AIOLA LIVING – Das Magazin – Ausgabe 7

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HERBST/ WINTER 202 1/2 2

AUSGABE 7


MEINE HITS. MEIN GRAZ.


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EDITORIAL

Gemeinsam sind wir

stark Wir können es nicht oft genug sagen: Für uns liegt die große Kraft in unserem gemeinsamen Tun. Als Aiola-Familie sind wir unschlagbar, denn wir halten zusammen und sind füreinander da. Über den Sommer haben wir Kraft getankt — allerdings weniger, indem wir die Beine hochgelegt haben, sondern vielmehr damit, unseren Gästen in allen Aiola-Betrieben Freude zu bereiten. Der Sommer ist nun vorüber und wir fragen uns, welche neuen Herausforderungen der Herbst und Winter bringen werden. Zur Sicherheit machen wir uns stark. Wir wollen uns einen kleinen Panzer zulegen, als Schutz für Körper und Geist. Das schaffen wir mit der richtigen Ernährung, inspirierendem Interior Design, viel Bewegung im Freien oder in Gesprächen mit anderen Menschen. Was aber macht einen Menschen aus, den man als stark bezeichnen kann? Wir glauben, er muss besonders menschlich sein. Das schließt großartige und liebenswerte Dinge wie Empathie, Teamgeist, Sehnsucht, Bedürfnisse und bewussten Genuss, Sensibilität, das Streben nach Glück und Kreativität, aber auch Fehlbarkeiten, Imperfektion und Makel mit ein. Stark zu sein bedeutet also auch, Fehler machen zu dürfen. Davon erzählen die Aiola-Familienmitglieder seit der ersten Ausgabe von AIOLA LIVING in ihren Porträts. Und hier kommt ganz klar heraus: Wenn es nicht so gut läuft, hilft es, füreinander da zu sein. Das ist unsere größte Stärke.

Herzlich Judith, Gerald & die Aiola Family

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INHALTSVERZEICHNIS

Inhalt 1 5

FEATURE: LAURA STADTEGGER

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MEET THE FAMILY

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Interior

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INTERIOR TALK: NIKA ZUPANC

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PUPPEN–SCHAUFENSTER

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FREUDE SCHENKEN

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IM BAUCH DES KUGELFISCHES

EDITORIAL

COVERSTORY: ECHT STARK!


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Kulinarik

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EIN STÜCK VOM GLÜCK

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VOM NIE ENDEN WOLLENDEN SOMMER IM GLAS

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REZEPTE: STARKE DRINKS

Lifestyle

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LIFESTYLE TALK: ANNA DEMEL

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FASHION: EQUESTRIAN ELEGANCE

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AUF EINEN BESONDEREN TAG

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LIFESTYLE TALK: STEVE MCCURRY

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Impressum MEDIENINHABER, HERAUSGEBER & VERANTWORTLICH

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Reise

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SMARTES STADTHOTEL

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5.000 STUFEN ZUR HEILIGKEIT

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UNSERE AIOLA DOGS

FÜR DEN INHALT Aiola Living GmbH, Landhausgasse 5, 8010 Graz KONZEPT Theresa Hartlauer, Katharina Jauk, Nina Prehofer,

Doris Raminger, Kristina Sammer, Judith Schwarz CHEFREDAKTION Nina Prehofer REDAKTION Theresa Hartlauer, Nina Prehofer ART DIRECTION & EDITORIAL DESIGN Kristina Sammer BILDREDAKTION & COVER Katharina Jauk FOTOGRAFIE Paul Bauer, Elena Egger, Katharina Jauk,

Marija Kanizaj, Markus Mansi (Bobby’s Agency) LEKTORAT Marlene Zeintlinger (Zeichensetzer) DRUCK Universitätsdruckerei Klampfer GmbH ANZEIGEN Doris Raminger, Judith Schwarz

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AIOLA COVERSTORY

WIE SICH GUT GESCHÜTZT ANFÜHLT. Unser umfassender Schutz in allen Lebensbereichen, von Österreichs meistempfohlener* Versicherung. grawe.at/meistempfohlen

* Alljährlich werden in einer unabhängigen Studie (FMVÖ Recommender Award) 8.000 Kunden von Versicherungen zu ihrer Zufriedenheit und Bereitschaft zur Weiterempfehlung befragt. Die GRAWE steht bei den überregionalen Versicherungen in der Gesamtwertung der Jahre 2016-2021 an erster Stelle. Details: grawe.at/meistempfohlen7

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FEATURE

Laura Stadtegger

Waldgeister — 90 x 120 cm, Öl auf Leinwand / 2019

Drei Weiden — 160 x 120 cm, Öl auf Leinwand / 2020

VON LEBENDEN KUNSTWERKEN Bäume erzählen als Sinnbild purer Lebenskraft und Stärke von Ruhe, Wahrheit, Ewigkeit und Frieden — wenn der Wind durch ihr Blattwerk fährt, es leise rauschen lässt und dabei ganz zart die Stille durchbricht. Das Thema der Bewegung ist eine der Stärken von Stadteggers Malerei: Fasziniert von bewegten Bildern, verarbeitet sie auch in ihren Malzyklen Themen mit archetypischen Qualitäten. Dabei steht die Kraft der Natur immer im Mittelpunkt — hervorgehoben durch die Farbkraft ihrer Malerei, das Spiel mit Licht und Schatten und den Einsatz weißer Farbe, die gestische Spuren sichtbar werden lässt. Alle Infos zu Künstlerin & Werk unter: www.stadtegger.com

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AIOLA FAMILIE

Ernst Gschweitl EMPFANGSCHEF LANDHAUSKELLER Mein Beruf bereitet mir nun schon seit knapp 40 Jahren große Freude. Besonders liebe ich den Umgang mit unseren Gästen, meine sehr abwechslungsreichen Aufgabengebiete und die familiäre Atmosphäre des Landhauskellers sowie der Katze Katze. Ich wurde bei der Betriebsübernahme des Landhauskellers damals, auf Wunsch der VorbesitzerInnen, „mitübernommen“ und bin quasi unverhofft zur Aiola Family gestoßen — was ich bis heute nie bereut habe. Mittlerweile kann ich auf so viele schöne Momente während meiner Dienstjahre zurückblicken. Allen voran die Wiedereröffnung des Landhauskellers, bei der so viele ehemalige Stammgäste dem Haus die Treue gehalten haben. Besondere Kraft ziehe ich aus meiner Familie, bei der ich immer Halt und Verständnis finde. Bei Problemen rufe ich gerne meine Tochter an und erkundige mich nach meinem jüngsten Enkerl. Das lenkt mich immer sehr verlässlich von Problemen ab und gibt mir Kraft, mich neuen Herausforderungen zu stellen. Für die Zukunft würde ich mir wünschen, vor meiner Pension 2022 noch mein rundes Dienstjubiläum mit der Aiola Family feiern zu können. Das wäre ein würdiger Abschluss für 40 Jahre voller schöner Momente, spannender Begegnungen und unvergesslicher Erinnerungen.

FOTOGRAFIE  Katharina Jauk

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MEET THE FAMILY

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Hannah Uhan PÂTISSÈRELEITUNG OPERNCAFÉ & PROMENADE Nach meinem abgeschlossenen Bachelorstudium „Gesundheitsmanagment im Tourismus“ war ich fest entschlossen, meine große Leidenschaft, das Backen, zum Beruf zu machen. Gerald hat mir damals die Chance gegeben, mich als Pâtissère im Aiola im Schloss St. Veit zu beweisen. Mein Weg hat mich dann über einige Aiola-Betriebe ins Operncafé geführt, wo ich, unter Führung der besten Vorgesetzten, genau diese Leidenschaft ausleben darf. Die Eröffnung des Operncafés zählt bis heute zu einer meiner liebsten Aiola-Erinnerungen. Ich liebe es, meine Kreativität auszuleben und gleichzeitig Menschen mit meinen süßen Kreationen eine kleine Portion Glück zu schenken. Besonders bei Hochzeiten oder Geburtstagen finde ich es wunderschön, mit meinen Torten zu einem gelungenen Fest beitragen zu dürfen. Mein Beruf ist nicht immer stressfrei, aber einen guten Ausgleich finde ich in regelmäßigem Sport. Um den Kopf frei zu kriegen, gehe ich am liebsten eine Runde laufen oder betreibe Kraftsport. Danach schreibe ich eine ToDo-Liste für den nächsten Tag und schließe den heutigen gedanklich ab — oder ich trinke ein Glas Prosecco mit Gernot, das hilft immer.

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AIOLA FAMILIE

Thomas Bucher STORE MANAGER AIOLA LIVING STORE Ich hatte immer schon eine sehr ausgeprägte kreative Ader und ein Auge für visuelle Gestaltung. Ihren Anfang nahm meine Zeit bei Aiola allerdings in der Gastronomie, bei der Eröffnung unseres panasiatischen Restaurants Miss Cho. Damals bin ich als Quereinsteiger zur gehobenen Gastronomie gekommen und habe mich mit viel Herzblut, Ehrgeiz und Engagement in nur drei Jahren zum Restaurantleiter hochgearbeitet. Und so sehr mir mein Beruf auch gefiel — der Wunsch, kreativ tätig zu sein, hat mich immer begleitet. Meine „wahren Talente“ habe ich daher nach und nach immer stärker in meine Arbeit einfließen lassen, was auch Judith mit der Zeit bemerkte. So bekam ich durch den Gastronomie-Lockdown 2020 die Chance, mich im Aiola Living Store einzubringen. Für mich war das definitiv einer der schönsten Momente meiner bisherigen Aiola-Geschichte. Ich liebe es, mich jeden Tag aufs Neue spannenden Herausforderungen zu stellen und mich wie ein kreativer Wirbelwind bei Dekorationsprojekten auszutoben. Eigentlich war sofort von allen Seiten aus klar, dass hier der Platz ist, wo ich wirklich hingehöre: in den Aiola Living Store und die Aiola Family.

FOTOGRAFIE  Katharina Jauk

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MEET THE FAMILY

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Emily Fürstaller RESTAURANTLEITERIN AIOLA UPSTAIRS Mein Herz begann schon in jungen Jahren für die Gastronomie zu schlagen. Nach etlichen Nebenjobs und Praktika im Rahmen meiner Ausbildung, zog es mich 2018 nach Graz, wo ich nicht lange auf den perfekten Arbeitsplatz warten musste. Meine Schwester war im damaligen Aiola City beschäftigt und durch sie wurde ich auf die Aiola Family aufmerksam. Ich spürte schnell, dass es mich auf den Schlossberg ins aiola upstairs zog. Dort, über den Dächern von Graz, erfuhr ich einen Teamspirit, den ich so zuvor noch nicht kannte und fand in unserer Betriebsleiterin Biljana und meinen KollegInnen eine zweite Familie. In meinem Beruf birgt jeder Tag neue Herausforderungen, die wir aber gemeinsam als Team immer wieder aufs Neue meistern. Natürlich gibt es auch schwierige Tage. Aber man wird mit Problemen nie allein gelassen und gemeinsam lässt sich alles schaffen. Das Schönste daran ist, dieses erfüllende Gefühl, gut aufgehoben zu sein, auch an meine Gäste weitergeben zu können. Wenn diese uns dann auch noch spüren lassen, dass wir unseren Job gut machen, geht mir über den Dächern der Stadt das Herz auf.

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Echt

AIOLA COVERSTORY

REDAKTION Nina Prehofer FOTOGRAFIE  Katharina Jauk

stark! WAS MICH NICHT UMBRINGT, MACHT MICH STÄRKER Wer hat das gesagt? Es war der Philologe und Philosoph Friedrich Nietzsche, der Ende des 19. Jahrhunderts diese vielfach interpretierte und gerne zitierte Aussage formuliert hat. Doch stimmt das tatsächlich? Es hängt von der Interpretation ab. Wenn man davon ausgeht, dass man aus einem traumatischen Erlebnis gestärkt hervorgehen kann, dann stimmt diese Aussage. Voraussetzung dafür ist, dass man das Trauma auch tatsächlich überwunden hat. Es kann einen dazu führen, die schönen Momente im Leben, Dinge, die man besitzt, als viel wertvoller wahrzunehmen. Man könnte sagen, man lernt das Leben und was

Es scheint, als wäre diese Pandemie gekommen, um zu bleiben. Nicht unbedingt der schönste Gedanke, mit dem man sich beschäftigen kann. Denn wir sind ihr schon so überdrüssig und der süße Geschmack eines freieren Lebens im Sommer lässt uns möglicherweise wehmütig, vielleicht sogar ein bisschen ängstlich, in den Winter gehen. Noch mit dem Sommer im Herzen haben wir darüber nachgedacht, was uns helfen könnte, im Herbst und Winter gut gelaunt und stark zu bleiben.

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es einem im besten Sinne bietet, mehr zu schätzen. So könnte das auch mit unseren Corona-Erfahrungen sein. Für manche leider mit wirklich traumatischen Ereignissen in ihrem Leben verbunden, für andere „nur“ etwas, was im Alltag zu schaffen macht. Möglicherweise hilft es zumindest Letzteren, sich auf positive Aspekte zu konzentrieren — etwa, dass wir nicht mehr alles als selbstverständlich betrachten, dass wir wieder lernen, das Besondere zu spüren. Die Zeit, die wir auf Abstand verbracht haben, hat uns gezeigt, dass wir gesellige Wesen sind, die den Austausch mit anderen brauchen. Und, dass eine vielleicht neu entdeckte Langsamkeit die Genussfähigkeit fördert und uns hilft, viel mehr bei uns selbst zu sein. Wir haben viel überwunden in den letzten knappen zwei Jahren. Wir können verdammt noch mal stolz auf uns sein, dass wir das geschafft haben. Wir sind stark!


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AIOLA COVERSTORY

STARK VERBUNDEN Googelt man „stark sein“, ergibt dies eine Flut an unzähligen „weisen“ Sprüchen zu diesem Thema. Gerne ummalt von Löwenköpfen, Fäusten oder in Sonnenuntergänge getauchte Landschaften. Während man sich bei den meisten dieser Sprüche ein bisschen fremdschämt, bleibt doch ein Aspekt hängen: die Schwäche. Was hat sie mit Stärke zu tun? Als Aiola-Familie leben wir in der glücklichen Konstellation, dass wir eine Gruppe an Menschen um uns haben, die einander in Momenten der eigenen Schwäche, des Zweifelns oder einfach in schwierigeren Situationen zur Seite stehen. Irgendjemand ist immer dabei, der die richtigen Worte findet, die beste Lösung hat oder einen „bloß“ umarmt. Für uns ist gemeinsam stark zu sein von großer Bedeutung, denn es trifft uns im Kern unseres Unternehmens: Aiola steht für — oder besser — ist gemeinsame Stärke. Wir haben erkannt, dass wir durch unsere Verbundenheit nicht nur viel mehr erreichen können, sondern es auch noch viel freudvoller tun. Das Wissen, sich immer aufeinander verlassen zu können und füreinander da zu sein, gibt uns Kraft — diese ist stille Begleiterin bei allem, was wir tun. Und das fühlt sich echt stark an. DIE STÄRKSTE FRAU DER WELT Ein kleiner Exkurs und eine Inspiration: Bei der Recherche zu diesem Magazin und dem Thema kam uns eine besondere Frau unter: Katharina Brumbach, besser bekannt als Katie Sandwina, die stärkste Frau der Welt. So hieß es und gilt möglicherweise immer noch. Zumindest haben wir schon lange keine Frau mehr gesehen, die mit Männern jongliert oder ein ganzes Karussell, voll besetzt mit Männern, über ihren Kopf kreisen lassen kann. Katie Sandwina war einzigartig. Geboren in eine Zirkusfamilie im Jahr 1848 in Wien, Tochter von bereits echt starken Eltern, absolvierte sie einen ihrer ersten Auftritte mit 14 Jahren, bei dem sie Menschen aus dem Publikum dazu aufforderte, gegen sie zu ringen. Sie rang alle nieder. Auch ihren zukünftigen Ehemann, der ihr noch in dem Moment, als sie ihn auf die Matte knallte, einen Heiratsantrag machte. Es sollte eine glückliche Verbindung fürs Leben werden. Irgendwann wurde Katie von einem amerikanischen Zirkusmacher entdeckt und sie ergriff die Chance und zog nach New York. Dort wurde ihre Karriere noch viel steiler. Sie wurde als „Lady Hercules“ bekannt, die nicht nur stark, sondern auch besonders schön war. Ihre Stärke kann natürlich nicht nur auf ihre körperliche Überlegenheit zurückzuführen sein. Um das zu machen, was sie getan hat, braucht es auch die Stärke im Kopf. Bis zu ihrem 60. Lebensjahr trat sie im Zirkus auf. Ihre zweite Karriere machte sie als Restaurateurin in Queens gemeinsam mit ihren Söhnen. 1952 wurde die stärkste Frau der Welt vom Krebs besiegt. Es gibt Dinge, die man leider nicht beeinflussen kann, aber Katie Sandwina scheint das Beste aus ihrem Leben herausgeholt zu haben. Und das nehmen wir uns zum Vorbild. Katie Sandwina ist zum Glück nur eine von vielen tollen Persönlichkeiten, von denen wir uns inspirieren lassen können. DAS LEBEN IST SCHÖN, ICH BIN SCHÖN, ALLES IST SCHÖN Natürlich kann nicht immer alles schön sein. Das wäre auch gar nicht gut, denn wir könnten Schönheit, Freude und alle anderen positiven Gefühle gar nicht erkennen, wenn wir nicht wüssten, was es bedeutet, traurig zu sein, wütend oder frustriert. Auch wenn es also gar nicht notwendig ist, dass immer alles happy-peppy ist, ist es doch wichtig, sich selbst positiv zu beeinflussen. Indem man sich zum Beispiel sagt, dass man sich mag oder schön findet. Oder dass man ganz bewusst mit einem Lächeln durch den Tag spaziert. Gute Laune zieht gute Laune an — und das gemeinsame Gut-drauf-Sein gibt Kraft, die wiederum hilft, in schwierigen Situationen stark zu bleiben. Mental Coaches schwören auf die Kraft der Autosuggestion: Man muss an etwas glauben, es visualisieren und manifestieren, damit man es erreichen kann. Wenn du dich dabei siehst, den Gipfel des Adam’s Peak — wie unser Fitnesscoach Matthias Snobe — zu erklimmen, dann kannst du es auch schaffen. Wenn du

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AIOLA COVERSTORY

daran glaubst, deinen eigenen Betrieb — wie die Aiola-PartnerInnen — führen zu können, kannst du es schaffen. Wenn du dir deine Traumhochzeit — so wie sie bei uns dank Alexandra Ully im Aiola im Schloss beinahe täglich realisiert werden — vorstellst, dann kann es auch genau so atemberaubend werden. Also: Fest an die eigenen Ziele und Wünsche glauben, sie vor dem inneren Auge wie einen Film immer und immer wieder abspielen, dann werden sie, mit einer kleinen Portion Glück, auch zur Realität. Außerdem helfen uns Visionen dabei, anstrengende Zeiten zu durchtauchen. MACH DICH STARK — FÜR DICH SELBST Starke Menschen sind selbstbewusst und wissen, was sie wollen, was ihnen guttut, kennen aber auch ihre Schwächen. Sie machen sich für die eigenen Wünsche und Vorstellungen stark. Es hilft überhaupt nicht, sich immer zu enthalten, mitzugehen, sich treiben zu lassen oder anderen anzuschließen. Wie soll jemand anders wissen, was dein Weg ist? Niemand kann in jemand anderen hineinschauen, nur selbst weiß man, was man braucht. In unserer schnellen Zeit, getrieben von Instagram-Superlativen, ist es leicht, sich zu verlieren. Doch jeder Mensch hat eigene Träume, Dinge, die einem guttun. Man muss eigene Prioritäten setzen. Das Schlimmste, was einem passieren kann, ist, sein eigenes Leben nicht gelebt zu haben. Dass man damit beschäftigt war, anders zu sein, anderen nachzueifern, die Träume fremder Menschen zu leben und dabei vergessen hat, was man selbst braucht und liebt. Also, falls der Winter wieder hart werden sollte, nutzt doch die Gelegenheit, tief in euch hineinzuhören und zu prüfen, ob ihr euer Leben so lebt, wie es gut für euch ist. Wie ihr es leben wollt. Und wenn ihr das für euch herausgefunden habt und unbeirrt euren Weg geht, dann besitzt ihr wahre Superkräfte!

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an FOTO WEISS für das freundlicherweise zur Verfügung gestellte Equipment.

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AIOLA INTERIOR

Interior Wunderschöne Rot- und Brauntöne bringen Ruhe und Substanz in unseren Herbst und Winter. Warme, satte Farben wie PANTONE POTTER’S CL AY erden uns und geben uns ein wohliges Gefühl an kalten Tagen.

MOIN HFA! Fabian Dankl und die Brüder Leo und Charlie Scheichenost bilden das Wiener Kreativstudio HFA. Sie sind ein Designkollektiv, das auf handgemachte Illustrationen und Lettering spezialisiert ist und mit seinem Können die Decke des MOIN gestaltet hat. Neben Wandbildern und Illustrationen für internationale KundInnen bietet das Trio außerdem hochwertige Art Direction, Branding und Grafikdesign an. Für die Edelkneipe MOIN entstand, passend zum Interior-Konzept, © Louis Vuitton

eine luftig leichte und trotzdem farbenkräftige Malerei, die einem ein bisschen das Gefühl verleiht, als würde man im Aquarium stehen und Wasserpflanzen über einem schweben. www.hfa-studio.com

AVOCADOS, BLUMEN & MERENGUE Vier neue Interior-Objekte gibt es mit der Objets Nomades-Linie von LOUIS VUITTON zu bestaunen. Genial: Die bunten „Avocados“ zum Aufhängen von den beiden brasilianischen Brüdern Humberto und Fernando Campana, auch bekannt als Campana Brothers. Ihre „Aguacate“ — spanisch für Avocado — ist wie eine Konstellation bunter Sonnen, die in farbenfrohen, handgeflochtenen Lederriemen strahlen. Das Londoner Duo Raw Edges, das 2019 bereits den Concertina Chair entwarf, lanciert nun das zweite Objets Nomades-Objekt: den passenden Esstisch Cosmic © Markus Mansi

Table. Der niederländische Interior Designer Marcel Wanders, der

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bereits 2015 den kultigen, faltbaren Objets Nomades-Lounge Chair entwarf, geht mit dem Petal Chair in die zweite Runde. www.louisvuitton.com


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INSPIRATION

TRE DE TU TTO Im Herzen von Garbatella in Rom verwandelten die Architekten STUDIOTAMAT eine historische Bäckerei in der Nachbarschaft, die seit Jahren leer stand, in den neuen Hotspot „Tre de tutto“, ein Name, der die Verbindung mit der römischen Tradition widerspiegelt: drei großzügige raumhohe Rundbogenfenster, die den Blick auf einen schönen römischen © Maison Zen Beirut

Platz voller Details öffnen. Dieser Römische Barock wurde als Stil etabliert, um den für die Gegend typischen Wohnbau in den 1920er Jahren zu verschönern. Auf zwei Ebenen angeordnet, um der natürlichen Neigung des Bodens gerecht zu werden, bietet Tre de tutto © Henge

ein Erdgeschoss mit einem dreieckigen Grundriss und einem großen zentralen Säulenkreuz, das die Räume teilt. Reserviert für Frühstück und Aperitif, mit Loungebereich, um Schallplatten aufzulegen, wird dieser Raum von einer Makrotheke dominiert. Auf der unteren Ebene erwarten einen die Küche und der Restaurantbereich. Der Geschmack der Küche ist authentisch römisch und inspiriert von den vielen wunderbaren Orten der Ewigen Stadt. Via Giustino de Jacobis 19 · Rom, Italien facebook.com /tredetuttogarbatella

ZWEIMAL NEU FÜR HENGE Gleich zwei neue Interior Stores für das italienische Interior Label HENGE. Gemeinsam mit Maison Zen konnte die Wiedereröffnung des Flagship-Showrooms in Beirut nach der tragischen Explosion in einem komplett renovierten Raum stattfinden. Es ist der perfekte Beweis dafür, wie man dank der Positivität der Menschen und Energie von vorne beginnen kann. Im 500 m2 großen Store wird die Kollektion von Massimo Castagna, Kreativdirektor der Marke, präsentiert. In erhöhter Lage über der Stadt

© Seven H. Zhang

gelegen, genießt man vom Showroom einen atemberaubenden Blick auf die Bucht. In Gent, Belgien, im hippen Sint-DenijsWestrem-Viertel, hat der zweite Store, gemeinsam mit Obumex, eröffnet und lädt dazu ein, die eigenen vier Wände zu erneuern. www.henge07.com

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AIOLA INTERIOR

Starke Frau —

REDAKTION Nina Prehofer

starkes Design

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INTERVIEW: NIKA ZUPANC

Die Industriedesignerin Nika Zupanc gilt als eine der aufregendsten DesignerInnen unserer Zeit. Mit ihrer Arbeit verschiebt sie Grenzen und erzählt immer wieder neue aufregende Geschichten. Wir sprechen mit ihr über eine prägende Herkunft, kreative Prozesse und wie man Menschen mit Design berührt.

NIKA ZUPANC Nika Zupanc ist eine der renommiertesten IndustriedesignerInnen unserer Zeit. Ihre Produktdesign-Kooperationen umfassen bekannte Designunternehmen wie Moooi, Se und Dior. Sie kreiert Kollektionen in limitierter Auflage für Rossana Orlandi, während sie weiterhin ihre eigene Marke entwirft und produ-

Nika, Sie bezeichnen sich selbst als Beobachterin. Welche Beob-

ziert. Seit ihrem ersten Auftritt auf der Mailänder

achtungen haben Sie in den vergangenen Wochen gemacht, die Sie

Designwoche wird sie von der Industrie und der

inspiriert haben und Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Presse aufmerksam beobachtet; ihre Arbeit wird

NIKA ZUPANC Wenn ich sage, dass ich mich als Beobachterin

unter anderem beschrieben als „punk elegance“

fühle, meine ich, dass als kreative Person das kreative Gehirn nie-

(Elle USA) über „Techno Chic“ (Businessweek) bis

mals aufhört zu arbeiten. Die Menschen fragen mich immer, wo-

hin zu „larger than life“ (Clear Magazine) — und sie

her ich meine Inspiration nehme, aber der kreative Prozess läuft

selbst als „der wahre Star“ (The Wall Street Journal).

eigentlich immer, denn man hört nie auf, aufmerksam die Welt zu betrachten. Mein Gehirn ist darauf trainiert, wie eine Bibliothek zu

www.nikazupanc.com

funktionieren. Ich sammle und beobachte ständig. Was legen Sie dabei besonders gerne in Ihrer „Bibliothek“ ab? Ich sammle besonders gerne visuelle Details, die nicht auf den ersten Blick interessant erscheinen, zum Beispiel Vororte, die nicht sehr bekannt und sogar eher vergessen sind. Dort findet man oft unerwartet schöne Dinge. Man weiß nie, wo einem das Neue über den Weg läuft, das später als Detail in einer neuen Kollektion seine Anwendung findet. Wenn ich für ein anderes Unternehmen arbeite, dann suche ich nach Inspiration in der DNA der Firma und versuche, mir eine Geschichte auszumalen. In den letzten Wochen war ich allerdings auf Urlaub und nicht so aufmerksam wie sonst. Doch unterbewusst ist bestimmt einiges gesammelt worden.

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AIOLA INTERIOR

Gab es jemals eine „Erleuchtung“ oder eine Beobachtung in Ihrem Leben, die alles verändert hat?

„Cherry picking“ oder „Rosinen picken“ auf Deutsch: Mit dieser Hängeleuchte von Nika Zupanc

Das ist schwer zu sagen. Ich sehe meine Arbeit als einen

für qeeboo sucht man sich das Besondere aus.

Prozess — und zwar einen oft sehr komplizierten Prozess.

Erhältlich im Aiola Living Store.

Wenn man etwas kreiert, arbeitet man ja nicht nur mit Inspiration, die einem auf der Straße begegnet. Es ist nie nur ein kleines Detail, was man entdeckt hat, es ist Geschichte, es ist Wissen, es sind die Kenntnisse um die Funktion und den Einsatz von Materialien, das Verwenden von neuer, aufregender Technologie. Es ist das Zusammenspiel von vielen Parametern in deinem Kopf, die am Ende etwas Neues und Aufregendes entstehen lassen. Inwiefern hat Sie Ihre Herkunft geprägt? Ich wurde in Slowenien im ehemaligen Jugoslawien geboren; das Land hatte eine spezielle Position zu dieser Zeit. Jugoslawien war weder Teil des Ostblocks noch Teil des Westens. Wir hatten eine besondere Art der Erziehung und in Jugoslawien aufzuwachsen, war bestimmt einzigartig. Slowenien im Speziellen hatte zudem eine interessante geografische Lage, denn Ljubljana liegt nahe an Belgrad, Mailand und Wien. Das waren sehr unterschiedliche kulturelle Einflüsse, die ich da zu spüren bekommen habe. Ich habe sie gefühlt und auch verstanden. Und indem ich diese Einflüsse verstanden habe, befand ich mich in einem sehr reichen Umfeld. Es hat mein Leben vereinfacht, denn ich konnte mich immer sehr schnell anpassen und einleben. Das Zusammenspiel des mediterranen Lebens mit dem in den Bergen, den Wäldern, der alpinen Umgebung; diese Abwechslung der davon geprägten Kulturen, in denen ich auch heute hin und her wechseln kann, gaben mir die Basis, frei zu sein. Ich kann frei sein und tun, was ich will. Wie beeinflusst das Ihre Arbeit? Im Industriedesign ist das sehr wichtig. Industriedesign ist international und nicht direkt mit einem Land verbunden. Selbst wenn man lokal agiert, ist das Produkt global. Man verkauft überall und spricht über seine Objekte mit Menschen auf der ganzen Welt. Vielleicht ist das eine Nische oder eine bestimmte Art von Menschen, aber die können auf der ganzen Welt zu Hause sein: Japan, Korea, Italien, Amerika — überall gibt es farbenfrohes und inhaltlich reiches Leben. So war auch meine Erziehung. Und weil wir gerade über Jugoslawien gesprochen haben: Im MOMA in New York gab es eine Ausstellung über die wundervollen Arbeiten der Moderne in Jugoslawien. Diese wurden in der Vergangenheit oft übersehen und es war toll, in dieser Ausstellung all diese fantastischen Arbeiten betrachten zu können. Wir hatten in Jugoslawien nie wirklich das Gefühl, aus Osteuropa zu entstammen, sondern nahmen es als etwas ganz Eigenes und Spezielles wahr.

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INTERVIEW: NIKA ZUPANC

Was macht ein starkes Design aus? Wenn man ein neues Design entwickelt, ist das Wichtigste, dass man einen leeren Platz damit adressiert, eine neue Grenze aufmacht. Das kann man leise oder laut machen, aber als DesignerIn sollte man seinen eigenen Beitrag leisten. Lücken füllen und zeitlose Objekte erstellen, das kann man nur mit wirklich starkem Design. Das Ziel ist es, ein Objekt zu kreieren, das die Möglichkeit besitzt, lange zu leben — nicht nur ein paar Jahre — und im besten Fall sogar vererbt wird. Das versuche ich immer zu erreichen. Bei welchem Objekt ist Ihnen das besonders gut gelungen? Das war mit Sicherheit die Lolita Lampe, aber auch mit anderen Objekten. Die Lolita Lampe ist deswegen ein gutes Beispiel, weil wir damals 2008 mit Moooi entschieden haben, die Lampe pink zu machen. Das war eine gewagte Geste und ein bisschen gefährlich, denn das Objekt lief Gefahr, nicht ernst genommen zu werden. 2016 allerdings, beim Salone del Mobile, war pink die Farbe, die am häufigsten verwendet wurde. Die Lampe hat meiner Karriere sehr geholfen; es sind viele Projekte gefolgt. Sie eröffnete auch Diskussionen über die Wahrnehmung einer bestimmten Farbe. Ich habe auch mit anderen Objekten zu Diskussionen angeregt und mit Icons gearbeitet, die ein Tabu im zeitgenössischen Design waren. Ich konnte ihnen aber eine neue Bedeutung geben und die Wahrnehmung verändern. Die Lolita Lampe ist noch immer ein Klassiker für Moooi und hat neue Möglichkeiten im Design aufgezeigt. Wie können Objekte mit starkem Design ihre BetrachterInnen oder BesitzerInnen verändern? Für mich gilt „form follows function“. Aber das ist nicht genug. Objekte müssen wichtige Fragen unserer Zeit anpacken und dem Zeitgeist entsprechen. Es gibt viele wichtige Themen, die man nicht lehren kann, wo man aber Fragen aufwerfen kann, die die Menschen aufwecken. Damit hat man bereits sehr viel erreicht! Ich finde, die Aufgabe von DesignerInnen ist eine sehr verantwortungsvolle. Es geht nicht nur darum, wie man designt und produziert, sondern welchen zusätzlichen inhaltlichen Wert man den Menschen mitgibt. Sie spielen mit Vorbildern in Ihren Designs. Welche neue oder zusätzliche Dimension gibt das den Objekten? Das entspricht meiner Philosophie von Design, denn ich spiele gerne mit der Bedeutung eines Objekts, um neue Geschichten in ihnen zu finden und erzählen zu können. Ich verwende oft ikonische Elemente in meiner Arbeit, aber in einer völlig neuen und unerwarteten Art. Das schafft Begeisterung und berührt „Gamechanger“: Mit ihrer 2008 entworfenen „Lolita Lamp“ für

die Menschen. Es ist die Methodik meiner Arbeit und signifi-

Moooi gelang Nika Zupanc der internationale Durchbruch. Die

kant für meine Objekte. Der „ribbon chair“ zum Beispiel wur-

Lampe wurde erst nur in Pink präsentiert — ein gewagter Schritt.

de nach dieser Methodik entworfen. Bänder gelten als naiv

Mittlerweile gibt es das beliebte Modell in verschiedenen Farben.

und mädchenhaft. Aber so wie ich das Band verändert habe,

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AIOLA INTERIOR

wurde es elegant und mit Sorgfalt besetzt. Es wurde etwas komplett anderes. Das ist Teil des kreativen Prozesses, mehrschichtig zu sein und unterschiedliche Bedeutungen zu wecken. Das mag auf den ersten Blick verwirrend sein, aber wenn man die Elemente zusammenführt, dann erzählt man eine neue Geschichte, die das zeitgenössische Leben reflektiert. Was ist mit der Rolle der Frau im Design? Sind Frauen unterrepräsentiert? Das ist eine schwere Frage, denn im Großen und Ganzen geht es ja um Frauen in allen oder vielen Professionen, die noch immer nicht gleich behandelt werden wie Männer. Wir befinden uns immer noch in einem Gleichstellungsprozess. Die Gründe sind unterschiedlich, warum wir es immer noch nicht sind. Auch im Design sind Männer noch immer stärker repräsentiert. Vielleicht liegt es daran, dass in den produzierenden Unternehmen zum überwiegenden Teil Männer die Entscheidungen treffen. Am Ende sollte aber stets das bessere Design gewinnen, ganz egal wer es entworfen hat. Aber in anderen Bereichen ist das viel schlimmer, wo Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt und oft sogar weniger respektiert werden. Gibt es so etwas wie weibliches und männliches Design? Ich denke, das sollte es nicht geben. Natürlich kreiert man aus seiner persönlichen Identität heraus, aber auch wenn man Kleidung kauft, entscheidet man sich für die Sprache des Designers oder der Designerin, nicht für ein Geschlecht. Wie in der Poesie, so sollte es sein. Sie haben einmal Design als die größte Liebe Ihres Lebens bezeichnet. Ist es Ihnen immer noch ein guter Partner? Abgesehen davon, dass die größte Liebe meines Lebens meine Familie ist, bin ich unglaublich glücklich in diesem Beruf. Vor allem weil es ein ewig währender Prozess ist, in dem man immer lernen kann. Sei es auf der Straße im richtigen Leben, wenn man mit einem neuen Unternehmen zusammenarbeitet oder innovative Technologien ausprobiert. Man kommt mit so vielen Ländern und Kulturen in Berührung und hinter jeder Tür verbirgt sich eine neue Welt. Es ist wunderschön und gibt einem eine große Freiheit im Leben. Was möchten Sie mit Ihrem „Partner“ noch erleben? Ich bin Industriedesignerin, beherrsche also die Methodik, mit kleinen und großen Objekten zu arbeiten. In Zukunft interessieren mich noch viel mehr die Architektur, die Sportindustrie, aber auch Lösungen im großen Maßstab, wo ich denke, etwas zu sagen zu haben. Ich hoffe, dass ich diese Chancen bekomme und mich darin in naher Zukunft ausdrücken kann.

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Puppen — Schaufenster

AIOLA INTERIOR

REDAKTION Theresa Hartlauer FOTOGRAFIE Katharina Jauk MODEL Thomas Bucher

Mystisch, offen, finster, hell, laut und leise und ein wenig grell. Alles klein und doch ganz groß. Hat da nicht was geblinzelt? Wir treten ein ins Puppenhaus und sehen all die schönen Dinge. Vasen, Pflanzen, Papageien  —  auf Rot, in Gold, mit Blau bezogen. Samtig weich und wohlig warm, doch keine Zeit, um zu verweilen! Weiter durch die bunten Tore, immerwährend, dicht begrünt. Mit schnellem Schritt und weitem Blick, denn das Haus ist viel bestückt. Doch hat sich da nicht was bewegt? Ein Hauch von Grün und Schwarz im Augenwinkel — ganz kurz da und wieder weg. Doch nein. Nein, das kann nicht sein, sind doch die BewohnerInnen alle still. Hinein, hinein, in die Welt aus Samt und Düften, vorbei an all den schönen Dingen. Von Raum zu Raum ganz langsam, leise, damit die Sinne uns nicht täuschen. Bis wir finden, was wir suchen, neben Äffchen, zwischen Stühlen und einem Paar doch zu großer Puppenschühchen. Und der Blick wandert hinauf, in ein Gesicht mit viel zu hellen, blauen Augen. Weiß wie Schnee mit roten Wangen, steht sie da und mustert uns. Und jetzt hat sie doch geblinzelt! Steif und starr stehen wir jetzt da, trauen uns kaum zu atmen. Dann ein Lächeln, zuerst ganz leicht und dann doch recht herzlich. Langsam holt sie aus, kramt in bunten Schätzen — und zeigt uns voller Stolz, was ein schönes Zuhause alles braucht.

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POWER LOOKS

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AIOLA INTERIOR

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STARKE LOOKS

02 Baobab Kerzenset ENCRE DE CHINE ab 72 €

01 Spiegel LEAVES 149 €

03 Plaid POMPOM 35 €

04 Hängeleuchte CHAIN 1.290 €

06

05

Schale CHAMPAGNE 245 €

Tierskulptur ELEPHANT 182 €

07 Lounge Chair FLAIR 730 €

09 Schmuckschatulle VELVET 44 €

08 Kunstblume HORTENSIE 9,50 €

10 Beistelltisch TURTLE 369 €

11 Teppich RAVEL 370 €

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA INTERIOR

Freude

REDAKTION Theresa Hartlauer FOTOGRAFIE Katharina Jauk

schenken

Geschenke erhalten bekanntlich die Freundschaft, aber bei Aiola bewirken sie noch ein bisschen mehr: Sie sind kleine oder große Aufmerksamkeiten und ein lang ersehntes Wiedersehen. Sie sagen: „Ich hab dich lieb“ oder „Ich habe euch vermisst“. Sie wünschen gute Besserung und viel Erfolg, richten ein kleines Dankeschön aus, schicken Grüße von hier nach da. Und manchmal sind sie auch einfach ein Geschenk an sich selbst — eine Belohnung, ein Blickfang in den eigenen vier Wänden oder ein Stück wohlverdiente Gemütlichkeit.

AIOLA LIVING ONLINESTORE In unserer kunterbunten Welt aus Tapeten, Bildern und Möbelstücken, die Geschichten flüstern und inspirieren möchten, werden alle Suchenden fündig. Zwischen kleinen Blickfängen und großem Leuchten verbergen sich in unserem Aiola Living Onlinestore Lieblingsstücke, die entdeckt werden möchten. Zum Stöbern, Finden und Verschenken. Dann lässt es sich ganz einfach teilen, das Stück vom Glück. Durch samtige Stühle, duftende Kerzen, immerwährende Blüten und filigrane Leuchten. AIOLA–GUTSCHEINE Und wer sich auf der Suche nach dem perfekten Geschenk nicht entscheiden kann, dem legen wir das Stück vom Glück mit dem Aiola-Gutschein ganz einfach in die Hände. Dann lässt es sich leicht weiterreichen, das kleine große Interieur-Glück, das Frühstück mit der ganzen Familie, der Cocktail mit den besten FreundInnen oder das romantische Dinner zu zweit.

AIOLA LIVING STORE Landhausgasse 7 8010 Graz +43 (0)316 811911 — 90 livingstore@aiola.at www.aiolalivingstore.com

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PROJEKT: LET‘S GO! GRAZ

PROJEKT: ERSTE BANK WIEN

Komplettfolierung der Straßenbahn

Fassadenbespannung mit über 5.000m2

PROJEKT: LONGIN HEADQUARTER LED - Lichtwerbeanlage

PROJEKT: ATELIER MARTIN AUER Lichtwerbung | Buchstaben | Folierungen

incredible living colors. WE PRINT

8181 St. Ruprecht/Raab +43 3178 28555–0 office@klampfer-druck.at klampfer-druck.at


Im Bauch des Kugelfisches AIOLA INTERIOR

REDAKTION Nina Prehofer

ILLUSTRATION HFA–Studio

FOTOGRAFIE  Markus Mansi, Elena Egger, Katharina Jauk

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MOIN

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Da steht man ahnungslos am Grazer Mehlplatz, erblickt den Schriftzug eines nordischen Grußes und schwupp, wird man eingesogen in eine Öffnung. Und schon ist man da, irgendwo drinnen, mit strammen Deerns und richtig kräftigen Kerlen. Sie trinken und lachen und lassen es sich gut gehen. Wer hätte gedacht, dass im Bauch eines Kugelfisches Platz ist für so viele Leute und ’ne ganze Edelkneipe?

Darauf muss ich erst mal einen trinken. Ich gebe dem Hafenjungen, der so aussieht als würde er sich hier auskennen, ein Zeichen. Er kommt zu mir rüber, stemmt die Hände in die Seiten und nickt mir zu, „Moin“. „Moin“, sage ich, „was trinkt man hier?“ „Bier und Wein, aber du siehst aus, als könntest du was anderes vertragen.“ „Was denn?“ „Na, was Stärkeres eben.“ Er dreht sich um, greift nach etwas und steht auch schon wieder vor mir. „Hier bitte, ein Mexikaner.“ Ich trinke und es treibt mir die Tränen in die Augen — ist das Tabasco? Bevor ich fragen kann, ist mein Glas bereits wieder voll. Der Jung’ nickt mir aufmunternd zu. Ich greife zu und trinke. „Ja, so mögen wir das, nicht lang schnacken, Kopp in Nacken.“ Meine Beine werden kurz schwach, also lasse ich mich an der hölzernen Bar, die aus ganz vielen Schubladen zu bestehen scheint, nieder. Was da wohl alles drinnen ist, frage ich mich. Was hat ein Kugelfisch in seinem Bauch so alles aufzubewahren? Noch bevor ich meinen Gedanken weiter nachhängen kann, führt man mich ohne zu fragen tiefer hinein in das Innere des Kugelfisches. Die Frau, die mich an der Hand gefasst hat, drückt mich sanft, aber bestimmt auf eine Sitzbank. Unter meinen Händen spüre ich ein weiches Material, das sich anfühlt wie Leder. Langsam lasse ich meine Finger darüber gleiten und erfreue mich, wie es vorsichtig meine Fingerkuppen kitzelt. Es ist Zeit zu essen, mich zu stärken. Ich habe das Gefühl, ich werde sehr viel Kraft brauchen, um den Bauch wieder zu verlassen. Einmal drinnen, fühlt es sich so gut an. So, als wäre man schon immer hier gewesen, als wäre es der einzige Ort, an dem es noch Sinn macht, zu bleiben. DA STAND ER VOR MIR, DER DUDELSACK SPIELENDE ESEL Schnell sind sie hier. Das Essen ist schon da, bevor ich es bestellt habe. Es gibt von allem etwas. Ich sehe zu, wie der Tisch sich vor meinen Augen biegt, während immer mehr volle Teller aufgetürmt werden. Wo soll ich nur anfangen? Esse ich mich von oben nach unten, von unten nach oben oder wahllos, wohin mich meine Gelüste führen? Ich greife zu Gerichten in allen Farben und Formen, zu Currywurst, Thunfischpizza und der geschmorten Ochsenbacke, als mich plötzlich ein roter Teller anlacht. Es ist, als hätte ich nur nach diesem Teller gesucht, er strahlt mich an und ruft: „Nimm mich, nimm mich!“ Als ich ihn zu fassen bekomme und herausziehe und aus diesem Turm an vollen und leeren Tellern, erklingt eine Musik. Ein Dudelsack. Da hat doch tatsächlich ein Esel begonnen, auf seinem Dudelsack zu spielen. Er wandert durch den Bauch und hat Mühe, die Öffnung des Dudelsacks mit seinem Maul zu umschließen, doch er lockt die Töne hinaus und schafft es, dazwischen noch ein heiteres „Iah“ auszustoßen, was die anderen Gäste ihm fröhlich gleichtun.

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AIOLA INTERIOR

Plötzlich sehe ich sie, Daniel und Gernot, die Herren des Kugelfisches, sie tanzen mit einem Walross in Unterwäsche heiter durch die Gänge des Bauchs. Ja, sie alle drei tragen nur Unterwäsche auf ihrer Haut. Das Walross wiegt sich zur Musik und balanciert eine Nixe auf seiner Schnauze. Ihre langen braunen Haare flattern wie von einem unsichtbaren Wind getragen durch die Luft. Ihre Flosse schimmert in allen Farben dieser Welt und sie reflektiert und zaubert ein märchenhaftes Licht an die Wände. Als sie mir ihr Gesicht zuwendet, erkenne ich Judith in ihr. Freudig lächelt sie mich an, um dann mit einem Satz von der Schnauze runterzuspringen. Dabei macht sie einen Salto und eine doppelte Schraube und landet schließlich weich vor mir und nimmt Platz. Für ihren Fischschwanz wird ein großes Becken angeschoben, denn er darf nicht austrocknen. Sofort scharen sich rund um das Becken herum gierig blickende Frauen und Männer mit langen Strohhalmen. Sie wollen das Wasser trinken — sagt man doch, dass es zu Glück verhilft. Die Nixe lässt sie gewähren. Dann erzählt sie mir von den Malereien an der Bauchdecke des Kugelfisches, doch irgendwie ergibt das alles keinen Sinn für mich. Warum sollte man den Bauch eines Kugelfisches bemalen, ja überhaupt einrichten? Doch sie lässt sich nicht davon abbringen, redet aufgeregt weiter und beteuert, die Gestaltung dieses Fischbauchs sei ein Werk von Menschenhand gewesen. Daniel, Gernot und ihr sei es zu verdanken, dass es wohlig ist und gemütlich, wie in einer Edelkneipe, männlich und stark. Ich blicke auf die roten korallenähnlichen Gebilde über mir, die die Wölbungen des Fischbauchs betonen und mich betören. Ich gleite langsam in eine Trance, versuche noch nach den Beeren mit Vanilleeis vor mir auf dem Tisch zu greifen, doch mein Arm ist schon so schwer. Er sinkt nieder und mit ihm auch meine Augenlider. Scheiße, war ich echt so angeschickert?

MOIN Mehlplatz 3 8010 Graz +43 (0)316 828 701 moin@aiola.at www.moingraz.at Inspiriert von www.moingraz.at Hinweis: Mit alkoholischen Getränken sollte sorgfältig umgegangen werden.

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MOIN

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AIOLA KULINARIK

Kulinarik

HERBST IM GL AS Ja, es geht! Gin, Rum und Whiskey ganz ohne Alkoholgehalt. Das australische Unternehmen Lyre’s zählt zu den führenden alkoholfreien Spirituosenmarken weltweit und zeigt uns

Wenn sich aus hochwertigen Zutaten und einzelnen Komponenten vollendeter Geschmack entfaltet und optische Kunstwerke kreiert werden, entsteht reinster Genuss. Wir brennen für Kulinarik in all ihren Facetten und werden nie müde, GENUSS zu zelebrieren.

mit seinem neuen Sortiment, wie der Herbst schmeckt: vollmundig, bunt und dabei doch ganz leicht — mit reinsten und natürlichen Extrakten, Essenzen und Destillaten. Lyre’s ist in Österreich online oder über den exklusiven Vertriebspartner Del Fabro Kolarik erhältlich.

SPIRITUOSENKÜNSTLER

www.lyres.eu

Hopfenhydrolat, Wildmango-Balsamessig, Honig-Thymian-Sirup, Gingerbeer — aufregend anders und unerwartet spannend. So schmeckt der Siegercocktail des Falstaff Young Talents Cup 2021. Sein Schöpfer heißt

ZEITGENÖSSISCHER GENUSS

Hans Pommer und ist in der Welt der Mixologists ein

Lanciert von der Kultmarke Aperol der Campari-Gruppe, öffnet

Newcomer mit Leidenschaft für Eigenkreationen — und

„Terrazza Aperol“ seine Türen in Venedig. Dabei fügt sich auf über

nun auch preisgekröntem Talent. Der stellvertretende

200 m2 das zeitgenössische Konzept fast nahtlos im Herzen der

Barchef der KATZE KATZE und „Food Design“-Student

historischen Stadt ein. Beson-

brillierte beim diesjährigen Wettbewerb der Nachwuchs-

dere Aufmerksamkeit wurde

talente und setzte sich mit seiner eigenen Cocktailkreation

der Küchenlinie gewidmet.

in der Endrunde des FYTC über acht MitbewerberInnen

Die Chefköche Alessandro

hinweg. Pommer, der über Umwege von der Gastronomie

Negrini und Fabio Pisani

in die KATZE KATZE hinter die Bar gekommen ist, stößt

haben eigens für Terrazza

als Nachwuchstalent vor allem mit Einfallsreichtum in die

Aperol ein Konzept entwickelt,

Welt der Spirituosen-KünstlerInnen vor — und hat sich

das sich unter Achtung der

dort bewiesen. Mit der Kreation eigener, ausgefallener

venezianischen Traditionen,

Cocktailrezepte, der Herstellung von Zutaten und neuen

saisonal, regional und ab-

Ideen, die es in diesem Beruf braucht, überzeugt er mit

wechslungsreich präsentiert.

seinen Drinks nicht nur offizielle WettbewerbsjurorInnen.

www.terrazza.aperol.com

ALLES IN FEIERL AUNE „Was geht?“— hört man es rufen. Denn im MOIN gibt es immer was zu feiern. Geburtstage, richtig gutes Essen, Drinks, die runtergehen wie Öl, oder ganz einfach das schöne Leben. Der MOIN-Eventkalender zeigt, was bei unserem liebsten Treffpunkt am Mehlplatz so passiert. Da wird geladen zur „Wild(en)-Woche“ oder zum „Trüffelmenü“, zur Verkostung des „Winter-Biermenüs“ und zum Schluss ist „Ente gut, alles gut“. Denn im © Katharina Jauk

MOIN, da steppt der Bär und rollt der Ku-

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gelfisch, immer und das ganze Jahr lang. www.moingraz.at


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INSPIRATION

© Ingo Pertramer

MEDITERRANER GENUSS FÜR ZWEI AUF DREI STUFEN Mediterrane Küche lebt von ihren Zutaten —  von frischen Kräutern, sonnengereiften Tomaten, buntem Gemüse, frischen Meeresfrüchten, einem Hauch von Knoblauch und Oregano. Sie basiert auf ihrer Einfachheit, die sich im Geschmack dann doch komplex zeigt. Und sie lebt von einem Gefühl, das man zwischen Zypressen und Olivenhainen findet, unter abendlichen Sonnenstrahlen, bei salziger Luft, an lauen Sommerabenden. Es ist ein Gefühl, das sich transportieren lässt — von den Küsten Italiens, den Inseln Kroatiens und den Weiten Spaniens, auf die Teller des Operncafé Graz. Mit frischem Wolfsbarsch & Garnelen, buntem Pfannengemüse & Jakobsmuscheln, Zitrus-Aioli & Pak Choi hält so inmitten der Grazer Altstadt jeden Abend mediterraner Genuss zum Sonnenuntergang Einzug. Und jeden Abend erzählt er —  von langen Sommerabenden am Meer, dem warmen Duft von Rosmarin in der Luft und lässt die Gedanken mit ihm ein Stück weit wandern. OPERNCAFÉ SUNSET DINNER • f ür zwei Personen © Katharina Jauk

• t äglich erhältlich von 17 bis 21 Uhr Um Reservierung wird gebeten! www.operncafe.at

GEMÜSE ALS HAUP TDARSTELLER Mit der Vision, einen Ort für hochwertiges, gesundes, vegetarisches Essen zu schaffen, gründete Christian Halper 2011 das erste TIAN-Restaurant in Wien. Gemeinsam mit Paul Ivić wird seither im TIAN alles darangesetzt, außergewöhnliche vegetarische Küche mit Experimentierfreude zu verbinden. Inspiration wird dafür aus der Vielfalt seltener, auch fast vergessener Gemüse-, Obst- und Getreidesorten, ihren unverwechselbaren Aromen und wertvollen Nährstoffen, geschöpft. Ein Konzept, das funktioniert und seine Fühler von Wien auch schon nach Graz ausgestreckt hat. In Kollaboration mit Aiola im Schloss-Küchenchef Walter Hintner hat Paul Ivić das TIAN-Konzept bereits 2020 auf das Grazer Altstadtparkett gebracht. Von Kochkunst auf Kräuterseitling-Basis

© Katharina Jauk

und fleischlosem Genuss: TIAN hat es sich zur Aufgabe gemacht, vegetarisches Essen so zuzubereiten, dass die Geschmacksknospen vibrieren und die Sinne in Aufruhr geraten — und inspiriert dazu, den Horizont des fleischlosen Genusses zu erweitern. www.tian-restaurant.com

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AIOLA KULINARIK

Ein  Stück

REDAKTION Nina Prehofer FOTOGRAFIE   Katharina Jauk

vom  Glück

Es gibt diese Momente im Restaurant, in denen uns das Glück erfasst. Es schmeckt so gut, so besonders, dass wir diesen Moment des Genusses am liebsten einpacken wollen. Im Marktplatz im Schloss kann man nun genau das: ein Stück vom Glück mit nach Hause nehmen.

Eingekocht und eingelegt, vor allem haltbar gemacht. Alles verwerten, den Sommer mit in den Winter nehmen und den Genuss mit nach Hause. Es gibt viele Gründe, warum sich Diana Mang und ihr Team im Aiola im Schloss dafür entschieden haben, allerhand Köstlichkeiten auf ihrem Marktplatz anzubieten. „Einkochen und nicht wegschmeißen, lautet bei uns die Devise. Wir wollen so wenig Abfall wie möglich produzieren, denn der Gedanke an die Umwelt ist Tag für Tag in unseren Köpfen präsent“, erklärt uns Diana Mang. Ihre Vision ist, dass alle Dinge haltbar gemacht werden, bevor man in die Situation kommt, sie entsorgen zu müssen. Genauso wie sie mit gutem Gewissen Fleisch einkaufen möchte, will sie auch der Umwelt und dem Klima Beachtung schenken. „Ich denke, meine Verantwortung ist es nicht nur, für unsere Gäste da zu sein, sondern dabei auch die Umwelt nicht zu vergessen.“ Deswegen wird im Aiola im Schloss auch im Jahreskreis gearbeitet. Der Gedanke, für den Winter vorzusorgen, ist ein wichtiger Teil davon. Denn anstatt Obst und Gemüse aus anderen Teilen der Welt im Winter einzukaufen, macht sich Diana Mang lieber ein Glas von ihren selbst eingekochten Köstlichkeiten auf: „Wenn man im Winter sommerlich essen und trinken möchte, sollte man sich im Sommer darauf vorbereiten. Mit heimischen Zutaten, damit man lange Wege vermeiden kann.“

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AIOLA IM SCHLOSS & MARKTPLATZ

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AIOLA KULINARIK

AIOLA IM SCHLOSS Andritzer Reichsstraße 144 8046 Graz +43 (0)316 890 335 schloss@aiola.at www.schloss.aiola.at

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AIOLA IM SCHLOSS: MARKTPLATZ

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Ich denke, unsere Verantwortung ist es, nicht nur für unsere Gäste da zu sein, sondern dabei auch unsere Umwelt nicht zu vergessen.

SÜSSES ODER SAURES? Beides! Für den Marktplatz werden steirische Himbeeren eingekocht oder Kirschen zu Sirup verarbeitet. Wer es sauer mag, greift zu eingelegtem Gemüse. Wenn der Anruf eines Produzenten oder einer Produzentin kommt, dass es etwas aufzubrauchen gibt, dann ist Diana mit ihrem Team sofort zur Stelle. Interessant ist alles. „Wir machen dann, was uns spontan dazu einfällt.“ Wir, das ist vor allem Küchenchef Walter Hintner mit seinem Küchenteam. Jede und jeder kann sich selbst überlegen, was er oder sie gerne machen möchte, auch wenn beim Kochen etwas übrigbleibt. Wie die Spargelschalen, aus denen dann eine Suppe gekocht wird — oder ein saisonales Gericht, das sogar auf der Speisekarte steht. „Wir alle kennen den Moment, wenn es im Restaurant so gut schmeckt, dass man es noch einmal essen oder zusammen mit FreundInnen genießen möchte. Man will den Genuss zu Hause haben“, schwärmt Diana. Es geht um die Freude, die man sich dann in Form eines Glases mit nach Hause nehmen kann. Eben ein Stück vom Glück.

HIER IST (FAST) JEDES KRAUT GEWACHSEN In Dianas Kräutergarten im Schloss wachsen allerhand Kräuter. Von Thymian über Rosmarin bis zum Lavendel. Damit werden die Aiola-im-Schloss-Gewürzsalze produziert. Verwendet wird dafür österreichisches Salz aus Bad Ischl und nach Lust und Laune — und natürlich Geschmack — die Kräuter aus dem Garten. So entstehen unterschiedliche Mischungen, die zu Hause, aber auch in der Küche von Walter Hintner viel Freude beim Kochen machen. Wer einen Blick in seine Küche erhascht, der sieht die duftenden Büschel Grün von der Decke baumeln. Auch für verschiedene Öle werden die Kräuter verwendet. All diese eigens hergestellten Köstlichkeiten finden sich dann am Marktplatz, mit speziell ausgewählten Produkten von anderen HerstellerInnen, die das eigene Sortiment geschmacklich ergänzen, wie ein steirisches Kürbiskernöl oder auch ein Speck. Für den Herbst und Winter sind kleine und große Geschenkskörbe geplant und vor Weihnachten darf man sich außerdem über Kekse freuen. Und worüber freut sich Diana? „Ich freue mich, dass ich mit meinen Gästen noch einen Grund mehr habe, ins Gespräch zu kommen. Bei ‚Marktplatzgesprächen‘ lernt man sich besser kennen, das finde ich einfach wahnsinnig schön.“

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AIOLA KULINARIK

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AIOLA IM SCHLOSS: MARKTPLATZ

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AIOLA KULINARIK

Vom nie enden wollenden

Sommer im Glas REDAKTION Theresa Hartlauer FOTOGRAFIE   Marija Kanizaj

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AMOURO

WERMUT NEU GEDACHT „Am Anfang haben wir mit der Milligramm-Waage gearbeitet, um das Verhältnis der Zutaten genau richtig hinzubekommen“, erzählt Simon Possegger schmunzelnd. Mittlerweile stimme das sorgfältig erarbeitete Rezept aber bis ins kleinste Detail. Gemeinsam mit Aiola-Kollegen Alexander Knoll und den Winzern Stefan Schauer vom Weingut Schauer sowie Johannes Firmenich und Reinhard Jagerhofer von „Stin Gin“ hat das ungewöhnliche Quintett im vergangenen Jahr in den südsteirischen Weinbergen an Spirituosen-Perfektion gefeilt. Was mit einer Waage, südsteirischem Wein, getrockneten Kräutern, Zitrusfrüchten und hausgemachtem Holundersirup begann, trägt jetzt den Namen „Amouro“ und präsen-

Wenn man von großen Geschichten berichtet, beginnt man am Anfang: Begonnen hat alles vor zweieinhalb Jahren, als drei Winzer und zwei Gastronomen in der Südsteiermark über Wermut sprachen und eine Idee entstand. Eine Idee, die im Jahr 2020 viel Zeit fand, Gestalt anzunehmen. Und so ist es geschehen, dass man heute ewigen Sommer aus der Flasche ins Glas gießen kann und sich herber Wermut von seiner milden Seite zeigt.

tiert sich optisch mindestens genauso spritzig, wie er schmeckt. Hinter dem neuen Getränk im türkis-gelben Kleid steckt ein klarer Gedanke: „Klassischer Wermut ist eher herb und wird nur von den wenigsten pur getrunken. Wir wollten das ändern und etwas kreieren, das klassischem Wermut ähnelt, aber ein größeres Publikum anspricht“, erzählt Alexander Knoll. Entstanden ist daraus schließlich ein Weinlikör mit angenehmer Wermutnote und dem klingenden Namen „Amouro“. Der Name, der nach Liebe klingt, ist ebenfalls Produkt seiner Erfinder und lässt sich nicht übersetzen, jedoch umso besser erfahren.

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AIOLA KULINARIK

Der „Vermutivo“ zeigt sich sommerlich leicht, mild, mit reduzierten Bitternoten und mediterranen Akzenten. Er erinnert an eine Unbeschwertheit, die man sonst nur weit weg findet, und erzählt nicht nur von den südsteirischen Weinbergen, aus denen er stammt, sondern irgendwie viel mehr: von der Leichtigkeit und der Freude am Leben, von schönen Momenten, die nicht enden sollen und Sommern, die nicht enden wollen. Und damit spricht er beinahe alle an, die ihn probieren. Konkret besteht der Drink aus südsteirischem Wein, einer Mazeration aus erlesenen getrockneten Kräutern, frischen Zitrusfrüchten und hausgemachtem Holundersirup. Was sich heute als sehr ausgefeiltes Konzept zeigt, trägt die Handschrift all seiner fünf Schöpfer. Der Weißwein, der als Basis des Weinlikörs dient, kommt etwa direkt vom Weingut Schauer und Firmenich. Bei den Zutaten setzen die fünf gezielt auf Regionalitätsbezug. „Die süßen Noten bei Amouro stammen vom Holundersaft, den wiederum beziehen wir direkt von Reinhard Jagerhofers Familienbetrieb“, freut sich Simon. Natürlich steigere das die Produktionskosten, aber man wisse zumindest mit Sicherheit, woher jede einzelne Zutat stammt und wer was produziert. So zeigt sich ein Produkt mit internationalen Zügen dennoch in gewisser Weise sehr regionalitätsverbunden. Ein Widerspruch, der eigentlich keiner ist, denn man hat ein klares Ziel: regional produzieren und international überzeugen. Vorerst ist Amouro von der Südsteiermark nach Graz gezogen und macht dort bereits auf sich aufmerksam. Egal ob pur auf Eis, klassisch mit Soda gespritzt, als Cocktail wie Amouro Sour oder Amourini — die Möglichkeiten, ihn zu genießen, sind beinahe so endlos wie das internationale Parkett, mit dem er liebäugelt.

AMOURO office@amouro.at Instagram: @amouro.at

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EDITORIAL

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WIR MACHT’S MÖGLICH. Es ist nicht der Einzelne, der die Welt verändert. Es ist die Gemeinschaft, die stärker ist als alles andere. Das Wir, das füreinander sorgt und füreinander Mehrwert schafft. Aus der Region und für die Region und die Menschen, die darin leben. So ermöglichen wir die Verwirklichung großer Träume und gestalten eine nachhaltige Zukunft. wirmachtsmöglich.at

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ZUTATEN

ZUBEREITUNG

für 1 Cocktail

Die Beeren in einen Cocktailshaker geben und zerstampfen. Danach die

5 cl Amouro Vermutivo

restlichen Zutaten sowie eine Hand-

2 cl Zuckersirup

voll Eiswürfel beimengen und kräftig

1,5 cl Limettensaft 4 cl Johannisbeersaft 1 Prise Zimt The Drunken Botanists „Pure Passion“-Cocktailduft Garnitur: gedörrte Beeren

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shaken. Den Cocktail anschließend durch ein feines Sieb in ein mit Eis gefülltes Glas gießen. Abschließend ein wenig „Pure Passion“-Duft über den Cocktail sprühen und mit Beeren garnieren. Genießen.

Berry Storm

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Gin Basil

REZEPTE

ZUTATEN

ZUBEREITUNG

f ür 1 Cocktail

Das frische Basilikum in einem Becher zerstampfen. Dieses gemeinsam mit

5 cl Rick FEEL Gin

den restlichen Zutaten in einen Cock-

3 cl Zitronensaft

tailshaker geben und kräftig schütteln.

2 cl Zuckersirup

Den Drink anschließend durch ein

1–2 Stängel Basilikum

feines Sieb auf frische Eiswürfel in

The Drunken Botanists „Bella Vita“-Cocktailduft

das Glas gießen. Zum Abschluss eine Prise „Bella Vita“-Duft über den

Garnitur: frische

Cocktail sprühen, mit einem Basili-

Basilikumblätter

kumblatt garnieren und servieren.

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AIOLA KULINARIK

Hot Orange

ZUTATEN f ür 2 Personen

Zucker in eine Pfanne geben und bei geringer Hitze karamellisieren. Zimtstange und

4 cl Aperol 4 cl dunkler Rum 2 cl Cointreau

Rosmarinzweig hinzugeben und vom Herd nehmen. Danach mit Cointreau ablöschen und Orangensaft beimengen. Die Pfanne zurück

1 Flasche ORGANICS by

auf den Herd stellen und bei geringer Hitze

Red Bull ®️ Black Orange

das nun gestockte Karamell unter leichtem

4 cl Zitronensaft

Schwenken wieder auflösen. Pfanne erneut

Saft von 2 Orangen

vom Herd nehmen und mit Aperol und Rum

40 g brauner Zucker Zimtstange Rosmarinzweig Garnitur: Zimtstange, Orangenzeste & Rosmarin

FOTOGRAFIE   Katharina Jauk

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ZUBEREITUNG

aufgießen. Den fertigen Punsch auf zwei Becher aufteilen und mit zimmerwarmen ORGANICS by Red Bull ®️ Black Orange aufgießen. Abschließend mit einer Zimtstange, Orangenzeste und Rosmarin garnieren. Warm genießen.


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ADVERTORIAL: RED BULL

LIFETIME DRINKS SEI NATÜRLICH

Von schlummernden Talenten, verborgenen Stärken und deren Entdeckung. Denn manchmal braucht es nicht viel, um zu offen-

NE

baren, was unter der Oberfläche verborgen scheint. Etwas Gefühl, ein klein wenig Zeit, ein bisschen Platz, ein paar Augenblicke

BO

W

TT & F LE D E LA VO S I G N UR S

der Aufmerksamkeit. Denn was einmal entdeckt ist, bleibt. Was sich einmal zeigen konnte, entfaltet sich und was einmal geweckt wurde, entwickelt sich. Ganz von selbst. Und ganz natürlich. SEI DU SELBST

der Kategorie der Erfrischungsgetränke. Was sich auch optisch so erfrischend anders präsentiert, steckt unter der Oberfläche voller unerwarteter Talente. ORGANICS by Red Bull®️ setzt auf 100 % natürliche Zutaten und Biozertifizierung — eine Kombination, die erfrischende Geschmackserlebnisse und puren Genuss verspricht; und ihr Versprechen hält. Neben den bereits bekannten und beliebten Sorten Simply Cola, Bitter Lemon, Ginger Ale,

WILD & NATURAL

by Red Bull®️ sein Gespür für Zeitgeist, Geschmack und Trends in

FIERY & NATURAL

Orange, Purple Berry und Ginger Beer unterstreicht ORGANICS

TANGY & NATURAL

Mit der Markteinführung der neuen Geschmacksvarianten Black

Tonic Water und Viva Mate, setzen die Newcomer der Linie die Idee moderner Neuinterpretation klassischer Limonaden fort. GIB DEINEN TALENTEN RAUM, SICH ZU ENTFALTEN Egal ob aus der kalten Dose oder Flasche, auf Eis serviert, als Mixgetränk oder heißer Punsch: ORGANICS by Red Bull®️ entfalten ihre Talente auf viele Weisen und haben dabei eine ganz eigene Botschaft mit im Gepäck: Sei natürlich, sei du selbst und gib deinen Talenten Raum, sich zu entfalten. Jeder von uns hat etwas Besonderes in sich, wir müssen es nur entdecken.

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AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA LIFEST YLE

Lifestyle

NACHHALTIG IN DEN HERBST ROLLEN

Mit guter Laune begeben wir uns in die kältere Jahreszeit, denn auch dann können wir Körper, Geist und Seele mit schönen Dingen nähren. Wir wollen das Herbstlaub rascheln hören und Schneeflocken auf den kuscheligsten Pullovern sammeln.

Ausflüge in die Südsteiermark? Schnell von A nach B, ohne die Luft zu belasten? Mit dem elektrisch betriebenen unu Scooter lässt es sich gemütlich und vollkommen nachhaltig in die Herbstmonate rollen. Dank

DAS GLÜCK DER ERDE

dem effizienten Elektromotor kann

Der Aktivstall Finzgut war nicht nur traumhaft schöne

sich jede und jeder vom lästigen Verkehrslärm

Kulisse für das Fashionshooting dieser Ausgabe, sondern

sowie den schädlichen Abgasen verabschieden

ist das Zuhause glücklicher Pferde. Stefanie Bartl und ihre

und mit gutem Gewissen die neue Jahreszeit

Familie sind mit Herz, Wissen und Leidenschaft für die

willkommen heißen. So können während des

Tiere da. Für Pferde stellen der Wunsch nach Bewegung,

Cruisens die letzten warmen Sonnenstrahlen in

die Verfügbarkeit artgerechter Ernährung sowie Sozial-

idyllischer Stille genossen werden. Und der unu

kontakte, die sie für ihr gesundes Dasein benötigen, Grund-

Scooter ist so leise, dass man das bunte Herbst-

bedürfnisse dar. Als Herdentiere ist für sie ein ständiges

laub rascheln hören kann, wenn man durch saust.

bewegtes Beisammensein normal, um die Rangordnung in

www.unumotors.com

der Gruppe auszuloten und dadurch Sicherheit spüren zu können. Das Finzgut stillt mit seinem innovativen Haltungssystem die Bedürfnisse der Pferde und ermöglicht, dass sich die Pferde und die Menschen am Miteinander erfreuen!

SUPERFOOD FÜR DIE HAU T

www.finzgut.at

Fruchtiger Frischekick mit dem Dusch-Smoothie von Waltz 7! Inspiriert von köstlichen Smoothie-Rezepten hat die österreichische Wellness-Brand Waltz 7 vier einzigartige Cremeduschen aus echten Früchten mit einer Extraportion Vitamin C kreiert. Die seidig-weiche Konsistenz der Sorten Blueberry-Vanilla, Himbeere-Coco, Lime-Matcha und Karotte-Ginger pflegen extra sanft und machen das Duscherlebnis gesund und bunt! Egal ob Duschbombe oder Duschkaffee — die hochwertigen Wellnessprodukte von Waltz 7 sorgen für abwechslungsreiche Auszeiten unter der Dusche. Die verwöhnende Cremedusche umhüllt den Körper mit zarter Pflege und natürlichen Düften und sorgt für seidig-weiche Haut. Die besonders sanfte Formel ist dermatologisch getestet und auch für sensible Hauttypen geeignet. www.waltz7.com

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INSPIRATION

KNITTING FOR EVERYONE KNIT KNIT Berlin ist ein exklusiver WoolConcept-Store für junge und junggebliebene StrickerInnen, eine Kombination aus kuratiertem Woll-Laden, Onlineshop, Kreativstudio und Workshop Space. Die aus Wien stammenden Inhaberinnen Lisa Benischek und Linda Sykora halten in ihrem Berliner Strick-Concept-Store sowie Onlineshop moderne Strick-Sets inklusive verständlicher Strickanleitung und hochwertiger Wolle für © The LaLa

AnfängerInnen und StrickmeisterInnen bereit. „Für mich ist das Stricken pure Entspannung“, erzählt Lisa begeistert. „Nach ein paar Maschen kann ich meinen Stress ganz leicht ablegen.“ Abgesehen davon, dass es wahnsinnig viel Spaß macht, erfüllt es einen mit unglaublichem Stolz, coole Strickprojekte selbst umzusetzen. Außerdem ist die Strickware aus eigener Handarbeit nachhaltig und trägt einen Teil zur Slow-Fashion-Bewegung bei. Also: Wolle, Anleitung, Nadeln und los geht’s!  Happy knitting! www.knitknit.de

THE BEST THINGS IN LIFE ARE SWEET Cecilia Havmöller und Susanna Paller zeigen, dass Backen ohne Eier, Butter, Milch und Co. nicht nach Verzicht schmeckt, sondern vielfältig, aromatisch und vor allem lecker. Ihr Take-Away-Konzept The LaLa verwöhnt in Wien alle FeinschmeckerInnen mit gesunden, selbstgemachten und zu 100 % veganen Desserts. Mit ihrer Geheimzutat, der Liebe zur veganen Küche, kreieren sie stets neue außergewöhnliche Leckereien, die für eine Geschmacksexplosion © Birgit Kaulfuss

der Sonderklasse sorgen. Ob saftige Brownies, schokoladige Pralinen oder knackige Cookies, The LaLa bietet alles, was ein gesundes und umweltfreundliches Schlemmerherz begehrt. www.the-lala.com

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA LIFEST YLE

Die

REDAKTION Nina Prehofer FOTOGRAFIE Katharina Jauk

Gestalterin

In zufällig aufeinander abgestimmten Farben treffen wir uns bei strömendem Regen am Meidlinger Tor, einem Eingang zum Schlossgarten Schönbrunn: Life-Coach Anna Demel, die Fotografin und ich machen uns auf den Weg zu einem ziemlich nassen Spaziergang, bei dem am Ende dann doch noch die Sonne über uns lacht und wir um viele Erkenntnisse reicher sind.

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INTERVIEW: ANNA DEMEL

Was passiert auf so einem Spaziergang mit Anna Demel durch den Schönbrunner Schlossgarten? ANNA DEMEL Wir werden das jetzt im Gehen entdecken, gut?

Wir drei sind, während wir so durch Schönbrunn spazieren, Weltkulturerbe ( lacht). Übrigens: Ist es okay, wenn ich auf der rechten Seite gehe? Wir wechseln die Seiten. Ich gehe nämlich immer rechts, wenn ich arbeite. So ist meine

ANNA DEMEL

Herzseite der Klientin oder dem Klienten zugewandt. Ihr seht: Das

Anna Demel ist Coach, Mentorin, Künstlerin

Setting, wie unsere Umgebung wirkt, spielt bei meiner Arbeit eine

und Gründerin von EXPRESS YOURSELF, einem

wesentliche Rolle. Hier wird alles zur Metapher. Es regnet. Wun-

Unternehmen für Beratung und Kreation. Sie

derbar! Ich habe mit allen, mit denen ich arbeite, die Vereinbarung,

bietet verschiedene Masterclasses zur persönli-

dass wir bei jedem Wetter spazieren gehen, außer natürlich bei

chen Weiterentwicklung an sowie Einzelcoachings,

Unwetterwarnung. Das Leben besteht auch nicht nur aus Son-

die entweder bei einem Spaziergang durch den

nenschein und „feel good“-Wetter. Sich mit diesen wechselnden

Schlosspark Schönbrunn, oder auch über Zoom

Bedingungen des Lebens auseinanderzusetzen, bedeutet: in Be-

stattfinden. Anna Demel ist außerdem Mitglied des

wegung kommen, sein und bleiben. Und dazwischen immer wieder

Stiftungsrates der Cocreation Foundation mit Sitz

mal innezuhalten. Genau das bilden wir gerade ab! Egal, ob wir et-

in Berlin. Im internationalen Team werden Konzepte,

was erkennen, lösen, verändern oder neu erschaffen wollen: Jede

Modelle und Wege entwickelt, die sich mit der Frage

Abweichung vom Status quo ist ein Prozess, jeder Prozess beginnt

befassen, wie man große gesellschaftliche Heraus-

mit einem eigenen ersten Schritt in eine Bewegung. Meine Erfah-

forderungen kokreativ und global lösen kann.

rung ist: Sich äußerlich in Bewegung zu setzen begünstigt, innerlich in Bewegung zu kommen ­—  im Gehen zu arbeiten, hat also eine

www.express-yourself.at

Reihe von Vorteilen. Inzwischen gibt es dazu auch ganze Bibliotheken an Studien. An uns fährt eine Pferdekutsche vorbei, wir halten kurz inne, um den vom Regen glänzenden Pferden nachzuschauen. Auch dass wir alle gemeinsam in eine Richtung gehen und blicken, hat Wirkung. Ich habe am Beginn meiner Coaching-Laufbahn ein paar Mal ganz klassisch in einem Praxisraum, sitzend, gearbeitet, das war überhaupt nicht mein Ding. Erstens, weil ich ja selbst Bewegung liebe, und zweitens, weil Räume von der Umgebung abschotten. Mit sich selbst und der eigenen Natur in Kontakt zu kommen, das geht draußen einfach besser, finde ich.

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AIOLA LIFEST YLE

Da ist dann ja schon viel geschehen, wenn man sich unter diesen Bedingungen trifft. Ja. Manche verbringen einfach viel Zeit im Büro, vor dem Bildschirm, in Calls und freuen sich über die Abwechslung und die Bewegung an der frischen Luft. Noch dazu in diesem wunderschönen Ambiente. Es gibt so viele Ecken zu entdecken und so viele Möglichkeiten, immer wieder neue Wege zu beschreiten. Darum geht es schließlich, das liebe und schätze ich so an diesem speziellen Ort. Ist das für dich auch ein Kraftort? Ein Kraftort wird zum Kraftort, wenn man zu ihm eine besondere Resonanz entwickelt. Insofern: ja! Ich war schon als Kind immer hier. Ich habe in der Zeit, in der ich in Österreich gelebt habe, immer um Schönbrunn herum gewohnt. Es ist diese ganz eigene Harmonie zwischen Architektur und Natur, zu der ich eine besondere Verbindung habe. Ist es wichtig, einen Kraftort für sich zu entdecken, um seine eigene Stärke zu finden? Natürlich! Und ich würde das nicht nur auf Kraftorte eingrenzen. „Was stärkt mich?“ Diese Frage ist immer essenziell. Sie betrifft die Dinge, die wir tun, die Orte, die wir aufsuchen, die Menschen, mit denen wir uns umgeben und die Informationen, mit denen wir uns beschäftigen. Diese Frage ist ein Alltagsmantra, weil sie auf Möglichkeiten abzielt — und nicht auf Defizite. Welche Bedeutung hat die körperliche Bewegung für dich in Zusammenhang mit persönlicher Stärke? Immer schon eine große. Ich habe die kindliche Freude an der Bewegung in meinen ersten Beruf, Tänzerin, mitgenommen. Später dann, als Tanzlehrerin, habe ich meinen Blick für Menschen in Bewegung immer mehr geschärft. Es ist eine andere, ganzheitlichere Qualität von Wahrnehmung, wenn man einen Menschen in Bewegung erlebt oder nur als sprechenden, sitzenden Ausschnitt seiner selbst. Für alles, was wir im Leben anpacken, erreichen und entwickeln wollen, ist entscheidend, dass Kopf und Körper gut kooperieren — auch das ist ein Grund, warum ich hier und in Bewegung mit KlientInnen arbeite. Und die Stärke? Persönliche Stärke ist eine Koproduktion von Kopf und Körper. Ich habe ja ein anderes Selbstgefühl, wenn mein Körper Kraft hat. Wenn ich schnell rennen kann. Über etwas drüberklettern kann. Etwas heben kann — gegebenenfalls ein Kind, einen Maxi Cosi und eine Einkaufstasche in den dritten Stock tragen kann. Das hat etwas mit Lebendigkeit zu tun, mit Freude am Leben, auch mit Dankbarkeit, dass uns so ein Wunder wie der eigene Körper geschenkt worden ist. Mit Unabhängigkeit auch? Auf jeden Fall. Nicht nur psychisch, auch physisch haben wir Menschen mehr Potenzial, als uns bewusst ist. Nur: Ob wir es nützen oder nicht, liegt an uns.

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INTERVIEW: ANNA DEMEL

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Zum Thema Stärke begegnet einem oft das berühmt gewordene Zitat von Nietzsche: „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker.“ — was hältst du davon? Von Nietzsche? Den lassen wir lieber, betrachten wir nur das Zitat. Es gibt Menschen, die brauchen Krisen, um in Bewegung zu kommen — vielleicht hat er es so gemeint. Es gibt Menschen, die sich proaktiv und freiwillig in Bewegung setzen. Mit solchen Menschen arbeite ich, gehe — buchstäblich — mit ihnen ein Stück des Weges gemeinsam. Mit manchen länger, mit anderen kürzer. Jede und jeder hat einen eigenen Rhythmus für die persönliche Entwicklung. Oft besteht sie darin, sich von dem, was gesellschaftliche Normen als „richtig“ definieren, zu lösen und sich in Richtung der eigenen Interpretation von „richtig“ zu bewegen. Weder muss man eine vorgegebene Zeit lang trauern, noch muss man innerhalb einer bestimmten Zeit ein Thema für alle Zeiten gelöst haben. Wichtig ist, die Orientierung nach innen zu finden, auf sich zu hören, sich nicht zu vergleichen. Es gibt kein „so ist es“ oder „so muss es sein“. Es gibt den eigenen, einzigartigen Weg, den es zu entdecken gilt. Du hast gerade „Menschen und ihre Themen“ angesprochen — was sind die Themen unserer Zeit? Was beschäftigt uns? Was sind die Themen der Menschen? Jede und jeder von uns ist ein eigenes Universum. Und trotzdem, auch wenn das paradox klingen mag, unterscheiden wir uns im Wesentlichen kaum voneinander. Wir alle sehnen uns nach denselben Dingen: nach Sicherheit, Abwechslung, Beachtung, Liebe und Verbundenheit, wir wollen uns entwickeln und wir wollen für andere wertvolle Beiträge leisten. Die Individualität liegt im Wie — wie wir diese Dinge in unserem Leben verwirklichen. Und wie wir sie mit und für andere verwirklichen. Da kriegen die Herausforderungen unserer Zeit, vom Klimawandel bis zur Geopolitik, ihre Dringlichkeit: Es geht eben nicht nur um uns — es geht um ein positives, proaktives Mitgestalten dieser Welt; jede und jeder zählt.

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Unsere Schritte knirschen beim Gehen über die Kieselsteine und geben uns zum plätschernden Regen eine zusätzliche akustische Untermalung und einen Rhythmus. Liegt dir etwas besonders am Herzen? Ich bin Mutter und spüre Verantwortung für die Generationen nach mir, für eine lebenswerte Welt. Also ist mein Anspruch: Ich muss mir im Spiegel jeden Tag in die Augen schauen und sagen können: „Ich habe etwas getan“. Daraus schöpfe ich viel Kraft. Was lernen wir von Kindern? Offenheit, Präsenz, Neugierde, Unvoreingenommenheit, viel Wunderbares. Man wächst auch durch die Liebe, die man für ein Kind empfindet. Das ist eine eigene Kategorie von Gefühlsintensität. Ich weiß es noch aus meiner Schwangerschaft: Ich habe gespürt, da geht im Herzen etwas auf, das vorher zu war. Selbst ein Kind zu haben, das ist ein Geschenk — aber letztlich: Wenn wir mit offenem Herzen auf ein Kind schauen können, auch wenn wir keine eigenen Kinder haben, dann rückt das vieles in uns auf den richtigen Platz — und wir spüren die Wichtigkeit unserer eigenen Verantwortung. Das bringt uns zum Gestalten: Was kann ich tun? Was kann ich beitragen? Worauf will ich verzichten? Das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Deswegen liebe ich meine Arbeit so. Ich bin Zeugin und Wegbegleiterin von menschlicher Entwicklung. Jedes einzelne Mal, seit ich hier mit Menschen entlanggehe.

Deine größte Erkenntnis? Heute?

Der Regen wird immer stärker und prasselt laut auf unsere Schirme. Ja, bitte. Die Erkenntnis des Tages von Anna Demel. Du hast also eine Erfolgsquote von 100 %? Eine ehrliche Antwort?

Heute habe ich mal wieder erkannt, dass ich mir schwertue, zu warten. Ich hatte so eine Lücke am Vormittag, in der nichts zu tun war und musste mich disziplinieren, nichts zu tun. Warten

Natürlich, immer.

fällt mir schwer, obwohl ich schon so lange daran arbeite, dar-

Ja, weil ich nicht lockerlasse und unerschütterlich an das Poten-

in besser zu werden. Die Erkenntnis zum Tag lautet also: Wei-

zial im Menschen glaube. Das überträgt sich und bewirkt etwas.

ter Warten üben! ( lacht)

Was sind denn unsere wichtigsten Fähigkeiten?

Der starke Regen ist einem krachenden Wind gewichen. Wir spannen

Die wichtigste ist wohl: Den Mut zu finden, das zu leben, was

unsere Regenschirme ab. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn wir sind

in uns angelegt ist. Das hat nichts mit Glück, Pech oder Zufall

bei der Gloriette angekommen und blicken nach unten auf das Schloss.

zu tun. Es ist eine bewusste Entscheidung dafür oder dagegen, die wir immer wieder neu treffen. Das bedeutet: Im Einklang

Warum ist warten zu können gut für uns?

mit sich selbst zu sein. Das ist kein Dauerzustand, aber eine

Weil es ein Gegenpol zur Aktivität ist und viele Dinge in der

ständige Chance. Wer sie nützt, ist kreativ, empathisch, weise,

Stille und im Nichtstun entstehen. Weil es ein zweiter Teil, das

„caring“ und imstande, in seinem Bereich große Dinge zu bewir-

scheinbare Gegenüber ist von etwas, was ich gut kann, näm-

ken. Zum Mut braucht es Augenmaß: Es sind immer die kleinen

lich Gestalten. Das gehört zusammen. Ich glaube, bei diesen

Schritte, die im Großen die Entwicklungen bringen.

Gegensatzpaaren ist es so: Wenn man das übt, was man nicht so gut kann, dann wird das ganze Paar in Summe besser. Ich

Mit welchen Fähigkeiten beschäftigst du dich besonders gern?

glaube also, wenn ich besser warten kann, dann kann ich bes-

Mit Kreativität und allem, was Gestalten begünstigt: Lernen,

ser gestalten. Anders gesagt: Ich glaube nicht, dass ich das

persönliche Entwicklung, Verständnis.

Gestalten noch im Gestalten üben kann, sondern im Warten.

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INTERVIEW: ANNA DEMEL

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Du hast also eine hundertprozentige Erfolgsquote? —  Ja. Weil ich nicht eher lockerlasse und unerschütterlich an das Potenzial im Menschen glaube. Das überträgt sich und bewirkt etwas.

Mit Blick auf die Gloriette und das Schloss: Früher sind viele schöne, monumentale Dinge entstanden, weil die, die gestalten durften, auch mehr Mußezeit hatten. Das ist etwas, was uns heutzutage total fehlt. Stimmt, und da nehme ich mich auch an der eigenen Nase. Wir verschieben dieses Phänomen gerne auf die gesellschaftliche Ebene — aber wer ist die Gesellschaft? Wir. Was ist, wenn ich etwas NICHT mache, Ruhe gebe, mich hinsetze und nichts tue oder weniger? Da sind die meisten von uns gefordert, sich diese Freiräume wieder ein Stück weit selbst zu erlauben. Wie viele glückliche Menschen haben die Bäume hier mit dir schon gesehen? Hach, sehr viele. Beim Eingang, wenn wir in den Park hineingehen, bekommen die Bäume die weniger glücklichen Gesichter zu sehen. Aber die Bäume hier hören uns lachen, Dinge verstehen und erkennen, Lösungen finden — das ist das Glück des Moments. Du musst also eigentlich einmal von einer anderen Seite in den Park gehen, damit jeder Baum das Glück der lachenden Menschen erfahren kann. Die Bäume sind groß und stark, die halten das aus, denke ich. Sie schauen vielleicht auch manchmal über uns hinweg. Ich glaube, Bäume haben eine andere Perspektive als wir. Aber um noch mal auf diese Gegensatzpaare zurückzukommen: Ich glaube, die eigene Sicherheit wird mehr, wenn ich besser mit Unsicherheit umgehen kann, und die Kraft wird mehr, wenn ich gut mit Schwächen umgehen kann. Die Lösung liegt meist in der Integration des jeweils anderen Pols. Auf dem Weg zurück sprechen wir noch über viele Themen, für die möglicherweise nicht einmal alle Seiten des Magazins ausreichen würden. Wir empfehlen also, sich auf einen Spaziergang mit Anna Demel zu begeben, um sich dabei intensiv mit sich selbst und der Welt zu beschäftigen.

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Equestrian

Elegance

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FASHION

61 SIMON

DRYKORN Sakko & Hose, BARENA Pullover

LEONELA

ETRO Strickmantel & Tasche

SIMON ETRO Jacke, CLOSED Pullover,

DSQUARED Hemd, DRYKORN Hose NORA HELMUT LANG Weste, Top & Hose LEONELA ISABEL MARANT ETOILE Mantel,

Pullover & Hose

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LEONELA & NORA

ZADIG & VOLTAIRE Kleid ZADIG & VOLTAIRE Top & Rock

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FASHION

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AIOLA COVERSTORY

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FASHION

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SIMON TONELLO Sakko, CLOSED Strickweste LEONELA ETRO Strickmantel & Tasche NORA ETRO Cape, Top & Stiefel

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AIOLA LIFEST YLE

LINKS / NORA MSGM Mantel

ISABEL MARANT ETOILE Top, GANNI Boots RECHTS / NORA DSQUARED Kleid

EDITOR & INITIATOR Aiola Graz FOTOGRAFIE Markus Mansi (Bobby’s Agency) ART DIRECTION & PROJEKTMANAGEMENT Katharina Jauk POST PRODUCTION Patricia Pillinger (Bobby’s Agency) LOCATION Finzgut Aktivpferdestall FASHION Lanzer LOFT. Graz | www.loftselected.com HAIR & MAKE UP Christina Halitzki MODELS Leonela, Nora & Simon (Addicted To Models) BEHIND THE SCENES FOTOGRAFIE Kristina Sammer SET ASSISTENZ Stefanie Bartl & Finzgut Team, Thomas Hobiger

(Bobby’s Agency), Judith Schwarz, Kristina Sammer, Theresa Hartlauer

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FASHION

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AIOLA LIFEST YLE

Auf einen perfekten

REDAKTION Theresa Hartlauer FOTOGRAFIE   Markus Mansi

Tag

Es ist still. Nur eine kühle Brise streicht durch die Straßen und lässt die Blätter der Bäume im Wind tanzen. Ihr leichtes Rauschen legt sich sanft über den Morgen und die Geräusche der Stadt. In der Ferne bellt ein Hund, als eine junge Frau ihr Rad vor weißen Säulen und Sonnenschirmen abstellt. Vor ihr eine langhalsige Wächterin, die den Weg mit Blumen ziert und alle BesucherInnen willkommen heißt. Es ist 9:00 Uhr morgens.

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PROMENADE

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VOM AUFWACHEN UND EINTAUCHEN

Im Café Promenade flüstern hausgemachte, süße

Das Café Promenade lässt schon anhand seiner Architektur erahnen, dass es

Kreationen den Gästen schon ab den frühen Mor-

viele Geschichten zu erzählen hat. Die charakteristischen weißen Säulen sei-

genstunden von den Tellern zu und erzählen von

ner Fassade zieren bereits seit 1837 die Grazer Erzherzog-Johann-Allee und

genussvollen Anfängen und bunten Stunden.

als einstiges Torwachhaus hütete es damals mit strengem Blick den Zugang zur Stadt. Eine Geschichte, die sich heute nur mehr anhand der historischen Gemäuer erahnen lässt. Die Strenge wurde bereits 1870 von den ersten KaffeehausbesucherInnen vertrieben und spätestens 2015, seitdem das Café Promenade als Teil der Aiola-Familie in neuen Farben erstrahlt, wurde der Torhüter zum Gastgeber — für alle. Das Zischen der Kaffeemaschine geht im morgendlichen Geplänkel der Gäste beinahe unter. Als die ersten Sonnenstrahlen durch die großen Glasfronten auf den blaugrünen Stoff der Sitzbänke fallen, liegt der Duft von frischem Gebäck und Cappuccino in der Luft. Über den Köpfen der Gäste funkeln gläserne Lampions, die das Licht zum Tanzen bringen und sanft im Raum verteilen. Getaucht in grüne und blaue Akzente, zwischen verspielten Wandverkleidungen und Bodenfliesen, deren Muster zum Träumen verführen, isst man hier Rührei, Focaccia, Granola und Kressebrot. Man trinkt frische Säfte, Kaffee, Tee und verliert sich in langen Gesprächen oder noch längeren Zeitungsartikeln. Das ältere Pärchen am Fenster unterhält sich leise über einer dampfenden Kanne Tee, als beide in schallendes Gelächter ausbrechen. Es ist 11:00 Uhr morgens.

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AIOLA LIFEST YLE

Mut zur Farbe: Die neue Bar im Herzen des Café Promenade präsentiert sich in sattem Dunkelgrün, kräftigem Petrol und bietet — zwischen Wintergarten, gläsernen Lustern und bunten Interieur-Statements — einen Platz zum Verweilen und Genießen.

VON ALT UND NEU „Es war uns immer wichtig, die Geschichte dieses historischen Gebäudes in unserem Konzept nicht zu vergessen“, erzählt Geschäftsführer Simon Possegger. Bei den ersten Renovierungen wurde darauf geachtet, im Einklang mit den geschichtsträchtigen Gemäuern zu arbeiten und auch die neuesten InterieurErgänzungen fügen sich nahtlos in das Konzept ein. Im Café Promenade treffen Gegensätze aufeinander und gehen doch harmonisch Hand in Hand. So verschmelzen hier Stadt und Natur, Ruhe und Getümmel, dorische Säulen und moderne Glasfronten, geschichtsträchtige Hallen und modische Farbakzente. Und so fließt auch die neue Bar des Cafés in sattem Grün durch den Raum und lässt genügend Platz für volle Kaffeetassen, geblümte Teller und eben auch ein Stückchen Geschichte. Unter den Bäumen am Rand des Stadtparks werfen die Blätter Schatten auf die Tische des Gastgartens. Eine Gruppe StudentInnen sitzt über Tapas und Sachbüchern an den Aufgaben der letzten Vorlesung. Zwischen getrockneten Tomaten, Datteln im Speckmantel und Garnelen am Spieß liegen Textmarker und Kugelschreiber auf schwarz-grauen Tischplatten. In den Wipfeln der Bäume singen die Vögel in der Mittagssonne ihr Lied und beachten das Geschehen unter sich kaum. Nur wenn etwas von den Tellern fällt, erwischt man sie suchend zwischen bunten Outdoor-Teppichen und Sesselbeinen. An einem Hochtisch, versteckt zwischen Blättern und Blumen, sitzt ein Pärchen bei einem Teller Risotto und einer Schüssel Antipasti und stößt auf die Zweisamkeit an. Es ist 13:00 Uhr.

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PROMENADE

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AIOLA LIFEST YLE

VON FRÜH BIS SPÄT Das Küchenkonzept im Café Promenade spiegelt die Vielseitigkeit seiner BesucherInnen wider. Es lädt ein zu verweilen, zu teilen und von früh bis spät zu bleiben. „Wir möchten unsere Gäste am liebsten kulinarisch durch den ganzen Tag begleiten und dabei auch mit unserer Küche eine ungezwungene, aber vielseitige Atmosphäre schaffen“, erklärt Küchenchef Sven Lehmann. Das Konzept stützt sich vor allem auf regionale Zutaten, simple Zubereitung und vollen Geschmack. Von Frühstück über Brunch, Mittag-, Abendessen und Drinks — jeder Gast soll auf den Karten fündig werden. In der Küche brodelt es in großen Töpfen, während hinter der Bar bunte Spirituosen in hohe Gläser fließen und die Abendsonne das Geschehen in warmes Licht taucht. Die Gemächlichkeit des Morgens weicht langsam der Aufregung des Abends und lässt erahnen, dass der Tag sein Ende erst viel später finden wird. Im Gastgarten erleuchten Lampions und Lichterketten das Geschehen unter sich und laden ein, zwischen Stadtpark und Altstadt noch einen letzten Halt am Heimweg einzulegen. Eine Gruppe junger Männer hat es sich auf gepolsterten Bänken bequem gemacht und sinniert bei Wein und Bier über Vergangenes, Zukünftiges und so einiges dazwischen. Unter dem Tisch liegt ein Hund, der noch vor ein paar Minuten mit dem Schlaf gekämpft hat und nun leise träumt. Es ist 19:00 Uhr. Die Giraffenskulptur, die langhalsige Wächterin vor dem Eingang zum Café begrüßt noch immer neue Gäste, alte Bekannte und zeigt einer kleinen Familie den Weg zum Abendessen. Es ist 20:00 Uhr. Ein paar Freundinnen haben es sich im Gastgarten gemütlich gemacht, als jemand irgendwo im Stadtpark ein Ständchen anstimmt, das zwischen Bäumen, Blättern und Blumen bis hin zu ihrem Tisch getragen wird. Es ist 1:00 Uhr früh.

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Wie kann ich meinen  Körper optimieren?

Oft stehen wir vor dem Spiegel und denken: Mein Bauch könnte flacher sein, meine Oberarme oder Oberschenkel straffer. Warum gibt es Menschen, die scheinbar essen können, was sie wollen, ohne zuzunehmen, während manch andere nur ein Stück Torte anzusehen brauchen und in der Sekunde zunehmen?

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DR. MAG. BRAUN DE PRAUN

Frau Dr. Mag. Braun de Praun, warum ist das so? DR. MAG. BRAUN DE PRAUN : „Interessant ist eine Studie zum

Thema Übergewicht: Erhöht man die Kalorienzufuhr in Form von Fett, nehmen manche Menschen rasch zu, während andere gegen die überschüssigen Kalorien offenbar resistent sind. Der Grund liegt in den Fettleibigkeitsgenen. Sind diese defekt, führt fettreiche Nahrung rasch zu Übergewicht. Inzwischen wurden mehr als 400 Gene identifiziert, die in Zusammenhang mit Übergewicht eine Rolle spielen können. Wenn man also sein Wohlfühlgewicht erreichen möchte, lohnt es sich, die eigenen ‚Gewichtsgene‘ zu analysieren und sich von darauf spezialisierten ÄrztInnen ein auf diese Gene maßgeschneidertes Konzept erstellen zu lassen. Äußerlich kann man etwa mit EMSCULPT® und/oder der KRYOLIPOLYSE schöne Ergebnisse erzielen.

BEWÄHRTE MÖGLICHKEITEN

Wichtig ist dabei natürlich auch ein entsprechender Lifestyle,

FÜR EINEN STRAFFEN KÖRPER

um nachhaltig einen straffen Körper zu erhalten.“ Es gibt eine fast unüberschaubare Anzahl an Nahrungsergänzungsmitteln. Welche empfehlen Sie? DR. MAG. BRAUN DE PRAUN : „Nicht nur bei der Verstoff-

wechselung von Medikamenten gibt es individuelle Unterschiede, sodass bei einer genetischen Beeinträchtigung ein Medika-

Äußerliches Bodycontouring durch • EMSCULPT®: Magnetwellen zur Körperstraffung • KRYOLIPOLYSE:

ment, welches täglich eingenommen wird, zu Überdosierung

Nachhaltige Körperformung durch

und starken Nebenwirkungen führen kann. Ähnlich ist es mit

Fettreduktion mittels Kälte

Nahrungsergänzungsmitteln. So können Omega-3-Fettsäuren, die gerne zur Verbesserung des Triglyceridspiegels und als Entzündungshemmer eingenommen werden, bei manchen

Innerliche DNAnutri-Analyse

Menschen in schlechte Abbauprodukte umgewandelt werden.

• individuelle „Gewichtsgene“:

Oder Q10, welches eine wichtige Rolle bei der Energiebereit-

Wie effektiv ist meine Gewichtsabnahme

stellung in den Körperzellen spielt, kann bei Vorliegen bestimmter Genvarianten nicht in die wirksame aktive Form umgewandelt werden.“

bei Sport oder Kalorienrestriktion? • DNA-Nahrungsergänzungsmittel: Wirken meine NEM zu 100 % in meinem

Wie schöpfen Sie Ihr persönliches Potenzial voll aus, um möglichst lange jung alt zu werden? DR. MAG. BRAUN DE PRAUN : „Ich ernähre mich nach meinen

Genen, tanze leidenschaftlich gerne Salsa, betreibe Qigong

Körper? Welche NEM brauche ich, um meine guten Gene – unterstützend zu meinem Lifestyle – anzuschalten?

und lebe nach dem Motto: Lachen, Lieben, Lernen.“ Die Antworten von Frau Dr. Mag. Braun de Praun beruhen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

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AIOLA LIFEST YLE REDAKTION Nina Prehofer

Das Leben ist kurz

INTERVIEW Theresa Hartlauer & Nina Prehofer

Deswegen sollten wir es dafür nutzen, die positiven Dinge im Leben zu sehen. Das sagt der Amerikaner Steve McCurry, einer der bekanntesten internationalen FotografInnen, der immer wieder von Kriegsschauplätzen berichtet hat. Aiola Living hat ihn in Graz anlässlich seiner großen Ausstellung zum persönlichen Gespräch getroffen.

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INTERVIEW: STEVE MCCURRY

Was war das letzte Foto, das Sie gemacht haben? STEVE MCCURRY Ich war gestern in Venedig und habe ein

paar Fotos vom Canale Grande gemacht. Eines davon muss das bis dato letzte gewesen sein, das ich gemacht habe. Verwenden Sie auch Ihr Handy, um Fotos zu machen? Ein paar Schnappschüsse zum Beispiel? Jeden Tag. Aber ich unterscheide nicht. Manchmal ist ein Foto mit dem Handy einfach unmittelbarer. Der Nachteil ist, dass man die Fotos nicht so groß aufblasen kann, wie mit meiner Leica. Aber man kann mit dem Handy genauso gute Fotos machen und die Freude am Fotografieren ist für mich die gleiche. Sie beschreiben sich als „visuellen Geschichtenerzähler“. Was hat Ihren Blick geformt?

© Bruno Barbey

Ich mag es zu reisen, etwas über neue Orte zu lernen, Menschen kennenzulernen und bin interessiert an Kulturen und

STEVE MCCURRY

Geschichte. Das Reisen und die Welt zu sehen haben definitiv

Steve McCurry ist seit mehr als 40 Jahren einer

meinen Blick geformt. Natürlich auch die Menschen, die Af-

der bekanntesten zeitgenössischen FotografIn-

ghanInnen, die InderInnen, TibeterInnen und viele andere.

nen. Er wurde in einem Vorort von Philadelphia in Pennsylvania geboren und studierte Film an der

Was haben Sie über die Menschen und Menschlichkeit gelernt?

Pennsylvania State University, bevor er für eine

Ich glaube, dass wir alle gleich sind. Ganz egal woher wir kom-

lokale Zeitung zu arbeiten begann. Nach einigen

men, welche Sprache wir sprechen und welche Religion wir ha-

freiberuflichen Jahren unternahm McCurry seine

ben, wir sind gleich.

erste von vielen Reisen nach Indien. Nach mehreren Monaten überquerte er die Grenze nach Pakistan.

Sie haben eine vier Jahre alte Tochter. Nehmen Sie sie mit auf

Dort traf er auf Flüchtlinge aus Afghanistan, die

Ihre Reisen?

ihn über die Grenze in ihr Land schmuggelten,

Natürlich! Immer!

gerade als die russische Invasion das Land für alle westlichen JournalistInnen sperrte. Er tauchte in

Wird sie das beeinflussen?

einheimischer Kleidung, mit Vollbart und wetter-

Das hoffe ich doch. Zu wissen, dass es auf der Welt andere

gegerbten Gesichtszügen wieder auf, nachdem

Menschen gibt als die aus dem eigenen Kulturkreis, ist eine

er wochenlang bei den Mudschaheddin unter-

gute Sache. Ich glaube, zu viele Menschen denken, ihr Weg sei

gebracht war. So lieferte McCurry der Welt die

der einzig richtige Weg. Doch das stimmt nicht. Es gibt Hin-

ersten Bilder vom Konflikt in Afghanistan und

dus, es gibt ChristInnen, MuslimInnen oder BuddhistInnen —

gab dem Thema damit ein menschliches Gesicht.

es gibt nicht einen Lebensweg, der „richtiger“ ist. Es ist gut, aufmerksam zu sein für das, was man nicht kennt und andere

www.stevemccurry.at

Kulturen zu erleben. Es gibt Menschen, die sprechen Deutsch

FOTOS © Steve McCurry

oder Italienisch. Wow! Ich dachte, jeder auf der Welt spricht Englisch. Oder isst Eis. Mein Gott, in Indien isst man Curry! Ich denke, es ist wichtig, achtsam zu sein. Auch dafür, dass es arme und reiche Menschen gibt. Dass es Menschen gibt, die gute Dinge tun und solche, die Böses tun.

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AIOLA LIFEST YLE

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INTERVIEW: STEVE MCCURRY

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AIOLA LIFEST YLE

Als Geschichtenerzähler: Haben Sie selbst eine persönliche Lieblingsgeschichte?

Warum nicht? Es ist eine andere Zeit in meinem Leben. Ich habe mich zu

Das kann ich nicht beantworten. Manchmal ist ein kurzes

anderen Dingen hin entwickelt. Man macht vieles in seinem

Aufeinandertreffen so viel gewaltiger und relevanter als et-

Leben, und diese Seite habe ich bereits umgeblättert. Jetzt

was, mit dem man Monate verbracht hat. Es ist schwer für

möchte ich diese Geschichte nicht erzählen.

mich, eine bestimmte Geschichte zu wählen, ich mache das seit Jahrzehnten.

Wo fühlen Sie sich zu Hause? Ich lebe in Philadelphia und dort fühle ich mich auch zu Hau-

Wo wird es Sie als nächstes hinführen?

se. Ich fühle mich wohl an vielen Orten auf der Welt, aber ich

Mit Covid-19 ist das ein bisschen schwieriger geworden.

habe ein richtiges Zuhause mit meiner Familie und all mei-

Man weiß nie, was als nächstes passieren wird und welche

nen Sachen.

Orte man bereisen kann. Aber der Plan wäre, nach Sizilien zu reisen und dort die Berge und das Meer zu sehen, viele inte-

Ist Ihnen das wichtig?

ressante Plätze, von denen ich gehört habe, zu besuchen. Si-

Jetzt ja. Früher hatte ich eine Wohnung, die war mehr wie ein

zilien ist ein Ort reich an Geschichte und ich glaube, es wird

Hotelzimmer. Es war kein Zuhause, sondern ein Transitort.

faszinierend sein, ihn zu bereisen. Haben Sie es je bereut, ein bestimmtes Foto zu machen? Haben Sie darüber nachgedacht, die Pandemie als Thema zu

Nein, ich bereue nichts. Ich meine, natürlich, hat nicht jede

bearbeiten?

und jeder im Leben Dinge, die er oder sie irgendwie bereut?

Ich war nie visuell an der Pandemie interessiert. Natürlich war

Aber ich glaube, zu bereuen hat keinen Wert. Man muss Din-

ich persönlich interessiert und wollte informiert sein, aber es

ge hinter sich lassen und positiv nach vorne gehen. Negati-

war nichts, was mich angezogen hätte, es zu dokumentieren.

vem Denken möchte ich keinen Wert beimessen. Es hindert einen, nach vorne zu gehen. Man kann nichts gegen Gesche-

Wo waren Sie (noch) nicht?

henes tun. Es ist einfach nur eine Abwärtsspirale, an der am

Ich war wirklich an vielen Orten, aber ich war zum Beispiel

Ende der Tod wartet. Will man da wirklich hin? Nein, es gibt

nie in der früheren Sowjetunion, der Slowakei oder Albanien.

so viel Schönes und Gutes auf dieser Welt, wir wollen lieber

Es gibt immer noch Orte, die ich gerne sehen möchte. Aber

dorthin blicken.

ich glaube, die für mich wichtigsten habe ich erlebt. Es ist eine Frage von Prioritäten und Zeit. Ich würde gerne nach

Gelingt Ihnen das immer?

Turkmenistan oder Kirgistan, aber für den Moment finde ich,

Es muss einem gelingen. Natürlich, es gibt Menschen, die

dass Sizilien ein guter Anfang ist. Aber ich wollte immer ger-

sind wie leere Gefäße, in denen ist nichts. Aber das Leben

ne noch einmal nach Burma.

ist kurz und wir werden alle sterben. Vielleicht gehe ich vor euch, aber ihr seid nicht weit dahinter. Also lasst uns einen

Was zieht Sie zu einem Ort hin? Ich weiß nicht, ich denke, es ist willkürlich. Braucht man für die Dinge, die einem begegnen, wenn man aus Kriegsgebieten dokumentiert, eine besondere Stärke? Ich glaube, man braucht für alles, worin man gut sein möchte,

Moment innehalten, positiv sein und die Freude in unser Leben holen, bevor wir uns daraus verabschieden. Was macht Ihnen am meisten Freude? Meine Tochter und meine Frau. Arbeit ist wichtig, aber es muss andere Dimensionen geben.

Stärke, Ausdauer und Disziplin. Wenn man an einem Konfliktschauplatz ist, dann geht es einem in erster Linie darum, eine wichtige Geschichte zu erzählen, andere Menschen zu informieren, was dort passiert. Mein erster Trip nach Afghanistan war Zufall. Ich war in der Nähe und Menschen sagten mir, sie wollen mir zeigen, was in diesem Land gerade pas-

Ausgewählte Arbeiten von Steve McCurry waren bis Oktober 2021

siert. Dann kam ich immer wieder zurück.

in der Ausstellung „Colors“ in Graz zu sehen. Die Ausstellung entstand in einer Zusammenarbeit mit Atelier Jungwirth und Messe

Wie fühlen Sie sich jetzt nach den jüngsten Ereignissen in

Congress Graz. Auf 2.200 m2 konnte man 126 eindrucksvolle Arbeiten

Afghanistan?

in Formaten zwischen 2 x 3 m und 4 x 6 m sehen, zusätzlich war jedes

Ich denke sehr oft daran. Aber ich würde nicht mehr dorthin

einzelne der farbintensiven Bilder hinterleuchtet. Weitere Infos unter:

zurückkehren. Zumindest nicht jetzt.

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Egal ob weit weg oder ganz nah, zu Fuß oder mit dem Auto, persönlich oder gedanklich — das Reisen ist unsere Leidenschaft. Es erweitert den Horizont ins Grenzenlose, öffnet den Blick für Neues und hat immer und immer wieder spannende Geschichten zu erzählen.

mania“ zeichnet eine deutschitalienische Familiengeschichte in drei Generationen — voller Zeitkolorit, dramatischer Wendungen und großer Gefühle. © Fischer Verlag

HANDGEMACHT & EINZIGARTIG Ohrringe sind nicht gleich Ohrringe. Zumindest wenn OHRRINGALA Kollektion beweist die Designerin Mut

BUCHTIPP: HAPPY ROAD DEM WEG IST DAS ZIEL EGAL

zur Farbe und Einzigartigkeit. Die in Handarbeit herge-

Wie ist es, wenn man mit dem neuen Partner,

stellten Unikate tragen neben Kreativität auch ein klei-

den man eigentlich kaum kennt, auf drei Quad-

nes Stück Graz in sich und verleiten zum Träumen —

ratmetern zusammenlebt? Eine Pressereferentin

und dazu, sie der ganzen Welt zu zeigen. Wer

aus Berlin und ein Skilehrer aus

also das perfekte Mitbringsel sucht, dem

den österreichischen Bergen

bleibt zwischen bunten Fransen, zarten

haben es ausprobiert und sind

es nach der Grazerin Jennifer Schober geht. Mit ihrer

Mustern und großen Statement-Stücken

sieben Monate in einem um-

nur noch eines: die Qual der Wahl.

gebauten Transporter durch

www.schobsnjen.at

Europa gereist. Welche zwischenmenschlichen Hürden sie hierbei zu überwinden hatten, erzählt die Autorin auf humorvolle Weise. © WNJ Verlag

VON MAILAND IN DIE WELT Qeeboo, so heißt die Marke, die der Designer Stefano Giovannoni im Jahr 2016 anlässlich der Mailänder Möbelmesse lancierte. Mit seinen außergewöhnlichen Designs ist das Interieur-Unternehmen mittlerweile eine Design-Ikone. Mit Leuchten in extravaganten Formen, verspielten Tierskulpturen und bunten Statements trägt Qeeboo ein Interieur-Wunderland von Mailand weiter in die ganze Welt. Produkte der Marke Qeeboo sind in unserem Aiola Living Store in der Landhausgasse 7 © Conny Pa

oder im Onlinestore unter

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www.aiolalivingstore.com erhältlich.


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INSPIRATION

EINE REISE FÜR EVERYONE Das erste Museum für immersive Kunst in der Schweiz eröffnete mit einer Weltpremiere: „Viva Frida Kahlo — Immersive Experience“. Die Ausstellung gibt Einblick in das tragische Leben der mexikanischen Künstlerin und ihr Schaffen. Ihre Bilder beginnen in den Projektionen zu leben, eine Offstimme in der Rolle von Frida Kahlo kommentiert das Geschehen und ein eigens für die Präsentation komponierter Soundtrack untermalt die Inszenierung akustisch. Die Gemälde der expressiven Malerin mit exotischen Pflanzen und Tieren, ebenso wie die ausdrucksstarken Selbstbildnisse, sind geradezu perfekte Vorlagen für eine immersive Präsentation mit Videoprojektionen, Licht- und akustischen Effekten. Durch die Rundumprojektion erleben die BesucherInnen Frida Kahlos Leben und ihre Werke auf eine ganz neue Weise.

© Andaz Amsterdam Prinsengracht

ihrer zugänglichen Symbolik und den bunten

Ausstellungsdauer: 22.09.2021 — 02.01.2022 Lichthalle MAAG, Zürich, Schweiz www.vivafridakahlo.com

AN DEN GRACHTEN AMSTERDAMS Das Andaz Amsterdam Prinsengracht liegt mitten im charmanten Stadtkern Amsterdams, umgeben von den charakteristischen Kanälen der Innenstadt. Mit dem exzentrischen Design des renommierten niederländischen Designers Marcel Wanders hebt es sich optisch vom Altstadtchic ab und fügt sich dennoch nahtlos in den modernen Flair Amsterdams ein. Egal ob für Freizeit- oder Geschäftsreisende — durch die zentrale Lage ist das Hotel mit 122 Zimmern die ideale Unterkunft für alle, die Amsterdam hautnah erleben möchten und Wert auf außergewöhnliches Interiordesign legen. Im hauseigenen Bluespoon Restaurant werden neben kunstvoll angerichteten Speisen mit niederländischer Note auch Drinks mit internationalem Touch angeboten. www.andazamsterdam.com

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA REISE

Smartes

REDAKTION Nina Prehofer FOTOGRAFIE  Katharina Jauk, Paul Bauer

Stadthotel

Außen stylisches Boutiquehotel, innen smartes Stadthotel sowohl für Business- als auch Individualreisende. Im Aiola Living Hotel werden durch Vielfalt und das Mehr an Service jegliche Wünsche erfüllt und der Aufenthalt damit für jeden Gast zu einem Erlebnis.

Die Bedürfnisse könnten unterschiedlicher nicht sein: Während die einen schnell die wichtigsten Informationen aufnehmen wollen, lassen die anderen sich gerne Zeit und möchten mit Ruhe und Inspiration ihre Tage im Hotel planen. Die Rede ist natürlich von Geschäfts- und Individualreisenden, beides gern gesehene Gäste im Aiola Living Hotel. „Wir legen großen Wert auf individuellen Service. Mein Team und ich wissen, dass sich Business- und Individualreisende meist völlig verschiedene Dinge wünschen“, erklärt uns Hotelmanagerin Doris Raminger lächelnd und ergänzt: „Wir wissen auch, dass das für ein Stadthotel eher ungewöhnlich ist.“ Abgesehen davon, dass BusinesskundInnen schnell und unkompliziert alle wichtigen Informationen zur Verfügung gestellt werden, helfen sie und ihr Team bei der Buchung von Seminarräumlichkeiten, der Planung der Abläufe von Pausenzeiten bis zum Mittagessen, Shuttles zum Flughafen oder Bahnhof und schon mal bei wirklich ganz speziellen Wünschen und Anliegen. Die 24h-Rezeption ist vor allem für Businessreisende ein wichtiges Kriterium. So wissen sie, dass rund um die Uhr ihre Wünsche erfüllt werden können und immer ein oder eine AnsprechpartnerIn im Hotel für sie da ist. „Das

Perfekte Planung und durchdachte Strategie:

gibt unseren Gästen nicht nur ein sicheres Gefühl, sondern sorgt

Hotelmanagerin Doris und Front Office Managerin

für die spezielle Guest Experience, wenn man immer für ihre An-

Katharina sorgen dafür, dass vor und hinter den

liegen da ist.“

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Kulissen alles rundläuft.


AIOLA LIVING HOTEL

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DIE BERÜHMTE EXTRA-MEILE

Rezeptionistin Merlin und Assistant Front Office

Herz des Hotels ist der Service vor und hinter den Kulissen. Das ist

Managerin Clara empfangen die Gäste und sind

bei einem Stadthotel mit 49 Zimmern, in dem die Gäste oft nur 1–2

immer als Ansprechpartnerinnen für diese da. Die

Nächte bleiben, durchaus eine Herausforderung. Denn vor allem

positive Guest Experience ist oberstes Gebot.

im Hintergrund ist ganz schön viel zu tun, und das erfordert eine gut geschulte Crew. Interne Informationen dürfen nicht verloren gehen und jede und jeder sollte stets über alles im Bilde sein. Dass alle Lampen immer funktionieren, die Pflanzen grün und einladend sind oder kein Körnchen Staub auf den Ablageflächen zu finden ist, erfordert eine sorgfältige Überprüfung nach jedem CheckOut. „Wir haben bewusst nur zwei Plätze vorne an der Rezeption. Die meisten Dinge werden im Hintergrund gemacht, damit im Eingangsbereich des Hotels der Wohnzimmerfaktor erhalten bleibt. Wir wollen unseren Gästen keinen Stress vermitteln, deswegen werden interne oder organisatorische Arbeiten nicht an der Rezeption erledigt“, verrät Doris Raminger.

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA REISE

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AIOLA LIVING HOTEL

87 Filip und sein Nachtdienst-Team sind in den Abendstunden vor Ort und bereiten morgens das Frühstücksbuffet vor. Danach übernehmen Ida und ihr Team vom Tagdienst den Service. Gemeinsam kümmern sie sich um das Wohl der Gäste — und zwar rund um die Uhr.

Die bequemen Boxspringbetten und die individuell designten Zimmer lassen alle Gäste ausgeruht in den Tag starten. Für GenießerInnen gibt es täglich ein Frühstück mit Köstlichkeiten aus der Region. Sportliche haben zahlreiche Möglichkeiten, sowohl outdoor als auch indoor im hauseigenen Fitnessstudio, ihren Tag mit Bewegung zu starten.

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA REISE

Walter ist als Aiola-Handwerksexperte dafür da, dass von der Klimaanlage bis zur Leselampe alles funktioniert. Dafür wird vor der Ankunft neuer Gäste alles sorgfältig überprüft.

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AIOLA LIVING HOTEL

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BELOHNUNG FÜR DIREKTBUCHERINNEN Auch speziellen Wünschen von Individualreisenden wird im Aiola Living ein besonderes Maß an Aufmerksamkeit geschenkt. Trotz Pandemie herrscht ein hohes Niveau, denn man wollte dem Gast nie zu spüren geben, dass sich etwas verändert hat. Bei jeder direkten Buchung im Hotel wird gefragt, was die Gäste gerne bei ihrem Aufenthalt erleben möchten. So können besondere Wünsche erfüllt werden, etwa Blumen oder Pralinen auf dem Zimmer, Rosenblüten im Bett, Reservierungen in Lokalen bis hin zum Kurztrip in die Südsteiermark. „Service und Informationsgebung sind uns sehr wichtig. Wir lassen niemanden im Regen stehen und bemühen uns, bei jeder einzelnen Buchung für den Gast ein Erlebnis zu schaffen.“ In den Zimmern genießt man Komfort und Zurückgezogenheit und ist damit bestens erholt für seinen ganz persönlichen Graz-Aufenthalt. Damit jede und jeder sich auf das konzentrieren kann, was er oder sie zu tun hat — sei es die Arbeit oder das Vergnügen. Zum Abschluss noch ein Tipp von Doris Raminger: „Viele Menschen glauben immer noch, dass das Buchen über Plattformen günstiger ist. Das stimmt aber nicht. Die besten Raten bekommt man immer direkt bei uns.“ So wie den besten Service, denn auch persönliche Wünsche lassen sich viel besser direkt mit den MitarbeiterInnen des Hotels besprechen. DirektbucherInnen werden im Aiola Living übrigens doppelt belohnt: mit einem Goodie sowie einem 10 %-Gutschein für den Einkauf im Aiola Living Interior Store. Sehr smart.

AIOLA LIVING HOTEL Landhausgasse 5 8010 Graz

Auch für Hunde wird im Aiola Living besonders gut gesorgt: Unser

+43 (0)316 811 911

Hunde-Package um 20 € pro Nacht inklusive Hundebett, Näpfen,

living@aiola.at www.aiolaliving.com

Leckerlies und — auf Wunsch — speziellen Menüs zeigt, dass die Vierbeiner bei uns im Hotel von Herzen willkommen sind.

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Graz —

ADVERTORIAL

immer eine

Reise wert

Graz begeistert seine Besucher:innen. Gerne als mediterranste Stadt Österreichs bezeichnet, wird Graz, wie auch seine Bewohner:innen, diesem Ruf mehr als gerecht. Hier weiß man, was es bedeutet, leidenschaftlich zu leben.

Die Grazer Innenstadt ist nicht nur schön, sondern auch lebendig. Wenn man zwischen historischer und zeitgenössischer Architektur schlendert, begegnet man Menschen aus aller Welt. Eine ausgelassene Stimmung schwebt in den historischen Gassen, denn zu sehen und zu erleben gibt es genug. Gastronomische Betriebe, eine Vielzahl an kleinen und großen Geschäften, in denen man zeitgemäße Mode, Design, Handwerk und vieles mehr findet, oder die Bauernmärkte machen das Stadtbild abwechslungsreich und bunt.

aber auch für Grazer:innen der GrazGutschein. Dieser kann einfach online bestellt werden ­—  ideal, um zu einem Besuch nach Graz zu locken. Er kann in über 700 Betrieben im Grazer Stadtgebiet eingelöst werden, neuerdings sogar auch auf zahlreichen Grazer

© Die Abbilderei

Als Geschenk etabliert hat sich für zukünftige Besucher:innen,

Bauernmärkten. Damit ist er das perfekte Geschenk für Jung und Alt zu sämtlichen Anlässen — oder der beste Grund für Freund:innen und Familie, wieder einmal einen Städtetrip in die steirische Landeshauptstadt zu unternehmen.

GRAZGUTSCHEIN In über 700 Betrieben sowie auf den Grazer Bauernmärkten einlösbar und

Für diesen Städtetrip sei das Graz-72-Stunden-Ticket empfohlen, mit dem man 72 Stunden lang alle öffentlichen Verkehrsmittel in Graz (innerhalb der Tarifzone 101, inkl. Schlossberglift) benützen kann. Zusätzlich erhält man vergünstigten Eintritt bei diversen Museen und Ermäßigungen bei der Teilnahme an verschiedenen Stadtrundgängen. Zwischen Hauptplatz und Jakominiplatz sowie jeweils einer weiteren Haltestelle ist man kostenlos mit der „Altstadtbim“ unterwegs — ideal für einen Innenstadtbummel oder eine ausgedehnte Shoppingtour.

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damit das perfekte Geschenk für einen Besuch in Graz. Erhältlich online unter www.holding-graz.at/grazgutschein sowie bei folgenden Verkaufsstellen: · Citymanagement in der Holding Graz Andreas-Hofer-Platz 15, 8010 Graz · Graz Tourismus Information Herrengasse 16, 8010 Graz · Lotto Treff Jakomini Jakominiplatz 17, 8010 Graz


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HOLDING GRAZ

EINE BUCHT MITTEN IN DER STADT Wer nach einer ausgedehnten Shoppingtour ein wenig Ruhe sucht, findet diese in der Augartenbucht. Auf großzügigen Sitzflächen kann man sich niederlassen, das bunte Treiben verfolgen und mit Blick auf die Mur seine Gedanken treiben lassen. Auch die vielen schönen Grazer Parks laden zum Entspannen ein. Hier kann man unter Bäumen schlendern, im Herbst das Laub unter seinen Füßen rascheln hören oder mit einem Kaffee oder Tee to go auf einer der

Geschichtsträchtig wird es am Grazer Schloßberg. Im Jahre 1894 bauten die Grazer:innen die erste Bahn auf den Berg. Mittlerweile mit einem Panoramafenster aus Glas ausgestattet, bieten die Wä-

© Lex Karelly

lauschigen Bänke Platz nehmen.

gen der Schloßbergbahn während der Fahrt einen beeindruckenden Blick über das für seine roten Dächer bekannte Häusermeer der Grazer Altstadt, Weltkulturerbe der UNESCO. Als Alternative ist man mit dem Schloßberglift in nur 30 Sekunden beim Uhrturm, dem Wahrzeichen von Graz. Mit der Schloßbergrutsche ist man auf schnellstem Wege wieder unten, aussichtsreicher ist jeBerges bietet die Märchenbahn eine Reise ins Innere des Schloßbergs sowie in die fantasiereiche Welt der Gebrüder Grimm. ZEIT FÜR KÖRPER, GEIST UND SEELE

© Die Abbilderei

doch ein Spaziergang über die Stufen. Angekommen am Fuße des

Für alle, die es lieber ruhiger angehen, gibt es attraktive Wellnessbäder wie die Auster, die auf mehr als 2.000 m2 Saunalandschaft vielfältige Erholungsmöglichkeiten bietet. Wer sich direkt in der Innenstadt ein wenig Entspannung gönnen möchte, der ist im Spa zur Sonne genau richtig. Nach Andritz lockt die Stukitzsauna, wo

Preis: 13,10 € *

unterschiedlichste Saunen Besucher:innen ordentlich ins Schwit-

Mit dem Graz-72-Stunden-Ticket

zen bringen. Anschließend kann man im Saunacafé den Saunagang

gibt es Ermäßigungen für:

mit einer kühlen Erfrischung oder einem beruhigenden Tee entspannt nachwirken lassen. Fährt man aus der Stadt hinaus, erreicht man nach kurzer Fahrzeit den Schöckl, Hausberg der Grazer:innen. Zu Fuß oder mit der Gondel geht es nach oben, wo einen insgesamt 40 Kilometer Wander- und Spazierwege erwarten. Da ist für jede Wetterlage und Jahreszeit etwas Passendes dabei. Denn Graz ist zu jeder Jahreszeit immer eine Reise wert!

© Lupi Spuma

GRAZ-72-STUNDEN-TICKET

· Universalmuseum Joanneum · Graz Museum · Cabriobus-Sightseeingtour · Tramway-Museum Graz · Altstadtrundgang · Kindermuseum FRida & freD · Schloßberg-Rundgang · Innenhöfe-Rundgang · Abend-Rundgang * Zwei Kinder (bis zum 15. Geburtstag) können pro Ticket gratis mitgenommen werden.

HOLDING GRAZ Kommunale Dienstleistungen GmbH Andreas-Hofer-Platz 15 8010 Graz +43 316 8870 www.holding-graz.at

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AIOLA REISE

5.000 Stufen

REDAKTION Nina Prehofer REISEBERICHT Matthias Snobe

zur Heiligkeit

Schritt für Schritt geht es nach oben, auf den Gipfel des bekannten Pilgerortes Adam’s Peak in Sri Lanka. Was einen dort erwartet? Ein traumhafter Sonnenaufgang, ein fantastisches Gefühl und der Fußabdruck eines Buddhas — wie uns Matthias Snobe erzählt hat.

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ADAM'S PEAK

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Tuut, tuut, rumm, Sprachfetzen, die an das Ohr dringen und im Hintergrund irgendwo „Sinhala“-Musik. Die Straßen von Sri Lanka sind lebendig, der Verkehr aufregend und die Natur atemberaubend. Es war mein erster längerer Urlaub, seit ich mich selbstständig gemacht habe, im Frühjahr 2019, als Covid-19 noch kein Thema war und wir unbeschwert reisen konnten. Meine Freundin war schon einige Wochen vor mir nach Asien gereist, ich bin dann zum Abschluss ihres Abenteuers in Sri Lanka dazugestoßen. Wir wollten wandern und surfen — beides Aktivitäten, denen man in Sri Lanka ausgezeichnet nachkommen kann. Erforscht haben wir letztendlich die ganze südliche Hälfte von Sri Lanka — und das mit stilechten Fortbewegungsmitteln: dem Zug, dem Bus und Tuk Tuks. Im Yala-Nationalpark sind wir aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Von unserem Jeep aus konnten wir einen Leoparden in der Morgendämmerung über die Straße spazieren sehen, den Elefanten beim Relaxen zusehen oder den Affen beim Herumtollen. Fast endlos reich kam mir die Tierwelt dort vor  — und vor allem wunderschön. Schildkröten, Krokodile, Wale, Vögel, sie alle erfreuen die BetrachterInnen in freier Wildbahn. Denn die Insel ist extrem grün und zeigt sich in ihrer Flora & Fauna sehr abwechslungsreich. Das ist einem der längst dienenden Herrscher Sri Lankas zu verdanken. Er ließ riesige künstliche Seen anlegen; davon zehrt die Tierwelt noch heute. Die Elefanten pilgern von einem See zum nächsten und können sich dort laben und erfrischen. PSYCHEDELISCHE BUSSE UND STEILE ABHÄNGE Nach unserer Landung in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, stand am Anfang unserer Rundreise bereits der bekannteste Berg der Insel auf unserem Programm: Adam’s Peak. Der Weg dahin war abenteuerlich. Die Züge, die man von Fotos oder Reportagen kennt, haben wir nun am eigenen Körper erfahren. So voll, dass sich ein Teil der Mitfahrenden aus den Fenstern lehnen muss, um dort an einem Fenstersims Halt zu finden; der Rest steckt so fest drinnen, dass Festhalten kaum notwendig ist, denn man kann nur schwerlich umkippen. Dazwischen wechselten wir in Busse, die mit psychedelischen Farben und Mustern und allerlei Kramasuri ausgestattet sind und mit lauter Musik bespielt werden. Und das zu allen Tages- und Nachtzeiten. Während der Fahrt kann man grellen Musikvideos auf Bildschirmen folgen. Das letzte Stück Weg zu unserem Startpunkt für den Adam’s Peak legten wir mit einem samt Fahrer gemieteten Minivan zurück. Die vier Stunden Fahrt führten uns durch den finsteren Dschungel und über so enge Straßen, dass man hofft, nur ja nicht auf Gegenverkehr zu treffen. Die steilen Ab-

SNOBEFIT

hänge ließen uns Stoßgebete in den Himmel schicken. Als wir heil

Personal Training Studio

in unserer gebuchten Unterkunft ankamen, blieben uns nur wenige

Landhausgasse 5

Stunden Schlaf, bevor wir uns aufmachten, den Gipfel zu erklim-

8010 Graz

men. Wir packten unsere notwendigsten Sachen für den Aufstieg,

+43 (0)664 4397500

hüpften noch mal kurz unter die Dusche und versuchten, trotz Auf-

info@snobefit.at

regung und Vorfreude, schnell Schlaf zu finden.

www.snobefit.at

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA REISE

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ADAM'S PEAK

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DER GLAUBE VERSETZT BERGE Noch etwas benommen von der sehr kurzen Nacht starteten wir gegen 2 Uhr morgens los. Das Ziel: vor dem Sonnenaufgang am Gipfel zu sein. Uns wurde geraten, nicht bei Tageslicht zu gehen, denn die Hitze würde uns den Aufstieg noch zusätzlich erschweren. Dieser Aufstieg, kombiniert mit 5.000 Stufen, die nach oben führen, ist bei Tag fast nicht zu schaffen. Zumindest nicht in ein paar Stunden, so wie wir uns das vorgenommen haben. Oben, wussten wir, würden uns Wind und Kälte erwarten. Wir waren vorbereitet. Früher umgab den Gipfel nur ein Dschungel. Irgendwann begannen die Mönche damit, die Stufen nach oben zu bauen. Manche Treppen sind hoch und steil, andere wiederum flach und abgetreten. Am Fuße des Berges entstanden Unterkünfte, um die PilgerInnen für eine halbe Nacht vor dem Aufstieg aufzunehmen. Den Weg nach oben säumen Lichter, Teehütten und so etwas wie „Jahrmarktstände“, an denen man Souvenirs, aber auch Kinderspielzeug und Stofftiere erstehen kann. Die Lichter beleuchten den Pfad, die Landschaft rundherum ist in völlige Finsternis getaucht. Wie eine Schlange führen die Lichter nach oben. Man hat, wenn man unten steht, keine Ahnung davon, was einen wirklich erwarten wird. Der Weg ist hart und anstrengend. Jeder Schritt erfordert Konzentration. Stufe für Stufe bewegt man sich nach oben. Irgendwann ist es wie Meditation. Herausgerissen wird man nur an besonders engen Stellen, wo man nicht überholen kann. Denn eines sollte man auch wissen: Den Adam’s Peak möchten viele Menschen erklimmen. Junge, Alte, Kranke und Schwache. Hier stimmt das Sprichwort: Der Glaube versetzt Berge. Als BuddhistIn sollte man mindestens einmal auf dem Adam’s Peak gewesen sein, um den Fußabdruck Buddhas zu sehen. Jeder Aufstieg verlängert das eigene Leben um ein Jahr, so heißt es. Vor allem wenn der Tod naht, ist es angeraten, sich noch ein letztes Mal auf den beschwerlichen Weg zu machen. Aus diesem Grund sieht man ganze Familien, die ihre Eltern, Großeltern, Urgroßeltern noch einmal nach oben begleiten, ja, eher nach oben ziehen oder schieben. Selbst mit versehrten Beinen, Krücken und anderen Beeinträchtigungen kann der Weg nicht so schwer sein,

BuddhistInnen glauben, dass auf ihrem „Sri Pada“, was übersetzt

als dass sie ihn nicht gehen würden. Wir waren beeindruckt von

„heiliger Fußabdruck“ bedeutet, der Fußabdruck Buddhas zu se-

dieser Willenskraft und Stärke. Selbst wir als fitte und sportliche

hen ist; auch andere Religionen sehen in ihm etwa den Fußabdruck

Menschen waren spätestens nach der Hälfte des Weges klitschnass

Shivas, Adams oder den des Heiligen Thomas. Uns hat nicht die

und durchgeschwitzt. Wir haben bereits den Gipfel herbeigesehnt.

Religion nach oben geführt, sondern die Herausforderung. 5.000

Umso mehr haben uns diese anderen Menschen beeindruckt und

Stufen nach oben, die belohnt werden: mit einem wunderschönen

auch angespornt. Sie waren große Inspiration, denn sie haben ge-

Sonnenaufgang und unbeschreiblichen Eindrücken. Und dann

zeigt, wozu man fähig ist, wenn man will.

standen wir davor, den Blick auf das Tal gerichtet, das die Sonne in ihren Glanz tauchte, und spürten diesen einmaligen Moment. Wir

HEILIGES GIPFELTREFFEN: ALLE VEREINT

bewundern die vielen Menschen, die ihren Marsch auf den Adam’s

Wir haben es fast geschafft. Der Gipfel mit seinem Tempel und

Peak Tag für Tag antreten, wie zum Beispiel die Teebuden-Besitz-

dem Schrein ist zum Greifen nahe. Wir haben es unzähligen Pilge-

erInnen oder ihre LieferantInnen. Da fühlt man sich ein bisschen

rInnen gleichgetan. Ob BuddhistInnen, HinduistInnen, MuslimIn-

klein, aber das tut gut. Es setzt alles in Relation und wir fühlen uns

nen oder ChristInnen, alle wollen nach oben. Denn nicht nur die

trotzdem stolz, denn jetzt gehören wir auch ein bisschen dazu.

AIOLA LIVING • AUSGABE 7


AIOLA DOGS

Couchpotadogs

ANOUK — die stolze Rudelanführerin

RUDI & MERLIN — das Rudel im Rudel

SAM — der gutmütige Hotelwächter

NACHO — der freche Homeboy

MOBY — der sanfte Riese

LUIS — der süße Zwerg

Nasse Nasen, leises Tapsen, große Pfoten, kurze Beinchen, weiche Locken, dichtes Fell und sanfte Blicke; zwischen Füßen, unter Tischen, neben Stühlen, Sessel, Sofas — und manchmal eben auch darauf. Unsere „Couchpotadogs“ wuseln durch die Aiola-Welt und zaubern dabei stets ein Lächeln auf die Gesichter der Aiola Family und unserer Gäste. Das Rudel, das unterschiedlicher kaum zusammengesetzt sein könnte, lässt im Büro keinen Alltagstrott einkehren, schenkt immer wieder bedingungslose Liebe, bringt uns täglich zum Lachen und wird nicht müde, auf einen Happen von unseren Mittagstellern zu hoffen. „It’s a dog’s world“, könnte man sagen. Und darauf sind wir stolz, denn was wäre die Welt ohne die liebevollen Fellnasen an unserer Seite, unter unseren Schreibtischen, auf unseren Sofas — und diesmal auch in der 7. Ausgabe unseres Aiola Living Magazins.

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REDAKTION Theresa Hartlauer


Erklärtes Ziel von BWT ist es, Wasser überall auf der Welt in perfekter Trinkwasserqualität zur Verfügung zu stellen, ohne Einweg-Plastikflaschen, direkt aus dem Wasserhahn, dem Tischwasserfilter oder dem Wasserspender. Mit den innovativen, patentierten BWT-Technologien wird lokales Wasser gefiltert und mit wertvollen Mineralien und Spurenelementen wie Magnesium, Zinc und Silicate angereichert. Ohne unnötigen Plastikmüll, Transporte und CO₂-Emissionen zu produzieren. Zuhause, im Unternehmen, in der Gastronomie, in Hotels oder öffentlichen Gebäuden – genießen Sie dank BWT wohlschmeckendes, mineralisiertes Wasser in bester Qualität. Setzen auch Sie ein Zeichen für eine bessere Welt. Schluck für Schluck.

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