AIOLA LIVING • THE MAGAZINE • Issue 9

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HERBST/ WINTER 202 2/23

AUSGABE 9


www.mcg.at

CONGRESS GRAZ STILL MAKING HISTORY. All in one. Der Congress eignet sich für so gut wie alle Veranstaltungen. Symposien, Ausstellungen, Kongresse, Bälle und Konzerte finden regelmäßig im historischen Ambiente statt. Mit topmoderner Ausstattung und hervorragender Akustik.


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EDITORIAL

WIR SIND,

WIE WIR SIND Wie schafft man es bei all der Hektik, die rund um uns herrscht, sich nicht selbst aus den Augen zu verlieren? Wie kann man ganz bei sich sein und sein Selbst selbstbewusst nach außen tragen? Wie ist es möglich, sich dadurch verletzlich zu machen, aber trotzdem stark zu sein? Das ist gar nicht so einfach, denn authentisch sein Leben zu leben, erfordert oft ganz schön viel Mut. In dieser Ausgabe unseres AIOLA LIVING Magazins haben wir in uns selbst hineingehört. Wann sind wir echt, was macht uns aus, wann sind wir ganz AIOLA? Wir widmen uns also der Authentizität und dem Wunsch, ein Leben zu führen, in dem wir ganz wir selbst sein können. Wir glauben, dass Authentizität mit Freiheit zu tun hat, mit Schönheit, mit Stärke, mit Lust, mit (Selbst-) Liebe und mit Erdung. Vielleicht gibt es ein paar besonders aufmerksame Leser:innen unseres Magazins, denen diese Wörter bekannt vorkommen? In den vorangegangenen Ausgaben von AIOLA LIVING haben wir uns diesen und noch mehr Themen gewidmet. All das läuft in dieser Ausgabe zusammen. Also was macht uns aus? Wir können lieben, stark sein, leidenschaftlich und geerdet, weil wir uns so zeigen, wie wir sind. Manchmal laut, manchmal leise, manchmal traurig, sehr oft glücklich, aber immer mit dem ganzen Herzen. So sind wir.

Herzlich

Judith und Gerald

mit der Aiola Family

FOTO Katharina Jauk

AIOLA LIVING • AUSGABE 9


IMPRESSUM

Inhalt 1

EDITORIAL

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FEATURE • VALENTINA EBERHARDT

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MEET THE FAMILY

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COVERSTORY • ABER ECHT

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Interior

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INTERVIEW • GIO PAGANI

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AIOLA LIVING STORE • TALKING TRENDS


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Kulinarik

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ROSTMARY • FEUER & FLAMME

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BAKING HAPPINESS • REZEPTE

Lifestyle

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BAR AMOURO • AUF DAS LEBEN

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CHANCEN SÄEN

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AIOLA IM SCHLOSS • WEDDING SEASON

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INTERVIEW • ALBERT WATSON

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Reise

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VENEZIA AMORE

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MEIN HAMBURG

MEDIENINHABER, HERAUSGEBER & VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT Aiola Living GmbH, Landhausgasse 5, 8010 Graz KONZEPT Theresa Hartlauer, Nina Prehofer, Doris Raminger, Kristina Sammer,

Judith Schwarz CHEFREDAKTION Theresa Hartlauer REDAKTION Kyra Lee Buck, Theresa Hartlauer, Nina Prehofer ART DIRECTION & EDITORIAL DESIGN Kristina Sammer COVER Yasaman Eskandari FOTOGRAFIE Yasaman Eskandari, Katharina Jauk, Lukas Kunter, Markus

Mansi, Lucija Novak, Miriam Saubach, Kristina Sammer, Athanasios Tsallis LEKTORAT Marlene Zeintlinger (Zeichensetzer), Katherine Nussey (Lisbeth Wild) DRUCK DORRONG Offsetdruck Bernd Dorrong e.U. ANZEIGEN Doris Raminger, Judith Schwarz

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AIOLA GUTSCHEINE

FREUDE SCHENKEN

Sie sind kleine oder große Aufmerksamkeiten und ein lang ersehntes Wiedersehen. Sie sagen: „Ich hab dich lieb“ oder „Ich habe euch vermisst“. Sie wünschen gute Besserung und frohe Weihnachten, richten ein kleines Dankeschön aus, schicken Grüße von hier nach da. Und manchmal sind sie auch ein Geschenk an sich selbst. Denn Freude lässt sich teilen — in allen Aiola-Betrieben, zu jedem Anlass, immer. Mit unseren Aiola-Gutscheinen im praktischen Scheckkartenformat oder zum Selbst-Ausdrucken. Alle Infos dazu unter www.aiola.at oder gutscheine.aiola.at.

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FEATURE • VALENTINA EBERHARDT

VALENTINA EBERHARDT

„Aiola“, 2022 Kugelschreiber und Aquarell auf Papier, 210 x 290 cm

Eine ganze Welt auf einen Blick erkennen — weiterdenken, weiterträumen. Valentina Eberhardt (* 1993) ist Absolventin der Meisterklasse für Malerei und Gestaltung an der HTBLVA Ortwein, studierte Kunstgeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz, ist als Vizepräsidentin des Künstlerbundes Graz tätig und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Graz und Grado. Ihr künstlerisches Alleinstellungsmerkmal ist der Kugelschreiber — eine zeitintensive Technik, die von Präzision lebt. Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt vor allem in kleinen Details; Bildsymbole werden aus dem kunsthistorischen oder historischen Kontext gespeist und miteinander kombiniert. Auf diese Art entstehen humorvolle Verschmelzungen zwischen Fantasie und Wirklichkeit, die sich als mythische Motive und in surrealistischen Elementen zeigen. Alle Infos zur Künstlerin & ihrem Werk unter: www.kuenstlerbund-graz.at

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AIOLA LIVING

KRISTIJAN KRALJ CHEF DE RANG LANDHAUSKELLER Vor fünf Jahren bin ich von Vorarlberg nach Graz gezogen, um wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können, die damals noch in unserer ursprünglichen Heimat Kroatien gelebt hat. Seitdem bin ich Teil des LANDHAUSKELLER-Teams — und ich kann aus tiefster Überzeugung sagen: Ich könnte mir wirklich keinen schöneren Ort zum Arbeiten vorstellen. Natürlich wird es in meinem Beruf auch mal stressig. In diesen Situationen kann ich mich aber immer auf meine Kolleg:innen verlassen. Wir helfen und unterstützen uns gegenseitig, um unseren Gästen einen wundervollen Besuch bei uns zu bescheren. Ein besonderer Luxus, den ich über alle Maßen schätze, sind die freien Sonn- und Feiertage, die wir im LANDHAUSKELLER genießen dürfen. Das ist in unserer Branche keine Selbstverständlichkeit. Ich werde nie vergessen, wie Judith zu mir gesagt hat: „Wer viel arbeitet, braucht einen Ausgleich zum Job. Nur wer genug Zeit für Freizeit und Familie hat, kann gut in dem sein, was er tut.“ Das hat mir unglaublich viel bedeutet, da mir vorher nie viel Zeit für mein Privatleben blieb. Spannend wird es für mich immer dann, wenn prominente Gäste zu uns ins Restaurant kommen. Ich durfte schon viele berühmte Persönlichkeiten, etwa aus Politik und Sport, kennenlernen. Die schönsten Momente sind für mich aber eigentlich die ganz kleinen: Ein freundliches Lächeln oder ein herzliches Dankeschön versüßen mir immer den Tag.

FOTOGRAFIE Katharina Jauk

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MEET THE FAMILY

ELISABETH BÖCK STORE MANAGERIN AIOLA LIVING STORE Meine AIOLA-Geschichte begann vor ein paar Jahren, als ich gemeinsam mit Judith die ehemaligen Brühl-Räumlichkeiten dekorieren durfte. Während der Zusammenarbeit haben wir gemerkt, dass wir eine große Leidenschaft teilen: Interior Design. Daraufhin durfte ich zu Beginn meiner Zeit bei AIOLA das Styling für die Fashion-Shootings

für

das

AIOLA LI-

VING Magazin übernehmen. Mittlerweile

bin ich Store Managerin vom neu eröffneten AIOLA LIVING STORE. Ich liebe den Kontakt mit Kund:innen und freue mich jedes Mal aufs Neue über das Vertrauen, das unserem Interior-Team bei der Gestaltung von Wohnräumen entgegengebracht wird. Es ist so schön zu sehen, wenn ein fertiges Projekt unsere Auftraggeber:innen glücklich macht. Ohne meinen bunten Haufen voll wundervoller Menschen, die ich mein Team nennen darf, wäre das aber nicht möglich. Sie machen meinen Arbeitsalltag erst so richtig schön. Wenn es mal knifflig wird, hole ich mir einen Kaffee von der BAR AMOURO und setze mich so lange vor die Aufga-

be, bis ich sie gelöst habe. Das Gefühl von Stolz, eine Herausforderung gemeistert zu haben, erhellt meinen Gemütszustand dann wieder. Das mit Abstand schönste Erlebnis während meiner Zeit bei AIOLA war die Eröffnung unseres neuen AIOLA LIVING STORES. Zu sehen, wie ein so gro-

ßes Projekt zum Leben erwacht, ist einfach wunderschön und unvergesslich.

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AIOLA LIVING

PETER HALBEDL RESTAURANTLEITER OPERNCAFÉ Im August 2014 habe ich im LANDHAUSKELLER meine Lehre zum Gastronomie-

fachmann begonnen, damals noch unter der Leitung der Vorbesitzer:innen. Kurz darauf übernahmen Judith und Gerald das Lokal. Ihre Pläne und Visionen haben mich sofort begeistert. Diese Begeisterung hält bis heute an — mittlerweile arbeite ich im 2020 neu eröffneten OPERNCAFÉ. In der AIOLA-Familie können alle so sein, wie sie sind, mit all den individuellen Stärken und Schwächen. Dieser Rückhalt motiviert mich, jeden Tag mein Bestes zu geben. Mein Arbeitsalltag ist sehr facettenreich. Kein Tag gleicht dem vorherigen. Man lernt viele unterschiedliche Menschen und Persönlichkeiten kennen und weiß nie, was einen erwartet. Aber genau das macht meinen Beruf so besonders. Allerdings gibt es auch immer mal wieder Tage, an denen nicht alles nach Plan läuft. Diese Tage lasse ich dann kurz Revue passieren und überlege mir, was ich beim nächsten Mal besser machen kann. Danach heißt es aber: Kopf ausschalten, Zeit mit meinen Liebsten verbringen und dann wieder mit vollem Elan in den nächsten Tag starten. Zum Glück überwiegen aber die schönen Momente in meinem Berufsalltag. Die kleinen und aufrichtigen Gesten bleiben mir immer am meisten in Erinnerung: Gäste, die zu guten Freund:innen werden, Menschen, die uns jeden Tag besuchen und wissen wollen, wie es einem geht und sich für mich als Person interessieren. Gleichzeitig schätze ich all meine Arbeitskolleg:innen, die mir inzwischen sehr ans Herz gewachsen und für mich wie eine zweite Familie sind.

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MEET THE FAMILY

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CLARA PAGGER ASSISTANT FRONT OFFICE MANAGERIN AIOLA LIVING HOTEL Nachdem ich ein paar Jahre in Tirol gewohnt habe, zog es mich wieder zurück in meine steirische Heimat. Da ich mich sehr für Interior Design begeistere, war das AIOLA LIVING HOTEL bei meiner Jobsuche die

einzige Wahl. Das erste Gespräch erfüllte alle meine Erwartungen und ich wusste sofort: It’s a match! Und auch nach drei Jahren im AIOLA LIVING HOTEL beeindruckt und fasziniert mich das Design des Hotels noch immer. Es hat mich sogar bei der Einrichtung meiner Wohnung in Graz inspiriert. Bei uns im Hotel birgt jeder Tag neue Herausforderungen. Langweilig wird es nie. Der Kontakt zu unseren Gästen bereitet mir in meinem Berufsalltag die größte Freude. Man begegnet vielen netten Menschen und lernt dabei so viel über deren Heimat und Kultur. Da kommt bei mir immer Urlaubsstimmung auf, ohne dass ich verreisen muss. Schlechte Tage kommen sehr selten vor. So weit lassen wir es eigentlich nie kommen. Wenn ein Tag aber dennoch mal nicht so gelaufen ist, wie wir es uns vorgestellt haben, gehen wir nach Feierabend gemeinsam einen MuskatellerSpritzer trinken. Danach ist der Stress direkt verflogen. Oder ich höre zu Hause laut Musik und singe dabei mit, auch wenn ich dahingehend leider wenig begabt bin. Das müssen mein Freund und mein Kater dann aushalten. So stressig der Arbeitsalltag manchmal auch sein mag, im Team halten wir immer zusammen und sind füreinander da. Das weiß ich jeden Tag aufs Neue sehr zu schätzen.

FOTOGRAFIE Katharina Jauk

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AIOLA LIVING

ABER ECHT

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Yasaman Eskandari

In sich ruhend, ausgeglichen, aufbrausend, chaotisch — echt sein. Authentizität hat viele Facetten. Mal laut, mal wieder leise, offen und herzlich, dann wieder geheimnisvoll still. Sie geht mit der Zeit und erfindet sich neu, sucht Gesellschaft, bleibt manchmal gern allein. In ihrer stetigen Entwicklung ist eigentlich nur eines konstant: die Veränderung.

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COVERSTORY

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AIOLA LIVING

MAN BUCHSTABIERE: AU-THEN-TI-ZI-TÄT Es ist ein Begriff, der sich in vielerlei Hinsicht genauso schwer definieren lässt, wie er von der Zunge geht. Und doch ist die Frage nach dem eigentlichen Sein hinter dem Schein eine, mit der sich wohl jeder Mensch im Laufe seines Lebens zumindest ein Mal auseinandersetzt. Wer bin ich? Also, wirklich. Geprägt von digitaler Inszenierung und der Illusion gelebter Perfektion, bewegen wir uns heute mehr denn je in einer Welt, die sich gern dem Schein hingibt. Zumindest auf den ersten Blick. Denn zwischen Foto-Filtern und eingefrorenem Lächeln liegt eine ganze Bandbreite an Echtheit, die gelebt werden möchte. Sie offenbart sich in Form von Freudentränen nach überstandenen Hürden, innigen Blicken der Zweisamkeit, Gänsehaut bei vertrauten Berührungen. Sie zeigt sich in Form von tiefen Sorgenfalten, müden Augen und verblassten Narben. Sie zeigt sich auch immer wieder zwischen den vielen Seiten dieses Magazins und deutet an, dass sie jede:n auf die eine oder andere Art beschäftigt. Aber am wichtigsten: Sie zeigt sich allen auf ganz unterschiedliche Weise.

Für manche Menschen ist es ein brennendes Verlangen, in die Welt zu rufen und sich Gehör zu verschaffen, Berge zu versetzen und in die Wogen der Massen einzutauchen. Für andere wiederum ist es ein tiefes Bedürfnis, innezuhalten, die Schönheit der Welt mit allen Sinnen aufzusaugen, um Details nicht zu verpassen, Ruhe zu bewahren, zu flüstern, um den Rhythmus der Beständigkeit nicht zu unterbrechen. WHAT YOU SEE IS WHAT YOU GET Nasse Nasen, treue Blicke und so gar kein Zweifel am eigenen Selbst. Die Welt von AIOLA zeichnet sich durch ihre Vielfalt aus, und die beinhaltet bekanntlich auch ein quirliges Gewusel aus lockigen Fellknäuel und weichen Samtpfoten. Egal ob man nun auf den Hund gekommen ist oder nicht, über eines lässt sich kaum streiten: Tiere sind authentische Persönlichkeiten. Reiz, Reaktion, Liebe, Abneigung, Angst und Wohlwollen — Gefühlswelten werden nicht kaschiert. Und ob es nun sabbernde Zuneigung oder mit einem scharfen Knurren vermittelte Abneigung ist — man weiß sofort, woran man ist. Darum haben wir sie wohl auch für diese Ausgabe des AIOLA LIVING Magazins so authentisch in Szene gesetzt. Mit einem Blick, der ganz nahe geht und offenbart, was sich ohnehin nie zu verstecken versucht hat. Hundefell und Blitzlichtgewitter haben uns auf der Suche nach unserem authentischsten Selbst in eine unerwartete Richtung geführt. „Offenbare das Tier in dir“, könnte man jetzt ganz plump sagen, und doch steckt darin ein Körnchen Wahrheit. Denn wie viel einfacher wäre das Leben, trügen wir nur alle unsere Emotionen so ungefiltert zur Schau, wie unsere tierischen Begleiter es tagtäglich tun. Schlafen, essen, spielen — unbesonnen durch die Welt schreiten, Begeisterung ausleben, ohne sich je bremsen zu lassen. Da können wir noch etwas lernen. Doch so simpel ist es leider auch nicht; am Arbeitsplatz auf der Couch einzuschlafen, einfach zu gehen, wenn einem etwas nicht passt, oder vor Freude bellend im Kreis zu laufen — hier zeigen sich die ersten Schwierigkeiten in der Adaption dieser ungefilterten tierischen Echtheit.

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COVERSTORY

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AIOLA LIVING

ZWISCHEN SCHEIN UND SEIN „Des Pudels Kern“ ist eben doch etwas komplexer. Zumal Mensch sich an seiner Umgebung orientieren muss und nicht nur bloßen Reizen hingeben kann. Authentizität ist gleichermaßen selbst- und fremdbestimmt, sie ist leicht zu bewundern, aber schwer zu erfassen. Was in manchen Situationen zum Vorschein kommt, wird in anderen unterdrückt — und so wird man gefühlt nie ganz fertig mit der Erforschung des eigenen Selbst. Erfahrbar ist es dennoch immer wieder — das ganz persönliche Innere. Es sind die Situationen, in denen wir uns sicher fühlen, uns stark den Herausforderungen des Lebens entgegenstellen, uns sanft in Geborgenheit gleiten lassen, uns selbst verwirklichen und Masken ablegen können. Es sind Momente, in denen wir die Ruhe haben, uns selbst zu lauschen und der Vertrautheit unseres Innersten bewusst werden.

Man selbst sein. Nichts einfacher als das — und doch auch wieder nicht. Es ist eine dieser menschlichen Erfahrungen, die man selbst machen muss, wo Abkupfern nichts bringt und Vortäuschen nur temporär befriedigt. DAS SELBST IM WANDEL Echt sein. Ich selbst sein. Nichts einfacher als das — und doch auch wieder nicht. Es ist eine dieser menschlichen Erfahrungen, die man selbst machen muss, wo Abkupfern nichts bringt und Vortäuschen nur temporär befriedigt. Wer sich ewig nur durch die verzerrte Linse der sozialen Medien betrachtet, kann das Wesentliche aus den Augen verlieren; wer seine Weltanschauung mit Filtern kaschiert, vergisst sein eigenes Gesicht. Authentisch bleiben bedeutet, nie damit aufzuhören, das eigene Ich immer wieder neu zu ergründen. Doch nur weil Authentizität für einen selbst gefunden werden muss, bedeutet das nicht, dass wir auf der Suche nach ihr alleine sind. Freund:innen, Familie, Partner:innen, Arbeitskolleg:innen — sie alle sind Pfeiler und Stützen bei unserem Versuch, durch verworrene Welten zu navigieren. Sie sind es, die Sicherheit geben, Liebe zeigen und uns manchmal auch den Spiegel vorhalten. Sie sind es, die uns bei der Suche nach uns selbst manchmal auffangen und uns Raum geben, ganz wir selbst zu sein. Und die uns schlussendlich auch zu dem machen, was wir sind.

AUTHENTIZITÄT LEBEN Authentizität heißt, Tapeten zu zelebrieren, obwohl man damit gegen den Interior-TrendStrom schwimmt. Es bedeutet, zerzaustes Hundefell für ein Magazincover abzulichten, Eisbecher mit Tortenstücken zu servieren, echte Liebe durch falsche Blumen sprechen zu lassen, knallige Farben in eine schwarz-weiße Welt zu setzen und trotz menschlichem Zweifeln mutig zu sein, man selbst zu sein. Weniger Selbstzweifel. Mehr Kreativität, mehr Wissen, mehr lautes Lachen, mehr Freudentränen, mehr Expertise, mehr Weisheit, mehr Führung, mehr Spaß. Unsere Echtheit ergibt sich aus der Summe von allem, das uns nahe steht. Denn eigentlich sind wir auch nur Spiegel unserer Lebensrealität: Unser Charakter ergibt sich aus Lebensumständen, historischen Entwicklungen, politischen Ereignissen, persönlicher Vergangenheit und angelerntem Verhalten. Der Anspruch, irgendwann fertig mit der Suche nach sich selbst zu sein, ist also eigentlich genauso unnötig wie unmöglich. Denn unser Leben wird durch das Jetzt bestimmt — und das wird sich stets verändern. Also lehnen wir uns zurück und lassen uns auffangen, von dem wunderbar bunten Treiben der Welt und all der schillernden Persönlichkeiten, die sie hervorbringt. Manche lauter, manche leiser, manche mit Fell bedeckt oder mit Falten verziert — immer anders, immer echt. Auf die eigene Art und Weise. 

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AIOLA INTERIOR

INTERIOR

SPICE IT UP! The simple beautified — Stück für Stück Schönheit in den All-

Spätestens im Winter haben wir uns eingekuschelt und auch ein bisschen zurückgezogen. Dabei helfen wohlige Gegenstände und ein schönes Umfeld zu Hause. Kerzen, Decken, bequeme Möbel tun uns gut, mit Gewürzen wärmt man sich von innen. Ein Hoch auf die kalte Jahreszeit, denn ein bisschen runterzukommen, schadet uns nicht.

tag zu bringen — mit dieser Mission startete LARS NYSØM einst mit dem Entwurf des ersten Produkts: der Pfeffermühle. Mittlerweile zum erfolgreichen Aushängeschild des jungen Labels avanciert, können die Gewürzmühlensets auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken. Zum einzigartigen Accessoire umgestaltet, wurden die Pfeffermühlen von LARS NYSØM vom Gebrauchsgegenstand zum beliebten Eyecatcher. Die weltweit zum Verkaufsschlager des Labels gewor-

PERFECT MATCH

denen Produkte bestechen mit ihrer hochqualita-

Salzige Meeresluft, erdige Noten oder frische Zit-

tiven Verarbeitung und werden durch einzigartige

rusdüfte ziehen durch den Raum und hüllen ihn in

Farbkombinationen

stilvolle Eleganz. Die edlen Raumdüfte von CULTI

zum eindrucksvol-

verbinden sorgsam ausgewählte Aromen mit zeitlo-

len Deko-Element

sem Design. Auf diese Weise soll die Wahrnehmung

in der Küche und

von Räumen und Objekten maßgeblich beeinflusst

auf dem Esstisch.

werden, so die Vision des Gründers Alessandro

www.larsnysom.com

Agrati. 1990 erfand Agrati eine natürliche Methode, um einen Duft gleichmäßig im Raum zu verteilen: Stäbchen aus Rattan, die in einen Flakon gesteckt werden, den Duft aufsaugen und dann wieder abgeben — heute ist diese Methode weit verbreitet. Erhältlich im AIOLA LIVING STORE in der

© Jérôme Galland

Schmiedgasse 8–12 in der Grazer Innenstadt.

FLOWER POWER Wer die Trattoria Giorgia in München betritt, taucht ein in ein kunterbuntes Farbenmeer, das an Opulenz nicht zu überbieten ist. Knallige Blumenmuster ziehen sich über den Boden, die Vorhänge und Sitzmöbel. Speisen werden auf ausgefallenen Tellern serviert, Getränke in Leopardentassen gereicht. Das neueste Mitglied der französischen Big Mamma Group ver-

© CULTI Milano

sprüht jede Menge Lebensfreude. Bei den Speisen besinnt man

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sich aber aufs Wesentliche: klassisch italienische Küche. Trattoria Giorgia Weißenburger Straße 2 • 81667 München www.bigsquadra.com


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INSPIRATION

FEURIGER HERBST Unsere auserwählte Trend-Farbe für diese Ausgabe heißt Dragon Fire: ein intensiv-oranger Farbton voller Energie und Spannung, der uns Freude und Optimismus schenkt. Kombiniert werden kann das „Drachenfeuer“ mit ebenso starken Rot- und dunklen Brauntönen; kontrastiert mit hellen, kühlen Blau- und Lilatönen. So oder so eine Farbe des Herbstes par excellence.

BESSER SCHLAFEN Leider kann man nicht jede Nacht im AIOLA LIVING HOTEL übernachten. Deswegen sollte

man dafür Sorge tragen, dass man auch dann gut schläft. Denn zu kurzer oder einfach schlechter Nicht zuletzt führt auch unser „Always-On“-Lifestyle, gepaart mit ständiger Blaulichtbelastung der Augen aufgrund LEDs und Bildschirmen dazu, dass die innere Uhr immer mehr durcheinandergerät. Dadurch schüttet unser Gehirn vor der Bettruhe nicht ausreichend Melatonin aus und macht

© NATUZZI Italia

Schlaf frisst Energie und ist schlecht für den Teint.

MÖBEL MIT CHARAKTER

Einschlafen zur echten Schwerstarbeit. Abhilfe

Die 1959 von Pasquale Natuzzi in Apulien gegründete Life-

können die „Schlaffreunde“ — ein synergetisch

stylemarke steht seit über sechs Jahrzehnten für hochwertiges,

und konzentriert formulierter Wirkstoffkomplex mit Hanf, Hopfen, Baldrian, Lavendel und Melatonin — von Montiana leisten. Sie lindern nervöse Unruhen und tragen damit wohltuend dazu bei, den Stresslevel zu senken und das Einschlafen zu

italienisches Design und handwerkliche Präzision. Anfänglich auf die Herstellung von Ledersofas spezialisiert, gibt es heute neben Sofas und Sesseln aus hochwertigem Leder und raffinierten Stoffen auch Stühle und Holzmöbel für Wohn-, Ess- und Schlafzimmer. Nach wie vor entwickelt, entwirft und produziert das

erleichtern; sie unterstützen somit einen gesunden

mehrfach nachhaltigkeitszertifizierte Unternehmen seine Produk-

Schlaf, der wichtig ist, um für alle Herausforderun-

te großteils im süditalienischen Santeramo in Colle, in Italien. Den

gen des Alltags gewappnet zu sein. Montiana wird

starken Einfluss der mediterranen Kultur- und Naturlandschaft

unter anderem über den Online-Shop Kaufhaus

definiert Pasquale Junior Natuzzi, genannt PJ Natuzzi, der seit

der Berge vertrieben, genauso wie die Kosme-

2018 die Marken- und Kreativstrategie des Unternehmens leitet,

tikmarke Alpienne. Die beiden verbindet ihre

als Inspirationsquelle und zentralen Bestandteil der Designphilo-

Hingabe zur Natur und die Leidenschaft dafür,

sophie von NATUZZI Italia. Organische Linien, Erdnuancen,

Wirkstoffe aus den Tiroler Alpen zu verarbeiten.

sowie helle, ruhige Töne bestimmen das Produktdesign und

www.kaufhausderberge.at

symbolisieren den einladend warmen Charakter Süditaliens.

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AIOLA INTERIOR

RÄUME KLEIDEN

INTERVIEW & ÜBERSETZUNG Theresa Hartlauer

In seinen Interior Designs setzt sich Gio Pagani mit historischen Entwicklungen, der Kühnheit in der Gestaltung sowie uneingeschränkten Formen der Kreativität auseinander. Von Geschichten, die in Form gegossen werden, und unkonventioneller Eleganz. Ein Gespräch mit dem wortgewandten italienischen Designer und Architekten, der sich vom Leben inspirieren lässt.

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INTERVIEW • GIO PAGANI

GIO PAGANI

Architektur, Kunst, Mode, Musik oder Fotografie — die Einflüsse des Architekten Giovanni Pagani sind nicht nur in zahlreichen Privathäusern in Italien und im Ausland zu sehen, sondern auch in vielen Hotels, Einzelhandelsgeschäften, Restaurants, Industriedesign- und Ausstellungsprojekten. Giovanni Pagani verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich der Innenarchitektur und arbeitet mit den größten Mode- und Möbelherstellern zusammen. 2015 gründete er sein Design Label GIOPAGANI.

Möbel, Tapeten, Wohnräume, Interior Design, Architektur. Dein Label vereint viele kreative Disziplinen und lässt sich scheinbar nicht einschränken. Wie würdest du es definieren? GIO PAGANI GIOPAGANI ist die Summe aller Impulse, die meine persönliche

Karriere geprägt haben. Hier vereine ich meine Liebe zum Design und zu verschiedensten Materialien und erschaffe Objekte, geprägt von zeitgenössischem Stil und persönlichen Erfahrungen. Ich schöpfe auch sehr viel Inspiration aus der Modewelt, immer mit dem Ziel, dem Alltag ein Gefühl des Wohlbefindens und der Bereicherung zu verleihen. All diese Komponenten ergeben in ihrem Zusammenspiel meinen persönlichen Stil und Geschmack — und somit auch meine Marke GIOPAGANI. Mode als Quelle der Inspiration für einen Interior Designer — wie kann man sich das vorstellen? GIO PAGANI Ich denke, Kreativität lässt sich nicht in einem einzigen Stil klassi-

fizieren. Mode repräsentiert, was wir sind — sie kleidet unser Sein. Mode ist oft avantgardistisch. Sie hat mich immer schon fasziniert. Sie erforscht und ärgert, sie wird geboren und stirbt, um dann neu erschaffen zu werden. Alles daran ist flüchtige Inspiration. Ich liebe es, diesen philosophischen Gedanken auch in meinen Interior-Kreationen und Kollektionen fortzuführen. Wenn du es klar definieren müsstest, was ist Design deiner Meinung nach? GIO PAGANI Design ist ein Wert, der nicht von Nützlichkeit getrennt werden

kann. Gutes Design darf Funktionalität und Zweck nie außer Acht lassen und muss offen dafür sein, sich von vielen Quellen inspirieren zu lassen.

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AIOLA INTERIOR

Woraus schöpft dein Design Inspiration? GIO PAGANI Ich spreche gerne mit Menschen. Diese Eigenschaft

habe ich wohl meinen italienischen Wurzeln zu verdanken. Außerdem setze ich mich vertieft mit der historischen Epoche des industriellen Handwerks auseinander. Die Industrie versucht meist, das Maximum aus Dingen herauszuholen, dabei werden jedoch oft fundamentale Schritte denaturiert — man tendiert dazu, die Imperfektionen eines Objekts zu eliminieren. Meine Liebe zu Materialien, mein Versuch zu verstehen, wer sie herstellt und wie sie entstehen, treiben mich zu sorgfältiger Recherche. Ich möchte verstehen, womit ich arbeite, das Wesen der Materialien kennenlernen und wissen, welche Geschichte sie haben. Man könnte wohl sagen, ich schöpfe Inspiration aus einem Mix aus italienischem Handwerk und Industrie. Es ist das Zusammenspiel beider, das mich fasziniert. Glücklicherweise können es sich Designer:innen in Italien noch immer leisten, dieser Poesie nachzugehen.

Meine Liebe zu Materialien, mein Versuch zu verstehen, wer sie herstellt und wie sie entstehen, treiben mich zu sorgfältiger Recherche. Ich möchte verstehen, womit ich arbeite, das Wesen der Materialien kennenlernen und wissen, welche Geschichte sie haben. Wie gehst du dieser Poesie nach? GIO PAGANI Meine Projekte beginnen immer mit einem Bild, das

sich in meine Gedanken einbrennt. Diese Vorstellung reift mit der Zeit und kommt dann zum Vorschein, wenn ich es brauche. Auf gewisse Art sind wir alle Kinder unserer Erfahrungen. Nach einer Weile bemerken wir, dass in diesem Koffer aus Erfahrungen, den wir mit uns tragen, Billionen von Situationen sind, die uns zu dem gemacht haben, wer wir sind. Es sind diese Erfahrungen der Vergangenheit, die mich dazu inspirieren, mich weiterzuentwickeln und mit stilistischen „Sprachen“ zu experimentieren, die ich zuvor nicht in Erwägung gezogen hätte. Es scheint beinahe, als wäre die Suche nach Inspiration etwas, das dich unentwegt begleitet. GIO PAGANI Ja, ich denke, das trifft es ganz gut. Ich habe keine

Wurzeln. Ich liebe es, zu reisen und der Gedanke, dass etwas Neues und Außergewöhnliches an jedem Ort entstehen kann, ist für mich immer wieder aufs Neue faszinierend. Diese Dynamik ist für mich ein Stimulus. Mailand, London, Paris, New York — ich bin sehr viel unterwegs, aber egal wo ich bin, ich nehme mir Zeit. Zeit, um mich selbst immer mit fremden Realitäten zu konfrontieren, neue Inspirationen zu schöpfen und zukünftige Perspektiven zu finden. Man stellt sich dabei der Herausforderung, Gepflogenheiten und Kulturen verschiedener Orte in ihrem Kern zu erkunden. Erst wenn ich diesen Kern erfahren konnte, wird der Ort für mich auch zur Inspiration.

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GIO PAGANI


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INTERVIEW • GIO PAGANI

Interior Designer, Produkt Designer, Philosoph oder Techniker. Mit welcher Bezeichnung identifizierst du dich am ehesten oder trifft keine davon zu? GIO PAGANI Ich bin ein anormaler und inkohärenter Architekt.

Mein Ding ist es, einen freien Geist zu haben, mich an kreativen Hemisphären zu versuchen, die nicht miteinander verwandt sind, ja selbst manchmal diametral entgegengesetzt sind. Eines deiner aktuellen Projekte nennt sich GIOPAGANI Capsule Collections. Diese sind Teil eines größeren, komplexeren Gedankens: A World Apart. Was steckt hinter diesen Kollektionen, die für sich stehen können, aber auch Teil einer größeren Idee sind? GIO PAGANI A World Apart ist eine Sammlung von Geschichten,

die über die Jahre hinweg immer größer wird. Für mich sind sie eine Art Reise, die noch nicht zu Ende ist. Eine Kollektion zu entwerfen ist für mich, als würde ich ein Stimmungsbild erschaffen, als würde ich versuchen, die Zeit für eine Weile anzuhalten und all die Stimuli, die mich in diesem Moment geprägt haben, einzufangen. Es sind Momentaufnahmen meines Verstandes, wenn man so will. Und aus

Die kreative Philosophie von GIOPAGANI besteht darin, Formen neu zu interpretieren, indem man sie in Materialien kleidet, bekannte Codes bricht und aus verschiedensten Erfahrungen und Erinnerungen Inspiration schöpft. GIO PAGANI

diesen Momentaufnahmen — quasi „Polaroids“ — wird mit der Zeit eine wunderschöne Kollektion, die es zu interpretieren gilt. Jede:r mit einer Vorliebe für Fotografie wird nachvollziehen können, was ich meine. Man fängt einen Moment ein, hält die Zeit an und wenn man das Bild dann betrachtet, versteht man, dass es die Fähigkeit hat, weitere Nuancen dieser visuellen Erfahrung hinzuzufügen.

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AIOLA INTERIOR

Teil deiner Arbeit ist es auch, außergewöhnliche Wohnräume zu entwerfen. Bringen diese Projekte größere kreative Einschränkungen mit sich, weil sie sich an deren Bewohner:innen orientieren müssen? GIO PAGANI Nein, private Anwesen sind ein unglaublicher Denk-

anstoß! Es gilt, ein Gebäude zu konstruieren, das in sich einen Ort beherbergt, der die Seele und Persönlichkeiten seiner Bewohner:innen widerspiegelt. Es ist eine dieser Herausforderungen, die die Fähigkeiten einer Designerin bzw. eines Designers wirklich testen. Es ist eine Prüfung, die man nur besteht, wenn man es schafft, dieses wunderbare, stimmige Ganze zu erschaffen. Eine echte Herausforderung, die verlangt, sich intensiv mit den Gewohnheiten, Ritualen und Lebensweisen der Bewohner:innen auseinanderzusetzen und diese bestmöglich in das Interior Design zu integrieren.

Wie sieht dein Zuhause aus? Ist es geprägt von der Persönlichkeit seines Bewohners? GIO PAGANI Mein Zuhause ist das Resultat aller Impulse, die mich

in meiner professionellen Karriere geleitet haben. Es ist ein Ort, an dem ich meine Liebe zum Design komplett ausleben kann. Da die Marke GIOPAGANI wohl auch zum Großteil ich selbst bin, ist natürlich auch mein Zuhause eine Reflektion davon. Wie sieht die Zukunft von GIOPAGANI aus? GIO PAGANI Ich bin sehr abergläubisch, wenn es um Zukunftsvor-

hersagen geht, daher bevorzuge ich es, diese Frage nicht zu beant-

GIO PAGANI

worten. Ich werde weiter mit Leidenschaft an meinem Design arbei-

Interior Designer

ten, ohne mir um das Kommende Gedanken zu machen. 

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www.giopagani.com


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ADVERTORIAL • HOLDING GRAZ

GRAZ(ER)LEBEN Grazer:innen sind bereits in ihre Stadt verliebt, Besucher:innen spätestens nach ihrem Aufenthalt — die steirische Landeshauptstadt zeichnet sich durch ihr vielfältiges Shoppingangebot, ihr gut ausgebautes Öffi-Netz, ihre besonderen Freizeitaktivitäten sowie ihr mediterranes Lebensgefühl aus. Wir laden Sie © Foto Fischer

ein, sich in Graz rundum wohlzufühlen.

Wer durch die Herrengasse und die historischen Seitengässchen schlendert, kommt am Einkaufstrubel nicht vorbei: In

Wer einen Ausklang im Grünen bevorzugt, macht am besten einen Abstecher

Graz reihen sich Traditions- und Familienbetriebe neben

zum Thalersee. Das im September eröffnete Waldcafé Thalersee bietet ein

junge Designer:innen und internationale Stores — und bieten

architektonisches und geschmackliches Erlebnis der Superlative.

daher für jede:n das perfekte Shoppingerlebnis. Bezahlen kann man in Graz ganz einfach mit dem GrazGutschein, der sich bei

Nach einem Tag in der Innenstadt freut man sich, ein biss-

Einheimischen sowie bei Besucher:innen als ideales Geschenk

chen Entspannung und Erholung genießen zu können. Wer im

etabliert hat. Was den Einkaufsgutschein so besonders macht?

Zentrum bleiben möchte, dem ist der Schloßberg mit seinem

Er ist in knapp 800 regionalen Partnerbetrieben und sogar auf

atemberaubenden Ausblick über die rote Dächerlandschaft oder

Grazer Bauernmärkten einlösbar und bietet als „Grazer Wäh-

eines der Spa- und Wellnessbäder ans Herz zu legen. Auster

rung“ eine Vielzahl unterschiedlicher Einlösemöglichkeiten.

Wellnessbad, Spa zur Sonne sowie Stukitzsauna bieten ein breites Angebot, um zu entspannen. Actionreicher wird es am Schöckl: Auf den „Hausberg“ der Grazer:innen geht es mit der Seilbahn oder zu Fuß auf 1.436 m Seehöhe. Oben angekommen, sorgen Wandertouren, ein barrierefreier Motorikparkour, eine Downhillstrecke, ein Disc-GolfParcours sowie ein für alle zugänglicher Panoramaweg für

© Lupi Spuma

unvergessliche Momente.

VERNETZT MIT DEN ÖFFIS

GrazGutscheine sind online erhältlich unter holding-graz.at/grazgutschein sowie bei folgenden Verkaufsstellen: Holding Graz, Andreas-Hofer-Platz 15 / Graz Tourismus Information, Herrengasse 16 / Lotto Treff, Jakominiplatz 17 Die GrazMobil-App downloaden unter: holding-graz.at/grazmobil

Im Zentrum ist man am besten mit Straßenbahn und Bus unterwegs. Tickets können ganz einfach mit der kostenlosen

Durch unsere Freizeitangebote stöbern unter: holding-graz.at/freizeit

GrazMobil-App am Smartphone gekauft werden. Zusätzlich können Abfahrtszeiten in Echtzeit abgerufen und mit dem Routenplaner die besten Strecken geplant werden. Die Altstadtbim macht’s möglich, Straßenbahnen in der Innenstadt zwischen Haupt- und Jakominiplatz plus jeweils eine Station kostenlos zu nutzen.

AIOLA LIVING • AUSGABE 9


AIOLA INTERIOR

TALKING TRENDS

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Yasaman Eskandari & Lukas Kunter

Frischer Wind an kalten Tagen. Draußen frostig, drinnen wohlig und dazwischen wunderschön bedeckt. Kuscheldecken, Polsterbetten, Daunenjacken. Kürzere Tage und längere Behaglichkeit. Interior-Design-Duo Elisabeth Böck und Thomas Bucher sowie Fashion-Experte Stephan Lanzer erzählen, wie man Herbst und Winter mit Aiola Living am schönsten schmückt. Für alle Produkte gilt: Preise in Euro, Stand Oktober 2022. Änderungen vorbehalten.

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TALKING TRENDS

Raumgestaltung ist wie ein großes Puzzle — auch wenn es anfangs nicht einfach scheint, gibt es für mich kein schöneres Gefühl, als am Ende zu sehen, wie jedes Stück seinen richtigen Platz im großen Ganzen findet. THOMAS BUCHER

Elisabeth Böck und Thomas Bucher arbeiten als Interior Designer:innen und Store Manager:innen im neuen AIOLA LIVING STORE. Gemeinsam mit Judith Schwarz entwickelt das

kreative Duo Raumkonzepte für Privat- und Geschäftskund:innen.

Womit beginnst du bei der Raumgestaltung? Was ist das erste Element? ELISABETH BÖCK Das kommt ganz darauf an, was bei einem Raum thematisch am

wichtigsten ist. Steht das gemeinsame Essen im Mittelpunkt? Dann beginne ich ganz klar beim Esstisch. Soll ein Raum zum Wohnen oder Entspannen genutzt werden? Dann wähle ich als Erstes das Sofa aus. Was sind deine Prinzipien bei der Raumgestaltung? ELISABETH BÖCK Interior Design muss immer der Wohnsituation angepasst wer-

den. Ich nehme mir daher immer Zeit mit Kund:innen herauszufinden, wie der Raum gelebt wird. Funktionalität sollte nie komplett von ästhetischen Ansprüchen verdrängt werden. Im Gespräch erfahre ich sehr gut, wie ein Raum für seine Bewohnerund Benutzer:innen funktionieren soll. Erst danach beginne ich mit der Gestaltung. Wann bist du mit der Gestaltung eines Wohnraumes zufrieden bzw. fertig? ELISABETH BÖCK Ein Einrichtungsprojekt ist für mich dann abgeschlossen, wenn

sich Kund:innen zu Hause fühlen. Gestalterisch stehen am Ende eines Projektes für mich immer die finalen Accessoires — etwa um den Raum stimmig abzurunden oder bewusste Akzente zu setzen.

AIOLA LIVING • AUSGABE 9


AIOLA INTERIOR

01 Hängeleuchte „Jenna“ 806,–

02 Vase „Pinus“ je 132,–

03 Anrichte „Blackbone“ 3.880,–

Was darf eurer Meinung nach in keinem Raum fehlen? ELISABETH BÖCK Teppiche — und zwar in allen Farben,

Formen und Materialien. Ein schöner Teppich verleiht jedem Wohnort sofort ein Stück mehr Gemütlichkeit — und

04 Teppich „Ravel“ 465,–

das nicht nur in Innenräumen! Outdoorteppiche können stilistisch wahre Wunder vollbringen und jede Terrasse und jeden Balkon in eine Wohlfühloase verwandeln. THOMAS BUCHER Die wenigsten denken daran, Teppi-

che auch im Freien als Gestaltungselement zu nutzen. Dabei machen sie wirklich einen gewaltigen Unterschied und schaffen eine tolle Atmosphäre — Eyecatcher sind sie noch dazu. Für mich sind aber Tapeten ein absolutes Must-have! Besonders liebe ich unsere Tapeten von LondonArt, da diese — im Gegensatz zu den klassischen — meist nicht auf sich wiederholende Muster setzen, sondern nur ein großes Motiv auf der ganzen Wand abbilden. So entstehen riesige Gesamt05 Kunstblume 20,–

06 A.P.C. Umhängetasche 630,–

kunstwerke, die jedem Raum das gewisse Etwas verleihen. Welche Wohntrends können wir derzeit beobachten? THOMAS BUCHER Minimalistische Kompositionen und

natürliche Materialien, Stoffe und Farben sind gerade sehr stark im Kommen. Bei unseren Kund:innen, die oft Trendsetter:innen sind, sehe ich aber immer wieder deutliches Interesse an extravaganten Einzelstücken, um mit besonderen Designelementen Akzente zu setzen.

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TALKING TRENDS

Wenn Kund:innen bei der Einrichtung unsicher sind, wie unterstützt du sie bei der Auswahl der Interior Pieces? THOMAS BUCHER Ich denke, eine meiner Stärken ist es,

mich gut in Kund:innen hineinversetzen zu können und ihre 08 Couchtisch „Popeta“ 500,–

07 Sonnenbrille „Aiola“ Auch in Schwarz & Braun erhältlich. 139,–

Vorstellungen umzusetzen. Meiner Meinung nach haben wir im AIOLA LIVING STORE ein unglaublich großes Sortiment, das durchaus etwas überfordernd sein kann, wenn man nicht gezielt weiß, wonach man sucht. Nach einigen Gesprächen stelle ich daher meistens individuelle Produktpaletten für meine Kund:innen zusammen, die deren Wünsche erfüllen und ihren Geschmack treffen. So entdecken diese oft Dinge, die sie in der Menge vielleicht übersehen hätten, und können sich auf das Einrichten selbst konzentrieren. Wie bringst du dich selbst in Raumkonzepte für Kund:innen mit ein?

09 Sessel „Londa“ 1.582,–

THOMAS BUCHER Ich stelle immer wieder fest, dass vie-

le unserer Kund:innen oft bereits sehr schöne Möbelstücke zu Hause haben, sich aber schwertun, diese zu einem stimmigen und vollendeten Interior Design zusammenzufügen. Hier kommen wir ins Spiel. Vorhandene Stücke stimmig mit unseren Produkten zu kombinieren, ist für mich wie ein Puzzle — auch wenn es anfangs nicht so einfach scheint, gibt es kein schöneres Gefühl, als am Ende zu sehen, wie jedes Stück seinen richtigen Platz im großen Ganzen findet.

10 Buch „Elvis and the Birth of Rock and Roll“ 58,–

11 Bunter Spiegel „Bellagio“ 200,–

12 Esstisch „Durban“ 2.982,–

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Was sorgt vor allem in der kalten Jahreszeit für ein gemütliches Wohngefühl? ELISABETH BÖCK Materialien mit interessanter Haptik.

Herbst und Winter halten am schönsten in Form von Pölstern, Decken und hochflorigen Teppichen Einzug in unsere Räume. Kerzen, die einen etwas üppigeren Duft im Raum verbreiten, runden ein gemütliches Wohnerlebnis ab. Meine Empfehlung sind die Duftkerzen von Baobab, die nicht nur gut riechen, sondern auch sehr cool aussehen. THOMAS BUCHER Dem schließe ich mich an. Ohne viel

Aufwand schafft man durch warmes (Kerzen-)Licht und das

13 AMI Paris Schal „Ami de Cœur“ 250,–

bewusste Einsetzen von Gerüchen ein positives und gemütliches Raumgefühl. Schrill und bunt oder doch lieber ruhige, neutrale Farben für den Herbst und Winter? ELISABETH BÖCK Ich persönlich liebe neutrale und ruhi-

ge Interieurkonzepte für Wohnräume. Im Herbst und Winter greife ich da bei der Farbwahl gerne zu warmen Goldtönen.

14 Stehleuchte „Maison“ 392,–

Bei der Gestaltung von Schaufenstern, Auslagen, Veranstaltungen oder bestimmten Installationen darf es aber farblich gerne auch so richtig knallen!

15 Copenhagen Studios Boots „Vitello“ 239,–

17 Strick-Plaid „Drake“ 102,– 18 LondonArt Tapete „The man who sold the world“ by GIOPAGANI ab 104,– pro m 2

19 Hocker „Kimi“ 192,– 20 Sofa „Statement Bouclé“ 2.859,–

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16 Beistelltische „Dakwa“ 356,– und 313,–


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TALKING TRENDS

Was sind die modischen Must-haves der Herbst/WinterSaison 2022? STEPHAN LANZER Grundsätzlich sehen wir einen Trend

Richtung oversized Strick sowohl bei Damen- als auch Herrenmode. Weite Schnitte, grober Strick in allen Farben und Formen — vor allem mit Pullis und Westen kann man da nichts falsch machen. Was diesen Herbst und Winter im Schrank nicht fehlen sollte: College-Jacken. Das ist definitiv ein Trend, den wir sowohl in der Damen- als auch Herrenmode beobachten können. Wie geht man am besten wohlig-warm und stilsicher durch die kalte Jahreszeit? STEPHAN LANZER Die Daune ist zurück. Eigentlich war

sie wohl nie weg. Und dabei meine ich gar nicht nur „echte“ Daunenjacken, sondern ebenso die veganen Alternativen. Egal ob gemustert oder klassisch einfärbig — mit einer schö-

21 Coffee Table Books „MOSCHINO“ & „Helmut Newton. Legacy" 290,– und 92,–

nen Daunenjacke hält man sich im Winter stilsicher warm. Außerdem im Trend: „Fake-Fur“ in allen Varianten, etwa bei Mänteln und Jacken, aber vor allem bei Mützen. Hier auch gerne in knalligen Farben wie etwa neongrün, pink oder blitzblau. Grundsätzlich bin ich ein großer Verfechter von „Mut zu Farbe“ in der kalten Jahreszeit, um unauffälligere Outfits ein wenig zu beleben. Mein Tipp: Am besten, man beschränkt sich auf zwei bis drei Farben pro Outfit, die stimmig kombiniert werden können. Zu viele Farben erschweren die Outfitkreation, aber hier und da ein paar schrille Farbkleckse wirken oft Wunder im Styling. Wer sich lieber in gedeckteren Farben kleidet, kann etwa mit auffälligeren und farbenfrohen Accessoires Akzente setzen.

22 Nanushka gefütterte Jacke 695,– 23 AMI Paris Mütze „Ami de Cœur“ 110,–

Stephan Lanzer ist Mode-Experte und leitet im AIOLA LIVING STORE den LNZR Fashion-Bereich. Von lässigen Lederjacken über

Abendkleider bis hin zu ausgefallenen Accessoires und Schuhen bekannter Marken wird hier jede:r stilbewusste Trendsetter:in fündig.

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AIOLA INTERIOR

24 APPARIS Bucket Hat 125,–

Wie kann ich modisch im Trend liegen und trotzdem meine ganz persönliche Note in Outfits miteinfließen lassen? STEPHAN LANZER Eigentlich gibt es keine Regeln, die

auf Biegen und Brechen befolgt werden müssen. Wichtig ist, dass ich mich in einem Outfit wohlfühle. Auch wenn jemand zum Beispiel zehn verschiedene Farben in einem Styling kombiniert — wenn diese Person sich mit diesem Outfit identifizieren kann, wenn sie es selbstsicher trägt und sich daran erfreut, kommt es authentisch rüber. Ab dem Moment, wo man das Gefühl hat, sich zu verkleiden, um Regeln zu befolgen, spürt das auch das Umfeld. Das ist nicht der Sinn von

25 KHRISJOY Gilet „Graffiti“ 1.050,–

Mode. Viel eher sollte man damit ausdrücken können, wer man wirklich ist. Ganz egal ob mit einer Marken-Lederjacke oder einem selbst gemachten Filzhut. Niemals ohne meine ... ? STEPHAN LANZER Weißen Sneaker. Die sehen einfach

immer cool aus.

26 AUTRY Sneaker „Medalist“ 160,–

27 ASSOULINE Travel Books ab 109,– 28 Golden Goose Socken 50,–

29 QEEBOO Tischleuchte „Teddy Boy“ 349,–

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30 QEEBOO Marco Oggian Collection Teppich „Show me what you got“ 940,–


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TALKING TRENDS

31 Anhänger „Nutcracker“ 14,–

32 Baobab Winteredition Duftkerzen-Set „Django“ ab 84,–

33 Kerzenständer „25 Arms“ 750,–

Mit unserer Herbst- und Winterausgabe rückt auch die Weihnachtszeit immer näher: Weihnachtsdekoration — ja oder nein? THOMAS BUCHER Definitiv ja! Zu Weihnachten erschaf-

fen wir hier im AIOLA LIVING STORE ein richtiges Winter Wonderland zum Eintauchen und Entdecken. Von Baum-

34 Christbaumständer „Bowing Deer“ 2.340,–

schmuck in allen Farben und Formen, mint- und roséfarbenen Christbäumen bis hin zu zwei Meter hohen Hirschfiguren, die als Christbaumständer fungieren — das muss man gesehen haben! Wie dekoriert man für Weihnachten, ohne dass es zu übertrieben kitschig wird? ELISABETH BÖCK Wenn man innerhalb einer „Farbwelt“

bleibt, kann man den Kitsch meiner Meinung nach ganz gut umgehen. Ich persönlich liebe es allerdings, einmal im Jahr alles „überzudekorieren“. In der Weihnachtszeit gibt es für mich gestalterisch kaum ein Zuviel — danach hat man wieder

35 Kugel „Red Tassel“ 17,–

36 Serax Besteck-Set „Zoë“ 600,–

die perfekte Gelegenheit, clean und puristisch ins neue Jahr zu starten. 

AIOLA LIVING STORE Schmiedgasse 8–12 8010 Graz +43 (0)316 811 911–90 www.aiolalivingstore.com

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ADVERTORIAL

VISIONÄR MIT FEINGEFÜHL Wohnen beginnt bei einer Idee, die zu einem durchdachten Plan heranwächst und schließlich zu einem vollendeten Ergebnis führt. Erst durch Harmonie und Einklang aller Komponenten entsteht Architektur, die sich abseits vom Mainstream zeitlos zeigt. Im Gespräch mit Baumeister Ing. Andreas Hofer, der sich der Realisation von Gebäuden widmet, die mehr als nur schön sind.

Sie sind Baumeister und realisieren stilvolle Architektur. Wie lassen sich diese Disziplinen vereinen? ANDREAS HOFER Stilvolle Architektur und fundierte Baupla-

nung stehen nicht im Widerspruch zueinander. Mit der richtigen Kompetenz und dem nötigen Know-how lässt sich ohne weiteres Außergewöhnliches schaffen. Welche Projekte realisieren Sie am liebsten? ANDREAS HOFER Das ist, als würde man einen Vater fragen,

welches seiner Kinder er am liebsten hätte. (lacht) Wichtig ist, dass die Beziehung zwischen Bauherr:in und Planer:in passt.

Vor mittlerweile zehn Jahren haben Sie Andreas Hofer Architektur gegründet. Welche Werte liegen Ihrem Unternehmen zugrunde? ANDREAS HOFER Ich denke, mein Unternehmen zeichnet sich

vor allem durch sehr stark gelebte Werte aus: Zuverlässigkeit, Individualität und Leidenschaft in Planung und Umsetzung treiben mich seit jeher an. Ich sehe mich gerne als Visionär, der keine Scheu davor hat über den Tellerrand zu blicken und die Dinge aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Ich identifiziere mich zu 100 Prozent mit dem, was ich tue, und lasse mich von der Kreativität Außergewöhnliches zu schaffen leiten. Was treibt Sie in Ihrem Beruf an? Woraus schöpfen Sie Inspiration? ANDREAS HOFER Wenn ich die Wünsche und Visionen meiner

Kunden:innen zu ihrer vollsten Zufriedenheit umsetzten kann und ihre Erwartungen vielleicht sogar noch übertreffen kann, ist das ein fantastisches Gefühl. Viele vertrauen mir mit einem Projektauftrag die Umsetzung ihres Lebenswerkes an. Jedes Projekt ist einzigartig, genauso wie jede:r, die:der mit einem Auftrag an mich herantritt. Ich sehe es als meine Aufgabe, den Charakter und die Authentizität der Kund:inne kennenzulernen und diese in die Architektur seines Projektes/Lebenswerkes einfließen zu lassen. Nur so entstehen Gebäude, die als authentisch wahrgenommen werden. Inspiration schöpfe ich dabei aus zahlreichen Quellen. Ein großer Faktor ist für mich die Natur, das Reisen und die bewusste Wahrnehmung meiner Umwelt. Wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht, gibt es so viel Herrliches und Ideengebendes zu erfahren.

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ANDREASHOFER ARCHITEKTUR

Aus einer harmonischen Zusammenarbeit entstehen nämlich die allerschönsten Projekte. Meine Leidenschaft für diesen Beruf habe ich zu Beginn mit der Planung von Wohnhäusern und Villen entdeckt. Nach und nach hat sich mein Tätigkeitsfeld dann auch auf exklusive Wohnbauten und zuletzt Großprojekte für Gastronomie und Hotellerie ausgedehnt. Momentan bereitet mir der Trend zu Chalets sehr große Freude. Was bedeutet es in Ihrem Beruf authentisch zu bleiben? ANDREAS HOFER Jeder Mensch ist auf seine Weise einzigartig.

Für mich ist es daher in der Zusammenarbeit mit Kund:innen sehr wichtig, auf diese Einzigartigkeit einzugehen und diese in die Architektur zu übertragen. Schlussendlich sollte sich jede:r mit dem geschaffenen Gebäude identifizieren können. Erst dann kann man von einem gelungenen Projekt sprechen. Meine Arbeit bedarf dahingehend sehr viel Feingefühl und Menschenkenntnis. Ich möchte bei jedem meiner Kund:innen wissen, was sie begeistert, wofür sie brennen und was ihre Wünsche sind. Die Individualität des Einzelnen steht da bei mir ganz klar vor meiner Selbstverwirklichung.

ANDREASHOFER ARCHITEKTUR Dietmannsdorf 34 • 8181 St. Ruprecht/Raab +43 (0)664 874 621 4 vision@andreashofer-architektur.at Instagram: andreashofer_architektur www.andreashofer-architektur.at

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AIOLA KULINARIK

KULINARIK Während kalten Herbst- und Wintermonaten haben wir wieder genug Zeit und Raum, um uns dem kulinarischen Genuss ganz hinzugeben. Facettenreich wie eh und je, zeigt er sich in innovativen Formen, auditiver Gestalt oder auf einer Reise durch die Vergangenheit. Wir begegnen dem Genuss mit unvoreingenommener Neugier und lassen ihn auf alle Sinne wirken.

HARTE SCHALE, WEICHER KERN Aus einem Abfallprodukt der Obstindustrie einen nachhaltigen Rohstoff kreieren — diese Mission hat sich das niederösterreichische Start-up „Kern-Tec“ auf die Fahne geschrieben. Mit der Marke Wunderkern revolutioniert das junge Unternehmen mit geretteten Obstkernen derzeit die Lebensmittel-

MOLTO BENE!

industrie. Ihr neuester Coup: eine

Fluffig-frischer Teig trifft auf aromatische To-

pflanzliche Milchalternative aus Maril-

maten und lässt mediterranem Lebensgefühl

lenkernen. Die harten Kerne über-

freien Lauf. Getoppt wird das beliebte Duo mit

zeugen in punkto Nachhaltigkeit durch einen geringeren

allem, was schmeckt. Aber das Besondere an

CO 2 -Ausstoß und Wasserverbrauch im Vergleich zu Mandel,

den schmackhaften Mini-Focaccias aus dem

Hafer und Soja. Jeder „Kern-Drink“ rettet 82 Marillenkerne

AIOLA IM SCHLOSS ist der Ort, an dem sie

und passt durch den nussigen Geschmack hervorragend zu

gebacken werden: der neue Steinofen, der die

Kaffee oder klassischen Süßspeisen wie Kaiserschmarren.

Grillstation im Freien ergänzt. Feuerholz und

www.wunderkern.com

heiße Glut machen den Teig erst so richtig knusprig. Der Ofen ist außerdem ein optisches Highlight, das geschmacklichen Hochgenuss bei den gemütlichen BBQ-Abenden, auf Firmenfeiern oder für die Agape von Hochzeiten garantiert.

SCHÖNER ESSEN Mit steigendem Wohlstand der Gesellschaft während den Wirtschaftswunder-Jahren wurde Kochen und Essen immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Gemütliches Beisammensein am reich und schön gedeckten Esstisch erfreute sich nach den harten Kriegsjahren großer Beliebtheit. Die Ausstellung „Schöner Essen. Amboss Design und Tischkultur 1950–1970“ im Möbelmuseum Wien zeigt diese Entwicklung auf eindrucksvolle Weise anhand der Geschichte des österreichischen Besteckerzeugers Neuzeughammer Ambosswerk im Steyrtal. Diese kann noch bis zum 16.04.2023 besucht werden. © Kristina Sammer

Schöner Essen.

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Amboss Design & Tischkultur 1950–1970 Ausstellungsdauer: 28.09.2022–16.04.2023 Möbelmuseum Wien / Andreasgasse 7 • 1070 Wien www.moebelmuseumwien.at


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INSPIRATION

MORE BUBBLES, LESS TROUBLES Wenn die Gedanken sich zwischen coolen Beats und exzellenten Drinks verlieren, die Nacht zum Tag wird und das Leben im Moment stattfindet, dann ist wieder Miezwoch © You never drink alone

in der KATZE KATZE. Jeden Mittwoch kann hier inmitten der Grazer Altstadt zu live DJ-Sets gevibed, getrunken und gefeiert werden. Unter dem Motto „More bubbles, less troubles“ schenkt der Abend diese Saison endlos Champagner aus und der Alltag macht Platz für das Unerwartete.

YOU NEVER DRINK ALONE Jung-Winzerin Juliane Eller (JUWEL Weine) und die Social-Media-Marketing-Expertin Ann-Kathrin Schmitz verbindet eine große Leidenschaft: Wein. Und um diesen dreht sich auch alles in ihrem gemeinsamen Podlustigen Atmosphäre wird Wissenswertes über das beliebte Kulturgut geteilt, werden Herausforderungen beim Weinanbau diskutiert oder Tipps für die nächste Weinver-

© Lukas Kunter

cast You never drink alone. In einer locker-

kostung gegeben. Unterhaltsam, lustig und informativ. Für Weinkenner:innen und solche, die es noch werden möchten. Cheers!

© Juno The Bakery

Einfach den QR–Code scannen & anhören.

TRENDY BUNS Luftig, süß und voller Geschmack — die handgemachten nicht ohne Grund stadtbekannt. Frisch gemahlener schwarzer Kardamom und dänische Butter sorgen für ein intensives Geschmackserlebnis und einen unwiderstehlichen Duft. Instagram: juno_the_bakery

© Markus Mansi

Kardamom Buns von Juno The Bakery in Kopenhagen sind

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AIOLA KULINARIK

FEUER & FLAMME

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Lukas Kunter & Kristina Sammer

Ein Ort im Herzen der Altstadt, ein Lokal mit Persönlichkeit und ein Konzept, das von rauchigen Aromen und Herzlichkeit lebt. Das Rostmary hat am Grazer Mehlplatz ein Zuhause gefunden und es für alle Besucher:innen in bodenständiger Gemütlichkeit erstrahlen lassen. Geschäftspartner Gernot Büttner-Vorraber und Alexander Maria Robin zeigen, was hinter der feurigen Rostmary und ihrem liebsten Begleiter steckt.

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ROSTMARY • FEUER UND FLAMME

Wir wollten dem Lokal ein Gesicht geben — und Mary mit ihrem Huhn hat uns auf Anhieb gut gefallen. Sie ist freundlich, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und lässt niemals jemanden hungrig nach Hause gehen. GERNOT BÜTTNER-VORR ABER

Seriengriller: Gernot und Alex sehen rot — im positiven Sinne. Das Duo passt so gut zusammen wie Ribs und BBQ-Glaze und führt neben dem OPERNCAFÉ nun auch das ROSTMARY gemeinsam.

Lederne Polsterbänke in sanftem Braun zwischen dunklen Holztischen mit grober Struktur. Helle Lampen, die unter dem Gewölbe tanzen und darauf warten, den Geschichten der Gäste zu lauschen. Kissen werden aufgeschüttelt und liebevoll platziert, Besteck poliert und Speisekarten sortiert. Zwischen klirrenden Gläsern und präzise aufeinander abgestimmten Handgriffen liegt das rege Treiben der Altstadt gefühlt weit entfernt. Vorfreude knistert in der Luft, während im Bauch des Lokals seit den frühen Morgenstunden ein Suppentopf gemächlich vor sich hin köchelt. Über die Boxen tragen die Dire Straits unterdessen mit „Sultans of Swing“ ein wenig Gelassenheit bis in die letzten Winkel des Lokals.

BBQ, BIER AND A PLACE TO BE MERRY Unter diesem Motto werden am Grazer Mehlplatz seit September 2022 im ROSTMARY allerlei Köstlichkeiten vom Grill gezaubert. Von Spare Ribs St. Louis Cut und Crispy Chicken Wings über eine breite Selektion an hauseigenen Soßen und Sides bis hin zu veganem Chili sin Carne sollen hier nicht nur eingefleischte Grillfans, sondern alle satt werden. Aber wer ist denn nun diese Rostmary? Das personifizierte BBQ-Lokal am Grazer Mehlplatz zeigt sich in Gestalt einer sympathischen Dame mittleren Alters mit lockerem Dutt und freundlichem Blick. „Wir wollten dem Restaurant ein Gesicht geben“, lacht Gernot, „und Mary hat uns auf Anhieb super gefallen. Sie ist freundlich, hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, kocht gerne für alle, die bei ihr vorbeischauen, und lässt nie jemanden hungrig nach Hause gehen.“ Charakterzüge, die zweifelsohne auch auf die beiden Inhaber zutreffen. „Ich denke, wir können uns beide sehr gut mit Mary identifizieren, auch wenn sich unsere optischen Gemeinsamkeiten in Grenzen halten“, lacht Alex.

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LOKAL MIT CHARAKTER Mit dem Aufschwingen der Glastüren strömen die Geräusche der Stadt in das Lokal, das schon darauf gewartet hat, besucht zu werden. Gemächlicher Blues vermengt sich mit dem Klang von entspannten Schritten auf Pflastersteinen. Gläser klirren, als man von Euphorie erfüllt auf Lebensgeschichten anstößt. Aus dem Zapfhahn tropft Bierschaum unbemerkt in ein frisches Glas, während sich das Lokal langsam füllt. „Ich denke, wir brauchen noch ein Huhn“, murmelt Gernot und betrachtet den kleinen Sims unter dem geschwungenen Gewölbe, „nur so eine kleine Figur, die wir dort hinsetzen. Vielleicht rot lackiert, damit man weiß, dass es zur Deko gehört.“ Der Betriebsleiter des ROSTMARY rückt einen der vielen Bilderrahmen an der Wand zurecht und betrachtet dabei schmunzelnd die feuerroten Motive, die das gesamte Lokal zieren. Auf grauen Wänden mit wilder Struktur hängen Bilderrahmen in allen Größen und zeigen die Abenteuer von Mary und ihrem Huhn. Mal trägt sie ihren gefiederten Freund von A nach B, mal sieht man die beiden beim Feiern und Kochen. Dazwischen lachen immer wieder die beiden Betriebsleiter von der Wand und es wird klar ersichtlich: Hier soll man Spaß haben. Sich wohlfühlen. Und ungezwungen das Leben feiern, egal wie lustig, laut und schräg es gerade daherkommt.

Auf den grauen Wänden mit wilder Struktur hängen Bilderrahmen in allen Größen und zeigen die Abenteuer von Mary und ihrem Huhn namens Jeffrey.

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ROSTMARY • FEUER UND FLAMME

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EIN ORT FÜR ALLE „Geschmorte Prime Beef Short Ribs mit Süßkartoffelstampf, ROSTMARY’s BBQ-Glaze, Pimientos de Padron und Rotkraut-Coleslaw.“ Der Kellner lächelt, als er die Variation aus bunten, rauchigen und herrlich duftenden Speisen am Tisch abstellt. Er trägt eine Fliege aus Holz und seine schwarzen Schuhe zieren feuerrote Schnürsenkel. „Ich bin Thomas und falls ihr noch etwas braucht, sagt einfach Bescheid.“ Er lächelt auch im Gehen noch. „Bei all den Details rundherum darf man eines nicht vergessen: Die Kulinarik steht im Mittelpunkt“, erklärt Alexander Maria Robin. Bei der Kreation der Speisekarte wolle man daher vor allem eines: mit Geschmack verführen. ROSTMARY soll beeindrucken — nicht etwa, weil man hier Hauben oder Sternen nachjagt, sondern viel eher, weil die Küche alle überzeugen soll, die Geschmack genießen können. „Arbeiter:innen in der Mittagspause, Student:innen nach der bestandenen Prüfung, das Pärchen am Jahrestag — die Leute sollen sich wohlfühlen und zu uns kommen, weil es einfach schmeckt und gemütlich ist,“ erklärt Gernot. Das breit gefächerte Getränkesortiment soll zur ungezwungenen Wohlfühlatmosphäre beitragen. Einfach vorbeikommen ­— mit oder ohne Krawatte, zu Mittag, am Abend, unter der Woche oder am Wochenende. Wann auch immer man ROSTMARY besuchen möchte, sie hält ein Plätzchen bereit — außer sonntags, da ist Ruhetag. Neben der Bar hat gerade eine Gruppe junger Menschen Platz genommen und amüsiert sich über die Illustrationen in der Speisekarte. Im Bauch des Lokals schwärmen zwei ältere Damen vom Dessert, während der Stammtischrunde am Nebentisch gerade Grillspieße in allen Varianten serviert werden. Draußen wird es bereits dunkel, doch darüber scheint hier niemand

ROSTMARY

nachzudenken. „Sultans of Swing“ erklingt zum zweiten Mal an diesem Tag aus den Musik-

Mehlplatz 3

boxen im Lokal. Man lacht, trinkt, isst, bestellt nach und lässt sich treiben. Im Gewusel der

8010 Graz

Gelassenheit tanzt ein streunendes Huhn an Wänden entlang und macht es sich unter dem

+43 (0)316 828 701

Gewölbe gemütlich. Bei ROSTMARY finden alle einen Platz. 

www.rostmary.at

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AIOLA KULINARIK

BAKING HAPPINESS REZEPTE Hannah Uhan • FOTOGRAFIE Kristina Sammer

Backe, backe Glücksgefühle. Wann, wenn nicht in der kalten Jahreszeit, lassen sich süße Kreationen aus Zimt und Zucker so ausgiebig genießen. Zwischen kandierten Nüssen, Muskatnuss und Mehlstaub gewährt uns Aiola Patissière Hannah Uhan einen Blick in ihr eigentlich streng geheimes Rezeptbuch und sorgt für Seelenwohl an kalten Tagen.

CINNAMON ROLLS ZUTATEN für 12 Zimtschnecken 750 g Mehl 2 Pkg. Trockengerm 90 g Zucker

ZUBEREITUNG Mehl, Trockengerm, Zucker und Salz in eine Schüssel geben. Butter und Milch lauwarm erwärmen, zur Masse hinzufügen. Die Masse mit Knethaken 10–20 Minuten

120 g Butter

zu einem geschmeidigen Teig kneten und

375 ml Milch

an einem warmen Ort ca. 1 ½ Stunden auf-

1 gestrichener TL Salz

gehen lassen. Ofen auf 175° Heißluft vorheizen. Arbeitsfläche mit Mehl bestreuen,

FÜLLUNG

den aufgegangenen Teig kurz durch-

ca. 125 g geschmolzene Butter

kneten und zu einem Rechteck ausrollen.

ca. 190 g brauner & weißer Zucker

Geschmolzene Butter großzügig auf dem

gemahlene Nüsse & Zimt nach Belieben

Teig verteilen, Zucker, Zimt und Nüsse darüberstreuen. Teig von der langen Seite aufrollen und in gleichmäßige Stücke tei-

FROSTING

len. Mit zerlassener Butter bestreichen, in

300 g Frischkäse

die mit Butter ausgestrichene Form geben

120 g Staubzucker

und ca. 30 Minuten goldbraun backen.

1 MS gemahlene Vanille

Auskühlen lassen. Für das Frosting alle Zutaten miteinander verrühren, in einen Spritzbeutel füllen, anschließend die erkalteten Zimtschnecken verzieren.

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BAKING HAPPINESS • REZEPTE

SPEKULATIUS CHEESECAKE

ZUTATEN für 1 Kuchen ∅ 26 cm

ZUBEREITUNG Kekse zerkleinern, mit geschmolzener

250 g (Mandel-)Spekulatius

Butter vermengen und in eine mittelgroße

125 g geschmolzene Butter

Springform drücken. Ofen auf 175° Heißluft vorheizen; den Boden ca. 10 Minuten

FÜLLUNG

vorbacken, dann die Temperatur auf 160°

700 g Frischkäse

reduzieren. Für die Füllung Frischkäse,

250 g Sauerrahm

Sauerrahm, Zucker, Zitronenabrieb und

200 ml Schlag 4 Eier 200 g Zucker 1 Pkg. Vanillezucker Abrieb einer Biozitrone Zimt, Vanille, Spekulatius- oder Apfelstrudelgewürzmischung

Gewürze kurz cremig rühren. Eier einzeln unterrühren und abschließend langsam das flüssige Schlagobers untermischen. Auf den Kuchenboden gießen und die Springform vorsichtig auf die Arbeitsfläche klopfen, um Luftblasen zu vermeiden. 50 Minuten backen. Für das Frosting alle Zutaten miteinander verrühren. Kuchen

FROSTING

250 g Crème fraîche 3 EL Staubzucker

Vanille & Gewürze nach Belieben

kurz abkühlen lassen, danach das Frosting darauf verteilen. Den vollständig abgekühlten Cheesecake einige Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen und abschließend mit den restlichen Spekulatiuskeksen dekorieren.

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AIOLA KULINARIK

TRADITIONAL PUMPKIN PIE ZUBEREITUNG Für das Kürbispüree den Kürbis in Stücke schneiden und mit Ahornsirup, Honig und Gewürzen marinieren. Im Ofen weich garen und anschließend fein pürieren und abkühlen lassen. Für den Kuchenboden alle trockenen Zutaten in eine Schüssel geben. Das Ei und die Butter (in kleine Stücke geschnitten) hinzugeben; alles schnell zu einem Teig verkneten. Teig ausrollen und eine mit Butter gefettete Tarteform damit auskleiden — kalt stellen. Den Ofen auf 160° Heißluft vorheizen. Für die Füllung Frischkäse und

ZUTATEN für 1 Kuchen ∅ 26 cm 250 g Mehl 50 g gemahlene Mandeln ½ TL Backpulver 100 g Zucker 1 MS Zimt 150 g Butter 1 Ei

Crème fraîche mit dem Zucker cremig rühren. Kürbispüree, Gewürze sowie Eier hinzufügen. Zum Schluss Speisestärke unterrühren. Die Masse auf den gekühlten Mürbteigboden gießen und ca. eine Stunde backen. Den Kuchen abkühlen lassen und mit frischem Schlagobers servieren.

KÜRBISPÜREE 750 g Hokkaidokürbis (entsprechen in etwa 600 g Kürbispüree) Ahornsirup Honig

FÜLLUNG 600 g Kürbispüree 200 g Frischkäse 150 g Crème fraîche 175 g brauner Zucker 1–2 EL Speisestärke 3 Eier Pumpkin-Pie-Spice-Gewürzmischung oder Zimt, Muskat, Ingwer, Piment, Vanille

Schon gewusst? Pumpkin Pie ist ein traditioneller Nachtisch der USamerikanischen Küche, der besonders gern zu Halloween, Thanksgiving und Weihnachten serviert wird — perfekt also für jeden winterlichen Anlass.

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ADVERTORIAL • RAIFFEISEN

BESTÄNDIGKEIT & INNOVATION Dank außergewöhnlicher

Kund:innenorientierung und

starken inneren Werte gelingt es der Raiffeisen Landesbank

(RLB) Steiermark auch in Zeiten der Veränderung, die Aspekte Mensch, Umwelt und Wirtschaft perfekt auszubalancieren. Nachhaltigkeit und Digitalisierung — das sind die großen Themen, mit denen sich die

Raiffeisen-Landesbank

Steiermark

derzeit intensiv beschäftigt. Daraus erwächst ein weitreichender Transformationsprozess, der im Hintergrund und beinahe unmerklich abläuft. Denn einer

©photoworkers.at

der stärksten Vorzüge der RLB-Mitarbeiter:innen ist ihr außergewöhnlich hohes

Mitarbeiter:innen sowohl auf die nach-

Private Banking Team: (v. l.) Stefan Kögl,

Maß an Kund:innenorientierung. Wäre

haltigen als auch auf die ethischen Prinzi-

Manfred Schliber, Christiana Kollegger, An-

das nicht so, dann hätte die Bank speziell

pien unserer Unternehmensphilosophie

gela Fladischer, Johannes Tschemmernegg,

im Private Banking-Bereich längst nicht

stützen. Das spiegelt sich auch in unserem

Kurt Pürstner, Gernot Samitsch

mehr ihre hohe Relevanz. Auch wenn sich

starken Dienstleistungsportfolio wider,

die Welt verändert und sich die Bank auf

von dem unsere Kund:innen langfristig

in ihren Handlungen und Entscheidungen

vielen Ebenen transformiert: Das über-

profitieren“, bestätigt Johannes Tschem-

aus, denken jedoch auch an ihr Umfeld auf

geordnete Ziel aller Aktivitäten bleibt es,

mernegg, Private Banking-Leiter der RLB

persönlicher, familiärer, beruflicher und

den Kund:innen mit all ihren Bedürfnissen

Steiermark.

gesellschaftlicher Ebene. Die hochquali-

im Fokus zu behalten und ihre Lebenswelt in ihrer Gesamtheit zu betrachten. Auf

fizierten Expert:innen der RLB wissen das und nehmen sich viel Zeit für jedes Ge-

diese Weise finden die Private Banking-

GANZHEITLICHES VERMÖGENSMANAGEMENT

spräch, denn erst die ganzheitliche Per-

Expert:innen auch in Zukunft die besten

Private Banking gilt zu Recht als die Kö-

spektive macht das Private Banking der

Lösungen für die Anliegen der jeweiligen

nigsdisziplin unter den Bankdienstleistun-

Raiffeisen-Landesbank Steiermark so ein-

Person. „Für das RLB-Private Banking der

gen. Es geht nämlich nicht allein darum,

zigartig, wie es die Kund:innen des Hauses

nächsten Generation können sich unserer

Geld möglichst gewinnbringend anzule-

seit Jahrzehnten schätzen.

gen, sondern um viel mehr. Etwa darum, die Lebenswelt der Kund:innen zu verLeistungen für Kund:innen:

stehen, die jeweilige Persönlichkeit, ihre

• Vermögensaufbau und –beratung

Wünsche, Ziele und Hoffnungen zu er-

PRIVATE BANKING

• Steueroptimierte Veranlagung

gründen und dafür ein maßgeschneidertes,

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hochindividuelles Portfolio zu entwickeln.

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tigen Interessen und einem aufgeklärten

• Stiftungsmanagement

Verständnis für Herausforderungen und

• alternative Investments

Chancen. Private Banking-Kund:innen der RLB zeichnen sich durch Zielstrebigkeit

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AIOLA LIFEST YLE

LIFESTYLE

PURE LIVING Hochwertige Rezepturen, erlesene Essenzen und die geballte Erfahrung professioneller Haarstylist:innen machen

Kälte und Dunkelheit können uns in den langen Wintermonaten nichts anhaben. Die perfekte Jahreszeit, um sich auf die schönen Dinge im Leben zu besinnen. Wir entdecken zeitlose Mode, hochwertiges Design und bringen Körper und Geist in Einklang. Neue Sinneseindrücke schenken uns jetzt Energie und Lebensfreude.

lipure zum Shootingstar im Beautysektor. Die reine Naturkosmetiklinie wird nachhaltig in Österreich produziert. Durch die heilende Wirkung werden die Haare von innen heraus gestärkt, ganz ohne jegliche Chemie. Der Prozess beginnt in den hochalpinen Regionen, wo die Kräuter händisch geerntet werden.

STORYTELLING BAGS

Danach werden sie ins Tal gebracht

Die neuen Herbstzeitlosen von INA KENT: Vielseitig,

und in das Shampoo eingelegt. Die

durchdacht und stilvoll kommen die Neuheiten der Wiener

wertvollen natürlichen Inhaltsstoffe machen

Taschen-Brand daher. Die It-Bags bestechen durch ihren unverwechselbaren Mix aus lässigen Formen und liebevoll-

die Shampoos zu einem einmaligen Naturprodukt. Lipure verwendet ätherische Öle, Pflanzenextrakte

verspielten Details — dabei spiegeln sie auch gekonnt den

und Hydrolate und verzichtet bewusst auf Inhalts-

Zeitgeist wider. Gleichzeitig bleibt Designerin Ina Kent ihrer

stoffe wie Silikone, Parabene oder Paraffine. „Nur

nachhaltigen Linie treu und berücksichtigt langlebige Ma-

ausgewählte und hochwertige Inhaltsstoffe, die sich

terialien, hochwertige Verarbeitung und zeitloses Design.

zu exklusiven Naturprodukten für Haare vereinen,

Die Special Edition des Taschen-Klassikers MOONLIT —

schaffen es in die Shampooflasche. Von der Ernte

in Farben mit klingenden Namen wie Honeycomb Pearl,

der Wildkräuter bis zum fertigen Produkt werden

Rainbow Royal Blue oder Crackled Neon Pink — ist ein

alle Produktionsschritte unter Achtung der Umwelt

echter Hingucker für graue Wintertage. Das frech-ver-

durchgeführt“, so Lisa Parth, Gründerin von lipure.

spielte Schultertäschchen oder die slouchy Business

www.lipure.at

Bag sind markante Neuzugänge, die in Sachen Look und Appeal nicht unterschiedlicher sein könnten. Was sie alle eint? Dass sie beim Tragen Freude machen. www.inakent.com

NATURAL JOYS Der Winter eilt in großen Schritten heran und unser Immunsystem hat Unterstützung bitter nötig. Zum Beispiel in Form von Bitterstoffen, wie sie in den JOY NATURALS enthalten sind. Diese sollten ein fester Bestandteil jeder ausgewogenen Ernährungsweise sein, denn sie gelten als wahre Allrounder für einen gesunden Körper und Geist und überzeugen durch vielfältige Vorteile für die Gesundheit. Als Wirkstoffe können die natürlichen Bitterstoffe aus vielen Pflanzen wie beispielsweise Hagebutte oder Brennnesselblättern gewonnen werden. Natürliche Bitterstoffe sind in der Medizin und Naturheilkunde schon lange bewährt, vor allem, da die regelmäßige Aufnahme der Stoffe deutliche positive Effekte auf die psychische und physische Verfassung haben kann. „Der Konsum von natürlichen Bitterstoffen steigert allgemein das körperliche Wohlbefinden, da sie nicht nur den Säure-Basen-Haushalt des

© Kemara Pol

Körpers in Einklang bringen, sondern auch das

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Immunsystem nachhaltig stärken“, erklärt JOY NATURALS-Gründerin Alexandra Herlbauer. www.joynaturals.at


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SAY YES TO YOUR DRESS Ready, set, glow! Traumhafte Kleider, individuell für jede Braut, mit filmreifer Anprobe in zauberhaftem Ambiente: Mit Loveglow hat Bernadette Sophie Pachler

© Tatyana Vlasova

INSPIRATION

2019 in Klosterneuburg bei Wien einen wahren Traum für Bräute geschaffen. Zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin Kitty Prager hat sie es sich zur Mission gemacht, jede Braut mit dem perfekten Kleid und einem einzigartigen Anprobe-Erlebnis glücklich zu machen. Zart, schlicht und federleicht. Wild, extravagant und sexy. Jede Braut, jede Liebe ist einzigartig. Aber ganz gleich wie, eines sind die Kleider immer: glamourös, in allen Facetten. Für die schlichte und klassische Braut präsentiert Loveglow zeitlose und elegante Modelle wie eine klassische A-Linie oder ein Empire Dress. Für Bräute, die sich wie eine wahre Prinzessin fühlen möchten, bieten sich romantisch-verspielte Designs im Princess-Stil an. Brautkleider mit trendigem Boho- oder Vintage-Charakter hingegen verbinden auf einzigartige Weise Naturverbundenheit mit Nostalgie. Und alles, damit man vor Liebe glühen kann. www.loveglow.at

LESS, BU T BETTER So lautet das Motto des in Wien ansässigen Modelabels FATEEVA, das die Designerin Elizaveta Fateeva nach zwölf Jahren Arbeit bei Modehäusern wie Lanvin, Jil Sander und Raf Simons gegründet hat. Den Fokus legt die Österreicherin dabei auf das Design von hochwertigen und langlebigen Essentials. Diese werden aus überproduzierten Materialien, Stoffen, Garnen und Accessoires in Wien, Lettland, Portugal und Italien zu neuen Kollektionen verarbeitet. Der Herbst ist da, der Winter naht und FATEEVA bietet eine Palette aus passenden Essentials mit weiten, fließenden © Weddsecret Studio

Hosen, Kleidern oder modernen Sakkos. Der Strickteil der Kollektion wird aus der Überproduktion von hochwertigen Kaschmir- und Seidengarnen zu Unisex-Tops oder luftigen Seidenpolos verarbeitet. Jede Farbgebung hat einen anderen Materialanteil, da die Garne von mehreren Produzent:innen aufgekauft und gemeinsam mit Stricker:innen in Emilia Romagna weiterverarbeitet werden. FATEEVA setzt in der Herstellung auf Qualität und einen bewussten Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Da jedes Material nur in kleinen Quantitäten verfügbar ist, ist die Anzahl der produzierten Teile auf maximal fünf Stück limitiert. Es heißt also: schnell sein! www.fateeva.net

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AIOLA LIFEST YLE

AUF DAS LEBEN

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Lucija Novak

Den Sommer nie enden zu lassen — mit dieser Idee hat es begonnen. Mit dem Vermutivo im türkis-gelben Kleid wurde dann ein Gefühl in Flaschen abgefüllt und mit der Bar Amouro im Herzen des Aiola Living Store schließlich eine Vision zum Leben erweckt. Amouro steht für den Sommer, die Leichtigkeit und für einen Ort, an dem sich die Zeit nicht hetzen lässt.

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BAR AMOURO • AUF DAS LEBEN

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QUE C’EST BEAU! Tiefes Blau auf sattem Gelb, zwischen goldenen Akzenten und samtigen Momenten. Die BAR AMOURO empfängt ihre Gäste schon beim ersten Betreten mit einem Gefühl von

zeitloser Eleganz. Inmitten der Grazer Altstadt fließen klassische Art-Déco-Elemente und prägnante Farbakzente scheinbar mühelos ineinander und beherbergen hinter traditionellen Stadtmauern ein modernes Refugium des Genusses — opulenter Chic trifft hier auf internationalen Großstadtflair. Zwischen versteckten Sitzecken und geschwungenen Bänken entfaltet dieser Ort erst bei genauerer Betrachtung seine ganze Pracht. Der dumpfe Klang von hastigen Schritten auf Teppichböden gibt den Rhythmus des Morgens vor, als stetig bunt gefüllte Teller und Schüsseln aus der Küche zu den Gästen getragen werden. Im Hintergrund summt die Kaffeemaschine ihre scheinbar nie enden wollende Melodie vor sich hin und lässt erahnen, dass die Hektik des Tages hier keinen Platz finden wird. Auf blauen Samtbänken erfahren unterdessen Besucher:innen aus allen Ecken der Stadt ein wenig Entspannung und werden später zwischen Cappuccino, bunten AçaíBowls und French Toast die Zeit für einen Moment aus den Augen verlieren.

EINE ODE AN DAS SCHÖNE LEBEN „Bei uns ist jede:r willkommen, ganz egal ob man einfach zum Frühstück mit der Familie, zum Lunch in der Mittagspause oder abends auf einen Drink an der Bar vorbeikommen möchte“, erklärt Alexander Knoll. Der Betriebsleiter der BAR AMOURO war bereits 2020 an der Konzeption und Verwirklichung des gleichnamigen Getränks beteiligt und betreibt nun in der Grazer Schmiedgasse eine Bar, die noch viel mehr ist als nur das Zuhause des einzigartigen Weinlikörs, nach dem sie benannt ist.

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BAR AMOURO • AUF DAS LEBEN

Der Name, der nach Liebe klingt und sich französisch spricht, ist Kreation seiner Erfinder und lässt sich nicht wörtlich übersetzen, jedoch umso besser geschmacklich erfahren. Der Vermutivo erinnert an eine Unbeschwertheit, die man sonst nur weit weg findet, und erzählt nicht nur von den südsteirischen Weinbergen, aus denen er stammt, sondern irgendwie viel mehr: von der Leichtigkeit und der Freude am Leben, von schönen Momenten, die nicht enden sollen und Sommern, die nicht enden wollen. Und seine Erzählungen sind es, die sich in der BAR AMOURO bis in die letzten Winkel erstrecken. Sommerliche Leichtigkeit, gehüllt in schwere Stoffe und satte Farben — mit einzigartigen Cocktailkreationen, außergewöhnlichem Interior Design und mediterran-orientalischer Ganztagesküche.

„Der Amourini ist einer unserer beliebtesten Cocktails“, erzählt Barchef Hans Prommer, während er die einzelnen Komponenten des Drinks für den Abendservice vorbereitet. Gemeinsam mit Simone Ferk leitet er das Geschehen rund um die Kunst der Spirituosen in der Bar.

EIN BISSEN URLAUBSFLAIR Am Rande der Grazer Schmiedgasse bieten kleine Tische Raum für Unbeschwertheit. Zwei Freundinnen haben zum Lunch Platz genommen und lassen die Stadt in ihrer unermüdlichen Geschäftigkeit an sich vorbeiziehen. Zu ihren Füßen zappelt ein Welpe an der Leine und lässt dabei die Falafel-Trilogie am Tisch über sich nicht aus den Augen. Herbstliche Sonnenstrahlen tanzen über Wassergläser, als würden sie dabei der Melodie der Jahreszeit lauschen. Im Inneren der Bar verschlucken gepolsterte Wände und verwinkelte Räume die Geräusche der Innenstadt. Hinter der Theke warten zwei Kisten Amouro darauf, ihren Platz auf der hohen Regalwand zu finden. „Wir haben uns hier insbesondere auf die levantinische Küche spezialisiert“, erklärt Pascal Pichler, Küchenchef in der BAR AMOURO. Beim Blick in die Karte findet man von kleinen Tapas unter dem Begriff „Mezze“ über Taftoon und Freekeh bis hin zu verschiedenen Hummus-Varianten allerlei orientalische Köstlichkeiten, die zum Probieren einladen. „Taftoon ist eine Art persisches Naan-Brot aus Sauerteig, das traditionell im Lehmofen gebacken wird“, erklärt er weiter. In der BAR AMOURO wird es im Pizzaofen zubereitet und unter anderem mit Hummus serviert und gerne als Lunch oder Snack für zwischendurch bestellt. Wer es lieber süß mag, kommt bei den hausgemachten Baklava-Variationen auf seine Kosten. Neben einer breiten Selektion an Weinen, Cocktails und kreativen Drinks zeichnet sich das Herzstück der Bar durch sein einzigartiges Design aus.

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AIOLA LIFEST YLE

AUF DAS LEBEN „Stin Gin, Amouro und Campari — der Amourini ist einer unserer beliebtesten Cocktails“, verrät Barchef Hans Prommer, während er die einzelnen Komponenten des Drinks für den Abendservice vorbereitet. Gemeinsam mit Simone Ferk leitet er das Geschehen rund um die Kunst der Spirituosen in der BAR AMOURO. Neben einer breiten Selektion an Weinen, Cocktails und kreativen Drinks

zeichnet sich das Herzstück der Bar durch sein einzigartiges Design aus. Unter drei glockenförmigen Lustern in luftiger Höhe findet hier bis spät in die Nacht hinein reges Treiben vor und hinter der Theke statt. Neben goldenen Wänden aus Samt und schwarzen Holztischen wächst mitten im Raum eine beleuchtete Rückwand vom Erdgeschoss in den ersten Stock. Geziert von unzähligen Flaschen Amouro zieht sich das Spiel aus Blau und Gold, Türkis und Gelb, RetroChic und modernem Design bis in den AIOLA LIVING STORE weiter.

GRENZENLOS GENIESSEN Die visuelle Verbindung zwischen Bar und Store ist tongebend für den Flair des ganzen Konzepts. Grenzen sind fließend und zwischen Storebesucher:innen, Hotel- und Bargästen gibt es kaum geschlossene Türen. Es ist ein Konzept, das vom stetigen Zusammenspiel aller Komponenten lebt und in perfekter Symbiose funktioniert. Egal ob zum Flanieren und Shoppen, Entspannen und Genießen oder Essen und Trinken — in der Schmiedgasse 8–12 stehen die Tore all jenen weit offen, die nach dem Außergewöhnlichen suchen.

Meine Vision war immer, ein ganzheitliches Interior-Konzept zu erschaffen, das Store, Hotel und Bar stimmig unter einem Dach vereint. Mit dem Aiola Living Projekt und der Bar Amouro haben wir so etwas Einzigartiges geschaffen. JUDITH SCHWARZ

Der Herbst hüllt die Grazer Altstadt in kühle Luft, während die Dämmerung vom Schlossberg her über die ersten Dächer schwappt. An der Bar hat sich unterdessen eine Gruppe Arbeitskolleg:innen eingefunden. Inmitten des ewig währenden Sommers und seinem imposanten Erscheinungsbild, stoßen sie auf Gelassenheit an. Aus den Gläsern leuchtet es gelb — die Luster über ihnen tauchen die Szenerie in wohlig-sonniges Warm. Vor den Türen der Schmiedgasse 12 wird nur der Kälte der Zutritt verwehrt. Comme un été qui ne se termine jamais — wie ein Sommer, der niemals endet. 

BAR AMOURO Schmiedgasse 12 8010 Graz +43 (0)316 696060 baramouro@aiola.at

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ANZEIGE • MOËT HENESSY

CINNAMON–APPLE–MARGARITA 5 cl Volcán Anejo Cristalino 3 cl Zimt-Zucker-Sirup 5 cl naturtrüber Apfelsaft 2 cl frisch gepresster Limettensaft

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Volcán de mi Tierra — so der vollständige Name des Tequilas aus dem mexikanischen Bundesstaat Jalisco — ist eine Erinnerung an die Eruption des Vulkans vor über 200.000 Jahren, die perfekte Bodenverhältnisse für den Anbau der

Zimt-Zucker-Rand und

blauen Agaven schuf.

Apfelspalten zur Verzierung

Mit seinen süßen Agavennoten, einem Hauch von Grapefruit und schwarzem Pfeffer zeigt sich der Volcán de mi Tierra Tequila geschmacklich ausgewogen — perfekt für unsere Cocktail-Kreationen im Pink Elephant. SIMON POSSEGGER

© Lukas Kunter

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CHANCEN SÄEN

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Athanasios Tsallis

Online pflanzen, offline ernten. Das Projekt my Acker�Plus hat sich den digitalisierten Alltag der Österreicher:innen zunutze gemacht und bietet frisches Bio-Gemüse für alle, die Zugang zum Internet haben. Hobbygärtner:innen mit digitaler Gießkanne statt nasser Erde, Spaten und Harke. Das Plus im Namen steht dabei für sozialen Mehrwert und die Gemeinschaft hinter dem Projekt.

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CHANCEN SÄEN

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Über das Tablet behalten die beiden Betreuer:innen am Acker die Übersicht. Was von den Online-Gärtner:innen veranlasst wird, setzt Die ersten Sonnenstrahlen des Tages fallen durch die Bäume des angrenzen-

das achtköpfige Team in Laßnitzhöhe um.

den Waldes und tauchen den Morgen in goldenes Licht. Der Herbst liegt in der Luft und wiegt das hohe Gras sanft in seiner frischen Brise. „Das hier ist einer unserer Äcker, der andere ist weiter oben, nur ein paar Schritte den Hügel rauf.“ Fritz blinzelt kurz, als er vom Kohlrabi zu seinen Füßen aufblickt und in Richtung des hundert Meter entfernten, weißen Zeltes deutet. Der grauhaarige Mann mit dem freundlichen Blick ist Teil des Teams, das das myAcker ®Plus-Projekt in Laßnitzhöhe realisiert. Seit dem Frühjahr 2022 werden hier auf zwei weitläufigen Äckern Gemüse und Kräuter in allen Farben und Formen angebaut. In Kooperation mit dem Kärntner Start-up myAcker ® hat die Lebenshilfe das Projekt myAcker ®Plus ins Leben gerufen: Dabei können Menschen, denen selbst Platz oder Zeit für das Anlegen eines eigenen Gartens fehlen, über die Website online eigenes Gemüse anbauen und direkt nach Hause geliefert bekommen. Das Plus im Namen steht dabei für den sozialen Mehrwert des Projektes, denn am Lebenshilfe-Acker werden die Pflanzen der Online-Gärtner:innen von Menschen mit Behinderungen und deren Arbeitsbegleiter:innen angebaut und versorgt. So sollen nicht nur nachhaltige Arbeitsplätze für beeinträchtigte Menschen geschaffen, sondern auch faire Arbeitsbedingungen gesichert werden. „Das Einzige, das noch nicht so ganz klappen will, sind die Tomaten, die uns schon am Übungsacker immer eingegangen sind“, lacht Phillip. „Mittlerweile produzieren wir hier aber eine beachtliche Menge an hochqualitativem Bio-Gemüse.“ Der junge Mann ist gemeinsam mit seiner Kollegin Christa zuständig für die Betreuung von sechs Projektteilnehmer:innen am Acker — Fritz ist einer von ihnen. „Am liebsten sind mir ohnehin die Salatpflanzen. Die wachsen wirklich gut und sind leicht zu ernten“, ergänzt er.

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Auf drei Quadratmetern sprießen sechs säuberlich gepflanzte Schnittlauchsträuße neben neun Kohlrabi-Knollen aus dem Boden. Ein kleiner Pfeiler am Rande des Beets markiert mit der Zahl „7“ die Zugehörigkeit der Pflanzen. Der Arbeitsablauf am Acker ist durch die genaue Einteilung der Parzellen sowie die Entscheidungen der Online-Gärtner:innen klar strukturiert. „Per Tablet sehen wir genau, welche Benutzer:innen was auf ihren eigenen digitalen Äckern machen. Wir führen diese Tätigkeiten dann hier vor Ort möglichst genau nach den Vorgaben aus“, erklärt Phillip. Aus seinem digitalen Arbeitsgerät leuchten einzelne Acker-Parzellen immer wieder rot auf. Es sind anstehende Aufgaben, die darauf warten, erledigt zu werden. „Jetzt im Herbst müssen wir sehr viel ernten. Im Sommer haben wir manchmal tagelang nur gegossen und nachgepflanzt, weil wegen der Hitze leider auch vieles kaputt geworden ist“, erzählt Fritz. Aber auch wenn die Arbeit nicht immer leicht ist, macht sie ihm Spaß.

Zu den Abnehmer:innen der Ernte zählen neben Privatpersonen auch Unternehmen — unter anderem die AIOLA-Betriebe. Das BioGemüse wird etwa im AIOLA IM SCHLOSS und im OPERNCAFÉ

regelmäßig verwendet.

Die Sonne steht mittlerweile hoch über dem angrenzenden Wald und verdrängt den kalten Hauch des Herbstes für einen Moment. In der Einpackstation am Rande des Ackers stapeln sich Kisten voll frisch geernteter Karotten, die darauf warten, an ihre Online-Gärtner:innen versandt zu werden. Eine kleine Gruppe Menschen hat sich um das sortierte Gemüse versammelt und berät sich über die Aufgabenteilung beim Vorbereiten für den Versand. „Faire Arbeitsbedingungen zu schaffen heißt für uns — neben einer angemessenen Entlohnung —, auch ein sehr realitätsnahes Arbeitsklima zu kreieren“, erklärt Mario Strasser. Er ist Projektleiter bei myAcker ®Plus und hauptverantwortlich für die Organisation in Laßnitzhöhe. Die Teilnehmer:innen des Projektes gehen ihrer Beschäftigung am Acker bis zu acht Stunden pro Tag nach, vergleichbar mit einer Vollzeitanstellung. „Das eigentliche Ziel unserer Arbeit ist, unsere Teilnehmer:innen so gut vorzubereiten, dass sie auch an den realen Arbeitsmarkt vermittelt werden können, sei es im Rahmen einer Fixanstellung oder eines Praktikums.“ Dabei spiele neben der beruflichen Beschäftigung auch die soziale Unterstützung eine wesentliche Rolle. „Der Teamzusammenhalt hier ist groß. Man kennt sich gut, verbringt sehr viel Zeit miteinander und weiß auch, wenn es jemandem mal nicht so gut geht“, ergänzt Phillip, „durch gegenseitige Unterstützung werden so neben der Arbeit auch private Probleme behandelt und soziale Kompetenz gefördert.“

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CHANCEN SÄEN

Zwischen den säuberlich nummerierten Reihen des Ackers fährt ein kleines Golfkart in gemächlichem Tempo auf und ab. Fast lautlos bewegt es sich am Acker entlang und bleibt immer wieder stehen, während seine Fahrer:innen die Ernte einsammeln. Fritz hat sich von der Einpackstation eine Kiste Karotten geholt und entfernt sorgfältig die Erdreste von dem Gemüse — mit einem kleinen Luftgebläse, nicht mit Wasser, sonst könnte die Ware beim Versand verderben. „Ich arbeite sehr gerne draußen an der frischen Luft“, erklärt er. „Frühes Aufstehen macht mir nichts. Ich habe zu Hause ein paar Hühner, einen Hahn und vier Enten. Um die kümmere ich mich jeden Tag, noch bevor ich hier mit der Arbeit beginne.“ Fritz war davor bei der Mähgruppe der Lebenshilfe beschäftigt; bei

Zwischen Karotten, grünen Salatund Krautköpfen, Kohlrabi, Schnittlauch und Brokkoli wachsen in Laßnitzhöhe auch Zukunftschancen.

myAcker ®Plus ist er von Anfang an mit dabei. „Am sogenannten Übungsacker hat damals alles gut funktioniert, also bin ich geblieben“, erinnert er sich, „zu Beginn ist es mir dann etwas schwergefallen, mir die ganzen Abläufe zu merken, aber mit der Zeit lernt man dazu. Wenn ich jetzt sehe, wie alles wächst und gedeiht, freut mich das so sehr. Man kann wortwörtlich die Früchte der eigenen harten Arbeit ernten – das fühlt sich einfach gut an.“

WER CHANCEN SÄT, WIRD FORTSCHRITT ERNTEN „Wie das Ursprungsprojekt in Kärnten haben auch wir hier den Anspruch, einwandfreie Ware für unsere Online-Gärtner:innen zu produzieren“, erklärt Phillip, „unsere Kund:innen bezahlen für ihr Gemüse und unser Team möchte allen Erwartungen gerecht werden. Da machen wir keine halben Sachen.“ Zu den Abnehmer:innen gehören neben Privatpersonen auch einige Unternehmen wie etwa die AIOLA-Betriebe. „Der Bedarf an Projekten wie myAcker ®Plus ist um vieles größer als unsere Kapazitäten“, fährt Mario fort, „aber wir haben leider nur begrenzt Plätze. Die Warteliste für einen Platz bei der Lebenshilfe ist lang; umso wichtiger ist es für uns, Teilnehmer:innen auch langfristig erfolgreich am Arbeitsmarkt abseits der Lebenshilfe zu integrieren. Nur so bekommen dann auch andere Menschen mit Behinderung einen freien Platz — und eine Chance.“ Fritz blickt kurz auf und wärmt sein Gesicht in den fast spätsommerlich anmutenden Sonnenstrahlen. Dann widmet er sich wieder der Reinigung des frischen Gemüses. Er lächelt dabei vor sich hin. Zwischen Karotten, grünen Salatköpfen, Kohlrabi, Schnittlauch, Kraut und Brokkoli wachsen in Laßnitzhöhe auch Zukunftschancen. Nur das mit den Tomaten bleibt spannend. 

LEBENSHILFEN SOZIALE DIENSTE GMBH Conrad-von-Hötzendorf-Straße 37a • 8010 Graz +43 (0)316 715506 office@lebenshilfen-sd.at www.lebenshilfen-sd.at www.myacker.com

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WEDDING SEASON

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Miriam Saubach

Lautes Gelächter, verschütteter Sekt, Sonnenbrille zum Brautkleid, barfuß durch die Nacht tanzen. Ein Fest reißt mit und will nie enden. Oben die Luster und darüber die Sterne. Endlos weit und für immer.

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WEDDING SEASON

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Lange Umarmungen und ehrliches Lachen. Tanzend durch den Abend gleiten. Lockere Hemden ganz ohne Krawatten. Durchatmen, genießen. Zwischen Herzensmenschen, Konfetti und Musik mit Freudentränen kämpfen. Blitzlichtgewitter und schöne Worte. Erinnerungen, die ewig währen.

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WEDDING SEASON

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Im Aiola im Schloss feiert das Leben viele Feste. Es bietet Platz — für große und kleine Hochzeitsgesellschaften, für alle Wünsche und Ideen seiner Brautpaare, nicht nur im Frühling und Sommer, sondern auch im Herbst und Winter. Wedding Season all year round! Sei es mit Champagner und Austern, Glühwein und Fingerfood, ob mit Jazz-Band oder Magier:innen, ganz in Weiß oder lieber kunterbunt — Grenzen gibt es kaum.

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Tüll auf Parkett, auf Samt, auf alten Böden und neuem Glück. Weißer Stoff und buntes Treiben. Liebevolle Blicke inmitten von Geborgenheit. Aus Zweisamkeit wird ein rauschendes Fest, aus kurzen Momenten wird ewiges Glück.

EDITOR & INITIATOR Aiola Graz FOTOGRAFIE Miriam Saubach LOCATION Aiola im Schloss St. Veit BRAUTMODE, ACCESSOIRES & SCHMUCK

IamYours / Jeremy’s Graz / Optik & Akustik Rabl / Marlen Paier / Michaela Pinter HAIR & MAKE-UP Katharina Stix MODELS Brautpaar: Marie-Kristin Ebner & Stefan

Lasser / Brautjungfern: Julia Brandl & Patricia Lindner BLUMENSCHMUCK Blickfang Tropp Floristik DEKORATION Aiola Living Store HOCHZEITSPLANUNG Weddingfever PAPETERIE Feuer & Flamme Papeterie HOCHZEITSTORTE & SÜSSES Zuckerzirkus

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Manchmal ist es gut, auf Empfehlungen zu vertrauen.

* Alljährlich werden in einer unabhängigen, österreichweiten Studie 8.000 Versicherungs- und Bankkunden zu ihrer Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft befragt. Auch 2022 wird die GRAWE für ihre besondere Kundenorientierung ausgezeichnet: In der Kategorie „Versicherungen bundesweit“ belegen wir in der Gesamtwertung der Jahre 2018-2022 klar den 1. Platz! Details: grawe.at/meistempfohlen AIOLA LIVING • AUSGABE ANZEIGE 9


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STORY TELLER

INTERVIEW Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Albert Watson

Ein halbes Jahrhundert Erfahrung kleidet sich ganz in Schwarz, trägt Bart, hat ein freundliches Lächeln und spricht mit Leidenschaft und schottischem Akzent von den Geschichten, die die Fotografie zu erzählen hat. Von Porträts, über Mode bis hin zu Stillleben — Albert Watsons Auge für das Besondere wird selbst mit über 70 Jahren nicht müde, nach Inspiration zu suchen. Ein Gespräch zwischen Graz und New York, mit dem Versuch, zu verstehen, was ganze Generationen geprägt hat.

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© Christopher Michel

INTERVIEW • ALBERT WATSON

ALBERT WATSON

Albert Watson ist ein schottischer Fotograf, der seit den 1970er Jahren in den USA lebt. Obwohl er seit seiner Geburt auf einem Auge blind ist, hat er sich einen Namen als einer der erfolgreichsten und produktivsten Fotograf:innen der Welt gemacht. Von Porträts von Alfred Hitchcock und Steve Jobs über Beauty Shots von Kate Moss bis hin zu Landschafts- und Stillleben-Fotografien — Watsons Vielfalt und sein Werk sind beispiellos. Im Laufe der Jahre erschienen seine Fotografien auf mehr als 100 Titelseiten der Vogue weltweit und After five decades of accomplished photography and plenty of interviews,

wurden in zahllosen anderen Publika-

do you get tired of talking about the same iconic shots over and over again?

tionen veröffentlicht, vom Rolling Stone

ALBERT WATSON It doesn’t get tiring but sometimes a little bit boring. I don’t

über Time bis hin zu Harper's Bazaar.

really mind talking about these shots though. They are part of who I am, who I was and what I have experienced. But naturally, after all these years my work has changed and evolved. What I did for example 30 years ago was a lot simpler than the projects I am currently working on. If part of your being is to be creative and you are always trying to be as creative as possible, then the most important things are always the ones you’ve been working on for the past couple of months. That’s how I feel about my most recent work — that’s what I am currently focused on and what fascinates me. That’s also what I enjoy talking about most. Alright, so what would that be right now? Can you give us a little insight on what you are currently working on? ALBERT WATSON Oh, I’m working on a series right now that I love! Way back

in the day I used to visit flea markets in Los Angeles and Chicago, just because I enjoyed collecting small memorabilia that I found interesting. It has always been a goal of mine to find the perfect way to photograph these pre-loved objects that I love too. Because at this point in my life that’s what it’s all about — doing what I am interested in and love to do. I’m trying to make a series of still lifes that look quite sophisticated without losing that childlike quality. It’s not that easy but I enjoy it greatly.

Bild links: Leslie Winer Paris, 1989 © Albert Watson

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For a photographer who is best known for his iconic celebrity portraits, focusing on still lifes seems a bit out of character. ALBERT WATSON Over the years I was always interested in

still life photography. The thought of focusing on something that seems so simple intrigues me. It is nothing that demands a great photographic endeavour but the object itself has charisma, something interesting about it. Many years ago, for example, I did a long series on the objects of Tutankhamun in the Cairo museum. At that time, a lot of people misunderstood this project — especially the photographic community, because the photos were so simple. For example, I took a photo of Tutankhamun’s glove. It was a simple photo. Anyone with an iPhone could have taken a picture of a glove. But the whole point in presenting the Tutankhamun glove is that it’s Tutankhamun’s glove! If I would have just photographed my own glove, I would have had to set it on fire to make it photographically interesting or beautiful. Now when you get to my flea market trinkets, how do you make that charismatic? In the end it’s about the concept and thought behind the shot. That’s the challenge. So for you, a great picture is more about the concept behind it, rather than its aesthetic? ALBERT WATSON In a way, yes. When I was doing a landscape

project up in Scotland on the Isle of Skye, I only had one book with me. It was an art book by the painter Edgar Degas and there were only paintings of landscapes in it — beautiful paintings but also remarkably simple works. I recall this one painting that’s basically just the image of a hill. If I stood behind Degas when he was painting it and took a picture of that specific hill and I then showed it to you, you would not be impressed. But if you saw the painting by Degas, you would be impressed. Because of what he put into it, how he altered the perception of the hill. Degas revealed his feelings when he did that. For a photographer, it’s harder. That’s why a lot of landscape photography relies on the power and drama of the landscape itself. People will go to Iceland to take landscape pictures because Iceland is amazing in itself. No matter if you take a picture of the scenery with an iPhone or a great camera: creatively, the shots are the same. So, going back to Degas: how does a photographer then compete with a painter, who takes a simple hill and gets it to speak to you? How can you as a photographer get the story across?

Red Cuillins Road Isle of Skye / Scotland, 2013 © Albert Watson

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Now one might say: does every shot always have to be epic? And my answer would be: it can’t always be epic, of course, but you can always try to make it epic. ALBERT WATSON


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INTERVIEW • ALBERT WATSON

Al Pacino

Sebastian in Issey Miyake

New York City, 1996

New York City, 1989

© Albert Watson

© Albert Watson

If you want to get great shots, you need So how do you do it then? ALBERT WATSON You need to do your homework. You prepa-

re. When I talk to young photographers I always ask: have you done your preparations? But a lot of the time, to them that me-

to prepare. Before I photographed Al Pacino at ten in the morning, I called his PR person and asked if there is anything he’d like to have for breakfast. Croissant, coffee, anything. She

ans making sure their equipment is working. That’s not what I

said, well, the thing he really loves is a Sici-

mean. It’s about looking for ideas, writing things down and being

lian espresso coffee with a slice of lemon on

inspired. When I went to take the photos on the Isle of Skye, I

the side. So I went out and bought an espresso

read the original Lord of the Rings, as a way to prepare and think of a concept. In order to create meaningful photography, you have to strive and work to get better. It really is hard work. The first time I photographed Al Pacino, we met up at 10 o’clock in

machine, Sicilian coffee and a slice of lemon. It wasn’t much but it made all the difference. ALBERT WATSON

the morning. But before that I called his PR person and asked if there is anything he liked to have for breakfast. Croissant, coffee, anything. She said, the thing he really loves is a Sicilian espresso coffee with a slice of lemon on the side. So I went out and bought an espresso machine, Sicilian coffee and a slice of lemon. And that made all the difference. It wasn’t much but it made a difference in the photo. With that you change the atmosphere of a shoot, how much he gives you, how much he works for you during the shoot. It’s a small thing that nudges you in the right direction and usually gets you a great shot.

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Mick Jagger Los Angeles, 1992 © Albert Watson


INTERVIEW • ALBERT WATSON

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Your photography is incredibly diverse. Celebrity portraits, fashion photography, landscapes, still lifes. It seems like you take pictures of anything that inspires you, no matter what it is. ALBERT WATSON That’s essentially it! (laughs) But of course, unfortunately,

it’s not as simple as that. If you just do what inspires you, the essence of the work stays the same, there’s no development. It’s also about having a concept and telling a story. I am from a dying breed of photographers. If you think of Irving Penn, Richard Avedon, Guy Bourdin — all of them were driven by photographic concepts. They thought about how their photos worked in a magazine, how they worked in a book, on the wall of a gallery or in a museum ... I’ve always tried to put a story behind everything I was doing. I did in fact become a little problematic for some fashion editors because my pictures became stronger the more I worked on them. I was much more interested in my work being pure photography of fashion instead of just fashion photography. Now, one might say, does every shot always have to be epic, and my answer to that would be: it can’t always be epic, of course, but you can always try to make it epic.

Hier verschmilzt Menschliches mit Animalischem: Mit einer Doppelbelichtung auf analogem Film ließ Watson das Gesicht von Mick Jagger, bis auf die dominanten Lippen, hinter dem eines Leoparden fast verschwinden.

Mick Jagger in Car with Leopard

If you say you are part of a dying breed, is that because the mindset of photographers nowadays has changed, or has the industry changed so much

Los Angeles, 1992 © Albert Watson

that there is no room for photographers who tell stories? ALBERT WATSON Depends on the individual honestly, but it’s essentially, it’s

a bit of both. Magazines for example are creatively much more controlled by editors nowadays. You don’t have the creative freedom that I had in 1970. Besides, printed magazines are a dying breed too. The followers I have on Instagram are six times the subscribers of Italian Vogue. It’s incredible really. The actual chic of something printed in Vogue is immensely under pressure. Throughout the 1950s almost up until the 90s, there were always models on the cover of Vogue. It was a lot about the artistic concept of the photo. Nowadays there’s only celebrities because that’s one of the few things that still sells. When you go back and think about this profession, photographers made a lot of money, they were rich! Now, I don’t know how they manage. I have spoken to many young photographers and in order to make a living, they have to take a lot of shots per day. But by doing so, every photo looks the same. There is no time to change the light, no time to work on a concept or put a lot of thought into what you are doing or which story you are trying to tell.

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AIOLA LIFEST YLE

What’s your advice then, when someone tells you that they are passionate about photography? ALBERT WATSON Never stop learning and be willing to put in a lot of work!

You have a whole day of work at the studio, then you get home, and then you hit the books — you begin to look at photographs and start doing research, getting inspired and experiencing what is out there. After doing this for a while now I have a certain amount of people who like my work, yes ... but fame was never the goal. My focus was always: how do I make my work better? Better quality, better depth, better originality; how do I make the pictures surprising, unusual, more intense? Concentrate on creating intensity. Do you think it’s the intensity that fascinates people when it comes to your work? ALBERT WATSON In a way yes, but also no. There is so much more that comes

with photography. I think a lot of photographers are unaware of how much work I put into my photography daily. I have always studied sculptures, artists, architecture. Painters are especially inspiring to me. If you go to a show, a museum, a gallery, it can inspire you to take better photos. But there is also so much more. For example, when you don’t like talking to people, you are going to have a hard time being a portrait photographer. Inspiration can also come from a lot of places and it’s important to stay open to that. Sometimes taking still lifes helped me with portrait photography. And three weeks of portraits helped me with still lifes. (laughs) In the end I was always interested in things that had power and intensity. No matter where that came from.

The bad news is: a photographer never retires. The good news is: a photographer never retires. It is who I am. ALBERT WATSON

Looking back on half a decade of world-famous work, are you satisfied or is there still a big list of things to come? ALBERT WATSON The bad news is: a photographer never retires. The good

news is: a photographer never retires. So, you just keep on working. You don’t go into an old people’s home. You reach a certain age, you celebrate your birthday and the next day you go back to working. This is just something I do, like going to the gym. I love it, it’s who I am. 

ALBERT WATSON Fotograf www.albertwatson.net

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AIOLA REISE

REISE

IT–PIECE

Raus aus der gewohnten Umgebung, aus dem Alltag und rein in neue Abenteuer. Wenn sich der Geist nach Abwechslung sehnt und das Auge nach neuen Eindrücken verlangt, ist es Zeit, die Koffer zu packen. Ob in die Vergangenheit, die Abgeschiedenheit oder in Traumwelten, Inspiration und Kraft schöpfen wir aus jedem Streifzug ins Unbekannte.

Egal, wohin es geht, ob Städtetrip oder Strandurlaub, die Sonnenbrille darf in keinem Koffer fehlen. Daher haben wir in Zusammenarbeit mit Lasnik unser eigenes AIOLA-Modell kreiert. Das stylische Accessoire schützt nicht nur die Augen vor UVStrahlung, sondern ist mit seinem hochwertigen und zeitlosen Design auch der perfekte Reisebegleiter für alle modebewussten Sonnenanbeter:innen.

ZEITREISE

Ein absolutes Travel- und Fashion-Must-have!

Mitternachtsblaue Waggons gleiten über summende Schienen, während verschneite Winterlandschaften an den

Erhältlich in Braun, Rosa und Schwarz im AIOLA LIVING STORE.

vereisten Fenstern vorbeiziehen. Auf den Spuren schillernder Persönlichkeiten, die hier einst ein- und ausstiegen, begibt sich der sagenumwobene Venice-Simplon-OrientExpress dieses Jahr das erste Mal auf eine winterliche Reise durch Europa. Mit Halt in Florenz, Paris, Venedig und Wien kommen Gäste in den Genuss von malerischen Orten, an denen die festliche Stimmung zur Vorweihnachtszeit aufgesogen und mit an Bord genommen werden kann. Die aufwendig restaurierten Waggons im Art-DécoStil stammen aus den 1920er und 1930er Jahren, einer Zeit, in der Reisen und Komfort keine Gegensätze mehr darstellen sollten. Der Glanz und Glamour der Vergangenheit ist auch heute noch deutlich spürbar. Jeder Waggon hat seinen ganz eigenen Charme und versprüht Nostalgie bis in den letzten Winkel. Hier ist der Weg das Ziel. www.belmond.com /trains /europe/venice-simplon-orient-express

BAUMRIESEN Nördlich von San Francisco, unweit der Golden Gate Bridge, befindet sich eines der bekanntesten Naturschutzgebiete der USA: das Muir Woods National Monument. Seit 1908 werden dort die letzten Küstenmammutbäume der Region © Venice-Simplon-Orient-Express

geschützt, die einst die nördliche Küste Kaliforniens säumten.

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Die immergrünen Nadelbäume sind im Durchschnitt zwischen 400 und 800 Jahre alt und versetzen Besucher:innen durch ihre gewaltige Höhe in Staunen. Die höchsten Exemplare ragen fast 80 Meter in den Himmel. Ein Wunder der Natur, das man mit eigenen Augen gesehen haben muss. Das Gebiet lässt sich auf mehreren Wanderrouten bequem zu Fuß erkunden. Ein Ort, an dem die Seele Ruhe und Gelassenheit erfährt.


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INSPIRATION

NATURSCHAUSPIEL Eine Bühne, auf der die Natur die Hauptrolle spielt und Architektur und Dekoration nur Statistinnen sind. Inmitten von dichten Wäldern, mit Blick auf die imposante Berglandschaft des UNESCO Welterbe Dolomiten, bietet das Hideaway FORESTIS auf dem Ploseberg oberhalb von Brixen einen Rückzugsort, an dem Körper und Geist zur Ruhe kommen können. Natürliche Materialien und sanfte Farben schaffen eine wohlige Atmosphäre. Bodentiefe Fenster sorgen für viel Licht und einen atemberaubenden Blick. Ob auf einer geführten Wanderung in den Sonnenaufgang oder an einem erlebnisreichen Skitag, hier kann man den Alltag hinter sich lassen, den Stress abstreifen und Zeit und Raum wieder bewusst wahrnehmen. Entspannung pur!

© Forestis

www.forestis.it

MEERESRAUSCHEN Im Winter ist sie besonders groß: Die Sehnsucht nach der salzigen Luft, dem Rauschen der Wellen, den unergründlichen Weiten der See. Unser Tipp: Mit der Reiseinspiration Meeresrauschen akutes „Meerweh“ stillen oder sich gleich selbst auf den Weg machen. Bekannte Blogger:innen und Reiseschriftsteller:innen erzählen von eindrucksvollen und inspirierenden Orten, an denen überwältigende Natur erlebbar und die Freiheit spürbar wird. Sie erzählen von der wilden Nordsee, an deren Ufern raue Landschaften auf traumhafte Strände treffen, vom Mittelmeer, das mit mildem Klima und köstlichen Speisen lockt und vom Atlantik, der mit steinigen Wegen und schroffen Felswänden zu Abenteuern einlädt. Lehnt euch zurück, träumt euch ans Meer und lasst den Winter-Blues hinter euch. Meeresrauschen: Vom Glück, am Wasser zu sein

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AIOLA REISE

VENEZIA AMORE

REDAKTION Theresa Hartlauer • FOTOGRAFIE Kristina Sammer

Venedig hat viele Gesichter. Eines zeigt sich in großer Beständigkeit, ein anderes in unaufhaltsamer Vergänglichkeit. Einmal freundlich und entspannt, dann wieder hektisch und überlaufen. Die ewige Stadt der Liebe kann auf viele Arten erlebt und kennengelernt werden. Ein Stimmungsbild — von der Suche nach Authentizität zwischen Gondelstaus und Reisegruppen.

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VENEZIA AMORE

Unser Weg führt uns immer wieder über unzählige Ecken an Kanälen entlang. Dort, wo sich die Menge verliert, ist es plötzlich ganz still. Wasser, schmale Brücken und noch schmälere Gassen, gemächlich schaukelnde Boote — hier offenbaren sich die idyllischen Seiten Venedigs, die wir gesucht hatten.

Himmel, Gleise, Wasser. Wir lassen Mestre und das immer kleiner werdende Festland hinter uns zurück, als der Zug unbeirrt seinen Weg in Richtung Horizont fortsetzt. Zuerst ist da nichts. Nur vereinzelt kommen uns, hier über dem Wasser, Autos entgegen. Die Straße, die die Gleise begleitet, ist eine der letzten, die wir in den nächsten Tagen sehen werden. Links Wasser, rechts Wasser und in der Ferne eine langsam immer größer werdende, schwimmende Stadt. Venedig ist ein Ort, an dem man Geschichte spüren kann. Alte Pflastersteine erzählen von den ersten Bewohner:innen Venetiens, die in der Lagune ein Zuhause fanden. Mächtige Paläste flüstern noch immer von erfolgreichen Kreuzzügen und gefürchteten Seemächten, während morsches, strapaziertes Holz im Untergrund lange zurückliegende Anfänge nicht vergessen hat. Das historische Zentrum Venedigs scheint selbst im Wandel der Zeit in unantastbarem Stillstand zu verharren. Es ist eine Stadt wie keine andere, die scheinbar mühelos an ihrem kulturellen Erbe festhält, nie vergessen wird, was gewesen ist, und nie aufhören kann, sanfte Wehmut durch ihre zahlreichen Kanäle zu tragen. Zwischen Glanz, Geschichte und Gruppen von Tourist:innen zeigt sich die Lagunenstadt beeindruckend wie eh und je — was für die Ewigkeit erschaffen wurde, will gesehen werden.

ZWISCHEN MUSE UND MASSE Ein Hauch von salziger Meeresluft strömt uns entgegen, als wir das Bahnhofsgebäude Venezia Santa Lucia verlassen. Pflastersteine, Kanäle mit grünlich-trübem Wasser, reger Bootsverkehr — es ist laut und dennoch leise, denn die Geräusche der historischen Stadt sind ungewohnt anders. Den Straßenlärm haben wir am Festland hinter uns gelassen. Vor uns liegt eine Welt, die sich nur schwer erträumen ließe, würde man sie nicht selbst sehen. Wasser statt Asphalt, Boote anstelle von Autos und schmale Gassen, die zu noch schmaleren Gassen werden, ehe sie versteckte Plätze und längst vergessene Geheimnisse offenbaren. Ein Schnellboot rast am Canale Grande entlang, drängt sich an zwei Vaporettos vorbei und lässt das salzige Gemisch aus Lagunenschlamm und Meerwasser an die Pfeiler einer Brücke schlagen. Die Reiseführerin einer Gruppe Tourist:innen macht unaufgeregt einen Schritt zur Seite, um nicht nass zu werden, ehe sie — Signalfähnchen voran — die Tagesgäste weiter Richtung Stadtkern führt. Wer Venedig abseits der Klischees kennenlernen möchte, muss ausblenden, was jahrzehntelanger Massentourismus mit sich gebracht hat und ein wenig tiefer eintauchen — in die Geschichten der Vergangenheit, in das Wesen der Menschen, die Venedig mit Leben erfüllen — und sich bewusst in den vielen verwinkelten Gassen verlieren.

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AIOLA REISE

Bereits 435 n. Chr. begannen die ersten Bewohner:innen Venetiens auf den schlammigen Laguneninseln etwas zu errichten, das heute noch als UNESCO-Weltkulturerbe geführt wird. Auf künstlichem Baugrund, gestützt durch Holzpflöcke im Schlamm, verbanden sie 120 Inseln zum Stadtstaat Venedig. Wer sich heute durch die engen Gassen der Lagunenstadt bewegt, kommt nicht umhin, seine Gedanken immer wieder zum Holz im Untergrund, das so viele Paläste und noch mehr Geschichte trägt, wandern zu lassen. Wir tauchen ein in das Gewirr aus Gassen und lassen den Menschenstrom, der sich wie eine träge Masse blind Richtung Markusplatz bewegt, hinter uns. Kleine Brücken führen uns immer wieder über unzählige Ecken an Kanälen entlang, tiefer in das Herz der Stadt, das nicht unbedingt in ihrem Kern schlägt. Hier, wo sich die Menge verliert, ist es plötzlich still. Nur eine Möwe kreischt und durchbricht kurz die Ruhe. Wasser, Brücken, schmale Häuser — nun offenbart sich uns die Idylle, die wir gesucht hatten. Zwischen alten Dächern fallen Sonnenstrahlen auf einen kleinen Platz. In der Mitte thront eine alte Eiche und wir kommen nicht umhin, uns zu fragen, wie sie hier wachsen kann, auf Backsteinen über Lagunenschlamm. In der Stadt, die regelmäßig von Menschen und Hochwasser geflutet wird, findet man dann doch überraschend einfach Ruhe.

BENVENUTI A TUTTI Lautes Gelächter und der Klang klirrender Gläser locken uns aber weiter die Gässchen entlang. Ein Versprechen von Leichtigkeit liegt in der Luft, als sich vor uns, am Fuße einer alten Steinbrücke, ein kleiner Laden offenbart. Cantina Schiavi steht in verblassten Buchstaben auf altem Holz. Orte wie dieser nennen sich auf venezianisch Bàcari. Es sind historische, für die Stadt typische Osterien, in denen sich Einheimische und Auswärtige treffen, um Ombra und Cicchetti zu konsumieren — ein Glas Wein und kleine Appetithäppchen, meist regionale Köstlichkeiten. Sitzplätze sucht man hier vergeblich. Man trinkt und isst im Stehen, setzt sich in der Nähe an den Rand eines Kanals, auf die Stufen der Brücken in der Umgebung oder stützt sich an jahrhundertealte Wände. Cicchetti und Crostini mit Artischocken, Gorgonzola und Nüssen oder Baccalà mantecato alla veneziana (eine schmackhafte KabeljauCreme) — die Auswahl ist genauso groß wie gut und lädt den ganzen Tag zu einem kleinen Zwischenstopp ein. Hier treffen sich Gondolieri, Arbeiter:innen, Student:innen, Tourist:innen und Pensionist:innen;  jede:r ist gern gesehener Gast — bis auf einen: Auf der Glasfront vor der Theke prangt ein Schild, das vor Möwen warnt. Ein Pärchen teilt sich einen Teller Crostini, immer auf der Hut vor den diebischen Vögeln, die wohl einen großen Teil der Bewohner:innen Venedigs ausmachen. Unser Weg führt uns weiter an Kanälen entlang. Immer der Nase nach und ohne genauen Plan, denn auch wenn die Stadt hervorragend beschildert ist, offenbaren sich die wirklich spannenden Dinge erfahrungsgemäß erst abseits der ausgetretenen Pfade. Wir verlaufen uns bewusst und halten auf einer kleinen, steinernen Brücke Ausschau nach dem Horizont.

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VENEZIA AMORE

Venedig strotzt nur so vor Kultur und Charakter, wenn man sich die Zeit nimmt, sie zu finden. Es sind zu viele versteckte Orte, vergessene Gassen, romantische Winkel und amüsante Szenen, die es zu erleben gilt, um sie in einem Besuch unterzubringen. Wenn sich das erste Staunen um den — zugegeben wirklich eindrucksvollen — Markusplatz und die Rialtobrücke gelegt hat, weitet sich der Blick: für traditionelle Trattorien und Enoteche im studentischen Dorsoduro, die bunte Aperitif-Meile in Cannaregio, das wohl schönste Lebensmittelgeschäft im ehema-

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Nasse Gassen, glänzende Dächer, Regentropfen, die zu Lagunenwasser werden. Venedig versprüht bei jedem Wetter seinen ganz eigenen Charme. Wenn sich die mystische Seite der historischen Stadt im eindrucksvollen Wolkenkleid zeigt, kann man sich sogar mit dem schlechten Wetter anfreunden.

ligen Teatro Italia, kleinere Museen und natürlich für die umliegenden Inseln wie Burano, Murano und Torcello. Und noch so viel mehr. Durch das Labyrinth aus Gassen und historischen Bauten hat uns unser Weg ans Meer geführt. Mit Weitblick auf die Lagune von Venedig breitet sich der Parco delle Rimembranze wie die grüne Lunge der Stadt aus und empfängt Besucher:innen mit Ruhe und Abstand vom Trubel. Inzwischen hat es kurz geregnet, die nassen Pflastersteine glänzen. Die Sonne versinkt langsam im Meer am Horizont und taucht das trübe Wasser der Lagune für einen Augenblick in sanftes Blau. Malerisch schön und einzigartig. Und so regt sich auch in uns die Hoffnung, dass die Stadt im Wasser noch eine ganze Weile lang in ihrem unantastbaren Stillstand verharren wird. 

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ADVERTORIAL

WELCOME TO PARADISE Weiße Sandstrände, türkises Meer, rosarote Sonnenuntergänge, die sich abends endlos im Wasser spiegeln und tiefe Ruhe, die sich sanft auf die Inseln legt. Die Malediven gelten nicht grundlos als tropisches Paradies. Im Indischen Ozean gelegen, lassen die insgesamt 26 Atolle, die aus mehr als tausend Koralleninseln bestehen, viel Raum: Zum Entdecken, Staunen, Träumen und Entspannen.

Nur ca. 25 Kilometer von der Hauptstadt Malé entfernt, liegt die atemberaubend schöne Insel Baros, auf der sich nur das Baros Maldives Resort befindet.

ERLEBNISSE, DIE IN ERINNERUNG BLEIBEN Müsste man das Korallen-Inselparadies von Baros Maldives in Worte fassen, so könnte man wohl sagen es sei der Stoff, aus dem Urlaubsträume gemacht sind. Türkisfarbenes Wasser schwappt in stetiger Gemächlichkeit über weiße Sandstrände, während am Horizont Holzboote in den malerischen Sonnenuntergang segeln — es ist eine Szene, die sich hier Tag für Tag wiederholt und dennoch nie an Magie verliert. Besucher:innen werden schon bei ihrer Ankunft auf der kleinen Insel inmitten des Indischen Ozeans von überwältigender Schönheit empfangen. Und auch wenn sich dieses paradiesische Stückchen Erde in knapp zehn Minuten zu Fuß umrunden lässt, bietet es mehr als selbst der erste Eindruck verspricht. Mit seinen üppigen tropischen Gärten, luxuriös ausgestatteten Villen, einzigartigen Gourmetrestaurants und erstklassigem Hausriff, ist dies ein Ort wie kein anderer. Ein Ort, der seine Gäste stets herzlich empfängt, verwöhnt und mit unvergesslichen Momenten prägt. Ein Ort, der dem Begriff „Trauminsel“ mehr als gerecht wird.

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BAROS MALDIVES

LUXURIÖSE AKZENTE IM PARADIES Das Fünf-Sterne-Hideaway Baros Maldives im Nord-Malé-Atoll ist Mitglied der exklusiven Hotelvereinigung Small Luxury Hotels und verbindet authentisch maledivischen Stil mit schlichter Eleganz und dem Komfort eines Luxusaufenthaltes. Das Resort ist in 25 Minuten bequem mit dem Schnellboot vom Flughafen Velana International erreichbar, doch gefühlt befindet es sich irgendwo zwischen Paradies und Himmel. Mit seinen insgesamt 75 Villen wurde es als perfekte Verbindung von Architektur und Natur entworfen. Baros Maldives steht der Insel offen und wurde bewusst fast ohne trennende Grenzen zwischen drinnen und draußen erbaut. Tageslicht durchflutet Villen, salzige Meeresbrisen tanzen über Palmenblätter, große Fenster und weit offene Terrassentüren kreieren eine einzigartige Verbindung aus Behaglichkeit und Offenheit. Frühstück mit Blick auf den Indischen Ozean, Yoga auf einsamen Sandbänken, Massagen inmitten tropischer Gärten, Dinner unter den Sternen — Entspannung in perfektem Einklang mit der Natur. Was sich oberhalb des Meeresspiegels als paradiesisches Refugium zeigt, präsentiert sich auch unter der Wasseroberfläche als einzigartig buntes Ökosystem. Die pudrig-weißen Sandstrände der kleinen Koralleninsel gehen scheinbar nahtlos in das kristallklare Wasser über, das eine lebendige Unterwasserwelt beherbergt, die nur darauf wartet beim Schnorcheln und Tauchen entdeckt zu werden. Abtauchen, Eintauchen, Erleben. Jeden Tag aufs Neue — und immer etwas anders, denn die Möglichkeiten scheinen endlos. Sonnenaufgang auf der privaten Terrasse, Sonnenuntergang mit Champagner, Wassersport zwischen wolkenlosem Blau und glitzerndem Türkis. Sich am Strand das Ja-Wort geben. Umringt von flackernden Fackeln und dem Strahlen des endlosen Sternenhimmels zu Abend essen, Zweisamkeit genießen, Träumen — und Träume wahr werden lassen: Baros Maldives lädt ein, die Essenz der Malediven zu erleben. 

BAROS MALDIVES RESORT reservations@baros.com www.baros.com

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AIOLA REISE

MEIN HAMBURG

Kyra Lee Buck arbeitet als Social-Media-Managerin

bei Aiola. Die gebürtige Hamburgerin verrät uns ihre persönlichen Highlights ihrer liebsten Stadt.

Die schönste Stadt Deutschlands, das Tor zur Welt, die Perle des Nordens: meine Heimat. Kein Hamburgtrip ohne Hafen, Reeperbahn, Speicherstadt und Fischmarkt, aber die Hansestadt ist so viel mehr als das. Kommt mit auf eine

PORTUGIESENVIERTEL

kleine Reise zu meinen liebsten Plätzen in Hamburg.

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Das quirlige Portugiesenviertel befindet

sich hinterm Hafen und lässt durch seine hohe Dichte an Restaurants und Cafés

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jedes Feinschmecker:innen-Herz höherschlagen. Mediterranes Urlaubsgefühl macht sich hier bei jedem Wetter breit!

FRANZBRÖTCHEN

Hamburg ohne Franzbrötchen wäre wie Graz ohne Kernöl: einfach unvorstellbar! Butter, Zimt und Plunderteig machen das traditionelle Gebäck so unwiderstehlich. Müsst ihr unbedingt probieren, aber Achtung: Suchtgefahr!

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DURCH DIE ALSTER PADDELN

Hamburgs unzählige Wasserstraßen lassen sich am besten mit einem Kanu oder Kajak vom Wasser aus erkunden. Verwunschene Welten, großflächige Parkanlagen und prachtvolle Villen säumen die Ufer der Alsterkanäle. Hier zeigt sich der ungeheure Facettenreichtum der Hansestadt.

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Die be s te n F ranzbrötch en gibt es bei f ra n z & friends am H a u pt b ahnho f!

LEVANTEHAUS

Inmitten einer der beliebtesten Shoppingstraßen Hamburgs befindet sich ein Ort, der zum Entspannen und Genießen einlädt: das Levantehaus. Das über 100 Jahre alte Kontorhaus beherbergt ausgewählte Manufakturen, Geschäfte sowie Gastronomiebetriebe und begeistert durch seine einzigartige Architektur. Ein Einkaufsbummel der besonderen Art!


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MEIN HAMBURG

BOBERGER DÜNEN

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Jede Menge Sand zwischen den Zehen und malerische Landschaften, so weit das Auge reicht. Um echte Dünen zu sehen, müsst ihr nicht erst ans Meer fahren. Denn im Osten Hamburgs befindet sich, inmitten des Naturschutzgebiets Boberger Niederung, die letzte Wanderdüne der Stadt. Schnappt euch eure Wanderschuhe oder ein Fahrrad und begebt euch auf Entdeckungsreise!

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r über Wer meh des d Fauna Flora un iets b e g hutz Natursc , bete h c ö m erfahren hutzc s Naturs s u c ht d a s. a h tions u informa ! s lo n te kos Eintritt

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ENTENWERDER1

Das schwimmende Café östlich der Hafen-City ist einer meiner absoluten Lieblingsorte an der Elbe. Nachmittags auf Kaffee und Klönschnack oder abends auf ein Glas Wein — in ungezwunge-

PLANETARIUM IM STADTPARK

ner Atmosphäre verliert sich der Blick in der Elbe und es bleibt nichts als Ruhe und Gelassenheit.

Das Hamburger Planetarium

ist das perfekte Ausflugsziel für © Lisa Knauer & Dahlina-Sophie Kock

verregnete Herbsttage. Während es draußen schüttet und stürmt, lehnt ihr euch in den gemütlichen Sesseln zurück und entdeckt die endlosen Weiten des Weltalls.

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AIOLA REISE

1 — Portugiesenviertel · 2 — Franz & Friends · 3 — Levantehaus · 4 — Bootsverleih Zur Gondel · 5 — Boberger Dünen · 6 — Entenwerder1 · 7 — Hamburger Planetarium · * — Bootshaltestelle Landungsbrücken: Abfahrt zum Elbstrand & Treppenviertel (Station Neumühlen/Övelgönne)

TREPPENVIERTEL Wenn ihr schon am Elbstrand seid, könnt ihr auch gleich das Blankeneser Treppenviertel besuchen. Vorbei an beschaulichen GrünDie Hafenfähren können mit einem normalen Öffi-T icket mitgenutzt werd en!

derzeithäusern und schicken Villen geht es über viele verwinkelte Gassen hinauf auf den 72 m hohen Süllberg. Oben angekommen, habt ihr euch eine Pause redlich verdient.

ELBSTRAND Den Blick über die Elbe schweifen lassen, die Beine im Sand ausstrecken und dabei das Ein- und Auslaufen riesiger Containerschiffe beobachten. Fernweh ist hier vorprogrammiert! Den Elbstrand erreicht ihr am besten mit den Hafenfähren. Von den Landungsbrücken aus fahrt ihr dann flussabwärts bis nach Övelgönne.

ALTES LAND Südlich der Elbe, hinter grünen Deichen, erstreckt sich von Hamburg bis nach Stade eine ganz besondere Kulturlandschaft: das Alte Land. Es gehört zu den größten Obstanbaugebieten Europas und besticht durch historische Fachwerkhäuser sowie zahlreiche Hofläden und Cafés.

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Foto: Toni Muhr

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