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07

Land- und Forstwirtschaft 871-1400

Schweizer Landwirtschaft Taschenstatistik 2014

Neuch창tel, 2014


GLOSSAR Die Begriffe, die im Glossar aufgeführt sind, werden im Text mit einem* gekennzeichnet. Bruttowertschöpfung (BWS) Stellt die Steigerung des Wertes der Güter durch den Produktionsprozess dar. In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ergibt sich die Bruttowertschöpfung durch Subtraktion (Produktionswert* minus Vorleistungen). Grossvieheinheit (GVE) Die Grossvieheinheit ist eine Einheit, dank der die verschiedenen Nutztiere miteinander verglichen werden können. 1 GVE entspricht dem Futter­ verzehr und dem Anfall von Mist und Gülle ­einer 650 kg schweren Kuh. Auf dieser Grundlage ­werden Umrechnungsfaktoren in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht des Tieres verwendet (z.B. entspricht ein über 1-jähriges Schaf 0,17 GVE). Jährliche Arbeitseinheit (JAE) Die JAE entspricht der Arbeit einer oder eines Vollzeitangestellten während eines Jahres (basierend auf 280 Arbeitstagen). Landwirtschaft Strikte Verwendung des Begriffs, d.h. ohne Kleinstproduzenten. Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) Verwendete Fläche für die Pflanzenproduktion ­ausser Sömmerungsflächen und Wälder. Landwirtschaftlicher Betrieb Alle Arbeitskräfte sowie Betriebs- und Produktionsmittel, die für die Produktion der landwirtschaftlichen Güter verwendet werden. Gemäss der Landwirtschaftszählung des BFS entspricht ein landwirtschaftlicher Betrieb folgenden Mindestnormen: 1 ha LN* oder 30 Aren Spezialkulturen oder 10 Aren in geschütztem Anbau oder 8 Mutterschweine oder 80 Mastschweine oder 300 Stück Geflügel. Produktionswert Darstellung des Werts der produzierten Waren und Dienstleistungen, und zwar zum Verkauf oder Eigengebrauch, als Vorleistung im Betrieb (z.B. Futtermittel für die Milchproduktion) oder als Produktion von selbsterstellten Anlagen (Anpflanzungen oder Nutztiere). Die Vorratsveränderungen werden ebenfalls berücksichtigt.

BEMERKUNGEN Indizes Die Indizes ergeben sich aus der Teilung eines Jahreswertes durch den Wert des Referenzjahres und durch Multiplikation mit 100. Dies erlaubt den Vergleich vollständig verschiedener Grössen, ­sofern dasselbe Referenzjahr herbeigezogen wird (z.B.: 1996=100). Gerundete Zahlen Die Zahlen werden auf- oder abgerundet, wodurch die Summe der Zahlen gegenüber dem Total abweichen kann. Quellen BAFU: Bundesamt für Umwelt BFS:

Bundesamt für Statistik

BLV: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen EZV:

Eidgenössische Zollverwaltung

SBV:

Schweizer Bauernverband


INHALTSVERZEICHNIS Die Schweizer Landwirtschaft befindet sich seit mehreren Jahren im Umbruch. Die in der vorliegenden Taschenstatistik enthaltenen Kennzahlen geben eine Übersicht über den Stand und die Entwicklung der einzelnen Bereiche der Schweizer Landwirtschaft. Umfeld

Seite   4

Die Entwicklung der Landwirtschaft hängt eng mit den anderen Wirtschaftssektoren, dem internationalen Handel, der Politik des ­Bundes oder dem Konsum zusammen. Strukturen

Seite   9

Die Strukturen charakterisieren die Landwirtschaftstypen in der Schweiz. Produktion, Ertrag und Einkommen

Seite 18

Von der Lebensmittelproduktion zum landwirtschaftlichen Einkommen: Übersicht über einen Wirtschaftszweig im Umbruch. Soziale Aspekte

Seite 26

Die besonderen Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft beeinflussen die Lebensbedingungen der Erwerbstätigen in dieser Branche. Auswirkungen auf die Umwelt

Seite 29

Mehr als ein Drittel der Gesamtfläche der Schweiz wird landwirtschaftlich genutzt. Die Landwirtschaft ist demnach eine wichtige Einflussgrösse des Menschen auf die Umwelt. Internationale Vergleiche

Seite 32

Die Schweizer Landwirtschaft im Vergleich mit den Nachbarländern. Dieses Jahr speziell zum Thema «Familienlandwirtschaft» (2014 Internationales Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe). Kennzahlen auf einen Blick

Seite 34

10 Kennzahlen fassen die aktuellen Tendenzen zusammen.

3


Umfeld Bodennutzung 1 Wald und Gehölze

7,5% 12,4%

Unproduktive Flächen (Seen, Flüsse, Gebüsch, Feuchtgebiete, Fels, Geröll, Gletscher und Firn)

31,3%

Landwirtschaftsflächen Alpwirtschaftsflächen Siedlungsflächen

23,4% 25,3%

1 Flächen zwischen 2004 und 2009 erhoben Die Gesamtfläche der Schweiz beträgt 41’285 km 2

Quelle: BFS – Arealstatistik (NOAS04)

© BFS, Neuchâtel 2014

Die Landwirtschafts- und Alpwirtschaftsflächen decken zusammen mehr als einen Drittel der Gesamtfläche der Schweiz ab und prägen somit die Landschaft massgeblich. Zwischen 1985 und 2009 gingen davon 1,1 m2 pro Sekunde verloren. Die Landwirtschafts- und Alpwirtschaftsflächen verkleinerten sich um 5,4% (850 km2), was der Grösse des Kantons Jura entspricht. Während im tief gelegenen Dauersiedlungsgebiet aus 80% der ehemaligen Landwirtschaftsflächen Siedlungsflächen entstanden, dominierte im Berggebiet die Einwaldung von Alpwirtschaftsflächen. Innerhalb der Landwirtschaftsflächen hat die Kategorie «Obst-, Reb- und Gartenbauflächen» prozentual am stärksten abgenommen. Grund dafür ist der Rückgang des Feldobstbaus (Hochstammobstbäume) um mehr als die Hälfte. Landwirtschaftsflächen 600

In tausend Hektaren 1979/85

500

1992/97

400

2004/09

300 200 100 0

Alpwirtschafts- Naturwiesen, flächen Heimweiden

Quelle: BFS – Arealstatistik (NOAS04)

4

Ackerland

Obst-, Reb- und Gartenbauflächen © BFS, Neuchâtel 2014


Bruttowertschöpfung (BWS*) der Landwirtschaft und der Schweizer Wirtschaft Zu laufenden Preisen 180

Index 1990 = 100 560 Milliarden Franken

160

Bruttowertschöpfung der Gesamtwirtschaft

140

Bruttowertschöpfung der Landwirtschaft

120

Werte 2012 (provisorisch)

100 80

4 Milliarden Franken

60 40 1990

1995

2000

2005

2010 2012

Quellen: BFS – Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Branchenkonten des Primärsektors

© BFS, Neuchâtel 2014

Zwischen 1990 und 2012 sank der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung* der schweizerischen Wirtschaft von 2,3% auf 0,7%. Innerhalb des Primärsektors betrug der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung 92%. Die Bundesausgaben für Landwirtschaft und Ernährung betrugen 2012 3,7 Milliarden Franken. 78% davon wurden den bezugsberechtigten Landwirtschaftsbetrieben in Form von Direktzahlungen und Beiträgen für soziale Massnahmen ausbezahlt. Bundesausgaben für Landwirtschaft und Ernährung 5

In Milliarden Franken Verwaltung, Vollzug und Kontrolle

4

Verbesserung der Produktionsgrundlagen

3

Produktion und Absatz Direktzahlungen und soziale Massnahmen

2 1 0

1990

1995

2000

Quelle: Eidgenössische Finanzverwaltung

2005

2010 2012 © BFS, Neuchâtel 2014

5


Beschäftigte in der Landwirtschaft 400

In Tausend Familienfremde Beschäftigte Familieneigene Beschäftigte

300

200

100 Gemäss der seit 1996 geltenden Definition für landwirtschaftliche Betriebe

0 1975

1980

1985

1990

1995

2000

2005

2012

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

162’000 Personen waren 2012 in der Landwirtschaft tätig, weniger als halb so viele wie 1975. 55% davon arbeiteten Teilzeit. Auf 5 Beschäftigte in der Landwirtschaft kommen 4 Familienmitglieder. Die Land- und Forstwirtschaft war im Schweizer Parlament seit 1987 stets mit 22 bis 27 bäuerlichen Mitgliedern vertreten. Mit den Wahlen 2011 nahm deren Anzahl auf 18 Mitglieder ab. Berufliche Zusammensetzung des Nationalrates und des Ständerates, 2011 Politische Tätigkeit Beratung

22%

Industrie und Gewerbe

30%

Verbände und Gewerkschaften Land- und Forstwirtschaft, Tierzucht 10%

Unterricht und Bildung Rechtswesen

7% 7%

9% 7%

Andere

8%

Die Angaben zu den ausgeübten Berufen beruhen auf der Selbstdeklaration der Ratsmitglieder. Quelle: Parlamentsdienste

6

© BFS, Neuchâtel 2014


Selbstversorgungsgrad 120

%, nach verwertbarer Energie

Tierische Nahrungsmittel brutto

100

Tierische Nahrungsmittel netto2

80 60

Nahrungsmittel total brutto

40

Nahrungsmittel total netto2

20

Pflanzliche Nahrungsmittel

0

1990

1995

2000

2005

20081

2011

1

Ab 2008 neue Berechnungsmethode 2 Ohne aus importierten Futtermitteln hergestellte tierische Produkte © BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: SBV – Nahrungsmittelbilanz

Der Nahrungsmittelverbrauch konnte in den letzten 20 Jahren zu 60% (in Bezug auf verwertbare Energie) mit Produkten aus inländischer Erzeugung gedeckt werden. Am höchsten waren die Versorgungsgrade bei tierischen Produkten, insbesondere bei der Milch. 18% der Importe von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Jahr 2012 bestanden aus Früchten und Gemüse in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form. Exportiert wurden am häufigsten wasserhaltige Getränke (in der Kategorie «Getränke und alkoholische Flüssigkeiten») sowie Kaffee (in der Kategorie «Kaffee, Tee und Gewürze»). Ein- und Ausfuhr von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, 2012 In Millionen Franken

Früchte, Gemüse und deren Zubereitungen Getränke und alkoholische Flüssigkeiten Fleisch, Fisch und deren Zubereitungen Getreide, Müllereierz. und deren Zubereitungen Kaffee, Tee, Gewürze Zucker, Zuckerwaren und Kakao Milch, Eier, Honig Futtermittel Fette und Öle -2500 -2000 -1500 -1000 -500 Einfuhr Quelle: EZV – Schweizerische Aussenhandelsstatistik

0

500 1000 1500 2000

Ausfuhr © BFS, Neuchâtel 2014

7


Haushaltsausgaben, 2011 Anteile am Bruttohaushaltseinkommen Obligatorische Ausgaben (Steuern, Sozialversicherungsbeiträge, Krankenkassen: Grundversicherung)

16,7% 27,5%

Wohnen und Energie Verkehr

12,6% 1,2%

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke Unterhaltung, Erholung und Kultur

5,5%

Gast- und Beherbergungsstätten

15,4%

6,4%

Alkoholische Getränke und Tabakwaren

6,8% 8,0%

Sparbetrag Übrige Ausgaben

Anzahl Personen pro Haushalt (Mittelwert): 2,2 © BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Haushaltsbudgeterhebung

Die Haushalte gaben 2011 rund 12% ihres Budgets bzw. durchschnittlich 1200 Franken pro Monat für Ernährung aus. Fleisch war mit rund 145 Franken pro Monat der grösste Ausgabeposten. Pro Person wurden im Jahr 2011 rund 890 kg Nahrungsmittel verbraucht. 555 kg waren pflanzlichen und 336 kg tierischen Ursprungs. Nahrungsmittelverbrauch1, 2011 Milch und -erzeugnisse (ohne Butter) Früchte Gemüse Getreide Alkoholhaltige Getränke Fleisch Kartoffeln und Stärke Zucker, Honig Pflanzliche und tierische Fette Eier Stimulantien Hülsenfr., Nüsse, Kastanien Fische und Schalentiere Ölfrüchte 0

50

100

150

200

250

300

kg Rohprodukt pro Kopf 1 1

Entspricht nicht dem effektiven Verzehr, weil Verluste (z.B. unverkaufte oder verdorbene Lebensmittel) nicht vollständig erfasst sind.

Quelle: SBV – Nahrungsmittelbilanz

8

© BFS, Neuchâtel 2014


Strukturen Landwirtschaftsbetriebe und Nutzfläche 200 180

Index 1996 = 100

Anzahl Biobetriebe

5 900 Biobetriebe

Landwirtschaftliche Nutzfläche* pro Betrieb

160 140

18,6 Hektaren pro Betrieb

120 100

Anzahl Landwirtschaftsbetriebe* Werte 2012

56 600 Betriebe

80

60 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

Die Anzahl Landwirtschaftsbetriebe* ist weiterhin von über 70’500 Betrieben im Jahr 2000 auf 56’600 Betriebe im Jahr 2012 zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr stellten über 1000 Betriebe die landwirtschaftliche Tätigkeit ein, was 20 Bauern­ höfen pro Woche entspricht. Vom Rückgang waren insbesondere Betriebe mit ­weniger als 20 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche betroffen. Die durchschnittliche landwirtschaftliche Nutzfläche pro Betrieb nahm zwischen 1996 und 2012 um 5 ha auf 18,6 ha zu, was einer Flächenausdehnung von über einem Drittel entspricht. Betriebe nach Grössenklassen 250

Index 1996 = 100

200 150 100

ha landwirtschaftliche Nutzfläche* 50+ 20 – < 50 10 – < 20 0 – < 10

50 0 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

9


Grösse der landwirtschaftlichen Betriebe, 2012 nach Bezirken

Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN) pro Betrieb, in ha < 12,0

12,0 – 17,9

18,0 – 23,9

24,0 – 29,9

≥ 30,0

CH: 18,6 ha

© BFS, ThemaKart, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

Wie gross die landwirtschaftlich genutzte Fläche pro Betrieb ist, hängt insbesondere von der Topografie, der Bodeneignung oder betriebs- und arbeitswirtschaftlichen Gründen ab. Grosse Betriebe mit über 40 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche befanden sich besonders häufig im Jura. Betriebe nach Grössenklassen und Region, 2012 ha landwirtschaftliche Nutzfläche*

Bergregion

0–<3

Hügelregion

3 – < 10 10 – < 20

Talregion

20 – < 50 0

5

10 15 20 Anzahl Betriebe (in Tausend)

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

10

25

30

50+ © BFS, Neuchâtel 2014


Biobetriebe nach Region 4000

Anzahl Betriebe (in Tausend) Bergregion

3500

Hügelregion

3000

Talregion

2500 2000 1500 1000 500 0 1990

1995

2000

2005

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

2010 2012 © BFS, Neuchâtel 2014

Es waren hauptsächlich Betriebe in der Bergregion, die bis 2005 auf biologischen Landbau umstellten. Anschliessend war bei diesen aber auch der stärkste Einbruch zu verzeichnen. 2012 verzeichneten die Biobetriebe in allen Regionen gegenüber den zwei vorhergehenden Jahren eine Zunahme. Die Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe ist auf Weidevieh spezialisiert. 2012 waren dies 60% aller Betriebe. Auf Dauerkulturen wie Rebbau oder Obstbau waren 4100 Betriebe spezialisiert. Landwirtschaftliche Betriebe nach betriebswirtschaftlicher Ausrichtung, 2012 1,8%

Spezialisierte Weideviehbetriebe

4,0% 7,3%

Pflanzenbau-Viehhaltungsbetriebe Spezialisierte Ackerbaubetriebe

7,5%

19,6%

Spezialisierte Dauerkulturbetriebe Spezialisierte Veredlungsbetriebe in der Tierproduktion 1 Spezialisierte Gartenbaubetriebe

59,8% 1

Hauptsächlich Schweine- und Geflügelhaltung

Total landwirtschaftliche Betriebe = 56’575 Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

11


Nutztierbestände In Tausend1, im Mai 2002

Rindvieh   davon Kühe Pferde Schafe Ziegen Schweine Hühner 1

2007

1590 720 50 430 70 1560 7210

2012

1570 710 60 440 90 1570 8100

1560 710 60 420 90 1540 9880

Gerundet

Der Bestand von Schweinen lag 2012 über dem Niveau von 1996, jener der Schafe, dem Rindvieh und der Kühe darunter. Relativ stark zunehmend seit 1996 war die Anzahl Hühner und Ziegen. 2006 erlitt der Hühnerbestand durch das Risiko der Vogelgrippe einen kurzzeitigen Einbruch, von dem er sich inzwischen erholt hat.

Nutztierbestände 160

Index 1996 = 100

150 140 130 120

Hühner Ziegen Schweine Schafe Kühe Rindvieh

110 100 90 80 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012 Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

12

© BFS, Neuchâtel 2014


Kuhbestand 800

In Tausend Übrige Kühe Milchkühe

700 600 500 400 300 200 100 0

1999

2001

2003

2005

2007

2009

2011 2012 © BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

2012 wurden 14% weniger Milchkühe als 1999 gezählt. In der selben Zeitspanne verdreifachte sich die Anzahl «übrige Kühe», zu denen hauptsächlich Mutterkühe zählen. 2012 hielt jeder fünfte Landwirtschaftsbetrieb (12’400 Betriebe) Nutzhühner. Die Zunahme des Hühnerbestands seit 1996 fand vor allem bei den Mastpoulets statt. 90% des Hühnerbestandes konzentrierte sich auf weniger als 1100 Betriebe. Hühnerhaltung 12 000

In Tausend Übrige Hühner

10 000

Legehühner und Zuchthühner

8 000

Mastpoulets

6 000 4 000 2 000 0

1996

1998

2000

2002

2004

2006

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

2008

2010

2012 © BFS, Neuchâtel 2014

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Nutzung der landwirtschaftlichen Nutzfläche, 2012 Ohne Alpflächen 2,5% 2,9% 6,3%

1,2% 2,3%

Grünfläche Getreide Übrige offene Ackerfläche Kartoffeln, Zucker-, Futterrüben

14,0%

Ölsaaten Dauerkulturen 70,9%

Übrige landwirtschaftliche Nutzfläche

Gesamtfläche = 1’051’000 ha Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

Die gesamte Nutzfläche hat zwischen 2000 und 2012 um 21’400 ha abgenommen. 70,9% der landwirtschaftlichen Nutzfläche* besteht aus Grünflächen (Kunstwiesen, Dauerwiesen, Weiden). 2012 bauten 22’700 Landwirtschaftsbetriebe* Getreide an. Die Getreidefläche war einen Viertel kleiner als 1996. Die Anbaufläche für Brotgetreide betrug noch 84’200 ha, jene für Futtergetreide 62’700 ha. Getreideflächen 200

In tausend Hektaren Übrige Getreide Körnermais

160

Hafer Gerste

120

Weizen

80 40 0

1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010 2012

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

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© BFS, Neuchâtel 2014


Obstanlagen 7000

In Hektaren

Äpfel

6000

Birnen

5000

Steinobst

4000 3000 2000 1000 0 1999

2001

2003

2005

2007

2009

2011 2012 © BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

2012 hatten 3900 Landwirtschaftsbetriebe Obstanlagen mit einer Fläche von 7300 ha. Der Apfel- und Birnenanbau nahm seit 1999 ab. In der selben Zeit wuchs die Steinobstfläche, was hauptsächlich auf die Ausdehnung der Aprikosen- und der Kirschenanlagen zurückzuführen ist. Die Rebfläche hat sich in den letzten zwanzig Jahren zwischen 12’500 und 13’500 ha eingependelt, wobei die Fläche der weissen Sorten zugunsten der roten abnahm. Die Anzahl der Betriebe mit Reben ging zurück.

16 000 14 000

Hektaren

12 000 10 000 8 000 6 000 4 000 2 000 0 1996

2000 Rebfläche

2004

2008

10 000 9 000 8 000 7 000 6 000 5 000 4 000 3 000 2 000 1 000 0 2012

Anzahl Betriebe

Rebfläche und Betriebe mit Reben

Betriebe mit Reben

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

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Kantonskennzahlen, 2012 Betriebe

Beschäftigte

Landwirtschaftliche Nutzfläche*

Rindvieh

Milchkühe

Schweine

in Tausend

in tausend ha

in Tausend

in Tausend

in Tausend

ZH

3 824

11,6

74

94

36

42

BE

11 505

33,9

190

317

125

272

LU

4 910

13,8

77

150

63

416

UR

622

1,6

7

12

4

3

SZ

1 694

4,3

24

44

17

24

OW

693

1,7

8

18

8

11

NW

484

1,3

6

12

5

11

GL

394

1,1

7

12

5

2

ZG

595

1,8

11

20

9

19

FR

3 033

8,8

76

134

51

82

SO

1 508

4,2

32

44

16

30

BL/BS

978

3,2

22

28

10

10

SH

605

1,8

16

16

3

21

AR

770

1,7

12

22

10

21

AI

513

1,1

7

14

6

25

SG

4 362

11,5

72

138

59

183

GR

2 538

6,7

55

72

17

6

AG

3 594

10,4

61

86

28

102

TG

2 832

8,7

50

74

39

195

TI

1 178

3,1

14

11

4

3

VD

3 945

13,2

109

112

34

42

VS

3 635

9,5

37

31

11

1

NE

877

2,3

32

42

15

9

GE

405

1,8

11

3

0

1

JU

1 081

3,0

40

59

16

14

56 575

162,0

1 051

1 565

591

1 544

Schweiz

ZH: Zürich, BE: Bern, LU: Luzern, UR: Uri, SZ: Schwyz, OW: Obwalden, NW: Nidwalden, GL: Glarus, ZG: Zug, FR: Freiburg, SO: Solothurn, BS: Basel-Stadt, BL: Basel-Landschaft, SH: Schaffhausen, AR: Appenzell Ausserrhoden, AI: Appenzell Innerrhoden, SG: St. Gallen, GR: Graubünden, AG: Aargau, TG: Thurgau, TI: Tessin, VD: Waadt, VS: Wallis, NE: Neuenburg, GE: Genf, JU: Jura Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung, Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

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Kantonskennzahlen, 2012 (Fortsetzung) Anteil der Gr체nfl채che an der LN*

Anteil der biologisch bewirtschafteten LN*

Produktionswert der Landwirtschaft

Subventionen 1

in %

in %

in Franken 2 pro ha

in Franken 2 pro ha

ZH

56

10

10 600

2 400

BE

74

10

8 700

3 000

LU

81

7

11 600

3 100

UR

98

13

5 500

3 700 3 300

SZ

93

11

6 500

OW

98

30

8 600

4 100

NW

98

15

7 800

3 600

GL

98

23

6 000

3 500

ZG

80

14

9 800

3 000

FR

69

5

9 300

2 800

SO

67

11

7 200

2 500

BL/BS

71

14

8 200

2 500

SH

33

4

9 000

2 400

AR

98

18

8 000

3 100

AI

97

4

9 500

3 300

SG

90

10

9 900

3 100

GR

94

57

4 500

3 800

AG

54

7

10 200

2 500

TG

61

10

15 800

2 700

TI

84

15

9 300

3 000

VD

45

4

10 200

2 600

VS

77

17

13 600

3 300

NE

85

5

6 500

2 500

GE

24

4

19 600

2 100

JU

73

11

5 400

2 700

Schweiz

71

12

9 500

2 900

Daten gem채ss Regionaler Landwirtschaftlicher Gesamtrechnung. Sie beinhalten vorwiegend Direktzahlungen 2 Auf Hundert gerundet 1

17


Produktion, Ertrag und Einkommen Tierische Produktion 1 In tausend Tonnen 2002

Fleisch  Rindvieh  Schweine  Schafe  Geflügel Kuhmilch Hühnereier

2007

2012

2

1 2 3

140 236 6 54 3932 37

133 242 5 60 3912 36

Inländische Bruttoproduktion Verwendbare Produktion, Schlachtgewicht Provisorisch

144 243 5 76 40823 45 Quelle: SBV – Viehwirtschaft

Die Fleischproduktion ging 2012 gegenüber dem Vorjahr um 3000 t zurück. Beim Geflügelfleisch war weiterhin eine ausgeprägte Zunahme zu verzeichnen. 2008 wurden erstmals mehr als 4 Milliarden kg Milch produziert. In den Folgejahren wurden weitere Rekordmengen erreicht, bis die produzierte Milch 2012 erstmals um knapp 1% abnahm (provisorische Daten). Etwas mehr als ein Drittel der Milch wurde 2012 zu Käse verarbeitet. Die Buttermenge wurde von 37’000 t im Jahr 2000 auf fast 51’000 t im Jahr 2012 gesteigert. Überschüssige Butter wurde auf den Weltmarkt exportiert. Verwertung der Kuhmilch, 2012

5%

Käse

3%

Tierfütterung

7%

Butter

9%

36%

Konsummilch Dauermilchwaren Rahmproduktion / Rahmverdünnung

12%

Jogurt und Spezialitäten Andere Verwertung, Gewichtsdifferenzen 14%

14%

Quelle: SBV – Milchstatistik der Schweiz

18

© BFS, Neuchâtel 2014


Melksysteme1, 2010 0,5%

2,0%

Melken mit Eimermelkanlage Rohrmelkanlage Melken im Melkstand

26,5%

Melken von Hand

39,4%

Melken mit Melkroboter

31,5% 1

Mehrere Melksysteme pro Betrieb möglich

Quelle: SBV – Milchstatistik der Schweiz

© BFS, Neuchâtel 2014

Die Eimermelkanlage (15’000) war im Jahr 2010 am stärksten verbreitet, gefolgt von Rohrmelkanlagen (12’000) und Melkständen (10’000). 760 Betriebe melkten ihre Kühe noch von Hand. Die in der Tiermedizin verkauften Antibiotikamengen nahmen seit dem hohen Wert im Jahr 2008 ab. 2012 wurden insgesamt 57 t verkauft. Dies entspricht e ­ iner ­Abnahme gegenüber dem Vorjahr um 8%.

Antibiotika in der Tiermedizin Vertriebsmengen 80

In Tonnen Wirkstoff Andere Tetracycline

60

Penicilline Sulfonamide

40 20 0

2006

2007

Quellen: BLV; Swissmedic

2008

2009

2010

2011

2012 © BFS, Neuchâtel 2014

19


Pflanzenproduktion1 In tausend Tonnen 2002

Getreide Kartoffeln Zuckerrüben Gemüse Obst und Beeren

2007

1089 526 1408 312 368

2012

1012 490 1573 313 401

2012: provisorisch

924 451 1673 396 313

Quelle: SBV – Pflanzenproduktion

Bruttoproduktion minus Verluste auf dem Feld und auf dem Betrieb

1

Die Pflanzenerträge sind stark vom Wetter abhängig. Zur Saatzeit der meisten Ackerkulturen (Raps, Getreide) herrschten 2012 ungewohnt tiefe Temperaturen mit Frost und häufigen Niederschlägen. Dies führte allgemein zu tieferen Erntemengen als im Spitzenjahr 2011. Seit 1990 nahm die Anzahl Traktoren um 13% auf 135’000 Fahrzeuge im Jahr 2012 zu. Dabei gab es einen Trend zu schwereren Traktoren. Rund 1100, beziehungsweise weniger als 1%, verfügten über einen Partikelfilter. Zudem waren im Jahr 2010 rund 2500 Mähdrescher in Gebrauch.

Landwirtschaftliche Traktoren1 nach Gesamtgewicht 140 000

Anzahl Traktoren mehr als 10 t

120 000

von 5,001 bis 10 t

100 000

von 2,501 bis 5 t

80 000

von 1,501 bis 2,5 t

60 000

bis 1,5 t

40 000 20 000 0 1

1990

1995

2000

2005

2010 2012

Immatrikulierte Traktoren mit grünen Schildern inkl. Forsttraktoren

Quelle: BFS – Strassenfahrzeugstatistik

20

© BFS, Neuchâtel 2014


Produktionswert 8000

In Millionen Franken, zu laufenden Herstellungspreisen Tierproduktion Pflanzenproduktion

6000 4000 2000 0 1985

2012: provisorisch 2013: Schätzung

1989

1993

1997

2001

2005

2009

2013 © BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Der gesamte Produktionswert der Landwirtschaft im Jahr 2013 wurde auf rund 10 Milliarden Franken geschätzt. Obwohl das Produktionsvolumen der Landwirtschaft von 1990 bis 2013 nur leicht abnahm (-2%), ging ihr Wert um 28% zurück. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf Preissenkungen zurückzuführen. Zwischen 1985 und 2012 hat sich die Anbaufläche für Kartoffeln mehr als h­ albiert. Entsprechend sanken auch die produzierte Menge und der Produktionswert. 2013 war die Erntemenge auf einem Rekordtief und der geschätzte Produktionswert betrug mit 148 Millionen Franken 18% weniger als im Vorjahr.

1000

300

800

250 200

600

150

400

100

200 0

50 1985

1990

1995

Produktionsvolumen

2000

2005

2010

2013

Millionen Franken

Tausend Tonnen

Produktionsvolumen und -wert* der Kartoffeln

0

Produktionswert (zu laufenden Preisen)

2012: provisorisch, 2013: Schätzung Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

© BFS, Neuchâtel 2014

21


Landwirtschaftliche Gesamtrechnung, 20131 Zu laufenden Preisen A

Gesamtproduktionswert 10 064

B

Bruttowertschöpfung 3 877

Vorleistungen 6 187

C

Netto- 1 816 wertschöpfung

D

Netto- 1 816 wertschöpfung

E

Nettobetriebsüberschuss/ 3 359 a) b) Netto Selbstständigeneinkommen

F

2 910 449 Nettounternehmenseinkommen 0

1

1 000

2 000

2 061

Abschreibungen

2 912

3 000

Subventionen (Direktzahlungen) a) Arbeitnehmerentgelt (1213) b) Produktionsabgaben (155)

Gezahlte Zinsen und Pachten – Empfangene Zinsen 4 000

5 000 6 000 7 000 Millionen Franken

8 000

9 000 10 000 11 000

Schätzung

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

© BFS, Neuchâtel 2014

Die vereinfachte Kontenabfolge der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung liest sich wie folgt: A) Der gesamte Produktionswert ist der Wert aller Waren und Dienstleistungen, die von der Landwirtschaft produziert werden (Seite 23). B) Die Bruttowertschöpfung ergibt sich nach Abzug der Vorleistungen, also der ­Ausgaben für alle Waren und Dienstleistungen, die während des Produktions­ prozesses verwendet werden. C) Die Nettowertschöpfung ergibt sich nach Abzug der Abschreibungen. D) Bei den Aufkommen werden die Subventionen (Direktzahlungen) zur Nettowertschöpfung addiert. E) Der Nettobetriebsüberschuss oder das Selbstständigeneinkommen ergibt sich nach Abzug der Produktionsabgaben und des Arbeitnehmerentgelts. F) Das Nettounternehmenseinkommen des landwirtschaftlichen Sektors ergibt sich nach Abzug der Schuld- und Pachtzinsen. Es ermöglicht den Selbstständiger­ werbenden in der Landwirtschaft unter anderem die Haushaltsausgaben und ­Einkommenssteuern zu bezahlen und ihre Altersvorsorge zu finanzieren. Dieser Betrag kann als «Entgelt der selbstständigen Arbeit und des Eigenkapitals» definiert werden. 22


Elemente des Produktionswertes, 20131

7%

4%

6%

Milch

Erzeugnisse des Gemüseund Gartenbaus

14%

Rindvieh Schweine

Futterpflanzen

9%

10%

Obst und Weintrauben 5%

Wein

13%

Landwirtschaftliche Dienstleistungen

Getreide

4% 3% 4%

Sonstige pflanzliche Erzeugnisse

Nichtlandwirtschaftliche Nebentätigkeiten (nicht trennbar)

21% 1

Sonstige Tiere und tierische Erzeugnisse

Gesamtwert = 10,064 Milliarden Franken

Schätzung

© BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Der gesamte Produktionswert der Landwirtschaft im Jahr 2013 wurde auf rund 10 Milliarden Franken geschätzt. Die Milchproduktion machte dabei über 20% aus. 38% der Vorleistungen wurden für Futtermittel (inkl. innerbetrieblich erzeugte) verwendet. Spezialisierte Arbeitsschritte wie Bodenbearbeitung, Ernte mit Spezialmaschinen, künstliche Besamung usw. wurden vermehrt an Dritte in Auftrag gegeben (landwirtschaftliche Dienstleistungen). Der Anteil dieser Kosten an den Vorleistungen stieg von 6% (1990) auf 11% (2013, Schätzung). Vorleistungen der Landwirtschaft 7000

In Millionen Franken, zu laufenden Preisen

6000

Saat- und Pflanzgut, Düngeund Pflanzenschutzmittel

5000

Energie

4000

Tierarzt und Medikamente Futtermittel

3000 2000

Instandhaltung von Bauten, Maschinen und Geräten

1000

Landwirtschaftliche Dienstleistungen

0

1990

2000

2010 2011 2012 2013

Übrige Waren und Dienstleistungen

2013: Schätzung Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

© BFS, Neuchâtel 2014

23


Produktion, Einkommen und Subventionen der Landwirtschaft pro Arbeitseinheit In tausend Franken pro Jahresarbeitseinheit (JAE)*, zu laufenden Preisen 140

Gesamtproduktionswert

120

Vorleistungen und Abschreibungen

100

Arbeitnehmerentgelt und Nettounternehmenseinkommen

80 60

Subventionen (Direktzahlungen)

40 20 0

2013: Schätzung

1990

1995

2000

2005

2010

2013 © BFS, Neuchâtel 2014

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

Die Produktionskosten stiegen weiter an. Dank einer Verbesserung der Arbeitsproduktivität und der Einführung der Direktzahlungen konnte das durchschnittliche Entgelt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft zu laufenden Preisen seit anfangs der 2000er-Jahre gesteigert werden. 2013 kosteten die Futtermittel 2,4 Milliarden Franken, wobei 1,6 Milliarden Franken für deren Zukauf ausgegeben wurden. Der Trend zu vermehrt ausserhalb der Landwirtschaft gekauften Futtermitteln hält an. Innerbetrieblich erzeugte Futtermittel sind hauptsächlich Gras/Heu und Maissilage. Kosten für Futtermittel 250

Volumenindex 1990 = 100 Bei landwirtschaftlichen Einheiten gekaufte Futtermittel

200

Ausserhalb des Wirtschaftsbereichs gekaufte Futtermittel

150 100

Innerbetrieblich erzeugte und verbrauchte Futtermittel

50 0 1990

2013: Schätzung

1994

1998

2002

2006

Quellen: BFS – Landwirtschaftliche Gesamtrechnung

24

2010

2013 © BFS, Neuchâtel 2014


Gesamteinkommen pro Landwirtschaftsbetrieb 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0

In tausend Franken, zu laufenden Preisen Ausserlandwirtschaftliches Einkommen Landwirtschaftliches Einkommen

1990

1995

2000

2005

2010 2012

Quelle: Agroscope – Zentrale Auswertung von Buchhaltungsdaten

© BFS, Neuchâtel 2014

Das landwirtschaftliche Einkommen pro Betrieb betrug 2012 56’000 Franken. Der Arbeitsverdienst je (Vollzeit-)Familienarbeitskraft lag bei durchschnittlich 43’700 Franken. Fast ein Drittel des Gesamteinkommens verdiente eine Bauernfamilie ausserhalb der Landwirtschaft. Die Nahrungsmittel wurden für die Konsumentinnen und Konsumenten bis 2008 immer teurer. Seitdem ist die Tendenz abnehmend. Die Produzentenpreise nahmen weiterhin ab. Insbesondere zwischen 2009 und 2012 wirkten sich der sinkende Milchpreis sowie der tiefere Erlös für Schlachtschweine auf den Produzentenpreisindex aus.

Preisindizes mit Bezug zur Landwirtschaft 120

Index 1994 = 100 Landesindex der Konsumentenpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke

110 100

Einkaufspreisindex landwirtschaftlicher Produktionsmittel

90 80 70 1994

1998

2002

2006

Quellen: BFS – Landesindex der Konsumentenpreise; SBV

2010 2012

Produzentenpreisindex landwirtschaftlicher Erzeugnisse © BFS, Neuchâtel 2014

25


Soziale Aspekte Ausbildung im Bereich Pflanzenbau und Tierzucht, 2012 Berufsabschlüsse mit Eidg. Fähigkeitszeugnis 0,9% 0,1%

1,8% 6,1%

Landwirt/in Pferdefachmann/-frau

7,0%

Winzer/in Gemüsegärtner/in Obstfachmann/-frau Geflügelfachmann/-frau 84,0% Total: 976, davon 786 Männer, 190 Frauen ohne Tierpfleger/in, Bereiter/in

Quelle: BFS – Statistik der beruflichen Grundbildung

© BFS, Neuchâtel 2014

2012 haben 976 Lernende einen Berufsabschluss im Bereich Pflanzenbau und Tierzucht mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis abgeschlossen. 820 Lernende ­erhielten das Fähigkeitszeugnis als Landwirt/Landwirtin, davon 115 Frauen. Dies sind 280 Abschlüsse weniger als im Vorjahr. Jedoch haben 130 Personen die seit 2011 bestehende Ausbildung zum Agrarpraktiker/zur Agrarpraktikerin mit Eidgenössischem Berufsattest erfolgreich absolviert. Weitere Ausbildungsgänge werden beispielsweise in Weintechnologie, Milchtechnologie, Lebensmitteltechnologie oder als Landmaschinenmechaniker/-mechanikerin angeboten. Ausbildung in der Landwirtschaft Berufsabschlüsse 1600 1400

Anzahl

Landwirt/in mit Eidg. Fähigkeitszeugnis

1200

Landwirt/in mit Eidg. Fachausweis

1000

Agrarpraktiker/in mit Eidg. Berufsattest

800 600 400 200 0 1985

Meisterdiplom Landwirt/in Bäuerin mit Eidg. Fachausweis

1990

1995

2000

Quelle: BFS – Statistik der beruflichen Grundbildung

26

2005

2010 2012 © BFS, Neuchâtel 2014


Bewirtschafter/innen1 nach Altersklassen 20%

2000 2005

15%

2012

10% 5% 0%

1

< 25 25–29 30–34 35–39 40–44 45–49 50–54 55–59 60–64 > 64 Alter

In Prozent der Bewirtschafter/innen, deren Alter bekannt ist (rund 90%)

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebsstrukturerhebung

© BFS, Neuchâtel 2014

Die Alterspyramide der Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter hat sich zwischen 2000 und 2012 nach rechts verschoben. 2012 wurden mehr als die Hälfte der ­Betriebe von über 50-jährigen Personen bewirtschaftet. Bei 43% aller Betriebe, die von einer über 50-jährigen Person geleitet werden, ist die Nachfolge innerhalb der Familie wahrscheinlich. Je grösser der Betrieb umso grös­ser ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Familienmitglied den Betrieb ­weiter­­­führen wird. Weiterführung des Betriebs innerhalb der Familie, 2010 Antworten der über 50-jährigen Bewirtschafter nach Betriebsgrössenklassen ha landwirtschaftliche Nutzfläche* Ist die Weiterführung des Betriebes durch ein Familienmitglied wahrscheinlich?

Total 30+

Ja

20 – < 30

Nein

10 – < 20

Ungewiss

5 – < 10 0–<5 0%

20%

40%

60%

80%

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebszählung, Zusatzerhebung 2010

100% © BFS, Neuchâtel 2014

27


Arbeitsstunden der Familienangehörigen, 2010 200 000

In tausend Stunden pro Jahr Ausserhalb Betrieb Mit Betrieb verbunden

150 000

Im Betrieb

100 000 50 000 0 Betriebsleiter/in

Ehegatte/ Ehegattin

andere Familienmitglieder

Quelle: BFS – Landwirtschaftliche Betriebszählung, Zusatzerhebung 2010

© BFS, Neuchâtel 2014

2010 arbeitete ein Betriebsleiter oder eine Betriebsleiterin ganzjährig durchschnittlich 46 Stunden pro Woche im Landwirtschaftsbetrieb, verrichtete während 5 Stunden Arbeiten, welche mit dem Betrieb verbunden waren, und leistete 7 Stunden aus­ serhalb des Betriebs. Die wöchentlichen Normalarbeitszeiten der Angestellten und Selbständigerwerbenden, die vollzeitig in der Land- und Forstwirtschaft tätig sind, liegen über dem Durchschnitt aller Wirtschaftsbranchen.

Selbständigerwerbende1

Arbeitnehmende

Wöchentliche Normalarbeitszeit der Vollzeitbeschäftigten, 2012 Durchschnitt aller Wirtschaftsbranchen Land- und Forstwirtschaft

Durchschnitt aller Wirtschaftsbranchen Land- und Forstwirtschaft 0

1

10

20

30 40 50 Stunden pro Woche

60

70

Inbegriffen Selbstständigerwerbende und Arbeitnehmende im eigenen Betrieb (AG und GmbH)

Quelle: BFS – Schweizerische Arbeitskräfteerhebung

28

© BFS, Neuchâtel 2014


Auswirkungen auf die Umwelt Ökologische Ausgleichsflächen Beitragsberechtigte Flächen1 140

In tausend Hektaren

Bergregion

120

Hügelregion

100

Talregion

80 60 40 20 0 1

1999

2001

2003

2005

2007

2009

2011 2012

Die Anzahl der Hochstamm-Feldobstbäume ist in Flächeneinheiten umgerechnet, ein Baum entspricht einer Are.

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft

© BFS, Neuchâtel 2014

2012 waren rund 126’000 ha ökologische Ausgleichsflächen beitragsberechtigt. ­Gegenüber dem Vorjahr nahm die Fläche um rund 2000 ha zu. Die meisten ökolo­ gischen Ausgleichsflächen sind extensiv genutzte Wiesen. Ökologische Ausgleichsflächen, 2012 Beitragsberechtigte Flächen 2% 2%

Extensiv genutzte Wiesen 6%

Wenig intensiv genutzte Wiesen Hochstamm-Feldobstbäume Streueflächen

18%

Hecken, Feld- und Ufergehölze 55%

Bunt- und Rotationsbrachen

17% Ackerschonstreifen < 1% Saum auf Ackerfläche < 1% Total: 126’000 ha Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft

© BFS, Neuchâtel 2014

29


Stickstoffbilanz der Landwirtschaftsflächen, 20111 Stickstoffmengen, die in landwirtschaftliche Böden gelangen bzw. ihnen entzogen werden 300

In tausend Tonnen Atmosphärischer Eintrag Biologische Fixierung Mineraldünger und Kompost

200 100

Hofdünger

Stickstoffüberschuss = 89’000 Tonnen

0 -100

durch übrigen Pflanzenbau

-200 1

Input

Stickstoffentzug durch Futterbau

Output

Bilanz

Nach Methode der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Quelle: BFS – Stickstoffbilanz

© BFS, Neuchâtel 2014

Aus den Stickstoffeinträgen und dessen Entzug durch den Pflanzenbau resultierte 2011 ein Überschuss auf der Landwirtschaftsfläche (inkl. Alpweiden) von 58 kg/ha. Die Einträge stammten zur Hälfte aus Hofdüngern. In der Umwelt kann Stickstoff zum Schadstoff werden (als Ammoniak in der Luft oder als Nitrat im Grundwasser). Auch wenn sich die Wasserqualität der Flüsse und Seen in den letzten Jahren allgemein verbessert hat, sind die Nitrat-Konzentrationen im Grundwasser von Landwirtschaftsgebieten immer noch zu hoch. Maximale Nitratkonzentration im Grundwasser, 2012 In Abhängigkeit der Hauptbodennutzung im Einzugsgebiet

Anteil Messstellen

100%

< 10 mg/l

80%

10–25 mg/l

60%

25–40 mg/l

40%

> 40 mg/l

20% 0%

Ackerbau (93 Messstellen)

Gras- und Viehwirtschaft (142)

SömmerungsAlle Messstellen weiden und inkl. Siedlung, unproduktive Verkehr, Wald (533) Gebiete (35)

Anforderungen Gewässerschutzverordnung an genutztes Grundwasser: ≤25 Milligramm Nitrat pro Liter. Quelle: BAFU – Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA

30

© BFS, Neuchâtel 2014


Treibhausgasemissionen1 In tausend Tonnen CO2 -Äquivalenten

70 000

Haushalte

60 000

Übrige Wirtschaft

50 000

Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei

40 000 30 000 20 000 10 000 0 1990 1 CO

2,

1993

1996

1999

2002

2005

2008

2011

CO2 der Biomasse, N2O, CH4 und synthetische Gase

Quelle: BFS – Umweltgesamtrechnung

© BFS, Neuchâtel 2014

2011 verursachte die Landwirtschaft 11% der Treibhausgas-Emissionen der Schweiz. Für die Gesamtheit der in der Schweiz regelmässig brütenden Vogelarten ist der Trend während der letzten zwanzig Jahre leicht positiv. Im Rahmen der «Umweltziele Landwirtschaft» der Bundesämter für Umwelt und Landwirtschaft (2008) ­wurden 46 Arten als «Ziel- und Leitarten» eingestuft. Deren Bestände entwickelten sich seit 1990, trotz einem vorübergehenden Anstieg in den Jahren 2010 und 2011, ­tendenziell negativ. Brutvogelbestände 120

Index 1990 = 100 Regelmässige Brutvögel (172 Arten)

110 100

Typische Arten des Kulturlands (38 Arten)

90 80

Zielarten «Umweltziele Landwirtschaft» (46 Arten)

70 60 50

1990

1993

1996

1999

2002

2005

2008

2012

Quelle: Schweizerische Vogelwarte Sempach – Swiss Bird Index

®

© BFS, Neuchâtel 2014

31


Internationale Vergleiche Landwirtschaftsbetriebe, 2010 %, Anzahl Betriebe

Familienbetriebe

Polen Italien Ungarn EU28 Ver. Königreich Dänemark Niederlande Österreich Spanien Deutschland Schweiz Frankreich

Gemeinschaftsbetriebe, Gesellschaften

0%

20%

40%

60%

80%

100%

Quelle: Eurostat – Landwirtschaftszählung 2010

© BFS, Neuchâtel 2014

Der Stellenwert der bäuerlichen Familienbetriebe ist in Europa sehr gross, gehörten doch 2010 97% der Landwirtschaftsbetriebe der EU28-Länder zu dieser Kategorie. In der Schweiz waren es 88%, da es auch zahlreiche Gemeinschaftsbetriebe oder Gesellschaften gab, welche Landwirtschaft betrieben. Zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in den EU28-Ländern wurden von Familienbetrieben und ein Drittel von Gemeinschaftsbetrieben bewirtschaftet. In der Schweiz bewirtschafteten die Familienbetriebe 85% der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Landwirtschaftliche Nutzfläche, 2010 %, LN

Familienbetriebe

Niederlande Dänemark Italien Polen Österreich Schweiz Ver. Königreich Spanien EU 28 Deutschland Ungarn Frankreich

0%

Gemeinschaftsbetriebe, Gesellschaften

20%

40%

Quelle: Eurostat – Landwirtschaftszählung 2010

32

60%

80%

100% © BFS, Neuchâtel 2014


Landwirtschaftliches Arbeitsvolumen, 2010 %, Jahresarbeitseinheiten

Familieneigene Beschäftigte

Polen Österreich Italien EU28 Ungarn Schweiz Ver. Königreich Deutschland Spanien Niederlande Dänemark Frankreich

Familienfremde Beschäftigte

0%

20%

40%

60%

80%

100%

Quelle: Eurostat – Landwirtschaftszählung 2010

© BFS, Neuchâtel 2014

Im Durchschnitt der EU28-Länder leisteten familieneigene Beschäftigte 78% der ­landwirtschaftlichen Arbeiten. Schweizer Betriebe beschäftigten anteilsmässig mehr familienfremde Personen als im europäischen Durchschnitt. Die Familienbetriebe trugen 2010 in den EU28-Ländern 71% und in der Schweiz 78% zur Produktion der Landwirtschaft (Standardoutput) bei. Produktion der Landwirtschaft, 2010 Standardoutput1, in %

Familienbetriebe

Österreich Italien Polen Dänemark Ver. Königreich Niederlande Schweiz EU28 Deutschland Spanien Ungarn Frankreich

0%

Gemeinschaftsbetriebe, Gesellschaften Der Standardoutput basiert auf dem durchschnittlichen Produktionswert der landwirtschaftlichen Erzeugung (pro ha oder pro Tier).

1

20%

40%

Quelle: Eurostat – Landwirtschaftszählung 2010

60%

80%

100% © BFS, Neuchâtel 2014

33


Kennzahlen auf einen Blick Tendenzen der letzten 10 Jahre anhand einer Auswahl von 10 Kennzahlen:

Kennzahl

Seite

Tendenz1 2003–2012

Tendenz1 2011–2012

Soziale Aspekte Jährlicher Verdienst pro Betrieb

25

Wöchentliche Normalarbeitszeit

28

Ökonomie Anzahl Betriebe

9

Anzahl Beschäftigte

6

Bruttowertschöpfung

5

Produzentenpreisindex

25

Umwelt Biofläche

9

Beitragsberechtigte ökologische Ausgleichsflächen

29

Stickstoffeintrag2

30

Brutvogelbestände in der Landwirtschaftszone

31

Wenn die Differenz der Mittelwerte der Kennzahl zwischen 2003/2005 und 2010/2012 oder zwischen 2011 und 2012 grösser als +/- 3% ist, wird von einer Zunahme bzw. Abnahme gesprochen. Andernfalls wird die Kennzahl als stabil betrachtet. 2 Tendenzen 2002–2011 und 2010–2011 1

34


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IMPRESSUM Herausgeber: Bundesamt für Statistik (BFS), Neuchâtel

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Schweizer Landwirtschaft. Taschenstatistik 2014