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you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ ls -al total 88 drwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys

3 2008 init

drwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys 48 2008 image lrwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys 10 2008 KURZWEIL ->/schmalzriedt/sierk/text/KurzweilRay lrwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys 10 2008 FOERSTER ->/schmalzriedt/sierk/text/FoersterHeinzVon lrwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys

8 2008 HOUELEBECQ ->/schmalzriedt/sierk/text/HouellebecqMichel

drwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys

5 2008 program

drwxr-xr-x 3 schmalzriedt.sierk sys

1 2008 etc

you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ cd _





you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ tail -f env 2000

NOTE

[bill joys]

warum die zukunft uns nicht braucht

2000

WARN

[bill joys]

mensch nicht mehr notwendig

at: joys.bill.construction.WhyTheFutureDoesNotNeedUs. MESSAGE: mensch schafft eine welt, in der technologie den takt vor gibt ** BEGIN NESTED EXCEPTION ** at: darwin.charles.construction.Evolution MESSAGE: der mensch übernimmt die evolution, dies hat zur folge, dass er sich selbst auslöscht (?) ** END NESTED EXEPTION **

1925-1935 NOTE [physics] quantenmechanik 1925-1935 WARN [physics] welle-teilchen-dualismus, der beobachter ** BEGIN NESTED EXCEPTION ** at foerster.heinzVon.construction.reality MESSAGE: wir sehen nicht, was wir nicht sehen ** END NESTED EXEPTION **

1976 NOTE [richard dawkins] das egoistische gen 1976 WARN [richard dawkins] der mensch ist eine überlebensmaschine für gene ** BEGIN NESTED EXCEPTION ** at foerster.heinzVon.construction.particle MESSAGE: teilchen sind erfindungen, lücken in der theorie ** END NESTED EXEPTION **

^C





you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ init 5


2008 layers 002


2008 evo 001


2008 robo 001; 2008 robo 002


2008 ohne titel


2008 layers 005


2008 flokati-action


2008 zungen 005; 2008 zungen 006


2008 teilchen/form 003


2008 layers 003; 2008 layers 004


2008 layers 001


2008 ohne titel


2008 teilchen/form 001; 2008 teilchen/form 002


2008 zungen 004


2008 zungen 002; 2008 zungen 003


2008 replikatoren 002


2008 replikatoren 001


2008 kรถrper/form 001


2008 kรถrper/form 002


2008 blackbox, kรถrper/teilchen


2008 kรถrper 001


2008 kรถrper 002; 2008 kรถrper 003


2008 kรถrper 004


2008 blackbox/bodyremix 002


2008 blackbox/bodyremix 001


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you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ tail -f env 1641

QUOTE

[RenĂŠ Descartes]

Ich denke, also bin ich.

^C you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ cat KURZWEIL


package schmalzriedt.sierk.text; /** * Ray Kurzweil, 51 Jahre alt, ist Sohn jüdischer Emigranten aus Wien. Seit seinem Studium der * Computerwissenschaften und Literatur am MIT (Massachusetts Institute of Technology) * arbeitet er als Wissenschaftler, erfolgreicher Unternehmer und Erfinder, etwa von * Lesemaschinen für Blinde, Spracherkennungssystemen oder einer Maschine, die während des * Telefonierens zeitgleich vom Englischen ins Deutsche übersetzen kann. Das Wall Street * Journal bezeichnete Kurzweil als „ruheloses Genie“. * * @title Was bleibt vom Menschen? * * @interviewer Christian Tenbrock * @since 1999 * @publisher DIE ZEIT * @see http://www.zeit.de/1999/46/199946.gr._gesch._filme.xml * */ public class KurzweilRay implements Interviewable { public Answer Über wie viel Intelligenz verfügen Computer im Vergleich zum menschlichen Gehirn? Das wird sich sehr rasch ändern, sagen Sie.(){ return new Answer (Die Leistungsfähigkeit eines Computers verdoppelt sich gegenwärtig fast jährlich. So wird ein PC im Jahr 2019 etwa dieselbe rechnerische Potenz haben wie ein menschliches Gehirn. Er wird also in der Lage sein, pro Sekunde 20 Millionen Milliarden Berechnungen auszuführen.); } public Answer Macht ihn das intelligent?(){ return new Answer (Rechenkapazität ist eine notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung, um menschlichen Verstand zu besitzen. Zusätzlich benötigen wir Software. Im Jahr 2030 werden wir so viel Software-Intelligenz haben, dass Computer und andere nichtbiologische Wesen so intelligent sind wie Menschen.); } public Answer Und am Ende des nächsten Jahrhunderts? Die Maschinen übernehmen die Macht?(){ return new Answer (Es geht hier um keine Invasion aus der Ferne des Weltalls! All dies entsteht aus der Mitte unserer Zivilisation heraus. Mensch und Maschine werden verschmelzen. Sie werden eins.); }

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public Answer Sie wollen doch nicht sagen, dass es am Ende des nächsten Jahrhunderts keine Unterscheidung zwischen Mensch und Maschine mehr gibt?(){ return new Answer (Wir werden eine ganze Reihe von Kombinationen zwischen Mensch und Maschine haben. Computer werden so klein sein, dass sie innerhalb unseres Körpers und unseres Gehirns existieren können. Menschen werden ihre Organe und ihren Geist mit nichtbiologischer Intelligenz aufrüsten und vervollkommnen. Kleinstcomputer von der Größe einer Zelle werden unsere Gehirnfunktion verbessern. Und weil Maschinenintelligenz exponentiell zunimmt, menschliche aber weitgehend gleich bleibt, wird der nichtbiologische Teil unseres Verstands auf Dauer dominieren. Wir werden Maschinenwesen haben, die ganz und gar nichtbiologisch sind, aber auf einer genauen Kopie des menschlichen Hirns beruhen. Sie werden absolut menschlich wirken, menschliche Persönlichkeiten und menschliche Reaktionen haben.); } public Answer Das klingt nach dem Ende der Evolution.(){ return new Answer (Absolut nicht. Dies ist die nächste Stufe der Evolution. Die biologische Evolution ist am Ende, aber menschliche Intelligenz wird sich weiterentwickeln - jetzt allerdings auf der Basis der technologischen Evolution.); } public Answer Gegenwärtig können die meisten Computer ja nicht einmal zwischen Katze und Hund unterscheiden, geschweige denn logisch denken. Und diese Maschinen sollen unsere Freunde und Partner werden? Was macht Sie so sicher, dass es dazu kommt?(){ return new Answer (Das Gesetz vom steigenden Ertragszuwachs. Evolution geht im Laufe der Zeit immer schneller vonstatten. Die technologische Evolution ist dafür ein gutes Beispiel, inzwischen erleben wir alle paar Jahre einen neuen Paradigmenwechsel. Zum rasanten, exponentiellen Wachstum der Leistungskraft von Computern kommt die Tatsache, dass Technologie immer kleiner wird. Aus beidem können wir ableiten, wo wir im Jahr 2020 stehen werden. Außerdem werden wir so genannte Nanobots haben, kleine Computer, die wir durch den Blutkreislauf in unser Gehirn schicken, wo sie alles abtasten, Synapse für Synapse, Neurotransmitter für Neurotransmitter. Damit sind wir dann in der Lage, ein menschliches Hirn genau zu kopieren. In ihren Grundzügen existieren all diese Technologien bereits.); }


public Answer Die Kopie des menschlichen Gehirns wird dann heruntergeladen in einen Computer? Moment mal - auch meine Emotionen, meine Gefühle von Trauer, Wut oder Liebe?(){ return new Answer (Das Wesen Ray Kurzweil hat Emotionen und kann logisch denken. Dies sind keine mystischen Qualitäten, sondern Resultate von Informationsprozessen, die in meinem Gehirn vor sich gehen. Eine Kopie bildet genau dieselben Prozesse ab.); } public Answer Wie wird die Kommunikation mit anderen Menschencomputern ablaufen?(){ return new Answer (Eine ganz wichtige Anwendung der NanobotTechnologie ist virtuelle Realität. Wir werden Milliarden Neuronen in unser Gehirn schicken, die sich an jedem einzelnen, von unseren Sinnesorganen herkommenden Nervenstrang festsetzen. Wenn wir reale Realität erleben wollen, dann halten die Nanobots still. Für das Erlebnis virtueller Realität unterbrechen sie die Zufuhr realer Reize und setzen künstliche Signale an ihre Stelle.); } public Answer Können wir das Umschalten steuern?(){ return new Answer (Sie werden die Nanobots mental kontrollieren können. Also: Mein realer Arm wird sich nicht bewegen, obwohl alle meine Sinneswahrnehmungen darauf hindeuten. In dieser virtuellen Welt kann ich mich auch mit anderen Leuten treffen. Wir könnten diese Diskussion in einem Café in Hamburg haben.); } public Answer Und ich soll mich genauso daran erinnern wie an unsere Begegnung hier in Boston?(){ return new Answer (Aber ja! Im nächsten Jahrhundert wird das World Wide Web aus virtuellen Begegnungsstätten bestehen, die genauso real sind wie jeder reale Ort der Welt.); } public Answer Die Reiseindustrie wird das nicht goutieren.(){ return new Answer (Sie werden in die Website von Sankt Moritz eintauchen, Ski fahren und den kalten Wind auf Ihrer Haut spüren. Sie werden über einen Strand am Mittelmeer laufen und den heißen Sand unter Ihren Füssen fühlen.); } public Answer Und ich werde Sex mit der Frau meines Nachbarn haben, wovon ich schon immer träumte.(){ return new Answer (Sie werden eine virtuelle Person kreieren,

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die so aussieht wie Ihre Nachbarin. Auf Dauer macht es dann sowieso nichts mehr aus, ob die andere Person virtuell oder real ist.); } public Answer Welchen Einfluss hat diese Entwicklung auf die Arbeit?(){ return new Answer (Die Natur unserer Arbeit verändert sich schon jetzt. Der Bedarf an körperlichen, einfachen Arbeiten sinkt. Neue Jobs werden überwiegend am oberen Ende der Wissensskala geschaffen. Dieser Trend wird sich beschleunigen. Arbeit wird immer mehr darin bestehen, neues Wissen zu schaffen.); } public Answer Ich bitte Sie! Das gilt höchstens für das obere Drittel der Bevölkerung in den Industrieländern!(){ return new Answer (Es wird immer weniger so genannte »niedere« Arbeiten geben ...); } public Answer Keine Hausmeister mehr, keine Sekretärinnen, Kellner, Taxifahrer, Kassiererinnen?(){ return new Answer (Schauen Sie sich die Beschäftigungsstatistiken an. Sie werden sehen, dass fast überall immer mehr Wissen verlangt wird. Die Bildungsausgaben hier in Amerika haben sich in den letzten 100 Jahren verzehnfacht. Im nächsten Jahrhundert wird ein Punkt erreicht werden, an dem das Wissen und die Fähigkeiten eines Durchschnittsmenschen nicht mehr ausreichen. Wer dann am Wirtschaftsleben teilnehmen will, wird sein Gehirn mit künstlicher Intelligenz aufrüsten müssen. Gleichzeitig brauchen wir aber auch keine Angst zu haben, dass nicht für uns gesorgt wird. Ich sage anhaltendes, steigendes Wirtschaftswachstum voraus. Damit können die Grundbedürfnisse der menschlichen Rasse vollauf befriedigt werden.); } public Answer Ihr Optimismus in Ehren, aber es ist natürlich leicht, solche Dinge vorauszusagen, wenn man selber nicht mehr erleben wird, ob all diese Prognosen eintreten.(){ return new Answer (Oh, ich hoffe durchaus, noch dabei zu sein. In etwa zehn Jahren wird die Biotechnologie in der Lage sein, die menschliche Lebenserwartung jährlich um ein Jahr zu verlängern. Später ermöglicht uns die Nanotechnologie dann, Organe und Körperteile Molekül für Molekül zu reparieren und


neu zusammenzubauen. Damit sind der Lebenserwartung praktisch keine Grenzen mehr gesetzt.); } public Answer Mir scheint, als werde das Leben in Zukunft ziemlich langweilig: Für alles ist gesorgt, ich kann mir jeden Wunsch erfüllen, und sterben muss ich auch nicht mehr.(){ return new Answer (Nein, alle Ihre Wünsche werden auch zukünftig nicht in Erfüllung gehen. Wir werden ganz neue Wünsche und Träume haben und auch weiterhin frustriert über all das sein, was wir nicht können. Aber eine größere, praktisch grenzenlose Intelligenz wird auch unsere Kreativität vergrößern. Wir werden Besseres, Schöneres erschaffen. Das ist doch wohl das Gegenteil von Langerweile.); } public Answer Und was ist mit den Gefahren? Ihre Nanobots könnten sich ja auch zusammenrotten und uns das Leben schwer machen.(){ return new Answer (Ich male hier kein Utopia an die Wand. Um Nanobots sinnvoll einsetzen zu können, brauchen wir Billionen von ihnen. Dafür müssen sie sich selbst vermehren können, genauso, wie sich Zellen durch Teilung vermehren. Zellen ist normalerweise einprogrammiert, wann sie damit aufhören müssen, damit nicht aus Wachstum Krebs wird. Ähnliches könnte auch bei den Nanobots passieren. Aber so ist das doch mit jeder neuen Technik. Die Biotechnologie bringt uns einerseits Riesenfortschritte bei der Bekämpfung von Krebs oder Aids; andererseits könnten mit ihrer Hilfe in jedem kleineren Laboratorium Patogene entwickelt werden, die mehr Zerstörungskraft haben als eine Atombombe. Anders als die biologische Evolution ist aber die technologische Evolution kein quasi automatischer, geistloser und unbeseelter Prozess. Menschliche Intelligenz, menschlicher Geist geben ihr Richtung. Unsere Verantwortung besteht darin, diese Evolution in konstruktive Bahnen zu lenken.); } public Answer Dafür besteht aber doch keine Chance mehr, wenn Maschinen irgendwann intelligenter sind als wir!(){ return new Answer (Die Möglichkeit existiert, dass es Maschinen-Renegaten geben wird, die sich der Kontrolle der menschlichen Zivilisation entziehen und zerstörerisch agieren. Aber noch einmal: Maschinen wird man nicht mehr getrennt vom Menschen sehen können. Kooperation wird die Regel sein. Um diese zu gewährleisten, benötigen wir dann aber zumindest eine

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Techno-Elite, eine Prätorianergarde, High-Tech-Hohepriester, die den großen Rest der überwiegend »dümmeren« Menschen lenkt und kontrolliert. Eine wirkliche Privatspäre haben wir überdies wohl auch nicht mehr, wenn sich jeder bei jedem einklinken kann.); } public Answer Bewegt sich Technologie nicht gerade in jüngster Zeit weg von zentraler Kontrolle?(){ return new Answer (Computertechnik ist mit dem Internet doch im Gegenteil hochgradig dezentralisiert. So etwas muss auch in Zukunft sichergestellt werden. Was den Datenschutz angeht: Das wird eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahrzehnte sein. Natürlich ist es prinzipiell möglich, dass irgendjemand Billionen Nanobots ausschickt, die in den Gehirnen der Menschen spionieren und sie beeinflussen könnten. Nur ständig bessere Methoden der Verschlüsselung, die sich in der Hand jedes einzelnen Inviduums befinden, werden dem entgegenwirken.); } public Answer Mal ganz grundsätzlich gefragt: Warum eigentlich sollte sich die menschliche Rasse wissentlich auf diesen Weg begeben? Auf einen Weg immerhin, auf dem wir den uns von der natürlichen Evolution - manche würden sagen: von Gott - gegebenen Körper und Geist einfach aufgeben.(){ return new Answer (Ich glaube nicht, dass wir eine Wahl haben. Einmal liegt dies in der Natur von Auslese und ökonomischem Wettbewerb. Zum anderen liegt es in der Natur von Technologie. Seit wir Menschen Technologie nutzen, schaffen wir uns die Welt neu. Das ist wie ein vorgezeichneter Pfad und wird immer so weitergehen.); } public Answer Wir werden Software, heruntergeladen in ein Maschinenwesen, in dem wir dann bewusst existieren?(){ return new Answer (Ob ein Maschinenwesen dasselbe »Bewusstsein« haben wird wie das ihm zugrunde liegende menschliche Original, wird eine der großen philosophischen Fragen des 21. Jahrhunderts sein. Wir werden das Problem ganz praktisch lösen müssen, weil diese nichtbiologischen Wesen überzeugend darlegen werden, dass sie Bewusstsein, Ratio und Emotionen haben. Software sind wir zu einem gewissen Grade schon jetzt. Software ist ein komplexes Muster von Informationen. Ein Mensch ebenfalls.); }


public Answer Das Einzige, was uns dann noch umbringen kann, ist ein Software-Virus? (){ return new Answer (Heute sterben wir, wenn unsere Hardware zusammenbricht. Wir werden an einen Punkt kommen, an dem das Überleben unserer »mind-file« nicht mehr von der Lebenserwartung der Hardware abhängt. Andererseits muss Software ständig erneuert, gepflegt und instand gehalten werden, um in sich verändernden Systemen weiter existieren zu können. Gepflegt wird Software aber nur, wenn sie einen Wert hat. Ohne Wert wird sie obsolet, stürzt ab und stirbt.); } public Answer Ist das eine Vorausschau auf den Tod im Jahre 2099?(){ return new Answer (Ist das so anders als heute? Einige Menschen haben keine Lust mehr aufs Leben, sie verfallen und sterben. Andere wollen leben, sie achten auf sich und leben länger. Wenn Software, ob nun Menschen-Software oder Computer-Software, für einen selbst keinen Wert mehr hat - dann ist das der Tod.); } }

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you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ tail -f env 1958

QUOTE

[Erwin SchrĂśdinger]

Jedermanns Weltbild ist und bleibt eine geistige Konstruktion und hat darĂźber hinaus keine nachweisbare eigene Existenz.

^C you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ cat FOERSTER


package schmalzriedt.sierk.text; /** * Heinz von Foerster, 1911, gilt als der „Sokrates des kybernetischen Denkens“. Der * Ist Wahrheitserkenntnis möglich? Oder sind unsere Weltbilder lediglich * Erfindungen? Solche Fragen stellen (und beantworten) die Vertreter einer * Erkenntnistheorie, die als Konstruktivismus Furore macht. Im DS-Interview * spricht Heinz von Foerster, einer der bedeutendsten Vertreter dieser Denkschule, * über die vermeintliche Realität unserer Wahrnehmungen und das konstruktivistische * Lebensgefühl. * * @title Ich versuche einen Tanz mit der Welt * * @interviewer Bernhard Pörksen * @since 1998 * @publisher Sonntagsblatt * @see http://paedpsych.jk.uni-linz.ac.at/INTERNET/ARBEITSBLAETTERORD/WISSENSCHAFT/FoersterInterview.html * */ public class FoersterHeinzVon implements Interviewable { public Answer Herr Professor von Foerster, Sie haben vor Jahren einen berühmt gewordenen Vortrag über das Konstruieren einer Wirklichkeit gehalten, der zum zentralen Dokument einer ganzen Denkschule wurde - der Philosophie des Konstruktivismus. Zuerst: Wieso sprachen Sie damals vom „Konstruieren“ und „Erfinden“ von Wirklichkeit?(){ return new Answer (Die übliche Annahme ist, daß unsere Sinne uns sagen, was draußen in der Welt vor sich geht. Man sagt, sie würden die Welt abbilden, uns über ihre Gestalt und Natur informieren. Ich habe versucht, meine Leser daran zu erinnern, daß schon vor über 150 Jahren der große Physiologe Johannes Müller das Prinzip der „spezifischen Nervenenergie“ ausgesprochen hat. Es besagt, daß die Nerven der verschiedenen Sinne, wie Sehen, Hören, Tasten immer nur die ihnen entsprechenden Empfindungen - Licht, Schall und Druck hervorbringen, und zwar unabhängig von der physikalischen Natur des Reizes, der diese Empfindung verursacht.); } public Answer Unsere Sinne liefern uns also keine naturgetreuen Abbilder der Wirklichkeit?(){ return new Answer (Genau. Es ist geradezu grotesk von einer Abbildung der Außenwelt in der Innenwelt zu sprechen. Was

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unsere Sinne erregt, können wir nie wissen; wir wissen nur, was uns unsere Sinne aus diesen Erregungen vorzaubern.); } public Answer Sie haben in Ihren Büchern ja noch zahlreiche weitere Experimente aus der Neurophysiologie vorgestellt, die Ihre Annahme stützen, daß wir uns unsere Vorstellung von der Welt lediglich konstruieren. Was ist der Mensch in einer solchen Betrachtung? Nur ein Zell- und Nervenhaufen?(){ return new Answer (Haben Sie einen besseren Vorschlag? Man sagt immer: Sind das nur Zellen? Besteht die Welt nur aus Molekülen? Besteht der Heinz von Foerster zu 80 Prozent aus Wasser? Nur Wasser?); } public Answer Aber das Problem ist doch, daß es dann so scheint, als seien Menschen völlig durch ihre Zellen, Synapsen und neurophysiologischen Verdrahtungen determiniert. Das ist doch der Einwand.(){ return new Answer (Für mich ist das gedankliche System, das einen solchen Einwand hervorbringt, das eigentliche Problem. Ich beteilige mich nicht an einer Diskussion, in der man immer sagt: Das sind ja nur Atome! Das sind ja nur neurophysiologische Verdrahtungen! So ein Einwand hat mit meinem Denken nichts zu tun.); } public Answer Wie würden Sie den Erkenntnisvorgang beschreiben?(){ return new Answer (Ich würde sagen: Es ist doch ein unglaubliches Wunder, das hier stattfindet. Alles lebt, es spielt Musik, es gibt Farben, Gerüche, Klänge und eine Vielzahl von Empfindungen. Aber all dies sind konstruierte Relationen; sie kommen nicht von außen, sie entstehen im Innern. Das ist doch etwas Unglaubliches.); } public Answer Was folgt aus der Erkenntnis, daß sich jeder seine eigene Wirklichkeit konstruiert?(){ return new Answer (Wenn man nur für einen Moment sagt: Das bist du, der diese Sicht der Welt produziert, das ist nicht draußen, das ist nicht irgendeine sogenannte objektive Wirklichkeit, auf die man sich beziehen kann, dann entsteht eine merkwürdige Hervorhebung der Persönlichkeit, die etwas sagt. Aus den allgemeinen Urteilen „Es ist so!“ werden Sätze, die mit „Ich


finde, daß ...“ beginnen. Es entsteht eine vollkommen andere Relation zu den eigenen Aussagen.); } public Answer Man wird bescheidener, weil man sich nicht mehr auf absolut Gültiges berufen kann?(){ return new Answer (Man wird bescheidener und verantwortlich für die eigenen Erkenntnisse. Man kann nicht mehr vom Zwang der Umwelt sprechen, man kann nicht mehr sagen: Ich hatte keine Wahl, denn natürlich gibt es immer viele Möglichkeiten. Man kann nicht mehr andere verantwortlich machen für das, was man sieht, denn man ist ja selbst derjenige, der diese Sicht konstruiert. Die Menschen erhalten ihre Verantwortung in größtmöglichem Maße wieder zurück, können sie nicht mehr an irgendeine übergeordnete Instanz, einen Boß oder irgendwelche äußeren Umstände abschieben. Sie werden Beteiligte. Das haben viele nicht gern.); } public Answer Aber könnte man nicht auch sagen: Alles nur Konstruktion, alles egal! Die Konsequenzen aus der konstruktivistischen Weltsicht ließen sich auch als die Rechtfertigung für Gleichgültigkeit und Ignoranz interpretieren. Nichts ist mehr wirklich wichtig.(){ return new Answer (Natürlich. Auch das schöne Goethesche Gedicht „Über allen Wipfeln ist Ruh‘“ läßt sich auf hunderttausend Arten interpretieren. Man kann auch den Satz von Jesus „Wenn dir jemand auf die eine Backe schlägt, so halte ihm auch die andere hin“ als Aufforderung verstehen, die Leute auf die Backen zu schlagen. Denn, so könnte man ja sagen, nachdem man für eine gewisse Zeit immer auch die andere Backe hingehalten hat, sind die Leute encouragiert worden, auf Backen zu schlagen; sie müßten dann keine Angst vor Strafe haben! Was ich damit sagen will: Alles ist auf sehr vielfältige Weise verstehbar. Das ist das sogenannte hermeneutische Grundprinzip oder, wenn man so will, die Hermeneutik des Hörers: Der Hörer und nicht der Sprecher ist es, der die Bedeutung einer Aussage bestimmt.); } public Answer Aber diese Interpretation kann Ihnen doch nicht sympathisch sein: der Konstruktivismus als philosophische Begleitmusik, um gleichgültig dahinzuleben?(){

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return new Answer (Nein. Diese Sicht ist mir absolut nicht sympathisch. Ich möchte allerdings die umgekehrte Interpretation empfehlen. Meine Auffassung ist: Sobald man diese Referenzen nach außen macht und vom Übel der Welt spricht, so ist das Leid weg, nach draußen geschoben. Der Realist schiebt es weg, der Konstruktivist ist in ganz anderer Weise involviert. Er sagt: „Ich sehe es so, daß es all diese Übel in der Welt gibt.“ Ein solcher Satz macht einen plötzlich zum Mitleidenden, es entsteht Beteiligung und gerade nicht, wie Sie befürchtet haben, Gleichgültigkeit.); } public Answer Können wir diese Idee extremer Selbstverantwortung an einem Beispiel diskutieren? Angenommen: Ein Mensch verliert seine Arbeit, kann sich seine Wohnung nicht mehr leisten. Ist der nun für seine Konstruktion verantwortlich? Verdankt er sein Unglück und seine Depressionen gewissermaßen sich selbst?(){ return new Answer (Er macht jedenfalls - das ist möglich - die Gesellschaft für sein Unglück verantwortlich. Er sagt dann sehr wahrscheinlich: Daß die Gesellschaft so beschaffen ist, wie sie beschaffen ist, bringt mich hierher unter die Brücke. Das Merkwürdige ist, daß es ja keine Gesellschaft gibt, daß auch dies wieder eine bestimmte Relationsstruktur ist, ein Rahmen, in dem man denken kann, aber nicht muß.); } public Answer Der arme Mensch bildet sich das nur ein, daß ihn die Betriebsauflösung und die schlechte wirtschaftliche Lage zur Verzweiflung bringen?(){ return new Answer (Jedenfalls ist es seine Sicht, daß ihn die Gesellschaft verraten hat. Und es ist doch nur natürlich, daß er innerlich ein Koordinatensystem aufgebaut hat, das es ihm erlaubt, den Vorgängen um ihn herum Bedeutung zuzusprechen. Wenn ich sage: „Ich verstehe seine Sicht“, so ist das etwas anderes als die Behauptung: „Ja, so ist es!“ Und eine weitere Perspektive der Betrachtung liegt in der Frage: „Wie kann diesem Menschen geholfen werden?“); } public Answer Was würde der Konstruktivist diesem Arbeitslosen sagen?(){ return new Answer (Angenommen, ich würde ihn treffen, so würde er vielleicht zuerst das System mit „fuck“ und „shit“ verfluchen. Dann würde ich versuchen, im Innern dieses Menschen, der zurückgeschlagen und verzweifelt ist, eine andere


Relationsstruktur aufzubauen, ihn nach seinen Wünschen fragen, versuchen, ihn auf eine andere Sicht hinzuweisen, die einen neuen Optimismus ermöglicht.); } public Answer Aber man kann doch auch gesellschaftlich ansetzen, um zu helfen, kann über Investitionsanreize nachdenken, die seinen Betrieb retten oder über eine andere Organisation des Wohnungsmarktes, so daß man ihn nicht einfach auf die Straße setzen kann. Allerdings muß dann vorausgesetzt werden, daß Gesellschaft überhaupt existiert. Sie ist dann die Bezugsbasis für politisches Handeln.(){ return new Answer (Korrekt. Aber diese Bezugsbasis, die man Gesellschaft nennt, existiert nur, weil dies so gesehen wird. Alle diese Relationen, die Sie gerade in einem wunderbaren Register aufgezählt haben, sind nicht wirklich im Sinne von: „Es gibt sie.“ Es sind persönliche Konstruktionen im Sinne von: „Ich sehe das so!“); } public Answer Worauf wollen Sie hinaus?(){ return new Answer (Warum ich das so betone? Der ganze Witz dieser Ideen ist doch, auf etwas aufmerksam zu machen, das nicht bemerkt wird. Der Witz ist doch: Wir sehen ja gar nicht, daß wir nicht sehen, wir glauben, alles ist da, ist wirklich und in dieser Weise vorhanden. Die Erkenntnis dagegen, daß wir uns Wirklichkeit konstruieren und daß jede dieser Konstruktionen, jede Theorie andere, auch mögliche Ansichtsweisen verdrängt, diese Erkenntnis halte ich für ungeheuer wichtig.); } public Answer Das bedeutet, der Konstruktivismus - verstanden als eine Haltung - ist auch eine Art Medizin gegen den Dogmatismus, gegen ein eindimensionales Denken?(){ return new Answer (Ja, wunderbar! Das gefällt mir! Man könnte auch sagen, daß hier eine Art Tanz mit der Welt versucht wird, der einen zu immer neuen Betrachtungsweisen bringt. Die Beschränkungen und Verflachungen, die diese schreckliche Idee der Ontologie - die Lehre vom wirklich Vorhandenen - mit sich bringt, werden aufgehoben. Es ergeben sich diese und jene Schritte, dann dreht man sich, und plötzlich sieht man etwas Neues, gänzlich Unerwartetes.); }

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public Answer Wer die Bücher mancher Konstruktivisten liest, bekommt den Eindruck, es hier mit einer neuen Heilslehre zu tun zu haben - und nicht mit einer Erkenntnistheorie. So verspricht der Psychologe Lynn Segal eine „Revolution unseres Denkens“; die Einsichten des Konstruktivismus könnten helfen „Faschismus, Völkermord, Diktaturen“ zu überwinden. Das ist ja eine ganze Menge.(){ return new Answer (Dieser Frage, ob der Konstruktivismus nun als Heilslehre oder Erkenntnistheorie kategorisiert gehört, möchte ich mich entziehen. Nicht, weil keine Antwort möglich wäre, sondern weil man, indem man diese Ideen in eine solche Taxonomie hineinschiebt, alles zerstört. Man fängt an zu etikettieren und sagt: Aha, Sie sind ein Religionsstifter! Aha, Sie sind ein Revolutionär. Der Effekt ist, daß kein Mensch mehr zuhört.); } public Answer Ein solches Etikett gibt dem Nachdenken eine zu starke Richtung?(){ return new Answer (Mehr noch, es bringt die ganze Idee sofort um. Ob das jetzt Konstruktivismus heißt oder Schnapsodivismus oder Klapsodivismus, in welche Kategorie das hineingepreßt wird - immer wird es darauf hinauslaufen, daß man die Sache mit einem vorschnellen Etikett erledigt.); } public Answer Der Biologe Umberto Maturana, berichtet, er habe eine Zeitlang Angst gehabt, verrückt zu werden, als er begann, Wirklichkeit als bloße Konstruktion zu begreifen. Ist Ihnen diese Angst vertraut?(){ return new Answer (Aber überhaupt nicht. Eher habe ich mich befreit gefühlt, als ich begann, so zu denken. Und irgendwann habe ich es eben aufgeschrieben. Übrigens, das erste Mal hielt ich auf einer Konferenz von Ökologen einen Vortrag zu diesem Thema: über die Umwelt als unsere Erzeugung und Erfindung.); } public Answer Die Erkenntnis, daß unsere Wirklichkeitsvorstellungen Erfindungen sind, markiert eine Art Endpunkt des Denkens. Was soll man dann noch schreiben? Was noch sagen?(){ return new Answer (Mich würde es unheimlich freuen, wenn ich noch ein Buch über das Unwissen zustande bekäme.); }


public Answer Über das Unwissen, das wir alle teilen?(){ return new Answer (Ja, darüber würde ich noch gerne schreiben.); } }

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you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ tail -f env 1932 QUOTE

[Aldous Huxley]

Nur mittels der Wissenschaften vom Leben kann die Beschaffenheit des Lebens von Grund auf ver채ndert werden.

^C you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ cat HOUELLEBECQ


package schmalzriedt.sierk.text; /** * Am Ende seines Romans „Les particules élémentaires“, der ihn in Frankreich von * heute auf morgen zum umstrittenen Literatur-Star machte, entwirft Michel * Houellebecq die Utopie eines Menschen, dessen „Quelle fast all unserer Leiden“ * abgeschafft ist, nämlich die genetische Individualität. Die Reproduktion wird auf * technischem Wege sichergestellt, die neuen Wesen besitzen anstelle von * Fortpflanzungsorganen über den gesamten Körper verteilte sensitive Zonen, die „auf * dem Gebiet der Sinnesfreuden geradezu unglaubliche, nie dagewesene erotische * Empfindungen“ hervorrufen. Das jetzt auf Deutsch unter dem Titel * „Elementarteilchen“ veröffentlichten Buch - der essayistische Band „Die Welt als * Supermarkt“ (beide Bücher erscheinen bei DuMont) pointiert diese Aspekte - liest * sich in seinen Passagen über die Gentechnologie bisweilen wie eine Variation der * Thesen Peter Sloterdijks. Die deutsche Debatte darüber hat in den vergangenen * Wochen auch in Frankreich ein Echo gefunden, „Le Monde“ druckte Auszüge aus * Sloterdijks Elmauer Rede. Dirk Fuhrig sprach mit dem 41 Jahre alten Michel * Houellebecq, der gentechnisch aufgehobene Geschlechterunterschiede als „gute * Aussichten“ begrüßen würde. * * @title Gute Aussichten im Genlabor * * @interviewer Dirk Fuhrig * @since 1999 * @publisher www.literaturkritik.de * @see http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=611 * */ public class HouellebecqMichel implements Interviewable { public Answer In Deutschland sind Ihre Bücher erst seit kurzem erhältlich. Woher das Interesse hierzulande, während Sie doch in den „Elementarteilchen“ nicht gerade freundlich mit den Deutschen umgehen?(){ return new Answer (Aber ich spreche darin doch kaum über Deutsche.); } public Answer Deutsche tauchen als Touristen in Frankreich auf, sie sind dick, schwerfällig, haben Geld und kaufen sich damit Sex. In dem Partnerclub am Cap d‘Agde, in dem sich der Protagonist Bruno und seine Freundin vergnügen, treffen sie auf ein deutsches Ehepaar...(){ return new Answer (... ja, aber die beiden werden nicht als

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dick dargestellt, und sie kaufen sich auch keinen Sex. Sie sind in einem Swingerclub, und das ist alles sehr nett. Das ist eine der nettesten Szenen im ganzen Buch, eine der einzigen, in denen es zu echten menschlichen Begegnungen kommt. Ich selbst bin übrigens absolut für Swingerclubs.); } public Answer Sie haben da Erfahrung?(){ return new Answer (Aber ja. Das ist eine schöne Form der Lebensgestaltung.); } public Answer Sie beschreiben dieses Leben in der Tat sehr liebevoll. Aber trotzdem hat das Buch viele Leute gerade deshalb schockiert.(){ return new Answer (Ja, das mag sein. Aber so denke ich eben darüber. Ich habe das nicht geschrieben, um zu schockieren. Mir gefällt es ja selbst, mich macht das eher an. Es ist so etwas wie Zusatz-Sex und eine vernünftige Reaktion auf das abnehmende Verlangen innerhalb einer Beziehung - ohne Ehebruch und Betrug. Und ohne die Lügerei. Das hat viele positive Aspekte.); } public Answer Dass solche Swingerclubs heute selbstverständlich sind, ist das eine Errungenschaft der Bewegung in den 60er und 70er Jahren?(){ return new Answer (Die einzige Veränderung in den 60er Jahren war die Pille. Der Rest zählt nicht.); } public Answer Man wirft Ihnen vor, dass Sie alles verdammen, was von 68 ausging.(){ return new Answer (Ja, das stimmt, das tue ich. Aber diese Swingerclubs haben nichts mit 68 zu tun, die hätte es auf jeden Fall gegeben.); } public Answer Sie glauben also, dass es die sexuelle Befreiung...(){ return new Answer (das war nicht wirklich eine Befreiung. Und in den Partnerclubs herrscht keine Atmosphäre sexueller Libertinage. Das sind sehr strukturierte, ziemlich moralische Orte.); } public Answer Sie verwenden den Begriff „socialdémocrate“ - ein sehr deutsches, weniger ein französisches Konzept -, um das Leben im Club an der Côte d‘Azur zu charakterisieren.(){


return new Answer (Das ist eine Art Metapher. Eine normale Diskothek entspricht einem liberalen System, eine SwingerDiskothek ist eher sozialdemokratisch. Ich meine damit: größtes Vergnügen für die größte Zahl von Leuten, ohne jemandem allzu große Schmerzen zuzufügen. Das ist doch ein harmonisches System. Ein Großteil der Scheidungen und der kaputten Familien rührt vom Ehebruch her - der im Gegensatz zu früheren Epochen nicht mehr akzeptiert wird; das heißt, er führt im allgemeinen zur Zerstörung der Familie. Die Swingerclubs sind ein gutes Mittel, um diese Dinge zu vermeiden.); } public Answer In den „Elementarteilchen“ wird mit technischen Mitteln versucht, eine neue Gesellschaft zu erzeugen. Die Reproduktion geschieht im Labor. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern fallen weg, beziehungsweise: Es gibt zwar noch Männer und Frauen, sie besitzen jedoch kein sexuelles Begehren mehr.(){ return new Answer (Es geht vor allem um die Frage des Todes und der Fortpflanzung.); } public Answer Geht es Ihnen um die Aufhebung der Geschlechtlichkeit?(){ return new Answer (Ja, man könnte sich vorstellen, dass so etwas wie Hermaphroditen entstehen. Das stört mich nicht.); } public Answer Für die Nach-68er-Generation, wenn man so will für die TechnoGeneration mit ihrem Vergnügungsdrang, spielt die Androgynität ebenfalls eine Rolle. Phänomene wie die Love Parade, können Sie damit etwas anfangen?(){ return new Answer (Eigentlich nicht. Man kann die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht einfach auf diese Weise beseitigen. Mich interessiert viel eher die Genetik. Natürlich haben viele Menschen zum einen oder anderen Zeitpunkt das Bedürfnis, das andere Geschlecht anzunehmen. Der Hermaphrodit ist ein alter Traum der Menschheit, angefangen bei Plato - und vielleicht wird die Technik diesen Traum erfüllbar machen. Meiner Ansicht nach sind das gute Aussichten.); } public Answer Die „Elementarteilchen“ haben in Frankreich einen Streit über die Genmanipulation entzündet. In Deutschland hat eine ähnliche Diskussion aufgrund der

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Thesen von Peter Sloterdijk begonnen. Haben Sie die Debatte verfolgt?(){ return new Answer (Kaum.); } public Answer Sie beziehen sich ebenfalls auf Nietzsche. Wie steht es mit dem Übermenschen?(){ return new Answer (Ich kenne Nietzsche sehr gut, aber schätze ihn nicht. Ich fühle mich eher dem „letzten Menschen“ verbunden als dem Übermenschen. Das ist eine Idee, die mich überhaupt nicht interessiert. Nietzsche verstand sich elitär. Der Übermensch war ihm wichtig, weil er den Untermenschen brauchte. Er lehnte das Konzept der Gleichheit von Grund auf ab.); } public Answer Wie stehen Sie zum Konzept der Gleichheit?(){ return new Answer (Ungleichheit besitzt für mich keine positive Bedeutung. Nietzsche kümmert sich ständig um das Interesse des überlegenen Menschen. Er ist ein Megalomane, was mir eher sympathisch ist, aber gleichzeitig ein Opfer seiner unglaublichen Selbstüberschätzung. Der Gedanke, einen neuen Menschen zu erschaffen, ist ja nicht neu, sondern eines der klassischen Ziele der Philosophie. Ohne die Möglichkeiten der Genetik ist das natürlich alles nur leeres Gerede gewesen. Jetzt sind wir zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit an einem Punkt, wo es möglich erscheint. Die Möglichkeiten, den Menschen durch Erziehung zu verändern, sind ganz schön, aber sie sind begrenzt. Kulturelle Prägungen, die politischen Verhältnisse; auch die Religion, die ja ebenfalls einen neuen Menschen schaffen will, besitzt nur eingeschränkte Mittel. Das geht bis zu einem gewissen Grad - mehr im übrigen als durch den Kommunismus -, aber es geht nicht hundertprozentig.); } public Answer Und die Genetik erscheint Ihnen als geeignetes Mittel?(){ return new Answer (Keine Ahnung. Aber es ist eine Möglichkeit, die es vorher nicht gab. Das sind zunächst einmal gute Aussichten.); } public Answer Und die ethischen Probleme? Die Uniformisierung der Menschen, nähmen Sie das in Kauf?(){ return new Answer (Da sehe ich keine Probleme. Nehmen Sie die Hautfarbe. Das ist doch Geschmackssache. Jeder hat eine andere Vorliebe, daher glaube ich nicht, dass wir uns in Richtung Uniformisierung bewegen.); }


public Answer Einige werden ihre eigenen Geschmacksvorstellungen durchsetzen wollen. (){ return new Answer (Derzeit bestimmt das doch auch niemand. Beziehungsweise alle bestimmen, indem sie Kinder in die Welt setzen. Warum sollte sich das ändern? - Aber das ist im übrigen ein Problem: Die Weltbevölkerung nimmt zu, und in dem Punkt haben die Umweltschützer durchaus recht: Natürliche Ressourcen wie das Wasser lassen sich nicht erneuern.); } public Answer Wer sollte Ihrer Meinung nach entscheiden? Die Wissenschaft?(){ return new Answer (Nein. Das ist eine Frage der Politik. Derzeit unternehmen die Regierungen auf der Welt wenig, um ihre demographischen Probleme in den Griff zu bekommen. In dieser Hinsicht ist nichts geregelt.); } public Answer Haben Sie denn Vertrauen in die multinationalen Institutionen? In Ihrem Buch spielt die UNESCO eine Rolle für die Umsetzung der genetischen Experimente.(){ return new Answer (In den „Elementarteilchen“ stellt die UNESCO lediglich Kredite zur Verfügung. Das ist das, was sie jetzt ja auch tut. Wahrscheinlich unternimmt die UNESCO auch vieles, was vollkommen nutzlos ist. Aber darüber weiß ich zu wenig. Jedenfalls gibt es keinen Anlass für allzu viel Vertrauen in dieser Hinsicht.); } public Answer Sie wurden bezeichnet als jemand, dessen Ziel es sei, die Moderne abzuschaffen, eine neue Religion einzusetzen und, wie Robespierre, eine Herrschaft der Tugend zu etablieren. Sind Sie ein Robespierre?(){ return new Answer (Robespierre war doch eher sympathisch. Aber sonst fällt mir dazu wenig ein. Das kann man so sehen.); } public Answer Man wirft Ihnen vor, Sie wollten mit der Moderne und mit dem Humanismus brechen.(){ return new Answer (Das sind zwei Begriffe, mit denen ich nichts Genaues anfangen kann. Der Liberalismus hingegen ist ein recht klar umrissenes System.); } public Answer Das Sie aber nicht überzeugt.(){ return new Answer (Nicht allzu sehr.); }

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public Answer Was fehlt den Menschen am Ende des Jahrtausends?(){ return new Answer (Viel, sehr viel.); } public Answer Zum Beispiel?(){ return new Answer (Zum Beispiel, dass wir noch kein System gefunden haben, um die demographischen Entwicklungen zu steuern. Dann gibt es keine wirklich 端berzeugende Wirtschaftsordnung. Es gibt keine Religion, was sehr unangenehm ist.); } }


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package schmalzriedt.sierk.image; import java.util.Collection; import java.util.Collections; public abstract class AbstractImageFactory { public void run(){ Result result; Collection<Interview> interviews = getInterviews(); Collection<Interview> recherche = Collections.EMPTY_SET; for (Interview interview : interviews){ if( read(interview) ){ recherche. add(interview); } else { interview. destroy(); } } for (Interview interview : recherche){ interview.collectMetadata(); } boolean useful = true; Collection<Sketch> sketches = Collections.EMPTY_SET; Sketch tmpSketch = null; while(useful){ tmpSketch = createSketch(recherche); sketches.add(tmpSketch); useful = areSketchesUseful(sketches); } Pattern oldPattern = findPattern(sketches); Pattern pattern = null; do{ pattern = findPattern(sketches); } while (! pattern.equals(oldPattern)); result = reducePattern(); System.out.println(result); } protected abstract Result reducePattern(); protected abstract Sketch createSketch(Collection<Interview> recherche); protected abstract boolean read(Interview interview); protected abstract Collection<Interview> getInterviews(); protected abstract boolean areSketchesUseful(Collection sketches); protected abstract Pattern findPattern(Collection sketches); protected abstract Result reducePattern(Pattern pattern); }


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you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ cat etc/about ================================================================== 2008.sommersemester.diplom.schmalzriedt.sierk visuelleKommunikation.hochschulePforzheim (C)2008 f체r die abgebildeten Werke, Sierk Schmalzriedt Betreuende Professoren: hochschulePforzheim.rothfuss.thomas kunstakademieKarlsruhe.ackermann.franz Danke: Matthias Strolz, Professor Michael Throm (Hochschule Pforzheim), Prof. Dr. Winfried Eckel (Universit채t Mainz), Silvia Auer, Michelle Wehe, Laila Gerber, cyne GmbH, Dagmar Zelenka, G체nther Zelenka, Ulrich Schmalzriedt, Thilo Schmalzriedt, Sunitha Gerber ================================================================== you@schmalzriedt.sierk.ElementeSystemeProzesse:~ $ exit

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Elemente, Systeme, Prozesse