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SERVANTS SERVANTS to Asia's Urban Poor

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Philippinen Nr. 50 / Mai 2007

NEWS

Banda Aceh: Ausbildung f端r eine neue Zukunft Zuwachs in Kalkutta Was heisst Gerechtigkeit? 1


Indonesien

Ed i torial

Kambodscha

BANDA ACEH

Manila Die Thurgauerin Sue Hofer (22) lebt in Münchenstein und absolviert die Ausbildung zur Soziokulturellen Animatorin. Im Januar ist sie von einem fünfwöchigen Einsatz bei Onesimo zurückgekehrt, den sie als Meilenstein in ihrem Leben betrachtet. Die strahlenden Augen und gebenden Hände der Armen haben sie berührt und zu einem Gedicht inspiriert: Manila Unerfassbar ist diese Stadt, keine Statistik weiss, wie viele Einwohner sie hat. Mindestens sechzehn Millionen sollen es sein, und dennoch ist Manilas Fläche klein. Auf engem Raum lebt alles hier, Vor allem in den Slums, sprich hier bei mir. Ganze Familien in einem Zimmerlein mit Wänden aus nicht mehr als Blech und Stein. Es tut sehr weh, Kinder betteln zu sehn. Egal wo, Armut ist nicht zu verstehn. Sehr nachdenklich stimmte mich, zu sehen, wie fremd mir die Einfachheit ist. Die Slumbewohner, die oft nichts haben, besitzen Gastfreundschaft als eine ihrer Gaben. Wir vom Westen denken alles zu kennen, aber was ist mit Beziehungen, um nur etwas zu nennen? Wo zwar das Essen im Vorratsraum sich beigt, leiden bei uns viele Leute an Einsamkeit. Auch Dankbarkeit ist ein wertvolles Gut, welches der Reiche vergisst in seinem Übermut. Sue Hofer

Viel zu schnell ist alles selbstverständlich. Ist das nicht irgendwo sehr bedenklich? Die Definition von „reich“ beschäftigt mich sehr, und es ist je länger je mehr nicht, was ich begehr. Ich möchte Gott danken jeden Tag neu, er versorgt mich und ist immer treu.

Mädchen in den Slums von Manila

Sue Hofer

Ausbildung für eine neue Zukunft Seit dem Tsunami sind nun schon über zwei Jahre vergangen. Azisah (20) hat bei Hamba Rebana Computerkurse besucht und gibt ihr neu erworbenes Wissen bereits an andere weiter, bis sie eine Stelle in der Stadt findet. Hier berichtet sie, wie sie die Katastrophe erlebt hat. Morgens um acht Uhr waren wir wie jeden Tag mit Essen, Waschen oder Fernsehen beschäftigt, als wir plötzlich ein Erdbeben der Stärke 8,9 spürten. Wir gerieten in Panik, rannten aus dem Haus und beteten zu Gott um Rettung. Als die Erde wieder ruhig war, setzten wir unsere Tätigkeiten fort. Auch als wir drei Explosionen hörten, dachten wir uns nicht viel dabei. Sie kamen aus der Tiefe des Meeres, welches sich dann zurückzog. Eine halbe Stunde später sahen wir die Leute bergauf rennen. Wir hatten Angst. Ich packte meine Schwester und rannte. Oben angelangt, schauten wir hinab auf das zerstörte Aceh. Wir weinten, als wir die Toten und die zertrümmerten Häuser sahen. Alle hatten jemanden verloren. Meine Grosseltern, mein Onkel und meine Tante wurden durch den Tsunami getötet, aber meine Familie überlebte. Wir lebten fünf Tage lang auf dem Berg und schliefen auf Plastiksäcken. Nachher gingen wir hinunter und fingen an, die Ruinen aufzuräumen. Unsere Gefühle lassen sich nur schwer beschreiben. Endlich Frieden Ein paar Wochen später verteilten uns Hilfswerke Medikamente, Essen und Kleider. Sie bauten uns auch ein neues Haus mit sauberem Wasser, WC und Bad. Und wir konnten wieder zur Schule gehen. Eines Tages bekamen wir eine Broschüre von Hamba Rebana mit ihrem Programm für Englisch- und Computerkurse. Seither nehme ich dort teil und hoffe, mit dem Gelernten bald einen Job zu finden. Die gute Seite des Tsunamis ist, dass wir nach dreissig Jahren Krieg nun endlich Frieden haben und dass es uns wirtschaftlich besser geht. Hamba Rebana Das Hilfswerk Hamba Rebana arbeitet mit Servants zusammen und legt grossen Wert darauf, die einheimische Bevölkerung von Anfang an stark in ihre Projekte einzubinden. Dies braucht manchmal viel Zeit. Während andere Organisationen vor allem Geld bezahlen und bestimmen wofür, wird hier zuerst einmal diskutiert und vorsichtig abgewogen, ob und wie etwas durchführbar ist. Damit gründen die Projekte auf den Bedürfnissen der Betroffenen und werden von ihnen auch mitgetragen. Sie reichen von der Wasserversorgung eines ganzen Dorfes über Fangnetze für Fischer, Tanzkurse für Mädchen bis zum Berufstraining für ehemalige Freiheitskämpfer. Tobias Stöckli

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PHNOM PENH

Von Manila nach Phnom Penh Becky und Efren Roxas wuchsen in armen philippinischen Familien auf. Nachdem sie Christen wurden, fingen sie an, sich in den Slums von Manila einzusetzen. Dort arbeiteten sie lange als Pastoren und Mentoren und als Mitarbeiter von Lilok und Onesimo. Nun sind sie einer Berufung in das tragödienreiche Kambodscha gefolgt. Welchen Einfluss hatten die Missionare von Servants auf euch? Ich war bereits zwei Jahre Christ, als ich einem Missionar von Servants begegnete. Weil ich von einer Slumkirche kam, die ein Wohlstandsevangelium predigte, war ich sehr überrascht über diese reichen Christen aus dem Westen, die hier völlig in das Slumleben eintauchten. Als unsere älteste Tochter krank war, half uns Hugh Todd und wir wurden Freunde. Eine tiefe Liebe zu Christus leuchtete durch sein Leben und wir fragten uns, wie auch wir unseren Nachbarn dienen können. Welche Höhepunkte und Herausforderungen prägten eure Kindheit? Ich war eines von acht Kindern eines armen Reisbauern. Nach der Primarschule musste ich ein Jahr auf dem Reisfeld arbeiten. Ich war aber entschlossen, hart zu arbeiten, falls ich je wieder die Schule besuchen könnte. Als dies gelang, konnte ich nach der Mittelschule ein College in Manila besuchen. Weil ich das Geld für Miete und Essen selber aufbringen musste, suchte ich ständig Arbeit. Leider machten mich dann Kollegen mit Drogen und anderen schlechten Gewohnheiten bekannt.

Der Vater von Becky war ein armer Fischer und hatte einen kleinen Kiosk. Er war streng und strafte sehr hart. Darum distanzierte sie sich von ihrer Familie, stand aber ihrer Grossmutter sehr nahe. Wann und wo habt ihr das Evangelium gehört? Nachdem ich aus dem College flog, traf ich Becky und verliebte mich. Wir heirateten und bald erwarteten wir unser erstes

Kind. Unsere Ehe war aber schwierig, und als ich keine Zukunft mehr für uns sah, suchte ich Hilfe in verschiedenen Religionen. Als ich am Fernsehen einen Evangelisten sah, spürte ich einen starken Ruf zur Reue und Erneuerung. Becky beobachtete die Veränderung in meinem Leben ein Jahr lang und entschied sich dann, meinem Beispiel zu folgen. Was hast du im Dienst unter den Armen in Manila gelernt? Obwohl ich arm und schwach war, entdeckte ich, dass ich etwas anzubieten habe, weil Gott mir Kraft schenkt. Indem ich meinen Glauben inmitten von Leid und überwältigender Not lebte, konnte ich auch andere dazu ermutigen, sie aber auch im Alltag begleiten.

Weil Efren und Becky Roxas asiatischer Abstammung sind, halten sie viele für Kambodschaner

Wir träumen davon, dass die kambodschanische Kirche den Glauben auf eine kulturell relevante, attraktive Art auslebt, sich für Gerechtigkeit einsetzt, Frieden stiftet und die Armut bekämpft. Warum fühlt ihr euch nun zum Dienst in einer buddhistischen Kultur berufen? In den Neunzigerjahren besuchte ich ein Seminar über unerreichte Buddhisten. Seither fühle ich den starken Drang, für sie zu beten. Damals besuchte uns auch ein KhmerMitarbeiter von Servants Kambodscha, um sich unsere Living Spring-Gemeinden anzusehen. Das weckte mein Interesse für die schmerzvolle Geschichte Kambodschas. Als wir später Bangkok und Kambodscha besuchten, wurde uns klar, dass Gott uns nach Kambodscha beruft. Die meisten Missionare kommen aus dem Westen. Welche Vorteile habt ihr als Asiaten in einer anderen asiatischen Kultur? Die meisten asiatischen Kulturen haben viel gemeinsam. Weil wir ähnlich aussehen, halten uns viele für Kambodschaner und wir fühlen uns weniger als Outsider. Man hat uns gegenüber auch weniger finanzielle Erwartungen als an westliche Missionare. Diese geniessen dafür dank ihrem wirtschaftlich-sozialen Status ein starkes Charisma, das sie zum Guten einsetzen können.

Becky und Efren Roxas mit jungen Freunden aus Kambodscha

Welche Vorteile hat euer Slum-Hintergrund? Wir sind mit den Verhältnissen im Armenviertel vertraut – Hitze, Überbevölkerung, Bakterien, keine Privatsphäre und die allgegenwärtige Not. Vermutlich erkranken wir körperlich und emotional weniger schnell. Leiden ist eine vertraute Melodie in unseren Ohren. Wahrscheinlich können wir auch besser unterschei-

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Kambodscha

Indien

PHNOM PENH

CONNEXIONS

Zuwachs in Kalkutta den als Unerfahrene. Wir leben schon viele Jahre in der kreativen Spannung zwischen Kampf für Gerechtigkeit und Vertrauen in die Gnade. Welches sind eure Träume für Kambodscha? Wir träumen davon, dass die kambodschanische Kirche den Glauben auf eine kulturell relevante, attraktive Art auslebt, sich für Gerechtigkeit einsetzt, Frieden stiftet und die Armut bekämpft. Wir wollen in der Liebe Christi helfen, die starken Mauern von Misstrauen und Verletzung des Pol Pot-Regimes niederzureissen. Der Krieg und der Genozid haben eine moralische Dekadenz und den Zerfall von Familienstrukturen ausgelöst, was nun auch zur Aids-Katastrophe führt. Die KonsummentaliEfren und Becky Roxas

tät der Medien verstärkt den Effekt zusätzlich. Wir reagieren darauf mit Seminaren, Diskussionen und Retraiten, wo wir wieder die Familienwerte lehren. In Manila habe ich im Trainingsprogramm für jugendliche Aussteiger gearbeitet und möchte nun gerne in einer neuen Drogenrehabilitation für Teenager in Phnom Penh mitarbeiten. Becky war elf Jahre lang Lehrerin und kann sich in der Ausbildung von behinderten Kindern und Aidswaisen engagieren, sobald sie die Sprache beherrscht. Welches ist eure grösste Herausforderung? Wir müssen hier neue Wurzeln schlagen und einerseits Beziehungen mit den KhmerLeuten, andererseits mit westlichen Mitarbeitern von Servants aufbauen. Das sind zwei verschiedene Kultursprünge. Filipinos sind sehr familien- und freundschaftsorientiert. Uns nimmt es sehr mit, dass wir unsere erwachsenen Kinder, Gemeinde, Verwandte und Freunde zurücklassen mussten. Sie unterstützen uns sehr grosszügig, obwohl sie selbst arm sind. Aber wir sind auch auf zusätzliche Finanzen angewiesen.

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Seit November arbeiten in Kalkutta zwei neue Teammitglieder mit: Jane aus den USA und Karen aus England. Um die indische Kultur und das Alltagsleben kennenzulernen, wohnten sie die ersten drei Wochen bei Einheimischen. Viel schneller als erwartet, ist ihnen dann eine kleine Slumwohnung vermittelt worden, wo sie sich gut eingelebt haben. Als Eingang dient eine Art halboffene Terrasse, wo man isst und Besucher empfängt. Dahinter liegt das Schlafzimmer mit zwei Betten, einem Schrank und einem kleinen Büchergestell. Damit der Schrank reinpasst, musste ein Bett verkürzt werden! In der winzigen Küche kann sich nur gerade eine Person um sich selber drehen. Geschirr und Kleider werden unter dem einzigen Wasserhahn im Duschraum neben dem Plumpsklo gewaschen. Kate und Jane bewohnen mit vier anderen Familien ein kleines Haus in einem Slum mit Tausenden von Leuten. Dieses besteht schon viele Jahre und die meisten Häuschen sind recht gut gebaut mit Backsteinwänden und roten Ziegeldächern. Aber wie alle Slums ist es überbevölkert. In einem Raum wohnt meistens eine ganze Familie und der Weg wird als Küche, Dusche und Waschplatz gebraucht. Karen und Jane halten ihren Standard für leicht überdurchschnittlich. Die Frauen von ConneXions finden aber, dass sie wie Einheimische leben, was eine grosse Bestätigung und Ermutigung für sie ist. Ihre ersten Eindrücke haben sie notiert: Gott liebt Singles Karen: Die ersten beiden Frauen, die ich hier kennengelernt habe, leben allein. Vielleicht haben sie ihre Männer verlassen oder sind gestorben. Vielleicht wurden die Frauen misshandelt und fortgeschickt, weil sie den Ansprüchen des Partners oder seiner Familie nicht genügten. Hier ist das Alleinsein verpönt und doch gibt es Singles. Schon lange frage ich mich, ob wir uns besonders Frauen annehmen sollen, die nicht recht in die Gesellschaft pas-

sen. Zuerst habe ich mich gewundert, warum Gott mich als unverheiratete Frau in ein Land schickt, wo die Ehe so wichtig ist. Vielleicht können wir ihnen zeigen, wie Gott alleinstehende Frauen liebt, dass er ihnen viel Freude und Sinn im Leben gibt und dass auch Arme und Verlassene in seinen Augen sehr wertvoll sind. Darum ist es wohl gut, dass ich zuerst zwei Singles begegnet bin. Gott leidet mit Jane: Meine erste Weihnacht in Kalkutta hat mich daran erinnert, wie Jesus geboren wurde, gelebt und gelitten hat. Mich tröstet, dass Gott weiss, was ich hier erlebe und was mich bewegt. Das Wissen, dass Gott viel

gelitten hat und sich mit den Ärmsten hier in Kalkutta identifiziert, gibt mir Hoffnung. Jeden Tag sehe ich Menschen, die sich durch Abfallberge wühlen und von allen anderen vergessen werden. Wenn ich nicht wüsste, dass Gott mitleidet, würde ich seelisch zugrunde gehen. Ich weiss zwar nicht, wie Gott die Frau erlöst, die im stinkenden Abfall wühlt, aber ich glaube, dass er es eines Tages tun wird. Wachsendes Team Die neuen Teammitglieder in Kalkutta brauchen Gebet, dass sie den inneren Frieden behalten, am richtigen Platz zu sein, und dass sie weiterhin geführt und bewahrt werden! Sie investieren viel Energie und Zeit, um die lokale Sprache zu lernen, die Kultur zu verstehen, Freundschaften zu schliessen und mit Kalkutta vertraut zu werden. Zur Zeit interessieren sich noch mehr Leute für Kalkutta. Wir freuen uns schon über weiteren Zuwachs! Hauskauf Im letzten Newsletter haben wir von unserem geplanten Hauskauf für ConneXions berichtet. Herzlichen Dank für alle Spenden, die bereits den Grossteil des Kaufpreises decken, aber noch nicht die nötigen Renovationen, Einrichtungen, Steuern und Gebühren. Darum sind wir auf weitere Unterstützung angewiesen. Detaillierte Informationen zum Projekt entnehmen Sie einem separaten Beilageblatt.

Für meinen zweijährigen Sohn Timon Timon, ich bin stolz auf dich! Weil ich sehe, wie du hier in Kalkutta alles so gut meisterst, wie du hier zu Hause bist, wie du so viel Verrücktes und Unangenehmes über dich ergehen lässt, wie du von Unbekannten täglich unzählige Male in deine Wangen gekniffen wirst. Schon als kleines Baby hast du viele Slumhüttchen besucht, bist von so vielen Händen berührt worden und von jedem in die Arme genommen worden. Deine Kleider sind nur vom Herumliegen schwarz geworden, als ob sich einfach ständig Staub auf dich gesetzt hätte. In deinen Hautfältchen befand sich immer schwarzer Schmutz und hat sich mit Schweiss vermischt. Wie du mit deinen kleinen Füssen durch staubige Strassen spazierst, das ständige Gehupe, der Lärm, die Abgase sind für dich normal. Für dich ist es abenteuerlich, durch die engen dunklen Gässchen des Slums zu gehen. Der kleine, dunkle Raum des Slums weckt in dir Neugierde. Es ist laut und hektisch und eng, dass man sich kaum bewegen kann. Du bist immer der Mittelpunkt und alle geben dir Aufmerksamkeit, viele kommen nur, um dich zu sehen, aber du fühlst dich wohl, wie du im Schneidersitz auf dem kahlen Boden sitzt, vor dir ein Teller Reis mit einer scharfen Sauce, die für dich nie zu scharf ist. Wie du mit der Hand kleine Reishäufchen in den Mund steckst, wie ein Inder! du bist so gut, wie du alles nachahmst und dich in diese Kultur einfügst.

Typische Slumhäuser in Kalkutta

Timo spielt mit seinem Freund

Es tut mir leid für dich, wenn du im Strassenverkehr durch die stinkige Luft gehen musst. Deine Kleider werden trotz Waschen nie mehr richtig sauber. Wie oft hast du deine schwarzen Finger schon in den Mund gesteckt? Wie oft hast du schon Undefinierbares gegessen? Aber du bist gesund und du fühlst dich hier zu Hause. Ich danke Gott für dich. Und ich bin riesig stolz auf dich! Gedanken deiner Mutter

Die neue Zusammensetzung des Mitarbeiterteams in Kalkutta

M. & K.

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Philippinen

Philippinen

MANILA

LILOK

Geduld und Spontanität

Mentorgespräch mit einem Studenten von Lilok

Bei meiner Arbeit im Ausbildungsprogramm Lilok fordert mich vor allem die philippinische Art zu organisieren und zu kommunizieren heraus und strapaziert manchmal meine Geduld. Doch die Spontanität und Fröhlichkeit meiner Freunde hier lehrt mich auch, meinen Schweizer Gartenzaun etwas weiter zu stecken.

Neue Servants Team-Mitglieder Seit letzten Dezember sind zwei neue Teammitglieder aus Neuseeland, Mas und Shona Shaerer mit ihrer zehn Monate alten Tochter Grace bei uns. Weil sie in meiner Nachbarschaft wohnen, bin ich hier nicht mehr der einzige Teammitarbeiter und freue mich über die Freundschaft mit ihnen! Kenos Handyshop stillgelegt In den letzten Servants News habe ich über meinen Freund Keno berichtet, der Handys repariert und andere darin ausgebildet hat. Leider mussten wir dieses Projekt wieder einstellen, weil Keno aus familiären und finanziellen Gründen umgezogen ist und eine Anstellung im Sicherheitsdienst gefunden hat. Trotzdem freue ich mich über alle Kursteilnehmer, die davon profitiert und eine neue Perspektive gefunden haben. Ohne Geld keine Behandlung Wir betreuen eine Familie, deren Eltern an Tuberkulose erkrankt sind. Die Mutter kann ihre Behandlung nun abschliessen. Aber ihrem Mann geht es schlecht. Im Spital habe ich mich darum bemüht, dass er die nötigen Medikamente und Sozialhilfe erhält. Das System hier ist frustrierend und erschwert den Armen das Überleben. Besuch in Indonesien Im Dezember konnte ich für zehn Tage das Servants Team in Banda Aceh besuchen und die Projekte von Tobias Stöckli und Tanya Bosshard anschauen. Besonders interessant war für mich, ein weiteres moslemisches Land in Südostasien kennenzulernen. Simon Fankhauser

Die neuen Mitarbeiter von Servants in Manila: Mas und Shona Shaerer mit Grace

Gastfreundschaft unter den Armen Immer wieder beschämt es mich, wie arme Menschen teilen können. Die philippinische Gastfreundlichkeit ist sprichwörtlich, aber auch hier sind die Ärmsten die Offensten. Genügsam zusammenrücken Anita ist eine alleinstehende Mutter mit drei erwachsenen Kindern. Weil sie nur von schlecht bezahlten Gelegenheitsjobs lebt, erhielten die Kinder keine Ausbildung und können nun ebenfalls nur mit Gelegenheitsjobs rechnen. Genügsam rücken sie in ihrer kleinen Hütte zusammen. Neben zwei Töchtern lebt auch eine blinde Grossmutter hier. Dann stiessen drei Frauen aus der gleichen Provinz dazu. Und später noch ein verwaister Jugendlicher, den sie in der Kirche trafen, und der nun bei Anitas Familie eine Heimat gefunden hat. Früher wohnte Anita in einer grösseren Wohnung und musste ausziehen, weil sie ihr zu teuer war. Nun wohne ich dort – allein, und das beschämt mich. Aber Anita sagt, sie sei glücklich. Mir fehlen die Worte. Geteilter Hunger Wenchie und Minda haben vier Kinder, die dank Sponsoren alle eine Ausbildung absolvieren können, aber für den Lebensunterhalt haben sie oft nicht genug. Wenn sie eingeladen sind, nehmen sie immer gerne noch Resten nach Hause für eine weitere Mahlzeit. Die Eltern haben keine Berufsausbildung und müssen darum sehr kreativ und flexibel sein, um etwas zu verdienen. Wenchie ist zudem Pastor einer kleinen Slumgemeinde. Nun kommt noch der fünfzehnjährige Arvin dazu. Er ist geschickt und intelligent, aber seine Familie hat ihn vernachlässigt. Weil er schlecht ernährt war, konnte er sich in der Schule kaum konzentrieren und wurde schläfrig. Darum entschloss sich Mindas Familie, Arvin aufzunehmen. Auch wenn sie selber kaum genug haben, können sie Arvin immer noch mehr bieten als das, was er hat. So teilen sie das Essen mit ihm und machen ihm einen Schlafplatz frei. Die Schulkosten übernimmt die Kirche von Wenchie. Jetzt teilen sich viele darin, um Arvin ein Minimum von dem zu geben, was er braucht. Ob geteilter Hunger einfacher zu ertragen ist, kann ich nicht beurteilen, aber ich erkenne etwas Heiliges an diesen Menschen.

er an Lernmodulen von Lilok teilgenommen und dabei auch unsere meditativen Tänze kennengelernt. Das ist nicht jedermanns Sache und ich hatte den Verdacht, dass er sich dabei nicht sehr wohl fühlen würde. Aber er erlebte es ganz anders: «Diese Tänze, die ich hier lerne, die finde ich speziell hilfreich. Ich habe sie nun bei meinen Schiedsrichterkollegen eingeführt und sie gefallen ihnen auch. Sie helfen uns, wichtige Themen anzusprechen. Bisher mussten wir zuerst ein bisschen Alkohol trinken, um persönlicher zu werden und tiefe Gespräche zu führen. Aber die Botschaft dieser Tänze hilft uns, direkt zum Wesentlichen zu kommen. Das ist ganz cool für unsere Clique.» Das übertrifft alle meine Erwartungen und ich bin dankbar, dass unsere Aktivitäten auch ausserhalb unseres Wirkungskreises hilfreich sind. Land in Sicht! Retraiten und kurze Freizeiten sind ein wichtiger Teil von Lilok. Sie bieten kurze Verschnaufpausen als Abwechslung zu den engen eigenen vier Wänden, den Duft der Natur und eine andere Perspektive. Viele Zentren sind sehr teuer zu mieten oder sie bieten keinen natürlichen Umschwung, was für die Slumbewohner und besonders für Jugendliche wichtig ist. Darum haben wir uns nach einem Stück Land am Stadtrand für ein einfaches Ferienzentrum umgesehen, das auf die Bedürfnisse der Armen zugeschnitten ist. Nun haben wir ein Grundstück in den kühleren Hügeln östlich von Manila gefunden, das in rund zwei Stunden erreichbar ist. Das Gelände hat viele Obstbäume und eignet sich gut für uns. Der Preis ist angemessen und die Eigentumspapiere sind in Ordnung. Die 1,5 Hektaren kosten rund CHF 38 000.–, davon haben wir bereits etwa CHF 25 000.–. Wir trennen dieses Projekt von der Servants-Buchhaltung, weil es nur indirekt die Arbeit in den Slums unterstützt und weil es eine Initiative von uns als Partnerorganisation ist. Spenden an Servants sollen weiterhin klar in den Armenvierteln eingesetzt werden. Darum sind wir froh um projektbezogene Spenden für dieses Ferienheim für Arme auf das übliche Konto von Servants Switzerland mit der Anmerkung ‹Lilok-Land›. Interessenten maile ich gerne ausführliche Projektinformationen. Schreiben Sie mir an rach.hauser @ gmx.net.

Marco, der Schiedsrichter, beim Tanzen

Auf dem Dachboden wachsen die Tomatenstauden wunderbar und wir freuen uns alle über die Ernte

Regula Hauser

Hemmungen überwinden Positive Übrraschungen bereiten auch Teilnehmer, die neu Gelerntes in ihrem Umfeld anwenden. So hat mich etwa Marco zum Staunen gebracht. Er verdient sich seinen Lebensunterhalt als Schiedsrichter bei BasketballTournieren. Auf mich wirkt er ein wenig machohaft, aber liebenswürdig. Mit seiner Frau hat

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Philippinen

Philippinen

MANILA

MANILA

Das wachsende Netzwerk gewinnt an Vielfalt 15 Jahre Kamay Krafts: eine Tanzvorführung am Jubiläumsfest

Für viele Schweizer sind die Aktivitäten von Servants Manila nicht überschaubar und manchmal verwirrend. Das verstehen wir gut, denn die Arbeit ist gewachsen wie ein grosser Baum mit vielen kleinen Ästen. Wir haben hier zwar den Überblick, freuen uns aber auch über neue Früchte, die ohne unser Wissen reifen. Ein Rückblick soll das Verständnis erleichtern:

Im Bibliodrama werden Szenen aus der Bibel nachgespielt: Hier wird Rahab von Soldaten gefragt, ob sie Männer im Haus habe

Servants arbeitet mit und für die Armen. Oft beginnt das mit ganz kleinen Initiativen, manchmal mit nur zwei Personen. Zwei Frauen, die einen Gesundheitsclub für Kinder starten. Ein Kindergarten mit experimentierfreudigen Lehrerinnen, die Ermutigung brauchen. Eine kleine Frauengruppe im Slum fertigt Stickarbeiten an, die via Servants verkauft werden. Jugendliche spielen regelmässig mit Strassenkindern und lernen dabei auch deren Familie kennen. Für uns zählt jede Aktion, die einzelne Menschen ermutigt. Manchmal versanden solche Initiativen aus verschiedenen Gründen wieder. Obwohl das schade ist, bereuen wir nichts. Wir investieren in Menschen und geben ihnen ein Stück Würde, das nie verloren geht. Viele dieser Initiativen weiten sich aber aus und gewinnen an Professionalität.

Querschnitt durch die LilokGemeinschaft mit Lehrerinnen, Lernenden, Mentoren, Ehemaligen und einzelnen Vorstandsmitgliedern

Child-to-Child Aus dem Gesundheitsclub und dem Kindergarten ist die Child-to-Child-Gruppe mit mehreren Kindergärten und etwa zwölf Lehrerinnen gewachsen, die jedes Jahr rund zweihundert Kindern Gesundheitsunterricht erteilen. Jo Ward, eine neuseeländische Ärztin, begleitet die Gruppe, lässt internationale Ideen einfliessen und kümmert sich bei Servants um die nötigen Finanzen.

Kamay Krafts Aus der damaligen Stickgruppe ist vor fünfzehn Jahren Kamay Krafts entstanden. Diese Frauenkooperative ist mittlerweile eigenständig und stellt mit rund hundert Müttern Recyclingtaschen und andere Waren für den Export in alle Welt her. Onesimo Foundation Aus einer kleinen Burschen-WG neben dem Haus, wo Christine und Christian Schneider wohnten, ist 1996 die Onesimo Foundation gewachsen, die jedes Jahr rund 25 Jugendliche von der Strasse neu in das Rehabilitationsprogramm mit sieben Therapiegemeinschaften aufnimmt. Dazu gehören auch eine Schule, Berufsanlehren, Jugendleiterausbildung und die Betreuung von Ehemaligen. Jedes Jahr nehmen Hunderte aus den Slums an Freizeiten in Camp Rock teil.

Lilok Mitarbeiter von Servants wurden oft von Kirchen angefragt, Kurse und Workshops zu halten. Daraus ist Lilok entstanden – Training for Transformation. Zur Zeit laufen hier drei Wochenendkurse, wo Slumbewohner lernen, die Lebensqualität in ihrem Umfeld zu verbessern. Simon Fankhauser und ich arbeiten jede Woche bei Lilok. Onesimo Kids Aus dem kleinen Team mit Daniel Wartenweiler, das an der Strassenecke mit Kindern spielte, wurde Onesimo Kids. Das vielseitige Programm bietet Nachhilfestunden, Mahlzeiten, Spielzeug, Schulpatenschaften, Seelsorge, Kurse für Strasseneltern, temporäre Unterkunft und immer noch Spielstunden auf der Strasse.

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Das Dream Team

Netzwerk All diese Aktivitäten bringen uns mit vielen Menschen aus verschiedenen Quartieren und Kirchgemeinden in Kontakt. Vor etwa sieben Jahren begann das Servants Team, den

Unser Dream Team besteht aus Menschen, die von einer besseren Welt träumen und dafür aktiv sind.

Beispiel einer Geschäftseröffnung durch eine Familie mit einem Kredit der Kamay Krafts Cooperative

Austausch zwischen seinen Mitarbeitern zu fördern. Seither treffen wir uns als Dream Team, als Menschen, die von einer besseren Welt träumen und dafür aktiv sind. Dabei sind starke Freundschaften mit einem regen Austausch entstanden. Als Netzwerk hilft man sich gegenseitig weiter. So organisiert Lilok Kurse für Jugendarbeiter von Onesimo, und die Strassenkinder brauchen kreative Lehrerinnen und Kurse für Eltern. Junge Eltern brauchen Verhütungsmethoden, dafür hat Servants gute Kontakte. Ehemalige Süchtige brauchen ein verständnisvolles Umfeld, dazu helfen die Kirchgemeinden, die ihrerseits ihre Mitarbeiter ausbilden müssen. Dann wird Lilok wieder zur Anlaufstelle. Familien, die sich eine Existenz aufbauen wollen und dafür Anfangskapital benötigen, erhalten dies bei Kamay Krafts. Diese Mütter haben mit ihrem Gewinn ein erfolgreiches Kreditprogramm geschaffen. In den Armenvierteln begegnen wir vielen kranken Menschen, denen Servants eine medizinische Behandlung ermöglichen kann. Zur Zeit überlegen wir uns, eine Gesundheitsarbeiterin auszubilden. So geht die Entwicklung weiter. Auch wenn wir nicht alle Details kennen, schätzen wir die grosse Transparenz in unserem Netzwerk. Weil wir Probleme voneinander früh erfahren, können wir uns gegenseitig helfen, um eine Lösung zu finden. Würde und Lebensqualität Sehr viele Menschen profitieren direkt oder indirekt durch die vielfältige Arbeit von Servants. Zweckgebundene Spenden werden sogleich an den begünstigten Arbeitszweig weitergeleitet. Bei Zahlungen an Servants Manila ohne weitere Bestimmung wird hier entschieden, welche Projekte damit unterstützt werden. Das oberste Anliegen bleibt, den Armen zu dienen und ihnen echte Würde und Lebensqualität zu verschaffen. Herzlichen Dank für Ihre Partnerschaft! Regula Hauser

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Philippinen

Philippinen

ONESIMO KIDS

ONESIMO KIDS

Was heisst Gerechtigkeit?

Regierung demoliert Häuser Demolierte Häuser neben der Brücke

Neben einem geplanten neuen Markt in Manila wohnten bisher 350 Familien in einer Slumsiedlung. Die Stadtregierung hat ohne Bewilligung und ohne Alternative ihre Häuser abbrechen lassen. «Ihr Haus stört das öffentliche Leben und passt nicht ins Regierungsprogramm. Bitte ziehen Sie innerhalb von sieben Tagen aus und brechen Sie Ihr Haus ab, sonst werden Sie gewaltsam vertrieben.» Diese Mitteilung ging

Leben ohne Dach über dem Kopf

Widerrechtliche Räumung Nun lässt die Regierung die Slumbewohner vertreiben, ohne vorher mit ihnen in Kontakt zu treten, ohne Umsiedlungsplan und Bewilligung und ohne überhaupt zu wissen, wie viele Menschen dort leben und wer einen rechtmässigen Anspruch auf eine Umsiedlung hat. Aber die Politiker brauchen vor den Wahlen noch ein paar Vorzeigeprojekte und lächeln zum Slogan «Manila zum Leben erwecken». Unzählige Gänge auf die Ämter waren nötig, wo man sich gegenseitig die Hände wusch. Zuerst wurden die Menschen mit frechen Ausreden abgewimmelt. Zusammen mit der katholischen Kirche konnten wir dann

Abgebrochenes Haus unter einem Brückenpfeiler

Einladung: Daniel Wartenweiler und Lynette Lunag sind am 28. April an einem Film- und Konzertabend in Zürich zu sehen: Stauffacherstrasse 54, 18.00 Uhr, Eintritt frei Am 21. Juli heiraten sie in Manila Die Brücke, unter welcher einst 300 Familien lebten

im letzten Oktober an Familien, die zum Teil schon seit zwanzig oder dreissig Jahren in Quiapo unter der Brücke leben. Viele Eltern mit Kindern im Schulalter haben noch nie woanders gewohnt. Die wenigsten haben die Grundschule abgeschlossen und sind verwahrlost aufgewachsen. Sie haben zu wenig Geld für eine Wohnung. Jetzt leben sie in einer Hölle, einem Loch unter der Brücke ohne Tageslicht und Ventilation – einem Hafen für Drogen und andere illegale Aktivitäten.

Druck aufsetzen, aber die Versprechen wurden nicht eingehalten und nach und nach wurden alle Häuser abgebrochen. Trotzdem sind die Menschen immer noch dort – unter der Brücke und auf der Strasse. Einen anderen Ort haben sie nicht, nur die Hoffnung auf ein Umsiedlungsprogramm der Caritas. Der Bibelvers in Matthäus 5,5 macht mir Mut: «Überglücklich sind, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.» Daniel Wartenweiler

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Im Slum zählt ein Menschenleben nicht viel und die Armut macht viele Opfer auch zu Tätern. Wer sich um Gerechtigkeit bemüht, verstrickt sich schnell in Zielkonflikten und Widersprüchen. Der fünfjährige Jomar wuchs bei seiner Mutter und seinen vier älteren Geschwistern auf der Strasse auf. Seine Eltern lebten getrennt, die Mutter hatte keine Arbeit. Wenn die Kinder Hunger hatten, baten sie den Vater um Geld, der in der Nähe ein Velotaxi betrieb. Sie schliefen auf einem Stück Karton, bettelten und spielten auf der Strasse. Als die Mutter an Tuberkulose starb, wurde Jomar von seiner sechzehnjährigen Schwester versorgt, die aber damit überfordert war und ihn schlug. Geprägt von seinem Umfeld wurde er aggressiv. Der Vater war oft betrunken und kümmerte sich kaum um ihn.

Der Jeepney ist ein öffentliches Verkehrsmittel in Manila

Wer ist im Recht? Dann kam die verarmte Frau des Fahrers mit ihren vier Kindern zwischen ein bis vier Jahren; sie weinte und bettelte. Was ist nun Recht und Gerechtigkeit? Sitzt der Fahrer im Gefängnis, so haben seine Kinder nichts

Ein totes Kind ist billiger als ein verletztes oder behindertes. mehr zu essen. Lässt man ihn laufen, setzt man ein Präjudiz für Nachahmer. Mittlerweile ist das Kind beerdigt, der Jeepney wieder auf der Strasse und der Fahrer frei gegen Kaution. Jomars Vater kommt nicht mehr zu den Gerichtsverhandlungen und der Fall wird wohl im Sand verlaufen. Ich frage mich, ob sich der Kampf für Gerechtigkeit lohnt. Doch die Hoffnung lässt mich weiter für die Rechte der Schwächsten kämpfen – in einer Welt, in der Wirtschaftsinteressen wichtiger sind als das Recht der Armen. Miteinander erreichen wir mehr soziale Gerechtigkeit und bauen Gottes Reich, wo Unterdrückung keinen Platz hat; sei es in den Philippinen, in der Schweiz oder in einem anderen Land. Daniel Wartenweiler

Jomar mit seiner Schwester

Jomars Schwester trauert am Sarg

Besserung im Drop-in Als das Drop-in-Zentrum eröffnet wurde, kam Jomar jeweils schon am Morgen früh. Hier sog er Liebe und Aufmerksamkeit wie ein trockener Schwamm auf und er wurde respektvoller im Umgang mit anderen. Am 20. Januar wurde er auf der Strasse von einem Jeepney erfasst. Als einige Leute ihn unter dem Auto hervorziehen wollten, legte der Fahrer den Rückwärtsgang ein und überfuhr das Kind noch einmal. Ein totes Kind ist billiger als ein verletztes oder behindertes. Die Polizei fasste den Fahrer und der Eigentümer des Jeepneys offerierte dem Vater 500 Franken. Die Kosten für die Beerdigung waren aber fast doppelt so hoch, das Unternehmen meinte, der Eigentümer des Jeepneys müsse dafür aufkommen. Als sich dieser weigerte, war die Situation blockiert. Die Leiche des Kindes lag einbalsamiert beim Bestattungsunternehmen, der Fahrer war mit dem Jeepney auf der Polizeistation. Mit vielen Argumenten versuchte man den Vater über den Tisch zu ziehen. Schliesslich sollte der Fall vor Gericht kommen – immerhin ging es um Mord oder vorsätzliche Tötung.

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Philippinen

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ONESIMO

ONESIMO

Fit für die Sommerlager Tanz beim Abschlussfest: Teilnehmer von Onesimo der ersten Etappe

In einem Sommerlager von Onesimo

Zwischen Weihnachten und Neujahr bereiten sich 75 Leiter in einem Kurs auf die sechs Freizeiten im April und Mai vor. In der ersten Nacht wurden sie durch eine Tsunamiwarnung aus dem Schlaf gerissen, und auch ein tropischer Sturm schien zuerst den Kurs zu verhindern, der dann aber doch ein Erfolg wurde. Die Teilnehmer liessen sich auf das Lagerthema «Begegnungen mit Jesus» ein und lernten die Umgebung von Camp Rock kennen. Sie übten, Menschen anzuleiten und schlossen neue Freundschaften. Fünfzehn Teilnehmer kamen aus den Lebensgemeinschaften von Onesimo und luden Jugendliche aus ihrer Nachbarschaft für das Sommerlager ein. Nachbetreuung Hazel Sarol gestaltete die Nachbetreuung der 400 bis 500 Lagerteilnehmer mit grossem Elan und neuen Ideen. Dazu arbeitete sie mit lokalen Gruppen und Gemeinden in den Armenvierteln zusammen, die Kleingruppen, Sportanlässe, Musiklektionen und Jugendgottesdienste organisierten.

Die Jugendlichen schöpfen neue Kraft für ihren schwierigen Alltag

Stimmen von Absolventen «Ich bin eine stille, zurückgezogene Person und lernte in diesem Kurs, langsam über meine Gefühle zu sprechen.» «Ich spürte, wie ich Gott und anderen Jugendlichen näherkam.» «Ich weiss nicht warum, aber ich bin neu von Gottes Geist bewegt und weiss, er wird mich nicht verlassen, auch wenn wir jetzt nach Manila zurückkehren!» «Gott sprach zu mir im Gebet und beim Singen.“ «Gott war mir sehr nahe in diesen Tagen – auch in allen Aktivitäten.» «Ich sehe jetzt, wie das Programm genau auf die Bedürfnisse unserer Jungen zugeschnitten ist. Sie werden damit Gott entdecken und erleben.»

Armi an der Abschlussfeier von Onesimo Zentrumsvater Joan Viscaya begleitet einen Schützling auf der Festbühne

Abschlussfest auf dem Dach

Am 22. Januar fand ein grosses Abschlussfest statt, wo über zwanzig Boys and Girls, die vor sechs Monaten neu zu Onesimo kamen, für ihre erste Etappe gefeiert wurden. Weitere Teilnehmer der Onesimo-Gemeinschaften, die bereits in der Konsolidierungsphase sind, erhielten Auszeichnungen und Kurszertifikate für bestandene Schulprüfungen und Berufskurse. Angehörige und Freunde versammelten sich auf dem Dach des neuen Onesimo Trainingszentrums. Am Fest wurde viel getanzt, gesungen und gelacht, und die Lebensberichte der Absolventen rührten auch viele zu Tränen. Einige Jugendliche von Onesimo haben eine Einsatzmöglichkeit im College, wo Sir Poy als Dozent arbeitet.

Jovelyns Geschichte

Hier die Geschichte einer ehemaligen Teilnehmerin von Onesimo, die später mitarbeitete und dann das Mädchenzentrum leitete:

Bis vor Kurzem lebte ich während vier Jahren in einer Gemeinschaft von Onesimo, nachdem ich nur auf der Strasse herumhing, rauchte, Alkohol trank und mit der Schule aufgehört hatte. Als ich mich nach einem Camp für ein Therapieprogramm entschied, veränderte sich mein Leben. Früher glaubte ich an nichts, heute kenne ich Gott persönlich. In der Gemeinschaft lernte ich, mit andern Geduld zu haben und zu vergeben. Ich entdeckte, dass auch ich etwas zu geben habe und merkte, dass ich auch ohne Alkohol glücklich sein kann. Nach einem Jahr durfte ich mithelfen, die neuen Mädchen zu betreuen. Ich erzählte ihnen aus der Bibel und gab ihnen Nachhilfe in Mathematik. Obwohl es mich manchmal zurück zu meinen alten Freunden auf der Strasse zog, blieb ich dran und vertiefte meine Beziehung zu Jesus. Später wurde ich sogar Leiterin der Gemeinschaft und lernte, die neuen Girls wie eine Mutter zu lieben und für sie zu sorgen. Nun kann ich dank der Hilfe von Onesimo am College studieren. Ich bin so glücklich und vertraue weiterhin Gott und seinen Plänen für mein Leben. Jovelyn Darasin (21) (Bild oben: erste von links)

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Rücktritt von Armi Martinez Die Gesamtleiterin von Onesimo, Armi Matinez, tritt nach zweieinhalb Jahren zurück. Ich flog Anfang Jahr nach Manila, um in einem Konflikt zwischen Armi und dem Präsidenten von Onesimo zu vermitteln. Aber gleich bei meiner Ankunft sagte sie mir, dass sie sich für den Rücktritt entschlossen hat. Diese Nachricht machte mich traurig, da ich schon lange zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern zu vermitteln versuchte. Wir wollten Armi nicht verlieren, denn sie hatte nach unserem Wegzug die Arbeit mit viel Wissen und grossem Einsatz professionalisiert und ausgebaut. Und sie beabsichtigte, die Arbeit weiter zu verfestigen. Bei meinem Besuch wollte ich im persönlichen Gespräch zwischen den zwei Konfliktparteien Versöhnung einleiten, aber es war bereits zu spät. Hier sind zwei sehr starke Persönlichkeiten mit ihren unterschiedlichen Ansichten zusammengestossen. Paradoxerweise wollen beide nur das Beste für Onesimo, haben aber beispielsweise sehr verschiedene Auffassungen darüber, wer in der Organisation wofür verantwortlich ist. Wie weiter? Wir sind froh, dass Armi noch für ein paar Monate in der Übergangszeit zur Verfügung steht und die angefangenen Projekte zu Ende führt. Sie hat das Leiterteam bis hierher begleitet und geschult. Die Mitarbeiter, die den verschiedenen Bereichen vorstehen, sind reif und können Verantwortung tragen. Der Vorstand und das Leiterteam sind darum entschlossen, Onesimo weiterzuführen.

Entlastet Bevor ich in die Schweiz zurückflog, redete ich noch einmal mit Armi und spürte, dass ihr eine grosse Last abgenommen wurde. Ihr Mann ist im letzten Jahr nach langer Krankheit gestorben und hinterlässt ihr drei Teena-

ger. Nun findet sie Raum, um Trauerarbeit nachzuholen und sich ihren eigenen Kindern vermehrt zuzuwenden. Wir danken ihr von Herzen für ihren grossen und umsichtigen Einsatz. Sie hat bei den Mitarbeitern zukunftsweisende Werte geprägt für die Weiterarbeit unter den Slumkindern. Core Leadership Team Bis ein neuer Leiter für Onesimo gefunden ist, tragen die Bereichsleiter die Verantwortung gemeinsam. Als Core Leadership Team planen sie zusammen mit dem Vorstand die unmittelbare Zukunft: Pastor Dennis Manas betreut die Leiter der sieben therapeutischen Gemeinschaften für Teenager. Auch der Wiederaufbau des niedergebrannten Zentrums in Letre gehört in seinen Verantwortungsbereich. Sir. Poy alias Dr. Jennifer Aguilar hat weiterhin die Schule und die Kurse für Berufsanlehren unter sich. Jessa Vizcaya beaufsichtigt als lizenzierte Sozialarbeiterin die Fallstudien, die Kontakte zur Regierung und die Arbeit mit den Familien der Boys and Girls in den Gemeinschaften. Rose Pecio organisiert und überwacht als lizenzierte Buchhalterin alle Ein- und Ausgaben. In den vielen Jahren ihrer Mitarbeit ist ihr Rat bei wichtigen Entscheidungen unentbehrlich geworden. Die Psychologin Hazel Sarol engagiert sich schon seit zehn Jahren für Onesimo, organisiert die Ausbildung der Jugendleiter und die Sommercamps. Sie hilft auch den christlichen Gemeinden in den Armenvierteln bei der Betreuung der Kinder und Jugendlichen nach den Camps. Daniel Wartenweiler leitet und entwickelt Onesimo Kids im Stadtteil Quiapo mit vielfältigen Dienstansätzen. Das Team wird von vielen weiteren Mitarbeitern gestützt – nicht zu vergessen Lothar und Ingrid Weissenborn, die an vielen Orten mithelfen. Sie sorgen für den Unterhalt von Camp Rock, verbringen dort regelmässig Wochenenden mit Jugendlichen und leiten sie in den Unterhaltsarbeiten an. Weissenborns sind auch in der Lighthouse Gemeinschaft für junge Familien von Ehemaligen engagiert. Christian Schneider

Pastor Dennis mit Zentrumsvater Anthony Viscaya

Sir Poy

Rose Pecio Joey als Gitarrenlehrer im College von Sir Poy

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Philippinen ONESIMO

Im Slum erlebt

Richi (Zweiter von links) beim Essen in der Hütte von Chris

Christian Schneider hat über zehn Jahre in den Slums von Manila gelebt und berichtet in loser Folge über seine Erlebnisse, die er in seinem Tagebuch festgehalten hat.

Nachhaltige Veränderung eines Teenagers Schön und wild Am meisten freue ich mich über sichtbare Veränderungen bei den einzelnen Jungs. Da ist zum Beispiel der vierzehnjährige Richard, der immer ein wenig den easy going Strahlemann spielt. Er hat ein schönes Gesicht mit attraktivem Lachen und ist stets zur Stelle, ob man ihn braucht oder nicht. Aber er wirkt auch ruhelos, immer in Bewegung und weicht mei-

Servants Fest in Basel folgt eine lange Stille. Das Geständnis haut mich fast um, vielleicht auch, weil es von einem hübschen Jungen mit grossen unschuldigen Kinderaugen kommt. Ich spüre fast physisch seine Last durch das Schreckliche, das sich nicht mehr ungeschehen machen lässt. Er beginnt zu weinen und ich weine mit ihm. «Richi, es gibt nur einen Weg für dich, einen radikalen Weg.» Ich spreche die Worte langsam und betend. «Du brauchst ein neues Herz. So kannst du von innen heraus langsam Schritt für Schritt neu werden.» Wir sprechen über die Strafen unserer Vergehen (in den Philippinen stand auf Vergewaltigung die Todesstrafe) und über den Mensch gewordenen Gott der Bibel. «Richi, Jesus hat auch deine Strafe an das Kreuz getragen, wo er für dich verblutete.» Wir beten zusammen. In der folgenden Zeit sehen wir bei ihm grosse Veränderungen. Er entwickelt sich zum zuverlässigen Freund,

Das Geständnis haut mich fast um, vielleicht auch, weil es von einem hübschen Jungen mit grossen unschuldigen Kinderaugen kommt. Sein früheres Leben plagte Richi, und er machte eine radikale Wende

Richi mit seiner Frau Jannet und seinen drei Kindern ist heute ein liebevoller Familienvater

nem direkten Augenkontakt aus. Vor einiger Zeit vandalierte er mit seiner Gang in der Schule und flog dann dort raus. Danach versteckte er sich bei mir vor der Polizei. Mir war nicht wohl bei der Sache und ich war froh, als ich ihn bei einem Freund unterbringen konnte. Als es ihm dort langweilig wurde, kam er zurück und stellte sich der Polizei. Er wurde in eine Zelle gesteckt, verprügelt und mit Lynchjustiz bedroht, bevor er nach ein paar Tagen wieder freigelassen worden ist. In die Schule darf er nicht mehr zurück. Richard hat niemanden ausser seine Mutter, die ihn mit Schulgeld und Essen versorgt, aber offensichtlich mit dem wilden Teenager überfordert ist. Geständnis und Neubeginn Richard beginnt zu begreifen, dass er etwas in seinem Leben verändern muss. Er ist froh, bei uns gute Freunde zu finden. Etwa ein Jahr, nachdem ich dort eingezogen bin, beginne ich, einfache Gespräche in Tagalog zu führen, und so komme ich mit Richard ins Gespräch: «Manchmal bist du so traurig und abwesend, was ist dein Problem?» – «Ich hasse mich so sehr und kann mich nicht mehr ausstehen.» – «Das hat einen Grund … lange Stille … Richi, du bist wertvoll, Gott liebt dich unendlich, und ich mag dich auch sehr, das weisst du.» – «Chris, ich bin so schlecht, deshalb hasse ich mich.» – «Was macht dich so schlecht?» Dann kommen stockend die Worte: «Ein Mädchen wollte in unsere Gang. Sie war noch jung und unberührt. Wir fragten sie, was sie als Eintrittspreis wolle, Schläge oder Liebe. Dann haben wir sie vergewaltigt, der Reihe nach. Es war schrecklich. Ich kann nie mehr froh sein wie du!» Dann

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Am 10. März fand in der Basler Thomaskirche wiederum ein Fest statt, das von rund dreihundert Personen besucht wurde, die sich über die Arbeit von Servants informieren konnten. Monika Thiel vom Servants Board Meeting erinnerte an die wichtigsten Stationen in der 25-jährigen Geschichte der Organisation, die 1982 in Neuseeland gegründet worden ist, um zwei Jahre darauf die ersten Missionare nach Manila zu senden. 1988 wurde Christian Schneider als erster deutschsprachiger Mitarbeiter von der Evangelischen Gemeinde Basel nach Manila gesendet. Zwei Jahre darauf folgten Regula Hauser und Christian Auer und die ersten Servants News erschienen; die aktuelle Ausgabe ist die 50. 1994 wurde Servants Switzerland als eigenständiger Verein gegründet. Einige wichtige Arbeitsbereiche liegen heute in einheimischen Händen: Kamay Krafts, Onesimo, ConneXions. Sureka Sivapiragasam präsentierte eindrückliche Zahlen über die internationale Besitzverteilung: 1% der Weltbevölkerung besitzt 40 % allen Vermögens und 10 % haben 85 %. 1,2 Mrd. Menschen haben weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und 2,8 Mrd. weniger als zwei Dollar.

Der Fernsehjournalist Daniel Wahl zeigte erstmals seinen Film «Wege aus dem Elend» mit bewegenden Szenen aus den Slumgebieten in Manila. Vier Kurzfilme, die gleichzeitig entstanden sind, wurden zuvor auf Telebasel ausgestrahlt. Der philippinische Sänger Ernie Opiasa und seine Musiker bereicherten das Fest mit mehreren Liedbeiträgen.

Sureka Sivapiragasam erläutert Fakten zur Weltarmut

Ernie Opiasa und seine Band singen über das Slumleben in Manila

Timeline Servants und Servants Switzerland (ohne Gewähr auf Vollständigkeit)

dem nichts zu viel ist, er schaut mir in die Augen und immer wieder höre ich ihn fröhlich lachen. 17 Jahre später Im Februar 2007 besuche ich ihn wieder. Er lebt mit seiner Frau Jannet und seinen drei gesunden Kindern immer noch in Bangong Silang. Er ist ein liebevoller Familienvater, arbeitet als Fahrer und besucht die lokale christliche Gemeinde, die damals entstanden ist. Seine Frau hat er in unserer Jugendgruppe kennengelernt. Ich freue mich, wie sie trotz bescheidenen Mitteln einen guten Weg gehen. Ich rede mit Richard über seine Geschichte von damals und über sein Bekenntnis zu mir. Als ich ihn frage, ob ich darüber schreiben dürfe, stimmt er ohne zu zögern zu. Seine Frau wisse ja alles, was früher geschehen war, und andere sollen auch erfahren, wie Gott ein Leben verändern kann. Christian Schneider

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Jahresrechnung

Bilanz 1. Januar bis 31. Dezember 2006

Aktiven PostFinance Basel – 40 38079-9 UBS AG Basel – 233-907846.40J DEB Verrechnungssteuer

Erfolgsrechnung Aufwand CHF

Spendeneingang 2006 Phnom Penh Projekte, House of Hope Kambodscha, Phnom Penh Projekte Kambodscha, Child to Child Manila, Projekte Manila, Spezialprojekte Onesimo, Jugendarbeit Onesimo, Camp Rock Onesimo, Kids House Onesimo, Patenschaften Onesimo, Kids Onesimo, Trainingszentrum Indien, Projekt Indonesien, Banda Aceh Intern. Coord. Fundings, Beiträge, Missionare Übriger Ertrag/Transfers Fair Trade, Barverkäufe CH Zinsertrag, Bank/Post Beiträge Administration, Missionare Administration, gebunde Spenden Verein Servants, Mitgliederbeiträge Mitarbeitertransfers

Ertrag CHF 100.00 9 920.00 1 200.00 40 106.30 17 571.00 334 337.91 13 840.00 37 750.00 160 049.35 98 331.65 4 000.00 6 585.20 4 000.00 6 616.30

Vergleich 2005 200.00 8 355.00 1 200.00 60 878.50 279 20 2 125 52 35 1 12 2

183.67 870.05 950.00 532.00 177.25 941.81 430.00 500.00 639.88

Spendentransfers 2006 Via UBS/Post Kambodscha, Phnom Penh, House of Hope Kambodscha, Phnom Penh Projekte Manila, Projekte/Spezialprojekte Onesimo, Jugendarbeit Onesimo, Camp Rock Onesimo, Kids House Onesimo, Patenschaften Onesimo, Kids Onesimo, Trainingszentrum Indien, Projekte Indonesien, Banda Aceh Intern. Coord. Fundings, Beiträge Missionare Übriger Aufwand Fair Trade, Wareneinkauf Büromaterial Servants News, Druck + Versand Bank-/Postspesen/Porti, nach Aufwand Öffentlichkeitsarbeit, Jahresbeitrag SEA

11 750.00

Kreditoren Kambodscha, Phnom Penh, House of Hope Kambodscha, Phnom Penh, Projekte/Child to Child Manila, allgemeine Projekte Manila, Spezialprojekte Onesimo, Jugendarbeit Onesimo, Camp Rock Onesimo, Patenschaften Onesimo, Kids Indien, Projekt Indonesien, Banda Aceh Fair Trade, Umlaufvermögen IC Funding, Restguthaben Diverse Mitarbeitertransfers Mehrertrag Verein 2006

– 9 065.00 50 522.05 320 309.91 17 705.90 60 961.30 156 551.35 83 777.80 4 000.00 3 088.20 4 100.00 5 773.30

9 397.15 137.75 2 975.00 8 260.00 140.00 28 700.00

15 57 282 14 2 121 39 114

400.00 310.00 220.55 769.52 184.15 950.00 930.00 680.90 941.81

12 400.00 3 832.88

825.47 – 16 074.40 974.80 1 101.50

1 438.40 – 14 155.25 861.15 1 818.65 771 122.01 120 291.19

142 187.12 2 645.10 891 413.20

Eigenkapital 31.12.2005

6 406.07

Vereinsvermögen per 31.12.2005 + Mehrertrag Verein Servants 2006

CHF CHF

Vereinsvermögen per 31.12.2006

CHF 9 051.17

151 238.29

6 406.07 2 645.10

4104 Oberwil, 31. Dezember 2006 / Verantwortlich für Buchhaltung: Erna Scherrer, Im Lohgraben 11, 4104 Oberwil

891 413.20

Spendenrekord Die Spenden des vergangenen Jahres lassen uns dankbar auf ein progressives Wachstum blicken. Zahlreiche Einsätze der Mitarbeiter und ihrer vielen Freunde, die Gottes Führungen, Bewahrungen und Gebetserhörungen erlebt hatten, führten uns neu seine grosse Güte vor Augen. Dies ermutigt die Mitarbeiter in den Einsatzgebieten, ihre täglichen Herausforderungen mit neuem Vertrauen anzunehmen. Wir sind uns auch bewusst, dass wir allen treuen Freunden zu grossem Dank verpflichtet sind, die sich unermüdlich als Partner im Gebet und mit finanzieller Unterstützung in unsere Projekte investieren. Ihre Spenden betrugen 2006 fast CHF 755 000.00. Das sind ca. 22 % mehr als im Vorjahr, was ein neuer Meilenstein in der Geschichte von Servants Switzerland ist. Unsere Mitarbeiter zeigten mit ihren ergreifenden Projektberichten in den Servants News auf, wie sie die Spendengelder in Kambodscha, Manila, Indien und Indonesien eingesetzt haben. Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne die detaillierte, geprüfte Jahresrechnung zu und stehen Ihnen für Fragen auch telefonisch zur Verfügung. 100% für Projekte Der Verein Servants verwaltet die Projektgelder in einer reinen Durchlauffunktion, jeder zweckgebundene Spendenbetrag wird zu

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100.00 600.00 924.65 300.00 927.10 020.00 100.00 106.75 927.00 – 21 763.62 843.00 1 575.00 2 645.10 2 11 3 66 3 17 8 4

Kommentar

746 580.98 Kreditoren Bilanz 2005, ausbezahlt 2006 Kreditoren Bilanz 2006, fällig Zahlung 2007 Mehreinnahmen 2006, Ertrag Vereinsrechnung

41 213.71 109 976.58 48.00

151 238.29 2 593.50 137.10 1982.70 18 536.00 140.00 13 325.00

Aufwand Slumkinder während dem Sammeln von Brauchbarem im Müll

Passiven CHF

Passiven

1. Januar bis 31. Dezember 2006

Ertrag

Aktiven CHF

hundert Prozent rappengenau für das begünstigte Projekt weitergeleitet. Dank Zuwendungen für die Administration konnte der Verein auch dieses Jahr wieder alle Kosten für die Beitragsüberweisung an die einzelnen Projekte, alle Bankund Postspesen und auch die Druck- und Portikosten der Servants News übernehmen. Die gebundenen Administrationserträge waren 2006 erfreulicherweise höher als im Vorjahr, sodass das Servants-Vereinsjahr 2006 mit einem Mehrertrag von CHF 2645.10 abschliessen konnte. Die Druck- und Versandkosten der Servants News sowie die allgemeinen Bank- und Portispesen, die auch dieses Jahr wieder gestiegen sind, bilden mit CHF 17 049.20 buchungsmässig den grössten Aufwandsposten der Vereinsbuchhaltung von Servants. Das Konto Öffentlichkeitsarbeit (CHF 1101.50) beinhaltet unter anderem die Kosten für den Mitgliedschaftsbeitrag der Schweizerischen Evangelischen Allianz und für den SEA Ehrenkodex. Ihnen allen, die Sie unsere ServantsProjekte 2006 unterstützt haben, gilt unser herzlicher Dank. Wir sind glücklich, wenn Sie unsere Arbeit, in welcher Form auch immer, weiterhin mittragen. Erna Scherrer

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Schweiz

S e r va n t s C H

ONESIMO

Impressum Servants Switzerland Rotbergerstrasse 12 CH-4054 Basel Telefon: +41 61 382 80 30 E-Mail: switzerland@servantsasia.org

Kinder sammeln für Strassenkinder Daniela, Nace, Christoph, Micael und Michael sangen auf der Strasse und sammelten CHF 300.– für die Strassenkinder in Manila

Daniela Schertenleib (11) und Nace Trendafilov (12) aus Heimberg sehnten sich nach einem grossen Eis, ihr Sackgeld war aber bereits alle. Kein Problem für kreative Kids: Zusammen mit ihren Freunden Christoph, Micael und Michael sausten sie auf ihren Inlineskates nach Thun, um auf der Strasse so lange zu singen, bis sie für alle ein Eis kaufen konnten. Doch schon nach wenigen Auftritten hätte es auch für Hamburger mit Cola gereicht. Vom eigenen Erfolg überrascht, kamen sie auf die selbstlose Idee, für Strassenkinder Geld zu sammeln. Im Verlauf des Nachmittags kamen

Christian und Janice Auer in der Schweiz Eine Mutter der Ex-Onesimo-Gruppe Leuchtturm wohnte mit ihrem Baby drei Wochen lang bei Familie Auer, um sich nach einer Operation von Janice pflegen zu lassen und sich zu erholen

Bank: PC 80-2-2, UBS AG, CH-8098 Zürich, zugunsten von CH29 0023 3233 9078 4640 J 233-907846.40J 233, Servants Switzerland, CH-4054 Basel

mit ihren Spontaneinsätzen vor Haustüren und auf öffentlichen Plätzen ganze CHF 320.– zusammen. Stolz überbrachten sie das Geld am Abend einem Vater, der Kontakt zu Onesimo hat. Dieser staunte über die karitative Leistung ganz ohne Motivation durch Erwachsene. Die Kinder sorgten auch für Transparenz und legten ihre Spesen offen: Sie überbrachten CHF 300.– und genehmigten sich mit dem Rest doch noch ein verdientes Eis.

Konzert- und Filmabend Samstag, 28. April 2007 18.00 – 20.00 Uhr EMK Gemeindehaus Zürich Stauffacherstrasse 54 (neben Volkshaus) Eintritt frei Musik von Ernie Opiasa und Gruppe mit neuen Liedern erstmals in Zürich!

Auflage: 2000 Exemplare Druck: Job Factory Basel AG Redaktion: Markus Siegenthaler Layout: Rita Binkert

Links www.servantsasia.org www.onesimo.ch www.kamay-krafts.org www.bornpoor.com Servants Kambodscha G.P.O. Box 538 Phnom Penh Cambodia Telefon/Fax: +855 23 425 045 E-Mail: cambodia@servantsasia.org Servants Philippinen P.O. Box AC-569 1109 Quezon City Metromanila, Philippines Telefon: +632 926 76 88 E-Mail: philippines@servantsasia.org Servants Indien c/o Servants Switzerland Rotbergerstrasse 12 CH-4054 Basel Telefon: +41 61 382 80 30 E-Mail: switzerland@servantsasia.org

Steuerabzug

Liebe Freunde, bitte betrachten Sie diesen Einzahlungsschein nicht als Zahlungsaufforderung. Er soll für diejenigen eine Erleichterung sein, die unser Werk unterstützen möchten. Unser Aufwand für Druck und Versand der Servants News beläuft sich im Jahr auf etwa 10 CHF pro Adresse. Spenden an Servants werden zu 100 % für die begünstigten Projekte eingesetzt und lassen sich in der Schweiz weitgehend von den Steuern abziehen. Die Abzugsberechtigung gilt auf jeden Fall bei den Bundessteuern und bei den Kantonssteuern von Basel-Stadt, Baselland, Bern, Graubünden und Thurgau. Bei allfälligen Problemen in anderen Kantonen rufen Sie uns an: 061 261 71 91. Internationale Überweisungen Für Spenden aus dem Ausland an Servants Switzerland benötigen Sie je nach Überweisungsformular unsere IBAN- oder BIC-Nummer: IBAN International Bank Account Number: CH29 0023 3233 9078 4640 J BIC Swift-Adresse: UBSWCHZH80A Spenden für Onesimo lassen sich in Deutschland von den Steuern abziehen. Bankverbindung: Sparda Bank Hessen Konto 241 489 BLZ 50090500 AFEK e.v. Verwendungszweck: Onesimo (www.afek-ev.de)

Ehrenkodex

Servants Switzerland hat den Ehrenkodex der Schweizerischen Evangelischen Allianz unterzeichnet. Dies verpflichtet zu einer wahren, sachgerechten und aktuellen Informationspolitik, Datenschutz in Bezug auf Adressen von Spendern und Freunden und zum wirtschaftlichen Einsatz der anvertrauten Mittel für den statutarischen Zweck.

Neuer Dokumentarfilm über Onesimo

Christian Auer ist mit seiner Familie bis am 22. Juni in der Schweiz Telefon: 061 421 12 68

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Berichte von Daniel Wartenweiler, Manila Christine und Christian Schneider, Basel

Manila Projekte

Indien Projekte

Onesimo

Kambodscha Projekte

Onesimo Patenschaft

Fair Trade

Veranstalter: Servants Switzerland, EMK Kreis 4, Blaues Kreuz Kreis 4 + 5, VBG Zürich

Onesimo Kids

Administration

Anderes: ________________________________


Servants

«Viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern!» Afrikanisches Sprichwort

Zwei Teilnehmerinnen der Lebensgemeinschaft von Onesimo


Servants Newsletter Mai 2007  

Themen: - Banda Aceh: Ausbildung für eine neue Zukunft - Zuwachs in Kalkutta - Was heisst Gerechtigkeit?

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