Issuu on Google+

02

Raum und Umwelt 521-1200

Umweltstatistik Schweiz in der Tasche 2012

Neuch창tel, 2012


ANMERKUNGEN

IMPRESSUM

Index Über Indizes lassen sich die E ­ ntwicklungen ganz verschiedener Grössen direkt ­miteinander vergleichen, vorausgesetzt, es wird das gleiche Jahr als Basis gewählt (z.B. 1990=100).

Herausgeber Bundesamt für Statistik (BFS), Neuchâtel Das BFS ist ein Amt des Eidg. Departements des Innern (EDI).

Rundungen Die Zahlen werden auf- oder abgerundet, ­wodurch die Summe der Zahlen gegenüber dem Total abweichen kann.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Energie (BFE)

Glossar Kursiv gesetzte Begriffe sind im Glossar (Seite 37) erläutert.

Konzeption und Redaktion Laurent Zecha, BFS

Sprachen Die Publikation erscheint in deutscher, französischer, italienischer und englischer Sprache. Originaltext: deutsch Layout und Grafik Prepress / Print BFS

UNSER ONLINE-ANGEBOT Benötigen Sie die Daten zu den in dieser Publikation abgebildeten Grafiken? «Umweltstatistik Schweiz in der Tasche» im ­Internet: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt  Umweltindikatorensystem Wünschen Sie weiterführende Infor­ma­ tionen aus dem Bereich Umwelt ? Internetportal des Bundesamts für Statistik (BFS): www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt Möchten Sie künftig über neue ­Publikationen zu Umweltthemen ­ informiert werden? Abonnieren Sie unsere Newsletters: Bundesamt für Statistik (BFS): http://bfs.admin.internetgalerie.ch

Titelbild BFS; Konzept: Netthoevel & Gaberthüel, Biel; Foto: © Annette Shaff – Fotolia.com Auskünfte Telefon: 032 713 67 20 E-Mail: umwelt@bfs.admin.ch Download Publikation als PDF www.statistik.admin.ch  Themen R Raum, Umwelt R Publikationen Bestellungen Bestellnummer D: 521-1200 Bundesamt für Statistik, CH-2010 Neuchâtel Telefon: 032 713 60 60 Fax: 032 713 60 61 E-Mail: order@bfs.admin.ch © BFS 2012


UMWELTSTATISTIK SCHWEIZ 2012 IN DER TASCHE

INHALT

1

Bevölkerung und Haushalte

Seite

2

2

Landwir tschaft

Seite

4

3

Konsum

Seite

6

4

Energie

Seite

7

5

Verkehr und Mobilität

Seite

9

6

Lärm

Seite 12

7

Nichtionisierende Strahlung

Seite 13

8

Chemikalien

Seite 14

9

Biotechnologie

Seite 15

10

Abfälle und Altlasten

Seite 16 Seite 18

11

Landschaft und Raum

12

Wald und Holz

Seite 20

13

Boden

Seite 21

14

Luft

Seite 22

15

Klima

Seite 24

16

Wasser

Seite 26

17

Biodiversität

Seite 28

18

Naturgefahren

Seite 30

19

Ökoeffizienz

Seite 31

20

Materialflüsse

Seite 32

21

Umweltschutzausgaben

Seite 34

22

Umweltbezogene Abgaben

Seite 35

23

Die Umwelt im europäischen Vergleich

Seite 36

Glossar

Seite 37 1


1  Bevölkerung und Haushalte Ende 2011 lebten knapp 7,95 Millionen Menschen in der Schweiz. Dies sind 1% mehr als im Vorjahr und 26% mehr als 1980. Die Anzahl Privathaushalte hat zwischen 1980 und 2009 um 39% zugenommen. Im Jahr 2011 schätzten 95% der Bevölkerung die Umweltqualität in der Wohnumgebung als sehr gut oder eher gut ein.

In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren war das Bevölkerungswachstum in ländlichen Gebieten höher als in städtischen. Die Stadt wurde mehr und mehr zum Arbeitsort, das weitere Umland zum Wohnort. Folgen dieser Entwicklung sind die verstärkte Verbauung ländlicher Gegenden sowie zunehmende Pendlerströme. Seit 1999 ist das Wachstum in städtischen Gebieten höher als in ländlichen. Auch die sich ändernden Wohngewohnheiten haben Einfluss auf die Umwelt: Die Zahl der Privathaushalte steigt stärker als das Bevölkerungswachstum; die Anzahl Personen pro Haushalt sinkt. Daneben nimmt auch die Wohnfläche pro Person zu.

Bevölkerung Ständige Wohnbevölkerung am Jahresende, in Millionen 9

Bevölkerung in ländlichen Gebieten

8

Bevölkerung in städtischen Gebieten

7 6 5 4 3 2 1 0 1980

1985

1990

1995

2000

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch → Themen → Bevölkerung

2

2005

2010 © BFS


Bevölkerung und Haushalte Index 1980=100 150

Ständige Wohnbevölkerung am Jahresende Anzahl Privathaushalte

140

130

120

110

100 1980

1985

1990

1995

2000

2005

2010 © BFS

Quelle: Bundesamt für Statistik

Einschätzung der Umweltqualität durch die Wohnbevölkerung der Schweiz, 2011 sehr gut eher gut

in der Wohnumgebung

eher schlecht sehr schlecht

in der Schweiz

weltweit

0% Quelle: Bundesamt für Statistik

25%

50%

75%

100% © BFS

3


2  Landwirtschaft Nach einer Wachstumsphase Ende der 1990er-Jahre sinkt der Anteil des Biolandbaus seit 2007. Im Jahr 2010 wurden knapp 11% der landwirtschaftlichen Nutzfläche biologisch bewirtschaftet. Der Stickstoffüberschuss der Landwirtschaft hat zwischen 1990 und 2010 um 16% abgenommen, ist allerdings seit Ende der 1990er-Jahre stagnierend. 2010 verursachte die Landwirtschaft 84% der Methan- und 78% der Lachgasemissionen (insgesamt ist die Landwirtschaft für 11% der Treibhausgasemissionen verantwortlich).

Die Landwirtschaft beansprucht rund ein Drittel der Landesfläche und trägt damit massgeblich zum Landschaftsbild der Schweiz bei. Besonders vielfältige Landschaftsstrukturen, die eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume ermöglichen, sind dabei eine günstige Voraussetzung für eine hohe Biodiversität. Phosphor und Stickstoff werden von der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt. Dabei kann überschüssiger Phosphor via Boden in Gewässer gelangen und insbesondere in Seen das Algen- und Pflanzenwachstum fördern. Beim Stickstoff gelangt ein Teil als Ammoniak (NH3) in die Luft, ein anderer Teil wird als Nitrat (NO3) in das Grundwasser ausgewaschen. Dort werden oftmals auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln nachgewiesen. Die Landwirtschaft emittiert durch ihre Tätigkeiten vergleichsweise wenig Kohlendioxid (CO2). Bei den Treibhausgasen Methan (CH4) und Lachgas (N2O) hingegen ist sie für den Hauptanteil verantwortlich. Methan stammt insbesondere aus der Nutztierhaltung, während Lachgas vor allem beim Einsatz von stickstoffhaltigen Düngern freigesetzt wird. Veränderungen in der Landwirtschaft Index 1996=100 240

Anteil biologisch bewirtschaftete Nutzfläche

220 200

Landwirtschaftliche Nutzfläche pro Betrieb

180 160

Nutztiere (in Grossvieheinheiten1)

140 120 100 80 1996 1

1998

2000

2002

2004

2006

2008

2010

Mit Grossvieheinheiten (GVE) können verschiedene Nutztiere miteinander verglichen werden. 1 GVE entspricht dem Futterverzehr und dem Anfall von Mist und Gülle einer 650 kg schweren Kuh.

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Land- und Forstwirtschaft www.blw.admin.ch

4

© BFS


Ökologische Ausgleichsflächen Beitragsberechtigte und nicht beitragsberechtigte Flächen (ohne Hochstamm-Feldobstbäume), in Tausend Hektaren 140

Nicht beitragsberechtigte Flächen

120

Übrige nicht beitragsberechtigte Flächen

100

Waldweiden

80

Extensiv genutzte Weiden

60

Beitragsberechtigte Flächen Übrige beitragsberechtigte Flächen

40 20 0

Extensiv genutzte Wiesen 1999

2001

2003

2005

2007

Wenig intensiv genutzte Wiesen

2010

© BFS

Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft

Stickstoffbilanz der Landwirtschaftsflächen Stickstoffmengen, die in landwirtschaftliche Böden gelangen bzw. ihnen entzogen werden, in Tausend Tonnen 300

Input Atmosphärischer Eintrag

250

Biologische Fixierung

200

Mineraldünger

150

Hofdünger

100

Bilanz (Input – Output)

50 0

Output Stickstoffentzug durch Futterbau

-50 -100

Stickstoffentzug durch übrigen Pflanzenbau (Ackerbau, Spezialkulturen)

-150 -200

1990

1995

Quelle: Bundesamt für Statistik

2000

2005

2010 © BFS

5


3  Konsum Die Konsumausgaben pro Person haben zwischen 1990 und 2010 um 15% zugenommen (teuerungsbereinigt). Im Jahr 2010 waren die Haushalte (ohne privaten Verkehr) für 30% des Endenergieverbrauchs verantwortlich. 2010 verbrauchten Haushalte und Kleingewerbe pro Person und Tag 195 Liter Trinkwasser.

Lebens- und Konsumgewohnheiten stehen in enger Verbindung mit dem Verbrauch von Energie, Trinkwasser, Material und Boden sowie mit den anfallenden Abfällen und ausgestossenen Emissionen. Trotz rückläufigen Verbrauchs pro Person kann der Gesamtverbrauch wegen der wachsenden Bevölkerung steigen.

Konsumausgaben, Trinkwasser- und Energieverbrauch der Haushalte Index 1990=100 120 110 100 90 80 70 1990

1995 Konsumausgaben pro Person (teuerungsbereinigt)

2000 Endenergieverbrauch pro Person (ohne privaten Verkehr)

Quellen: Bundesamt für Statistik; Bundesamt für Energie; Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Volkswirtschaft www.bafu.admin.ch/produkte

6

2005

2010 Trinkwasserverbrauch pro Person © BFS


4  Energie Der Endenergieverbrauch ist zwischen 1990 und 2010 um 14,2% angestiegen, im Vergleich zu 2009 um 4,4%. 19,4% des Endenergieverbrauchs 2010 stammten aus erneuerbaren Quellen (inkl. Holz und Wasserkraft). 38% der 2010 in der Schweiz erzeugten Elektrizität stammten aus Kernkraftwerken.

Kurzfristig bestimmen Konjunkturlage und Witterung den Verbrauch von Energie. Länger- fristig sind Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie Veränderungen von Technologie und Lebensstil wichtige Einflussfaktoren. Der Verkehr ist mit einem Drittel des Endenergieverbrauchs anteilsmässig die grösste Verbrauchergruppe. Ein knappes Drittel geht auf die Haushalte (ohne privaten Verkehr) zurück, insbesondere für das Heizen. Der Rest des Endenergieverbrauchs verteilt sich auf Industrie, Dienstleistungen und Landwirtschaft. Der Energiebedarf der Schweiz wird zu vier Fünfteln vom Ausland gedeckt, insbesondere durch Import von Erdöl, Erdgas und Kernbrennstoffen. Die fossilen Energieträger (Erdöl, Erdgas und in geringem Ausmass Kohle) machen rund zwei Drittel des Landesverbrauchs aus. Gewinnung respektive Erzeugung sowie Verbrauch von Energie haben Auswirkungen auf die Umwelt. Energieeinsatz und Endverbrauch, 2010 Nach Energieträgern, in Terajoule

1 400 000

Rest (Holz, Abfälle, Kohle, Sonne, Wind, Biogas, ...)

1 200 000 Wasserkraft

1 000 000 800 000

Kernbrennstoffe

600 000

Gas

400 000 200 000 0 1 Exkl.

Umwandlung und Verluste

Rohöl und Erdölprodukte

Rest (Holz, Abfälle, Kohle, Sonne, Wind, Biogas, ...) Elektrizität Gas Treibstoffe Erdölbrennstoffe

Gesamter Energieeinsatz1

Endverbrauch

Einfuhrüberschuss an Elektrizität von 0,2% (Total: 99,8%)

Quelle: Bundesamt für Energie

© BFS

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch → Themen → Energie www.bfe.admin.ch/themen www.bafu.admin.ch/energie

7


Endenergieverbrauch nach Energieträgern Index 1990=100 200

Gas

180 160

Fernwärme, Müll und Industrieabfälle, übrige erneuerbare Energien

140

Elektrizität Holz, Holzkohle

120

Treibstoffe

100

Total Erdölbrennstoffe

80

Kohle, Koks

60 40 20 1990

1995

2000

2005

2010 © BFS

Quelle: Bundesamt für Energie

Endverbrauchsanteil der erneuerbaren Energien, 2010 Nach Technologien Wasserkraft (12,17%) Sonnenenergienutzung (0,23%) Umweltwärmenutzung (1,19%) Biomassenutzung (Holz und Biogas, 4,34%) Windenergienutzung (0,01%)

Total: 911 550 Terajoule Nicht erneuerbarer Endverbrauch (aus fossilen und nuklearen Energiequellen 80,56%)

Nutzung erneuerbarer Anteile aus Abfall (1,24%) Energienutzung Abwasserreinigungsanlagen (0,20%) Biotreibstoffnutzung (0,07%)

Erneuerbarer Endverbrauch (19,44%) Quelle: Bundesamt für Energie

8

© BFS


5  Verkehr und Mobilität Der private Motorfahrzeugverkehr war 2010 für drei Viertel des Personen-Landverkehrs verantwortlich. 2010 wurden 64% der Transportleistungen im Güterverkehr auf der Strasse erbracht. 2011 waren in der Schweiz 4,2 Millionen Personenwagen angemeldet.

Die Kehrseite einer zunehmend mobilen Gesellschaft zeigt sich in vielerlei Hinsicht: Lärmbelastung, Flächenverbrauch und Landschaftszerschneidung infolge des Ausbaus von Verkehrsinfrastrukturen sowie Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen. Zwar werden durch technologische Fortschritte die Luftschadstoffemissionen pro Fahrzeug reduziert, diese Entwicklung wird durch den zunehmenden Verkehr jedoch teilweise wieder kompensiert.

Bestand der Strassenmotorfahrzeuge Index 1990=100 200

Personenwagen Personentransportfahrzeuge (Busse, Reisecars)

180 160

Leichte Sachentransportfahrzeuge (Gesamtgewicht <3,5 t)

140 120

Schwere Sachentransportfahrzeuge (Gesamtgewicht 3,5–12 t)

100

Schwere Sachentransportfahrzeuge (Gesamtgewicht >12 t)

80 60 1990

1995

2000

2005

Quelle: Bundesamt für Statistik

2011 © BFS

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch → Themen → Mobilität und Verkehr www.are.admin.ch www.bafu.admin.ch/verkehr

9


Verkehrsleistungen im Personenverkehr Millionen Personenkilometer1 140 000 120 000

Langsamverkehr (Fussgänger und Velo) 2

100 000

Öffentlicher Strassenverkehr 3 Privater motorisierter Strassenverkehr

80 000 60 000

Bahnen (Eisen- und Seilbahnen)

40 000 20 000 0 1970

1975

1980

1985

1990

1995

2000

2005

2010

1 Personenkilometer:

von einer Person zurückgelegter Kilometer 2 Langsamverkehr seit 1994 erfasst 3 Öffentlicher Strassenverkehr: Unterbruch der Zeitreihe von 1986 bis 1997 aufgrund Neuberechnung © BFS

Quelle: Bundesamt für Statistik

Personenwagen nach Emissionskategorien Anzahl Fahrzeuge, die der jeweiligen Euronorm 1 entsprechen, in Tausend 4500

EURO 6

4000

EURO 5

3500

EURO 4

3000

EURO 3 EURO 2

2500

EURO 1

2000

Nicht definiert

1500 1000 500 0 2005 1

2006

2007

2008

2009

2010

2011

Die Euronormen definieren Höchstwerte für den Schadstoffausstoss (Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Feinstaub) bei Neuwagen. Je höher die Norm, umso strenger sind die Anforderungen.

Quelle: Bundesamt für Strassen

10

© BFS


Transportleistung im Güterverkehr Millionen Tonnenkilometer1 30 000

Strasse Schiene2

25 000 20 000 15 000 10 000 5 000 0 1980

1985

1990

1995

2000

2005

2010

1

Tonnenkilometer: Beförderung einer Tonne über einen Kilometer 2 Nettotonnenkilometer: ohne Gewicht der Sachentransportfahrzeuge (inkl. Anhänger), Container und Wechselbehälter im kombinierten Verkehr © BFS

Quelle: Bundesamt für Statistik

Verkehrsbedingte Emissionen von Kohlendioxid (CO2), Stickoxiden (NOX) und Partikeln (PM) aus Abgas Index 1990=100 120

CO2 Strassenverkehr (Personen)

100

CO2 Strassenverkehr (Güter)

80

NOx Strassenverkehr (Personen)

60

NOx Strassenverkehr (Güter)

40

Partikel-Abgas-Emissionen1 Strassenverkehr (Personen)

20

Partikel-Abgas-Emissionen1 Strassenverkehr (Güter)

1990 1

1995

2000

2005

2010

Dies ist nur ein Teil der Feinstaubemissionen (PM10). Feinstaub beinhaltet auch diejenigen Partikel, die durch Abrieb bzw. Aufwirbelung in die Luft gelangen.

Quelle: Bundesamt für Umwelt

© BFS

11


6  Lärm 2009 waren 15% der Bevölkerung tagsüber Strassenverkehrslärm ausgesetzt, welcher den Grenzwert der Lärmschutzverordnung überschreitet. Zwischen 1985 und 2011 wurden 1,65 Milliarden Franken für die Lärmsanierung von Strassen aufgewendet. Im Rahmen der Lärmsanierung der Eisenbahnen wurden zwischen 1985 und 2011 rund 178 Kilometer Lärmschutzwände errichtet.

Der Mensch ist in seiner Umwelt, seinem Beruf und seiner Freizeit Lärm ausgesetzt. Lärm ist unerwünschter Schall, dessen Störwirkung subjektiv empfunden wird. Hauptverursacher von Lärm ist der Verkehr. Lärm kann Auswirkungen auf die Gesundheit haben, und zwar sowohl psychischer Art (z. B. Unbehagen, Stress, Kommunikations- und Schlafstörungen) als auch physischer (z. B. Gehörschäden, Bluthochdruck). Gleichzeitig hat Lärm auch eine soziale und wirtschaftliche Dimension (z. B. Miet- und Immobilienpreise).

Lärmbelastete Personen Anzahl Personen, die Lärmimmissionen über dem Grenzwert ausgesetzt sind, 2009 1 200 000

tagsüber nachts

1 000 000 800 000 600 000 400 000 200 000 0 Strassenverkehrslärm Quelle: Bundesamt für Umwelt

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-laerm

12

Bahnlärm

Fluglärm © BFS


7  Nichtionisierende Strahlung Ende 2011 fielen auf 100 Personen 126 Mobilfunkabonnemente. Im Jahr 2011 gab es an rund 15’500 Standorten Mobilfunkantennen. Die Grenzwerte für die Immissionen werden in der Regel eingehalten.

Technisch erzeugte nichtionisierende Strahlung (NIS) – umgangssprachlich auch Elektrosmog genannt – entsteht durch Anlagen zur Stromversorgung, Elektrogeräte sowie Sende- anlagen für verschiedene Funkanwendungen. Gemäss heutigem Stand der Wissenschaft ist unklar, ob und inwieweit nichtionisierende Strahlung bei langfristiger Einwirkung gesundheitsschädlich ist.

10

20 000

9

18 000

8

16 000

7

14 000

6

12 000

5

10 000

4

8 000

3

6 000

2

4 000

1

2 000

0

1993

1995

1997

1999

Mobilfunkabonnemente Quelle: Bundesamt für Kommunikation

2001

2003

2005

2007

2009

2011

Anzahl Standorte von Mobilfunkantennen

Anzahl Mobilfunkabonnemente (in Millionen)

Mobilfunkabonnemente und Standorte von Mobilfunkantennen

0

Mobilfunkantennen-Standorte © BFS

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-elektrosmog

13


8  Chemikalien Weltweit werden etwa 100’000 chemische Stoffe kommerziell genutzt. Im Jahr 2011 wurden in der Schweiz 30 neue Stoffe angemeldet. Mit einem Anteil von rund 4% am Weltexport chemischer und pharmazeutischer Produkte war die Schweiz im Jahr 2010 in diesem Produktbereich die siebtgrösste Exportnation der Welt.

Stoffe sind natürliche oder durch ein Produktionsverfahren hergestellte chemische Elemente und Verbindungen. Trotz des Rückgangs vieler Schadstoffbelastungen werden in der Umwelt noch immer zahlreiche Chemikalien nachgewiesen, deren Herkunft, Wirkungen und Verhalten nur teilweise bekannt sind. Vor diesem Hintergrund spielt die Prüfung von neu auf den Markt gebrachten, aber auch von bereits verbreiteten Stoffen auf ihre Umweltverträglichkeit eine zentrale Rolle. Dasselbe gilt für Nanomaterialien. Deren zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten könnten sich sowohl als positiv für die Umwelt erweisen wie auch gewisse Gefahren für Mensch und ­Umwelt darstellen.

Summe der von der OECD bisher beurteilten Chemikalien 1200 1000 800 600 400 200 0 1993

1995

1997

1999

2001

2003

2005

Quelle: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-chemikalien

14

2007

2009

2011 © BFS


9  Biotechnologie Ende 2011 bezogen sich 57% der biotechnologischen Aktivitäten in geschlossenen Systemen auf gentechnisch veränderte Organismen und 43% auf krankheitserregende Organismen. Im Jahr 2011 wurden 324 neue Meldungen und Gesuche für Tätigkeiten mit gentechnisch veränderten oder pathogenen Organismen in geschlossenen Systemen registriert. 2011 wurden keine neuen Gesuche für die versuchsweise Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen eingereicht.

Der Umgang mit gentechnisch veränderten oder krankheitserregenden (pathogenen) Organismen ist in der Schweiz streng geregelt. In erster Linie hat die Regelung den Schutz von Mensch und ­Umwelt zum Ziel. Darüber hinaus sollen nebst der Berücksichtigung von ethischen Anliegen die Wahlfreiheit der Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Erhaltung der biologischen Vielfalt ­gewährleistet werden.

Tätigkeiten mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und pathogenen Organismen (PO) in geschlossenen Systemen Anzahl Tätigkeiten 1800

GVO

1600

PO

1400 1200 1000 800 600 400 200 0 1979

1983

1987

1991

Quelle: Bundesamt für Umwelt

1995

1999

2003

2007

2011 © BFS

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/ zustand-biosicherheit

15


10  Abfälle und Altlasten 2010 fielen pro Person 706 Kilogramm Siedlungsabfälle an. 1990 waren es 603 Kilogramm pro Person. 2010 wurden rund 50% der Siedlungsabfälle separat gesammelt und verwertet. 1990 betrug dieser Anteil 29%. Schweizweit gibt es rund 38’000 mit Schadstoffen belastete Standorte von Deponien, Betrieben oder Unfällen. Gegen 4’000 davon gelten als Altlasten.

Die in der Schweiz jährlich anfallende Menge an Siedlungsabfällen hat, abgesehen von konjunkturell bedingten kurzfristigen Schwankungen, in den vergangenen 40 Jahren stetig zugenommen. Neben der Entsorgung spielen aus Sicht der Umwelt aber auch die anderen Phasen des Lebenszyklusses von Produkten eine Rolle (Herstellung, Transport, Nutzung usw.). Über Jahrzehnte hat der Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen und Abfällen im Untergrund Spuren hinterlassen, sogenannte Altlasten. Gegenwärtig ist die Sanierung dieser Standorte im Gange. Siedlungsabfälle Millionen Tonnen 6 5 4 3 2 1 0 1970

1975

1980

1985

Separat gesammelte Siedlungsabfälle 1 1

2

1990

1995

2000

2005

2010

Verbrannte und deponierte Siedlungsabfälle2

Total aus Kompost, Papier, Karton, Glas, Weissblech, Alu, PET, Textilien, Batterien (seit 1993), elektrischen und elektronischen Geräten (seit 2001) Die Zahlen ab 2004 berücksichtigen nur die inländischen Mengen ohne Abfallimporte.

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-abfallentsorgung www.bafu.admin.ch/zustand-sonderabfaelle www.bafu.admin.ch/zustand-altlasten

16

© BFS


Separat gesammelte Siedlungsabfälle (Recycling) Sammelquoten 100%

Papier und Karton Glas

90%

Weissblech Aludosen

80%

PET Batterien

70% 60% 50% 40% 0% 1993

1995

1997

1999

2001

2003

2005

2007

2010 © BFS

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Sonderabfälle Nach Behandlungsart, in Tausend Tonnen 2000

Export

1800

Oberflächendeponie im Inland

1600 1400

Verbrennung im Inland

1200

Chemischphysikalische Behandlung im Inland

1000 800 600

Verwertung im Inland

400 200 0 2007 Quelle: Bundesamt für Umwelt

2008

2009

2010 © BFS

17


11  Landschaft und Raum Die Siedlungsflächen haben zwischen 1983 und 2007 um 24% zugenommen, während die Landwirtschaftsflächen (inkl. Alpwirtschaft) um 5% abgenommen haben. Zwischen 1980 und 2007 hat der Zerschneidungsgrad der Landschaft um 35% zugenommen. Anfang 2012 standen 4% der Landesfläche unter strengem Schutz (z. B. Nationalpark, Flach- und Hochmoore).

Die Schweiz ist reich an Natur- und Kulturlandschaften. Diese tragen zur Lebensqualität und zur kulturellen Vielfalt bei und sind eine wichtige Ressource für den Tourismus. Die wachsende Zersiedelung und der Ausbau von Verkehrsinfrastrukturen erfolgt häufig auf Kosten von landwirtschaftlichen Flächen. Gleichzeitig verhindert die zunehmende Zerschneidung der Landschaft, dass sich Tiere frei in der Natur bewegen können. Gerade dies ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung für die Fortpflanzung und damit für das Überleben der Arten.

Bodennutzungswandel in 24 Jahren In Quadratkilometern, Datenbasis: 76% der Fläche der Schweiz, (ohne Südostschweiz), 1983–2007 600 400

Siedlungsflächen Landwirtschaftsflächen (inkl. Alpwirtschaft)

+527,0

200

-200

Bestockte Flächen (Wald und Gehölze)

+165,2

0

-35,2

Unproduktive Flächen

-656,9

-400 -600 -800 Quelle: Bundesamt für Statistik

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt  Bodennutzung, -bedeckung www.bafu.admin.ch/zustand-landschaft

18

© BFS


Bodenversiegelung Anteil versiegelte Flächen in Prozent der Gesamtfläche, Datenbasis: 76% der Fläche der Schweiz (ohne Südostschweiz) 6%

Befestigte Fläche (z.B. Asphalt, Beton, künstlich angelegte Kies- oder Steinflächen)

5% 4% 3%

3,6%

3,2%

Gebäude

4,0%

2% 1% 0%

1,1%

1,3%

1,5%

1983

1995

2007 © BFS

Quelle: Bundesamt für Statistik

Landschaftszerschneidung Effektive Maschendichte (Anzahl Maschen pro 1000 Quadratkilometer) unter Berücksichtigung von Strassen bis 4. Klasse Schweiz Jura

7,1 8,8 9,6

1980 2001

90,5 123,6 128,4

2007 680,3

1136,4

Mittelland Alpennordflanke Zentralalpen

1250,0

3,4 4,6 4,8 7,7 9,7 12,3 2,9

Alpensüdflanke 3,0 3,2

0

100

200

300

Quelle: Bundesamt für Umwelt, LABES

400

500

600

700

800

900

1000 1100 1200 1300 © BFS

19


12  Wald und Holz Knapp ein Drittel der Landesfläche ist mit Wald bedeckt. 2010 wurden in der Schweiz 5,1 Millionen Kubikmeter Holz genutzt, 35% davon im Mittelland. 32% des 2010 genutzten Holzes diente Energiezwecken.

Der Wald erfüllt eine Vielzahl von Funktionen und entsprechend vielfältig sind die Erwartungen, die an ihn gestellt werden. Wälder erbringen Leistungen zum Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Steinschlag und Rutschungen. Sie prägen das Landschaftsbild und sind als Erholungs- und Freizeitraum wichtig. Für viele Tiere und Pflanzen sind sie ein unersetzbarer Lebensraum. Zudem ist der Wald für das Klima (u. a. als Kohlenstoffspeicher) sowie für die Luft- und Wasserqualität von Bedeutung. Mit der nachwachsenden Ressource Holz erbringt der Wald auch wirtschaftliche Leistungen: Holz ist ein erneuerbarer Rohstoff und Energieträger. Holznutzung und Waldfläche, 2010 Verteilung von Holznutzung und Waldfläche auf die Forstzonen 2%

100% 90%

14%

16%

80% 70%

40% 30%

Alpen Voralpen

31%

24%

Mittelland Jura

60% 50%

Alpensüdseite

19%

35%

18%

20% 10% 0%

18%

22%

Waldfläche (1 255 274 Hektaren)

Holznutzung (5 128 999 Kubikmeter)

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Land- und Forstwirtschaft www.bafu.admin.ch/zustand-wald www.bafu.admin.ch/zustand-holz

20

© BFS


13  Boden 2000–2004 wurde bei 44% der Bodenmessstellen unter Intensivkulturen eine Kupferkonzentration über dem Richtwert festgestellt. 2000–2004 wurde bei 4% der Messstellen in Waldböden eine Bleikonzentration über dem Richtwert festgestellt. Der Anteil der versiegelten Flächen hat zwischen 1983 und 2007 von 4,8 auf 5,5% zugenommen.

Der Boden ist für den Menschen und für Millionen von Organismen eine unerlässliche Lebensgrundlage. Während sich Luft und Gewässer bei Wegfall der Schadstoffzufuhr innerhalb von Wochen oder einigen Jahren zu erholen vermögen, brauchen Böden dazu oft Jahrhunderte. Im ökologischen Kreislauf zirkulierende Schadstoffe wie Schwermetalle und schwer abbaubare organische Verbindungen reichern sich in Böden an. Dort können sie wichtige Bodenfunk- tionen hemmen und über Pflanzen in die Nahrungskette gelangen. Neben diesen ­chemischen Vorgängen kann die Bodenfruchtbarkeit auch durch physikalische Prozesse wie Abtrag (Erosion) oder Verdichtung beeinträchtigt werden. Schwermetallbelastung des Bodens Anteil der 97 Messstellen mit mindestens einer Richtwertüberschreitung für Blei, Kupfer, Cadmium oder Zink 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0%

1985/89

1990/94

1995/99

Quellen: Bundesamt für Umwelt; Bundesamt für Landwirtschaft

2000/04 © BFS

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt  Bodennutzung, -bedeckung www.bafu.admin.ch/zustand-boden

21


14  Luft Bei 9 von 12 Luftschadstoffen werden die Grenzwerte für die Immissionen in der ganzen Schweiz eingehalten. Nicht der Fall ist dies bei Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaub. Die Belastung mit Feinstaub hat seit 1990 abgenommen, lag jedoch in den letzten Jahren für 30 bis 40% der Bevölkerung weiterhin über dem gesetzlichen Grenzwert. Insgesamt verursacht die Luftverschmutzung Gesundheitskosten von jährlich rund 5 Milliarden Franken.

Der Ausstoss von Schadstoffen durch Verkehr, Haushalte, Industrie und Landwirtschaft ­beeinträchtigt die Luftqualität. Zu den wichtigsten Schadstoffen gehören Stickoxide (NOX), Feinstaub (PM10), flüchtige organische Verbindungen (NMVOC), Ammoniak (NH3), Schwefeldioxid (SO2) und bodennahes Ozon (O3). Die Luftqualität hat sich seit Mitte der 1980er-Jahre verbessert, sodass heute die Mehrzahl der Immissionsgrenzwerte eingehalten wird. Noch nicht der Fall ist dies bei Ozon, Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub. Luftschadstoffe können beim Menschen zu Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems sowie zu erhöhtem Krebsrisiko führen und schädigen Ökosysteme durch zu hohe Stickstoff- und Säureeinträge.

Luftschadstoffemissionen Tausend Tonnen 400 300

Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan (NMVOC)

250

Stickoxide (NOX) 1

200

Schwefeldioxid (SO2)

350

150 100 50 0 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 1

NOx beinhaltet NO und NO2. Die Emissionswerte sind in NO2 angegeben.

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-luft

22

© BFS


Feinstaubkonzentration (PM10) Jahresmittelwert in Mikrogramm pro Kubikmeter 60

Städtisch, verkehrsbelastet

50

Städtisch Vorstädtisch

40

Ländlich Voralpen/Jura

30 20 10 0 1991

1995

1999

2003

2007

2011

Werte vor 1997 wurden nach einer anderen Methode ermittelt. Grenzwert (Jahresmittel): 20 Mikrogramm pro Kubikmeter © BFS

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Ozonkonzentration Anzahl Stunden mit Grenzwertüberschreitung 1 2000 1800

Städtisch (Nordwestschweiz)

1600

Städtisch (Südschweiz)

1400

Vorstädtisch

1200 1000

Ländlich Voralpen

800 600 400 200 0 1991 1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 Im Jahr 2003 war die Ozonbelastung aufgrund des Hitzesommers extrem hoch. Grenzwert (Stundenmittel): 120 Mikrogramm pro Kubikmeter

1

Quelle: Bundesamt für Umwelt

© BFS

23


15  Klima Das erste Jahrzehnt des 21.Jahrhunderts war das wärmste, das je in der Schweiz gemessen wurde. Die Treibhausgasemissionen haben zwischen 1990 und 2010 um 2,7% zugenommen (Ziel Kyoto-Protokoll bis 2008/12: 8% unter dem Stand von 1990, Waldsenken und Zertifikate dürfen berücksichtigt werden). Der mittlere jährliche Volumenverlust der Alpengletscher wird zwischen 1975 und 2000 auf 1% und im jüngsten Jahrzehnt auf 2–3% geschätzt.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird eine globale Erwärmung der Atmosphäre beobachtet, die mit natürlichen Einflussfaktoren (z. B. Schwankungen der Sonnenaktivität) allein nicht erklärbar ist. Menschliche Aktivitäten tragen dazu bei, indem der natürlichen Treibhauseffekt insbesondere durch Verbrennung fossiler Energieträger und den damit verbundenen Ausstoss des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) verstärkt wird. Die Auswirkungen veränderter Klimabedingungen auf Gesellschaft und Wirtschaft sind vielfältig, wobei Bereiche wie Wasserressourcen, Tourismus, Landwirtschaft, Energie, Gesundheit, Versicherungen und Infrastrukturen besonders betroffen sind.

Temperaturentwicklung Abweichung vom langjährigen Mittelwert (1961–1990), in Grad Celsius 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 -0,5 -1,0 -1,5 -2,0 1900

1910

1920

1930

1940

1950

1960

Jahre über dem Durchschnitt (1961–1990)

1970

1980

1990

2000

2011

20-jähriges gewichtetes Mittel

Jahre unter dem Durchschnitt (1961–1990) Quelle: MeteoSchweiz

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch / zustand-klima www.meteoschweiz.ch  Klima

24

© BFS


Treibhausgasemissionen Index 1990=100 110

Kohlendioxid (CO2) Lachgas (N2O)

105

Methan (CH4) Total (inkl. synth. Gase)

100 95 90 85 80 1990

1994

1998

2002

2006

2010 © BFS

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Treibhausgasemissionen nach Verursachern, 2010

21%

Abfallwirtschaft

7% 11%

Landwirtschaft Verkehr Industrie Dienstleistungen Haushalte (ohne privaten Verkehr der Haushalte)

9% 31% 21%

Total: 54,2 Millionen Tonnen Quelle: Bundesamt für Umwelt

© BFS

25


16  Wasser 2010 wurden im Grundwasser an rund 20% der Messstellen Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Konzentrationen über 0,1 Mikrogram pro Liter nachgewiesen. Die Phosphorbelastung der Oberflächengewässer hat sich seit den 1970er-Jahren stark verringert. Etwa 22% (rund 14’000 km) aller Fliessgewässer der Schweiz sind hart verbaut, begradigt oder eingeengt; rund 100’000 künstliche Schwellen und Abstürze beeinträchtigen die Migration von Fischen.

Nebst den Einträgen von organischen Spurenstoffen (z. B. Pestizide oder Medikamente) beeinträchtigen Eingriffe wie Gewässerkorrekturen, Verbauungen und Eindolungen sowie Veränderungen der Abflussmengen unterhalb von Wasserkraftwerken (zuwenig Restwasser, schwallartige Abflussschwankungen) die Funktion der Fliessgewässer als Lebensräume. Rund 80% unseres Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser und etwa 20% aus den Seen. Speziell in Landwirtschaftsgebieten werden zu hohe Nitratkonzentrationen und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser gemessen. Hauptsächlich im Siedlungsgebiet finden sich ausserdem Spuren von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus Verkehr, Industrie und Gewerbe.

Nitrat und Pflanzenschutzmittelrückstände im Grundwasser, 2010 Anteil Messstellen mit zu hohen Konzentrationen, nach Hauptbodennutzung 80%

Nitrat >25 mg/l 1

60%

PflanzenschutzmittelWirkstoffe >0,1 µg/l 1

40%

PflanzenschutzmittelAbbauprodukte >0,1 µg/l

20% 0%

1

Ackerbau (93 Messstellen)

Siedlung und Verkehr (93)

Gras- und Viehwirtschaft (140)

Wald (159)

Sömmerungs- Alle Messweiden und stellen unproduktive (532) Gebiete (35)

Anforderungswert der Gewässerschutzverordnung

Quelle: Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA, Bundesamt für Umwelt

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-wasser www.svgw.ch

26

© BFS


Phosphorgehalt in ausgewählten Seen Jahresmittelwerte in Mikrogramm pro Liter 300

Zugersee Hallwilersee

250

Genfersee Bodensee

200 150 100 50 0

1970

1975

1980

1985

1990

1995

2000

2005

2011

Quelle: Bundesamt für Umwelt

© BFS

Strukturen der Fliessgewässer, 2006 Anteil Gewässerkilometer

5%

Natürlich /naturnah

7%

Wenig beeinträchtigt Stark beeinträchtigt

10%

Künstlich / naturfremd Eingedolt

24%

Quelle: Bundesamt für Umwelt

54%

© BFS

27


17  Biodiversität In der Schweiz sind gegen 46’000 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten bekannt (ein- oder wenigzellige Lebewesen ausgenommen). Von den 10’350 untersuchten Pflanzen-, Pilz- und Tierarten befinden sich 36% auf den Roten Listen (verschollen oder ausgestorben, gefährdet). Rund 100 invasive gebietsfremde Arten breiten sich in ihrem neuen Lebensraum auf Kosten der einheimischen Arten aus.

Der landschaftliche Reichtum der Schweiz zeigt sich in einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume für Pflanzen und Tiere – entsprechend günstig sind die Voraussetzungen für eine hohe Biodiversität. Während die landschaftliche Umgestaltung durch den Menschen durchaus auch Lebensräume für neue Arten schafft, führt die Uniformisierung und intensivierte Nutzung der Landschaft zu Populationsrückgängen und zu Artenverlusten. Zudem können ökologische Schäden durch die Einführung von gebietsfremden Organismen angerichtet werden, wenn sie sich invasiv auf Kosten von einheimischen Pflanzen und Tieren ausbreiten. Verschollene, gefährdete, potenziell gefährdete und nicht gefährdete einheimische Arten Stand 1994 bis 2012 je nach Artengruppe Säugetiere (83 beurteilte Arten) Brutvögel (199) 132 Reptilien (19) Amphibien (20) Fische und Rundmäuler (73) Weichtiere (270) 15 Krebstiere, Dekapoden (3) Insekten (2506) Farn- und Blütenpflanzen (2592) 38 Moose (1093) Makroalgen (25) Flechten (786) Grosspilze (4959) 0%

40%

Potenziell gefährdet

Gefährdet

Nicht gefährdet

Quelle: Bundesamt für Umwelt Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/rotelisten www.biodiversitymonitoring.ch www.vogelwarte.ch

28

20%

Verschollen oder ausgestorben

60%

80%

100%

Ungenügende Datenlage

© BFS


Artenzahlen in verschiedenen Lebensräumen Mittlere Anzahl Arten auf 10 Quadratmetern, Erhebungsperiode 2006–2010 50 40 30 20 10 0

Wald

Wiesen

Gefässpflanzen 1

Äcker

Siedlungen

Moose

Alpweiden

Gebirge1

Mollusken

Flächen ohne alpwirtschaftliche Nutzung (Schuttfluren, Rasen oder Zwergstrauchheiden). Nicht untersucht wurden Gletscher und unzugängliche Felsen. © BFS

Quelle: Bundesamt für Umwelt

Brutvogelbestände – Swiss Bird Index ® Index 1990=100 120

Regelmässige Brutvögel (171 Arten)

110

Rote Liste (40 Arten)

100 90 80 70 60 50

1990

1994

1998

2002

2006

2011

Lesehilfe: Für die Gesamtheit der 171 beurteilbaren regelmässig in der Schweiz brütenden Vogelarten lässt sich eine positive Tendenz erkennen. Betrachtet man die 40 gefährdeten und seltenen Arten der Roten Liste (2001), zeigt sich eine negative Entwicklung. Quelle: Schweizerische Vogelwarte Sempach

© BFS

29


18  Naturgefahren Pro Jahr werden von Privaten und der öffentlichen Hand knapp 3 Milliarden Franken in die Vorbeugung von Schäden durch Naturgefahren investiert. Naturkatastrophen haben zwischen 1990 und 2011 Sachschäden von knapp 390 Millionen Franken pro Jahr verursacht. Das Hochwasser im Jahr 2007 forderte 4 Menschenleben und verursachte Schäden in der Höhe von 710 Millionen Franken.

Überschwemmungen, Murgänge, Lawinen, Bergstürze und Erdrutsche haben in der Schweiz seit je existiert; in den vergangenen Jahrzehnten verursachten sie jedoch überdurchschnittlich grosse Schäden. Grund dafür ist unter anderem ein Anstieg des Schadenpotenzials infolge der Ausdehnung von Siedlungen in gefährdete Gebiete und steigender Sachwerte.

Unwetterschäden in der Schweiz (Hochwasser, Murgänge, Rutschungen und Steinschlag1) Schäden, teuerungsbereinigt (Basisjahr 2011), in Millionen Franken 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 0

1972 1975 1978 1981 1984 1987 1990 1993 1996 1999 2002 2005 2008 2011 1

Steinschlag seit 2002 berücksichtigt

Quelle: Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL)

Mehr zu diesem Thema: www.bafu.admin.ch/zustand-naturgefahren www.wsl.ch

30

© BFS


19  Ökoeffizienz Der Ausstoss von CO2 ist gegenüber 1990 um 3,1% gestiegen und betrug für das Jahr 2010 rund 46 Millionen Tonnen. Die Wirtschaftsleistung (gemessen am BIP) hat zwischen 1990 und 2010 insgesamt um 32% zugenommen (teuerungsbereinigt). Die CO2-Effizienz ist zwischen 1990 und 2010 um 28% angestiegen.

Die Ökoeffizienz einer Volkswirtschaft setzt die wirtschaftliche Leistung (z. B. gemessen am Bruttoinlandprodukt, BIP) ins Verhältnis zur Umweltbelastung (z. B. Energie- und Materialverbrauch, CO2-Emissionen): Je mehr Geld pro Menge Energie, Material oder CO2-Emissionen erwirtschaftet wird, desto höher ist diese Effizienz. Eine steigende Ökoeffizienz im Inland kann verschiedene Ursachen haben: einerseits den Einsatz umweltfreundlicherer Technologien, sodass für den gleichen Output weniger Ressourcen verbraucht oder weniger Emissionen verursacht werden; andererseits auch strukturelle Veränderungen, z. B. die wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors oder die Verlagerung von umweltbelastenden Produktionsprozessen ins Ausland. Energieeffizienz, CO2-Effizienz und Materialeffizienz Index 1990=100 150

BIP (teuerungsbereinigt) Materialeffizienz (DMC)

140

CO2 -Effizienz Energieeffizienz

130 120 110 100 90 1990

1995

2000

2005

2010

Quellen: Bundesamt für Statistik; Bundesamt für Umwelt; Bundesamt für Energie

© BFS

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt www.bafu.admin.ch/wirtschaft

31


20  Materialflüsse Der totale Materialaufwand (TMR) betrug im Jahr 2010 rund 44 Tonnen pro Person. 68% der 2010 benötigten natürlichen Ressourcen stammten aus dem Ausland beziehungsweise wurden im Ausland verbraucht, um die in die Schweiz importierten Güter zu produzieren. Im Jahr 2010 vergrösserte sich das «Materiallager» (Güter, Gebäude, Infrastruktur) der Schweiz um 58,6 Millionen Tonnen Material. Dies entspricht rund 7,4 Tonnen Material pro Person.

Zwischen der Menge der verbrauchten Materialien und der verursachten Umweltbelastung besteht ein Zusammenhang, da diese Materialien früher oder später als Emissionen oder in Form von Abfällen in die Umwelt zurückgelangen. Mithilfe der Materialflusskonten können diese Materialmengen in Zahlen gefasst werden. Dabei wird das in die Wirtschaft gelangende Material (inländische Gewinnung und Importe) dem austretenden Material (Exporte und Emissionen) gegenübergestellt – Luft und Wasser sind ausgenommen. Auf der Inputseite werden ausserdem diejenigen im Inland gewonnen Materialien erfasst, die nicht in die Wirtschaft gelangen (z. B. Stroh, das auf Feldern liegen bleibt, oder Aushub). Schliesslich werden noch Flüsse berücksichtigt, welche in den Importen «versteckt» sind: Es handelt sich hierbei um sämtliche Materialien, die im Ursprungsland zur Produktion und zum Transport für in die Schweiz importierte Rohstoffe und Güter aufgewendet werden. Materialflüsse Wirtschaft und Gesellschaft

Input

Output

Lagerzuwachs

Versteckte Flüsse durch Importe

Importe

Exporte Wiederverwertung Inländische Gewinnung

Emissionen in die Natur Materiallager

Ungenutzte inländische Gewinnung

Quelle: Bundesamt für Statistik Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt  Umweltgesamtrechnung

32

© BFS


Totaler Materialaufwand (TMR) nach Materialflusstypen In Millionen Tonnen 400

Versteckte Flüsse durch Importe

350

Importe

300

Ungenutzte inländische Gewinnung

250

Genutzte inländische Gewinnung

200 150 100 50 0 1990

1995

2000

2005

2010 © BFS

Quelle: Bundesamt für Statistik

Totaler Materialaufwand (TMR) nach Materialkategorien1, 2010

9% 10%

Biomasse Mineralien

17%

Metalle Fossile Produkte Übrige Produkte

31%

1

33%

Die Kategorien umfassen auch die im Ausland für die Produktion der Importe benötigten Materialien (z.B. Eisen inkl. Eisenerz).

Quelle: Bundesamt für Statistik

© BFS

33


21  Umweltschutzausgaben Im Jahr 2009 haben die Unternehmen 2,75 Milliarden Franken für Umweltschutz aufgewendet. Die öffentlichen Umweltschutzausgaben beliefen sich im Jahr 2009 auf 4 Milliarden Franken, die Netto- belastung (abzüglich Einnahmen, z. B. aus Abwasser- und Abfallgebühren) auf 1,5 Milliarden Franken. Die gesamten Umweltschutzausgaben der Schweiz (inkl. Ausgaben der Unternehmen und Haushalte) betrugen im Jahr 2003 5,9 Milliarden Franken. Dies sind teuerungsbereinigt 1,5% mehr als 1993.

Die Umweltschutzausgaben widerspiegeln die finanziellen Aufwendungen der verschiedenen Wirtschaftsakteure (öffentliche Hand, Unternehmen, private Haushalte) für die Vermeidung, Reduzierung und Beseitigung von Verschmutzungen oder anderen Beeinträchtigungen der Umwelt, die mit der Produktion oder dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen ver- bunden sind. Ausgaben, die sich begünstigend auf die Umwelt auswirken, aber in erster Linie anderen Zwecken als dem Umweltschutz dienen, sind dabei ausgeschlossen. Öffentliche Umweltschutzausgaben Zu laufenden Preisen, in Milliarden Franken 4,5

Naturschutz1

4,0

Umweltforschung

3,5

Luftreinhaltung und Lärmschutz

3,0

Abfallwirtschaft 2

2,5

Abwasserwirtschaft

2,0 1,5 1,0 0,5 0,0 1990 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006

2009

seit 1993: inkl. Direktzahlungen an die Landwirtschaft für ökologische Leistungen 2 ohne Verbrennungsanlagen für Hauskehricht 2008: Einführung der revidierten Finanzstatistik 1

Quelle: Bundesamt für Statistik

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt  Umweltgesamtrechnung

34

© BFS


22  Umweltbezogene Abgaben Von allen Steuern und Sozialabgaben im Jahr 2010 machte der Anteil der Einnahmen aus umwelt- be­zogenen Steuern 7,1% aus. Rund 25% der Einnahmen aus umweltbezogenen Abgaben im Jahr 2010 waren «im engeren Sinne» umweltbezogen, d.h. durch ein Umweltanliegen begründet. Der Deckungsgrad der öffentlichen Ausgaben für die Abwasserbehandlung ist zwischen 1990 und 2009 von 43% auf 68% angestiegen (d.h. das Verursacherprinzip wird zunehmend umgesetzt).

Umweltbezogene Abgaben verteuern umweltschädliche Güter und Dienstleistungen und geben den Haushalten und Unternehmen auf diese Weise einen Anreiz, die ökologische Dimension bei ihren Konsum- und Produktionsentscheidungen zu berücksichtigen. Zudem tragen sie zur Durchsetzung des Verursacherprinzips bei. Beispiele für umweltbezogene Abgaben sind Gebühren auf Abfallsäcken, Mineralölsteuern oder die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe (LSVA). Eine Abgabe gilt als umweltbezogen «im engeren Sinn», wenn ihre Einführung oder ihre Verwendung zusätzlich durch ein Umweltanliegen begründet ist (z. B. CO2 Abgabe auf Brennstoffen). Die Einnahmen aus umweltbezogenen Abgaben stammen im Wesentlichen aus Steuern und Gebühren.

Einnahmen aus umweltbezogenen Abgaben Zu laufenden Preisen, in Milliarden Franken 14

Verkehr Ressourcen

12

Energie

10

Emissionen

8 6 4 2 0 1996

1998

2000

2002

2004

2006

2008

Quelle: Bundesamt für Statistik

2010 © BFS

Mehr zu diesem Thema: www.statistik.admin.ch  Themen  Raum, Umwelt  Umweltgesamtrechnung

35


23  Die Umwelt im europäischen Vergleich  

CH1

FR

DE

IT

AT

BE

NL

DK

Bevölkerungsdichte, 2010 (Einwohner/-innen pro Quadratkilometer)

196

102 4

229

201

102

3564

492

129

Bruttoenergieverbrauch pro Person, 2010 (Tonnen Erdöl-Äquivalente pro Person)

3,64

4,1

4,1

2,9

4,1

5,6

5,2

3,5

Anteil erneuerbare Energien am Bruttoenergieverbrauch, 2010

16,9%4

7,7%

9,7%

9,3% 24,8%

3,2%

Anteil Kernenergie am Bruttoenergieverbrauch, 2010

25,4%4 41,2% 10,8%

0,0%

0,0% 20,1%

3,3% 16,2% 1,2%

0,0%

Anzahl Personenwagen pro 1000 Einwohner/-innen, 2009

514

482 2

509

606

522

483

462

4713

Siedlungsabfälle, 2010 (Kilogramm pro Person)

707

532

583

531

591

466

595

673

10,6%

1,9%

5,6%

8,1% 18,5%

3,0%

2,6%

5,9%

6,7

8,0

11,2

8,1

9,6

11,5

12,0

11,0

Stickoxidemissionen, 2009 (Kilogramm pro Person)

10,1

17,3

16,7

16,3

22,4

19,7

16,7

23,8

Süsswassergewinnung5 (m3 pro Person)

357

497

392

738

460

587

647

120

6,6%

5,0%

5,7%

6,1%

5,7%

Anteil der biologisch bewirtschafteten Flächen an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche, 2009 Treibhausgas-Emissionen, 2009 (Tonnen pro Person)

Einnahmen aus umweltbezogenen Steuern im Verhältnis zum Total der Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben, 2009 1

4,7% 10,4% 10,0%

Schweiz (CH), Frankreich (FR), Deutschland (DE), Italien (IT), Österreich (AT), Belgien (BE), Niederlande (NL), Dänemark (DK) Stand 2007 3 Stand 2008 4 Stand 2009 5 Neueste verfügbare Daten 2

Quellen: Bundesamt für Statistik; Eurostat

36


GLOSSAR Altlasten Mit Schadstoffen belastete Standorte von Deponien, Betrieben und Unfällen, für die nachgewiesen ist, dass sie zu schädlichen oder lästigen Einwirkungen auf die Umwelt führen, oder bei denen die Gefahr besteht, dass solche Einwirkungen entstehen. Biodiversität Die Biodiversität (biologische Vielfalt) umfasst die genetische Vielfalt (innerhalb einer Population oder eines Individuums derselben Art), die Artenvielfalt und die Vielfalt der Lebensräume. BIP (Bruttoinlandprodukt) Das BIP ist ein Mass für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft im Laufe eines Jahres. CO2-Effizienz = BIP / CO2 -Emissionen DMC (Domestic Material Consumption) Inländischer Materialkonsum, d. h. Material, das im Inland gewonnen und verwertet wurde, zuzüglich Importen und abzüglich Exporten. Emissionen Abgabe von Schadstoffen, Schall oder Strahlung aus natürlichen oder durch den Menschen verursachten Quellen in die Umwelt. Endenergie Von den Konsumentinnen und Konsumenten für einen bestimmten Nutzen eingekaufte oder selbst produzierte Energie, wie zum Beispiel Strom für Licht oder Treibstoff für Autos. Mit der Endenergie wird die letzte Stufe des Handels erfasst. Energieeffizienz = BIP / Endenergieverbrauch Erneuerbare Energiequellen Energiequellen, die nach menschlichem Zeitmassstab gerechnet unbegrenzt zur Verfügung stehen. Darunter fällt die Nutzung von Wasserkraft, Sonnenenergie, Umweltwärme, Biomasse, Windenergie, erneuerbaren Anteilen aus Abfall sowie Energie aus Abwasserreinigungsanlagen.

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) Organismen (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen), deren genetisches Material so verändert wurde, wie dies unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt. Immissionen Belastung durch Luftschadstoffe, Lärm, Erschütterung und Strahlung am Ort ihrer Einwirkung. Materialeffizienz = BIP / DMC NMVOC (Non Methane Volatile Organic Compounds) Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan und FCKW. Sie sind Vorläufersubstanzen für die Bildung von Ozon, Sommersmog und PM10. PM10 (Particulate Matter <10 µm) Staubpartikel mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometern. Sonderabfälle Abfälle, deren umweltverträgliche Entsorgung aufgrund ihrer Zusammensetzung und ihrer chemisch-physikalischen oder ihrer biologischen Eigenschaften besondere technische und organisatorische Massnahmen erfordert. TMR (Total Material Requirement) Der totale Materialaufwand eines Landes misst das Gesamtvolumen der Materialien, die aus der Natur entnommen werden (ausser Wasser und Luft). Treibhausgase Natürliche oder vom Menschen verursachte gasförmige Stoffe in der Luft, die zum Treibhauseffekt beitragen. Im Kyoto-Protokoll werden folgende Treibhausgase beziehungsweise Gruppen von Gasen geregelt: Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFKW) und Schwefelhexafluorid (SF6).


BFS : Umweltstatistik Schweiz in der Tasche 2012


Umweltstatistik Schweiz in der Tasche 2012