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Madlen Scheid, Auszubildende im Werk Marktheidenfeld, seit 2009 bei der BKK Braun-Gillette versichert.

2011 BerufsstnaenrtiPeord touch! Gewinne ei

Mehr auf Seite

BKK

compact

Mit der BKK fit ins Frühjahr Winterschlaf ade

Bogenschießen Ein Sport für Körper und Geist

Rückentraining zahlt sich aus BKK Braun-Gillette schließt IGV-Vertrag ab

Ausgabe 1-2011

www.bkk-braun-gillette.de

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Inhalt 1·2011 3

Darmkrebsvorsorge 2011

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Jetzt wird Prävention noch einfacher

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Mit der BKK fit ins Frühjahr

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BKK Braun-Gillette oder PKV?

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Kurz gesagt

8/9

Rückentraining zahlt sich aus

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»Fit for Life«-Bonusteilnehmer leben gesünder

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Bogenschießen – Ein Sport für Körper und Seele

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Das Pippilotta-Prinzip

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Berufsstarter 2011

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Auf Rezept

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Droht ein Pillen-Chaos dank AMNOG?

Impressum Herausgeber BKK Braun-Gillette Westerbachstr. 23 A · 61476 Kronberg Tel. 06173 30-1980 · Fax 06173 30-1933 Redaktion Axel Thorn Die Redaktion folgt, was die Rechtschreibung angeht, den Dudenempfehlungen und prüft sämtliche Beiträge mithilfe des Rechtschreib- und Grammatikprüfprogramms „Duden Korrektor PLUS“. Fotoquellen BKK Braun-Gillette Redaktion, KKF- und DSG-Bildarchiv, Photocase.de, sxc.hu, Apple.com, Exel, Titelfoto: Christian Schwab (www.schwabchristian.de) Grafische Gestaltung, Druckvorstufe D-Sign-Grafix GmbH Herbststraße 8 · 74072 Heilbronn Tel. 07131 89866-333 · Fax 07131 89866-345 E-Mail: info@dsg1.de · www.dsg1.de Druck, Vertrieb KKF-Verlag Martin-Moser-Straße 23 · 84503 Altötting Tel. 08671 5065-10 Projektidee SDO GmbH Weidelbach 11 · 91550 Dinkelsbühl Tel. 09857 9794-10 · Fax 09857 9794-50 E-Mail: info@sdo.de · www.sdo.de Erscheinungsweise viermal jährlich jeweils in der ersten Woche des letzten Quartalsmonats Druckauflage 10.000 Exemplare Bezugsquelle direkt bei der BKK Braun-Gillette Redaktionsschluss 25.02.2011 Keine Reproduktion des Inhalts ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. übernimmt der Herausgeber keine Haftung. Wir behalten uns das Recht vor, Leserbeiträge auszugsweise bzw. in gekürzter Fassung zu veröffentlichen. Das Magazin dient der BKK dazu, ihre gesetzlichen Verpflichtungen zur Aufklärung der Versicherten über deren Rechte und Pflichten in der Sozialversicherung zu erfüllen. Rechtsverbindlich für sozialrechtliche Themen sind Gesetz und Satzung.

Liebe Leserin, lieber Leser, gesundheitspolitisch erwartet uns wieder ein spannendes Jahr: Mit dem Gesetz zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FinG) und dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz hat der Bundestag bereits im November 2010 weitere Reformen gegen die akut drohende Unterfinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung verabschiedet. Begonnen hat das Jahr für die rund 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten in Deutschland mit einer Gebührenerhöhung. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hob den einheitlichen Beitragssatz von 14,9 auf 15,5 Prozent an und machte damit die Beitragssenkung von Mitte 2009 wieder rückgängig. Hintergrund dieser unpopulären Maßnahme: Bisher finanzierten sich die Gesundheitskosten aus den einkommensbezogenen Beiträgen von Versicherten und Arbeitgebern. So führten Kostensteigerungen im Gesundheitswesen zwangsläufig zu steigenden Lohnkosten. Politisches Ziel ist es, eine zukunftsfähige GKV-Finanzierung zu schaffen, die sich über einkommensunabhängige Zusatzbeiträge – ohne konjunkturelle Schwankungen – dauerhaft finanziert. Die Arbeitskosten sollen schrittweise von den Gesundheitskosten entkoppelt werden, um Wachstum und Beschäftigung zu sichern. Die Höhe der Zusatzbeiträge bestimmen die Krankenkassen selbst. Mit dieser „Pseudo-Rückkehr zur Finanzautonomie“ will der Gesetzgeber wieder mehr Wettbewerb unter den Krankenkassen sowie mehr Kostentransparenz für die Versicherten schaffen. Preis und Leistung sollen über eine gute und kostengünstige Versorgung bestimmen. Beitragserhöhung und Zusatzbeiträge sind eine Seite der Medaille – Kostensenkungen die andere: AMNOG, das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz soll der Willkür der Pharmabranche Einhalt gebieten. Die freie Preisgestaltung der Hersteller – insbesondere bei Neupräparaten – hat zu einem Ausgabenwachstum geführt, das die Versicherten in unverantwortlicher Weise belastet. Mehr als 30 Mrd. Euro wenden Krankenkassen pro Jahr für Arzneimittel auf. Die Verordnung von Generika, weitere Rabattverträge mit Pharmaherstellern und die wissenschaftliche Nachweispflicht des therapeutischen Zusatznutzens bei Neuzulassungen sollen spürbare Entlastung schaffen (lesen Sie mehr auf Seite 14). Vorbeugen ist besser als heilen – eine alte Volksweisheit, die in unserer modernen Gesellschaft an Bedeutung verloren hat. Prävention verhindert vor allem Leid und Schmerzen durch Krankheiten, hilft aber auch Kosten zu sparen (s. Artikel „Bonusprogramm“ auf Seite 10). Röslers Ansatz, die Hausärzte dafür stärker in die Pflicht zu nehmen, ist gut. Ob das mittels weiterer finanzieller Anreize im Rahmen der nächsten Honorarreform geschehen muss, ist allerdings fragwürdig. Bleiben wir bei den Halbgöttern in Weiß: Ein „Versorgungsgesetz“ soll noch im ersten Halbjahr 2011 dafür sorgen, dass die ärztliche Unterversorgung – meist in ländlichen Regionen – behoben wird. So wird die Bedarfsplanung reformiert, damit sich die Zahl der Arztplanstellen zukünftig nicht mehr nur an der Einwohnerzahl, sondern auch an deren Altersstruktur orientiert. Und natürlich bekommen Nachwuchs-Landärzte ein höheres „Schmerzensgeld“ für ihren Einsatz am Rande der der Zivilisation … Auch in der Pflegeversicherung ist akuter Handlungsbedarf: Gegenwärtig sind etwa 2,37 Mio. Deutsche pflegebedürftig, und durch den demografischen Wandel steigt ihre Zahl stetig. Unter dem Motto „Jahr der Pflege“ initiiert Bundesgesundheitsminister Rösler eine Grundsatzdebatte, um die Finanzierung der Pflegeversicherung, aber auch den drohenden Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Reformpläne entwickeln werden. Einen wunderschönen Frühling sowie viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe wünscht Ihnen Ihr Heinrich Mager

Vorstand BKK Braun-Gillette 2 | bkk compact 01


Vorsorge

Darmkrebsvorsorge 2011 – machen auch Sie mit!

Alarm im Darm Bereits seit mehreren Jahren bietet die BKK Braun-Gillette ihren Versicherten exklusiv eine kostenlose Darmkrebsvorsorge an. Dieses Thema ist uns so wichtig, so dass wir auch in 2011 wieder eine entsprechende Präventionsaktion durchführen. Prüfen Sie Ihr familiäres Risiko! Ein familiäres Risiko liegt vor, wenn Verwandte (z. B. Großeltern, Eltern oder Geschwister) an Darmkrebs, Darmpolypen oder auch an einem bösartigen Tumor des Magens sowie der Gebärmutter erkrankt waren oder sind. Deshalb ist es gerade für junge Menschen wichtig, „Familienforschung“ zu betreiben. Keine Sorge – selbst wenn in Ihrer Familie mehrere Fälle von Darmkrebs, Darmpolypen oder verwandten Krebserkrankungen vorgekommen sind, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass auch Sie an Darmkrebs erkranken werden. Es bedeutet jedoch mit Sicherheit, dass Sie ein erhöhtes Risiko haben und entsprechende Vorsorge treffen müssen. Gesunde Ernährung wirkt vorbeugend! Im Laufe seines Lebens nimmt ein Mensch durchschnittlich rund 30 Tonnen Nahrung und mehr als 50.000 Liter Flüssigkeit zu sich. Häufig greifen wir im Hinblick auf eine gesunde Ernährung nicht zu den richtigen Nahrungsmitteln: Der wichtigste Risikofaktor von Darmkrebs ist eine Fehlernährung mit übermäßiger Kalorienzufuhr sowie eine fett- und fleischreiche Kost mit niedrigem Anteil an Ballaststoffen. Erhöhte Blutfettwerte und Vitaminmangel sind Begleiterscheinungen. Insbesondere der tägliche Genuss von rotem Fleisch oder Fleischprodukten erhöht das Darmkrebsrisiko um mindestens 50 Prozent. Wussten Sie eigentlich, dass jährlich über 70.000 Menschen in Deutschland neu an Darmkrebs erkranken? jährlich ca. 30.000 Menschen an Darmkrebs sterben? Darmkrebs zu der Krebsart zählt, die die höchste Zahl an Neuerkrankungen pro Jahr aufweist? das Risiko eines Deutschen, in seinem Leben an Darmkrebs zu erkranken, etwa 6 Prozent beträgt? eine unbemerkte Erkrankung in den meisten Fällen innerhalb von wenigen Monaten zum Tod führt?

die Heilungschancen maßgeblich davon abhängen, wie frühzeitig der Darmkrebs entdeckt wird? Darmkrebs zunächst meist aus gutartigen Vorstufen (Polypen) entsteht? Darmkrebs langsam im Verborgenen wächst und häufig keine Symptome (z. B. Schmerzen) verursacht? Oben ist der gesunde Darm erkennbar – ein Bollwerk gegen Krankheitserreger: Er verhindert, dass Toxine, Keime, Bakterien, Viren und Parasiten unseren gesamten Organismus krank machen. Unten dagegen ist eine Polypektomie abgebildet: Die schmerzfreie Entfernung von gutartigen Wucherungen (Polypen) der Darmschleimhaut während einer Darmspiegelung (Koloskopie) mittels kleiner Instru© Felix Burda Stiftung mente.

BKK Braun-Gillette bietet auch 2011 wieder eine Darmkrebsvorsorge-Aktion an Werden Sie jetzt aktiv: Verwenden Sie den eingedruckten Gutschein zur kostenlosen Anforderung des Früherkennungstests. Sollten Sie weitere Exemplare für mitversicherte Familienangehörige benötigen, kopieren Sie diesen Coupon oder sprechen Sie unsere Kundenberater an – wir helfen gerne weiter. Für alle Fragen rund um Früherkennung und Vorsorge stehen Ihnen unsere Kundenberater gerne zur Verfügung – Anruf genügt. Die Adressen finden Sie auf der Rückseite dieses Magazins. Weitere Informationen zum Thema bekommen Sie im Internet unter www.darmkrebs.de und www.bit.ly/darmkrebs.

Gutschein

für einen kostenlosen* Darmkrebs-Früherkennungstest

exklusiv für Sie

Datenschutzerklärung: Mit meiner Unterschrift erkläre ich mich damit einverstanden, dass meine Patientendaten im Rahmen der Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung den beteiligten Leistungserbringern, die zur Geheimhaltung im Sinne des Datenschutzgesetzes verpflichtet sind, weitergegeben und verarbeitet werden dürfen. * Gilt nur für Kunden der BKK Braun-Gillette. Sind Sie bei einer anderen Krankenkasse versichert, kostet die Untersuchung 9,99 Euro.

BKK Braun-Gillette Abt. Gesundheitsförderung Westerbachstraße 23 A 61476 Kronberg im Taunus


Vorsorge

Jetzt wird Prävention noch einfacher

Vergessen Sie den Knoten im Taschentuch Kennen Sie das? Der Kollege erzählt, dass er sich gestern Abend eine App auf sein Mobilfunktelefon geladen hat. Sie lachen höflich über diese Neuigkeit, verstehen aber nur Bahnhof. Doch Apps sind in aller Munde. Jeder spricht von ihnen. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Wort mit den drei Buchstaben? App ist die Kurzform des englischen Wortes „application“ und bedeutet Anwendung. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind hiermit Programme, wie Spiele oder Textprogramme, gemeint, die man z. B. auf einem modernen Mobiltelefon installieren kann.

Doch es gibt noch sinnvollere Anwendungen für die kleinen Programme: Dank der kostenlosen APPzumARZT können nun erstmals in Deutschland die wichtigsten Präventionsuntersuchungen für die ganze Familie in einem Tool gemanaged werden. So kann der Nutzer seine eigenen Vorsorgetermine sowie die weiterer Familienmitglieder verwalten. Nach Eingabe einiger Daten errechnet die APP alle relevanten Termine bzw. fragt die letzten Impf- und Zahnarztdaten ab. Knoten im Taschentuch war gestern Gesundheit kann so einfach sein. Denn jetzt entgeht Ihnen nichts mehr: Diese App managed Ihre Gesundheitsvorsorge, erinnert Sie an kostenfreie Arzt-Leistungen und sorgt dafür, dass Sie keinen Bonus mehr verpassen. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass Sie über ein iPhone, iPod touch und iPad verfügen. Gesundheitsmanager für die ganze Familie Die APPzumARZT beinhaltet aktuell die gesetzlich empfohlenen Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen zu 13 Krankheiten – von Diabetes bis Gebärmutterhalskrebs, 13 Impfungen – von Tetanus bis FSME sowie alle Zahnarztleistungen und Kinderarzttermine. Erstmals ist es nun ganz einfach, die Präventionsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Krankheitsbildern in einem Tool zu koordinieren. Der Clou: Vom Baby bis zum Pensionär – die APPzumARZT ist für alle da. Geben Sie Vater, Mutter, Kinder und Geschwister ein und werden Sie zum Gesundheitsmanager Ihrer Familie.

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Wie funktioniert’s? Einfach Geschlecht und Geburtsdatum eingeben, schon errechnet die App den aktuellen Vorsorge-Status und fragt Sie nach bereits in Anspruch genommenen Vorsorgeleistungen. Dieser einmalige Invest weniger Minuten ermöglicht daraufhin eine „lebenslange“ Garantie, keine Präventionsmöglichkeit mehr zu verpassen. Auf einen Blick einfachste Bedienung Erinnerungsservice, der Sie rechtzeitig auf Arzttermine hinweist alle wichtigen Vorsorgetermine für die ganze Familie auf einen Blick kostenlos gesund bleiben: Alle Leistungen der BKK Braun-Gillette sinnvoll ausschöpfen. alle Maßnahmen basieren auf den Empfehlungen des GBA (Gemeinsamer Bundesausschuss) und des Robert-Koch-Instituts (RKI). Kurzinfos zu den Krankheiten und Untersuchungen kostenlose Updates halten Sie auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und ergänzen Ihren Präventionsmanager durch weitere Tools

Tipp Initiatoren dieses Service sind die Felix Burda Stiftung und die Assmann Stiftung für Prävention. Weitere Informationen zum Thema bekommen Sie im Internet unter http://itunes.apple.com/de/app/appzumarzt/id410324684?mt=8


Gesundheit

Winterschlaf ade

Mit der BKK fit ins Frühjahr

Mehr Licht Während des Winters sind viele Menschen schlapp und wenig leistungsfähig. Nach den trüben Monaten stellt sich aber mit den ersten Sonnenstrahlen des Vorfrühlings oftmals kein Schwung ein, sondern bleierne Müdigkeit. Bis vor einigen Jahrzehnten nahm man an, der Grund sei die schlechte Versorgung mit frischen Lebensmitteln im Winter. Mittlerweile gibt es auch im Winter ein großes Angebot an Obst und frischem Gemüse. Amerikanische Wissenschaftler fanden heraus, dass Lichteinfluss eine große Rolle bei den jahreszeitlich bedingten Biorhythmen und der Befindlichkeitsstörung „Frühjahrsmüdigkeit“ spielt. Licht und Dunkelheit wirken über die Augen direkt auf das Zentrum der Hormonproduktion.

Was Sie gegen „Frühjahrsmüdigkeit“ tun können? Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung ist eine Möglichkeit, die Fitness im Winter und Frühjahr zu steigern. Verwenden Sie aber vermehrt heimisches Gemüse (Kohlsorten, Lagerkartoffeln und Möhren), denn sie stammen nicht aus Gewächshäusern. Viele Menschen neigen dazu, übermäßig zu essen – wer aber zu viel isst, wird träge und damit auch antriebsschwächer. Also nur so viel essen, wie der Körper auch verbraucht. Das ist leichter gesagt als getan, hilft aber, der Frühjahrsmüdigkeit im Vorfeld entgegenzuwirken. Wer sich leistungsschwach fühlt, sollte in jedem Fall zusätzlich Vitamine und Spurenelemente in Pulver- oder Pillenform als Nahrungsergänzung zu sich nehmen. Lassen Sie sich aber vorher durch einen Arzt oder Apotheker beraten.

Sonne tanken Bei Nacht wird das schlaffördernde Hormon Melatonin ausgeschüttet. Um nicht müde zu werden, wird bei Helligkeit die Produktion gehemmt. Patienten, die im Winter unter starken Depressionen litten, wurden mit Licht behandelt. Über die den Gehirnstoffwechsel aktivierende Helligkeit konnte eine Verbesserung der Depression beobachtet werden. Solche Depressionen sind allerdings die gravierenste Form der „Frühjahrsmüdigkeit“. Abgespannt heit, Müdigkeit und Leistungsschwäche im Frühling hat aber sicherlich fast jeder schon erlebt. Mit einfachen Mitteln kann dagegen etwas getan werden.

Raus an die frische Luft Ebenfalls wichtig ist es, durch Sport den gesamten Organismus und Kreislauf in Schwung zu bringen. Gerade Sport wirkt langfristig leistungssteigernd. Sport ist die beste Methode, fit und gesund in den Frühling zu starten. Regelmäßig betrieben, baut er Stress ab, beugt er Herz- und Kreislauf-Erkrankungen vor und stärkt er unser Immunsystem. Die positiven Effekte beim Sport hängen von der Regelmäßigkeit und Dauer ab. Für Anfänger ist es sinnvoll, eher lange und langsam zu trainieren; damit wird Kondition allmählich aufgebaut und der Körper an die Belastung gewöhnt. Empfehlenswert ist es, zwei- bis dreimal wöchentlich je 30 Minuten Sport zu treiben. Ob Tanzen, Schwimmen, Joggen, Nordic Walking, Wandern, Gymnastik oder ein Spaziergang an der frischen Luft – die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt.

Viel schlafen Noch sind die Tage kürzer und unser Körper benötigt ausreichend Schlaf. Aber auch mit einem wohligen Wannenbad können Sie sich zusätzliche Ruhe gönnen. Die Badezusätze mit Lavendel, Rosenholz, Jasmin oder Melisse sind gerade jetzt beliebt. Unsere Empfehlung Mischen Sie sich Ihren eigenen Wellness-Badezusatz. Dazu brauchen Sie zwei Esslöffel Olivenöl mit je einem Esslöffel Sahne und Honig, die Sie zusammen mit einer Handvoll Meersalz und fünf bis zehn Tropfen Zitronenöl oder sieben frisch gepressten Zitronen ins warme Badewasser geben.

BKK Braun-Gillette unterstützt Ihre Gesundheitsvorsorge auch finanziell Sie möchten gemeinsam mit anderen fit in den Frühling gehen? Wir unterstützen Ihre Motivation mit einer Vielzahl an aktiven, sportlichen Kursangeboten. Im Rahmen der Gesundheitsvorsorge übernimmt die BKK Braun-Gillette bei qualitätsgesicherten, bezuschussungsfähigen Kursen für zwei Kurse die Kosten zu 90 Prozent, pro Jahr ingesamt bis zu 240 Euro.

Informationen Bitte sprechen Sie vor Kursbeginn mit unseren Kundenberaterinnen, ob Ihr gewünschter Kurs erstattet werden kann. Sie können auch auf unserer Homepage unter www.bkk-braun-gillette.de/Präventionskurse in der Kursdatenbank Aktivitäten in Ihrer Nähe suchen.

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BKK Intern

Drum prüfe, wer sich ewig bindet!

BKK Braun-Gillette oder PKV? Die Einheitsbeitragssatz der gesetzlichen Krankenversicherung wurde zum 1. Januar 2011 angehoben. Selbstverständlich nutzen die privaten Krankenversicherungen (PKV) diese Gelegenheit, um mit großen Anzeigenkampagnen auf ihre vermeintlich günstigen und leistungsstarken Angebote aufmerksam zu machen. Ein Wechsel aus der Solidargemeinschaft scheint für Besserverdiener doch so attraktiv zu sein … Wirklich wechseln? Ein solcher Wechsel ist jedoch nicht ohne Konsequenzen und sollte reiflich überlegt werden. Die Werbeangebote beziehen sich bezüglich Beitragshöhe fast immer auf das geringst mögliche Versicherungsrisiko (sog. Basistarif ), d. h. solche „Musterversicherte“ sind jung, ledig, gesund, verdienen gut und haben keine Kinder. Doch was, wenn man älter wird, chronisch erkrankt oder Familienangehörige mitversichert werden sollen?

Teure Verwaltung? Ja, bei der privaten Krankenversicherung. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung beträgt der Anteil der Verwaltungskosten an den Gesamtausgaben rund 5,4 Prozent. Die Private verbucht hier 14,9 Prozent, also fast das dreifache mehr an Personal- und Sachkosten gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Dafür müssen privat Versicherte mit vielen Behandlungskosten in Vorleistung treten und auch die bürokratischen Erstattungsanträge selber vornehmen.

Was viele nicht wissen – und PKV-Vermittler oft verschweigen – viele Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung gar nicht oder müssen über gesonderte Tarife bezahlt werden. Die Private bietet keine grundsätzlich qualitativ hochwertigere Versorgung, sondern eine teurere, an denen die Leistungserbringer – hauptsächlich die Ärzte – mehr profitieren.

Nur einige gute Gründe, die für die BKK Braun-Gillette und gegen die private Krankenversicherung sprechen Kinder und Jugendliche sind beitragsfrei bei uns mitversichert – in der PKV zahlen Sie für jedes Familienmitglied extra das gilt auch für Ehepartner ohne eigenes Einkommen Sie erhalten vom ersten Tag an einen vollständigen Versicherungsschutz im Krankheitsfall – Wartezeiten und Leistungseinschränkungen (z. B. die sog. „Zahnstaffeln“) wie in der PKV fallen nicht an keine Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse bei bestehenden Krankheiten keine Gesundheitsprüfung zur Risikovermeidung – wir sind für alle da Berechenbarkeit des Beitrags, da er immer einkommensabhängig ist – auch im Rentenalter oder bei längerer Arbeitsunfähigkeit Wenn Sie Ihr krankes familienversichertes Kind pflegen und deshalb nicht arbeiten können, zahlen wir Ihnen Kinderkrankengeld Kostenübernahme bei Haushaltshilfen Mutter/Vater-Kind-Kuren Kostenübernahme von Psychotherapien Bonusprogramm »Fit for Life« für gesundheitsbewusstes Verhalten Leistungen werden direkt über Versichertenkarte abgerechnet, keine Vorfinanzierung wie in der PKV

Ein gesetzlich Versicherter im Alter von 65 Jahren kostet seine Kasse durchschnittlich 2.500 Euro im Jahr. Sein privatversicherter Altersgenosse bringt es bereits auf 5.000 Euro. Die häufig anzutreffende Formulierung der Zweiklassenmedizin bekommt bei genauerer Betrachtung plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Günstige Beiträge, schnellere Termine? Das böse Erwachen ist oft nur eine Frage der Zeit. Die Beiträge in der PKV sind in den vergangenen zehn Jahren in den Bestandstarifen mit weit über 50 Prozent deutlich stärker gestiegen als in der GKV mit knapp 30 Prozent. Diese Beitragsexplosion wird allerdings nicht beworben, betrifft sie doch vor allem die Bestandskunden, die im Alter nicht mehr – ohne weitere Nachteile zu erlangen – die Versicherung wechseln können.

Wer sich für die private Krankenversicherung entscheidet, trifft in den meisten Fällen eine Entscheidung für das ganze Leben. Jedes Jahr zum Jahresende kommen ehemalige Versicherte zu uns, die gerne zur BKK Braun-Gillette zurückkehren würden. Grund sind die exorbitanten Beitragserhöhungen ihrer privaten Versicherung. Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bleibt fast immer versperrt. Mehr zum Vergleich „Gesetzlich oder Privat“ finden Sie in der aktuellen Märzausgabe 2011 der Finanztest.

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Aktuell

+++ Kurz gesagt +++ Wir helfen gerne

Die BKK Braun-Gillette unterstützt Selbsthilfegruppen Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle bei der Information, Beratung und Betreuung von Menschen, die an seltenen oder schweren Krankheiten leiden. Betroffene finden hier eine kompetente Unterstützung im Umgang mit der eigenen Krankheit. In Selbsthilfegruppen finden sich Menschen zusammen, die die gleichen Probleme haben. Sie können Erfahrungen austauschen, hilfreiche Tipps weitergeben oder einfach nur mit selbst Betroffenen über die eigene Krankheit sprechen nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid. Sagen Sie uns, welche Initiative wir fördern sollen! Die BKK Braun-Gillette hat den gesetzlichen Auftrag, Selbsthilfegruppen finanziell zu fördern. Für uns wäre es natürlich noch schöner, wenn wir einen Bezug zu den Gruppen haben, die wir fördern. Wenn Sie als Mitglied unserer Versichertengemeinschaft Kontakte zu Selbsthilfegruppen haben, selbst Mitglied sind oder gar aktiv eine Selbsthilfegruppe organisieren, dann sagen Sie es uns.

Gerne helfen wir Ihnen auch weiter, wenn Sie eine Selbsthilfe neu ins Leben rufen möchten. Wenn Ihre Selbsthilfegruppe die rechtlichen Voraussetzungen gemäß § 20 Abs. 4 SGB V erfüllt, besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf finanzielle Unterstützung an uns zu stellen. Gerne unterstützen wir Sie beim Ausfüllen des Fragebogens und beantworten Ihre Fragen.

Fragen? Weitere Fragen beantwortet gerne: Dieter Benirschke Prävention und Gesundheitsförderung dieter.benirschke@bkk-braun-gillette.de Tel. 06173 30-1962

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Satzungsnachträge genehmigt

Der BKK-Verwaltungsrat informiert Der 16. Nachtrag zur Satzung wurde vom Verwaltungsrat am 15. Dezember 2010 beschlossen und mit Bescheid vom 6. Januar 2011 durch das BVA genehmigt.

Jährliche Vergütung gemäß § 35a Abs. 6 SGB IV Wie jedes Jahr gilt es, der Verpflichtung des § 35a Abs. 6 SGB IV ge recht zu werden und allen Interessierten die Höhe des Vorstandsgehaltes mitzuteilen. Die Bruttovergütung betrug im vergangenen Jahr 122.198,31 Euro, die alle Leistungen für den Vorstand einhielt.

©prodente

Sie finden die neuste Version der Satzung auf unseren Internetseiten unter www.bkk-braun-gillette.de in der Rubrik „BKK intern“. Bei Bedarf senden wir Ihnen gerne ein Exemplar zu – bitte sprechen Sie uns an.

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Versorgungs-Management

BKK Braun-Gillette schließt IGV-Vertrag ab

Rückentraining zahlt sich aus Zu den häufigsten Ursachen für eine Krankschreibung zählen weiterhin Rückenbeschwerden. Je nach Branche gingen allein 2009 zwischen 16 und 27 Prozent aller Fehltage auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen, wie der BKK-Gesundheitsreport zeigt. Im Schnitt waren das 16,2 Tage je Patient.

Menschen mit chronischen Rückenschmerzen sind in ihrer Lebensqualität und ihrem Wohlbefinden erheblich eingeschränkt. Um diesen Patienten eine bestmögliche und zeitnahe Behandlung zu garantieren, hat die BKK Braun-Gillette einen neuen Vertrag „Integrierte Versorgung Rückenschmerz“ abgeschlossen. Bei der sogenannten „Integrierten Versorgung“ (IGV) werden die medizinischen Leistungen durch Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser und weitere Anbieter zusammengeführt, also „integriert“. Zwei starke Partner, ein Ziel Gemeinsam mit dem Rückenzentrum 360GRAD Main-Taunus in Eschborn hat die BKK ein innovatives Versorgungsmodell für Rückenschmerzpatienten entwickelt. Es richtet sich vor allem an Versicherte im Rhein-Main-Gebiet zwischen 18 und 65 Jahren mit Rückenschmerzen, die dauerhaft schmerzfrei werden wollen. Alle Beteiligten vereinbaren aufeinander abgestimmte Behandlungsschritte mit besonders hohen Qualitätsstandards. Mit der Teilnahme profitieren unsere Kunden nicht nur von modernsten Behandlungsmethoden, sie ersparen sich auch unnötige Doppel8 | bkk compact 01

untersuchungen. Sie werden optimal betreut und dadurch schneller wieder gesund. Am Anfang steht die Diagnostik Die Therapie startet mit einer ärztlichen/orthopädischen Grunduntersuchung bei einem der an dem Versorgungsmodell teilnehmenden Ärzte. Der behandelnde Arzt schreibt den Versicherten daraufhin in das Versorgungskonzept ein. Anschließend wird bei 360GRAD eine Eingangsanalyse durchgeführt. Hierbei werden unter anderem die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die Kraft der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur gemessen. Diese Messwerte werden mit Referenzwerten von beschwerdefreien Personen verglichen. So kann ein individueller Therapieplan erstellt werden. Wer rastet, der rostet Der Versicherte absolviert zuerst ein Trainingsprogramm mit 24 Trainingseinheiten. Die Trainingseinheiten werden zweimal in der Woche durchgeführt und dauern jeweils etwa 60 Minuten. Trainiert wird


Versorgungs-Management

an speziell entwickelten Hightech-Trainingsgeräten. Im Anschluss an das Aufbauprogramm folgen weitere zehn Einheiten medizinische Trainingstherapie und zehn Einheiten Training im 3D-Spacecurl, einer innovativen Behandlungsmethode zur Stabilisierung und Verbesserung der Koordination. Alle therapeutischen Maßnahmen werden von speziell geschulten Physiotherapeuten und DiplomSportwissenschaftlern durchgeführt. Die Therapie kann durch die fachliche Kontrolle jederzeit individuell angepasst werden. Muskelkater gratis Zusammenfassend sieht das Programm wie folgt aus: regelmäßige Untersuchungen durch den behandelnden Arzt und Kontrollanalysen nach zwölf und 24 Trainingseinheiten gewährleisten den maximalen Therapieerfolg Im Bedarfsfall ist auch die Behandlung durch einen Schmerztherapeuten vorgesehen Die Therapie dauert im Ganzen etwa sieben Monaten und hat das Ziel, den Rückenschmerz und die damit verbundenen Einschränkungen langfristig zu beseitigen

Und was können wir für Sie tun? Für weitere Informationen über das neue und innovative Behandlungs konzept wenden Sie sich direkt an Ihre Kundenberater (Adressen auf der Rückseite dieses Magazins) oder an das 360GRAD Rückenzentrum Main-Taunus telefonisch unter 06196 2024264 oder im Internet unter www.360grad-maintaunus.de/integrierteversorgung-rueckenschmerz.php

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Vorsorge

Jetzt 80 Eu ro Bonu siche s rn!

BKK-Bonusprogramm wirkt

»Fit for Life«-Bonusteilnehmer leben gesünder Dass sich gesunder Lebensstil auszahlt, wissen unsere Kunden schon lange. Nun ist es auch wissenschaftlich belegt: Das BKK-Bonusprogramm verbessert bereits kurzfristig das gesundheitliche Befinden der Versicherten, reduziert den Medikamentenbedarf und zeigt bereits nach drei Jahren einen deutlichen finanziellen Nutzen. Bisher galten Bonusprogramme als Instrumente, die ihre Wirksamkeit sowohl für die Versicherten als auch für die Kasse erst mittel- bis langfristig entfalten. Das Institut für Prävention und Gesundheitsförderung der Universität Duisburg-Essen hat in unserem Auftrag die Ergebnisse des Bonusprogramms für die Jahre 2007 bis 2009 ausgewertet. Die Studie zeigt, dass sich das durch unser BKK-Bonusprogramm geförderte gesundheitsbewusste Verhalten bereits innerhalb weniger Jahre auszahlt. Erfreuliches Fazit: Die Teilnehmer/innen am Bonusmodell leben – im Vergleich zu einer Kontrollgruppe von Versicherten, die nicht am Bonusmodell teilnimmt – deutlich gesünder und fitter. Sind Männer Vorsorgemuffel? Die Auswertung ergab auch, dass Frauen Bonusprogramme deutlich stärker nutzen als Männer. Zudem gehören viele der Bonusversicherten den höheren Altersklassen an. Studienleiter Dr. Heiko Friedel erklärt: „Teilnehmer von Bonusprogrammen benötigen weniger medizinische Behandlung; die Ausgaben für Arzneimittel, Krankenhausbehandlung und Krankengeld sinken deutlich, die persönliche Lebensqualität steigt. Gerade ältere Menschen profitieren davon sehr schnell.“ Da freut sich Ihre Gesundheit und der Geldbeutel „Mit dem BKK-Bonusmodell schaffen wir für unsere Versicherten einen finanziellen und vor allem persönlichen Anreiz, mehr

auf die eigene Gesundheit zu achten“, so Heinrich Mager, Vorstand der BKK Braun-Gillette. „Unser Ziel für die Zukunft ist es, auch jüngere Versicherte von den Vorteilen des Bonusprogramms zu überzeugen, denn in Gesundheit zu investieren, lohnt sich doppelt“, ergänzt der BKK-Vorstand. Eine Teilnahme am Bonusprogramm »Fit for Life« ist übrigens jederzeit möglich. Lassen Sie sich Vorsorgeuntersuchungen wie z. B. Zahnarztcheck, Krebsfrüh erken nung, Check-ups, die Teilnahme an Gesundheitskursen oder die aktive Mitgliedschaft im Sportverein bzw. Fitness-Studio in Ihrer Bonuskarte abstempeln und schon punkten Sie. Nehmen Sie schon am Bonusprogramm teil? Wenn nicht, fordern Sie doch gleich die Unterlagen an, damit auch Sie doppelt profitieren.

Für Fragen rund um das Bonusprogramm »Fit for Life« Für weitere Fragen stehen Ihnen unsere Kundenberater gerne zur Verfügung. Anschriften auf der Rückseite dieses Magazins. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet unter www.bkk-braun-gillette.de > Rubrik Leistungen A – Z > Bonusprogramm

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Sport

Ein Sport für Körper und Geist

Bogenschießen Viele Entscheidungen im Leben treffen wir intuitiv, aus dem „Bauch heraus“. Beim traditionellen Bogenschießen spielt – anders als beim Sportschießen – die Anzahl der Treffer eine untergeordnete Rolle; vielmehr liegt der Schwerpunkt auf der geistigen Übung. Man schießt sozusagen aus dem Bauch heraus, denn die traditionelle Schießkunst verzichtet auf technische Hilfsmittel. Anspannung, Konzentration und Entspannung charakterisieren das intuitive Bogenschießen. Diese Eigenschaften waren es auch, die den Sporttherapeuten Roman Hochhalter veranlassten, an der AHG Klinik für Neurologie Hilchenbach im Sauerland therapeutisches Bogenschießen anzubieten. Viele neurologische Erkrankungen zeigen sich durch typische Symptome wie Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen, Gefühlsstörungen, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen oder Orientierungsprobleme. „Das Schießen eignet sich daher bei vielen Patienten hervorragend als nichtmedikamentöse Therapie und ergänzt den Erfolg der Therapie.“ Treffen ohne zu zielen Der Sporttherapeut setzt seinen Bogen an. Er fokussiert eine circa 50 Meter entfernte Scheibe mit einem goldgelben Zentrum. Mit der linken Hand hält er den Bogen, mit der rechten zieht er aus der Schulter heraus die Bogensehne nach hinten – kräftig mit bis zu 50 Pfund Zuggewicht. Der Bogen spannt sich wie eine Feder. Nach kurzem „Innehalten“ lässt er die Sehne los. Die Sehne schnellt vor, katapultiert den Pfeil mit bis zu 180 feet pro Sekunde (fps) nach vorne, das entspricht einer Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern. Der Pfeil schlägt ein. Zwei Zentimeter von der Mitte entfernt – ein guter Schuss. Übrigens, viele Begriffe stammen aus dem Englischen. So werden etwa die Maße für den Bogen, die Sehne und die Pfeile in Fuß, Inch oder Zoll angegeben – vielleicht eine Reminiszenz an die gefürchteten englischen Langbogenschützen des Mittelalters. Harmonie zwischen Körper und Geist „Bogenschießen gibt es in seiner archaischen Form seit 14.000 Jahren“, verweist der Experte auf die Jagd. „Heute ist es als meditative und konzentrativ anspruchsvolle Sportart sehr beliebt.“ Immerhin ist Bogenschießen seit 1972 olympisch. Doch Roman

Hochhalter favorisiert eher das Ursprüngliche: „Die Präzision kann man auch mit einem traditionellen Bogen erlernen. Gerade das macht den Reiz aus.“ Therapie mit Spaß und Erfolg Als Sporttherapeut hat er vor acht Jahren den Entschluss gefasst, seine Leidenschaft für den Langbogen beruflich zu nutzen: in seiner „Highholder´s Bogenschule“ im Insbachtal, in Schulen oder in Kliniken. Mentales Training, Technikschulung, Konzentrationsaufgaben, Dehn- und Kräftigungsübungen, Entspannung und Meditation: In relativ kurzer Zeit stellen sich Erfolgserlebnisse ein und die parallel angeeigneten Fähigkeiten unterstützen den Genesungsprozess und das allgemeine Wohlbefinden“, stellt er die Faszination des Sportes heraus. Auch der Spaß komme nicht zu kurz, erklärt der Sporttherapeut, der Sportwissenschaft, Pädagogik und Psychosomatik studiert hat, seine Begeisterung für das Bogenschießen. Zur Abwechslung hat er auch mal Luftballons und Bierdeckel als Zielscheiben dabei, hin und wieder lädt er zum „Spaßschießen“ ein. Am Rand des Tals stehen ein Luchs und ein Wildschwein. „Drei-DObjekte“, sagt Hochhalter. Mit der Jagd mit Pfeil und Bogen, die in Deutschland überdies verboten ist, hat das nichts zu tun. Die echten Kühe oben am Hang scheinen das zu wissen: Sie kauen seelenruhig weiter vor sich hin. Bogenschießen beruhigt.

Tipp Übrigens, Bogensport kann jeder schnell und kostengünstig erlernen. Adressen von Vereinen, die kostenfreie Schnupperkurse anbieten, finden Sie im Internet, z. B. unter www.bogenschiessen.de

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Entspannung

Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt

Das Pippilotta-Prinzip Unser Alltag ist komplex, der Druck im Job nimmt zu. Und damit die Sehnsucht nach Einfachheit. Entrümpeln Sie alte Glaubenssätze und werfen Sie Ballast ab mit dem PippilottaPrinzip. Denn in jedem von uns steckt eine Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminzia Efraim Langstrumpfs Tochter.

Der Terminkalender ist voll, die To-do-Liste gleicht Endlospapier: Abteilungssitzung, Mitarbeitergespräche, Businesstrip. Privat nicht anders: Ballettaufführung von Klein-Lena. Abendessen mit den Schillers und selbst gerolltem Sushi. Tangokurs mit Freund Rolf. Zuhause türmen sich noch Berge von Bügelwäsche und die Steuererklärung wartet immer noch unerledigt unter anderem Papierkram. Wäre es nicht schön, einfach nach dem Motto des frechen neunjährigen Mädchens mit Sommersprossen, dessen rotes Haar in zwei abstehenden Zöpfen geflochten ist, zu leben: Ich mach’ mir die Welt, wie sie mir gefällt? Weniger ist mehr Aber wie und wo anfangen? Erinnern wir uns an ein menschliches Grundbedürfnis: das Vereinfachen. Entdoppeln statt verdoppeln, entrümpeln statt Gerümpel, Entspannung statt Verspannung. Zufriedenes Leben basiert auf vier Säulen: Beruf und Finanzen, Familie und Kontakte, Gesundheit und Fitness, Sinn und Kultur. Genau dort wird aufgeräumt, dort gilt: Prioritäten zu setzen und unter dem Strich längerfristig auf ein ausgeglichenes Verhältnis zu achten bzw. sinnlosen Ballast abzuwerfen. Damit dürfte auch das Phänomen „keine Zeit“ verschwinden. Vereinfachen heißt nicht Zeit, sondern Aufgaben sparen. Perfektionismus: Erzfeind des Einfachen Machen Sie es wie die Heldin aus der Villa Kunterbunt; nehmen Sie das Leben aktiv in die Hand und verzichten Sie auf Perfektionismus. Neben den Papierstapeln gehören auch die eigenen Erwartungen ausgemistet. Wenn nicht immer alles bis ins letzte

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Detail perfekt ist, ist das auch in Ordnung. Übertriebene Genauigkeit macht bekanntlich nicht nur unzufrieden sondern auch krank. Akzeptieren Sie, nicht perfekt, sondern „nur“ gut zu sein. „Nobody is perfect“ – diesem locker dahingesagten Satz liegt eine tiefe Einsicht in das menschliche Wesen zugrunde. Einfacher und glücklicher lebt es sich auf einem Mittelweg zwischen Schlampigkeit und Perfektion. Der BKK-Tipp Sie möchten mehr zum Thema Stress und Entspannung erfahren? Sprechen Sie unsere Kundenberater an, die Adressen finden Sie auf der Rückseite dieses Magazins. Gerne sagen wir Ihnen auch, welche Entspannungskurse in Ihrer Region stattfinden. Jeder kann von Pippi mehr Selbstbewusstsein und Un abhängigkeit lernen, dem grauen Alltag ein Schnippchen schlagen und das Glück finden. Worauf noch warten? Machen Sie sich die Welt, wie Sie Ihnen gefällt!

Tipp Die Broschüre „Kein Stress mit dem Stress“ können Sie kostenlos bei uns anfordern – Anruf genügt.


ServicePlus

Countdown f端r Berufsstarter und Studienbeginner: Weitere Infos unter www.bkk-braun-gillette.de oder telefonisch unter 06173 30-1980.


Gesundheitspolitik

Hätten Sie’s gewusst?

Auf Rezept

Rosa, blau oder grün: Die vom Arzt ausgestellten Rezepte und Verordnungen in den drei verschiedenen Farben haben jeweils eine andere Bedeutung und nur eine begrenzte „Haltbarkeit“, die noch dazu ganz unterschiedlich ist. Grundsätzlich gilt: Pro Rezept dürfen maximal drei Arzneimittel verordnet werden.

Rezepte, auf denen Dauermedikationen wie z. B. ein cortisonhaltiges Asthmaspray aufgeführt sind, werden häufig nicht direkt eingelöst, sondern erst nach einiger Zeit. Das führt oft zu der Frage: Wie lange ist das Rezept gültig? Viele Patienten meinen, ein Rezept sei drei Monate gültig. Aber das ist ein Irrtum. Die Gültigkeitsdauer hängt von der Farbe ab. Rosafarbene Rezepte werden für verschreibungspflichtige Medikamente ausgestellt. Sie sind innerhalb eines Monats in der Apotheke einzulösen. Aut idem – das Kreuz mit dem Kreuz auf Rezepten „Aut idem“ ist lateinisch und bedeutet: „oder das Gleiche“. Nur wenn dieses Feld im Rezept vom Arzt angekreuzt wurde, hat der Apotheker die rechtliche Möglichkeit, das verordnete Originalpräparat auszugeben. Ansonsten muss er ein anderes, wirkstoffgleiches Präparat (sog. Generika) an den Patienten abgeben. Der Nutzen der „Aut idem“-Regelung für Sie als Patienten liegt darin, dass Sie ein wirkstoffgleiches Arzneimittel möglicherweise deutlich preiswerter als das Originalpräparat beziehen können. Es empfiehlt sich also, Ihren Arzt gezielt auf die „aut idem“-Verordnung anzusprechen. Grün, blau oder gelb Übrigens, grüne Rezepte werden für alle nicht-verschreibungspflichtigen Medikamente ausgestellt. Es ist zeitlich unbefristet gültig, die Kosten trägt der Patient. Man erhält es vom Apotheker gestem14 | bkk compact 01

pelt zurück, so dass es bei der Steuererklärung als Nachweis außergewöhnlicher Belastungen eingereicht werden kann. Privatversicherte erhalten übrigens blaue Rezepte, die ebenfalls drei Monate gültig sind. Auch hier erhält man sein Rezept zurück, um die Kosten anschließend von seiner Krankenversicherung erstattet zu bekommen, wobei ein Eigenanteil fällig sein kann. Darüber hinaus werden Privatrezepte auch bei GKV-Patienten verwendet, wenn ein rezeptpflichtiges Arzneimittel nicht zu Lasten der GKV verordnet werden darf (z. B. bei der Verordnung sogenannter Lifestyle-Medikamente).


Gesundheitspolitik

Wann muss ich zahlen und wie bekomme ich mein Geld zurück?

Droht ein Pillen-Chaos dank AMNOG? Seit dem 1. Januar gilt das ArzneimittelmarktNeuordnungsgesetz (AMNOG) – die Arzneimittelreform der Bundesregierung. Zudem haben die Krankenkassen neue Rabattver träge mit den Pharmaherstellern abgeschlossen. Aber was bedeutet das neue Gesetz für die Patienten – vor allem für chronisch Kranke und ältere Menschen? Was muss ich in der Apotheke zahlen, was nicht? Die BKK BraunGillette beantwortet die wichtigsten Fragen.

Bekomme ich weiter meine gewohnten Medikamente? Nicht unbedingt. Es kann sein, dass Ihnen die Apotheke ab sofort ein anderes Medikament gibt. Das ist dann der Fall, wenn die BKK Braun-Gillette für das neue Mittel einen besseren Rabatt ausgehandelt hat. Aber: Laut gesetzlicher Regelung müssen die neuen Mittel denselben Wirkstoff in der gleichen Dosierung enthalten und die Packungsgröße sollte die gleiche sein. Auch die Darreichungsform (z. B. Tablette, Saft) muss zumindest ähnlich sein. Was ist an der Reform neu? Der Patient kann auf seinem alten Wunsch-Arzneimittel beharren. In diesem Fall muss er sich für die sogenannte Mehrkostenregelung entscheiden. Das bedeutet: Die Differenz zwischen dem gewünschten teuren Medikament und dem billigeren Mittel muss der Patient selber zahlen. Doch Vorsicht! Für den Konsumenten birgt die Mehrkostenregelung finanzielle Risiken. Denn: Die Krankenkasse erstattet die vorverauslagten Kosten nur in der Höhe zurück, wie sie bei Nutzung des rabattvertraglich empfohlenen Medikamentes entstanden wären. Als Faustregel gilt dann: Für die Versicherten verbleibt bei „Wunschmedikationen“ ein Eigenanteil von mindestens 50 Prozent des vorverauslagten Kaufpreises.

Bei höherpreisigen Medikamenten steigt der Anteil der privaten Belastung sogar noch stärker an. Versicherte und Patienten sollten daher wissen und beachten: Sobald der Arzt ein bestimmtes Arzneimittel ausdrücklich verordnet, lohnt sich die Nachfrage: „Kommt nicht auch ein anderes Medikament in Frage?“ Denn: Nur wenn auf dem Rezept die Auswahl eines geeigneten Medikamentes freigestellt ist (siehe „aut idem“-Regelung Seite 14), kann der Apotheker über die wirkstoffgleiche, aber für den Versicherten sinnvolle und wirtschaftliche Alternative entscheiden. Allerdings: Wenn der Arzt auf Einnahme eines ganz bestimmten Präparates besteht, werden hierfür auch die Kosten abzüglich gesetzlich festgelegter Zuzahlungen auf dem Wege der Sachleistung getragen. In solchen Fällen muss der Patient in der Apotheke lediglich die Zuzahlung aus eigener Tasche bestreiten.

Weitere Informationen? Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie bei Ihren Kundenberatern – die Anschriften finden Sie wie immer auf der Rückseite dieses Magazins.

Vorankündigung: Ausgabe Juni 2011 Im Juni lesen Sie … • Hören, wie das Gras wächst • Schlaganfall – jetzt zählt jede Minute • Die besten Hausmittel

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bkk compact, Ausgabe 01/2011