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SERVANTS

Nr. 41 / Mai 2004

N E W S to Asia's Urban Poor

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Philippinen vor den Wahlen

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Servants-Prinzipien: Ganzheitlichkeit

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Fussballprofis im Slum


Philippinen

Qualen der Wahlen

Die Wartenden verpflegen sich am rollenden Verkaufswagen

Ich darf mich als Schweizer Vorbild fühlen. Denn ich fülle regelmässig meinen Stimmzettel aus und schicke ihn rechtzeitig in die Schweiz. Neulich war den Abstimmungsunterlagen eine kreativ gestaltete Broschüre beigelegt. Sie informierte über die Stimmbeteiligung und warb für eine aktivere Teilnahme. Ich fand dieses illustrierte Heft sehr unterhaltsam und staunte über die Schweizer Bemühungen, um die Bürger bei Laune und an der Urne zu halten. Im Mai werden auf den Philippinen die Präsidentin oder der Präsident und der Senat gewählt. Mein Nachbar Rolan will an den Wahlen teilnehmen. Bedingung ist eine vorgängige Registrierung, um welche sich Millionen von Bürgern bemühen. An einem Samstagnachmittag verabschiedete sich Rolan früher von der Arbeit als sonst. Er fuhr zur Stadtkanzlei mit der Absicht, sich registrieren zu lassen. Dort traf er auf eine Warteschlange, wo sich Menschen über viele Dutzend Meter einreihten. Weil viele Bürger nur am Wochenende Zeit für die Registrierung haben, war er darauf vorbereitet. Er kam allein, andere hatten kleine Kinder dabei, weil sie offenbar nicht für den ganzen Tag einen Babysitter fanden. Die Schlange bewegte sich bis zum Abend nur sehr langsam vorwärts.

Die ganze Nacht in der Warteschlange, nur um zu wählen

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Gegen neunzehn Uhr wurde Rolan klar, dass er nicht mehr vor Schalterschluss ans Ziel kommen konnte. Egal, wie viele Leute noch warten, um zwanzig Uhr wird geschlossen. Erbarmungslos. Rolan wollte heimgehen, erkundigte sich aber noch, um welche Zeit er morgen wieder kommen sollte. Von den Umstehenden erfuhr er, dass um drei Uhr früh bereits wieder sehr viele Leute kämen. Viele verbringen die ganze Nacht dort, um in der Schlange

weiter vorne zu sein, wenn der Schalter um acht Uhr wieder öffnet. Auch Rolan entschied sich, in dieser Reihe zu übernachten. Sogar zahlreiche Eltern blieben mit ihren Kindern da. Auf Schubkarren wurden einfache Speisen gekocht und dann verkauft. Die Wartenden hatten nun stundenlang Zeit, um miteinander zu plaudern, auf die Kinder zu achten oder zu versuchen, zwischendurch einzunicken. Tatsächlich trafen um drei Uhr früh wieder neue Menschen ein, die ganz hinten anstehen mussten. Vermutlich rechneten sie damit, die Ersten zu sein um diese Zeit. Der Schalter öffnete am Sonntagmorgen punkt acht Uhr. Rolan kam um elf Uhr dran. Die Bearbeitung und Abgabe der Unterlagen brauchte dann auch noch eine Zeitlang. Um dreizehn Uhr war er zurück zu Hause, wo er für den Rest des Wochenendes noch etwas ausruhen konnte. Endlich. Regula Hauser


Philippinen

Herausforderungen der neuen Regierung Wieder sind vier Jahre vorbei. Wahlen stehen vor der Tür. Wieder setzen viele ihre Hoffnung auf einen neuen Präsidenten. Die Herausforderungen sind allerdings überwältigend: ● Bevölkerung

Zu den 84 Millionen Einwohnern kommt jährlich ein Geburtenüberschuss von gegen 2 Millionen. ● Armut Über ein Drittel ist arm. 40% der Kinder unter 6 Jahren leiden an Fehl- oder Mangelernährung. Untergewicht ver langsamt die geistige Entwicklung und beeinträchtigt später die Produktivität. ● Bildung Zu den 17 Mio. Schulkindern kommen über 10 Mio. Kinder ohne Schule. Die Regierung hat zu wenig Geld für Lehrer und Schulhäuser. ● Löhne Der obligatorische Mindestlohn beträgt in Manila sFr. 6.50. Das Leben einer Familie mit vier Kindern kostet aber das Doppelte! Ausserdem erhalten wohl viele Tagelöhner nicht einmal den Mindestlohn. ● Prostitution In den Philippinen arbeiten gegen eine halbe Million Prostituierte. Viele Frauen sind mangels Alternativen dazu gezwungen. ● Krieg Seit 1972 sind im Bürgerkrieg 42 000 Filipinos umgekommen. Die Armee kämpft gegen Guerillas in den Bergen und Wäldern. Ein neuer Krieg gegen eine moslemische Minderheit im Süden kostet täglich über 4 Mio. sFr. ● Verschuldung Die Regierung bezahlt jährlich rund 12 Mia. Schuldzinsen. Das ist mehr als die Hälfte der Staatsausgaben. ● Korruption Laut einer Studie der Weltbank hat der philippinische Staat während zwei Jahrzehnten 48 Mia. US-Dollars durch Korruption verloren.

Wahlplakate dominieren auch die Armenviertel

Am falschen Ort parkiert. Auswüchse der Korruption

Christian Schneider Zahlen aus der Zeitung „Inquirer“, 15. Februar 2004

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Servants

schaften inklusive ihrer sozialen und wirtschaftlichen Strukturen. Was für eine Nachricht, für uns und für die Armen!

Servants-Prinzipien Teil III: Ganzheitlichkeit In dieser Reihe schreiben Praktiker vor Ort über die fünf Prinzipien von Servants. Nach diesen Prinzipien leben und arbeiten alle Servants-Mitarbeiter. Bei „Ganzheitlichkeit“ denke ich zuerst an „ganzheitliche Medizin“: Medizin und Pflege für den ganzen Menschen, in seinen physischen und psychischen Nöten. Und genau so ganz soll auch unsere Mission sein, ein Dienst für den ganzen Menschen. Wenn wir die Slumbewohner zu einem guten Essen einladen, werden ihre Mägen endlich wieder mal so richtig gut gefüllt

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Vor einigen Jahren besuchte ich Servants in Manila. Ein paar Mitarbeiter nahmen mich mit zu dem grossen und stinkenden Abfallberg. Ich war zu Tränen schockiert, als ich das Elend sah, in dem die Menschen dort leben. Da wurde mir bewusst, dass Worte nicht reichen, um den Menschen in den Slums zu helfen. Es reicht nicht, ihnen zu sagen, dass sie von ihren sündigen Wegen umkehren müssen, weil sie sonst in die Hölle kommen. Diese Menschen, genauso wie eine Milliarde Menschen weltweit, leben hier und jetzt in der Hölle. Das Leben, wie Gott es sich vorstellt, sieht nicht so aus, dass ein Sechstel der Menschheit in unwürdigen Umständen auf Abfallbergen und in Slums leben muss. Darum kam er vor 2000 Jahren auf unsere Welt und verkündete ein ganzheitliches Evangelium. Die gute Nachricht, die Jesus gebracht hat, will alle Bereiche des Lebens positiv verändern: die Beziehung zu Gott, die Beziehung zu meinen Mitmenschen und zu mir selbst, die Beziehung zur Schöpfung. Und nicht nur einzelne Menschen sollen verändert werden, sondern auch Gesell-

Jesus sagt: "Mit mir ist der Geist des Herrn, weil er mich berufen hat. Er hat mich beauftragt, den Armen die frohe Botschaft zu bringen. Den Gefangenen soll ich die Freiheit verkünden, den Blinden sagen, dass sie sehen werden, und den Unterdrückten, dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen. Jetzt erlässt Gott alle Schuld." Als Christen ist Jesu Auftrag auch unser Auftrag. Jesus möchte, dass alle Menschen in den Genuss seiner frohen, frei machenden, ganzheitlichen Botschaft kommen. Wir versuchen, unseren Nachbarn und Freunden im Slum ganzheitlich zu dienen. Das ist leichter gesagt als getan. An besonderen Anlässen können wir sie zu einem guten Essen einladen. Dann werden ihre Mägen wieder mal so richtig gut gefüllt. 220 Menschen aus unserer Nachbarschaft kamen am letzten Weihnachtsfest in den Genuss eines solchen Essens. Wir boten ihnen gebratene Hühnchenstückchen an. Das können sie sich normalerweise nur einmal im Monat leisten. Das stillte ihren Hunger für einen Tag; vielleicht musste es auch für zwei, drei Tage reichen. Aber wie soll es danach weitergehen? Dann sind sie wieder auf sich alleine gestellt. Dann gibt es wieder nur Reis und Linsen, nicht ausgewogen genug, um gesund zu bleiben. Wir können nicht Tausende von Nachbarn gesund ernähren. Wir wollen auch nicht Menschen von uns und unserer Hilfe abhängig machen. Und wir wollen auch keine Ungleichheiten schaffen: Wenn wir nicht allen helfen, gibt es immer Benachteiligte – und Eifersucht. Hier im Slum leben die Menschen sehr dicht beieinander. Da weiss immer jeder, was der andere besitzt, sogar, was im Kochtopf der Nachbarn vor sich hin brät. Die Hütten unserer Nachbarn fallen fast auseinander. Wir könnten ihnen helfen, sie zu renovieren; Geld spenden, damit Material gekauft werden kann. Aber früher oder später wird unsere ganze Slumnachbarschaft entlang der Bahnlinie vertrieben. Warnungen gab es schon viele, und manchmal sind ganze


s e r v a n t s

Servants

Diener sein Ganzheitlichkeit Gemeinschaft Teil werden

p r i n z i p i e n ● Wir

wollen, dass das gesamte Evangelium in Wort, Tat und Kraft zum Ausdruck kommt.

● Wir

sind dazu berufen,die Botschaft von Jesus zu verkünden, Menschen zu Jüngern Jesu zu berufen, Gemeinden zu gründen, mitzuleiden, Zerstörerischem entgegenzutreten, mitzuwirken, dass ganze Armenviertel sich zum Guten verändern, und in der Vollmacht des Geistes zu leben und zu arbeiten.

● Wir

sind uns bewusst: Ein Dienst unter den Armen bewirkt kaum etwas, es sei denn, das ganze Evangelium wird auf alle Bedürfnisse der Armen angewendet.

● Wir

versuchen, Ungerechtigkeit aufzudecken und zerstörerischen Strukturen entgegenzutreten – jedoch ohne dabei irgendeine Form von Gewalt anzuwenden. Jesus liess keinen Zweifel an seinem ganzheitlichen Auftrag:

„Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.“ Lukas 4, 18 - 19

Polizeieinheiten aufgetaucht, um die Slumbewohner fortzuschicken. Das oberste Gericht hat entschieden, dass die Hütten der illegalen Bewohner auf dem Land der Eisenbahn durch Bulldozer niedergewalzt werden. Warum sollen da die Menschen viel investieren? Unsere Nachbarn flicken die Löcher in den Wänden mit Karton, Plastik und Stoffstücken. Während der Regenzeit wird einfach noch ein Stück Plastik auf dem Dach festgemacht. Jedes Jahr wieder. Renoviert wird nicht. Verständlicherweise.

Ja, warum verdienen diese Menschen nicht einfach mehr? Dann wären Nahrung und Wohnung weniger ein Problem. Aber regelmässige Arbeit, faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und eine sinnvolle Tätigkeit, die ihnen Würde und mehr Selbstvertrauen gibt – das alles ist für die Armen ein Fremdwort: Sie werden ausgenutzt, schlecht behandelt und noch schlechter bezahlt. Eine Frau aus der Mittelklasse wollte unsere Nachbarin im Slum für 3.50 SFr. im Monat als Haushaltshilfe anstellen. Das ist sogar für lokale Verhältnisse eine Zumutung. Offen gesagt, lässt die Arbeitsmotivation unter den Armen auch oft zu wünschen übrig. Manche nehmen es mit dem Arbeiten wirklich nicht so ernst. Aber neben den faulen gibt es auch sehr harte Arbeiter. Nur: Die verdienen auch nicht viel mehr. Die schlechte Arbeitseinstellung liegt oft daran, dass die Menschen gar keine Hoffnung mehr haben, dass sich in ihrem Leben überhaupt etwas positiv verändern kann.

Mut, Orientierung und mehr; Brot und Wasser für die Seele

Viele Hilfeleistungen können materielle Not lindern. Aber wir erleben, dass die emotionalen Nöte grösser sind und schlimmer. Wie also können wir ihnen ganzheitlich helfen? Wir glauben, dass es unser Auftrag ist, ihnen emotional eine Stütze zu sein, ihnen Freude weiterzugeben. Freude am Leben, Freude am Kleinen, Freude an den guten Seiten des Tages, sogar wenn ihre Lebensbedingungen ausweglos scheinen. Wir versuchen, sie oft in ihren Hütten zu besuchen, mit ihnen Zeit zu verbringen, mit ihnen zusammenzusitzen und ihnen zuzuhören. Sie fühlen sich geehrt, wenn sie uns süssen Tee und einen Snack anbieten können. Wir lernen ihre Freuden, ihre Nöte und ihre Lebenskraft kennen und werden Freunde. (Es ist für sie ein Privileg, Ausländer bei sich zu Besuch zu haben. Sie vergessen unseren Besuch ihr Leben

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Das Evangelium gibt Trost,


Servants

Ganzheitlichkeit schliesst auch das Geld mit ein Bild: © Friedel Ammann

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lang nicht.) In unserer Arbeit mit jungen Frauen aus den Slums erleben wir das innere Vakuum des fehlenden Selbstwertes immer wieder sehr stark. Als Frau ist man in diesem Land nicht viel wert. Eine Frau ist bereits ein Fluch, wenn sie geboren wird; wenn sie überhaupt geboren wird, da sehr viele weibliche Föten gleich abgetrieben werden. Das Sparen für die Mitgift bei ihrer Heirat beginnt sofort nach der Geburt und belastet eine Familie, bis sie ihre Tochter „los“ ist; das heisst, bis die Familie einen Ehemann für sie „gekauft“ hat. Frauen haben immer einen Mann, der über sie bestimmt: zuerst der Vater, dann der Ehemann, später der Sohn. Frauen sind in diesem Land dazu bestimmt, ein Leben lang ihre Mannschaft zu bedienen. Die meisten Frauen im Slum haben Teilzeitjobs als Haushaltshilfen oder müssen zuhause bleiben und das Haus hüten. Schulbildung wird ihnen nur etwa bis zur vierten Klasse zugestanden, danach werden sie zuhause oder in einem Mittelklassehaushalt als Hilfe angestellt. Wir arbeiten mit jungen Frauen, die in diesen Umständen aufgewachsen sind und leben. Sie erhalten eine sechsmonatige Ausbildung im Nähen und in der Herstellung von Papierprodukten, in Englisch und in christlichen Werten. Danach arbeiten sie an Bestellungen und werden pro Stück bezahlt. Unzählige Male am Tag müssen wir sie ermutigen und ihnen Bestätigung geben. Sie brauchen es, immer wieder ein „Du schaffst es!“ zu hören. Sie haben sehr wenig Selbstvertrauen. Viele haben bisher ständig gesagt bekommen, dass sie zu nichts zu gebrau-

chen sind! Oft erzählen sie aus ihrem Leben, von schwierigen Umständen, schlimmen Erlebnissen. Wir versuchen, ihnen emotionale, psychische Unterstützung zu geben. Aber wir kommen oft an unsere Grenzen. Wie gut, dass wir einen Gott haben, der an unseren Grenzen erst so richtig loslegt. Bildung und Unterweisung sind bestimmt wichtig für diese Frauen. Aber in diesem Land regiert das Kastensystem. Und weil sie arm sind, werden diese Frauen ihr Leben lang in eine Kaste eingeteilt. Aus der zu entkommen, scheint unmöglich. Nur durch Jesus kann da Befreiung geschehen: Vor ihm ist die ärmste Haushaltshilfe dem reichsten Hausherrn gleichgestellt! Bei Jesus ist jeder Mensch gleich wichtig. Das ist die beste Nachricht für die Armen. Wir glauben, dass diese Nachricht der Kern aller ganzheitlichen Hilfe für die Slumbewohner ist. Der Glaube an Jesus Christus ist eine Kraft, die den Menschen komplett verändert. Diese Kraft ist die Antwort auf psychische, physische, emotionale und vor allem geistliche Not! Ganzheitliche Hilfe verstehen wir kurz gesagt so: Menschen zu einem Leben mit Jesus einladen und ermutigen – und uns gleichzeitig für Bedingungen einsetzen, in denen dieses neue Leben blühen und gedeihen kann. Denn Gott möchte das Herz, das Denken, die Arbeitseinstellung, die ganze Lebens- und Zukunftsperspektive eines Menschen verändern! Und veränderte Menschen können ihre Nachbarschaft, ihre Stadt, ihr Land verändern. M. & K.


Philippinen

Mädchen rettet den kleinen Bruder Nika sieht aus wie ein Geist. Gesicht, Bauch, Beine und Arme des siebenjährigen Mädchens sind mit einer dicken Schicht Zahnpaste eingestrichen, um seine Verbrennungen ein wenig zu kühlen. Für ein besseres Mittel fehlt den Leuten hier in Quiapo/Manila das Geld. Vom Feuer entstellt Als eine Dose im Müll explodiert ist, hat Nika ihren zweijährigen Bruder Joshua mit ihrem eigenen Körper vor dem Feuer geschützt. Die Flammen haben ihr Gesicht entstellt und ihre Haare angesengt. Ihr Körper ist voll von schmerzhaften Brandblasen. Am Unfallstag kommt auch ein Team von Onesimo mit Daniel Wartenweiler nach Quiapo. Als sie ankommen, stürzt eine Kinderschar auf sie zu: „Kommt schnell, Nika hat sich verbrannt!“ Zuerst braucht Nika viel zu Trinken und dann müssen ihre Wunden gereinigt werden. Schliesslich setzen sich die Helfer von Onesimo mit den Kindern um Nika herum und beten, dass sie wieder gesund wird. Mehr lässt sich an diesem Abend nicht tun. Nikas Eltern konsumieren Drogen und sind zur Zeit wegen Diebstahl im Gefängnis. Die Mutter ist mit zwanzig anderen Frauen in eine kleine vergitterte Zelle eingepfercht. Nun ist Nika allein für den kleinen Joshua verantwortlich. Ein weiterer Bruder ist vier Jahre alt und seit einem Jahr verschollen. Jetzt gehen sie täglich zusammen auf die Strasse, um zu betteln. Spital ohne Krankenschwestern Nika hat auch eine Tante, die aber kaum für ihre eigenen acht Kinder aufkommen kann und ihr Geld jeweils rasch verspielt. Dennoch verspricht sie, Nika am nächsten Tag zum Arzt zu bringen. Das Onesimo-Team fährt wieder nach Hause. Daniel Wartenweiler schaut an den folgenden Tagen wieder vorbei. Nika ist

Gefängniszelle von Nikas Mutter

immer noch dort und die Schmerzen quälen sie. Eine saubere Wundreinigung ist im Strassenschmutz kaum möglich. Als eine zwanzig Zentimeter grosse Brandblase aufplatzt, fährt Daniel mit ihr ins Spital, begleitet von zwei Teenagermädchen. Joshua bleibt bei der Tante zurück. Das Spital will sie zuerst abweisen. Die Hartnäckigkeit und die weisse Hautfarbe von Daniel verhelfen nach stundenlangem Warten zu einer Behandlung. Nika hat Angst vor der Infusion und will zurück zu ihrem Bruder. Mit der Zeit werden auch die beiden Teenies ungeduldig und einige Überredungskunst ist nötig, um ihnen klar zu machen, dass sie nun gebraucht werden, um auf Nika aufzupassen und sie zu verpflegen. Das ist hier Sache der Angehörigen, Krankenschwestern gibt es keine. Um einer Infektion vorzubeugen, muss Nika drei Tage im Spital bleiben. Aber was kommt nachher, zurück auf der Strasse? Steht für diese Situation eine Hilfsorganisation bereit?

Nika und ihr kleiner Bruder Joshua

Die siebenjährige Nika ist nun allein für ihren kleinen Bruder verantwortlich. Kindliches Gottvertrauen Nach ihrer Entlassung wohnt Nika einige Tage bei Onesimo, zusammen mit ihrem Bruder. Die Wunden verheilen nur langsam. Unzählige Telefonate sind nötig, bis das Hilfswerk CMC Help International die beiden Geschwister provisorisch aufnimmt. In der Zwischenzeit haben sie sich dort gut eingelebt und haben auch die Zusage, bei CMC bleiben zu dürfen. Später darf Nika einmal das neue Teamzentrum von Onesimo besuchen. Ihr kindliches Gebet vor dem Essen ist von tiefem Gottvertrauen geprägt, gewachsen in jenen schmerzhaften Tagen im Spital.

Nika nach vier Tagen Spitalaufenthalt

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Philippinen

Mitarbeiter von Onesimo Kids berichten

Neu: Onesimo Kids

Daniel Wartenweiler und sein Team im neuen Zentrum

Vor einem Jahr habe ich begonnen, Kinder auf der Strasse zu besuchen. Damals träumte ich davon, dass andere Leute die Leidenschaft für diese Kids mit mir teilen. Nun staune ich, was seither alles entstanden ist. Heute sind wir ein Team von sechs Leuten, vor allem aus den Onesimo-Gemeinschaften. Junge Menschen aus zerbrochenen Familien, ehemals Süchtige und Kriminelle kümmern sich nun um vernachlässigte Strassenkinder. Im Herbst konnten wir ein erstes Lager mit 23 Strassenkindern zwischen vier und zwölf Jahren im Camp Rock durchführen. Die grosse Herausforderung hat mir die beiden Dimensionen unserer Arbeit bewusst gemacht: die jungen Mitarbeiter und die Kinder. Seit letztem Sommer verbringen wir zwei Abende in der Woche als Outreach auf den Strassen von Quiapo in Manila. Dort treffen wir die Kinder, die im Camp Rock dabei waren. Die Freundschaften haben sich über die Kinder auch auf die Eltern und Nachbarn der Strassenfamilien ausgedehnt. Im Februar haben wir unser Teamzentrum im Slumgebiet San Roque eröffnet, wo ich seit anderthalb Jahren lebe. Das Zusammenleben inspiriert uns für die Arbeit und unsere Beziehungen können sich vertiefen.

„Ich darf in einem ganz neuen Dienst von Onesimo unter kleineren Strassenkindern mitarbeiten. Die Kinder kommen aus verschiedenen Orten, gehen nicht mehr zur Schule und ihnen fehlt die Liebe der Eltern. Heute war Outreach und wir haben die Kinder wieder gesehen. Wir haben einander vermisst. Die meisten Kinder haben viele Wunden, sind schmutzig und riechen übel. Aber viel wichtiger ist unsere Beziehung zu ihnen und zur Nachbarschaft. Wir haben miteinander gespielt und nachher auf der Strasse etwas gegessen. Wenn ich mit ihnen zusammen bin, fühle ich mich glücklich und leicht. Ein Mädchen hat mir gesagt: ‚Ich bin nur glücklich, wenn ihr hier seid. Sonst habe ich niemanden zum Reden.’ So habe ich ihr etwas Zeit geschenkt und danke Gott für diese unvergesslichen Erfahrungen. Ich bin glücklich, hier helfen zu dürfen und glaube, dass sich auch Gott darüber freut. Im Dezember durfte ich an einem Leiterkurs meine Begabung zur Leiterin entdecken. Das Gelernte kann ich in einem Sommercamp anwenden. Ich habe viel gelernt für mein Leben als Christin und bin stärker geworden für die Probleme, die noch auf mich zukommen werden.“ Cherry Mae

Daniel Wartenweiler Cherry Mae entfremdete sich von ihrer Familie, weil sie missbraucht wurde, und ging dann auch nicht mehr zur Schule. Vor zwei Jahren ist sie in die Mädchengemeinschaft von Onesimo eingetreten.

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Philippinen

Cherry Mae engagiert sich für Strassenkinder Cherry Mae (zweite von rechts) freut sich, dass sie gebraucht wird

„Am letzten Outreach vergass ich beim Spielen die Zeit. Wir spielten mit den Kindern Ballspiele, Seilziehen und Seilspringen. Das war lustig und die Kinder waren begeistert. Später sangen wir gemeinsam und Daniel verarztete die Wunden. Nach dem Zvieri gingen wir heim und vergassen, mit den Kindern zu beten. Aber Gott versteht das und segnet uns trotzdem.“ Boy

Daniel Wartenweiler mit Onesimo-Strassenkindern

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Servants CH

Dieser abgrundhässliche Kasten

Regenzeit im Slum 1996: Christine Schneider mit Töchterchen Isabel

Familie Schneider, März 2004

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Dienstag, den 13. Januar 2004. Ein wenig aufgeregt machen wir uns auf den Weg zum Fernsehstudio, um in der Sendung "Fenster zum Sonntag" ein Interview zu geben. Während wir auf das Schminken warten, setzt sich der Begleiter eines anderen Studiogastes zu uns, und wir kommen ins Gespräch. Als wir seine Fragen nach unserem Leben mit den Armen beantworten, werden seine Augen gross und entsetzt-ungläubig fragt er nach: "Wie bitte, ihr habt in einem Slum gelebt? Habe ich euch recht verstanden?" Im Aufnahmeraum werden ein paar Szenen aus Manila eingeblendet, die den Blick freigeben in unsere Hütte, am Rand des Abfallbergs in Payatas. Man sieht unser WC auf grauem Zementboden ohne eingebaute Spülung, dafür steht eine rostige Wassertonne mit Schöpfbecher daneben. Die anwesenden Redaktoren und Techniker reagieren fassungslos: "Unglaublich, dass man als Schweizer so leben kann!" Ich versuche, mich in dieses Hüttenleben zurückzuversetzen. War es wirklich so schlimm? Zugegeben: Dieses WC entsprach nicht meinen Vorstellungen von Ästhetik. Aber viele Familien in Slums haben gar kein eigenes WC. Ich erinnere mich an das erfrischende Duschen nach heissen Tagen. Aus einem grossen Becher giesst man einfach Wasser über sich aus. Die rote Färbung und der Geschmack durch die rostigen Leitungen spielten keine grosse Rolle. Kühles Wasser auf der verschwitzen Haut wurde oft zum unendlich erlösenden Höhepunkt des Tages. Ich durfte noch viele andere solche Höhepunkte erleben: So sitze ich nach einer mehrstündigen Fahrt durch

den verrückten Stadtverkehr im Schatten und trinke ein Glas eisgekühltes Wasser. Bei einem Ausflug in den Stadtpark nehme ich die wohltuende Aussicht auf Bäume, Blumen und grüne Wiesen in mich auf und vergesse dabei für einen Moment den alltäglichen Blick auf Abwasserkanäle, rohen Zement und herumliegenden Abfall. Nach einer strapaziösen Heimreise aus Mindoro finden wir unsere Hütte aufgeräumt und sauber. Im Kühlschrank steht ein Krug mit gekühltem, gefiltertem Trinkwasser. Meine Freundin und Nachbarin, Jessica, hat die Staubund Russschicht, die sich in Manila jeden Tag auf alles legt, weggeputzt und mir damit eine grosse Freude bereitet. Yieng, eine andere Nachbarsfrau, bringt uns die Kleider zurück, die sie für uns gewaschen hat. Der frische Duft des Waschmittels vertreibt für einen Moment die vielen unangenehmen Gerüche des Slums. Ein kurzer Schwatz mit Yieng bei einem Glas kaltem Eistee macht mich glücklich und ich bin ihr dankbar, dass sie diese grosse Arbeit für mich erledigt. Nun sind wir wieder zurück in Basel. Täglich treffen neue Briefe und Unterlagen ein, für die wir ein gutes Ablagesystem brauchen. In unserem Keller steht ein grosser grauer Registerschrank – ideal, um unsere Papierberge darin abzulegen. Aber: Er ist abgrundhässlich, stört mein Ästhetikgefühl und passt einfach nicht in unser Haus. Ausserdem stört das unangenehme Metallgeräusch der Schubladen. Wochenlang ringe ich mit mir und komme zum Schluss, dass ich mit diesem wüsten Kasten leben kann und will. Chris ist erleichtert. Von den Armen in Manila


Servants CH

habe ich gelernt, dass Glück und Zufriedenheit nicht davon abhängen, wie schön die Wohnung aussieht, wie angenehm oder wie beschwerlich das Leben ist und ob sich alle Probleme lösen lassen. Im Gegenteil: Auch nach bald einem Jahr angenehmem Leben in der Schweiz denken wir gerne an die vielen glücklichen Momente in Manila zurück, die trotz allen Widrigkeiten auch zu unserem Leben dort gehörten. Die Bibel ermutigt uns, dankbar und froh durchs Leben zu gehen: "Freut euch immerzu, weil ihr mit Jesus verbunden seid. Und noch einmal sage ich euch: Freut euch! ... Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an Gott und bringt eure Bitten vor ihn.Tut es mit Dank für das Gute, das er euch schon erwiesen hat" (Philipper 4, 4+6). Christine Schneider

Stabwechsel beim Newsletter Mit dem Newsletter 40 vom Dezember 2003 haben sich Monika Thiel und Markus Reist aus dem Redaktionsteam verabschiedet. Markus Reist hat sechs und Monika Thiel sogar ganze zehn Jahre den Newsletter gestaltet! Sie haben dafür gesorgt, dass mehr als tausend Servants-Freunde in der Schweiz und in Deutschland regelmässig Anteil nehmen konnten am Leben mit den Armen und an dem, was Gott bei ihnen in Bewegung setzt. „1994 habe ich den Newsletter von Christine Schneider übernommen“, erinnert sich Monika Thiel. „Das war noch die Zeit ohne Computer. Da wurden die Texte getippt und dann mit den Bildern zusammengeklebt. Eine Freundin hat mir dann beigebracht, wie das mit dem Computer funktioniert. Eine Zeit lang habe ich das Layout sogar selber am Computer gemacht, mit viel Hilfe von Stephan, meinem Mann. Das war die Zeit,

in der ich fitter wurde am PC (das ist mittlerweile lang her...). Und dann kam Markus dazu. Er hat das Layout übernommen und die strukturelle Verantwortung.“ Markus Reist war von Mai bis August 1998 auf der Müllhalde in Payatas in den „Ferien“ gewesen. Wieder daheim, stiess er zum Newsletter dazu. Danke für all das, was ihr an Zeit, Herz, Ideen und Festplattenspeicher in den Newsletter gesteckt habt! Ein herzliches Dankeschön auch an Judith Baier und das Ehepaar Tanner, die jahrelang den Versand des Newsletters organisiert haben. Ohne euch wäre die Arbeit von Monika und Markus umsonst gewesen. Den Newsletter wird es weiterhin geben: Herzlich willkommen, Markus Siegenthaler und Rita Binkert, im Redaktionsteam! Und für den Versand ist auch gesorgt: den haben zwei Jugendgruppen übernommen. Herzlichen Dank!

Begeistert haben sie den Newsletter geprägt: Monika Thiel und Markus Reist

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I n d ie n

Brasilianische Fussballprofis trainieren indische Slumjungs Näherinnen von ConneXions arbeiten an ihrer Selbstständigkeit

Der letzte Newsletter hat über ConneXions berichtet, einer Arbeit unter indischen Frauen. Mitarbeiter von Servants haben dieses Zentrum gegründet, wo junge Frauen aus den Slums eine Ausbildung und Arbeit finden. Das Ziel ist die berufliche Selbstständigkeit, damit sie sich und ihren Familien selber helfen können.

Junge Frauen aus den Slums finden eine Arbeit. Junge Fussballer mit ihren neuen Tricots

Slumjungs mit ihren brasilianischen Trainern

Zur Eröffnungsfeier im März reisten noch zwei weitere brasilianische Fussballprofis an. Sie motivierten die Jungs und gaben den Ankick zum ersten offiziellen Spiel. Die Slumgemeinschaft empfing die Brasilianer herzlich und hilfsbereit. In ihrer Vorfreude bauten die Jungs eine Bühne auf und dekorierten sie mit vielen farbigen Flaggen. Ein Lautsprecher verstärkte die Reden der Ehrengäste. Der Match wurde für die vielen Zuschauer zu einem freudigen Ereignis.

Über dreissigtausend Menschen leben in diesem Slum, das sich fünf Kilometer der Bahnlinie entlangzieht. Eine brasilianische Partnermission hat dort im Februar ein Fussballtraining gestartet und konnte zwei professionelle brasilianische Trainer dafür gewinnen. Zweimal wöchentlich trainieren sie nun vierzig Jungs in zwei Altersgruppen. Das Training findet ganz in der Nähe der Slumhütten in einem Park auf der anderen Seite der Bahnlinie statt. Die Jungs sind sehr stolz darauf, dass erfolgreiche Sportler Zeit für sie investieren. Um sie kümmert sich sonst keiner freiwillig.

Besonders freuen konnten sich auch die jungen Frauen von ConneXions, die fünfzig Fussballshirts herstellen konnten. Die gelb und grün leuchtenden Tricots markierten die Teams und erfüllten auch die Frauen mit Stolz, dass ihre Arbeit gebraucht wird. Nun hoffen sie auf viele grosse und kleine Aufträge, auch von der eigenen Slumgemeinschaft. K. & M.


Philippinen

Vor der Ausreise Ende Juni wird Simon Fankhauser nach Manila ausreisen und das Servants-Team verstärken. Hier stellt er sich vor: Ich bin 28 Jahre alt (oder jung) und in Langnau im Emmental aufgewachsen. Nach meiner Schulzeit entschied ich mich für eine kaufmännische Lehre in der Versicherungsbranche. Die Lehrzeit waren stürmische Jahre in meinem Leben: Ich war orientierungslos und suchte verzweifelt nach einem sinnvollen Leben. In dieser Lebensphase fand ich zum Glauben an Jesus Christus. An meinem Beruf fand ich keine bleibende Freude. Unmittelbar nach der Ausbildung orientierte ich mich neu. Nach der Rekrutenschule und verschiedenen Berufspraktika nahm ich ein halbes Jahr lang an einer Jüngerschaftsschule bei Jugend mit einer Mission in England teil. Dazu gehörte auch ein Einsatz in Amsterdam/Holland. Da habe ich das erste Mal „Missionsluft“ geschnuppert: Ich lernte Menschen aus anderen Kulturen kennen und schätzen. Wir halfen mit bei Projekten für obdachlose und drogenabhängige Menschen im Rotlichtviertel. Dort realisierte ich: Mein Herz schlägt für Menschen in Not und am Rand der Gesellschaft. In mir wuchs der Wunsch, mein Leben für solche Menschen zu investieren und gleichzeitig das Leben in einer anderen Kultur hautnah kennen zu lernen. Wieder zu Hause angekommen, hörte ich von der theologischen Ausbildung beim Institut für Gemeindebau und Weltmission (IGW). Das war die Chance, mich auf dieses Ziel vorzubereiten. Im ersten Kurs über Mission referierte Christian Schneider. Ich hörte zum ersten Mal von Servants und den Projekten in Manila. Die Bilder und Erzählungen von Chris und die Grundsätze dieser Organisation haben mich tief beeindruckt und berührt. Diese Eindrücke liessen mich auch in den folgenden Jahren nicht

los: Ich beschloss, für einen Monat nach Manila zu gehen, um Servants und das Leben dort näher kennen zu lernen. Was ich in dieser Zeit erlebt habe, gab mir den Anstoss, mich definitiv als Mitarbeiter zu bewerben. Zu meiner Freude habe ich Grünes Licht erhalten. Während der Zeit bei IGW unterrichtete ich in der reformierten Landeskirche in Mühleberg teilzeitlich kirchliche Unterweisung. Dabei entdeckte ich meine Freude und Gabe am Unterrichten von Kindern und Jugendlichen. Darum beschloss ich nach meinem Abschluss bei IGW, eine einjährige Weiterbildung in Erziehung und Schulung bei Jugend mit einer Mission in Texas, USA, zu absolvieren. Seit Sommer 2003 bin ich wieder in der Schweiz und habe in diesem Gebiet gearbeitet. Ich könnte mir gut vorstellen, mich auch in Manila auf diese Art und Weise zu engagieren. Aber ich will mich jetzt noch nicht festlegen. Erst mal gehe ich hin und werde einfach mit den Menschen leben, ihre Sprache lernen, neue Freundschaften aufbauen – und dann herausfinden, wo mein Platz sein könnte.

Simon Fankhauser wird Ende Juni nach Manila ausreisen und das Servants-Team verstärken

Ich freue mich auf die kommende Zeit, bin angefüllt mit guten Erwartungen. Gleichzeitig weiss ich, dass es bestimmt nicht nur einfach sein wird. Aber ich bin überzeugt von diesem ersten Schritt und bete, dass Jesus mir den weiteren Weg zeigt, damit ich den Menschen dort ein Segen sein kann – und sie mir.

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International

Kekse, Limonade und Inspirationen Dorothy Mathieson ist die internationale Koordinatorin von Servants: Sie besucht und begleitet die Teams in Asien und in den Heimatländern der Missionare (sog. Homeends, dt. Heimatbasis). Vom 24. bis 28. März war sie zu Gast beim Schweizer Homeend in Basel. Einen Samstag Nachmittag lang nahm sie sich Zeit, um sich bei Limo und Keksen mit Servants-Freunden und Interessierten auszutauschen.

Dorothy Mathieson (links) beim Nachmittag mit schweizerischen und deutschen Servants-Freunden

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Das Treffen sollte ursprünglich in Thiels Wohnzimmer stattfinden. Zu unserer Freude meldeten sich täglich mehr Gäste an, und das Treffen wurde spontan in die Thomas-Kirche verlegt. Dorothy weitete unser Blickfeld für die Arbeit von Servants in ganz Asien. Wir staunten darüber, wie weit die Arbeit des fünfköpfigen Servants-Teams in Kambodscha Kreise zieht. Zusammen mit dreissig einheimischen Mitarbeitern und zahlreichen Freiwilligen begleiten sie AIDS-Kranke und ihre Familien (siehe Artikel S. 20). AIDS -Waisen werden nicht in Heimen untergebracht. Stattdessen sucht und unterstützt das Halo-Projekt Familien aus ihrem eigenen Slum, die bereit sind, diese Kinder bei sich aufzunehmen. Diese Arbeit wurde von Unicef im vergangenen Jahr ausgezeichnet und wird dieses Jahr ganz in einheimische Hände übergeben. In Nachbarländern soll es als Modell für ähnliche Projekte anderer Organisationen dienen. Sehr ermutigt hat uns, von siebzehn neuen Bewerbern zu hören. Einige reisen bereits in diesem Jahr aus; zwei der neuen Servants-Mitarbeiter liessen uns teilhaben an ihrem bisherigen Weg, ihrer Entscheidung für Servants und dem, was sie in der Zeit von Abschied und Vorbereitungen bewegt. Simon Fankhauser ist

einer der neuen Mitarbeiter. In diesem Newsletter stellt er sich vor. Aufgerüttelt hat uns Dorothys Bericht über den Umbruch, der dabei ist, das Gesicht der weltweiten Kirche zu verändern: So, wie wir sie kennen, wird es sie in Zukunft nicht mehr geben. Die Mehrheit der Kirche des 21. Jahrhunderts kommt nicht aus dem Westen, sondern aus armen Ländern. Das wird sich auf dem Missionsfeld widerspiegeln. Die Zahl der westlichen Missionare nimmt stetig ab – in armen Ländern entstehen hingegen ganze Missionsbewegungen. Die chinesischen Hauskirchen beispielsweise haben die Vision, in den kommenden Jahren 200 000 Missionare in die westlichen Nachbarländer zu entsenden. Diesen grundlegenden Veränderungen will Servants begegnen. Einige der Herausforderungen sind bereits zu erkennen: Ein philippinisches Pastorenehepaar aus einem Slum in Manila möchte als Servants-Mitarbeiter in ein buddhistisches Land ausreisen. Die Mitglieder ihrer Slumgemeinde werden sie finanziell nicht zu hundert Prozent unterstützen können. Ihr Einkommen reicht oft kaum für ihre eigene Familie. Wie können asiatische Servants-Missionare unterstützt werden, ohne sie von reichen Geldgebern abhängig zu machen? Servants sieht Möglichkeiten, entstehende Missionsbewegungen unter Armen in Asien beratend und unterstützend zu begleiten. Wie lassen sich Partnerschaften aufbauen, auch in den Ländern, in denen bisher keine ServantsTeams arbeiten? Im Oktober 2004 treffen sich alle Servants-Mitarbeiter in Manila zu einem Forum und Leitertreffen (ILT). Auch dort werden diese Fragen weiter bewegt. Wir sind inspiriert von Dorothys Begeisterung für Jesu Weg mit seiner weltweiten Gemeinde und dankbar für ihr Vertrauen, die offenen Fragen innerhalb von Servants mit uns zu teilen. Es tat gut, für diese überwältigenden Veränderungen miteinander um Gottes Sicht und Weisheit zu bitten und staunend danke zu sagen, für das, was er gerade in Bewegung setzt. Vor ihrem Besuch in der Schweiz war Dorothy übrigens in Deutschland. Zu


International

Servants gehören eine deutsche Familie und ein Ehepaar, zwei junge Frauen aus Deutschland stossen diesen Sommer dazu. Es besteht der Wunsch, auch für sie eine Heimatbasis zu schaffen. Dorothy betonte, wie wichtig eine Heimatbasis für die Missionare vor Ort ist. Sie dankte den Schweizer Servants-Freunden für ihre wertvolle Unterstützung, die sich auf die internationale Arbeit sichtbar auswirkt. Im Anschluss an die Schweiz reist Dorothy weiter nach England, den USA und Neuseeland, bevor es zurückgeht nach Australien. Dort wird sie bereits erwartet von ihrem Mann George, der sie auf ihren Reisen für Servants normalerweise begleitet.

Philippinische Slumbewohner studieren die Bibel und nehmen den Missionsauftrag wahr.

Melanie Wilhelm und Daniel Böhm

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Servants Switzerland Hegenheimerstrasse 193 CH-4055 Basel Telefon +41 61 381 55 46 E-Mail switzerland@servantsasia.org

www.servantsasia.org www.onesimo-foundation.org www.kamay-krafts.org www.bornpoor.com

Bank: PC 40-4614-0, UBS Basel, Konto 907846.40J-233, Servants Switzerland

Auflage: 1400 Exemplare Redaktion: Markus Siegenthaler, Melanie Wilhelm Layout: Rita Binkert

Servants Kambodscha G.P.O. Box 538 Phnom Penh Cambodia Telefon/Fax +855 23 425 045 E-Mail cambodia@servantsasia.org Servants Philippinen P.O. Box AC-569 1109 Quezon City Metromanila, Philippines Telefon +632 926 76 88 E-Mail philippines@servantsasia.org

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Philippinen

Feuer in San Roque

Das Leben geht unter der Plastikplane weiter

Trümmer des abgebrannten San Roque

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Der Feueralarm erreicht uns am 1. Mai 2004 nach dem Abendessen. In wenigen Sekunden verwandelt sich unser dicht bevölkertes Slumgebiet in einen Ameisenhaufen, die engen Gassen sind sofort verstopft. Ich renne der Feuersäule auf der andern Seite des Slumgebiets entgegen – ganz in der Nähe, wo ich früher gewohnt habe. Kinder rennen. Menschen weinen. Sie tragen Fernseher, vollgestopfte Säcke, Kochherde, Pfannen. Die Löschfahrzeuge können das Feuer nicht erreichen. Die Häuser aus Sperrholz und Wellblech brennen in der trockenen Sommerhitze wie Zunder. Wir helfen, Wertgegenstände auf den Basketballplatz zu tragen, während die Bewohner Wasserkessel um Wasserkessel schleppen. Es scheint ein Tropfen auf den heissen Stein zu sein. Das Feuer kommt auch unserem Haus immer näher und ist nur noch etwa hundert Meter entfernt. Die Feuerwehr dringt bis zum Basketballplatz vor und verstopft die einzige Strasse, die in den Slum führt. Hunderttausend Menschen haben ihre Häuser geräumt

und füllen mit ihrem Hab und Gut die anderen Strassen. Um zwei Uhr morgens haben auch wir alles hinausgeräumt, als das Feuer endlich gelöscht werden kann. In wenigen Stunden sind die Häuser von über 1300 Familien abgebrannt. Sie haben kein Bankkonto, keine Versicherung und kein Geld. Das Feuer hat San Roque in zwei Welten geteilt: Die einen hatten Glück wie wir und die anderen hatten Pech. Und doch staune ich über die unglaubliche Lebenskraft meiner Freunde, die immer noch lachen, auch in Ruinen und unter Plastikblachen. Sie machen weiter, bauen wieder auf, fangen wieder von vorne an und hoffen auf eine bessere Zukunft. Wir versuchen zu helfen. Am ersten Abend verteile ich meine Kleider, Seife, Wasser, Medizin. Ich besuche Menschen im Brandgebiet und höre mir ihre Geschichten an. Ausser Nahrung ist noch keine Hilfe angekommen und die Leute zweifeln, dass die Regierung etwas tut. Sie sind wütig und fühlen sich im Stich gelassen. Ich möchte mit Leitern der Gemeinschaft und der Kirche ein Hilfskomitee gründen, um die grösste Not zu erfassen und gezielte Hilfe anzubieten. Mit 25 sFr. kann man einer Familie in der ersten Not helfen. Ich hoffe auf 20 000 sFr., für die Bedürftigsten. Alle Spenden werden ohne Abzug nach Manila überwiesen. Herzlichen Dank! Daniel Wartenweiler

Spendenkonto: PC 40-38079-9, Servants Switzerland, CH-4055 Basel Vermerk: Manila Fire San Roque


Philippinen

Die „Faith in Jesus Christ Church“ ist völlig ausgebrannt, die Pastorenfamilie haust nun unter dem Zeltdach Hier wohnte Daniel Wartenweiler früher im oberen Stockwerk – gebaut aus Pavatex, Holz und Blech

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Philippinen

Neue Lebensfreude für Strassenkinder Im Februar war ich für einen kurzen Besuch in Manila. Viele negative Berichte über Schwierigkeiten und Misserfolge prägten meine Erwartung. Umso mehr freute ich mich dann aber, als ich dort auf die treu engagierten Mitarbeiter von Onesimo traf. Nach unserem Wegzug in die Schweiz konnte sich eine ernsthafte Identitätskrise ausbreiten. Nun aber sind alle fest entschlossen, die Arbeitszweige zu stabilisieren und sie arbeiten am weiteren Wachstum. Die Freude dieser Filipinos steckt an

Abschlussfeier mit Liedern und Theater

Gründliche Arbeit Ich freue mich über die fünfzehn neuen Kinder, die vor einem halben Jahr das wilde Strassenleben hinter sich gelassen haben. An einer Feier erscheinen etwa zweihundert Freunde und hören die persönlichen Berichte aus den fünf Onesimo-Gemeinschaften. Mit Tanz, Theater und Liedern zeigen die ehemaligen jungen Müllsammler ihre neue Lebensfreude. Im Vorstand engagieren sich ehrenamtliche Filipinos aus der Mittelschicht. An einer Sitzung treffen sie auf die Leiter aus verschiedenen Bereichen, aus Camparbeit, Schule und Mitarbeiterschulung. Mich beeindruckt, wie sie sich volle fünf Stunden durch all die Berichte und Fragen durcharbeiten. Regula Hauser, die Leiterin von Servants Manila, bestätigt mir, dass diese Leute immer so gründlich arbeiten, auch wenn ich nicht da bin.

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Licht in dunkle Gassen Besonders freut micht der neue Arbeitszweig unter vier- bis zwölfjährigen Strassenkindern des Schweizers Daniel Wartenweiler. Ich begleite einen nächtlichen Einsatz im Herzen der Grossstadt. Absolventen des Onesimo-Programms kümmern sich um die körperlichen und seelischen Wunden dieser kleinen Vergessenen. Mit Wundpflaster, Liedern, Spielen und mit viel zärtlicher Berührung bringen sie ihre Liebe in die dunklen Gassen.

Onesimo steht auch vor einigen aktuellen Herausforderungen. Der Gesamtleiter, Noel Gabaldon, tritt zurück, steht aber weiter als Jugendpastor zur Verfügung. Für die Nachfolge hoffen wir, dass sich eine geeignete Filipina oder ein Filipino rechtzeitig dieser Verantwortung stellen wird. Im April und Mai finden wieder sieben Freizeiten im Camp Rock statt. Gegen fünfhundert Jugendliche aus den Armenvierteln werden erwartet. Wir glauben, dass aus diesen Ferienwochen viel Lebensfreude und Neuorientierung in die Slums einkehren wird. Neues Ausbildungszentrum geplant Seit drei Jahren unterstützt Onesimo Jugendliche und ehemalige Strassenkinder bei der Alphabetisierung und hilft Späteinsteigern, sich auf staatliche Schulexamen vorzubereiten. Die Infrastrukturen der Slums sind für eine Schulung völlig ungenügend und die Raum-

miete ausserhalb ist teuer. Darum will Onesimo ein eigenes Ausbildungszentrum errichten und benötigt dazu ein geeignetes Grundstück. Auch die Selbsthilfeprojekte für den Erwerbseinstieg waren bisher nur beschränkt möglich. Das neue Zentrum soll mehr jungen Menschen einen Berufskurs oder eine Anlehre ermöglichen. Dazu ist auch eine Autowerkstatt geplant. Das Bauland soll durch einen Sponsorenlauf des Basler CVJM finanziert werden. Noch nicht gedeckt sind die Baukosten. Die OJC Offensive Junger Christen in Deutschland hat ihre Unterstützung zugesagt. Christian Schneider


Servants CH

Für Ausbildungszentrum Onesimo

Sponsorenlauf „Domino 2004“ Samstagnachmittag 28. August 2003 Gartenbad Bachgraben, Basel Der Basler CVJM/F unterstützt das geplante Ausbildungszentrum von Onesimo mit seinem diesjährigen Sponsorenlauf. Die Teilnehmer messen sich im Laufen, Inlineskaten und Schwimmen und suchen persönliche Sponsoren, die sie je nach Leistung mit einem Beitrag für Onesimo honorieren. Weitere Attraktionen sind Konzerte und ein Openairkino.

Samstag, 28. August 2004 14.00 Uhr Beginn 14.30 Uhr Start Laufen 16.15 Uhr Start Inlineskating 19.30 Uhr Start Schwimmen: kurz + lang Rahmenprogramm 14.30 - 21.30 Uhr ● Movimento: Jazztanz + Hip-Hop ● Support: Folkrockgospeljazz ● Chris2Sticks: Diaboloshow ● Well … : on stage ● Lollipop: Rock-’n’-Roll-Show ● Openairkino ● Spiele ● Verkaufsstände

Laufen gegen die Zeit und für einen guten Zweck

Sonntag, 29. A ugust 2004 17.00 Uhr Gottesdienst Thomaskirche Infos und Anmeldung Domino 2004, Jungstrasse 27, 4056 Basel www.domino-basel.ch Konto Basler Kantonalbank PC-Konto 40 - 61- 4 zu Gunsten von 16 569.057.73.770, CVJM/F-Regionalverband, 4000 Basel

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Kambodscha

Briefe aus dem Slum Teil l Die Gesichter spiegeln die Hoffnung wider, welcher Sarah Aulie dort begegnete, wo sie es am wenigsten erwartete

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Sarah Aulie studiert Fotografie an der Wheaton Universität in den Vereinigten Staaten. Ende letzten Jahres besuchte sie Servants in Kambodscha: ein Monat, der ihr Leben veränderte. In dieser Zeit schickte sie Fotos und Briefe nach Hause. Sie spiegeln die Hoffnung wider, der sie gerade dort begegnete, wo sie es am wenigsten erwartet hätte: in den Gesichtern von Menschen, die an AIDS erkrankt sind und im Sterben liegen. Die Hoffnung Liebe Mama, lieber Papa, heute Morgen habe ich Soreem bei ihren Hausbesuchen begleitet. Soreem ist eine liebenswerte Krankenschwester ungefähr in meinem Alter. Sie arbeitet für Servants und besucht in den Slums Menschen, die AIDS haben. Letzte Woche habe ich mich so erschöpft gefühlt, wie ich es gar nicht von mir kenne. Vielleicht wegen der Hitze hier. Aber diesen Morgen spürte ich, wie meine Energie zurückkam. Ich habe Hoffnung gesehen. Mein erster Lichtblick seitdem ich hier bin. Soreem kam mit einem ganzen Koffer voller Medikamente und eine andere Khmer-Frau kam mit ihrer Bibel. Eine Patientin konnte nicht mehr atmen. Ich dachte, sie würde sterben. Soreem gab ihr eine Tablette, die ihre Lungen ausdehnte. Da wurde ihre Atmung wieder normaler. Dann schlug die Khmer-Frau ihre Bibel auf und fing an, der Frau daraus vorzulesen. Wir drei legten ihr die Hände auf und beteten für sie. Ich konnte sehen, wie Jesus die Angst von ihrem Gesicht wegnahm und die Linien um ihren Mund herum glatt strich. Es gibt Hoffnung! Und diese Hoffnung heisst Jesus, und sonst nichts. Die ganzen Ärzte, Krankenschwestern und Sozialarbeiter kämpfen gegen die Zeit. Ich schaue ihnen zu, wie sie Päckchen mit Medikamenten verteilen oder Schälchen mit einer heissen Suppe

drin. Aber all das hält die Menschen nur kurze Zeit über Wasser. Es gibt ihnen keine Hoffnung. Es verschafft ihnen ein bisschen mehr Zeit. Momentan fliesst jede Menge ausländischer Hilfe nach Kambodscha. Aber irgendwann wird dieser Geldstrom vertrocknen; die Missionsärzte werden heimgehen. Und was dann? Die letzten Tage ging mir ständig durch den Kopf: „Wozu das Ganze? Diese Menschen werden doch sowieso sterben.“ Aber genau darum geht es. Diese Menschen werden sterben. Jeder einzelne Kranke, den wir heute Morgen besucht haben, und jeder Kranke, den wir heute Nachmittag besuchen, wird sterben. Und genau deshalb müssen wir sie besuchen! Denn wir bringen wirklich ein Heilmittel mit. Das Gesicht dieser Frau entspannte sich, als für sie gebetet wurde. Das lässt mich daran glauben, dass es ein Mittel gibt gegen AIDS. Ich war mir sicher, die Besuche bei den AIDS-Patienten würde ich abstossend finden: Es muss deprimierend sein, den ganzen Tag Leute zu besuchen, die im Sterben liegen – und nichts dagegen tun zu können. Aber genau diese Besuche haben mir wieder Hoffnung gegeben. Ich habe keine medizinische Ausbildung. Ich habe keine Ahnung von der Kultur der Khmer. Ich bin ein einfältiges Mädchen, das mal in Kambodscha vorbeischauen wollte, um „kulturelle Erfahrung“ zu sammeln – du meine Güte, wie sich das schön anhört. Aber heute Morgen wurde ich Zeuge, dass es Hoffnung gibt in den Slums. Gott war für mich weit weg. Ich hatte den Eindruck, dass er diesen Ort vielleicht ganz vergessen hatte. Aber dieser Morgen lässt mich glauben, dass er vielleicht schon die ganze Zeit hier. Sarah Aulie


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