SeeMagazin 2012

Page 1

JAHRESAUSGABE Nr. 8 2012 € 4,50

08 4 197540 504504

SeeMagazin Starnberger See / Ammersee

SeeMagazin Starnberger See / Ammersee

... FÜR EINHEIMISCHE UND GÄSTE

... FÜR EINHEIMISCHE UND GÄSTE

MEISTERLICH

Bootsbauer und ihre Traditionswerften BELIEBT

5

Jahre

JUBILÄUMSAUSGABE: MEHR TIPPS UND EIN GROSSES GEWINNSPIEL

Carin C. Tietze Julia Fischer Heio von Stetten AUTOREN-SPEZIAL

Der besondere Lesespaß

EXKLUSIV GEMALT

Die Lehrtafel der Vögel und Fische vom See

JAHRESAUSGABE 2012

www.seemagazin.de

+

EXTRA! MIT 4 POSTKARTEN

www.seemagazin.de


In Starnberg daheim. In der Welt erfolgreich.

Die ganze Welt der Domains. united-domains verwaltet bereits über 1 Mio. Domain-Namen. Unter www.united-domains.de können Sie Ihre Marke oder Ihren Unternehmensnamen mit nur einem Mausklick unter mehr als 150 Domain-Endungen kostenlos auf Verfügbarkeit überprüfen und registrieren.

Bestellen unter: www.united-domains.de

2 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


SEEMAGAZIN

E

/ Jahresausgabe 2012

ditorial

Als wir bei 250 Geschichten waren ... ... haben wir aufgehört zu zählen: Es waren so viele Reportagen, Porträts, Ausflüge in Natur, Historie und Kultur, literarische Erzählungen, akribisch recherchiertes Wissen und natürlich die großen Fotostrecken zu Land und Leuten sowie unzählige Tipps rund um den Starnberger See und Ammersee, die bis heute im SeeMagazin erschienen sind. „Zwei, drei Ausgaben höchstens, dann werden euch die Themen ausgehen“, wurden wir anfangs gewarnt. Und heute halten Sie unser 5-Jahre-Jubiläums-Magazin in den Händen – und das ist umfangreicher denn je. Ganz einfach aus Lust heraus und der Tatsache, dass es hier Sabine Schönmann und Elke Ross Herausgeberin und Leiterin Sales & Marketing eine regionale Info-Lücke gab, brachten wir dieses moderne Magazin im Mai 2007 zum allerersten Mal im großen Hochglanzformat heraus – für Einheimische und Gäste. Um den Blick zu schärfen für die Schönheit gegen allzu viel Selbstverständlichkeit, um das Gespräch zu fördern in und über unsere einmalige Seeregion. Wir haben Nachahmer gefunden, was wir als Kompliment sehen. Ansporn für uns ist jedoch viel mehr die große Resonanz unserer Leserinnen und Leser. Und die Tatsache, dass wir inzwischen bekannt sind wie ein bunter Hund oder besser gesagt, wie ein buntes lebensnahes Heft, das seine vielen Freunde im Mega-Kiosk des Münchner Flughafens ebenso findet wie am kleinsten Standl des Seeufers. Für Ihre Freundschaft danken wir herzlich und versprechen noch viel mehr Geschichten – hochwertig und mit vollem Engagement in Sachen Service, Anspruch und Qualität. Willkommen beim SeeMagazin!

Fotos: Jan Greune (2)

PS: Ein so ambitioniertes Magazin, das wir im Team um Redaktionsleiterin Barbara Kraus und unseren Artdirektoren Michael Darling und Andreas Meiler (Fotos v.l.n.r.) entwickeln, lebt auch von der Leidenschaft freier Mitarbeiter. Für ihre großartige Arbeit möchte ich heute neben allen Mitwirkenden besonders den Fotografen Peter von Felbert, Jan Greune und Ulrike Mertz danken sowie den Autorinnen Christine Schulz und Elke Reichart (weiter in der Reihe von links). Fast alle sind von Anfang an dabei. Merci, wie wir in Bayern sagen.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 3


INHALT

5 Jahre SeeMagazin und dazu 148 Seiten randvoll mit Geschichten, Bildern und einem großen Autoren-Extra

24 Luftaufnahmen von Jörg Bodenbender

46 94

16 Von Denver nach Ammerland Szenen eines Drehs mit Carin C. Tietze

22 Der Mensch und die Gans Anmerkung von Anton Hunger

24 Fünf schöne Jahre Ein Rückblick

AUTOREN-EXTRA 32 66 88 100 140

Milcheis von Ono Mothwurf Stadttag von Franziska Sperr Nachmittag eines Philosophen von Johano Strasser Nur bei schoenem Wetter von Pedro Silmon Oh wie schön ist früher ... von Christoph Peters

36 Absolut meisterlich rftn e w s o d a iT u n io g rR e d s

Vier V Traditionswerften aus a der Region

Tipps rund um den Starnberger See Tipps rund um den Ammersee

52 Im Seegespräch

102 Schiffsreise Der ungewöhnliche Transport der „MS Schondorf“

106 Feines Backwerk Köstliches von der jungen Konditorin Maria Pilch

Stargeigerin Julia Fischer

56 Vielflieger Tollkühn und akrobatisch

60 Wohnträume Neue Architektur von Nicolai Baehr

68 Drama bitte! Eine Fotogalerie von Edwin Kunz

76 Die da oben ... und die unten Vögel und Fische der Heimat

85 Nachgefragt bei Schauspieler Heio von Stetten

90 Chorsingen und Chinesisch Das Seminarhaus Buchenried

112 Wasser Eine poetische Fotogalerie von Peter von Felbert

118 Lizenz zum Retten Die Hundeführerin Claudia Wagner

122 Bücher vom See Neues und Naturklassiker

130 Extra! Postkarten Ein Jubiläumsgeschenk für Sie

132 Tapetenwechsel Drei besondere Ferienwohnungen

136 Gewinnspiel Tolle Preise für treue Leser

146 Impressum Alle Titelgeschichten farbig gekennzeichnet

76 4 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Fotos: Ulrike Mertz; Peter von Felbert (2); Dort-Hagenhausen-Verlag/Backen; Julia Wesely; Nicolai Baehr; Illustration: Enno Kleinert

Der perfekte Tag

06 Höhenflug


36

Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land Unser Service für Sie: Kartenvorverkauf – Schlossberghalle (Starnberg) – Roseninselserenaden – Jazz am See (Feldafing) – LEGO-Land (Günzburg) – Oberbayern Card – München Ticket (Deutsches Theater, Olympiahalle, -stadion, SEA LIFE etc.)

52 60

106

Touristische Informationen – Buchheim Museum – Museum Starnberger See – Kaiserin Elisabeth Museum – Ortsmuseum Tutzing – Orff-Museum – Natur-Erlebnistouren – Führungen in Starnberg – Ammersee Touren – Geführte Bustouren – Führungen Kloster Andechs (Kirche, Brauerei, Bierprobe) – Auf Sisis und Ludwigs Spuren – Schifffahrtspläne – Radeln und Wandern – Golf – Roseninselführungen – Archäologischer Park Herrsching – Veranstaltungskalender – Nordic Walking Park, 280 km mit 23 Routen vom Ammersee zum Starnberger See Zentrale Zimmervermittlung

140 Von Jan Greune, Fotograf aus Münsing, stammt unser Cover, aufgenommen am Sprungturm in Utting am Ammersee.

Natürlich freuen wir uns über Ihre Meinung zum Heft. Klicken Sie uns bitte an auf www.seemagazin.de. Sie finden dort die direkte Leitung zur Redaktion und ständig neue Tipps rund um den Ammer- und Starnberger See.

Tourist-Information Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land Wittelsbacherstraße 2c 82319 Starnberg Telefon: 08151 90600 Fax: 08151 906090 info@sta5.de www.sta5.de

Tourist-Information Herrsching Bahnhofplatz 3 82211 Herrsching Telefon: 08152 5227 Fax: 08152 40519 herrsching@sta5.de www.sta5.de

Mai – Oktober: Mo bis Fr 9.00 – 13.00 / 14.00 – 18.00 Uhr Sa 9.00 – 13.00 Uhr November – April: Mo bis Fr 10.00 – 16.00 Uhr www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 5

Januar – Dezember: Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr Mai – Oktober: Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr Sa 9.00 – 13.00 Uhr


LUFT & LEIdENScHAFT

/ Galerie Jörg Bodenbender

Höhenflug

Nein, nicht Südsee, nicht Karibik oder Malediven: Das ist der Blick auf die Osterseen! Der Pilot, Verleger und Fotograf Jörg Bodenbender zeigt uns das Fünf-Seen-Land mit Traumbildern aus der Vogelperspektive

6 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


47.47.15 N* 11.18.08 O Osterseen Dr. Jörg Bodenbender kommentiert: „Man wähnt sich in der Karibik, dabei ist man hier in Oberbayern, am großen Ostersee mit seinen idyllischen Inseln.“ *Hier immer die jeweiligen Flug-Koordinaten

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 7


LUFT & LEIdENScHAFT

/ Galerie Jörg Bodenbender

WöRTHSEE

Utting

PILSENSEE

Herrsching

Starnberg

AMMERSEE

Andechs Dießen

Roseninsel

Bitte anschnallen und den Rundflug genießen. Wir fliegen von den Osterseen via Starnberg bis Dießen. Es erwartet Sie ein Hochgenuss in ständig neuen Farben. Denn die Schönheit zeigt sich ganzjährig.

Ambach STARNBERGER SEE

Seeshaupt

OSTERSEEN

47.49.28 N 11.18.12 O

seeshaupt: „Der Winter verwandelt die Naturlandschaft rund um die Gemeinde Seeshaupt am Südufer des Starnberger Sees in eine faszinierende Welt aus Eis, Schnee und Wasser.“

8 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


47.51.28 N 11.20.10 O

ambach: „Leuchtende Herbstwälder säumen das Ostufer des Starnberger Sees. Im Vordergrund die Gemeinde Ambach.“


LUFT & LEIdENScHAFT

/ Galerie Jörg Bodenbender

48.00.00 N 11.20.35 O starnberg: „Die fantastische Lage am fünftgrößten See Deutschlands, die Nähe zu den Alpen im Süden und zu München im Nordosten, machen diese Stadt liebens- und lebenswert.“

10 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 11


LUFT & LEIdENScHAFT

/ Galerie Jörg Bodenbender

47.56.29 N 11.18.32 O

rOseninsel: „Farbenzauber an der Roseninsel. Die einzige Insel im Starnberger See ist beliebt aufgrund ihrer schönen Garten- und Parkanlagen und liegt umgeben von türkisblauen Flachwasserbereichen in der Feldafinger Bucht.“

47.58.27 N 11.11.00 O

andechs: „Auf dem heiligen Berg thront Kloster Andechs hoch über dem Ammersee. Ein erhabener Anblick auf das Eldorado für fromme und genussfreudige Pilger.“

12 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


47.59.42 N 11.10.09 O herrsching: „Hier fasziniert die einmalige Promenade entlang der Bucht. Im Hintergrund erkennt man den Pilsensee.“

48.03.45 N 11.10.46 O wörthsee: „An klaren Sommertagen sind die Wasserfarben am Wörthsee mit seiner Mausinsel vor dem Pilsensee und Ammersee einfach atemberaubend.“

Der fliegende Fotograf Jörg Bodenbender ist promovierter Klimaforscher, Verleger, Fotograf und Pilot. Und hier im Gespräch mit dem SeeMagazin über Naturschönheiten und das Geheimnis seiner aufregenden Luftfotografie

Ihre Aufnahmen geben eigentlich schon die Antwort, trotzdem: Was ist das Faszinierende am Fliegen? die Fliegerei bietet uns die Bewegung in einer weiteren dimension. Und zwar nicht nur in jede Richtung der Kompassrose, sondern auch ein Auf und Ab. Im tieferen Flug ergeben sich da Blicke auf feinste details und weiter oben in der Höhe eröffnet sich der große Überblick. Gerade im Gebirge ist das faszinierend – eben war man noch im Gebiet über lieblichen Almen im Tal, steigt dann schnell vorbei an schroffen Felsregionen und erreicht kurz darauf die gleißend weißen Gletscherwelten ...

Und welche sind das? demut und Ehrfurcht vor der Zerbrechlichkeit, aber auch vor der Vielfältigkeit, der Größe und der Schönheit unserer Welt. die Grundlage dafür liegt sicher in meinem Werdegang vom Natur- und Landschaftsinteressierten zum Biologen und Klimaforscher. Je weiter ich in die Naturwissenschaften eingestiegen bin, umso mehr stieg die Achtung vor deren Komplexität. Alles hängt in einem riesigen „Wunderwerk“ zusammen, und wir Menschen schrauben da ganz schön daran herum. Gerade das erschließt sich einem besonders aus der Vogelperspektive.

Können Sie sagen, was den Unterschied macht, wenn man die Welt von oben betrachtet? die Welt wird kleiner und der Blick weitet sich. du bekommst neue Einblicke auf Einzelheiten, kleine details, die am Boden nicht sichtbar sind. Oft sind die sehr schön, manchmal auch skurril. die Palette reicht von feinsten Strukturen in Natur und Kulturlandschaft bis zum Weitblick – und das oft gleichzeitig. So sehe ich über Kloster Andechs viele details der wunderschönen Klosteranlage und an klaren Tagen dazu den ganzen Alpenhauptkamm vom Großglockner in den Hohen Tauern bis zum Rätikon in der Schweiz. Ja, diese Eindrücke führen mich immer wieder zu Einsichten, die ich an exponierten und schönen Orten habe.

Welche Veränderungen konnten Sie in den letzten Jahren in der Seen-Region feststellen? Eigentlich nicht sehr viele, die üblichen baulichen Veränderungen da und dort. Tiefgreifender sind jedoch die Veränderungen in den Bergen. Hier werden mehr und mehr Hotels in die Wintersportgebiete gesetzt und dazu immer mehr Schneekanonen. Aber erschreckend deutlich ist der Rückgang der Gletscher, die vielen Felsabbrüche und Muren. Ihre Leidenschaft für das Fliegen und die Fotografie ... ... gehören unbedingt zusammen! Weil ich selbst Pilot bin, sitze ich auf Fotomission meistens allein im Flugzeug. denn die dau-

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 13


LUFT & LEIdENScHAFT

48.02.15 N 11.06.50 O utting: „Links erkennen Sie die Herrschinger Bucht, rechts den geschwungenen Uferbereich von Utting. Die Regenwolken ziehen mächtig Richtung Alpen.“

ernden Höhenwechsel und die vielen Kurven, oft ja über Stunden, vertragen nur die Allerwenigsten. Grundsätzlich funktioniert die fliegende Fotografie so: Zum Steuern des Flugzeugs um die Hochachse braucht man beide Füße. Zur Steuerung von Querund Längsachse braucht man eine Hand – bleibt fürs Fotografieren die andere Hand. Zur sauberen Kameraführung sind aber beide Hände notwendig, zumal es sich bei mir um eine Mittelformatkamera handelt, die recht groß und schwer ist. Also verwende ich beide Hände zum Fotografieren aus einem Schiebefenster und lenke das Flugzeug mit dem Steuerknüppel zwischen den Knien. Wenn es nötig ist, Klappen zu setzen, oder beim Motorsegler, Gas zu geben und ich außerdem aufpassen muss, dass ich nicht zu dicht an einem Berg bin, dann auch noch der Sprechfunk läuft ..., ich glaube, dann gebe ich manchmal eine komische Figur ab beim Multitasking. Aber es beobachtet mich ja Gott sei dank niemand. Sie kennen das Fünf-Seen-Land wie Ihre Westentasche. Was sind Ihre Lieblingsziele? das Zentrum des Fünf-Seen-Landes ist für mich Kloster Andechs und die wunderschöne Umgebung mit dem türkisblauen Wörthsee, dem dunkelblauen Pilsensee und der weiten Fläche des Ammersees. Aber auch der Starnberger See bietet tolle Eindrücke, wunderschön, die Roseninsel in der Feldafinger Bucht, umgeben von meerblauem Flachwasserbereich, der liebliche Karpfenwinkel bei Tutzing, das hübsche Bernried oder Starnberg selbst, mondän mit seinen vielen Segelbooten und den Fähren. Im Süden dann die zauberhafte Welt der mehr als 20 Osterseen und, und, und ...

47.56.52 N 11.06.12 O diessen: „Ein wunderbarer Blick auf das Südufer des Ammersees mit den beiden Einmündungsdeltas der Ammer und der alten Ammer, dahinter Dießen.“

da kann es in der Luft und bei der Landung schon mal richtig ungemütlich werden. Bei Aufnahmen am Matterhorn habe ich einmal eine echt eindrucksvolle Turbulenz-Erfahrung gemacht. Alles war schön entspannt, ich hatte die Schultergurte gelockert, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben fürs Fotografieren – dann kam die Turbulenz wie aus dem Nichts. Alles was nicht festgeschnallt war, flog durchs cockpit, ich klebte an der decke, während das Flugzeug mal eben 300 Höhenmeter runtergefallen ist. In solchen Momenten ist der Adrenalinspiegel dann nicht mehr allzu niedrig. Und was empfehlen Sie Menschen, die ein unvergessliches Erlebnis suchen? Natürlich nur bei gutem Wetter ... Mitfliegen!

DR. JöRg BoDEnBEnDER, geboren 1963 in gießen, lebt

Jörg Bodenbender . Jürgen Haferkamp

Traumlandschaften rund um das

Fünf-Seen-Land

seit 1990 in der nähe von garmisch-Partenkirchen. Der Klimaforscher hat im Jahr 1998 seine beiden Hobbys, Fotografie und Fliegen, zum Beruf gemacht. Sobald Wetter- und Lichtbedingungen stimmen, ist er mit dem Segelflugzeug oder Motorsegler in verschiedenen Alpenregionen unterwegs. Er zeigt die Schönheit und Faszination der Landschaften aus einzigartiger

Schon mal in eine brenzlige Situation gekommen? Wer viel fliegt, in dreißig Jahren so knappe 5 000 Flugstunden, hat auch schon viel da oben erlebt. Meistens hängt das mit dem Wetter zusammen, manchmal sind es technische Herausforderungen. Vor allem Wetterwechsel können einen in eine brenzlige Situation bringen. das passiert besonders schnell und am ausgeprägtesten in den Bergen. Auch wenn man im Flieger die Wetterfronten früher erkennt, kann einen das ganz schön zum Schwitzen bringen. Wie schnell sich ein Gewitter ausbreiten kann, hält man kaum für möglich. Eben noch wunderbar blauer Himmel und kein Wölkchen, dann plötzlich unsichtbare Böenwalzen, die den Kaltfronten oft Hunderte von Kilometer voraus marschieren.

14 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Perspektive, dokumentiert aber auch, wie sich der Alpenraum wandelt. Bekannt wurde er durch zahlreiche Fernsehbeiträge für den Bayerischen Rundfunk und durch Veröffentlichung seiner Bilder in Magazinen, Büchern sowie in seinen eigenen Kalendereditionen. Jörg Bodenbender führt ein umfangreiches Bildarchiv für Luftaufnahmen und präsentiert viele seiner gesammelten Eindrücke auch in eindrucksvollen Multivisionsshows. „Traumlandschaften rund um das Fünf-Seen-Land“ (39,80 €; ISBn 9783937319-71-1) ist ein hochwertiger Bildband-Reiseführer von Jörg Bodenbender mit Texten von Autor Jürgen Haferkamp und erscheint wie auch der Kalender 2013 „Traumlandschaften rund um das FünfSeen-Land“ (19,90 €; ISBn 9783937319-74-2) im Sommer 2012.


ScHLoSSguT oBERAMBAcH

Advertorial

Wo sich Natur und Luxus verbinden

d

as Fischerboot tuckert durch den Morgen, die Sonne lugt über Bergkuppen auf den Starnberger See. das Schlossgut Oberambach liegt auf einer Anhöhe am Ostufer inmitten von Grün und wird so sensibel wie umweltfreundlich bewirtschaftet. Schon bevor der Gast seine erste Massage im Vitalzentrum gebucht hat, setzt für ihn die Entschleunigung ein. Ruhe im Inneren, Ruhe im Äußeren, wieder durchatmen. Naturnahes Leben und nachhaltiges Genießen sind die Grundpfeiler des Hauskonzepts. Essen wie Getränke kommen zu 100 Prozent aus biologischem Anbau bzw. nachhaltiger Herstellung, jede Speise ist frisch und raffiniert zubereitet. das Hotel bietet auch für Vegetarier eine exzellente Küche. Bereits 16 Jahre vor der Entdeckung Amerikas wurde das Anwesen laut chronik erstmalig erwähnt. das Haus strahlt auch heute noch die Großzügigkeit der Jahrhunderte aus. Inhaber Andreas Schwabe ist gelernter Heilpraktiker und setzt seit 30 Jahren aus Überzeugung auf Bio. So betrieb er schon in den 1980er-Jahren in München Bioläden und einen Bioimbiss. Luxus und ökologisches Bewusstsein

sind auf dem Schlossgut Oberambach stilvoll miteinander verwoben: Schwimmteich, Sauna, Massagen, Schlosspark, 40 liebevoll und schadstofffrei gestaltete Zimmer, alles durchdacht und konsequent bis ins detail. Auch wer nicht übernachtet, ist herzlich willkommen. das Vitalzentrum bietet ein breit gefächertes Spektrum für Tagesgäste: Von Lomi-Lomi-Massagen, Shiatsu und Edelsteinmassagen bis Naturheilkunde. Und im Bio-Restaurant angekommen, macht so viel unbeschwerter Genuss nicht nur Appetit auf köstliche Gerichte, sondern auf das Leben selbst.

bio-hotel und Vitalzentrum schlossgut Oberambach Oberambach 1, 82541 Münsing Tel. 08177 93 23 www.schlossgut.de

StrahleN Sie Nich t Nur Oberflächlich

Frühjahrstipp für Ihre Zähne – weil sauber gesund ist! Wer möchte nicht mit schönen Zähnen und einem strahlenden Lächeln die ersten schönen Tage begrüßen? Jeder Mensch hat ein persönliches Risiko für eine Parodontitis. Durch eine regelmäßige und individuelle Prophylaxe in der Praxis wird der persönliche Gesundheitsfahrplan entwickelt: Parodontitis und Karies haben so gut wie keine Chance mehr. Unser Ziel ist es, Risiken rechtzeitig zu erkennen, zu minimieren und Zähne und Zahnfleisch dauerhaft gesund zu erhalten.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 15

Dr. med. dent. Thomas Walzer, Ludwigstr. 9, 82319 Starnberg, Tel. (08151) 125 38 www.dr-walzer.com


FILMREIF

/ See-Set

M체nsing-Szenen: Die Schauspieler carin c. Tietze, christian Tramitz und Helmfried von L체ttichau (v.l.) w채hrend der Dreharbeiten. Foto rechts: Entspannte Bootstour, fast privat. 16 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Von Denver nach Ammerland Geboren in Amerika, Jobs weltweit, daheim am Starnberger See: Für ihre Rolle in „Hubert und Staller“ kann die beliebte Schauspielerin carin c. Tietze mit dem Rad zum drehort fahren Fotos: Quirin Leppert Text: Patricia Wiede

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 17


FILMREIF

/ See-Set

„Ich brauche meinen Rückzug, Normalität. deshalb lebe ich so gerne hier am Starnberger See“

18 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Viel los im Laden: Während der Dreharbeiten war die Bäckerei graf in Ammerland ein Dreh- und Angelpunkt.

ie weiß noch genau, wie es sich anfühlte damals: Wie sie sich knallbunte Süßigkeiten aus den großen, glatten Bonbongläsern nehmen durfte und die Hand nach einer warmen, duftenden Brezn ausstreckte, die ihr die Verkäuferin über die Ladentheke herunterreichte. Wie die Sonne durch die großen Schaufenster hereinschien und ihre Strahlen auf die Regale mit den gestapelten Konservendosen, Nudelpackungen und Waschmittelflaschen warf. Wie warm und freundlich hier alles war. Heile Welt. Ein Kramerladen wie er im Buche steht. Und daran hat sich nichts geändert. die Bäckerei Graf in Ammerland in der Gemeinde Münsing am Ostufer des Starnberger Sees ist beinahe unverändert der Familienbetrieb, der er vor über 100 Jahren war, eine Institution in dem kleinen Ort, dorftreffpunkt, Oase der Heimeligkeit. Und carin c. Tietze spürt sie heute noch, fast 40 Jahre später, diese warmen, guten Gefühle, wenn sie den Laden betritt. Nur dass sich ihre Rolle geändert hat. Heute ist sie nicht mehr das achtjährige Mädchen, das mit der Mama die erste Radltour um den See und dabei Rast in der Bäckerei macht, sie ist die Bäckerin – oder vielmehr: die Schauspielerin, die im Krimi „Hubert und Staller“ jetzt die Verkäuferin Sabrina Rattlinger darstellt. Krimi, bei uns? Ja genau. Im vergangenen Jahr wurde mit „Hubert und Staller“ zwischen Wolfratshausen und Ammerland der bayerische Teil der ARd-Vorabend-Krimi-Reihe „Heiter bis tödlich“ gedreht. die dreharbeiten waren eine kleine Sensation. „Eine beschauliche Gemeinde am Starnberger See wird zur großen Bühne für eine neue ARd-Polizeiserie“, berichtete der Bayerische Rundfunk. Auch Münsings Bürgermeister Michael Grasl und sein Kollege aus Wolfratshausen, Helmut Forster, sahen den dreh als „ungeheure Bereicherung“ an, fanden es „hervorragend“, dass sich was rührt. Es geht um die beiden Streifenpolizisten Franz Hubert (christian Tramitz) und Johannes Staller (Helmfried von Lüttichau), die zwischen ihrer Polizeiwache am S-Bahnhof Wolfratshausen – ein zum drehort umfunktioniertes Betriebsgebäude der Bahn – und der Bäckerei Graf in Ammerland hin- und hertingeln, um Mord, Erpressung, drogenschmuggel, Entführung und dergleichen mehr in ihrem Gau aufzuklären. Mit den Fällen sind die beiden

S

Zeitensprung: Viele Kindheitserinnerungen spielen für carin c. Tietze eine wichtige Rolle während der Filmaufnahmen zu „Hubert & Staller“. Heute mimt sie die Verkäuferin in der Bäckerei.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 19


FILMREIF

/ See-Set

„Schauen Sie sich doch mal um hier. Könnte es eine schönere Kulisse geben?“ verträumten dorfbullen tendenziell überfordert, machen das aber durch ihre schräge Art zu ermitteln wieder wett. Bei der hübschen Bäckerin Sabrina Rattlinger alias carin c. Tietze trinken die beiden regelmäßig ihren Kaffee, essen dazu ein croissant, besprechen ganz in Ruhe die Lage und flirten mit der offenherzigen, zum Ratschen aufgelegten Verkäuferin. ür carin c. Tietze, das c. steht für christina, ist die Bäckerin eine kleine Rolle. Aber eine, die ihr richtig Spaß macht, schließlich fühlt sich die Schauspielerin wie daheim – sie lebt nur ein paar Kilometer nördlich von Ammerland in Assenhausen. Mit anderen Worten: ein dreh vor der Haustür. „Etwas, was es nur selten gibt und einfach toll ist“, sagt die 47-Jährige. So fährt sie morgens mit dem Fahrrad zum Set und trifft auch noch alte Bekannte, quasi Nachbarn. denn sowohl Oliver Mielke, der Regisseur und Autor der Krimiserie, als auch Produktionsleiter carli Morbach und natürlich Kollege christian Tramitz wohnen ebenfalls vor Ort, direkt in Münsing. Man ist befreundet. „Es ist ein bisschen so, als wären wir die Film-AG aus der Schule und sagen: Komm, lass uns nachher am See treffen und was drehen…“ Idealbedingungen in bekannter Umgebung und entspannter Atmosphäre. „da traut man sich mehr, kann improvisieren, sich die Bälle zuspielen“, beschreibt Tietze die Stimmung am Set. Auch Regisseur Mielke antwortet auf die Frage, warum er sich seine Heimatgemeinde als drehort ausgesucht hat, dass es einfach nichts Besseres gebe. „Schauen Sie sich doch mal um hier. Könnte es eine schönere Kulisse geben?“ Wohl kaum. doch zurück zu carin c. Tietze, die in der Rolle der naiven Bäckerin Sabrina Rattlinger ihr wunderbares komödiantisches Talent einbringen kann. die Mimin ist nämlich eine, die Quatsch liebt. das sagt sie selbst. Und das berichten andere über sie: Wie sie im Freundeskreis manchmal die ganze Runde mit ihren herrlich erzählten Witzen unterhält und überhaupt immer gute Laune verbreitet. doch die Komödie ist trotzdem nicht wirklich ihr Fach, beziehungsweise nicht ihr einziges. „Ich gehöre in keine Schublade“, sagt sie, „und das empfinde ich als großes Glück.“ Action, Krimi, Herzschmerz, Heimatfilm, drama, charakterfach, alles kann sie spielen und hat es schon gespielt.

F

20 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Ihren Rückzugsort ins normale Leben mit Familie und Freunden findet die vielbeschäftigte Schauspielerin am Starnberger See.

„Ich bin eine Art Mädchen für alles“, meint sie schmunzelnd. Andere hätten vielleicht ein Problem damit. carin nicht, sie erscheint uneitel, ist ein Kumpeltyp und für alles zu haben. Ihre Karriere begann 1987, als sie nach zwei Jahren Schauspielstudium in New York nach München zurückgekehrt war und zunächst in kleinen Theatern und dann in ersten Fernsehrollen spielte. Sönke Wortmanns Kinoerfolg „Allein unter Frauen“ (1991) war der durchbruch, danach kamen Kinofilme wie „Echte Kerle“ (1996) und „Helden und andere Feiglinge“ (1998). Im Fernsehen ist sie seit 1993 in unzähligen Produktionen zu sehen. Man kennt sie etwa aus „der Bulle von Tölz“, „Sperling“, „Alarm für cobra 11“, „Traumschiff“, „der Alte“, „Polizeiruf 110“, „der Winzerkönig“, „Ein Fall für zwei“, „Soko Leipzig“. Zusätzlich spricht sie synchron und macht Hörbücher. Gut im Geschäft nennt man das, volles Programm. Und um das nicht zu vergessen: das stemmt sie neben dem Familienleben mit ihrem Mann, dem Regisseur Florian Richter, und den beiden Kindern Lilly (15) und Fausto (11). „Powerfrau“ wird sie von den Medien deshalb auch gern tituliert, „rehäugige Powerfrau“… da grinst sie und rollt ein bisschen mit ihren großen braunen Augen. „Na ja, gut, lassen wir’s mal so stehen.“ Und fügt hinzu: „Ich hab zwar manchmal keine Power mehr, aber wenn man meinen Alltag so anschaut, den dichten Stundenplan, dann stimmt das wohl, ja. Ich bin ziemlich belastbar.“ Freunde sagen über sie: „Sie ist lebenslustig, lebensbejahend. Sie hat ihre Tiefen, ist ein kritischer Mensch, doch der Humor ist ihre Art, mit den dingen umzugehen.“


Im Dialog: carin c. Tietze am Drehort mit oliver Mielke, dem Regisseur von „Hubert und Staller“, und mit Autorin Patricia Wiede.

as Promileben hat die Schauspielerin nie besonders interessiert, sie wollte immer ihre Seele schützen. „Ich brauche meinen Rückzug, Normalität, Leute, die nichts mit der Filmwelt zu tun haben. deshalb lebe ich auch so gerne hier am Starnberger See.“ Nach Jahren in München ist Tietze vor gut 15 Jahren mit ihrer Familie nach Assenhausen gezogen. Es war eine Rückkehr, denn in Starnberg hatte sie ab dem 7. Lebensjahr ihre Kindheit verbracht. Zuvor lebte sie im amerikanischen denver, colorado, wo sie auch geboren wurde. Aber Starnberg ist und bleibt der Platz in der Welt, an dem sie verwurzelt ist. der See, die Berge, der Blick auf die Zugspitze. „Hier gehöre ich her“, sagt sie. „Wenn ich eine Weile weg bin, bekomme ich wahnsinnige Sehnsucht. dann muss ich schnell wieder heim.“ Zurück

D

von drehs in Südafrika, Neuseeland und Asien nach Hause, wo mit der Hilfe von Großeltern und Freunden immer alles perfekt durchorganisiert ist. carin Tietze liebt ihre Arbeit. „Seit ich vier war, wollte ich Schauspielerin werden“, erzählt sie. In ihrer Familie gab es dafür keine Vorbilder, ihre Eltern waren Lehrer an der International School in Percha. doch carin hat anderes gereizt. Es sei, als finde sie in anderen Figuren sich selbst, erklärt sie, jede Rolle eine persönliche Weiterentwicklung. Für sie ist Schauspielern wie Sport, nur würden eben Gefühle trainiert, nicht die Muskeln. Und schließlich: „Ich kann ja nur das“, erklärt sie ganz ohne Koketterie. Und so angenehm unaufgeregt steht sie auch als Sabrina Rattlinger in der Bäckerei Graf in Ammerland, und es entsteht dieses ganz spezielle Heimatgefühl.

Ihr Vermögen verdient ein Höchstmaß an Kompetenz, Erfahrung und individueller Beratung.

VR PrivateBanking

U

nser VR PrivateBanking basiert auf den genossenschaftlichen Grundwerten, die die VR Bank Starnberg-HerrschingLandsberg eG mit starken Partnern teilt. Nähe, Vertrauen,

Leistungsstärke, Qualität und Nachhaltigkeit geben Ihnen das gute Gefühl, Ihr Vermögen in den besten Händen zu wissen. Dabei kombiniert unser VR PrivateBanking Sicherheit und Unabhängigkeit der genossenschaftlichen FinanzGruppe mit der internationalen

Michaela Pischetsrieder Certified Financial Planner Telefon 08151 95 96 2-12

Leistungsfähigkeit der DZ PRIVATBANK. Und weil wir wissen, dass unsere Kunden sich gern an Menschen wenden, denen sie vertrauen, legen wir großen Wert auf den persönlichen Kontakt und individuelle Lösungen. Darauf können Sie sich verlassen: Wir orientieren uns ausschließlich an

Andreas Uffelmann

Ihren Interessen. Erst wenn unsere Finanzexperten Ihre Wünsche und Ziele genau kennen und verstehen, empfehlen wir Strategien, die

DIN geprüfter privater Finanzplaner Telefon 08151 77 9-126

langfristige und nachhaltige Erfolge garantieren. Denn bei uns stehen Werterhalt und ein gesundes Wachstum Ihres Vermögens im Vordergrund. Setzen Sie auf das Know-how und die langjährige Erfahrung vertrauter Gesichter, die Ihrem Vermögen in bewährter Qualität eine sichere Heimat

VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg eG Börsencenter Hauptstr. 21 82319 Starnberg vrbank@vrsta.de www.vrsta.de

geben. Für Sie - vor Ort - alles aus einer Hand!

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 21


NATUR

/ Berührung

der Mensch und die Gans – eine höchst ambivalente Beziehung Von Anton Hunger

Sie kommen sich immer näher: Der Badegast am Starnberger See und das Federvieh.

Sie ziehen einfach weiter, wenn der verkotete Rasen nicht mehr ausreichend Nahrung hergibt.

E

der Mensch aber will sich gerne am Wasser erholen und gerät deshalb in Konflikt mit dem Federvieh, das die Liegewiese als Futterplatz begreift. Futtern ginge ja noch. Aber die Natur hat es nun mal so eingerichtet, dass wer frisst auch scheißt. das gilt für Mensch wie Tier. Zwei Kilogramm Kot drückt eine Gans an nur einem Tag ab, aufgeteilt in etwa 150 Portionen. Aber während der Mensch für seine Notdurft Porzellan von Villeroy & Boch benutzt, bleiben Gänse und Enten auf Naturgras spezialisiert.

22 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Vermutlich liegt der Kern des Problems darin, dass Gänse und Enten nur in der kalten Jahreszeit verzehrt werden, wenn die Erholungssuchenden sich um den häuslichen Kamin scharen und die Natur in Ruhe lassen. da kommt man sich nicht in die Quere. Hätte man auch im Sommer Lust auf einen Gänsebraten, würde die Logik, dass die Nahrung für den einen den Tod des anderen bedeutet, wieder Oberhand gewinnen. Und Wildgänse sollen ja bekanntlich gut schmecken, sofern sie jung sind und ihre höchstmögliche Lebenserwartung von 40 Jahren noch nicht erreicht haben. dann wäre die Gans über das ganze Jahr ein knappes Gut und nicht erst an Weihnachten, als um den See herum und auch anderswo in Bayern das gefiederte Getier zugeteilt werden musste. Sicher, gemeint sind in erster Linie die Gänse aus der Hand des Züchters und nicht die freizügig lebenden. Aber auch die wild lebende Gattung eignet sich vorzüglich zum Gaumenkitzel.

Foto: Günter R. Müller / SZ-Photo

s ist eine unendliche Geschichte – die Beziehung des Menschen zum gefiederten Getier. Vor allem, wenn der eine das andere begehrt, wie in der Zeit von Martini bis Weihnachten, oder wenn die Gefiederten den Behaarten Konkurrenz machen, wie in der Zeit von Mai bis September. In der kälteren Periode wünscht sich der Mensch die Gans oder Ente im Backofen und hinterher knusprig gebraten auf dem Teller, an lauschigen Tagen stört ihn die Anwesenheit dieser opulenten Vögel auf der von ihm beanspruchten Liegewiese. dann wird es schnell ein Kampf um die besten Plätze. Und Handtücher auslegen, um besitzergreifend zu reservieren, hilft wenig. die Gänse können mit der menschlichen Textilsymbolik, bekannt aus den Hotelregionen von Antalya bis Teneriffa, nichts anfangen.

dieser Umstand schafft seltsame Konstellationen. Auf der einen Seite Mensch gegen Tier, auf der anderen Mensch gegen Mensch. Am Starnberger See jedenfalls verfallen Bewohner und Besucher alljährlich in einen regelrechten Glaubenskrieg: Tierschützer gegen Strand-Verlustierer, Gutmenschen gegen Bösmenschen. Schon des öfteren wurden Gänse vor den Augen der Badenden abgeschossen, was den Erholungssuchenden zwar ungeteilten Raum für Liegefreuden verschaffte, gleichwohl aber auch ein Trauma. Und den Tierschützern vor Zorn geschwollene Adern. Irgendeinen Tod muss aber jeder sterben: die Gans bezahlt entweder mit dem Leben oder der Erholungssuchende mit dem Gänsekot zwischen den Zehen.


Advertorial die Gans, wissenschaftlich auch „Anserina“ genannt oder lateinisch „Anser“, ist in Mitteleuropa vor allem als Graugans bekannt. Aus dieser Graugans domestizierten Züchter die Hausgans, die vorwiegend zu Martini oder zum hochheiligen Fest verspeist wird. Als Brutvogel ist sie in Bayern ursprünglich nicht beheimatet, eigentlich ein Eindringling. die meisten Arten brüten noch immer in der Arktis. doch das Land zwischen Spessart und Alpen, vor allem deren postkartenidyllische Gestade, scheint es ihnen angetan zu haben. Ihr Sexualtrieb ist besonders ausgeprägt, obwohl sie lebenslang monogam sind. Und so getrieben sorgen sie dafür, dass sie immer mehr werden und die Liegewiesen eines Tages ganz für sich allein beanspruchen. das Ergebnis: Eine Okkupation, auf die nicht einmal Bundeswehr-Strategen eine Antwort haben. Es bleibt also nur die Lösung, den wohlschmeckenden Genuss des Wildvogels zu bewerben. Eine besonders delikate Schwierigkeit entsteht nun dadurch, dass die gebratene Gans auf dem sommerlich gedeckten Gartentisch mit einer völlig anderen Gattung Mensch aneinandergerät. Es sind die Schlankheits-, Fitness oder sonstigen diätwahnsinnigen. Sie essen nur cholesterinarme Wurst, halbfette Margarine, nährwertfreien Käse – aber keine fetten Gänse und diese schon gar nicht im Sommer. Es ist die Sorte Mensch, die für ihr körperliches und seelisches Schicksal allein verantwortlich ist: Also keine Wirte oder Kunsthändler, keine begnadeten Köchinnen oder korpulenten Opernsängerinnen. Nein, es sind die neurotischen Untergewichtsfetischisten, diejenigen, die immer auf der Waage stehen und jedem erzählen, wie leicht sie sind. da sind die dicken erträglicher: Sie verraten niemandem ihr Gewicht. Aber die dicken liegen nicht auf der Wiese am See. Für sie hat die Gans eine eindeutige Bestimmung: die Befriedigung der Lust, sich mit Genuss zu mästen. Für die dünnen aber wird es eng. Entweder sie lernen, die wohltuende Wirkung des Gänsekots auf ihrem nackten Rücken oder zwischen den Zehen zu schätzen oder sie verbünden sich mit den Jägern. Vielleicht finden sie ja noch ein Verfahren der Vogel-Beseitigung, die keinen touristischen Schaden anrichtet, gewissermaßen eine sozial akzeptierte Lösung. Also, wie wär’s mit der vorsaisonalen oder frühmorgendlichen Jagd, wenn die Freizeitturtler noch nicht die Seeufer bevölkern? Und dann eine Jagd nur für die Nahrungsgewinnung und nicht für das kotfreie Sonnenanbeten? da hätten noch nicht einmal Tierschützer ein Problem – zumindest solange sie keine Vegetarier sind.

antOn hunger, 1948 im bayerischen Cham geboren, war 17 Jahre Kommunikationschef bei Porsche. Seit über 20 Jahren lebt der DiplomVolkswirt mit seiner Familie in Kempfenhausen und führt in Percha sein Kommunikationsbüro „publicita“. Anton Hunger ist Herausgeber mehrerer Bücher und erhielt Journalistenpreise. Er schrieb u.a. eine amüsant-aufschlussreiche „Gebrauchsanweisung für Schwaben“ (Piper Verlag).

oBERMAIER BÄDER & STEInWERKSTÄTTEn

Funktionalität und Luxusdesign

N

aturstein und alles, was Bäder schöner macht – nicht nur in München kennt man dazu die erste Adresse: Obermaier im Luitpoldblock am Maximiliansplatz. Seit vier Generationen entstehen in den eigenen Steinwerkstätten innovative Interiors nach Maß. Stilvolle Badkonzepte mit Sinn für Atmosphäre sind die Stärken des Familienunternehmens. die Brüder Josef und Fritz Obermaier führen heute das Traditionsunternehmen, das ihr Urgroßvater, ein Steinmetz, ursprünglich 1895 in Landshut gegründet hatte. Seinen familiären Mittelpunkt hat Josef Obermaier (im Foto rechts) in der Gemeinde Berg am Starnberger See gefunden. Im frisch gestalteten Showroom „Wellness Welten“ in München zeigen die Spezialisten wie modernes Baddesign aussehen kann: Großflächig verarbeiteter Schiefer wird mutig mit Leder und Glas kombiniert. die bodengleiche dusch-dampfkabine rückt ins Zentrum, die Armaturen sind mit großem Handwerkskönnen als individuelle Unikate angefertigt, ergonomisch geformte Badewannen werden neu positioniert – alles, damit Ihr Bad zum wertvollen Wohlfühlplatz wird. Bei Obermaier berät Sie ein kompetentes Team aus Handwerkern, Architekten, Sanitärtechnikern und designern. die perfekte Ausführung ist somit gewährleistet und wird international geschätzt. der großzügige Laden im Luitpoldblock bietet kreative Anregung für die Gestaltung von Wand und Böden sowie eine erlesene Auswahl an exklusiven Accessoires.

Obermaier bÄder & steinwerKstÄtten Maximiliansplatz 10, Luitpoldblock 80333 München Tel. 089 22 46 51 contact@obermaier.de, www.obermaier.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 23


/ Jubil채um

Fotos: fotolia (1)

SEEMAGAZIN

24 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


eJar! ön ch

5

sschöne Jahre!

„Ein Mausloch mit Grammophon“, „Seelenlandschaften“ oder „Schiffe ohne Hafen“ – das waren drei Geschichten aus der er ersten Ausgabe des SeeMagazins, das im Frühjahr 2007 an den Kiosk ging. Bis heute sind so viele dazugekommen – lustig, spannend, aufregend in Wort und Bild. Hier aufgeblättert nur als kleiner Rück- und Querblick, der aufzeigt: Ein hoher Anspruch und die Qualität machen das SeeMagazin so unverwechselbar.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 25


/ Jubiläum

Fotos: fotolia (1)

SEEMAGAZIN

Erinnern Sie sich? ... zum Beispiel an die wundervolle Bildergalerie von Bernd Römmelt, preisgekrönter Naturfotograf, die den Starnberger See in Morgenröte zeigte (Foto oben rechts)? An kleine literarische Perlen wie den Krimi „Für immer“ von Inge Löhnig, den sie exklusiv für das SeeMagazin schrieb? Oder an aufregende Fotoreportagen wie die einer Ballonfahrt, für die Fotograf Jan Greune auch artistisches Können bewies (Foto unten rechts)? Selbst der Redaktion des SeeMagazins fällt es schwer, eine Lieblingsliste aufzustellen, weil immer wieder spannende Geschichten folgen. 26 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 27


SEEMAGAZIN

Die attraktiven Seiten der Heimat

Eine köstliche Torte hat Maria Pilch für das Team des SeeMagazins zum 5-jährigen Jubiläum gebacken. Wir können sie leider nicht mit unseren Lesern teilen, dafür haben wir der Konditorin das Rezept abgebettelt. Für Sie auf Seite 110.

M 2012 2 28 SeeMagazin

Fotos: Christiane Hoffelner (1), Peter von Felbert (1)

Schönheit hat so viele Gesichter – ob sie sich nun im Brauchtum zeigt, in alten Handwerken oder ungewöhnlichen Menschen wie dem Maler Hannes Fritz, der sich nach indischen Jahren in Seeshaupt niederließ. Für andere zeigt sie sich noch eher auf Langlaufski oder in gewagter neuer Architektur.


Faszinierend

schönes

Haar!

www.sasa-purestyle.com Maximilianstr. 1 • 82319 Starnberg • 08151 - 91 85 60 Maximilianstr. 3 • 82319 Starnberg • 08151 - 55 90 60

Sendlinger Str. 26 • 80331 München • 089 - 23 22 58 66 Seestr. 7 • 82211 Herrsching • 08152 - 90 91 34

Hinterer Anger 338 A • 86899 Landsberg/Lech • 08191 - 428 40 40

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 29


Der perfekte Rahmen f端r Ihren Auftritt.

sehen & gesehen werden perchastr.3a 82335 berg T. 0 81 51 - 97 05 90 30 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

www.reitberger-optik.com


“ 5

SEHR ERLESEN

Noch eine schöne Überraschung zum fünften Geburtstag des SeeMagazins: Fünf Autoren mit je einem besonderen Text und ganz viel See-Bindung – ob sie nun in unserer Region leben, sich hier zu Hause fühlen oder interessiert auf Land & Leute blicken. Mal kriminell, melancholisch oder ungläubig – viel Freude beim Lesen!

32 Ono Mothwurf

Milcheis 66 Franziska Sperr

Stadttag 88 Johano Strasser

Nachmittag eines Philosophen 100 Pedro Silmon

Nur bei schoenem Wetter 140 Christoph Peters

Ochsenrennen

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 31


AUTOREN ExTRA

/ Jubiläum

Ono Mothwurf

Milcheis

A

ls er aufwachte, wusste er nicht, dass der kälteste Tag des Jahres angebrochen war. Ihn fröstelte. Er wusste auch nicht, dass er noch genau 15 Stunden und ein paar Minuten zu leben hatte. Gut, es war schon gestern kalt gewesen, unter minus 10 Grad, aber diesen Tag hatte er ja nun erwiesenermaßen überlebt. Also heute. der See lag unter einem Eisdeckel begraben, der von den Rändern her immer dicker wurde. Föhn war keiner in Sicht. da lag der Gedanke natürlich nahe, dass es auch heute kalt werden könnte. Eiskalt. Und mit Eis kannte er sich aus. Er wusste alles über champagnersorbet, über Mango-chili-Eis und, so trivial es auch klingen mochte, über Erdbeereis. Aber nicht irgendein Erdbeereis, sondern das perfekte Bio-Erdbeereis, die Kugel für 1,90 Euro. Vom Feinschmecker-Magazin im letzten Frühjahr als bestes Erdbeereis deutschlands ausgezeichnet. Mit diesem Ereignis war sein Geschäft vom Steigflug in einen Raketenstart übergegangen. Alle wollten Erdbeereis haben, er kam mit dem Ausbau der Produktion kaum nach. Zwei perfekte Sommer, zweimal fünf heiße Badewochen im Juli und August taten ein Übriges, um ihn zu einem bekannten Mann zu machen. Zu einem reichen, bekannten Mann.

das alles schien ihm Jahre her zu sein. der Sommer war weg. das Hochgefühl auch. Stattdessen fror der See zu. Alle 40 Jahre passierte das. Zuletzt bei seiner Geburt. Er nahm einen Schluck aus dem Kaffeebecher und ließ den Blick über die Seeshaupter Bucht gleiten. Es war nicht mehr auszumachen, wo das Land aufhörte und das gefrorene Wasser anfing. Eine durchgehende, weiße Fläche. Und darüber ein bleigrauer Himmel.

32 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Im Sommer konnte er den See überhaupt nicht sehen, sein Haus hatte keinen Seeblick, nicht einmal Teilseeblick, sondern nur Winterseeblick, wenn die bescheuerten Riesenbäume der Nachbarn endlich ihr Laub abgeworfen hatten. Aber er fühlte keinen Ärger auf seine Nachbarn. Was er fühlte, war Angst. Man hatte es entdeckt. Und bald würden es alle wissen. Wieder fröstelte ihn, er zog den Gürtel seines Bademantels enger, während er durch die Zweige auf den See starrte. Was war das für ein seltsames Licht, in St. Heinrich? dort drüben auf der Robinson-Insel? Ein roter, kleiner, heller Punkt leuchtete ihm von dort aus entgegen. Eis-Alex, wie man Alexander in Seeshaupt und dem ganzen Umland nannte, wandte den Kopf zur Seite und blickte auf die Wand hinter sich. Und auf einmal wusste er, was das für ein Punkt war. Reflexartig warf er sich auf den Boden. der rote Punkt blieb über ihm leicht zitternd an der Wand stehen. der rote Punkt eines Laser-Zielfernrohres. Alexander lag unter dem Fenster und dachte nach. Ausgeschlossen, dass jemand mit einem Gewehr quer über den See treffen würde. Zweieinhalb Kilometer, dafür braucht man schon einen Leopard-Panzer. So groß, dass deswegen ein Krieg angezettelt würde, war sein Geheimnis nun auch wieder nicht. Alexander beruhigte sich, der kurze Adrenalinschub hatte ihn erhitzt, jetzt spürte er die Kälte wieder, die durchs Fenster hereinströmte. Und er ärgerte sich über den verschütteten Kaffee, der seinen Bademantel bekleckert hatte. Er spähte über den Fensterrand, und da war es wieder. Ruhig und unverwandt leuchtete es rot zu ihm herüber. Eine Einladung mit einem Jagdgewehr, um eine alte Feindschaft aufzuwärmen? Von Johann? Seit acht Jahren hatte er nichts mehr von ihm gehört.

Programm. Um 7 Uhr abends war er bereits ausverkauft, an besonders schönen Tagen um sechs. dann füllte er die Kühlboxen noch einmal am alten Kiosk auf der Robinson-Insel auf, wo er sein Basislager hatte, um ein zweites Mal rauszufahren. An diesem Freitagnachmittag war Sylvia da. Sie stand mit ihren hochgekrempelten weißen, weiten Hosen und ihrem weißen Spaghettiträger-Top im flachen Wasser, um sich abzukühlen. Missmutig stapfte sie im Schlamm herum, schaukelte von links nach rechts, verlagerte das Gewicht vom linken auf den rechte Fuß, eigentlich fand sie den kalten Schlamm zwischen ihren Zehen eklig. Aber zurück ans Ufer wollte sie auch nicht, da stand Johann. das Ufer vor der Robinson-Insel, wie die Einheimischen die kleine Halbinsel getauft hatten, fiel so flach ab, dass man auch 50 Meter weiter draußen noch stehen konnte und den Grund unter den Füßen spürte. da stand sie nun, wie ein viel zu junger, viel zu hübscher Kurgast im Kneippbecken. Alexander sah sie schon von Weitem, als er aufs Ufer zu fuhr. Als weiße Gestalt auf spiegelnder Fläche hob sie sich vor dem dunklen, grünen Uferwäldchen gut ab. »Hallo, Fräulein Jesus, klappt’s heute nicht mit dem Überswasserlaufen?«, flachste Alexander sie im Vorbeifahren an. »Nicht so gut wie bei dir!«, gab sie nur matt zurück. Er kannte Sylvia vom Sehen, Johanns Eltern hatten den Kiosk auf der RobinsonInsel gepachtet. Alexander roch den Pulverdampf nach der Schlacht, der zwischen Johann und Sylvia in der Luft lag, als er die leeren Kühlboxen wieder auffüllte. Johann stand muffelig im Halbschatten der alten Eichen herum. »Was ist denn mit Euch los?«, fragte Alexander leichthin, während er die frischen Kühlakkus über seiner Ladung verteilte. Johann stöhnte: »Ach Weiber! Kein Bikini dabei, kein Badetuch, keine Liegedecke …« »… kein Picknickkorb, kein Prosecco, keine Musik«, ergänzte Alex. »du bist ein Anfänger, Hansl. Aber du lernst es schon noch. Servus, ich muss weiter!« Und sprang vom Ufer auf den Bug des langen Bootes, um zum Heck hin zu laufen. Mit einem leichten Ruck löste es sich vom Kiesufer und trieb rückwärts auf den See hinaus. Auf die Stelle zu, an der Sylvia stand. Er bückte sich. Nicht, um den Motor anzuschalten, sondern um die Sitzbank zu öffnen, unter der sich ein kleiner Stauraum verbarg. daraus holte er ein blauweiß gestreiftes Handtuch hervor und reichte es Sylvia. Sie schien kein bisschen überrascht zu sein. Anstatt das Handtuch zu nehmen, ergriff sie die Hand, die das Tuch hielt, und ließ sich aufs Boot ziehen. So leicht war das gewesen. So hatte es Alexander jedenfalls in Erinnerung. Johann hatte es naturgemäß ganz anders gesehen. Soweit man im Gegenlicht einer untergehenden Sonne, die den ganzen See in Brand setzt, überhaupt etwas erkennen kann. In seinen Augen hatte Alex ewig lange mit Sylvia geflirtet, bis er sie endlich dazu überredet hatte, auf eine kleine Fahrt mitzukommen. Aus der dann eine größere Fahrt wurde. Inklusive drei amouröser Zwischenstopps. Und die deshalb erst kurz nach halb zwölf endete.

Johann stöhnte: »Ach Weiber! Kein Bikini dabei, kein Badetuch, keine Liegedecke …«

Es war ein heißer Freitagnachmittag gewesen, damals, und die Münchener waren wie immer an das Ostufer des Sees geströmt, wo sie an den wilden Badeplätzen ihre Handtücher und ihre blassen Bürokörper ausgebreitet hatten. Nur die wenigsten hatten Verpflegung dabei. Alexander hatte sich nie darüber Gedanken gemacht, warum das so war. Waren die Münchener so spontan? Oder so unorganisiert? Zu einem richtig schönen Badeausflug gehörte doch eine richtig schöne Brotzeit. das wusste Alexander, seit er sechs war und mit seinen Eltern am alten AdAc-Badeplatz in St. Heinrich die Wochenenden eingeläutet hatte. Jeden schönen Freitag im Sommer waren sie da gewesen. Mit Stolz hatte er die neidischen Blicke registriert, als seine Mutter den Korb mit dem Abendessen ausgepackt und auf einer decke ausgebreitet hatte, wo sie dann im Sonnenuntergang tafelten, und schwammen und tafelten und schwammen, bis Alexander die Augen zufielen. Er hatte das nie vergessen. Und als Student ein gutes Geschäft draus gemacht. Alexander organisierte sich beim Simmerding in Leoni einen alten Fischerkahn, pflanzte ihm einen Elektromotor, eine Stereoanlage, einen großen bunten Almdudler-Sonnenschirm, eine Schiffsglocke und zehn Eisboxen ein, und klapperte als Fast-Food-Gondoliere alle Badeplätze von Seeshaupt bis Kempfenhausen ab. das Boot war so flach gebaut, dass er damit direkt ans Ufer fahren konnte, und so auch die für die Eiswägelchen unzugänglichsten Buchten erreichte. Sandwiches, Almdudler, Bier und Eis standen auf dem

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 33


AUTOREN ExTRA

/ Jubiläum

Aber nun waren sie verheiratet, Sylvia und Johann, und hatten aus dem Kiosk ein schmuckes, kleines Restaurant gemacht. Während Alex vom Semmel-Gondoliere zum Eisbaron aufgestiegen war. Rot blitzte es vom dach des Restaurants herüber. Rot? die Farbe der Liebe? Wollte Sylvia wieder etwas von ihm? Alexander hatte vorsichtig seinen Feldstecher geholt und spähte hinüber, wobei er vermied, den Laserstrahl direkt anzusehen. Es war Montag, heute hatte das Restaurant geschlossen, vielleicht war es gar keine schlechte Idee, Sylvia zu besuchen. Ein Klingeln an der Tür riss ihn aus seinen Träumen. der Postbote stand da und rollte verlegen mit den Augen. »Schon wieder?«, fragte Alexander. der Bote nickte nur und überreichte ihm ein leeres, flaches Päckchen. Ein Milchpäckchen. Ordnungsgemäß abgestempelt, im Postamt 83646 Bad Tölz. Als Absender stand wie immer B. Bauer, Bergbauernweg 1, Tölz auf dem Paket. »Wieso verschickt einer aus Bad Tölz ein Päckchen mit holländischer H-Milch?«, fragte der Postbote noch, da hatte sich Alexander schon umgedreht und die Tür zugeknallt.

»Wie kriegen wir den vor dem nächsten Frühling wieder raus?« »Ich hab schon die Feuerwehr angefordert, wenn die Spurensicherung weg ist, können sie ihn mit der Heizkanone auftauen.« »Gut. Aber frag lieber vorher bei der Gerichtsmedizin nach, ob die was dagegen haben, wenn wir ihn grillen.« »Okay«, meinte Schallinger, der das offensichtlich für einen berechtigten Einwand hielt und sein Telefon zückte. Wondrak kniete sich neben den Toten hin und untersuchte das Eis. »Wieso ist denn das so weiß?« Rund um den Toten war ein etwa zwei Meter großer Fleck, kreisrund und milchig-weiß. »Sieht aus, als würde der Eisbaron im Milchsee sitzen.« der Hof war ganz einfach zu finden. Er war gut ausgeschildert. Je näher man kam, umso höher wurde die Schilderdichte. ›Gute Preise für gute Milch!‹ ›Stirbt der Milchbauer, stirbt das Land!‹ ›20 cent sind zu wenig!‹ der Bauer Naglinger war im ganzen Land bekannt für seinen Kampf um einen fairen Milchpreis. Im vergangenen Sommer hatte er gemeinsam mit anderen Bauernkriegern ein paar Millionen Liter Milch mit Gülleanhängern auf den Feldern verteilt. danach war er nach Brüssel gereist, hatte vor dem Gebäude der EU-Kommission einen Scheiterhaufen errichtet und ihn dann mit Milch gelöscht. Mit symbolträchtigen Inszenierungen kannte er sich aus.

Ist es cool, Gen-Milch als Bio-Milch zu verkaufen? Nein, es ist tödlich.

Es war ein strahlend sonniger Tag. der erste nach einer Woche Nebel. Vorsichtig betrat Wondrak die Eisfläche. »Sie brauchen keine Angst haben, Herr Kommissar, der See ist bis zum Boden zugefroren!«, begrüßte ihn Schallinger, ein junger Polizist aus Penzberg. »Sehr witzig. der See ist bekanntlich 120 Meter tief.« »Ja, aber nicht hier. Hier ist er nur so tief, wie das Eis dick ist. Einen halben Meter.« Wondrak ging auf den steifgefrorenen Körper zu. »Aha. Und wen haben wir hier?« »Alexander Schnitzer, den Eisbaron von Seeshaupt.« Wondrak runzelte die Stirn. »Eisbaron? Ihr Humor ist erfrischend. Mir vergeht der Spaß immer, wenn ich mich auf Eis bewege. Egal, ob auf dickem oder dünnem Eis.« »Sie kennen den Eis-Alex nicht? da entgeht Ihnen was. Oder besser gesagt: da ist Ihnen etwas entgangen. der macht doch das beste Eis weit und breit! Kein Witz!« Wondrak rieb seine behandschuhten Hände aneinander. Eher eine Geste der Verlegenheit, als der Wärmeerzeugung. »Oh, eine Bildungslücke«, gestand er.

Man muss sich die Bühne für dieses kriminalistische Fachgespräch so vorstellen: Am Himmel: eine strahlende Sonne auf blauem Winterhimmel. Am Boden: eine dunkle, glatte Eisfläche. Am Ufer: das rot-weiße Absperrband der Polizei. dahinter: die vom Lokalradio angelockte gaffende Menge. davor: Kommissar Wondrak und der junge Polizist Schallinger. Im Mittelpunkt: eine steifgefrorene Leiche, die auf einem Strohballen sitzt und auf den See hinausschaut. Geknebelt. Mit nackten Füßen. Bis zu den Knöcheln im Eis festgefroren.

34 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

»Herr Naglinger, wo waren Sie vorgestern Abend?«, fragte Wondrak. »da war ich ab sieben bei der Vereinssitzung. Ab zwölf bei meiner Frau im Bett und ab 5 Uhr morgens im Stall. Fragen Sie meine Kühe.« »Kennen Sie den Alexander Schnitzer aus Seeshaupt?« »den Eis-Alex, den Eiszapfen, den traurigen? Ja, klar. Aber meinen Sie, dass ich oder irgendwer anderer den Bauern kennt, von dem der seine Bio-Milch hat? Naa! der sitzt nämlich in Italien oder Holland. Und schreibt Bio auf seine Industriedrecksmilch drauf, die er sich billig irgendwo zusammenkauft.« »Reicht das als Mordmotiv?«, fragte Wondrak geradeheraus. Naglinger grinste Wondrak entspannt an: »Mord – geh, Herr Kommissar! Meine Hochachtung vor der Kreatur schließt nicht nur Kühe und Schweine, sondern auch Milchpanscher, Wirtschaftskriminelle und andere Arschlöcher ein.« »Kann sein. Aber jetzt sind wir schon hier, da ist der durchsuchungsbeschluss, wir schauen uns mal um, vielleicht finden wir ja einen Strohhalm, der in unser dNA-Puzzlespiel passt.« Nichts passte in irgendein Puzzlespiel. Weder Naglinger noch Johann oder Sylvia noch sonst jemandem war das Geringste nachzuweisen. das Milcheis, das Eis-Alex festgehalten hatte, bis er erfroren war, bestand aus billigster Supermarktmilch, so viel hatten die Spurensicherer herausgefunden. Alexander Schnitzer war betäubt worden, danach hatte man ein Loch ins Eis geschlagen, seine nackten Füße hineingestellt, Milch hineingegossen, ihn auf den Strohballen gebunden und gewartet, bis er festgefroren war. Mindestens zwei Täter hatte es dafür gebraucht, vermuteten die Ermittler. Und von keinem der zwei oder drei Milchmörder war auch nur die kleinste Spur zu entdecken.


Das Milcheis hatte sich längst in den Fluten des Sees aufgelöst als bei den Privatadressen der zehn größten Milchbarone Europas zeitgleich eine E-Mail einging. Es war eine Nachtaufnahme von dem barfüßigen, tiefgekühlten Alex auf dem Eis vor der Robinson-Insel, losgeschickt aus einem Internetcafé in Tutzing. Mit der unmissverständlichen Botschaft versehen: ›Ist es cool, Gen-Milch als Bio-Milch zu verkaufen? Nein, es ist tödlich.‹ Unterschrieben war die Mail mit: ›M.I.L.K Militante Internationale Laktotische Kampftruppe‹ Wie bedrohlich dieses knappe Schreiben wirklich war, zeigte sich erst, als die aufgeschreckten Milchbarone die jeweiligen Sicherheitsdienste ihrer Länder eingeschaltet hatten. Denn bei der elektronischen Spurensuche nach dem Absender der Mail, entdeckte jeder eine verräterische, kleine digitale Signatur im Foto, die scheinbar unbeabsichtigt den Besitzer der Kamera oder zumindest ihren Standort verriet. Es dauerte nicht lange, da hatte jeder Milchbaron seinen ärgsten Konkurrenten in Verdacht. Und bei Kommissar Wondrak stand das Telefon nicht mehr still. »Das versteh ich nicht«, sagte Wondrak in einer Telefonpause zu Nick, dem Computerspezialisten im Kommissariat, »hat sich der holländische Milchbaron erst unseren Seeshaupter Eisfabrikanten vorgeknöpft und nun terrorisiert er mit dem Foto des Toten seinen deutschen Konkurrenten, oder wie muss ich mir das vorstellen?« »Zumindest soll der deutsche Milchbaron glauben, dass ihn der Holländer terrorisiert. Aber der Holländer fühlt sich ja genauso bedroht.« »Von wem?«, fragte Wondrak. Nick blickte auf einen kleinen Netzplan mit zehn Namen und 20 Pfeilen, den er sich gezeichnet hatte. »Jeder Milchbaron hat auf seinem Foto eine andere Signatur. Sie ist nur von Experten zu finden. Und sie sieht aus, als hätte jemand versucht, die Signatur zu löschen, das ist wirklich kunstvoll gebaut. Deshalb fühlt sich nun der Holländer vom Österreicher bedroht, der Italiener vom Belgier, der Belgier vom Franzosen und so weiter.

Respekt, das war richtig viel Arbeit. Und deshalb sind auch alle drauf reingefallen.« »Raffiniert. Und wozu? Um die Milchpanscher vom Panschen abzuhalten?« Nick hob den Becher Buttermilch, aus dem er gerade einen Schluck getrunken hatte, vor seine Augen und blickte ihn nachdenklich an. ›Bio Buttermilch‹ stand drauf. Wenn’s kompliziert wird, stellte Wondrak immer die einfachste Frage: »Wem nützt’s?« Wondrak hob den Telefonhörer ab, um seinen Chef anzurufen. »Servus Stürmer, in der Mordsache Alexander Schnitzer brauchen wir noch ein bisschen Zeit.« »Wie lange?« »Ein Jahr vermutlich.« Gut zwölf Monate später saß ihm Viktor Eliasson gegenüber, der Chef der Bio-Regiomilch AG aus Bad Tölz. Er war als Sieger einer erbitterten europäischen Milch-Übernahmeschlacht hervorgegangen. Während die meisten anderen Milchbarone (vielleicht unter dem Eindruck einer mysteriösen E-Mail?) ihre Kapazitäten verringert und sich einen Qualitätskurs verordnet hatten, konnte Eliasson die freiwerdenden Milch-Kapazitäten in ganz Europa aufkaufen. Mit der idyllischen grünweißen Verpackung, die bayrische Voralpenmilch suggerierte, hatte er den Preiskampf daraufhin so verschärft, dass seine Konkurrenten nicht mehr mithalten konnten. Zwei von ihnen hatte Eliasson bereits aufgekauft. Aus diesem Grund kam ihm Wondrak auf die Spur. Erst fängt man die Hand, dann den Kopf. Zuerst hatte der IT-Experte, der die E-Mails für ihn präpariert und verschickt hatte, im Rahmen eines Zeugenschutzprogrammes alles erzählt. Und jetzt war also Eliasson dran. »Warum ausgerechnet Alexander Schnitzer?«, fragte Wondrak. Eliasson wurde nun seit sechs Stunden ununterbrochen verhört. Nach vier Stunden hatte sein Anwalt zwar gesundheitliche Bedenken geäußert, doch Wondrak hatte schmunzelnd abgewunken. Mit Hinweis auf einen Artikel in einer Wirtschaftszeitung, in der Eliasson als konditionsstarker Verhandler gefeiert wurde, der seine Gegner schon mal neun Stunden nonstop am Sitzungstisch festhielt. Viktor Eliasson war müde. Er ließ seinen Blick aus dem Fenster gleiten. »Es ist lange her. Acht oder neun Jahre. Wir waren zum Segeln auf dem Starnberger See. Ich hatte Gäste. Uns war der Prosecco ausgegangen und da sind wir zu diesem kleinen Boot mit dem Sonnenschirm gefahren und wollten ihm was abkaufen. Und da sagte der junge Mistkerl nur frech: ›An Schiffe über zwölf Meter mit eigenem Kühlschrank verkaufe ich prinzipiell nichts.‹«

ONO MOTHWURF Seine Krimis tragen Titel wie „Taubendreck“ oder „Werbevoodoo“ und beweisen neben Spannung und Lokalkolorit, dass Ono Mothwurf als Autor nicht im Wolkenkuckucksheim sitzt, sondern mitten im modernen Leben. Der Österreicher, 1963 in Traun geboren, studierte an der Fachschule für Wirtschaftswerbung in Wien, arbeitete als Redakteur beim SURF-Magazin und als Texter für verschiedene Werbeagenturen. Außerdem ist er Mitglied im Art Directors Club Deutschland. Mit seiner Frau und drei Söhnen lebt er im Landkreis Starnberg. Beide oben genannten Krimis und die Kurzgeschichte aus der Sammlung „Tod am Starnberger See“, herausgegeben von Sabine Thomas, sind im Gmeiner-Verlag erschienen.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 35


HANdWERK

/ Werften

Absolut meisterlich EIN WERKSTATTBESUcH BEI Vier K端nstlern des bOOtsbaus: THOMAS KOHLScHOVSKy, cHRISTIAN GALLAScH, ERNST SIMMERDING UND MARKUS GLAS (IM UHRzEIGERSINN) Fotos: Peter von Felbert Text: Karin Lochner

36 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Pr채chtig: Ein 30-qm-Sch채renkreuzer aus dem Jahr 1962, der bei Thomas Kohlschovsky restauriert wurde und jetzt wieder am Starnberger See ankert. www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 37


HANdWERK

/ Werften Viel Platz und feinste Präzisionsarbeit: Die „Markus glas Bootswerft“ am Seeweg in PöckingPossenhofen ist das Revier des bekannten Drachenseglers Markus glas.

Der Weltmeister Markus Glas in Pöcking

S

eile und Knoten gibt es im Überfluss, daneben Farbkanister, große und kleine, Pyramiden davon lehnen in wackligem Aufbau aneinander. die Werkstatt ist eine große Halle, lichtdurchflutet, sie liegt nur wenige Meter vom Seeufer entfernt. Es riecht nach öl, Sägespäne und Lack. Mehrere Farbschichten überziehen den Boden wie ein Bild von Jackson Pollock, dem amerikanischen Maler, der mit seiner wilden Tropfentechnik berühmt wurde. Hier stammt es von vierzig Jahre Schiffsbau in Pöcking. Bootsbauer Markus Glas, 57, bearbeitet die Fugen eines Mahagoni-decks mit einem Stemmeisen, das eher in eine Uhrmacherwerkstatt passen würde, so filigran wirkt es. Alle Fugen müssen später beim Ausgießen mit Gummi exakt die gleiche Breite haben. Bootsbau ist schwierige Präzisionsarbeit, es gibt ja kaum einen rechten Winkel. Aus dem Radio orgeln – und das ist jetzt kein dichterlatein – die letzten Töne von „Sailing“, dem Allsegler-Song von Rod Stewart. Mit drei Generationen Markus Glas kann die bekannte Werft aufwarten. Markus, der Erste, war gelernter Wagner und begann mit dem Bau kleinerer Beiboote, Fischerkähne und Jollenkreuzer. Mit Markus, dem Zweiten, kam der Bau von cruising- und Rennmotorbooten hinzu. dann brachen die goldenen Zeiten des heute 83-Jährigen ein. die Ära der Rennboote auf Binnengewässern war zu Ende. Sohn Markus Glas, der dritte, hat sich erst einen Namen als Supersegler gemacht. Er war Weltmeister im drachen, holte fünf Europameister- und zwölf Titel als deutscher Meister. Als Bootsbauer hat der champion die Klassiker unter den Bootsklassen modernisiert und wieder zum Leben erweckt. Seine Medaillensammlung wirkte sich günstig auf die Auftragslage aus und war Grundstein für den Bau von mehr als 200 drachen, die europaweit verkauft wurden. dass es auf dem Starnberger See die größte drachenflotte weltweit gibt, ist auch sein Verdienst. Besonders stolz ist der Ex-Weltmeister auf die „L95“, ein majestätisches Segelschiff für die Binnenreviere, das auf die Zeiten Kaiser Wilhelms zurückgeht. Geduldig erklärt Markus Glas dem Besucher die Unterschiede der Kielarten. Und wie es aussieht, schicken sich seine Söhne Maximilian und dominik an, in die Fußstapfen des champs zu steigen. die vierte Generation im Boots-Meisterhaus. Um das zu erkennen, braucht es noch nicht einmal den Blick auf die vielen Trophäen und Meisterbriefe.

38 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 39


HANdWERK

/ Werften

Der Traditionalist

1910 war die Werft vom großvater des heutigen Besitzers Ernst Simmerding aufgebaut worden. Sein Herz schlägt für Klassiker und oldtimer, die bei ihm auch restauriert werden.

Ernst Simmerding in Leoni in Prachtstück wird in Leoni zu Wasser gelassen. Edle Mahagoni-Ausstattung, Elektromotor und HightechRumpf. die Sonne wärmt mit zarten Frühlingstemperaturen und der Starnberger See plätschert, als ob er die schönste Postkartenidylle dazu abgeben müsste. Ernst Simmerding, 58, fährt langsam mit seinen Fingern über das glänzende deck des Bootes. Seine buschigen Augenbrauen spiegeln sich im blank polierten Holz. Unter dem Namen „Simmerding classicline“ baut die Werft solche Elektroboote in Kleinserien. Auch Liebhaber klassischer Holzboote und alter Yachten mit Flair kommen in die Werft nach Leoni. Vor einem Vierteljahrhundert übernahm Ernst Simmerding, der eigentlich Berufsfischer ist und zusätzlich Forstwissenschaften studiert hat, die Traditionswerft von seinem Vater. dass er nach dem Studium als Beamter in einem staubigen Büro über Akten zum Thema Holz vertrocknen könnte, darauf hatte der junge Ernst keine Lust. die direkte Arbeit mit dem lebendigen Material kam seinem Naturell viel näher. 1910 war die Werft in Starnberg von Simmerdings Großvater gegründet worden. Nach einem Brand verlegte man den Betrieb ins bisherige Winterlager an das Ostufer des Starnberger Sees nach Leoni. 75 Angestellte hatte der Großvater seinerzeit. Ernst Simmerding breitet die Arme aus. Überhaupt waren es Hoch-Zeiten für die alteingesessene Starnberger Familie. Man baute Holz-Yachten und Motorboote

E

40 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

und betrieb sogar eine private Linienschifffahrt. Veränderungen im Bootsbau haben den Familienbetrieb dann immer wieder gefordert. In den 1960er-Jahren baute Ernst Simmerdings Vater noch Motorboote aus Mahagoni und Jollenkreuzer. Zehn Jahre später kam die Ära der Kunststoffboote aus der Fabrik, die billiger waren als handgearbeitete Meisterwerke. doch gerade für diese Oldtimer schlägt Ernst Simmerdings Herz von Kindesbeinen an. „da riecht man einen Hauch Moder und beim Segeln knarzt es“, erklärt er lachend, bis sein Pferdeschwanz wippt. das Restaurieren ist heute ein Schwerpunkt der Werft mit seinen vier Mitarbeitern. Neue Boote wie das Elektroboot, das heute seine Wassertaufe hat, werden aber ebenso gebaut. das dritte Standbein der Werft ist die Vermietung von Liegeplätzen und das „Einwintern“ der Boote. denn vom 1. November bis zum 31. März ist ein großer Teil des Sees Vogelschutzgebiet und darf nicht befahren werden. Ernst Simmerding kehrt zurück in die Werkstatt und bereitet die Bootsübergabe vor. Handbuch, Taue und Vertrag liegen bereit. Über Simmerdings computer schaut der junge König Ludwig interessiert aus seinem Rahmen herab. die Käufer kommen und sind vom Fleck weg begeistert von ihrem Elektroboot im Nostalgie-Gewand. Höchste Zeit, dass der Bootsbauer jetzt selbst aufs Wasser kommt. drei bis vier Oldtimer-Regatten fährt er jedes Jahr. Er blickt auf den See, winkt dem Ehepaar zu und ein Seebärlächeln lässt viele kleine Falten um seine Augen tanzen.


„Es ist unmöglich zweimal in den selben Fluss zu springen“ sagte schon Heraklit

Buch,176 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag. Format 25 x 25cm. 39,90€€ Erscheint Mitte Juni 2012 Verlag Atelier im Bauernhaus

Kalender „Seeflimmern 2013“ Format 50 x 70cm, 39,90 € Erscheint Herbst 2012 ArsVivendi Verlag

M

it Beiträgen namhaften Schrifsteller, die alle eine starke Affinität zum See haben.

Herbert Achternbusch Josef Brustmann Andreas Albrecht Gert Heidenreich Friedrich Ani Michael Krüger John Berger Philipp Luidl Josef Bierbichler Reiner Luyken Irina Breitenstein Albert Ostermaier

Tilman Spengler Cornelia Stöckmann Johano Strasser und Jan Weiler

E

dwin Kunz zeigt den Starnberger See wie ihn kaum jemand gesehen hat. Ein Jahr und einen Tag begleitet der Fotograf das Gewässer und verleit ihm in seinen Bildern facettenreiche Gesichter. Von stürmisch bis sonnendurchflutet, bei Gewitter und in Nebel gehüllt, im Abendlicht oder eben - wenn es flimmert. „Kein Tag ist gleich im Leben, kein Tag am See gleicht dem anderen“ erklärt Edwin Kunz. nter www. edwin-kunz.de finden sie unter „Downloads“ eine Voransicht des kompletten Buches und auf der Seite weitere Bilder des Künstlers.

U P

arallel hierzu gibt der ArsVivendi Verlag im Herbst 2012 einen Großformatkalender unter dem Titel „Seeflimmern 2013“ heraus. Gerne werden Vorbestellungen für Buch und Kalender entgegen genommen. Selbstverständlich signiert der Künstler ihr Buch, wenn sie wünschen. Firmenkundenrabatte für Buch und Kalender auf Anfrage. Sie erhalten eine E-Mail: ek @ edwin-kunz.de Rechnung mit www.edwin-kunz.de W Web: ausgewiesener www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 41 Tel: 08151 953005 MwSt.


HANdWERK

/ Werften

Der Gala-Bootsmann Thomas Kohlschovsky in Tutzing eun Uhr morgens, Sonnenschein, zwanzig Grad, Windstärke vier, perfektes Segelwetter. Gerne wäre Thomas Kohlschovsky jetzt auf dem See. Sein persönliches Glück auf dem Wasser besitzt ein weißes Großsegel, einen bunten Spinnaker und heißt „Pantarhei“. dieser drachen stammt aus demselben Baujahr wie er selber, ist also fast fünfzig Jahre alt. Im Moment aber steht Thomas Kohlschovsky seit anderthalb Stunden wie seine beiden Gesellen und zwei Lehrbuben an der Werkbank. Sie sägen, bohren, schleifen, leimen. Seit 25 Jahren ist er nun Bootsbaumeister, seit fast zwei Jahrzehnten hat er seine eigene Werft. Zuerst lag die im deutschen Touring Yachtclub in Tutzing. Als sie zu klein wurde, zog er in die Ortsmitte und übernahm eine 500 Quadratmeter große Schreinerei für seinen Bootsbau. Holzstaub wirbelt durch die Luft. Ein Kran, der vier Tonnen packen kann, schwebt von der decke. die beiden Säulen, die ihn flankieren, sind mit bayerischen Rauten bemalt. Mahagonifurnier, Eichenspanten, Teakholzplatten, Zedernbalken lagern daneben. die Edelhölzer sind bestimmt für „Lugger“, ein segelbares Ru-

N

42 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

derboot von vier Meter Länge. Im Angebot hat die Werft auch Segelkanus wie sie um die vorletzte Jahrhundertwende in Frankreich und England beliebt waren. Man kann sich von Thomas Kohlschovsky ebenso einen canadier bauen lassen, ein gemütliches Familienkanu, kippstabil und auf eine ruhige Schwimmlage ausgerichtet, oder ein E-Boot. Ein großer Teil der Arbeit in der Werft ist jedoch das Renovieren von Schiffstypen aller Art, angeboten wird auch das „Einwintern“. Zusätzlich realisiert er mit seiner traditionellen Schiffsbautechnik ausgefallene Kundenwünsche, etwa für das Bad oder den Wellnessbereich. das Flagschiff der Tutzinger Werft aber ist die „Galaxy“, ein eleganter daysailor mit Liftkielsystem. Wenn der Bootsbauer über dieses Traumschiff spricht, blitzen seine blauen Augen. Man kann sie bequem Einhandsegeln, aber auch zu acht unterwegs sein. drei Mal wurde das Traumschiff bisher angefertigt, und gerne wieder ... In der Werkstatt klappert und rattert es vor sich hin. der Rhythmus eines Arbeitstages. Geschmeidig gleiten Thomas Kohlschovskys Hände mit dem Hobel um Ecken und Rundungen. Man sieht, er liebt diese Arbeit.


Advertorial

Eine ehemalige Schreinerei beherbergt Thomas Kohlschovskys „Bootsbauhandwerk Tutzing“ an der Kustermannstraße.

DEcHAnTS FIScHLADEn In STARnBERg

Eine f(r)ische Goldmedaille

H

erzlichen Glückwunsch Peter dechant! Wir gratulieren dem bekannten Fischer aus Starnberg, denn er holte sich in Bremen den Branchen-Oscar „Seafood Star“ als bestes Fischgeschäft deutschlands. In seinem Laden an der Hauptstraße werden nicht nur einheimische Spezialitäten angeboten, es ist alles zu haben, was einem Fischliebhaber das Herz aufgehen lässt. Und nirgends kann man so kompetent mit einem Fachmann plaudern. Ob nah oder fern, dem chef des Hauses ist es wichtig, seine Lieferanten immer persönlich zu kennen. denn die Firmenphilosophie lautet: Lieber viele kleine Erzeuger mit regionalen Spezialitäten, als einige wenige Großhändler mit Einheitsware. Schon bald nach Eröffnung des Ladens machte Peter dechant sich zum ersten Mal auf den Weg in den Norden. Heute reist er regelmäßig, um mit seinen Lieferanten in Kontakt zu bleiben und neue Bezugsquellen zu entdecken. Beim Essen dann im gemütlichen Restaurant gleich neben dem Laden sitzen die Gäste im ehemaligen Wohnzimmer seiner Urgroßeltern, in einem der ältesten Häuser Starnbergs. die Kinder von daniela und Peter dechant wachsen mit delikatessen wie Skrei, hausgeräuchertem Lachs und Matjes auf. Sie sind zu beneiden. denn der Matjes zum Beispiel kommt vom Lieferanten des niederländischen Königshauses. der Skrei? Schon die Wikinger „waren ganz narrisch drauf“. Und die fünfjährige Lilly lobt den Räucherlachs ihres Opas als „wahre Lillykatesse“. die Kunst des Genießens hat eben Familientradition.

dechant Hauptstraße 20, 82319 Starnberg Tel. 08151 121 06 www.dechants-fischladen.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 43


HANDWERK

/ Werften

Christian Gallaschs Werft liegt an der Münchener Straße in Breitbrunn zwar nicht direkt am Ufer des Ammersees, Bootskenner finden sie trotzdem.

Der Quereinsteiger Christian Gallasch in Breitbrunn

D

ie Werft liegt 200 Meter vom Ufer entfernt, einen maritimen Charme versprüht sie trotzdem. Wellen aus blauer Wandfarbe schwappen unter den Schaufenstern des ehemaligen Dorf-Supermarktes über die Fassade. 2009 ist die jüngste Werft vom Ammersee hier eingezogen. Es ist das Reich von Christian Gallasch, 47. Ein Ruderboot, Baujahr 1953, steht aufgebockt vor ihm. Ganz schön mitgenommen sieht es aus, bleich, die Farbe abgeblättert. Das mürbe Holz verrät auch dem unkundigen Auge, dass dieses Boot schwer gelitten hat. Sechzig Stunden Arbeit wird es kosten, es zu retten, mindestens. Sagt Christian Gallasch und lehnt sich über den Bootsrumpf. Mit seinen Fingerkuppen tastet er vorsichtig den Bauch des Bootes ab, dann nickt er optimistisch. Alte Boote zu renovieren ist seine Passion. Christian Gallasch ist im Fünf-Seen-Land aufgewachsen, der Segelsport war schon immer sein Liebstes. Das Mittelmeer, der Indische Ozean – der gelernte Schreiner hat sogar ein halbes Jahr auf einer Yacht im Roten Meer verbracht. Fünfzehn Jahre ist das her, sagt Christian Gallasch mit sehnsuchtsvollem Blick auf die Seekarte, die an der Bürowand hängt und die Routen von damals anzeigt. Als er die Yacht dafür ausbaute, entdeckte er sein Geschick für diese Arbeit. Dass er an diesem Ort seine eigene Werft hat, verdankt er einem Tornado. Nein, keinem Sturm, sondern dem Bootstyp, mit dem Christian Gallasch seit vielen Jahren privat auf dem Ammersee unterwegs ist. Oder noch genauer gesagt, dem „Tornado-Schnitzer“, wie man seinen Mentor, den heute 73-jährigen Herbert Glas, in Fachkreisen immer nannte. Bootsbauer Herbert Glas war in den 1970er- und 1980er-Jahren weltbekannt für die Herstellung der schönsten und innovativsten Tornados. Er segelte Regatten, machte die Boote olympiafähig und betreute die Profi-Teams. Auch der junge Gallasch erlag dieser Anziehungskraft. Gerade im richtigen Moment wurde der Wassersportbegeisterte vom erfahrenen Tüftler Glas mit ins Boot

44 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

geholt, wurde Auszubildender, dann Kompagnon und Geschäftsführer in Personalunion. Mittlerweile hält der Jüngere das Ruder in der Breitbrunner Werft. Es gibt also viel Arbeit für den EinMann-Betrieb. Vor allem, weil es neben dem Bootsbau auch um andere Schreinerarbeiten geht. Ein Kunde will eine Designerliege aus gebogenem Eschenholz für seinen Garten, ein anderer fragt nach einem Boot als Badewanne für seinen Wintergarten und der nächste möchte Material für seinen Boots-Eigenbau. Alles ist machbar, erklärt der umtriebige Handwerker lachend. Er sieht sich als Servicemann in Sachen „Boote mit Leidenschaft“.


Styling: Maria Koch Photography: Stefan Huber

Tuniken: Braez Hosen: Nolita Schmuck: Dept. Starnberg Flip Flops: Zauberhaft

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 45

Dept. Starnberg | Seearkaden | Tel: 08151 973 902

by M.K.


tipps

/ Ein perfekter tag

J 10 0 1 e 100 Jahre ahr g S e b n r S t d a Stadt Starnberg 2012

Jubel, trubel, Freude 100 JAHR V Texte: Elke Link

So seelig Freie Badeplätze Mein See, dein See, der See ist für alle da. An diesen Plätzen dürfen Sie mit Kind und Kegel baden gehen, ohne Eintritt bezahlen zu müssen – manchmal wird allerdings eine Parkgebühr fällig: Schlosspark in Berg Die Breite des Strands in den Buchten ist sehr vom Wasserstand abhängig. Kostenloser Parkplatz an der Waldstraße, dann 10 Minuten Fußweg Richtung Votivkapelle. Seeufer zwischen Leoni und Münsing Die Anliegerstraße ist ideal für Radfahrer und Inline-Skater zu erreichen. Immer wieder gibt es hübsche kleine Badebuchten. Erholungsgebiet Ambach Flach

und sandig geht es hier in den See. Es gibt einen kostenpflichtigen Parkplatz für 2 000 Autos. Seeshaupt beim Seerestaurant Lido Direkt vor dem Biergarten gibt es eine Liegewiese. Bernrieder Park Kleine Buchten, ideal für eine Rast bei einer Seeumrundung mit dem Fahrrad. „Paradies“ in Possenhofen/Niederpöcking Weitläufiges Gelände mit Grillplätzen, Stegen, Kiosk, Spielplatz. „Steininger“-Grundstück in Starnberg Kleine Liegewiese nur zehn Gehminuten vom S-Bahnhof entfernt, seit letztem Jahr sogar mit Badesteg. Percha-Beach Hier treffen sich

46 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

or 100 Jahren wurde starnberg zur stadt erhoben und feiert das Ereignis nun ein ganzes Jahr lang. Bis Dezember gibt es Kultur und Entertainment an insgesamt 14 spielstätten. Von Ausstellungen über Konzerte, unter anderen mit den Bands Haindling und Quadro Nuevo, bis zur theateraufführung, Lesungen, dem großen Ball und einer Jubiläums-Regatta – viel wird geboten. Nicht verpassen: Die Ausstellung „100 Jahre stadt starnberg – 100 Köpfe“, ein Gemeinschaftsprojekt von Ulrike Mertz, Katharina Kreye in Zusammenarbeit mit Elisabeth Carr, KunstRäume am see und Beiträgen von Barbara Heidinger, Herbert schmied, Wolfgang pusch u.a. Das gesamte Jubiläumsprogramm finden sie unter www.100jahre.starnberg.de

Sonnenanbeter und Schüler auf einem Gelände, das bis Kempfenhausen reicht. Extras: Steg, Kiosk, Tischtennis, Beachvolleyball.

StrandBäder Direkt vom Fahrradsattel in den See ist nicht jedermanns Sache. Wer sich zwischendurch einen Spritz unterm Sonnenschirm oder eine See-Renke servieren lassen möchte, liegt hier richtig: Strandbad St. Heinrich Camping beim Fischer mit Kiosk und Surfschule. Buchscharnstr. 10, St. Heinrich Strandbad Lidl Direkt am Campingplatz und nur wenige Gehminuten vom Dampferanlegeplatz entfernt. Seepromenade 10, 82402 Seeshaupt Strandbad Hubl Mit Liegewiese, Umkleide, Steg

und Kiosk und frischem Fisch. An der Mühle 1, Bernried Strandbad Tutzing Süd Direkt am Ortseingang mit schönen Badehäusern. Seestr. 20 Nordbad Tutzing Es gibt ein Surf- und Segelcenter, kleine Wirtschaft mit überdachter Terrasse, einen Steg zum Liegen. Nordbadstr. 1, Tutzing (für Genießer: das Restaurant liegt direkt am See, samt Wärmestrahlern und ausfahrbarem Dach) Strandbad Feldafing Seekiosk, zwei Terrassen, Pizza mit Lieferservice und Bootslieferung auf den See! Königinstr. 4, 82340 Feldafing Wasserpark Starnberg Strandbadstr. 5, 82319 Starnberg (mit Kiosk, Liegewiese am See, Planschbecken, Hallenbad und Wellnessbereich)

Fotos: Ulrike Mertz (2)

Es gibt immer einen guten Grund Possenhofener Straße 5 zum Feiern und noch mehr Gelegen82319 Starnberg heiten, die Freizeit zu genießen. Hier und auf den nächsten Seiten finden Sie reichlich Ideen für Lieblingsbeschäftigungen rund um den Starnberger See


Schauen Sie mal! Einige Köpfe der Starnberger Jubiläums-Ausstellung finden Sie auch im SeeMagazin. Kein Wunder, denn Autorin und Fotografin Ulrike Mertz schreibt und fotografiert auch in unserem Team.

Echt typisch

HRE

biergärten

plätze der ruhe

Am 4. Januar 1812 gestattete der bayerische König Max I. Josef den Münchner Brauern offiziell, direkt an ihren „Märzenkellern“ Bier auszuschenken. Eine zugehörige Brotzeit durfte damals nicht verkauft werden, um den Gastronomen keine Konkurrenz zu machen. Mitgebrachte Speisen konnten aber verzehrt werden – und in „gscheiden“ Biergärten gilt das sogenannte „Brotzeitrecht“ bis heute. Wir haben nachgefragt und gestaunt! In diese Biergärten können Sie Ihre Brotzeit ausdrücklich mitbringen:

Biergarten Holzeder Olympiastr. 5, 82319 Starnberg/Wangen Buchscharner Seewirt Buchscharn 1, 82541 Münsing Gasthof zur Post/Biergarten Marienplatz 2, 82335 Berg (ab Juni soll wiedereröffnet werden) Hotel Restaurant Schloss Berg Seestr. 17, 82319 Berg Tutzinger Biergarten/Wirtschaft zum Häring Midgardstr. 3–5, 82327 Tutzing Schlossgaststätte Leutstetten Altostr. 11, 82319 Leutstetten

wanderwege

papierboot-rennen Ein spannender Spaß für Jung und Alt: Auch im Rahmen des 100jährigen Stadtjubiläums findet das 4. Starnberger Papierbootrennen am 21. Juli statt. Aus Pappe, Papier und Tapetenkleister werden dafür die abenteuerlichsten Wasserfahrzeuge gebastelt, die der Jury und dem Publikum nicht nur ihre Schönheit, sondern auch ihre Seetauglichkeit präsentieren müssen. Ganz so wie das gelungene Faltboot samt Crew vom letzten Jahr (Foto). Ruder sind erlaubt, Motor und Flossen streng verboten! www.ekp.de/papierbootrennen

Für Könner Immerhin 18 Kilometer lang ist der Rundweg von Wolfratshausen über Münsing, den düsteren Schwarzweiher bei Allmannshausen und den idyllischen Buchsee mit Badewiese (im Sommer wird eine kleine Eintrittsgebühr verlangt). An mehreren Stellen finden sich unterwegs Hügelgräber aus der Eisenzeit, Erinnerungen an die Kelten, die einst diese Gegend besiedelten. www.mystische-orte.de/orte/ deutschland/bayern/huegelgraeber-beimuensing Für Normalos Sieben Kilometer muss man schaffen, wenn man vom Tutzinger Bahnhof aus eine Rundwanderung über die Ilkahöhe macht. Die Aussicht lohnt bei jedem einzelnen Schritt. Für Frühaufsteher Direkt am See entlang führt ein schöner Spazierweg von Possenhofen nach Tutzing – da scheint einem vormittags die Sonne durchwegs ins Gesicht. Für Morgenmuffel Die Abendsonne genießen Sie am Ostufer auf dem Weg zwischen Percha und dem Hotel Schloss Berg. Für Forscher Von Percha aus Richtung Norden geht ein Rundweg durch das Leutstettener Moos vorbei an den von einem Glaspavillon geschützten Überresten der römischen Villa Rustica.

Ein Besuch auf einem der schönen alten Friedhöfe erzählt gelebte Geschichte: Nicht nur mit einem eindrucksvollen Seeblick kann der auf einer Anhöhe gelegene Friedhof um die Kirche von Holzhausen/ Ambach aufwarten. Die Namen auf den schmiedeeisernen Grabkreuzen zeugen vom Zusammenleben alteingesessener Familien und Künstlern – Süskind, Max, Regnier, Bonsels oder die Ambacher Wirtsund Schauspielerfamilie Bierbichler. St. Johannes d.T. und Georg, Holzhausen/Ambach, Kirchbergstraße 10 Welche Persönlichkeiten auf dem denkmalgeschützten Alten Friedhof in Tutzing liegen, hat Michael Gärtner in einer Broschüre zusammengefasst (gratis im Ortsmuseum gleich nebenan oder bei der Gemeinde Tutzing). Friedhof St. Peter und Paul, Tutzing, Graf-Vieregg-Straße

Gleich hinter dem Biergarten der betriebsamen Schlossgaststätte Leutstetten bildet auch der kleine Friedhof der Kirche St. Alto eine friedliche Oase der Ruhe für einige Momente der Sammlung. Friedhof St. Alto, Leutstetten, Altostraße www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 47


TIPPS

/ Ein perfekter Tag

Sehr sportlich Den See umrunden, den Hügel hinauf oder rauf auf den Platz: ein Angebot mit Power Mit dem e-Bike: Eigentlich ideal, ohne Strampeln funktionieren sie nicht, aber wenn es mal zu anstrengend wird und bergauf geht, gibt es wirksame Unterstützung: die Elektrofahrräder. Viele Tipps für die tolle Touren finden Sie unter: www.sta5.de/tourismus/reisefuehrer/ freizeit-und-sport/radfahren.html. Und hier die Ausleihstationen für EBikes rund um den Starnberger See: Camping „Beim Fischer“, St. Heinrich; Hotel Alte Linde, Feldafing; Biohotel Schlossgut Oberambach, Münsing; Gemeinde Feldafing; Hotel Kaiserin Elisabeth, Feldafing; Hotel Garni Sterff, Seeshaupt; Hotel Schloss Berg; La Colinetta, Starnberg und beim Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land in Starnberg.

per pedes – nordic walking: Über 280 Kilometer, 23 Routen mit 550 Schildern – reichlich Auslauf gibt es im Nordic Walking Park Starnberger FünfSeen-Land. Die Strecken bieten unterschiedlichste Längen, Steigungen und Schwierigkeitsgrade. www.sta5.de/tourismus/ reisefuehrer/freizeit-und-sport/ nordic-walking-park zu wasser: Surf- und Cat-Kurse für Anfänger jeden Alters bietet Fritz schreibers surfschule in St. Heinrich am Starnberger See. Mieten kann man dort außerdem noch Surfbikes, Surfboards, Kajaks und Boards zum Standup-paddling. www.surfschulestarnbergersee.de

Die segel- und sportbootschule tutzing bietet Motorund Segelbootausbildung. www.segelschule-tutzing.de Elektroboote mieten Sie an der Seepromenade Starnberg oder beim bootsverleih gastl in leoni. Dort gibt es auch Tretboote, Ruderboote und Segelboote. Mit Schläger – Minigolf: Einen besonderen Belag bietet die neue spiel!golf!-anlage in percha. Der Boden besteht aus sandgefülltem Kunstrasen und ist daher wetterunempfindlicher. Direkt neben dem Parkplatz am Aufgang zum Kloster andechs befindet sich auch ein Minigolfplatz. Ein echter Klassiker!

auf Kunstrasen: Der DFB finanzierte deutschlandweit rund 1 000 Minispielfelder. Das sind Fußball-Kleinspielfelder mit Kunstrasen, die ausdrücklich auch öffentlich von jedermann genutzt werden dürfen. Am Starnberger See gibt es eins am neuen sportgelände berg nord des mtV berg und ein weiteres am sportpark des sc pöcking/ possenhofen. Mit dem pfeil: Bogenschützen sollen eben nicht ins Schwarze treffen, sondern ins Gold! Das lernt man in der ersten Stunde, zum Beispiel bei der Bogenschießabteilung des mtV berg, die immer wieder Schnupperschießen anbietet.

Mit Kind und Kegel

ANZEIGE

Seensucht

Zwei bahnen gibt es im Gasthaus „Zur Schießstätte“, Hochbuchestr. 4 in Starnberg, Tel. 08151 85 59. Das „Kegelscheibn“ freut nicht nur die Großen, sondern ist auch eine Gaudi für Kinder – zum Beispiel als Geburtstagsparty. Frisch saniert ist die Kegelbahn des Restaurants „Müller‘s auf den Lüften“ am Jägerberg 20 in Berg/Farchach, Tel. 08151 444 36 66.

www.hotelschlossberg.de

48 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Es soll der schönste Tag im Leben werden ... Wenn Paare sich trauen, dann ist der richtige Platz so wichtig wie das richtige Wort. Für ein Traumambiente samt Organisation des Hochzeitsfests sorgt Elke Ross mit SeeEvents. Ob Schloss oder Bootshütte, die Eventmanagerin trifft Ihren Geschmack, damit Sie unbeschwert genießen können. Aber es muss nicht gleich das große Ereignis sein, den Service gibt es mit demselben Engagement für einen Kindergeburtstag, eine Party oder einen Ausflug mit Geschäftsfreunden. Anruf genügt: SeeEvents, Elke Ross, Tel. 0177 719 04 45 oder kontakt@seeevents.de

Fotos: Wilfried Feder (1)

zuM verlieBen


Staunen oder auch selbst aktiv werden

So kreativ KleinKunst Gerhard Polt, Georg Ringsgwandl, Marcus Rosenmüller – eine gute Mischung aus Kabarett, Weltmusik, Jazz, Lesungen, Partys und Sessions macht den Charme dieser sympathischen KleinkunstOase aus. Kulturbühne hinterhalt Leitenstr. 40, Geretsried/Gelting, www.kulturstiftung-hinterhalt.de

Das Königswasser ist umgezogen, aber auch in der neuen Location am „Seufzerberg“ (ehemals Uthoff’s Gate) gibt es auch schöne Lampen und ein gutes Programm mit Live-Piano, Jazz, Lesungen und mehr. Königswasser Bahnhofstr. 6, Starnberg, www.königswasser.com

• Eine urige Kneipe, in der es zum Schweinsbraten auch mal laut werden kann: Im Winter bietet der Tutzinger Keller auch unbekannten Bands eine Gelegenheit zum Auftritt. tutzinger Keller Schönmoosweg 5, Tutzing

Sie hatten den größten und buntesten Kronleuchter Starnbergs, der ist nun abmontiert.

• Mal wieder selbst kreativ werden: Gerhard Fiedelius aus Mörlbach bietet Glaskurse für Erwachsene, Jugendliche, Kinder und Familien in seiner Werkstatt an. In den Kursen kann man wunderschöne Objekte herstellen (siehe Glasbild oben). Ein Gutschein für einen Glaskurs ist ein feiner Tipp. gerhard Fiedelius, Graf-RueppStr. 18, Berg, www.glaskurse.de

museen & ausstellungen Rund um den See locken Museen der unterschiedlichsten Couleur. Allein schon architektonisch spektakulär: Das BuchheimMuseum, erbaut vom Architekten Günter Behnisch, und das moderne Fischschuppenhaus des Museums Starnberger See, das durch einen gläsernen Gang mit dem denkmalgeschützten Lochmann-Haus verbunden ist. In beiden gibt es immer wieder neue Kunst zu entdecken. buchheim museum Bernried, Am Hirschgarten 1, www.buchheimmuseum.de museum starnberger see Starnberg, Possenhofener Str. 5, www.museum-starnberger-see.de

• Von Juni bis September fährt das museumsschiff phantasie am frühen Abend von Starnberg aus zur „Mondscheinfahrt“ nach

Bernried. Nach einer Führung durch die Sammlungen gibt es im Bordrestaurant Phoenix ein Buffet. Gegen 23 Uhr legt das Schiff wieder in Starnberg an. www.buchheimmuseum.de/aktuell/ 2012/mondscheinfahrten.

• Noch ein Jubiläum: der 175. Geburtstag von Kaiserin Elisabeth, angemessen gefeiert mit einer Sonderausstellung bis Oktober. „Kaiserin Elisabeth am Starnberger See – Unbeschwerte Kindheit und starke Familienbande“. Am 30. Juni sticht die MS Starnberg zur „SisiFahrt“ mit Musik und Lesungen in See. Kaiserin elisabeth museum possenhofen Schlossberg 2, Pöcking, www.kaiserin-elisabethmuseum-ev.de

• Immer einen Besuch wert ist das Bildhaueratelier von hans panschar in Berg, der mit seinen eindrücklichen Holzskulpturen und Objekten begeistert. Seine Themen: Schiffe, Häuser und die Suche nach Halt und Heimat. Hans Panschar, Zieglerweg 11, Berg, www.hanspanschar.de

ANZEIGE

HALEH GALLERY Im September 2010 gründete die Galeristin Haleh Heydari Asil in Berg am Starnberger See eine Galerie. Ihr Anliegen ist es, eine Brücke zwischen Ost und West, zwischen Orient und Okzident, zu schlagen. Die Ausstellungen sollen dazu beitragen, Neues zu vermitteln, Gemeinsamkeiten und Übereinstimmungen der unterschiedlichen Kulturbereiche herauszuarbeiten, Verständnis für das jeweils Unbekannte zu wecken und somit einen interkulturellen Dialog in Gang zu setzen. Die Haleh Gallery widmet sich der Präsentation zeitgenössischen Kunstschaffens. Im Wechsel von sechs Wochen finden Künstler und Künstlerinnen eine ideale Plattform, in Einzel- oder Gruppenausstellungen ihre Arbeiten vorzustellen. Das Spektrum der Ausstellungen umfasst nicht nur die klassischen Kunstgattungen Malerei, Aquarell, Druckgrafik und Zeichnung, sondern auch neuartige Darstellungsformen wie Fotografie und Installation. Dadurch, dass traditionelle und moderne Stilelemente miteinander kombiniert werden, erschließen sich dem Betrachter neue Sichtweisen. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag von 11 bis 16 Uhr

HALEH GALLERY Aufkirchner Strasse 4 82335 Berg am Starnberger See Tel. Mail Web

+49(0)8151.972 98 60 mail@haleh-gallery.com www.haleh-gallery.com

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 49 Haleh Heydari mit Werken von Annegret Soltau und Mona Hakimi-Schüler


TIPPS /

Ein perfekter Tag

Einfach gut Kulinarische Lieblingsziele mit Weitblick, Sonnenschirm und Charme

direkt vor ort Der Trend ist eindeutig – regionale Lebensmittel, hausgemacht, werden immer beliebter. Hier ein paar ganz unterschiedliche Tipps:

• Im Rennen um die kleinsten Öffnungszeiten liegt Bettina Hofmann ziemlich weit vorne. Ihr Café Frühtau in Berg hat nämlich nur an drei Tagen der Woche geöffnet, aber die locken dann die Gäste umso mehr: Das ist freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr, sonntags ab 8 Uhr. Das schnuckelige Café mit der kleinen Terrasse bietet selbst gebackene Kuchen, Suppen, liebevoll bereitetes Frühstück. Sonntags gibt es neben dem Brunch auch BioGebäck vom Gautinger Backhaus Cramer zum Mitnehmen. Die charmante Boutique im Shop nebenan führt Bettina Hofmann jetzt wieder selbst – mit besonderen Accessoires, ausgewählten Kollektionen und Designern. Und ganz neu „Frühtau deluxe“, einer kleinen Linie, die Tochter Anna entwirft. Café Frühtau, Grafstr. 14, Berg, Tel. 08151 97 14 80

• Können Sie es auch schon riechen? Rösche Brezn aus frischem Hefeteig, duftende Zwetschgen-

rohrnudeln und frischer Apfelkuchen, gebacken in dem heute noch mit Holz geheizten Dampfbackofen, den der Großvater im Jahr 1900 bauen ließ. Der Laden wurde später von Gerlinde Kammermeiers Tante Paula weitergeführt, 1978 hat ihn die Konditormeisterin übernommen. Seit 30 Jahren verwendet sie nur regionale Naturprodukte für ihr Backwerk. Ebenso im Angebot: kleine Geschenkartikel und eine hübsche Auswahl an Blumen. Bäckerei/Konditorei Gerlinde Kammermeier, Tutzinger Str. 12, Traubing, Tel. 08157 80 91

• Hätten Sie gedacht, dass man Knödel patentieren lassen kann? Das geht tatsächlich und die Kombination der Zutaten des Patentknödels ist sogar naheliegend: Günter Großegger, der neue Wirt des Tutzinger Hofs in Starnberg, hat Weißwurst-BreznKnödel erfunden. Sein Patent gibt es nun bei ihm im Gasthof als Carpaccio, mit Rahm-Schwammerl-Sauce und, und, und ... Wirtshaus im Tutziger Hof, Tutzinger-Hof-Platz 7, Starnberg Tel: 08151 971 88 75, www.wirtshaus-starnberg.de

• Im Sommer stellt die Familie Engesser auf ihrem Bauernhof in Pöcking über 50 Sorten Eis her – und zwar nicht nur die Klassiker, sondern auch Weiß-

50 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

jedes Scheit Holz wurde selbst geschlagen. Und so produziert Tobias Holzer in seiner kleinen Destille (Foto links) in Degerndorf „Parfum für den Gaumen“. Die Käfer-Schenke bietet seine erstaunlichen Schnäpse an wie auch das Marcipane in Münsing. Aber es ist ein rares Gut. Wenn Sie kosten wollen, bitte vorher anrufen. Tobias Holzer, Tel. 0162 784 55 40. biereis oder Rucolasorbet. „Es gibt nichts, woraus man kein Eis machen kann“, sagt Magdalena Engesser. Sie beliefern Eisdielen, Gaststätten und auch den Bayerischen Hof in München. In 1-LiterPackungen gibt es das Eis auch direkt am Bauernhof zu kaufen. Bauernhof Engesser, Feldafinger Str. 10, Pöcking, Tel. 08157 16 87

• Perfektion pur: Jeder Apfel wurde per Hand gepflückt,

• Katja und Thomas Schneider hatten eigentlich vor, in Seeshaupt nur einen Shop mit Köstlichkeiten von kleinen italienischen Manufakturen einzurichten. Daraus entwickelte sich aber blitzschnell das „Sarto e Sarto“, ein Mix aus Verkauf, Bar und nettem Restaurant, das rund um die Uhr (bis 24 Uhr!) feine italienische Küche anbietet. Sarto e Sarto, Hauptstr. 6, Seeshaupt, Tel. 08801 915 69 07


Sehr begehrlich Sie werden es lieben! Ideen für Außergewöhnliches: Mode, Accessoires, Design

• Mit einem kleinen feinen Shop

r e b

s tle h c a ,m

a S m vo F zw h sic n e b T e in r a S m tiq o B n u e r e h c S m isa le k d g n u fig h c rL e d tvo u .R n ig h O u d ä b rm ,A tn e m e h zlic sä u t.Z rO o st ü K la n vo rk e d A in lg o K re h g u k a h n o c lS td ie .D a k c zlstü E u n ie D r d n so e DIREKT

O Wiesn, Waldfest oder • Ob

VOM FELD

Felder zum Selberpflücken kennt man. Ein neues Konzept zur Selbstversorgung bieten die Sonnenäcker von „Unser Land“. Dort werden jedes Jahr kleine Ackerparzellen zur Pacht angeboten. Wer sich für 2013 im Starnberger Land bewerben will, erhält Infos bei Jana Schmaderer, Tel. 08152 39 60 26 oder unter www.unserland.info

NEUE WEGE Zweieinhalb Stunden dauert die reine Gehzeit, doch zwischendurch bietet sich ausgiebig Gelegenheit zum kulinarischen Genuss. Die neue Gourmet-Wanderung beginnt an der Kirche in Holzhausen und schließt ein Drei-Gänge-Menü mit Aperitif ein. Den nimmt man im Biohotel Schlossgut Oberambach (Foto links unten) ein, um dann hinunter zum Landgasthof Huber zu spazieren, wo es eine Fischsuppe gibt. Weiter geht’s durch Ambach mit Renke vom Starnberger See, heimischen Schweinerückensteak oder Gemüsestrudel, serviert im Seegasthaus Hirth. Nach dem Dessert beim Buchscharner Seewirt geht es wieder zurück nach Holzhausen. Buchen kann man bei allen teilnehmenden Restaurants.

S Shoppingmeile, ein Dirndl von „„Re-Kitz“ (Fotos o.), Trachtend design aus Starnberg, n g macht alles mit und wird noch Trendsetterin sein. Das Label will nämlich nicht weniger als Trachten revolutionieren. Eine Trachtenjacke aus Kaschmir oder Seide, lieber zur Jeans oder zum Abendrock? Alles im Mix, jederzeit. Es gibt eine Damen- und Herrenkollektion, dazu „Trachtsetter“, die junge Linie, trendig und preisbewußt. Re-Kitz, Söckinger Str. 7, Starnberg, Tel. 08151 446 79 77, www.re-kitz.de

haben sich zwei Feen vom See h einen Traum verwirklicht: In der e neuen Boutique mitten in Starnn berg bieten sie schmucke Kleib dung und kleidsamen Schmuck d an. Rut von der Locht fertigt ihre a Ketten, Armbänder und Ohrringe K vvor Ort. Zusätzlich stellt sie immer Werke von lokalen Künstlern aus. W IIhre Kollegin Andrea Zimmermann bietet edle Secondhandkleidung b wie neue Einzelstücke an. Das w Besondere: Alle Kollektionen sind B von regionalen Modedesignern! Fee am See, Hauptstr. 23, Starnberg

• Zu besonderen Anlässen wie Weihnachten hat Ines Khamneifer viel Herrenbesuch ..., weil die Männer etwas Schönes für ihre Frauen suchen. Die Goldschmiedin mit Schmuckwerkstatt in Münsing verarbeitet nur echte Materialien (siehe Ring links oben). „Schmuck muss schmücken“, sagt sie und stellt sich auf jede Kundin ganz individuell ein. Ines Khamneifar, Bachstr. 12, Münsing, Tel. 08177 92 69 72, www.silbergoldundsteine.de

• Von ihren Reisen bringt Anna Born allerlei Materialien und Accessoires mit, die sie mit neuen Stoffen und alten Preziosen weiterverarbeitet – zu Taschen, jede ein Unikat. Das Ex-Model arbeitet mit zwei Schneiderinnen jedes Detail sorgfältig aus. TASCHEN by ANNA BORN auf Facebook oder über taschen.annaborn@yahoo.com

• Es war ein außergewöhnlicher Gürtel einer Kundin, der Anne Geuting, spezialisiert auf besondere Dinge, sofort ins Auge fiel. Wie sich herausstellte war der selbst gemacht von der Berger Kostüm- und Bühnenbildnerin Marlene Poley. Die attraktiv umhäkelten Ledergürtel, jeder ein Unikat, gibt es vorerst exklusiv in Anne Geutings Laden neben vielen begehrlichen Accessoires für sich selbst und die Wohnung. Anne Geuting – Schöne Dinge für daheim, Beuerberger Straße 2, Münsing/St. Heinrich, www.anne-geuting.de

ANZEIGE

HOLZMEISTER Felix Huber ist eigentlich Bootsbauer in der Simmerding-Werft in Leoni. Aber jetzt versucht er sich auch an Möbelbau und Holzaccessoires wie rustikale Untersetzer und Tabletts. Originell ist sein „Hochsitz“, ein Retro-Traktorsitz zum Hocker montiert auf 200 Jahre alten Eichenholzfüßen in klassischer Holzverbindung. Zu sehen im Showroom von Schweiger Interior in Percha, erhältlich über www.Patina-konzept.de

keramik selbst bemalen

andechser str. 40 | 82319 starnberg | 0163 730 19 40 www.seemagazin.de | SeeMagazin www.werkxsalon.de

2012

51


Foto: Felix Broede / Kasskara

28 Jahre alt, Mutter eines Dreijährigen, bodenständig und höchstbegabt: Julia Fischer, eine Frau mit Violine und starkem charakter.

52 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


SEE-GESPRÄcH

/ Julia Fischer

„Ich bin Künstlerin aus Gauting, ein Buchendorfer-Berg-Kind“ NEW yORK, ST. PETERSBURG, LONDON, BERLIN, ROM: ALS STAR-GEIGERIN WIRD Julia Fischer IN DER GANzEN WELT GEFEIERT. elKe reichart SPRAcH MIT DER KÜNSTLERIN, DIE ScHON MIT 23 JAHREN PROFESSORIN WAR. DIE JÜNGSTE IN DEUTScHLAND

J

ulia Fischer ist eine Weltklasse-Geigerin. „die glamouröseste von allen“, schwärmen die Kritiker, „Musik ist ein Hochamt, das sie bei aller Leichtigkeit tiefernst zelebriert.“ Jetzt steht sie vor dem Münchner Prinzregententheater, schwarzer Hosenanzug, roter Pulli, Goldkettchen, die langen Haare lässig zusammengebunden, fast ungeschminkt. Ein guter Freund wird gleich sein Solo-cellokonzert geben, seit Wochen freut sie sich darauf: „Ich bin süchtig nach Musik, aber selbst auf der Bühne stehen muss ich nicht. Ich bin auch als Zuhörer glücklich.“ das Interview, sehr gerne, warum nicht gleich im Restaurant „Prinzipal“ nebenan – sie ist allerbester Laune. Aber bitte nicht dieses lästige Gerede über Julia-Superstar, Schminke ja oder nein, designerkleider oder roter Teppich: „das ist doch unwichtig. Ich bin Künstlerin aus Gauting, ein Buchendorfer-Berg-Kind.“ Ein Moment Stille am Tisch, auch der Fotograf lässt verblüfft die Kamera sinken. dieser letzte Satz braucht eine Weile, bis er ins Bewusstsein sinkt: Julia Fischer, die in der ganzen Welt gefeierte Violin-Solistin, Pianistin und Kammermusikerin – das Kind vom Buchendorfer Berg. Sie lacht. „Warum denn nicht? Ich wohne schließlich immer noch dort.“ Gauting, Buchendorfer Straße: das ist die Umgebung, in der Julia Fischer, geboren am 15. Juni 1983 in der Münchner Universitätsklinik Maistraße, aufwuchs. Als Tochter der aus der Slowakei stammenden Pianistin Viera Fischer und des Mathematikers Frank-Michael Fischer. Mit vier Jahren erhielt sie ihren ersten Geigenunterricht, zu dieser Zeit wurde die Puppe aus dem kleinen Stubenwagen verbannt und die Geige hineingebettet. Nicht viel später begann sie, unterrichtet von der Mutter, mit dem Klavierspiel. Schon zwei Jahre später der Wechsel zum Unterricht im Leopold-Mozart-Konservatorium in Augsburg. „Meine Mutter

holte mich aus der Grundschule ab, im Auto gab es eine Leberkässemmel – es musste immer Leberkäse sein! das war Bedingung! Und als wir auf die Autobahn fuhren, schlief ich ein, bis zur Ankunft in Augsburg.“ Mit acht Jahren dann das erste Violinkonzert mit Orchesterbegleitung, ein Jahr später „Jungstudentin“ von Ana chumachenco an der Musikhochschule München. Trotz der vielen Musik lief der normale Unterricht weiter: 2002 Abitur am Otto-von-Taube-Gymnasium in Gauting. „Kann schon sein, dass sich im Nachhinein mein Blick verändert hat, aber ich hatte nie das Gefühl, etwas Besonderes zu sein.“ die meisten Mitschüler waren mit Julia schon in den Kindergarten gegangen. Sie hatten miterlebt, wie Julia ihre ersten Wettbewerbe gewann, hatten deren allererste Kritik im „Starnberger Merkur“ von den eigenen Eltern vorgelesen bekommen. Für sie war es nichts Außergewöhnliches, wenn die begabte Julia später nur noch sporadisch zwischen den Konzerten in der Schule auftauchte. „Eine ganz normale Entwicklung, ich war ja nicht plötzlich Geigerin geworden.“ Und die Lehrer? „da gab es die Neutralen, die weder halfen noch verhinderten. Und die Unterstützenden, die Faxe mit Hausaufgaben schickten und mit meiner Mutter die Logistik absprachen. Und natürlich eine Handvoll Lehrer, bei denen ich froh war, wenn ich sie am Anfang des Schuljahres nicht auf dem Stundenplan entdeckte.“ Nach den Schulstunden in Gauting gab es auch Badenachmittage im Possenhofener Paradies und Ammerland, Radlausflüge nach Starnberg oder skaten im Ort, das ganz normale Programm der Jugend im Fünf-Seen-Land. Parallel dazu fand die rasante Entwicklung einer erstaunlichen Karriere statt. Bekannte Künstler wie Lorin Maazel, christoph Eschenbach und Marek Janowski entdeckten und förderten ab 1997 die begabte Julia aus Gauting,

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 53


SEE-GESPRÄcH

/ Julia Fischer

„Ich bin süchtig nach Musik, selbst auf der Bühne stehen muss ich aber nicht. Ich bin auch als zuhörer glücklich“

Z

urück zum Thema Selbstbewusstsein: Als der gefürchtete Late-Night-Talker Harald Schmidt sie 2010 in seine TV-Show einlud, sagte Julia Fischer noch ab. „Ich hatte mir damals seine Sendungen angeschaut und gesehen, wie er mit Kollegen umging – das war mir zu heiß.“ Anfang 2012 kam die Einladung noch einmal, diesmal ging sie hin. Perfektes Makeup, große Frisur, umwerfendes Pailletten-Top, aufs Schlimmste gefasst. Mit spöttischem Lachen, souveräner Schlagfertigkeit und

durchgedrücktem Rücken, die Guadagnini-Geige aus dem Jahr 1742 als Schutzschild im Arm, parierte sie dem Zyniker Schmidt. der schließlich aufgab und nur noch lobte. In der Zeit zwischen 2003 und 2009 lebte Julia Fischer nur selten daheim, sondern vor allem in den Hotels überall in der Welt. Ein aufregendes, anstrengendes Leben, aber sie liebt es. „Es muss ja nicht immer gleich so turbulent sein wie 2011, als ich mit dem Pianisten Martin Helmchen an einem Freitagabend im spanischen Alicante auftrat. Für Sonntagvormittag um elf Uhr war in Essen das nächste Konzert geplant. Plötzlich streikten die Fluglotsen und wir saßen fest. Nur noch eine Autovermietung hatte offen, nur einen kleinen Alfa Romeo gab es noch zu mieten. Und dazu kam auch noch ein verzweifeltes junges Flitterwochenpaar aus Australien! Zu viert sind wir losgebrettert, erst da ging mir auf, wie groß Spanien ist! die Koffer auf den Knien und im Nacken, 1 200 Kilometer nach Marseille. Von dort ging am Sonntag um sechs Uhr in der Früh der Flug nach Frankfurt, von dort aus mit

Angeregt im gespräch und die Zeit ist wieder mal viel zu schnell verflogen: Weltklasse-Musikerin Julia Fischer und Autorin Elke Reichart.

54 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Fotos: Julia Wesely; Jörg Fokuhl (2)

die furchtlos und temperamentvoll ihre Ideen durchsetzte. „Mit 13 diskutierte ich mit dem dirigenten Lorin Maazel. Es ging um das Tempo bei einem Bach-Konzert. Ich sagte, das sei viel zu schnell, das können wir so nicht machen.“ Es kam zum Kompromiss. Ab 1998 begann die internationale Laufbahn: Julia Fischer gastierte beim New York Philharmonic und Philadelphia Orchestra, sie trat in Wien, St. Petersburg, Berlin, Rom, dresden auf, 2003 debütierte sie in der carnegie Hall – und mit jedem Erfolg wuchs ihr Selbstbewusstsein noch ein Stückchen mehr. „das gehört einfach dazu. Man kann sich als Solist nicht vor ein Orchester stellen, wenn man nicht total von dem überzeugt ist, was man tut.“ das Ensemble der berühmten Academy of St. Martin in the Fields in London jedenfalls lässt sich von ihr in enger Verbundenheit seit langem immer wieder musikalisch leiten, die gemeinsamen Tourneen werden begeistert gefeiert. Und auch als sie 2006 mit 23 Jahren als jüngste Professorin deutschlands an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst nach Frankfurt berufen wurde, akzeptierten die Studenten problemlos die Autorität der nicht viel Älteren. Seit Ende 2011 unterrichtet sie übrigens an der Münchner Hochschule und findet das herrlich: „Ich kenne aus der eigenen Studienzeit die anderen Professoren, ich kenne das Haus – wunderbar. In Frankfurt habe ich mich immer verlaufen, hier ist mir jeder Winkel vertraut.“


einem weiteren Leihwagen nach Essen – um Viertel vor elf Uhr kurvten wir die Einfahrt vor dem Konzertsaal hoch.“ Ein Griff in den Koffer – nun machte es sich bezahlt, dass Julia Fischer schon immer unkomplizierte, möglichst bügelfreie Abendkleider den steifen designer-Roben vorzieht – und pünktlich um elf Uhr betraten die beiden Künstler die Bühne. „Ich habe einen von den Berufen, in denen man auf den Punkt genau funktionieren muss. Wer das kann, der wird auch Erfolg haben.“ Wieder so ein Satz wie aus dem Lehrbuch. Man kann sich die Seufzer ihrer Studenten vorstellen: Wenn es nur so einfach wäre.

F

ür 2012 hat Julia Fischer die Anzahl ihrer Konzerte kräftig zusammengestrichen: von 100 auf ungefähr 50. der Grund dafür ist die Ehe mit einem Münchner Journalisten und der gemeinsame Sohn, 2009 geboren. die junge Familie hat sich ein Haus gebaut. „Natürlich wieder in Gauting. Von meiner Mutter bin ich jetzt aber durch ein Tal getrennt.“ Was die beiden nicht daran hindert, weiterhin eng miteinander zu arbeiten. „Musikferien“ nennt sich das Projekt, das 1998 unter der Leitung von Julia Fischers Mutter gegründet wurde und 13 Jahre lang stets in den Weihnachtsferien am Vierwaldstättersee stattfand. „Ich half ihr früher schon bei der Arbeit und fragte sie immer wieder, warum fahren wir eigentlich so weit? Wir haben den wunderschönen Starnberger See vor der Haustür, lass uns doch die Kurse dort abhalten!“ Aber erst 2011 fanden die ersten „Musikferien“ im Hotel „La Villa“ statt, das Team – Kinder, Eltern und dozenten – war begeistert über das neue Ambiente und Julia Fischer (Meisterkurs Violine) endlich zufrieden. „Fünf Tage kontinuierliches Arbeiten, gemeinsames Musizieren, gemeinsames Essen – das vermittelt nicht nur neue Impulse für das tägliche Üben, sondern zeigt, dass Musik für jeden Einzelnen

von uns ein unverzichtbarer Teil des Lebens ist. Ich finde es wichtig, dass Väter und Mütter integriert sind, so viele Eltern sind überfordert mit der Musikerziehung ihrer Kinder.“ dieses Jahr mit dabei: der Fischer-Sohn, noch zu klein für Geige und Piano, aber schon sehr interessiert an Trommel und Pauke. die nächsten „Musikferien“ werden wieder zum traditionellen Wintertermin in den Tagen um Silvester 2012/13 in „La Villa“ stattfinden. Eine weitere Fünf-Seen-Tradition: die Kreissparkasse MünchenStarnberg-Ebersberg und das von ihr geförderte „Festival Julia Fischer und Freunde“ – vier Kammermusik-Abende im Mai in der näheren Umgebung mit herausragenden Musikern. Vor zwei Jahren entstand aus dieser intensiven Woche das „Julia Fischer Quartett“ mit dem Geiger Alexander Sitkovetsky, dem Bratscher Nils Mönkemeyer und dem cellisten Benjamin Nyffenegger, die auch diesmal wieder dabei sind. Mit denen geht sie 2012 zum ersten Mal auf Tournee – zur Alten Oper in Frankfurt und zu den Festspielen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie steht auf, es wird Zeit, hinüber zum Konzert zu gehen: „Ach ja, und in München treten wir natürlich auch auf, hier, im Prinzregententheater.“ Nur eine halbe Stunde Fahrtzeit von Gauting entfernt, wie schön. Julia Fischer schaut sehr zufrieden.

der cd-tipp Brandaktuell: „Poème“, die neue CD von Julia Fischer (Decca), eingespielt mit dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, ganz romantisch mit Werken von Respighi, Suk, Chausson oder Vaughan Williams.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 55


SPORT

/ Stegspringer

Vielflieger WIE SO OFT WAR ulriKe mertZ MIT IHRER KAMERA UNTERWEGS. AUF DIESE BEGEGNUNG DER TOLLKÜHNEN ART WAR DIE FOTOGRAFIN UND AUTORIN ALLERDINGS NIcHT EINGESTELLT, ABER DANN RESTLOS BEGEISTERT

E

s ist einer dieser Tage im Frühsommer, an denen die Sonne nicht die Kraft findet, die Wolkendecke über dem See aufzulösen. die Luft ist frisch. Am Badegelände ist von den Münchnern wenig zu sehen, die sonst schon in den frühen Morgenstunden mit Sack und Pack, Liegebett und Sonnenschirm über die Wiese ziehen. Es ist ruhig, es ist friedlich. Aber was ist das? da radelt doch einer mit vollem Karacho den lang gezogenen Steg entlang, hebt sich am Ende samt Fahrrad jubelnd in die Luft – und verschwindet im See. Tatsächlich, auf dem menschenleeren Steg steht vorne eine ziemlich provisorische wie ramponierte hölzerne Rampe. Von hinten kommt, in den Pedalen eines kleinen Fahrrads stehend, ein drahtiger Bursche in blauschwarzer Neoprenmontur herangerast, steigt mit spektakulärer drehung steil hinauf, fällt platschend ins Wasser und taucht schwer prustend wieder auf. An der Treppe ins Wasser sitzt ein zweiter Neoprenanzügler. Wild stehen ihm die nassen Haare zu Berge, als er den Kopf schüttelt. „Mist, wieder zu spät!“ der Versuch, den akrobatischen Sprung seines Freundes auf die winzige Kamera zu bannen, ist missglückt. „Versuch’s du mal!“ der mit den Stichelhaaren sprintet heran, schraubt sich empor und fliegt, fliegt, die Arme gestreckt, die Knie angewinkelt hoch über den See – und hinein. Matt kreiselt das Fahrrad, wirft große Ringe um sich wie ein dicker Wasserfloh.

56 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Haltung: Bestnote 1; Fahrrad: altersschwach; Holzrampe: nicht viel mehr als Attrappe. Beim Streetstyle, sorry, Seastyle-Sport geht es um unkonventionellen SpaĂ&#x;, nicht um Medaillen.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 57


SPORT

/ Stegspringer

dahinter taucht sprühend vor Freude über den gelungenen Sprung ein lachendes Gesicht auf. „Hast du’s?“ Nein, auch nicht, auf dem display ist nur der Flug des Fahrrads zu sehen. „darf ich mal?“, mische ich mich ein, „zufällig habe ich eine größere Kamera dabei.“ Eine Stunde lang folgt Sprung auf Sprung, eine unglaubliche Kondition haben diese Jungs. Und eine Riesen-Körperbeherrschung. Zwischen den Fahrradstunts hüpfen beide aus dem Stand vom Stegpfosten aus ins Wasser, per Salto, versteht sich. Pausen entstehen nur, weil das altersschwache Fahrrad immer wieder aufgepumpt werden muss. Plötzlich kracht es, die selbst gezimmerte Holzrampe ist hin. Ende der Vorstellung. die beiden jungen Männer strahlen sich an: Gut waren wir wieder! Spaß hat’s gemacht! Schade, finde ich und frage, ob sie Artisten sind, Profis? „Ach nein!“ der mit den zu Berge stehenden Haaren winkt ab: „Wir haben bloß auf

nass und happy: Sebastian groß (links) und Daniel Bleicher nach ihrer gaudi-Salto-Radl-Show.

58 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Youtube einen clip aus Amerika gesehen. da sind sie mit einem BMx-Rad vom Berg runter gefahren und über einen Erdhügel gesprungen. Boah, die sind echt weit geflogen! Wir hatten grad nichts zu tun und da haben wir uns gefragt: Schaffen wir das auch?“

S

ebastian Groß, genannt „Basti“, geboren am 16. 11. 1990 in Starnberg, lebt in Tutzing und ist Schüler am Starnberger Gymnasium. Schon als Kleinkind steht Basti auf Skiern und kann sich als Kindergartenkind mit fünf Jahren im Handstand fortbewegen. Bei Familienausflügen werden die drei Kinder von den extrem sportlichen Eltern „auf die Berge gehetzt“ und noch heute fahren alle zusammen einmal im Jahr zum Surfen an den Gardasee. Basti hat schon zweimal die Kreismeisterschaften im Skifahren gewonnen. Als Junior schwimmt er erfolgreich, und in der Leichtathletik schafft er es im Sechskampf bis zur oberbayerischen Meisterschaft. Als sich seine Leichtathletik-Gruppe auflöst, ist Sebastian Groß 16 Jahre alt, will turnen und Spaß dabei haben. Beim TSV Starnberg wird er herzlich empfangen. Zwar hapert es immer noch an seiner Flick-Flack-Technik, sagt er, weil er sich die nicht ganz korrekt selbst beigebracht hat. Seine Mannschaft hat dennoch 2010 bei den Bayerischen Meisterschaften den vierten Platz belegt. dreimal die Woche trainiert Basti in Starnberg, einmal im Leistungszentrum des BLSV in München, denn ehrgeizig ist er schon auch. Fußball und Tennis spielt er so nebenbei, seine Lieblingssportarten aber sind Snowboarden und Surfen. der Sport fällt ihm natürlich auf dem Gymnasium leicht, und er spricht gut Englisch, weil er ein halbes Jahr in Neuseeland war. dass er ansonsten ein durchschnittlicher Schüler ist, bedauert er nur, weil ihm zehn Punkte fehlen, um in österreich Medizin studieren zu können. daniel Bleicher, genannt „dani“, ist am 9. 12. 1990 in München geboren und lebt in Starnberg. Beide Eltern spielen Volleyball, der Vater fährt Wildwasser-Kajak und mit dem Rennrad über die Berge. Auch daniel hat alle möglichen Sportarten durchprobiert bis er mit 16 Jahren zum Turnen in den TSV Starnberg kam. Turnen, erklärt dani, verleiht einem die notwendige Grundspannung für alles andere. Fitness- und Ausdauersport sieht er wiederum als Training fürs Turnen. Letzten Mai hat er Abitur gemacht, kommt aber noch dreimal die Woche zum Training nach Starnberg. Seit Herbst 2011 studiert er nämlich an der TU München Umweltingenieurwesen, wofür man sich nicht per Numerus clausus, sondern durch ein „Motivationsschreiben“ qualifizieren muss. das hat er locker hinbekommen. das Studium reizt wegen der Berufsaussichten und der attraktiven Auslandssemester. doch zuerst sind harte Prüfungen in Technischer Mechanik zu überstehen. daniel schiebt sich lachend die graue Wollmütze noch ein bisschen weiter ins Gesicht: „Ich habe ja noch ein paar Wochen Zeit zum Lernen.“


Sportliche Performance am See: Daniel Bleicher und Sebastian groß sind superfit und ganz schön mutig.

B

eide Supersportler haben 2009 den Trainerschein c „Turnen-Fitness-Gesundheit“ gemacht. daniel bleibt durch das Studium leider keine Zeit mehr für sein bisheriges Engagement als Jugendtrainer in Gauting. Aber Sebastian war bei der Ferienbetreuung „Summerchallenge“ in Starnberg aktiv, bietet in seiner in Tutzing gegründeten Geräteturnmannschaft ein „Power-Fit-Programm“ an und ist Bodenturntrainer der „cheerleading-Mannschaft“ und ihrer Unterabteilung „Partner-Stunt“. Ganz normale Vereinssportler sind die beiden Freunde also wirklich nicht. Schon, weil sie den Kitzel des Extremen lieben. Beide tauchen, sind drachen geflogen und Fallschirm gesprungen.

Skaten, Kanu fahren, Snow- und Wakeboarding und Freestyle Skiing kennen sie schon, als nächste coole Freestyle-Sportart kommt Kite-Surfing dran. Und gibt es etwas, was die beiden cracks nicht machen würden? „Bungee springen!“, kommt es unisono. „das ist echt ungesund, denn da können einem die Adern in den Augen platzen.“ Aber ein bisschen Risiko gehört schon immer dazu, und Angst ist eher gesund bei solchen Experimenten. Und wie reagieren die Leute auf ihre See-Kapriolen? „Alle freuen sich und feuern uns an“, beteuern beide. Wirklich alle? „Einer hat mal rumgestresst, weil da auf dem Schild vor dem Steg stand: ‚Fahrradfahren verboten!‘“

METZgEREI LuTZ, PöcKIng

Advertorial

Inspiration und Sinnesfreude

171

Gramm pro Tag, 1,2 Kilo in der Woche. So viel Fleisch isst jeder deutsche im durchschnitt jährlich. Gut, wenn man sich dann auf die Top-Qualität eines Familienbetriebs wie Lutz in Pöcking verlassen kann. die schätzt auch Susann Krüger. Seit einem guten halben Jahr verstärkt die Köchin mit Meisterbrief das Küchenteam. dass sie direkt an der Quelle arbeiten kann, begeistert sie. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Ingrid Hotzy und Heidi Grögeder entwickelte sie neue Köstlichkeiten für den Mittagsimbiss. denn die Kunden ernähren sich heute gern auch gesundheitsbewusst. Nun sind die Speisen leichter und neben regionalen Klassikern auch international. Zum Beispiel das Rindfleisch-Kokos-curry, ein WeißkohlApfel-Salat, der Fisch-Garnelentopf! Alle Änderungen betreffen nicht nur den Mittagstisch, sie beleben auch den beliebten Partyservice. „Natürlich wird es weiterhin Spanferkel, Schweinebraten, die bayerische Brotzeit geben“, betont Metzgermeister Oliver Lutz, „aber eben auch ein internationales Fingerfood-Buffet.“ Im Haus wird noch selbst geschlachtet, so stressfrei wie möglich mit Achtung vor der Kreatur. Oliver Lutz erklärt: „Ich weiß, wo die

Tiere herkommen, wie sie gefüttert und gehalten werden.“ Er arbeitet mit den Landwirten von der regionalen Vereinigung „Unser Land“ zusammen, die alle streng auf die respektvolle Aufzucht achten. So werden die Kälber nur mit Vollmilch und Heu vom eigenen Hof gefüttert. der regionale Kreislauf wird eingehalten: heimisches Futter, heimische Tiere, heimische Produktion. das schmeckt man einfach.

metzgerei lutz Hauptstraße 26, 82343 Pöcking Tel. 08157 10 90 www.metzgerei-lutz.com

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 59


/ Architektur

Neue Wohn(t)r채ume SPANNENDE ARcHITEKTUR, MODERN, NIcHT ANMASSEND UND MIT DEM zIEL, LUFT UND LIcHT INS HAUS zU HOLEN: DIE HANDScHRIFT DES JUNGEN ARcHITEKTEN nicOlai baehr AUS STARNBERG

60 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Fotos: Wolfgang Pulfer, Andreas Hoernisch

WOHNEN AM SEE


Kreativer Planer: Von Diplom-Architekt nicolai Baehr, 40, geplant und realisiert ist das moderne Haus in Starnberg mit drei eigenständigen Wohneinheiten. Im Loft lebt er selbst.

G

leich zwei erstklassige Jobs standen zur Auswahl: die Schauspielerei und die Architektur. Nicolai Baehr, 40, hat sich dann für die Familientradition entschieden, für den Beruf des kreativen Baumeisters in dritter Generation. Es war das Vernünftige, sagt er heute und schafft nun Traumräume statt Bühnenträume. Wie der Großvater, seine Mutter Hella Baehr-Rödel und Vater Bertold. Zum renommierten Architekturbüro mit Sitz in Söcking gehören noch die Architekten Roman Schaffner und Barbora Bulla aus Prag. „das schauspielerische Element kann ich in meinem Beruf trotzdem gut einbringen“, erklärt der junge Architekt lachend, „denn schließlich muss ich häufig in die Rolle meiner Auftraggeber schlüpfen, um ihren Wünschen nachzuspüren.“ Wie ein guter Schauspieler bringt er dabei seine charakteristische Handschrift ein, die vor allem eines will: Licht und Luft in die Räume holen mit viel Glas, einer offenen Gestaltung und leichter Eleganz. „das Spannende in meinem Beruf ist die Tatsache, dass jeder Mensch täglich 24 Stunden von Architektur umgeben ist. Es ist eine Herausforderung, ein möglichst gutes Umfeld zu schaffen. Mein Anspruch ist hoch. Und der Idealismus ebenso, besonders wenn es um urbane Räume geht“, sagt Nicolai Baehr. Schon vor Jahren hat der mehrfach prämierte Architekt mit seinem Team einen Entwurf vorgelegt, wie die düstere Bahnhofsunterführung in Starnberg endlich Weitblick und Leichtigkeit bekommen könnte. Eine luftige Fenstergalerie mit Seeblick, viel Licht und Glas auch nach oben, so der Plan. Nach sieben Jahren gibt es nun tatsächlich grünes Licht für die Renovierung. Bahn und Stadt wollen die „Tunnel-Erleuchtung“ noch 2012 im Starnberger 100-Jahre-Jubiläumsjahr umsetzen.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 61


WOHNEN AM SEE

/ Architektur

Großzügig und autark

Fotos: Architekturbüro Baehr-Rödel (2); Andreas Hoernisch (2)

DAS LoFT besitzt mit der offenen Küchenzeile einen zentralen Platz (Foto oben und kleines Foto rechts). Hier lebt der Architekt selbst. DER VoREnTWuRF für ein Haus in Hanglage, unweit von Starnberg (Skizze unten). Terrassenförmig fügt sich das moderne Flachdach-Ensemble mit vielen Freisitzen in das Gelände. Hier die Perspektive Gartenseite von Süden. DIE REALISATIon In Arbeitsgemeinschaft mit dem Landschaftsplaner christian Ufer gewann Nicolai Baehr den Wettbewerb zur Bebauung des ehemaligen Bahnhofsgeländes in Thalkirchen (Foto rechte Seite).

62 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


s

ich den lokalen Bauvorschriften unterwerfen und dabei ein Haus konzipieren, das seinem talent und Anspruch trotzdem entspricht – diese diffizile Aufgabe hat Nicolai Baehr, der drei Jahre frei beim pariser stararchitekten Jean Nouvel gearbeitet hat, in der seeregion schon mehrfach gelöst. Vor allem in „OttoUno“, einem großen Haus mit quadratischem Grundriss und drei eigenständigen Wohneinheiten darin. Vom Keller bis ins erste Obergeschoss bilden zwei symmetrische Doppelhaushälften eine feine Einheit, über beide spannt sich ein eigenständiges Loft unter dem niedrigen Zeltdach. Eine externe Eingangstreppe führt in die großzügige, völlig offen gestaltete Wohnung. tageslicht strömt an drei seiten durch die riesigen Glasfronten, nur die Nordseite ist geschlossen, und japanische schiebewände ermöglichen eine lebendige, weil veränderbare Raumsituation. Das ganze Haus wird mit einer innovativen Luft-WasserWärmepumpe beheizt. Das prinzip funktioniert wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Die temperatur der Außenluft wird genutzt, um ihr Energie zu entziehen, die dann zum Heizen von Warmwasser und der Niedertemperaturheizung dient. Die so gewonnene temperatur wird an den Wasserkreislauf abgegeben und die gekühlte Luft nach draußen zurückgeführt – das Ganze ökologisch und autark. in der penthouse-Wohnung von „OttoUno“ in starnberg lebt Nicolai Baehr selbst, während er mit seinem team im elterlichen Haus arbeitet. Das lässt sich ebenfalls sehen, schließlich ist es die denkmalgeschützte söckinger „Villa Krauss“ mit Zierfachwerk, Erkerturm und einer malerischen Laube im Obergeschoss. Das Haus von 1898, nach den plänen von Eugen Drollinger für den Münchner ingenieur Krauss erbaut, steht auf einem steilen Hanggrundstück mit herrlichem see- und panoramablick. Baehrs Eltern hatten die Villa erworben und sorgsam renoviert, als er noch ein Junge war.

FEINES EIGENES SKURRILES KÖSTLICHES BESONDERES GEMÜTLICHES und viele schöne Dinge mehr.

ANNE GEUTING

St. Heinrich Beuerberger Strasse 2 Öffnungszeiten: www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 63 Tel. 0 88 01 - 91 52 744 Di - Fr 10.00 - 18.00 Uhr www.anne-geuting.de Sa 10.00 - 16.00 Uhr


WOHNEN AM SEE

/ Architektur

Pläne mit Panorama – nicht nur am See

64 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Fotos: Architekturbüro Baehr-Rödel

„Alt und neu harmonisch zu verbinden, ist in unserer Region eine wertvolle Aufgabe“, sagt Nicolai Baehr, schließlich habe es gute Architektur zu allen Zeiten gegeben. Trotzdem: Stehenbleiben ist keine Lösung. Eine Ambition, die er während seines diplomstudiums und der Pariser Zeit beim berühmten Kollegen Jean Nouvel verfeinert hat. Als der den Auftrag für die Schweizer Landesausstellung Expo.02 in Murten erhielt, entwickelte Baehr dazu in Eigenregie ein Ausstellungsmobil, das vor der Eröffnung als Tourneepavillon via Truck durchs Land zog. Gestaltet wie ein gigantischer Asia-Lampion – oder eine Raupe, bevor der Schmetterling schlüpft – barg das Innere eine so überraschende wie informative Lichtinstallation. Fortschritt unter Berücksichtigung des Gelebten und der Umwelt ist für Nicolai Baehr ein Anliegen, das auch in seiner neuen Firma „Necologix“ zum Ausdruck kommt. das ambitionierteste Projekt hier ist Planung und Bau des höchsten öko-Hotels der Welt in der Everest-Region. denn die ist durch den stark anwachsenden Tourismus völlig überlastet. ökologische Baustoffe aus der Region, dazu eine alternative Energieversorgung, ein Baustil, der Kultur und Natur Nepals respektiert – bereits in der Anfangsphase haben diese Pläne eine Auszeichnung von der UNEScO erhalten. Wegen Architektur-Maximen, die Nicolai Baehr nicht zuletzt als Familientradition pflegt. Barbara Kraus

AD AcTA gelegt werden musste der verwegene Plan „Hotelprojekt/Werftgelände Starnberg“, das wie ein Schiff in den See hinein geplant war (Skizze ganz oben). In FRüHER PLAnung steckt das ambitionierte Projekt eines Öko-Hotels am Mount Everest (Skizze links). REALISIERT wird noch 2012 der Entwurf von Nicolai Baehr für die Tunnelunterführung in Starnberg (Skizze oben). üBERDAuERT hat die „Villa Krauss“ in Söcking, die von den Eltern Baehrs renoviert wurde.


Advertorial

„H&W“ unD DER „WERKSTATTLADEn“ In SEESHAuPT

Mit Blick für das Besondere

W

as hat der wundervolle Stummfilm „The Artist“, Oscar-Sensation 2012, mit Mode und Friseurkunst in Seeshaupt zu tun? das Erfolgsrezept ist ein und dasselbe! Man nehme Traditionswerte und übersetze sie attraktiv ins Heute. „Wir lieben die Handwerkskunst und nutzen dieses Wissen für zeitgemäßes design“, erklärt Ulrike Teterycz ihr Kreativkonzept. Ob im „Werkstattladen“, dem kleinen Mode-Reich an der Hauptstraße, oder bei „H&W“, moderner Friseursalon mit 100 Jahre Tradition – beide Geschäfte zeigen wie kluges Handwerk modern und hochwertig aussehen kann. Peter Reischl beweist es täglich mit exzellenter Haarschneidetechnik und großem Frisurenstyling. Seine Kunden schätzen das innovative Salonkonzept inklusive Mode-corner, in dem neben Outfits und Accessoires für damen auch ausgesucht schöne Herrenmode hängt. Zum Beispiel federleichte Strickpullover des britischen Kultlabels John Smedley. Oder die jungen Hemden des klassischen Herrenhemdschneiders Aglini aus Italien. Etwas Besonderes, das nicht überall zu finden ist – mit dieser Maxime geht designerin Ulrike Teterycz auf Stil- und Schatzsuche. der Lohn: Werkstattladen und Mode-corner gelten inzwischen als modischer Geheimtipp. Oder kennen Sie schon die wunderschönen Kleider der neuen Insider-Entdeckung Rabens Saloner mit Anleihen aus der asiatischen Handwerkskunst?! Traumhaft, die langen Kleider in Batik-Optik (Foto links), so entspannt wie elegant. Oder Blusenshirts von „Mu“ in angesagtem Minimaldesign. Und ganz aktuell für die kommende Herbstsaison: aparter Strick von „blame“, Shootingstar der letzten Fashion Week in Berlin. Für Stilisten ist Seeshaupt eben jeden Ausflug wert.

100 Jahre Tradition! Und dazu Events, die das besondere Angebot von „H&W“ und „Werkstattladen“ attraktiv verbinden Sonntag, 29. Juli, 13 – 18 Uhr: flower power Shopping Samstag, 1. September, 19 – 24 Uhr: fall/winter style night Wies’n Samstag, 29. September, 14 – 18 Uhr: Zöpfe & more Sonntag, 2. Dezember, 13 – 18 Uhr: cosy woolen Shopping

h&w

werkstattladen

Hauptstraße 14 82402 Seeshaupt Tel. 08801 753 Öffnungszeiten: Di bis Fr 9 – 18 Uhr Sa 9 – 13 Uhr

Hauptstraße 11 82402 Seeshaupt Tel. 08801 91 58 60 Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18 Uhr Sa 10 – 16 Uhr

www.facebook.com/huw.seeshaupt www.huw-seeshaupt.de

www.facebook.com/werkstattladen www.werkstattladen-seeshaupt.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 65


AUTOREN ExTRA

/ Jubiläum

Franziska Sperr

Stadttag „Stumm vor Glück“ heißt der erste Erzählband von Franziska Sperr. Ein großes Glück bedeutete für sie privat die Freundschaft zu einem älteren Herrn. Und die war ganz und gar nicht sprachlos, sondern erfüllt von Geist, Humor und Herz. Am 22. August 2011 starb dieser wunderbare Herr aus Münsing, an den sie hier erinnert

E

s kommt vor, dass ich nachts seine Stimme höre. dann setze ich mich im Bett auf und mache Licht. Ich könnte schwören, es war seine Stimme, gerade eben und ganz nah an meinem Ohr. Aber sobald ich das Licht angemacht habe, bin ich mir sicher, dass er nicht da ist. Natürlich nicht. Es gibt dinge zwischen Himmel und Erde … dass man die Stimme eines Toten hört ist seltsam, aber irgendwie gar nicht traurig in jenem Moment, einfach nur seltsam. Normalerweise höre ich keine Stimmen. Aber seine Stimme einfach so, traumlos und ohne Vorwarnung? In den mehr als vierzig Jahren, die wir uns kannten, haben wir viel miteinander geredet, seine Stimme war immer präsent. Zuerst war ich noch ein Kind, da lebte mein Vater noch, der mit ihm befreundet war. dann war ich ein Jahr Teenager, und mein Vater starb. Ich wurde langsam ein bisschen erwachsen, und irgendwann war er mein enger, väterlicher Freund. Vaterersatz, hieß es im Freundeskreis. Na und? Wir fingen an länger miteinander zu reden, einander zuzuhören. Oft habe ich ihn um Rat gefragt, bei wichtigen und unwichtigen Entscheidungen. Mit stets gleich bleibender Geduld und Konzentration wandte er sich meinen wirklichen und meinen vermeintlichen Problemen zu. Wenn irgendwas war, haben wir miteinander gesprochen, und wenn nichts war auch. Oft verdrehte er absichtlich den Sinn oder mir die Worte im Mund, dann legte er seine Augen in die Schräge und wartete auf meine Reaktion. Spitzbube! Mein Leben wurde eine Zeit lang unruhig, ich lebte im Ausland, dann sieben Jahre, jetzt mit Familie, in Berlin. Wenn wir uns wiedersahen, fremdelten wir ein wenig. Unser Gespräch kam dann nur holprig wieder in Gang. Er sagte, je öfter man miteinander redet, desto mehr hat man sich zu erzählen. die meisten würden wohl im Gegenteil behaupten, dass doch irgendwann alles gesagt sei, dass das Fass erst wieder gefüllt werden müsse, bevor wieder ausgeschenkt werden könne. Klingt logisch, ist aber Unsinn! dann zog ich mit meiner Familie zurück an den See. Mit dem Fremdeln war es ein für alle Mal vorbei, denn es gab fast an je-

66 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

dem Tag irgendetwas zu besprechen. Wichtiges und Unwichtiges. Manchmal verabredeten wir uns, um in die Stadt zu fahren, Besorgungen zu machen, Erledigungen abzuhaken, irgendwo etwas abzugeben, Filmkassetten, die schnell auf einen Schneidetisch mussten, Jackenärmel, die beim Schneider verlängert oder gekürzt, Schuhe, die besohlt, Zeichenblöcke, Zeichentusche, Zeichenstifte, die in einschlägigen Geschäften gekauft werden mussten. Und Pralinen von Elly Seidl, ganz wichtig! Wir nannten das „einen Stadttag machen“. das Land hinter uns, hinein in die Stadt. Ich liebte diese Stadttage. Es waren Tage, auf die ich mich freute, ich fühlte mich, wie in manchen Momenten als Kind, leicht und unbeschwert. Um halb zwölf, sagte er, komme ich vorbei und hol dich ab. Um elf stand ich schon bereit, die Haustür einen Spalt offen, damit ich das zarte Motorengeräusch des flaschengrünen Jaguars, den knirschenden Kies unter den Reifen hören und aufspringen konnte. Er wäre sonst ausgestiegen, hätte geduldig gewartet, Handtasche, Brille, Schlüssel, er hätte mich zur Beifahrertür geleitet, den Schlag geöffnet. Ich wollte das nicht. Vielleicht wollte ich vor den Nachbarn kein Aufheben machen. An einem solchen Tag sprang ich ihm entgegen. der Jaguar rollte heran, die Haustür hatte ich bereits abgeschlossen. Ich sprang ihm entgegen, sozusagen ins Auto hinein. die drei Stufen hinunter, um dem Wagen herum, da hatte ich schon den Türgriff in der Hand, bevor er zum Stehen gekommen war. Aus schierer Lebensfreude, und um ihm zu zeigen, dass preußische Pünktlichkeit keineswegs nur Sache der Preußen ist. Wir fuhren. Es war Sommer. Ein sonniger Tag. Helle Ledersitze, weicher, cremefarbener Velours unter unseren Füßen. Wir redeten viel und das Auto fuhr schnell. Auf der Autobahn, kurz vor München, rief ich: „Hey, hier ist 80! du wirst gleich geblitzt!“ „Wieso? Ich dachte 180!“, antwortete er mit gespieltem Ernst. King of Kalau. Komisch, dachte ich, diese Ledersitze riechen irgendwie komisch. Und ich dachte, dass es vielleicht ein Zeichen besonders qualitätvoller Ledersitze sei, und dass die sicher so riechen müssten. Ich nahm meine Handtasche vom Boden auf den Schoß, um nachzusehen, ob ich den Garantieschein für


einen Umtausch im Geldbeutel hätte. Dann stellte ich die Handtasche zurück neben meine Füße. Es roch nicht gut. Ich blickte ihn an, sein Profil gab keine Auskunft. Ich sagte: Es riecht merkwürdig, findest du nicht? Er sagte: Ich rieche nichts. Wir redeten über etwas anderes. Es war grauenhaft! Auf meinem Schoß, am Boden meiner Handtasche und an meinen Schuhen. Das Schlimmste aber war der breit getretene Hundehaufen auf dem hellen Velours. Es musste beim Einsteigen ins Auto passiert sein. Eingeschleppt und breitgetreten. Bevor die Schrecksekunde vorüber war und ich das Malheur melden konnte, waren wir angekommen, er sagte, ich solle im Auto warten, er müsse nur schnell etwas abgeben. Lange drei Minuten saß ich allein im Auto. Ich und der verteilte Hundehaufen. Ich drehte die Scheibe runter, suchte nach Tempo-Taschentüchern, spuckte darauf, rieb und wischte. Aber alles wurde nur schlimmer. Als er zurückkam, beichtete ich. Er lachte. Es war ein ehrliches Lachen, herzlich und frei. DAS, rief er, IST DOCH DAS LEBEN! IST ES NICHT WUNDERBAR? UND ES BRINGT GLÜCK! Es war nichts Künstliches daran, es kam ihm aus der Seele. Es war ohne jede Ironie, liebevoll. Wir fuhren die nächste Tankstelle an und hielten vor einem Eimer Wasser. Mit einem Schwamm beseitigten wir das Gröbste. Dann machten wir unseren Stadttag. Meinen Rock ließ ich in einer Umkleidekabine zurück, wir kauften einen neuen. Meine Schuhe hielt ich im „Vier Jahreszeiten“ unter die elektrische Schuhbürste – er kannte sich aus und wusste, wo die stand. Dann die Pralinen bei Elly Seidl. Den Velours säuberte irgendwann seine Autowerkstatt. Viele Jahre später, als ich ihn einmal in meinem Auto nach München fuhr, erinnerte ich ihn an diese Szene, hob seine bewundernswerte Reaktion, die selbstverständliche Großzügigkeit hervor, die er bei dieser Gelegenheit gezeigt hatte. Ich glaube, er verstand mich nicht einmal. So selbstverständlich war das für ihn. Ist es ein Wunder, dass ich manchmal nachts seine Stimme höre? Februar 2012

Träume sind unsere Passion, Erfahrung und Wissen unser Handwerkszeug, Qualität unser Versprechen!

Beim kochen verlassen Sie sich doch auch nicht auf die Fertiggerichte aus dem Supermarkt - oder? Sie wählen alles so aus, dass es Ihnen sicher schmeckt. Ein ganz persönliches, besonderes Menü, nichts wird dem Zufall überlassen. Denn Ihr Geschmack ist einzigartig. Warum also sollten Sie ausgerechnet bei Ihrer Urlaubsreise alles fertig von der Stange nehmen? Ihre Art zu reisen ist einzigartig! Genauso sollte diese doch auch geplant werden. Die Mitarbeiter der Starnberger Reise AG nehmen sich gerne die Zeit, Ihren Urlaub ganz individuell und persönlich zu planen. Seien Sie anspruchsvoll, denn wir sind es auch. Deshalb arbeiten wir bei der Planung und Durchführung Ihrer Reise auch nur mit Profis zusammen die Ihr Vertrauen wert sind. Ihre Reise sollte maßgeschneidert sein. Geniessen Sie unseren Service in einer unserer Geschäftsstellen in Ihrer Nähe. Wir freuen uns auf Sie! Reiseagentur 3en]berg

GO City Center

Bahnhofstr. 8, Penzberg

Reiseagentur Starnberg

franziska sperr Natürlich erinnert die Schriftstellerin und Journalistin aus Berg hier an den unvergesslichen Humoristen und Künstler Vicco von Bülow, der 87-jährig am 22. August 2011 verstorben ist. Der Spiegel schrieb tags drauf: „Loriot war einer der größten deutschen Künstler unserer Zeit, ein feiner Mensch mit einem Hang zur Perfektion ... sein Tod (ist) daher nur äußerlich: Unsterblich ist er längst.“

GO City Center

Maximilianstr. 24, Starnberg

Reiseagentur Tutzing

GO City Center

Hauptstr. 52, Tutzing

Luitpoldstr. 1, Söcking www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 67 www.sta-ag.de Tel.: 08151-26866-0


NATUR

/ Galerie Edwin Kunz

Drama bitte! DER SEE IST NIcHT IMMER NUR BILDERBUcH UND SONNENScHEIN. GERADE, WENN ES STÜRMT, WENN ER SEIN WASSER ÜBER DIE UFER PEITScHT ODER SIcH IN NEBEL HÜLLT, ENTWIcKELT ER URGEWALTIGE ScHÖNHEIT. edwin KunZ HAT SIE IN SEINEN FOTOGRAFIEN EINGEFANGEN

68 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 69


NATUR

/ Galerie Edwin Kunz

Mächtige Wolkenspiele und dunkles Wasser in theatralischer Bewegung – der Starnberger See

70 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


besitzt diese ungewöhnlichen Momente. Eindrucksvoll und manchmal auch Furcht einflößend

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 71


NATUR

/ Galerie Edwin Kunz

Menschenleer, stimmungsvoll in Eis erstarrt und oft auch abweisend: Die andere See-Seite

Edwin Kunz, 1954 in Starnberg geboren, wuchs in Leoni auf. Er studierte in großbritannien und arbeitete als Fischpathologe in Schottland. nach seiner Rückkehr begann er, den Starnberger See zu fotografieren – zu allen Jahreszeiten. gerade erschienen ist sein opulenter Bildband mit Texten von namhaften Autoren wie Josef Bierbichler oder Friedrich Ani. „Starnberger Seeflimmern“, 176 S., Verlag Atelier im Bauernhaus, 39,90 €.

72 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Gira Revox Studio Augsburg Exklusive Lösungen für mehr Wohnkomfort

Anzeige

Mit intelligenter Gebäudetechnik von Gira und modernen Home-Entertainment-Systemen von Revox beginnt die Zukunft schon heute. In unserer Region ist Elektromeister Anton Hieber aus Schwabmünchen der Experte rund um technische Innovationen für das eigene Zuhause. In seinem Gira Revox Studio in Schwabmünchen und als Kooperationspartner der Reisenberger Galerien in München (www.reisenberger.de) zeigt Anton Hieber nur das Neuste und Beste, was der Markt heute zu bieten hat. Alles getreu nach dem Motto: ansehen, ausprobieren und live erleben. Beratung als Erlebnis Gehobenes Ambiente, spannende Informationen zur Realisierung individueller Wohnkonzepte, Produktlösungen in ausgezeichneter Qualität und bestem Design – das Gespräch mit Anton Hieber begeistert private Immobilienbesitzer genauso wie Architekten und Gebäudeplaner. Exklusivität individuell genießen Ob Villa am Stadtrand, Penthouse in der Innenstadt oder Ferienhaus am See – mit intelligenter Vernetzung von Haustechnik und Multimedia-Systemen lassen sich die außergewöhnlichsten Ideen umsetzen. Und exklusive Ansprüche an den individuellen Wohnkomfort erfüllen. Unzählige Möglichkeiten Die individuelle Planung und Installation innovativer Gebäudetechnik ist eines der Spezialgebiete von Elektromeister Anton Hieber. Er stattet Gebäude dabei mit einem

elektronischen „Nervensystem“ und einem leistungsfähigen „Gehirn“ aus, um alles manuell oder automatisch nach voreingestellten Parametern zu steuern. Einfacher geht’s nicht Bedient werden die gesamten Systeme über kleine Kontrolleinheiten in den einzelnen Räumen, über zentrale Touchscreens oder – und das ist der Clou – sogar über iPad, iPhone oder iPod touch.

Gira Revox Studio Augsburg Anton Hieber GmbH & Co. KG Luitpoldstrasse 10 86830 Schwabmünchen Tel. (08232) 9626-0 www.elektrohieber.de info@elektrohieber.de www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 73


Wohnen

Arbeiten

Gastronomie

Hotel

INNENARCHITEKTUR Kompetente Beratung und individuelle, ganzheitliche Planung mit einem hohen Maß an persönlichem Engagement zur Schaffung einzigartiger Wohlfühlmomente für anspruchsvolle und bewusste Menschen. Dies ist unser Anspruch seit 19 Jahren, so Christoph Junker, Geschäftsführer von Objekt Consult Interior. Über 300 private wie gewerbliche Großobjekte, die in Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien und den USA in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Hotel ausgeführt wurden, stehen für unsere Erfahrung, Innovation und Professionalität.

GANZHEITLICHE PLANUNG UND PROFESSIONELLE AUSFÜHRUNG OBJEKT CONSULT INTERIOR, STARNBERG 74 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


ANZEIGE

Wohnen

Arbeiten

Gastronomie

Hotel

MÖBELKOLLEKTIONEN In den großzügigen Ausstellungsräumen von Objekt Consult Interior finden Sie Ideen und Konzepte, man erlebt und fühlt Visionen. Nachhaltiges Planen und eine präzise Ausführung mit international anerkannten Möbelkollektionen sind ein weiterer Garant für Ihr neues individuelles Einrichtungskonzept. Sie haben den Wunsch nach Veränderung: Das Team von Objekt Consult Interior steht Ihnen mit Ideen und viel Einfühlungsvermögen zu Verfügung. Wir freuen uns auf einen ersten Besuch in unserem Showroom, gerne auch individuell nach Terminabsprache bei Ihnen vor Ort.

OBJEKT CONSULT

Innenarchitektur & Möbelkollektionen Würmstraße 4 82319 Starnberg T e l : 0 81 51.3 60 6 - 0 www.objektconsult.de

Ö ff nu n g s z e i te n Mo – Fr 12 – 19 Uhr Gerne auch nach Terminabsprache www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 75


Natur am see

/ Vögel und Fische

Kennst Du die? Nicht wirklich, schon gar nicht mit Namen ... Deshalb hier ein Ausflug in die Tierkunde zu Vögeln und Fischen, die man am Starnberger See und Ammersee beobachten kann. Mit Glück, Geduld und Wissen text: Christine Schulz. FAchliche BerAtung: Christian Niederbichler und Franz Wimmer, Gebietsbetreuer Ramsar-Schutzgebiet Ammer- und Starnberger See, ein Förderprojekt von Bayerischem Naturschutzfonds und EU sowie Dr. Christoph Mayr, Bayerisches Landesamt für Umwelt, Bereich Fisch- und Wasserökologie

Die da oben ... ... und die unten Er ist der drolligste unter den Seebewohnern und sein zweiter Name sagt warum: „Rußnase“ oder „Vimba vimba“. Seine typischen Merkmale: der vorgewölbte Oberkiefer, ein spindelförmiger Korpus, silbrig-graue Flanken und sein heller Bauch. Und das Beste: Er sieht aus, als ob er eine dunkle Stupsnase im Gesicht trägt. Eigentlich liebt der Seerüßling fließendes Gewässer, weshalb sein Vorkommen im Starnberger See auch ungewöhnlich ist.

76 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Illustrationen: Enno Kleinert

seerüssliNg


SCHILFROHRSÄNGER Auffällig an dem sonst unscheinbaren olivbraunen Vogel sind die weißen Federn über den Augen – wie Brauen. Der kleine Schilfrohrsänger klettert auf Halme und startet von dort seinen Singflug: ein metallisches Knarren, unterbrochen von Dreierpfiffen wie „pfi pfi pfi“, „tri tri tri“ oder den nachgeahmten Rufen anderer Vögel. Im Winter mag’s der Insektenfresser tropisch warm und fliegt nach Westafrika. Ein Zehntel des stark geschrumpften Gesamtbestandes in Bayern ist wieder im Schilf am Ammersee-Südende heimisch.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 77


/ Vögel und Fische

PIROL

BLAUKEHLCHEN

Bis auf die schwarzen Flügel ist er gelb wie ein Kanarienvogel und doch bekommt man ihn selten zu sehen. Vicco von Bülow entlieh seinen Künstlernamen dem Wappentier seiner Familie, denn im Französischen heißt der amselgroße Sänger „loriot“. Rund ein Dutzend Paare dieser eigentlich tropischen Insektenund Beerenfresser lassen sich zwischen Anfang Mai und August am Ammersee-Südende zum Brüten nieder, bevor es zum Überwintern wieder nach Afrika geht. Die melodischen Flötentöne des Pirols ähneln einem „düdlio“ oder „flo flü flö“ (was wiederum einen Bezug zu Loriot herstellen könnte). Ihre napfförmigen Nester hängen hoch oben in den Astgabeln der Bäume.

Selbst wer lange am Ufer des südlichen Ammersees ausharrt, braucht großes Glück, um einen dieser seltenen Vögel zu entdecken. Blaukehlchen leben zurückgezogen im Schilf, um sich vor ihren Feinden wie Specht, Habicht und Marder zu schützen. Anfang April kommen sie nach dem Überwintern am Mittelmeer oder in Nordafrika zurück. Manchmal hört man die kleinen Insektenfänger singen: ein pfeifendes „hüd“ oder knarzendes „törrk“. Sie sind jedoch auch hervorragende Stimmenimitatoren. Und eine Augenweide: Das braun-graue Federkleid des Männchens ist an der Kehle kornblumenblau mit weißem oder rotem Stern in der Mitte, zwischen Kopf und Bauch zieht sich ein rotes Band.

RAPFEN

SEEFORELLE

Der „Aspius aspius“ ist auch bekannt als „Schied“ und neben Hecht und Zander einer der Räuber im Ammersee. Der verlängerte Unterkiefer seines zugespitzten Kopfes besitzt einen Höcker, der in eine Kerbe des oberen Kiefers passt. Der Rücken des Rapfen ist dunkeloliv bis blau, Brust-, Bauch- und Afterflossen sind rötlich. In seiner Jugend ernährt er sich von Planktonkrebsen und wirbellosem Kleingetier, später geht er auf die Jagd nach Fischen. Als Jungfische leben sie gesellig, mit zunehmendem Alter werden sie zu Einzelgängern. Die Ammerseerapfen wandern zum Laichen die Ammer hoch.

Die erste im Bund der Süßwasser-Lachsarten in unseren Seen: Die „Salmo trutta forma lacustris“ mit blaugrau bis grünlich-grauem Rücken und silbrigen Flanken trägt schwarze Punkte und steigt zum Laichen von Oktober bis Dezember in die Zuflüsse der Seen auf. Zur Laichablage graben die Rogner (Weibchen) dort mit festen Schwanzschlägen bis zu 30 cm tiefe Gruben in den Kies, in denen die „Milchner“ (Männchen) die Eier dann besamen. Seeforellen sind Raubtiere: Sie fressen andere Fische, sogar die eigenen Artgenossen und können dabei sehr groß werden: Im Königssee wurde sogar einmal ein Fisch mit 27,5 Kilo und 1,25 Meter Länge gefangen.

78 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Illustrationen: Enno Kleinert

NATUR AM SEE


FlussseesCHWalBe

BeKassiNe

Sie trägt eine schwarze Kappe auf dem sonst weißen Kopfputz. Auch mit ihrem roten Schnabel, der in einer schwarzen Spitze ausläuft, und den roten Beinen ist die Flussseeschwalbe einer der elegantesten Wasservögel. Sie brütet auf den Kiesbetten von Fluss- und Seeufern. Dort wurde sie vielerorts von hochwasser oder Badenden vertrieben. Am Starnberger See leben nun wieder ca. 130 Exemplare, seit in der Bucht vor St. heinrich ein Nistfloß mit Kiesbett verankert wurde. Auch am AmmerseeSüdende gibt es eines. Es versteht sich von selbst, dass man sie dort nicht stören darf! Die Flussseeschwalben brüten zwischen April und August und ziehen dann weiter nach Afrika. Die Jungvögel bleiben dort drei, vier Jahre und kommen erst zur Fortpflanzung wieder zurück. Bayernweit gibt es nur noch 500 der insekten- und Fischjäger, die ihre Beute im Sturzflug fangen.

Wer meckert denn da? Ein eigenartiges Geräusch ertönt, wenn sich ein Bekassinen-Männchen zur Balz oder Revierverteidigung vom himmel stürzt. zwei besondere Schwanzfedern lassen dann die luft vibrieren. Deshalb heißen sie im Volksmund „himmelsziegen“. Dass es rund 50 paare dieser in Deutschland vom Aussterben bedrohten, kaum drosselgroßen, braun-beige gesprenkelten Vögel mit den hellen längsstreifen im Gefieder wieder am Ammersee und Maisinger Weiher gibt, ist der Arbeit der Naturschützer zu verdanken. Seit die Streuwiesen, vor allem im Ampermoos, wieder gemäht werden, haben sich die Bekassinen wieder vermehrt. ihre Nester verstecken sie am Boden. Mit dem pinzettenartigen Schnabel picken sie sich Muscheln, Schnecken und Würmer aus dem Schlamm am Seerand.

reNKe

maireNKe

Sie ist der „Brotfisch“ am Ammer- und Starnberger See: die im Freiwasser lebende „Schwebrenke“, anderswo auch bekannt als Felchen oder große Maräne. Der schlanke „coregonus lavaretus“ mit silbrig glänzenden Schuppen kommt meist mit einer länge von 30 bis 35 zentimetern auf den Teller. Die Renke schmeckt nicht nur den Menschen, sondern leider auch den Kormoranen, weshalb viele Berufsfischer die schwarzen Vögel als plage bezeichnen. Die Salmonide frisst selbst planktonkleine Krebse, manchmal mehrere Tausend pro Tag. Genau das macht den Fisch reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die es sonst vor allem in Meeresfischen gibt. Am Grund des Ammersees lebt eine besondere Renkenart, der „Kilch“. Diese Bodenrenke ist weltweit einzigartig, ihr zoologischer Name „coregonus bavaricus“.

Die Mairenke, auch Seelaube genannt, ist mit der Renke nicht verwandt, sondern gehört zur Familie der Karpfen. Sie kommt in nur wenigen Voralpenseen vor und laicht im Mai, daher der Name. ihre Bestände sind gefährdet, deshalb gilt für sie die EU-FaunaFlora-habitat-Richtlinie, die die Mitgliedsstaaten zu besonderen Anstrengungen für den Erhalt verpflichtet. War sie früher in allen großen oberbayerischen Seen zu hause, gibt es sie jetzt fast nur noch im Starnberger See. Die stromlinienförmigen Fische mit dunkelgrünen bis stahlblau schimmerndem Rücken, silbrigweißen Seiten und Bauch können bis zu 50 zentimeter lang werden und sind klassische Freiwasserfische, die sich gern dicht unter der Oberfläche aufhalten.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 79


/ Vögel und Fische

EISVOGEL

KOLBENENTE

Man könnte ihn auch den „fliegenden Edelstein“ nennen, so farbenfroh schillert das Gefieder des Eisvogels: Orange-brauner Bauch und in allen blautürkisfarbenen Tönen funkelndes Rückengefieder. So verrückt es klingt, die Farben sind für den kleinen Vogel mit dem gedrungenen Kopf und spitzen Schnabel die beste Tarnung. Denn auf dem Wasser geht er farblich im Blau des Sees unter, sitzt er auf überm Wasser hängenden Zweigen verwischt sich die Farbe seines Bauches mit der des Gehölzes. Auffallend ist sein scharfer hoher Pfiff. Die Nester des Eisvogels, der sich von kleinen Fischen, Fröschen, Kaulquappen und Insekten ernährt, sind außergewöhnlich: Er gräbt zum Brüten bis zu einen Meter tiefe Erdröhren in steile Flussböschungen oder Uferhänge oberhalb des Wasserspiegels.

Dieser Wintergast ist wählerisch und lässt sich nicht an jedem See zum Überwintern nieder: Denn Armleuchteralgen, die Leibund Magenspeise der Kolbenente, wachsen nur dort, wo das Wasser wirklich sauber ist, also wie in unseren Seen. Mit ihrer „Zahnreihe“ am oberen Schnabel grasen diese Enten die Wasserpflanzen ab. Im Prachtkleid sehen die Männchen ein bisschen wie Punker aus mit fuchs- bis orangeroten, kolbenförmigen Kopf und dem karminroten Schnabel. Einige machen bei uns nur Rast, wenn die Steppenseen in Spanien, wo sie ihre Brutstätten haben, austrocknen. Andere haben sich auf Dauer bei uns niedergelassen.

SEESAIBLING

UKELEI

Ihn hat die Eiszeit überall hin getragen, sogar bis ins nördliche Eismeer. In den Alpen fühlt er sich auch in Bergseen bis auf 2 500 Meter Höhe wohl. Auffällig am Seesaibling ist der rote Bauch unter dem braun-grauen Rücken, bei den Männchen ist die Unterseite zur Laichzeit manchmal auch orange. Auf den Seiten trägt der Seesaibling gelbliche Punkte, die Flossen sind rötlich mit weißem Vorderrand. Der „Salvelinus alpinus“ kann bis zu 75 Zentimeter lang werden. Ihm schmecken Larven, Insekten und Muscheln. Er gehört wie die Renke zu den Salmoniden, den lachsartigen Fischen.

Schimmert es irgendwo im Uferbereich silbern, hat dort vielleicht eine Ukelei ihre Schuppen verloren. Die sitzen nämlich bei dem kleinen, schlanken Fisch mit den großen dunklen Augen recht locker. Deshalb wird daraus auch Fischsilber gewonnen zur Herstellung von Farbe, als Beimischung für Kosmetika wie Lidschatten oder Nagellack, denen sie perlmuttfarbenen Glanz verleihen. Die Ukeleien oder Lauben aus dem Ammer- und Starnberger See müssen dafür jedoch keine Schuppen lassen, sonst gäbe es sie auch bald nicht mehr, denn für ein halbes Pfund „SilberschuppenPerlmutt“ braucht man etwa eine Tonne Fisch. „Alburnus alburnus“ wird selten länger als 15 Zentimeter und sieht Heringen ähnlich. Lauben lieben es gesellig und sind deshalb in Schwärmen unter der Wasseroberfläche auch im Uferbereich unterwegs. Sie ernähren sich von Plankton, mögen aber auch kleine Insekten, die an der Wasseroberfläche schwirren.

80 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Illustrationen: Enno Kleinert

NATUR AM SEE


reiHereNte

PraCHttauCHer

Mit ihrem neckischen Federschopf am schwarzen hinterkopf, den gelben Knopfaugen und einem weißen Bauch sieht dieser kleine Wintergast richtig drollig aus. Die Reiherenten bevölkern den Starnberger See und Ammersee in der kalten Jahreszeit zu Tausenden. in Gruppen schaukeln sie draußen auf dem Wasser. Wer sie sich genau anschauen will, braucht einen Feldstecher. Sie können bis zum Seegrund tauchen, von dem sie sich kleine Schlammtiere und Dreikantmuscheln pflücken, deren Kalkgehäuse sie gleich mitfressen. So klein sie sind: Die Vögel haben mächtig power. Sie kommen bis aus Sibirien in unsere Region und legen dafür Strecken von bis zu 8 000 Kilometer zurück.

Grauer Kopf, rote Augen und Mut zum Mustermix: Mit den schwarz-weißen Nadelstreifen am hals, der schwarz-weiß gestrichelten Brust und dem wieder anders gemusterten Obergefieder trägt der prachttaucher seinen Namen zu Recht und ist einer der beeindruckendsten Wasservögel. Vogelfans und Ornithologen reisen extra an den Starnberger See, um ihn zu sehen, wenngleich er bei uns meist im Schlichtkleid auftritt. Rund 20 dieser Tiere, die fast die Größe einer Gans erreichen, überwintern hier regelmäßig. im Südteil des Sees, zwischen Ammerland und Seeshaupt, kann man sie manchmal vom Ufer aus beobachten. zuhause sind diese Vögel, die bis zu 50 Meter tief nach Krebsen und Fischen tauchen, in Skandinavien, Russland, Sibirien, ja sogar in arktischen Gewässern. Berühmt ist der „cry of the loon“, ihr durchdringender Ruf.

rOtauge

Waller

Schöne Augen macht auch der „Rutilus rutilus“. Die iris dieses leicht hochrückigen Karpfenfisches ist orange. Orange bis rot sind auch die Brust- und Bauchflossen. in der laichzeit errötet auch sein Bauch, der Rücken hingegen ist dunkel- bis blaugrün, die Flanken sind silbrig. Rotaugen, die bis zu 40 zentimeter lang werden können, gibt es in Süß- und Salzwasser. Sie kommen ebenso im Brachwasser der Nord- und Ostsee vor. Und sie fressen, was ihnen vors Maul kommt: Würmer, planktonkrebse, insekten, larven. Ruhiges, flaches und pflanzenreiches Ufergewässer ist ihr lieblingsrevier.

Riechen, schmecken, tasten sind die Talente des Wallers oder Wels. Die Sinnesorgane des „Silurus glanis“ sind dafür extra ausgebildet. Geschmacks- und Tastrezeptoren sitzen an den langen Barteln an Oberkiefer und Kopfunterseite ebenso wie an den lippen, im Maul und auf der Körperoberfläche. Der größte und gefräßigste unserer Seeräuber kann seine Beutetiere sogar mithilfe von Elektrorezeptoren über deren schwache elektromagnetische Felder erspüren. Seine Augen sind verschwindend klein, eigentlich braucht er sie nicht. Der schuppenlose Koloss, der bis zu 150 Kilo schwer und über drei Meter lang werden kann, frisst alles, was in sein großes Maul passt: Würmer, Fische, Mäuse, Frösche, Ratten, Vögel. Meist jagt er nachts, tagsüber versteckt er sich gern am Grund. Er kann bis zu 80 Jahre alt werden.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 81


Natur am see

D

/ Vögel und Fische

as Fünf-seen-land ist ein Vogelparadies

Boote, Surfer, Schwimmer, Ballonfahrer,

von internationalem rang. allein um

wilde Angler, steile ufermauern, all das macht Vögeln und Fischen das leben schwer. Dabei genießt die Seenwelt internationales Ansehen: Die „Vogelfreistätte Ammersee-Südufer“ ist Kernstück des weltweit bedeutsamen ramsarSchutzgebietes (benannt nach ramsar im iran, wo 1971 die Konvention zum Schutz wichtiger Feuchtgebiete beschlossen wurde) und zählt zum europäischen netz nAturA 2000. Deshalb: Verzichten Sie bitte auf Abenteuerausflüge ins Schilf und die Schutzgebiete.

den ammersee sind über 120 Brutvogelarten zu Hause, zum Beispiel im spechtwald bei riederau, am ammersee-südufer und in den raistinger Wiesen. Viele Vogelfans reisen besonders in den kalten monaten an den starnberger see, um dort den seltenen Prachttaucher zu beobachten. Hier überwintern über 10 000 Vögel, machen Zwischenstation auf der reise in den süden oder lassen sich nieder. auch im Wasser ist einiges geboten, denn in ammer- und starnberger see tummelt sich eine große Vielfalt an Fischen. unsere kleine galerie auf den seiten zuvor ist längst nicht vollständig, sondern als „anfütterung“

Wer seltene Vögel aus der nähe beobachten will, hat hier gelegenheit dazu: Auf dem holzturm am Ammersee-Südufer in Dießen. Oder bei geführten naturkundlichen Wanderungen des landesbundes für Vogelschutz. infos und termine: www.bayerntournatur.de und gebietsbetreuung Ammersee, info@ramsar-ammersee.de., tel. 08143/ 88 07, gebietsbetreuung Starnberger See, starnbergersee@lbv.de., tel. 08143/27 11 68.

für weitere Beobachtungen gedacht.

Genau bis ins Detail Sie haben sich sicher gefreut, über die wunderschönen zoologischen Aquarelle der Vögel und Fische. Der Künstler dazu: Enno Kleinert, ein Meister des feinen Strichs

sein spektrum ist weit: Von der landschaftsmalerei über umweltthemen und marinemalerei bis zu großformatigen Porträts. Der 72-jährige maler und illustrator enno Kleinert, der die Zeichnungen zu unserer Vogel-Fisch-galerie mit tusche und Wasserfarben so detailgenau geschaffen hat, ist ein bekannter Vertreter in seinem Fach. so waren seine motive für die Briefmarkenserie „großsegler“ der Deutschen Post 2005 ein renner und international die begehrtesten Briefmarken. aber nicht nur die Petitesse, auch das große Bild liegt dem gebürtigen Cuxhavener, der seit 1968 in münchen lebt. Der maler hat Berühmtheiten wie anna Netrebko, Papst Benedikt XVi. und eine reihe von Vorstandschef großer unternehmen porträtiert. mehr informationen zum Künstler: www.ennokleinert.de

82 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Fotos: Käthe deKoe

Von cuxhaven nach München: Der Maler enno Kleinert. Foto unten: Zarte Arbeit am Prachttaucher.


Seit 1841

bei

R adspieler* *Eine Sehenswürdigkeit in München. Möbel, Stoffe, Mode und mehr. F. Radspieler & Comp. Nachf. Hackenstraße 7 · 80331 München www.radspieler.com www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 83


IHRE IMMOBILIE - BEI UNS IN DEN BESTEN HÄNDEN

:TSC

IMMOBILIEN C O N S U LT I N G

... wir vermieten Ihre Immobilie: ... wir verkaufen Ihre Immobilie: Bestens!

:TSC Immobilien Consulting GmbH | Münchnerstraße 19a | D-82319 Starnberg | Tel. 08151.91 14 62 | info@tsc-immobilien.de | www.tsc-immo.de 84 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


see-stern

/ Heio von stetten

nach gefragt Schloss Aystetten ist der Familiensitz des beliebten TV-Stars Heio von Stetten. Mit dem Ammersee verbindet er die schönsten Jugenderinnerungen

Sie sind also ein Schlossherr? Als ich auf die Welt kam, war unser Schloss vermietet. Ich bin auf einem Bauernhof in Aystetten aufgewachsen. Mein Bruder ist der Schlossherr und veranstaltet im berühmten Porzellanzimmer wunderbare Kammerkonzerte, Lesungen und Jazz-Matineen.

Wie sah Ihre Kindheit als eines von sieben Geschwistern aus? Mit dem Radl in die Schule, Badeausflüge im Fünf-Seen-Land, Pferde … Meine Kinder beneiden mich, wenn ich ihnen von meiner schönen Kindheit erzähle. Tür auf – draußen warteten die Tiere, der Traktor, die Abenteuer.

Was war Ihre erste Rolle?

Foto: Thomas Kilper

In der Schule im Theaterkurs, die Hauptrolle im „Frieden“ von Aristophanes. Als die Rollen verteilt wurden, war ich nicht da. Keiner wollte Hauptdarsteller sein, weil der richtig viel Text lernen musste. Also wurde ich dazu ernannt – in Abwesenheit.

Aber es hat Ihr Talent geweckt … Ja, nach dem Abitur und Zivildienst bin ich auf die Falckenberg-Schule in München gegangen. Was für eine aufregende Zeit … Wenn man als

Romantisch, clever, schneidig – Heio von Stetten kann alles spielen. Und privat? Ziemlich entspannt.

Schüler berühmte Schauspieler bei den Proben beobachten kann, lernt man viel. Qualität färbt ab, davon bin ich überzeugt.

Sie sind mit der Schauspielerin Elisabeth Romano verheiratet, haben zwei Kinder. Und genug Zeit für die Familie? Frau und Kinder haben erste Priorität!

Wenn Sie an die See-Region denken, dann sehen Sie …? … die gemeinsamen Ausflüge zu unseren Lieblingsbadeplätzen, zum Beispiel in Bernried oder St. Alban am Ammersee.

Sie haben ein Jahr in Rom gedreht. Was bedeutet Heimat für Sie? Heimat ist für mich da, wo ich mich ausdrücken kann, in allen Facetten. Wo ich verstanden werde, wenn ich schnell mal einen Witz oder ein Wortspiel mache – Heimat ist für mich die deutsche Sprache.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 85


see-stern

/ Heio von stetten

„Heimat ist für mich da, wo ich verstanden werde ... die deutsche Sprache“

Gut gelaunt: Heio von Stetten im SeeMagazin-Gespräch (oben rechts) und in Szenen aus „Dann kam Lucy“ mit Julia Jäger (oben) und zusammen mit ihr und der Filmtochter Olga von Luckwald.

86 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Es war noch ganz schön kühl, als sich der Schauspieler Heio von Stetten und SeeMagazinAutorin Elke Reichart im Biergarten am Ammersee trafen.

Fotos: Thomas Kilper (2); ARD Degeto, Ester.Reglin.Film GmbH / Martin Valentin Menke (2)

L

uftikus, Gigolo, Kommissar, Offizier, romantisch, clever und schneidig. Heio von stetten kann das alles, sagen die Fans. er sei ein „umschwärmter Mann der Herzen“. Über 70 rollen in Liebeskomödien, dazu einiges ernsthaftes und auch Action- und Krimi-serien. Am 20. April war der beliebte tV-star in der großen ArD-Produktion „Dann kam Lucy“ zu sehen. Heio von stetten schlendert durch den Biergarten des restaurant „Fischer“ in stegen, unbeeindruckt von den neugierigen Blicken der in Decken gewickelten Frühlingssonnenanbeter. Jeans, Jackett und schal, der 48-Jährige ist freundlich, eher zurückhaltend und vor allem eines: die ruhe in Person. Der Ammersee und seine Umgebung sind dem bayerischen schauspieler von Kindheit an vertraut. Heio von stetten wurde 1963 in Aystetten geboren, in einem Dorf im rauhen Forst, zwölf Kilometer von Augsburg entfernt. Das schloss Aystetten wurde 1428 erstmals urkundlich erwähnt, seit 1858 ist es im Besitz der Familie von stetten, einem evangelischen Augsburger rats- und Kaufmannsgeschlecht. ein Vorfahr, Hans von stetten, war schatzmeister von Kaiser Maximilian I., Kaiser Karl V. verlieh der Patrizierfamilie 1548 den reichsadel.


advertorial

Vertrauen made in st. gallen DiE ST.GallEr KanTonalbanK DEuTScHlanD aG lEBT AM STANDORT MüNchEN SchWEizER BANKENWESEN

aximilianstraße 58 in münchen: Diskret und vor neugierigen Blicken geschützt befindet sich, umsäumt von altem Baumbestand, die st.galler Kantonalbank Deutschland ag. Bereits 2009 ließ sich die tochter des schweizer mutterhauses in der bayerischen landeshauptstadt nieder und bietet seitdem sicherheit auf grundlage von 140 Jahren erfolgreichem schweizer Bankenwesen. als einzige schweizer Privatbank besitzt die st.galler Kantonalbank eine staatsgarantie des Kantons st. gallen. Das erfahrene Berater-team um die Vorstände Kurt soentgerath und Christoph lieber agiert auf der grundlage von Vertrauen, unabhängigkeit, tradition und sicherheit und bietet seinen Kunden individuelle Beratung auf höchstem Niveau. „Wir sind sehr stolz auf die positive entwicklung der vergangenen Jahre und fühlen uns täglich in unserer entscheidung nach münchen gekommen zu sein, bestätigt“, so Kurt soentgerath, sprecher

M

Kurt Soentgerath (l.) und christoph lieber

des Vorstandes der st.galler Kantonalbank Deutschland ag. Heute arbeiten knapp 40 erfahrene und hochqualifizierte mitarbeiter Hand in Hand, um die individuellen Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. mit der dezentralen Vermögensverwaltung erweitert die st.galler Kantonalbank ihr Portfolio. „Wir beraten unsere Kunden unabhängig. Da wir keine eigenen Produkte anbieten, analysieren wir täglich den markt und arbeiten zusätzlich mit unabhängigen marktteilnehmern zusammen. unser Ziel ist es, den Kunden in höchstem maße zufriedenzustellen, ihm sicherheit zu bieten und das so transparent und fair wie möglich“, betont Christoph lieber, sprecher des Vorstandes der st.galler Kantonalbank Deutschland ag. Bei individueller Beratung ist jedoch noch lange nicht schluss. Flexible terminabsprachen und erreichbarkeit gehören ebenso zum service der st.galler Kantonalbank Deutschland ag wie exklusive informationsveranstaltungen mit experten aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen. Besonders beliebt bei den bundesweit vertretenen Kunden sind die mehrmals jährlich stattfindenden Fachvorträge und Cross Border Veranstaltungen, wie beispielsweise mit Prof. Dr. Franz Jaeger, Professor für Volkswirtschaftslehre an der universität st. gallen, und Dr. thomas stucki, Chief investment Officer der st.galler Kantonalbank, der bereits im Juni 2011 am starnberger see mit einem Fachvortrag zu gast war.

Maximilianstraße 58 80538 München Tel. 089 324 90 81 11 Fax 089 324 90 82 99 info@sgkb.de www.sgkb.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 87


autOreN eXtra

/ Jubiläum

Johano Strasser

Nachmittag eines Philosophen

Wansinger nimmt also die Brille ab und staunt oder spielt den staunenden, wer weiß das schon so genau, und auf einmal ist da tatsächlich eine einsicht, noch dazu eine von beträchtlichem gewicht: ich hier! an diesem see, in dieser hügeligen landschaft mit maibaumdörfern und Koppeln voller reitpferde, zwischen Fichten- und Buchenwäldern: ich. treibt er etwa schon Wurzeln aus, verkabelt sich mit der ihn umgebenden scholle? er merkt, daß er zu schnell vorangegangen ist, daß er durch das allzu bereitwillige erwägen von möglichen Folgerungen dem anfänglichen staunen die Offenheit genommen, ihm allzu schnell eine richtung gegeben hat. also zurück zum anfang. Der blaßgraue Himmel, der dunkle Waldstreifen, das weiße schiff … es hat sich fortbewegt, ist drauf und dran, nach links aus seinem Blickfeld zu verschwinden: ich habe einen Ort, mein leib hat einen Ort! und während das schiff nun, zuerst der Bug, dann der rest tatsächlich verschwindet und schließlich nur noch die Kielwasserstreifen, dann nicht einmal mehr die sichtbar sind … „Kurt, bist du da?“ seine Frau im Flur hängt den mantel auf den Bügel, hält inne, horcht ihrer Frage hinterher. Wansinger antwortet nicht. Noch nicht. er sitzt im halbdunklen Wohnzimmer, den ledersessel zum Fenster gekehrt, und hört ihre stimme: „Kurt, bist du da?“ Was heißt das: da sein? ist er da? ereignet er sich in diesem stillen moment? er hört seine Frau in die Küche gehen, er glaubt zu wissen, daß die geräusche, die er hört, genau dies bedeuten: sie geht in die Küche, stellt den einkaufskorb auf dem Küchentisch ab. Jetzt öffnet sie eine schublade, legt etwas hinein. Zweifeln, denkt Wansinger, ist gar nicht so einfach. Der Normalfall ist evidenz. es ist zwanzig vor vier. Wenn das schiff am anderen ufer vorüberfährt, ist es zwanzig vor vier. seit der ingenieur Wansinger vor sechs Jahren pensioniert wurde und sich hier oberhalb des sees niederließ, sitzt er jeden Nachmittag in diesem sessel vor diesem Fenster, und jedesmal, wenn endlich das weiße schiff ins Bild kommt, denkt er nur eins: zwanzig vor vier.

88 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

genau genommen hat er das schiff all die Jahre hindurch gar nicht wahrgenommen, wie er auch sich selbst nicht wahrgenommen hat. immer war ihm alles nur Zeichen, anlaß zur sorge oder zu freudiger erwartung, auslöser sprunghafter, schnell wieder verlöschender gedanken oder gefühle. sein Blick erfaßte die Dinge nicht, er prallte an ihnen ab, wurde auf anderes hingelenkt. Wenn der schiffsbug sich von rechts in seinen gesichtskreis schob, dann dachte er an seine Frau und daß sie nun gleich nach Haus kommen würde, daß sie zusammen tee trinken und einander berichten würden, wie es ihnen den tag über gegangen war. Viel hat Wansinger nicht zu berichten. Das eine oder andere, das er in der Zeitung gelesen, wer angerufen und was er für mitteilenswert gehalten hat. Wenn er ganz still sitzt wie eben jetzt, kann er spüren, wie sich die erde um sich selber dreht, wie die Bewegung für einen kurzen moment stockt, wieder einsetzt, beschleunigt und dann allmählich wieder langsamer wird. ihre schritte auf den steinplatten drüben in der Küche, der leise Flageolettton der Kühlschranktür. er hört, wie das Wasser aus dem Hahn in den Wasserkessel schießt, fast polternd zuerst, dann mit heller werdendem rauschen. Jetzt stellt sie den Wasserkessel auf den elektroherd. „Kurt?“ ihre stimme klingt beiläufig, so als erwarte sie gar keine antwort. aber das, weiß Wansinger, ist eine täuschung. er ist nicht evident, sein Dasein bedarf der Beglaubigung. er kann die aufkeimende unruhe spüren, die ihre stimme rauht. Wie lange kann man eine antwort hinauszögern, ohne daß sie aufhört, antwort zu sein? Wansinger räuspert sich, lauter als nötig ruft er in die stille hinein: „ich bin hier.“ ruft es und denkt: Wie hell das schiff leuchtete vor dem dunklen Waldstreifen! als wäre alle Distanz aufgehoben. als führe es mir direkt durchs Herz. ich werde darüber nachdenken, morgen werde ich darüber nachdenken.

JoHano STraSSEr Geboren 1939 im niederländischen Leeuwarden, lebt er als freier Schriftsteller in Berg am Starnberger See. Seit 2002 Präsident des P.E.N.-Zentrums Deutschland. Sein Werk: Sachbücher, Romane, Hörspiele, Theaterstücke, Gedichte, zuletzt: „Labile Hanglage“, Gedichte, 2010; „Kolumbus kam nur bis Hannibal. Vierzehn subversive Geschichten“, 2010; „Die schönste Zeit des Lebens“, Roman, 2011.

Foto: Rolf Schulten, Berlin

W

ansinger nimmt die Brille ab, reibt sich die augen und blickt zum Fenster hinaus über den see. er sieht den dunklen Waldstreifen, sieht das weiße schiff, das langsam unter dem hohen ufer vorbeizieht, sieht den blaßgrauen Himmel, der sich im Wasser spiegelt. Hier? er denkt es wörtlich, hört es sich gewissermaßen denken, und dann denkt er, daß er es denkt und was es bedeutet, dieses Hier?. ich staune, denkt Wansinger und rechnet damit – staunen ist der anfang der Philosophie! –, daß ihm sogleich ein licht aufgehen, daß ihm etwas Bedeutsames einfallen wird.


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 89

Neu – MusTerrauM corNelIussTraße 2 – MÜNcheN GÄrTNerPlaTz

www.holzrausch.de

Pla n u n g & W e r kstätt e n

holzrausch


kultur & leben

/ Haus buchenried

Qigong oder doch lieber ein Kommunikationsseminar? Das Spektrum in Haus Buchenried ist so weit wie der Himmel 端ber dem privaten Uferstreifen samt Steg.

90 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Chorsingen, Chinesisch und Seeblick de luxe DaS SeminarhauS Buchenried in Leoni wurDe 1953 von Der StaDt München für Die voLkShochSchuLe gekauft. eS iSt ein wahrhaft wertvoLLer kuLturpLatz

Foto: Peter von Felbert

C

hristl gehört zu den Stammkunden. Wie ein gutes Drittel aller Gäste. Doch sie, die kleine lebendige Dame von 78 Jahren, radelt bei Wind und Wetter aus dem Münchner Westen bis nach buchenried. Sich austauschen, kontakte knüpfen, sich gesund halten, das mache den Zauber des Hauses aus, sagt sie. und nicht zuletzt dieser herrliche Platz. Weil im Haus buchenried, dem Seminarzentrum der Münchner Volkshochschule – so der offizielle begriff – alle kursteilnehmer auch übernachten und gemeinsam essen, wird viel intensiver gearbeitet als das normalerweise bei Abendkursen der Fall ist, findet Dietlind, 28. Sie hat „Gewaltfreie kommunikation“ belegt, weil das nie schaden kann, wie sie schmunzelnd meint. rüdiger, 47, betriebsrat bei den Münchner Stadtwerken, pflichtet ihr bei. Seine Freundin regina wollte unbedingt einen kurs belegen, also hat er sich zuerst ein kabarett-Seminar für beide ausgesucht, im Jahr drauf durfte sie ihn in ein Zen-Seminar „mitschleppen“. regina boxt ihn mit dem ellenbogen, rüdiger ergänzt blitzschnell: „War aber gut!“ Der einzige Mann war er auch, fügt er belustigt hinzu. rüdigers erfahrung, dass die Männer unterrepräsentiert sind, wiederholt sich in fast allen kursen. Das war nicht immer so. In der nachkriegszeit gab es vor allem Orientierungswochen für kriegsheimkehrer. „kein Mensch hat das Wort Integration benutzt, aber natürlich mussten diese Männer wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden“, erklärt Michael Schanz. Seit 30 Jahren leitet er das Haus. er hat Sozialpädagogik und Politik studiert und blickt auf die spiegelglatte rosa Wasserfläche des Starnberger Sees. Hier gönnt er sich eine kleine Pause auf dem Steg, der zum Privatstrand des Grundstücks gehört. nebel liegt wie dichter rauch über dem ufer. Den See hat er lieben gelernt, den See und die historische Hackländer Villa, in der sich sein büro befindet. keine Volkshochschule weltweit besitzt ein so prestigeträchtiges Grundstück, eine so wertvolle Immobilie. Münchner künstler, Musiker und literaten kamen schon vor über 150 Jahren hierher.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 91


Kultur & leBeN

/ Haus Buchenried

haus Buchenried in Zahlen: 14 000 Quadratmeter grund mit 120 Meter privatem uferstreifen, der historischen hackländer Villa und einem ambitionierten umbau mit modernen Zimmern.

so wohnte Wilhelm von Kaulbach mit seiner Familie in den sommermonaten 1850–1852 in der Hackländer Villa. sie ist der älteste teil des gesamten anwesens und wurde 1827 vom königlichen Baurat Johann ulrich Himbsel erbaut, der zusammen mit maffei 1851 die Dampfschifffahrt auf dem starnberger see einführte. Daher heißt die Hackländer Villa in alten Chroniken „Himbsel-Haus“. Der schriftsteller Friedrich Wilhelm von Hackländer erwarb das Himbsel Haus 1866. Nach Hackländers tod erwarb Papierfabrikdirektor louis Weinmann das über 14 000 Quadratmeter große gelände mit dem 120 meter breiten uferstreifen. 1882 wurde sein neues Wohnhaus – der Kern des seminarhauses Buchenried – ins grundbuch eingetragen. Nach Weinmanns tod gab es wechselnde eigentümer. Zeitzeugen berichten ab 1934 von rauschenden Festen „bei denen es sich NsDaP- und ssgrößen gut gehen ließen“. Daher rühren wohl auch die gerüchte, nach denen im Haus „lebensborn-aktivitäten“ geplant waren. als der Krieg ausbrach, verlegte die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt die Kindergärtnerinnen-ausbildung in die beiden Villen und die Wirtschaftsgebäude des anwesens. in den letzten Kriegstagen brachte man 100 Kinder vom Obersalzberg mit ihren erzieherinnen, deren unterkünfte von Bombenangriffen zerstört worden waren, dort unter. als die stadt münchen 1953 die verwahrlosten gebäude für 135 000 Dm kaufte, begann man bald darauf mit den ersten seminaren für traumatisierte Kriegsheimkehrer. 1959 beschloss der münchner stadtrat einen Neubau, um das anwesen mit gästezimmern und einen großen Kursraum zu erweitern. 1961 gab es mit dem Kurs „lebendig musizieren“ eine feierliche eröffnung. einer der seminarleiter war Carl Orff. Dieser vom damaligen münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel eingeweihte Bau wurde nun abgerissen. Jetzt, 50 Jahre später, gibt es wieder einen Neubau und eine erweiterung.

92 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Fotos: Andreas Mönnich, Daniel Reiter, Peter von Felbert, Martin Riehl / Hirner & Riehl Architekten BDA (2)

Maler, Musiker und Literaten liebten diesen Ort schon vor 150 Jahren


Drei Jahre dauerte die Planung. Der ehemalige Weinmann-Wohnsitz, in dem sich der speisesaal, Kursräume und Bibliotheken befinden, blieb vom umbau unberührt und bildet einen reizvollen Kontrast zum Neubau. architekt martin riehl war die Berücksichtigung des alten Baumbestandes wichtig: „Die Höhe der gebäude bleibt weit unter der Baumhöhe. Buchenried kann man nicht erweitern, indem man die Buchen fällt!“ Neun millionen kostet das Projekt, das gerade auf vollen touren läuft. Der seminarbetrieb im Haus Buchenried bleibt von den arbeiten so unberührt wie möglich. Zwei neue gästehäuser und ein seminarraum sind bereits entstanden. Die neu eröffneten Zimmer zeigen sich schlicht mit sandgestrahlten sichtbetonfassaden und modernen Holzmöbeln, der eindrucksvolle seeblick dominiert beinahe überall.

W

eil das Haus einen erbpachtvertrag besitzt und die Volkshochschule eine 100-prozentige tochter der stadt münchen ist, hat die Bank den Kredit für den umbau ohne murren bewilligt – auch weil die stadt die Hälfte der Kosten übernimmt. in münchen steht nach der subventionierung der Oper an zweiter stelle tatsächlich die der Volkshochschule. Bis zu einem Drittel steuert der münchner Kämmerer zum Bildungsprogramm von Haus Buchenried bei, damit sich möglichst viele menschen weiterbilden können. gut, dass die teilnahmezahlen kontinuierlich steigen. Bis zu 3 000 seminarteilnehmer kommen jährlich, durch den umbau könnte sich diese Zahl noch einmal um ein Drittel erhöhen. „im Dezember 2012 wollen wir fertig sein“, sagt der Hausherr. Vom Chorsingen bis zum Chinesisch-Kurs, michael schanz gelingt es immer wieder, hochkarätige Dozenten zu gewinnen. sabine Zaplin, Johano strasser, gert Heidenreich und anatol

Seit 30 Jahren leitet Michael Schanz das Seminarhaus Buchenried. er schafft es immer wieder, exzellente referenten zu engagieren.

regnier haben jüngst ein literaturseminar geleitet. auf die bunte mischung des Kursangebotes ist der leiter besonders stolz. Zukunftswerkstatt, Philosophie, lebenskunst, das waren die beliebten seminarthemen in den achtzigern. Heute ist der gesundheitsbereich hausinterner spitzenreiter. Kursteilnehmerin Barbara winkt michael schanz zu. sie geht zum Qigong. Bei so einem schönen sonnenuntergang wollen alle lieber auf dem steg am seeufer statt drinnen üben. menschen jeden alters stehen dort in bunten gymnastikhosen, rudern mit den armen, schieben Wolken auseinander, holen sich lichtstrahlen ins Herz. Die ausflügler auf dem Dampfer winken zurück. Die schwäne gleiten stoisch vorüber. Bildung mit seeblick. Viele gäste sagen, dass sie sich Frei-Zeit nicht besser vorstellen können.

Karin Lochner

Direkt vom Bio-Bauern. Veredelt von ANDECHSER NATUR. Aus den besten Bio-Rohstoffen Verantwor tungsvoll erzeugt Natürlich wertvoll

Natürlich ein Genuss. www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 er-natu r.de 93 ndechs www.a


tiPPs

/ ein perfekter tag

Jubel, trubel, Freude Noch mehr gute Gelegenheiten, die Freizeit zu genießen. Hier und auf den nächsten Seiten finden Sie reichlich Ideen für Lieblingsbeschäftigungen rund um den Ammersee Texte: Elke Link und Christine Schulz

zum LustWandeLn

die biergärten Wussten Sie, warum in bayrischen Biergärten traditionell Kastanien stehen? Die Flachwurzler wurden früher eigens angepflanzt, damit der Schatten ihrer breiten Kronen und großen Blättern die unterirdisch angelegten Bierkeller kühlte. in diese Biergärten dürfen Sie ihre Brotzeit mitbringen. und das getränk dann vor Ort bestellen.

biergarten „alte Villa“ Seestrasse 32, Utting am Ammersee, Tel. 08806 617 (Restaurant), 08806 53 44 56 (Biergarten), www.alte-villa-utting.de Gaststätte aidenried Seestraße 41, Pähl/Aidenried, Tel. 08808 524 restaurant Fischer Landsberger Str. 79, Stegen,

Tel. 08143 44 76 55, www.fischer-stegen.com Seehof Herrsching Seestr. 58, Herrsching, Tel. 08152 93 50, www.seehof-ammersee.de Postgarten/Hotel zur Post Andechsstr. 1, Herrsching, Tel. 08152 39 62 70, www.hotelzurpost-herrsching.de Seehaus Schreyegg Landsberger Str. 78, Stegen, Te. 08143 99 25 37, www.seehaus-schreyegg.com

die Wirtshäuser Für alle, die lieber essen gehen als den Picknickkorb zu packen:

erklären Helga und Sebastian „Wastl“ Portenlänger, die seit 1980 ihren Gasthof in der Villa Mader aus dem 19. Jahrhundert führen. Wirtshaus zum Wastl Bahnhofstr. 18, Schondorf am Ammersee, Tel. 08192 210, www.zumwastl.de „Bäuerliche Weltküche“, von deren Kreativität und Bodenständigkeit die Gourmetkritiker und die Gäste schwärmen, bietet das Wirtshaus am Kirchsteig. Obendrauf gibt’s es einmal im Monat KiK dazu – Kunst im Kirchsteig, mit einem Klasse-Programm. Wirtshaus am Kirchsteig Am Kirchsteig, Dießen, Tel. 08807 72 86, www.wirtshausamkirchsteig.de Die Spezialität des Staudenwirts ist das halbe Grillhendl. Doch seit Konrad Zacharias Wolfmiller, einer der „jungen Wilden“, jüngst das Lokal übernommen hat, kann man

• • „Hier gibt’s Kraftpfanderl für Stoaklopfer, Lehrer, Beamte und Künstler, selbergmachte Spatz’n und Steaks für Dünne und Dicke“,

94 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

sich auf einige Raffinessen mehr freuen auf der Speisekarte. Staudenwirt Finning Staudenweg 6, Finning, Tel. 08806 920 00, www.staudenwirt.de Das Klosterdorf St. Ottilien liegt inmitten einer idyllischen Landschaft und verwertet auch deren regionale Produkte. Bayerische Küche in den Gaststuben und Biergärten. Klostergaststätte Emminger Hof Emminger Hof 1, St. Ottilien, Tel. 08193 52 38, www.emmingerhof.de Legendär ist der Saxenhammer in Hechenwang: Die bodenständigen Gerichte werden von einem gut gemischten Veranstaltungsprogramm begleitet. Saxenhammer Dorfstr. 22, 86949 Hechenwang, Tel. 08806 70 36, www.gasthaus-saxenhammer.de

Fotos: Anne Webert (1)

Echt typisch

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts schuf Freiherr von Schacky in Dießen einen wahrlich repräsentativen landschaftspark. nach dem Vorbild der klassischen englischen landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts bietet der Park heute wieder alles, was dazugehört: teehaus, Monopteros, Sichtachsen, Statuen und vor allem viel Blühendes. Jeden zweiten Samstag im Monat lädt der Förderkreis, dem die neue Blüte des Schacky-Parks nach vielen Jahren der Verwahrlosung zu verdanken ist, um 15 uhr zu einer kostenlosen Führung ein. treffpunkt ist hinter der tankstelle hirschauer. www.schackypark.de


VieL erLeben

So kulturell echt spacig Kino kolossal! Vom 5. bis 7. Juli wird das radom in Raisting wieder zweckentfremdet und zum Open-Air-Kino umfunktioniert. Die weiße Hülle dient dabei als gigantische Kinoleinwand. Für Getränke und Verpflegung ist ab 19 Uhr gesorgt. Wer nicht auf der Wiese sitzen will, sollte sich zum Spacecinema eine Isomatte oder einen Klappstuhl mitbringen. Im Anschluss gibt es eine Aftershowparty mit Cocktails. Der Eintritt ist frei, die Vorführung findet bei jedem Wetter statt. www.spacecinema.de

ganz offen

• In der Kuba, was so viel bedeutet wie „Kultur am Bahnhof“, gibt es in Schondorf immer donnerstags Tag der offenen Bühne – mit tollen Konzerten und die gibt’s umsonst. Nur die Getränke müssen bezahlt werden. Das aktuelle Programm der Kuba finden Sie unter www.kubaschondorf.de Wir freuen uns auf diese Premiere: Am 20. Oktober gibt es Livemusik satt. Bei der 1. musiknacht Dießen werden zwölf Bands ganz unterschiedlicher Stilrichtungen an zwölf Spielstätten auftreten. Die Konzerte sind so geplant, dass man es in den einzelnen Pausen gut zum nächsten Auftritt schafft. Ein Ticket für alle Konzerte kostet zwölf Euro. Infos zu den Bands und Locations unter www.musiknacht-diessen.de

Das Programm finden Sie unter www.fsff.de Auch schon zum fünften Mal findet vom 6. bis 10. November das Dießener KurzFilmFestival statt. Eine schöne Mischung aus Kurzfilmen von bekannten Profis, Neuentdeckungen und begabten Laien. Was gezeigt wird, hat eine 30-köpfige Fachjury ausgewählt, das Publikum kürt dann schließlich die besten Filme. www.diessener-kurzfilmfestival.de Im ehemaligen Dießener Atelier des Bauhausschülers Fritz Winter (1905 – 1976), dessen Lehrer Klee, Kandinsky und Schlemmer waren, und den eine enge Freundschaft mit Ernst Ludwig Kirchner verband, finden heute regelmäßig Ausstellungen statt. Galerie im Fritz-Winter-atelier Forstanger 15 a, Dießen, Tel. 08807 45 59, www.fritz-winter-atelier.de Mit viel Mühe, Liebe und Geschmack hat Annunciata Foresti das alte Stellwerk in Dießen (Foto unten) renoviert und ganz der Kunst gewidmet. Ihr eigenes Atelier liegt oben, das untere Stockwerk wird für Wechselausstellungen genutzt, draußen befindet sich ein Skulpturengarten. Stellwerk, Seestr. 5, Dießen, Tel. 08807 66 88, www.stellwerk-diessen.de

• Am 23./24. Juni und am 20. Juni/1. Juli öffnen Künstlerinnen und Künstler aus Utting und Holzhausen wieder ihre Ateliers bei den uttinger ateliertagen. www.uttinger-ateliertage.de

so beLiebt Nicht auf dem Friedhof, sondern in der Schmerzhaften Kapelle der Klosterkirche Andechs wurde Carl Orff beigesetzt – der weltbekannte Künstler wurde einfach zu oft geschieden. Bis heute fühlen sich die Mönche auf dem Heiligen Berg dem Andenken des Komponisten verpflichtet und pflegen seit 1998 mit den carl orffFestspielen andechs sein Werk weiter. Mittlerweile sind es jährlich bis zu 10 000 Zuschauer, die die Inszenierungen und Konzerte im FlorianStadl erleben wollen. Auf dem Programm (31.5. – 29.7): Eine Wiederaufnahme von Carls Orffs Oper „Die Kluge“ (31.5., 20 Uhr, Premiere); als Höhepunkt die Neuinszenierung „Die Bernauerin“ (19.7., 19 Uhr, Premiere). Die Inszenierung der beiden Aufführungen verantwortet Marcus Everding. Weitere Informationen zur diesjährigen Festspielsaison unter: www.carl-orff-festspiele.de

Bei jedem Wetter einen Ausflug wert: Der Jexhof in Schöngeising. Erstmals urkundlich erwähnt vor über 500 Jahren, ist der einstige Besitz des Klosters Fürstenfeld seit 25 Jahren nicht nur ein interessantes Bauernhofmuseum, sondern auch ein Mitmach-Ort, an dem Jung wie Alt viel lernen, selber machen und erleben können. Es gibt zum Beispiel Führungen durch Wohnhaus, Stadel, Backhaus, Webstube sowie Sonderausstellungen. An besonderen Aktionstagen können Kinder einer Märchenerzählerin zuhören oder auch in die geheime Welt des Goggolori eintauchen. bauernhofmuseum Jexhof Schöngeising, Tel. 08153 932 50, www.jexhof.de

WanderWeg mit badefreuden Wer den Wörthsee von Steinebach umrundet, läuft gut zweieinhalb Stunden am ufer entlang. Zwischen Steinebach und Walchstadt gibt es dazu gleich ein grandioses Alpenpanorama und am ende dieser uferstraße lockt die rossschwemme zum ersten Bad im See. Dann führt der Weg, jetzt sogar auf holzplanken, nach Bachern durchs Moor, umschwirrt von libellen. Dort angelangt, kann man am Wochenende in einem alten Bauernhof zünftig einkehren. Weiter hinter dem Dorf weist ein

sehr anschauLich

naturweg durch einen Wald und

• Zum sechsten Mal präsentiert

zum Oberndorfer Badegelände

sich das Fünf-Seen-Filmfestival: In Herrsching, Starnberg, Seefeld, Weßling und Wörthsee laufen vom 26. Juli bis zum 5. August 120 Filme auf zehn Leinwänden. Wie immer gibt es dazu Partys, berühmte Ehrengäste und Preise.

richtung Schlagenhofen (toller Steg!). Auf einem trampelpfad geht es zurück nach Steinebach. Dort am Pavillon gibt’s eis und frischen Kuchen vom italiener, im Ort selbst auch urige gasthäuser und lauschige Biergärten.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 95


tiPPs

/ ein perfekter tag

für die kunst Um 1900 wurde in München die Künstlergruppe „Die Scholle“ gegründet. Zahlreiche Mitglieder der Vereinigung wie zum Beispiel Eduard Thöny, der für den „Simplicissimus“ zeichnete, oder das Künstlerehepaar Gasteiger siedelten sich damals in Holzhausen am Ammersee an und machten es zur weit bekannten Künstlerkolonie. Noch heute kann man ihre Spuren finden. Zum Beispiel in der „Gasteiger-Villa“ mit ihrem Landschaftspark. In den Sommermonaten ist das Haus als Museum zugänglich – und jedes Jahr dürfen dort 120 glückliche Paare standesamtlich heiraten. Künstlerhaus Gasteiger Eduard-Thöny-Str. 1, Utting/Holzhausen, www.utting.de/gasteiger.html

Einfach gut aus hof und staLL Ganz frisch: der Hofladen von Gut Kerschlach. Angeboten wird hauptsächlich was auf dem Hof auch produziert wird, jedoch kein Obst und Gemüse, sondern Fleisch- und Wurstwaren, Fertiggerichte wie Gulasch oder Sauce Bolognese in Einweckgläsern, Käse und Joghurt. Gut Kerschlach 1, Pähl, Tel. 08808 921 10 alles bio: Die Molkerei Scheitz in Andechs verarbeitet die Erzeugnisse von über 550 Lieferanten. Aber nicht nur Milchprodukte, sondern auch Wurst, Obst und Gemüse gibt es in dem zugehörigen Andechser Hofladen. Besonders köstlich: die Mailänder Salami aus Ziegen- und

Schweinefleisch vom Hof, verarbeitet von den Hermannsdorfer Landwerkstätten. Und natürlich: die frisch geschöpfte Buttermilch! andechser Hofladen Tannhof 1, Andechs, Tel. 08152 8961, www.andechser-hofladen.de Viel lamm: In der Schäferei Ludwigshöhe bekommen Sie nicht nur Lammfleisch und -wurst oder Lammfelle, sondern auch lebende Zuchttiere. Schäferei ludwigshöhe Christian und Ursula Florack, Ludwigshöhe 1, Utting am Ammersee, Tel. 08806 95 65 59, christian_florack@t-online.de Ganz neu: In der Alten Brauerei Stegen ist jetzt das Ammerseer

Brauhaus eingezogen. Braumeister Rudolf Fottner und seine Frau Dido haben in der ehemaligen Malztenne dafür glänzende Kupferbraukessel installieren lassen. Mittlerweile braut die Kleinbrauerei drei Biere: das naturtrübe Ammerseer Lager Hell, Weißbier und Märzen. Geöffnet ist das Bräustüberl (Foto oben) mit kleinem brauhaustypischen Speisenangebot immer freitags und sonntags. Im Sommer lockt der kleine Biergarten. Das Bier erhalten Sie zu den Öffnungszeiten auch zum Mitnehmen in Literflaschen mit Bügelverschluss. ammerseer brauhaus Landsberger Str. 57, Inning, Tel. 08143 997 64 31, www.ammerseer-brauhaus.com

Feste feiern

immerhin zum 90. mal wird das Lechgau-Trachtenfest in diesem Sommer in Hofstetten gefeiert. Der mit 70 Aktiven sehr rührige Heimat- und Trachtenverein „D’Windachtaler Hofstetten“ hat dazu wirklich einiges auf die Beine gestellt. Und zwar vom 12. bis 15. Juli mit Grillfest, Volksmusik, Kirchenzug und Heimatabend im Festzelt. Ein Highlight für die Jungen steht am Freitag, 13. Juli, mit der „Hot Summer Party“ auf dem Programm. Gemeinsam mit dem beliebten Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik und DJ Nick Henkel geht im Festzelt die Post ab – und zwar bis zum nächsten Morgen um 3 Uhr. Einlass ab 21 Uhr. www.trachtenverein-hofstetten.de

96 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

in WaLd und fLur Heilkräuter, Gourmet-Kräuter, Wald- und Wiesenkräuter: Gisela Hafemeyer kennt die heimische Wald- und Wiesenwelt ganz genau. Schließlich ist sie nicht nur Bäuerin aus Frieding, sondern längst auch geprüfte Kräuterpädagogin. Ihr Wissen gibt sie gern weiter. Regelmäßig ist Gisela Hafemeyer mit Schulkindern unterwegs, aber auf die hochspannende Pflanzen- und Pflücktour am Ammersee nimmt sie jeden mit. Tel. 08152 26 64, www.kraeuterstadl.de

Für alle mit Großem latinum: „Nam proprietatem meam ad Steiniginpah in ripa insule, que dicitur Uninga ...“ Für alle anderen reicht die Erklärung, dass unter dem Namen „Uninga“ die erste schriftliche Erwähnung der kleinen Gemeinde Inning lief. Und das war immerhin vor 1100 Jahren! Also feiert die Gemeinde heuer ihr jahrhundertealtes Bestehen mit einem vielfältigen Festprogramm. Es war nämlich im November 1021, als Kaiser Heinrich II. in Inning für eine Nacht Quartier bezog. Anlässlich dieses Besuchs wird nun im Oktober ein Historienspiel aufgeführt. Ein weiteres Highlight bezieht seine Geschichte aus dieser Tradition: Dreihundert Jahre lang wurde auf dem Ammersee Triftholz mit Flößen, den sogenannten „Schären“, transportiert. Die Wasserwacht Buch erinnert deshalb mit fünf Floßfahrten daran. www.1100jahre.inning.de


Schön begehrlich • Ein Umzug mit Sack und hübschem Pack: Der Store „Angezogen Ungezogen“ hat sozusagen die Ufer gewechselt: von Seefeld nach Wieling. Dort findet man das modische Angebot von Cordula Wigges nun direkt an der B2 neben dem Gasthaus Alte Linde. Store angezogen ungezogen Wieling 6, Tel. 0172 10 43 87, www.angezogen-ungezogen.de

• Die Goldschmiedin Monika Gleißl war bekannt für ihre schlichten, ausdrucksstarken Schmuckstücke, die sie in ihrem Laden „Schmuckwerk“ in Dießen angeboten hat. Nach ihrem viel zu frühen Tod im letzten Jahr führt nun ihre Tochter die kleine GoldOase weiter und bietet darüber hinaus ein liebevoll ausgesuchtes Angebot. Farbe, Lebensfreude und noch viel mehr Kreatives bieten auch die übrigen Künstler und Kunsthandwerker in diesem Haus. Ob Hüte von „Eisenblätter

& Triska“, gläserne Objekte von Cornelius Réer und Wiebke Vogt oder modische Holzpatinen von Nina Bernert – der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Schmuckwerk Hofmark 6, Dießen, Tel. 08807 12 02, schmuckwerk-diessen.de

17.

Folklore-Elemente. In „MODA NOVA“, ihrem Shop in Dießen, findet man außerdem Accessoires, Kissen und besondere Designergarne, wenn man sich selbst mal ans Nadelwerk wagen möchte. moDa noVa Prinz-Ludwig-Str. 16, Dießen, Tel. 08807 20 65 10

&

Livebands

• Edelmaschen aus Merino Extra Fine oder Kid Mohair bietet Christiane Graf mit eigenen Entwürfen. Die ausgefallene Mode, angefertigt per Handstrickmaschine in ihrem eigenen Atelier, ist mal avantgardistisch, dann wieder zeigt sie

VERANSTALTERIN: CHRISTIANE GRAF • www.sommermarkt.de

• Astrid Schröder findet man ebenfalls im Dießener Schmuckwerk. Allerdings wäre es schade, ihr besonders niedliches Atelier in Finning zu verpassen. Das feine Porzellangeschirr – Teller, Tassen, Becher, Vasen – ist weit weg von der Massenware, aber trotzdem unbedingt alltagstauglich. atelier astrid Schröder Mühlstr. 11, Finning, Tel. 08806 318

• Christiane Graf, die Zweite: Die rührige Kreative organisiert ebenso den Sommermarkt der Kunsthandwerker utting.

Am 9. und 10. Juli lohnt sich ein Besuch, denn rund 80 Aussteller aus den unterschiedlichsten Bereichen zeigen im Summerpark ihre (Kunst-) Handwerke. www.sommermarkt.de Engelsflügel, Schnecken, kleine Fische und zarte Glassteine, all das setzt Sabine Urbach aus Steinebach um in dekorativen Schmuck – gern auch individualisiert auf die Kundin und jedes Stück eine Unikat. Ketten gibt es schon ab 39 Euro. Sabine urbach Flu Schmuck webshop.flu-schmuck.de

Carl Orff-Festspiele A n d e c h s

31. Mai - 29. Juli 2012 Foto: Jörg Bodenbender

www.carl-orff-festspiele.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 97


tiPPs

/ ein perfekter tag

Sehr sportlich Jeder Ort rund um den Ammersee bietet Gelegenheit zum Bad. Aus zehn Metern Höhe (!) geht das allerdings nur im Strandbad Utting – wie Sie es ja schon auf dem Titelbild dieses SeeMagazins bewundern konnten. Der hölzerne Sprungturm wurde 1938 errichtet und 2001 renoviert. Das Bad liegt gleich neben dem Dampfersteg. Strandbad utting am ammersee Seestraße 12a, Utting, Tel. 08806 76 80 Eine Nummer kleiner ist der Sprungturm am Ostufer in Seewinkel in Herrsching. Der große Badesteg des Gemeindebads endet hier mit einem Drei-MeterTurm. Die öffentliche Badeanstalt kostet keinen Eintritt und bietet ein Rundum-Schönwettervergnügen. Mit viel Liegefläche, Sportmöglichkeiten und einem grandiosen Panorama. Außerdem zu empfehlen: der Kiosk des jungen Wirts Michael Urban. Bei ihm stehen Snacks, Bagels, Suppen und Süßes auf der Karte, auch die Feuerstelle für ein Barbecue kann bei ihm reserviert werden. Darüber hinaus stehen Events

wie Karibische Nächte oder Poetry Slam an diesem außergewöhnlichen Badeplatz auf dem Programm. Seewinkel Keramikstr. 1–3, Herrsching, Tel. 08152 904 03 77, www.strandbad-herrsching.de Die Segelschule Ernst bietet in den Sommerferien spezielle Segelkurse für Kinder ab acht Jahren an. Zuerst wird auf kentersicheren Kielbooten trainiert, dann in Optimisten und Piratenjollen. Rechtzeitig anmelden, der Andrang ist groß! Segelschule und bootsverleih Ernst Im Freizeitgelände 10, Utting am Ammersee, Tel. 08806 53 47 13 Vom Erholungsgebiet Eching aus startet die Windsurfschule Müller Tagessurfkurse und Zeltcamps für Kinder und Jugendliche. Wer’s mal ausprobieren mag: Auch Stehpaddelboards werden hier für alle Altersgruppen vermietet. Surfschule müller Eching, Tel. 0179 788 92 85, www.surfschule-mueller.de

edeLmut

schen Design mit modernen Fahreigenschaften. www.werkstattschwarz.de

98 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

hochgenuss Die Beziehung ist luftiger Art und besteht nun schon seit zehn Jahren: Andreas Wild, leidenschaftlicher Pilot aus Herrsching, und der größte Doppeldecker der Welt, eine russische Antonov AN-2, Baujahr 1958. Dieses Jahr bekam der schöne Nostalgieflieger ein besonderes Geschenk: der Doppeldecker wurde generalüberholt inklusive Hightech-Lack (wie der Airbus 380!) So wird es auch in Zukunft mit der „Tante Anna“ und dem kleinen Familienunternehmen classic Wings bavaria Erlebnisfliegen für jedermann geben. Suchen Sie ein Geschenk? Unser Tipp: Der einmalige Rundflug im Doppeldecker. Tel. 0174 341 86 67, www.classicwings-bavaria.de

Fotos: Jan Greune (1); Andreas Wild (2)

Nie war deutsches Handwerk so aufregend wie heute. Schrieb das SZ-Magazin und meinte u.a. die Arbeit von Florian Schwarz, Tischlermeister aus Hechendorf. Seine klar gestaltenen Möbel stehen für diese Aussage wie seine handgefertigen „artisanSkis“ aus Edelhölzern im histori-


Physikalische Größen lassen sich im Windkanal testen. Emotionale im Fahrtwind. Das neue 911 Carrera Cabriolet. Jetzt bei uns im Porsche Zentrum 5 Seen.

Kraftstoffverbrauch (in l/100 km) innerorts 13,1-11,4 - außerorts 7,0-6,7 - CO²-Emissionen 217-198 g/km www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012

99


autOreN eXtra

/ Jubiläum

Pedro Silmon

Nur bei schoenem Wetter

**********

i

had never visited Germany, when, married with two daughters, aged 7 and 10, and having lived and worked in london for 20 years, i was offered a job in munich. Clive, a friend and my former boss who was moving back to the uK, whom i would be taking over from at a well-known publishing company in Bavaria's capital city, kindly invited me to stay with him and his family for a couple of days, when i came over for the interview one Friday afternoon in late september, 1995. their traditional Bavarian house, ksafl gtew rou h a behind the tutzinger Hof in a rew o quiet corner of starnberg was tiny and like something out of a child's storybook. 'Yes, it's too small for us, but it's so beautiful that we just had to railybem o p take it!' they told me, laughing sym o and smiling at one another, at av ergin their son and at me. sadly, i itov d yselfan rm knew it would never be big v enough for us. olaket fsn ad brofh tlesm n u c although i had looked at an ar p atlas before expressing my eo th n interest in the job i arrived e in starnberg etrih m a10-5klo n by car in the evening and didn't see e rh o the lake. i wasn't sure what to en expect. the following morning: warm with a light breeze; the sky an oddly intense, bright blue. Clive and i entered the pedestrian tunnel that runs below the railway tracks that separate the town from the starnberger see. emerging, faced with the vast panorama, i was stunned. the sheer scale was overwhelming. a blue and white pleasure steamer was filling up with passengers; sunlight reflected brightly off the wakes of a few white-sailed yachts that barely scratched the smooth surface of the huge expanse of water. the colossal mountains, their every detail clearly visible through the slight, distant haze seemed to hover over the tiny cluster of

100 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

buildings at the opposite end of the lake as if about to crush them. 'it's often like this when there's a Foehn', Clive explained, cryptically, 'something to do with warm air coming over the alps from italy... and, if your head's hurting this morning it's probably got nothing to do with the augustiner beer we were drinking last night, it's more probably attributable to the Foehn.' **********

W

hy do you want to live in Starnberg?' the editor-inchief enquired when i arrived to start my new job the following January, 'a friend of mine has a nice house in Nymphenburg you could rent.' i had returned home after the interview the previous september, and told lesley that the region was just like the lake District but on a far grander scale: that it didn't rain as much; about the mythical Foehn and about the delightful munich international school which i'd been shown around. 'i just know my wife will love it', i replied, 'and it's very close to the mis where we'll be sending our children,' i told her. it would certainly be well worth the daily commute for the weekends at the lake.

throughout the weeks that followed, speaking no more than the t ffew words of german i had learnt from a cassette on the daily commute to my job in london, each weekend i hired a small car and drove from munich, where i had been put up ttemporarily by the company in a ccosy munich apartment, to starnbberg in a vain attempt to find a place ffor myself and my family to live. everywhere was covered in a thick e bblanket of snow. i looked at details oof countless numbers of houses and aapartments in every makler's window iin the town and visited every village within a 10-15 kilometre radius of w tthe northern end of the lake, the names of which i couldn't even pronounce: gauting, Pöcking, Berg, schäftlarn, icking and many others that were even smaller. Having had no luck myself the company eventually found another temporary apartment for us in Feldafing, which was where i headed for after i picked my wife and daughters up from münchen Franz Josef strauß airport the mid-February afternoon when, tired and bewildered, they arrived. starnberg and the starnberger see didn't disappoint. the sun, very low in the sky, cast a purple light across the water, schloss starnberg was floodlit and warm yellow lights glowed in every window below each

Fotos: Pedro Silmon

W

hile we were still in our teens my girlfriend, lesley – now, my long-time wife – introduced me to the english lake District. as a child, on camping and caravanning holidays with her parents and their friends, she had often visited this ruggedly beautiful area of deep, glacial lakes, high hills and rivers in the north west. up until the 18th century townspeople had been afraid to venture there, then William Wordsworth wrote poems about it and made them curious. On our visits, most of the time it was cold and it rained but we were in love and wore waterproof clothing and hiking boots so we just didn't care.


snow-covered roof of the cluster of low buildings that were the town. it was very cold but it wasn't raining. some six weeks later, we moved into a spacious modern apartment with a humongous terrace in Possenhofen, not 300 metres from the lakeshore. i had found it myself one Friday in the süddeutsche Zeitung. We lived there very happily for the next 4 years. When i took a job in augsburg in 1999 we bought a lovely house in Weßling and in 2001 we moved back to the uK. **********

i

understand that Munich airport is a lot bigger now than it was, that munich international school has expanded greatly, that starnberg is bigger and busier but i feel sure that the starnberger see, in which we swam in summer, along the banks of which i power-walked each morning, where huge, extended turkish families, who travelled from munich en masse every summer weekend to fill the air with smoke and the delicious aroma of whole goats they grilled on their barbecues, is little changed. We still have friends in Pöcking – mike, an englishman who can speak Bavarian dialect, and eva, his Frankonian wife, who owned a flower shop in starnberg – and in the early years, after our return to england, went to stay with them. it wasn't far from their house to the strandbad Café near tutzing, where we used to go for coffee and, our favourite, rhabarberkuchen, most sunday mornings „nur bei schoenem Wetter“ between easter and september, when we would swim and the girls, Natalie and simone, would pedal surf-bikes across the smooth surface of the water and where, a little closer to the town itself, we'd hire one

of the lovely old elektroboote and speed out across the lake or around in circles, our Westie 'tati' standing at the prow like a proud figurehead, until it was time for lunch – steckerlfisch – in the biergarten at the tutzingerhof. One evening, feeling adventurous, our friends drove us all, via seeshaupt, around the lake to the wonderful Fischmeister restaurant in ambach, on the west side of the starnberger see, for a candle-lit supper. **********

l

esley and I hope that one day we can persuade our far-flung daughters, now aged 23 and 26, respectively, the former living in Berlin, the latter in New York, who went back together last year to stay with mike and eva and to revisit their favourite places to accompany us on a journey around our favourite spots in the english lake District, naturally, nur bei schoenem Wetter!

ebenhauser Straße 26 82057 irschenhausen telefon 0 81 78 - 38 03 telfax 0 81 78 - 9 50 57 www.ritterguetl.de

PEDro Silmon Vier Jahre hat der Artdirector, Fotograf und Autor aus London mit seiner Frau und den beiden Töchtern in Possenhofen gelebt. Es war eine Zeit, an die er sich gern erinnert. In einigen Ausgaben des SeeMagazins hat er mit seiner Kolumne den Außenblick auf See, Land & Leute geschildert – very british, indeed.

Schöner Biergarten ÜBerdachte SonnenterraSSe Berg-PanoramaBlick VeranStaltung jeglicher art Party SerVice

Öffnungszeiten mo. - So.: 10.00 - 23.00 uhr dienstag ruhetag

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 101


leut’ uND leBeN

/ sonderfahrt

102 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Szenen einer besonderen reise von Stegen über Dießen nach tutzing: Der transporter hatte eine länge von 36,5 Meter, eine Breite von 6 und eine höhe von 5,7 Meter. Das gewicht betrug 130 tonnen und verteilte sich auf insgesamt zwölf Achsen.

Ein Schiff wird kommen WEil DiE BAyERiSchE SEENSchiFFFAhRT DiE AlTE mS bErG AUSRANGiEREN UND DURch DiE ScHonDorF ERSETzEN WOllTE, MUSSTE DiE zU lAND VOM AMMERSEE AN DEN STARNBERGER SEE GEBRAchT WERDEN ... EiNE UNGEWöhNlichE REiSE iM FRühJAhR 2012 Fotos und Text: Ulrike Mertz

Z

ugegeben, die „ms schondorf“ schippert nicht auf dem brasilianischen amazonas und Walter stürzl, geschäftsführer der Bayerischen seenschifffahrt, ist kein exzentrischer Klaus Kinski, der von einem Opernhaus träumt. Dennoch erinnert die szene stark an „Fitzcarraldo“, dem abenteuerfilm von Werner Herzog vor genau 30 Jahren, in dem neben anderen unwegsamkeiten auch ein tonnenschweres schiff durch den urwald gezogen wurde. Hier und heute aber geht es um die „schondorf“, die über den Bergrücken zwischen ammer- und starnberger see überführt werden soll.

3. März 2012: in der Werft in stegen am ammersee liegt die „schondorf“, ein dem Wasser entrissenes ungetüm, das auch mit abgebautem Führerhaus noch fast sechs meter hoch ist und 40 tonnen wiegt. Von dort wird das schiff auf ein tiefladergespann mit zwölf einzeln manövrierbaren achsen gepackt und festgezurrt. um 5:30 uhr steigt der steuermann rené Klabunde ins Führerhaus seines 36,5 meter langen und insgesamt 130 tonnen schweren spezial-lastzuges, angetrieben von nicht weniger als 680 Ps. gegen 10 uhr, als sich die letzten Nebelschwaden zu einem schönen Vorfrühlingsboten lichten, strömen die menschen aus ihren Häusern, denn so ein spektakel gibt es nicht jeden tag. rené Klabunde gilt als erfahrener Fahrkünstler, dem alle exper-

ten unter den schaulustigen am streckenrand staunend respekt zollen. Die anstehenden vierzig Kilometer haben es für das mammutgefährt von stegen über Dießen bis tutzing in sich, wobei das Problem weniger die hügeligen landstraßen sind als die äußerst kritischen engstellen in den Ortsdurchfahrten, bei denen oft nur eine Handbreit Platz zwischen laster und Hauswand bleibt. „Ohhh, das wird knapp!“, prophezeit dann auch ein Breitbrunner Fachmann, der zuvor die knifflige 90-grad-Kurve samt schiffsmodell am Computer maßstabsgerecht simuliert hat – und gescheitert ist. und was macht Klabunde? er meistert diese heikle stelle, ohne auch nur einmal zurücksetzen zu müssen! allerdings hat er dabei unterstützung, denn die norddeutsche spezialfirma für schwertransporte hatte zuvor monatelang gemeinsam mit der Polizei die optimale Wegstrecke minutiös geplant. Nun versperrt keine unterführung den Weg und männer in gelben Warnwesten beseitigen „kleinere Hindernisse vor Ort“. Das heißt, sie heben strom- und telefonleitungen an, drehen ampelanlagen, bauen straßenschilder ab und schneiden zu tief hängende Äste gnadenlos ab. inning, Breitbrunn, Herrsching, andechs, machtlfing und traubing werden so ohne den geringsten Zwischenfall passiert. in Pöcking gönnen sich die transportmannschaft und die 18 mann starke Polizeibegleitung eine Verschnaufpause, während die einheimischen dicht gedrängt an der Kreuzung am „gasthof

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 103


leut’ uND leBeN

/ sonderfahrt

Pölt“ warten. Die abzweigung von der Hauptstraße wird eine der großen Herausforderungen dieses schiffmanövers darstellen. aber wie überall lotsen die Begleiter mit den Funkgeräten den Fahrzeuglenker auch dieses mal millimetergenau an allen mauervorsprüngen vorbei. Verdienter applaus braust auf. Wie im triumphzug begleitet eine fröhliche schar den seltsamen schiffstransport vom Possenhofener Bahnhof hinunter zum see. am Ortsausgang lugt der Bug der „schondorf“ noch etwas vorsichtig zwischen den kahlen Bäumen um die Kurve, dann geht es zügig den Berg hinauf. Beim Feldafinger Hotel „Kaiserin elisabeth“ kann der Zug vom ammersee erstmals einen Blick auf das neue Heimatgewässer werfen. es scheint zu gefallen, denn nun müssen selbst die zahlreich gewordenen radler voll in die Pedale treten, um dem schwertransporter folgen zu können.

erster Kontakt mit dem neuen gewässer: Die „MS Schondorf“ ist am Starnberger See angekommen. Schon bald trägt sie einen neuen namen und schippert nun als „MS Berg“.

Das Ziel: sieben stunden nach abfahrt ist die tutzinger schlossstraße erreicht. langsam schiebt sich die schiffsnase, vorbei an der eisdiele, vor die beiden Kirchtürme. Die Perspektive ist einmalig. geschäftig drängt die örtliche Feuerwehr die schaulustige menge hinter eine provisorische absperrung zurück, denn jetzt muss der transporter rückwärts bis zum ufer geschoben werden. surrend geht eine Kamera mit einem mini-Hubschrauber in die luft. Volksfeststimmung herrscht unter den Hunderten von Zaungästen, rené Klabunde wird inzwischen als „schiffsflüsterer“ gefeiert. er sieht zufrieden aus und die spannung löst sich auf in große Heiterkeit, als die „schondorf“ nach weiteren zwei stunden an zwei riesigen gelben Kränen baumelt. Zeit für Diskussionen darüber, ob sich die gut 50 000 euro teure reise für ein schiff lohnt, das ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat. „absolut!“, ruft Walter stürzl und erklärt, warum: ein neues schiff hätte einige hunderttausend euro gekostet, das alte ist gut in schuss und kann noch zwanzig Jahre lang fahren. Wegen Flottenmodernisierung auf dem ammersee nicht mehr gebraucht, soll es ein Fahrgastschiff am starnberger see ersetzen, das nicht mehr durch den tüV gekommen wäre und deshalb arbeitsschiff wird. 14:30 uhr, Böllerschüsse zum salut: Die „ms schondorf“, künftig „ms Berg“, hat wieder Wasser unterm Kiel!

104 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Foto: Nicholas Yarsley

advertorial

Exklusive Design-Komfort-häuser

D

agmar Fritz-Kramer, Deutschlands unternehmerin des Jahres 2008, plant mit ihren architekten und Wohndesignern ganzheitliche, ökologisch perfekte Häuser mit Designanspruch nach den individuellen Wünschen anspruchsvoller Kunden. „unsere Kunden können sich auf eine sehr individuelle, kreative und gesundheitsorientierte Beratung freuen.“ Diese findet in der „Hausschneiderei“, einem in europa einzigartigem Hausplanungszentrum statt. Hier entdecken sie faszinierende Details, Fassadenoptiken und materialkompositionen, die begeistern – von der traditionellen landhaus-Villa bis zur sachlich präzisen Bauhaus-architektur. Perfekt inszenierte stil- und ausstattungswelten laden die Hausbauinteressenten ein, ihre stilrichtung und persönlichen Wohnund architekturwünsche auf eindrucksvolle Weise zu erleben.

Das äußerst erfolgreiche traditionsunternehmen Baufritz kann auf eine jahrzehntelange erfahrung zurückblicken. intensive Forschungs- und entwicklungsarbeit haben zu unzähligen Patenten und perfekten Detaillösungen geführt. Diese Qualität belegen hochkarätige architekturauszeichnungen. Die geschäftsführerin Dagmar Fritz-Kramer sieht sich als Perfektionistin. Diesen anspruch stellt sie an ihre mitarbeiter und das Produkt. Das zeigt sich auch bei der ausführung. man spürt sofort die handwerkliche Klasse. Die Highclass-Häuser werden mit modernster technik passgenau und computergesteuert produziert. Neben dem Designanspruch zeichnen sich diese Häuser insbesondere durch ihr schadstoffgeprüftes gesundheitsklima und die hohe energieeffizienz aus – denn schon heute erfüllen sie die energetischen und klimaschutzrelevanten anforderungen der Zukunft. in einem baubiologisch wertvollen Qualitätshaus „marke Baufritz“ ist man rundum geschützt vor schadstoffen und gesundheitsschädigenden umwelteinflüssen wie elektrosmog. Dafür sorgt ein in europa wohl einzigartiges gesundheitskonzept. übrigens wurde das unternehmen u.a. mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis, unter der schirmherrschaft der Bundeskanzlerin, Dr. angela merkel, ausgezeichnet. Dies zeigt mit welcher Konsequenz sich Baufritz seit Jahrzehnten für gesundes und nachhaltiges Bauen engagiert. mehr zu diesen außergewöhnlichen Wertehäusern finden sie unter www.baufritz-se.de oder fordern sie die kostenlose Baufritz-Broschüre an. Der musterhaus- und ideenpark direkt an der a96 münchen–lindau, ausfahrt erkheim, ist täglich von 10 bis 18 uhr für sie geöffnet.

bau-Fritz GmbH & co. KG Alpenweg 25, 87746 Erkheim Tel. 08336 900-0 Fax 08336 900-260 info@baufritz.de www.baufritz-se.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 105


geNuss

/ maria Pilch

entschuldigung! Wir wissen, dass ihnen jetzt das Wasser im Mund zusammenl채uft. Marias Strudeltascherln mit Johannisbeeren sind schlicht himmlisch. 106 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Mutter von drei Kindern und kreative Bäckerin mit Liebe zu Traditionsrezepten: Maria Pilch, Töchterchen Emma, 2, und ihr köstlicher Dinkelmehl-Apfelkuchen (unten).

Feines Backwerk Jung und kreativ: Maria Pilch, 32, iSt konditorMeiSterin auS euraSburg. alleS iSt hauSgeMacht, natürlich und ohne künStliche hilfSMittel. unSere autorin karin lochner iSt ganz früh aufgeStanden, uM in der Pilch’Schen backStube dabei zu Sein, wenn viele SüSSe träuMe entStehen

Fotos: Dort-Hagenhausen-Verlag/Backen

V

ier Uhr morgens. Ein Frühlingssturm fegt die Wolkenfetzen vom Himmel und der volle Mond legt einen bleichen Streifen auf den Fliesenboden der Backstube. Feiner Mehlstaub schwebt wie Nebel über den Arbeitsplatten. Der Arbeitstag von Maria Pilch, Lieferkonditorin aus Baierlach bei Eurasburg, hat vor einer halben Stunde begonnen. 250 Eier sind aufgeschlagen und fein säuberlich in Weiß und Gelb getrennt. Die Ausrollmaschine für die Teigböden läuft sich warm und die Knethaken rattern in ihren Verankerungen. Gut so. Der Tag wird lang werden. Heute muss Maria 30 Kuchen und Torten backen, zusätzlich Krapfen und Strudel. Und eine herzförmige Hochzeitstorte muss auch rechtzeitig fertig werden. Die Knethaken, lang wie Dirigentenstäbe, kommen zum Stillstand, der Mürbteig ist fertig. Maria holt ihn aus der riesigen Schüssel und strahlt ihn an wie eine Schuldirektorin ihren Musterschüler. Alles läuft bestens. Der Mürbteig darf ruhen. Für Maria fängt die Arbeit jetzt erst richtig an. Maria Pilch ist mit zwei Geschwistern auf dem Bauernhof gegenüber ihrer heutigen Wohn- und Arbeitsstätte aufgewachsen. Schon als kleines Mädchen naschte sie bei Oma und Mama in den Teigschüsseln. Konditorin ist ihr Traumberuf. Bereits 2004, noch vor ihrer Meisterprüfung, machte sie sich mit der Liefer-

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 107


geNuss

/ maria Pilch

Die hohe Schule einer Bayrisch-creme-torte mit Beeren (diese Seite). Maria Pilch vertieft in ein Obstkuchen-herz, daneben ihr frisches Schmalzgeb채ck (Fotos rechte Seite). 108 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


konditorei selbstständig. Geliefert wird an Läden, an Gasthöfe und Cafés in der Umgebung. Der Dorfladen in Gelting ist dabei und ein Bauernladen in Geretsried. Sogar im Fernsehen gab es schon einen kleinen Beitrag über die dreifache Mutter, die sich mit Leidenschaft gegen die Verwendung von Convenience-Produkten ausspricht – leider heute eine weit verbreitete Unart in ihrer Branche. Die englische Bezeichnung bedeutet Bequemlichkeit. Als Convenience Food werden halb- oder vorgefertigte Lebensmittel bezeichnet. So wird die Zubereitung in der Gastronomie, in Kantinen und in Backstuben erleichtert. Sagen die Hersteller. Maria schüttelt energisch den Kopf und zieht ihre Mundwinkel nach unten. Diese Produkte sind voller Farb- und Konservierungsstoffe. Der Kunde ist ahnungslos, denn, anders als bei Produkten im Supermarkt, muss nichts deklariert werden. Bei Maria hingegen ist alles selbst gemacht. Trockenei? Niemals! Crememischung, die mit Wasser angerührt werden muss? Pfui Teufel! Kein Apfelkuchen, kein Quarkstrudel, kein Stollen schmeckt bei der 32-Jährigen identisch, aber alle sind sie köstlich. Das sagt die Konditorin nicht selbst. Das bestätigen die Stammkunden. Wenn der Geschmack ihrer Kuchen zur Sprache kommt, schweigt Maria und ihre Handbewegungen bekommen eine kindliche Unbeholfenheit. Nur ihre braunen Augen leuchten und die Freude über jedes Lob ist so echt wie die Hefe, die im Dampferl vor sich hingärt. Wenn sie die vorbestellten Kuchen dann liebevoll dekoriert, wirkt sie nicht mehr verlegen, sondern selbstbewusst. Dann ist eine Frau am Werk, die ihre innere Balance in der Verfeinerung ihres Handwerks gefunden hat.

Gesamtkunstwerk: Eine frische Torte im grünen Ambiente

M

Fotos: Dort-Hagenhausen-Verlag/Backen

aria steigt flink in den ersten Stock, hinauf in ihre Wohnung. Ein verführerischer Duft schwebt mit nach oben, begleitet sie wie eine Silhouette. Ein Aroma aus geschlagener Butter, Zucker, Eiern, ein Hauch Karamell, eine süße Ofenwärme. Diesem Geruch verdankt Maria ihre Berufswahl. Er verführte sie bereits vor knapp drei Jahrzehnten, darum zu betteln, Mamas und Omas Rührbesen abschlecken zu dürfen. Hört sie da eines ihrer drei Kinder im Schlaf murmeln? Leise öffnet sie die Tür. Alles ist still. Der Frühlingssturm hat sich gelegt, der Mond ist längst verschwunden und ihre Kleinen schlafen noch friedlich. Gott sei Dank. Wieder in der Backstube misst Maria konzentriert die Temperatur im Gärschrank. Exakt 35 Grad braucht der Hefeteig. Draußen bepinselt sie den Strudelteig mit Öl, damit es keine Haut gibt, und stülpt einen

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 109


GENUSS

/ Maria Pilch

die Jubiläums-Süße für das SeeMagazin Zitronentorte mit Johannisbeerroulade

Kein Wunder, dass der gut lachen hat. Schließlich hat der dreijährige Ferdi Pilch das Kuchenparadies daheim.

heißen Topf darüber: Ein Trick, damit es später leichter geht, den Teig immer wieder „aufzuschlagen, damit sich der Kleber bilden kann“ und ihr Strudelteig so hauchdünn gezogen werden kann wie es ihre Oma früher immer wieder vorgemacht hat.

D

ie Morgendämmerung taucht die Arbeitsplatten in ein blasses Zwielicht. Maria wiegt Zutaten ab, schlägt Sahne, backt die ersten Tortenböden, reibt Zitronenschale, knetet Puderzucker ins Marzipan. So vergehen Stunden. Der üppige Geruch nach Backwerk, Früchten und Vanille multipliziert sich mit jedem neuen Backvorgang. Die frühe Sonne malt jetzt ein gelbes Band auf den Boden. Ein Froster brummt beruhigend aus seiner Ecke. Bald ist es Zeit für die erste Pause, dann gibt es Frühstück mit den Kindern. Sie räumt Messbecher, Pinsel und Teigschaber zur Seite und blättert kurz durch eine Konditoren-Fachzeitschrift. Dann hebt Maria den Kopf und lauscht durch all das Summen und Brummen und Blasen in ihrer warmen Backstube. Kleine polternde Hüpfer sind vom Gang her zu hören. Schulkind Simon steht im Schlafanzug in der Tür. Ob es heute Bienenstich gibt, will er wissen. Der dreijährige Ferdi fragt, ob die Krapfen schon fertig sind und die zweijährige Emma lugt hinter den Rücken ihrer Brüder hervor. Hat die Mama einen Rührhaken zum Abschlecken?

Biskuit: den backofen auf 210 grad vorheizen. eigelbe mit 50 g zucker und Salz verrühren, eiweiß mit restl. zucker zu Schnee schlagen. die eigelbmasse unter den eischnee rühren. Mehl und Stärke sieben, unter die Masse heben. den teig auf ein mit backpapier belegtes backblech gleichmäßig aufstreichen. das blech in den vorgeheizten ofen schieben und 8–12 Minuten backen. Öfter nachschauen, da sich zu stark gebackener teig nicht mehr schön aufrollen lässt. auf ein leicht feuchtes tuch stürzen. gleich anschließend mit Johannisbeergelee bestreichen und eng aufrollen. Für die Fülle die gelatine in reichlich kaltem wasser einweichen. zitronen und orangen getrennt auspressen. etwa 100 ml zitronensaft und 250 ml orangensaft abmessen, mit dem Puderzucker in einen topf geben und leicht erwärmen, bis sich der zucker aufgelöst hat. die ausgedrückte gelatine im wasserbad auflösen und zum orangen-zitronen-Saft geben. alles in eine Schüssel umfüllen und etwa 30 Minuten kühl stellen, bis der Saft leicht zu gelieren beginnt. in der zwischenzeit die roulade in 2 cm dicke Scheiben schneiden und damit zuerst den rand einer Springform und mit dem rest den boden dicht an dicht auslegen. 500 g Sahne steif schlagen. erst nur wenig davon zum gelierenden Saft geben und gut verrühren, dann den rest unterheben. die zitrussahne in die Springform auf die rouladen füllen und die torte mindestens 2 Std. kühl stellen. zum Servieren die torte aus der form schneiden, 150 g Sahne steif schlagen und die torte mit Sahnetupfen dekorieren. Sehr schön ist auch ein fruchtspiegel aus 150 ml orangensaft (oder Maracuja-Mark), angedickt mit gelatine.

Maria Pilch liEFErKONDiTOrEi Baierlach 1 a, 82547 Eurasburg, Tel. 08179 99 85 92

BUchTiPP: Die Konditorenmeisterin Maria Pilch bietet in ihrem Koch-Bilder-Verführbuch „Backen wie auf dem Land“, Dort-Hagenhausen-Verlag, über

110 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

100 Rezepte für ländliche Backwaren. Sie informiert über die regionalen Zutaten und gibt praktische Anleitungen. Anschaulich wird die Herstellung verschiedener Teige gezeigt und ist auch für Backanfänger gut nachvollziehbar. Maria Pilch verspricht: „In meinem Buch entdeckt man altbekannte Rezepte, aber auch viele neue Ideen und Variationen, brauchbare Tipps und vielleicht die eine oder andere Geschichte zum Schmunzeln.“

Fotos: Dort-Hagenhausen-Verlag/Backen (2); Peter von Felbert (1)

Für den Biskuit: 6 eigelb, 150 g zucker, 1 Prise Salz, 5 eiklar, 60 g Mehl, 60 g Stärke, 1 glas Johannisbeergelee (ca. 200 g) Für die Fülle: 6 blatt gelatine, 3 zitronen, 3 orangen, 100 g Puderzucker, 650 g Sahne


VERPACKEN, VERSCHENKEN, ORDNEN, AUFBEWAHREN, GESTALTEN, ÜBERRASCHEN!

YOUR PERSONAL

... mit schönen Nägeln glücklich sein Leistungen Naturnagelpflege für SIE und IHN = Hände und Füße n Kunstnagel – Nagelkunst n Kosmetische Fußpflege n CHANNOINE-BeautyKonzept n Körperhaar-Entfernung n

Nagelstudio Manuela Bortenschlager

nter

w

andler-box

erhältlich bei max.Leben-Wolfratshausen www.wandler-box.de e und unter u w .w .d

ufkirchner Straße 4 A 82335 Berg am Starnberger See Telefon: 08151/ 97 91 39 Mobil: 0171/ 88 93 710 E-mail: manuela@hand-gemacht.com Web: www.hand-gemacht.com Termine nach Vereinbarung!

w o l f g a n g

w e b e r

ganzheitliche zahntechnik

82402 Seeshaupt, www.wolfgangweber-zahntechnik.de

Restaurant • Weinbar • Feinkost • Catering

Patricia Lange Living jetzt am ammersee

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?

Öffnungszeiten Cucina: Mo–Sa 12–14.30 Uhr und 17.30 bis 22.30 Uhr Vinoteca: Mo–Sa 10–22.30 Uhr

Die bekannte einrichterin & ehemalige inhaberin von traeger home interiors in starnberg, Patricia Lange, hat ihren mittelpunkt an den ammersee verlegt. von dort berät sie ihre Kunden ganz individuell und nach termin in privater atmosphäre in allen Fragen rund ums Wohnen und einrichten.

Reservieren unter 08158 906535

www.bacaro.info

Hauptstraße 51 · 82327 Tutzing

infos unter 0174- 38 65 540 und www.patricialangeliving.de

chriStiane weber heilpraktikerin 82402 Seeshaupt, www.christianeweber-heilpraktikerin.de

 

Ambulante Ambulante Krankenpflege Krankenpflege Tutzing Tutzing e.V. e.V.

90

JJahre 3ÀeJe ) rVRrJe

Ihr Pflegepartner am Starnberger See

1921-2011

 

   





Unsere Leistungen: ■ Ambulante häusliche Krankenpflege ■ Pflegeberatungsbesuch ■ Medizinische Behandlungspflege ■ Betreuung an Demenz erkrankter Menschen ■ Betreute Wohnanlage ■ Tagespflege

■ Ambulant betreute Wohngemeinschaften für an Demenz erkrankte Menschen ■ Betreutes Wohnen zu Hause ■ Palliativpflege, Palliativnetzwerk ■ Hauskrankenpflegekurse ■ Forum für pflegende Angehörige

Tutzing: 08158 / 90765 - 0 Starnberg: 08151 / 97159 -15

Ambulante Krankenpflege Tutzing e.V. Traubinger Straße 6, 82327 Tutzing www.Krankenpflege-Tutzing.de

www.seamprint.de www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 111


112 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Natur /

galerie Peter von Felbert

wasser „hEll iM SilBERlichTE FliMMERND ziEhT UND SiNGT DES BAchES WEllE, GOlDENGRüN UND TiEFBlAU SchiMMERND KüSST SiE FlüchTiG DiE liBEllE; UND EiN DRiTTES KOMMT DAzU, EiNE BlüTE hERGESchWOMMEN: AllE hABEN DRAUF iM NU hEiTERN ABSchiED SchON GENOMMEN“

erste strophe des gedichts „am fließenden Wasser“ von gottfried Keller mit Bildern von Peter von Felbert

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 113


Natur /

galerie Peter von Felbert

114 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 115


Natur /

galerie Peter von Felbert

peter von Felbert, Jahrgang 1966, hat bei Franz Joseph van der Grinten, Künstler und Kunstsammler, am Niederrhein gelernt und lebt seit 1995 in München. Von der Südsee über Australien bis Mexiko hat der Fotokünstler viele länder bereist – und sieht vielleicht deshalb die Schönheit der heimatlichen Region so eindrücklich und klar. Seine freie Arbeit „Wasser“ ist an Binnengewässern im Alpenraum entstanden.

116 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


neuMAyr-BäDer unD FS Küchen & Mehr, eBenhAuSen

advertorial

Die gute Adresse für schönes leben

K

üchenzauber und Wellness wie im luxus-Hotel? Ja, damit kann man sich auch jeden tag zu Hause verwöhnen! Wie, das zeigen Wolfgang Neumayr von Neumayr-Bäder und Florian sachse von Fs Küchen & mehr ab sofort in ebenhausen. Für den Wellness-Fachmann Wolfgang Neumayr ist ein Bad nicht nur ein Bad, sondern eine Wohlfühloase für leib und seele. und Küchenplaner sachse sieht in der Küche einen lebensraum, den er als Ort für genuss und Kommunikation, als treffpunkt für Familie und Freunde gestaltet. und weil Wellness und gesundheit zusammengehören, präsentieren beide experten neuerdings am gemeinsamen standort wie ihr Bad und die neue Küche aussehen könnten – in den showrooms von Neumayr-Bäder in ebenhausen. „Wer sich morgens regelmäßig eine Dampfdusche gönnt, geht nicht nur frisch und entspannter in den tag, sondern tut seiner gesundheit etwas gutes“, weiß Wolfgang Neumayr. Der Bad-Designer verwendet bei der gestaltung edelprodukte und ausgewähltes Design aller europäischen spitzenhersteller. seine neu gestaltete ausstellung in ebenhausen bietet über drei etagen reichlich inspiration für das perfekte Bad. um jeden Kunden individuell betreuen zu können, ist für ihn der Hausbesuch selbstverständlich. „ich muss wissen, wie jemand lebt, welche speziellen Bedürfnisse er hat, was er sich von seinem Bad erwartet und welchen stil er pflegt, um ihn richtig beraten zu können“, erklärt Wolfgang Neumayr. gemeinsam mit seinem team erarbeitet er

neumayr-bäder bäder, Wellness- und raumkonzepte Wolfratshauser Straße 60 82067 Ebenhausen-Schäftlarn Tel. 08178 99 80 00, öffnungszeiten des Showrooms: Mo – Fr 14 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 14 Uhr info@neumayr-baeder.de, www.neumayr-baeder.de

dann einen entwurf in enger abstimmung mit dem Bauherrn. Ob puristisch modern oder im eleganten Jugendstil: Neumayr findet für jeden geschmack die richtigen Objekte – vom Waschbecken, WC über Dampfdusche und Whirlpool bis hin zur sauna. Wolfgang Neumayr, dessen erfahrung auf 50-jähriger Familientradition und ständigen Fortbildungen im Bereich Bad und Wellness beruhen, begleitet jedes Projekt persönlich bis zur Fertigstellung. Besonders wichtig ist ihm dabei die beratende Funktion für architekten. Denselben Prinzipien fühlt sich auch der Küchenprofi und Hobbykoch Florian sachse verpflichtet: Der gelernte schreiner arbeitet seit 21 Jahren in der Branche und hat sich 2001 mit „Fs Küchen & mehr“ in Berg selbstständig gemacht. Wie die eigene Küche aussehen könnte, das führt er seinen Kunden bei ihnen zu Hause mit seinem „virtuellen Küchenstudio“ vor: am Computer simuliert er den Wohlfühlraum in 3-D und tüftelt so lange, bis sich der auftraggeber darin wiederfindet. Wie und wo sollen schränke, stühle und geräte stehen? Was ist das beste maß, das passende material für die arbeitsplatte? Welche Front gefällt am besten? Wäre eine andere Farbe noch schöner? Kein Problem. Ob gemütlicher landhausstil oder cooles HightechDesign: alles lässt sich vorab ausprobieren. Für die handfeste „Küchenprobe“ bietet sich nun auch gelegenheit im neuen showroom in der Wolfratshauser straße in ebenhausen. Was beiden, Neumayr und sachse, besonders wichtig ist: Bad wie Küche sind lebensräume, die immer so gestaltet sein müssen, dass man sich auch noch in zehn Jahren darin wohlfühlt.

FS Küchen & mehr Florian Sachse ligsalzweg 26, 82335 Berg Tel. 08151 66 63 85, Mobil 0172 548 51 09 (Termine nach Vereinbarung) info@fs-kuechen.info www.fs-kuechen.info www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 117


nicht nur auf einen hund gekommen: tiertrainerin claudia Wagner mit ihren Border collies samt nachwuchs und die hunde bei training und SpaĂ&#x; (rechte Seite).

118 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


leut’ & leBeN

/ tierisch

Lizenz zum Retten ES GiBT TATSächlich EiNEN WElTMEiSTERTiTEl FüR hUNDESTAFFElN, DiE BEi KATASTROphEN UND ANDEREN NOTFällEN hElFEN. clauDia WaGnEr, GyMNASiAllEhRERiN iN TUTziNG UND TiERVERhAlTENSThERApEUTiN, hAT ihN SchON GEWONNEN – GEMEiNSAM MiT ihRER iNTElliGENTEN FüNFER-BANDE

Fotos: Andreas Pohlmann (1); privat

F

ünf augenpaare hängen an der Frau mit den blonden locken, voller Hingabe, in großer aufmerksamkeit. „revier!“, ruft Claudia Wagner laut gegen den Wind. Darauf haben robin, megan, shannon, Josh und Kate gewartet! Die fünf Border Collies fegen über die Wiese am Ortsrand von raisting, nicht irgendwie, sondern in sauberer Kreisformation. Nach einem vollendeten Zirkel bauen sie sich wieder vor ihrem Frauchen auf, bereit für die nächste runde. robin ist der leithund, auch wenn er mit seinen 13 Jahren nicht mehr ganz so fit ist. Hinter ihm lauern in kurzem respektabstand die anderen vier. lässig flattert das linke Ohr der kleinen Kate, dafür steht ihr rechtes aufmerksam in die Höhe. shannon, deren gesicht an eine venezianische maske erinnert – halb schwarz, halb weiß – hält den Kopf ein wenig schief. „revier!“, ruft die Hundeführerin wieder und die tiere rasen davon. Heute ist das alles nur spaß. Die fünf sollen sich einfach nur mal austoben. aber nie würden sie einfach lostoben wie der normale Haus- und schoßhund. Claudia Wagners Border Collies schauen immer, ob arbeit winkt. sollen sie jemanden suchen? gibt es eine spur, die aufgenommen werden muss? sollen sie sich in eine Felsspalte oder zwischen trümmer zwängen, sich in ein erdloch buddeln, an einem rettungsseil in die luft gezogen werden? Die fünf sind rettungshunde, alle aus der Zucht von Claudia Wagner: Vater, mutter, tochter, sohn aus „zweiter ehe“ und Freundin. groß gezogen und zur rettung trainiert von der diplomierten Biologin. außerdem hüten die fünf eine Waldschaf-Herde, eine vom aussterben bedrohte rasse. und nicht zuletzt begleiten sie ihr Frauchen abwechselnd ins tutzinger gymnasium. Nur die verspielte shannon darf nicht mit. „Die würde den Kindern ständig irgendetwas vor die Füße legen. unterricht wäre dann nicht mehr möglich“, erklärt die lehrerin. Die ausgebildete tier-Verhaltenstherapeutin ist nicht nur eine engagierte lebensretterin, sondern auch glühende anhängerin des pädagogischen Konzepts der schulhunde. Der leiter des tutzinger gymnasiums, selbst Biologe, war schnell dafür zu begeistern. manche Kollegen wie auch schüler-eltern waren anfangs skeptisch. Doch der einsatz der Vierbeiner hielt, was die schulhundPädagogik verspricht: Der lärmpegel in der Klasse sank, der schüler-lehrer-Kontakt verbesserte sich und die Kinder nehmen grundsätzlich mehr rücksicht. Was besonders den außenseitern in den Klassen zugutekommt, die sich so leichter integrieren.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 119


leut’ & leBeN

/ tierisch

„Bei uns hieß es immer: Man muss sich für das engagieren, was einem wichtig ist“ Doch treibende Kraft und der wichtigste aspekt bei ihrer arbeit mit den Hunden bleibt für Claudia Wagner die rettung. „Zum glück“, sagt die 48-Jährige, „haben die menschen, die ich mit den Hunden aufspüren konnte, immer noch gelebt.“ Bei den meisten der bis zu hundert einsätze im Jahr geht es um vermisste alte und verwirrte menschen oder um junge ausreißer. erfolglose und besonders traurige erlebnisse sind jedoch auch immer wieder darunter. Wie der einsatz vor einigen Jahren, als Claudia Wagner und ihre Hunde von der Polizei nach Frankfurt gerufen wurden, um mit anderen teams nach dem entführten Bankierssohn Jakob von metzler zu suchen. Ohne erfolg kamen sie zurück. Der elfjährige wurde später tot in einem Weiher gefunden. lieber erzählt Claudia Wagner von geglückten aktionen wie der im münchner Norden, als ein 12-jähriges mädchen wegen schlechter Noten weggelaufen war. Zuhause hatte das Kind einen Brief zurückgelassen mit den Zeilen: „ich möchte dort sterben, wo es am schönsten ist.“ Während die Polizei die ausreißerin in einem unwirtlichen gelände vermutete, spürte Wagners einsatzgruppe sie in einem nahe gelegenen Naturreservat auf. Die lehrerin lässt alles stehen und liegen, wenn der einsatzruf kommt. gepäck für sich selbst und die Hunde, reiseunterlagen, ausrüstung – bei einer Katastrophe wie zum Beispiel einem erdbeben muss alles perfekt organisiert sein. Dabei kommt es vor, dass die retter samt Hundestaffel dann am Flughafen bereit stehen und nicht fliegen können, weil es am Katastrophenort mit der Koordination hapert. aber wenn, wann und wohin sich Claudia Wagner in Bewegung setzt: sie tut es immer ehrenamtlich. Noch nicht einmal die Fahrtkosten werden ersetzt. Warum sie es trotzdem macht? „Weil es um die rettung von menschen geht. in meinem elternhaus hieß es immer: man muss sich für das engagieren, was einem wichtig ist.“

e

ine Hundenärrin war sie schon immer. als Kind musste sie lange betteln, bis sie mit zehn Jahren einen Dackel bekam. mit 17 las sie dann die junge sally, eine Border-mischlingshündin, regelrecht von der straße auf. ihr folgte Cassie. Jeder Hundekenner weiß, dass Border Collies besonders klug sind und deshalb viel beschäftigt werden wollen. also ging sie zum „Hundesport“. Die damals dort gebotene schutzdienst-erziehung mit rüden methoden war nichts für sie. Deshalb versuchte Claudia Wagner es in rettungsstaffeln, erst in münchen, dann, als ihr erster Job sie für ein renaturierungsprojekt nach Brandenburg verschlug, in Berlin. Zweimal die Woche trainierte sie mit Cassie. im lauf der Zeit entwickelte sie schließlich eigene trainingsmethoden. „Jeder Hund ist anders – so wie jeder mensch auch. es kommt darauf an, dass die Kommunikation zwischen den jeweiligen Partnern stimmt.“

120 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Schwindelfrei und mutig müssen beide sein: Mensch und tier. claudia Wagner beim Abseiltraining mit Kate. Foto unten: Auf Spurensuche im trümmer-chaos.


Christine Schulz Weitere infos: www.1a-teamwork.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 121

Am Hardt 1 | 82407 Wielenbach | nicola.danner@t-online.de | www.lusitano-nicoladanner.de

NicolA DANNer

Hochzeiten

ihr trainingsprinzip ist das des Forderns, Förderns und Belohnens. Dazu muss der Hund erst einmal lernen, dass der mensch ein nettes Wesen ist. Dann wird er im training über Jahre auf seine aufgabe vorbereitet: Die Hunde lernen menschen aufspüren und das zu melden, ohne die betreffende Person zu erschrecken. Heute bildet Claudia Wagner retter und Hunde aus und ist leistungsrichterin bei rettungshunde-Prüfungen. selbst holte sie sich den Weltmeistertitel in der rettungshundearbeit und wurde mehrfache deutsche meisterin in dieser Disziplin. Dass es nun auch eine rettungsstaffel Pfaffenwinkel-Werdenfelser land gibt, ist mit ihr Verdienst. seit etlichen Jahren betreibt sie außerdem die Hundeschule „1a-teamwork“ in Vaterstetten, starnberg, Weilheim und nun auch in raisting. außerdem betreut und therapiert sie Problemhunde und meistens den Hundehalter mit. Für die Pädagogin ein wesentlicher und geliebter teil ihres engagements bleibt jedoch die arbeit mit Kindern, um ihnen die angst vor den Vierbeinern zu nehmen und ihnen zu zeigen, wie man sich richtig verhält. „Borders!“ ein einziger ruf genügt und robin, megan, Josh, shannon und Kate jagen quer über die Wiese, platzieren sich vor Frauchen in reih und glied. sie lächelt und tritt den Heimweg an mit ihrer treuen Fünfer-Bande.

Events

edle Pferde Fotos: privat

Foto ganz oben: ich muss noch nicht, aber ich könnte schon! nachwuchs aus der Wagner-Zucht und die hundeexpertin in Montur für einen einsatz mit Superhund Megan (unten).


BÜCHer /

neuheiten

Lauter see-schätze Sehen, lesen, fühlen. Eine Auswahl von Neuerscheinungen aus der Region, über die Region und weit darüber hinaus. Für phantastische Stunden

die nacht sinkt nieder und wir sollten uns verlassen wie vielfach dämmerung mag noch in unsere venen passen wann können wir uns lassen ohne uns anzufassen es fassen das rote violett des abschied ...

P

oesie in Bilder und Worten. Das Gemeinschaftsprojekt der beiden Münchner Christopher thomas (Fotos) und Albert Ostermaier (Gedichte) zeigt nicht unsere heimischen Ufer, obwohl die Wahlverwandtschaft überraschend nah erscheint. nach seinem erfolg mit „new York sleeps“ war Christopher thomas mit seiner Großformatkamera in Venedig unterwegs und hat die schlafende schönheit der stadt in 70 stillen, immer menschenleeren Bildern eingefangen. Die Aufnahmen lassen raum für Bilder jenseits unserer alltäglichen erfahrung und werden von 18 neuen Gedichten des Münchner schriftstellers Albert Ostermaier einfühlsam aufgenommen und weiter gesponnen. Ira stehmann hat „Venedig. Die Unsichtbare“ herausgegeben.

122 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Venedig. Die Unsichtbare von Christopher thomas, mit Gedichten von Albert Ostermaier, Prestel, 39,95 €


Der Nächste, bitte mÖrDEriScHE SPannunG Zwanzig Jahre lebte der ehemalige terrorist Alexander Kind, genannt Kinsky, im untergrund. Jetzt kehrt er in seine heimat am Starnberger See zurück. Das wird reichen, um ihnen den neuen Seekrimi „Kinsky kehrt zurück“ von Michael Soyka „Sterben, wo schmackhaft zu machen. Allitera Krimi, 14,90 €. andere urlaub machen“ ist der Slogan für den Spannungsbogen von Jörg Maurer. in „oberwasser“ bekommt Kommissar Jennerwein wieder einen wilden Fall. Fischer Verlag, 9,99 €. Der neue roman von georg M. Oswald „unter Feinden“ wird als „literarischer Krimi“ gefeiert. ein wirklich kluger Plot rund um eine Sicherheitskonferenz in München und eine erzählweise mit dem Prädikat „wertvoll“. Piper, 18,99 €. Selbst ist er ein nachfahre der Kuisis, die 300 Jahre lang eine berühmte henker-Dynastie in Bayern war. Jetzt hat Drehbuchautor Oliver Pötzsch über dieses thema einen spannenden historienroman geschrieben. „Der Hexer und die Henkerstochter“, ullstein taschenbuch, 14,99 €.

im graf-Kosmos

m

Fotos: Jonas Merz (1)

ax ist 15 Jahre alt, lebt mit seinem Vater am starnberger see und hat sich seit dem Verschwinden seiner mutter in die Welt der insekten zurückgezogen. sich tarnen, sich tot stellen, sich verwandeln – das sind Wesenszüge, die der pubertierende Junge mit den insekten teilt. Wie eben die meisten teenager, findet der 24-jährige autor und medizinstudent elias Wagner, wenn er über seinen Debütroman „Vom liebesleben der mondvögel“ spricht. geboren in münchen und aufgewachsen in Berg am starnberger see, konnte der junge Wagner sich mit 16 Jahren seine ersten autoren-meriten verdienen, als er den schülerwettbewerb des literaturhauses in münchen gewann. als seine Vorbilder bezeichnet er die schriftsteller Jonathan safran Foer, David Foster Wallace, Julio Cortázar. Über seine Jugend am Starnberger See sagt Elias Wagner: „Natürlich verarbeite ich Wesenszüge von Leuten und Orte aus meinem Leben. Ich erzähle aber nicht meine eigene Geschichte. Die Idee war, den speziellen Zauber der Landschaft – den See mit den Alpen im Hintergrund – einzufangen ... Zwar ist die Gegend nicht der Arsch der Welt, aber doch eher unbedeutend, wie ein Pigmentfleck am Rücken vielleicht. Wenn man dort aufwächst, beginnt man irgendwann, den Mythos zu hinterfragen. Keine Frage – die Landschaft ist bombastisch, aber die Sommerferien sind so stinklangweilig wie anderswo.“ zitiert aus einem Interview auf sueddeutsche.de, Februar 2012

Über den Roman und seinen Bezug zur Region sagt Elias Wagner: „Es ist für mich vor allem ein Versuch gewesen, zu beschreiben, wie es sich anfühlt, gegenwärtig in einer voralpenländischen Region aufzuwachsen. Es geht um den Horror und den Zauber der Pubertät mit allem, was in dieser Zeit der Metamorphosen dazugehört, und es geht um Insekten. Das voralpenländische Bayern ist die optimale romantisch-morbide Kulisse für die Zeit der Pubertät, deren zentrale Topoi ja so ein diffuses Sich-sehnen, der Tod und die erste Liebe sind. Vielleicht ist mein Roman auch nur ein riskanter Versuch, den bereits von Oskar Maria Graf eindrücklich beschriebenen Kosmos ins Hier und Jetzt zu katapultieren, in ein modernes mediales Zeitalter.“ zitiert aus buchreport.de im März 2012

Elias Wagner Vom liEbESlEbEn DEr monDVÖGEl hoffmann und campe, 19,99 €

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 123


Neuheiten und Naturklassiker

Geschichte, Natur pur, Wissen und die Wirrungen des Lebens

DaS lEbEn DEr anDErEn unD GEHEimE binDunGEn es ist eine ganz persönliche Familiengeschichte und große dunkle deutsche geschichte: gisela heidenreich, die als Schriftstellerin in der Seenregion lebt, folgt den Spuren von horst Wagner, der Verbindungsmann von ribbentrop und himmler war und angeklagt wurde wegen Beihilfe zum Mord an 350 000 Juden. Die Autorin, im ersten Beruf Paarund Familientherapeutin, beschreibt Wagners Flucht nach Südamerika und zurück über italien und Spanien wieder nach Deutschland. gisela heidenreichs Mutter selbst half dem SS-Standartenführer und Massenmörder, dem nürnberger Justizgefängnis zu entkommen. und blieb ihm sieben Jahre lang ergebene geliebte und Komplizin. Dann ließ er sie fallen und heiratete eine andere. in „geliebter täter“ will die Autorin die hingabe ihrer Mutter begreifen und deckt dabei alte Verbindungen auf, die Wagners Verurteilung verhinderten. Geliebter Täter. Ein Diplomat im Dienst der „Endlösung“, von gisela heidenreich, Droemer Knaur Verlag, 22,99 €

FunDGrubE FÜr FrEunDE unD FanS DES FÜnF-SEEn-lanDS … und solche, die es werden wollen: Das Buch „Der ammersee – Eine reise in bildern und Texten“, herausgegeben von der Dießener Journalistin und Fotografin Anne Webert, ist im Kiebitz-Verlag erschienen, 24,90 €. Ortskundige Autoren berichten über geschichten und geschichte rund um den Ammersee und seine kleineren „Brüder“ Pilsen-, Wörth- und Weßlinger See. in der gleichen reihe „heimat neu entdecken“ erschienen ist auch „Starnberger See“ von eva Dempewolf mit einer Vielfalt an eindrücken – für alle, die mehr wissen wollen, als das, was man von selbst entdeckt. Kiebitz-Verlag, 25,90 €

124 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

TiEriScH GuT EinGEricHTET „Ohne hund ist man kein Mensch!“, sagte Manuela von Perfalls Vater und drückte der tochter, als sie sechs Jahre alt war, den kleinen Pekinesen Moufti in den Arm. Seitdem kann sich die Autorin und Schlossbesitzerin aus greifenberg ein leben ohne hunde nicht mehr vorstellen. Ständig haare auf der couch, zerkratzte Möbel, zerbissene teppiche? Dass man auch mit hund ein elegantes und gepflegtes Zuhause haben kann, zeigt die Autorin in ihrem neuen Buch Wohnen mit Hund – besondere menschen und ihre besten Freunde, Fotos: Anja hölper, callwey-Verlag, 29,95 €

lanDScHaFTEn, TiErE unD TÖnE… Zeitlos schön: natur pur zeigen die auf DVD gebannten Beobachtungen der grafratherin Susanne hofmann. Ob „Zwischenlandung ammersee“, das natur-tagebuch „Für aDEbar unterwegs“, ein filmisches tagebuch über die Kartierarbeiten für den Atlas Deutscher Brutvogel Arten, oder die Vogelstimmen-DVD „Die Vogelwelt des Waldes“ – die Filmemacherin hat landschaften, tiere, töne rund um den Ammersee in faszinierenden Bildern und erklärenden Worten quer durch die Jahreszeiten eingefangen, spannend und lehrreich. tel. 08144 13 62 oder info@ibh-videostudie.de, zwischen 12 und 15 € Die Vogelwelt des Waldes Vögel beobachten und erkennen

Zwischenlandung Ammersee ögel

BüCHer /

Naturbeobachtungen in einem international bedeutsamen Feuchtgebiet Ein Film von Susanne Hoffmann

147.160

Ein Film von Susanne Hoffmann


ANZEIGE

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 125


www.dedon.de

BüCHer /

Neuheit

über die seiten des Web GuTE-FrEunDEboESE-FrEunDE lEbEn im WEb von elke reichart, dtv reihe hanser, 9,95 €.

Hier berichtet die Autorin, die Sie aus dem SeeMagazin kennen, über die Lesereise mit ihrem aktuellen Buch – und über Erfahrungen, die uns alle angehen

e

DEDON collection NESTREST

Inhaber Claudius Rexroth Oskar-von-Miller-Ring 33-35 80333 München Tel. 089.285037 Fax. 089.28808717 126 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de info@spectrum-moebel.de www.spectrum-moebel.de

lena margulis ist studentin, mitte zwanzig und teil der generation internet. Die virtuelle Welt ist für die münchnerin ebenso selbstverständlich wie die reale. Bei Facebook hat sie über 900 Freunde, mit denen sie täglich das leben teilt: mitfahrgelegenheiten, liebeskummer, Partybilder, Klausuren-stress. ich bitte elena, für mein neues Buch über das thema „Freundschaft in Zeiten des internets“ ein Kapitel zu schreiben und erwarte ein flammendes Plädoyer für soziale Netzwerke. stattdessen kommt ihre nachdenkliche analyse einer gewandelten Welt, die den menschen ununterbrochen neue Kontakte und möglichkeiten anbietet, aber auch pausenlos zu entscheidungen und selbstkontrolle zwingt. elenas Fazit formuliert ein unbehagen, das viele kennen: „Wir stecken mitten in einem neuen land, für das es noch keinen reiseführer gibt. Wir müssen uns schneller anpassen, als uns recht sein kann.“ eine art reiseführer durch das internet ist mein Buch „gute-freunde-boese-freunde leben im web“ dann auch tatsächlich geworden. es geht darin um das „Böse“ im Netz, um Cyber-mobbing und Online-sucht, aber auch um hilfreiche Netzwerke und die wunderbaren möglichkeiten der Online-Profilierung. Das Buch richtet sich an „Digital Natives“ ebenso wie an Webeinsteiger. seit seinem erscheinen habe ich immer wieder daraus vorgelesen – vormittags an schulen, abends in Büchereien vor eltern, großeltern und lehrern. Zwei ganz unterschiedliche PowerPoint-Vorträge zu den gleichen 220 seiten: Der eine richtet sich an die experten – die Jugendlichen; der andere an die informationssuchenden – die erwachsenen. meine erste Frage an die schüler: „Wer von euch ist in Facebook?“ Fast alle arme gehen hoch, das entspricht der statistik: 90 Prozent der 14- bis 29-Jährigen nutzen regelmäßig die Plattformen des social Webs. Nächste Frage: „sind eure eltern auch bei Facebook?“ maximal ein Drittel antwortet mit Ja. am abend bei den Älteren dann die Konfrontation mit allen arten von Ängsten: „Wie gefährlich ist dieses Netz, das für unsere Kinder eine zweite Heimat geworden


münchen ist? Kann man das alles nicht rückgängig machen?“ Wohl kaum. Kein ende des Fortschritts in sicht, auch davon berichtet mein Buch, und es ist sicher klug, die Kids in ihrer Parallelwelt nicht allein zu lassen. empört steht eine mutter in der ersten reihe auf: „Ja, was soll ich denn noch alles machen? ich arbeite, ich kümmere mich um die Familie, ums Haus. Jetzt soll ich mich auch noch um diese technik kümmern?“ Ja, es geht wohl nicht anders, das ist teil der schwierigen erziehung in Zeiten des internets. auch dazu gibt es geschichten in meinem Buch: mit welchen tricks zum Beispiel eltern und lehrer hinters licht geführt werden, wenn die der exzessiven ComputerNutzung ein riegel vorschieben wollen. gespannte aufmerksamkeit im Publikum sowohl am morgen als auch am abend besonders, wenn es um die riesengewinne von Facebook geht: „Woher kommt das geld eigentlich, ist doch alles kostenlos bei denen?“ ganz einfach und ganz problematisch: Facebook verdient an den privaten Daten seiner Kunden, aus denen unternehmen dann maßgeschneiderte Werbung erstellen. Die massive weltweite Kritik an dem – um es zurückhaltend auszudrücken – fahrlässigen umgang mit den Nutzerdaten lässt sich bei einer milliarde gewinn (2011) leicht wegstecken. Die gute Nachricht für diejenigen, die um den Bestand der „echten“ Freundschaft fürchten, weil rundherum die Zahl der „friends“ rasant in unglaubliche Höhen steigt: ein grundsätzlicher Verlust an tiefe und Bedeutung von bestehenden Beziehungen findet nicht statt. „Kaum ein Facebook-Nutzer wird tatsächlich glauben, 200 oder gar 1 000 Freunde zu haben. Die Kritiker haben die massen wieder einmal unterschätzt“, stellt Johannes Boie, Online-redakteur und einer meiner jungen mitautoren, ganz sachlich fest. Dennoch verändert das internet unsere sozialen Bindungen. Boie: „Durch das ständige updaten des eigenen Profils hält man andere menschen auf dem laufenden über das eigene leben, ohne sie – wie es etwa das senden einer e-mail tun würde – zur reaktion zu zwingen. Durch die freiwillige, aber andauernde teilnahme am leben des anderen bleibt man nicht nur ein teil dessen sozialen umfelds, sondern auch in seiner virtuellen umgebung verankert.“ ein Beispiel: einen austauschfreund aus den usa auch nach der abreise noch als Facebook-Friend zu haben, bedeutet auch, dass man an der nordamerikanischen Kultur, an der sprache, am leben dort über lange Zeit viel mehr teil haben kann als noch vor wenigen Jahren. Verzweifeltes aufseufzen einer erwachsenen Zuhörerin am ende eines Vortrags: „Warum nur? Warum stellen unsere Kinder so viel Privates und intimes ins Netz? merken sie denn nicht, wie viel angriffsfläche sie damit bieten?“ Die antwort liegt im Buch-geleitwort des bulgarischen schriftstellers tzvetan todorov begründet – es geht um liebe und aufmerksamkeit: „Das Bedürfnis, beachtet zu werden, ist nicht ein menschlicher Beweggrund unter anderen – es ist der Wahrheitsgrund aller Bedürfnisse.“

am besten am Oskar-von-Miller-Ring 33-35

Teilhaben am Leben der „friends“ – ohne die Notwendigkeit einer Reaktion

25 Jahre Multy. Viele Gründe zum Feiern.

MULTY Schlafsofa, der Klassiker von ligne roset: Zum Sitzen, Entspannen oder Schlafen, in vielen Farb- und Stoff-Kombinationen. Exklusive Jubiläumsangebote, nur diesen Sommer bei Ihrem ligne roset Partner am Oskar-von-Miller-Ring 33-35.

Elke Reichart

Inhaber Claudius Rexroth Oskar-von-Miller-Ring 33-35 80333 München Tel. 089.285036 Fax. 089.283659 www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 127 info@rexroth-moebel.de www.ligne-roset-oskar-von-miller-ring35.de


IM WeB Und täglich grüßt das SeeMagazin! Auf Facebook und Website immer mit Ihnen im direkten Kontakt DIE NEWS zu Veranstaltungen am See, tagesaktuelle Tipps, die schönsten Bilder, praktische Links und eine eingeschworenen Fan-Gemeinde des SeeMagzins finden Sie unter

www.facebook.de/seemagazin Und alle aktuellen Informationen rund um das See-Leben finden Sie natürlich auch auf unserer Website. Mit allen Events im Monatskalender.

www.seemagazin.de

Wenn Sie eine der Ausgaben des SeeMagazins verpasst haben, können Sie diese zum Sonderpreis von 3 € zzgl. Versandkosten nachbestellen. Oder nutzen Sie unsere Sonderaktion: Alle sieben bisherigen Ausgaben zum Preis von nur 18 € zzgl. Versandkosten. Per E-Mail: kontakt@seemagazin.de oder telefonisch unter 08151 95 99 74.

BERICHTIGUNG In der letzten Ausgabe des SeeMagazin wurde im Advertorial Frauenarztpraxis Dr. med. Uta Bösl, Maximilianstr. 5, 82319 Starnberg, leider die Telefonmit der Faxnummer verwechselt. Die korrekte Telefonnummer lautet 08151 74 65 55.

128 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Das baubiologische, ökologische und energiesparende Holzhaus Die Weltgesundheitsorganisation fordert: Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Umwelt, die ein Höchstmaß an Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht. Die Bayerische Bauordnung gibt vor: Bauliche Anlagen sind so zu errichten, dass Leben und Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure fordert unter Grundleistungen u.a. rationelle Energieverwendung, Verwendung erneuerbarer Energien und Berücksichtigung der Belangen von Ökosystemen. Und schon der Dalai Lama sagt: „Eine freundliche Atmosphäre in Deinem Haus ist die beste Grundlage für Dein Leben“. Was bedeutet das für das Bauen eines Wohnhauses? Das Haus sollte aus nachwachsenden Rohstoffen gebaut werden. Der Planer solle die Wirkung der Architektur auf die Bewohner und die Umwelt berücksichtigen. Durch biologisches Bauen sollen alle Aspekte der Gesundheit gewahrt werden und durch energiesparendes Ausführen der Gebäudehülle und der Heizung soll der Heizenergiebedarf auf ein Minimum reduziert werden. Eine optimale Möglichkeit, diese Forderungen umzusetzen ist ein Haus aus Holz, ganzheitlich geplant, baubiologisch gebaut und energieeffizient ausgeführt. Hier sind die Anforderungen erfüllt. Das Ergebnis ist ein Wohnhaus als Ort des guten Lebens, der Gesundheit und Lebensfreude, das dem Bewohner gut tut und nachhaltig die Natur bewahrt. Heutiges Bauen von Wohngebäuden verfolgt zunächst bekannte praktische Ziele: Wohnraum schaffen, das Geld statt für die Miete in die eigene Tasche zahlen, sich eine Altersvor-sorge einrichten, einen eigenen Garten haben und vieles mehr. Das hat seine Berechtigung, aber so wird das Haus zu einer Sache, die bestellt wird – nach finanziellen Möglichkeiten. Es gibt aber noch andere Aspekte. Es kommt auch darauf an, ob mit dem Ort und dem Haus ein gutes Gefühl verbunden ist und das neue Heim den Bewohner in seiner Gesundheit vital, emotional, geistig und seelisch unterstützt. Es kommt darauf an, ob es behaglich ist und die Entfaltung und Belebung der Sinne gefördert werden. Was bedeutet das im Einzelnen? Durch eine geobiologische Grundstücksanalyse werden natürliche Störfelder geprüft. Mit dem bewussten Einsatz von Gestaltungselementen, der Balance der Naturelemente und anderen Gesetzmäßigkeiten für Gestaltung und Wahrnehmung, erhält das Haus einen lebendigen Charakter. Der Bauherr sollte sich bewusst sein: Architektur wirkt immer. Am Anfang der Planung geben Funktionen, Raumprogramm, Nutzung und ein Bild des zukünftigen Gebrauchs der Idee eine Form. Zusammen mit den in den Menschen vorhandenen Bildern entsteht der Entwurf und daraus entwickelt sich die Planung. Beim Umsetzen kommt es wesentlich darauf an, durch baubiologische Bauweise und Materialien die verschiedenen Aspekte der Gesundheit zu fördern. Baubiologie beschäftigt sich damit, wie die diversen Wechselwirkungen zwischen Wohngebäude und Bewohner die verschiedenen Aspekte der Gesundheit beeinflussen und darauf positiv wirken. Nehmen Sie sich als Bauherren vor, Naturgesetzmäßigkeiten, die Energie des Ortes, die Sprache der Architektur und die Biologie des Bauens bei der Umsetzung Ihres Bauvorhabens einzubeziehen, dann schaffen Sie sich einen Ort, an dem sie gut leben. Diese Aspekte einzubeziehen bedeutet richtig gut zu bauen. Mehr Informationen unter www.sonnleitner.de Dipl.-Ing. (FH) Werner Tochtermann

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 129


extrA

/ Jubiläumsgeschenk

Liebe Grüße vom seeMagazin können sie jetzt in die ganze Welt verschicken. Als Jubiläumsgeschenk möchten wir unseren Leserinnen und Lesern die vier hübschen Postkarten mit Motiven des Fotokünstlers Peter von Felbert schenken. Weil wir finden, dass mit einem handgeschriebenen Gruß immer auch eine kleine Freude im Briefkasten steckt. sollten die Karten in Ihrer Ausgabe fehlen, können sie sie nachbestellen unter kontakt@seemagazin.de – leider nur solange der Vorrat reicht

130 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Advertorial

PORScHE ZEntRUM 5 SEEn, GiLcHinG

Familienbetrieb mit 400 PS eit 47 Jahren herrscht bei Familie Wörle in Gilching Porsche-Fieber. Das Unternehmen lebt die Faszination der Marke Porsche, die für Hochleistung und Qualität bekannt ist. 1965 gründeten Georg und Gerda Hörmann eine kleine Werkstatt. Was daraus mit ungebremster Leidenschaft gewachsen ist: ein Vorzeige-Zentrum als Familienunternehmen, wie es im Porsche-Land so nur eine Handvoll gibt. Für die Wörles gehören allerdings auch ihre gut drei Dutzend Mitarbeiter und die treuen Kunden zur großen Porsche-Familie. Mit manchen Mitarbeitern feierten sie schon das 30-jährige und 40-jährige Betriebsjubiläum. „Da entsteht schon eine besondere Bindung – auch zu unseren Kunden“, freut sich Carola Wörle, die zusammen mit ihrem Mann den Betrieb leitet, den ihre eltern aufbauten. Und die dritte Generation mit den söhnen schorsch, 17, und seppi, 12, begeistert sich ebenso für Werkstatt wie showroom. Der Ältere steht mitten in seiner Kfz-Lehre – der Jüngere erst mal nur als

S

Verehrer vor dem brandneuen 911 Cabrio. Dass es dieses, genau wie das Coupé, in zwei Motorvarianten gibt und in der Basisversion unter der neuen serviceklappe im Heck der 3,4 Liter große sechszylinder-Boxer mit 350 Ps steckt, weiß er längst. Und dass dieses chice Carrera s Cabriolet ein 3,8-Liter-Aggregat mit 400 Ps antreibt, natürlich auch. nur dass sie selbst die Kultwagen aus dem familieneigenem Porsche Zentrum noch nicht fahren dürfen, ist wie ein tropfen Benzin im Wein ...

Porsche Zentrum 5 Seen Hörmann Sportwagen GmbH Am Römerstein 53, 82205 Gilching Tel. 08105 376 60, Fax 08105 24 761 info@porsche-5seen.de www.porsche-5seen.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 131


WOHnen

/ Auf Zeit

Auf dem Hof ■ Viel Platz, viel Grün, ein Kinderparadies und reichlich idylle findet der Gast auf einem historischen Bauernhof in Steinebach. Lindenhof Klas, Familie Michael Klas, Römerfurt 6, 86949 Windach/Steinebach, Tel. 08806 92 12-0, www.lindenhofklas.de

132 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Für den Urlaub am See, das Wochenende am anderen Ufer oder für Freunde, die zu Besuch kommen: Wir empfehlen drei besondere Ferienwohnungen

Tapetenwechsel G

erade im Urlaub möchte man es doch so schön haben wie zu Hause oder besser noch schöner!“ ralf Gühne bringt es auf den Punkt. Diese ruhe, dieser Blick von der Loggia der exklusiven Ferienwohnung in Ammerland am starnberger see – das allein ist schon erholung pur. ein idyllischer Badeplatz, versteckt hinter sträuchern und Bäumen, am Ortsrand von Utting, das lauschige Bankerl unter der großen Linde auf einem historischen Hof in steinebach ... Hier drei wunderbare Fluchtpunkte aus dem Alltag, drei Ferienunterkünfte, die es uns angetan haben: Unterwegs nach nirgendwo. Die schmale straße von Windach nach steinebach läuft scheinbar endlos zwischen Wiesen und Feldern. Irgendwann dann, rechter Hand, glitzert die Oberfläche eines verwunschenen teichs durch das Grün und bald darauf steht man vor der einfahrt eines 500 Jahre alten und liebevoll instand gehaltenen Bauernhofs, ein trutziges Haupthaus im Hintergrund, links die einstigen Wirtschaftsgebäude, rechts ein langgestreckter alter Bau, der noch der Landwirtschaft dient. Dort geht es zu Hühnern, enten und Gänsen, zum Kletterparadies für die Kinder, auf eine riesige Wiese mit Obstbäumen. Grüne Wiesen, Getreidefelder, kleine teiche und Wald reihen sich an. Der Hof – im Dorf hieß er früher „Börlbauer“ –- ist heute

ein zertifizierter Bio- und naturlandbetrieb und kann auf ein halbes Jahrtausend Geschichte zurückblicken. Davon erzählt der filigran gezeichnete stammbaum in der Diele des Hauses, in dem Ursula und Michael Klas mit ihren drei Kindern wohnen, und man erfährt, dass die ersten sommerfrischler den Hof schon vor gut 100 Jahren als lohnendes Ziel entdeckt haben. Die Gästezimmer in den oberen Geschossen des alten Bauernhauses waren anno dazumal noch reichlich schlicht, gegessen wurde gemeinsam am großen gescheuerten tisch in der bäuerlichen Küche. Die schöne Linde im Hof stammt aus dieser Zeit, gepflanzt aus Dankbarkeit, weil Michael, der Großvater des heutigen Hoferben, geboren worden war. Vor gut 20 Jahren begannen Ursula und Michael Klas, den linken Flügel des stattlichen Hofes zu Ferienwohnungen umzubauen. eine schöner als die andere, alle mit eigener terrasse, geschmackvoll eingerichtet mit Wohnküche, schmiedeeisernem Ofen und allem, was man braucht, um in wohnlicher Atmosphäre Urlaub im eigenen rhythmus verbringen zu können. Da gibt es „nester“ für zwei oder gemütliche einkehr für die ganze Familie mit Freunden samt privatem saunahaus und Bauerngarten. Den Kindern bringt der Klas’sche nachwuchs das traktorfahren bei, lädt sie ein zum Lagerfeuer und vermittelt ihnen jede Menge Wissen darüber, dass unser essen eben nicht aus supermarktregalen stammt. Also ganzheitlich ein richtig grüner Urlaub – für Auge und seele.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 133


WOHnen

/ Auf Zeit

in der VillA ■ Direkt am Ufer des Ammersees inklusive Privatstrand und SchlossAmbiente kann man romantisch ausspannen. Seeschlössl, Gisela und Friedrich-Karl von Selzam, Eduard-Thöny-Straße 19, 86919 Utting, Tel. 08806 7056, www.seeschloessl.de

n

ur zehn Autominuten weiter östlich eröffnet sich eine völlig andere Ferienwelt. Das seeschlössl, besser bekannt als die Uttinger selzam-Villa, liegt direkt am Ufer des Ammersees. Das neugotische schlossgebäude mit zwei spitzen türmen ließ sich der Münchner Maler eduard selzam um 1890 dort bauen. ein stattlicher Mix aus schloss und Gutshof ist es geworden und deshalb findet sich neben einem großen repräsentativen schlossplatz auch ein Bauerngarten. seine Besonderheit sind die reneclauden-Bäumchen, eine edle Pflaumensorte mit gelbgrünen saftigen Früchten. nur wenige schritte weiter öffnet sich ein romantischer Innenhof zwischen der hochherrschaftlichen Villa, den einstigen ställen und der Unterkunft für die letzte Magd Moni und Knecht Kaspar. Liebevoll und akkurat bis ins letzte Detail haben Gisela und Friedrich-Karl von selzam, Großneffe des Künstlers, vor 15 Jahren die arg verfallenen Fachwerkbauten wieder auf- und ausgebaut zu entzückenden Ferienhäuschen. Über helle stein- und Holzböden führen die treppen auf kleine emporen, alles ist licht in Weiß- oder Cremetönen gehalten, das Mobiliar maßgeschreinert, dezent, edel, wohnlich. Jedes Haus besitzt einen eigenen Freisitz vor der eingangstür und eine eigene (!) Badestelle am see. Annette, Julia oder Gisela – für wen soll man sich entscheiden?! Die Wohnungen tragen die namen der Damen des Hauses, von Mutter und töchtern. „Wenn man so schön wohnen darf wie wir, möchte man das mit anderen netten Menschen teilen“, sagt die Hausherrin. ein schöner Zug und eine wunderbare Gelegenheit.

I

m kleinen Dorf Ammerland am Ostufer des starnberger sees haben wir uns verliebt in ein Domizil für zwei. Die Ferienwohnung „Urlaubsreise zum see“ liegt unter einem Dachjuchhe am elzer Berg. In der ehemaligen schreinerei entstand dort, wo einst Holz

134 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Wir sind Ihre Spezialisten für die Immobilienvermittlung rund um den Starnberger See. Rufen Sie uns an - mit uns haben Sie den richtigen Partner an Ihrer Seite - kompetent und engagiert.

im loft ■ Modern eingerichtet, mit Loggia und Blick über den See: ein Ferien-nest in Ammerland. Urlaubsreise zum See, Ralf und Kerstin Gühne, Elzerberg 8, 82541 AmmerlandMünsing, Tel. 089 51 30 50 30, www.urlaubsreisezumsee.de

und Werkzeug lagerten, eine elegante Unterkunft: großzügig, hell, mit weitem Blick und modern ausgestattet mit Designmöbeln. ein wirklich feines refugium für zwei (oder Paar mit Kind). Der große tisch in der Wohnküche ist ein Platz, an dem man stunden mit essen und reden verbringen möchte. Perfekt für tagträumereien oder den sundowner ist die Loggia als Außensitz auf Dachhöhe mit Blick über den see, das Blätterrauschen, Pferdegetrappel und Vogelstimmen als Begleitmusik. Große Kunstfotografien, aufgenommen von den Besitzern ralf und Kerstin Gühne, beleben das puristische Interieur. Versorgt ist man hier bestens, denn frischer Fisch aus dem see, eine Bäckerei mit tante-emma-Laden, zwei Biergärten – alles gleich ums eck. Und wer den Blick auf Prominenz aus München werfen will, kann am see entlang nach Ambach zum berühmten „Gasthaus zum Fischmeister“ marschieren, dem elternhaus des schauspielers Josef Bierbichler. „Wenn ich dort am see sitze, ein kühles Bier vor mir, die sonne versinkt am Horizont, dann frage ich mich: Was braucht der Mensch mehr?“, meint ralf Gühne. Vielleicht grad noch ein paar tage Urlaub!

Christine Schulz

Christian Müller-Kittnau

Hauptstraße 5 · 82402 Seeshaupt Telefon: 08801 / 915 790 info@remax-best-offer.de ·

www.remax-best-offer.de

BEST OF FER AM STARNBERGER SEE www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 135


JUBILÄUMs-GeWInnsPIeL

ALPenCLUB Das familienfreundliche Hotel mit großer Gastfreundschaft

BerGHOFer Das großzügige 14-suiten-Hotel in den Dolomiten

sCHLOss eLMAU superior Luxury spa & Cultural Hideaway in elmau

traumpreise! Das SeeMagazin feiert seinen fünften Geburtstag und Sie bekommen die Geschenke. Zum Beispiel ein luxuriöses Hotel-Wochenende, ein neues Kleid, Theaterkarten ... Ihre Aufgabe? Ist ganz einfach

136 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Advertorial leich drei Hauptpreise gibt es im Jubiläums-Jahr zu gewinnen: Und zwar jeweils zwei Übernachtungen für zwei Personen im doppelzimmer in einem der drei Traumhotels, immer mit Halbpension und vielen luxuriösen Verwöhn-Momenten. Wir bedanken uns bei unseren drei Gastgebern – am Schliersee, in den Dolomiten und in Elmau. Die Glücksfee entscheidet, wer es sich wo ein Wochenende lang nur gut gehen lassen kann. Hier könnte es sein:

G

Wunderschön in der atemberaubenden Landschaft am Schliersee gelegen ist der AlPenclub, in dem man wirklich jede Jahreszeit in vollen Zügen genießen kann. Aufrichtige Gastfreundschaft, verbunden mit erstklassigem Service, dem Karma Spa und vielen Sportmöglichkeiten machen den Aufenthalt zum Erlebnis. Erst kürzlich eingeweiht wurde das Restaurant „Karmasee“ mit typisch bayrischer und exzellenter asiatischer Küche. Wert des Preises: ca. 600 Euro. AlpenClub Schliersee, Kirchbichlweg 18, 83727 Schliersee, Tel. 08026 60 80, www.alpenclub.de Vier Sterne Superior, 14 Suiten und ein Chalet bietet das Hotel bergHofer in den Dolomiten. Herrschaftliche Großzügigkeit, gepaart mit der Gemütlichkeit und Schönheit der südtiroler Architektur prägen das Haus und sein Design aus Tradition und Moderne. Eine raffinierte Mischung bietet auch die Küche mit alpinen und mediterranen Genüssen. Spa, Pool, Sauna – alles da, sogar ein Original-Heubad. Wert des Preises: ca. 600 Euro. 14 Suiten Hotel Berghofer, 39040 Radein, Italien, Tel. 0039 0471 88 71 50, www.berghofer.it Tradition, Kultur, Ästhetik und Moderne treffen in ScHloSS elmAu auf entspannte Eleganz. In dem geschützten weiten Bergtal Elmau am Fuß des Wettersteinkamms taucht der Gast ein in Erholung auf hohem Niveau. Das Fünf-SterneSuperior Luxury Spa & Cultural Hideaway bietet nicht weniger als vier Spas mit vielfältigen Treatments, 128 elegante Zimmer, drei Restaurants (das „Luce D’Oro“ trägt einen Michelin Stern), ein Kaminstüberl und ein Spa Restaurant. Nicht zu vergessen das großartige Kulturprogramm im schlosseigenen Konzertsaal. Wert des Preises: ca. 900 Euro. Schloss Elmau, In Elmau 2, 82493 Krün, Tel. 08823 180, www.schloss-elmau.de

Aber das ist noch nicht alles. Noch mehr begehrenswerte Preise und Ihre Rätselaufgabe finden Sie auf den nächsten beiden Seiten.

ScHäFER REGEnSBURGER VERMöGEnSMAnAGEMEnt, BERG

Mit Faszination zu neuen Ufern

H

at Isolde regensburger beim Blick über den see auch die globalen Kapitalmärkte im Blick? Die diplomierte Mathematikerin und Betriebswirtin schmunzelt, denn zusammen mit ihrer Kollegin Inge schäfer-schmidbauer ist sie im März 2011 beruflich zu neuen Ufern durchgestartet und hat ihre eigene bankenunabhängige Vermögensverwaltung gegründet, die Gesellschaft schäfer regensburger Vermögensmanagement. engagiert strukturieren und verwalten die beiden ehemaligen Bankerinnen das Wertpapiervermögen wohlhabender Unternehmerfamilien und Privatpersonen sowie von stiftungen. Mit ihrer langjährigen erfahrung im Finanzmarkt entscheiden sie risikobewusst und konsequent zugunsten der Vermögenswerte ihrer Kunden. „neben der Wertentwicklung und dem langfristigen Vermögensschutz ist die persönliche Beziehung ein prägendes element in unserem Geschäftsmodell“, betont Frau regensburger. „Wir hören genau zu, denken unabhängig und handeln verbindlich – im sinne des Kunden und frei von Produkt- und Provisionsvorgaben. Unsere Kompetenz sehen wir maßgeblich darin, die Anlageziele unserer Kunden effizient mit den Möglichkeiten an den Kapitalmärkten in einklang zu bringen. Dabei hat die sicherung der Kaufkraft des Vermögens oberste Priorität, selbst in stürmischen Phasen an den Kapitalmärkten“, konstatieren beide mit Blick auf den ruhigen starnberger see. Die schäfer regensburger Vermögensmanagement ist von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen.

Alpspitzstraße 2, 82335 Berg Tel. 08151 97 97 33, Fax 08151 97 97 39 office@schaefer-regensburger.de www.schaefer-regensburger.de

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 137


GeWInnsPIeL

MeHr ALs eIne BrOtZeIt ein voller Geschenkkorb der Andechser Molkerei scheitz

MODe VOn eLI eLA Zwei Kleider im easy Chic – lässig oder extravagant

CArL OrFF-FestsPIeLe ticktes inklusive VIP-Catering und Programm

Etwas zum Prominieren, zum Schmecken, zum Staunen – und immer zum Genießen LOVe & PeACe Drei attraktive seidentücher von Codello

Das junge Modelabel eli elA von Michaela Sassenbach stiftet zwei attraktive Kleider, einmal im Jeanslook und einmal aufregend in Türkis. Wert: je um 240 Euro. eli ela Michaela Sassenbach, Almweg 12, 82057 Icking, www.eli-ela.com Tickets gibt es für einen aufregenden Kulturabend bei den cArl orfffeStSPielen 2013 AndecHS inklusive VIP-Catering-Entschleunigen und Programm. Wert: 140 Euro. Carl Orff-Festspiele Kloster Andechs, Bergstr. 2, 82346 Andechs, Tel. 08152 37 63 05, www.carl-orff-festspiele.de Love & Peace ist ein schöner Wunsch und das Thema der feinen Seidentücher von codello. Wert: je 60 Euro. Codello Lifestyle Accessoires, Bahnhofstr. 8c, 82229 Seefeld, Tel. 08152 9903-0, www.codello.de Ein Geschenkkorb voll gesunder Köstlichkeiten kommt von der AndecHSer molKerei ScHeitZ. Wert: ca. 50 Euro. Andechser Molkerei Scheitz, Biomilchstr.1, 82346 Andechs, Tel. 08152 379-0, www.andechser-natur.de Ein Gutschein fürs süße Angebot von clement cHococult in Bernried: Wert 50 Euro. Clement chococult, Bahnhofstr. 25, 82347 Bernried, Tel. 08158 6310, www.clement-chococult.de Regional und mit den besten Rezepten zum Thema Fisch: Das fiScHKocHbucH von der Ernährungsberaterin Frau Dr. Eva-Maria Schroeder. Wert: je ca. 15 Euro.

Der Beste FIsCH 5 Fischkochbücher von eva-Maria schröder

PrALInen De LUxe Feinste Confisserie von Clement chococult

138 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Die Aufgabe: Wer das Magazin aufmerksam gelesen hat, kennt die Antwort schon längst. die rätselfrage:

Welchen Geburtstag feiert das SeeMagazin 2012?

Senden Sie Ihre Antwort bitte mit dem Stichwort GEWINNSPIEL per E-Mail an: kontakt@seemagazin.de

Oder per Postkarte an: SeeMagazin Berger Straße 19 a 82335 Berg Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. einsendeschluss: 31.12. 2012

gewinner deS rätSelS AuS der JAHreSAuSgAbe 2011 Hotel AROSEA, zwei Übernachtungen: Sabine Baisch, Bogenstr. 27, 70569 Stuttgart

Das Rundum-Hair-treatment by Sasa pure style company: Katja Mülders, Schramelweg 6, 85774 Unterföhring

Daunenjacke von Seamprint: Brigitte Gruner, Franziska-Günther-Str. 5, 82343 Pöcking

Geschirr-Set von cASAgent bei Anne Geuting – Schöne Dinge für daheim: Elvira Banck, Am Schatzlfeld 9, 82057 Icking

Schlossgut Oberambach: Wohlfühltag im Vitalzentrum: Florian Brunner, Wasserweg 14, 82229 Seefeld

Ein Brotzeit-Korb der Andechser Molkerei Scheitz: Anne Hiermeier, Erhard-Grözinger-Str. 50, 89134 Blaustein

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern!

WEinGUt POGGiO niBBiALE

Advertorial

Winzer am starnberger see 10 Jahre Passion

e

s war ein Fest, als elke und nikolaus Buchheim aus seeshaupt vor zehn Jahren den ersten Jahrgang von eigenen reben auf ihrem Weingut in der Maremma/toskana verkosten konnten. „L’amore per il vino richiede perfezione“, so ihre Philosophie, „die Liebe zum Wein verpflichtet zur Perfektion.“ Winzer Buchheim ist ein beharrlicher Mensch. „Die größte Freude ist es, ein Produkt zu schaffen, das mir selbst schmeckt“, sagt er – und seine Ansprüche sind hoch. er will keinen modischen Wein kreieren, für ihn ist jeder seiner Weine in seiner eigenart etwas Besonderes und bedarf besonderer sorgfalt. In erstaunlich kurzer Zeit ist es dem ehepaar gelungen, seine von Beginn an respektablen Weine aus vorwiegend sangiovese-trauben zu Prestigeprodukten zu entwickeln, die auf exquisiten Weinkarten, zum Beispiel bei Dallmayr in München, zu finden sind. ein neues etikett, „Chorus“ , ist das Premiumprodukt, dessen wilde tannine seit vier Jahren in französischen eichenfässern gezähmt werden. 2012 wird er zum ersten Mal ausgeschenkt. Was für ein schönes Geschenk zum zehnjährigen Jubiläum! Dieser Wein reift, wie auch der „tommaso riserva“, in einem hohen Gewölbe unterhalb der mittelalterlichen Kirche von scansano. Mindestens einmal im Monat fährt das Ärztepaar vom starnberger see auf

sein Weingut. Die Belohnung für Weg und Mühen: Beste Kritiken von Weinliebhabern und Fachpresse. Poggio nibbiales „Morellino di scansano“ und „tommaso“ sammeln seit Jahren Bestnoten und vom „Chorus“ hat sich Dallmayr bereits einen Großteil des Lagerbestandes gesichert. seebewohner oder Besucher haben es nicht weit: Bei Buchheims in seeshaupt können sie nach telefonischer Voranmeldung die Weine direkt erwerben.

Az. Agr. Poggio nibbiale Seeseiten 2, 82402 Seeshaupt Tel. 08801 909 55, Fax 08801 909 56 Mobil 0172 850 80 83 sekretariat@zm-see.de, www.nibbiale.com

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 139


autOreN eXtra

/ Jubiläum

140 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


Christoph Peters

Oh wie schön ist früher ... Fotos: peter von Felbert

W

as machen diese leute da?“ höre ich mich ins telephon stottern, als die Photos vom Ochsenrennen in Haunshofen auf meinem Bildschirm erscheinen. „sie reiten halt Ochsen“, sagt Peter von Felbert am anderen ende. „schon klar, aber warum tun sie das?“ „Keine ahnung. Das ist so ein Brauch.“ „Verstehe.“ Peter von Felbert lebt seit über zwanzig Jahren in münchen, und fast ebenso lange beschäftigt er sich in seiner arbeit mit dem Phänomen Bayern. geboren und aufgewachsen in Oberhausen, zwischen vom Kohlenstaub ergrauten gebäuden unter dem smogtrüben Himmel des ruhrgebiets der 70er, geht ihm von Haus aus jede Naturburschigkeit ab. Wenn dort sattes grün Berge und täler überzog, ehe es hinter eisbekrönten gipfeln in stahlblauen Himmel umschlug, handelte es sich um eine Phototapete. unter Bergleuten und stahlkochern beschränkte ackerbau sich auf schrebergärtnerei, Viehhaltung auf Brieftauben- und Karnickelzucht. Peter von Felberts Blick auf Natur und das, was man „Brauchtum“ nennt, ist dementsprechend der des städters, dem von Kleinauf die versiegelte Fläche als natürlicher aggregatzustand des untergrundes vorkam und dem infolge der gesellschaftlichen Verwerfungen des industriezeitalters alle bäuerlich-regionalen traditionen fehlen. am anfang seiner photographischen sichtung bajuwarischen Brauchtums standen denn auch ironische Distanz und der feste Wille zur satire. Doch bereits in die ersten serien, die er zu Beginn der 90er Jahre rund um das Oktoberfest und beim tölzer leonhardiritt aufgenommen hat, war unterschwellig etwas wie sympathie eingesickert. Der Versuch, weißblaue Bierseligkeit allein mittels zielgenauer Beobachtung ihrer selbstdemontage zu überantworten, schlug aus unerklärlichen gründen fehl. Zusehends wurde der abwehrreflex gegenüber in die Wirklichkeit kopierten Heimatfilmidyllen und erzreaktionärem mir-sanmir-gehabe von dem gefühl unterwandert, daß man nicht nach Hinterindien oder schwarzafrika reisen mußte, um in der archaischen authentiziät befremdlicher stammesrituale das geeignete Kontrastmittel für die reflektion der eigenen entwurzelung zu finden. und auch wenn sich die Kluft dadurch nicht überwinden ließ, stellte sich doch eine ahnung ein, wie die standortbestimmung des menschen in einem von gott und seinem gesetz geordneten universum zu vormoderner Zeit vonstatten gegangen sein mochte.

www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 141


autOreN eXtra

/ Jubiläum

i

mmer häufiger hat Peter von Felbert sich seither in die entlegenen Dörfer, abgeschiedenen täler seiner Wahlheimat aufgemacht, um die sonderbaren Bräuche dieser nativen Kultur vor unserer Haustür mit der Kamera zu dokumentieren. er war beim goaßlschnalzen, beim Fingerhakln, beim goasnabtrieb in mittenwald, beim Bergfest in Kraxnbichl, um nur einige zu nennen. Zuletzt ist er beim Ochsenrennen in Haunshofen gewesen. es findet alle vier Jahre statt, ausrichter sind „D’Ochserer Haunshofen e. V.“, ein Verein, der gegründet wurde, um die tradition des Ochseneinspannens vor dem aussterben zu bewahren. Vor den eigentlichen rennen findet ein umzug statt, bei dem veraltetes ackergerät von den Ochsen durchs Dorf gezogen wird. Die Blasmusik spielt zünftig auf, alle haben trachten angelegt. Die Burschen sind stramm, die madeln fesch, und der Feuerwehrmann sieht auf seinem roten Fahrrad aus, als wäre er der Bruder des Briefträgers Heini aus uhlenbusch. Heuer ist der Himmel noch makelloser als vor vier Jahren. an die zehntausend leute sind gekommen, um „der gaudi“ beizuwohnen. Die prachtvollen tiere sind der ganze stolz ihrer Besitzer. später werden sich liebschaften anbahnen, die alten beklagen die verlotterten sitten, gegen morgen kommt vielleicht eine kleine schlägerei zustande: so war es früher, so ist es heute, so soll es in Zukunft sein. Das Fernsehteam irrt durch die szenerie, als hätte der verantwortliche redakteur bei experimenten mit einer Zeitmaschine versehentlich die rücklauftaste gedrückt. Während ich die Photos betrachte, denke ich erstmals ernsthaft über die möglichkeit nach, daß in Bayern womöglich die Bewahrung von traditionen jenseits folkloristischer maskerade geglückt sein könnte, daß das, was wir als skeptiker aus der Ferne sonst bestenfalls belächeln, vielleicht doch etwas von der ursprünglichkeit enthält, die uns in unserer Post- und Nachpostmodernen Zersplitterung abgeht. „und wer hat gewonnen?“ frage ich Peter von Felbert, als ob das eine rolle spielte. „Heinze, der träumer“, sagt er. „Das glaub’ ich nicht.“ „Doch, ernsthaft.“ einen kurzen moment lang glaube ich tatsächlich, daß der Bayer ganz nah am authentischen ist und sich dabei sogar noch einen natürlichen sinn für Poesie bewahrt hat, begleitet von leisen Neid. Doch dann erfahre ich, daß die tradition des Ochsenrennens keineswegs bis in die Jungsteinzeit zurückreicht, nicht einmal bis ins 19. Jahrhundert: sie ist gerade einmal 24 Jahre alt. Die erste Veranstaltung dieser art fand 1985 statt – Jahrzehnte nachdem der letzte echte Zugochse vom abdecker geholt und zu seife verarbeitet worden ist – ein atavistisches Neo-ritual, reine Volkstümelei, so ursprünglich wie der musikantenstadl oder schloß Neuschwanstein. Den sonntäglichen Ochsenrennen sind am Freitag die „mega-schaumparty mit DJ“ und in der Nacht zuvor die „mega ü30 live-Party mit rOY und guest“ voraus gegangen, am montag wird ein Oldtimer-treffen folgen und abends, als krönender abschluß eine große Wahlkampfveranstaltung mit Horst seehofer. ein ähnliches Programm fände wahrscheinlich

142 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 143


AUtOren extrA

/ Jubiläum

auch anläßlich des Jubiläumsjungtaubenpreisflugs der Brieftauben-reisevereinigung Oberhausen statt, nur daß am ende eher Franz Müntefering spräche. Aber dann sehe ich mir doch wieder Peter von Felberts Bilder an, auf denen Menschen und tiere sonderbare Dinge miteinander vollführen, Gesten und Blicke, die Hand einer Frau auf dem rücken eines Ochsen, den wilden Galopp der tiere: All das ist sonderbar aus der Zeit gefallen, aus der vermeintlichen Vergangengheit ebenso wie aus der vorgeblichen Gegenwart. ein spiel, mag sein, daß es theater ist, Volkstheater, jedenfalls ein Kunstprodukt, aber – wie Picasso es auf den Punkt gebracht hat – „wir alle wissen, daß Kunst nicht die Wahrheit ist, Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt“: auf der Bühne, der Festwiese und auf den Bildern. Und unabhängig von allem, was man darüber denken mag, hat am sonntag, dem 30. August 2009, dort in Haunshofen tatsächlich etwas stattgefunden, an dessen ende vier Ochsen im Finale standen, und gewonnen hat „Heinze, der träumer“ – das darf man nicht vergessen.

cHriStoPH PeterS Bevor der 45-jährige Schriftsteller, geboren am Niederrhein, gleich für seine ersten Texten ausgezeichnet wurde, hat er Malerei studiert. Christoph Peters fünf Romane (u. a. „Stadt, Land, Fluß“, „Mitsoukos Reisen“ und „Sven Hofestedt sucht Geld für Erleuchtung“) sind im Verlag Luchterhand erschienen.

Alle vier Jahre findet das Münsinger Ochsenrennen statt, in diesem Jahr ist es wieder soweit: Am 26. August gibt es neben dem Rennspektakel ein großes Rahmenprogramm. Infos unter www.ochsenrennen.de

144 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de


ANZEIGE

Willkommen!

... wohlfĂźhlen wie zuhaus! www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 145

Landhotel Klostermaier

.

Mittenwalder StraĂ&#x;e 9

.

82057 Icking

.

Tel.: +49 8178-867 87-0

.

www. landhotel-klostermaier.de


auf wiedersehen / ... im frühjahr 2013

Wir brüten schon über Tipps und Themen für das nächste SeeMagazin und wünschen Ihnen bis dahin viel Spaß am See!

Und was wir Ihnen noch sagen wollten:

*Oder zu gut Deutsch: Speiserückstände, Konservendosen, Hygieneartikel, Plastikverpackungen etc. – bitte entsorgen Sie Ihren Unrat in die zahlreich vorhandenen Mülltonnen! gesehen bei Seeshaupt

SeeMagazin

Das Papier dieser Ausgabe stammt aus nachhaltig, ökologisch und sozial verantwortungsbewusst bewirtschafteten Wäldern.

JAHRESAUSGABE Nr. 8 2012 € 4,50

08 4 197540 504504

SeeMagazin Starnberger See / Ammersee

... FÜR EINHEIMISCHE UND GÄSTE

Bootsbauer und ihre Traditionswerften BELIEBT

5

Jahre

MEISTERLICH B U

JUBILÄUMSAUSGABE: J MEHR TIPPS UND EIN GROSSES GEWINNSPIEL

Carin C. Tietze Julia Fischer Heio von Stetten

Herausgeberin projektleitung verantw. Sabine Schönmann schoenmann@seemagazin.de Tel. 08151 95 99 74 Fax 08151 95 99 73

AUTOREN-SPEZIAL

Der besondere Lesespaß

EXKLUSIV GEMALT

Die Lehrtafel der Vögel und Fische vom See

+

EXTRA! MIT 4 POSTKARTEN

www.seemagazin.de

Impressum seemagazin Jahresausgabe 2012 Druckauflage: 25.000 Kontaktadresse: SeeMagazin Berger Str. 19 a 82235 Berg Tel. 08151 95 99 74 Fax 08151 95 99 73 kontakt@seemagazin.de

Leitung redaktion Barbara Kraus Redaktionsbüro Kanalstr.19 a 85774 Unterföhring kraus@seemagazin.de Design & Layout design apartment Michael Darling, Andreas Meiler Holzstr. 26 80469 München www.design-apartment.de marketing & sales (Ltg.) Elke Ross ross@seemagazin.de

146 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Office seemagazin Heidi Hacker hacker@seemagazin.de Bildredaktion Jörg Fokuhl www.joergfokuhl.com schlussredaktion Petra Leitner Freie mitarbeiter dieser Ausgabe Autoren: Anton Hunger, Elke Link, Karin Lochner, Ono Mothwurf, Christoph Peters, Elke Reichart, Pedro Silmon, Christine Schulz, Franziska Sperr, Johano Strasser, Patricia Wiede Fotografen: Dr. Jörg Bodenbender, Peter von Felbert, Jörg Fokuhl, Jan Greune, Christiane Hoffelner,

Thomas Kilper, Edwin Kunz, Quirin Leppert, Dr. Ulrike Mertz Illustrationen: Enno Kleinert Litho w&co MediaServices 81737 München Druck Aumüller Druck 93057 Regensburg Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion. Für unverlangt eingesandte Bilder, Manuskripte, Waren keine Haftung. Nachdruck, Aufnahmen in Online-Dienste und Internet, Vervielfältigung auf Datenträger wie CD-Rom, DVD-Rom etc. nur nach schriftlicher Zustimmung des Verlages.

Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Barbara Kraus Das SeeMagazin wird herausgegeben von storyboard GmbH Kaiserplatz 8 80803 München Tel 089 9010 976 10 Fax 089 9010 976 68 Geschäftsführer: Dr. Markus Schönmann Amtsgericht: München, HRB 192756 Sitz der Gesellschaft: München Einem Teil dieser Ausgabe liegt unser Extra, ein Postkartenset bei. Sollte das Extra fehlen, können Sie es kostenlos beim Verlag unter kontakt@seemagazin.de anfordern – leider nur solange Vorrat reicht.

Fotos: Ullu Schmülling (1)

Starnberger See / Ammersee


Ein üdseeraum

S T

seit 1864

www.fridrich.de

...mit ten in München !

TRAURINGHAUS · SCHMUCK · JUWELEN · UHREN

SENDLINGER STRASSE 15 · 80331 MÜNCHEN · TELEFON 089 2608038 www.seemagazin.de | SeeMagazin 2012 147


Gira Control 19 Client, Glas Schwarz/Aluminium

Revox Re:system M100

Intelligente Gebäudetechnik trifft Home-Entertainment Gira Revox Studio Augsburg Faszinierend, exklusiv, individuell. Im Gira Revox Studio erleben Sie innovative Lösungen für mehr Wohnkomfort, Sicherheit und Energieeffizienz live und in gehobenem Ambiente. Und Sie erfahren, wie Sie mit intelligenter Vernetzung von Haustechnik und Multimedia-Systemen die außergewöhnlichsten Ideen umsetzen können. Lesen Sie mehr auf Seite 73 dieser Ausgabe und auf www.elektrohieber.de

148 SeeMagazin 2012 | www.seemagazin.de

Gira Revox Studio Augsburg Anton Hieber GmbH & Co. KG Luitpoldstrasse 10 86830 Schwabmünchen Tel. (08232) 9626-0


Millions discover their favorite reads on issuu every month.

Give your content the digital home it deserves. Get it to any device in seconds.