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Jahrgang 14 ∙ Ausgabe 4/2011

Stift Wilten Aktuell Für Mitbrüder & Freunde des Prämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten

Weihnachten 2011


LEITWORT

Liebe Freunde unseres Stiftes!

Abt Raimund Schreier OPraem

Es war zu Weihnachten im Jahre1121: Der hl. Norbert von Xanten kniet mit seinen ersten Mitbrüdern vor der Krippe und legt durch ein feierliches Versprechen das Fundament für seine neue Gemeinschaft. Das war die Geburtsstunde des Prämonstratenserordens. Deshalb finden wir in Klosterkirchen unseres Ordens immer wieder Weihnachtsdarstellungen. Ja, manche unserer Abteikirchen könnte man geradezu als Weihnachtskirchen bezeichnen. Wenn Sie einmal in die Klosterkirche in Windberg im Bayrischen Wald kommen, dann betrachten Sie vor allem die Deckengemälde im Hauptschiff der Kirche: alle beziehen sich auf Weihnachten. Unsere Wiltener Stiftskirche hatte bis jetzt keine weihnachtliche Darstellung bis auf eine sogenannte Bretterkrippe vor dem Thron Salomons, die aber nicht mehr vollständig erhalten ist. Sie wurde großteils bei der Besetzung in der NS-Zeit zerstört oder für andere Zwecke verwendet. In unserer wunderschön restaurierten Kirche hat bis jetzt also noch eines gefehlt: eine Weihnachtskrippe. Der akademische Bildhauer Georg Eigentler, der schon vor einigen Jahren drei Figuren auf dem Tabernakel ergänzt hat – die auch durch die Aufhebung des Stiftes verschwunden waren – konnte gewonnen werden, eine Krippe für die Stiftskirche zu schnitzen. Es ist eine besondere Krippe, nämlich eine PrämonstratenserKrippe, die ganz auf dem Hintergrund unserer Spiritualität konzipiert wurde. Der ganze Aufbau bildet eine Art Monstranz. Denn Norbert wird ja meist als großer Verehrer der Eucharistie mit diesem Attribut dargestellt. In der Mitte – gleich einer Hostie - ist Jesus, der menschgewordene Gottessohn inmitten von Maria und Josef. Vor der Krippe kniet der hl. Norbert – so wie damals zu Weihnachten 1121. Zu seiner Linken sehen wir eine Andeutung eines Pferdes, von dem Norbert durch einen Blitzschlag gestürzt ist und sich daraufhin ganz zu Gott bekehrt hat. Rechts

steht der hl. Augustinus. Wir erkennen ihn am Herzen unter dem Buch, in dem die Worte aus seinen „Bekenntnissen“ stehen: „Inquietum est cor nostrum, donec requiescat in te.“ – „Unruhig ist unser Herz, bis es ruhet in dir“. Auch die Form des Herzens durchzieht die Krippe bis hin zur Mensa, auf der die Herzfrequenzen von dieser Unruhe unseres Herzens sprechen, wie auch von der Liebe Gottes, dessen Herz für uns Menschen schlägt. Für die kommende Weihnachtszeit darf ich Sie einladen, vor der Krippe so wie Norbert und Augustinus zu stehen und zu knien und in großer Dankbarkeit das Kind in der Krippe anzubeten. „Gott wird Mensch, damit wir Menschen Mensch werden“ (Meister Eckehart). Dieses Geheimnis der Menschwerdung Gottes ist so groß, dass uns die Kirche dafür die Weihnachtszeit schenkt, um darüber zu meditieren, zu staunen und Gott zu danken. Und wenn wir dieses Mysterium ein wenig erahnen, dann können wir nicht anders, als – wie Gott – Mensch werden. Dann sind wir aufgerufen alles zu tun, damit unsere Umgebung, damit diese Welt menschlicher wird! Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Fest der Menschwerdung Gottes!


INHALT LEITWORT 2 Liebe Freunde unseres Stiftes

COMMUNIO 18 Jugendvesper unter neuer Leitung 18 Jesus in der Eucharistie nahe sein

ACTIO 4 Einkleidung von Bruder Gilbert

19 Ausflug zum Klosterberg Säben 19 Nacht der 1000 Lichter 20 Herbsttagungen der männlichen Orden

4 Visitation im Stift Wilten 5 Ihr seid der Brief Christi

20 „Der Liebe in allem ihren Vorzug einräumen ...“

6 Feierliche Amtseinführung

21 Leb, weiß nit wie lang, ...

6 Seelsorgeraum im Sellraintal

21 Besuch der Nachbarn

7 Ernennungsdekrete überreicht

21 Glockenweihe

Impressum Herausgeber

8 Edith Stein-Jahr feierlich eröffnet

22 Olivenöl aus Taybeh in Palästina

PrämonstratenserChorherrenstift Wilten

8 Das Weihnachtsgeheimnis

22 Weihnachtsmarke St. Quirin

Klostergasse 7 6020 Innsbruck

9 AJO-Austausch junger Ordensleute

22 Hötting feiert 100 Jahre Pfarrkirche

9 „... unruhig ist unser Herz ...“

23 Landes- und Sortensieger 2011

Tel. 0512/58 30 48 www.stift-wilten.at Redaktion

10 Hier wohnen Christen

23 Geschenksideen aus dem Klosterladen

Reinhold Sigl

24 Gottesdienste und Termine

Erscheinungshinweis

reinhold.sigl@me.com

10 Rorate in der Stiftskirche 11 Die Restaurierung der Chorkapelle

CONTEMPLATIO 12 Einmal Prémontré und zurück 14 Warum gibt es in Wilten keinen Isaac? 15 Besuch aus Völs 17 Christian Wegscheider im Interview

4 x im Jahr

Weitere Berichte, Predigten, Termine, Bilder und Videos finden Sie auf der Stift Wilten-homepage: www.stift-wilten.at

Fotos Stift Wilten, Norbert Matsch, Reinhold Sigl, Vojtek Vlk, Watzek Photografie, Christian Wegscheider. Titelbild: Die neue Prämonstratenser- krippe in der Stiftskirche Wilten

Stift Wilten Aktuell

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ACTIO

Einkleidung von Bruder Gilbert Am Samstag, den 26. November 2011 nahm Adalbert Tobolewski aus den Händen von Abt Raimund das prämonstratensische Ordensgewand entgegen.

Mitbruder Gilbert nach der Einkleidung mit Freunden aus seiner polnischen Heimat Abt Raimund Schreier und Prior Florian Schomers übergeben das Ordensgewand an Bruder Gilbert

Als Zeichen für seinen neuen Lebensabschnitt erhielt er den Ordensnamen Gilbert. Bruder Gilbert beginnt nun das zwei-

jährige Noviziat in unserer Gemeinschaft. Wir heißen ihn herzlich willkommen, und bitten Sie um Ihr Gebet.

Visitation im Stift Wilten Bei den Prämonstratensern ist es in der Zeit zwischen zwei Generalkapiteln vorgesehen, dass Mitbrüder aus anderen Abteien eine Visitation durchführen.

Der Konvent mit den Visitatoren

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Stift Wilten Aktuell

Dieser „Blick von außen“ ist eine wertvolle Unterstützung, Mahnung und Anregung für die visitierten Konvente, und trägt dazu bei, den Blick für die Herausforderungen der Zukunft „geschärft“ zu halten. Zu diesem Zweck waren daher unse-

re Mitbrüder, der Abt des Stiftes Geras, Michael Karl Proházka und der Prior des Stiftes Schlägl, Lukas Harald Dikany ab dem 9. Oktober 2011 bei uns in Wilten, um am 15. Oktober - im Rahmen des Schlusskapitels - ihre Ergebnisse zu präsentieren.


ACTIO

Ihr seid der Brief Christi Am 19. Oktober 2011 trafen sich die Schwestern und Brüder der Tiroler Ordensgemeinschaften zum Ordenstag im Stift Wilten. Bischof Manfred Scheuer hielt dazu ein beeindruckendes Referat.

Bischof Manfred Scheuer bei seinem Referat im Norbertisaal

Die feierliche Vesper in der Stiftskirche Wilten

Mit „einer kaiserlichen Botschaft“ - einem Text von Franz Kafka aus dem Jahr 1917 begann er seine Ausführungen über „Perspektiven des Ordenslebens heute“, welche er unter die Überschrift „Ihr seid der Brief Christi“ stellte. Paulus schreibt im zweiten Brief an die Korinther (2 Kor 3,3): „... unverkennbar seid ihr ein Brief Christi, ..., geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes.“ Von Madeleine Delbrel stammt der Satz: „In jeder Periode der Geschichte hat Gott einer Reihe von Menschen den Auftrag erteilt, das Evangelium nach dem Urtext vorzuleben, in ihrer Person - mit Lieb und Blut - sozusagen eine zeitgemäße Originalausgabe darzustellen.“ Bischof Manfred sieht das Ordensleben - wie die Eucharistie - als eine konkrete und lebendige Erinnerung an Jesus. Die Christozentrik der Ordensgemeinschaften stellte er als „heilsamen Kontrapunkt gegenüber der Jesusvergessenheit“ in vielen Varianten der Spiritualität dar. „Erinnert uns an Jesus und gebt dem Evangelium ein Gesicht“ in unserer heutigen Gesellschaft,

wünschte sich Bischof Manfred von den anwesenden Ordenschristen. Bischofsvikar Prälat Hermann Steidl stand, gemeinsam mit Abt Raimund Schreier und Prior Florian Schomers, der feierlichen Vesper in der Stiftskirche vor, mit der dieser wertvolle Nachmittag für die Tiroler Ordenschristen abgeschlossen wurde. Die Videoaufzeichnung und den Text des Referates von Bischof Manfred finden Sie auf unserer Stift Wilten-homepage zum NACH-sehen, NACH-lesen und zum NACH-denken.

Im Vestibül


ACTIO

Feierliche Amtseinführung Am Samstag, den 1. Oktober 2011 überreichte Generalvikar Msgr. Jakob Bürgler die Ernennungsdekrete der Diözese für den neu gebildeten Seelsorgeraum Aldrans–Ampass-Lans-Sistrans.

Generalvikar Jakob Bürgler eröffnet den Seelsorgeraum

Als neu installierter Pfarrer für den Seelsorgeraum nahm Mitbruder D. Dominik Jennewein auch – symbolisch - die Schlüssel der vier Kirchen aus den Händen von Generalvikar Bürgler entgegen. In der Seel-

sorge wird Pfarrer Dominik von seinen Mitbrüdern D. Klemens H. Halder als Vikar und D. Nikolaus Albrecht als Diakon unterstützt. In der Predigt rief Generalvikar Bürgler zum positiven, christlichen Miteinander auf. Er dankte für den Mut und das Vertrauen aller Beteiligten auf dem Weg zum neuen Seelsorgeraum. „Gott baut heute und hier seinen Weinberg, er pflegt ihn, er umsorgt ihn, und wir dürfen ihm dabei helfen.“ Die versammelten Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenräte der Gemeinden Aldrans, Ampass, Lans und Sistrans hießen die neuen Amtsträger herzlich willkommen und versprachen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. Zum Abschluss der Eucharistiefeier bedankte sich Pfarrer Dominik bei den Anwesenden für die Unterstützung und das Gebet. Bei der anschließenden Agape Vergelt´s Gott für die selbst gebackenen Brote – konnte die Gemeinschaft im neuen Seelsorgeraum weiter vertieft werden.

Seelsorgeraum im Sellraintal Mitbruder D. Sebastian Huber nahm von Bischofsvikar Prälat Hermann Steidl am 8. Oktober 2011 die Ernennungsdekrete der Diözese für den neu gebildeten Seelsorgeraum Sellrain-Gries-St. Sigmund entgegen. Die Musikkapelle Gries im Sellrain, unter der Leitung von Kapellmeister Wolfgang Neurauter, spielte einen flotten Marsch. Die Schützenkompanie Gries im Sellrain unter dem Kommando von Hauptmann Günther Rauchenberger - begrüßte den neuen Pfarrer mit einer perfekten Ehrensalve. Auch die Bürgermeister Norbert Jordan (Sellrain) , Martin Haselwanter (Gries i. S.) und Karl Kapferer (St. Sigmund i. S.) hießen Pfarrer Huber gemeinsam mit den versammelten Pfarrgemeinde- und Pfarrkir6

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chenräten im Seelsorgeraum willkommen. Bischofsvikar Steidl überreichte dem neuen Pfarrer „den Schlüssel, als Zeichen der offenen Kirche“, „das Evangelium, als Symbol für das tröstende, aufbauende Wort Gottes“ und „Kelch und Patene, als Zeichen für den priesterlichen Dienst in den Sakramenten“. Die Pfarrgemeinderäte und die Pfarrkirchenräte versprachen Pfarrer Sebastian Huber ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Mitarbeit im Seelsorgeraum Sellrain-Gries-St.Sigmund.


ACTIO

Die Schützenkompanie und die Musikkapelle begrüßten ihren neuen Pfarrer und Bischofsvikar Steidl

Zum Abschluss der feierlichen Amtseinführung spielte die Musikkapelle Gries vor

der Pfarrkirche für alle Anwesenden noch einen schönen Marsch.

Ernennungsdekrete überreicht Mitbruder D. Augustinus Kühne ist Pfarrer des neu gebildeten Seelsorgeraumes Rinn-Tulfes-Volderwald. Für den Seelsorgeraum nahm Pfarrer Augustinus am 30. Oktober 2011, im Gemeidesaal Tulfes, die Kirchenschlüssel, das Evangelium, den Kelch und die Hostienschale aus den Händen von Abt Raimund entgegen. Auf diese Symbole ging Abt Raimund in seiner Predigt ein, indem er sie als „Erinnerungssteine“ für den gemeinsamen Weg der Pfarrgemeinden im neuen Seelsorgeraum darstellte. Die Schlüssel als Zeichen für eine offene Kirche, in der alle Gott ehren und Gemeinschaft finden. Das Evangelium als Buch des Lebens unseres Herrn, welches zum Buch unseres Lebens werden muss. Den Kelch sowie die Hostienschale als Zeichen der Gegenwart und Nähe des Herrn, die er uns versprochen hat. Von den versammelten Pfarrgemeinde- und Pfarrkirchenräten, den Chorgemeinschaften, den Bürgermeistern, den Vereinsabordnungen und den Mitbürgern der Gemeinden wurde Pfarrer Augustinus

herzlich willkommen geheißen. Im Anschluss an die Eucharistiefeier sorgte die Musikkapelle Tulfes im vollbesetzten Gemeindesaal für einen schönen, gemütlichen Ausklang der feierlichen Amtseinführung. Die heilige Messe im Gemeindesaal Tulfes

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ACTIO

Edith Stein-Jahr feierlich eröffnet Der Auftakt zum Gedenkjahr erfolgte am 9. Oktober 2011 in der Stiftskirche Wilten mit einem Festgottesdienst.

Karmelitenprovinzial Paul Weingartner eröffnet das Edith Stein-Gedenkjahr

Nach der Messe, an der auch Prälat Hermann Steidl als Bischofsvikar für die Orden der Diözese Innsbruck teilnahm, eröffnete der Provinzial der österreichischen Karmeliten, Paul Weingartner, offiziell das Gedenkjahr. Abt Raimund würdigte in seiner Predigt die Heilige als einen Menschen, der sich von Gott - sogar mehrmals - „stören“ ließ (Den Wortlaut der Predigt zum Nachlesen und die Videoaufzeichnung finden Sie auf

der Stift Wilten-homepage). Die Capella Wilthinensis unter der Leitung von Stiftskapellmeister Norbert Matsch sang die Missa Sti. Joannis de Deo von Joseph Haydn. Stiftsorganist Kurt Estermann spielte auf der Verschueren-Festorgel von Johann Sebastian Bach zum Einzug das „Duetto I in e-moll“ BWV 802, zur Kommunion „Vater unser im Himmelreich“ BWV 682 und zum Auszug „Wir gläuben all an einen Gott“ BWV 680.

Das Weihnachtsgeheimnis Die neue Audio-CD mit Texten der heiligen Edith Stein, gelesen von Abt Raimund Schreier, und Musik der Wiltener Sängerknaben wurde am 27. November 2011 in der Siftskirche Wilten vorgestellt.

Die CD ist zum Preis von € 7,00 im Klosterladen des Stiftes, über die Internetadresse: www.edithstein.karmel.at sowie im guten Buchfachhandel zu erwerben.


ACTIO

AJO - Austausch junger Ordensleute Am 5. November 2011 trafen sich 14 junge Ordensleute aus sechs Tiroler Ordensgemeinschaften im Klösterle auf der Kronburg zum bereits 5. AJO.

„... unruhig ist unser Herz ...“ Berufungsnachmittag im Stift Wilten Leitung: Professor Dr. Roman A. Siebenrock

10. März 2012 14:30 Uhr Detaillierte Informationen finden Sie auf der Stift Wilten-homepage:

Wo ist das nächste Wegbild ...

Ganz nach dem Motto der Initiative, die wir vor zwei Jahren starteten - „Leben wird mehr, wenn wir es teilen“ - bot das Treffen wieder eine Gelegenheit zu einem regen Austausch. Dabei lernten wir nicht nur neue „WeggefährtInnen“ kennen, sondern erfuhren auch Näheres über einen weiteren Standort der Ordensgemeinschaften Tirols. Diesmal war es das aufblühende geistliche Zentrum auf der Kronburg, das uns Sr. Barbara Flad von den Barmherzigen Schwestern in Zams vorstellte. Auf einer „Bibel-Fotoralley“ entlang des Tobelweges waren wir bei herrlichem

Herbstwetter herausgefordert, genau „hinzuschauen“, um verschiedene Wegbilder zu entdecken. Dabei bedurfte es der Aufmerksamkeit aller, um gemeinsam das Lösungswort zu finden, das uns eine Botschaft aus dem Evangelium eröffnete. Bei der festlichen Jause im Gasthof Kronburg gab es noch viel zum Erzählen. Schließlich beschlossen wir den reichen Begegnungsnachmittag mit einem gemeinsamen Abendlob „am Horeb“, der Hauskapelle im geistlichen Zentrum gemeinsam mit den TeilnehmerInnen des Oasentages, dankbar für das gemeinsame Unterwegssein.

www.stift-wilten.at

Text: D. Johannes Hohenwarter OPraem

Die jungen Ordenschristen auf der Kronburg

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ACTIO

Hier wohnen Christen Am Kirchweihsonntag, den 16. Oktober 2011 feierte der Konvent, gemeinsam mit den Gläubigen, ein Pontifikalamt in der Stiftskirche. Das gemeinsame Essen mit den aktiven – und den bereits im verdienten Ruhestand befindlichen - Mitarbeiterinnen und Mitar-

immer, weil wir Menschen sind, aber wir versuchen es. Danke für den von jedem Einzelnen geleisteten Beitrag.“

Verwalter Rudi Mair bei seinen Dankesworten

Das gemeinsame Mittagessen im Refektorium des Stiftes

beitern unseres Stiftes fand, traditionsgemäß im Anschluss an die heilige Messe, im Refektorium statt. In seiner Ansprache bedankte sich Abt Raimund im Namen des Konventes für die christliche Zusammenarbeit während des Jahres. „Hier wohnen Christen“, auch bei der Arbeit soll dieser Gedanke im Zentrum des Handelns stehen. „Es gelingt uns nicht

Im Namen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedankte sich Verwalter Rudi Mair für die Einladung, das entgegengebrachte Vertrauen und den gegenseitigen Respekt. Johann Illmer, Georg Gleinser und Rosina Kammerlander sprach er ein besonderes „Vergelt´s Gott“ für die wunderbare Zubereitung der Speisen aus!

Rorate in der Stiftskirche Der Hauskonvent, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim gemeinsamen, morgendlichen Gebet am 7. Dezember 2011

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ACTIO

Die Restaurierung der Chorkapelle Am 15. Dezember 2011 durften wir - nach einer umfassenden Restaurierung und Neugestaltung wieder in das Herzstück unserer täglichen Gebete, die Chorkapelle, einziehen.

Die bis zum Gewölbe abgräumte Chorkapelle

Norbert liefert das neue Chorgestühl

Millimeterarbeit

Die Wiltener-Chorherren sollen sich beim Gebet „zu Hause fühlen“. Um das Gesamtkonzept und den Entwurf des Architekturbüros klaszkleeberger erfolgreich umsetzen zu können, waren viele Arbeitsstunden und zahlreiche Helfer nötig. Entstanden ist ein wunderbarer sakraler Raum zur Ehre Gottes, der in seiner Klarheit die Seelen der darin Betenden „innerlich erhebt“. Die vom Bildhauer Josef Hamberger, dem Glaskünstler Rudolf Gritsch und Stiftstischler Norbert Kinzner ausgeführten Ele-

mente der Kapelle - und deren Symbolik - stellen wir in der kommenden Stift Wilten aktuell-Ausgabe detailliert vor.

Tabernakel, Ambo und

Teamarbeit ist gefragt

Leuchter der Chorkapelle


CONTEMPLATIO

Einmal Prémontré und zurück Ein spiritueller Reiseführer durch den Orden der Prämonstratenser - Teil 9.

Aus dem Dunkel zum Licht Christi ...

Seht das Lamm Gottes

Nimm und lies ...

v.l.n.r.: Georg Eigentler, Franz Niederhauser und Norbert Kinzner betrachten mit Abt Raimund die fertiggestellte Krippe 12

Stift Wilten Aktuell

Die neue Krippe für die Stiftskirche Wilten Auf dich hin, o Herr, hast du uns erschaffen und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir. (Augustinus v. Hippo, Conf.I,1) Das Weihnachtsgeheimnis – kurz „Gott wird Mensch“ – berührt wie wohl kein anderes Glaubensdogma die Herzen der Menschen, nicht nur praktizierender Christen. Beschreibt es doch das Wesen des Christentums als einzigartig gegenüber allen anderen Religionen und esoterischen Entwürfen: Nicht als Methode oder „Technik“, wie der Mensch zu Gott komme, im Gegenteil: Gott kommt uns entgegen, noch vor all dem, was wir an religiöser Leistung vollbringen können. Und Gott kommt ganz einfach: In Liebe, wehrlos, machtlos, als kleines Kind in der Fremde, in der Armut eines Viehstalles. Seit Franz von Assisi zu Weihnachten 1223 in Greccio/Umbrien für die einfachen Leute diese Szene mit lebenden Figuren nachspielen ließ, haben die Christen nicht aufgehört, dieses heilige Geschehen in allen Weltgegenden und Kulturen und mit allen Materialien dieser Welt szenisch darzustellen: Von der prachtvoll gefassten alpenländischen Barockkrippe bis zu den aus Brotteig gekneteten Figuren im Gefangenenlager. Unser Ordensgründer, der heilige Norbert von Xanten (+1134), hat in der Heiligen Nacht 1121 mit seinen ersten Gefährten die Ordensgelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams abgelegt – Geburtsstunde des Prämonstratenserordens. Vor der Krippe erneuern wir jedes Jahr in feierlicher Form unsere Ordensgelübde. Norbert selbst hat keine Ordensregel verfasst, sondern die des heiligen Augustinus (+ 430) übernommen. Die Geburtsstunde unseres Ordens in der Nacht zum Geburtsfest des Herrn ist uns Prämonstratensern ein wichtiges Symbol und hat uns bewogen, den akademischen Bildhauer Georg Eigentler mit dem Auftrag einer „Norbertus- und Augustinuskrippe“ für

unsere Stiftskirche zu betrauen, Stiftstischler Norbert Kinzner hat den Aufbau hergestellt und Restaurator Franz Niederhauser hat sie gefasst und vergoldet. Die auf fünf - die fünf Bücher Mose des Alten Testaments - und vier Säulen - die vier Evangelien des Neuen Testaments - ruhende Grundplatte bildet das „unruhige Herz“, darüber als Pendant die frei schwebende, tanzende Lichtgestalt des Verkündigungsengels. Gottes unbegreifliche Liebe bedient sich der inneren Unruhe des suchenden Menschen. Maria, die „Neue Eva“ mit dem „hörenden Herzen“, sagt ja zum Willen und Auftrag Gottes. Sie ist Urbild des von Gott beschenkten, des empfangenden Menschen. Ein Kardiogramm ziert als umlaufendes Fries die Basis und unterstreicht den unerschöpflich liebevollen Herzschlag Gottes für uns Menschen. Staffage: Attribut des heiligen Norbert ist seit der Barockzeit die Monstranz, jenes meist kunstvoll mit Strahlen verzierte, goldene Gefäß zum Zeigen der konsekrierten Hostie. Die ganze Krippe ist als große Monstranz gestaltet, als kostbares Gefäß, das Christus zeigt. Immer wieder bestimmt die Herz-Form liebevoll die Details: Im Flügelschlag der Heilig-Geisttaube, in der Grundform der Gestalt Mariens und Josefs, in den Blättern der Lilie, im aufgeschlagenen Buch des heiligen Augustinus. Durch ein Portal in romanischer Bauform tritt das heilige Geschehen dem Betrachter entgegen. Eines der Kapitelle ziert – ebenfalls in Herzform – die Darstellung von Adam und Eva. Die ur-menschliche (wenn auch immer unvollkommene) Liebe ist der Ort, wo Gottes (vollkommene) Liebe zum Vorschein kommt, sich ereignet. Im Halbdunkel erscheint ein stürzendes Pferd. Die Szene nimmt Bezug auf Norberts Lebens- und Bekehrungsgeschichte: Den strahlenden Fürstensohn, wohlhabenden Pfründenempfänger und noblen Chorherren am Xantener St. Viktorstift, wirft ein


CONTEMPLATIO Blitz vom „hohen Ross“. Auf diese Nahtoderfahrung hin ändert Norbert – ähnlich wie Franz v. Assisi – radikal sein Leben. Er bekehrt sich, wendet sich ganz Christus, dem Licht, zu und beginnt „ganz“ zu werden. Norberts Leben ist „aufgeblättert“ und so werden seine Sünden und Fehler gleichsam zum Strahlenkranz der Monstranz. Das Dunkel wird zum Baustoff, aus dem Gott das Licht erschafft. Norbert gegenüber der heilige Augustinus, Regelvater unseres Ordens. Der große Kirchenlehrer mit dem Buch in der Hand sagt dem Betrachter: Nimm und lies! Tief in seinen Mantel gehüllt, erscheint er – von der Seite betrachtet – „kopflos“. Er, der große „verkopfte“ Philosoph, der sich im Garten seines Freundes Alypius zu Mailand von der Engelsstimme zum Lesen der Heiligen Schrift bekehrt, wird Theologe, Gottesgelehrter, aber nicht Lese-Meister, sondern Lebe-Meister, wie der mittelalterliche Mystiker Meister Eckhart es ausdrückt. Augustinus wird selbst total Liebender, ganz und gar Herz. Zentrale Gestalt des Geschehens ist freilich das Jesuskind, wie ein Embryo eingebettet in die Liebe seiner Eltern Josef und Maria, zugleich die „Hostie“ inmitten der großen Monstranz. Josef mit dem blühenden Aaronstab – Zeichen priesterlicher Erwählung – und Maria mit der Lilie der Verfügbarkeit für den Willen Gottes umgeben das Jesuskind mit menschlicher Zärtlichkeit und Wärme. Unterhalb des Christkindes der Johannesknabe, Vorläufer Christi, Rufer in der Wüste. Sein Fest feiern wir am 24. Juni („Sommerweihnacht“). Der einzige der Propheten, der den Erlöser schauen durfte: „Seht das Lamm Gottes ...“ Er trägt den leuchtenden Kreuzstab – Symbol der Erlösung – in der Hand und mahnt die Menschen zu Buße und Versöhnung. Zu keiner Zeit hat Gott aufgehört, „Menschen mit Herz“ zu suchen. Wer Christus findet, sich ihm liebend und vertrauend zuwendet, ist immer „am Puls der Zeit“, vereint den Herzschlag seines Willens, seiner Vernunft und seiner Emotionen mit dem Wollen und Heilshandeln des leben-

digen Gottes selbst: Alles Leben ist dunkel. Keiner weiß, wo er endet. Jeder sehnt sich nach Glück. Gott hat ein Herz für den Menschen: Jesus ward einer von uns. Jesus lebt’ unser Leben. Jesus trug unsre Sünden. Jesus starb unsern Tod. Gott hat ein Herz für den Menschen: Jesus ist einer von uns. Mitten in Jesu Worten, mitten in Jesu Taten schlägt dieses Herz für die Welt. Gott hat ein Herz für den Menschen: Jesus ist dieses Herz. (Aus dem „Gotteslob“, Nr. 552)

Text: Prior Florian Schomers OPraem


CONTEMPLATIO - MUSICA SACRA

Warum gibt es in Wilten keinen Isaac? Gedanken zum musikalischen Jahresprogramm 2012. Im digitalen Zeitalter tut hin und wieder ein Besuch in realen Bibliotheken gut. Ein einziger Raum einer gut sortierten Musikbibliothek, vorzugsweise der mit den Gesamtausgaben, reicht völlig aus, um sich wieder einmal vor Augen zu führen, welche Fülle an großen Kompositionen uns zur Verfügung steht. Das klassische Stöbern in Bibliotheken und Archiven sowie selbstverständlich in online zugänglichen Quel-

weihte vielleicht ahnen können, von Johannes Giesinger. Er ist nicht nur ein hervorragender Posaunist und als solcher der Musica sacra Wilthinensis auch organisatorisch immer wieder hilfreich, er ist auch ein vorzüglicher Literaturkenner. Gespräche mit ihm und anderen Kollegen sind mir umso willkommener, je mehr sie neben der rein musikalischen Frage den liturgischen Kontext berücksichtigen. Übrigens, gegen

Text: Norbert Matsch Stiftskapellmeister

Die Capella Wilthinensis bei der „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart in der Stiftskirche

len steht am Beginn eines jeden Jahresprogrammes. Interessanterweise tragen aber auch kollegiale Tipps, Anfragen, ja mitunter sogar leichte Vorwürfe wie etwa „warum gibt´s in Wilten keinen Isaac?“ wesentlich zu meinen Programmen bei. Das hat man sich allerdings weniger wie ein Wunschkonzert vorzustellen, sondern vielmehr als befruchtenden kollegialen Diskurs. Die Frage nach Isaac kam, wie EingeChorus und Capella in der Basilika

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Stift Wilten Aktuell

Isaac gibt es selbstverständlich kein Argument, vielmehr ist er in Innsbruck freudige Verpflichtung – auch so kann ein Teil des Programmes entstehen. Natürlich spiegeln sich persönliche Vorlieben in einem Jahresprogramm wider, so brauche ich beispielsweise kein Jubiläumsjahr oder sonst einen äußeren Anlass, um Musik von Anton Bruckner zu programmieren. Und die immer wiederkehrende frühbarocke österreichische Schola Gregoriana Wilthinensis


CONTEMPLATIO - MUSICA SACRA Musik ist mir ebenso ein Herzensanliegen wie die Komponisten des 20. Jahrhunderts von Lechthaler über Koch und Heiller bis Planyavsky und Estermann. Ja allein die subjektive Schönheit vieler Kompositionen würde schon ausreichen, um noch viele interessante Programme zu erstellen. Dennoch wurde mir ein bereits kurz erwähnter Aspekt in letzter Zeit immer wichtiger. Nahezu alle kirchenmusikalischen Werke wurden ursprünglich für eine andere Form des Ritus, nämlich vor dem 2. Vatikanum, komponiert. Sie in die heutige Liturgie organisch zu integrieren ist eine wunderbare Aufgabe. Dabei jedoch die Stimmung des vorzubereitenden Gottesdienstes bereits voraus zu ahnen, nimmt in meiner Arbeit mittlerweile breiten Raum ein. Im Optimalfall kann das zu wunderbaren gottesdienstlichen Erlebnissen führen. Jedoch gibt es trotz sorgfältiger Planung auch Situationen während einer Feier, bei denen ich selbst spüre, dass es anders besser gewesen wäre. Solche Situationen zu vermeiden und besondere Momente im Voraus zu ahnen - das ist es, was mich in der Planungsphase besonders motiviert. Mancher wird berechtigt einwenden, dass zu viel Planung solch besondere Momente eher verhindert als sie zu fördern, und zugegebenermaßen kann manchmal ganz simple, vielleicht sogar nur mäßig ausgeführte Musik im Augenblick bei der feiernden Gemeinde tiefen Eindruck hinterlassen und sie in

ihrer Spiritualität stärken. Musiker, gleich welcher Ausrichtung, berichten, dass sie während des Musizierens emotionale Erlebnisse haben, die sie fast süchtig machen. Das ist bei uns Kirchenmusikern nicht anders, und trotzdem glaube ich, dass die Kirchenmusik in diesem Zusammenhang eine Besonderheit darstellt. Unsere Musik ist kein Selbstzweck; das viel zitierte „zur Ehre Gottes und zur Erbauung der Gläubigen“ muss unser Antrieb sein. Es führt aber auch dazu, dass wir uns einerseits an der reinen Musik freuen dürfen und andererseits an der Musik als integrierenden Teil der Liturgie. Wenn das auch nur einmal gelingt, ist es ein Erlebnis, das man unbedingt wieder und wieder haben will. Es ließen sich zahlreiche Seiten füllen mit Erklärungen, warum ich diese und jene Musik für 2012 ausgewählt habe; warum das großartige, quasi nie gespielte Requiem von Koch, warum die Messe von Krenek und warum wieder die Krönungsmesse und wieso den Passionskantatenzyklus „Membra Jesu nostri“ von Buxtehude, warum Palestrina, Monteverdi, Schütz, Scarlatti, Händel…? Die Erklärung ist einfach – weil ich von all dieser Musik zutiefst überzeugt bin, weil, wie erwähnt, kluge Köpfe vernünftige Vorschläge gemacht haben, und – weil ich glaube, dass diese ausgewählte Musik in der je konkreten gottesdienstlichen Situation zu einem tiefen spirituellen Erlebnis beitragen kann.

Kurt Estermann Stiftsorganist

Besuch aus Völs Die Konventmesse am 2. Adventsonntag, den 4. Dezember 2011, wurde vom Kirchenchor Völs gestaltet. Der Kirchenchor aus unserer Stiftspfarre wird von Richard Saxer, einem ehemaligen Wiltener Sängerknaben, geleitet. An der Chororgel spielte Hans Thalhammer. Stiftsorganist Kurt Estermann spielte an der Festorgel Werke von Peter Planyavsky und Samuel Scheidt. Der Kirchenchor Völs mit Abt Schreier und Stiftskapellmeister Matsch


CONTEMPLATIO

Christian Wegscheider im Interview Im Musikarchiv des Stiftes Wilten finden wir den Namen Christian Wegscheider erstmals auf der Besetzungsliste für den Jahresabschlussgottesdienst am 31. Dezember 2005. Seitdem ist der Bassist ein hochgeschätztes Mitglied der Capella Wilthinensis.

Christian Wegscheider

Herr Wegscheider, wie sind Sie zum Singen gekommen, waren Sie bereits als Kind ein außergewöhnlich guter Sänger? Meine Mama stammt aus einer sehr musikalischen Familie in Hötting. Sie und drei Ihrer fünf Brüder leiteten in meiner Kindheit unterschiedliche Chöre. Bei den Familientreffen - beim Moser-Opa in der Höhenstraße – haben die zahlreichen Cousinen und Cousins mit meiner Schwester und mir oft musiziert. Der Höhepunkt für uns Kinder war aber immer, wenn unser Opa mit meinen Eltern, den Tanten und Onkeln gesungen hat. Welche Lieder wurden dabei gesungen? Sehr oft Volkslieder, später einfache Madrigale. Dadurch sind wir Kinder mit dem Singen in Berührung gekommen. 16

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Ist Ihre Musikalität also aus der Familie heraus gewachsen? Eigentlich schon, ja. Mama und Papa sind musikalisch, er hat sich aber immer schon mehr für das Theater engagiert. Mit welchen Chören arbeiteten damals Ihre Mama und Ihre Onkel? Meine Mama leitete damals den Kolping-Chor in Hall in Tirol. Mein Onkel Siggi führte die Chorgemeinschaft Hötting, Onkel Helmut einen Chor in Mils und Onkel Elmar einen in Oberndorf bei Kitzbühel. Es fanden sogar „Moser-Chöre-Treffen“ statt. Die waren oft recht lustig! Welche Rolle haben Sie bei diesen Treffen schon gespielt? Ich habe mit fünfzehn Jahren begonnen bei meiner Mama im Chor mitzusingen. Da bin ich dann erstmals auch zu Gesangsproben gegangen. Hatten Sie besonders prägende Erlebnisse auf Ihrem Weg zum anerkannten Bassisten? Beim Tiroler Sängerbund gab es damals einen einzigen Stimmbildner, den Josef Oberwalder. Der sagte zu mir, „wenn Du in meiner Nähe wohnen würdest, würde ich Dich zur Stimmbildung zwingen.“ Mit 18 Jahren habe ich dann wirklich bei Anni Aichner in der Musikschule Innsbruck angefangen meine Stimme weiterzuentwickeln. Nach Abschluss der beruflichen Ausbildung an der Pädagogischen Akademie in Innsbruck führte mich meine erste Lehrverpflichtung für drei Jahre in die Wildschönau. Parallel dazu sang ich zuerst im Vokalensemble „Stimmen“ unter der Leitung von Johannes Stecher, spä-

ter dann bei „Sol-sol-la-sol“, unter der Leitung von Howard Arman. Das erste Engagement im Ausland hatte ich dann 1990 – gemeinsam mit meinen jetzigen Capella-Kolleginnen Ursula Wykypiel und Ursula Sandbichler – für „Alcina“ von Händel in Bad Lauchstädt. Wohin führte Sie der nächste Schritt auf der gesanglichen Leiter? Mit bereits 31 Jahren stellte ich mich – aus einer inneren Unzufriedenheit heraus – der Aufnahmeprüfung am Konservatorium in Innsbruck. Dort war Karl Heinz Hanser mein Lehrer. Er hat mir damals unglaublich weitergeholfen! War er Ihr wichtigster Lehrer? Bei Hanser habe ich gelernt, was es heißt zu singen, wie viel Disziplin zum Singen nötig ist, und was es heißt technisch gut zu arbeiten. Gibt es ein Ensemble zu dem Sie eine besondere Beziehung haben? 1996 gründete Gabi Enser „Mir Vier“. Gemeinsam mit Siggi Haider, Martin Lindenthal und mir singen wir a Cappella. Es war für mich eine besondere Herausforderung den Schritt „weg vom Notensingen“ zu gehen und „offen“ zu singen. Zuerst habe ich mich damit schwer getan, wir sind ja vier verschiedene Typen, aber es funktionierte und funktioniert sehr gut – und macht nach wie vor große Freude. Als ausgebildeter Musikpädagoge unterrichten Sie an der Hauptschule in Matrei am Brenner. Singen die Kinder eigentlich noch gerne? Für viele ist das Singen nach wie vor ein Grundbedürfnis. Im letzten Jahr sangen 120 Schülerinnen und Schüler projektbezogen in einem


CONTEMPLATIO Chor. Dabei haben alle gerne und mit Begeisterung gesungen. Singen die Schüler alle Lieder von Lady Gaga, oder kennen sie auch Volkslieder? Volkslieder kennen sie wenige, zuerst murren sie, aber dann finden sie es super diese zu singen, egal ob „Maria durch den Dornwald ging“ oder „Es wird schon glei dumpa“. Wie vermitteln Sie den Kindern und Jugendlichen die Freude am Singen? Zusätzlich zu meiner Basisausbildung besuche ich derzeit - aus eigenem Interesse - den zweijährigen „Lehrgang für Kinder- und Jugendchorleitung“ am Mozarteum in Salzburg in Zusammenarbeit mit den Wiener Sängerknaben. Im Bezug auf das Singen mit Chören prägt mich dieser Lehrgang außerordentlich. Von phantastischen Lehrerinnen und Lehrern darf ich unendlich Wertvolles lernen. Das Wunderbare dabei ist, je mehr meines neu erworbenen Wissens ich in der Praxis anwende, desto lieber singen die Kinder und Jugendlichen. Konnten Sie die Freude an der Musik auch an Ihre eigenen Kinder weitergeben? Katharina, unsere ältere Tochter ist zwölf Jahre, und spielt seit mehr als sieben Jahren Geige. Johanna, die jüngere Tochter mit neun Jahren, spielt seit fünf Jahren Cello. Meine Frau Claudia unterrichtet an der Musikvolksschule Allerheiligen, sie spielt Querflöte und Gitarre. Spielen Sie selber auch ein Instrument? Schon als kleiner Bub in Hall in Tirol hatte ich einen klaren Berufswunsch: Ich wollte „Speckbacher“ werden. Mit der Klarinette war ich dann acht Jahre lang stolzes Mitglied der Haller Musikkapelle. Zum 40. Geburtstag erhielt ich einen Kontrabass geschenkt, mein

spielerisches Können reicht derzeit aber nur für Begleitungen. Wen begleiten Sie mit dem Kontrabass, gibt es vielleicht schon eine Wegscheider–Hausmusik? Bei Geburtstagen der Eltern spielt die Familie meiner Schwester mit uns. Die Nichte mit der Geige, der Neffe mit dem Hackbrett, die Schwester mit der Harfe und – je nachdem wer von den beiden Geburtstag hat – Mama oder Papa mit der Ziehharmonika. Haben Sie schon einmal daran gedacht eigene Werke zu komponieren? Neben Volksmusikstücken und Kinderliedern hatte ich auch die Gelegenheit Theatermusik für „Volpone“ der Burgschauspiele Hall zu schreiben. Das Komponieren macht mir Freude, ich würde es auch gerne öfter tun, bin mir aber bewusst, dass ich mich dafür unbedingt weiterbilden müsste, derzeit habe ich noch das Gefühl mir fehlt etwas. Sie sind seit Ende 2005 musikalisch in Wilten tätig. Wieso denken Sie, ist es für Menschen wertvoll an einem Gottesdienst in der Stiftskirche oder in der Basilika teilzunehmen? Mich persönlich beeindruckt – unabhängig von der musikalischen Gestaltung – die Feierlichkeit mit der in Wilten Eucharistie zelebriert wird. Musikalisch ist die Vielfalt in der Programmierung des Kirchenjahres und die sensible Abstimmung auf das jeweils zu feiernde Fest besonders hervorzuheben. Ich kann nur allen Chorleiterinnen und Chorleiter empfehlen eine heilige Messe zu besuchen, um das eigene Chor-Repertoire zu erweitern. Die sehr schöne Brahms-Messe oder den Komponisten Josef Lechthaler kannte ich vor meiner Zeit in Wilten nicht. Wie meistern Sie die zahlreichen musikalischen Herausforderungen?

Ich bin sehr empfindlich, mit wem ich arbeite. Ich empfinde es als Privileg in Wilten mit einer gewachsenen Gruppe zusammenarbeiten zu können, die meines Erachtens sehr bewusst ausgewählt ist und deren Mitglieder sich gegenseitig schätzen. Auch klare Grundsätze, wie zum Beispiel eben nicht bereits nach dem Agnus Dei als Sänger die Kirche zu verlassen, gehören dazu. Vor kurzem hatte ich ein besonders schönes Erlebnis beim Lehrgang in Salzburg. Es ist für mich ein gutes Beispiel für das positive Ausstrahlen des in Wilten gesungenen Repertoires. Einer Kollegin erzählte ich – offensichtlich begeistert - von der Aufführung der „Missa festivalis e brevis“ Gregor Joseph Werners am 15. August in der Basilika. Vom Vorgänger Haydns als Kapellmeister des Fürsten Esterházy hatte ich - bis zu dem Zeitpunkt als mich Stiftskapellmeister Norbert Matsch dazu informierte - noch nie etwas gehört. Meine Kollegin, die mit Markus Landerer, dem Domkapellmeister am Stephansdom in Wien befreundet ist, leitete meinen Bericht weiter, was dazu führte, das er diese Messe sehr wahrscheinlich nun auch zur Aufführung bringen wird. Eine abschließende Frage. Welchen persönlichen Stellenwert hat für Sie die Arbeit in Wilten? Die Musica Sacra in Wilten hat sich für mich zu einer Herzensangelegenheit entwickelt und tut der Seele gut. Herzlichen Dank für das Gespräch. Zur Person: Christian Wegscheider ist in Hall in Tirol aufgewachsen. Mit seiner Frau Claudia und den beiden Töchtern Katharina und Johanna lebt er heute in Innsbruck.

Stift Wilten Aktuell

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COMMUNIO

Jugendvesper unter neuer Leitung Am 10. Oktober 2011 startete im St. Bartlmäkirchlein - unter der neuen Leitung von D. Maximilian - das neue JUVE-Jahr. Zu Beginn der Jugendvesper bedankte sich Abt Raimund bei D. Johannes für die geleistete Arbeit in den vergangenen Jahren! Er bat die anwesenden Jugendlichen den

jetzigen JUVE-Verantwortlichen, D. Maximilian, mit Freude und Begeisterung tatkräftig zu unterstützen. D. Maximilan wählte als Jahresmotto „Glaub-Würdig-Bleiben“. Die

D. Maximilian Thaler bei der JUVE

„Glaub-Würdig-Bleiben“ im Bartlmäkirchlein

Themen „Glaube, Hoffnung und Liebe“ werden den Jugendlichen in diesem Jahr immer wieder begegnen. Die erste JUVE im neuen Jahr findet am 9. Jänner 2012 um 19.30 Uhr in St. Bartlmä statt.

Jesus in der Eucharistie nahe sein Ministrantenstunde im Stift Wilten.

Die Minis mit D. Johannes Hohenwarter in der Stiftskirche 18

Stift Wilten Aktuell

Gemeinsam mit den Oberministranten bereitet D. Johannes Hohenwarter die neuen Minis für ihren wichtigen Dienst in der Kirche vor. Bei der Internationalen Ministrantenwallfahrt 2006, in Rom sagte Papst Benedikt XVI. „Liebe Ministranten, ihr seid Jesus in der Eucharistie sehr nahe, und sie ist das bedeutendste Zeichen seiner Freundschaft zu euch“. Wir freuen uns über die Bereitschaft der jungen Menschen, sich für die Pfarrgemeinde beim Gottesdienst am Altar einzubringen. „Ministrant“ - kommt von: lat. „ministrare“ und das heißt: „dienen“.


COMMUNIO

Ausflug zum Klosterberg Säben Am 12. November besuchte die Schola Gregoriana Wilthinensis die historische Anlage in Südtirol. Nach einem ersten Zwischenstop in Brixen, wo die Teilnehmer der Fahrt vom zufällig getroffenen, emeritierten Domdekan, Kanonikus Messner über historische Zusammenhänge zwischen Brixen, Säben und Wilten informiert wurden, und das Grab Oswald von Wolkensteins besuchten, ging es „per pedes“ auf den Klosterberg. Als Höhepunkt der Besichtigung konnte die Schola am Grab des heiligen Ingenuin den Introitus seines Heiligenfestes singen. Als „Belohnung“ gab es noch Kaffe und Kuchen in Klausen, bevor die Heimreise angetreten wurde.

Die Schola in der Klosteranlage Säben

Nacht der 1000 Lichter Mit großem Engagement gestalteten die Jugendleiter, Jugendgruppen und Pfarrgruppen Lichtwege und Lichträume in den Stiftspfarren Pradl, Rinn und Völs. Die Abendstunden vor Allerheiligen wurden - bereits zum sechsten Mal - in ein mystisches Licht getaucht. Kurze geistliche Impulse, musika-

lische Akzente oder einfach ein stiller, lichterfüllter Raum luden zu besonderen, tiefen, spirituellen Erfahrungen ein.

Der Jugendchor Pradl Pfarrkirche Rinn

Leuchtende Kerzen und Kinderaugen Pfarrkirche Pradl

Pfarrgarten Völs


COMMUNIO

Herbsttagungen der männlichen Orden Im November fand in Wien die Generalversammlung der Österreichischen und in Innsbruck das Herbsttreffen der Tiroler Superiorenkonferenz statt. Im Kardinal-König-Haus in Wien hielt P. Bernhard Eckerstorfer OSB aus dem Benediktinerkloster Kremsmünster, am 21. November einen sehr bemerkenswerten Vortrag zum Thema „Aufnahme und Begleitung junger Ordensleute“. Mit Blick auf die Nachwuchssorgen in Ordensge-

meinschaften appelierte er für das Einrichten eines „jugendlichen Vorfeldes“ und „durchlässige Formen“ des Ordenslebens. Generell betonte P. Eckerstorfer, seien junge Menschen „bereit, sich einzusetzen und loszustürmen“. Sie müßten dabei aber von

Die Herbsttagung der Tiroler Superiorenkonferenz im Jesuitenkolleg Innsbruck

der Gemeinschaft „gefördert und gefordert“ werden. Abschließend meinte er: „Das persönliche Beispiel zählt“. Es sei wichtig, dass die Gemeinschaft „das vorlebt, was sie vom Nachwuchs erwartet“. Beim Treffen am 28. November im Innsbrucker Ausbildungszentrum des Jesuitenkollegs gab es nach einführenden Statements von Generalvikar Jakob Bürgler, Seelsorgeamtsleiterin Elisabeth Rathgeb und Dekan Stanislaus Majewski einen regen Erfahrungsaustausch zum Thema „Pfarrliche und kategoriale Seelsorge. Zueinander von Diözese und Orden in den Seelsorgeräumen“. P. Antonio Sagardoy OCD sieht eine zentrale Herausforderung darin, einerseits pfarrliche Aufgaben zu übernehmen und andererseits die charismatischen Sendungen nicht zu vernachlässigen.

„Der Liebe in allem ihren Vorzug einräumen …“ Einübungen im Christentum - Glaubenskurs unter der Leitung von Prof. Dr. Roman A. Siebenrock in der Fastenzeit 2012 im Stift Wilten. 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr Fünf Termine am Dienstag: 28. Feber, 6. März,13. März, 20. März und 27. März 2012 Im Ausgang von der Installation „Ecce homo“ - des Künstlers Lois Anvidalfarei - vor der Wiltener Stiftskirche und dem Weg der Liturgie in der Fastenzeit möchte der Glaubenskurs fünf Einübungen im Christentum wagen. Soll dies gelingen, dann wird es unverzichtbar, dass wir alle einerseits unser Leben und unsere Erfahrungen einbringen, andererseits uns auch öffnen für die Verkündigung der Kirche in ihrer Liturgie und Lehre. Folgender Dreischritt legt sich deshalb an den einzelnen Abenden nahe: Hören auf das Wort der Heiligen Schrift; dem eigenen

Leben nachspüren und auf meine innere Stimme hören; aufmerksam werden für andere Erfahrungen in der Gruppe und in der Lehr- und Verkündigungstradition der Kirche. Dass dieser Prozess in der ganzen Fastenzeit nachklingen soll und auf je eigene Weise in mir Raum gewinnen darf, wäre sehr schön. Der Glaubenskurs möchte dazu ermutigen, das eigene Leben mystisch zu lesen, diese Glaubenserfahrung frei mit der Gruppe zu teilen und neugierig zu werden, auf die Feier- und Lehrverkündigung der Kirche. Die Themen der Liturgie

der Fastensonntage sind die Themen der darauf folgenden Treffen. Eine nähere Orientierung mit kleinen Hilfestellungen wird allen TeilnehmerInnen vorab zur Verfügung gestellt. Der Leiter ist der Überzeugung, dass der christliche Glaube zutiefst mystisch aus der Beziehung zum liebenden Geheimnis Gottes lebt und deshalb sich als heilend, therapeutisch und erlösend in meinem Leben erweist. Wir laden Sie schon heute sehr herzlich zur Teilnahme ein.


COMMUNIO

Leb, weiß nit wie lang, ... Am Allerseelensonntag, den 6. November 2011 fand das Totengedenken am Tummelplatz statt.

Gräbersegnung am Tummelplatz

... sterb, weiß nit wann, geh, weiß nit wohin, mich wundert, dass ich frehlich bin.“ In seiner Ansprache am Innsbrucker Tummelplatz, dieser Erinnerungsstätte an viele Tote und Gefallene, erinnnerte Abt RaimundSchreier die Gläubigen daran, dass wir Christen davon überzeugt sind, nach dem Tod dem großen Liebenden begegnen zu dürfen. „Wir wissen, dass unser Glaube uns einen frohen Blick werfen lässt auf den Tod, und uns die Kraft gibt, ruhig und gelassen weiterzugehen auf unserem Lebensweg.“

Besuch der Nachbarn

Glockenweihe

Der Norbertisaal war Ausgangspunkt einer Stiftsführung für die

Soziale Unterstützung aus Tirol

neu angekommenen Studierenden des Tourismuskolleg Innsbruck.

in der Region Tashir.

Abt Raimund führte die Gäste auch in die Stiftskirche und die Bibliothek

Im Norbertisaal werden nach einer zweijährigen Ausbildung die Diplome feierlich an die erfolgreichen Absolventen überreicht. Der Saal symbolisiert somit auch das angestrebte „Ziel“ des Lernens. Durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Schulleiter Mag.

Christian Grote und seinem Team, hatten die Studenten erstmals die Möglichkeit Räumlichkeiten „ihrer neuen Nachbarn“ - bereits vor der Diplomfeier - kennenzulernen. Seit 1990 ist das Kolleg in den Räumlichkeiten des ehemaligen Norbertinums untergebracht.

Im Zuge einer Armenien-Rundreise besuchte Bischof Manfred Scheuer die Region Tashir. In diesem Teil Armeniens, der überwiegend armenisch-katholisch ist, engagiert sich die Caritas Tirol mit Partnern in mehreren gemeinsamen Projekten. Mit Ortspfarrer P. Josef Grigor, in der Hauskapelle eines neu gegründeten Schülerhortes, weihte der Bischof eine Grassmayr-Glocke. Dieses Geschenk vom Stift Wilten wird in wenigen Monaten die Menschen in der derzeit im Bau befindlichen Kirche zum Gottesdienst rufen. Stift Wilten Aktuell

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COMMUNIO

Olivenöl aus Taybeh in Palästina Wirksame Unterstützung für die Christen im Heiligen Land.

Ing. Engelbert Pfurtscheller

Taybeh - das biblische Ephraim - ist eine Ortschaft in den Palästinensischen Autonomiegebieten, 14 Kilometer nordöstlich von Ramallah gelegen. Dieses Dorf ist heute der einzige, fast ausschließlich christliche Ort im Heiligen Land. Die drei Gemeinden - die griechisch-orthodoxe, die griechisch-katholische und die römisch-katholische - halten zu Ostern und Weihnachten gemeinsame Andachten ab, und arbeiten aktiv in lokalen Projekten mit. Der Ritterorden vom Heiligen Grab hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Christen im Heiligen Land direkt zu unterstützen. Gerade zur Weihnachtszeit werden Oliven-

Weihnachtsmarke St. Quirin Auch 2011 hat Altbischof Reinhold Stecher wieder eine Sondermarke für die Österreichische Post gestaltet. Bereits zum fünften Mal griff der engagierte Hobbymaler dafür zu Pinsel und Palette und schuf jenes Bild, das die diesjährige Advent-Marke schmückt. Es zeigt das romantische Bergkirchlein St. Quirin in der Pfarre Sellrain, welches an klaren Tagen auch von Innsbruck aus noch gut

zu sehen ist. Für Altbischof Reinhold ist die Weitsicht die Schwester der Liebe, daher erinnerte er bei der Feierstunde im Kirchlein St. Quirin - hoch über dem Talboden - an den Psalmvers 66: „Du Herr hast mich hinausgeführt in die Weite.“

Altbischof Reinhold Stecher mit den Ehrengästen der Präsentation in Sellrain

holzschnitzereien aus Betlehem und das native Olivenöl der römischkatholischen Kirchengemeinde Taybeh zum Verkauf in Österreich angeboten. Das Olivenöl aus Taybeh wird biologisch angebaut und kalt gepresst. Es zeichnet sich durch seinen niedrigen Säuregehalt und seinen einzigartigen Geschmack aus. Von einem renommierten österreichischen Labor für Lebensmitteluntersuchung wurde dem „Nativen Olivenöl extra“ ein ausgezeichnetes Qualitätszeugnis ausgestellt. Das Olivenöl ist in den Klosterläden der Stifte Wilten, Stams und Fiecht oder direkt beim Leitenden Komtur Ing. Engelbert Pfurtscheller (Mobil: 0664-2306726) das gesamte Jahr 2012 zu beziehen.

Hötting feiert 100 Jahre Pfarrkirche Am 4. Juli 1911 setzte Heinrich Schuler als Prior des Stiftes Wilten den Schlussstein in das Gewölbe der neuen Höttinger Pfarrkirche. Die Entstehung und die Geschichte der Kirche dokumentiert eine DVD von Walter Schipflinger, die im Höttinger Pfarramt zum Preis von € 15,00 erworben werden kann. Der Erlös kommt einem sozialen Projekt zugute. 20:00 Uhr - Stiftskirche Wilten

ilt


COMMUNIO

Landes- und Sortensieger 2011 Bei der 17. Schnapsprämierung der Landwirtschaftskammer Tirol, verlieh die internationale besetzte Jury den Hauptpreis in der Kategorie „Brände“ an unseren Mitarbeiter Otto Permoser.

Herzlichen Glückwunsch!

149 Betriebe mit 635 Proben haben sich bei der diesjährigen Tiroler Schnapsprämierung der Jury gestellt. Fachleute aus Österreich, Deutschland und der Schweiz nahmen in einer Blindverkostung die

Leistungen der Brenner unter die Lupe. Mit den Wiltener Stiftsschnäpsen „Obstbrand 2011, Weichselbrand 2011, Apfel/Birnen/Wacholderbrand 2011 und Apfel/

Meisterwurzbrand 2011“ konnte Otto die höchste Punkteanzahl erzielen. Gemeinsam mit Florian Kranebitter aus Inzing und Alois Springer aus Hatting erhielt er aus den Händen von Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger, Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner, Landeskapellmeister Hermann Pallhuber und LK-Fachbereichsleiter Wendelin Juen die begehrte Trophäe. Mit dem „Obstbrand Apfel/Birne/ Zwetschke 2011“ und dem „Apfel/Birnen/Wacholderbrand 2011“ kommen auch noch zwei ebenfalls prämierte Sortensieger aus der Wiltener Stiftsbrennerei. Wir gratulieren Otto Permoser ganz herzlich zu den Auszeichnungen! Sie sind auch Ausdruck für „Konsequenz, saubere Arbeit, die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen“, wie Ulrich J. Zeni, Referent für Obstverarbeitung der LK Tirol und Organisator der Tiroler Schnapsprämierung, im Rahmen der Festveranstaltung treffend ausführte.

Geschenksideen aus dem Klosterladen

XXXXXXXXXXXX

Zwei „Edle Tropfen“ aus der stiftseigenen Schnapsbrennerei gemein-

NEU - Stift Wilten Geschenksbox

Norbert von Xanten - Der Gründer des Prämonstratenserordens und seine Zeit

sam mit den dazu passenden „Himmlischen Genüssen“ der Wiltener

Das Leben und Wirken unseres Ordensgründers Norbert von Xanten -

Stiftsschokolade machen die - mit einem echten Brandstempel verse-

im Umfeld des 12. Jahrhunderts - steht im Zentrum des Buches von

hene - Holzbox zu einem individuellen, hochwertigen Geschenk.

Mitbruder Klemens H. Halder OPraem.

Im Klosterladen finden Sie auch hauseigene Produkte - wie z. B. Wiltener Stiftsschokolade, Wiltener Schnaps, Wiltener Stiftshonig - und noch vieles mehr.

Öffnungszeiten: Montag - Freitag: 8:00 - 12:00 Uhr und 14:00 - 18:00 Uhr, Samstag: 8:00 - 12:00 Uhr

Neuheiten im Sortiment finden Sie auch auf unserer Stiftshomepage: www.stift-wilten.at


Gottesdienste und Termine 24. Dezember Hochfest der Geburt des Herrn 22:30 Uhr vor der Mette in der Stiftskirche

6. Jänner 10:00 Uhr

Erscheinung des Herrn Pontifikalamt in der Basilika

Wiltener Sängerknaben

Charles-Marie Widor

Leitung, Johannes Stecher

Messe Op. 36

23:00 Uhr

Christmette in der Stiftskirche

Capella Wilthinensis

Johann Stadlmayr (1575-1648 Innsbruck)

Missa „Coelo rores“

Orgelwerke von Louise Claude Daquin

aus dem „Nouveau Livre de Noels 1735“

9. Jänner 19:30 Uhr

JUVE - „Glaub-Würdig-Bleiben“ Jugendvesper in St. Bartlmä

Capella und Chorus Wilthinensis

2. Februar 19:00 Uhr

Darstellung des Herrn Festgottesdienst in der Basilika

25. Dezember Geburt des Herrn 10:00 Uhr Pontifikalamt in der Basilika

Michael Praetorius

„Herr, nun lässest du deinen Diener

Wolfgang Amadeus Mozart

in Frieden fahren“

Missa in C KV 258

Anton Bruckner

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

„Ave Maria“ WAB 6

Pastorellen BWV 590

Felix Mendelssohn Bartholdy

Capella Wilthinensis

„Jauchzet dem Herrn, alle Welt“

18:00 Uhr

Feierliche Vesper in der Stiftskirche

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

Psalmen und Magnificat

Passacaglia BWV 582

alternatim mit dem Konvent

„Herr Gott, nun schleuß den Himmel auf“

Capella Wilthinensis,

BWV 617

Wiltener Sängerknaben

Leitung, Johannes Stecher

Gastorganist Christopher Stembridge, Wiesen

26. Dezember Hl. Stephanus Zweites Patrozinium der Stiftskirche 10:30 Uhr Hochamt in der Stiftskirche

Stiftsorganist Kurt Estermann

3. Februar 15:30 Uhr

Tag des geweihten Lebens Vesper in der Stiftskirche

Schola Gregoriana Wilthinensis

13. Februar 19:30 Uhr

JUVE - „Glaub-Würdig-Bleiben“ Jugendvesper in St. Bartlmä

31. Dezember Jahresabschlussmesse 18:00 Uhr Hochamt in der Stiftskirche

26. Februar 10:30 Uhr

1. Fastensonntag Konventmesse in der Stiftskirche

Johann Sebastian Bach

Felix Mendelssohn Bartholdy

„Gottlob! Nun geht das Jahr zu Ende“ BWV 28

„Denn er hat seinen Engeln befohlen“

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

„Hebe deine Augen auf“

„Allein Gott in der Höh sei Ehr“ BWV 676

„O könnt ich fliegen wie Tauben dahin“

„Wir Christenleut“ BWV 1090

Orgelwerke von Johann Sebastian Bach

Capella Wilthinensis

Fuge „Aus der Tiefe“ g-moll BWV 131a

23:30 Uhr

Geistliche Stunde in der Stiftskirche

Capella Wilthinensis

Orgelwerke von Louis Marchand

aus den „Piéces d´Orgue 1733“

„Te Deum“

Stiftsorganist Kurt Estermann

Proprium im Gregorianischen Choral

Orgelwerke von Olivier Messiaen

aus dem Orgelzyklus „La Nativité du Seigneur“

Gottesdienste in der Stiftskirche Wilten Montag bis Donnerstag 6:30 Uhr Heilige Messe Montag bis Sonntag (außer Freitag) 18:00 Uhr Vesper Sonn- und Feiertage 10:30 Uhr Konventmesse

Das Jahresprogramm 2012 der Musica Sacra Wilthinensis ist in gedruckter Form und auf der Stift Wilten-homepage (www.stift-wilten.at/Musik/Musikprogramm 2012) verfügbar.

Stift Wilten aktuell - Weihnachten 2011  

Magazin für Mitbrüder & Freunde des Pämonstratenser-Chorherrenstiftes Wilten

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