Page 1

Digitale Transformation

digitale Features für das Wohnen – ein neues Paradigma für Mieter?


Vorwort TH Wildau Aufgeschlossen oder nicht, an dem Trend, der derzeit unter der Überschrift „Digitalisierung“ in allen Medien kursiert, kommt niemand mehr vorbei. Kaum ein Lebensbereich, der nicht von digitaler oder gar smarter Technologie durchzogen ist. Mehrere Jahrhunderte alt ist die Idee die analoge Welt digital repräsentieren zu wollen. Neu sind die derzeitig rasant verlaufende Entwicklung und der weitreichende Einfluss des digitalen Wandels, der heute schon nahezu alle Bereiche erfasst hat.

Die Lehre an der TH Wildau ist nicht nur praxisorientiert, sondern praxisbezogen. Und auch in Studium und Lehre denken wir digitale und interdisziplinäre Ansätze zusammen. Wir glauben, dass Studierende früh an die Inhalte der gelebten Praxis herangeführt werden müssen, um sich so wichtige, zukunftsfähige Kompetenzen anzueignen. Dabei ist die Digitalisierung Ziel des Kompetenzaufbaus und zugleich Unterstützungsinstrument für eine erfolgreiche, vernetzte Zusammenarbeit.

Als technische Hochschule für angewandte Wissenschaften sind wir hinsichtlich der digitalen Transformation zugleich Treiber, Akteur und Multiplikator. Die Digitalisierung ermöglicht die Arbeit und Forschung in disziplinübergreifenden Projekten und Vorhaben. Viele Erkenntnisse, die sich aus unserer engen Zusammenarbeit mit Unternehmen und gesellschaftlichen Akteuren generieren, befassen sich bereits im Kern mit der digitalen Integration.

Kooperationen und Projektarbeit mit externen Partnern wie der Gewobag sind wertvoll für die Ausbildung unserer Studierenden – nicht selten wird das Erlebnis einer Lehrveranstaltung mit direktem Anwendungsbezug und Empfehlungscharakter von Studentinnen und Studenten als besonders sinnstiftend beschrieben. Gleichzeitig profitieren wir als Organisation – viele Ideen und Denkanstöße aus Praxisprojekten wirken schließlich zurück auf unsere angewandte Forschung.

Unser Dank gilt allen am Projekt Beteiligten der Gewobag, des Büros SEHW sowie der TH Wildau und dort insbesondere den Studierenden des Bachelor-Studiengangs Europäisches Management. Prof. Dr. Ulrike Tippe Präsidentin der TH Wildau


Vorwort Gewobag Die Gewobag engagiert sich für Berlin und das schon seit fast 100 Jahren. Für attraktiven Wohnraum, Toleranz, Integration, Umweltschutz. Doch auch für die Zukunft haben wir ambitionierte Ziele, die wir konsequent verfolgen. Wir wollen beweisen, dass es möglich ist, sozial und umweltverträglich zu handeln, bezahlbare Mieten zu bieten und dabei Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit zu bewahren. Mehr denn je trägt die Gewobag aktiv dazu bei, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Dazu gehören unter anderem der demografische Wandel, die Energiewende und das rasante Wachstum Berlins ebenso wie sich ändernde Lebensstile und neue technologische Möglichkeiten im Zuge der Digitalisierung. Lokale Talente einzubinden, um die Stadt und unsere Quartiere weiter zu entwickeln, ist uns ein großes Anliegen. Denn Städte wie Berlin stehen vor vielen Herausforderungen. Einige dieser Herausforderungen können durch Digitalisierung besser und effektiver gelöst werden. Digitale Technologien sind bereits zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden und werden unseren Alltag in Zu-

kunft noch intensiver beeinflussen. Die Informationstechnologie erfüllt nicht mehr nur die neuen Anforderungen von Nutzern. Sie wird schnell auch zum Wegbereiter und Treiber für neue Ideen, die auf eine Marktnachfrage reagieren und diese auch verändern. Sie bietet dadurch natürlich auch Mehrwerte für unsere Quartiere, Nachbarschaften und Mieter. Neue Trends und technologische Entwicklungen sollen dabei in unseren Beständen allen Mietern zur Verfügung stehen. Die Studierenden des Studiengangs Europäisches Management haben im Rahmen der Vorlesung „IT Project Management“ in Kleingruppen Grundlagen beispielhaft für das Gewobag-Quartier Quäkerstraße in Berlin-Reinickendorf erarbeitet. Ziel war es, Lösungen zu untersuchen, die das Wohlbefinden von und den Nutzen für Mieterinnen und Mieter positiv beeinflussen und Besonderheiten des Quartiers berücksichtigen. Insbesondere waren auch zukunftsfähige Ansätze bis hin zu Lösungen für das konkrete Quartier zu erarbeiten. Durch Kooperationen mit lokalen Institutionen wie der TH Wildau erhalten wir als Unternehmen spannen-

de neue Impulse zu Themen, die uns beschäftigen. Reizvoll war unter anderem die internationale Perspektive durch eine Vielzahl von ausländischen Studierenden im überwiegend englischsprachigen Studiengang. Die vielfältigen und interessanten Lösungsansätze der Studierenden wurden durch das Büro SEHW für diese Broschüre noch einmal verdichtet. Die Ideen wurden in ein architektonisches Konzept eingebunden, das eine Blaupause für die Nachrüstung von Quartieren mit zusätzlichen Angeboten für Mieter und Nachbarschaft sein könnte. Wir möchten uns herzlich bei allen Beteiligten bedanken. Insbesondere bei den Studierenden des Studienganges Europäisches Management der TH Wildau und dem Büro SEHW. Gewobag Vorstände Markus Terboven und Snezana Michaelis


Vorwort SEHW Wir sprechen heute häufig davon, wie sehr sich die Welt verändert, Ungewissheit und Ängste schürt, aber auch neue Chancen und Perspektiven bietet. Ein zentrales Thema dabei ist Vernetzung. Vernetzung als Erkenntnis, dass wir komplexe Sachverhalte nicht alleine, nicht isoliert lösen werden, sondern gemeinsam und vor allem interdisziplinär. Das Ergebnis einer solchen interdisziplinären Zusammenarbeit ist die vorliegende Broschüre. Und wie so oft hat das viel mit Zufall zu tun, aber auch mit Personen, die bestimmte Stränge aufnehmen und zusammenführen zu Netzen. Sonst würden sie ins Leere laufen und es würde nichts daraus entstehen. SEHW ist seit über zehn Jahren mit der TH Wildau eng verbunden. Auf Grundlage eines gewonnenen Architekturwettbewerbs plante SEHW das neue Audimax der Hochschule, einen Neubau für sehr unterschiedliche Studiengänge von European Management über Luftfahrttechnik bis hin zu Bioinformatik und Apartments für die Studierenden der Hochschule. Fertiggestellt wurden die Projekte 2013 und üblicherweise endet damit die Arbeit des Architekten. Nicht so in diesem Fall. Längst hat sich zwischen SEHW und

dem Präsidium und den Fachbereichen der TH Wildau ein intensiver Austausch entwickelt. Wir fragen: Welches Interesse hat die Hochschule an der Stadt und die Stadt an der Hochschule? Auf dem Weg zur Stadt als Campus: Welche Akteure und Strukturen braucht eine Stadtentwicklung für diese Wissensorte? Wildau hat sich in der Zwischenzeit zu einem guten Beispiel dafür entwickelt, wie wissensbasierte Stadtentwicklung Früchte tragen kann. Seit vielen Jahren beschäftigt sich SEHW auch mit dem Thema Wohnungsbau. Und dies nicht als Befriedigung eines boomenden Immobilienmarktes, sondern als Antwort auf die Frage, wie wir künftig wohnen werden angesichts der Veränderungen der Gesellschaft. Und hier schließt sich der Kreis. Aus Veränderungen entstehen Bedarfe, aus Bedarfen Architektur. SEHW hat in den vergangenen Jahren bundesweit Wohnungsbauten geplant und errichtet, die mit Architekturpreisen ausgezeichnet wurden. Aber es ist weniger die architektonische Nabelschau, die diese Projekte so interessant macht, sondern eben der genaue Blick, was eine sich verändernde Stadtgesellschaft heute zum Wohnen braucht, was die Patchworkfamilie vom alleinleben-

den urbanen Nomaden unterscheidet und wie sich diese unterschiedlichen Anforderungen in Raum und Architektur manifestieren. Und dies führt uns zu den eingangs beschriebenen Strängen und Netzwerken. Durch einen persönlichen Kontakt zwischen dem Fachbereich Wirtschaft, Informatik, Recht der TH Wildau zur Gewobag entstand die Idee, sich des Themas des sich verändernden Wohnens im Allgemeinen und der Digitalisierung im Speziellen fachübergreifend anzunehmen. Smart living features nennt sich auf NeuDeutsch, was die Studierenden des Kurses IT Project Management entwickelt haben. Und es sind in der Tat viele digitale Helfer, die den Bewohnern, aber auch den Mitarbeitern der Gewobag das Leben leichter machen können. Am Ende entsteht aus der Digitalisierung fast augenzwinkernd analog ein neues Gemeinschaftsgefühl. Und das kann so schlecht nicht sein in einer Zeit, in der sich die Vereinzelung der Menschen in den Städten breitgemacht hat. An alle Beteiligten ganz herzlichen Dank für die intensive und konstruktive Zusammenarbeit.


Inhaltsverzeichnis 09 13

14 16

23

24 26 32 33 34 35 36 40

43

44 46 52 56

63

64 68

Zielsetzung Analyse

Bezirk Reinickendorf Quartier Quäkerstraße

Konzept

Digitale Transformation - Smart City Einzelthemen Globale Eingriffe Eingriffe in bestehende Gebäude Neue Infrastruktur Funktionskatalog Konzept Service- und Communityhub Konzept Nachverdichtung

Entwurf

Gesamtlageplan Communityhub Servicehub Nachverdichtung

Nachwort

Projektbeteiligte Impressum


01

Ziel des Projektes 9


01 Zielsetzung des Projektes

Zielsetzung Digitalisierung und digitale Transformation sind in aller Munde. Gleichwohl stehen wir erst am Anfang dessen, wie sie unseren Berufs- und Privatalltag beeinflussen und verändern werden. Insbesondere junge Menschen als zukünftige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer oder Führungskräfte werden das erleben und sollten hierauf frühzeitig vorbereitet werden. Für die Studierenden der TH Wildau bedeutet dies, dass sie während ihres Studiums mit entsprechenden Sachverhalten in Berührung kommen und sich mit der Materie anhand praktischer Beispiele und Aufgabenstellungen auseinandersetzen sollen. Die Lehrveranstaltung „IT Project Management“ im 4. Semester des sechssemestrigen Bachelor-Studienganges „Europäisches Management“ bietet hierfür eine große Chance. Im jährlichen Rhythmus sind jeweils etwa 40 Studierende gefordert, IT-nahe Themen in Projektteams aus vier bis fünf Personen zu bearbeiten, Lösungsvorschläge zu entwickeln und jene sowohl schriftlich als auch im Rahmen einer mündlichen Präsentation vorzulegen. Fokus des 2018er-Durchgangs war das Zusammenspiel der Wohnungswirtschaft mit ihren Mieterinnen und Mie10

tern. Dieses wird neben der digitalen Transformation wesentlich auch durch den Trend zur Urbanisierung geprägt. Derzeit leben mehr als 70% aller Europäer in Städten und städtischen Gebieten, Tendenz steigend. Städte werden damit u.a. zu Treibern der Innovation und Wirtschaft. Sie stehen aber auch vor Herausforderungen wie der Integration und Stärkung ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die Digitalisierung spielt hierin eine Hauptrolle. Sensoren und Netzwerke werden die Zukunft des urbanen Lebens verändern. Gebäude werden reaktiver und intelligenter sein. Neben Effizienz und Konnektivität wird sich auch das soziale Verhalten verändern. Technologie fördert ein Paradigma des Teilens und der Flexibilität. Was bedeutet das konkret für Mieterinnen und Mieter sowie Vermieterinnen und Vermieter? Welche Veränderungen sind zu erwarten? Welche neuen Geschäftsmodelle und Services werden möglich? ... Das galt es am Beispiel des Gewobag Quartiers Quäkerstraße zu untersuchen und die gewonnenen Erkenntnisse in Ideen für das Miteinander der Zukunft zu überführen. Vier Projektschritte waren in Zusammenarbeit mit Gewobag und SEHW vorgesehen:

1. Grundlegende Analyse und Beschreibung, wie mittels Digitalisierung neue Geschäfte für oder Services von Wohnungsunternehmen möglich sind und wie diese das Leben von Mieterinnen und Mietern und deren Zusammenspiel mit ihren Vermieterinnen und Vermietern verändern (verbessern) können. 2. Exemplarische Beschreibung der Implementierung einer der Ansätze aus Schritt 1 im ausgewählten Wohngebiet Quäkerstraße. 3. Ermittlung der Chancen für die Realisierung des gewählten Ansatzes und Dokumentation der Ergebnisse. 4. Ableitung einer Empfehlung für die Umsetzung des gewählten Digitalisierungsvorschlags einschließlich Aktionsplan für die Verwirklichung im Wohngebiet Quäkerstraße. Die Ergebnisse sind das „Rückgrat“ der vorliegenden Broschüre.


Abb. 01


02

Stadträumliche Analyse 13


Stadträumliche Analyse - Bezirk Reinickendorf

Bezirk Reinickendorf

Fläche: 89,48km² Einwohner: 260.253 Dichte: 2909 Einwohner/km² Der Bezirk Reinickendorf befindet sich im Nordwesten Berlins und grenzt an die Bezirke Spandau, Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Pankow an. Er gliedert sich in elf Ortsteile: Reinickendorf, Tegel, Konradshöhe, Heiligensee, Frohnau, Hermsdorf, Waidmannslust, Lübars, Wittenau, Märkisches Viertel und Borsigwalde. Die Struktur des Bezirks ist geprägt von Wäldern und Gewässern im Norden und einer urbaner Bebauung im Süden. Markante Siedlungsprojekte wie die Weiße Stadt und das Märkische Viertel prägen den Bezirk. Darüber hinaus befindet sich der Flughafen Tegel im Süden des Bezirks. Durch den hohen Anteil an Grün- und Wasserflächen, kombiniert mit der teils aufgelockerten Bebauung, besitzt der Bezirk die drittniedrigste Bevölkerungsdichte Berlins. Das Durchschnittsalter 14

der Bevölkerung liegt bei 44,7 Jahren. Durch das Groß-Berlin-Gesetz wurden 1920 die sechs Landgemeinden Reinickendorf, Wittenau, Tegel, Heiligensee, Hermsdorf, der westliche Teil der Gemeinde Rosenthal sowie die Gutsbezirke Frohnau, Tegel-Schloss, Jungfernheide-Nord und Tegel-Forst-Nord zum Bezirk Reinickendorf zusammengeschlossen. Der Bezirk ist geprägt durch das verarbeitende Gewerbe. Zu den größten Arbeitgebern im Bezirk gehören unter anderem: Borsig, Freiberger Lebensmittel, G-Elit, Piepenbrock Service, Gewobag, Otis, Vivantes Netzwerk für Gesundheit und die Staatliche Münze Berlin. Durch die ausgedehnten Waldflächen, den Tegeler See und die Havel mit ihren vielen Inseln besitzt der Bezirk große öffentliche Grün- und Erholungsanlagen. Der Ortsteil Reinickendorf, welcher auch Namensgeber für den gesamten Bezirk ist, liegt im Südosten des Bezirks. Er weist eine niedrigere Bauweise auf als der südlich angren-

zende Ortsteil Wedding. Im Vergleich zum Bezirk besitzt Reinickendorf eine Dichte von 7684 Einwohnern/km² und ist neben dem Märkischen Viertel der am dichtesten bewohnte Ortsteil. Jedoch hat Reinickendorf mit 80.687 die meisten Einwohner und ist somit auch das Zentrum des Bezirks. Durch die Durchmischung von Industrie, Wohnen, Erholungsflächen und Grünflächen bietet der Ortsteil Reinickendorf einen interessanten Mix an Funktionen und Nutzungen. Da sich der Ort durch einen Zusammenschluss ehemaliger Ortschaften und Angerdörfer entwickelt hat, ist auch heute noch die historische Struktur der Bebauung gut erkennbar. Nach wie vor lassen sich viele Dorfauen und Ortskerne erkennen und prägen die urbane Struktur des Ortes. Im öffentlichen Nahverkehr ist Reinickendorf durch die S-Bahnlinien S1 und S85 erschlossen sowie durch die U-Bahnlinie 6. Durch die Bundesstraße 96 sowie die A11 ist der Ort gut angebunden.


Stadträumliche Analyse - Bezirk Reinickendorf

Frohnau Reinickendorf

Pankow Hermsdorf

Lübars

Heiligensee Spandau

Lichtenberg

Mitte

Tiergarten

Waldmannslust

MarzahnHellersdorf

Kreuzberg

Wittenau

TempelhofSchöneberg SteglitzZehlendorf

Konradshöhe Neukölln

Abb. 01

Tegel

Märkisches Viertel

Borsigwälde

Treptow- Köpernick Reinickendorf

Abb. 02 GSPublisherEngine 0.71.100.91

15


Stadträumliche Analyse - Quartier Quäkerstraße

Quartier Quäkerstraße

Das zu untersuchende Quartier Quäkerstraße liegt im Ortsteil Reinickendorf. Es besteht aus 1750 Wohnungen, aufgeteilt auf elf Gebäude. Die Gebäude wurden großteils in den 50er und 60er Jahren errichtet und in den 2000er Jahren renoviert. In fußläufiger Entfernung befinden sich alle Infrastrukturen wie Nahversorger, Sportflächen, Schulen, Kindertagesstätten, Ärzte und Apotheken, welche für den Alltag benötigt werden.

Antoniastraße/Eichborndamm und Auguste-Viktoria-Allee. Die Siedlungsstruktur der Umgebung ist im Westen und Norden geprägt von Industriegebieten. Hervorzuheben ist hier der für die U-Bahn namensgebende Industriebetrieb Otis Aufzüge. Nach Osten verringert sich der Anteil an Industriegebieten und wird zu reinen Wohnquartieren. Westlich der Autobahn finden sich auch größere Flächen für Kleingartensiedlungen und Grünräume. Der Flughafensee, als größtes Naherholungsgebiet, ist in 20 Minuten zu Fuß erreichbar.

Das Quartier ist durch den öffentlichen Nahverkehr sehr gut erschlossen. Die S-Bahn-Station Eichborndamm ist in 15 min zu Fuß erreichbar. Darüber hinaus ist die U-Bahn -Station Otisstraße in 10 min erreichbar. Die Buslinie 125 verkehrt direkt durch das Quartier und ist durch die Haltestellen Foxweg, Otisstraße/Quäkerstraße und Auguste-Viktoria-Allee/Quäkerstraße angebunden. Die Hauptverkehrswege für den Individualverkehr sind die Autobahn A11,

Die Gebäudestruktur des Quartiers reicht von 3- bis 9-geschossigen Gebäuden und ist geprägt durch die in den 50er und 60er Jahren vorherrschende Plattenbauweise. Durch die Renovierung der Gebäude rund um das Jahr 2000 bekamen die Gebäude einen architektonischen Mehrwert. Der Städtebau ist geprägt von einer aufgelockerten und gleichförmigen Bebauung. Es gibt klare und breite Erschließungsstraßen, entlang derer sich die Gebäude auffädeln. Der Zwi-

16

schenraum der Gebäude ist geprägt von Grünflächen mit einem außergewöhnlich hohen Baumbestand. Durch die großen Abstände der Gebäude zueinander wirkt die Bebauung sehr offen und einladend bei gleichbleibender Dichte an Wohnraum. Neben den bereits erwähnten normalen Wohnungen befindet sich im Quartier ein barrierearmes Gebäude für aktive Menschen ab 60. Darüber hinaus gibt es im Zentrum des Quartiers ein Restaurant, einen Nahversorger und einen Zeitungskiosk. Im näheren Umkreis befinden sich ein Kindergarten und die Reineke-Fuchs-Grundschule. Zahlreiche Spiel- und Sportplätze sind in den Grünraum zwischen den Gebäuden integriert.


Stadträumliche Analyse - Quartier Quäkerstraße

Spielplatz Spielplatz | Sportflächen | Sportflächen

Kindertagesstätten Kindertagesstätten

S-Bahn S-Bahn

Nahversorgung Nahversorgung

Ärzte

U-Bahn U-Bahn

Ärzte

Kulturelle und soziale Kulturelle und Einrichtungen soziale Einrichtungen Zahnärzte Zahnärzte

Bus

SchulenSchulen

Haltestellen Haltestellen

Abb. 03 GSPublisherEngine GSPublisherEngine 0.71.100.91 0.71.100.91

Apotheken Apotheken

Bus

17


Stadträumliche Analyse - Quartier Quäkerstraße

Autobahn Autobahn

Wohngebiet Wohngebiet

Hauptverkehrswege Hauptverkehrswege

Kleingartensiedlung Kleingartensiedlung Gewerbegebiet Gewerbegebiet Grünland Grünland

Abb. 04 18

GSPublisherEngine GSPublisherEngine 0.71.100.91 0.71.100.91


Stadträumliche Analyse - Quartier Quäkerstraße

XI

VIII

VII III

VII V

III III VII VIII

VIII VIII

VIII

VI

VI I VIII

VIII I

IV VII

VIII III IV

III

IV

III III

IV

VIII

III

VI

III VII III

Abstandsflächen I - XI Geschosszahl

Parkplätze

Wohngebäude

Baumbestand

Buslinie

Restaurant

Mietergärten

Haltestelle

Nahversorger

Spielplätze

Hauptverkehrswege

Fernwärme

Sportflächen

Abb. 05

GSPublisherEngine 0.71.100.91

19


Stadträumliche Analyse - Quartier Quäkerstraße

Abb. 06

Abb. 07

Abb. 08

Abb. 09

20


Stadträumliche Analyse - Quartier Quäkerstraße

Abb. 10

Abb. 11

Abb. 12

Abb. 13 21


03

Konzept digitale Transformation 23


Konzept - digitale Transformation

Konzept digitale Transformation - Smart City Sie erinnern sich noch an die Zeit ohne Smartphones? Wie konnten wir damals nur leben? Mit dem Finger auf dem Stadtplan während des Fahrens. Und dann war er natürlich genau dort gefaltet, wo man eigentlich hätte abbiegen müssen. Leider verpasst. Und dann zuhause: der Kühlschrank leer, die Bude kalt. So ging das Jahre, nein Jahrzehnte, bis plötzlich 2007 dieses Gerät vom Himmel fiel, das alles radikal veränderte, da es alles oder zumindest fast alles konnte. Dieses Gerät mit dem Apfel. Ha, aber war nicht der Apfel seit jeher ein Symbol für Versuchungen, denen es zu widerstehen galt? Davon ausgehend, dass Digitalisierung die Antwort auf die Herausforderungen unseres Alltags ist, lassen Sie uns noch mal zurückschauen, was eigentlich die Frage war. Deutschland wird weniger, bunter und älter. Der große Rahmen sind gesellschaftliche Veränderungen. Das betrifft zum einen die Stadtgesellschaft in ihrer Gesamtheit und die Individuen im Einzelnen. Und durch den Strukturwandel weg von der Industriegesellschaft haben sich Biografien der Stadtbewohner hin zu sogenannten Multigrafien verändert. Nichts ist mehr statisch und vorgegeben, alles in 24

Bewegung und möglich. Und alt ist heute auch nicht mehr alt. War früher die Pensionierung der Anfang vom Ende, ist sie heute der Aufbruch in einen aktiven Unruhestand. Und auch das andere Ende der Bevölkerungspyramide, nämlich dass Deutschland eine der niedrigsten Geburtenraten hat, schreckt uns nicht mehr, da die Wirtschaft sich mit Arbeit 4.0 schon auf weniger Arbeitnehmer eingestellt hat und diese kurzerhand durch digitale Helfer ersetzt. Unsere Zukunft wird digital, daran besteht kein Zweifel. Und: Veränderte Arbeitswelten bedeuten auch veränderte Wohnwelten. In Deutschland fehlen derzeit ca. zwei Millionen bezahlbare Mietwohnungen. Ein Tool zur Befriedigung dieser Bedarfe verbirgt sich hinter smart city und, heruntergebrochen auf den privaten Bereich, smart home. Damit eben der Kühlschrank weiß, was fehlt und das direkt online nachbestellt wird und sich während der Abwesenheit das Raumklima so konditionieren lässt, dass es beim Nachhausekommen behaglich ist. Und auch weniger Energie benötigt, als wenn alle Systeme den ganzen Tag laufen. Was vor einigen Jahren noch wie Zukunftsmusik klang, ist heute machbar. Denn diese digitalen Features helfen uns Zeit zu

sparen, die unseren Familien, unseren Freunden, uns selbst zugutekommt. Wir sprechen von einem neuen Wir-Gefühl, von gelebter Nachbarschaft, von neuen Gemeinschaften, die entstehen können, wenn die üblichen täglichen Verrichtungen nicht mehr so viel Zeit in Anspruch nehmen. Wohnen wird vielschichtiger. Monofunktionalität und Schlafstädte waren gestern. Wohnen und Arbeiten rücken heute näher zusammen. Wohnen fordert dritte Orte für Gemeinschaft, für das Waschcafé, für den Smart Concierge, für die business community, den Späti 2.0. Was bei den Wohnmaschinen Le Corbusiers die Baguette-Klappe war, wird morgen die Amazon-Fresh-Station sein, bei der man sich die Einkäufe portioniert nach ausgewähltem Onlinerezept beim Nachhausekommen aus dem Kühlfach holt, nachdem man das Elektroauto des Carpools in die Steckdose zum Laden gesteckt hat und sich schon auf die Freunde freut, die zum Abendessen kommen werden. Willkommen Zukunft. Und wie war das noch gleich mit dem Apfel und der Versuchung?


Konzept - Studentengruppen Ergebnisse

Gruppe 1

Gruppe 5

Gizem Baydag Meriam Gharbi Jasmin Grössel Florian Schulczyk Virudsiga Vimaleswaran

Alona Chetrikova Mashaal Veera Corey Hanlon Youssef Demian Celine Muench

Mieterapp

Gemeinschaftsflächen

Smart furniture

Mieterapp

Smart Sensores

Rain Water System

Zugangssysteme

Waste System

Smart Sensores

Sharing Economy

Packstation

Mieterapp

Sharing Economy

Mieterapp

Bicycle Park

Gruppe 6 Tillmann Rittsche Daniel Berger Paul Buchelt Anastasija Moltchanov Sharing Economy

Packstation

Mieterapp

Smart furniture

Gruppe 2 Florian Dietrich Justin Rücker Julia Wagenknecht Nicole Wallers Emil Bethe

Zugangssysteme

Gruppe 7 Marek Wenghöfer Ricardo Drohm Tom Theomann Nagel Ardit Mera Sensorik (Internet of Things)

Mobility on Demand

Gruppe 3

Gruppe 8

Lisa Meyer Jonathan Rodriguez Maximilian Sommerfeld Alexander Weihrauch Changsheng Yao

Lisa Saegert Niklas Henrici Sarah Wirgenings Sophia Aru Vivian Czinczoll

Sensorik (Internet of Things)

Mobility on Demand

Waste System

Zugangssysteme

Healthcare

Parking | Charging

Packstation

Packstation

Gruppe 4 Dianela Concha Pech Ana Paula Schmidt Diana Boichenko Tímea Dutka Amina Mohammedi

Abb. 01 GSPublisherEngine 0.70.100.91

25


Konzept - Einzelthemen

Mieterapp

Parking | Charging

Gemeinschaftsächen Abb. 02

26

Paketstation

Sensorik (Internet of Things)

Mobility on Demand

Sharing Economy

Bicycle Park

Waste System

Quartiers-Wlan

Zugangssysteme


Konzept - Einzelthemen

Sensorik (Internet of Things)

Mieterapp Eine Mieterapp soll die Kommunikation zwischen den Mietern und der Hausverwaltung erleichtern. Zusätzlich können in der App auch Services

Internet of Things beschreibt die Einbindung aller smarten Geräte in ein einziges Netzwerk, die untereinander kommunizieren. Durch eine virtuelle Steuerungsoberfläche

aufgerufen und gebucht werden. Smarte Geräte, Statistiken können über jedes Smartphone abgerufen und überprüft werden. Das System kann jederzeit erweitert werden.

können alle Geräte gesteuert und programmiert werden. Durch die Einbindung in ein Netzwerk können die Geräte Informationen empfangen und senden.

Gewobag Berlins Vielfalt in einer App

Home Eingang €€ Betriebskosten Service

Abb. 03

GSPublisherEngine 0.69.100.92

Abb. 04

27


Konzept - Einzelthemen

Mobility on Demand Mobility on Demand beschreibt das Konzept, dass Mieter Zugang zu einer nicht liniengebundenen Busverbindung bekommen, die direkt über den Standort

Bibliothek

Abb. 05

28

GSPublisherEngine 0.69.100.92

Abholstandort finden

gebucht werden kann. Die Busse würden Mieter direkt bei ihren GPS-Koordinaten abholen und nacheinander zum gewünschten Ziel befördern.

Um zukunftsfähige Systeme des Individualverkehrs zu ermöglichen, werden ELadestationen für Autos und Fahrräder bereitgestellt. Der Strom wird durch

Photovoltaik-Module erzeugt. Diese werden auf den höchsten Gebäuden platziert, welche eine optimale Besonnung der Module ermöglichen.

Person Nr. 2 Ziel: Bibliothek

Kindergarten

Fahrt anfordern

Parking | Charging

Person Nr. 1 Ziel: Bibliothek

Bus benutzen

am Ziel ankommen

1. Strom erzeugen Photovoltaik auf bestehenden Gebäuden

die Zeit genießen Abb. 06

2. Ladestation E-Ladestation aufsuchen

3. Ladevorgang E-Auto laden


Konzept - Einzelthemen

Gemeinschaftsflächen Durch die Schaffung von zusätzlichen Gemeinschaftsflächen werden das Nachbarschaftsgefühl verstärkt und ein Austausch der Mieter ermöglicht.

Paketstation Cafés, Ateliers, Werkstätten und Treffpunkte fügen sich in die bestehende Struktur ein und werten das Quartier auf.

Paket- und Lebensmittelstationen sind eine effiziente und komfortable Möglichkeit, sich Waren liefern zu lassen. Lebensmittelstationen bieten dabei die Möglichkeit, durch

1. Lieferung Lieferung zur Paketstation

Abb. 07

GSPublisherEngine 0.69.100.92

2. Aufbewahrung Abholung in der Paketstation

gekühlte Fächer die Ware frisch zu halten, bis der Empfänger diese abholt. Kunden werden per App über das Eintreffen der Ware informiert und diese wird 24h gelagert.

3. Abholung innerhalb von 24h abholen

Abb. 08

29


Konzept - Einzelthemen

Waste System

Zugangssystem

Mülltonnen werden mit Sensoren ausgestattet und die Informationen an die BSR weitergeleitet. Durch dieses System werden die Tonnen nur dann entleert, wenn sie

Mülleimer

voll sind. Einerseits wird das Problem der überfüllten Mülltonnen beseitigt, andererseits werden nicht benötigte Fahrten der Müllabfuhr vermieden.

Mülleimer

Durch die Implementierung von smarten Zugangssystemen mittels NFC über Smartphones oder Chips wird der kontrollierte Zugang zu Räumen wesentlich

vereinfacht. Auch die Neuprogrammierung oder Veränderung der Zutrittsberechtigungen sind durch NFC-Systeme einfach umzusetzen.

Mülleimer

Abholung

Eingangstür

Wohnungstür

NFC Zugangssystem Abb. 09

30

GSPublisherEngine 0.69.100.92

Abb. 10

Technikraum


Konzept - Einzelthemen

Sharing Economy Das früher vorherrschende Nachbarschaftsgefühl vom Teilen und gegenseitigen Helfen soll durch die Schaffung von Räumen zum Teilen gestärkt werden.

Bicycle Park Es sollen unter anderem Bikesharing, Carsharing, Gemeinschaftswerkstätten und Urban Gardening angeboten werden.

Da immer mehr Menschen ihr Rad im Alltag nutzen, ist es nötig, zusätzliche Abstellmöglichkeiten in Form von verschließbaren Bicycle Parks zu errichten.

Zusätzlich zu normalen Fahrrädern sollen die Garagen auch Platz für Lasten- und Elektrofahrräder bieten.

Quartiers-Wlan Ein flächendeckendes WLanNetzwerk soll die Möglichkeit bieten, auf das Quartiersnetzwerk zuzugreifen und alle Services nutzen zu können.

Auch sollen das Arbeiten und Kommunizieren im Freien ermöglicht werden.

Abb. 11

GSPublisherEngine 0.69.100.92

31


Konzept - Eingriffe

Globale Eingriffe Quartiers-Wlan Das Quartiers-WLan kann in die bestehende Netzwerkinfrastruktur integriert werden. Zusätzlich können WlanHotspots in den Freibereichen platziert werden.

Mobility on Demand Das neue lokale Nahverkehrssystem kann in die Mieterapp integriert werden. Zusätzlich können an Knotenpunkten im Quartier mehrere Haltestellen für spontanes Einsteigen platziert werden.

Mieterapp Die Mieterapp steht jedem Mieter über sein Smartphone oder Tablet zur Verfügung und kann somit gezielt an die Bewohner verteilt werden.

Sensorik (Internet of Things) Durch die Einbindung der smarten Geräte in das interne Quartiersnetzwerk stehen jedem Mieter alle Funktionen jederzeit zur Verfügung. Abb. 12 32

GSPublisherEngine 0.69.100.92


Konzept - Eingriffe

Eingriffe in bestehende Geb채ude

Zugangssysteme Bestehende Geb채ude werden mit dem neuen Zugangssystem ausgestattet und NFC-Chips an die Bewohner verteilt.

Waste System M체lltonnen werden mit Sensoren ausgestattet und diese mit dem Netzwerk der BSR verkn체pft. Abb. 13 33

GSPublisherEngine 0.69.100.91


Konzept - Eingriffe

Neue Infrastruktur Bicycle Park Um fehlende Fahrradabstellflächen zu kompensieren, werden Fahrrad-Parkhäuser in die neuen Infrastrukturen integriert.

Sharing Economy Unterschiedliche Flächen für Sharing Economy werden vorgesehen, z.B. Bike Sharing, Car Sharing, Gemeinschaftsgarten, Gemeinschaftswerkstätten.

Gemeinschaftsflächen Fehlende Gemeinschaftsflächen werden in neu geschaffene, kleine Gebäude integriert, die sich behutsam in die bestehende Struktur einfügen.

Paketstation Paket- und Lebensmittelstationen werden den Bewohnern in den neuen Infrastrukturen zur Verfügung gestellt.

Parking | Charging E-Ladestationen und Parkplätze für Car-Sharing werden im Quartier verteilt, um ein Netzwerk für zukunftsorientierte Fortbewegungskonzepte zu schaffen. 34 GSPublisherEngine 0.69.100.92

Abb. 14


Konzept - Funktionskatalog

Neue Infrastruktur

Gemeinschaftsflächen

Parking | Charging

Paketstation

Sharing Economy

Bicycle Park

Café

E-Auto Ladestation

Paketstation

Bike Sharing

Fahrrad Garage

Lebensmittelstation

Car Sharing

E-Bike Ladestation

Multifunktionsraum

Ateliers

Werkstatt

Working Space

Upcycling

Abb. 15 35

GSPublisherEngine 0.69.100.92


Konzept - Service & Communityhubs

Qu

art

ier

Service & Communityhubs

+

Quartie

r

+

+

Quartie

r

+

Quartierseingänge Hauptverkehrswege Verfügbare Flächen 36 GSPublisherEngine 0.71.100.91

+ Standorte Servicehubs

Communityhub Servicehub Abb. 16


Konzept - Service & Communityhubs

Vorplatz

Adressbildung - gut sichtbar im öffentlichen Raum - Brand Identity der Servicehubs - klarer Baukörper mit allen Funktionen

Einbindung - Einbindung in bestehende Wege - Schaffung eines Vorplatzes - klar lesbares Freiraumkonzept mit durchgehendem Bodenbelag

Erweiterung - Modulares System - Erweiterungen möglich - auf veränderte Bedürfnisse reagieren

Abb. 17

GSPublisherEngine 0.69.100.92

37


Konzept - Serviceub

Servicehubs

Lebensmittelstation

Paketstation Fahrrad Garage

E-Bike Ladestation

Werkstatt

1. Baustein Servicehub

Vorplatz

Bike Sharing

2. Baustein Vorplatz

Das Quartier Quäkerstraße wird aufgewertet, indem nahe an den Quartierseingängen entlang der Haupterschließungsstraßen Servicehubs ins Stadtgefüge implementiert werden. Für die Bewohner sind diese Hubs leicht zu erreichen. Sie beinhalten Paket- und Lebensmittelstationen für die Nachbarschaft, eine Fahrradgarage mit kleiner Werkstatt zum Selber- oder Gemeinsamreparieren, Ladestationen für E-Bikes und E-Autos eines quartierseigenen Fahrzeugpools. Das Gebäude des Servicehub ist adressbildend und identitäts- und orientierungsstiftend durch die klare Situierung im Stadtbild sowie eine klare architektonische Formensprache. Es handelt sich um eine Systembauweise in Vorfertigung, die wirtschaftlich zu errichten und durch den systemischen Ansatz flexibel nutzbar und anpassbar ist. Besondere Merkmale sind ein großes Vordach, das den Nutzern Schutz bietet sowie die schillernde Metallfassade, die einen Akzent inmitten der verputzten Wohnhäuser setzt und gleichzeitig robust ist.

3. Baustein Parkplatz

E-Auto Ladestation

Car Sharing

Abb. 18 38

GSPublisherEngine 0.69.100.92


Konzept - Communityhub

Communityhub 1. Baustein Servicehub

Lebensmittelstation

Paketstation Fahrrad Garage

Service Hof

Veranstaltung

E-Bike Ladestation

Werkstatt

Upcycling

2. Baustein Servicehof

Working Space

Der Communityhub wird neuer zentraler Treffpunkt des Quartiers Quäkerstraße. Er führt die Idee des Dachs als Geste der Gemeinschaft weiter und bildet ein weit ausladendes Dach, unter dem sich die Bewohner treffen und unter dem verschiedene Nutzungen des nachbarschaftlichen Lebens Platz finden. Neben den Nutzungen aus dem Servicehub wird hier ein Raumangebot formuliert, das sich flexibel für Veranstaltungen, als Atelier, als temporärer Arbeitsraum nutzen lässt sowie ein kleines Café. Auch hier werden die einzelnen Gebäudeteile in Systembauweise vorgefertigt. Als Gebäudehülle wechseln sich je nach Nutzung Metall und Glas ab. Die einzelnen Module werden so zueinander gestellt, dass dazwischen unterschiedlich nutzbare Freiflächen entstehen: vom Upcycling- und Werkhof über die Außenbestuhlung des Cafés bis hin zu einer Treppenanlage, die Auditorium für Veranstaltungen ist, einfach nur zum Sitzen einlädt und auf das Dach führt. Die Dachfläche selbst wird zum gemeinsamen Gärtnern genutzt und gibt damit den Bewohnern die Grünfläche wieder zurück, die durch den Bau zunächst verloren geht. GSPublisherEngine 0.69.100.92

Ateliers

Cafe

Multifunktions raum

3. Baustein Communityhub

Vorplatz

Bike Sharing

4. Baustein Vorplatz

5. Baustein Parkplatz

E-Auto Ladestation

Car Sharing

Abb. 19 39


Konzept - Nachverdichtung

Nachverdichtung XI

V

VIII

VII III

VII V

III III VII VIII

+

VIII

VI

V

VIII

VIII

VI I VIII

VIII I

IV VII

VIII

+

III IV

V

III

IV

V

III III

IV

VIII

III

VI

III VII

+ III

Abstandsflächen I - XI Geschosszahl

Sonnenrichtung 1100 Sonnenrichtung 1300 Sonnenrichtung 1500

40 GSPublisherEngine 0.71.100.91

V

+

V

+ Nachverdichtungspotenziale

Punkthäuser V

Geschosszahl Abb. 20


Konzept - Nachverdichtung

Garten

Wohnen

Arbeiten

Baukörper - optimierter Querschnitt - große Durchlässigkeit - Orientierung nach vier Seiten

Nutzungen - Arbeits- und Atelierräume im EG - Produktive Stadtlandschaft als Ergänzung - Verlauf von öffentlich zu privat

Aurichtung - zweiseitig ausgerichtete Wohnung - beliebige Drehung des Baukörpers - minimale zentrale Erschließung

Abb. 21

GSPublisherEngine 0.69.100.92

41


42


04

architektonischer Entwurf


Entwurf - Gesamtlageplan

3

1

1

1 1 2

1

1

1

3

1

3

1. Nachverdichtung - Punkthaus 2. Communityhub 3. Servicehub

1. Nachverdichtung - Punkthaus 2. Communityhub 3. Servicehub

44

GSPublisherEngine 0.71.100.91

GSPublisherEngine 0.71.100.91

3


3

1 1 2

1

3

1

Abb. 01 45


Entwurf - Communityhub Lageplan

Abb. 02 46

GSPublisherEngine 0.71.100.91


47

Abb. 03


Entwurf - Communityhub Erdgeschoss

7 4

5

6 1

9

9 8 10

11

7 2

12

3 1. Multifunktionsraum 2. Teeküche 3. WC 4. Werkstatt 5. E-Bikes 6. Bicycle Park 7. Paketstation 8. WC-Personal 9. Lager 10. WC 11. Küche 12. Cafe

48

GSPublisherEngine 0.69.100.92

Abb. 04


Entwurf - Communityhub Dachlandschaft

Abb. 05 GSPublisherEngine 0.71.100.91

49


Entwurf - Communityhub Ansichten

Abb. 06 50

GSPublisherEngine 0.71.100.91


51

Abb. 07


Entwurf - Servicehub Lageplan

Abb. 08 52

GSPublisherEngine 0.71.100.91


Entwurf - Servicehub Grundriss

1

2

3

3

4

5

6

1. E-Bikes 2. Bicycle Park 3. Paketstation 4. Werkstatt 5. Bike Sharing 6. E-Auto Ladestation 7. Car Sharing

GSPublisherEngine 0.69.100.92

6

7

Abb. 09 53


Entwurf - Servicehub Ansicht

Abb. 10 54

GSPublisherEngine 0.71.100.91


55

Abb. 11


Entwurf - Nachverdichtung Lageplan

Abb. 12 56

GSPublisherEngine 0.71.100.91


Entwurf - Nachverdichtung Erdgeschoss

1

1

5

2

2

3

3

4 4

1

1. Atelier | Büro 2. Teeküche 3. WC 4. Abstellraum 5. Kinderwagen

GSPublisherEngine 0.71.100.91

3

3

2

2

1

Abb. 13 57


Entwurf - Nachverdichtung Obergeschosse

2

1

6

3

4

5

7

8

1. Schlafen 2. Wohnen 3. Küche 4. Bade | WC 5. Vorraum 6. Lager 7. WC 8. Gemeinschaftsküche

58

GSPublisherEngine 0.71.100.91

Abb. 14


Entwurf - Nachverdichtung Ansichten

Abb. 15 GSPublisherEngine 0.71.100.91

59


Abb. 16


05

Nachwort 63


Projektbeteiligte - TH Wildau

Technische Hochschule Wildau

Abb. 01

Prof. Dr. Bertil Haack

64

Abb. 02

Studierende Studiengang Europäisches Management

Abb. 03

Prof. Dr. Ulrike Tippe


Projektbeteiligte - TH Wildau

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Ulrike Tippe Prof. Dr. Bertil Haack Gizem Baydag Meriam Gharbi Jasmin Grössel Florian Schulczyk Virudsiga Vimaleswaran Florian Dietrich Justin Rücker Julia Wagenknecht Nicole Wallers Emil Bethe Lisa Meyer Jonathan Rodriguez Maximilian Sommerfeld Alexander Weihrauch Changsheng Yao Dianela Concha Pech Ana Paula Schmidt Diana Boichenko Tímea Dutka

Amina Mohammedi Alona Chetrikova Mashaal Veera Corey Hanlon Youssef Demian Celine Muench Tillmann Rittsche Daniel Berger Paul Buchelt Anastasija Moltchanov Marek Wenghöfer Ricardo Drohm Tom Theomann Nagel Ardit Mera Lisa Saegert Niklas Henrici Sarah Wirgenings Sophia Aru Vivian Czinczoll

Was haben Berlin und Wildau gemeinsam? Tatsächlich liegen beide Orte geographisch gesehen mitten in Brandenburg. Dabei ist Wildau nur einen Steinwurf von Berlin entfernt – gerade einmal knapp 7 km trennen den Hochschulstandort Wildau von der Berliner Stadtgrenze. Die Hochschule zeichnet sich neben der Berlinnähe mit direkter S-Bahn-Anbindung außerdem durch ihren modernen, kompakten Campus mit ihrer besonderen, industriell geprägten Architektur aus. An der Technischen Hochschule (TH) Wildau lässt es sich vor allem anwendungsorientiert studieren. Studienbewerberinnen und -bewerber können zwischen den Fächern Informatik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Recht & Verwaltung, Technik, Wirtschaft & Management wählen und dabei ein Studium in Voll-/Teilzeit, in dualer oder berufsbegleitender Form absolvieren. Während des Studiums profitieren sie von der hervorragenden räumlichen und technischen Ausstattung.

zeichnet sich auch durch ihre Forschungsschwerpunkte aus. Anerkennung auf der Forschungslandkarte der Hochschulrektorenkonferenz finden die Bereiche der Angewandten Biowissenschaften, der Informatik/Telematik und der Optischen Technologien/Photonik. Darüber hinaus ist die Hochschule in den Forschungsfeldern Produktion und Material, Verkehr und Logistik sowie Management und Recht spezialisiert. Die TH Wildau ist die größte Fachhochschule in Brandenburg. Mit ihrem Praxisbezug in der akademischen Ausbildung sowie dem wissenschaftlichen Innovations- und Entwicklungspotenzial präsentiert sich die Hochschule als gefragter Partner für Wirtschaft und Gesellschaft. Als gesundheitsbewusste und familienfreundliche Hochschule mit internationalem Charakter (z. B. beträgt der Anteil international Studierender mehr als 20%) besitzt die Hochschule, nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen Aktivitäten und Veranstaltungen eine Strahlkraft für die gesamte Region.

Mit Drittmitteleinnahmen von derzeit rund 10,6 Mio. Euro p.a. gehört die TH Wildau seit 2001 zu den forschungsstärksten Fachhochschulen in ganz Deutschland und 65


Projektbeteiligte - Gewobag

Gewobag

Abb. 04

Vorstände Markus Terboven und Snezana Michaelis 66

Mit rund 60.200 Wohnungen gibt die Gewobag über 100.000 Mieterinnen und Mietern in Berlin ein Zuhause. Sie zählt zu den größten Immobilienunternehmen bundesweit. Bis Ende 2026 wird ihr Bestand auf 72.600 Wohnungen anwachsen. Die Gewobag ist eine landeseigene Berliner Wohnungsbaugesellschaft. Als Konzern verfügt sie über mehrere Tochtergesellschaften. Sie bietet den kompletten Service rund um die Immobilie und steht für „Die ganze Vielfalt Berlins“. Alt- und Neu-Berlinerinnen und -Berliner, Menschen jeden Alters und aus aller Welt finden bei ihr Wohnungsangebote und Services für ihren ganz persönlichen Lebensstil. Dieses Angebot erweitert die Gewobag durch Ankauf und Neubau kontinuierlich; damit wächst die Gewobag dynamisch. Bis zum Jahr 2026 sollen mehr als 10.200 Wohnungen durch Neubau entstehen. Bei ihren Projekten bezieht die Gewobag Klimaschutzaspekte genauso ein wie die barrie-

rearme Ausführung und eine qualitätsvolle Architektur, die sich attraktiv in das bestehende Wohnumfeld einfügt. Zugleich investiert das Unternehmen in seinen Bestand und sorgt so für den Erhalt von qualitätsvollem und zeitgemäßem Wohnraum. Das Engagement der Gewobag geht weit über das Wohnen hinaus. Mit quartiersbezogenen kulturellen, sozialen und ökologischen Projekten fördert sie aktiv die Stadtteilentwicklung, intakte Nachbarschaften und Integration. Mit über 600 Beschäftigten gehört die Gewobag zu den großen kommunalen Arbeitgebern in Berlin. Sie ermöglicht es ihren Beschäftigten, sich entsprechend ihrer Fähigkeiten und persönlichen Lebenszyklen einzubringen. Jährliche Bedarfsanalysen berücksichtigen externe, interne und individuelle Rahmenbedingungen. Die Gewobag engagiert sich für eine lebenswerte, weltoffene und bunte Stadt – eben die ganze Vielfalt Berlins.

Projektbeteiligte: Projektleiter: Johannes Noske Gewobag MB

Bestandsmanagement Strategische Unternehmensentwicklung


Projektbeteiligte - SEHW Architektur

SEHW Architektur Nicht die Frage ob Stein oder Glas, Box oder Blob, Metall oder Holz, gerade oder rund treibt uns um, sondern die stete Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie wir Menschen in Zukunft leben werden und deren gestalterische Umsetzung. SEHW wurde 1996 gegründet und ist heute eine eingetragene Marke. Unter dem Dach der Marke existieren mehrere international tätige Unternehmen unterschiedlicher Rechtsform mit derzeit etwa 60 Mitarbeiter_innen an mehreren Standorten. In Berlin sind Hendrik Rieger und Prof. Xaver Egger als Geschäftsführer der SEHW Architektur GmbH aktiv.

Abb. 05

Inhaber Prof. Xaver Egger und Hendrik Rieger

Neben der originären Architektentätigkeit ist SEHW in den Bereichen Generalplanung und Projektentwicklung tätig. Schwerpunkte sind Gebäude öffentlicher Nutzung, meist als Ergebnis vorgeschalteter Architektenwettbewerbe, sowie Büros, Hotels und Retail etc. für private gewerbliche Bauherren, Investoren und Entwickler. In den vergangenen Jahren konnte SEHW zahlreiche Preise, Auszeichnungen und Wettbewerbsgewinne verzeichnen. Unter anderem wurden die Bildungsbauten von SEHW 2017 mit dem BUILD AWARD Best Educational Facility Design – Germany ausgezeichnet. 2018 bekam das Projekt Shared Living den AIT Award in der Sonderkategorie Wohnmodelle der Zukunft.

Projektbeteiligte: Prof. Xaver Egger Dipl. Ing. Achim Eilmsteiner Hanna Heber B.Sc 67


Impressum V. i. S. d. P.

Gewobag WohnungsbauAktiengesellschaft Berlin Josiette Honnef Leiterin Unternehmenskommunikation Alt-Moabit 101 A, 10559 Berlin

Technische Hochschule Wildau Prof. Dr. Bertil Haack

Herausgeber

Konzept | Gestaltung | Satz

Gewobag WohnungsbauAktiengesellschaft Berlin Alt Moabit 101 A, 10559 Berlin www.gewobag.de

SEHW Architektur GmbH Wikingerufer 7, 10555 Berlin

SEHW Architektur GmbH Wikingerufer 7, 10555 Berlin www.sehw-berlin.de Technische Hochschule Wildau Hochschulring 1, 15745 Wildau www.th-wildau.de Inhalte | Redaktion

SEHW Architektur Prof. Xaver Egger Dipl. Ing. Achim Eilmsteiner 68

Gewobag Johannes Noske

Druck

LASERLINE GmbH Scheringstr. 1, 13355 Berlin

04 Entwurf Abb. 03, 07, 11, 16 Architekturvisualisierung: www.thethird.de 05 Nachwort Abb. 01 Fotografie von Fotoagentur FOX 2018 Agenturleiter Uwe Völkner Abb. 02 Fotografie von Helena Apodaca

Bildnachweis

Abb. 03 Fotografie von Fotoagentur FOX 2018 Agenturleiter Uwe Völkner

01 Zielsetzung Abb. 01 Fotografie von Tina Merkau

Abb. 04 Fotografie von Tina Merkau

02 Analyse Abb. 06 - 13 Fotografie von Tina Merkau

Abb. 05 Fotografie von Sabine Winnemuth Alle Grafiken, Pläne und Skizzen von SEHW Architektur


Digitalisierung und digitale Transformation sind Stichwörter unserer Zeit. An der Technischen Hochschule Wildau hat sich der Kurs „IT Project Management“ des Bachelor-Studienganges „Europäisches Management“ mit aktuellen und zukünftigen Trends der IT-Branche auseinandergesetzt. Die Studierenden beschäftigten sich im Sommersemester 2018 mit der Berliner Wohnungswirtschaft, ihren Mieterinnen und Mietern und dem Einsatz der Digitalisierung in diesem Bereich. Zur Attraktivierung und Zukunftssicherung des Quartiers Quäkerstraße der Gewobag in Reinickendorf wurden Erkenntnisse für das Miteinander der Zukunft gewonnen und in neue innovative Ideen überführt. Die vielfältigen Lösungsansätze der Studierenden wurden durch das Berliner Architekturbüro SEHW für diese Broschüre noch weiter verdichtet, in städtebauliche Lösungsansätze übersetzt und dafür eine architektonische Sprache entwickelt.

Profile for SEHW Architektur

Digitale Transformation  

Digitale Features für das Wohnen - ein neues Paradigma für Mieter? Herausgeber: Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin, SEHW Archite...

Digitale Transformation  

Digitale Features für das Wohnen - ein neues Paradigma für Mieter? Herausgeber: Gewobag Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin, SEHW Archite...

Profile for sehw
Advertisement