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01 Bevölkerung 348-1100

Die Bevölkerung der Schweiz 2011

Neuchâtel, 2012


Das Wichtigste in Kürze Die ständige Wohnbevölkerung umfasste am Ende des Jahres 2011 7’954’662 Personen, was einem Zuwachs von 84’528 Perso­ nen (+1,1%) gegenüber 2010 entsprach. Die 1’815’994 ausländischen Staatsangehörigen machten 22,8% der gesamten ständigen­ Wohnbevölkerung der Schweiz aus. 2011 konnten fast alle Kantone einen Bevölkerungszuwachs ­melden. Bei neun Schweizer Kantonen lag er im oder über dem nationalen Mittel. Die Kantone Freiburg, Waadt, Zug und Glarus wuchsen am stärksten. Die Anzahl der Heiraten (-2,7%) und der Eingetragenen Partnerschaften (-6,7%) gingen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück.­ Mit 80’808 Geburten wurde ein Anstieg von +0,6% gegenüber 2010 erreicht, darunter auch der Anteil der nichtehelichen Geburten. Im Jahr 2011 wurden 19,3% aller Kinder von nicht verheirateten Müttern geboren. Aufgrund der Verwendung einer neuen Datenquelle, die bei der ­Statistik der Scheidungen einen Bruch in der Reihe zur Folge hat, wurden 17’566 (-20,4%) registriert. Die demografische Alterung setzt sich von Jahr zu Jahr fort. Im Jahr 2011 stieg die Zahl der 65-jährigen und älteren Personen auf 17,2% und 1401 Personen waren 100 Jahre alt oder älter. Die Lebenserwartung bei Geburt nahm bei den Männern (80,3 Jahre) und bei den Frauen (84,7 Jahre) wiederum leicht zu.

Seit 2011 basiert die Scheidungsstatistik auf den im elektronischen Zivilstandsregister (Infostar) enthaltenen Eintragungen. Gemäss der Zivilstandsverordnung ist bei der Scheidung von zwei Personen nicht schweizerischer Nationalität die Erfassung im Register nur obligatorisch, wenn die Daten dieser Personen im System bereits erfasst sind. Ist dies nicht der Fall, sind die Zivilstandsämter nicht dazu verpflichtet, die Scheidung zu ­registrieren. 2


Bevölkerungsstand Ständige Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2011 Total

Total

Männer

Frauen

Schweizer

Ausländer

7 954 662 3 922 253 4 032 409 6 138 668 1 815 994

Alter   0–19 Jahre

1 642 543

799 654 1 265 963

376 580

20–39 Jahre

2 120 114 1 069 444 1 050 670 1 436 577

842 889

683 537

40–64 Jahre

2 826 853 1 419 822 1 407 031 2 210 851

616 002

65–79 Jahre

982 866

455 571

527 295

866 843

116 023

80–99 Jahre

380 885

134 305

246 580

357 123

23 762

1 401

222

1 179

1 311

100 und mehr

90 Quelle: STATPOP

Jugend- und Altersquotient, 1900–2011

G1

90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1900

1910

1920

1930

1940

Jugendquotient

1950

1960

1970

1980

1990

2000

2010

Altersquotient © Bundesamt für Statistik (BFS)

Im Jahr 1900 kamen 76 Jugendliche (unter 20 Jahren) und 10 Personen ab 65 Jahren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (20–64 Jahre). Dieses Verhältnis hat sich stark verändert: 2011 sind es nur noch 33 Jugendliche und schon 28 Personen ab 65 Jahren. Der Altersquotient hat sich damit bald verdreifacht, der Jugendquotient mehr als halbiert. Das Verhältnis zwischen den Generationen ist von der demografischen Alterung geprägt, was bedeutet, dass mehr ältere Menschen immer weniger jungen Personen gegenüberstehen. Die Ursachen dafür sind sinkende Geburtenraten und die gleichzeitige kontinuierliche Zunahme der Lebenserwartung.

Jugendquotient

=

Altersquotient

=

0–19-Jährige 20–64-Jährige 65+-Jährige 20–64-Jährige 3


Alterspyramide der Schweiz Altersaufbau der ständigen Wohnbevölkerung nach Geschlecht, am 31. Dezember 1961 99+ 90

G2

Alter Männer

Frauen

80 70 60 50 40 30 20 10 0 70 000 60 000 50 000 40 000 30 000 20 000 10 000

0

10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000

Anzahl Personen © Bundesamt für Statistik (BFS)

Altersaufbau der ständigen Wohnbevölkerung nach Geschlecht, am 31. Dezember 2011 100+ 90

G3

Alter Männer

Frauen

80 70 60 50 40 30 20 10 0 70 000 60 000 50 000 40 000 30 000 20 000 10 000

0

10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000

Anzahl Personen © Bundesamt für Statistik (BFS)

Im Laufe der letzten hundert Jahre veränderte sich der Altersaufbau der Bevölkerung nachhaltig durch den Rückgang der Geburten­ häufigkeit und Sterblichkeit sowie durch die grossen Einwanderungswellen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Die Pyramide nimmt immer mehr die Gestalt einer Tanne an. Durch das Eintreten der Babyboom-Generation der 1960er-Jahre in die Altersgruppe um die 50 Jahre gewinnt diese Altersklasse an Bedeutung. Als Folge der gestiegenen Lebenserwartung nimmt auch die Zahl der älteren Personen zu – 2011 waren 382’286 Personen über 79-jährig. Im Jahr 1961 umfasste diese Altersgruppe 86’571 Personen. Im Vergleich ging die Zahl der unter 20-Jährigen zurück: von 1’779’806 im Jahr 1961 auf 1’642’543 im Jahr 2011. 4


Ständige ausländische Wohnbevölkerung Ständige ausländische Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit, 1980–2011 Staatsangehörigkeit

Alle Staaten1 Deutschland Frankreich Italien Österreich Spanien Portugal Serbien und Montenegro Serbien Montenegro Kosovo Kroatien Bosnien und Herzegowina Mazedonien Ex-Jugoslawien Türkei Europa Afrika Amerika Asien, Ozeanien

1980

1990

2000

2011

913 497 87 389 48 002 423 008 31 986 98 098 10 863 … … … … … … … 44 094 38 353 859 054 10 539 20 838 22 829

1 127 109 84 485 51 729 381 493 29 123 116 987 86 035 … … … … … … … 141 397 64 899 1 036 760 20 291 29 149 40 649

1 424 370 109 785 61 688 321 795 29 191 84 266 135 449 190 940 … … … 43 876 45 111 56 092 5 507 80 165 1 261 975 37 618 49 687 74 831

1 815 994 275 300 99 910 287 995 37 931 65 775 223 667 … 109 254 2 026 69 641 32 503 34 240 60 741 … 71 367 1 545 818 74 838 76 638 117 613

Inkl. ohne Angaben

Quellen: PETRA (bis 2009), STATPOP (ab 2010)

1

Ständige ausländische Wohnbevölkerung nach Anwesenheitsdauer, 2011 2% 21%

20%

G4 In der Schweiz geboren 0–4 Jahre 5–9 Jahre 10–14 Jahre

8%

15–19 Jahre 8%

27% 15%

20 Jahre und mehr Ohne Angabe © Bundesamt für Statistik (BFS)

Im Jahr 2011 lebten in der Schweiz 1’815’994 Personen auslän­ discher Staatsangehörigkeit (22,8% der ständigen Wohnbevölkerung). Fast zwei Drittel (63,3%) von ihnen stammen aus einem EU27/EFTA-Mitgliedsstaat. Gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die ständige ausländische Wohnbevölkerung einen Zuwachs von 2,8% (+49’717 Personen). Fast ein Fünftel aller Ausländerinnen und Ausländer der ständigen Wohnbevölkerung (19,7%) wurden in der Schweiz geboren. Von den im Ausland Geborenen halten sich 45,3% seit mindestens 10 Jahren­ in der Schweiz auf. 5


Natürliche Bevölkerungsbewegung Die Veränderung der Bevölkerungszahl durch Lebendgeburten und Todesfälle werden als natürliche Bevölkerungsbewegung bezeichnet. Lebendgeburten, 2008–2011 2008

2009

2010

2011

Total

76 691

78 286

80 290

80 808

Knaben

39 549

40 407

41 111

41 626

Mädchen

37 142

37 879

39 179

39 182

Alter der Mutter unter 20 Jahren 20–24 Jahre

653

647

581

509

7 026

6 846

6 938

6 616

25–29 Jahre

19 392

19 393

19 773

19 721

30–34 Jahre

27 546

28 445

29 652

29 903

35 Jahre und mehr

22 074

22 955

23 346

24 059

Durchschnittsalter der Mutter bei Geburt

31,0

31,2

31,2

31,4

Durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau 1

1,48

1,50

1,54

1,52

Zusammengefasste Geburtenziffer

Quelle: BEVNAT

1

Lebendgeburten nach Zivilstand der Mutter, 1970–2011 100 000

G5

Anzahl Lebendgeburten

80 000 60 000 40 000 20 000 0 1970

1975

1980

1985

Verheiratete Mütter

1990

1995

2000

2005

2010

Nicht verheiratete Mütter © Bundesamt für Statistik (BFS)

Die Frauen schieben den Zeitpunkt der Geburt immer weiter hinaus.­ Noch 1970 entfielen 65,3% der Geburten auf die 20–29-Jährigen, 2011 nur 32,6%. Der Grossteil der Mütter war bei der Geburt ­ihres Kindes zwischen 30 und 39 Jahre alt (60,8%). Die meisten Kinder werden von verheirateten Müttern geboren, dennoch stieg der Anteil der nicht ehelichen Geburten von 3,8% im Jahr 1970 auf 19,3% im Jahr 2011. Mit der Zunahme der nicht ehelichen Geburten wurden auch mehr Vaterschaftsanerkennungen verzeichnet. 6


Anerkennungen der Vaterschaft, 1980–2011

G6

9000 8000 7000 6000 5000 4000 3000 2000 1000 0 1980

1985

Vor der Geburt

1990

1995

2000

2005

2010

Nach der Geburt © Bundesamt für Statistik (BFS)

Bis 2005 wurden Kinder in der Regel nach ihrer Geburt anerkannt. Seither kann man immer mehr Anerkennungen vor der Geburt feststellen. Im Jahr 2011 wurden nahezu fünfmal so viele Anerkennungen registriert wie im Jahr 1980. Damit stieg die Anzahl Anerkennungen innerhalb von über 30 Jahren von 3061 auf 15’665 Fälle ­an. Diese Zunahme ging einher mit der steigenden Anzahl nicht ehelicher Geburten (von 3746 im Jahr 1980 auf 15’603 im Jahr 2011), 56,6% der Kinder wurden vor ihrer Geburt durch ihren Vater anerkannt.

Mehrlingsgeburten, 1980–2011 1980

2000

2011

73 247

83 316

77 600

79 712

Einzelgeburten

72 486

82 336

76 490

78 300

Mehrlingsgeburten

761

980

1 110

1 412

Zwillingsgeburten

747

949

1 079

1 380

14

31

31

Übrige Lebend- und totgeborene Kinder

1

1990

Total1

32 Quelle: BEVNAT

In den letzten 30 Jahren konnte man einen Anstieg an Mehrlingsgeburten feststellen. So haben sich beispielsweise die Zwillingsgeburten anteilmässig fast verdoppelt, von 1,0% im Jahr 1980 auf 1,8% im Jahr 2011.

7


Todesfälle Die Todesfälle führen zu einem natürlichen Rückgang der Be­ völkerung. Mit Sterblichkeit (Mortalität) ist die Häufigkeit von ­Todesfällen oder Gestorbenen in einer Bevölkerung gemeint. Die Lebenserwartung repräsentiert die durchschnittliche Zahl der zu erwartenden Lebensjahre einer Person. Todesfälle, 2008–2011 2008

2009

2010

2011

Total

61 233

62 476

62 649

Männer

29 463

30 028

30 283

62 091 30 094

Frauen

31 770

32 448

32 366

31 997

Alter

0 Jahre

288

317

280

283

1–19 Jahre

250

269

235

232

20–39 Jahre

1 055

1 003

880

922

40–64 Jahre

8 114

8 123

8 139

7 802

65–79 Jahre

15 667

15 996

15 881

15 900

80–99 Jahre

35 131

36 047

36 421

36 132

100 Jahre und mehr

728

721

813

820

Säuglingssterblichkeit1

4,0

4,3

3,8

3,8

Männer

79,7

79,8

80,2

80,3

Frauen

84,4

84,4

84,6

Lebenserwartung bei Geburt

Todesfälle von Kindern im ersten Lebensjahr je 1000 Lebendgeburten

1

84,7 Quelle: BEVNAT

Während die Gesamtzahl der Todesfälle in den vergangenen drei Jahrzehnten ziemlich stabil blieb, sind die Veränderungen in der ­Altersverteilung der Gestorbenen bedeutsam. Der Anteil der Todesfälle, die sich vor dem 65. Altersjahr ereigneten, ging stark zurück und betrug 2011 noch 14,9%, gegenüber 21,2% im Jahr 1979. Dagegen ist der Anteil der Todesfälle ab dem 75. Lebensjahr stark gestiegen. In der Altersklasse der über 84-Jährigen ist die Zunahme besonders markant: 43,3% der 2011 Gestorbenen waren 85-jährig oder älter, während es 1979 ein Fünftel waren.

8


Todesfälle nach Alter und Geschlecht, 1970–2011 100%

Männer

Frauen

3,3

4,5

19,6

23,6

80% 60%

7,1

10,9

29,7

11,2

10,4

18,1

27,1

30,6

31,2

38,8

38,2

15,1

15,2

7,9 4,1 3,5

8,2 3,8 3,6

31,5 34,5

36,7

34,4

42,0 38,4 26,6

22,8

14,7

0%

7,0

14,7

32,1

19,1

20%

30,7

14,3

29,3 27,5

40%

G7

16,8

14,6

9,5

7,7

8,3

11,3

11,3

8,8

31,0 23,0

23,1

14,9

14,5

15,4

7,0 6,4

6,3

29,1 21,1

7,1 6,3

11,3

8,7

1970 1980 1990 2000 2010 2011

5,4 6,4

9,1 4,1 5,6

18,0 7,8 4,5 4,3

1970 1980 1990 2000 2010 2011

90 Jahre und mehr

60–69 Jahre

80–89 Jahre

50–59 Jahre

70–79 Jahre

Weniger als 50 Jahre © Bundesamt für Statistik (BFS)

Lebenserwartung Gegenwärtig ist die Lebenserwartung bei Geburt in der Schweiz eine der höchsten der Welt, was vor allem auf den starken Anstieg im Laufe des 20. Jahrhunderts zurückzuführen ist. Seit 1900 hat sie sich fast verdoppelt: von 46,2 auf 80,3 Jahre für die Männer und von 48,9 auf 84,7 Jahre für die Frauen. Trotzdem ist in jüngster Zeit eine Abschwächung dieses Anstieges zu erkennen. Der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern verringert sich seit Jahren und beträgt im Jahr 2011 noch 4,4 Jahre. Lebenserwartung bei Geburt, 1900–2011 90

G8

Alter (in Jahren)

80 70 60 50 40 30 20 10 0 1900

1910

1920

Männer

1930

1940

1950

1960

1970

1980

1990

2000

2010

Frauen © Bundesamt für Statistik (BFS)

9


Zivilstand, Ehe und Scheidung Demografische Ereignisse wie die Heiraten und die Scheidungen­ betreffen den Zivilstand einer Person. Zivilstandsänderungen einer Person haben keinen Einfluss auf die Bevölkerungszahl; sie haben jedoch Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Bevölkerung. Die Bevölkerungsstatistik unterscheidet zwischen sieben Zivilständen: ledig, verheiratet, geschieden, verwitwet, unverheiratet (entsteht als Folge einer Ungültigerklärung der letzten Ehe oder als Folge einer Verschollenerklärung des letzten Ehepartners), in eingetragener Partnerschaft und aufgelöste Partnerschaft. Ständige Wohnbevölkerung nach Geschlecht und Zivilstand, 2011 2 000 000 1 750 000

G9

Anzahl Personen 1 820 734 1 611 769

1 757 936 1 727 143

1 500 000 1 250 000 1 000 000 750 000 500 000 261 448

250 000

355 922

334 041 74 756

0 Ledig

Männer

Verheiratet

Geschieden

Verwitwet

Frauen In eingetragener Partnerschaft: 6900 Männer, 3044 Frauen Aufgelöste Partnerschaft: 304 Männer, 181 Frauen Unverheiratet: 175 Männer, 309 Frauen © Bundesamt für Statistik (BFS)

Ende 2011 verteilten sich die ledigen und verheirateten Personen mehr oder weniger gleichmässig auf die beiden Geschlechter (Männeranteil bei den Ledigen: 53,0%, bei den Verheirateten: 50,4%). Bei den geschiedenen Personen sind die Frauen mit 57,7% in Überzahl. Grössere Unterschiede konnten bei den verwitweten Personen festgestellt werden, wo 81,7% aller Personen Frauen sind. Gründe dafür sind die hohe Lebenserwartung der Frauen und die grössere Bereitschaft der Männer, ein weiteres Mal zu heiraten. Der Anteil der Geschiedenen an der Gesamtbevölkerung stieg von 1,9% (1970) auf 7,8% an.

10


Heiraten, 2008–2011 2008

Total

2009

2010

2011

41 534

41 918

43 257

42 083

31 563

31 958

33 160

32 196

515

559

496

483

9 456

9 401

9 601

9 404

32 666

33 239

34 367

33 480

364

342

329

302

8 504

8 337

8 561

8 301

Männer

31,4

31,5

31,6

Frauen

29,1

29,2

29,4

Männer davon: Ledig

Verwitwet

Geschieden1

Frauen davon: Ledig

Verwitwet

Geschieden1

Durchschnittsalter bei Erstheirat

Inkl. andere Zivilstände

31,8 29,5 Quelle: BEVNAT

1

Eheschliessende nach Staatsangehörigkeit, 1970–2011 100% 80%

9,5 7,3 8,5

5,7 6,7 10,3

9,0 7,6 15,4

40%

74,7

77,3

68,0

20% 0%

13,3

13,4

9,7

16,2

20,3

60%

1970

1980

1990

G 10

19,3

56,7

51,1

2000

2011

Schweizer/Schweizerin

Ausländer/Schweizerin

Schweizer/Ausländerin

Ausländer/Ausländerin © Bundesamt für Statistik (BFS)

Im Jahr 2011 wurden 42’083 Ehen geschlossen. Davon betrafen zwei Drittel (28’480) aller Eheschliessungen jeweils zwei ledige Personen (=Erstheiraten). Bei 13’603 Heiraten war mindestens eine Person des Paares nicht ledig, ihr Anteil an den Eheschliessungen hat sich in den letzten 40 Jahren mehr als verdoppelt. Seit Jahrzehnten kann man auch einen Anstieg der Eheschliessungen mit mindestens einer ausländischen Person feststellen. Im Jahr 2011 betraf dies fast die Hälfte (20’567) aller Eheschliessungen. Bei der Auswahl ausländischer Ehepartner werden vor ­allem die Nachbarstaaten bevorzugt: 1224 Schweizer nahmen eine Deutsche und 1013 Schweizerinnen einen Italiener als Partner.

11


Scheidungen, 2008–2011 2008

Total

2009

2010

2011

19 613

19 321

22 081

17 566

0–4 Jahre

2 037

2 026

2 454

2 073

5–9 Jahre

5 502

5 462

6 117

4 795

10–14 Jahre

3 552

3 598

4 087

3 162

Ehedauer1

15–19 Jahre

3 171

2 953

3 216

2 543

20 Jahre und mehr

5 351

5 282

6 207

4 993

14,6

14,5

14,5

14,6

Durchschnittliche Ehedauer bei der Scheidung (in Jahren) Berechnung: Scheidungsjahr minus Heiratsjahr

Quelle: BEVNAT

1

Scheidungen mit und ohne unmündige Kinder, 1984–2011

G 11

100% 80% 59,4

52,0

50,5

45,8

46,7

43,5

44,9

48,0

49,5

54,2

53,3

56,5

55,1

1990

1995

2000

2005

2010

2011

60% 40% 20%

40,6

0% 1984

Scheidungen ohne unmündige Kinder Scheidungen mit unmündigen Kindern © Bundesamt für Statistik (BFS)

Die Schweizer Gerichte vollzogen 2011 insgesamt 17’566 Scheidungen. Die meisten Ehescheidungen werden zwischen 40 und 49 Jahren bei beiden Geschlechtern vollzogen. Das sechste Ehejahr scheint besonders anfällig für Eheauflösungen (6,5%), aber auch Ehen nach über 20 gemeinsamen Jahren werden immer häufiger (28,1%) geschieden. Sollte sich das heutige Scheidungsverhalten zukünftig nicht ändern, heisst es, dass sich 54 von 100 Ehepaaren scheiden lassen werden. Bei 7895 Scheidungen (44,9%) waren insgesamt 12’731 unmündige Kinder betroffen. Die Anteile der Scheidungen mit bzw. ohne unmündige Kinder sind seit 2001 mehr oder weniger stabil.

12


Die Schweiz im internationalen Vergleich Demografische Eckdaten ausgewählter Staaten Europas, 2010 Schweiz

Wohnbevölkerung (in 1000)1

Belgien

Deutschland

Frankreich Italien

7 870

10 951

81 752

65 048

60 626

Anteil der Personen unter 15 Jahren (in %)1

15,1

17,0

13,4

18,5

14,0

Anteil der Personen über 65 Jahre (in %)1

16,9

17,2

20,6

16,7

20,3

Anteil Ausländer (in %)1

22,4

10,6

8,8

5,9

7,5

Durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau2

1,5

1,8

1,4

2,0

1,4

Lebenserwartung bei Geburt (Jahre)3 Männer

80,2

77,6

78,0

78,3

79,1

Frauen

84,6

83,0

83,0

85,3

84,5

Wanderungssaldo (je 1000 Einwohner)

8,3

8,0

1,6

1,1

5,2

Heiraten (je 1000 Einwohner)4

5,5

3,9

4,7

3,8

3,6

Scheidungen (je 1000 Einwohner)5

2,8

2,7

2,3

2,1

0,9

Niederlande

Österreich

16 656

8 404

10 572

62 499

Anteil der Personen unter 15 Jahren (in %)1

17,5

14,7

15,2

17,5

Anteil der Personen über 65 Jahre (in %)1

15,6

17,6

18,3

16,7

Anteil Ausländer (in %)

4,0

10,8

4,2

7,2

Durchschnittliche Zahl der Kinder je Frau2

1,8

1,4

1,4

2,0

Männer

78,9

77,9

76,7

78,7

Frauen

83,0

83,5

82,8

82,6

Wanderungssaldo (je 1000 Einwohner)

2,0

3,3

0,4

3,6

Heiraten (je 1000 Einwohner)4

4,5

4,5

3,8

4,3

Scheidungen (je 1000 Einwohner)5

2,0

2,1

2,5

2,0

Wohnbevölkerung (in 1000)1

1

Portugal

Vereinigtes Königreich

Lebenserwartung bei Geburt (Jahre)3

Am 1. Januar 2011 Zusammengefasste Geburtenziffer, Belgien: 2009 Italien: 2009 4 Vereinigtes Königreich: 2009 5 Italien, Portugal und Vereinigtes Königreich: 2009, Frankreich: 2008 Quellen: Schweiz: BFS, andere Länder: Eurostat, Stand am 5.9.2012 1 2 3

13


Die Bevölkerung der Kantone Ständige Wohnbevölkerung der Kantone, 2009–2011 2009

2010

2011

Ständige Wohn­bevölkerung

Ständige Wohn­bevölkerung

Ständige Wohnbevölkerung

Ständige Altersquotient 1 ausländische Wohnbevölkerung

Schweiz

7 785 806 7 870 134 7 954 662 1 815 994

27,6

Zürich

1 351 297

1 373 068

1 392 396

342 208

25,8

Bern

974 235

979 802

985 046

134 814

31,2

Luzern

372 964

377 610

381 966

64 143

26,0

Uri

35 335

35 422

35 382

3 475

30,7

144 686

146 730

147 904

27 891

24,2

Obwalden

35 032

35 585

35 885

4 916

25,5

Nidwalden

40 794

41 024

41 311

4 870

26,4

Glarus

38 479

38 608

39 217

8 375

28,9

Zug

110 890

113 105

115 104

28 356

24,2

Freiburg

273 159

278 493

284 668

54 329

22,9

Solothurn

252 748

255 284

256 990

50 665

29,0

Basel-Stadt

187 898

184 950

186 255

61 666

33,1

Basel-Landschaft

272 815

274 404

275 360

54 054

33,1

Schaffhausen

75 657

76 356

77 139

18 189

32,2

Appenzell A. Rh.

53 043

53 017

53 313

7 705

29,5

Schwyz

Appenzell I. Rh.

15 681

15 688

15 743

1 590

28,8

St. Gallen

474 676

478 907

483 156

106 930

26,5

Graubünden

191 861

192 621

193 388

32 884

29,4

Aargau

600 040

611 466

618 298

137 766

25,1

Thurgau

244 805

248 444

251 973

55 701

25,0

Tessin

335 720

333 753

336 943

88 344

34,5

Waadt

701 526

713 281

725 944

229 224

25,7

Wallis

307 392

312 684

317 022

67 234

28,3

Neuenburg

171 647

172 085

173 183

40 498

30,2

Genf

453 292

457 715

460 534

181 225

25,8

Jura

70 134

70 032

70 542

8 942

31,6

1 Verhältnis der über 64-Jährigen zu den 20–64-Jährigen Quellen: ESPOP (bis 2009), STATPOP (ab 2010)

Fast alle Schweizer Kantone verzeichneten ein Bevölkerungswachstum im Jahr 2011 – allen voran Freiburg (+2,2%) gefolgt von Waadt und Zug (je +1,8%). Neun Kantone lagen über dem Schweizer Durchschnitt (+1,1%). Allein der Kanton Uri verzeichnete mit -0,1% einen leichten Bevölkerungsrückgang. 14


Natürliche Bevölkerungsbewegung der Kantone Natürliche Bevölkerungsbewegung der Kantone, 2011 Lebendgeburten

Todesfälle

Heiraten

Scheidungen1

Schweiz

80 808

62 091

42 083

Zürich

15 592

10 280

8 708

3 349

Bern

9 325

8 984

4 974

2 259

Luzern

4 036

2 764

2 010

651

326

318

166

47

1 417

1 065

811

317

Obwalden

380

243

174

61

Nidwalden

374

274

207

72

Glarus

340

364

195

54

Zug

1 200

720

640

242

Freiburg

3 147

1 973

1 363

679

Solothurn

2 360

2 190

1 297

573

Basel-Stadt

1 848

2 052

985

411

Basel-Landschaft

2 451

2 212

1 453

589

Schaffhausen

699

716

388

173

Appenzell A. Rh.

517

449

257

107

Uri Schwyz

Appenzell I. Rh.

177

141

82

16

St. Gallen

4 977

3 665

2 665

916

Graubünden

1 724

1 614

1 018

355

Aargau

6 163

4 379

3 200

1 279

Thurgau

2 340

1 869

1 234

536

Tessin

2 949

2 897

1 598

737

Waadt

7 953

5 191

3 661

1 585

Wallis

3 107

2 517

1 620

684

Neuenburg

1 763

1 524

837

534

Genf

4 981

3 045

2 239

1 154

Jura

662

645

301

Scheidungen: Bruch in der Reihe wegen der Verwendung einer neuen Datenquelle

1

17 566

186 Quelle: BEVNAT

Das Jahr 2011 ist durch eine stabile Anzahl Geburten (+0,6%) und Todesfälle (-0,9%), eine Abnahme der Heiraten (-2,7%) und der Scheidungen (-20,5%) gekennzeichnet, wobei diese Ziffer wegen der Veränderungen in den erfassten Daten mit Vorbehalt betrachtet werden sollte (siehe Kasten S.2). 16 Kantone verzeichneten einen Anstieg bei den Geburten und 10 bei den Todesfällen. In den Kantonen ­Zürich und Waadt war das natürliche Wachstum am grössten, nur Basel-Stadt, Glarus und Schaffhausen mussten ein negatives Wachstum vermerken, was mehr Todesfälle als Geburten bedeutet.­ Bei 19 Kantonen wurde ein Rückgang der Heiraten festgestellt. 15


Weiterführende Informationen Die laufende Bevölkerungsstatistik stützt sich primär auf zwei ­Datenquellen: – BEVNAT (Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung) ­liefert Angaben zu den Geburten, Todesfällen, Heiraten, eingetragenen Partnerschaften, Scheidungen, Adoptionen und Vaterschaftsanerkennungen. – STATPOP (Statistik der Bevölkerung und Haushalte) ist ein Teil der Statistiken des neuen, jährlichen Volkszählungssystems ab 2010 und liefert Angaben zu Stand und Struktur der Wohnbevölkerung in den Kantonen, Bezirken und Gemeinden der Schweiz. Mehr Information über STATPOP finden Sie unter: www.bfs.admin.ch à Infothek à Erhebungen, Quellen

Elektronische Publikationen In der interaktiven Statistikdatenbank STAT-TAB finden Sie STATPOPDatenwürfel, mit denen Sie Tabellen nach Ihren eigenen individuellen Bedürfnissen erstellen können: www.pxweb.bfs.admin.ch Andere Informationen, Texte und Tabellen finden Sie auf unserer Website. www.bfs.admin.ch à Themen à Bevölkerung BFS, Demos, Neuchâtel, Newsletter (Informationen aus der Demografie) erscheint unregelmässig 2–4 Mal pro Jahr.

Auskunft

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Titelbild BFS; Konzept: Netthoevel & Gaberthüel, Biel Foto: © Bundeskanzlei-Béatrice Devènes, Dominic Büttner

16


Die Bevölkerung der Schweiz 2011