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Informationen zur...

Studienwahl

Ausgabe 2013


Studieninfobroschüre - alle Angaben ohne Gewähr -

sh.asus südtiroler hochschülerInnenschaft associazione studenti/esse universitari/e sudtirolesi lia di studenc dl‘université de südtirol kapuzinergasse 2/A via dei cappuccini | bozen 39100 bolzano fon + fax 0471 974 614 mail bz@asus.sh internet www.asus.sh

Besonders im Bereich der Universitäten ist Vieles im Wandel. Deshalb erhebt diese Broschüre auch keinen Anspruch auf 100%ige Genauigkeit, sie soll lediglich zur Orientierung dienen. Gesicherte und verbindliche Informationen zum Studium können nur die Studienabteilungen der jeweiligen Universitäten geben!

Öffnungszeiten: Mo – Do 9.00 – 12.30 & 14.00 – 17.00, Fr 9.00 – 12.30 Öffnungszeiten im Sommer: (Schulende – Mitte August) Mo – Fr 9.00 – 12.30, Do 9.00 – 12.30 & 14.00 – 17.00

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Inhaltsverzeichnis

Einleitendes zur sh.asus ............................................................ 4

Die 7 Außenstellen in Italien und Österreich ........6 Warum Mitglied der sh.asus werden? ...................6 Aufbau des Universitätsstudiums.............................................. 7 Informationen über die Studienmöglichkeiten .......................... 9 Rund ums Geld.......................................................................... 9 Studieren in Österreich............................................................ 10 Studieren in Italien .................................................................. 17 Studieren in Südtirol ............................................................... 23 Studieren in Deutschland ........................................................ 25 Lehrerin werden ...................................................................... 35 Arzt/Ärztin werden ................................................................. 38 Nützliche Adressen: ................................................................ 39

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Einleitendes zur sh.asus In Bozen befindet sich der Sitz der sh.asus. Dort kümmern sich hauptamtliche Mitarbeiter um die Belange von rund 15.000 Studierenden, sind Anlaufstelle für alle Maturantinnen und Maturanten bzw. Studierende in Südtirol und für die Südtiroler StudentInnen außerhalb der Landesgrenzen. Der größte Teil der Arbeitszeit wird in die Beratungstätigkeit gesteckt. Allein zum Online-Ansuchen um eine Studienbeihilfe der Provinz Bozen wenden sich jährlich fast 1000 Studierende mit Fragen an das Büro oder füllen den Antrag direkt an einem der ComputerTerminals aus. Im restlichen Jahr kommen viele MaturantInnen, Studierende und AbsolventInnen in die Kapuzinergasse, um sich über Dinge wie Einschreibung, Studiengebühren, Wohnungssuche, Studientitelanerkennung und Staatsprüfungen zu informieren. Im Winter schwärmen die MitarbeiterInnen in die Oberschulen des Landes aus, wo sie Maturantinnen und Maturanten informieren und auf das Leben als Studierende umfassend vorbereiten.

Armin, Florian, Andrej, Martin Die bei der Beratungstätigkeit gewonnenen Einblicke helfen uns bei der Vertretung im gewerkschaftlichen Sinne: Die sh.asus ist mit zwei Stimmen im Landesbeirat für das Recht auf Hochschulbildung vertreten. Nicht nur auf dieser Ebene, sondern auch in der täglichen

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Arbeit mit den Landesämtern und bei Treffen mit PolitikerInnen, versuchen wir Verbesserungen für die Studierenden durchzusetzen. Die Schwerpunkte bilden derzeit die Studientitelanerkennung für die österreichischen Bachelor- und Masterstudien, Verbesserungen beim Abo+, der Dauerbrenner Studienbeihilfen, Sprachzertifikate, Heime, Mensa, Rückerstattung der Studiengebühren. Zuletzt konnten gerechtere Kriterien bei den Leistungsstipendien durchgesetzt werden. Außerdem erhalten nun auch Studierende im Ausland die Reisekosten rückerstattet, wenn sie zu politischen Wahlen heimfahren, außerdem können ab 2012 auch sie die Miete steuerlich abschreiben. Der dritte wesentliche Punkt betrifft die kulturelle Tätigkeit: So gibt die sh.asus zweimal jährlich den „Skolast“ heraus; eine Zeitschrift, die seit 1956 besteht und somit zu den ältesten mehrsprachigen Publikationen Südtirols zählt. Die Themenwahl wird entweder durch aktuelle Anlässe oder studentische Themen bestimmt. Zudem gibt es regelmäßig Buchvorstellungen, Filmvorführungen und Diskussionsrunden in den Bozner Räumlichkeiten. Zusätzlich zu den bisher genannten Aktionsfeldern bietet die sh.asus in Bozen in Zusammenarbeit mit einer Psychologin eine psychologische Beratung für Studierende an. Es kann jedeR Studierende kommen, der/die über seine/ihre Probleme mit einer Psychologin sprechen möchte. Häufig haben persönliche Probleme Studienschwierigkeiten zur Folge und umgekehrt führen Studienprobleme oft zu persönlichen Krisen. Die psychologische Studierendenberatung kann per Mail oder telefonisch erreicht werden. Die Beratungen sind anonym, kostenlos und unbürokratisch.

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Die sieben Außenstellen in Italien und Österreich Sechs unserer Außenstellen (Bologna, Padua, Trient, Innsbruck, Salzburg und Wien) bieten günstige Übernachtungsmöglichkeiten und organisieren kulturelle und sportliche Veranstaltungen. Außerdem: - sind eine Anlaufstelle für Studierende - findest du dort Bücher; Zeitschriften und Zeitungen - es werden Feste und Konzerte organisiert - es finden Workshops zu bildungsrelevanten Themen statt. Mit der Mitgliedschaft bei der sh.asus hast du nicht nur die Möglichkeit, an den Außenstellen zu übernachten, sondern kannst auch andere Vorteile in Anspruch nehmen.

Warum Mitglied der sh.asus werden? Wie jeder Verein oder wie jede Gewerkschaft leben auch wir von unseren Mitgliedern. Nur durch den ehrenamtlichen Einsatz unserer Mitglieder gelingt es uns, unsere vielen und vielfältigen Aktivitäten durchzuführen, nur durch eine große Anzahl an Mitgliedern haben wir ein bestimmtes politisches Gewicht, mit dem wir gegenüber Behörden, der Politik, aber auch den Universitäten die Interessen und Bedürfnisse der Studierenden sichtbar machen und durchsetzen können. Unterstütze uns mit Deiner Mitgliedschaft und arbeite im Verein mit! Auch in deinem eigenen Interesse!

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Aufbau des Universitätsstudiums Aufbau des Studiums in Österreich und Deutschland

Aufbau des Studiums in Italien

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Mit Umsetzung der Bologna-Reform wurden fast alle Studien auf das 3+2-System umgestellt. Dies bedeutet, dass man zuerst einen 3jährigen Bachelor/laurea triennale absolviert und daraufhin ein 2jähriges aufbauendes Masterstudium/laurea magistrale belegen kann. Zusätzlich gibt es einige (im deutschsprachigen Raum auslaufende) Studiengänge (Diplom/corsi di laurea a ciclo unico), in denen Bachelor und Master in ein 4- bis 6-jähriges Studium zusammengefasst sind, z.B. das Medizinstudium. Danach folgt das Forschungsdoktorat/PhD/dottorato di ricerca. Dieser Ausbildungsweg ist notwendig, wenn man eine spätere Lehrtätigkeit an einer Universität anstrebt. Er sieht eine dreijährige wissenschaftliche Ausbildung und die Abfassung einer Doktor-bzw. PhD-Arbeit vor. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, entweder nach dem Bachelor oder dem Masterstudium einen sogenannten Spezialisierungskurs/Master zu machen. Da diese auch oft lediglich als „Master“ bezeichnet werden, kann es zu Verwechslungen mit dem Masterstudium kommen – das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Dauer: Spezialisierungen dauern in der Regel nur 1 Jahr! Die oben genannten Zeit- bzw. Semesterangaben beschreiben jeweils die gesetzliche Mindeststudiendauer, in der Regel dauert das Studium etwas länger, da man ja nicht alle Prüfungen auf Anhieb schaffen wird. Es ist nicht ungewöhnlich oder schlimm, wenn man seinen Bachelor z.B. „erst“ nach vier Jahren erhält. Die Mindeststudiendauer soll lediglich darüber Aufschluss geben, wie viel Stoff das Studium beinhaltet. Ein Jahr umfasst dabei 60 ECTS-Punkte (in Italien CFU – crediti formativi universitari genannt). ECTS steht für „European Credit Transfer System“ und soll als vergleichbare Einheit die Studiengänge in Europa vergleichbarer machen. Ein ECTS bemisst den durchschnittlichen Zeitaufwand, den Studierende für bestimmte akademische Leistungen aufbringen müssen. 1 ECTS-Punkt besteht aus 25-30 Stunden Aufwand, der sich aus dem Lehrveranstaltungsbesuch, der Seminararbeit und dem Lernen zusammensetzt.

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Informationen über die Studienmöglichkeiten Die erste Orientierung erfolgt am besten über das Internet Österreich www.studienplattform.at Italien http://offf.miur.it/ Deutschland http://www.studieren.de/ Schweiz http://www.crus.ch/ Wenn du bereits genauere Vorstellungen über das Studium hast, solltest du dich auf den Seiten der Universitäten informieren, da du dort die aktuellsten Infos finden wirst. Zudem kannst du dort auch die genauen Studienpläne (Curricula) einsehen. Falls es Fragen oder Unklarheiten gibt, kannst du dich gerne an uns wenden! Erfahrungsberichte von Studierenden über ihre Universitätsstadt findest du unter http://asus.sh/de/reports

Rund ums Geld Ein Studienjahr kostet durchschnittlich 8-10.000 Euro. (Miete, Bücher, Leben & Erleben, Fahrtkosten) Deshalb soll man sich vor dem Studium überlegen, wie das Studium finanziert werden soll: Eltern? Sommerjobs oder nebenher arbeiten? Oder durch Stipendien? Stipendium? Ca. ein Drittel der Studierenden erhält eine Unterstützung von Seiten der Provinz Bozen. Zu diesem Thema haben wir eine eigene Broschüre verfasst (Stipendien und Förderungen), die du auch auf unserer Homepage findest: http://www.asus.sh/de/money

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Studieren in Österreich Eine Besonderheit des Studiums in Österreich ist, dass man sich in beliebig viele Studienrichtungen einschreiben kann! Oftmals wird man in Österreich noch mit dem Begriff der Semesterwochenstunden konfrontiert. Diese bezeichne(te)n, wie viele Stunden die Woche eine Vorlesung ein Semester lang dauert. Mittlerweile setzt sich jedoch auch hier der Begriff der ECTS-Punkte durch. Für jene, die nach dem Studium in einer Mittel- oder Oberschule unterrichten wollen, gibt es das Lehramtsstudium, das 9 Semester dauert. Siehe hierzu den eigenen Abschnitt in dieser Broschüre auf S. 35. Ein eigenes Kapitel sind die Fachhochschulen. Sie nehmen in Österreich und Deutschland einen Sonderstatus ein: Sie verfügen meist über relativ wenige Bachelor- und Masterstudiengänge und bilden sehr berufsspezifisch und praxisorientiert aus. Der Unterricht findet meist „schulmäßig“ in kleinen Gruppen und den ganzen Tag über statt. In der Regel ist der Besuch von Fachhochschulen meist für jene empfehlenswert, die schon genau wissen, welchen Beruf sie hinterher ausüben wollen.

Wann muss ich mich einschreiben? Ab dem Wintersemester 2012/2013 muss die Inskription bis zum 5. September abgeschlossen sein! Für die ab 2013/14 neu zulassungsbeschränkten Studiengänge (siehe unten) muss man sich online, auf den Seiten der Universitäten, zwischen 15. April und 31. Mai, anmelden. Für den Aufnahmetest für das Medizinstudium muss man sich bereits im Februar online voranmelden!

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Darüber hinaus muss im ersten Studiensemester die Studieneingangsphase (STEOP) bewältigt, d.h. bestimmte Kurse positiv abgeschlossen werden, um das Studium fortführen zu können. Fachhochschulen haben ebenfalls unterschiedliche Fristen, auch hier können deutlich frühere Immatrikulationsfristen gelten. Viele Studiengänge können auch im Sommersemester begonnen werden – wer z.B. nach der Matura erst einmal eine Weltreise machen will, kann auch im März mit dem Studium beginnen. Die Einschreibefrist reicht bis 5. Februar 2014.

Spezielle Zulassungsbeschränkungen Vorkenntnisse (Sommer 2013)

und

erforderliche

Für das Studium ist grundsätzlich die Matura nötig.1 Bei einigen Studienrichtungen muss man außerdem einen Zulassungstest oder ein Bewerbungsverfahren bestehen, um sich im gewünschten Studium einschreiben zu können. Dies sind: Medizin: (Human- und Zahnmedizin): Anmeldung Jänner/Februar, Eignungstest Anfang Juli Psychologie: Anmeldung Juni/Juli, Aufnahmetest Anfang September. (Wenn Bewerbungen die vorhandenen Studienplätze übersteigen). Informationen auf den Seiten der Unis! Publizistik- und Kommunikationswissenschaften: Anmeldung Juni/Juli, Aufnahmetest Anfang September. (Wenn Bewerbungen die vorhandenen Studienplätze übersteigen). Informationen auf den Seiten der Unis! 1

Eine Alternative bildet die Studienberechtigungsprüfung. Mehr Infos in unserem Büro in Bozen oder http://erwachsenenbildung.at/bildungsinfo/zweiter_bildungsweg/studienber echtigungspruefung.php.

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Veterinärmedizinische Uni Wien: Bewerbungsfrist Jänner/Februar Uni für angewandte Künste Wien: Nachweis der künstlerischen Eignung nötig, Termine: www.dieangewandte.at Fachhochschulen: Verschieden, Informationen auf der jeweiligen Homepage. Mozarteum Salzburg: www.moz.ac.at Seit 2013/14: Studiengänge in den Bereichen Architektur, Informatik, Pharmazie, Wirtschaftswissenschaften und Biologie sind potenziell zugangsbeschränkt, d.h. man muss einen Aufnahmetest bestehen, will man diese Fächer studieren. Die Termine für die Prüfungen variieren, finden auch nicht überall statt, theoretisch ist auch ein Nachrückverfahren angedacht. Um die Übersicht zu behalten, empfehlen wir diese Informationsplattform der ÖH: http://www.studienplattform.at/zugangsbeschraenkungenuniversitaet Generell gilt: Für eine Aufnahmeprüfung kann man sich zwischen 15. April und 31. Mai online, auf den Internetseiten der Unis anmelden. Aufnahmeprüfungen in einem Fach, z.B. Wirtschaftswissenschaften, finden an allen österreichischen Universitäten am selben Tag statt, im Fall der Wirtschaftswissenschaften wäre dies der 9. Juli. Man entscheidet sich also bereits mit der Prüfungsanmeldung, wo man später studieren wird. Die Lernunterlagen müssen von der Universitäten vier Monate vor der Prüfung veröffentlicht werden – die Links hierzu findet Ihr auf der oben genannten Plattform der ÖH. Manche Studiengänge verlangen Zusatzprüfungen, also zusätzliche Qualifikationen, die das Studienbild vorsieht, wie Latein (z.B. bei

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Geschichte oder Jus), Griechisch oder darstellende Geometrie. Falls eines dieser Fächer für das Studium notwendig ist und an der besuchten Oberschule nicht unterrichtet wurde, so muss man entweder vor Beginn des Studiums oder im Laufe dessen eine zusätzliche Prüfung ablegen. Eine entsprechende Liste haben wir auf unserer Homepage unter www.asus.sh/content/studieren-oesterreich http://www.studienbeginn.at/ Deutschkenntnisse: Personen, die keine deutschsprachige Matura vorweisen können, müssen ihre Deutschkenntnisse nachweisen. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen, da es keine einheitliche Regelung gibt und jede österreichische Uni andere Nachweise akzeptiert. Häufig reicht bereits ein italienisches Maturazeugnis mit Stundentafel, mitunter muss man zumindest den Südtiroler Zweisprachigkeitsnachweis „B“ vorlegen; die Universität Salzburg wiederum führt persönliche Gespräche mit den BewerberInnen, um die Deutschkenntnisse zu überprüfen. In der Regel ist in Österreich das „B“-Niveau des europäischen Referenzrahmens notwendig.

Wie schreibe ich mich fürs Studium ein? Nachdem man Online-Vorerfassung erledigt oder das Auswahlverfahren erfolgreich absolviert hat, muss man sich in den „Studienabteilungen“ der Universitäten persönlich einschreiben (immatrikulieren). Südtiroler/innen brauchen in der Regel folgende Unterlagen: Maturadiplom + Kopie Personalausweis (oder Pass) + Kopie Stundentafel der Oberschule (falls dein Studium eine Zusatzprüfung verlangt bzw. für BewerberInnen, die mit einem italienischen Maturadiplom ihre Deutschkenntnisse nachweisen möchten) Ausgefüllten Zulassungsantrag (falls ein solcher nicht schon online ausgefüllt wurde)

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Südtiroler/innen mit Matura an Oberschule, einen Sprachnachweis

einer

italienischen

Wie hoch sind die Studiengebühren? Seit 2009 sind die Studiengebühren in Österreich für die meisten Studierenden abgeschafft. Wer sich an einer österreichischen Uni einschreibt, bezahlt für die Mindeststudiendauer + 2 „Toleranzsemester“ lediglich den ÖH-Beitrag, der sich auf 17,5 Euro je Semester beläuft. Auch danach muss man nicht unbedingt die Studiengebühren von 363,36 Euro pro Semester bezahlen, da es weitere Ausnahmen und Befreiungen gibt. Allerdings gilt dies nur für staatliche Universitäten. An Fachhochschulen müssen vielerorts Studiengebühren bezahlt werden, in Ausnahmefällen auch deutlich mehr als die üblichen 363, 36 € (+ 17,5 €) Euro je Semester.

Wie finde ich eine Unterkunft am Studienort? Zuerst solltest du dir überlegen, ob du in einem Studentenwohnheim oder in einer Wohnung wohnen möchtest. In Österreich gibt es relativ viele Studierendenwohnheime, die in der Regel etwas billiger als ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft sind. Auch ist ein Wohnheim am Studienbeginn oft angenehmer, da dieses einige lästige Hausarbeiten abnimmt. In einer Wohnung hat man zwar mehr Aufwand, dafür aber auch eine größere Freiheit und mehr Selbstverantwortung. Üblicherweise quartiert man sich in Heime jeweils für ein Jahr ein. Manche Heime vergeben ihre Wohnplätze nur für das akademische Jahr, man kann sich also die Mieten für die Sommermonate sparen. Bei bestimmten Heimen muss man sich bereits binnen 30. April für einen Heimplatz für das folgende Studienjahr bewerben, bei anderen wiederum werden die Bewerbungen laufend entgegengenommen. Man kann sich durchaus bei mehreren Heimen bewerben (Bearbeitungspauschale ca. 20 Euro), da man, falls man im Sommer

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einen Heimplatz zugeteilt bekommt, diesen immer noch ablehnen kann. Es gibt zudem einige Heime, die reservierte Plätze für Südtiroler/innen haben. Diese und andere Heime sind auf der Seite www.asus.sh/content/wohnen verlinkt. Generell gilt, dass man sich so früh wie möglich anmelden sollte, teilweise schon ein Jahr vor Studienbeginn! Wer eine Wohnung sucht, sollte dies bald nach der Maturaprüfung angehen, da man so noch genügend Zeit hat, sich mehrere Wohnungen anzuschauen. Je nach Stadt ist das Angebot unterschiedlich groß, die Preise reichen je nach Größe und Lage von ca. 250 Euro aufwärts bis 350-400 Euro pro Kopf und Monat. Es gilt immer zu beachten, ob die Betriebs- und Nebenspesen (wie Strom, Gas, Internet, Gebühren, etc.) im Preis enthalten sind oder nicht, ob der Mietpreis also „kalt“ oder „warm“ angegeben ist. Eine Kaution von 2-3 Monatsmieten entspricht dem allgemeinen Standard. Neben den Anschlagtafeln an der Uni und Zeitungsinseraten, sind vor allem die Online-Wohnungsbörsen (siehe www.asus.sh/content/wohnen und nun auch für ganz Österreich: http://www.schwarzesbrett-oeh.at/wohnen/) zu empfehlen. MaklerInnen sollten nur in Ausnahmefällen zu Rate gezogen werden, da bei Ihnen in der Regel eine Provision von 2-3 Monatsmieten fällig wird. Es besteht die Möglichkeit, bei der Wohnungssuche in Wien, Salzburg oder Innsbruck unsere Außenstellen als Stützpunkt zu benutzen. Mitglieder können dort einige Nächte lang gratis oder zumindest sehr günstig übernachten!

Mobilität Es führen nicht alle, aber viele Wege zu deinem Studienort. Die meisten Studierenden fahren mit dem Zug. In Südtirol kannst du das Abo+ benutzen (kostet für Studierende 150 Euro). In Österreich empfiehlt es sich, die ÖBB-Vorteilskarte zu kaufen. Diese kostet 19,90 Euro (bzw. 99,90 Euro ab dem 26. Geburtstag) und berechtigt dich dazu, ein Jahr lang in ganz Österreich zum halben Preis mit dem Zug zu fahren.

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Viele, insbesondere die „Innsbrucker“, fahren regelmäßig mit dem Privatauto nach Hause. Gemeinsam statt einsam lautet dabei das Motto, gegen eine Kostenbeteiligung nimmt jede/r gerne Mitreisende auf. Verschiedene Mitfahrbörsen im Internet bzw. an der sh.asusAnschlagtafel an der Innsbrucker Geiwi und Sowi helfen dir, Mitfahrgelegenheiten anzubieten oder zu finden.

Studientitelanerkennung Wenn du beabsichtigst, nach dem Studium eine öffentliche Stelle, z.B. in der Landesverwaltung oder im Schulwesen zu besetzen, benötigst du einen in Italien anerkannten Studientitel. Ebenso falls du nach dem Studium eine Staatsprüfung zur Berufsausübung ablegen willst. Deswegen gibt es ein eigenes Abkommen zwischen Österreich und Italien, das die Umwandlung der österreichischen Abschlüsse in die entsprechende italienische laurea vorsieht. Die „neuen“ Bachelor- und Masterstudiengänge sind jedoch noch nicht zur Gänze ausgehandelt und anerkannt, aktuelle Informationen findest du unter www.asus.sh/content/studientitelanerkennung. Hier findest du auch „alternative“ Wege, für jene Studien wie z.B. Studien an Fachhochschulen, die nicht automatisch anerkannt werden.

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Studieren in Italien Eignungs- und Aufnahmetests: (Stand Sommer 2013) Für ein Studium ist in der Regel das Maturadiplom notwendig. Bei fast allen Studienrichtungen muss man außerdem einen Aufnahmetest (test di ammissione) bzw. Eignungstest (test di verifica/di preparazione) bestehen, um sich im gewünschten Studium einschreiben zu können. In Italien unterscheidet Zulassungsmodalitäten:

man

grundsätzlich

zwischen

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Accesso libero (freier Zugang, allerdings oft mit Eignungstest) Immatrikulation üblicherweise bis Ende September. Achtung: Es sind Ausnahmen möglich! Z. B. Immatrikulationsfrist an der Universität Trento für “corsi di laurea ad accesso libero” von Mitte Juli bis Mitte September. Der freie Zugang ist oft mit einem Eignungstest („test di verifica“) verbunden, der allerdings nicht mit dem Aufnahmetest zu verwechseln ist! Er überprüft die Fähigkeiten und Eignung der KandidatInnen für die bestimmte Studienrichtung und weist somit auf mangelnde Kenntnisse hin. Wer bei dem Test die erforderliche Punktezahl für die Zulassung nicht erreicht, kann sich zwar trotzdem einschreiben, muss allerdings die fehlenden Kenntnisse im 1. Studienjahr nachholen. Programmazione locale (geregelter Zugang) Aufnahmetest Anfang September (Anmeldung meist bis Mitte August). Erst nach bestandener Prüfung kann die Immatrikulation erfolgen. Die Universitäten behalten sich das Recht vor, selbst zu entscheiden, für welche Studienrichtungen sie Aufnahmeverfahren durchführen und wie diese gestaltet sind (meist jedoch als Multiple-Choice-Test). So kann es vorkommen, dass beispielsweise für gleiche Studiengänge

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unterschiedliche Tests an unterschiedlichen Terminen vorgesehen sind, sodass man sein Glück an mehreren Universitäten versuchen kann. Programmazione nazionale Aufnahmetest für corsi di laurea a ciclo unico, die vom italienischen Ministerium für Unterricht, Universität und Forschung (MIUR) geregelt werden: Medicina e Chirurgia e Odontoiatria e Protesi Dentaria Medicina Veterinaria Corsi finalizzati alla formazione di Architetto Professioni sanitarie Scienze della Formazione Primaria Wer sich für eine dieser Studienrichtungen interessiert, sollte sich früh, also bereits zwischen Januar und März, informieren. 2013 finden die Aufnahmetests bereits im Juli statt, 2014 sollen sie auf April vorgezogen werden. Medizin: 8. April 2014 Veterinärmedizin: 9. April 2014 Architektur: 10. April 2014 Professioni sanitarie: 3. September 2014 Die Zulassungstests für die Studiengänge, die auf staatlicher Ebene geregelt sind, erfolgen an den unterschiedlichen Universitäten am gleichen Tag, man hat also nur eine Chance!

So kannst du dich auf die Tests vorbereiten: http://www.studenti.it/universita/orientarsi/editest/

Wie schreibe ich mich fürs Studium ein?

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Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Vorinskription, Immatrikulation und Inskription in den jeweiligen Studiengang (preiscrizione, immatricolazione e iscrizione ai vari corsi di laurea). Die Vorinskription (ab Mitte-Ende Juli) erfolgt in der Regel über ein online-Verfahren auf der Homepage der jeweiligen Universität. Abgesehen von den staatlich zulassungsbeschränkten Studienrichtungen kannst du dich, sofern möglich, gleichzeitig für mehrere Studienrichtungen bewerben. Zu beachten ist allerdings, dass für jeden Aufnahmetest eine eigene Vorinskription gemacht werden muss. Achtung! Es ist dann allerdings nur mehr möglich sich in einen Studiengang einzuschreiben! Die entscheidende Bedingung für ein Studium in Italien ist der Besitz eines 5-jährigen Maturadiploms oder eines ähnlichen Diploms. Eine Ausnahme bilden 4-jährige Maturadiplome, beispielsweise von Kunstschulen. In diesem Fall müssen im 1. Jahr spezifische Bildungslücken aufgeholt werden, der sogenannte „Obbligo Formativo Aggiuntivo“ (OFA). Diese Bildungslücken müssen auch im Falle eines nicht bestandenen Eignungstests (vor allem im geisteswissenschaftlichen Bereich) aufgeholt werden. Wer eine weitere Überprüfung der aufzuholenden Kenntnisse nicht erfolgreich besteht muss sich als „Wiederholer“ erneut ins 1. Jahr einschreiben und das ganze Prozedere von neuem beginnen. Die Vorinskription gilt nicht als gültige Inskription, sondern dient dem Ministerium und den Universitäten aus Gründen der statistischen Erhebung. Für die Immatrikulation ist auf jeden Fall die persönliche Anmeldung im Studentensekretariat der jeweiligen Universität notwendig!

Wann muss ich mich einschreiben? Nachdem man den Aufnahmetest positiv absolviert hat, gibt es meist ein Zeitfenster von 1-2 Wochen, in dem man sich an der Universität immatrikulieren kann. Hat man bloß einen Platz auf der Warteliste erhalten, muss man hoffe, dass sich nicht alle einschreiben und man somit nachrücken kann.

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Allgemeine Dokumente für die Einschreibung: Es ist besonders wichtig, dass die ausführlichen Informationen zur Einschreibung über die Web-Seite der jeweiligen Universität eingeholt werden! In der Regel benötigt man:  Einschreibeformular (Online-Auszug der Einschreibung)  Bestätigung über die Einzahlung der 1. Rate der Studiengebühr (bollettino MAV-Mediante AVviso)  Maturadiplom (im Normalfall reicht eine Eigenerklärung im Online-Formular aus)  1 bis 2 aktuelle Passfotos (unterschrieben)  1 bis 2 Kopien der Identitätskarte  Kopie des Steuernummer-Ausweises

Wie hoch sind die Studiengebühren? In den letzten Jahren sind die Studiengebühren an den meisten Universitäten angestiegen. Der Grund dafür liegt unter anderem in der neu erworbenen Autonomie der Universitäten, welche in der Folge die Höhe der Studiengebühren selbst festlegen können. Diese können mittlerweile auch an staatlichen Universitäten bis zu 2.000 Euro oder mehr betragen. Daraufhin wurde ein System eingeführt mit dem Ziel, eine soziale und gerechtere Zahlungsregelung der Studiengebühren zu erreichen. Dieses je nach Einkommenslage gestufte System nennt sich ISEE (indicatore di situazione economica equivalente) oder auch ICEF (Uni Trento: http://icef.provincia.tn.it/). Für die Einzahlung der 1. Rate hat jede Universität unterschiedliche Fristen angesetzt. Falls die Zahlung der ersten Rate nicht rechtzeitig erfolgt, droht der Verlust des Studienplatzes bzw. eine saftige Nachzahlung! Wichtig! Aktuelle Informationen zu den Fristen erhältst du nur über die Homepage deiner Universität.

ISEE-Erklärung

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Beim ISEE handelt es sich um einen Indikator, der die finanzielle Familiensituation ermittelt, die zur Beantragung diverser Vergünstigungen erforderlich sind, wie z. B. ISEE für die Befreiung oder Reduzierung des Studienbeitrags. Die ISEE-Erklärung kann bei allen Patronaten des Landes, z. B. bei Gewerkschaften oder dem KVW gemacht werden. Wer die ISEE-Erklärung nicht macht und einreicht, muss die vollen Studiengebühren, die von der Universität vorgesehen sind, zahlen.

Die einzelnen Hinweise und detaillierten Informationen auf der Homepage der jeweiligen Universität unter den Punkten „ammissione/immatricolazione e iscrizione/tasse d‘iscrizione“ beachten.

Mobilität In Italien reist man am besten mit dem Zug. Die Tickets sind in Italien noch ziemlich günstig, eine Zugfahrt nach Bologna mit dem Regionalzug kostet in der 2. Klasse 18 Euro. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit der sogenannten Carta Verde ermäßigte Zugtickets zu erhalten. Die Carta Verde selbst kostet 40 Euro, kann von Studierenden bis 26 Jahren beansprucht werden und ermöglicht eine Ermäßigung von 10-25% auf Zugfahrten in der 1. und 2. Klasse. http://www.fsitaliane.it/ Außerdem kannst du auf die Mitfahrgelegenheiten von Carpooling zurückgreifen: http://www.carpooling.it/

Wie finde ich eine Unterkunft am Studienort?

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Man sollte sich so früh wie möglich um ein Dach über dem Kopf am Studienort umsehen. Dazu gibt es in der Regel zwei Möglichkeiten: Studentenheim oder Wohnung bzw. Wohngemeinschaft. Da es in Italien üblich ist in eine Wohnung zu ziehen, weil es nur wenige Heime in den Studienorten gibt und nicht alle Studienorte über Heime verfügen, beschränkt sich die Adressenliste auf unserer Homepage vorwiegend auf Wohnungsbörsen. http://www.asus.sh/de/content/wohnen Auf der Seite des MIUR (Ministero dell’Istruzione, Università e Ricerca) findest du auch eine Liste der Heime in den größeren Universitätsstädten: http://www.istruzione.it/web/universita/collegi-alloggi-e-residenze

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Studieren in Südtirol Die Fakultäten der Uni Bozen (FUB) - Fakultät für Wirtschaftswissenschaften - Fakultät für Bildungswissenschaften (Sitz Brixen) - Fakultät für Informatik - Fakultät für Design und Künste - Fakultät für Naturwissenschaften und Technik Dreisprachig studieren: Ein wesentliches Merkmal der Freien Universität Bozen (FUB) ist die Dreisprachigkeit in Lehre und Forschung, denn die Vorlesungen werden auf Italienisch, Deutsch und Englisch gehalten. Die Freie Universität Bozen hat sich zum Ziel gesetzt, Studierende vor und während des Studiums sprachlich zu fördern. Sie ist die einzige Universität in Italien und eine der ganz wenigen Universitäten in Europa, an der in drei Sprachen gelehrt, gelernt, geforscht und gelebt wird. Das bedeutet beispielsweise für einen Studenten der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften: am Morgen eine „Introduction to General Management“ auf Englisch zu hören. Anschließend zu einem Kurs über „Privatrecht“ auf Italienisch zu gehen, sich am Nachmittag mit dem Tutor über ein Erasmus-Semester auf Deutsch zu unterhalten und nach getaner Arbeit mit den Kommilitonen im Debating-Club auf Englisch über die Folgen des Klimawandels zu diskutieren. Hier muss man ständig zwischen den Sprachen hin- und herspringen. Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist der Nachweis von Kenntnissen in zwei der drei Unterrichtssprachen. Der Nachweis der Sprachkenntnisse kann auf unterschiedliche Weise erbracht werden. Zum einen können die StudienbewerberInnen die Sprachprüfung am Sprachenzentrum ablegen. Daneben besteht die Möglichkeit, die Hauptunterrichtssprache im Jahr des Oberschulabschlusses, international anerkannte Sprachzertifikate, die Zweisprachigkeitsprüfung der Autonomen Provinz Bozen sowie erworbene Studienabschlüsse geltend zu machen. Vor Abschluss des Studiums werden die erworbenen Sprachkompetenzen überprüft und in einem „Sprachenpass“ sowie im

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„Diploma Supplement“ festgehalten, ein Mehrwert, der auf dem Arbeitsmarkt den Unterschied machen kann. Open Day: Der Open Day findet am Sitz Bozen Anfang März statt. Die Gelegenheit, um die Universität und das Studierendenleben kennen zu lernen. An diesem Tag wird Interessierten ein vielfältiges Programm mit zahlreichen Präsentationen und Veranstaltungen geboten. Weitere Infos: www.unibz.it

Claudiana: Die Landesfachhochschule Claudiana ist die Ausbildungsstätte in Südtirol für sämtliche Gesundheitsberufe (Krankenpflege, Hebammen, Berufe in der Rehabilitation, Prävention und Gesundheitsförderung, medizinisch-technische Berufe). Achtung: Nicht alle Ausbildungen werden jährlich angeboten! Weitere Infos: www.claudiana.bz.it

Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen: Die Philosophisch-Theologische Hochschule Brixen ist eine wissenschaftliche Ausbildungsstätte in kirchlicher Trägerschaft, an der man Theologie und Philosophie studieren kann und das seit gut 400 Jahren. Weitere Infos: http://www.hochschulebrixen.it

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Studieren in Deutschland Die Studiengangslandschaft in Deutschland ist nicht einheitlich geregelt, da noch nicht alle Studienrichtungen und Fächer der Bologna-Reform angepasst worden sind. Es gibt noch einige Diplomstudien, also Relikte alter Studienordnungen, wie zum Beispiel das Lehramtsstudium, einige technische Fächer, Medizin oder Rechtswissenschaften. Die meisten Studiengänge sind allerdings schon auf den 3+2 Modus umgestellt. Auch hier sind also vorab Informationen über die Studienordnung an der gewünschten Universität einzuholen. Es gibt auch die Möglichkeit an Fachhochschulen (FH) zu studieren, deren Abschlüsse einem universitären Abschluss gleichgesetzt sind. Das Studium an FHs ist besonders berufs- und praxisorientiert ausgerichtet, dessen Aufbau ähnelt in den meisten Fällen jedoch den Bachelor- bzw. Masterstudien an den Universitäten. Deshalb bietet sich auch die Möglichkeit an, ein Aufbaustudium (Masterstudium) an einer Universität fortzuführen, also von einer FH an eine Universität zu wechseln. Allerdings bestimmen hier die einzelnen Universitäten die Aufnahmekriterien für FachhochschulabsolventInnen, die es wiederum rechtzeitig zu überprüfen gilt. Einen deutschen Sonderweg gibt es indes im sogenannten 2-FachBachelor. Da diese Studiengänge die ehemaligen Magisterstudiengänge ersetzen, in denen man vielfach ein Haupt- und ein Nebenfach belegte, wurde diese duale Struktur in den BolognaProzess übernommen. Man kann hier entweder zwei gleichberechtigte Bachelor-Fächer belegen oder, zwar relativ selten, ein BachelorHauptfach und ein oder zwei Bachelor-Nebenfächer. Generell ist hier anzumerken, dass Abschlüsse von Fachhochschulen in Italien bislang nicht bzw. nur mit erheblichen Mühen anerkannt werden können, d.h. eine Beschäftigung im öffentlichen Dienst in Südtirol oder in Italien ist mit einem solchen Abschluss nur sehr schwer zu erreichen. Dies gilt es bei der Studienwahl zu bedenken. Allerdings bietet die Bologna-Reform hier Auswege: Man kann seinen FH-Abschluss etwa dadurch „sanieren“, indem man auf eine

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Universität, im Idealfall an eine österreichische (siehe Abschnitt „Studieren in Österreich“, S. 10f.), wechselt. http://asus.sh/de/content/studientitelanerkennung http://www.studis-online.de/StudInfo/studienabschluesse.php

Voraussetzungen für das Studium Die entscheidende Bedingung für ein Fachstudium in Deutschland ist die sogenannte Hochschulzugangsberechtigung (HZB), die ausländische Studierende durch einen Sekundarschulabschluss sowie ausreichende Deutschkenntnisse erlangen. SüdtirolerInnen, die an einer deutschen Oberschule maturiert haben, erfüllen diese Grundkriterien. AbsolventInnen italienischsprachiger Sekundarschulen müssen von Fall zu Fall prüfen, ob sie ihre Sprachkenntnisse in ausreichendem Maß dokumentieren können, da die einzelnen Universitäten mitunter unterschiedlich hohe Schwellen einfordern. Auf Nummer sicher geht jedenfalls, wer bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung ein C2Sprachzertifikat des Europäischen Referenzrahmens des Europarats oder eine TestDaF-Niveaustufe 4 aufweisen kann. Diese Sprachzertifikate können am Sprachenzentrum der Uni Bozen erlangt werden: http://www.unibz.it/en/students/languagecentre/default.html Weitere Informationen zu den sprachlichen Voraussetzungen für ein Studium in der Bundesrepublik Deutschland: www.daad.de www.testdaf.de Für die Einschreibung in bestimmte Studienrichtungen sind darüber hinaus noch Zusatzqualifikationen, wie etwa ein Aufnahmetest, Berufserfahrung oder Lateinkenntnisse vorgesehen. Prinzipiell ist es also ratsam, sich über die jeweiligen Studienvoraussetzungen zu informieren und notfalls die fehlenden Qualifikationen innerhalb der gesetzten Fristen zu erlangen.

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Sogenannte Studienkollegs bieten Vorbereitungskurse für jene ausländische Studierenden an, deren Qualifikationsprofil für die Einschreibung in ein Fachstudium in Deutschland nicht ausreicht. http://www.daad.de/deutschland/index.de.html http://www.studienkollegs.de

Bewerbung Die beste Voraussetzung, das Studium erfolgreich und ohne gröbere Probleme anzugehen, ist die frühzeitige Informationsbeschaffung – zumal wenn man beabsichtigt, in Deutschland zu studieren. Denn während in Österreich etwa in den meisten Studiengängen bei ausreichender Qualifikation ein Studienplatz garantiert ist, muss man sich an einer bundesdeutschen Universität grundsätzlich um einen solchen bewerben. Grob gesprochen muss man zwischen Fächern einer zentralen Zulassungsbeschränkung und Fächern, die man ohne bzw. mit lokalen Zugangsbeschränkungen studieren kann, unterscheiden. Wichtige Vorab-Informationen bietet http://www.inobis.de/

Bewerbung für nicht zulassungsbeschränkte Studiengänge Falls für den gewünschten Studiengang weder eine zentrale noch eine lokale Zugangsbeschränkung besteht, können ausländische BewerberInnen sich entweder direkt bei der Universität (meist im Akademischen Auslandsamt bzw. im Studierendensekretariat) bewerben. Häufig kann es vorkommen, dass einzelne Universitäten die Zulassung zu nicht zulassungsbeschränkten Studiengängen an Eignungsprüfungen (Studiengänge mit Eignungsfeststellungsverfahren) knüpfen, die bestanden werden müssen, um studienberechtigt zu sein. Mitunter können auch Eingangs- bzw. Orientierungspraktika (Bewerbung um Zulassung in diesem Fall direkt bei den entsprechenden Fachbereichen bzw. Instituten) vorausgesetzt werden. Prinzipiell sollte nach Bewältigung dieser nicht

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an allen Universitäten bestehenden Hürden ein Studienplatz garantiert sein. An manchen Universitäten kann man sich direkt bewerben, Termine und genaue Informationen entnimmt man den Webseiten der Studiensekretariate oder Akademischen Auslandsbüros der jeweiligen Universitäten. Eine beträchtliche Anzahl von Universitäten verlangt jedoch eine Bewerbung ausländischer Studieninteressenten über das Portal www.uni-assist.de. Man sendet diesem Dienstleister seine Bewerbungsunterlagen zu und füllt einen Online-Zulassungsantrag aus, uni-assist.de überprüft diese und sendet sie an die Unis weiter, die dann über eine örtliche Zulassung des/der Ansuchenden entscheiden. Ein Vorteil ist hierbei, dass man sich gleich bei mehreren Universitäten bewerben kann, allerdings muss für jede Bewerbung ein gesonderter Online-Antrag gestellt werden. uniassist.de übernimmt allerdings keine Studienberatung – diese erhält man direkt von den Universitäten. Die Bewerbung über dieses Online-Portal kostet 43 € für EUBürgerInnen, für jede zusätzliche Bewerbung im selben Semester werden weitere 15 € verrechnet. Die Liste der Universitäten, die ausschließlich Bewerbungen über uniassist.de akzeptieren, findest Du unter: http://www.uni-assist.de/uniassist-hochschulen.html. Es gelten jedoch trotz dieser Online-Bewerbung weiterhin die Bewerbungsfristen und -anforderungen der einzelnen Universitäten.

Bewerbung für lokal zulassungsbeschränkte Studiengänge Wesentlich komplexer wird die Bewerbung für Studiengänge, die lokal beschränkt sind, d.h. für solche, die mehr Studieninteressierte anlocken, als die entsprechende Universität Studienplätze anbieten kann. Was also an einer Universität frei studierbar ist, könnte einige Kilometer weiter schon einer Zulassungsbeschränkung unterliegen. Bei diesen lokal bestimmten Zulassungsbeschränkungen zählt einerseits die Maturanote, ein kleineres Kontingent der N.C.-

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Studienplätze (Numerus Clausus) wird der Wartezeit entsprechend, die jemand bereits auf einen Studienplatz in diesem Fach wartet, vergeben. Man muss sich also rechtzeitig bei den zuständigen Ämtern der Wunschuniversität informieren (meist: Studierendensekretariat, Studentenkanzlei) und die entsprechenden Unterlagen einreichen. Ab dem Wintersemester 2012/2013 übernimmt hochschulstart.de an manchen – nicht allen! – deutschen Universitäten auch die Koordinierung der StudienbewerberInnen für lokal zulassungsbeschränkte Studiengänge. Wenn der gewünschte Studiengang an mehreren Universitäten lokal zulassungsbeschränkt ist, so könnte eine Bewerbung über hochschulstart.de durchaus vorteilhaft sein, da man sich an mehreren Universitäten gleichzeitig um einen Studienplatz bewerben kann. http://www.hochschulstart.de/index.php?id=3286 Ob eine Bewerbung für einen lokal zulassungsbeschränkten Studiengang nur über hochschulstart.de durchführbar ist, entnimmt man am besten den Internetseiten der einzelnen Universitäten. Wenn man nach dem Bewerbungsverfahren eine Zulassung erhält, muss man sich fristgerecht an der Uni immatrikulieren - sonst verfällt die erworbene Zulassung! Dies kommt häufig vor, deshalb gibt es ein Nachrückverfahren, d.h., dass jene, die eine Zulassung nur knapp nicht erhalten haben, in diese frei gebliebenen Studienplätze nachrücken können. Allgemeine Infos: www.hochschulstart.de http://www.hochschulkompass.de

Bewerbung für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge Für bestimmte Studiengänge, wie derzeit Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie, gelten bundesweite Zulassungsbeschränkungen, d.h., alle Studieninteressierte bewerben sich an einer zentralen Stelle.

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Die Studienplätze werden zweimal im Jahr über das Portal www.hochschulstart.de in einem komplexen Vergabesystem verteilt: 20 % der Studienplätze fallen an die besten AbiturientInnen, 20 % an jene mit der längsten Wartezeit und schließlich 60 % werden nach Vergaberichtlinien der einzelnen Universitäten verteilt. Die Auswahlgrenze, also etwa der Notendurchschnitt, der für eine Zulassung notwendig ist, aber auch die notwendige Wartezeit und sonstige Kriterien ändern sich ständig im Wechselspiel zwischen Studienangebot und Studiennachfrage, weshalb es hier unmöglich ist, auch nur grobe Überblicke zu geben. Generell sollen jedoch zwei Elemente bedacht werden: -

-

Eine Zulassung erfolgt nur für eine Hochschule, die vom Bewerber genannt wurde. Es ist somit ausgeschlossen, dass ein Bewerber an eine Hochschule verteilt wird, die nicht seinem Wunsch entspricht. Studieninteressierte sollten vorab die „Auswahlgrenzen“ also die erforderliche Abiturnote für eine Zulassung und generell die Anzahl der Studieninteressierten an einer Universität prüfen. So könnte man an einer Universität, die man als erste Wahl angegeben hat, chancenlos sein, bei der Zweitwahl dagegen, hätte man sie an die erste Stelle gereiht, zum Zug gekommen sein.

Die Termine für die Bewerbung In der Regel gelten folgende Fristen, bei denen die Bewerbungsunterlagen bei der Universität eingelangt sein müssen: (immer auf der Internetseite des gewünschten Studiengangs zu überprüfen!) Wintersemester: Endfrist für den Online-Antrag zu einem Wintersemester ist der 31. Mai für diejenigen, die ihre Matura schon im Vorjahr erworben haben. Für alle Maturanten des laufenden Jahres gilt der 15. Juli! Sommersemester: Der Bewerbungsschluss für alle BewerberInnen zu einem Sommersemester ist der 15. Januar.

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Viele Südtiroler Maturierende stehen vor dem Problem, dass ihre Abschlussprüfung erst kurz vor der Frist am 15. Juli stattfindet und sie ihr Abschlusszeugnis nicht fristgerecht einsenden können. Generell gilt, dass man seinen Antrag noch vor der Ausfertigung des Maturazeugnisses stellen kann! Wenn BewerberInnen für zentral beschränkte Studiengänge (Medizin u.ä.) das Datum der Zeugniserstellung noch nicht kennen, können sie bei der online-Bewerbung auch ein „voraussichtliches“ Datum angeben und die genauen Angaben später, wie auch die Zeugnisse selbst, nachreichen. Allerdings müssen die Abitur- bzw. Maturaprüfungen vor dem 15. Juli abgelegt worden sein – was in der Regel auch der Fall ist. Teilweise gewähren Unis Nachfristen: An der LMU in München müssen BewerberInnen für nicht zulassungsbeschränkte Studiengänge den Antrag bis zum 15.7. stellen. Wenn das Maturazeugnis bis dahin noch nicht vorliegt, so kann man dies mit einem Begleitschreiben begründen. Das Ende der Nachfrist, innerhalb welcher man die Zeugnisse an die LMU München nachreichen kann, ist Mitte August. BewerberInnen für Fächer, die einen Eignungstest verlangen, sollten sich am besten mit den entsprechenden Instituten in Verbindung setzen und ihre Lage erklären. Bei lokal zulassungsbeschränkten Studiengängen gewährt die LMU in München eine Nachfrist zur Nachreichung der Zeugnisse von einer Woche – d.h. ca. bis zum 22.7. sollten alle Zeugnisse in München eingelangt sein – was in den meisten Fällen auch machbar sein sollte. Diese Angaben gelten nur für die LMU in München – deshalb sollte man sich frühzeitig in den Studentenkanzleien informieren.

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Für die Umrechnung der italienischen Maturanote in das deutsche Notensystem gilt folgende Tabelle:

Der Versand der Bescheide erfolgt von August bis Oktober bzw. von Februar bis April, abhängig von der Art der Bewerbung. Die Einschreibefristen an den Unis fallen ebenfalls in diesem Zeitraum.

Studiengebühren Es gibt momentan nur zwei Bundesländer die allgemeine Studiengebühren einheben, die in beiden Fällen bei 500 € pro Semester liegen. (Bayern, Niedersachsen) Eine weitere Gruppe von Ländern sieht Studiengebühren nur für Langzeitstudierende (ab dem 10. bzw. 13. Hochschulsemester), und für Zweit- oder Drittstudien vor. (Bremen, Rheinland-Pfalz [nur Zweitstudium], Saarland, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen). Die restlichen Bundesländer sehen keine Gebühren vor – allerdings ändert sich dies laufend. Von den Studiengebühren sind die sogenannten Semesterbeiträge zu unterscheiden. Sie umfassen in der Regel Sozialgebühren, Pflichtbeiträge für Studierendenvertretungen sowie allgemeine Verwaltungsgebühren. Vielfach sind darin jedoch auch Semestertickets inkludiert, die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs

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im jeweiligen Verkehrsverbund ermöglichen, was besonders in Großstädten wie Berlin oder München insgesamt ein erheblicher Vorteil ist. Die Semesterbeiträge können unter Umständen bis zu 250 € betragen. Genaue und übersichtliche Informationen zu den aktuellen Entwicklungen und Beitragshöhen findet Ihr online unter: http://www.studis-online.de/StudInfo/Gebuehren/ http://www.studentenwerke.de/main/default.asp?id=03203 Mit ganz anderen Zahlen müssen freilich jene rechnen, die private Hochschulen besuchen: Die Studiengebühren werden hier autonom angesetzt und eingehoben und können ein Vielfaches von jenen an staatlichen Hochschulen betragen.

Mobilität Generell gilt: Die Verkehrsmittel sind in Deutschland teuer. Wohl auch deshalb hat sich ein gut strukturiertes Netz an Mitfahrzentralen ausgebildet. Wer lieber die gemächliche Fortbewegung per Bahn bevorzugt, sollte sich eine sogenannte „BahnCard“ zulegen. Die „BahnCard 50“ etwa, die für alle Bahnfahrten 50 % Rabatt ermöglicht, ist für Studierende bereits ab 127 € zu haben. Darüber hinaus bietet die Deutsche Bahn für Frühbucher häufig kostengünstige Angebote an, die mit der BahnCard kombiniert werden können. http://www.bahn.de/p/view/bahncard/bahncard.shtml http://www.mitfahrzentrale.de/

Krankenversicherung Eine weitere Grundvoraussetzung für die Aufnahme an einer deutschen Universität ist ein Krankenversicherungsnachweis. Die italienische gesetzliche Krankenversicherung gilt EU-weit, also auch in Deutschland. Hierfür werden in der Regel eine Versicherungsbestätigung der Krankenkasse sowie die Europäische

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Krankenversicherungskarte benötigt. Gleiches gilt für jene, die bei privaten Krankenkassen versichert sind. Studierende an Hochschulen sind kostenfrei von den gesetzlichen Unfallversicherungen versichert. Der Unfallversicherungsschutz ist allerdings räumlich sehr eng auf die Hochschule, deren unmittelbare Umgebung sowie auf den Weg zwischen dieser und dem Wohnort der Studierenden begrenzt.

Finanzierungsnachweis Auch Studierende aus EU-Staaten müssen in ihrem Anmeldeformular für die Meldebescheinigung in ihrer Universitätsstadt angeben, wie sie ihr Studium finanzieren, wie viel Geld sie also monatlich für ihren Unterhalt zur Verfügung haben und aus welchen Quellen dieses Geld stammt (Eltern, Ersparnisse, Stipendium o.ä.). Der monatlich zur Verfügung stehende Betrag sollte ungefähr dem aktuellen BAFÖGHöchstsatz entsprechen (670 Euro), da dieser Betrag als Untergrenze betrachtet wird, den ein Studium monatlich in Deutschland kostet. In der Regel wird dies von den kommunalen Behörden nicht weiter überprüft, lediglich in Hessen sind die Behörden genauer: Hier kann es vorkommen, dass man diese Angaben über die deutsche Botschaft in Italien dokumentieren muss – dies sollte allerdings die Ausnahme sein. http://www.internationalestudierende.de/fragen_zur_vorbereitung/einreise/finanzierungsnachw eis

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Lehrerin werden Es gibt mehrere Wege, sich diesen Berufswunsch zu erfüllen: Leider sind sie alle recht kompliziert, vor allem für jene, die an Mittel- und Oberschulen unterrichten möchten. Die Fachausbildung für den Primärbereich, also für den Kindergarten und die Grundschule, ist momentan – zumindest in deutscher Sprache - nur in Brixen möglich: http://www.unibz.it/SiteCollectionDocuments/Student%20Secretariat /Manifestos/Manifest_Biwi_d_2013.pdf Es handelt sich hier um einen fünfjährigen Studiengang, der zugangsbeschränkt ist – im September findet eine Aufnahmeprüfung statt. Eine Ausbildung in Deutschland oder Österreich ist problematisch, da es zweifelhaft ist, ob diese in Italien gesetzlich anerkannt werden und damit zum Dienst in Kindergärten oder Grundschulen befähigen. Komplizierter wird es für jene, die an Mittel- und Oberschulen unterrichten möchten. Die momentan einzige Möglichkeit, eine vollwertige Ausbildung zur Lehrkraft zu erhalten, bietet momentan das Lehramtsstudium in Österreich. Dieses wird von Italien anerkannt und führt somit auch zu einer Lehrbefähigung in Italien. Das österreichische Lehramtsstudium (dies gilt noch für das Studienjahr 2013/14 – danach wird es reformiert!!) setzt sich aus drei Säulen zusammen: Man belegt zwei Fächer, die man später unterrichten möchte – der dritte Baustein ist die didaktischpädagogische Ausbildung. Das Lehramtsstudium dauert in Österreich 9 Semester, allerdings sollte man etwas mehr Zeit einrechnen, da bereits während des Studiums zahlreiche Praktika an Schulen vorgesehen sind. Nach dem Studienabschluss steht ein einjähriges Schulpraktikum an, in dem man erstmals ein Jahr lang selbstständig unterrichten muss, dabei aber von anderen Lehrpersonen begleitet wird. Danach erlangt man in Österreich die Lehrbefähigung, die samt

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Studientitel in Italien anerkannt werden muss. Es ist auch möglich, das Praktikumsjahr in Südtirol abzuleisten. Achtung: Da auch der Studientitel anerkannt werden muss, ist es wichtig, bestimmte Dinge zu beachten. Will man etwa eine Sprache unterrichten, so muss man in der Fächerkombination zwei Sprachen kombinieren bzw. die Sprache als Zweitfach studieren – andernfalls wird der Studientitel nicht anerkannt: Deutsch (Erstfach) – Geschichte (Zweitfach) – Nein! Geschichte (Erstfach) – Deutsch (Zweitfach) – Ja! Deutsch (Erstfach) – Englisch (Zweitfach) Ja! In Italien eine Lehrbefähigung zu erlangen, ist momentan noch sehr schwierig, da wir uns in einer Übergangsphase befinden, deren Abschluss noch nicht absehbar ist. Prinzipiell ist es in Italien möglich, mit einem fünfjährigen Studium (also: 3+2) und bestimmten Ergänzungsprüfungen als Supplent/in zu unterrichten. Dies gilt auch für all jene, die ein ausländisches, gesetzlich anerkanntes Studium vorweisen können – allerdings sollte man die Ergänzungsprüfungen vor der Studientitelanerkennung, also noch an der ausländischen Uni, an der man studiert, ablegen. Zurzeit gibt es die Möglichkeit, nach einem fünfjährigen Studium einen einjährigen Universitären Berufsbildenden Kurs (UBK/TFA) zu belegen. Hierfür muss man die Voraussetzungen für die Eintragung in eine Wettbewerbsklasse erfüllen und ein recht kompliziertes Aufnahmeverfahren an der Universität bestehen. Die Universität Bozen bietet diese Kurse an ihrem Standort in Brixen an. Die angebotenen Fächer, für die die Lehrbefähigung erlangt werden kann, variieren je nach Bedarf an Lehrkräften. Was sind Ergänzungsprüfungen? Das italienische Schulsystem sieht anders als etwa das österreichische, fixe Fächerkombinationen, sogenannte Wettbewerbsklassen, vor. So kann man etwa das Fach Geschichte nur in Kombination mit Philosophie, Latein, Deutsch oder Erdkunde unterrichten. Um nun Zugang zu einer Wettbewerbsklasse zu erhalten und als Jahressupplent/in ein bestimmtes Fach bzw. eine

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Fächerkombination an Mittel- und Oberschulen unterrichten zu können, muss man also ein fünfjähriges Fachstudium und die vorgesehenen Ergänzungsprüfungen vorweisen. Hat man beispielsweise Geschichte studiert, und möchte Deutsch und Geschichte an Mitteloder Oberschulen unterrichten (Wettbewerbsklassen 93/A und 98/A), so müsste man folgende Ergänzungsprüfungen nachweisen: Deutsche Sprache: 12 ECTS Deutsche Literatur: 12 ECTS Allgemeine Linguistik: 12 ECTS Geographie: 12 ECTS Je nach Fachstudium bzw. gewählter Wettbewerbsklasse ändern sich die Ergänzungsprüfungen, ein Fachstudium ermöglicht in der Regel auch den Unterricht in mehreren Wettbewerbsklassen. Achtung: Dieser Weg ist nur ein Provisorium, er ermöglicht nur den Unterricht als Jahressupplent/in – eine fachgerechte Ausbildung, Lehrbefähigung und damit auch Fixanstellung ist damit nicht möglich! Diese ist momentan in Italien nur durch die oben erwähnten sogenannten Universitären Berufsbildenden Kurse gewährleistet. Will man also Lehrer/in werden, so ist der einzige fachlich adäquate und auch dienstrechtlich ratsame Weg jener über das österreichische Lehramt. Da aber auch hier gravierende Änderungen im Raum stehen, empfehlen wir, sich bereits im Studienjahr 2013/14 in das Lehramtsstudium einzuschreiben! Informationen findet ihr hier: http://www.provincia.bz.it/bildungsfoerderung/studieninformation/le hrtaetigkeit.asp bz@asus.sh cristina.pellini@provinz.bz.it stephan.tschigg@provinz.bz.it

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Arzt/Ärztin werden Immer mehr junge Menschen interessieren sich für ein Studium der Human- oder Zahnmedizin, ein komplexes und zeitaufwendiges Studium, dessen Wahl gut überlegt sein will. Da es sich bei Medizin um ein so genanntes aufnahmebeschränktes Studium handelt, d.h. die Studienplätze staatlich begrenzt sind, muss man sich in Österreich, Italien und Deutschland einem Auswahlverfahren stellen. Dies wird in den jeweiligen Ländern unterschiedlich gehandhabt. In Österreich und Italien wird der Zugang über eine Aufnahmeprüfung geregelt, in Deutschland entscheidet die Maturanote (NC-Schnitt). Die Zulassungsfristen zum Aufnahmeverfahren sind dabei unterschiedlich angesetzt und können jährlich variieren. Es empfiehlt sich also bereits frühzeitig (Februar) die nötigen Informationen einzuholen (etwa auf www.asus.sh). Zur optimalen Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung in Österreich bietet die sh.asus in Zusammenarbeit mit der Abteilung 40 der Südtiroler Landesverwaltung Vorbereitungskurse und Testsimulationen für die angehenden MedizinstudentInnen an. Der Movimento Universitario Altoatesino (www.upad.it/mua/) macht dies für all jene, die ein Studium der Medizin an einer italienischen Universität aufnehmen möchten. Wer die Aufnahmeverfahren umgehen möchte kann sich für ein Medizinstudium in den östlichen Mitgliedsländern der EU interessieren. An einigen Universitäten besteht die Möglichkeit auf Deutsch oder auf Englisch zu studieren. Aber Achtung! Im Gegensatz zu Österreich (aktuell keine Studiengebühren), Italien (Studiengebühren) und Deutschland (teilweise Studiengebühren) sind die Studiengebühren in diesen Ländern sehr hoch. Für weitere und ausführlichere Informationen zum Medizinstudium greife bitte auf unsere Medizinbroschüre zurück (www.asus.sh/de/study/Medizinstudium).

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Nützliche Adressen: Amt für Hochschulförderung, Universität und Forschung Landhaus 7 - Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen Tel.: 0471 413303 www.provinz.bz.it/bildungsfoerderung/ hochschulfoerderung@provinz.bz.it Studieninformation Südtirol Andreas-Hofer-Straße 18, 39100 Bozen Tel.: 0471 4133-01/06/07 - stud.info@provinz.bz.it ISAS-München: www.isas-muenchen.de info@isas-muenchen.de Studentenberatung der Uni Bozen Universitätsplatz 1 - 39100 Bozen info@unibz.it; www.unibz.it > de > Studieninteressierte Tel.: 0471 012100 Infopoint- Bozen (Raum E 1.23): Di und Do: 14:00-16:00, Mi und Fr: 10:00-12:30 Infopoint - Brixen (Raum 1.07): Do: 14:00-16:00 und nach Vereinbarung Berufsberatungsstellen Bozen: Andreas-Hofer-Strasse 18, 0471 413350 Brixen: "Villa Adele" Bahnhofstr. 18 0472 821281 Bruneck: Rathausplatz 10, 0474 582381 Meran: Sandplatz 10, 0473 252270 Mals: Marktgasse 4, 0473 830246 Neumarkt: Franz-Bonatti-Platz 2/3, 0471 824150 St. Martin i.T.: Pikolein 13, 0474 524087 Schlanders: Schlandersburg, 0473 736180 Sterzing: Bahnhofsstraße 2/E, 0472 729180 Wolkenstein: Haus der Kultur, 0471 794192

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Adressen der Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus)

sh.asus - Büro Bozen Kapuzinergasse 2/A 39100 Bozen fon+fax 0471/974614 www.asus.sh bz@asus.sh

Innsbruck Museumstraße 25 6020 Innsbruck fon+fax 0043 512 938 316 www.innsbruck.asus.sh innsbruck@asus.sh

Graz Prokopigasse 1 8010 Graz www.graz.asus.sh graz@asus.sh

Salzburg Bergstraße 20/1 5020 Salzburg fon+fax 0043 662 870 842 www.salzburg.asus.sh salzburg@asus.sh

Wien Schwarzspanierstraße 15/1/6 1090 Wien fon+fax 0043 1 9683125 www.wien.asus.sh wien@asus.sh

Padova Via U. Bassi 42 35100 Padova fon+fax 049 663 799 www.padova.asus.sh padova@asus.sh

Bologna Viale Gozzadini 13 40123 Bologna fon+fax 051 05 666 94 www.bologna.asus.sh bologna@asus.sh

Trento Via Cavour 21 38100 Trento fon+fax 0461 220 179 www.trento.asus.sh trento@asus.sh

Gedruckt am: 19/04/2013

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