmer zusätzlich entlasten. Denn, auch wenn kaum laut geklagt wird: den exportorientierten Firmen schmelzen die Margen weg. Längerfristig geht die Rechnung nicht auf. Entweder verlagern die Unternehmen ihre Produktion ins Ausland und damit gehen Arbeitsplätze verloren oder aber die in Not geratenen Betriebe drohen zu Übernahmekandidaten zu werden. Um der Exportwirtschaft nachhaltig aus der Währungsfalle zu helfen, sind wohl handfestere und mutigere Vorschläge als die Kurzarbeitslösung vom Bundesrat gefragt.

Marianne Flury, Redaktorin m.flury@sigwerb.com


KUNSTSTOFF XTRA

I N H A LT S V E R Z E I C H N I S

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FOKUS

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Nun schmerzt er wirklich

Der starke Schweizer Franken macht seit geraumer Zeit den exportorientierten Schweizer Unternehmen das Leben schwer. Vermehrt hört man Stimmen, die eine Auslagerung der Produktion resp. der Arbeitsplätze ins Ausland nicht mehr zwingend ausschliessen. Wie Politik und Bund helfen wollen und wie Kunststoffunternehmen mit der inzwischen äusserst schwierigen Währungssituation umgehen zeigt der folgende Bericht.

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VERARBEITUNG Weit mehr als 100 Jahre Erfahrung

Schweiz und Präzisionsspritzguss klingt eigentlich wie ein typisches Klischee. Aber Vorurteile – positive wie negative – haben meist einen realen Bezug. Die Huber+Suhner AG beweist mit einer weit über 100 Jahre währenden Erfolgsgeschichte im Bereich elektrischer und optischer Verbindungstechnik, dass dieses Klischee stimmt.

IMPRESSUM

KUNSTSTOFF XTRA

Die Fachzeitschrift für die Kunststoff- und Kautschukindustrie

Herausgeber/Verlag SIGWERB GmbH Unter Altstadt 10 CH-6301 Zug Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.sigwerb.com Anzeigenverkaufsleitung Thomas Füglistaler

Erscheinungsweise 10 × jährlich (9 × im Jahr 2011) Jahrgang 1. Jahrgang (2011) Druckauflage 6000 Exemplare ISSN-Nummer 1664-3933 Internet www.kunststoffxtra.com Geschäftsleiter Andreas A. Keller

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Anzeigenverkauf SIGImedia AG Jörg Signer Pfaffacherweg 189 Postfach 19 CH-5246 Scherz Telefon +41 (0)56 619 52 52 Telefax +41 (0)56 619 52 50 info@sigimedia.ch Chefredaktion Marianne Flury St. Niklausstrasse 55 CH-4500 Solothurn Telefon +41 (0)32 623 90 17 m.flury@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com

MASCHINEN/PERIPHERIE Komplexe Schritte mit Standardsystemen

Wittmann Battenfeld realisierte eine Automatisierung für einen prominenten Verpackungsproduzenten, der mit 12 Standorten in 9 Ländern für die pharmazeutische, chemische und Nahrungsmittelindustrie tätig ist. Dieses Projekt erforderte die hundertprozentige Qualitätskontrolle jedes einzelnen Fertigteils.

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FIRMENBERICHT

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WERKZEUG-/ FORMENBAU Werkzeuge mit LaserCusing-Einsätzen

Die Hofmann Innovation Group AG in Lichtenfels liefert einen Werkzeugsatz mit generativen Einsätzen für die neue Gerätegeneration bei Miele. Die Partnerschaft von Miele und Hofmann Werkzeugbau hat Tradition durch die konturnahe Kühlung mit generativen Werkzeugeinsätzen auf Basis der LaserCusingTechnik von Concept Laser.

Druckerei Sprüngli Druck AG Dorfmattenstrasse 28 CH-5612 Villmergen Telefon +41 (0)56 619 53 53 Telefax +41 (0)56 619 53 00 info@spruenglidruck.ch www.spruenglidruck.ch Abonnemente Telefon +41 (0)41 711 61 11 info@sigwerb.com www.kunststoffxtra.com Jahresabonnement Schweiz: CHF 38.00 (inkl. Porto/MwSt.) Jahresabonnement Ausland: CHF 58.00 (inkl. Porto) Copyright Zur Veröffentlichung angenommene Originalartikel gehen in das ausschliessliche Verlagsrecht der SIGWERB GmbH über. Nachdruck, fotomechanische Vervielfältigung, Einspeicherung in Datenverarbeitungsanlagen und Wiedergabe durch elektronische Medien, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Copyright 2011 by SIGWERB GmbH, CH-6301 Zug

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PRÜFEN / MESSEN / QS

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NEWS

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MESSEN

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TRENDS

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VERANSTALTUNGEN

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PRODUKTE

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LIEFERANTENVERZEICHNIS

Sicherheit durch Übersichtlichkeit

Die Produktion in Reinräumen setzt eine hohe Disziplin und Sorgfalt im Bereich der Arbeitsabläufe voraus. Die Produktsicherheit hat oberste Priorität und die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsnormen müssen strengstens eingehalten werden. Dem Reinraumspezialisten Schilling Engineering GmbH ist es mit einem neuen Reinraum Kontrollsystem gelungen, die Prozesse zu vereinfachen und damit die Sicherheit weiter zu erhöhen.

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ROHSTOFFE Leitfähig respektive hoch temperaturbeständig

Die Spritzgiessmaschinen der EX-Baureihe stehen für beste Wirtschaftlichkeit, ausgezeichnete Nachhaltigkeit und vorbildlichen Umweltschutz. Ausgezeichnete Performance Ein Leistungsmerkmal der EX-Baureihe sind die minimalen Trockenlaufzeiten. Die hohen Geschwindigkeiten resultieren aus dem dynamischen Schliessenkonzept von KraussMaffei. Die elektrischen Antriebe erlauben parallele Bewegungen der verschiedenen Aggregate. Das Ergebnis: reduzierte Zykluszeiten und erhöhter Ausstoss.

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ZUM TITELBILD

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Bisher unerreichte Eigenschaften und damit neue Anwendungsgebiete für Gummiwerkstoffe – das versprechen Forschungsergebnisse aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF). Möglich machen dies neue Füllstoffe und Mischungstechnologien.

NEWS

DIE FACHZEITSCHRIFT FÜR DIE KUNSTSTOFF- UND KAUTSCHUKINDUSTRIE

Neue Maßstäbe bei der Herstellung steriler Bauteile

Ihre Vorteile mit der KraussMaffei EX CleanForm: – Separate Sterilisationsprozesse werden vollständig eliminiert – Herstellkosten können bis zu 25 % gesenkt werden

Krauss-Maffei (Schweiz) AG Grundstrasse 3 • CH-6343 Rotkreuz Telefon 041/799 71 80 • Fax 041/799 71 81 info-ch@kraussmaffei.com • www.kraussmaffei.com

– Ideal für Reinraumanwendungen höchster Klassen (Klasse A nach GMP) Besuchen Sie uns auf der Fakuma in Friedrichshafen, 18.–22.10.2011, Halle A7, Stand 7303

Krauss-Maffei (Schweiz) AG ··· Telefon + 41 41 799 71 80 info-ch@kraussmaffei.com ··· www.kraussmaffei.com

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Exzellente Präzision Die elektrischen Antriebe der Einspritzeinheit arbeiten in Verbindung mit der Steuerung hochauflösend. Dies bedeutet eine exakte Reproduzierbarkeit der Prozessschritte auch bei schnellen Zyklen. Geringste Schussgewichtsschwankungen von weniger als 0,05 % sind das Resultat. Optimale Verfügbarkeit Den einzigartigen Z-Hebel kennzeichnet eine robuste Mechanik die nahezu wartungsfrei ist. Direkte Wirkprinzipien eliminieren konsequent Verschleissteile und führen zu hoher Prozessstabilität. Die Produktivität der Fertigung steigt. In Verbindung mit der Automation entfaltet die EX die volle Produktivität auch für komplexe Bauteile und gewährleistet auch als Fertigungszelle eine hohe Leistungsdichte für Anwendungen der gehobenen Leistungsklasse. (1965 Z)

Vorbildliche Sauberkeit Die EX-Baureihe erfüllt einwandfrei alle Anforderungen der Reinraumfertigung. Der einzigartige Z-Hebel und die Verwendung von Direktantrieben reduzieren die Partikelemissionen im Vergleich zu Konzepten mit Riemenantrieb deutlich. Wassergekühlte Umrichter minimieren die Wärmeabgabe in die Umgebung. Beste Effizienz Durch ihre elektrischen Antriebe verzeichnet die EXBaureihe einen deutlich höheren Wirkungsgrad als Maschinen, die auf einem hydraulischen Konzept basieren. Diese optimierten Motoren können sogar Bremsenergie

wieder in Strom umwandeln. Das Ergebnis: Eine ausgezeichnete Energiebilanz mit um bis zu 50 % niedrigerem Energieverbrauch im Vergleich zu hydraulischen Spritzgiessmaschinen und geringere Herstellkosten pro Artikel.

26.08.11 14:30

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FOKUS

Quo vadis Schweizer Franken?

Nun schmerzt er wirklich Der starke Schweizer Franken macht seit geraumer Zeit den exportorientierten Schweizer Unternehmen das Leben schwer. Vermehrt hört man Stimmen, die eine Auslagerung der Produktion resp. der Arbeitsplätze ins Ausland nicht mehr zwingend ausschliessen. Wie Politik und Bund helfen wollen und wie Kunststoffunternehmen mit der inzwischen äusserst schwierigen Währungssituation umgehen zeigt der folgende Bericht.

Bild: Fotolia

Hilfe aus Bern

Marianne Flury Der starke Schweizer Franken bereitet den exportorientierten Schweizer Unternehmen Sorgen und dies nicht erst seit gestern. Löste man im April 2011 für einen Euro noch CHF 1,30, fiel der Wert des Euro auf den «ruinösen» Tiefststand am 9. August 2011 von 1,0298 CHF. Bereits vor diesem «scharzen Dienstag» hatte die Schweizer Nationalbank (SNB) interveniert. Es folgten Auf und Ab – am generellen Trend nach unten änderte sich jedoch nichts. Der 9. August brachte dann Bewegung ins Ganze: Die SNB bekannte Farbe und versicherte, dass sie notfalls zu weiteren Massnahmen bereit sei und diese auch dauerhaft stützen werde. Im Raum stand damit die Möglichkeit, dass die SNB eine Untergrenze des Wechselkurses Euro zum CHF festlegen werde. In der Folge erholte sich der Euro langsam. Am 30. August erreichte er den Stand von 1,1845 – ein Wechselkurs, wie er letztmals Ende Juni aktuell war. Dies bedeutet gleich4

zeit eine Aufwertung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken um 17,57 Prozent seit dem 9. August. In den letzten Monaten wurde viel diskutiert über das Wie, ob überhaupt und in welchem Mass der Schweizer Franken abgewertet und der Schweizer Wirtschaft geholfen werden kann. An Vorschlägen fehlte es nicht. Zur Debatte standen Steuersenkungen, Devisenaufkäufe, das Drucken von Schweizer Franken, die befristete Wechselkursanbindung an den Euro, das Festlegen einer Wechselkursuntergrenze, selbst Negativzinsen oder Kapitalverkehrskontrollen waren kein Tabu mehr. Wo die Limite für den Euro liegt, darüber sind sich weder Ökonomen, noch Politiker und Unternehmer einig. Die Spannbreite reicht hier von CHF 1,25 bis 1,30 (Lukas Gähwiler, Chef der UBS Schweiz) bis zu CHF 1,40 (Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB). Diesen Wert erachtet auch Franz Jaeger, Professor an der Hochschule St. Gallen, als fair.

Am 17. August 2011 beschloss der Bundesrat «mit verschiedenen Massnahmen» vor allem der Exportwirtschaft und dem Tourismus unter die Arme zu greifen. Zwei Milliarden Franken sollen helfen, die negativen Auswirkungen der überbewerteten Währung zu mildern. Da konkrete Details ausblieben, liess Kritik nicht auf sich warten. Am 31. August 2011 wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen. Anstelle der angekündigten zwei Milliarden Franken sollen es CHF 870 Mio. richten. Der Betrag ist schwerpunktmässig (500 Mio.) für die Finanzierung von Kurzarbeit gedacht. Nach dem Willen des Bundesrats soll auch der Wissens- und Technologietransfer zwischen den Forschungsinstitutionen und den Firmen in der Schweiz gefördert werden. Ein zweites Massnahmenpaket ist für nächstes Jahr geplant und umfasst ein mittel- und längerfristiges Impulsprogramm zur Förderung von Technologie, Forschung, Innovation, Infrastruktur und Berufsbildung.

Die Schmerzgrenze ist schon lange erreicht Hört man sich in der Kunststoffbranche um, ist die Stimmung mehrheitlich noch gut. «Noch», weil die Auftragsbücher voll sind, die Betriebe ausgelastet, die unsichere Wechselkursentwicklung die Unternehmen aber unter enormen Druck stellt. Deshalb fordert Hans-Jakob Schoch, VRDelegierter der Treff AG in Degersheim unmissverständlich einen «Stopp der Schaumschlägerei und wahltechnischen Rundschläge (wie zum Beispiel das Hinterfragen der Nationalbankführung), die nur die Unsicherheit fördern und die Probleme vergrössern.» Als probate Massnahme sieht 9 / 2011


KUNSTSTOFF XTRA

FOKUS

1,40 1,38 1,35 1,30 1,25 1,20 1,15 1,10 1,05 1,00 03.09.10

1,03 03.01.11

01.04.11

01.07.11

02.09.

Nicht nur der starke Schweizer Franken an sich macht den Unternehmen zu schaffen, sondern auch die Schnelligkeit des Kurszerfalls des Euro (Periode 3. September 2010 bis 2. September 2011).

Schoch eine Teilregulierung des Schweizerfrankenkurses durch eine «zeitgerechte Geldmengenpolitik der Nationalbank, das beinhaltet auch die rechtzeitige Reduktion der Geldmenge, sobald der Wert unserer Währung wieder realistisch ist. Zur Wechselkurs-Schmerzgrenze wollte er sich nicht explizit äussern. Da das Unternehmen aber 90 Prozent seiner Produktion in Euro- und Dollargebiete exportiert, ist der Einfluss auf die Geschäftsentwicklung enorm. Von einer Auslagerung der Arbeitsplätze ins Ausland will Schoch derzeit aber nichts wissen. Ein Mittel gegen den starken Franken anzukommen sind Kostenreduktionen, wobei dies auch nur bedingt möglich ist. Denn so Schoch: «Durch den erzwungenen Einkauf der Rohmaterialien bei Schweizer Agenten der Produzenten war dies bei den Rohmaterialien bis anhin nicht möglich.» Für das 2. Halbjahr 2011 erwartet Treff weiterhin grossen Preisdruck. «Kunden werden vermehrt im Euro- und Dollarraum einkaufen, um von tieferen Preisen zu profitieren und ihrerseits die Währungsentwicklung künftig abzudecken. Letzteres bedeutet eine längerfristige Marktvolumenreduktion für Schweizer Produzenten.» Die Kernkompetenz der Treff AG ist die Produktion von komplexen Präzisionsteilen aus leitenden Werkstoffen und solchen mit hohen Verarbeitungstemperaturen, sowie entsprechende Umsetzung in der Formenkonstruktion. Für Manfred Schläppi, Geschäftsführer der espisa AG in Koblenz, liegt der effektive Wert des Euro gegenüber dem Schweizer 9 / 2011

Franken zwischen 1,30 und 1,40. Er glaubt aber nicht daran, dass dieser Wert in den nächsten 12 Monaten erreicht wird. Bei Bedarf, das bedeutet, wenn der Euro unter 1,20 verharrt, werden die Mitarbeiter ab dem 1. Oktober 2011 pro Woche ohne Entschädigung 2 Stunden Mehrarbeit leisten müssen. Natürlich hofft Schläppi, dass dies nicht nötig sein wird. Die espisa AG ist auf die Entwicklung und Herstellung von qualitativ hochstehenden Kunststoffprodukten spezialisiert. Der Kunde erhält alles aus einer Hand: Beratung und

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KUNSTSTOFF XTRA

FOKUS

Planung, Konstruktion und Fertigung der Werkzeuge sowie Produktion der Spritzgussteile.

Rafael Stieger, Regloplas AG

Mit einem Exportanteil von 90 Prozent ist auch die Regloplas AG in St. Gallen äusserst stark vom Frankenkurs betroffen. «80 Prozent des Umsatzes erwirtschaften wir in USD und Euro», informiert Rafael Stieger. Der Geschäftsführer und Inhaber des Unternehmens erwartet deshalb von der Schweizer Nationalbank (SNB), dass sie einen Mindestwechselkurs CHF/EUR von 1,15 glaubwürdig verteidigt. Auch von der Politik erwartet er Lösungen. So wünscht er sich eine Kostenreduktion von einem bestimmten Betrag X pro geleistete Arbeitsstunde vom Exportanteil einer Firma. Zudem soll der Markt für Parallelimporte geöffnet werden. Gegensteuer gibt das Unternehmen, indem möglichst viel Material und Leistung in Euro eingekauft werden. Für das 2. Halbjahr 2011 rechnet Stieger mit einem weiter sinkenden Euro und einem Konjunktureinbruch Der Spezialist für Temperier- und Kühltechnik Regloplas stellt seit 50 Jahren Temperiergeräte her. Das Unternehmen verfügt über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz. Als Zulieferbetrieb ist die Aubry AG in Neuenhof nur indirekt vom starken Schweizer Franken betroffen. Für Geschäftsführer René Aubry ist aber klar, dass sich der ungünstige Wechselkurs verzögert auch auf sein Unternehmen auswirken wird. Als tragbar und realistisch erachtet er einen Kurs von 1,25 CHF/EUR. Die Aubry AG ist in erster Linie auf die Umsetzung von innovativen Produktideen mit Kunststoff-Spritzgussteilen aller Art ausge6

richtet; von einfachen Massenteilen bis zu hochpräzisen Komponenten für die Apparate- und Maschinenbautechnik. Auch die SKS AG mit Sitz in Laupen ist vor allem indirekt sehr stark von der Währungssituation betroffen, da ihre Kunden zu 80 Prozent vom Export leben. Von den Politikern erwartet Karl Steiner im Moment nicht allzu viel. «Die sind mehr mit den Wahlen im Herbst beschäftigt als mit der aktuellen Situation. Ich würde vor allem von den Parteien eine klarere Stellungsnahme erwarten. So ist z.B. über die Massnahme zur Arbeitszeiterhöhung offiziell kaum etwas zu hören – weder positiv noch negativ», kritisiert der Geschäftsführer. Eine eigene Niederlassung im Ausland aufzubauen ist für Steiner keine Option. «Unsere Firmengrösse lässt dies nicht zu. Da wir keine eigenen Produkte haben, sondern ausschliesslich im Kundenauftrag produzieren, müssen wir mit einem Rückgang der Aufträge rechnen, da unsere Kunden gezwungen sein werden, gewisse Fertigungen ins Ausland zu verlegen», konstatiert er. Die einzige Möglichkeit der Frankenstärke entgegen zu halten sieht Steiner in der Beschaffung von Rohmaterial im Ausland zu günstigeren Konditionen. Angesichts der negativen Berichte aus Amerika und einigen europäischen Ländern rechnet der Geschäftsführer kurzfristig nicht mit einer Besserung. «Wir erwarten einen spürbaren Auftragsrückgang und Margenverlust im 2. Halbjahr», so seine Einschätzung. Die Kernkompetenzen der SKS AG sind Entwicklung und Herstellung von technisch anspruchsvollen Kunststoffteilen und Baugruppen. Mit einem Exportanteil von heute 82 Prozent gestaltet sich die Währungssituation für die Dopag Dosiertechnik und Pneumatik AG in Cham extrem schwierig. Entsprechend hat das Unternehmen reagiert. «Seit Mitte August gewähren wir – je nach Währungssituation – eine Preisreduktion, die wir wöchentlich anpassen», erläutert Geschäftsführer Gerhard Witzig. «Im Maximum sind dies 16 Prozent. Ist der Eurokurs wieder auf 1,35 entfällt der Rabatt. Mit diesem Kurs wäre das Unternehmen auf dem Niveau von 2009 / 2010. Tatsache ist, dass der Währungsverlust zu Lasten der Marge geht und auf Grund der Wettbewerbssituation nur mit

marktgerechten Preisen Geschäfte zu machen sind – unabhängig davon, wie hoch die Kosten für ein Produkt ausfallen. Deshalb findet Witzig es auch begrüssenswert, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) reagiert hat. Mögliche Unterstützungsmassnahmen von Seiten der Politik wären für den Geschäftsführer z.B. Erleichterungen von Sozialabgaben oder steuerliche Entlastung. Falls sich die Währungssituation nicht entspannen sollte, ist auch eine teilweise Auslagerung der Produktion zu einem Partnerunternehmen eine Option. Damit tut sich Witzig aber schwer. «Dopag existiert seit 36 Jahren und wir haben hauptsächlich Schweizer Zulieferanten.» Nun einfach ausländische Betriebe zu berücksichtigen käme für ihn nur in Frage, wenn alle Stricke reissen.

Gerhard Witzig, Dopag

Mit dem 1. Halbjahr 2011 zeigt sich Witzig zufrieden, obwohl das Niveau der Jahre 2007 und 2008 nicht erreicht wurde. Für das 2. Halbjahr rechnet er mit einem leichten Rückgang, was den Umsatz und insbesondere die Marge anbelangt Die Dopag Gruppe zählt zu den weltgrössten Herstellern von Dosier- und Mischanlagen. Zur Kernkompetenz zählt das Dosieren von Kunststoffen und Klebapplikationen im Maschinenbau. Wie schwierig die Situation ist zeigt auch die Aussage eines Unternehmers, der nicht genannt sein möchte. Die Firma ist «extrem Export abhängig». Erklärtes Ziel des Firmeninhabers ist es, am Standort Schweiz festzuhalten. Sollte sich der Euro zum Schweizerfranken stabilisieren, sei dies auch möglich. Bleibe der Wechselkurs aber volatil und unberechenbar, könne man länger■ fristig nicht überleben. 9 / 2011


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KUNSTSTOFF XTRA

Optische Überprüfung der Formteile mit Visionsystem.

Huber+Suhner AG

Weit mehr als 100 Jahre Erfahrung Schweiz und Präzisionsspritzguss klingt eigentlich wie ein typisches Klischee. Aber Vorurteile – positive wie negative – haben meist einen realen Bezug. Die Huber+Suhner AG beweist mit einer weit über 100 Jahre währenden Erfolgsgeschichte im Bereich elektrischer und optischer Verbindungstechnik, dass dieses Klischee stimmt. Im besten Wortsinn sogar passgenau – mit Präzisions- und Hightechteilen für die Märkte Kommunikation, Transport und Industrie.

Der heutige Branchenriese und Global Player ist ursprünglich aus zwei traditionsreichen Familienunternehmen hervorgegangen, die 1969 beschlossen, eine «Vernunftsehe» ein-

Robot-System mit Zuführstation und Teileablage.

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zugehen. Nach intensiven Struktur- und Standortsanpassungen wuchs das börsennotierte Unternehmen in vier Jahrzehnten auf nunmehr weltweit gut 3600 Mitarbeiter an. In 2010 wurde ein Rekordumsatz von gut über 800 Millionen Schweizer Franken erzielt. Aus den rein schweizerischen Anfängen im 19. Jahrhundert ist mittlerweile ein weltumspannender Konzern mit eigenen Gesellschaften in 15 Ländern und Vertretungen in weiteren 40 Nationen gewachsen. Die Umstrukturierungen anfangs der Jahrtausendwende, kommuniziert mit dem Unternehmensmotto «Excellence in Connectivity Solutions», und die konsequente Ausrichtung auf die Märkte Kommunikation, Transport und Industrie bereiten der weiteren Erfolgsgeschichte von Huber+Suhner den Weg.

Seit Herbst 2006 ist im Zuge der Strukturanpassungen auch der Bereich «Injection Moulding» als Kernkompetenz im Konzern definiert worden. Daraus hat sich ein weiterer Schub für das ohnehin florierende Geschäft ergeben: Im Jahr 2010 konnte die Spritzgusssparte mit gut 30 Mitarbeitern 9 Millionen Schweizer Franken umsetzen. Die Hausformel «Präzisionsspritzguss von Hochleistungskunststoffen» bringt die Kernkompetenzen des Geschäftsbereichs auf den Punkt: Hier werden Hochleistungs-, aber auch Massenkunststoffe, zu hochpräzisen Funktionsteilen mit engen Toleranzen für die Automobilindustrie, für Medizintechnik aber auch für die eigene Steckerproduktion gefertigt. Spezialisiert ist man auf das Umspritzen von Einlegeteilen und die Montage von Zusatzkomponenten, also der Fertigung 9 / 2011


Bilder: Arburg

KUNSTSTOFF XTRA

Einlege- und Entnahmevorgang im Werkzeug.

komplexer Baugruppen. Eine solche Baugruppe stellt beispielsweise der Sperrschieber für Porsche und Audi dar. Rund eine halbe Million Stück produzieren sie jährlich am Standort Herisau von den Komponenten für Lenksysteme – umgangssprachlich auch als «Wegfahrsperre» bekannt. Abnehmer ist der Automobilzulieferbetrieb Thyssen-Krupp Presta, der die baugleichen Lenksysteme für den Porsche Cayenne und den Audi A6 liefert. Die Anforderungen an das Spritzteil sind aus verständlichen Gründen sehr hoch, eine visuelle 100-Prozent-Kontrolle gewährleistet den hohen Standard. Qualität und Prozesssicherheit haben bei dieser komplexen Baugruppe und der Einsatzbestimmung im Porsche Cayenne und Audi A6 oberste

VERARBEITUNG

Priorität. Qualität, Lieferzeiten und Service sind nach Überzeugung von Huber+Suhner auch die entscheidenden Faktoren im Kampf gegen den internationalen Wettbewerb. Dafür braucht es Maschinen, die eine konstante Temperaturleistung und Verschleissfestigkeit garantieren. Bereits seit den früheren 80er Jahren besteht eine intensive Geschäftsbeziehung zu Arburg. Daraus resultierend stammen die insgesamt 22 Spritzgiessmaschinen, die einen Schliesskraftbereich von 350 bis 1600 kN umfassen, mittlerweile ausschliesslich von Arburg. Als Gründe dafür werden Prozesssicherheit, Bedienerfreundlichkeit und schlicht die Qualität der Maschinen genannt, die u.a. auch für die PEEK-Verarbeitung ausgerüstet sind. Da Huber+Suhner AG Präzisionsteile herstellt, ist vor allem die gewährleistete Prozesssicherheit ein grosser Pluspunkt der Allrounder. Alle Spritzteile finden im Umkreis von circa 500 Kilometern sicheren Absatz. Darüber hinaus wäre ein Transport nicht mehr wirtschaftlich. Die Nähe zum Kunden sichert auch, dass Änderungen am Bauteil schnell umgesetzt werden können. Lieferzeiten müssen selbstverständlich punktgenau eingehalten werden. Um diese garantieren zu können, ist absolut verlässlicher Service des

Maschinenpark der Huber+Suhner AG.

Maschinenbauers unverzichtbar. «Morgens bestellt haben wir spätestens vier Stunden später von der Schweizer Arburg-Niederlassung in Münsingen das entsprechende Ersatzteil persönlich geliefert», so Urs Kellenberger, Produktionsleiter Fertigteile Kunststoffe.

Kontakt Arburg AG Südstrasse 15 CH-3110 Münsingen Telefon +41 (0)31 724 23 23 switzerland@arburg.com www.arburg.ch

Huber+Suhner

Fertigungsstufen des Sperrschiebers (v.l.): Einlegeteil (Druckguss), umspritztes Einlegeteil und komplett montierter Sperrschieber.

Gründung: Umsatz: Mitarbeiter: Produkte: Maschinenpark: Kontakt:

1969 Fusion der eigenständigen Unternehmen Huber+Suhner 2010 über 800 Millionen CHF weltweit gut 3600 hauptsächlich Kabelprodukte HF, NF und Fiberoptik 22 Allrounder von 350 bis 1600 kN Huber+Suhner AG, CH-9100 Herisau, www.hubersuhner.com

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MASCHINEN/PERIPHERIE

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Anspruchsvolle Automatisierung von Behältern und Deckeln

Komplexe Schritte mit Standardsystemen Wittmann Battenfeld realisierte eine Automatisierung für einen prominenten Verpackungsproduzenten, der mit 12 Standorten in 9 Ländern für die pharmazeutische, chemische und Nahrungsmittelindustrie tätig ist. Dieses Projekt erforderte die hundertprozentige Qualitätskontrolle jedes einzelnen Fertigteils

Martin Stammhammer1 Wittmann Battenfeld wurde mit der Aufgabe konfrontiert, die Produktion einer neuen und besonders heikel zu handhabenden Verpackung für die Nahrungsmittelindustrie zu automatisieren. Es handelte sich dabei um spezielle Behälter mit losen Deckeln, gespritzt in einem Familienwerkzeug. Eine Aufgabe, deren Umsetzung nach Durchführung verschiedener Machbarkeitsstudien schliesslich in Angriff genommen werden konnte. Die grundlegende Idee für dieses Projekt bestand darin, alle Verfahrensschritte – auch wenn sie sich als noch so unterschiedlich oder komplex erweisen sollten – von Standardsystemen ausführen zu lassen. Das Ziel war, die Anlage und ihre Handhabung möglichst zu vereinfachen, dabei allerdings äusserste Vielseitigkeit zu bewahren.

Die Vorteile der Anlage • Vollautomatisches System; Bediener sind ausschliesslich für das Einbringen der leeren und das Entnehmen der befüllten Boxen notwendig. • Hundertprozentige Qualitätskontrolle für alle Teile, auch die Farbgebung betreffend. • Betrieb mit nur teilweise aktiven Kavitäten möglich, ohne Notwendigkeit von Neukonfiguration. • Gleichzeitige Abstapelung von Behältern und Deckeln. • Produktionssteuerung in Echtzeit. • Insgesamt sehr einfach zu bedienen. • Massgeschneidertes System, basierend auf sehr einfach zu handhabenden Standardelementen. 1 Der Autor ist Verkaufsleiter für Roboter und Automatisierungssysteme bei der Wittmann Kunststoffgeräte GmbH in Wien.

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Robot-Greifer zur Entnahme der Fertigteile aus dem Werkzeug und zur anschliessenden Ablage.

Der Prozess In einem Familienwerkzeug mit insgesamt 16 Kavitäten werden auf einer Maschine mit 400 t Schliesskraft in einer Zykluszeit von 4,5 Sekunden aus zwei Materialien ein Nahrungsmittelbehälter und sein Deckel gespritzt. Ein W737 Linearroboter von Wittmann entnimmt die Teile, die anschliessend einzeln geprüft und in weiterer Folge palettiert werden. Nach der Entnahme legt der Roboter die Teile auf einem durchsichtigen Förderband ab, von dem sie an der optischen Kontrolle vorbeigeführt werden. Die optische Kontrolle wird von acht Kameras durchgeführt, die mit einem PC verbunden sind. Vier der Kameras überprüfen die Spritzgussteile auf Korrektheit ihrer Dimensionen (Deformationen, Grate, Höhlungen), während die anderen vier Kameras die Farbgebung der einzelnen Teile kontrollieren. Erkennt das System die Teile als fehlerfrei, werden sie von einer Stapelvorrichtung ge-

ordnet abgelegt; fehlerhafte Teile werden vom System ausgeschieden. Die abgestapelten Teile werden dann von einem 6-Achs-Roboter in der jeweils gewünschten Anordnung in die entsprechenden Boxen einsortiert.

Der auf einer Spritzgiessmaschine mit 400 t Schliesskraft gefertigte Behälter mit Deckel.

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MASCHINEN/PERIPHERIE

den 6-Achs-Roboter wird die befüllte Box weitergereicht, während eine leere Box zugeführt wird.

Anlagensteuerung

Der Robot-Greifer übernimmt die gespritzten Teile (Bild links oben) und legt sie auf einem Förderband ab, wo sie die optische Prüfung durchlaufen (Bild links unten). Die geprüften Teile werden vom Förderband weg aufeinandergestapelt (Bild rechts), anschliessend in einem letzten Schritt von einem weiteren Roboter in Boxen einsortiert.

Die Anlage befüllt sowohl die Boxen für die Behälter als auch jene für die Deckel vollautomatisch. Eine neue Box wird jeweils

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positioniert, korrekt ausgerichtet und für die Ablage der Teile in ihrem Inneren vorbereitet. Nach dem Einsortieren der Teile durch

Da jede einzelne Geräteeinheit unabhängig von den anderen Systemteilen arbeitet, wurde eine PLC-Steuereinheit installiert und als Master definiert. Diese Einheit steuert die Kommunikation zwischen den einzelnen Stationen der Automatisierung. Sie übernimmt so die Koordination des gesamten Ablaufs – wobei der W737 Robot von digitalen I/O-Signalen gesteuert wird, der 6-Achs-Roboter über Profibus, und das Kamerakontrollsystem ist über eine Ethernet-Schnittstelle eingebunden. Kontakt: Wittmann Kunststofftechnik AG Uznacherstrasse 18, CH-8722 Kaltbrunn Telefon +41 (0)55 293 40 93 info@wittmann-group.ch ■ www.wittmann-group.ch

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FIRMENBERICHT

Wanner Thermogranulator TG20

Granulat aus Mahlgut – so gut wie neu

Bilder: Wanner

Wanner Technik GmbH – Spezialist für Kunststoffschneidmühlen – bietet den Thermogranulator TG 20 zur Wiederaufarbeitung thermoplastischer Produktionsabfälle an. Speziell bei Prozessanforderungen und Anwendungen, bei denen die Qualität von Mahlgut nicht ausreicht, um sicher weiterverarbeitet zu werden, erhöht der Thermogranulator die Prozesssicherheit signifikant.

Der Thermogranulator TG20 verbessert schlechtes und kritisches Mahlgut.

Der Thermogranulator erzeugt ein gleichmässiges Granulat, das hinsichtlich Rieselfähigkeit, Staubgehalt, Dosierbarkeit, Geometrie etc. absolut vergleichbar mit Neugranulat ist. Die mit dem Thermogranulator TG20 erzeugten Regranulate sind somit ebenso gut rieselnd und leicht zu dosieren wie Neuware. Dies erleichtert die Regranulatförderung, verbessert das Einzugsverhalten auf der Spritzgussmaschine und somit die Prozesssicherheit beim Verarbeiten von Granulaten aus Produktionsabfällen deutlich. Der Thermogranulator TG20 ist ebenso zum direkten Verarbeiten kleinerer Angüsse oder unzerkleinerter Ausschussteile sowie zum materialschonenden Aufbereiten reiner Stäube einsetzbar wie auch zur Verbesserung von extrem unregelmässigem Mahlgut mit schlechtem Rieselverhalten. Der Kunststoffverarbeiter bereitet nun inhouse mit dem TG20 selbst solche Produktionsabfälle aus Kunststoff auf, die bisher kostenintensiv als Abfall entsorgt werden mussten. Selbst reiner Staub lässt sich so zu verwertbarem Granulat verwandeln. Der TG20 ist deshalb überall dort in der Kunststoffverarbeitung die effektive Lösung, wo sich ein durch rein mechanisches Zerkleinern erzeugtes Mahl12

gut, egal ob entstaubt oder direkt aus der Schneidmühle, nicht richtig verarbeiten lässt und zu einer Verschlechterung des Produktionsprozesses führt. Geeignet ist der Thermogranulator TG20 für die meisten thermoplastischen Materialien wie z.B. TPE, EVA, PP, PE, ABS, PS, PA, PC, etc., selbst wenn diese glasfaserverstärkt sind oder im Gegenteil eine sehr niedrige Härte von z.B. nur 40 Shore A haben, wie beispielsweise bei TPE möglich. Das TG20-Maschinensystem besteht aus einem kompakten, langsam laufenden Extruder mit grosser Einzugszone und zusätzlicher integrierter Hilfsschnecke zur Zwangszuführung des Materials. Die wahlweise zwei oder drei Heizzonen sowie das Wasserbad als Kühlstrecke mit anschliessendem Stranggranulator sind in ein platzsparendes Maschinengestell eingebaut. Dank des grossen Durchmessers und der grossen Schneckengangtiefe der Extruderschnecke sowie der niedrigen Drehzahl des Extruders erreicht der TG 20 ein materialschonendes und effektives Zuführen, Verdichten und Aufschmelzen des zu regranulierenden Kunststoffes mit Durchsätzen bis ca. 20 kg/h. Das gut ablesbare Display an der Steuerung macht die wesentlichen Verarbeitungsparameter jederzeit zugänglich, das System lässt sich auf dem Tastenfeld unter dem Display einfach bedienen. Der TG20 ist mit einer robusten und zuverlässigen Maschinensteu-

Selbst aus kritischem Mahlgut entsteht gleichförmiges Granulat.

erung ausgerüstet, in der auch festgelegte Rezepturen abgespeichert werden können. Über eine Vielzahl an frei wählbaren Parametern wird der Prozess so geregelt, dass selbst anspruchsvolle Materialien zuverlässig verarbeitet werden. Ein gesonderter Anfahrmodus mit reduzierter Drehzahl und Ausbringungsmenge erleichtert das einfache Anfahren des Maschinensystems. Im Automatikbetrieb wird mittels Sensoren die Extrudergeschwindigkeit an das Einzugsverhalten des Materials angepasst, die Abzugsgeschwindigkeit des Stranggranulators wird dabei so gesteuert, dass auch bei schwankender Materialzufuhr ein stabiler Prozess und somit ein sehr gleichförmiges Granulat entsteht. Das TG20-Maschinensystem ist mit einer integrierten Lichtschranke für die Strangabrisskontrolle gesichert, sodass die Anlage im Automatikmodus bei ausreichender Materialzufuhr und kontinuierlicher Granulatabfuhr auch ohne Bedienpersonal betrieben werden kann. Der TG20 ist wartungsfreundlich aufgebaut und durch die niedrige Extrudergeschwindigkeit verschleissarm. Nicht zu vergessen: der Wirtschaftlichkeitsaspekt. Bei hochwertigen Kunststoffen, die sich auf Grund der jeweiligen Anwendung bzw. wegen spezieller Prozessanforderungen als Mahlgut nur bedingt verarbeiten lassen, amortisiert sich der TG20 oftmals in weniger als 18 Monaten. Das Maschinensystem TG20 wurde in den Jahren 2003 bis 2009 unter der Bezeichnung TRS7000 angeboten und verkauft. Kontakt HATAG Handel und Technik AG Rörswilstrasse 59 CH-3065 Bolligen Telefon +41 (0)31 924 39 39 hatag@hatag.ch www.hatag.ch

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WERKZEUG-/FORMENBAU

Werkzeuge mit LaserCusing-Einsätzen

Miele setzt auf konturnahe Kühlung Die Hofmann Innovation Group AG in Lichtenfels liefert einen Werkzeugsatz mit generativen Einsätzen für die neue Gerätegeneration bei Miele. Die Partnerschaft von Miele und Hofmann Werkzeugbau hat Tradition durch die konturnahe Kühlung mit generativen Werkzeugeinsätzen auf Basis der LaserCusing-Technik von Concept Laser, eigenständiges Unternehmen im Verbund der Hofmann Innovation Group.

Dauerläufer mit 2 Mio. Schuss je Werkzeug: Innen liegende Komponente des Staubsaugergehäusedeckels aus ABS der Serie S5 mit integrierter konturnaher Kühlung.

Guido Radig1 Schönheit bewundert man. Perfektion geniesst man. Miele hat man. Nicht umsonst zählen die Haushaltsgeräte aus Westfalen zu den Produkten «Made in Germany», die jedermann kennt. Der Vorserienanlauf einer neuen Gerätegeneration im 10. Jahr der 1 Guido Radig, Provvido PR & Communications, D-85232 Bergkirchen, radig@provvido.eu, www.provvido.eu

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Zusammenarbeit waren Grund genug für Stefan Hofmann, von Hofmann Werkzeugbau, den Werkleiter Dr. Jürgen Jahn in Warendorf zu besuchen. Im Jahr 2012 wird Miele mit einer neuen Gerätegeneration an den Markt treten. Der Vorserienanlauf einer neuen Gerätegeneration bei Miele, Hofmann lieferte 3 Werkzeuge mit konturnaher Kühlung, gab Gelegenheit die bisherigen Ergebnisse und Erfahrungen bei Miele zu bewerten. Überwiegend für Hochglanzteile aus ABS («high glossy»-Effekt) verfügen die Warendorfer über rund 70 Werkzeuge, die mit LaserCusing-Einsätzen ausgestattet sind. Auch bei den neuen Werkzeugen setzte Miele wieder auf Werkzeugeinsätze mit konturnaher Kühlung zur effektiven Zykluszeit- und Ausschussreduktion.

Kühlkanäle mit ca. 2 bis 3 mm Distanz an die Oberfläche der Kavität zu kühlen. Dabei werden in das konventionelle Werkzeug generativ gefertigte Einsätze genau dort integriert, wo Materialanhäufungen in der Geometrie eine Zykluszeit negativ beeinflussen können. Die Kühlfunktion erfolgt mit einem speziellen Kühlmedium im geschlossenen Kreislauf bei ca. 15 °C. Sofern es sich um Hochglanzoberflächen aus ABS bei Miele handelt, werden auf der Oberseite der Teile weitere Elemente eingesetzt, die auf die Kontur mit rund 50 °C einwirken. Jahn nennt dies «Thermische Differenzierung». «Die Temperierung an Problemstellen durch konturnah ausgelegte Kanäle», so der Werkleiter, «kann dem Teil genau dort die Wärme entziehen, wo es nötig ist».

Parallelkühlung für höhere Leistung Abhängig von der Geometrie bietet Hofmann LaserCusing-Einsätze mit Parallelkühlung oder Oberflächenkühlung an. Bei einer Parallelkühlung beispielsweise wird mehr Kühlmittel an die Kavität oder die Formteiloberfläche gebracht, als bei einer einfachen konturnahen Kühlung mit einem langen

Kühlen nahe an der Kunststoffseele Basis, der von Hofmann favorisierten Lösung, ist die Möglichkeit, durch konturnahe

Dr. Jürgen Jahn (Werkleiter Miele, l.) und Stefan Hofmann beim Vorserienanlauf in Warendorf

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Bilder: zfg

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Darstellung der Parallelkühlung im Werkzeug (Blendenring einer Waschmaschinentür).

Kühlkanal. Bei einem langen Kühlkanal nimmt die Kühlleistung kontinuierlich mit der Strecke ab. Weiterhin wird bei der Parallelkühlung jede Kühlschleife mit frischem Kühlmedium versorgt, was eine gezieltere Kühlung zur Folge hat. Ergebnis ist daher eine dynamische und gleichmässige Kühlung. Der gewünschte Effekt wird dadurch gesteigert – im Sinne der Teilequalität und der Zykluszeitreduktion.

Aktive Qualitätssicherung Bei Werkzeugentwicklungen von Hofmann wird die Funktionssicherheit bei Werkzeugauslieferungen auch überprüft. Drei Methoden werden angewandt: Zum einen eine Strömungssimulation für sehr komplexe Geometrien, daneben eine Testsimulation, bei der am fertigen Werkzeug der Mediendurchfluss überprüft und gemessen wird. Schliesslich eine Funktionskontrolle mit Wärmebildern. Eine Thermokamera gibt dabei Aufschluss, wie die Temperatur sich verändert beim Durchfluss des kühlenden Mediums bzw. eines wärmenden Mediums. Diese Methoden wählt Hofmann bewusst, um bei Auslieferung des Werkzeugs die Temperiereffekte zweifelsfrei nachweisen zu können.

Lange Laufzeit bei günstigen Stückkosten Den 10-jährigen Einsatz dieser Technik bei Miele nutzte Dr. Jürgen Jahn zu einem Resümee der Langzeiterfahrungen. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass sich das Material des LaserCusing-Einsatzes bei hohen Werkzeugbelastungen schneller abnutzt. Dies ist allerdings in der Praxis nicht der Fall, da bei dem Metall-Laserschmelzprozess der Einsatz nahezu ideale Material9 / 2011

WERKZEUG-/FORMENBAU

eigenschaften erhält. Auch das Zusetzen der oft sehr dünnen Kanalquerschnitte ist nicht erkennbar, nach Aussage von Jahn: «Ein spezielles, korrosionsgeschütztes Kühlmedium zirkuliert dazu im geschlossenen System – wir nennen das geimpftes Wasser – so dass auch nach vielen Jahren die Kühlleistung erhalten bleibt.» Beispiele sind «Langläufer» unter den Werkzeugen bei Miele, mit denen seit Herbst 2004 beispielsweise die stark verrippten Komponenten des Staubsaugeroberteiledeckels der S5Serie gefertigt werden. Jahn dazu: «Pro Tag wurden seitdem auf 3 Werkzeugen mit LaserCusing-Einsätzen im Durchschnitt 4000 Teile produziert. Ca. 880 000 Teile wurden pro Jahr gefertigt. Bei bislang rund 7 aktiven Jahren wurden mit den 3 Werkzeugen insgesamt ca. 6 Mio. Teile produziert. Das bedeutet 2 Mio. Teile je Werkzeug. Ausser der üblichen Wartung und Prävention ist die Funktion der konturnahen Kühlung immer noch voll gewährleistet.» Daneben ergeben sich Vorteile durch Verzugsfreiheit, weniger Einfallstellen und damit auch ten-

Konturnahe Kühlung einer neuen Geräteserie.

Mitarbeiter der Waschmaschinentüren-Produktion mit dem Waschmaschinentürmodul: InLining-Fertigung der WendeplattentechnikSpritzgiesstechnik bei Miele mit konturnaher Kühlung der Werkzeuge.

denziell weniger Ausschuss. Dieser liegt bei nur noch 3 bis 4 Prozent, was, so Jahn, «für ABS-Hochglanzteile ein ordentlicher Wert ist». Bleibt noch die Zykluszeitreduktion als Motiv. Jahn und sein Team in Warendorf schätzen den Effekt der Zykluszeitreduktion auf 10 bis 30 Prozent, je nach Geometrie und Komplexität der flächigen 3D-Teile.

Kontakt Hofmann Innovation Group AG An der Zeil 2 D-96215 Lichtenfels Telefon +49 (0)9571 76 670-0 info@hig-ag.de www.hig-ag.de Fakuma 2011: Halle A2, Stand 2103 ■

Konturnahe Temperierung • Basis: Temperaturmedium im geschlossenen System mit Korrosionsinhibitor • Integration von Werkzeugeinsätzen mit konturnahen Temperierkanälen, gebaut auf LaserCusing-Anlagen von Concept Laser • Optionale Wärmeabfuhr und -zufuhr • Konturnahe Distanz zur Kavität bei ca. 2 bis 3 mm • Weniger Verzug, Einfallstellen und Ausschuss • Zykluszeitreduktion von 10 bis 30 Prozent

LaserCusing Beim LaserCusing wird feines pulverförmiges Metall durch einen hochenergetischen Faserlaser lokal aufgeschmolzen. Nach dem Erkalten verfestigt sich das Material. Die Bauteilkontur wird durch Ablenkung des Laserstrahls mittels einer Spiegelablenkeinheit (Scanner) erzeugt. Der Aufbau des Bauteils erfolgt Schicht für Schicht (mit einer Schichtstärke von 20 bis 50 µm) durch Absenkung des Bauraumbodens, Neuauftrag von Pulver und erneutem Schmelzen.

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WERKZEUG-/FORMENBAU

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IsoForm in der Praxis

Thermische Trennung spart Zeit und Energie

Bilder: Konstruktionsbüro Hein/Kunststoff-Fröhlich

Das isolierte Formenkonzept IsoForm, entwickelt vom Konstruktionsbüro Hein, steht auf dem Prüfstand: Die Kunststoff-Fröhlich GmbH aus Bad Lauterberg durchleuchtete in der Praxis die Vorteile des neuen thermisch getrennten Werkzeugkonzeptes für die Verarbeitung von Thermoplasten. Auch die geänderte Vorgehensweise im Ablauf der Werkzeugerstellung wurde getestet.

Geschachtelter Konturbereich.

Stefan Mainka, Werkzeugbau Kunststoff-Fröhlich, neben dem IsoForm-Werkzeug.

Für das thermisch getrennte Werkzeugkonzept wurde passend zum energieeffizienten Werkzeug ein Heisskanalsystem der Firma Günther Heisskanaltechnik aus Frankenberg mit einer Titanisolation in den Auflagebereichen von Heisskanalverteiler und Heisskanaldüsen gewählt. Da man einen Konturbereich mit einem sehr eng geschachtelten, zyklusbestimmenden Formkern im Bauteil hatte, musste dieser entsprechend temperiert werden. Für diesen Konturbereich wurde die Temperiertechnik der Firma Stemke aus Döbeln gewählt. Der restliche Konturbereich und ein Vergleichsformkern mit der gleichen, geschachtelten Kontur wurde mit einer

konventionellen Wassertemperierung ausgestattet, um den Vorteil durch die StemkeTemperierung mit dem Kältemittel ermessen zu können. Will man effektiv und möglicherweise sogar zyklusabhängig temperieren, so ist es sinnvoll, einen Werkstoff für die konturgebenden Bereiche zu wählen, der eine gute Wärmeleitfähigkeit gewährleistet. Entsprechend wurde hier ein HTCS 130 der Firma STM aus Gräfelfing gewählt, der eine doppelt so gute Wärmeleitfähigkeit aufweist, wie ein vergleichbarer 1.2343 ESU. Für die Spritzgiesssimulation und Werkzeugkonstruktion kam dann das Konstruktionsbüro Hein aus Neustadt hinzu. Das ge-

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schützte Werkzeugkonzept IsoForm kann zwar heute von jedem Konstrukteur über das Internet konfiguriert werden (http:// www.isowe.net/de/cad.php), aber für dieses Pilotprojekt kam der Entwickler des IsoFormund HeiNo-Konzeptes selbst mit ins Boot. Das komplett bearbeitete Werkzeugnormalienmodul wurde von der Firma Nonnenmann erstellt, die die isolierten individuellen IsoForm- und die HeiNo-Normalien für Anguss, Entlüftung und Temperierung nicht nur nach Bad Lauterberg, sondern auch weltweit in gewohnter Qualität termingerecht anliefert. Dabei werden die Lizenzen für die Nutzung des IsoForm-Systems an die autorisierten Nutzer vergeben. 9 / 2011


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Federführend für das hausinterne Projekt war der eigenständige Werkzeugbau der Kunststoff-Fröhlich GmbH mit seinem Leiter Stefan Mainka. Der Aufbau von Erfahrungen mit dem IsoForm-Konzept bis hin zur Verarbeitung von Metallersatzwerkstoffen gehört zu einem der wichtigsten Ziele, um künftig das bisherige Werkzeugbauangebot im Bereich von Formen bis 496 x 596 zu erweitern. Die hohe Präzision, die sich durch die mittige Zentrierung und die hohe passive Abstützung im Bereich des Auswerferrahmens ergibt und die energieeffiziente Bauweise mit ihren Möglichkeiten für die Einbringung von individuellen Temperierlösungen und Sensorik machen viele heute sinnvolle Ansätze überhaupt erst möglich. Will man z. B. zyklusabhängig temperieren, so sollte nicht das ganze Werkzeug als träge reagierende Masse mit den temperierten Bereichen verbunden sein. Auch bei 2K-Lösungen ist so leicht eine thermische Trennung mit z. B. 180 °C für die Hartkomponente und 40 °C an der Formkonturoberfläche für die Weichkomponente möglich. Das vorliegende Bauteil mit dem geschachtelten Konturbereich (Bild 1) verdeutlicht die Problematik, die man heute bei einer Vielzahl von Steckverbindern vorfindet. Das enge Raster der kleinen Formkerne lässt ein Temperieren mit normalen Mitteln nicht mehr zu, da die erforderlichen Flach- und Rundauswerfer für das Entlüften und für die Entformung keinen Platz für eine konventionelle konturnahe Temperierung lassen. Auf der anderen Seite werden die filigranen Kerne jeweils von 5 Seiten mit heisser Schmelze beaufschlagt. Um hier einen Vergleich zu ermöglichen, wurde ein Gefacheformkern mit einer Wassertemperierung einem anderen mit der Stemke-Temperierung gegenüber gestellt. Schnell wurde deutlich, dass die konventionelle Temperierung mit Wasser den Konturbereich des Gefachekernes zu einem zyklusbestimmenden Element macht. Bei einer Vorlauftemperatur von 60 °C durch ein separat nur am Formkern angeschlossenes Temperiergerät ergab sich eine durchschnittlich gemessene Formoberflächentemperatur von 80,3 °C. Wird der Gefachekonturbereich aber mit der Stemke-Temperierung mit dem Kältemittel beaufschlagt, so hätte man den Zyklus sogar noch beliebig weiter reduzieren können, 9 / 2011

WERKZEUG-/FORMENBAU

wenn man nicht auf die Bereiche mit deutlich dickeren Wandstärken im restlichen Gehäuse hätte warten müssen. Hierbei betrug die über einen Temperaturfühler eingestellte und gemessene Temperatur im Durchschnitt 52,1 °C. Man hätte sie aber auch noch niedriger einstellen können. Die Formeinsätze mit den Multihalteplatten und den Isolierungen des IsoForm-Konzeptes ermöglichen je nach Bedarf einen isolierten Zugang zu den Temperierungen und der Sensorik im konturgebenden Bereich

ohne die Gefahr, dass möglicherweise Kabel und Anschlüsse bei der Demontage verletzt werden. Durch die thermische Trennung ist der konturgebende Bereich in einem Bruchteil der Zeit im Vergleich zu konventionellen Werkzeugen auf Zieltemperatur und benötigt dazu im Schnitt nur 10 % des bisherigen Energiebedarfs. Je höher also die gewünschte Formoberflächentemperatur, umso grösser ist die Einsparung an Zeit und Energie. Das Gleiche gilt für Hochtemperaturanwen-

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KUNSTSTOFF XTRA

WERKZEUG-/FORMENBAU

Zusammenbau IsoForm-Werkzeug.

dungen auch für das Abkühlen. Die Verletzungsgefahr durch das Berühren heisser Werkzeugbereiche reduziert sich ebenfalls auf ein Minimum, da nur der Konturbereich die hohe Temperatur aufweist.

Positive Erfahrung mit angeliefertem Formaufbau Die Erfahrung, die Mainka damit gemacht hat, dass der komplett bearbeitete Formaufbau angeliefert wurde und im eigenen Werkzeugbau die konturgebenden Bauteile hergestellt wurden, um abschliessend die Auswerfer abzustimmen, fasst der Leiter Werkzeugbau so zusammen: «Es ist nicht das erste Mal, dass wir den Formaufbau komplett bearbeitet bestellt haben, um unsere Fertigungskapazitäten zu puffern. Aufgrund der damit gemachten positiven Erfahrung ist es uns nicht schwer gefallen, auch den IsoForm-Aufbau mit Komponenten von Nonnenmann zu beziehen. Die Art der Zentrierung in den IsoForm-Werkzeugen ermöglicht aber, dass die Abstimmung der Formeinsätze schon vor dem Einbau in den Formaufbau bis auf die Auswerfer fertig abgestimmt werden kann. Da die Formeinsätze vor dem Formträgerrahmen vorstehen, ist auch die Trennung nicht mehr abzustimmen – Einsätze mit den Multihalteplatten einbauen, Auswerfer abstimmen – fertig ist das Werkzeug für die Musterung. Auch die Temperierung muss nicht mehr verbunden werden, denn die befindet sich nur im 18

Zusammenbau Auswerferseite.

Formeinsatz und der Multihalteplatte, die von uns gefertigt wurde.» Will man, wie hier, die verschiedenen Kerntemperierungen testen, so schraubt man den Formrahmen von der Trennungsseite los und hat den Einsatz bereits in der Hand. Da die Form auch zwischen den Platten keine Säulen und Buchsen zum Zentrieren benötigt, sondern immer die mittigen Flachzentrierelemente aufweist, kann alles über «Knippecken» oder Abdrückschrauben leicht demontiert werden. Oft stellt sich das Problem, dass das Produkt auf den Kern aufschwindet und so die Gesenkseite schon früh nicht mehr zur Abführung der Wärmeenergie aus dem Produkt beiträgt, während der Formkern durch Auswerfer und Entlüftungen nur bedingt eine konturnahe Temperierung zulässt. Damit aber die gleiche zulässige Formoberflächentemperatur für den jeweiligen Werkstoff entsteht, muss oft die Schliessseite mit einer kälteren Vorlauftemperatur gespeist werden, was bei konventionellen Werkzeugen schnell zum «Fressen» der Säulen führt, wenn die Wärmeausdehnung der Werkzeughälften eine deutliche Differenz aufweist. Bei IsoForm-Werkzeugen kann das nicht entstehen, da ausschliesslich die mittigen Zentrierungen wirken. Auf Wunsch können Säulen als Montagehilfe und zum Schutz eventuell überstehender Kerne eingebracht werden. Die Säulenführung muss ein sehr grosses Spiel aufweisen. Bei dem aktuellen Werkzeug war das aber nicht erforderlich.

Abschliessend kann gesagt werden, dass trotz der etwas höheren Anschaffungskosten für den komplett bearbeiteten Formaufbau mit den zusätzlichen Funktionselementen, Isolierungen und Zentrierungen hier ein zukunftsfähiges Werkzeugkonzept vorliegt, wie es seinesgleichen nicht gibt. Die höhere Präzision hinsichtlich der mittigen Zentrierungen, die bessere Abstützung der Kavitäten und die thermische Trennung macht in dieser Kombination viele neue Lösungen in der konturnahen und zyklusabhängigen Temperierung erst möglich.

Kontakte Kunststoff-Fröhlich GmbH Stefan Mainka, Werkzeugbau D-37431 Bad Lauterberg im Harz Telefon +49 (0)5524 8507-0 info@k-froehlich.de www.k-froehlich.de Konstruktionsbüro Hein GmbH Marschstrasse 25 D-31535 Neustadt Telefon +49 (0)5032 89379-1 TT@Kb-Hein.de www.Kb-Hein.de

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PRÜFEN/MESSEN/QS

Bei der Produktion in Reinräumen – hier in einem Reinraumsystem CleanMediCell von Schilling Engineering – ist höchste Konzentration gefordert. Ein einfach zu bedienendes Kontrollsystem sorgt für eine wesentliche Arbeitserleichterung und erhöhte Sicherheit.

Kontrolle und Steuerung in der Reinraumproduktion

Sicherheit durch Übersichtlichkeit Die Produktion in Reinräumen setzt eine hohe Disziplin und Sorgfalt im Bereich der Arbeitsabläufe voraus. Die Produktsicherheit hat oberste Priorität und die gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsnormen müssen strengstens eingehalten werden. Dem Reinraumspezialisten Schilling Engineering GmbH ist es mit einem neuen Reinraum Kontrollsystem gelungen, die Prozesse zu vereinfachen und damit die Sicherheit weiter zu erhöhen.

Die Produktion in Reinräumen unterliegen GMP Richtlinien, die die Parameter für Partikel- und Keimbelastung festlegen, zudem müssen Druck, Feuchtigkeit und Temperatur konstant gehalten und lückenlos dokumentiert werden. Grundvoraussetzung im Betrieb eines Reinraumsystems ist daher eine genaue Einstellung und Abstimmung aller Komponenten, eine ständige Kontrolle und Aufzeichnung der Werte und vor allen Dingen eine sofortige Anzeige und Behebung von Störungen. Die Regelung und Überwachung eines komplexen Reinraumsystems mit separaten Steuerungsanlagen für einzelne Komponenten wie Reinraum, Laminarflowmodule, Klimatechnik, Schleusentüren oder Beleuchtung erfordert oftmals den Einsatz von geschulten Technikern. Die verantwortlichen Mitarbeiter müssen der Steuerung einen grossen zeitlichen Aufwand widmen und die Überwachung durchgehend gewährleisten. Selbst kleine Unachtsamkeiten können zu einer Kontamination der heiklen Produk20

te führen und schwerwiegende Folgen verursachen. So führt beispielsweise eine versehentlich nicht geschlossene Tür im Schleusenbereich zu einem Druckabfall des Systems, die Strömungsvoraussetzungen sind nicht mehr gewährleistet und die Partikelkonzentration steigt an. Wird eine Fehlfunktion zu spät bemerkt, kann dies zu einem Produktionsstopp führen, der unter Umständen hohe Kosten verursacht. Eine Idealvorstellung ist demnach die Installation eines Reinraumsystems, das die hohe Kontrollverantwortung so einfach wie möglich macht und eine einfache, fehlerfreie Grundeinstellung und Steuerung ermöglicht. Der Schilling Engineering GmbH mit Sitz in Wutöschingen (D) ist jetzt mit der Weiterentwicklung ihres patentierten Reinraum Kontrollsystems CR Control (CR steht für CleanRoom) ein grosser Schritt zur Vereinfachung der Regelung, Steuerung und Überwachung und damit zur Erhöhung der Sicherheit und Produktivität in Reinräumen

gelungen. Der 15 Zoll grosse Touchscreen, der flächenbündig in das Wandpaneel neben der Zugangstür integriert wird, erweist sich als Multifunktionsgerät, das die komplexen Abläufe der Reinraumtechnik, der Klimatechnik und des Monitoring in einem Gerät vereint und sicher und intuitiv zu bedienen ist. «Kontrollsystem beschreibt im Grunde nur einen kleinen Teil der Funktionen, die das CR Control System leistet. Es ist ein interaktives Regelungs-, Steuerungsund Überwachungssystem, das in dieser Form etwas ganz Neuartiges darstellt. Der Touchscreen zeigt nicht nur übersichtlich und verständlich die Parameter an, die einzelnen Funktionen können auch sofort angesteuert und reguliert werden», berichtet der Elektroplaner Dietmar Schmitt, der bei Schilling Engineering massgeblich an der Entwicklung des Kontrollsystems beteiligt war, nicht ohne Stolz. Die Messung erfolgt mit Fühlern, die Druck, Feuchte und Temperatur überwachen und über Schnittstellen mit dem Kontrollsystem 9 / 2011


KUNSTSTOFF XTRA

Simatic S7 verbunden sind. Der hochwertige Controller von Siemens wird mit einer speziellen Software programmiert, die die nötigen Verbindungen zu den angeschlossenen Fühlern, Reinraummodulen, Klimaschränken und weiteren Komponenten herstellt. So können die Werte von bis zu 10 Reinräumen und 60 Laminarflowmodulen gleichzeitig auf einem Monitor dargestellt und die Sollwerte bequem eingestellt werden. Eine ständige Prüfung des Verschmutzungsgrades und der Leistung aller eingesetzten Filter ist wichtig, um frühzeitig einen Wechsel vorzusehen und Ausfallverluste auszuschliessen. Eine Besonderheit des neuentwickelten Systems besteht in der einzigartigen Möglichkeit, selbst die bisher sehr kompliziert und getrennt gesteuerte Klimatechnik direkt und übersichtlich anwählen zu können. Zudem wird die Türsteuerung überwacht und auch die Lichtfunktion kann bequem eingestellt werden. Die verschiedenen Features werden über eine intuitive Benutzerführung einfach angewählt und sind auf unterschiedlichen Ebenen passwortgesichert und so vor missbräuchlicher Bedienung geschützt. Geschäftsführer Günther Schilling versprüht regelrechte Begeisterung, wenn er über die Neuentwicklung spricht. «Besonderen Wert haben wir auf eine unmittelbar verständliche Benutzerführung gelegt. Vorgänge, bei denen ein sofortiger Eingriff nötig ist, werden mit einer roten Farbe deutlich sichtbar

Bilder: Schilling Engineering

PRÜFEN/MESSEN/QS

Der 15 Zoll Touchscreen des Schilling CleanRoom ControlSystem CR Control ermöglicht eine übersichtliche Kontrolle und Regelung aller einzelnen Reinraumkomponenten.

gemacht oder lösen einen Warnton aus. Die gesamte Steuerung und Überwachung kann unkompliziert direkt über das 15 Zoll Display erfolgen. Das ist ein Riesenfortschritt. Die Kunden können schnell und sicher reagieren und sich auf den eigentlichen Prozessablauf konzentrieren.» Das CleanRoom ControlSystem CR Control wird in einer 6 Zoll Version bereits seit 2010 zur Steuerung der Reinraumsysteme von Schilling Engineering eingesetzt. Seit August 2011 steht nun mit dem 15 Zoll Monitor die Weiterentwicklung, die zusätzlich die Steu-

erung der Klimatechnik integriert und eine noch grössere Übersichtlichkeit gewährleistet, zur Verfügung.

Kontakt Schilling Engineering Schweiz GmbH Dorfstrasse 60, Postfach 35 CH-8219 Trasadingen Telefon +41 (0)52 212 789-0 info@schillingengineering.ch www.schillingengineering.de

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KUNSTSTOFF XTRA

ROHSTOFFE

Neue Gummiwerkstoffe

Leitfähig respektive hoch temperaturbeständig Bisher unerreichte Eigenschaften und damit neue Anwendungsgebiete für Gummiwerkstoffe – das versprechen Forschungsergebnisse aus dem Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF). Möglich machen dies neue Füllstoffe und Mischungstechnologien.

Leitfähig wie Metall: Elastomermatrix gefüllt mit mehrwandigen Kohlenstoffnanoröhren (CNT-Gehalt: 10 phr, d.h. 10 Prozent Masseanteil im Verbund). TEM-Aufnahme.

In der Arbeitsgruppe von Dr. Amit Das und unter der Leitung von Prof. Gert Heinrich wurden am Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. im Rahmen laufender Promotionsarbeiten durch den Einsatz neuer Füllstoffe und Mischungstechnologien leitfähige bzw. hoch temperaturbeständige Gummiwerkstoffe entwickelt. Kalaivani Subramaniam gelang erstmals die Herstellung eines Gummiwerkstoffs mit einer sehr hohen elektrischen Leitfähigkeit, die sich der von Metallen sogar annähert. Hergestellt wurde er durch eine Mischungstechnologie, bei der unter Zuhilfenahme geeigneter niedermolekularer Verbindungen eine grosse Menge an leitfähigen sogenannten Kohlenstoff-Nanoröhren optimal in der Kautschukmatrix dispergiert werden konnte. Das auch mechanisch hervorragend stabile und belastbare Material bietet völlige neue 22

Temperaturbeständigkeit toppt alles Bisherige Von Sandip Rooj konnten Elastomere mit einer bisher nicht erreichten Temperaturbeständigkeit hergestellt werden. Die für Elastomere bereits sehr gute Temperaturbeständigkeit von Fluorkautschuken wurde durch die Dispersion und gezielte Einbindung von Halloysite-Nanoröhrchen, speziellen röhrchenartigen Füllstoffen aus der Mineralklasse der Aluminosilikate, in die Kautschukmatrix nochmals deutlich erhöht. Die thermische Zersetzungstemperatur wurde von 400 °C für konventionelle Fluorkautschuke auf 450 °C für die neuen Fluorelastomer-Komposite gesteigert. Wichtiger Effekt für Anwendungen ist, dass damit auch die Dauer-Temperaturbeständigkeit bei üblichen Einsatztemperaturen (im Motorraum von Fahrzeugen z. B. bei meist 150 bis 200 °C) verbessert wird – und mit ihr letztlich die Lebensdauer von thermisch beanspruchten Gummi-Bauteilen. Die neuartigen robusten Elastomere, die zugleich ein gutes Flammwidrigkeitsverhal-

Bilder: IPF Dresden, M. Auf der Landwehr

Bild: IPF Dresden, U. Reuter

Anwendungsmöglichkeiten. Vorstellbar sind zum Beispiel elektronische Schaltkreise auf hochflexiblem Trägermaterial. Mit der neuartigen Kombination von Eigenschaften und Funktionen würden sich diese besser als bisher verfügbare Bauelemente in komplexe Systeme integrieren lassen, u.a. als flexible Roboterteile. Am konkreten Beispiel eines Fusses für einen humanoiden Roboter war im Rahmen einer am IPF betreuten Diplomarbeit kürzlich gezeigt worden, welche Funktionsoptimierungen durch den Einsatz von Elastomeren im Verbund mit Faserverbundwerkstoffen möglich sind; eine zusätzliche Integration von elektrischer Leitfähigkeit in den Elastomerwerkstoff eröffnet nun weitere interessante Potenziale. Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von Halloy site-Nanoröhrchen, die als Füllstoffe die Temperaturbeständigkeit von Fluorkautschuken deutlich erhöhen.

ten aufweisen, bieten sich besonders für den Einsatz bei hohen Gebrauchstemperaturen und unter hohem Druck an, zum Beispiel für Hochleistungsdichtungen in Industrieanlagen oder auch extrem druckbeanspruchte Dichtungen in Motoren von Tiefseeförderanlagen. Die Arbeiten wurden auch auf der internationalen Tagung Eurofillers 2011 vorgestellt, die das IPF vom 21. bis 25. August 2011 in Dresden ausrichtete.

Kontakt Prof. Dr. Gert Heinrich Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e.V. (IPF) Telefon +49 (0)351 4658-361 gheinrich@ipfdd.de www.ipfdd.de

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Anstehende europäische Brandschutznorm

Polyamid 6 erreicht Hazard Level 3 Die Anforderungen, die die anstehende europäische Norm zum Brandschutz in Schienenfahrzeugen an brennbare Werkstoffe und Bauteile stellt, sind für flammgeschützte Thermoplaste sehr hoch und teilweise kaum zu erfüllen. Ein Thermoplast, der die Prüfungen des geplanten Regelwerks mit der bestmöglichen Einstufung «Hazard Level 3» schafft, ist das Polyamid 6 Durethan DP BM 65 X FM30 von Lanxess.

Einteilung in Bauart- und Betriebsklassen definiert Gefährdung Die Massnahmen und Anforderungen der kommenden Norm zum Brandschutz in Schienenfahrzeugen sind derzeit noch in der technischen Spezifikation CEN/TS 45545 festgelegt. Was Bauteile oder Werkstoffe in den darin festgelegten Prüfungen leisten müssen, hängt von der Bauart der Schienenfahrzeuge und der Art des Schienenverkehrs ab, den so genannten Bauartund Betriebsklassen. Diese Differenzierung spiegelt wider, wie lang im Brandfall die Verweilzeit der Fahrgäste im Schienenfahrzeug ist und wie gefährdet sie dadurch sind. Für jede Bauartklasse ist je nach Betriebsklasse eine so genannte Gefährdungsstufe (Hazard Level) definiert, die das Risikopotenzial klassifiziert. Insgesamt sind drei Hazard Level (HL 1-3) festgelegt. HL 3 ist die höchste Gefährdungsstufe. Die CEN/TS 45545 listet typische Bauteile und Anwen9 / 2011

dungen («Produkte») in Schienenfahrzeugen auf und ordnet ihnen genormte Brandschutzprüfverfahren zu. Je nach Hazard Level muss das jeweilige «Produkt» in diesen Prüfungen unterschiedlich strengen Anforderungen gerecht werden.

Bild: Lanxess

Das gute Abschneiden des Polyamid 6 eröffnet dem Hightechwerkstoff zahlreiche Einsatzchancen in Bauteilen, die in der elektrotechnischen Ausrüstung von Schienenfahrzeugen mit hohem Brandgefährdungspotenzial Verwendung finden. «Dazu zählen zum Beispiel Drosselspulen, Spannungstransformatoren, Wicklungen, Schaltschützen und Schalter», erläutert Alexander Radeck, Experte für flammgeschützte Thermoplaste in der Anwendungsentwicklung der Business Unit Semi-Crystalline Products. Die entsprechenden Prüfungen erfolgten bei der Brandtechnologie der Currenta GmbH & Co. OHG in Leverkusen, einer nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditierten und von den jeweiligen Bundesämtern überwachten und zertifizierten Prüfstelle.

Geringe Rauchgasdichte, hoher Sauerstoffindex Die Currenta Brandtechnologie führte für das Polyamid 6 entsprechend der CEN/TS 45545 u. a. Prüfungen zur Rauchgastoxizität (NF X 70-100-1) und -dichte (EN ISO 5659-2) sowie zum Sauerstoffindex (ISO 4589-2) durch. Für die spezifische optische Rauchgasdichte Ds(max) ergab sich ein Wert von nur 7 (Gesamtprüfdauer 20 Minuten). Hazard Level 3 wird für innen liegende Werkstoffe bei Ds(max)-Werten ≤ 150 erreicht. Für die Rauchgastoxizität wurde ein CIT-Wert (Conventional Index of Toxicity) von 0,26 ermittelt. Eine Einstufung in Hazard Level 3 kann in dieser Prüfung bei CIT-Werten ≤ 0,75 erfolgen. Der Sauerstoffindex OI lag mit 52,6 Prozent deutlich über dem Anforderungsminimum für Hazard Level 3 in Höhe von 32 Prozent. Die exzellente Brandwidrigkeit von Durethan DP BM 65 X FM30 basiert auf einem halogen-, phosphor- und antimonfreien Flammschutzpaket. «Das Polyamid 6 bewährt sich bereits im Schienenverkehr und kommt etwa im Europatunnel unter dem Ärmelkanal in Halteelementen für Kabelkanäle zum Einsatz», so Radeck. Es ist mit 65 Gewichtsprozenten einer Glasfaser-MineralMischung verstärkt. Trotzdem ist seine Schmelze leichtfliessend (EasyFlow-Technologie), so dass auch relativ dünne Wanddicken und filigrane Bauteilgeometrien umsetzbar sind.

Die exzellente Brandwidrigkeit des Polyamid 6 Durethan DP BM 65 X FM30 erlaubt den Einsatz auch im Schienenverkehr.

Kontakt Lanxess AG Kaiser-Wilhelm Allee 40 D-51369 Leverkusen Telefon +49 (0)214 30 33333 lanxess-info@lanxess.com www.lanxess.com

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Vielseitig sterilisierbar

PEI mausert sich zum Material erster Wahl Der Kunststoff Ultem HU 1004 von Sabic Innovative Plastics, entwickelt sich zunehmend zur ersten Wahl bei den OEM, wenn es darum geht, unabhängig vom gewählten Sterilisierungsverfahren die mechanischen Eigenschaften und Äesthetik zu bewahren. Testergebnisse zeigen die Vorteile dieses Polyetherimid (PEI) im Vergleich mit Polyphenylsulfon (PPSU).

Das Foto zeigt die zu vernachlässigende Farbveränderung von Ultem HU1004 nach 300 Zyklen der Sterrad-NX**-Behandlung. Der UltemKunststoff ist im Vergleich zur Kontrollprobe farbecht. PPSU zeigt beträchtliche Farbveränderungen von blau zu grün sowie von weiss und grau zu gelb.

Um seinen Kunden im Bereich Gesundheitswesen Materialien höchster Qualität bereitzustellen, die den Anforderungen nach Prozessvereinfachung und Leistungsfähigkeit gerecht werden, testete ein unabhängiges Labor für Sabic Innovative Plastics dessen robusten Polyetherimid-(PEI)-Kunststoff Ultem* HU1004 auf Sterilisierungsmöglichkeiten. Der hochleistungsfähige, bereits für andere Techniken eingesetzte Kunststoff, wurde auf seine Verwendung in der SterradNX-Gas-Plasma-Sterilisation mit Wasserstoffperoxid bei niedrigen Temperaturen getestet. Er verleiht den Gesundheitsdienstleistern die Flexibilität, für die Sterilisierung von Ablagen, elektronischen Medizingeräten und anderen Applikationen unter den wichtigsten Verfahren auswählen zu können. Ultem

* Marken von Sabic Innovative Plastics IP B.V. ** Sterrad und NX sind eingetragene Warenzeichen von Advanced Sterilization Products.

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Dieses Foto zeigt den Einfluss einer häufigeren Sterrad-NX-Behandlung auf die Farbe, von der Ausgangssituation, 100, 200 bis zu 300 Zyklen. Die Proben von Ultem HU1004 in der oberen Reihe zeigen fast keine Farbveränderung, wohingegen bei PPSU eine Veränderung zu gelb bereits bei 100 Zyklen festgestellt wurde.

HU1004 zeigte gegenüber Konkurrenzmaterialien wie z. B. Polyphenylsulfon (PPSU), die bei der Sterrad-NX-Sterilisation zum Einsatz kommen, beträchtliche Vorteile hinsichtlich Leistungsfähigkeit und Ästhetik, insbesondere im Bereich Duktilität und Farbstabilität. «Die medizinischen Werkstoffe von Sabic Innovative Plastics werden bei der Entwicklung neuer, hochwertiger Applikationen einer strengen Leistungsprüfung unterzogen», sagte Tom O’Brien, Marketing Director, Bereich Healthcare, von Sabic Innovative Plastics. «Gemäss der unabhängigen Laborprüfungen erfüllt der Kunststoff Ultem HU1004 die kritischen Anforderungen industrieller Sterilisation, einschliesslich Autoklavieren bei höheren Temperaturen, Ethylenoxid und Gammastrahlung für mehr Sicherheit sowie Sterilisationsprozesse bei niedrigen Temperaturen zum Schutz empfindlicher elektronischer Geräte. Ultem HU1004 entwickelt sich bei den OEM in der ganzen Welt auf-

grund des erweiterten Einsatzbereichs schnell zur ersten Wahl, da er stabile Leistung und ausgezeichnete Ästhetik bietet, und zwar ungeachtet des verwendeten Sterilisationsverfahrens.» Die Ultem-Kunststoffe können auf eine lange und ausgezeichnete Geschichte in der Gesundheitsbranche verweisen, wo sie ihre Festigkeit, Stabilität, chemische Beständigkeit und zuverlässige Leistungsfähigkeit bei Anwendungen wie z. B. chirurgischen Geräten (Gewebestabilisatoren, Hauthefter und Griffe für laparoskopische Geräte), medizinischer Ausrüstung einschliesslich Anästhesiegeräte und orthopädischen Geräten unter Beweis stellten.

Positive Laborergebnisse Sabic Innovative Plastics beauftragte SPS Medical, ein unabhängiges Testlabor mit Sitz in Rush, New York, mit der Bewertung der mechanischen Eigenschaften und des Gra9 / 2011


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Die SpritzgieĂ&#x;er – Messe Nr. 1 weltweit Kunststoff–Technologien – Made by FAKUMA des der Farbveränderung von Ultem HU1004 nach Anwendung des Sterrad-NX-Verfahrens. SPS setzte Proben des Ultem-Kunststoffes und von PPSU der Sterrad-NX-Sterilisation schrittweise von 50 bis 300 Zyklen aus. Die Proben wurden dann von den technischen Fachleuten von Sabic ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass der Kunststoff Ultem HU1004 im Vergleich zu PPSU eine hervorragende Farbstabilität aufweist. In der Tat zeigte PPSU eine bis zum Zehnfachen grĂśssere Farbveränderung als Ultem HU1004 und vergilbte beträchtlich nach nur 100 Zyklen der Sterrad-NX-Behandlung. Der Ultem-Kunststoff stellte ausserdem im Vergleich zu PPSU hervorragende mechanische Eigenschaften unter Beweis, so unter anderem Beibehaltung der Masse und Schlagzähigkeit. Die wichtigsten Testergebnisse sind: Masseverlust (nach 150 und 300 Sterrad-NX-Zyklen) • Ultem HU1004 verliert weniger als insgesamt 0,5 Prozent seiner Masse nach 150 und 300 Sterrad-NX-Zyklen. • PPSU hatte einen Masseverlust von 2,25 Prozent nach 150 Sterrad-NX-Zyklen und von 7,7 Prozent nach 300 Zyklen. Beibehaltung der Zugfestigkeit (nach 150 und 300 Sterrad-NX-Zyklen) • Der Kunststoff Ultem HU1004 behielt > 99 Prozent seiner Zugfestigkeit bei 150 Zyklen und 98 Prozent bei 300 Zyklen. Bei der Bruchdehnung behielt der Kunststoff 94 Prozent seiner Leistung bei 150 Zyklen und 77 Prozent bei 300 Zyklen. • PPSU behielt 96 Prozent seiner Zugfestigkeit bei 150 Zyklen und 91 Prozent bei 300 Zyklen. Das Material wurde brĂźchig und bewahrte nur 12 Prozent seiner Dehnbarkeit bei 150 Zyklen und 11 Prozent bei 300 Zyklen. Damit erweist sich Ultem HU1004 als ein ausgezeichneter mĂśglicher Werkstoffkandidat fĂźr Anwendungen im Gesundheitswesen, die Autoklavieren bei hohen Temperaturen, Ethylenoxid, Gammastrahlen und Gas-Plasma-Sterilisationsprozesse mittels Wasserstoffperoxid bei niedrigen Temperaturen erfordern. Die Tests, die von Sabic bei der Sterilisation mit Autoklaven durchgefĂźhrt wurden, wiesen nach, dass der Kunststoff Ultem HU1004 selbst nach 2500 Zyklen im Autoklaven bei 134 °C seine Duktilität, Steifigkeit und Festigkeit behielt. Ultem HU1004 ist Teil des umfangreichen und noch anwachsenden Portfolios von mehr als 50 Kunststoffarten von Sabic fĂźr das Gesundheitswesen, das von einer umfassenden Produktpolitik unterstĂźtzt wird.

Kontakt Lenorplastics AG Bruggfeldweg 3 CH-4147 Aesch Telefon +41 (0)61 706 11 11 www.lenorplastics.ch 9 / 2011

&!+5-!n$IEINTERNATIONALE &ACHMESSEFà R+UNSTSTOFFVERARBEITUNG 7ARENVERZEICHNIS+URZàBERSICHT s3CHWEI”MASCHINEN s3PRITZGIE”MASCHINEN s%XTRUDER s-ESSMASCHINEN %XTRUSIONSANLAGEN Prßfgeräte s6ERARBEITUNGSMASCHINEN s2ECYCLING s-ASCHINENUND!US s0ERIPHERIEGERËTE rßstung ZUM!UFBEREITEN s7ERKZEUGE "AUTEILE s"EARBEITUNGS UND Veredelungsmaschinen s(ALB U&ERTIGERZEUGNISSE s2OH UND(ILFSSTOFFE s"LASFORMMASCHINEN s$IENSTLEISTUNGEN s0RESSEN

18. – 22. Okt. Messe Friedrichshafen

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Veranstalter:

P.E. Schall GmbH & Co. KG Gustav-Werner-StraĂ&#x;e 6 ¡ D - 72636 Frickenhausen ¡ Tel. +49 (0) 7025.9206 - 0 Fax +49 (0) 7025.9206 - 620 ¡ fakuma@schall-messen.de ¡ www.schall-messen.de Mitglied in den Fachverbänden: www.schall-virtuell.de

Veranstaltungsort:

Messe Friedrichshafen GmbH ¡ Neue Messe 1 ¡ D - 88046 Friedrichshafen

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Gegen den Wind

Schallschutz im Windkanal der Uni Stuttgart Das Institut für Aero- und Gasdynamik der Universität Stuttgart kann jetzt auch Windkanalprofile auf Geräusch-Emissionen untersuchen. Möglich wurde das durch den Einbau von schallabsorbierenden Formteilen aus Basotect, dem Melaminharzschaumstoff der BASF, in den Laminarwindkanal des Instituts.

Umrüstung des Windkanals war ausserdem die gute Verarbeitbarkeit des BASF-Schaumstoffs ausschlaggebend: Das flexible Material passt sich unterschiedlichen Formen problemlos an und lässt sich faserfrei zuschneiden. So konnten unterschiedlich dicke Absorberteile in verschiedenen Formen konfektioniert werden, die sich optimal an die konischen Wände des Windkanals anschmiegen. Die Dicke der verwendeten Basotect-Teile variiert zwischen 3 und 100 cm. Sie sind mit einer dünnen schwarzen Polyurethanhaut überzogen, um sie vor Schmutz und Feuchtigkeit zu schützen.

Bild: BASF

Alleskönner Basotect

Einbau von schallabsorbierenden Formteilen aus Basotect in den Laminarwindkanal des Instituts für Aero- und Gasdynamik der Universität Stuttgart (symbolische Darstellung).

Im Laminarwindkanal werden Modelle von Flugzeugflügeln oder Windkrafträdern auf ihr aerodynamisches Verhalten untersucht und optimiert, indem sie mit Luft umströmt werden. Aufgrund der ungewöhnlichen Form des Windkanals hat der DämmstoffHersteller WKT-Produktion aus Hanau die Basotect-Formteile eigens für diese Anwendung konfektioniert. Die Firma Faist Anlagenbau aus Krumbach übernahm u.a. das Engineering, das akustische Design sowie die Montage der Verkleidung. Der rund 45 Meter lange Windkanal saugt Luft aus der Umgebung an und beschleunigt diese in der Einlaufdüse. Darauf folgt eine geschlossene Messstrecke, in der die Profile untersucht werden. Um die Qualität der 26

aero-akustischen Messungen zu verbessern, musste der Windkanal zusätzlich schallgedämmt werden: Dies war notwendig, da das Gebläse Lärm erzeugt, der sich in der Messstrecke ausbreitet und so die Messungen stört. Für die Schalldämmung war ein Material nötig, das sehr gute Schallabsorption mit hoher Widerstandfähigkeit und flexiblen Verarbeitungsmethoden verbindet – ein Anforderungsprofil, das herkömmliche Materialien bisher nicht erfüllen konnten. Basotect verfügt über ausgezeichnete schalltechnische Eigenschaften: Aufgrund seiner offenzelligen, feinen Schaumstruktur zeigt das schwerentflammbare Material sehr gute Schallabsorptionswerte im mittleren und hohen Frequenzbereich. Für die akustische

Basotect ist ein offenzelliger Schaumstoff auf Melaminharzbasis mit einem einzigartigen Eigenschaftsprofil: Aufgrund des Basismaterials ist er schwerentflammbar (B1 nach DIN 4102), abrasiv und kann bis 240 °C eingesetzt werden, wobei er seine Eigenschaften über einen weiten Temperaturbereich behält. Aufgrund der offenzelligen Schaumstruktur ist er leicht (9 g/l), schallabsorbierend, flexibel bei tiefen Temperaturen und wärmedämmend. Basotect wird z.B. zur Schallabsorption und Wärmedämmung in Bereichen mit erhöhten Brandschutzanforderungen eingesetzt, z.B. in Gebäuden, Autos und Zügen.

Kontakt BASF Schweiz AG Klybeckstrasse 141 CH-4057 Basel Telefon +41 (0)61 636 11 11 info-switzerland@basf.com www.basf.ch www.basotect.de

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VinylPlus knüpft an Selbstverpflichtung Vinyl2010 an

Umweltschutz mit Kunststoffrohren Noch bevor der Abschlussbericht der Initiative Vinyl2010 auf dem Tisch lag, startete die europäische PVC-Industrie mit VinylPlus eine neue Initiative, um die nachhaltige Produktion und Verwendung von PVC weiter zu verbessern (siehe Kasten). Wer mehr über den Werkstoff PVC und dessen Vielseitigkeit erfahren will, kann die Plastic Pipes XVI, internationale Kunststoff-Rohr-Konferenz, vom 24. bis 26. September 2012 in Barcelona besuchen.

Schlüsselthema: neuartige Anwendungen Schlüsselthemen im Gebiet der neuen Lösungen werden wegweisende Projekte und neuartige Anwendungen sein. Angesichts des bedenklichen Zustands, den herkömmliche Rohrleitungen zur Wasser- und Gasversorgung sowie für die Kanalisation in vielen Ländern aufweisen, wird für deren Modernisierung die Technik der grabenlosen Rohrverlegung von besonderem Interesse sein. Weitere Schwerpunkte werden die nachhaltige Bauplanung und -ausführung sowie neueste wissenschaftliche Erkennt9 / 2011

600

84,3%

90,0% 82,5%

80,2% 572.018

568.481

552.864

589.56278,5%

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0

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15,2% 104.756

16,3% 116.024

16,7%125.546

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2,3% 16.117

3,5% 25.142

4,8% 36.388

10,0%

0,8% 5.380 1998

2000

2002

2004

0,0%

PVC

PE

Quelle: CDC-Gravity Pipe Systems

100

Percentage of Total

Auf der alle zwei Jahre stattfindenden Konferenz mit Ausstellung werden mehr als 500 Teilnehmer aus über 80 Ländern erwartet. Zoran Davidovski, der Vorsitzende des Organisationskomitees, ist überzeugt, dass die Veranstaltung in Spanien noch grössere Aufmerksamkeit finden wird als die vorhergehende Konferenz in Vancouver. «Alle zwei Jahre treffen sich die wichtigsten Endanwender, Konstrukteure, Ingenieure, Bauunternehmen und Hersteller aus der Welt der Kunststoffrohre. Sie erhalten einen Überblick über neue Lösungen, Anwendungen und Entwicklungen, die sich mit dieser unverzichtbaren Technologie verwirklichen lassen. Die Konferenz ermöglicht einen einzigartigen Austausch von Erfahrung, und sie fasst die wichtigsten Trends und Themen in diesem dynamischen internationalen Markt zusammen.»

700

Volume in tds Tons

Überall in der Welt setzen Kunststoffe ihren Siegeszug fort und verdrängen herkömmliche Rohrwerkstoffe. Die neuesten Entwicklungen und Stärken von Kunststoffrohren werden anlässlich der Plastic Pipes XVI in Barcelona, Spanien, im Mittelpunkt stehen.

PP

Plastic Trends:

PVC Trends:

Increase of sewage connections. Plastic gaining market share against clay and concrete

Growing in developing countries. Loosing ground to PP and PE.

Grafik 1: Marktentwicklung von PVC- resp. PE- und PP-Abwasser- und Drainagerohren in Europa.

nisse zur Bewertung der Lebensdauer sein – beides wird die Umweltfreundlichkeit von Rohrleitungssystemen aus Kunststoff unterstreichen. Davidovski erläutert die Bedeutung der Wahl von Spanien als Tagungsort für die Konferenz: «In Spanien setzen immer mehr Endanwender unsere Technologie ein. Dieser Trend ist besonders ausgeprägt in der Baubranche, in der das Kosten-Nutzen-Verhältnis einen besonders hohen Stellenwert besitzt.» Allerdings ist im Vergleich mit anderen europäischen Ländern der Anteil von Kunststoffrohren in der Wasserversorgung relativ gering. «Die Wachstumsmöglichkeiten sind daher aussergewöhnlich gut – gerade in einem Land, in dem Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung, Verbesse-

rungen bei der Bewässerung sowie Reinigung und Klärung von Wasser entscheidend dafür sind, die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels zu mildern.» Die Präsentationen werden die Hauptanwendungsgebiete von Kunststoff-Rohrsystemen umfassen, also Gas- und Wasserversorgung, Kanalisation und Entwässerung, Warm- und Frischwasserversorgung in Gebäuden, Schmutz- und Abwasseranlagen sowie industrielle Rohrsysteme. Die Vielseitigkeit der Kunststoffe und die Innovationsgeschwindigkeit in der Industrie ermöglichen eine ständige Ausweitung der Einsatzgebiete. «Die technologische Entwicklung in unserer Branche vollzieht sich in einem ganz erstaunlichen Tempo», sagt Davidovski. «Einige neue Kunststoff-Rohrwerkstoffe mit er27


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staunlichen Eigenschaften eröffnen einen Blick in die Zukunft. Für andere Entwicklungen, zum Beispiel für Rohre mit profilierter Wand oder für Mehrschichtrohre, werden die Eigenschaften und Vorteile untersucht. Praxisnahe Berichte stellen neue konstruktive Lösungen sowie neue Prüfverfahren vor.»

Einzigartiges Forum Marktfragen werden entscheidend für die Weiterentwicklung der Kunststoffrohrindustrie sein, ebenso Umfang und Ausmass der weltweiten Erfahrung. Ein Überblick über den Bedeutungsverlust herkömmlicher Rohrmaterialien ist ebenso vorgesehen wie ein aktueller Bericht über die Standardisierung, die Normung und die harmonisierten europäischen Standards (hENs). «Die internationale Konferenz Plastic Pipes XVI ist einzigartig als Plattform und Treffpunkt für diese sich kontinuierlich entwickelnde Industrie und die Technologie. In achtzig Jahren hat sich die Kunststoffrohrbranche zu einem unverzichtbaren Dienstleister entwickelt. Obwohl oft kein zentraler Gesichtspunkt: Die Plastic Pipes XVI wird die Effizienz und ganz besonders die Nachhaltigkeit von Kunststoffrohrsystemen zeigen», so Davidovski. Plastic Pipes XVI wird organisiert vom Plastics Pipe Institute, PVC4Pipes, PE100+, TEPPFA sowie von nationalen und regionalen Handelsverbänden.

Nachhaltigkeit ist durch Kunststoffrohre gegeben Wie recht der Vorsitzende des Organisationskomitees mit dieser Aussage hat, belegt ein Auszug aus den Eco-BKP-Merkblättern über die Nachhaltigkeit im öffentlichen Bau (BKP 211 Baumeisterarbeiten, Ausgabe 2009): Bei den Abwasserrohren zählt PVC mit CaZn Stabilisator E, 250 mm, zum Material erster Wahl. «Gussrohre beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als solche aus andern Materialien», ist im eco-devis (ökologische Leistungsbeschreibung) 237 zu lesen. Die vom Verein ecobau herausgegebenen «eco-devis» empfehlen, dass im Abwasserbereich PVC-Rohre Calzium-Zink (CaZn) stabilisiert und kompakt sein müssen, und 28

dass ein funktionierendes Recyclingsystem vorhanden sein sollte. Diese Anforderungen werden in der Schweiz vollumfänglich erfüllt. Nur: Obwohl die Firmen Stalder Extrusion SA, profilsager ag und Wiederkehr Recycling AG seit gut einem Jahr für ausgediente PVC-Rohre ein Rücknahme- und Verwertungssystem betreiben, enden ausgebaute PVC-Rohre nach wie vor in Kehrrichtverbrennungsanlagen (KVS). «Das nachhaltige Angebot, die Rohre nach entsprechender Aufarbeitung zu neuen PVC-Bauprofilen für spezifische Anwendungen zu verarbeiten oder sonstigen PVC-Verarbeitungslinien zuzuführen, bleibt weitgehend ungenutzt», klagt Norbert Helminiak, Vorsitzender der Geschäfsleitung der PVCH (Arbeitsgruppe der Schweizerischen PVC-Industrie). Angenommen und verwertet werden alle kompakten PVC-Rohre, die als Druck-, Abwasser-, Drainage- oder ähnliche Rohre im Einsatz waren. Nicht zur Verwertung geeignet sind durch aggressive oder giftige Substanzen

belastete Rohre aus Chemieanlagen sowie Mehrschichtrohre und Rohre mit Schaumkern. Langlebige PVC-Bauprodukte machen in Europa über 50 Prozent, in der Schweiz sogar nahezu 80 Prozent des Gesamtverbrauches aus. Wie dominant PVC-Rohre in Europa im Abwasserbereich sind zeigt die Grafik. Kunststoffrohre gewinnen gegenüber den Materialien wie Ton und Beton weiterhin an Boden und in Entwicklungsländern wächst die Nachfrage nach PVC. Doch PE und PP wachsen auf Kosten von PVC. Kontakte zu: Plastic Pipes XVI: liszkai.nora@congress.hu, www.ppxvi.org PVCH: n_helminiak@t-online.ch, www.pvch.ch zu VinylPlus: www.agpu.com und www.vinylplus.eu

PVC-Industrie startet neue Nachhaltigkeitsverpfichtung Die europäische PVC-Industrie kündigt neue Ziele für die nachhaltige Entwicklung bis zum Jahr 2020 an und fordert Unterstützung von politischen Entscheidern, um das Recycling in Europa zu fördern. Die VinylPlus-Initiative ist auf fünf Verpflichtungen aufgebaut, die folgende Ziele umfassen: einen Quantensprung bei den PVC-RecyclingMengen und der Entwicklung innovativer Recycling-Technologien zu erreichen, Bedenken im Hinblick auf chlororganische Emissionen anzusprechen, die Verwendung von Additiven auf der Basis von Nachhaltigkeitskriterien sicherzustellen, die Energieeffizienz sowie die Verwendung von erneuerbaren Energien und Rohstoffen in der PVC-Produktion zu steigern und die Nachhaltigkeit in der gesamten PVC-Wertschöpfungskette voranzutreiben. Die Initiative baut auf dem Erfolg der auf zehn Jahre angelegten Selbstverpflichtung Vinyl 2010 auf, um die nachhaltige Produktion und Verwendung von PVC weiter zu verbessern. Einer der wichtigsten Erfolge von Vinyl 2010 war die Errichtung einer europaweiten Infrastruktur für die Sammlung und das Recycling von mehr als 250 000 Tonnen PVC pro Jahr, obwohl das Material vor 2000 von vielen als «nicht recycelbar» eingestuft wurde, und demnach nur für die Entsorgung auf Deponien geeignet schien. Der Abschlussbericht der Initiative «Vinyl 2010» ist nun in deutsch erschienen und kann angefordert werden unter: info@pvch.ch. Ein konkretes Ziel der Selbstverpflichtung VinylPlus ist das Recycling von 800 000 Tonnen PVC pro Jahr bis 2020. Davon 100 000 Tonnen durch innovative Technologien, um einen Weg für Anwendungen zu finden, die auch heute noch eine Herausforderung für das Recycling darstellen. Ausserdem plant die PVC-Industrie die Einführung eines neuen VinlyPlus Zertifizierungs- und Kennzeichnungs-Systems. Es soll Kunden helfen, nachhaltig produziertes PVC zu erkennen und bevorzugt zu verwenden. Dies schafft gleichzeitig einen Mehrwert für die Mitglieder von VinylPlus. www.agpu.com

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NEWS

Rampf investiert in Neubau Die Rampf-Unternehmensgruppe (www.rampf-gruppe.de) investiert in ein neues Firmengebäude für die Rampf Dosiertechnik GmbH & Co. KG am Standort Zimmern o.R. Das Unternehmen gehört zu den führenden Herstellern von Niederdruck-, Misch- und Dosieranlagen für die Verarbeitung von ein-,

zwei- und mehrkomponentigen Reaktionsharzen. «Nachdem die Rampf Dosiertechnik schon seit längerer Zeit aus allen Nähten platzt und auch die anhaltend hohe Auftragslage bis weit in das neue Geschäftsjahr reicht, haben wir uns dazu entschlossen, ein Werk II zu realisieren», erklärt Matthias Rampf, ge-

Dätwyler: Umsatz rauf, Gewinn runter Die Dätwyler Gruppe (datwyler. com) hat im ersten Halbjahr 2011 mit einer wechselkursbereinigten Steigerung des Nettoumsatzes um 8,7 % das anvisierte organische Wachstum erreicht. Nach der Konsolidierung in Schweizer Franken verblieb eine Zunahme um 0,3 % auf CHF 679 Mio. Die operative Ertragskraft lag vor Restrukturierungskosten und bei unveränderten Wechselkursen leicht über dem Vorjahresniveau. Unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren ging die EBIT-Marge auf 9,2 % zurück. Das Nettoergebnis reduzierte sich auf CHF 44,2 Mio. Im ersten Halbjahr 2011 verzeichneten alle vier Konzernbereiche (Technical Components, Pharma Packaging, Cabling Solu-

tions und Sealing Technologies) eine rege Nachfrage aus den relevanten Märkten Industrie, Pharma, Bau und Automobil. Vor allem in Zentral-, Nordund Osteuropa sowie in Asien herrschte ein gutes konjunkturelles Umfeld. Getrübt wurde die positive Stimmung durch die Schuldenkrise im Euroraum und die dadurch ausgelösten Währungsturbulenzen mit dem starken Schweizer Franken im Mittelpunkt. Für das zweite Halbjahr ist nach den jüngsten Konjunktur- und Währungsentwicklungen die Visibilität beträchtlich eingeschränkt. In diesem veränderten Umfeld wird es für Dätwyler kaum mehr möglich sein, die Umsatz- und Ertragszahlen aus dem Vorjahr zu übertreffen.

schäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe, das Bauvorhaben. Der Neubau mit einer Nutzfläche von ca. 4200 m2 soll bis Ende März 2012 fertiggestellt sein. «Damit ermöglichen wir unser zukünftiges Wachstum, sichern und schaffen Arbeitsplätze.» In den letzten Monaten ist die Belegschaft um mehr als

10 Prozent gewachsen. Das Investitionsvolumen des Neubaus beträgt rund 3 Mio. Euro. Beim Bau setzt das Unternehmen auf erneuerbare Energien wie Geothermie zur Nutzung der Erdwärme; auf dem Dach des Neubaus ist die Montage einer 108 kW Photovoltaik-Anlage vorgesehen.

Mathematische Formeln Bartsch, Hans-Jochen: Taschenbuch mathematischer Formeln für Ingenieure und Naturwissenschaftler. Carl Hanser Verlag München, 22. neu bearbeitete Auflage, 2011. ISBN 978-3446-42785-3 resp. -42910-9 Für Generationen von Studenten an Fachhochschulen, Universitäten und sogar für Gymnasiasten war und ist das handliche Taschenbuch ein nützlicher Begleiter durch das Studium und den Mathematikunterricht. Der Stoff ist allgemeinverständlich aufbereitet und übersichtlich gegliedert. Das Sachregister wurde erweitert und damit so ausführlich gestaltet, dass jeder Fachbegriff mühelos gefunden werden kann. Zahlreiche Beispiele veranschaulichen die abstrakten mathematischen Formeln in ihrer Anwendung, wobei Wert auf

eine einfache Rechnung gelegt wird. Einige Kapital wurden völlig neu bearbeitet, damit die Zusammenhänge besser verständlich werden. Der Anwendungsbereich von Formeln ist exakt und vollständig angegeben. Übrigens: Das Standardwerk erscheint erstmals in einer limitierten Sonderedition für Frauen. Der Inhaltsteil ist dabei identisch, als Erweiterung gibt es einen Serviceteil für Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen. Das Vorwort einer namhaften Ingenieurin rundet die Ausgabe ab.

75,5 Mio CHF (VJ 83,9 Mio), was einem Rückgang in Konzernwährung um 10 % entspricht. Währungsbereinigt konnte das Betriebsergebnis (EBIT) jedoch um 6,1 % verbessert werden. Die Geschäftsbereiche Bonding Systems und Movement Systems haben in Lokalwährungen mit gut 14 % respektive 9,5 % deutlich zulegen können, während Flooring Systems mit 4,7 %

ein moderateres Wachstum ausgewiesen hat. Vorausgesetzt, dass sich die Rohmaterialpreise, die allgemeine Wirtschaftssituation und die Wechselkurse im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 nicht wesentlich verändern, erwartet Forbo aus dem operativen Geschäft im zweiten Halbjahr ein ähnliches Konzernergebnis wie im ersten Halbjahr 2011.

Bild: Hanser Verlag

Forbo: Frankenstärke bremst Die Forbo-Gruppe (www.forbo. ch) hat im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2011 stark unter der Wechselkurs- und der Rohstoffpreisentwicklung gelitten. Währungsbereinigt konnten dagegen sowohl Umsatz wie auch Betriebsergebnis gesteigert werden. Der Gruppenumsatz lag in der Berichtsperiode bei CHF 880,6 Mio; dies entspricht einem Minus von 4,2 % in Fran9 / 2011

ken, aber einem Plus von 8,8 % in Lokalwährungen. Forbo betreibt laut eigenen Angaben rund 98 % seiner Aktivitäten ausserhalb der Schweiz. Zusätzlich hätten die weiter angestiegenen Rohmaterialpreise die Margen negativ beeinflusst, heisst es. Die EBIT-Marge erreichte noch 8,6 % nach 9,1 % in der entsprechenden Vorjahresperiode. Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug

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KUNSTSTOFF XTRA

NEWS

Bild: Sumitomo (SHI) Demag

Personalveränderung im Marketing

Dipl.-Ing. (FH) Bernd Tröger (39), Leiter Produktmanagement der Sumitomo (SHI) De-

mag (www.dpg.com) hat zum 1. August 2011 die Marketingleitung des in Schwaig bei Nürnberg ansässigen Spritzgiessmaschinenherstellers übernommen und die Bereiche Produkt- und Clustermanagement, Business Development und Kommunikation erstmalig zusammengeführt.

Sika übernimmt Biro Die Sika AG (www.sika.com) in Baar übernimmt die Biro Edwin Bischof AG (www.biro.ch) in Romanshorn, ein Hersteller von Kunststoffprodukten mit einer starken Kompetenz in der Mehrkomponentenspritzgusstechnik. Biro produziert im Auftrag von Sika Teile für die europäische Autoindustrie, beispielsweise Schalldämpf- und Verstärkungselemente für die Karosseriestrukturen. Das Romanshorner Unternehmen wurde 1962 durch Edwin Bischof gegründet. Heute gehen 55 Prozent der gefertigten Produkte in die Automobilindustrie, der überwiegende Teil davon für Sika. Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise kam das Unternehmen in den letzten Jahren vermehrt unter Druck. Durch die Akquisition kann Biro auf eine neue finanzielle Grundlage ge-

Im Rahmen ihrer Fokussierung zu einem mehr branchenorientierten Produktangebot hat Sumitomo (SHI) Demag die Marketingaktivitäten inhaltlich neu ausgerichtet und mit dem Produktmanagement und Business Development verschmolzen. Die Gesamtverantwortung für diese Aufgaben liegt nun bei

Bernd Tröger. Tröger hat nach seiner Lehre als Industriemechaniker Maschinenbau an der Fachhochschule in Nürnberg studiert. 1999 trat er in die Sumitomo (SHI) Demag ein, wo er seit 2004 die mechanische Entwicklung und seit 2010 das Produktmanagement geleitet hat.

Yellowbook erschienen

stellt und eine existenzbedrohende Situation abgewendet werden. Sika, die bei der Biro Edwin Bischof AG seit über zehn Jahren Teile für die Automobilindustrie produzieren lässt, ermöglicht mit diesem Schritt die Fortführung der Produktion und die Einhaltung der diversen Lieferverpflichtungen gegenüber den Partnern in der Automobilindustrie. Zusammen mit dem Management vor Ort wird Sika die Firma neu ausrichten und wo notwendig Restrukturierungen einleiten. Ziel ist es, den Betrieb wieder zurück in die Gewinnzone zu führen und den Standort als Kompetenzzentrum für Spritzguss in Europa zu positionieren. Biro erzielte 2010 einen Umsatz von CHF 35 Mio. und beschäftigt rund 150 Mitarbeitende.

Der jüngst erschienene «World PA6 & PA66 Supply/Demand Report 2011» – in Fachkreisen mittlerweile auch kurz als «Yellowbook» bekannt – bietet wieder aktuelles, umfassendes Datenmaterial zum PA6- und PA66-Markt, nach Produktklassen und Ländern weltweit aufgeschlüsselt. Herausgegeben vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen PCI Nylon, Bad Homburg, beleuchtet das Yellowbook 2011 auf 476 Seiten die gesamte Prozesskette im Produktentstehungsprozess mit den erforderlichen Rohstoffen und Zwischenprodukten sowie die Kapazitäten von Produktionsstätten bis hin zu Endanwendungen, aufgesplittet in sechs Anwendungsgebiete: als Textilfasern, Fasern für technische Anwendungen, Teppichfasern und Sta-

pelfasern sowie technische Kunststoffe für die Teileproduktion unterschiedlichster Art und zur Folienherstellung. Weltweit werden dafür aktuell rd. 6,8 Mio. Tonnen an PA6 und PA66 verbraucht. In die Marktanalyse detailliert einbezogen sind 66 Länder rund um den Globus. Speziell das elektronische Excel-Format mit der Aufbereitung der numerischen Daten als Pivot-Tabellen bietet vielfältige Möglichkeiten zum gezielten Suchen, Zusammentragen und Auswerten nach individuellem Interessensschwerpunkt. Der Report ist auf Englisch verfasst und schreibt die für den Zeitraum bis 2010 / 2011 erfassten Daten als Prognose bis 2020 fort. Der komplette Report mit Print-, pdf- und Excel-Version kostet 6500 EUR. www.pcinylon.com

anzuwenden. Die Erläuterungen zur Blasfolienextrusion sind mit vielen praktischen Hinweisen versehen und die aktuellen Entwicklungen werden behandelt. Abschlies-

send werden die Folienprüfungen beschrieben und Hinweise zu Problemlösungen gegeben. Das Buch eignet sich für alle, die sich in die Blasfolienextrusion einarbeiten möchten. Es wäre wünschenswert, dieses Buch in Deutsch für den praktischen Einsatz zu bekommen. Prof. Daniel Schwendemann, HSR

Blasfolienextrusion

30

und erklärt ausführlich die Funktionsweise des Einschneckenextruders. Zur Unterstützung ist eine CD mit Erklärungen und Simulationen beigefügt. Diese ist einfach zu bedienen und hilft dem Leser, das theoretische Wissen

Bi ld : zv g

Cantor; K.: Blown Film Extrusion. Carl Hanser Verlag München, 2011. ISBN 978-3-446-41705-2 Dieses englischsprachige Werk gibt einen sehr schönen Überblick über die Blasfolienextrusion. Beginnend mit der Einführung der geeigneten Materialien und den verwendeten Additiven, führt das Buch in die Grundlagen der Extrusion ein

9 / 2011


Bild: Tecnaro

TPV: Elastisch, natürlich

Bio-TPV mit unterschiedlichen Füllstoffen.

Angesichts begrenzter fossiler Ressourcen und steigender Preise für Rohstoffe setzte im ausgehenden 20. Jahrhundert ein Trend zur Entwicklung von Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ein. Heute können in vielen Bereichen klassische Polymere durch erneuerbare Biokunststoffe wie Polylactide (PLA), Polyhydroxyalkanoate (PHA), stärke- oder ligninbasierte Compounds ersetzt werden. Im Bereich der weich-elastischen Werkstoffe, wie sie die Gruppe der thermoplasti-

GKV unter neuer Leitung Bild: GKV

Am 1. August 2011 ist Dr. Oliver Möllenstädt zum Geschäftsführer des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) bestellt worden. Bis zur Neubesetzung nahm der frühere Hauptgeschäftsführer Michael Rathje dieses Amt kommissarisch wahr. Diplom-Wirtschaftsingenieur Möllenstädt, 33, war von 2007 bis Juni 2011 Bürgerschaftsabgeordneter in Bremen und zeitweise Landes- und Fraktionsvorsitzender der Bremer FDP. Zuvor war Möllenstädt für ein Forschungsund Beratungsinstitut tätig und promovierte an einem Lehrstuhl für Produktionswirtschaft. www.gkv.de

Oliver Möllenstädt

9 / 2011

schen Elastomere (TPE) darstellt, werden jedoch nach wie vor überwiegend petrochemische Rohstoffe eingesetzt. Tecnaro GmbH (www.tecnaro.de) und Schleich GmbH (www.schleich-s.de) haben sich daher gemeinsam mit dem SKZ (www.skz.de) in einem Forschungsprojekt zum Ziel gesetzt, eine neuartige Materialklasse von Thermoplastischen Vulkanisaten (TPV) zu entwickeln, welche zu über 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Damit sind erstmals TPV mit besserer CO2-Bilanz verfügbar, die eine ressourcenschonende und bezüglich der Rohstoffe preislich nicht an Öl gebundene Alternative zu den derzeitig verwendeten TPE darstellen. Das Projekt umfasst neben der Rezepturentwicklung auch die Entwicklung und Optimierung der notwendigen Verfahrenstechnik sowie die Erstellung einer vereinfachten Ökobilanz für die neuen Werkstoffe. Die Arbeiten in diesem Projekt laufen noch bis 31. 12. 2011 und werden im Rahmen des Programmes «KMU-Innovativ» durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert.

Medizintechnik hoch im Kurs Der globale Markt für Medizintechnik und Medizinprodukte hat die Phase der Wirtschafts- und Finanzkrise gut überstanden und befindet sich bei einem aktuellen Volumen von gut 340 Milliarden Euro auf stabilem Wachstumskurs. Diese positiven Marktvorzeichen spiegeln sich auch im Anmeldeverlauf zur Medica 2011 in Düsseldorf (16.-19. November) wider. Auf der weltgrössten Medizinmesse werden rund 4500 Aussteller eine Fläche von 116 000 Quadratmetern belegen. Etwa Zweidrittel der Aussteller kommen nicht aus Deutschland. Bei der parallel stattfindenden Compamed 2011 (16.-18. November), Zulieferermesse für die medizintechnische Fertigung, ist das Beteiligungsverhältnis von vergleichbar hoher Internationalität geprägt. Die Medica und die mit rund 600 Ausstellern belegte Compamed werden wieder das komplette Düsseldorfer Messegelände mit seinen 19 Hallen nutzen. www.doergeloh.ch

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DIE GESAMTLÖSUNG


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NEWS

Medtec Award Erstmals werden die herausragenden Leistungen europäischer Medizintechnikhersteller im kommenden Jahr 2012 auf der Fachmesse Medtec Europe in Stuttgart mit einem Award ausgezeichnet. In elf Fachgruppen

wie Kardiologie, Dentaltechnik, Notfallmedizin, Implantattechnik oder chirurgische Ausrüstung zeichnet der Veranstalter UBM Canon das «Produkt des Jahres» mit dem «Medtec Award» aus und würdigt so das ausseror-

dentlich hohe Niveau der auf dem Markt befindlichen Medizinprodukte im Allgemeinen und die Gewinner der Awards im Speziellen. Die Preisvergabe findet im Rahmen des Galaabends am 14. März im Verlauf der Med-

tec Europe (vom 13. bis 15. März 2012) statt. Bewerbungen können bis Ende September (zu Sonderkonditionen) oder Ende Oktober 2011 eingereicht werden. www.medteceurope.com

Ceresana: Markt für Flammschutzmittel Flammschutzmittel sind in zahlreichen Alltagsprodukten nötig, um diese schwer entflammbar zu machen. Da immer mehr Kunststoffe und andere entzündliche Materialien im Einsatz sind, gewinnen Flammschutzmittel zunehmend an Bedeutung. Eine neue Marktstudie von Ceresana Research erwartet, dass der weltweit mit Flammschutzmitteln

erzielte Umsatz bis zum Jahr 2018 auf rund 5,8 Milliarden USDollar wachsen wird. Vor allem in der Region Asien-Pazifik steigt der Verbrauch, in China mit 7 Prozent jährlich am stärksten. «Die Entwicklung der Flammschutzmittel-Branche wird besonders von der Rechtslage und Industriestandards beeinflusst», erläutert Oliver Kutsch, der Ge-

schäftsführer von Ceresana. «Die Brandschutzvorschriften werden überall weiterhin verschärft.» Der aktuelle Marktreport bietet eine detaillierte Darstellung und Analyse des FlammschutzmittelMarkts: Verbrauch je Produkttyp, Umsatz und Preise. Anschaulich werden relevante Daten zu den einzelnen Anwendungen aufbereitet. Das Einleitungskapitel stellt

kurz und prägnant die verschiedenen Flammschutzmittel vor und informiert zu Regulierung und Gesundheitsaspekten. Der zweite Band enthält ein nützliches Herstellerverzeichnis mit 246 Profilen von Produzenten. Die auf Englisch und Deutsch erhältliche Studie prognostiziert bis zum Jahr 2018 Marktchancen und Risiken. www.ceresana.com

Spritzgiessgerechte Formteilgestaltung Bild: zvg

Malloy, R. A.: Plastic Part Design for Injection Molding. Carl Hanser Verlag München, 2nd Ed., 2011. ISBN 978-3-446-40468-7 Das englischsprachige Buch befasst sich mit den Grundlagen der Entwicklung von Spritzgiessteilen. Dazu gehören primär die verfahrensbedingten Gesichtspunkte der Formteilgestaltung, aber auch der Konstruktionspro-

zess an sich und die Werkstoffwahl, die Auslegung, das Prototyping und die experimentelle Spannungsanalyse, die Fügeund Verbindungstechnik sowie die Berücksichtigung von Rezyklierbarkeit und Nachhaltigkeit. Die umfangreiche Materie wird ausführlich beschrieben, durch viele Illustrationen veranschaulicht und auch theoretisch untermauert. Der Inhalt wurde ge-

genüber der Erstauflage von 1994 erweitert und aktualisiert. Mit seinem Konzept liegt das Buch irgendwo zwischen Übersicht und Gesamtdarstellung. Es eignet sich daher für Fachleute, die sich bestimmte Aspekte genauer ansehen und/oder sich gleichzeitig in die englischsprachige Terminologie vertiefen möchten. Prof. Johannes Kunz, HSR

die Personalqualifikation und letztlich natürlich die anwendungsorientierte Unterstützung der Firmen vor Ort. Das Angebot des Kunststoff-Instituts Südwest orientiert sich am Bedarf der kunststoffverarbeitenden Unternehmen der Region, bietet jedoch zusätzlich das gesamte Leistungsspektrum des Instituts in Lüdenscheid. Langfristig soll das KISW eigene technologische

Schwerpunkte entwickeln und ein eigenes Profil aufbauen. Erste Ideen gehen in Richtung Feinwerk-, Medizin- und Hybridtechnik mit angegliedertem Prüf-, Anlagen- und Maschinenequipment. Die IHK GmbH ist Minderheitsgesellschafter mit 49 Prozent. 51 Prozent übernimmt das Kunststoff-Institut Lüdenscheid, das auch die Geschäftsführung stellt.

Eine Region bündelt die Kräfte Das Kunststoff-Institut Lüdenscheid (www.kunststoff-institut. de), die Industrie- und Handelskammer (IHK) SchwarzwaldBaar-Heuberg und 13 Unternehmen der Region haben am 26. Juli die Gründung eines gemeinsamen Kunststoff-Instituts in Villingen-Schwenningen vertraglich besiegelt. Die neue Gesellschaft trägt den Namen Kunststoff-Institut Süd32

west GmbH & Co. KG (KISW). Die Kunststoffindustrie ist eine der industriellen Schlüsselbranchen, die innovative und hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region schafft. Gegenstand des Unternehmens ist insbesondere in den Bereichen Kunststofftechnik und Formenbau die Forschung, die Förderung von neuen Technologien und Innovationen, der Technologietransfer,

9 / 2011


KUNSTSTOFF XTRA

NEWS

Produktionsstart bereits im November

IN KÜRZE ■ Evonik (www.evonik.de) wird die Produktionskapazitäten für Methylmethacrylat in den Werken in Europa (Worms und Wesseling), Asien (Shanghai) und den USA (Fortier) durch Debottlenecking und Anlagenerweiterungsprojekte 2011 und 2012 erweitern. Nach Umsetzung dieser Projekte wird Evonik Industries eine zusätzliche Menge von voraussichtlich 50 000 Tonnen Methylmethacrylat zur Verfügung stehen. Dieses wird hauptsächlich zur Herstellung von Farben und Lacken sowie der Herstellung von Polymethylmethacrylat eingesetzt.

■ Die Sika Gruppe (www.sika. com) in Baar übernimmt Colauto Adesivos e Massas Ltda in Sao Paulo, Brasilien, ein Hersteller von Kleb- und Dichtmassen sowie von akustischen Dämpfund strukturellen Verstärkungselementen für die stark wach-

9 / 2011

reits Anfang November die Produktion aufnehmen werden» betont Dr. Karlheinz Bourdon, Geschäftsführer der KraussMaffei Technologies GmbH in München. Mit der Verdopplung der Produktionsfläche auf 1570 Quadratmeter soll der wachsende Bedarf nach automatisierten Produktionszellen für die Spritzgiessfertigung bedient werden. «Die Nachfrage ist ungebrochen, da unsere Kunden zunehmend den Mehrwert und die Effizienzpotenziale von effektiven Fertigungszellen aus Robotern und Spritzgiessmaschinen erken-

IN KÜRZE

sende Automobil- und Transportindustrie in Lateinamerika. Colauto ist einer der führenden Zulieferer von chemischen Prozessmaterialien für die Automobilindustrie in Lateinamerika.

■ Auf der 1. VDI-Konferenz «Fügetechnik im Fahrzeugbau» am 23. und 24. November 2011 in Sindelfingen diskutieren Experten neue Werkstoffkombinationen, innovative Fügeverfahren und qualitätssichernde Massnahmen. (www.vdi.de/fuegetechnik)

■ LPKF Laser & Electronics hat eine englischsprachige Website für das Laser-Kunststoffschweissen gestartet. Unter der Webadresse: www.laserplasticwelding.com finden Ingenieure und Entwickler kostenlose Informationen und Tipps zum Laser-Kunststoff-

nen», so Bourdon. Die Grundsteinlegung für den Neubau einer zweiten Montagehalle am

Standort Schwaig war erst Mitte April dieses Jahres erfolgt. www.kraussmaffei.com

Bild: KraussMaffei

Der Ausbau des KraussMaffei Produktionswerkes für Automationslösungen in Schwaig (bei München) verläuft schneller als geplant. Bereits im September wird mit dem Innenausbau und dem Einrichten der Montageplätze begonnen. Die Fertigstellung der gesamten neuen Produktionshalle ist für Oktober terminiert und bereits Anfang November soll die Produktion aufgenommen werden. «Wir sind mit dem Bau der neuen Werkshalle unserer ursprünglichen Planung voraus. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir be-

Werkserweiterung für die KraussMaffei Automation in Schwaig ist früher als geplant bezugsbereit.

IN KÜRZE

schweissen. LPKF produziert Maschinen und Lasersysteme, die in der Elektronikfertigung, der Medizintechnik, der Automobilindustrie und bei der Herstellung von Solarzellen zum Einsatz kommen.

■ Der Aufsichtsrat der Lanxess AG (www.lanxess.de) hat Dr. Axel C. Heitmann (51) für weitere fünf Jahre zum Vorsitzenden des Vorstands der Lanxess AG bestellt. Das neue Mandat beginnt am 1. Juli 2012. Heitmann ist seit September 2004 Vorsitzender des Vorstands Konzerns.

■ Die BASF (www.basf.com) wird die Anlage zur Herstellung des Dämmstoffs Styrodur C am Standort Ludwigshafen deutlich erweitern. Damit erhöht sich die Produktionskapazität der extrudierten Polystyrol-Hartschaum-

IN KÜRZE

platten (XPS) von bisher 1,3 Millionen m³ um 220 000 m³. Der Betrieb wird Ende 2011 aufgenommen. Der europäische XPS-Markt wächst zurzeit um drei bis fünf Prozent pro Jahr, getrieben von steigenden Energiepreisen und gesetzlichen Vorgaben bei der Wärmedämmung von Neu- und Altbauten.

■ Die Wacker Chemie AG (www.wacker.com/nachhaltigkeitsbericht) hat ihren neuen Nachhaltigkeitsbericht für den Zeitraum 2009 und 2010 veröffentlicht. Damit informiert der Münchener Chemiekonzern offen und umfassend über seine Nachhaltigkeitsarbeit betreffend Umwelt- und Gesundheitsschutz, Arbeits- und Anlagensicherheit sowie Nachhaltigkeitssteuerung. Neben Deutsch und Englisch ist der Report zum ersten Mal auch auf Chinesisch verfügbar.

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KUNSTSTOFF XTRA

MESSEN

Ortho Tec Europe 2011 in Zürich

Innovationen geben stetig neue Impulse

Die entwicklungs- und fertigungsorientierte Fachveranstaltung Ortho Tec Europe 2011 bringt all diejenigen Unternehmen zusammen, aus denen sich die Wertschöpfungskette der Orthopädieindustrie zusammensetzt. Hochkarätige Referenten bieten im Rahmen des begleitenden Kongressprogramms strategische und technische Informationen über die Marktentwicklung, neue Fertigungstechniken, Qualitätsmanagement und die Gestaltung von orthopädischen Geräten, wie sie in derart konzentrierter Form sonst nicht zu finden sind. Von der Innovationskraft der Orthopädietechnik hängt weltweit die Verbesserung der Lebens- und Behandlungsqualität vieler Patienten ab. Deshalb arbeiten Wissenschaftler und Produzenten intensiv an Material- und Prozessoptimierungen, neuen Techniken und dem Wissenstransfer aus verwandten Fachgebieten. So werden beispielsweise intelligente Implantate in Zukunft weitaus geringere Abmessungen und Baugrössen bei höherer Komplexität und Funktionalität aufweisen. Durch eine optimale Anpassung an die menschliche Physiologie wird der medizinische Nutzen für den Patienten verbessert und strapazierende Folgeoperationen vermieden. In welche Richtung sich orthopädische Produkte auch entwickeln, die Ortho Tec Europe bietet ihren Entwicklern und Produzenten «eine Plattform zum Wissensaustausch mitten in Europa», erklärt Aurore Domange, verantwortliche Managerin des Veranstalters UBM Canon. Die zweitägige Ausstellung und der zielgerichtete Fachkongress unterstreichen die Qualität der Veranstaltung. Die Medizin der Zukunft wird zunehmend biologische Wirkstoffe mit Implantat-Hardware verknüpfen, besonders in der Orthopädie. Neue Implantate, wie resorbierbare Gitterstrukturen, werden speziell für diesen Zweck entwickelt. Yves-Alain Ratron, Director 34

Global Research bei Tornier, Saint-Ismier/ Frankreich, erklärt, man könne eigentlich jedes orthopädische Implantat als ein Gerüst für den Gewebeaufbau ansehen, das Muskel- oder Skelettfunktionen ersetzt oder ergänzt. Im Gegensatz zu Dauerlösungen, beispielsweise aus Titan, sollen resorbierbare Implantate die Zellaktivität unterstützen, um Heilungsprozesse zu erleichtern und zu beschleunigen. So werden bei der Reparatur von Sehnen im Wesentlichen gewebeähnliche, flexible Produkte eingesetzt, die bereits am Anfang des Heilungsprozesses mechanisch belastbar sind. Beschichtungen oder spezielle Behandlungen unterstützen das Anhaften der Zellen, um die Implantateinbindung, das Wachstum von Gewebe und die Regeneration anzuregen. Während des Heilungsprozesses werden diese Zellträger schrittweise abgebaut. Besonders grosser Forschungsaufwand wird in Richtung Knorpelersatz betrieben, «eine ungeheuer anspruchsvolle Aufgabe», betont Yves-Alain Ratron.

Anwendungsgebiete intelligenter Implantate sind endlos Bei intelligenten Implantaten dagegen werden technische Lösungen erarbeitet, die Rückmeldungen des Implantats liefern und es sogar auf dieses Feedback reagieren lassen. Aufzeichnungen über Belastung, Bewegung und Abnutzung könnten dazu beitragen, unerwünschte Zwischenfälle zu vermeiden. Darüber hinaus könnten sie dem Arzt oder Patienten helfen, sein Implantat besser zu überwachen und rechtzeitig mit Reha-Massnahmen oder anderen Aktivitäten gegenzusteuern. Doch wie bei Smartphones sei eine Prognose, was man mit intelligenten Implantaten alles machen kann, bevor sie existieren, ein riskantes Unterfangen, so Forscher Yves-Alain Ratron.

Bild: UBM

Das Interesse an Trends in der Orthopädietechnik ist ungebrochen gross. An den Erfolg der Fachmesse Ortho Tec Europe im vergangenen Jahr will der Veranstalter UBM Canon nun am 28. und 29. September 2011 in Zürich anknüpfen. Dort wird topaktuelles Branchenwissen rund um die Orthopädietechnik vermittelt.

Aurore Domange: «Entwickler und Hersteller von orthopädischen Produkten zeigen auf der Ortho Tec Europe was möglich ist und gewähren gleichzeitig einen Blick in die Zukunft.»

Ausserdem blieb eine Frage bis heute offen: Ist die Technik ausgereift genug, um sie in allen Implantaten zu angemessenen Kosten einzusetzen? Tornier-Entwickler Ratron ist sich sicher: «Wie für viele andere Technologien auch, wird ein Markt für intelligente Implantate entstehen, sobald die KostenNutzen-Relation eindeutig positiv ausfällt.» So verbindet auch der auf der Ortho Tec vertretene Auftragsfertiger und -entwickler Valtronic Mikroelektronik mit Präzisionsbearbeitung, perfektes Handwerkszeug für den Markt intelligenter Implantate. Diese geben ein Biofeedback durch Überwachen, Überprüfen und Übermitteln des Patientenzustandes an den Arzt. Valtronic kann auf diesem Gebiet vielfältige Erfahrung vorweisen. Das Unternehmen packte die eingebaute Elektronik für die sogenannte eDisc, ein Wirbelsäulenimplantat mit über 100 Komponenten, in ein Volumen von weniger als zwei Kubikzentimetern (Bild Seite 35). Die eDisc wird es dem Arzt erlauben, Heilungsfortschritte eines Patienten nach einer Operation zu überwachen und zu kontrollieren. 9 / 2011


KUNSTSTOFF XTRA

Oberflächenstrukturen für ein besseres Einwachsverhalten Zahlreiche Neuentwicklungen in der Orthopädie lassen aufhorchen. An dieser Stelle sind laut Dr. Urs Schneider, Abteilungsleiter Orthopädie und Bewegungssysteme am Fraunhofer IPA in Stuttgart, «Individualknieendoprothesen mit allem für und wider, Wegwerfinstrumente wie Hüftraspeln, intelligente Halter und ihre Fortentwicklung für das personalsparende und auch teils schonende Operieren zu nennen. Ebenso wie komplexe Hüftpfannenoberflächen durch additives Manufacturing aus Titanlegierungen.» So vielfältig sich die Entwicklungslandschaft darstellt, so unterschiedlich schätzt Mediziner Schneider die Zuwachsraten für die Orthopädietechnik ein. Seiner Meinung nach hängt die Höhe stark vom Produkt ab und kann dann «zwischen 4,5 Prozent bis zu über 15 Prozent jährlich betragen». Patienten und Mediziner profitieren von Innovationen. So führt eine optimierte Oberflächengestaltung zu besserem Einwachsverhalten. Nach Ansicht von Forscher Yves-Alain Ratron ein Resultat der Nanotechnik-Welle. Darüber hinaus werden Oberflächenbeschichtungen heutzutage als Träger biologisch aktiver Moleküle genutzt. Ratron ergänzt: «Vermutlich eine der interessantesten Entwicklungen auf diesem Gebiet sind antibakterielle Beschichtungen, bei denen die Abgabe von Medikamenten eingestellt werden kann, um das Infektionsrisiko zu bekämpfen.» Dabei spielen Biomaterialien eine grosse Rolle, weil sie Patienten und Medizinern neue Behandlungsmöglich9 / 2011

keiten eröffnen. Angefangen bei Metallen und Polymeren, aus denen Schrauben, Nägel und künstliche Implantate gefertigt werden, bis zu neueren Biomterialien wie bio-resorbierbare PLGA (Polymere der Milch- und Glykolsäure), pyrolytischem Kohlenstoff oder aus menschlichem Gewebe gewonnene Hilfsmittel, reicht die Palette, die dem Techniker heutzutage zur Verfügung steht. So erlaubt eine breitere Materialauswahl bessere elastizitätsangepasste Prothesen. «Leichtbau in der Orthopädietechnik schafft Komfort, Simulations-Know-how erleichtert das Implantatdesign und seine Entwicklung», resümiert IPA-Forscher Urs Schneider, der während der OrthoTec Europe als Co-Chairman den KongressVeranstaltungen «Fortschrittliche Fertigungsprozesse für orthopädische Implantate» und «Potenzielle Treiber der zukünftigen Orthopädietechnik» vorsitzt. In den Sitzungen werden zum einen neue Verfahren zur Produktion von resorbierbaren und nicht resorbierbaren Implantaten vorgestellt. Zum anderen stehen verschiedene Aspekte von Simulation in der Entwicklung, über Hygienic Design bis zur Steigerung der Effizienz im Operationssaal zur Diskussion. Aspekte, die die orthopädische Chirurgie von morgen verändern und gegebenenfalls erleichtern können.

Joint-Ventures in Brasilien bergen Potenziale Ausserdem stellt Dr. Urs Schneider am ersten Tag der OrthoTec den sich dynamisch entwickelnden Markt für Prothesen, Implantate und orthopädische Produkte in Brasilien vor. Dort eröffnen sich europäischen Medizintechnik-Entscheidern «echte Chancen, aber sicherlich mittelfristig auch einige Unklarheiten», weiss Experte Schneider. Bisher kommen nach wie vor die meisten medizintechnischen Produkte im brasilianischen Markt vor allem aus den USA und Europa. Doch scheinen sich Joint-Ventures auf brasilianischem Boden herauszukristallisieren, so Marktkenner Schneider. Das Fraunhofer IPA führte eine Studie zur Situation der Orthopädie in Brasilien durch. Dabei wurde auch das Potenzial geprüft, welche Auswirkungen Kooperationen auf die Versorgungslage haben könnten. Geplant sei, so Schneider, die gemeinsame Etablierung eines Orthopädie-Innovationszentrums in Brasilien.

Bild: Valtronic

Die Technik intelligenter Implantate erwies sich auch als vorteilhaft für ein Zahnimplantat, das für Menschen gedacht ist, die an Xerostomia leiden, einer Erkrankung, die die Speichelproduktion beeinträchtigt. Ein Mikrochip in der Mundhöhle erkennt fehlenden Speichel, anschliessend stimuliert das Implantat die Speichelproduktion. Der Chip ist mit einer speziell gefertigten Schraube fest in die Mundhöhle eingesetzt. Ausser in intelligenten Implantaten kann die Elektronik dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit von Instrumenten zu erhöhen. Das kabellose, mobile Handgerät PediGuard der Firma SpineGuard misst die elektrische Leitfähigkeit bei der Verankerung der Pedikelschrauben.

MESSEN

eDisc, ein Wirbelsäulenimplantat mit über 100 Komponenten, in einem Volumen von weniger als zwei Kubikzentimetern.

Ebenfalls im Rahmen des Kongressprogramms hält Dr. Martin Schmidt, bei der Jossi Orthopedics Ltd., Islikon/Schweiz, zuständig für internationale Märkte, einen Vortrag über Hybrid-Manufacturing. Diese Methode verspricht signifikante Sparpotenziale bei Material- und Bearbeitungskosten. Der Auftragsfertiger von Komponenten und Instrumenten für orthopädische und unfallchirurgische Implantate, verarbeitet alle für Implantate und Instrumente gebräuchlichen Metalle und Polymere. Das nach ISO 13485 arbeitende Schweizer Unternehmen bietet Entwicklungs- und Fertigungsleistungen von der Idee bis zum verpackten Sterilprodukt an. Als ein Meilenstein in der Orthopädie gilt nach wie vor die künstliche Hüfte. Sie ebnete den Weg zur modernen Orthopädie. Auf die Frage «was möglich ist» gibt es immer wieder neue Antworten. Über die Zukunft der Implantattechnik kann man sich während der OrthoTec ein Bild machen. Yves-Alain Ratron ist sich sicher: «Jeder, der ein gesteigertes Interesse an diesem Gebiet hat, findet dort Hinweise, Ideen und vielleicht auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die zur Verbesserung der Implantate beitragen.»

Kontakt UBM Canon, Aurore Domange 132 rue du Faubourg Saint-Denis F-75010 Paris Telefon +33 (0)1 77 48 10 02 orthoteceu@ubm.com www.orthoteceu.com

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KUNSTSTOFF XTRA

MESSEN

Powtech / TechnoPharm 2011

Reinraumtechnik im Fokus des Messeduo Auf der Powtech in Nürnberg treffen alle 18 Monate Vertreter zahlreicher Branchen aufeinander: von Chemie und Pharma über Food und Futtermittel, Bau bis hin zu Keramik. All diese Industriezweige basieren auf der mechanischen Verfahrenstechnik als Schlüsseltechnologie. Die Weltleitmesse für Anlagen und Apparate zum Zerkleinern, Dosieren, Mischen, Sieben, Fördern und für die Partikelanalytik zeigt vom 11. bis 13. Oktober 2011 ein breites Spektrum an Produkten und Dienstleistungen.

Die ausstellenden Unternehmen sind stets der Kern einer informativen Fachmesse. Vom 11. bis 13. Oktober 2011 werden erneut über 1000 Aussteller aus aller Welt in Nürnberg erwartet, um in den sechs Hallen der Powtech und TechnoPharm Produkte

und Dienstleistungen aus den Bereichen mechanische Verfahrenstechnik, Analytik und Life Science Technologien zu präsentieren. Ergänzt werden die Fachmessen von einem besonders umfangreichen Rahmenprogramm: Vom Explosionsschutz über «Hygienic Design» bis zum Cleanroom Village und nachhaltigen Verpackungslösungen. Um hier bereits im Vorfeld den Überblick behalten zu können, bietet die NürnbergMesse erstmals einen neuen Service an: Dank App und mobiler Seiten können Nutzer mobiler Endgeräte auch von unterwegs ihren Besuch in Nürnberg optimal vorbereiten.

Schwergewicht Cleanroom Village Rein- und Reinsträume sind für viele Bereiche der Forschung und Medizin sowie für Labore und Produktionsverfahren unabdingbar. Rund 100 auf der TechnoPharm und Powtech ausstellende Firmen beschäftigen sich mit dem Thema Reinraumtechnologie. Ein Grund das Thema Cleanroom erstmals in den Mittelpunkt der Fachmesse zu stellen. Mit dem Cleanroom Village bietet Nürnberg eine effiziente Plattform für Planung, Bau und Betrieb reiner und reinster Räume in Fertigung, Forschung und Labor. Über 40 Unternehmen werden sich im Cleanroom Village präsentieren. Dabei legen die Orga36

nisatoren besonderen Wert auf den Praxisbezug. So werden in Reinraumkabinen Filterscans durchgeführt und ein Begasungszyklus simuliert. Eine andere Anwendung zeigt mittels einer speziell gefertigten «Package Unit» einen Dosierprozess. Thematisch ergänzt wird die Sonderschau durch den CleanRoomCongress, im Zuge dessen anhand der Fallstudien von SanofiAventis, Boehringer Ingelheim, Fresenius Kabi, F. Hoffmann-La Roche, Lonza, Haupt Pharma und Aukamm Pharma erläutert wird, wie die Anforderungen von Behörden und Prozessen in ein Reinraumkonzept umgesetzt werden können. Fachbeiträge, Posterpräsentationen und Demonstrationen ergänzen die Fallstudien sinnvoll mit neuen technischen Lösungen aus dem Reinraumbereich. Der Kongress wendet sich an Fachund Führungskräfte aus der Pharmaindustrie sowie Planer und Anbieter von Reinraumtechnik-Systemen.

Sonderschau «easy to clean» Die Forderung nach leicht zu reinigenden Anlagen und Anlagenkomponenten ist längst nicht mehr nur ein Thema der Lebensmittel- und Pharmaproduzenten. Mehr und mehr erkennen auch andere Branchen,

wie zum Beispiel die Chemie, die Vorteile von Anlagenkomponenten im «Hygienic Design». Getrieben durch den Trend zu immer hochwertigeren Produkten geht es darum, Produktreste bei Chargenwechseln restlos zu entfernen, um eine Vermischung und damit Qualitätsverluste zu vermeiden. Im Zuge dessen besteht der Wunsch, Reinigungsvorgänge effizienter zu gestalten,

was wiederum den Einsatz leicht zu reinigender Anlagenkomponenten voraussetzt. Dazu kommt der Wunsch nach der Vermeidung von «Handarbeit» bei der Reinigung und der Automatisierung von Reinigungsvorgängen. Dank der gebündelten Darstellung verschiedener Lösungsansätze und Möglichkeiten wird dem Interessenten bereits im Eingangsbereich Mitte eine Vorauswahl der Aussteller geboten, die das Thema fachkundig abdecken, so dass ein möglichst effektiver Messebesuch gewährleistet ist.

«Sicherheit und Nachhaltigkeit in der Verpackung» Sicherheit in der Verpackung ist sowohl bei fertigen Pharmaprodukten als auch bei Pulvern und Schüttgütern, die häufig Vorprodukte für Pharma sowie Nahrungs- und Genussmittel sind, von ganz besonderer Bedeutung. Im Rahmen der Sonderschau «Sicherheit und Nachhaltigkeit in der Verpackung» werden Materialien, Verfahren und Maschinen gezeigt, die dieses Thema repräsentieren. Bei den gezeigten Exponaten wurde besonderer Wert auf die Nachhaltigkeit bei Erzeugung und Verwendung der Materialien gelegt, sowie die Energieeffizienz der Maschinen berücksichtigt. Im direkten Umfeld der Sonderschau wird es erneut die sogenannte «Packaging and Labelling Aisle» geben, die Aussteller aus den Bereichen Verpackungs- und Etikettiertechnologie thematisch bündelt.

Explosive Themen fachkundig aufbereitet Explosionsschutz ist ein zentrales Thema, das sich durch alle Branchen der Schüttgut sowie Pulver verarbeitenden Industrien 9 / 2011


KUNSTSTOFF XTRA

zieht. In Halle 8 im Ausstellerfachforum diskutieren Experten zu relevanten Themen des Explosionsschutzes. Diese Podiumsdiskussion findet an jedem Messetag um 13.30 Uhr statt. Eine Fortsetzung findet der erfolgreiche Index Safety Congress (ISC) on Explosion Protection am 11. und 12. Oktober im Kongresszentrum CCN Ost. Der parallel zur Powtech laufende Event verbindet wissenschaftliche Vorträge zu brandheissen Erkenntnissen aus der Forschung mit Präsentationen zu Neuentwicklungen von Produkten und Lösungen. Darüber hinaus wird das Programm durch Live-Vorführungen und Experimentalvorträge zusätzlich aufgewertet. Ausserdem finden täglich um 13.00 Uhr und um 15.00 Uhr die spektakulären Live-Explosionen im Messepark mit kurzen Erläuterungen statt.

system integrat Effektiv und energiebewusst temperieren. Produktivität deutlich steigern.

Best-Practice-Beispiele der Aussteller Ein stets attraktiver Publikumsmagnet werden auch in diesem Jahr die beiden Ausstellerfachforen sein. So informieren mitten im Messegeschehen ausstellende Unternehmen mit fundiertem Fachwissen und aktuellen Praxistipps über neue Produkte und Dienstleistungen sowie Lösungsmöglichkeiten für den Arbeitsalltag. Bereits zum vierten Mal wird der Innovation-Award verliehen. Prämiert werden die innovativsten Apparate und Verfahren in verschiedenen Kategorien Die Innovation bezieht sich entweder auf eine vollständig neu entwickelte Komponente, einen Apparat, eine Anlage, ein neuartiges Verfahren oder eine Weiterentwicklung bzw. Verbesserung, die sich wesentlich vom bisherigen Stand der jeweiligen Technik unterscheidet.

Daten und Fakten Name:

Powtech, Int. Fachmesse für Mechanische Verfahrenstechnik Technopharm, Int. Fachmesse für Life Science Prozesstechnologie Pharma – Food – Cosmetics Ort: Messezentrum Nürnberg Hallen 1 und 5 bis 9 Termin: Di 11. bis Do 13. Oktober 2011 Öffnungszeiten: täglich von 9 bis 18.00 Uhr, am Donnerstag bis 17.00 Uhr Eintrittskarten: Tageskarte EUR 25 Dauerkarte EUR 35; Katalog EUR 20 Vorverkauf: Tageskarte EUR 15 Dauerkarte EUR 25 Veranstalter: NürnbergMesse GmbH Messezentrum D-90471 Nürnberg Telefon +49 (0)911 86 06-89 40 powtech@nuernbergmesse.de www.powtech.de www.technopharm.de

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Mit dynamischer Werkzeugtemperierung

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KUNSTSTOFF XTRA

MESSEN

Composites Europe, Stuttgart

Effiziente Verarbeitungsprozesse gesucht

Bild: Zoltek

Die Composites Europe macht im September das Stuttgarter Messegelände zum wichtigsten Leichtbau-Treffpunkt des Jahres. Die 6. Auflage der Fachmesse zeigt vom 27. bis 29. September Leichtbaukonzepte, Materiallösungen, modernste Produktions- und Automatisierungslösungen für Verbundwerkstoffe. Im Fokus stehen Schlüsseltechnologien und Anwendungen für deren wichtigsten Märkte: Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Leichtbau, Windenergie sowie Bau und Konstruktion.

Am Anfang: Hochfeste Carbonfasern wie diese der Marke Panex von Zoltek bilden den Ausgangspunkt der Verarbeitung.

Mehr als 300 internationale Aussteller sind auf dem Stuttgarter Messegelände präsent – vom Global Player bis zum Spezialanbieter. Rohmateriallieferanten, Zulieferer, Verarbeiter, Technologiehersteller und Dienstleister zeigen die gesamte Bandbreite der Industrie. Branchengrössen wie Ahlstrom, Momentive, 3A Composites, Huntsman, Zoltek oder KraussMaffei, aber auch SGL, Carbon Composites e.V. und Weiss Chemie sind wieder dabei. Zum ersten Mal wird sich Toho Tenax, Europas grösster Produzent von Carbonfasern, in Stuttgart präsentieren. Und auch mit, Johns Manville, Mitsubishi Rayon und der Advanced Composites Group (ACG) konnte die Composites Europe weitere internationale Keyplayer nach Stuttgart holen.

Innovationen zur HD-RTM-Technologie Hervorragende mechanische Eigenschaften, niedrige Zykluszeiten, hohe Produktions38

mengen, geringe Kosten – dies wären die idealen Kriterien für grossserienreife Verarbeitungsprozesse von Faserverbundwerkstoffen. Das Problem: Keine der derzeit bekannten Methoden vereint alle Merkmale auf sich. Die Composites-Industrie forscht deshalb fieberhaft an neuen, effizienteren Verarbeitungsverfahren, mit denen qualitativ hochwertige CFK- oder GFK-Teile schnell, prozesssicher und kostengünstig hergestellt werden können. In Stuttgart zeigen zahlreiche Aussteller Maschinen und Materialien für neue, effiziente Verarbeitungsprozesse. Die bei Laminaten bislang eingesetzten Techniken wie Handlegeverfahren, Handauflegen mit Vakuumpressen, Prepreg-Technologie, Vakuum-Infusion, Faserwickeln oder Faserspritzen haben jede für sich Vorteile aber eben auch Nachteile. Manche bedingen nur eine niedrigere Bauteilqualität (Handlegeverfahren) oder sind manuell und damit ungeeignet für die Grossserienproduktion (Handauflegen mit Vakuumpressen), andere sind aufgrund des benötigten Equipments und der anspruchsvollen Prozessführung teuer (Prepreg-Verfahren), wieder andere leiden unter der eingeschränkten Gestaltungsfreiheit (Faserwickeln). Kurze Zykluszeiten durch HD-RTM Fortschritte gab es dagegen in jüngster Vergangenheit bei der Vakuuminfusion (Resin Transfer Molding – RTM). Mit der Entwicklung und Optimierung der so genannten HD-RTM-Technologie (Hochdruck-Resin Transfer Molding) ergibt sich die Möglichkeit leichte, aber hochfeste Kohlefaserverbundbauteile mit erstklassigen Oberflächen durch eine Hochdruckverarbeitung von hochreaktiven Harzen und somit innerhalb kurzer Zykluszeiten (fünf statt 30 Minuten) zu realisieren und damit insbesondere die Anforderungen der Automobilindustrie zu erfüllen.

Beim RTM werden trockene Fasern in eine Form eingelegt und anschliessend mit flüssigem Harz unter Druck umströmt. Durch Wärme wird das Harz ausgehärtet. Die Faserorientierung kann dabei durch Näh- und Stickverfahren im Vorformling durch gezieltes Ablegen den Lastfällen angepasst werden. Gegenüber dem klassischen Injektionsverfahren kann die neue HochdruckTechnologie mit einer schnellen Injektion des reaktiven Gemisches in die Kavität aufwarten. Das sorgt für extrem kurze Aushärtezeiten und garantiert somit eine Taktzeitoptimierung im gesamten Prozess. So lassen sich auch hohe Stückzahlen adäquat realisieren. Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, Langfasern und spezielle Verstärkungsmaterialien einzusetzen sowie Kernmaterialien und Inserts einfach zu integrieren. Auch bei der Farbgebung und Vorbehandlung der Oberflächen bietet RTM Vorteile. Hinzu kommen ein definierter Lagenaufbau, hohe dynamische Festigkeit, integrierter Brandschutz, ein gezielt einstellbarer Faservolumengehalt, definierte Wandstärken und beidseitig mögliche Designfreiheit. Zudem lassen sich grossflächige Bauteile mit komplexen Geometrien realisieren. Auf der Messe werden nicht nur die neuesten Entwicklungen dieses Verarbeitungsverfahrens abgebildet. Interessierte können anhand einiger namhafter Aussteller die gesamte Prozesskette vom Rohstoff zum Bauteil nachverfolgen und so einen Eindruck von den Chancen, Vorteilen und der Marktreife der HD-RTM-Technologie gewinnen. Zoltek beispielsweise liefert mit seinen hochfesten Fasern unter der Marke Panex einen Werkstoff, der sich in verschiedenen Verfahren – darunter auch HD-RTM – verarbeiten lässt. Nach Angaben von Martin 9 / 2011


Bild: Huntsman

KUNSTSTOFF XTRA

Am Ende: Ein aus Araldite NanoTech Composite von Huntsman hergestellter Schläger im Einsatz.

O`Connor, President Business Development bei Zoltek Automotive, bietet Panex zum Teil bessere Materialeigenschaften als vergleichbare Produkte, ist aber mit etwas mehr als 20 US-Dollar pro Kilogramm deutlich günstiger. Zudem hält das Unternehmen die Preise seit Jahren stabil. Zoltek verfügt in seinen Werken in Nyergesújfalu (Ungarn), Abilene (Texas/USA) und Guadalajara (Mexico) über eine Kapazität von knapp 13 000 Jahrestonnen Carbonfasern, die innerhalb von nur sechs Monaten auf bis zu 33 000 Jahrestonnen gesteigert werden könnte. Auch Huntsman ist Partner im Netzwerk und ebenfalls Composites Europe-Aussteller. Das Unternehmen bietet eine Vielzahl von Harzen der Araldite-Produktfamilie für den Einsatz im HD-RTM, die unter anderem für die Herstellung von schlagzähen Eishockeystöcken, Karosserieteilen des Lotus Vantage oder die Lüftungskühlbox des Ferrari F 430 verwendet werden. Neben schnellen Zykluszeiten und einfacher Verarbeitung überzeugen die RTM-Systeme laut Urs Waldvogel, Technical Specialist Adhesives, Composites and Tooling bei Huntsman Advanced Materials, durch hohe Temperaturbeständigkeit auch nach kurzer Härtung, gute mechanische Eigenschaften (harzdominierte Festigkeiten) und gute Adhesion zu den Verstärkungsfasern. Ausserdem sind sie für den so genannten «Carbon Look», also den Einsatz in Sichtbauteilen, geeignet. Von der Seite der Maschinenhersteller sind beispielsweise die Composite-Spezialisten von Hennecke aus Sankt Augustin auf der Messe präsent. Das Unternehmen ist auf die Produktion von Maschinen und Anlagen für die Polyurethanverarbeitung fokussiert und hat einen innovativen verfahrenstech9 / 2011

MESSEN

nischen Ansatz für die Herstellung von faserverstärkten Strukturbauteilen im Hochdruckverfahren entwickelt. Ein HD-RTM Konzept – von der Presse über die Injektion bis hin zum Werkzeug – bietet KraussMaffei. Es bildet die Herstellung eines CFK- Bauteils mit allen Arbeitsschritten über die gesamte Prozesskette ab. Diese beginnt beim Konfektionieren der Fasern und der Herstellung der trockenen Faserpreforms, welche in ein speziell von KraussMaffei konstruiertes und gefertigtes Werkzeug eingebracht werden. «Für uns besonders interessant ist dabei die Konstruktion des Formenträgers vom Typ MX600 mit Komponenten der Spritzgiesstechnik», erklärt Frank Peters, Geschäftsführer bei Krauss-Maffei Technologies GmbH. Zum Konzept gehört eine RimStar Thermo Misch- und Dosiereinheit, mit einer weltweit neuartigen Edelstahl-Pumpe aus Münchener Eigenfertigung, die den RTM-Hochdruckmischkopf versorgt. Dieser vermischt die Komponenten in Hochdrucktechnik, dosiert internes Trennmittel zu und bringt den Matrixwerkstoff mit niedrigen Drücken in die Form ein. Im geschlossenen Werkzeug werden die Kohlefasern mit dem Harz durchtränkt, anschliessend erfolgt die Aushärtung in einer Taktzeit von unter vier Minuten. Danach werden die Teile entnommen und der Fertigbearbeitung in einer Fräszelle zugeführt. Im Rahmen seiner Kooperation mit Dieffenbacher bietet KraussMaffei Komplettanlagen, die von der Abwicklung der Kohlefaser bis zum einbaubereit nachbearbeiteten Teil den gesamten Herstellungsprozess bedienen. Dieffenbacher liefert bei dieser Kooperation die Anlagentechnik zur automatisierten Herstellung der trockenen Kohlefaser-Preformteile, die Umformpresse mit Beschick- und Entnahmeroboter, Werkzeugreinigung und die Liniensteuerung. KraussMaffei steuert

das Werkzeug, die Materialdosierung samt Mischkopf sowie die Nachbearbeitungszellen bei. Sowohl Dieffenbacher als auch KraussMaffei sind auf der Composites Europe vertreten. Wie weit Dieffenbacher die Anwendungsreife seiner Technologie gebracht hat, wird dadurch illustriert, dass im März die erste HD-RTM-Presse des Unternehmens bei Audi in Neckarsulm in Betrieb ging. Das Audi Leichtbauzentrum arbeitet unter anderem an der Herstellung von Strukturbauteilen aus CFK für zukünftige Leichtbaukonzepte. «Die enge Kooperation und die Vernetzung mit weiteren Partnern wie Anwendern, Faserherstellern, Harzlieferanten und Herstellern von Zerspanungssystemen sowie Forschungs- und Entwicklungsinstituten, erweist sich als äusserst zielführend für alle Beteiligten», so Matthias Graf, Technischer Leiter der Business Unit Forming bei Dieffenbacher. «Im Netzwerk wird das gegenseitige Verständnis im Hinblick auf Ziele, technische Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit geschärft und somit die Voraussetzung geschaffen, mit kurzen Entwicklungszeiten ein ausgereiftes Produkt auf den Markt zu bringen. In der gesamten Prozesskette muss auf jedes einzelne Glied Verlass sein». Für die Nachbearbeitung bietet KraussMaffei Roboterfräszellen vom Typ RoutingStar mit CFK-gerechten Schneidwerkzeugen und einer optimierten, patentgeschützten Absaugung innerhalb des Fräskopfes. Dies verringert Staub und Verschmutzung der Bauteile. RoutingStar V3 etwa ist eine Entwicklung primär für die Bearbeitung von Interieurbauteilen, die sich dank modularer Bauweise, Ein-Steuerungssystem und optimiertem Einlegebereich durch geringe Investitionskosten, zahlreiche Ausstattungsvarianten (ein bis drei Roboter), Mobilität und ein durchdachtes Abfallkonzept auszeichnet.

Composites Europe 6. Europäische Fachmesse und Forum für Verbundwerkstoffe, Technologie und Anwendungen Datum und 27. bis 28. September 2011, von 9 bis 18 Uhr Öffnungszeiten: 29. September von 9 bis 17 Uhr Ort: Neue Messe Stuttgart, Hallen C2 und 4, Stuttgart Veranstalter: Reed Exhibitions Deutschland GmbH, Düsseldorf www.composistes-europe.com Ideeller Träger: VDMA Composite Technology

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KUNSTSTOFF XTRA

MESSEN

Bild: Dieffenbacher/KraussMaffei

Materialien. Fachlich begleitet und moderiert wird der Workshop von Prof. Dr. Andreas Gross vom Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM.

Prozesskette bei der Verarbeitung von Faserverbundwerkstoffen im RTM-Verfahren.

RoutingStar P kommt für die Bearbeitung von grossen Bauteilen mit hohem logistischem Aufwand zum Einsatz und verfügt deshalb über eine grosse Öffnungsweite im Einlegebereich sowie eine geringe Ladehöhe. Zudem bietet der Münchener Maschinenbauer auch kundenspezifische Beschnitt-Konzepte. Auf die Endbearbeitung von CFK-Bauteilen ist Hufschmied Zerspanungssysteme spezialisiert. Bei den Composites nehmen viele Merkmale wie die Länge, Dicke und Ausrichtung der Fasern, die unidirektionale bis chaotische Verteilung sowie die rund 100 verschiedenen Harzsysteme am Markt und die entsprechenden Binder Einfluss auf die Nachbearbeitung. Hinzu kommt: Faserverbundwerkstoffe haben Fehlstellen wie Poren, Anhäufungen, Verarmungen und fehlende Verbindungen. Hufschmied bietet jedoch eine Vielzahl von Werkzeugen an, die die Zerspanungsanforderungen der inhomogenen glas- und kohlefaserverstärkten Kunststoffe mit unterschiedlichen Beimischungsanteilen erfüllen und auch für die an den HD-RTM-Prozess gekoppelte Nachbearbeitung eingesetzt werden können.

Rahmenprogramm AVK-Tagung mit neuem Konzept Die AVK-Tagung, die den traditionellen Auftakt zur Messe bildet, geht vom 26. bis 27. September mit einem neuen Konzept an den Start. Komprimiert in 2 Vortragsreihen informieren hochkarätige Redner über die 40

vielfältigen Einsatzgebiete von Faserverbundkunststoffen. Thematisch sind die beiden Reihen dabei unterteilt in Entscheiderund Techniker-Blöcke. So referieren u.a. Experten von Airbus oder Mercedes-Benz über thermoplastische Composites im Flugzeugbau oder SMC-Sturkturbauteile im Fahrzeugbau. In einem speziellen Vortragsblock werden Professoren namhafter Universitäten und Institute über Trends, Materialvergleiche und Serienanwendungen berichten. Eine Podiumsdiskussion zum Thema «Zukunftsperspektive von Faserverbundkunststoffen im Automobil», in der namhafte Teilnehmer aus der Automobil- und Zulieferindustrie über den aktuellen Stand der Technik diskutieren, beschliesst die Tagung. Workshop zu innovativer Klebtechnik Automatisierung, Product-Lifecycle-Management (PLM) und Klebtechnik – das sind drei grosse Themen im Composites Forum. Fachleute aus Praxis und Wissenschaft referieren an allen drei Messetagen über Grundlagen und Trends in der Ver- und Bearbeitung von Verbundwerkstoffen. Im Themenbereich Automatisierung stehen u.a. neue Prozesse für die Serienproduktion in der Automobilindustrie und Robotertechnologien für die CFK-Bearbeitung auf dem Programm. Ein eigener Workshop wird dem Thema Kleben von faserverstärkten Kunststoffen gewidmet. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten des Klebens, Anforderungen an Klebstoffe und Eigenschaften unterschiedlicher

Das Besucherhighlight: die Product Demonstration Area Von der Schneid- und Klebtechnologie bis zur RTM-Live-Demonstration – die Sonderfläche «Product Demonstration Area» ist alljährlich ein Besuchermagnet der Messe. Die Sonderschau in Halle C2, die in Kooperation mit dem Institut für Kunststoffverarbeitung (IKV) an der RWTH Aachen und der AVK-Industrievereinigung verstärkte Kunststoffe entsteht, bietet den Besuchern Hightech-Produkte zum Anfassen, Vorführungen von Produktionsprozessen, Rohmaterialien sowie diverse Prüf- und Testverfahren für Composites-Produkte. Das IKV zeigt sich auf der Sonderfläche mit dem Themenschwerpunkt Faserverstärkte Thermoplaste. Das Institut erforscht intensiv diese recht junge Werkstoffkombination und präsentiert auf der PDA neben einer neuen Methode zur 3D-Fliesspresssimulation auch Ergebnisse und Bauteile aus weiteren Verfahren – darunter die in situ-Polymerisation sowie die Diaphragma-Umformtechnik für die Verarbeitung von gewebeverstärkten Prepregs (Organobleche) mit Hochleistungsthermoplasten. Bei langfaserverstärkten Thermoplasten erforscht das IKV die vollautomatisierte Herstellung komplexer dreidimensionaler Preforms aus Hybridgarnen im Faserspritzprozess. Carbon Composites e.V. Einen der grössten Stände auf der Composites Europe belegt der Carbon Composites e. V. Insgesamt 13 Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Verbandes zeigen auf einem Gemeinschaftsstand ihre Innovationen. Das Spektrum reicht von Präzisionswerkzeugen über Verfahrenstechnologien wie Vacuum assisted process (VAP) bis zu CFK-Komponenten aus dem Automobilund Flugzeugbau. So stellt EADS als VAPPatentinhaber sein Lizenzierungs-Programm vor. Zulieferer der Flugzeugindustrie wie Premium Aerotec demonstrieren ihre Fertigkeiten in der Anwendung neuester CFKTechnologien. ■

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KUNSTSTOFF XTRA

TRENDS

Technologie an der Schwelle

Autohersteller setzen auf Carbonfasern Carbonfasern machen Autos leicht und sicher. Ein grosser Nachteil ist, dass sie teuer und aufwändig herzustellen sind. Das soll sich nun ändern. Alle grossen Hersteller setzen künftig auf den Faserverbundwerkstoff CFK. Der Sprung in die Grossserienfertigung ist somit eine Frage der Zeit.

Ein Crash in der Formel 1 bei Tempo 300. Das Auto Schrott, der Fahrer nahezu unverletzt. Carbonfasern machen es möglich. Was bisher nur dem Rennsport vorbehalten war, soll schon bald auch in normalen Autos Einsatz finden. «Egal ob BMW, Mercedes, Porsche, Audi oder VW – das High-TechMaterial CFK ist zur Zeit bei allen Herstellern gefragt. Kooperationen mit verschiedenen Partnern entlang der Wertschöpfungskette sollen jetzt den Durchbruch bringen», sagt Prof. Frank Henning vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal bei Karlsruhe. Seit drei Jahren leitet der Experte das Fraunhofer-Innovationscluster «Hybrider Leichtbau KITe hyLITE». Über dreissig Partner aus Forschung und Industrie haben sich hier zusammengeschlossen, um mithilfe massgeschneiderter Werkstoffe und entsprechender Produktionstechnologien den Hybriden Leichtbau voranzubringen. CFK spart maximales Gewicht, weil er besonders leicht und dabei besonders fest ist. Das liegt am anisotropen Aufbau: Die Fasern sind gerichtet und können damit maximale Stabilität bieten. «Bei hoher Festigkeit kann CFK ein enormes Mass an Energie aufnehmen», sagt Prof. Klaus Drechsler, Leiter der Fraunhofer-Projektgruppe «Funktionsintegrierter Leichtbau» in Augsburg. «Selbst bei hohen Aufprallgeschwindigkeiten verformt er sich kaum.» Dazu kommt die Gewichtsersparnis: Jedes Kilo weniger, das ein Auto auf die Waage bringt, senkt den Treibstoffverbrauch und die damit verbundenen CO2Emissionen. Die aufwändige Verarbeitung und der hohe Preis sind derzeit die Nachteile. Eine kostengünstige Grossserienfertigung ist bisher noch nicht möglich. Stark vorangetrieben werden CFK derzeit auch von der Elektromobilität. «Denn jedes eingesparte Kilo bringt hier eine grössere Reichweite und senkt zudem die Batteriekosten sowie das Batteriegewicht signifkant», 9 / 2011

sagt Henning, der die Elektroautos allerdings in den kommenden Jahren eher als Nischenanwendung betrachtet. «Überall im Fahrzeugbau ist derzeit Gewichtsersparnis gefragt», berichtet er. Wegen der Kosten, vor allem aber wegen der CO2-Einsparung. «Der Gesetzgeber zwingt jetzt die Hersteller, Gewicht zu reduzieren, um die vorgeschriebenen CO2-Emissionen einzuhalten. Auf diese Weise kommt noch mehr Bewegung in den Markt», erklärt er. Die Pressemeldungen der letzten Monate bestätigen das. Fast alle Hersteller planen den serienmässigen Einsatz der Carbonfaser in ihren neuen Modellen. Am ICT kümmern sich die Experten um Möglichkeiten, CFK mit anderen Werkstoffen wie Aluminium oder Schäumen zu kombinieren. Zusammen mit den Automobilbauern entwickeln die Wissenschaftler Produktionstechnologien für den Werkstoff und sind dabei, innerhalb eines Forschungsprogramms des Landes Baden-Württemberg, zusammen vor allem mit Daimler aber auch Porsche, eine Anlage für eine Prototypenfertigung aufzubauen. Ausserdem unterstützen sie viele Partner entlang der Wertschöpfungskette dabei, CFK serientauglich zu machen.

Bild: Walter Mayrhofer, Fraunhofer ICT

Am ICT kümmern sich die Experten um Möglichkeiten, CFK mit anderen Werkstoffen wie Aluminium oder Schäumen zu kombinieren.

passende Materialkombination zu finden.» Mit dem französischen Faserlegespezialisten Coriolis Components entwickeln die Experten neue Produktionsverfahren. Seit wenigen Tagen wissen die Augsburger, dass sie als Partner der TU München in dem von Carbon Composites e.V. (CCeV) initiierten Projekt M-A-I Carbon (www.mai-carbon.eu) in die Finalrunde des Spitzenclusterwettbewerbs des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF gekommen sind.

Nicht überall, aber am richtigen Ort Speziell um Faserverbundwerkstoffe kümmert sich seit Februar 2009 die Projektgruppe «Funktionsintegrierter Leichtbau» in Augsburg. Die räumliche Nähe zu vielen namhaften Herstellern wie EADS, KraussMaffei oder Kuka und Forschungseinrichtungen wie die Universität Augsburg oder DLR helfen dabei, den richtigen Werkstoff für das jeweilige Bauteil zu finden. «Man muss das Material richtig verstehen», sagt Drechsler. «Es geht nicht darum, überall Carbonfasern einzubauen, sondern die jeweils

Kontakt Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) Prof. Dr. Frank Henning Dr.-Ing. Rüdiger Bräuning Telefon +49 721 4640-420 resp. -712 Joseph-von-Fraunhofer-Strasse 7 D-76327 Pfinztal ■ www.ict.fraunhofer.de 41


KUNSTSTOFF XTRA

V E R A N S TA LT U N G E N

Veranstaltungen 03./04.10.

Europäisches Forum: Identiplast – Verwertung gebrauchter Kunststoffe Ort: Madrid (E) Veranstalter: PlasticsEurope Deutschland e.V. Telefon +49 (0)69 2556 1306 www.plasticseurope.org/identiplast2011

04.10.

MES-Infotag: Schlanke Geschäftsprozesse Ort: Zürich Veranstalter: MPDV Schweiz AG Flugplatzstrasse 5, CH-8404 Winterthur Telefon +41 (0)52 246 01 26 info@mpdv.ch, www.mpdv.ch

04./05.10.

Seminar: Rapid Manufacturing Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid Telefon +49 (0)2351 1064 116 goerlitzer@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

Bild: Pixelio, L. Ellis

05.10.

Polyester Recycling Forum Ort: Bad Oeynhausen (D) Veranstalter: Dr. Thiele Polyester Technology Heinrich-von-Brentano-Str. 2 D-63486 Bruchköbel Telefon +49 (0)6181 73651 drthiele@polyester-recycling.com www.polyester-technology.com

05./06.10.

Fachtagung: Fluidinjektionstechnik (FIT) – Trends und aktuelle Entwicklungen Ort: Aachen Veranstalter: IKV Institut für Kunststoffverarbeitung RWTH Aachen, D-52056 Aachen Telefon +49 (0)241 80 93981 gruendler@ikv.rwth-aachen.de, www.ikv-aachen.de

06./07.10.

Fachkurs: Faser-Kunststoff-Verbunde – der Werkstoff für Kreative Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29 CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

06./07.10.

10./11.10.

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Internationale Fachtagung Polyurethan Ort: Wolfsburg (D) Veranstalter: Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) Am Hauptbahnhof 10, D-60329 Frankfurt/Main Telefon +49 (0)69 299 207 0 fsk@fsk-vsv.de, www.fsk-vsv.de Seminar: Einstieg in die Konstruktion mit Faserverbunden Ort: Würzburg Veranstalter: SKZ – ConSem GmbH Frankfurter Strasse 15–17, D-97082 Würzburg Telefon +49 (0)931 4104 164 anmeldung@skz.de, www.skz.de/seminare

10.–13.10.

Fachmessenverbund: 1. Coilex (elektrische Komponenten), 5. BondExpo (Klebstofftechnologie), 5. Microsys (Mikro- und Nanotechnik), 30. Motek (Montage, Handhabungstechnik, Automation) Ort: Stuttgart Veranstalter: P.E. Schall GmbH & Co. KG Gustav-Werner-Str. 6, D-72636 Frickenhausen Telefon +49 (0)7025 92060 info@schall-messen.de, www.schall-messen.de

11.10.

Fachkurs: Plexiglas-Verarbeitung Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

11.10.

Crash-Kurs: Folienhinterspritzen und IMD Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid Telefon +49 (0)2351 1064 116 goerlitzer@kunststoff-institut.de, www.kunststoff-institut.de

11./12.10.

VDI-Fachtagung: Potenziale moderner Stahl- und Gusszerspanung Ort: Düsseldorf Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf Telefon: +49 (0)211 62 14 201 wissensforum@vdi.de, www.vdi-wissensforum.de

11.–13.10.

Fachmessen Powtech (Verfahrenstechnik) und Technopharm (Life Science Prozesstechnologie) Ort: Nürnberg Veranstalter: NürnbergMesse GmbH Messezentrum, D-90471 Nürnberg Telefon +49 (0)911 8606 8940 powtech@nuernbergmesse.de www.powtech.de, www.technopharm.de

12.10.

Praxistag Oberflächentechnik für Kunststoffe Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid Telefon +49 (0)2351 1064 116 goerlitzer@kunststoff-institut.de, www.kunststoff-institut.de

12.10.

Seminar: Die dekorative Kunststoffoberfläche Ort: Würzburg Veranstalter: SKZ – ConSem GmbH Frankfurter Strasse 15–17, D-97082 Würzburg Telefon +49 (0)931 4104 164 anmeldung@skz.de, www.skz.de/seminare

12./13.10.

Seminar: Formteilfehler an thermoplastischen Spritzgussteilen Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid Telefon +49 (0)2351 1064-116 goerlitzer@kunststoff-institut.de, www.kunststoff-institut.de

Bild: Pixelio, B. Lynen

OKTOBER 2011

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KUNSTSTOFF XTRA

V E R A N S TA LT U N G E N

13.10.

Kurs: Spritzgiesswerkzeuge II Ort: Freiburg Veranstalter: Netzwerk Kunststofftechnologie Hochschule für Technik und Architektur Freiburg Pérolles 80, CH-1705 Freiburg Telefon +41 (0)26 429 65 08 isabelle.walker@hefr.ch www.reseau-plasturgie.ch/de/cours2011

13.10.

Seminar: Metal Injection Moulding Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid Telefon +49 (0)2351 1064 116 goerlitzer@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

18/19.10.

Seminar: Einführung in die Folientechnologie Ort: Würzburg Veranstalter: SKZ – ConSem GmbH Frankfurter Strasse 15–17, D-97082 Würzburg Telefon +49 (0)931 4104 164 anmeldung@skz.de, www.skz.de/seminare

18.–20.10.

Konferenz: Polyolefi n Additives 2011 Ort: Köln Veranstalter: Applied Market Information Ltd. AMI House, 45-47 Stokes Croft, Bristol, BS1 3QP, UK Telefon +44 (0)117 924 9442 sh@amiplastics.com, www.amiconferences.com

18.–22.10.

21. Fakuma – Internationale Fachmesse für Kunststoffverarbeitung Ort: Friedrichshafen Veranstalter: P.E. Schall GmbH & Co. KG Gustav-Werner-Str. 6, D-72636 Frickenhausen Telefon +49 (0)7025 92060 info@schall-messen.de, www.fakuma-messen.de

19./20.10.

VDI-Tagung: Schadensanalyse Ort: Düsseldorf Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf Telefon: +49 (0)211 62 14 201 wissensforum@vdi.de, www.vdi-wissensforum.de

20./21.10.

Seminar: Der Weg zur US-Tochter Ort: Frankfurt Veranstalter: Global Competence Forum Schlossbergstrasse 10, D-72070 Tübingen Telefon +49 (0)7071 55970 info@gcforum.com, www.gcforum.com

25.–27.10.

parts2clean – 9. Internationale Leitmesse für Bauteil- und Oberflächenreinigung Ort: Stuttgart Veranstalter: fairXperts GmbH Hauptstrasse 7, D-72639 Neuffen Telefon +49 (0)7025 84 340 info@fairXperts.de, www.fairXperts.de

26./27.10.

VDI-Fachtagung: Reinraumtechnik Ort:Nürtingen bei Stuttgart Veranstalter: VDI Wissensforum GmbH Postfach 10 11 39, D-40002 Düsseldorf Telefon: +49 (0)211 62 14 201 wissensforum@vdi.de, www.vdi-wissensforum.de

27.10.

Seminar: Einstieg in die Hotmeltverarbeitung Ort: Lüdenscheid Veranstalter: Kunststoff-Institut Lüdenscheid Karolinenstrasse 8, D-58507 Lüdenscheid Telefon +49 (0)2351 1064 116 goerlitzer@kunststoff-institut.de www.kunststoff-institut.de

27./28.10.

Fachkurs: Aufbau und Eigenschaften der Kunststoffe – Leichtbau mit Kunststoff Ort: Aarau Veranstalter: KATZ Schachenallee 29, CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 836 95 36 info@katz.ch, www.katz.ch

Bild: Pixelio, E. Rose

Fachtagung: Folienextrusion – Trends bei Rohstoffen, Verarbeitung, Anwendungen Ort: Aachen Veranstalter: IKV Institut für Kunststoffverarbeitung RWTH Aachen, D-52056 Aachen Telefon +49 (0)241 80 28349 overbeck@ikv.rwth-aachen.de, www.ikv-aachen.de

Bild: Pixelio, S. Hofschlaeger

12./13.10.

Hitachi TM-3000 Tabletop Elektronenmikroskop Neue Generation – kleiner, leichter, kompakter Einfachste Bedienung – ohne Spezialistenausbildung

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Prüftechnik Automatisierung

Heinrich Bareiss Prüfgerätebau GmbH, Germany Amtliches DKD - Kalibrierlaboratorium Fon 07305/96 42-0 / sales@bareiss.de / www.bareiss.de

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Gute Zugänglichkeit dank Zweiplattentechnik

Auf der Fakuma finden sich verschiedene KraussMaffei Maschinen auf den Messeständen von Partnern. So entstehen unter anderem bei gwk (Halle B1, Stand 1205) hochklassige Oberflächen unter Vermeidung von Bindenähten mit dynamischer Werkzeugtemperierung DMH (DynamicMoldHeating) auf einer CX 80-750 mit integriertem IR 50 I in einer kompakten Zelle unter sauberen Bedingungen. Die Automation ist in die Standardverkleidung der Maschine integriert und spart damit 40 Prozent Aufstellfläche gegenüber herkömmlichen Lösungen bei denen ein Roboter seitlich neben der Maschine steht. Eine präzise Temperaturregelung der keramischen Werkzeugheizung und der Temperier- und Kühlkreise erfolgt über die Maschinensteuerung, welche mittels Varan-Bus in

Echtzeit mit den Peripheriegeräten kommuniziert. Damit lassen sich gezielt Temperaturprofile während der Einspritz- und Kühlphase wiederholgenau realisieren. Grosszügige Einbaumasse der CX erlauben den Einsatz grosser Werkzeuge wie sie bei Formteilen mit hohen Ansprüchen an die Oberfläche wie Abdeckungen oder Rahmen, häufig vorkommen. Wobei sich auch die hohe Plattenparallelität der Schliesse durch eine sichere Zuhaltung vorteilhaft auf die Teilequalität auswirkt. Krauss-Maffei (Schweiz) AG Grundstrasse 3 CH-6343 Rotkreuz Telefon +41 (0)41 799 71 80 info-ch@krauss-maffei.com www.kraussmaffei.com Fakuma: Halle A7, Stand 303

Neue Generation an Random-Polypropylenen für den Spritzgussbereich Basierend auf der firmeneigenen Metallocene Technologie, präsentiert Total Petrochemicals, vertreten durch B. Bigler AG, Zug, ein einzigartiges Sortiment an Metallocene PP-Random Copolymeren. Lumicene Random Metallocene erweitern den Umfang an Anwendungen, welche bisher von konventionellem PP abgedeckt wurden, und fügen eine neue Dimension den traditionellen Produkten an. Hersteller von starren Lebensmittelverpackungen, Deckeln und Verschlüssen, Formteilen für Medizin, Pharmazeutik, Haushalt und Küche werden die Vorteile der neuen Lumicene-Generation besonders nutzen können. Ermöglicht wird auch der Ersatz von Polycarbonat oder PVC, wie z.B. für Baby-Flaschen. Seit Jahren konzentrierte sich bei Total Petrochemicals die PP-Weiterentwicklung auf die Verbesserung der Endprodukte-Eigenschaften verknüpft mit der Erhöhung der Verarbeitungs-Produktivität. Die Lumicene Random PP-Produkte repräsentieren die nächsthöhere Entwicklungsstufe. Die Lumicene-Produkte sind bekannt für ihre unerreichte ästhetische Erscheinung bezüglich Glanz und Transparenz. Lumicene-Polypropylene haben jedoch noch mehr zu bieten: • Hervorragende LebensmittelVerträglichkeit: Extrem niedrige Extraktionswerte und «best-in-class»-organoleptische Daten setzen die Lumicene-

PP auf die Top-Liste für Lebensmittelanwendungen. • Ausgewogenes Schlagzähigkeit/ Härte-Profil: Die Lumicene-PP weisen eine ca. 100 MPa höhere Steifigkeit als konventionelle Randoms auf. Dies ermöglicht eine Reduktion der Wandstärken und reduzierte Kühlzeit, resp. raschere Zyklen. Hinzu kommen verbesserte Schlagzähigkeitswerte. • Produktivitätsverbesserung: Mit Standard-Randoms (ZN-Katalyse) kommen von einem Schuss zum anderen oft Dimensionsschwankungen vor. Mit LumicenePP wurde eine bessere Formstabilität beobachtet und daraus resultiert eine hervorragende Reproduzierbarkeit sowie raschere Entformung. Die verschiedenen verfügbaren Typen sind auch im Folien, Extrusionsund Faserbereich einsetzbar. B. Bigler AG Bundesplatz 3, CH-6301 Zug Telefon +41 (0)41 710 71 70 info@biglerag.com www.biglerag.com Fakuma: Halle B2, Stand 009

Drymax Primus Materialtrockner: Energieeffizient und kostengünstig Die Trocknung von Kunststoffgranulat ist grundsätzlich relativ energiein-

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tensiv. Deshalb steht bei Wittmann die Energieeffizienz von Materialtrocknern schon seit Jahren im Zentrum der Aufmerksamkeit. So sind auch die Geräte der Serie Drymax Primus (ES40, E30 und E60) standardmässig mit den entsprechenden Energiesparfunktionen ausgestattet. In jedem Fall erfolgt die Regeneration des Trockenmittels während der in besonderer Weise energiesparenden GegenstromRegenerierphase. Hierbei wird das Trockenmittel «gegen die Befeuchtungsrichtung» auf besonders rasche Weise entfeuchtet. Das Modell Drymax Primus E60 (Bild) verfügt zusätzlich über die so genannte Smart-

Reg Energiesparfunktion, die für eine zeitoptimierte Regulierung von Regeneration und Kühlung der Trockenmittelpatrone sorgt. Alle Geräte verfügen über eine Materialschutzfunktion, die eine Übertrocknung und thermische Schädigung des Materials verhindert. Jedes Trocknungssilo ist aus Edelstahl gefertigt, mit einem Klappdeckel und einem Schauglas versehen und gegen Wärmeverlust isoliert. Silos mit einem Fassungsvermögen von 150 l verfügen über eine ebenfalls wärmeisolierte Reinigungstüre. Die im Bereich von 80 °C bis 130 °C einstellbare Trocknungstemperatur deckt jenen Temperaturbereich ab,

der für die geläufigsten Kunststoffe Anwendung findet. Sollte zur effizienten Trocknung bestimmter Materialien eine höhere Temperatur notwendig sein, können die Modelle Drymax Primus E30 und Primus E60 auch nachträglich für Hochtemperatur-Anwendungen aufgerüstet werden, was eine Prozesstemperatur von bis zu 180 °C gestattet. Wittmann Kunststofftechnik AG Uznacherstrasse 18 CH-8722 Kaltbrunn Telefon +41 (0)55 293 40 91 info@wittmann-group.ch www.wittmann-group.ch Fakuma: Halle B1, Stand 204

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KUNSTSTOFF XTRA

PRODUKTE

Arburg auf der MSV: Hohe Leistung, kurze Zyklen

Vom 3. bis 7. Oktober 2011 präsentiert Arburg innovative Spritzgiesslösungen auf der Internationalen Maschinenbaumesse MSV in Brünn, Tschechische Republik. Schwerpunkt ist das Thema Energieeffizienz. Als leistungsstarke und effiziente Spritzgiesslösung für Dünnwandartikel kommt ein hybrider Allrounder 570 H zum Einsatz. Die hohe Produktionsleistung der hybriden Allrounder H ergibt sich aus der stringenten Kombination von servoelektrischen Schliesseinheiten und hydraulischen Spritzeinheiten aus dem modularen Allrounder-Baukastensystem. Hinzu kommt eine leistungsoptimierte Hydraulikspeichertechnik. Damit und durch die gross dimensionierten Spritzeinheiten bezogen auf die Schliesskraft verfügen die Allrounder H auch über

entsprechend hohe Einspritzleistungen. Sie sind prädestiniert für den Verpackungssektor und weitere Anwendungen, die hohe Anforderungen an Schnelligkeit und Produktivität stellen. Das wird auf der MSV Brünn 2011 am Beispiel einer schnelllaufenden Dünnwandanwendung gezeigt: Ein Allrounder 570 H mit 2000 kN Schliesskraft und einer Spritzeinheit der Grösse 800 arbeitet mit einem 4+4-fach-Etagenwerkzeug der Firma Männer. In einer Zykluszeit von 4,4 Sekunden werden dünnwandige Verschlussdeckel mit einem Spritzteilgewicht von 4,52 Gramm produziert. Das Exponat ist die drittgrösste Maschine der Hidrive-Baureihe, die sechs Baugrössen umfasst und ein Schliesskraftspektrum von 600 bis 5000 kN abdeckt. Arburg AG Südstrasse 15 CH-3110 Münsingen Telefon +41 (0)31 724 23 23 switzerland@arburg.com www.arburg.ch MSV: Halle G1, Stand 33

Boy 35 E überzeugt durch zahlreiche Vorteile Boy demonstriert auf der diesjährigen MSV im tschechischen Brno im Oktober 2011 sein technisches Knowhow am Beispiel des Modells Boy 35 E. Mit einer Schliesskraft von 350 kN und seinen grossen Werkzeugaufspannmassen ist der Spritzautomat ideal für eine breite Palette verschiedener Anwendungen geeignet. Im Rahmen der technologischen Weiterentwicklung rüsteten die Boy-Ingenieure das Modell mit einem servomotorischen Pumpenantrieb aus. Diese Antriebstechnologie besticht durch ihr grosses Potenzial an Energieeinsparung, hohe Dynamik und Laufruhe. Das Herzstück der innovativen Technik ist der Servomotor mit Zahnradpumpe, der von einem elektronisch gesteuerten Umrichter geregelt wird. Auch die Aufstellfläche des neuesten Boy-Spritzgiessautomaten fällt mit 1,9 m2 noch kompakter als zuvor aus. Besucher können sich in Brno von den Vorteilen des Boy 35 E überzeugen.

Auf der Messe produziert der Automat Wandhaken, wie sie beispielsweise als Handtuchhalter Verwendung finden. Die Haken bestehen aus drei Teilen, die mittels eines Familienwerkzeugs mit drei verschiedenen Kavitäten gefertigt werden.

Boytec GmbH Weihermattstrasse 80 CH-5000 Aarau Telefon +41 (0)62 823 80 01 info@boytec.ch www.boytec.ch MSV: Halle G1, Stand 31

Nur intelligente Verbundkonzepte senken die Energiekosten Als innovativer und kompetenter Komplettanbieter für den gesamten Temperier- und Kühlprozess industrieller Anlagen hat die gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH in den vergangenen Jahrzehnten für zahlreiche Branchen und unterschiedlichste Anwendungen spezielle Lösungen konstruiert und gebaut. Dabei kommt heute mehr denn je dem Thema Energieeffizienz eine tragende Rolle zu. Aus Sicht der gwk geht der Trend bei der Kühlung in Richtung höherer Betriebskostenersparnis bei der Erzeugung des Kaltwassers und verstärkter Nutzung der Abwärme für Heizprozesse. Die weiter steigenden Kosten für Heizöl, Gas und elektrische Energie erhöhen auf Verarbeiterseite den Kostendruck derart, dass immer häufiger konkrete Forderungen gestellt werden, wie viel Kilowattstunden für die Verarbeitung von einem Kilogramm Kunststoff

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aufgebracht werden dürfen. Nur individuell auf das Produktionsumfeld des jeweiligen Verarbeiters zugeschnittene Verbundanlagen mit integrierten Energiesparmodulen können diese Forderung erfüllen. Die gwk hat sich seit Jahren erfolgreich zum anerkannten Spezialisten für diese Verbundkonzepte positioniert. Dabei werden neben dem Energiethema auch Umweltaspekte uneingeschränkt berücksichtigt. gwk Verbundsysteme erreichen eine maximale Energieeffizienz des Gesamtsystems und leisten zudem einen erheblichen Beitrag zur Senkung des Co2Ausstosses. Systemlösungen stehen bei den Kunden in der Kunststoffverarbeitung auch bei den Temperiertechniken im Vordergrund. Gerade der zunehmende Kosten- und Wettbewerbsdruck zwingt die Kunststoffverarbeiter dazu, auf diesem Gebiet verstärkt aktiv zu werden. Besonders

bei der Herstellung von hochwertigen und komplexen Produkten lassen sich zum Beispiel mit Hilfe der dynamischen Werkzeugtemperierung, wie sie die gwk anbietet, Bindenähte vermeiden und hochglänzende, anspruchsvolle Oberflächen erreichen. Bei allen qualitativen Verbesserungen aber, so die gwk, müssen die Investitionen in innovative Temperier- und Kühltechnik den strengen Kriterien wirtschaftlichen Handelns

folgen. Hierfür bietet die gwk eine umfassende Projektstudie an, die vor Beginn der Bau- und Investitionsplanung die Einsparungspotenziale und damit die Wirtschaftlichkeit berechnet. Ingenieurbureau Dr. Brehm AG Lettenstrasse 2/4 CH-6343 Rotkreuz Telefon +41 (0)41 790 41 64 info@brehm.ch, www.brehm.ch Fakuma: Halle B1, Stand 205

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KUNSTSTOFF XTRA

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ZB-Laser AG Bahnstrasse 43 CH-5012 Schönenwerd Telefon +41 (0)62 858 24 00 Fax +41 (0)62 858 24 01 info@zb-laser.ch www.zb-laser.ch

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Telefon 062 885 71 71 Telefax 062 885 71 80 www.ktron.com

Wilerstrasse 98 CH-9230 Flawil Tel. +41 71 394 13 00 Fax +41 71 394 13 10 buag@buechler-formen.ch www.buechler-formen.ch

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DOSIERTECHNIK FORMTEILE IN THERMOUND DUROPLASTEN Frei Fördertechnik AG T +41 31 720 56 56 info@ffag.ch

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DOSIER- UND MISCHANLAGEN DOPAG Dosiertechnik und Pneumatik AG Langackerstrasse 25 • 6330 Cham Tel. +41 41 785 57 57 Fax +41 41 785 57 00 info@dopag.ch • www.dopag.ch

Meusburger Georg GmbH & Co KG | Formaufbauten | Kesselstr. 42 | A-6960 Wolfurt T 00 43 (0) 55 74 / 67 06-0 | F -11 | verkauf@meusburger.com | www.meusburger.com

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Ringstrasse 5 · 8603 Schwerzenbach Tel. +41 44 806 64 64 · www.bfa.ch

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KunststoffXtra 9/11  

KunststoffXtra-Fachzeitschrift für die Kunststoff- und Kautschukindustrie

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