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... für Einheimische und Gäste

JAHRESAUSGABE_2010 € 4,50

Magazin

20 Seiten

AMMERSEE SPEZIAL

HEIMAT HEUTE

Junge Talente & gute Tradition ABENTEUER

Im Ballon, auf dem Kraxnbichl und mit süßen Möpsen CHRISTIAN TRAMITZ

Verliebt in Ammerland Zwischen »Pastewka« und »Der Bär«

Star-Gast Sonsee Neu

MEHR ERLEBEN: NATURSCHÖNHEITEN GEHEIMTIPPS FÜR GENIESSER SPORT, SPIEL, KULTUR

+

EXTRA!

Gute-Laune-Tage

1 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

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STARNBERGER SEEMAGAZIN

/ Jahresausgabe 2010

E

ditorial

Großes Foto: Peter von Felbert aus der Kunstserie „blaues land“; Annette Hempfling

„Es war nicht die wildeste Jugend, aber eine sehr angenehme …“ Diese entspannte Zusammenfassung stammt aus einer Geschichte von Max Scharnigg. Es geht darin um Teenagerzeiten am Starnberger See, um Sonntage im Speckgürtel und dieses vage Grimmen, sich wegen der ganzen Schönheit und Idylle zum Beispiel gegen Berliner Coolness verteidigen zu müssen. Um Gefühle also, die man kennt, weshalb wir beim Lesen ständig Sabine Schönmann und Elke Ross lächeln mussten. Als der junge Schriftsteller dann zusagte, für diese Ausgabe Herausgeberinnen des Starnberger SeeMagazins über seine Zeit auf dem Tutzinger Gymnasium zu schreiben, großes Lächeln! Weil viele unserer Leser dann ebenso das angenehme „Genauso-war’s“-Seufzen erleben und alle anderen das Lebensgefühl im Fünf-Seen-Land besser kennenlernen werden (ab S. 58). Womit schon viel von dem erreicht wäre, was wir uns vorgenommen haben: Ein wenig Teilchenbeschleuniger für unsere Heimat zu spielen, vielleicht nicht gerade mit Lichtgeschwindigkeit, aber mit hoffentlich ansteckender Bewegungsenergie. Viel Interessantes haben wir wieder gefunden zwischen Gilching und Tutzing, Herrsching und Berg – und standen plötzlich am Ammersee. Bayerns drittgrößter See liegt ja nur einen Katzensprung entfernt und ist jeden Ausflug wert. Aus diesem entspannten Zusammentreffen ist schließlich ein stattlicher Extrateil von 20 Seiten gewachsen (ab S. 84). Wir sind gespannt auf Ihre Reaktion und hoffen, dass Sie sich freuen über die Geschichten und Anregungen in unserer bislang größten Ausgabe des Starnberger SeeMagazins.

Unser Covermodel: Schauspielerin Sonsee Neu. Ihr Outfit: Tunika und Hose über den Werkstattladen Seeshaupt. Styling: Ulrike Teterycz. Haare und Make-up: Orlando Sliwa/ Agentur Stammhaus.

Thomas Kilper, Goldberg Studios München, hat wieder unser Cover fotografiert. Unsere Location: die Simmerdinger Werft in Leoni.

Natürlich freuen wir uns über Ihre Meinung zum Heft. Klicken Sie uns bitte an auf www.seemagazin.de. Sie finden dort die direkte Leitung zur Redaktion und ständig neue Tipps rund um den Starnberger See.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 03


INHALT

Eine Ballonfahrt über das Fünf-Seen-Land

42 Chefsache Hier red'n mia! Wenn Bürgermeister erzählen

44 Die wilden Acht 16 „Ich bin der Star!“ Das große Mops-Treffen in Ambach

20 fische, fotos, föhn Mit Schauspielerin Sonsee Neu beim Fotoshooting

24 Tipps / Natur & Spiel Neu, entdeckt, gesammelt: Ideen für die Freizeit

32 See-Lektüre / Krimi & Co. Bücher rund um die Region

34 Das weiß-blaue Band

Das Jugendprojekt Villa südSee in Seeshaupt

46 Der Doktor, die Alm und das Doppelleben Dr. Hausmann und seine (Aus-)Zeit auf der Alm

50 Zwei Radltouren Mit Manfred Hummel unterwegs

52 „Das Landei in mir erwachte …“ Unser Seegespräch: Dieses Mal mit Schauspieler Christian Tramitz

58 Die Seeschule Eine Erzählung von Max Scharnigg

64 Schutzbedürftige Riesen Der Bildhauer Josef Lang im Porträt

70 Tipps / Kultur mit Genuss Neu, entdeckt, gesammelt: Ideen für Kenner und Genießer

74 Eine ganz natürliche Leidenschaft Lilian Maier: Die moderne Bäuerin

78 Spielerische Liaison Die Kulturmacher: Elisabeth Carr und Matthias Helwig

Tradition in aufregenden Bildern

56 Junge Talente / Folkpop Tuó, zwei Musikerinnen aus Wolfratshausen

16

82 Viele Kleine, keine Großen Das Schicksal der Seemuscheln

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110

Fotos: Jan Greune; Ammersee-Segelschule; Peter von Felbert; privat (3); Ulrike Mertz

06 Das Herz in luftiger Höh’


Unser Service für Sie! Zentrale Zimmervermittlung

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Kartenvorverkauf – Schlossberghalle (Starnberg) – Roseninselserenaden – Jazz am See (Feldafing) – LEGO-Land (Günzburg) – Oberbayern Card – München Ticket (Deutsches Theater, Olympiahalle, -stadion, SEA LIFE etc.)

AMMERSEE

spezial

Der Schacky-Park / Botschafter Peter Linder erinnert sich / Der Chronist von Holzhausen / Scherben bringen Glück / Tipps & Ideen für den Ausflug / Das Chaos-Orchester / Sag „Ja“ in Utting

106 Ich bin ein Bauernbub Josef Brustmann: Die neuen Gedichte des Musikers und Kabarettisten

110 Aloha aus der Südsee Das Team vom Fischermichel beim schwersten Kanurennen der Welt

114 See-Töne / DVDs & Hörbücher 116 Wo bin ich? Ein toller Ausblick …

118 Das große Gewinnspiel Holen Sie sich einen Traumpreis!

122

Impressum

Touristische Informationen – Buchheim Museum – Museum Starnberger See – Kaiserin Elisabeth Museum – Natur-Erlebnistouren – Führungen in Starnberg – Ammersee Touren – Führungen Kloster Andechs (Kirche, Brauerei, Bierprobe) – Auf Sisis und Ludwigs Spuren – Schifffahrtspläne – Radeln und Wandern – Golf – Roseninselführungen – Archäologischer Park Herrsching – Veranstaltungskalender – Nordic Walking Park, 280 km mit 23 Routen vom Ammersee zum Starnberger See Tourist-Information Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land Wittelsbacherstraße 2c 82319 Starnberg Telefon: 08151 90600 Fax: 08151 906090 info@sta5.de www.sta5.de Januar – Dezember: Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr Mai – Oktober: Mo bis Fr 8.00 – 18.00 Uhr Sa 9.00 – 13.00 Uhr

34

64

Tourist-Information Herrsching Bahnhofplatz 3 82211 Herrsching Telefon: 08152 5227 Fax: 08152 40519 herrsching@sta5.de www.sta5.de November – April: Mo bis Fr 10.00 – 17.00 Uhr Mai – Oktober: Mo bis Fr 9.00 – 13.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr Sa 9.00 – 13.00 Uhr


ABENTEUER

/ Ballonfahrt

Sechs in einem Korb, rund 1000 Meter über der Erde und mit einem Weitblick über Wald, Wiesen und Dorfflecken. Unser Pilot Peter März (im weißen T-Shirt) kontrolliert die Gasbrenner und ist gleichzeitig unser entspannter Luftreise-Führer.

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Das Herz in luftiger Höh’ ES GIBT SO VIELE MÖGLICHKEITEN, DIE HEIMAT ZU ERKUNDEN. AUF DEN WINDWEGEN IM HEISSLUFTBALLON ERSCHLIESST SICH UNS DAS BEKANNTE NOCH EINMAL AUF NEUE WEISE Fotos: Jan Greune Text: Barbara Kraus

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ABENTEUER

/ Ballonfahrt

Den festen Boden zu verlassen, macht selbst den Mutigen erst einmal nervös. Aber Janina bleibt gelassen

Aufwärts, immer weiter: Janina Greune, 10, schaut zurück auf die Lieben, die ihr vom Startplatz in Landstetten nachwinken.


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ABENTEUER

/ Ballonfahrt

Ja, Hasenherz, du bist in Wahrheit froh darüber, dass der Start gleich zweimal wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben werden muss. Wir leben auf der Erde, so ist es uns bestimmt. Sagst du. Andererseits, niemand zwingt dich zu diesem kleinen Abenteuer. Bis auf deine Neugier, weil doch so viele von da oben schwärmen, von der Stille, dem anderen Blick, dem Gefühl von Freiheit … Und dann kommt der Sonntag im späten September, die Sonne scheint, wenn auch etwas zaghaft, und Günther Härter von den „Landstettener Ballonfahrten“ meint fröhlich am Telefon: „Heut pack mas! Treffpunkt 16 Uhr am Startplatz. Den finden Sie ganz leicht an der Landstraße von Starnberg zum Kloster Andechs, knapp einen Kilometer hinter Landstetten neben dem Parkplatz in einer Senke.“ – „Und was ist mit Höhenangst? Manchmal bekomme ich schon Zitterknie, wenn ich von einem steilen Treppenabsatz nach unten schaue.“ – „Auch Flugangst? Sonst gibt es kein Problem. Beim Ballonfahren wird niemandem schwindlig, weil man keinen direkten Bezugspunkt zum Boden mehr hat.“ Ich kenne keine Flugangst, aber das Herz hängt trotzdem in der Hose.

Der große Auftrieb So viele fröhliche Gesichter. Auf der Startwiese ist einiges los, Hunde bellen, Kinder springen um den Transporter, der tonnenschwere Ausrüstung herankarrt, die Ballonpassagiere warten in Familiengrüppchen. Sie lachen und reden, und über allem vibriert eine positive Aufregung. Den festen Boden zu verlassen, macht jeden, selbst den Mutigen, erst einmal nervös. Günther Härter, ein sportlicher Mittfünfziger, übernimmt das Kommando und scharrt die Himmelstouris um sich. Er erklärt, dass wir heute mit einem großen und einem kleineren Ballon fahren. Bitte sagen Sie IMMER fahren, NIEMALS fliegen, weil man seit jeher von der Luftfahrt spricht. So die Logik dieser Marotte. Zwei Heißluft-Gefährte, das bedeutet einmal acht und einmal fünf Gäste, je plus Pilot. Ich komme ins kleine Körbchen mit Jan Greune, unserem Fotografen, und seiner Tochter Janina, zehn Jahre alt und total entspannt. Dazu passen in unsere Gondel noch Angelika und Florian Schade aus Gauting. Der Pilot ist Peter März, 55, erfahrener Ballonfahrer und wie sein Geschäftspartner Härter obendrein passionierter Bergsteiger mit Achttausender-Erfahrung.

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Szenen einer unvergesslichen Reise: Vom Aufbau bis zur Landung vergehen vier Stunden, davon 100 Minuten im Flug. Stolze 28 Meter misst das Luftgefährt vom Korbboden bis zur Ballonspitze. Foto links oben: Angelika und Florian Schade und Pilot Peter März beim Interview mit Barbara Kraus. Foto unten: Pilot Peter erklärt seinen Fahrgästen die Heimat von oben.


Die Ballons richten sich gleichzeitig auf – lautlos, majestätisch. Es ist 16.50 Uhr: Jeder hat einen Logenplatz

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ABENTEUER

/ Ballonfahrt

Ballone haben immer Vorfahrt – lautet die Regel da oben. „Alle vier Jahreszeiten haben ihren eigenen Reiz für Ballonfahrten“, meint Peter März von den „Landstettener Ballonfahrten“, die auch Alpenüberquerungen anbieten.

wird der Passagierkorb auch heute noch aus Weide geflochten und wiegt fast 100 Kilo. Die Ballonhülle hingegen besteht inzwischen aus einem Hightech-Gewebe. Auf unserer Tour hängen außer dem Gewicht von sechs Personen noch 175 kg Flaschengewicht fürs Propangas am Ballon. Am Ende werden wir für unsere 100 Flugminuten weniger als die Hälfte verbraucht haben. An Bordinstrumenten gibt es einen Höhenmesser mit Temperaturanzeige, ein Variometer für die Berechnung von Steigung und Fall, ein GPS-Gerät als moderner Kompass und ein Funkgerät für den Kontakt mit unserem Begleitfahrzeug am Boden und der Flugsicherung in München. Oskar Bravo Viktor Romeo – OBVR – lautet die Kennung unseres klatschmohnroten Luftballons.

Ballonfahrer packen stets mit an. Gut so. Beim Schleppen, Ziehen und Zurren kann man die Nervosität gut überspielen. Der Aufbau wird eine Dreiviertelstunde benötigen. Die beiden Weidenkörbe liegen schon seitlich gekippt auf der Wiese, davor die Ballonhüllen, jede so groß und bunt wie das Zeltdach vom Zirkus Roncalli. Seile und Tragegurte werden herangeschleppt, sortiert und befestigt. Gasflaschen und Brenner stehen bereit, dann treten zwei Riesenventilatoren in Aktion. Die Windmacher heulen gegen die friedliche Sonntagsruhe. Es dauert eine Weile, bis sie tausende Kubikmeter Luft in die Hüllen geblasen haben und die sich langsam aufblähen. Die Gasbrenner werden angeworfen. Laut fauchend schießen mächtige Flammen in die hauchdünnen Ballonkleider und erwärmen die Innenluft. Beinahe gleichzeitig richten sich die Ballons auf, lautlos, majestätisch. Unsere Helfer stemmen sich in die Seile, halten die Luftfahrzeuge am Boden. „Schnell reinklettern, so wie ich es vorher erklärt habe!“, ruft Peter März. Noch einmal den Liebsten gedrückt, ein Lächeln probiert. Dann stehen wir erwartungsvoll im Korb, im Zentrum unser Pilot, die eine Hand am Zug zum Befeuern der Brenner, die kopfhoch über ihm an einer Stellage befestigt sind. Es ist 16.50 Uhr: Jeder hat einen Logenplatz.

Die alte Weise und neue Art Nicht viel getan hat sich, seitdem ein Hahn, eine Ente und ein Schaf vor gut zweihundert Jahren die Premiere im Ballon überstanden haben. Die erste „unbemannte“ Heißluftballonfahrt unternahmen die Brüder Ètienne und Joseph Montgolfier schon einige Wochen zuvor am 5. Juni 1783, wobei sie Holzkohle zum Feuern benutzten. Von diesem Tag weg hat sich die Fahrerei nicht groß verändert: Der Wind hat das Sagen, er lenkt den Ballon. Was dem Piloten zu tun bleibt, ist das geschickte Ausnutzen verschiedener Strömungen in unterschiedlicher Höhe, um sich den besten Windweg zu suchen. Wie zu Zeiten der Montgolfiers

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Eine erhebende Reise Fast hätte ich ihn verzittert. Den Start nicht zu bemerken, ist ganz leicht, weil sich der Ballon so sanft vom Boden löst. Wie von einem Luftkissen getragen, heben wir ab. Schwerelos, kein Schwanken, kein Ohrensausen, windstill. Steigen wir wirklich oder versinken die Wiesen, die Menschen, die uns nachwinken, die Straßen, Häuser und Flure? Schon nach wenigen hundert Höhenmeter öffnet sich ein 360-Grad-Panorama, der Blick geht weit. Das fahle Licht der Spätnachmittags-Sonne zaubert eine Szenerie in Aquarelltönen, malt weichgezeichnete Luftspiegelbilder auf die Erde. Wie gezogene Zuckerwatte liegt ein zarter Dunstschleier über dem See. Hier und da leckt ihn die Sonne genüsslich auf. Unsere Augen gewöhnen sich ans Spiel von Licht und Schatten, und wir entdecken die Roseninsel als Tupfer mit lindgrünem Rand. Die Zeit dehnt sich aus. Schwebezustand über dem wiegenden Schilfgürtel des Maisinger Sees, der von oben wie eine kleine Schwester des Starnbergers aussieht. Das lange Gras, glaubt man, ist mit den Händen zu fassen oder die Kronen des dunklen Fichtensaums um den Auwinger Weiher. Wir steigen. Einmal umdrehen, hinter uns liegt der Heilige Berg mit Kloster Andechs, das seine Dominanz von oben einmal mehr unterstreicht. Wie wird sich der Hundertwasserturm wohl neben der Molkerei ausmachen? Wahrscheinlich auch nicht mehr als eine kunterbunte Schnecke. Der ewig weite Luftraum schafft lächelnd Distanz. Pöcking rückt heran. Von den Playmobil-Villen, ihren schmucken Terrassen, den geranienroten Balkonen und wettergegerbten Stegen steigen Stimmen auf. Im Lilliput-Format sieht die Heimat anders aus, verspielter in ihrem verqueren Schachbrettmuster. Wir freuen uns. Bedenken oder Momente der Angst? Verschwunden, die können doch nicht fliegen! „Wir haben leichte Nordströmung und werden ruhig zwischen Starnberger und Ammersee pendeln“, erklärt Pilot Peter. Immer ruhig weiter Richtung Süd, Südosten. Wir steigen bis auf 2300


wohin sie gehen, wissen wir nicht. worauf sie stehen, schon.

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ABENTEUER

/ Ballonfahrt

Null Probleme bei der Landung – alle hängen an den Seilen.

Meter. Vor uns baut sich eine dramatische Wolkenkulisse in Graublau auf. Der gelbe Schwesterballon, weit im Westen, fährt in einen SonnenlichtStreifen und wirft einen grandiosen Schatten in Übergröße. Wir schauen, staunen, niemand spricht, der Kopf steckt in den Wolken und das Herz hängt über der Welt. In dieser Höhe ist meine Jacke zum ersten Mal nicht restlos überflüssig. Bei knapp 18 Grad sind wir gestartet. Fest war ich davon überzeugt, „dass es da oben ganz schön kühl sein wird“. Dabei bleibt es warm und windstill im Korb. 80 bis 100 Grad unterm Ballondach strahlen ab, und außerdem: Wer mit dem Wind fährt, spürt ihn nicht! Wegen der geringen Thermik ist Oskar Bravo Viktor Romeo heute mit ein bis vier Knoten auch nicht gerade rasend unterwegs. „Dort unten, ist das der Maisinger See?“ Peter März kann immer Auskunft geben, er kennt jeden Quadratmeter. „Nein, das ist der Eßsee bei Seewiesen, wo Konrad Lorenz seine Studien mit den Wildenten gemacht hat.“ Deixlfurt, der Deutenberg, Obertraubing, drüben am Ostufer ist Münsing auszumachen und Tutzing liegt fast unter uns. „Glück ab, gut Land!“, ruft unser Pilot noch einmal den Ballonfahrer-Gruß und setzt dazu ein paar Feuerstöße mit dem Brenner. Zwei, drei weitere Handgriffe, kurz öffnet sich eine Luke im Hüllendach und durch den Rückstoß beginnt der Ballon zu tanzen. Wir drehen uns für einen wunderschönen Augenblick. Allmählich sinkt die Sonne rund und schwer zur Erde. Wir stehen über einer Kiesgrube und können bis auf den moorschwarzen Grund eines kreisrunden Weihers schauen. Unser Ballonchef redet von der Landung und einem günstigen Platz, den er dafür

suchen muss. Besser noch mal über diesen Hub und den Waldsaum dort drüben fahren, denn da unten gibt’s ein paar Bauern, die gar nicht gut auf Ballonfahrer zu sprechen sind, weil sie um Acker und Wiese fürchten, in der die eine oder andere Landung schon mal eine Schleifspur hinterlassen hat. „Ist auch nicht so lustig, wenn die Kühe durchgehen“, meint Peter März mit kleinem Grinsen. „Und einmal wollten Pferde von der Weide in unseren Hänger für die Ausrüstung trotten.“

Die Landung aus dem Bilderbuch Eine Wiese bei Monatshausen soll das Ende unserer Reise sein. Der Begleitwagen ist informiert. Dann geht alles ganz schnell. Der Pilot öffnet ein Ventil an der Ballonspitze, die warme Luft entweicht mit einem großen Seufzer und unsere Gondel sinkt der Erde eiliger entgegen als sie aufstieg. Wir halten uns an den Halteschlaufen im Korbinneren fest, die Knie leicht gebeugt, so wie Peter März uns zuvor ermahnt hatte. Ein kurzer Ruck, der Korb wankt in Zeitlupentempo einmal nach vorn, einmal zurück. Dann steht er sicher auf der Erde. Eine Punktlandung wie aus dem Bilderbuch. Traurig fällt der stolze Ball in sich zusammen. Und jetzt? Man könnte noch viel erzählen von den Leuten, die mit leuchtenden Augen unsere Landung verfolgen, von der Ballonfahrer-Taufe mit Champagner und dieser kuriosen Sitte, dabei eine Haarlocke zu verbrennen. Aber das Herz! Es hängt doch immer noch in luftiger Höh’.

Besser noch einmal über diesen Hub und den Waldsaum dort drüben fahren

So will es der Brauch: Jeder Neuling opfert bei der Ballonfahrer-Taufe ein paar Haare, die abgebrannt werden (Foto oben: Janina). Mit Champagner und einem Adelszertifikat wird er belohnt. Und dann gibt es viel zu erzählen. Im Foto rechts: Florian und Angelika Schade, Pilot Peter März und Barbara Kraus (rechts).

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Das ideale Boot für perfekte Tage auf dem See

Edle Sportboote sind heute wieder aus Holz. Moderne Holzboote höchster Qualität haben formverleimte Bauweise und sind dadurch leicht, sportlich und sparsam. Außerdem pÅegeleicht und unempÄndlich sowie umweltverträglich. Das abgebildete Motor-/Elektroboot ist ideal für Wasserskifahrer und für Familien. An Bord Änden sechs Personen komfortabel Platz zum Sitzen oder Liegen. Sonnenanbeter lieben die bequeme Badeplattform und die großzügige LiegeÅäche, unter der sich ein ausklappbares Sonnenverdeck

verbirgt. Das offen gestaltete Vorschiff bietet eine Sitzgruppe mit Esstisch und Kühlschrank. Das Cockpit verfügt über ein Controlcenter mit Touchscreen und GPS sowie DVD/CD-HiÄanlage. Motorisierung wahlweise mit E-Power- oder mit Turbodiesel- bzw. Benzinmotor. Ausstattung und Farben sind frei wählbar. Am Starnberger See liegen zwei dieser Boote in Mahagoni. Alternativ in klarlackiertem Carbon.

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LEUT’ & LEBEN

/ Tierisch

„Ich bin der Star! Lasst mich mal erzählen“

Fotos: Sabine Hermsdorf; privat

Gestatten: Soleil-Noir de la Bastide des Figuiers, genannt Max.

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…MEINTE MAX, ALS UNSERE AUTORIN NINA DAEBEL EINE GESCHICHTE ÜBER DAS ALLJÄHRLICHE MOPS-TREFFEN IN AMBACH SCHREIBEN WOLLTE. WARUM NICHT, HAT SIE GEMEINT UND IHM DABEI DEN NACKEN GEKRAULT. MAX HAT’S DANN AUCH SEHR NETT GEMACHT

„Ah oui, als Franzose liebe isch das Leben, die Frauen und die Leidenschaft! Modischen Schick schätze ich ebenfalls sehr. Aber die sechsjährige Buffy aus Königsbrunn bei Augsburg hat es beim letzten Mops-Treffen echt übertrieben. Sie kam im Minikleid. Rosa-weiß mit Rüschen. Nein, deswegen hing mir nicht die Zunge aus’m Maul. Es war einfach sehr warm, und ich hatte Durst von den vielen Wettrennen. Buffy jedenfalls sah aus wie ein Knallbonbon. Mein Geschmack war’s nicht. Aber Monty, der extra aus dem Allgäu angereist war, stand voll auf sie. Er hat sie umschwärmt wie eine Motte das Licht. Und das, obwohl sie vier Jahre älter ist als er! Bonjour erst einmal, mesdames et messieurs. Soleil-Noir de la Bastide des Figuiers ist mein Name, aber alle sagen nur ,Max‘. Geboren wurde ich am 12. September 2001 an der Côte d’Azur. Mit meinem Frauchen Alexandra Laue lebe ich jedoch seit langem in Bruckmühl bei Bad Aibling. Sie hat am selben Tag Geburtstag wie ich. Wenn das mal kein Zeichen ist! Frauchen sagt oft, wir seien seelenverwandt. Und dass ich jedes Wort von ihr verstehen würde. Klar, wieso auch nicht, bin ja intelligent, habe die Hundeschule besucht und eine Zusatzausbildung zum Jagdhund absolviert. Ich bin zu vielem fähig und ein Mops mit edlem Stammbaum. Mein Fell ist samtweich und pechschwarz. Manch einer findet mich mit meiner Knautschzone, der gedrungenen Figur, meinen Kulleraugen und dem Ringelschwanz total hässlich, andere stehen voll auf mich. Über Geschmack soll man nicht streiten, und ich äußere mich auch nicht über das Aussehen der Menschen, denn das verbietet mir meine gute Herkunft. Ich sehe das gelassen und verweise gerne auf den Spruch dieses klugen Mannes namens Loriot. Schon der wusste: ,Ein Leben ohne Möpse ist denkbar, aber sinnlos.‘ Frauchen sieht das genauso. Sie ist der Alpha-Mops in der Familie. Deswegen überlasse ich ihr das Organisieren unseres jährlich an Himmelfahrt stattfindenden Mops-Treffens, dieses exklusiven, einzigartigen und geselligen Events! Als Location dafür haben wir das Landhotel Huber in Ambach gewählt. Es liegt direkt am See. Dort gibt es einen Biergarten, eine große Wiese und einen hauseigenen Badeplatz. Das MopsTreffen wird nun schon seit rund 20 Jahren veranstaltet. Frauchen hat die Planung vor etwa zehn Jahren übernommen. Seitdem entwickelt sich das Treffen prächtig. Beim letzten Mal waren rund 100 Menschen dabei und 70 Möpse. Angeleint ist keiner. Das wäre ja langweilig. Wir wuseln alle kreuz und quer durcheinander. Natürlich friedlich. Ohne Gebell, Gekeife oder gefährliche Attacken. Frauchen sagt immer: ,Solche Treffen kannst du mit Schäferhunden und ihren Besitzern nicht machen. Das würde Mord und Todschlag geben.‘ Ja, wir Möpse sind eben anders. Auf unserem Starnberger-See-Treffen wird gemeinsam gespielt, gerannt, gefressen, geschnuppert und geschwommen, ohne dass Zähne gefletscht werden. Es ist ein großes, friedliches MopsFest. Wer hier so alles vorbeischaut, weiß Frauchen ganz genau. ,Es sind Adlige, Promis, Doktoren und ganz normale Bürger mit

ihren Möpsen – weil hier nur der Hund zählt!‘ Frauchen hat eine Liste mit dem ,Who is Who‘ der Mops-Liebhaber, auf der sie Namen und Kontaktdaten jährlich aktualisiert. Dieser Loriot, in Wirklichkeit ja auch von adeligem Blut und ein echter von Bülow, außerdem Mops-Versteher, Mops-Liebhaber und Ehrenbürger von Münsing, war auch mal bei unserem Treffen. Das muss 2004 gewesen sein. Er hatte früher selbst Möpse: Henry und Gilbert haben sogar in seinen Sketchen mitgespielt – in ,Möpse am Nordpol‘ (1969) und ,Möpse auf dem Mond‘ (1971). Zu unserem Szenetreff kam er ohne Mops, dafür mit Frau. Das war ein Jubel! Die Menschen waren völlig außer sich. Jeder hat Loriot seinen Mops in die Hand gedrückt und sie zusammen fotografiert. Der arme alte Herr. Frauchen sagt oft, sie könne ver-

Beim letzten Mal waren rund 100 Menschen und 70 Möpse dabei. Angeleint war keiner stehen, dass er seitdem nie wieder vorbeigekommen sei, obwohl sie ihn jedes Jahr erneut einlädt. Ihm seien diese ,penetranten Leute‘ wohl zu stressig gewesen. Ein Ehepaar hat ihm sogar seine gehbehinderte Mops-Dame mit selbstkonstruiertem Tragegestell in die Hand gedrückt. Ganz cool ist der Loriot geblieben. Er hat sich hanseatisch streng hingestellt und ablichten lassen. Profi eben. So wie ich. Mich hat vor kurzem das Magazin Vogue für ein Mode-Fotoshooting gebucht. ,Max, you are the best!‘, rief der eigens aus New York eingeflogene Fotograf. Den Shoot hatte ich zusammen mit einem 1,90 Meter großen Modell. Die war klapperdürr, hat auch Frauchen gesagt. Und ganz in Weiß gekleidet. Ich in Schwarz, natürlich, elegant eben. Auf dem Bild sollte es so aussehen, als ob ich die Lady ziehen würde. Kein Problem.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 17


LEUT’ & LEBEN

/ Tierisch

Beethoven, Tequila und Emely können gern weiter rumrasen und ihre neuen Schmuckhalsbänder zeigen

Mein Frauchen Alexandra Laue und ich (mit rosa Zunge). Bei ihr dürfen Sie sich gern melden, wenn Sie mehr erfahren wollen – über mich oder das Mopstreffen. E-Mail: Alexandra.Laue@online.de

18 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Fotos: Sabine Hermsdorf; privat

Jedes Jahr am Himmelfahrtstag gibt es in Ambach das Treffen der Möpse – Anhang darf auch mit.

Frauchen hätte echt nicht in der Ecke hocken und mich mit Leckerlis locken müssen. Peinlich. Ich war doch der Star! Aber noch mal zum Mops-Liebhaber Loriot. Frauchen verkauft auf dem Mops-Treffen Zubehör für uns Hunde und allerlei Nippes. Darunter sind auch Magnete, die man an Kühlschränke pinnen kann. Loriot hat einen gekauft, auf dem ein beigefarbener MopsKopf abgebildet war. Der sollte 9,90 Euro kosten. Loriot gab zehn Euro und als Frauchen ihm die zehn Cent rausgeben wollte, sagte er gönnerhaft: ,Der Rest ist für die Kaffeekasse.‘ Noch heute muss Frauchen schmunzeln, wenn sie daran zurückdenkt. Das muss sie übrigens auch, wenn sie sich an die Dame im Blümchenkleid und mit Sonnenhut erinnert, die im Mercedes-Cabrio vorgefahren kam. Frauchen hat ihr gleich die Adressliste unter die Nase gehalten und sie darum gebeten, sich dort einzutragen. Ihr Mops Churchill war leider – oder vielleicht zum Glück? – nicht dabei. Jetzt wissen Sie sicher den Namen der Dame: Patricia Riekel! Ja, genau, die Chefredakteurin des People-Magazins Bunte. Frauchen hat sie im Jahr darauf schriftlich zum Mops-Treffen eingeladen. Der Brief kam zurück. Adresse unbekannt. Die auf der Liste angegebene Telefonnummer war auch falsch … Schauspielerin Uschi Glas hat auch zwei Möpse – zumindest hatte sie mal welche. Angeblich hat sie ihre Haushälterin mit den Hunden zu unserem Treffen geschickt. Die Hohenzollern sollen ebenfalls schon vorbei geschaut haben. Na ja, Frauchen sagt immer: ,Wer die Leine führt, ist mir egal.‘ Mich interessiert das auch nicht. Aber ich kann Ihnen sagen: Da sind schon schräge Menschen-Typen dabei. Was die so über uns erzählen. Verrückt! Eine Dame zum Beispiel gestand, sie würde ihren Mops viel lieber schnarchen hören als ihren Mann. Und Buffys Frauchen meinte, sie, also Buffy, sei ein Clown, könne in jeder Position schlafen und würde dabei manchmal aussehen wie ein Alien. Das sei soooo süß. Wenn ich das höre, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das mit dem rosa Rüschenkleid tatsächlich Buffys Idee gewesen ist. Für mich gehört zu einem gelungenen Mops-Teffen auf jeden Fall ein Bad im See. ,Unterhalb des Stegs macht er platsch, streckt alle Viere von sich und lässt sich vom Wasser anschwappen.‘ Zitat Frauchen. Ja, ich brauche nun mal meine Ruhepausen. Beethoven, Tequila und Emely können gerne weiter rumrasen und ihre neuen Schmuckhalsbänder präsentieren. Mit Swarovski-Steinen, blauweißen Bayern-Rauten oder Schriftzügen wie ,Sexmachine‘… Der Held des Tages bin ohnehin ich. Sagt auch Frauchen. Und manchmal schiebt sie süffisant hinterher: ,Meint er zumindest.‘ Sie kann echt ulkig sein.“


Advertorial

CLEMENT CHOCOCULT

Ein neuer Blick auf die süße Verführung

W

er am liebevoll restaurierten Bahnhof von Bernried vorbeikommt, den zieht es wie magisch zum neuen gläsernen Vorbau. Denn hinter den großen Scheiben tut sich Köstliches! Da liegt nicht nur Confiserie der feinsten Art in der Auslage, jeder kann zudem beobachten, wie sie entsteht. Chocolatier Franz-Xaver Clement, seine Frau Andrea und die Mitarbeiter lassen sich nämlich beim Komponieren und Fertigen von Truffes, Pralinés und Tafeln direkt auf die Finger schauen. „Wir betreiben eine gläserne Schokoladenmanufaktur!“, sagt Clement stolz. Verarbeitet werden nur die edelsten Zutaten auf der Basis der Chocolat Grand Cru, die aus wertvollen, fair gehandelten Criollo-Kakaobohnen hergestellt wird. Allein den Meister der Schokolade dabei zu beobachten, wie er Vanille oder Zimtstaub, kostbare Gewürz-Öle oder Edel-Brände in die helle oder dunkle süße Masse rührt, abschmeckt und verfeinert, bevor er sie zu Tafeln oder Konfekt formt und schließlich mit Blüten oder Früchten verziert, ist ein Genuss.

Wer dann die Tür öffnet und das „Chococult“ betritt, ist durch die sinnlichen Düfte endgültig verführt – nicht ohne mit einer der Köstlichkeiten nach Hause zu gehen oder sich bei Clement zum Confiserie-Kurs anzumelden, um zumindest sein feines Handwerk ein wenig von ihm abzuschauen.

Clement chococult Im historischen Bahnhof Bernried Bahnhofstraße 30 82347 Bernried am Starnberger See Tel. 08158 6310 Kurse: Samstagnachmittags, bitte rechtzeitig buchen www.clement-chococult.de

Hotel-Restaurant

Forsthaus am See

Mit allen Sinnen.

SPEISEN, TAGEN UND URLAUBEN

R ESSBAE É PRIV Vom feinen Tunfisch-Sashimi bis zum herzhaften Burger, vom leichten Salat bis zu Grillspezialitäten.

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12.00 – 14.30 Uhr 17.30 – 21.00 Uhr

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14.30 – 17.30 Uhr Snacks Samstag 8.00 – 18.00 Uhr Sonn- u. Feiertag Ruhetag

Direkt am Ufer des Starnberger Sees liegt der Geheimtipp für Feinschmecker, Tagungsgäste und Aktivurlauber.

Bernhard Graf · Am See 1 · 82343 Possenhofen-Pöcking Telefon 08157/9301-0 · Telefax 08157/4292 kontakt@forsthaus-am-see.de · www.forsthaus-am-see.de

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SEE-STERN

/ Sonsee Neu

Was für Spaziergänger wie ein Familientreffen mit Freunden aussah, war für alle Akteure echte Arbeit und dabei jede Minute aufregend. Im Mittelpunkt der Titelbild-Produktion am See in Leoni: Schauspielerin Sonsee Neu 20 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Fotos: Thomas Kilper (3); Tanja Rohmann (3); Haare und Make up: Orlando Sliwa/Agentur Stammhaus

fische, fotos, föhn


ie Luft ist wie Champagner!“, könnte Fräulein Else ausrufen. Weil das so gut passen würde zu diesem ersten wahnsinnig schönen Frühlings-Föhntag, der alle in Hochstimmung versetzt und dabei nervös und kribbelig macht. Aber hier spielt nicht Fräulein Else, kein Filmset, keine Bühne. Der Fototermin für das aktuelle Titelbild des Starnberger SeeMagazins steht an, und unser Team turnt herum zwischen kleinen Jollenkreuzern und chicen Holz-Yachten der Simmerdinger Werft in Leoni. Als eigenwilliges Fräulein Else aus dem gleichnamigen Roman von Arthur Schnitzler wäre Sonsee Neu trotzdem eine Glanzbesetzung, obwohl man die gebürtige Rheinländerin mit Hollywood-Erfahrung und dem Namen einer Indianerin („Sonsee Ahray“ bedeutet Morgenstern) eher aus Komödien wie „Pastewka“ kennt, als komische Richterin im Millionenstreifen „Keinohrhasen“ oder aus romantischen Pilcheriaden, wo sie wahlweise Heiner Lauterbach, Erol Sander oder sonst einen Filmbeau glücklich macht – und nicht zu vergessen, gleich zu Beginn ihrer Karriere neben George Clooney in der Kultserie „Emergency Room“ auftrat. „Heute spiele ich weder die Perlenkette, noch die Romantikerin und auch nicht die Komische! Hier bin ich Sonsee, die Privatperson“, bestimmt die Talentierte mit der nordischen Schönheit selbstbewusst gleich zu Beginn die Richtung. „Ingrid Bergmann ist mein Idol, wenn ich denn jemanden nennen soll“, wird sie später beim Interview erklären, aber da weiß man doch schon längst, dass die 37-jährige Schauspielerin eher zurückhaltend ist, unabhängig, sich nicht so leicht vereinnahmen lässt. Nach dem Abitur und einer Ausbildung im New Yorker Actor’s Studio stand Sonsee Neu in Dramen wie Ibsens „Hedda Gabler“ auf der Bühne – in englischer Sprache. Die zwölfte Klasse hatte sie als Austauschschülerin in Wyoming erlebt. Grey Bull hieß das Nest, in dem sie gelandet war. „1500 Einwohner, eine Kreuzung, eine Ampel, sieben Hotels, sieben Tankstellen“, erinnert sich Sonsee lachend und gern auch daran, dass jeder ihren Namen auf Anhieb richtig aussprechen konnte („Sansie“), „weil dort noch die Pfeilspitzen der Indianer aus dem Boden ragten.“ Sonsee Ahray, der Morgenstern, ist sicherlich

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Orlando, Tupfer! Ständig in Bewegung zwischen Bootssteg, Kahn und einer Yacht namens „Gerd“ war das Fototeam bei den Aufnahmen mit Sonsee Neu, die auch in der größten Hektik entspannt wirkte (siehe Foto oben und links). Ob Visagist Orlando Sliwa, unser Fotograf Thomas Kilper oder der Rest der Crew – alle packten mit an, um zwischen Föhn und Fischen das Beste zu geben.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 21


SEE-STERN

/ Sonsee Neu

„Was ich vom See gelernt habe? Dass kein Tag wie der andere ist“ – alles Themen, mit denen sich die Schauspielerin auch immer häufiger beschäftigt. Ein Blick in ihren „Showreel“, die Video-Visitenkarte, verrät dazu noch mehr zum Hin und Her zwischen Perlenkette und Privatperson: Alles beginnt mit einer Explosion, einem Feuerball, durch den Sonsee geschleudert wird – hinein in unterschiedliche Charaktere, vom Thriller über Comedy bis zur Romanze. Mit einer Textzeile in ihrem warmen Bariton endet der Kurzfilm: „Ich würde dich so gerne lieben, aber irgendetwas ist dazwischengekommen.“ Sagt sie, und dann folgen Kuss-Szenen, intensive, scheue, leichtherzige oder voller Leidenschaft. Barbara Kraus

Vier von vielen Filmen, in denen Sonsee Neu brilliert (von oben): Mit Anna Thalbach und Heio von Stetten in „Deadline – Jede Sekunde zählt“ (2008); „Man liebt sich immer zweimal“ mit Marco Girnth (2008); „Der Bernsteinfischer“ mit Heiner Lauterbach (2005) und in der Comedy-Serie „Pastewka“ mit Bastian Pastewka.

Fotos: SAT.1 (3); ARD (1); ZDF (1)

ein Name, der prägt. Hochschwanger hatte sich ihre Mutter darin verliebt, als sie den Spätwestern „Der gebrochene Pfeil“ mit James Stewart sah. Es geht darin um die unangepasste Liebe zwischen einer Indianerin und einem weißen Grenzgänger, ein Rassenthema mit Friedensbotschaft. Nein, erklärt die Mimin, sonst gab es in der gutbürgerlichen Familie keine Verbindung zur Schauspielerei oder Kunst, was sie nicht daran hinderte, „wenn auch ziemlich blauäugig“, nach der Schule direkt nach New York zu ziehen, in eine Stadt, die sie heute noch mag. „Manhattan ist ein magischer Platz“, sagte sie einmal in einem Interview, und assoziiert damit spontan „den Duft, den meine Haare annehmen, nach 24 Stunden New York“. Der Liebe wegen kam sie nach neun Jahren Amerika zurück nach Deutschland. Sonsee hatte „Herrn Neu“, wie sie ihren Mann lächelnd nennt, 2001 bei Dreharbeiten zu Bernd Eichingers Produktion „666 – Traue keinem, mit dem du schläfst“ kennengelernt. Zwei Jahre später haben Herr und Frau Neu genau an Sonsees 30. Geburtstag geheiratet und leben nach mehreren Stationen heute mit ihren beiden Kindern in Berlin. „In einem Hinterhof. Dort ist es beinahe ruhiger als auf dem Land“, erzählt die Natur- und Gartenfreundin. Die Lebens-Stationen München und Seeshaupt gab es übrigens auch. „Was ich vom Leben am Starnberger See gelernt habe? Dass kein Tag wie der andere ist!“, sagt Sonsee Neu. Weil die Schauspielerin wie ein Fisch schwimmt, klettert und reitet, denkt sie gern an ihre „Seezeit“ zurück und freut sich über Stippvisiten – wie jetzt zu den Dreharbeiten für „Der Bär“, einem ZDF-Krimi, in dem sie demnächst neben Konstantin Wecker und Friedrich von Thun zu sehen sein wird. Was Tanja Rohmann, die Agentin der Schauspielerin aus München, sonst noch zwischen Lipgloss, Hosenwechsel und Fotolächeln verrät: Der Morgenstern liebt „Bikram-Yoga“, eine Hatha-Yoga-Methode aus 26 Übungen, die in 35 bis 40 Grad warmen Räumen praktiziert wird. Das stärkt die Muskel- und Sehnen und entlastet durch die Wärme Körper und Seele. Eine schweiß-treibende Angelegenheit, die Sonsee Neu mindestens fünf Mal die Woche und an jedem Drehort der Welt diszipliniert durchzieht, was man dem schlanken, durchtrainierten Körper der 1,68 Meter großen Frau mit den leuchtend blauen Augen und dem ausdrucksstarken Mund auch ansieht. Herunterkommen von Stress und Lärm, einen Lebensmittelpunkt mit der Familie finden, weniger auf Wanderschaft sein

22 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Advertorial

DAS ELBACHER GÜTEL

Genuss in Tradition und Moderne er im Elbacher Gütel genussvoll speist, tut das in einem ganz besonderen Ambiente. Der rund 450 Jahre alte Dachstuhl bestimmt die heimelige Atmosphäre und ist denkmalgeschützt. Bis zu 30 Personen finden Platz in dem Restaurant unter dem schönen rustikalen Gebälk. Dazu flutet durch die großflächigen Glasfronten viel Licht in den Gastraum, der geschmackvoll mit modernem, hellem Interieur eingerichtet ist. Küchenchef Alex Jurczyk legt besonderen Wert auf hohe Qualität, Frische, Service und die Zufriedenheit der Gäste. Die Speisekarte bietet regionale Gerichte, neu interpretiert. „Gehoben, aber nicht abgehoben“ ist das Motto der wöchentlich wechselnden Drei-GängeMenüs, die man sich aus der Speisekarte selbst zusammenstellen kann. Wer Lust darauf hat: Auch das klassische Wiener Schnitzel wird serviert. Liebhaber edler Tropfen lassen sich gerne in der gemütlichen Weinstube nieder, in der Platz für bis zu 12 Personen ist. Hier darf man selbst in die Kellergewölbe hinabsteigen und sich aussuchen, welchen der rund 60 verschiedenen Weine man kosten möchte. Im Sommer lädt der Biergarten mit bis zu 30 Plätzen zum Verweilen ein. Wenn es zu regnen beginnt, wechselt man einfach ins Austragshäusl nebenan. Die Inhaber

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des Elbacher Gütels sind Monika und Matthias Hofmann, ein perfekt eingespieltes Mutter-Sohn-Gastgeber-Gespann. Ihnen ist die familiäre Atmosphäre ihres Betriebs wichtig. Erleben kann man das insbesondere auch bei kleinen Veranstaltungen, Whisky-, Schnaps- oder Weinverköstigungen sowie bei Lesungen oder musikalischen Events. Und dabei findet man immer Genuss mit Mehrwert.

Elbacher Gütel Restaurant & Weinbar Birkenallee 1, 82547 Eurasburg Tel. 08179 9431470, Mobil 0160 96409188 Öffnungszeiten: Mo/Di geschlossen, Mi bis Fr 17 – 23 Uhr, Sa/So 11 – 23 Uhr (warme Küche: 11 – 14.30 Uhr und 17.30 – 21.30 Uhr) info@elbacher-guetel.de

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Kitty Bothe-Hufnagel · Moosstraße 18 b · Starnberg · Tel. (0 81 51) 95 39 64 · www.neues-tanzen.de


TIPPS

/ Natur & Spiel

Eine gute Zeit …für Sportsfreunde, Spielerfrauen und alle, die sich am liebsten in der Natur aufhalten

Ich geh mit dir! Zu zweit ist es immer schöner – auch mit Lama oder Alpaka. Die intelligenten, aufmerksamen und sehr kinderlieben Tiere sind treue Weggefährten und begleiten Sie beim Wandern. Evi Endres bietet geführte Lama-Wanderungen zwischen dem Wörthund Pilsensee an. Auch eine tolle Idee für den Familien- oder Betriebsausflug und zum Kindergeburtstag. Die Preise sind abhängig von der Tour und Personenzahl. Tel. 08152 397941, www.moonlight-lamas.de

24 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de


Schauen, staunen, Kraft tanken Zauberhafte Ausblicke, romantische Treffpunkte. Zwei Tipps, die einen Spaziergang lohnen: ■ Auf dem Holzhauser Kirchberg fühlt man sich dem Himmel ein Stückchen näher. Viele sagen, dort sei ein besonderer Zauber zu spüren und es fließe eine kraftspendende Energie. Tatsache ist der einmalige Blick auf den See. Glaubt man der Überlieferung, war der Kirchberg einst eine heidnische Opferstätte der HuosiSippe, ein bayerisches Ur- und Hochadelsgeschlecht. ■ Eine fantastische Aussicht hat man auch von der Maria-Dank-Kapelle (Foto) aus, die bei Degerndorf auf dem rund 710 Meter hohen Fürst Tegernberg steht (von Holzhausen Richtung Degerndorf kommend ist die Kapelle auf der rechten Seite schon weithin sichtbar). Sie wurde aus Trümmersteinen des zerbombten Münchens erbaut und am 23. Mai 1948 eingeweiht. Seitdem ziehen die Degerndorfer zwischen Mai und Oktober an jedem 13. des Monats in einer Dankprozession zur Kapelle.

„An einem Werktag Wasserski zu fahren, und zwar ganz in der Früh vom Floß hinter der Roseninsel (von Starnberg aus gesehen) – etwas Schöneres gibt es kaum: die Ruhe, das flache Wasser, der Blick auf die Zugspitze … traumhaft.“ Prof. Dr. Bruno Reichart, Direktor der Herzchirurgischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität Großhadern, Leutstetten

Fotos: Jan Greune (großes Foto); Stephan J. Kistler; Heinz Endler

Reizen und stechen Laue Sommerabende, stürmische Herbstnachmittage – Bridge macht immer Spaß. Das Kartenspiel mit Trumpf und Kontra trainiert Gedächtnis und logisches Denken. Partner für eine Partie Bridge finden Sie hier: Bridge-Club Tutzing, Tel. 08158 8970, www.bridge-club-tutzing.de Bridge-Club Starnberg, Tel. 08151 51372, www.bc-starnberg-1.de Bridge-Club Starnberg-Würmtal, Tel. 08151 12251, www.bc-starnberg.de Bridge-Club Starnberg-Undosa, Tel. 08151 2416. Wer noch mehr spielen will, trifft sich in der „Spielunke“ in Münsing: Do bis So, 18 – 1 Uhr, Tel. 08177 997070, www.spielunke-münsing.de

Rent a Hüpfburg Sie planen einen Kindergeburtstag und benötigen dringend mehr Spielzeug, um die Rasselbande bei Laune zu halten? Der Kreisjugendring Starnberg bietet einen Material- und Geräteverleih an. Im Angebot sind beispielsweise ein Großspiel „Mensch-ärgere-Dich-nicht“, eine Hüpfburg, eine mobile Streetball-Anlage, Swingcarts mit Pylonen oder eine Festzelt-Garnitur für Kinder. Tel. 08151 148-451, kjr.starnberg.org

Loops mit Laune Auf dem Dirt-Bike-Platz in Söcking am Riedener Weg darf der Dreck ruhig mal höher spritzen. Die Brüder Jonas, Tobi und Steffen Engelmann haben sich hier mit Unterstützung vieler Freunde und großer Eigeninitiative einen NaturParcours gestaltet, auf dem sie mit ihren Spezial-Rädern richtig durchstarten können.

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 25


TIPPS

/ Natur & Sport

Reife Ruhe Zum inneren Gleichgewicht zurück und Körper, Geist und Seele wieder in harmonischen Einklang bringen. Klingt nach Yoga. Und das wird an vielen Plätzen rund um den See gelehrt: ■ Das Kutscherhaus unter den Linden in Seeshaupt, Lindenallee 3. Tel. 08801 30 25 65, www.kutscherhausstarnbergersee.de ■ Der Life Competence Gesundheitsclub Tutzing, Midgardstraße 8a. Tel. 08158 3622, www.life-competence.info ■ Dipl. Yogalehrerin Astrid Buchner aus Pöcking bietet u.a. zielorientiertes Firmenyoga und Ernährungsberatung an. Tel. 08157 60 99 95, www.yogayura.de ■ Cora Menz aus Berg gibt Einzelunterricht auch in englischer und spanischer Sprache. Tel. 08151 971 73 84, www.coramenzyoga.de ■ Yoga-Seminare im Kloster Bernried kann man über das Münchner YogaZentrum buchen, Tel. 089 535394, www.muenchneryoga-zentrum.de ■ Yoga for Balance in Starnberg, Moosstraße 14, Tel. 08151 972117, www.yogaforbalance.de ■ Eröffnung am Starnberger See im Herbst: die feine WellnessOase Living Senses mit Yoga und vielen Spa-Möglichkeiten, Zieglerweg 9a, Berg. Tel. 08151 2686480, www.livingsenses.net

Das andere Kissen Ein gebogenes Stück Holz für Yogis. Die Benchbow Meditationsbögen sind präzise angefertigte Sitze mit einer breiten Fläche und leichter Neigung, sollen sogar bequem sein und schonend für die Wirbelsäule. Der Künstler und Schreiner Stefan Mair und seine Frau Birgit, eine Yogalehrerin, haben die Bögen aus Buchenholz in vier verschiedenen Designs entwickelt, ab 129 Euro. Tel. 08157 998868, www.benchbow.com

Mit Sonnengruß, lauten Jubelgesängen und ganz viel Ausdauer Toller Treff!

26 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Neues Paddeln Stand-up-Paddling heißt ein neuer Trendsport, bei der Kondition und ein gutes Gleichgewichtsgefühl gefragt sind. So funktioniert der kippelige Spaß: Aufs Surfbrett stellen und mit einem Stechpaddel abstoßen. Das trainiert die gesamte Muskulatur und soll außerdem Stress abbauen. Board und Paddel, auch zum Testen, gibt’s bei Surf Tools in Starnberg/Schorn, Tel. 08178 909611, www.surftools.de

Großes Foto: Jan Greune; Elke Ross

Platz für Freunde und Feten gibt es im neuen Jugendzentrum Nepomuk in Starnberg. Zwischen dem Landratsamt und dem Bayerischem Yachtclub gelegen, hat der moderne Holzbau einiges zu bieten – unter anderem auch schallisolierte Räume, in denen Bands ungestört proben können. Oder eine Feuerstelle auf der überdachten Terrasse und zwei große Veranstaltungsräume. Die deutsche Kicker-Meisterin Natacha Koske ist übrigens Leiterin des Jugendzentrums.


 

23 Routen, 280 Kilometer Voller Elan Ăźber die „Vital-Brunnen-Runde“ oder lieber die „KĂśnig-Ludwig-Aktiv-Tour“ erkunden: 23 Routen ďŹ nden Sie im Nordic Walking Park, auf rund 280 Kilometern weisen mehr als 500 neue Schilder den Weg im Starnberger FĂźnfSeen-Land durch Schluchten und Wälder, Ăźber Wiesen und Feldwege oder direkt am See entlang. Detaillierte Beschreibungen und Angaben zum Schwierigkeitsgrad gibt es auf www.sta5.de. Auf der interaktiven Regionskarte kĂśnnen die Routen auch als GPS-Tracks runtergeladen werden.

„Mein Lieblingsplatz am See sind die kleinen Ostuferstrände mit der Abendsonne und dem schĂśnsten Licht bis in die Nacht hinein. Die beste Galerie am Starnberger See? ‚Marschall‘ in Bernried, wunderbare zeitgenĂśssische Kunst und spannende Ausstellungen.“ Gabriela von Habsburg, Bildhauerein, Starnberger See

Auf Sternensuche Footballspieler brauchen Cheerleader, weil sonst nicht die richtige Stimmung aufkommt. Die Regionalligaspieler der Starnberg Argonauts kÜnnten noch Anfeuerung gebrauchen und suchen Mädchen und Jungen ab zehn Jahren, die gerne tanzen, turnen und auch vor waghalsiger Akrobatik nicht zurßckschrecken. Die Truppe der Starnberg Silver Stars steht bei Wettkämpfen an der Seitenlinie und feuert die Jungs kräftig an. www.starnberg-argonauts.de

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chĂśne gesunde Zähne sind ein Geschenk fĂźrs Leben. Ein schĂśnes Lächeln macht attraktiv und selbstbewusst – es trägt zum privaten und beruichen Erfolg bei. In Dr. Michael Buchheim ďŹ nden Kinder, Jugendliche und Erwachsene bereits seit 15 Jahren einen kompetenten Spezialisten fĂźr modernste Kieferorthopädie am Starnberger See, sowohl in FeldaďŹ ng, als auch – seit zwei Jahren – in Tutzing. So bietet die auf Ă„sthetik und Funktion ausgerichtete Praxis neben der Diagnostik von Zahn- und Kieferfehlstellungen mittels digitalem RĂśntgen die hochmodernen, unsichtbaren Zahnregulierungen und innenliegende BracketSysteme an, die vor allem Erwachsenen den Weg zu gepegten und langanhaltend gesunden Zähnen ebnen. Hand in Hand mit Hauszahnärzten, Logopäden und Eltern sorgt Dr. Michael Buchheim nach individueller Beratung fĂźr eine schonende und nachhaltige Zahnregulierung. Kinder sind im warmherzigen Team bestens aufgehoben: Um sie während der gesamten Wachstumsphase optimal zu begleiten, wurde der Standort der Praxis bewusst in die Nähe von Schulen und Ăśffentlichen Verkehrsmitteln gelegt - Ăźber Abend- und Samstagssprechstunden wurden exible Behandlungszeiten geschaffen. Mit Wunschmusik und beruhigenden Worten nimmt der Familienvater Kindern die Angst vor der Beha handlung. „Kinder sollen sich bei uns wie zuu Hause fĂźhlen““,, sso o der gebĂźrtige FeldaďŹ nger Dr. Michaell B Bu Buch uchh chheim, h , de derr seinee Fachzahnarztausbildung in den US SA aabsolviert b r hhat. t.

             



 

      

       

  

                  

          


TIPPS

/ Natur & Sport

Wind im Haar, Freude und ein Lachen Frische Brise Was wäre der Starnberger See ohne die vielen Segler und Boote? Wer mitmachen will, findet hier sein Schiff und mehr:

Liegeplätze für Gastboote: ■ Hotel Marina in Bernried, Am Yachthafen 1–15, Tel. 08158 9320, www.hotelmarina.de ■ Hotel Forsthaus am See in Pöcking-Possenhofen, Am See 1, Tel. 08157 93010, www.forsthaus-am-see.de ■ Segelclub Pähl, Tel. 08808 362.

Selbst am Steuer Edles Holz, ein leichtes modernes Design mit viel Komfort und genug Platz für Freunde und Familie – wer sich den Traum vom eigenen Elektro- oder Motorboot erfüllen möchte, bekommt wahrscheinlich Herzklopfen bei Deluxe Boats in Starnberg, Generalvertreter der Nobel-Bootsmarke Rapp. Dass die schnittigen Boote dabei umweltfreundlich und stark genug sind zum Beispiel für Wasserski, ist selbstverständlich. Deluxe Boats, Tel. 0160 3506060, www.deluxe-boats.de

Liebe alte Ulme Mitten in Seeshaupt steht eine botanische Rarität, die in ganz Bayern einzigartig sein dürfte: eine rund 250 Jahre alte Bergulme. Das ist deshalb so außergewöhnlich, weil Ulmen in unserer Region meist nur rund 40 Jahre alt werden. Auch ihre Statur ist mit 25 Metern Höhe und einem Stammumfang von rund drei Metern rekordverdächtig. Wer die alte Ulme besuchen möchte, findet sie an der Pettenkoferallee vor der Hausnummer 27.

28 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Hölzerne Gesellen Der Gnom in der Zelle hat eine rote Nase und große Augen. Matthias Sebald, Fischer in Ammerland an der Nördlichen Seestraße 22, hat den kleinen Kerl dort in einen Guckkasten eingesperrt. Ein Nachbar schraubte kurzerhand das Schild mit „Zelle 9“ über die Luke und schon war der Knastbruder geboren. Wer sich weiter umschaut, entdeckt die mannsgroßen Holzskulpturen des Künstlers Ernst Grünwald. Das Holzfisch-Aquarium, das an der Wand des Fischerhauses entsteht, ist ebenso sehenswert. Thomas Hille hat die fischigen Skulpturen aus Wurzelholz kreiert. Einer trägt sogar stolz das Schwert eines echten Säbelfischs.

Fotos: Ulrike Mertz (2); Deluxe Boats; Nina Daebel

■ Segel- und Sportbootschule Tutzing, Marienstraße 13. Tel. 08158 458574, www.segelschule-tutzing.de. Ebenso Segelboote zum Leihen bei Matthias Sebald in Ammerland, Tel. 08177 9132 oder 458. ■ Segelschule Starnberg, Am Hügl 8, Tel. 08151 79028, www.segelschulestarnberg.de ■ Segelhafen Marina, Am Yachthafen 1–15, Bernried, Tel. 089 74879947 ■ Windsurfschule Starnberger See, St. Heinrich mit Katamaran- und Surfkursen, Buchscharnstraße 10, Tel. 08171 80226 und 0172 8034331 ■ Surf- und Segelcenter Tutzing, Catschule und -verleih, Nordbadstraße 1, Tel. 08158 6819, www.nordbad.de. Bietet auch Segelevents und -ausflüge auf dem Starnberger See für Gruppen an. ■ Segel- und Motorbootschule Weiss-Blau, Tel. 089 74879947, www.weiss-blau.de


Advertorial

Goaßbock, sturer! Dass Rupert Monn als Bürgermeister von Berg seit rund 15 Jahren zum örtlichen Goaßbockverein Bachhausen gehört, ist Ehrensache. Auch wenn sein geliebter Zwergziegenbock Matthäus leider schon verstorben ist. Dass die derzeit rund 90 Mitglieder – zu erkennen am roten T-Shirt mit Goaßbock – einen Hang zu außergewöhnlichen Veranstaltungen haben, beweisen sie unter anderem bei ihrem jährlichen Eierweitwurf samt Eierkönig. Aus einer Jahreshauptversammlung machen sie schon mal eine Cocktailparty und Jubiläen werden mit 12-StundenFesten gefeiert. Wer mal mitfeiern will, informiert sich unter www.wir-bachhauser.de

„Der schönste Platz am Starnberger See ist für mich im Sommer die Terrasse des Bayerischen Yacht Clubs in Starnberg. Der Blick bei Föhn über den See nach Süden zaubert die Alpen bis an Tutzing heran, was allein schon für vieles entschädigt. Das gilt erst recht, wenn die Genusssucht mit einem Schmankerl aus der Clubküche mitsamt einem kühlen Glas Grünen Veltliner aufgeladen wird.“

SEERESIDENZ ALTE POST

Ein Platz für Genießer

Frauen auf Tour

ebackener Ziegenfrischkäse mit Feigenchutney, Saiblingroulade auf Pfifferling-Lauch-Gemüse oder Kalbsfilet mit Zitronen-Pfeffersauce… Schon der Blick auf die Speisekarte der Seeshaupter Seeresidenz Alte Post lässt Feinschmeckerherzen höher schlagen. Dass der Fisch frisch aus dem See kommt, das Wild aus den Wäldern ringsum und Fleisch, Gemüse oder Salat von regionalen Erzeugern, steigert die Freude am Genuss. Und die exquisite Nachmittagskarte – wo gibt es das sonst?! Köstliche Kuchen und Torten und für den, der es lieber herzhaft mag, vielleicht marinierte Scheiben vom Bürgermeisterstück mit Gemüsewürfeln und Kürbiskernöl! Eine Auswahl an Weinen aus den besten Lagen, versteht sich von selbst. Auf der Panorama-Terrasse freuen sich Auge und Seele über den grandiosen Seeblick, über das stilvolle Ambiente des Restaurants und den Jugendstilsaal, ein edler Rahmen für das private Fest. Und für Kultur-Events mit Klassik, Jazz, Vernissagen oder Kabarett (Programm und Termine finden Sie auf der Website). Wer möchte, gönnt sich ein Wochenende oder mehr in einem der 17 behaglich-elegant ausgestatteten Zimmer. Neben dem Hotel stehen in der Residenz zudem 1- bis 3-Zimmer-Appartements mit Rundum-Service für Senioren zur Verfügung, die in der Seeresidenz ihren Lebensabend genießen möchten.

Die Damen des Gästeführernetzwerks Starnberger Fünf-Seen-Land kennen sich aus mit der Geschichte Starnbergs, mit Villen und VIPs am See und den Anekdoten zu Land und Leuten. Kloster Andechs, die Ammersee-Region oder der Pfaffenwinkel stehen auf dem Programm der Gästeführerinnen, die Sie über den Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land erreichen können. Tel. 08151 9060-0, www.sta5.de

Seeresidenz Alte Post Betriebs GmbH Alter Postplatz 1 82402 Seeshaupt Tel. 08801 9140, Fax 08801 913210 info@seeresidenz-alte-post.de www.seeresidenz-alte-post.de

Anton Hunger, Publizist. Er unterhält ein Büro für Kommunikation in Percha

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www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 29


TIPPS

/ GenieĂ&#x;en

Flair mit GemĂźse

Wer zwischendurch einen starken Espresso braucht, eine Latte Macchiato oder einen kleinen Snack, der ďŹ ndet auf dem Markt in Starnberg oder FeldaďŹ ng das CafĂŠ Piccolino. Die mobile CafĂŠbar von GĂźnter Zech hat zwĂślf Stehplätze und kann sogar fĂźr Ihre private Feier gebucht werden! www.cafe-piccolino.de Foto: food-from-bavaria.de

Darf ’s etwas mehr sein? Ja, gern!

Regionales Obst und GemĂźse, gesunde Produkte und das besondere Flair – Wochenmärkte sind wunderbare Treffpunkte zum Einkaufen und Ratschen. Zum Beispiel in: â– FeldaďŹ ng, Marktplatz, freitags von 8 – 13 Uhr â–  Starnberg, Kirchplatz, donnerstags von 7 – 13 Uhr â–  Tutzing am Maibaum vor dem Rathaus, jeden Samstagvormittag â–  Geretsried auf dem Karl-Lederer-Platz, dienstags von 8 – 13 Uhr und donnerstags von 10 – 18 Uhr auf dem Neuen Platz â–  Penzberg auf dem Stadtplatz, donnerstags von 7.30 – 13 Uhr â–  Wolfratshausen auf dem Parkplatz vor der Loisachhalle, freitags von 8 – 13 Uhr

„Mein Tipp fĂźr einen wunderbaren Spaziergang: Durchs Leutstettener Moos von Percha zur Villa rustica. Nicht zuletzt dank der Infotafeln ein Mix aus kontemplativer Natur und Kultur.“ Dr. Eva Dempewolf vom Kulturverlag Starnberg

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Gerne beraten wir Sie unverbindlich! Tel.: 08151 - 7 93 91 fitmed starnberg Harald Kettel . Gautinger Str. 9 . 82319 Starnberg . Tel.: 0 81 51 / 7 93 91 . Fax: 0 81 51 / 7 93 26 . www.medisport-starnberg.de


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SUR BOLLYWOOD

Der Zauber indischer Küche würzt das Starnberger Land

I

nmitten des alten Fischerviertels im Zentrum Starnbergs, nahe an Dampfersteg und Bahnstation, präsentiert sich das Restaurant Sur Bollywood mit exzellenter indischer Küche. Am romantischen Achheimer Brunnen, wo sich Theresien- und Achheimstraße treffen, ist im Laufe der Zeit eine kleine, feine Gourmetmeile entstanden, in der das Sur Bollywood mit seinem besonderem Ambiente zu sich einlädt. Geheimnisvoll, duftend, lockend und sinnlich – das sind Begriffe, die den Versuch, diesen Schmelztiegel vielfältiger kulinarischer Einflüsse zu beschreiben, gut treffen. Um dem Gast daraus das Beste zu bieten, steht dem Sur Bollywood ein Team aus indischen Profiköchen zur Verfügung, die in ihrem Heimatland speziell ausgebildet wurden. Der für diese Küche berühmte Tandoori-Ofen wurde original aus Indien importiert. Auch die besonderen frischen Zutaten werden mehrfach wöchentlich eingeflogen. So wird eine authentische Küche auf höchster Qualität garantiert. Ob Sie ein Special „Chicken Tikka“ in Joghurt mit Safran und einer besonderen Gewürzmischung, ein „Goa Fish Curry“ mit Knoblauch, Tomaten, grünem Chili und pikanten Gewürzen oder ein vegetarisches „Baigan Burtha“, geröstete Tandoori-Auberginen mit verschiedenen Gemüsen, Ingwer und Koriander wählen – die Vielfältigkeit der Kompositionen begeistert allemal. Abgerundet mit einer Mango-Creme oder einem „Ras Malai“, den hausgemachten Käsebällchen, erlebt der Gast immer wieder aufs Neue die Schätze des kulinarischen Indiens.

Unter der Leitung der Dinu-Family verzaubert die erlesene Küche des Sur Bollywood bereits im fünften Jahr den Gaumen und Seele seiner Gäste. Denn gehobene Gastronomie ist bei den Dinu-Brüdern erfolgreiche Familientradition. So gehören die indischen Restaurants „Sangam“ in München-Schwabing in der Franz-Joseph-Str. 28 (Gewinner des „Gastro Gold Europa 2009/10“ und „Gastro-Award Bayern 2005“) wie auch das „Sangeet“, Brienner Straße 10 (Gewinner des „Gastro Gold Europa 2010/11“) seit vielen Jahren zur GourmetLandschaft der Münchner Innenstadt. Das Konzept der DinuBrüder ist klar und gut: Sur Bollywood bedeutet „wie im Film“ – und so soll sich auch jeder Gast beachtet und mit aufmerksamem Service verwöhnt fühlen. Wen wundert es da, daß viele Stammgäste aus dem In- und Ausland zu den Besuchern gehören?! Das Restaurant bietet einen feinen Rahmen für ein Dinner zu zweit ebenso wie für die große gesellige Runde mit Freunden, Familie oder Geschäftspartnern. Eingerichtet ist der indische Gourmet-Tempel mit geschmackvollem Ambiente durch das namhafte Starnberger Architekturbüro Baehr-Rödel. Wenn die Sonne lacht und auch an milden Abenden, lockt der wunderschöne Garten direkt am Achheimer Brunnenplatz. Übrigens: Auch für private Feiern ist das Sur Bollywood-Team mit seiner Erfahrung bestens ausgestattet. Lassen Sie sich verwöhnen! Eben: „Dining like a Maharaja“.

Sur Bollywood Theresienstraße 9, 82319 Starnberg Tel. 08151 666495 Öffnungszeiten: Täglich 11.30 –14.30 Uhr (Mittagsmenü) und 17.30 – 24 Uhr (Parkmöglichkeiten im Hof) www.surbollywood.de

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SEE-LEKTÜRE

/ Krimi & Co.

Lauter Leseschätze In einem Wochenendhaus am Starnberger See wird der pensionierte Kinderarzt Dr. Heckeroth tot aufgefunden ... Für spannende Stunden empfiehlt Wolfram Michael Greiner den neuen Krimi IN WEISSER STILLE von Inge Löhnig, Ullstein Taschenbuch. 8,95 Euro. Eine mörderisch gute Lesung dazu gibt es am 14.10. (19.30 Uhr) in der Buchhandlung Greiner in Starnberg.

Neue Bücher rund um den See: SISI – WIE AUS DER KLEINEN SISI DIE GROSSE KAISERIN ELISABETH WURDE von Rosemarie KünzlerBehncke, illustriert von Monika Zünd, erzählt großformatig vom Leben der kleinen fröhlichen Sisi, die es später als Kaiserin in Wien nicht leicht hatte. Damit wurde ein Stück Geschichte in Wort und Bild kindgerecht aufgearbeitet. Ab 4 Jahren. Ueberreuter. 9,95 Euro.

HIMMELSVOLK von Waldemar Bonsels ist ein Märchen von Blumen, Tieren und Gott. Es entstand als Fortsetzung des Bandes „Die Biene Maja und ihre Abenteuer“, mit dem der Autor Weltruhm erlangte. Protagonist ist ein Blumenelf, aus dessen Sicht der Kosmos Natur beschrieben wird. Allitera Verlag. 12,90 Euro.

IM HIMMEL von Georg M. Oswald ist die Geschichte des 20jährigen Marcel, der in einem der Villenviertel am Starnberger See lebt. In seiner Welt gibt es Geld im Überfluss und wilde PoolPartys. Doch irgendwann wird ihm klar: Es ist nicht die beste Gesellschaft und nicht die glücklichste Zeit, in der er lebt. Rowohlt. 16,90 Euro.

32 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

LUDWIG II. KÖNIG VON BAYERN. MYTHOS UND WAHRHEIT von Wolfgang Till gibt einen Einblick in den Glanz und das Elend des kurzen Lebens des Märchenkönigs. Analysiert wird vor allem die populäre Seite des Phänomens Ludwig II.: War er der „jungfräuliche König“, ein schüchterner Narziss, frauenscheu oder schwul? Brandstätter Verlag. 9,90 Euro. EIN MANN – EIN BAUCH. MEIN UMFANGREICHES LEBEN MIT DER PROBLEMZONE von George Deffner erzählt vom Kampf mit den Pfunden – aus Männersicht. Mit schwarzem T-Shirt und leicht eingezogenem Bauch wirkt er sogar fast

schlank, findet er. Seine Frau sieht das, wie so vieles, völlig anders. Kommentiert wird jedes Kapitel des Autors aus Ammerland von seiner Frau. Wunderlich. 14,90 Euro. WERBEVOODOO WONDRAKS ZWEITHÄRTESTER FALL von Ono Mothwurf. Bayerns erfolgreichster Mordaufklärer Thomas Wondrak befasst sich diesmal mit Starnberg: Timo, der junge GrafikPraktikant einer Starnberger Werbeagentur ist überzeugt, dass der Art Director seine Freundin umgebracht hat. Und dies ist erst der Auftakt zu einer ganzen Serie rätselhafter Todesfälle. Skurril und kultverdächtig! Gmeiner. 9,90 Euro.

RUND UM DEN AMMERSEE. EINE NICHT ALLTÄGLICHE ENTDECKUNGSREISE von Manfred Hummel. Nach seinem kulturhistorischen Radlführer für den Starnberger See hat der langjährige Redakteur der Süddeutschen Zeitung ein ebenso unterhaltsames wie informatives Pendant für den Ammersee geschrieben. Mit Übersichtskarten und kulinarischen Geheimtipps. Verlag Berg&Tal. 12,90 Euro.

Foto: Jan Greune

SIND SIE ÖFTER HIER? VON DER KUNST, EIN KLUGES GESPRÄCH ZU FÜHREN von Tilman Spengler. Der Autor erzählt charmant und geistreich von der Kunst der Konversation und erklärt, was eine gute Unterhaltung ist. Das Buch des Sinologen und Autors ist eine Mischung aus heiterem Tiefsinn und abgründigem Blödsinn. Ullstein Buchverlag. 18 Euro.


RE/MAX Immobilien am Starnberger See Ein starkes Team: Experten-Wissen für jedes Objekt Was ist mein Einfamilienhaus im Würmtal wert? Wo finde ich den

schöpft dabei aus einem großen Bestand vorgemerkter Kunden

passenden Mieter für meine Zwei-Zimmer-Wohnung in München?

und ist mit RE/MAX weltweit bestens vernetzt. 2009 kam sie beim

Wie geht der Verkauf meiner Luxus-Villa mit Park am See diskret

Umsatz-Ranking der 10 000 europäischen RE/MAX-Vermittler auf

über die Bühne? Kaum ein Markt ist so vielfältig wie der mit Im-

Platz 7.

mobilien. „Ein einzelner Makler kann nicht alles abdecken“, weiß

Michael Selinger wiederum ist Spezialist für den Verkauf von Mehr-

Alfred Petersen aus langjähriger Erfahrung. Der Gründer und Inha-

familienhäusern und Anlageobjekten. Der Ingenieur weiß zum Bei-

ber des Starnberger RE/MAX-Büros hat deshalb ganz bewusst

spiel auch Rat, wenn eine Erbengemeinschaft Hilfe braucht oder

Spezialisten in seine inzwischen neunköpfige Mannschaft geholt –

eine Immobilie mehreren Eigentümern gehört.

und ist stolz auf sein Team.

Vier Damen in Petersens Team sind Vermietungs-Expertinnen: Sie

Marco Asam etwa ist Experte für die Bewertung eines Objekts. Der

betreuen nicht nur die 400 Wohnungen der RE/MAX-Stammkun-

Vermessungs- und Wirtschaftsingenieur mit doppeltem Fach-

den, Hausverwaltungen im Landkreis Starnberg und München,

hochschul-Diplom kennt sich als Sachverständiger für die Bewer-

sondern finden auch für Privatkunden den passenden Mieter, prü-

tung bebauter und unbebauter Grundstücke sowie von Mieten und

fen die Bonität und wickeln Vertrag, Wohnungsabnahme und Über-

Pachten bestens aus.

gabe ab.

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„Wir haben für jeden Kunden mit seinen ganz speziellen Interes-

klusiven Objekten. Sie findet den passenden Käufer für die hoch-

sen den richtigen Ansprechpartner und Experten.“ garantiert Alfred

karätige Immobilie, geräuschlos und sehr diskret. Die Maklerin

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GALERIE

/ Brauchtum

Impressionen einer echten Gaudi: Beim Bergfest auf’m Kraxnbichl in Neufahrn bei Egling feierte der Trachtenverein „Veiglbergler Neufahrn“ im letzten Juli mit Jung und Alt.

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Das weiß-blaue Band Vor über 20 Jahren ist Fotograf Peter von Felbert nach Bayern gezogen. Von Oberhausen nach München. Das Brauchtum, die Menschen, die Berge – wie alle Zuagroastn war er zunächst ein wenig irritiert und dabei fasziniert. Inzwischen ist er ganz nah dran, oft mittendrin, wie seine außergewöhnlichen Bildreportagen vom Bergfest auf dem Kraxnbichl oder dem Mailauf in Antdorf beweisen

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GALERIE

/ Brauchtum

Der Mailauf in Antdorf …

18 Jahre alt, ledig, kinderlos und einen Wohnsitz in der kleinen Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau: Wer beim Wettkampf ums Anbandeln mitmachen darf, ist genau festgelegt. Im letzten Jahr saßen 38 Burschen auf den langen Holzbänken, mit den Rücken zu 35 Madln, die mit gerafften Röcken warteten. Auf die Wiese, fertig, los – der Startschuss und ein Sprint zum Traummann! Schon im 18. Jahrhundert hatte ein Pfarrer den Brauch eingeführt, weil die jungen Leut’ sich so viel Zeit ließen mit dem Heiraten.

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GALERIE

/ Brauchtum

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Beim Tanz und der Musi…

kommt man sich näher. Die drei armen Burschen, die im letzten Jahr übrig blieben, mussten mit einem Reisigbesen tanzen.

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GALERIE

/ Brauchtum

Sommerglück

Porträt: Christof Hinze

wie Peter von Felbert es in seiner bayerischen Wahl- und Liebesheimat sieht.

PETER VON FELBERT, Jahrgang 1966, studierte Fotografie in Bielefeld und war Schüler des Künstlers Franz Joseph van der Grinten. Durch seine Frau, die aus Sindelsdorf im Pfaffenwinkel stammt, hat er Bayern kennen- und lieben gelernt. Peter von Felbert arbeitet als Fotograf im journalistischen, werblichen und künstlerischen Bereich. Als Fotokünstler wird er vertreten von der Galerie Wittenbrink in München. Für seine Serie „Alpen“ hat er fünf Jahren in den Bergen fotografiert.

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Advertorial HOTEL VIER JAHRESZEITEN STARNBERG

Auf einen Drink bei Ernest Hemingway on Madagaskar nach Guatemala, Mexiko, Australien und Nepal? Vielleicht aber auch zu vier karibischen Trauminseln und auf die Bermudas – oder lieber nach Anguilla, Guyana und Guadeloupe? Der Chef der HemingwayBar im Hotel Vier Jahreszeiten in Starnberg lädt zu stilvollen, entspannenden und inspirierenden Rum-Rundreisen um den Erdball ein. Checken Sie ein und ordern Sie „all over the world“, „premium flight“ oder „top class“. Christian Jegensdorf kombiniert edle Tropfen aus 37 Ländern. Der Bacardi Millenium von den Bahamas zum Beispiel kitzelt die Geschmacksknospen mit filigraner Honigsüße und hellem Karamell, wechselt dann zu einer leicht nussigen Zitrusnote und geht ab mit den Aromen frisch geriebener Muskatnuss und Mandel. Dieser exquisite Rum wurde zur Jahrtausendwende auf nur 3000 Flaschen limitiert. Den „Havanna Club Maximo“ hat der berühmte kubanische Master-Ronero Don José Navarro destilliert: Vanille, die Aromen frisch geschlagener Eiche und reifer Birne bleiben mit einem Hauch dunkler Schokolade, tropischer Gewürze und zedriger Edelhölzer am Gaumen stehen. Jede Wette – würde „Papa Ernest Hemingway“ noch unter uns weilen, der berühmte Schriftsteller hätte sicher in der nach ihm benannten Bar einen Stop over eingelegt und sich in einem der schweren LederFauteuils oder an der Theke der außergewöhnlichen Bar niedergelassen. Folgerichtig grüßt sein Porträt vom Platz über dem offenen Kamin. An jedem ersten Freitag im Monat verrät BarChef Jegensdorf Tipps und Tricks zur Zubereitung besonderer Drinks für die heimische Cocktail-Party. Michael Schneider, der Maître de Cuisine des Hotelrestaurants „Oliv’s“, wiederum lädt zu exklusiven Kochkursen in die eigene Küche ein und gibt Geheimnisse seines „fine-dining“ preis. 365 Tage im Jahr verwöhnt er seine Tages-, Urlaubs- und Tagungsgäste sowie Festgesellschaften mit aufregenden Food-Kreationen. Überraschen und verwöhnen – im Vier Jahreszeiten Starnberg ist das die Maxime des gesamten Teams. Damit Sie es sich gut gehen lassen!

V

Hemingway Bar und Restaurant Oliv’s im Hotel Vier Jahreszeiten Münchner Straße 17 82319 Starnberg Tel. 08151 4470-0 www.vier-jahreszeiten-starnberg.de

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BÜRGERMEISTER

/ Hier red’n mia!

Chefsache mit Weißwurst Freuen Sie sich auf die nächste Runde unserer „Anekdoten aus dem Rathaus“ – einmal vom West- und einmal vom Ostufer

Die schillernde Dollarkönigin

Bürgermeister Josef Steigenberger, Bernried Seit 1990 ist der 54-jährige Politker der ÜFW (Überparteiliche Freie Wählergruppe) in der Kommunalpolitik. Er ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. 2002 hängte Josef Steigenberger seinen Beruf in der Bankbranche an den Nagel, um die Geschicke des „schönsten Dorfs Deutschlands“ zu lenken. Sein Lieblingsplatz? Das Kienmoos in Bernried: „Auch wenn das Leben überall laut ist, hier hat man seine Ruhe.“ 42 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Illustrationen: Carsten Knappe

Bernried ist international. Und außerdem ist es eine kleine Monarchie. Wir hatten hier nämlich einmal eine „Dollarkönigin“. Die hieß mit bürgerlichem Namen – wenn dieser Begriff in diesem Fall überhaupt angebracht ist – Wilhelmine Busch. Mit dem fast gleichnamigen Schöpfer von Max und Moritz hat sie allerdings nichts zu tun. Wilhelmine Busch war die Tochter von Adolphus Busch, Gründer der Brauereidynastie Anheuser-Busch, schwerreich, und kam 1911 nach Bernried. 1937 ließ sie das Schloss Höhenried erbauen, kurz vor Kriegsende gelang es ihr, die Schweizer Gesandtschaften und das Genfer Rote Kreuz nach Bernried zu evakuieren, so dass der Besitz vor der Zerstörung geschützt wurde. International eben. Die Dollarkönigin, die im Dorf nur „gnädige Frau“ genannt wurde, und ihr dritter Mann, der amerikanische Generalkonsul Sam Woods, wollten eine zweite Insel im See mit Wasserschloss bauen – Bürger und Freistaat verhinderten dies. Aber nachdem die Bagger schon mal da waren, ließ Sam dafür wenigstens fünf „Mississippi-Weiher“ ausheben. Die sieht man heute noch, wenn man sich westlich des Buchheim-Museums ein wenig umschaut. 1952 starb die meist in Weiß gekleidete Dollarkönigin. Auf dem pompösen Marmorsarkophag im Höhenrieder Park prunkt die Inschrift „Love never ends“. Ganz nebenbei: Unsere Familie hatte enge Beziehungen zu der schönen Dollarkönigin. Meine Großmutter arbeitete bei ihr als Köchin, meine Großtante war ihre Gesellschaftsdame. Übrigens ist es Buchheim, der bayerischen Weißwurst und dem früheren Bürgermeister Walter Eberl zu verdanken, dass Bernried heute das Buchheim-Museum hat. Als sich Lothar-Günther Buchheim wieder einmal richtig ärgerte und lautstark verkündete, dass das Museum nun nicht nach Bayern und schon gar nicht nach Bernried komme, da fackelte Walter Eberl nicht lange: Er packte ein paar „Weiße“ ein und besuchte Buchheim. Mit ebenso geduldigen wie drängenden Worten überzeugte er den berühmten Mann, das Museum in Bernried zu errichten. Erst dann kredenzte er die Weißwürscht. Buchheim meinte anschließend achselzuckend: „Hätte ich nicht zugesagt, hätte ich die Weißen nicht bekommen.“


Die prickelnde Chefsache Mit dem derzeitigen Ministerpräsidenten teile ich (nur) die Vorliebe für Neujahrsempfänge und das Anzapfen von Bierfässern. Wie gerufen kam da die Einladung einer Münchner Brauerei – ich war gut drei Jahre im Amt – zum „Anzapfkurs für neu gewählte Bürgermeister“. Da musst du hin! dachte ich mir. Das wird schließlich von einem Bürgermeister erwartet – neben Grußworten aus dem Stegreif oder überall gleichzeitig zu sein und dabei noch eine Musikkapelle zu dirigieren. Mit dem Anzapfen hat man ohne Erfahrung ein seltsames Gefühl. Kollege Ude aus München beschreibt es mit „Chefsache“ sehr treffend. Was ist, wenn ich daneben haue? Oder es nicht mehr aufhört zu spritzen und zu schäumen? Das ganze Bierzelt lacht, und ich bin von oben bis unten nass. Oder ich treffe voller Wucht den Maßkrug, den der Veranstalter vor den Hahn hält? (Was mir übrigens schon einmal passiert ist, aber das war in Unterfranken.) Zum Anzapfkurs nach München kam ich wegen eines Staus auf der Autobahn zu spät. Ich erwartete einen Lehrsaal voller Bürgermeister, tatsächlich waren wir aber nur eine Handvoll Gemeindeoberhäupter. Jedes Jahr gibt Helmut Huber (der vom „Derblecken“ aus dem Bayerischen Fernsehen) einem bekannten OB einen Sonderkurs, aber jetzt waren wir dran: Breitbeinig stehen, Sicherheit ausstrahlen, Daumen in den Wechsel, der natürlich in Richtung des Hahnes gerade stehen muss, ansetzen, antäuschen, ausziehen. Draufhauen! Ja, wenn das so einfach wäre. „Ihr müsst’s draufhauen, der erste Schlag muss sitzen, dann noch ein zweiter hinten nach und dann basst’s!“ – „So a Trumm Mannsbild und so a zaghafts Schlagerl!“ – „Ned pecka, hau drauf. Mit der andern Hand und dann schrein: O’zapft is!“ Lang hat’s gedauert. Ich verrate nur so viel: Erst wurden Wasserfässer angezapft, dann Wasser-Bier-Gemische (die schäumen so schön). Am Ende des Kurses nahmen wir erleichtert einen Maßkrug, eine Schürze und eine Urkunde mit heim. Bei den Festtagen im letzten Jahr gab es kein Entkommen mehr: Ich musste anzapfen. Der Adrenalinspiegel stieg. Ich dachte an Helmut Huber und machte ihm keine Schande. Das 1. Mal: Drei Schläge und es war erledigt. Beim nächsten Anzapfen im Ammerlander Schlossgarten lag die Meßlatte hoch. Ich bekam ein Plastikzapfzeug, eher ein Spielzeug, und ein Holzhämmerchen. Ich wollte die Aufgabe an den Vorstand übertragen. Der hat dankend abgelehnt. Nach acht Schlägen mit dem Hämmerchen hat es stark gespritzt, und die Leute hatten eine Riesengaudi mit der Hopfen-Schaumparty. Was halten wir fest? Bürgermeister sind auch nur Menschen. Ein Bürgermeister muss nicht alles können. Das Anzapfen macht aber mehr Spaß, wenn man es kann.

Bürgermeister Michael Grasl, Münsing Der Jüngste unter allen Bürgermeistern am See ist am 26.11.1967 in Starnberg geboren und lebt seit 1993 im Gemeindebereich Münsing. Seit fünf Jahren ist der Vertreter der FW (Freie Wähler) in der Politik. Sein Lieblingsplatz am See? „Der Kirchberg in Holzhausen. Ich genieße den Rundblick über den See und weit hinein in die Berge.“

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LEUT’ & LEBEN

/ Engagement

Die wilden Acht und das Haus der Hoffnung ittags wird es hektisch in der Villa südSee. Ein Blick auf die Uhr, Manfred Fent springt vom Stuhl auf und eilt an den Herd. Kurz vor zwölf wird der Sozialpädagoge zum Küchenchef. Zwiebeln schneiden, Kartoffeln schälen, Backofen vorheizen und vor allem den Laptop im Küchenregal einschalten, sich bei www.chefkoch.de reinklicken und nachschauen, welche Zutaten in die Fleischpflanzerl gehören, die er dort natürlich nur unter dem Stichwort Frikadellen findet. Fent arbeitet konzentriert. Derweil läuft sein Kollege Hans Wagner im Eiltempo ins Büro, greift zum Autoschlüssel und schaut auf die Stundenpläne. Susi* und Miriam kommen um 12 Uhr aus der Schule, Sofie und Luna eine Stunde später. Also muss er zweimal fahren. Es könnte ein fast normaler Mittag in einer fast normalen Familie sein. Doch es ist ein Teil des Lebens in der Villa südSee in Seeshaupt. Und das ist in mancherlei Hinsicht anders als das normale. Insgesamt vier Mädchen und vier Jungen leben hier mit sechs Betreuern, die ihre Schützlinge abwechselnd versorgen. Sie sind ihnen von Jugendämtern anvertraut worden, weil die Eltern nicht mehr angemessen für sie sorgen können. Früh wurden diese Kinder verletzt, vernachlässigt, vergessen. Fast hätten sexueller Missbrauch, Schläge oder psychische Gewalt ihre Seelen und Körper zerstört. In der Villa südSee haben sie ein neues Zuhause gefunden und Menschen, die ihnen Gutes wollen. Ihre Zukunft ist nicht schon vorbei, und auch ihr Lachen wagt sich zurück. Im schwarz-roten Faschingskleid hüpft Miriam quer durchs Wohn-

M

zimmer. Die Sechsjährige singt, plappert, saust hin und her. Sie lacht atemlos. Als sie Fents Küchenchaos sieht, kommentiert sie das fröhlich mit: „Sieht ja aus wie ein Saustall unterm Sofa.“ Freundin Susi ist heute Elfe im rosa-weißen Kleid und Flügeln auf dem Rücken. Auch sie trägt geflochtene Zöpfe wie Miriam, ihre Augen blicken eisblau. Sie sucht die Nähe der Erzieherin Alexandra Windisch. Nur zu gern wird die „Alex“ von den vier Mädels im Haus zum Kuscheln verpflichtet. Susi schmiegt sich mit dem Rücken an die Erzieherin, greift nach ihren Händen. Vertraute Gesten. Zuneigung. Verständnis. Geborgenheit. Sicherheit, so vieles, was die Kinder so dringend brauchen. Hier bekommen sie es. Denn in Seeshaupt beginnt nicht nur der Süden, wie der dorfeigene Slogan schmettert, sondern für acht Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren auch ein neues Leben. Dafür kämpfen die Pädagogen im Team. Sie wollen verlässliche Vorbilder sein und die Kinder mit dem ausstatten, was unverzichtbar ist: Strukturen, Regeln, Werte und Perspektiven. Die Mädchen und Jungen sollen lernen, ihren Weg zu finden. Das ist auch der Grund dafür, warum im Logo der Villa ein grüner Kompass mit den vier Himmelsrichtungen angedeutet ist. Gegründet wurde die Einrichtung im Jahr 2006 als gemeinnütziger Verein „südSee Kinder- und Jugendhilfe“. Bereits ein Jahr später öffnete die Villa ihre Pforten als stationäres Kinderheim. Damit verwirklichten die Initiatoren ihre Vision: Sie wollten weg von starren und mitunter lebensfernen Großheimen, weg von hierarchischen Strukturen, hin zu einer familienähnlichen Gemeinschaft.

„Vertraute Gesten. Verständnis. Geborgenheit und Sicherheit“

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Fotos: Villa südSee

SEIT DREI JAHREN GIBT ES IN SEESHAUPT DIE VILLA SÜDSEE, EIN HILFSPROJEKT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE, DIE OHNE DIESES NEUE LEBENSUMFELD KAUM ZUKUNFT HÄTTEN


Vier Mädchen und vier Jungen leben mit sechs Betreuern in der „Villa südSee“ in Seeshaupt. Das Kinder- und Jugendheim des gleichnamigen Vereins lebt auch von großzügigen Spenden engagierter Bürger.

Wichtig war ihnen auch die Nähe zum eigenen sozialen Umfeld. „Wir leben hier, haben Kontakte im Ort, und die Kinder lassen sich wunderbar ins Dorf integrieren. Niemand ist isoliert“, erklärt Wagner und beobachtet, wie der zwölfjährige Marvin gut gelaunt den Küchentisch fürs Mittagessen deckt. In der Küche steht der 15-jährige Dennis und hilft beim Kartoffelschälen. An der Wand im Esszimmer hängen rotgerahmte Porträts „der wilden Acht aus der südSee“, die mittlerweile zur Dorfgemeinschaft gehören. „Gelebte Solidarität“ nennt Wagner das und ist stolz auf „seine“ Seeshaupter Mitbürger, die „seine“ Kinder bewusst teilhaben lassen an ihrer Normalität. Sich ein Stück vom

LANGUAGE WORLD

Glück langsam zurückzuerobern, ist für die Kinder ohnehin schwer genug. Und alles, was ihnen den Weg erleichtert, ist wertvoll. So wie die wöchentlichen Therapiestunden, in denen sie lernen, ihre Vergangenheit zu verarbeiten. Zwei Therapeutinnen helfen ihnen dabei. Doch jetzt ist erst mal Zeit zum Toben. Die Ranzen stehen noch unaufgeräumt in der Ecke. Alle reden durcheinander. Jeder will erzählen, was er in der Schule erlebt hat. Susi möchte außerdem etwas zu trinken, Marvin ein bisschen Aufmerksamkeit von Hans, und langsam kommt Küchenchef Fent ins Schwitzen, denn die „Hunger, Hunger!“-Rufe werden lauter. Es ist eben fast wie bei einer ganz normalen Familie – nur ist es irgendwie anders. Nina Daebel *Alle Namen sind geändert. Weitere Informationen: südSee Kinder- und Jugendhilfe e.V. Villa südSee, St. Heinricher Straße 66, 82402 Seeshaupt Tel. 08801 914714, www.suedsee-ev.de

Advertorial

FREMDSPRACHENTRAININGS

Huanyíng und willkommen!

O

ptimisten lernen Chinesisch… heißt es, weil China die Wirtschaftsnation der Zukunft ist. Grundsätzlich gilt: Wer Fremdsprachen lernt, setzt auf Visionen! Und deshalb bietet LANGUAGE WORLD, 1995 von Unternehmerin Adelheid Kleemann gegründet, neben Chinesisch noch neun Geschäftsführungsteam: A. Kleemann, weitere Fremdsprachentrainings an, zum Beispiel C. Harrasser, M. Dammann in Englisch und Russisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch sowie Deutsch als Fremdsprache. Mehr als 30 ausgebildete Trainer aus aller Welt sind für LANGUAGE WORLD tätig und führen maßgeschneiderte Sprachentrainings für Firmen und Privatkunden durch.

Pause bei LANGUAGE WORLD – Small Talk in der Fremdsprache

Kommunikation ist in der vernetzten Welt wichtiger denn je – und LANGUAGE WORLD macht es den Teilnehmern leicht. Ohne Stress wird die Fremdsprache mittels spezieller Techniken vermittelt. Dazu gehören Entspannung, die das Unterbewusstsein fördert, oder Musik, die beruhigt und zugleich aktiviert und natürlich die lernfördernden attraktiven Lehrräume im „Max Quartett“ an der Maximilianstraße in Starnberg. „Lernen mit allen Sinnen, weil das Gehirn das Gelernte dann besser speichert“, erklärt Adelheid Kleemann. Huanyíng, welcome, willkommen!

LANGUAGE WORLD Fremdsprachentrainings Maximilianstraße 4b, 82319 Starnberg Tel. 08151 73676, Fax 08151 73679 training@languageworld.de www.languageworld.de

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LAND & LEUT’

/ Ein Doppelleben

K

ein Mensch ist hier unterwegs. Das grüne Schild mit der Aufschrift „Bernauer Alm/Risserkogel (nicht bewirtschaftet)“ ist für die nächsten zwei Stunden Wanderung der letzte Hinweis, den ich bekomme. Es geht bergauf. Ein Raubvogelpaar kreist am tiefblauen Himmel dieses strahlenden Herbsttages. Die Hufspuren im feuchten Lehmboden zeigen in die andere Richtung – bergab. Der Weg wird steiler, die Bäume werden spärlicher. Silberdisteln und Herbstenziane überwuchern den Wiesengrund. Diese Stille! Immer weiter geht es bergauf. Endlich: Vor mir öffnet sich ein weitläufiges Plateau, und zwei Hütten tauchen auf vor der majestätischen Kulisse des Mangfallgebirges. Die untere Hütte ist fest verriegelt. Umgestülpte Milcheimer und Kuhglocken, die an massiven Lederriemen hängen, schmücken die Vorderseite der einräumigen „Kasa“ darüber. „Bernau-Alm 1452 m“ steht auf einem kleinen Schild. Ein rot blühender Geranienstock, sauber gespültes Geschirr, das auf der Balkonbrüstung trocknet, und die Haustür steht sperrangelweit offen. Ich klopfe, niemand antwortet. Weit geht der Blick über die Tegernseer und Schlierseer Berge, Zahmer und Wilder Kaiser und die Zillertaler Alpen im Süden. Ich schaue, genieße meine Brotzeit, warte. Niemand kommt. Schweren Herzens mache ich mich schließlich an den Abstieg. Zurück im Wald höre ich plötzlich ein leises Glockengebimmel. Dann erscheint der Senn, auf den ich gewartet habe, drei Geißen

in seiner Begleitung: Dr. Uwe Hausmann, 72, pensionierter Arzt aus Seeshaupt und aktiver Hirte auf der Bernauer Alm. Seine Rinder und Kälber hat er schon ins Tal gebracht, aber die Schafe und Geißen wird er noch bis Ende September auf der Alm versorgen, erklärt er zur Begrüßung. Gern möchte ich mehr erfahren, doch muss ich mich sputen, wenn ich den Abstieg noch im Hellen schaffen will. Also ade und auf bald! Einige Wochen später im Seeshaupter Garten des „Senn-Doktors“. Zufrieden blinzelt der hagere Herr mit dem verschmitzten Lächeln in die milde Novembersonne. Eine Hand lässig in die Hosentasche gesteckt, krault er mit der anderen das Kinn des „Fleckerls“, seiner mit der Flasche aufgezogenen schwarz-weißen Geiß. Dann erzählt Uwe Hausmann, wie es dazu kam, dass er auf einer abgelegenen Alm in den Tegernseer Bergen als Almerer anheuerte: Es war im Juli 2002. Der Doktor verirrte sich bei einer Wandertour – ausgerechnet in den Tegernseer Alpen, über die er zuvor noch als „Touri-Schwemme“ gelästert hatte. Und dann: Kein Mensch weit und breit, keine Orientierung, bis er endlich auf ein Hochplateau stieß: Und da stand sie, die Alm, von der der Arzt sein ganzes Leben geträumt hatte. Der junge Senn dort oben erzählte ihm, dass er selbst die Alm nicht länger bewirtschaften könne, der Besitzer, ein Bauer namens Bauer, suche jetzt nach einem Nachfolger für ihn. Da steckte ihm Uwe Hausmann seine Telefonnummer zu, für alle Fälle. Doch nichts passierte, niemand rührte sich. Am 7. Januar 2003, seinem Geburtstag, beschloss der Seeshaupter Doktor, selbst die Initiative zu ergreifen. Rings um den Tegernsee rief er alle „Bauer“ an. Vergebens. Als nur noch eine einzige Rufnummer übrig war, klingelte das Telefon: „Hier Bauer, Hans. I hob g’hört, du dadst vielleicht Oimarer bei uns machen?“ Uwe Hausmann verdutzt: „Ja, eventuell scho.“ – „So! Konnst amoi eini kemma?“ Drei Tage später saß der Seeshaupter gleich zwei kritischen Bauern gegenüber. Dem Hans, Saurnbauer in Erlach, und dem Strohschneider Martin, Huidbauer von Oberach. Beide haben ihre Herden im Sommer auf der Alm. Sie taxierten ihn kritisch. „Bist na du raus von de Bauern?“ – „Na, Rentner, Dokta.“ – „Hoffentlich a Viehdokta!“ Auch das nicht, aber mit den Viechern sei er vertraut, weil er seit 30 Jahren selbst Pferde halte. Ein Handschlag besiegelte das Dienstverhältnis. Und im letzten Sommer war der pensionierte Doktor nun schon im sechsten Jahr der Senn auf der Bernauer Alm und wird es, wenn die Gesundheit mitmacht, noch ein paar Jahre mehr bleiben.

Der Doktor, die Alm und das Doppelleben DIESEN MANN KENNEN DIE SEESHAUPTER ALS IHREN FRÜHEREN HAUSARZT UND ALS ENGAGIERTES GEMEINDEMITGLIED. DASS DR. UWE HAUSMANN DEN SOMMER ÜBER ALS SENN ARBEITET, HÄNGT ER NICHT AN DIE GROSSE GLOCKE. ULRIKE MERTZ IST ZU IHM AUF DIE ALM GEWANDERT

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Zuhause ist Dr. Uwe Hausmann in Seeshaupt. Im Sommer lebt der pensionierte Mediziner auf der Bernauer Alm. Dort hat seine „Kasa“ nur einen Raum und einen herrlichen Blick in die Berge. Schwere Güter müssen mit dem Helikopter auf den Risserkogel geschafft werden.

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/ Ein Doppelleben

Die Sennerei ist alles andere als eine geruhsame Sommerfrische. Das wegelose Gelände auf der Bernauer Alm von rund 300 Hektar erstreckt sich – im Norden und Westen vom Risserkogel begrenzt – zwischen Wildbad Kreuth und Valepp bis zur Tiroler Grenze. Jeden Tag soll der Hirte alle Tiere gesehen haben, und das bedeutet sechs bis acht Stunden Wanderschaft täglich. Holz schlagen und in der Kraxe zur Hütte hinauftragen, Zäune flicken, Heu machen und das Futter lagern – die Aufgaben eines Senn sind vielfältig. Unwetter und Blitzschlag oder die Absturzgefahr an vielen felsigen Stellen machen die Aufgabe zu einer schwierigen, verantwortungsvollen Arbeit. Bei Regen oder Frost werden die steilen Wiesenhänge rutschig. Verirrt sich ein Tier, muss der Hirte es mit List und Geduld aus der Gefahrenzone locken – genauer

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gesagt, mit einem Lied. Dr. Hausmann erklärt die erstaunliche Dressur: Zwei Wochen lang füttert der Senn die Tiere an, bevor es auf die Alm geht. Er mischt Salz und Weizenkleie, gibt seinen Tieren diesen Leckerbissen und singt dazu die immer gleiche Melodie. Später, der Pawlowsche Reflex lässt grüßen, lockt die Melodie die Tiere in jeder Situation. Der Doktor zähmt seine Lieblinge mit einem Brahms-Lied, das er im Kirchenchor gelernt hat. „Erlaube mir feins Mädchen in den Garten zu gehen, dass ich dort mag schauen, wie die Rosen so schön…“ Ob’s am Lied liegt oder an der schönen Stimme, jedenfalls hat der Doktor-Almerer nur einmal einen Verlust melden müssen. Ein Rind hatte sich bis ins Spitzingsee-Gebiet verirrt und blieb auch nach tagelangem Suchen unauffindbar. Da durfte der Senn beim Alm-Abtrieb nicht „aufkranzln“. Später, was für ein Glück, wurde das Rindsvieh dann doch wieder gefunden. Die ersten drei Wochen im Frühjahr widmet sich der Bernauer Senn der intensiven Almpflege: Ampfer, Disteln und das giftige Alpenkreuzkraut müssen mühselig von Hand ausgestochen werden, weil diese Kräuter durch die Unterbeweidung gewaltig zunehmen. 1500 bewirtschaftete Almen gibt es in Oberbayern und im Allgäu noch. Rund 20 Prozent sind nicht erschlossen, das heißt, es führen keine Fahrwege hinauf, was für wenig Touristenrummel und viel Ruhe und Natur pur sorgt. Die Bauern kämpfen jedoch mit dem Bezirk Oberbayern, dem Naturschutz und den Forstämtern um diese Wege, weil sie nämlich die Flüge der Hubschrauber, die vor dem Auftrieb Baumaterial, Viehsalz, Kraftfutter und Vorräte auf die Alm bringen, selbst zahlen müssen. Beide Hütten auf der Bernauer Alm sind, urkundlich bestätigt durch das Kloster Tegernsee, bereits seit 1435 im Besitz der heutigen Bauern. Abwechselnd bringen die Maria vom „Saurnhof“ und die Strohschneider Antonie vom „Huidhof“ frische Lebensmittel, Obst und Gemüse hinauf zum tüchtigen Senn vom Starnberger See. Die größere Bernauer Hütte, 1870 durch eine Lawine zerstört und wieder aufgebaut, erhielt vor 30 Jahren in der Küche

Fotos: Ulrike Mertz; privat

LAND & LEUT’


Advertorial

Intensive Almpflege und das Hüten der Tiere: Als Senn arbeitet Uwe Hausmann von Sonnenaufgang bis zum Abend. Manchmal kommt die Familie und packt kräftig mit an.

fließendes Wasser aus der oberhalb gelegenen Quelle. Als Dusche dient dem unempfindlichen Mann ein über die Regenrinne gehängter Gartenschlauch. Für einen Hauch von Luxus sorgt eine Seeshaupter Damentruppe, zu der auch des Doktors drei Töchter gehören. Im Wechsel nehmen die Besucherinnen seine Wäsche mit nach unten und bringen sie frisch gebügelt wieder hinauf. Dafür werden sie einmal im Jahr im Buchscharner Gasthaus mit einem „Waschfrauenabend“ belohnt. Vielleicht gibt es bald auch einen „Enkel-Abend“, denn die kommen ebenfalls gern zu Besuch und helfen tüchtig bei der Heuernte und im Holz mit. Zwei Leben, so unterschiedlich wie Sommer und Winter … Nach dem ersten Almsommer hat Uwe Hausmann das Radio auf der Hütte abgeschafft, um den Stimmen der Natur und den Glocken seiner Tiere vom frühen Morgen bis zum späten Abend besser lauschen zu können. Im Seeshaupter Leben spielt er Klavier und singt im Kirchenchor. „Meine beiden Welten sind konträr, dennoch ergänzen sie sich perfekt“, meint der Allgemeinmediziner zufrieden. In der oberen Welt begegnet er Wildtieren, von denen einige Feinde der ihm anvertrauten Herden sind – wie die Kolkraben und die beiden SteinadlerPaare, die schon manches Lämmchen geschlagen haben. Der sympathische Senn erzählt von einem 60-köpfigen GämsenRudel und dem Platzhirsch, der in klaren Herbstnächten direkt vor dem Hüttenfenster gegen zwei Rivalen kämpfte. Und unten? Ist das Leben angefüllt mit der Familie, zu der seine Frau, vier Söhne, drei Töchter, die Schwiegertöchter und -söhne, zehn Enkelkinder, eine Katze und drei Pferde gehören. Seine Frau, die auch als Ärztin praktizierte, engagiert sich zudem bei „Ärzte für die Dritte Welt“, in diesem Jahr mit einem Aufenthalt im indischen Kalkutta. Unten ist für Uwe Hausmann auch die Dorfgemeinschaft, in die der gebürtige Seeshaupter durch verschiedene Ämter eingebunden ist: Die Vorstandsschaft in der Bürgerstiftung, im Ortsgestaltungsund Verschönerungsverein, 24 Jahren war er Mitglied im Gemeinderat. Unten, da sperrt er als Hilfsmesner jeden Tag in der Früh die Dorfkirche auf und assistiert bei Hochzeiten und Beerdigungen. „Man muss sich einlassen“, sagt Dr. Hausmann. Oben hilft er dem Pfarrer, die alljährliche Alm-Messe mit den Besitzerfamilien und mit dem eine Stunde Fußmarsch entfernt lebenden zweiten Almerer zu zelebrieren. „Ich lebe in zwei Paradiesen“ lautet sein eindeutiges Resümee. „Nach drei Wochen auf der Alm spürt man, wie sich Leib und Seele harmonisieren durch die Arbeit ohne Hektik, durch die Gespräche mit den Tieren, mit sich selbst und mit Gott. Die Touren sind natürlich anstrengend, aber die Wege sind voller Schönheit. Als Kind wollte ich unbedingt Bauer, mit vierzehn Jahren dann Arzt werden. Jetzt bin ich beides!“

PRAXIS FÜR ZAHNHEILKUNDE DR. THOMAS WALZER, STARNBERG

Gesundheit im neuen Licht

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chon der Eingangsbereich ist außergewöhnlich: Warme Rot- und Erdtöne, ein modernes Design und die dezente Lichttechnik schaffen eine angenehme Atmosphäre. Auch das Wartezimmer vermittelt Lounge-Charakter und erinnert so gar nicht an einen Zahnarztbesuch. Die Starnberger Praxis von Dr. Thomas Walzer verbindet besonderes Ambiente mit neuester Medizintechnik. Als eine der ersten verfügt sie zum Beispiel über ein Operationsmikroskop, das dank 25-facher Vergrößerung und spezieller Xenon-Beleuchtung selbst kleinste Details im Mundraum ausleuchtet. „Mit bloßem Auge oder einer Lupenbrille sind viele Strukturen wie Verästelungen in den Wurzelkanälen, Gefäße oder Risse im Zahn nicht zu erkennen. Man kann jedoch nur behandeln, was man auch sieht“, erklärt Dr. Walzer. Operationen am Zahn und das Setzen von Implantaten können so präziser durchgeführt werden. Das Resultat: längerer Zahnerhalt und verbesserte Ästhetik. „Ein echter Quantensprung“, so der Zahnarzt. Ergänzt wird die innovative Dentaltechnik durch eine intraorale Kamera, die Aufnahmen einzelner Zähne ermöglicht, sowie digitale Röntgengeräte, die die Strahlenbelastung bis zu 70 Prozent reduzieren. Die Bilder können sekundenschnell bereitgestellt und mit den Patienten am Bildschirm besprochen werden. Der Zahnarztbesuch wird zu einem neuen Erlebnis, weil Wohlfühlatmosphäre sich mit dem guten Gefühl verbindet, in den besten Händen zu sein.

Praxis für Zahnheilkunde Dr. med. dent. Thomas Walzer Ludwigstr. 9, 82319 Starnberg Tel. 08151 125 38 Sprechstunden nach Vereinbarung www.dr-walzer.com

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LEUT’ & LEBEN

/ Sportlich

Jedem seine Radl-Tour! MANFRED HUMMEL VERBRINGT VIEL ZEIT VOR DEM COMPUTER – UND IM FAHRRADSATTEL. SEINE ENTDECKUNGSREISEN FÜHREN RUND UM DEN STARNBERGER UND DEN AMMERSEE

Für sportliche Radlerinnen und Radler kommt eine Rundtour um die kleinen Seen des Fünf-Seen-Landes gerade recht. Pilsensee, Wörthsee, Weßlinger See. Auf den rund 40 Kilometern durch abwechslungsreiche Landschaft sind mehrere steile Berge zu bewältigen. Schwach werden muss keiner, auf dem Weg gibt es genug Möglichkeiten zum Rasten und Einkehren. Start ist am S-Bahnhof in Herrsching. Richtung Norden geht es entlang der S-Bahn und dem Pilsensee nach Hechendorf und weiter nach Schlagenhofen. Dort eine Runde um den Wörthsee bis Steinebach (Strandbad Fleischmann), dann nordöstlich über den Golfplatz Schluifeld nach Weßling in Richtung Ettenhofen, den Berg hinauf bis kurz vor Hochstadt. Nun südlich halten durch den privaten Wildpark nach Oberalting (Gasthof Ruf ) und zum Schloss Seefeld (Bräustüberl). Nicht verheimlicht werden soll die echte Herausforderung, die jetzt ansteht: bergan nach Widdersberg, dafür kann man’s zurück nach Herrsching schön laufen lassen. Oder man fährt oben geradeaus weiter zum Kloster Andechs. Sehenswert sind auf dem Weg auch die Wallfahrtskirche Grünsink, Schloss Seefeld und der Friedhof von Widdersberg, auf dem einige bekannte Persönlichkeiten begraben liegen.

Manfred Hummel, Redakteur der Süddeutschen Zeitung für den Bayernteil, ist Autor und Herausgeber von zwei Radlführern mit Heimatgeschichte in unterhaltsamer Form (siehe Seite 32).

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Der blau-weiße AnarchistenGedächtnis-Weg: Auch wenn die Berger wenig übrig haben für den Rebellen, Pazifisten, Anarchisten und unbequemen Mahner, so errang Oskar Maria Graf auswärts Weltruhm. „Das Leben meiner Mutter“, einer seiner bekanntesten Romane, lässt sich auf einer rund 18 Kilometer langen Tour radelnd nachvollziehen. Am Bahnhof in Starnberg kam der Oskar an, wenn er in späteren Jahren seine Mutter besuchte. Von hier aus geht es nach Percha und über die Staatsstraße nach Süden über Kempfenhausen bis nach Berg, wo in der Grafstraße 9 das Geburtshaus des Dichters steht. Sein Vater betrieb darin eine Bäckerei, heute lässt sich dort im Oskar Maria Graf-Stüberl gut speisen. An den Wänden hängen historische Fotos, die OMG unter anderem mit Bertolt Brecht im New Yorker Exil zeigen. Wir folgen Oskars täglichem Schulweg hinab über die Staatsstraße und wieder hinauf nach Aufkirchen, wo man dem berühmten Sohn am Ortseingang schließlich doch ein Denkmal gesetzt hat. In der alten Volksschule können Sie Erinnerungsstücke an Graf besichtigen, und auf der Südseite des Friedhofs an der Wallfahrtskirche liegt das Graf ’sche Familiengrab. Des Dichters Name sucht man hier allerdings vergeblich, seine Urne steht auf dem KünstlerFriedhof in München-Bogenhausen. Direkt vor dem Friedhof steht der Gasthof Zur Post. In den geräumigen Wirtsstuben soll auch Oskar Maria Graf schon gern gezecht haben. Über die Oberlandstraße weiter in Richtung Süden geht es nach Aufhausen. Hier steht der Heimrath-Hof (Hausnummer 23), das Geburtshaus der Mutter des Dichters. Weiter geht es ein kleines Stück zurück in Richtung Aufkirchen, links hinein in den Enzianweg, der auf die Maxhöhe trifft, dann rechts abgebogen und wieder links in den Kreuzweg, der bergab in Richtung See führt. Sie überqueren die Staatsstraße und treffen nach rund 100 Metern auf ein herrschaftliches Haus am Kreuzweg 94. Es ist das Schlösschen des unglücklichen Kasten-Jakl, ein Großonkel des Schriftstellers, und unsere Endstation auf der Graf-Tour.

Fotos: Ulrike Mertz; Manfred Hummel

Die Starke-Wadl-Tour:


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Begrüßen Sie in Percha: Silke Elter, Inhaberin (links), und Sonja Dielert, Studioleitung (rechts)

HYPOXI-TRAINING BY ELTERSPORTS

Design your body DAS GRÜNWALDER SPORT- UND FITNESSCENTER ELTERSPORTS HAT IN PERCHA EIN WEITERES HYPOXISTUDIO ERÖFFNET – UND LIEGT DAMIT IM TREND. DIE METHODE ZUR GEZIELTEN FIGURFORMUNG BOOMT

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er kennt das nicht: Die Hose geht nicht mehr zu, das Kleid spannt über den Hüften, Sport und Diäten helfen nicht wirklich weiter. Nun kommt die gute Nachricht: Mit der HYPOXI-Therapie wird Fettpölsterchen effektiv zu Leibe gerückt. „Die Resultate sind beeindruckend“, erklärt Silke Elter, Leiterin des neuen HYPOXI-Studios in Starnberg-Percha. Denn eine deutliche Umfangreduzierung an Hüfte, Taille, Bauch und Oberschenkel um bis zu zwei Kleidergrößen in acht Wochen ist keine Seltenheit. Futuristisch sehen die Geräte aus, und so funktioniert die HYPOXI-Methode: Eine Kombination aus Über- und Unterdrucktherapie und effektivem Training ermöglicht eine gezielte und nachhaltige Einflussnahme auf die Figur. Die Durchblutung wird somit an den Problemzonen gesteigert, der Stoffwechsel aktiviert und Fettsäuren durch den Blutkreislauf abtransportiert und verbrannt. Die Pfunde an Oberschenkel und Po schmelzen. Für Männer, die sich einen flachen Bauch wünschen, eignet sich vor allem der „Vacunaut“, wobei ein „PressureSuit“ die Bauchregion stimuliert, während auf dem Laufband trainiert wird. Ganz ohne Anstrengung funktioniert die „HYPOXI-Dermologie“, die

für Kräftigung und Straffung des Bindegewebes sorgt und dadurch besonders bei Frauen beliebt ist. Für Peter Elter, langjähriger Inhaber von ElterSports, ist wichtig, dass bei den Anwendungen die wissenschaftlichen Qualitätsstandards eingehalten werden. Seine Mitarbeiter sind geschulte HYPOXI-Therapeuten, die diese Therapie professionell begleiten – von der Figuranalyse bis zur individuellen Ernährungsberatung. Was den ehemaligen Tennisprofi Elter an HYPOXI besonders überzeugt, ist die nachhaltige Wirkung: „Der Fettstoffwechsel wird umprogrammiert, und es stellt sich kein Jo-Jo-Effekt ein.“ Leichtes Training, eine bessere Figur – und ein guter Grund, sich auf den sexy Bikini oder die schmale modische Hose zu freuen!

HYPOXI-Studio Starnberg by ElterSports Würmstraße 4, 82319 Starnberg Tel. 08151 650 630 info@hypoxistudio-starnberg.de www.hypoxistudio-starnberg.de

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Fotos: Jan Greune

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SEE-GESPRÄCH

/ Christian Tramitz

„Ich fand alles unglaublich schön. Das Landei in mir erwachte …“ SPANNENDE BEGEGNUNG AM SEE: DIESES MAL TRAF AUTORIN ELKE REICHART DEN BEKANNTEN SCHAUSPIELER CHRISTIAN TRAMITZ. UND DER FÖHNHIMMEL GAB ALLES, WAS ER AN GRANDIOSER KULISSE ZU BIETEN HATTE

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hristian Tramitz ist ein bekannter deutscher Schauspieler. Er ist die Kultfigur Ranger aus dem „Schuh des Manitu“, der Captain Kork aus dem „(T)Raumschiff Surprise“ und der neue Jerry Cotton. Er hat viel zu tun, ist „dennoch mit der Gesamtsituation nicht zufrieden“ und meint nachdenklich: Ein netter Dreh irgendwo in der Nähe von Münsing, zu dem er vielleicht auch noch mit dem Radl kommen könnte – das ist es, was der 54-Jährige inzwischen unter einem perfekten Job verstehen würde. Zum Interview im Buchscharner Seewirt kommt er mit dem Auto und Ehefrau Anette, in Jeans und Pullover, leicht gebräunt und gut gelaunt. Der Biergarten ist an diesem sonnigen Werktag locker besetzt, der Blick auf die wilden Föhnwolken über den dramatisch ausgeleuchteten Alpen spektakulär. Der Tisch für das Gespräch wird hinunter zum See getragen, auf den Kiesstrand hinter den Büschen. Der Christian, sagt die Wirtin, habe gern seine Ruhe, werde nicht gern angestarrt. Man kenne ihn ja, nun schon seit so vielen Jahren. Christian Tramitz hat es nicht weit von daheim zum Buchscharner, dem ehemaligen Bauernhaus aus der Wildschönau, das an das Ufer zwischen St. Heinrich und Münsing verpflanzt wurde. Er wohnt nur ein paar Kilometer entfernt in Ammerland zur Miete in einer Art Villa Kunterbunt, mit seiner Frau Anette, der elfjährigen Tochter und dem vierjährigen Sohn. Aus seiner ersten Ehe hat der Schauspieler Zwillinge, die 19 Jahre alt sind. In diese idyllische Ecke am Starnberger See kam der geborene Münchner zum ersten Mal in seiner Gymnasialzeit, auf Einladung eines Schulfreundes. „Ich fand alles unglaublich schön – den Fischerturm, die Lüftlmalereien, den Bach im Garten meines Freundes… Das Landei in mir erwachte.“

Christian Tramitz lebt mit seiner Familie in Ammerland. Zum See-Gespräch trafen er und seine Frau Anette (links) unsere Autorin Elke Reichart beim Buchscharner Seewirt.

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/ Christian Tramitz

Doch es dauerte noch mehr als 25 Jahre, bis Tramitz, überzeugter Naturfreund bis heute, sich den Traum vom Leben auf dem Lande verwirklichte. Nach dem Abitur folgte zunächst das Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften. „Die klassischen Loser-Fächer, für die man nicht viele Scheine braucht. Trotzdem habe ich keines davon zu Ende gebracht.“ Nach Schulende hatte ihm ein Berufsberater zur Ausbildung zum Apotheker geraten. „Ich bin also zur Antrittsvorlesung gegangen, habe dort nur kurz ein paar Worte mit meinem Banknachbarn gewechselt – und schon zischte es von hinten: Pscht! Pscht!! Ruhe da vorne!! Na, habe ich mir gedacht, wenn das hier ein lustiges Studentenleben sein soll – dann nichts wie weg.“ In München gab er ein Gastspiel auf der privaten Schauspielschule Zerboni und bekam schnell sein erstes Engagement. Am Stadttheater Ingolstadt wurde für das Lena-Christ-Stück „Rumplhanni“ ein bayerisch sprechender junger Dorfpolizist/Schmied/Gstanzlsänger gesucht. Gleich drei Rollen auf einmal – Tramitz überzeugte und bildete fortan für Proben und Aufführungen eine Fahrgemeinschaft mit der „Rumplhanni“ Lisa Fitz. Es war auch besser, dass die Kollegin ihn im Auto mitnahm, denn schon damals zeichnete sich die für Tramitz typische totale Orientierungslosigkeit ab. „Ohne Navigationsgerät bin ich verloren.“ Selbst für seine Stammstrecke München – Ammerland schaltet er die freundliche Stimme ein, die ihn nach 35 Minuten zufrieden und ungestresst ins heimische Grundstück einbiegen lässt. „Sie sagt mir, links einordnen, jetzt noch 20 Kilometer, Vorsicht Stau – besser kann es mir doch gar nicht gehen.“ In New York, zu Jahresbeginn beim Jerry-Cotton-Dreh, lief es nicht so gut. Mit dem berühmten roten Jaguar sollte er durch

In Berlin bin ich blöd aggressiv angemacht worden!“ Tiefer Seufzer. „Ich tu mich einfach schwer in der Stadt. München geht ja noch, aber Berlin … Wie schön ist es doch, auf dem Land zu leben.“ Christian Tramitz und seine Liebe zu Ammerland … Das Thema gefällt ihm, darüber kann er immer wieder reden. Und während er zufrieden hinausblickt auf den glitzernden See und die Sturmwolken, jongliert er mit den Jahreszahlen. 1994 lernte er seine zweite Frau Anette kennen, die als Aufnahmeleiterin in einem Synchronstudio arbeitete, 1995 zogen sie hinaus an den Starnberger See, sein großer Wunsch ging endlich in Erfüllung, 2003 wurde geheiratet und dieses Ereignis wiederum 2004 gefeiert. Im Buchscharner Seewirt. Mit einer Riesenparty: „Ein tolles Fest! Die Hochzeitsgesellschaft wurde mit Booten hierher zum Steg gebracht, dann gab es Cocktails … Und von da an erinnere ich mich an nichts mehr.“

„Ich tu mich einfach schwer in der Stadt. München geht ja noch, aber Berlin zum Beispiel …“ Diese Art des Geschichtenerzählens ist typisch für Christian Tramitz. Schnell wieder aussteigen, bevor der Fragensteller zu nahe kommt. Understatement bis zur Schmerzgrenze. Sein Wikipedia-Profil im Internet beginnt mit den Worten: „Christian Tramitz ist der Enkel von Paul Hörbiger und der Neffe zweiten Grades von Christiane Hörbiger …“ Die Frage nach den berühmten Verwandten und ob bei Familientreffen nicht viel über Theater, Film und Fernsehen geredet werde, lenkt er jedoch elegant ab: „Nein, nein, das ist nie ein Thema. Eher reden wir noch über Fußball.“ Und schnell spannt Tramitz, der Bayern-Fan, den Bogen weit weg vom Familienclan zur Bundesliga, zur Champions League bis hin zur WM.

Früher besaß Tramitz eine Jolle, einen Flying Dutchman (FD), die er fleißig und mit großem Vergnügen nutzte. Diesen Sport hat er inzwiSzenen eines guten Gesprächs: Christian Tramitz nachdenklich, lachend und dann sehr entspannt schen aufgegeben, dafür spielt mit seiner Frau Anette auf dem Steg (Foto rechte Seite). er in Wolfratshausen Tennis Manhattan jagen, vor ihm der Camcar, der Wagen mit der Kaund fährt Ski, bis im Frühjahr die Lifte eingestellt werden. mera. Auch hier links, rechts, rechts, links, von der 37th Street Ein Ammerlander Nachbar, wenig bewandert in der Schauin die 5th Avenue, aber umgeben von gefühlten hunderttausend spieler-Szene, warf auf seinem Weg in den Ort jeden Tag gegelben Taxis, die hupend auf ihr Wegerecht bestanden – und wohnheitsgemäß einen Blick in das Tramitz-Auto und meinte statt der freundlichen Navi-Stimme immer wieder der genervte schließlich nachdenklich, dieser Mann habe es wirklich gut. Aufnahmeleiter durch das Megaphon: „Stop everybody! Mister Im Sommer Tennislehrer, im Winter Skilehrer, immer entweder Tramitz has lost the orientation AGAIN!“ Irgendwann stieg Schläger oder Skier im Auto, ein beneidenswertes Leben. der inzwischen ebenfalls schwer angefressene Jerry Cotton aus seinem Schlitten, mitten auf der Fahrbahn, ein schauerlicher Da war die österreichische Presse schon sachverständiger, als sie Anblick wegen der vielen – angeschminkten – Blutspuren im im Januar 2010 den Drehstart des neuen Films „3faltig“ in Bad Gesicht. „Die Reaktion der New Yorker war umwerfend! Hey Ischl beobachtete. „Das wird kein Wellness-Urlaub für die Stars man, you look great!! I like your car! Nur positive Zurufe … Christian Tramitz und Matthias Schweighöfer“, sorgte sich das

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Fotos: Jan Greune

SEE-GESPRÄCH


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WERKSTATTLADEN IN SEESHAUPT

lokale Blatt und prophezeite: „Keine ausgedehnten Saunagänge, sondern lange Drehtage im winterlich kalten Salzkammergut.“ Und so war es denn auch: Erst zu wenig Schnee, dann fror auch noch der Kran mit dem Kameramann in 40 Meter Höhe ein, knappes Zeit-Budget – aber nun steht der Premierentermin fest: November 2010. Es ist, sagt der Verleih, eine himmlisch-menschliche Komödie, voller Wortwitz, Slapsticks und beißendem Humor geworden. Und eine unkonventionelle Auseinandersetzung mit dem Thema der Dreifaltigkeit. Tramitz hat diesmal am Drehbuch mitgearbeitet: „Mir hat der Heilige Geist schon als Kind leidgetan. Alle anderen durften Mordssachen machen – er war immer nur die Taube.“ In diesem Film hat er mehr zu tun. Gespielt von Tramitz ist er in menschlicher Gestalt auf Erden unterwegs und bekommt am Heiligen Abend Besuch vom Sohn Gottes (Matthias Schweighöfer), der die an Silvester bevorstehende Apokalypse ankündigt. Ein Wettlauf gegen die Uhr beginnt. Komplizierte Dreharbeiten sind dem Comedian Tramitz nicht unbekannt. „Der Schuh des Manitu“ von Michael Bully Herbig, mit 12 Millionen Zuschauern einer der erfolgreichsten deutschen Filme und Tramitz’ erster großer Auftritt im Kino, wurde vor zehn Jahren im sommersicheren Spanien gedreht, gleich am Anfang gab es fünf Regentage. Für die knappe Finanzierung war das eine Katastrophe. Nach Ablauf der Drehzeit war das Ergebnis denn auch längst nicht befriedigend. Constantin-Produzent Bernd Eichinger jedoch erkannte das Potenzial der Karl-MayParodie und genehmigte eine Nachfinanzierung. Seitdem ist Christian Tramitz ein Eichinger-Fan: „Er ist filmverrückt! Und bereit, Risiko zu übernehmen! Das ist selten.“ Die meist gestellte „Manitu“-Frage: Wird es einen zweiten Teil geben? Die Standard-Antwort: Erst, wenn Bully und Ranger nicht mehr reiten brauchen. Basta – fürs erste. Tramitz hat 2010/2011 eine lange Liste an Projekten abzuarbeiten, viel TV, und hofft auf gute Drehorte. Möglichst wenig Großstadt, möglichst viel Natur, möglichst wenig Orientierung. Zum Schluss noch die Frage nach der Traumrolle. Tramitz wippt mit dem Stuhl im Kies und blinzelt in die bayerische Abendsonne: „Ein bayerischer Kommissar, so ein Typ wie ich … 54 Jahre alt … er ermittelt nur am Starnberger See … viele, viele Folgen lang … bis ins Rentenalter.“

Easy-Chic mit Charme

ls ich bei der Fashion Week in Berlin den Showroom des jungen dänischen InLabels ‚custommade‘ betrat, habe ich erst mal ganz tief geseufzt. Ich sah sofort, dass diese lässigen, modisch perfekten Outfits genau das sind, was ich suche!“ Wenn Ulrike Teterycz, Inhaberin des Werkstattladen in Seeshaupt, so glücklich ist, dann heißt es für alle Mode-Fans: Nichts wie hin! Seit langem gilt der kleine Shop mit dem hinreißend besonderen Angebot als Geheimtipp. Und nicht selten nutzen modebewusste Münchnerinnen die Ausrede eines schönen Ausflugs an die Südspitze des Starnberger Sees, um zu sehen, was die Expertin cooler Topmode wieder einmal aufgespürt hat. Wie zum Beispiel die jungen Blusen in perfekter Qualität des italienischen Shirtmakers Aglini oder Kleider und Röcke im Fifties-Look von Lena Hoschek, viel Taille und sehr, sehr feminin. Und die Trendteile der jungen Berliner Marke „C’est tout“ oder Röcke, Janker, Kleider mit internationalem Folklore-Chic und sexy Uniform-Anleihen, dazu der Liebhaber-Strick von John Smedley und Accessoires, die wirklich schmücken. Lust auf eine Shopping-Tour in den zauberhaften Laden mit dem großen goldenen W? Wir treffen uns dort!

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Werkstattladen Hauptstraße 11, 82402 Seeshaupt Tel. 08801 915860 Öffnungszeiten: Mo bis Fr 10 – 18 Uhr; Sa 10 – 16 Uhr www.werkstattladen-seeshaupt.de

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/ Folkpop

olfratshausen am Bahnhof. Zwei Mädchen mit langen blonden Locken warten. Eine hält eine Schultasche hoch, darauf klebt ein Kärtchen mit meinem Namen, darunter leuchtet ein gemaltes Blümchen. Ich bin mit Tasmin Gutwald und Oda Tiemann zum Interview verabredet, beide gerade 16 Jahre alt und in Münchens junger Musikszene ein Begriff als talentiertes Singsongwriter-Duo „Tuó“. Ihre erste EP (Single) „Walk on Silence“ ist im Februar erschienen, im Herbst soll das Album folgen. Die Fans sind begeistert und die Musikwelt staunt: Hier präsentieren sich zwei junge Musikerinnen, deren künstlerische Reife überzeugt. „Folk-Mädels, mmhhnnn, na ja…“, meinen die Künstlerinnen, das stimme eigentlich nur soweit, dass Oda eine Djembé spielt, eine westafrikanische Trommel mit ausgeprägtem Klangspektrum, und eine Ukulele, Gitarre und Melodica. Intensive Rhythmik sei wichtig, besonders mit der Gitarre, die Tasmin ebenso spielt wie die Ukulele, das Harmophon, das Banjo und Keyboard – und natürlich der zweistimmige Gesang. Wer mag, kann natürlich Bob Dylan raushören oder Arlo Guthrie, aber: Keine Schublade passt wirklich. Auf Folkpop haben sie sich dann geeinigt. „Wir haben keine Vorbilder im eigentlichen Sinn“, meint Oda. Zwar hören sie auch gern Musik der Beatles oder von Simon & Garfunkel, die Musik ihrer Eltern, aber bewusste Einflüsse, nein. „Unsere Stücke entstehen ganz spontan“, erzählt Oda, „wir notieren sie nicht. Manchmal nehmen wir sie mit dem Handy auf. Aber wenn wir ein Lied drei- bis viermal gespielt haben, dann können wir es auswendig.“ Anders die Texte: An denen feilen sie stundenlang. Oda und Tasmin singen ausschließlich Englisch, „weil unsere Stimmen dadurch besser klingen als auf Deutsch.“ Sie erzählen meistens von der Liebe. „Wir laufen gern barfuß durchs Leben“, sagt Oda. „Deshalb und wegen unserer lockeren Kleider nennen uns viele ,Hippies‘.

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Die meinen das allerdings als Schimpfwort.“ Worüber Tasmin dann schon ein bisschen sauer ist. „Erstens sind wir keine Hippies und außerdem – was ist schlecht daran?!“ Man versteht, was sie meinen, wenn sie ihre Musik bildhaft erklären: „wie weiches Moos zwischen nackten Zehen.“ Und wie ist das mit dem Erfolg, der langsam einsetzt und sie in Clubs und auf Bühnen mittlerweile auch über Bayern hinaus führt? „Es geht noch. Aber wir werden schon oft angesprochen. Neulich, beim Tengelmann, hat uns ein älteres Ehepaar gefragt, ob wir ihnen spontan was vorsingen würden. Haben wir natürlich gemacht.“ Eltern und sogar ihre Lehrer in der Realschule unterstützen das Tuó-Duo. „Der Rektor unserer Schule lässt sogar Plakate für unsere Auftritte aufhängen!“ Richtig kennengelernt haben sich Oda und Tasmin erst vor zwei Jahren, als sie in eine Klasse kamen. „Zuerst mochten wir uns gar nicht besonders“, gibt Tasmin zu, „das hat sich aber bald geändert.“ Und die weiteren Zukunftspläne? Tasmin will auf jeden Fall irgendetwas mit Musik machen, „und wenn’s Gitarrenbauerin ist.“ Oda schließt eine Karriere als Musikerin nicht aus, möchte aber gern auch studieren, „am liebsten Kunst.“ Fehlt nur noch die Frage nach dem Bandname „Tuó“. „Ist doch ganz einfach – die Initialen von Tasmin und Oda!“ Und der Akzent auf dem „o“ steht für die Betonung? „Nööö, den haben wir draufgesetzt, weil’s besser ausschaut.“ Dann rücken sie aber doch damit heraus, dass „Tuó“ noch eine interessante Bedeutung im Chinesischen besitzt: „Seltsames Mädchen“. Peter Baier

TASMIN GUTWALD UND ODA TIEMANN AUS WOLFRATSHAUSEN SIND BEIDE 16 JAHRE ALT, SCHREIBEN EIGENE SONGS UND EXPERIMENTIEREN NEBEN DER GITARRE MIT UKULELE UND HARMOPHON. DIE AUSSICHTEN SIND SONNIG FÜR DAS JUNGE FOLKPOP-DUO

TUÓ 56 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Zum Reinhören: www.myspace.com/ tasminundoda

Foto: Alexander Jesipow

JUNGE TALENTE


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GOLFANLAGE HOHENPÄHL

18 Löcher in großartiger Naturkulisse E DIE 5-STERNE-GOLFANLAGE HOHENPÄHL, AUSTRAGUNGSORT HOCHKARÄTIGER SPORTEVENTS, IST FÜR GOLFER EINE BELIEBTE ADRESSE. ABER NICHT NUR: GROSSARTIGE NATUR, DER ALPENBLICK UND DIE EINKEHR IM CLUBRESTAURANT MACHEN AUCH EINEN AUSFLUG ZUM BESONDEREN ERLEBNIS

s ist ein wahres Kleinod. Hoch über dem Ammersee thront das geschichtsträchtige Schloss Pähl und gleich daneben fügt sich die Golfanlage harmonisch in die Landschaft zu alten Alleen, Römerhügeln, Weihern und Bächen. „Wenn vom benachbarten Kerschlach noch die vierspännige Postkutsche vorbeifährt, dann ist das Idyll perfekt!“, schwärmt Claus Ammer, Geschäftsführer der Hohenpähler Golfanlage. Ohne Frage, dieses Idyll zieht Sportler, Naturliebhaber und Ausflügler gleichermaßen an. Und in dem jüngst renovierten Clubhaus lässt es sich im Restaurant oder auf der Terrasse bei „Chaîne des Rôtisseurs“-Koch Attila Szabo vortrefflich rasten und speisen. Für Gruppen bis zu 40 Personen steht ein eigener Panoramaraum mit offenem Kamin zur Verfügung, nach vorheriger Absprache auch für Jubiläumsfeiern oder Tagungen. Die Golfanlage, mehrfach für ihre besondere Lage und Umweltverträglichkeit prämiert, bietet jede Menge Highlights. Der 18-Loch-Platz mit Driving-Range und knapp 6000 Meter Spielbahnlänge besitzt genug Abwechslung für jedes Handicap. In der neuen Golfschule können Anfänger die DGVPlatzreife erlangen oder Fortgeschrittene ihren Abschlag verbessern. Als erste Golfanlage Deutschlands hat Hohenpähl zudem ihre 18 Spielbahnen mit eigenen Abschlägen und Scorekarten für Kinder ausgestattet (Pähli Course). Fachkundige Beratung, Schlägerfitting und die neuesten Golf- und Fashionprodukte findet man im ProShop. Es kann also gut sein, dass Sie bei Ihrem nächsten Ausflug gleich noch einen Golf-Schnupperkurs buchen. Fazit: Herzlich willkommen!

Golfanlage Hohenpähl 82396 Pähl Tel. 088 08 92 02-0 Öffnungszeiten Büro: täglich von 9 bis 17 Uhr, ProShop: täglich 10 bis 18 Uhr Gastronomie: täglich ab 10 Uhr durchgehend warme Küche info@gchp.de, www.gchp.de

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ERZĂ„HLUNG

/ Exklusiv

Die Seeschule

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Von Max Scharnigg

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er das Gymnasium Tutzing nicht kennt, dem kann man vielleicht sagen: Es ist das schönste und das hässlichste Gymnasium Oberbayerns. Architektonisch wurde es gleich mehrmals verhunzt, das sieht jeder, der auf der Tutzinger Hauptstraße daran vorbeigeht. Die hübsche Kalle-Villa steht klein und alt in der Mitte und ist in denkbar schlechter Gesellschaft: links falsch umarmt von der alten Turnhalle, rechts unsanft befingert von einem bröckelndem Neubau, der diesen Namen nie verdiente. Auf der anderen Seite freilich, und bei dieser Entdeckung ändert sich für gewöhnlich die Meinung der Betrachter, liegt der See. Er ist so nahe, dass wir in den Mathestunden bei Herrn Göring sehen konnten, ob es ein Saibling oder eine Renke war, was die Angler in der kleinen Bucht kescherten. Fast immer waren es Saiblinge. In den Pausen trennte uns nur ein morscher Balkenzaun vom See und seinen alten Ufermauern, an denen wie Eichhörnchen die Wellen genagt hatten. Die Wellen. Im Sommer trugen sie Segelboote, im Herbst Blätter, im Winter Grün und im Frühling lichtes Blau und zu jeder Zeit trugen sie das Spiegelbild der Berge in die Bucht des Gymnasiums. Der Zugang zum See war den Schülern untersagt. Dieses Verbot war, wie viele Verbote an Schulen, ein überwiegend unausgesprochenes und wurde im Stillen von Lehrergenerationen an Schülergenerationen weitergegeben. Es gab kein Schild dafür, keine Lautsprecherdurchsage, es gab nur eine müde, weit entfernte Handbewegung der Pausenaufsicht, mit der jene von uns zurückbefohlen wurden, die sich dem läppischen Balken näherten oder ihn schon durchschlupft hatten. Neuen Referendaren war diese müde Handbewegung noch nicht vertraut und sie postierten sich bisweilen an dem Balkenzaun wie eine kleine Grenzpatrouille, marschierten auf und ab und vergaßen dabei oft vor lauter Seesicht, dass ihr Kontrollgebiet auf der anderen Seite lag. Andere junge Lehrer waren dem Schülerleben noch so nahe, dass sie wie von selbst in ihren ersten Pausen den Balken überkletterten. Woraufhin sich immer gleich ein paar Fünftklässler fanden, die aus sicherer Entfernung hämisch riefen: „Herr Sandmeier, das ist fei nicht erlaubt!“ Es muss in diesen Fällen im Lehrerzimmer der Kalle-Villa eine entsprechende Anweisung gegeben haben, denn bald hatten die neuen Lehrer die gleiche müde Handbewegung übernommen und streiften das Seeufer von Weitem, mit

dem gleichen Sehnsuchtsblick wie die Schüler, 15 Minuten lang. Das Seltsame war, dass fast jede Pause ein paar von uns trotzdem Richtung See aufbrachen, als wüssten sie von nichts, als hätte es Zaun und Verbot nie gegeben. Wie ferngesteuert setzten sich jeden Tag kleine Grüppchen in Bewegung, um schließlich im letzten Moment zurückgewunken zu werden oder aber, das gab es auch, ungesehen zu entkommen. Eigentlich war unklar, warum das Verbot bestand. Der Bleicherpark, wie das verbotene Gebiet hinter dem Balken offiziell heißt, war wenig besucht und unter den Tutzinger Seeparks der Schlichteste. Im Frühling und Herbst bestand sein wichtigstes Personal aus den Stadtstreichern, die mit der S-Bahn bis zur Endstation Tutzing gefahren waren und dann entweder auf einer der Bänke ganz rechts oder ganz links saßen. Die Bänke der Parkmitte waren bei ihnen nicht so beliebt, ihnen behagten die Ränder. Wenn es regnete, flüchteten sie mit ihren Flaschen und Tüten in den kleinen schmucklosen Pavillon, der nebst einem trostlosen Kriegerdenkmal die Ausstattung des Parks darstellte, und der Signaturen von entflohenen Schülern trägt wie Höhlenmalerei. Im Sommer gab es ein paar Badestammgäste, dazu kamen ganzjährig die Hunde, die von ihren Besitzern freigelassen wurden und die ihre Hinterlassenschaften mit großer Sorgfalt verteilten. Man konnte also nicht sagen, dass der kleine Bleicherpark übervölkert gewesen wäre oder die Schüler in ihren täglich zweimal 15 Minuten Wesentliches zur Verschmutzung beigetragen hätten. Auch die Besitzverhältnisse waren einfach: Sowohl der Pausenhof als auch der Bleicherpark gehörten zur Gemeinde. Trotzdem teilte sie der morsche Balkenzaun, und seine Bretter waren es, die uns in dem Park all jenes vermuten ließ, was in der Mathestunde am weitesten entfernt war: Freiheit und Abenteuer, Leben und Luft. Was der Pausenhof, mit seinem eingefassten Betonflächen und den mageren, angelegten Hügeln nur begrenzt simulieren konnte, schien das verbotene Seeareal im Überfluss zu haben. Wahrscheinlich wäre es mit jedem Stück Land jenseits dieses Balkens so gewesen, aber der See verstärkte die Sehnsucht noch. Das Verbot war seltsamen Gezeiten unterworfen. Wurde es besonders strikt eingehalten, wenn sich das Schuljahr durch seine längsten und zehrendsten Abschnitte schleppte, also zwischen Weihnachten und Pfingsten, weichte es sich an den Rändern des Schuljahres bemerkenswert auf. Die magischen Wochen vor den Sommerferien schließlich machten den Balkenzaun nahezu unsichtbar. Es lag immer etwas Besonderes in diesen letzten Schultagen. Eine Süße, die sich von der Schulbushaltestelle zum Vertretungsplan, durch die geöffneten Fenster der Turnhalle und bis in die Mundwinkel der Lehrer hinein ausbreitete. Mit jedem Tag jedenfalls, mit dem die Ferien näher rückten, wurde Gewicht von den Dingen genommen, bis sie fast schwebten.

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DIE ERZÄHLUNG

/ Exklusiv

Statt des OverheadProjektors leuchtete hinter ihnen die Alpenkette

Viel später fragten wir uns vielleicht, in Erinnerung an diese lichten Vormittage, warum Schule nicht immer so sein konnte, fließend und leicht und offen. Aber der Zauber der letzten Schulwoche funktionierte natürlich nur, weil es vorher anders war. Wenn all die gewohnten Regeln aufgehoben schienen, wenn Sorge und Unzufriedenheit, die uns das Jahr über durch die Gänge begleitet hatten, sich langsam setzen und ein neues Gefühl bilden konnten: Wieder ein Jahr geschafft. Die Hürde irgendwie gepackt, den Balkenzaun für dieses Schuljahr bezwungen. Im Herbst schon, wenn all die Unschärfe wieder gewichen sein würde, und das neue Schuljahr kantig und hart in den Winter steuerte, würde seine Grenze wieder gelten, würde wieder alles von vorne losgehen. Aber das war so weit weg. In der allerletzten Schulwoche schließlich, die ja immer nur bis Mittwoch ging, schien der gesamte Betrieb des Tutzinger Gymnasiums in den Bleicherpark ausgelagert worden zu sein. Lehrer und Schüler, Hausmeister und Eltern fanden sich dann dort ein, und das Einzige was noch an den Schultag erinnerte, war der Gong, der gewissenhaft, aber einsam durchs Schulhaus gongte.

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Das war’s dann. Wir gingen dann nicht noch mal an den See, wo die Älteren vielleicht schon Bier tranken. Der Sommerferien-See, der er jetzt war, hatte nichts mehr mit dem Schul-See zu tun. Beinahe war er ein bisschen egal oder zumindest nicht mehr so dringend. Wir würden in den nächsten Wochen endlose Badetage an seinen Ufern verbringen. Also heim. Ein paar Mütter standen an den Bushaltestellen und ihre Sommerkleider wehten. Mitschüler trieben von hinten vorbei, es gab ein vages Verabschieden, eine leichte Wehmut auch tatsächlich. Wir wussten: Im September würden alle wieder da sein, nur ein bisschen älter geworden, nur ein bisschen anders. Irgendwann, das konnten wir uns immerhin vage vorstellen, würde es nach den Sommerferien keine Schule mehr geben. Nie aber hätten wir daran gedacht, dass wir, noch mal viel später, auf der anderen Seite des Balkenzauns stehen und sehnsüchtig den Pausenhof betrachten würden, mit seinen läppischen Hügeln und den eingefassten Betonwegen.

DER AUTOR Max Scharnigg hat 1999 sein Abitur in Tutzing gemacht. Der 29-Jährige arbeitet heute als Journalist und Schriftsteller in München. Ende des Jahres erscheint sein Roman „Die Besteigung der Eigernordwand unter einer Treppe“ (Verlag Hoffmann&Campe). Für den Romanentwurf erhielt er im letzten Jahr das Literaturstipendium der Stadt München.

Foto: privat; Illustrationen: Carsten Knappe

Vielleicht begann es mit den Klassenfahrten, die jetzt stattfanden – plötzlich fielen Lehrer aus, die sonst nie fehlten. Vielleicht begann es auch mit Hitzefrei, das auf einmal leichter gegeben wurde, weil die wichtigen Arbeiten geschrieben waren, vielleicht fing es nur damit an, dass Herr Krämer nach der Fünf-Minuten-Pause der Physikdoppelstunde am offenen Fenster stehen blieb und lieber in die Wellen blinzelte als an die Tafel. Der Unterricht schmolz jedenfalls in der Julihitze zusammen: Wandertage, Bundesjugendspiele, Aktionstage schoben sich über die Stundenpläne, die selbst schon ganz alt, zwar noch an der Wand hingen, aber bald gar keinen Sinn mehr haben würden. In diesen Tagen begann es, dass die Lehrer uns an den See führten und dort unterrichteten. Meist waren die Religions- oder Musiklehrer die ersten und die Kernfächer folgten ihnen. Das Balkenzaun-Verbot war aufgehoben, hinter den Lehrern her eroberten wir Park und See, lagerten uns um sie, die immer noch Buch und Tasche schleppten, während wir uns zu dritt und eher sporadisch einen Block teilten. Die Lehrersakkos lagen über der Ufermauer, statt des Overhead-Projektors leuchtete hinter ihnen die Alpenkette und wir waren ziemlich abgelenkt von der Frage, wer nun alles Gänsedreck am Schuh hatte.

Waren einmal die Bücher abgegeben, hatte nicht nur unsere Schultasche eine ungekannte Leichtigkeit. Es war dann schlicht nichts mehr zu tragen, außer einem Sportbeutel, einem Stück Kuchen oder dem neuen Jahresbericht. Das Letzte schließlich war die Klarsichthülle fürs Zeugnis. Das war der einzige Grund, noch mal in die Zimmer zu kommen, das Lachen vom See her wich dann kurz noch mal einer Stille, die wie ein stummer Trommelwirbel funktionierte. Viel passierte bei der Zeugnisübergabe ja nicht mehr – die wahren Schlachten, sie lagen doch irgendwo zwischen Februar und Mai. Die Noten auf diesem feierlichen Papier, sie hatten fast keine Funktion mehr, am Zeugnistag um halb elf. Für wichtige Einsprüche war es zu spät, die richtigen Tränen waren längst geweint. Wir nahmen es hin, besahen es eine Minute lang, dann wurde der stumme Trommelwirbel zum Freudengeheul, zur Abschiedsfanfare aus sich überschlagendem Lachen, Reden, Trampeln und Abklatschen.


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PORSCHE ZENTRUM 5 SEEN, GILCHING

Wörles Eltern Gerda und Georg Hörmann. Zunächst reparierte und verkaufte man Fahrzeuge der Marken Audi und VW, später kam Porsche hinzu – heute die einzige Präsenz. Und wie es aussieht, muss man sich um die nächste Porsche-Generation in Gilching keine Sorgen machen, denn auch die Söhne der Wörles, Schorsch (15) und Seppi (10), sind aus der Werkstatt kaum wegzulocken: „Die haben beide schon das Porsche-Fieber“. Kein Wunder angesichts des neuen Porsche Cayenne. Vor allem das Hybrid-Modell ist eine absolute Neuerung der Stuttgarter Edelkarossen-Schmiede: Neben dem mit herkömmlichem fossilen Kraftstoff angetriebenen Aggregat sorgt eine Elektromaschine für sportliches Fahren. Umweltfreundlich und leise. Und wer mit den insgesamt 380 PS des Hybrids noch nicht zufrieden ist, kann sich ja für den neuen Cayenne Turbo entscheiden: 500 PS.

Herzblut mit 500 PS

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ir sind ein familiengeführtes Unternehmen – und das fast schon in der dritten Generation.“ Carola Wörle, die zusammen mit ihrem Mann das PorscheZentrum in Gilching leitet, weist mit Stolz darauf hin, dass ihr Betrieb einer von nur insgesamt fünf Porsche-Zentren in Deutschland mit dieser Führungsstruktur ist. „Unsere Kunden spüren den Unterschied“, sagt sie, „denn wir sind mit unserem Herzblut bei der Sache. Unser Herz schlägt für Porsche.“ Seit 45 Jahren besteht das Unternehmen, gegründet von Carola

Porsche Zentrum 5 Seen Am Römerstein 53 82205 Gilching, Tel. 08105 3766-0 www.porsche-5seen.de

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NEUER SHOWROOM IN PERCHA INNENARCHITEKTUR AUF 900 m² INNENARCHITEKTUR: Seit 1993 entwickelt die Objekt Consult Interior GmbH mit Christoph Junker als Geschäftsführer und einem Team aus Architekten und Innenarchitekten erfolgreich ganzheitliche Einrichtungskonzepte im Privat- und Geschäftsbereich. Seit 1. April 2010 von einem neuen Standort aus: dem gläsernen Planungsbüro mit innovativem Showroom in Starnberg / Percha – geplant von Mirjam Marx, Innenarchitektin im Objekt Consult Team. Auf über 900 m 2 mit loftartigem Charakter bietet das 10-köpfige Team sowohl klassische innenarchitektonische Dienstleistungen als auch international anerkannte Möbelkollektionen an. Das Wichtigste bei der Beratung und Planung ist das Einfühlungsvermögen der Mitarbeiter

Christoph Junker Heike Mayer Maren Hermanns 62 Starnberger SeeMagazin 2010 | www.seemagazin.de

Kerstin Wurm

für den jeweiligen Kunden, betont Christoph Junker. Und das bedeutet, nicht den eigenen Stil mit allen Mitteln durchzusetzen, sondern aufzuspüren wovon der Kunde träumt und wie seine Wünsche aussehen. In individuellen Gesprächen mit dem Bauherrn wird deshalb besonderen Wert auf eine detaillierte Analyse der Bedürfnisse und Vorstellungen gelegt. Der Anspruch an das persönliche Engagement und die hohe Qualität der Möbelkollektionen stellen die Eckpfeiler von OC dar. Der Erfolg gibt Christoph Junker und seinem Team Recht: Ausführung von über 250 privaten und gewerblichen Großobjekten in Deutschland, Österreich, Schweiz und Spanien sowie in den USA für die Bereiche Wohnen, Arbeiten, Hotel und Gastronomie.

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Eine logische Konsequenz aus den kreativen und komplexen Planungen ist die professionelle und kompetente Realisation und Lieferung. Objekt Consult arbeitet seit 17 Jahren mit Spezialisten im Handwerk sowie mit internationalen Herstellern im Premium-Segment zusammen. OC bietet seinen Kunden auch hier ein Novum: Den Innovations-Showroom, in dem renommierte Möbelhersteller die Möglichkeit haben, ihre Kollektionen exklusiv auf 220 m 2 ganzheitlich zu präsentieren. Als erstes wird Dedon – führender Anbieter exklusiver Lifestyle- und Outdoor-Möbel – seine Kollektion von April bis September 2010 im neuen Innovations-Showroom in Percha ausstellen.

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Wir bieten sowohl unseren Privat- als auch unseren Geschäftskunden eine optimale Synergie aus professioneller Planungskompetenz, hochwertiger Ausführung und Erfahrung im internationalen Möbelhandel der Spitzenklasse. Objekt Consult bietet seit 17 Jahren eine ganzheitliche und erfolgreiche Lösung für Ihre anstehenden Bauvorhaben. Wir freuen uns auf ein erstes persönliches Gespräch in unserem neuen Showroom in der Würmstraße 4, Starnberg/Percha, während unserer Öffnungszeiten oder natürlich auch nach individueller Terminvereinbarung bei Ihnen vor Ort.

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KUNST & LEBEN

/ Der Bildhauer

GroĂ&#x;e Kunstwerke: In seinem Atelier steht Bildhauer Josef Lang vor einem seiner Holzriesen. An der Wand lehnt ein groĂ&#x;es Modell.

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Schutzbedürftige Riesen WAS IST DAS NUR FÜR EINE WUNDERBARE HOLZFIGUR IM GARTEN? DIESE FRAGE WURDE OFT GESTELLT, ALS DAS STARNBERGER SEEMAGAZIN IN SEINER LETZTEN AUSGABE EINE VILLA IN BERNRIED VORSTELLTE. ULRIKE MERTZ HAT JOSEF LANG, DEN BILDHAUER DER SKULPTUR, IN SEINEM ATELIER BESUCHT

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KUNST & LEBEN

/ Der Bildhauer

„Einfachheit muss man sich erarbeiten!“

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D Längst hat sich bei den Holzlieferanten herumgesprochen, was für „Trümmer“ der Bildhauer Josef Lang benötigt. Oft sind es bis zu sechs Meter lange Eichenstämme, aus denen der Künstler mit Konzentration und Können, oft in Schwerstarbeit, imposante Skulpturen schafft.

er Anblick des roten Mannes ist überwältigend. Riesengroß, wuchtig und agil zugleich steht er da. Der rechte Handrücken ruht locker auf dem unteren Rücken. Es scheint, als habe die linke Hand gerade noch das rechte Handgelenk umfasst. Jetzt ist sie zur Stirn gehoben und führt den Blick des Mannes und auch den seines Betrachters in weite Ferne … Die Figuren des Bildhauers Josef Lang schauen, sie lauschen, sie rufen. Sie sind auf die Außenwelt bezogen. Gleichzeitig, und das ist das Besondere seiner Kunst, sind sie immer ganz bei sich. Mal vergraben sie die Hände in der Hosentasche oder legen sie wie einen Schalltrichter an den Mund, haben die Arme im Nacken verschränkt oder weit ausgebreitet: Was kostet die Welt?! „Die äußere Form meiner Skulpturen soll ihre vielschichtige innere Befindlichkeit ausdrücken“, sagt der 63-Jährige und fügt hinzu: „Mich interessiert kein Heroismus, kein Pathos, kein Leiden an der Welt, sondern der Mensch an sich in seinem Sein. Meine Figuren sollen weder erkennbare Personen dar-, noch etwas anderes vorstellen als die eigene Persönlichkeit. Sie sagen dem Betrachter: Ich bin auf der Erde, ich bin authentisch. Sie mögen dick sein, große Füße haben und grobschlächtig wirken. Innerlich aber sind sie sensibel, unsicher, verlegen und verschämt. Sie dürfen so sein wie sie sind.“ Eigenständige Wesen, vom Menschen geschaffen, deutlich gemacht durch die groben Werkzeugspuren der Kettensäge. Rot, Blau oder Grün, der Künstler überzieht alle seine Figuren mit einer Holzlasur in kräftigen Farben. Mit welcher, darüber entscheiden Faktoren wie Bewegung, Ausdruck und Standort. Der monochrome Überzug vereinheitlicht die Werkzeugspuren und Maserungen des Holzes zu einem Ganzen und steigert die Abstraktion. Einmal, erzählt Lang, bat ihn ein junger Mann, ihm den Weg zur Abstraktion zu zeigen. „Einfachheit muss man sich erarbeiten!“, war seine Antwort. Immer schon hat Josef Lang, 1947 in Reichersbeuren bei Bad Tölz geboren, das Holz geliebt und geschnitzt, was ihm in die Finger kam. Doch er sollte etwas „G’scheites“ lernen. Gleich am zweiten Tag in einer Münchner Elektrofirma wusste der junge Industriekaufmann-Lehrling, dass es „das nicht war“. Dennoch beendete er die Ausbildung, heiratete jung, bekam zwei Kinder und studierte berufsbegleitend Betriebs- und Volkswirtschaft. Das große Aha-Erlebnis kam während eines VolkshochschulKurses zum Aktmodellieren, als der Lehrer seine Schüler in die Münchner Kunstakademie führte. Ganz naiv fragte Lang dort einen Bronzegießer, wie man denn eigentlich an die Akademie käme? Ob er Arbeiten zum Vorzeigen dabei habe, fragte der Lang zurück. Er hatte. Dann ging alles ganz einfach. Ein Professor sichtete seine Mappe, zwei Wochen später erhielt er bereits die Einladung zur Aufnahmeprüfung und kurz darauf ein Schreiben mit der Mitteilung, er müsse das Studium innerhalb von zwei Jahren beginnen. Diese Frist nutzte Lang, um eine Steinmetzlehre dazwischen zu schieben. Noch heute schwärmt er von seinem Taufkirchener Meister. Nach anfänglicher Enttäuschung darüber, dass der gelehrige Meisterschüler den Betrieb nicht übernehmen wollte, förderte der den Akademiestudenten nach Kräften, lieh ihm Werkzeug und gab ihm zur Existenzsicherung immer wieder kleine Aufträge. Zwölf Semester lang zeichnete und modellierte der Student, oft zehn und mehr Stunden täglich in Ton nach lebenden Modellen,

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/ Der Bildhauer

„Man schafft es nur, wenn man sich selbst treu bleibt“ lernte die menschlichen Proportionen kennen und wie sich der Körper in der Bewegung verändert. Am Abend besuchte er Vorlesungen, die eine kunstbegeisterte Anatomie-Professorin an der Uni für Akademiestudenten hielt. Wenn er heute seinen Helm aufsetzt, taucht der Künstler ab in eine andere Welt. Dann kommt nicht einmal seine Frau an ihn heran. Die hat dafür Verständnis, schließlich ist Conny Lang selbst Bildhauerin. Absolute Disziplin sei notwendig, um als freier Bildhauer zu überleben: „Man schafft es nur, wenn man sich selbst treu bleibt und nicht den Fehler begeht, Kunstmarktorientiert zu arbeiten.“ Am liebsten erfindet Lang seine Skulpturen frei und sie treffen dann bei Ausstellungen auf ihre Liebhaber. Doch weil sich staatliche Institutionen wie Museen als Mäzene zurückziehen (müssen), sucht er seine Kunden auch bei Firmen, die mit Kunst repräsentieren. Dann erstellt er so genannte „Phantome“, flache Pappmodelle in

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Originalgröße, die dann an Ort und Stelle aufgestellt werden. Im Ausstellungsraum über seinem Atelier steht die lebensgroße Lindenholzskulptur aus Langs naturalistischen Anfängen neben Pop-ArtFiguren aus Pappmaché oder Gips, die Steinarbeit neben dem Aluminiumguss, das Wachsmodell neben der Bronze. Gefördert durch ein Stipendium in Carrara hat der Bildhauer in seiner Münchner Zeit vorwiegend in Stein gearbeitet. Erst als er mit der Familie aufs Land, ans Ostufer des Starnberger Sees und dann, der Kosten wegen, weiter nach Denklingen zog, kam die Erinnerung an seine Kindheit zurück. Und mit ihr das Holz, als sein heute bevorzugtes Material. Bis zu sechs Meter lange Eichenstämme warten in Sägewerken, bei Straßenmeistereien und Bauern auf ihren Einsatz. Überall hat sich herumgesprochen, was für „Trümmer“ er braucht. Nach drei bis vier Jahren Lagerung und Trockenzeit ist so ein Stamm erst reif für die Bearbeitung. Im Atelier umkreist der Künstler das Holz einmal einige Tage: Wo sind Ausbuchtungen, Astlöcher, wo könnte die Teilung sein, wie die Körperhaltung? Langsam entsteht ein Bild vor dem geistigen Auge, und das Sägen beginnt. Meistens am Kopf, denn die Drehung des Halses und die Haltung der Schultern bestimmen das Übrige. Dabei ist das Reagieren auf unerkannte Fehler im Holz oder auf das eigene Scheitern oft Vorbedingung für ein wirklich gutes Ergebnis, erklärt der Künstler. Die große Kettensäge ist ein gefährliches Instrument und die Arbeit in sechs Meter Höhe, auf einem Gabelstapler samt Palette stehend, anstrengend. Solange er sich dafür kräftig genug fühlt, bevorzugt er die großen Skulpturen. Mit einer Ausnahme: Für öffentliche Wettbewerbe müssen Modelle im Maßstab 1:10 eingereicht werden. „So eine kleine Arbeit kann monumental sein“, erklärt der Künstler, „in ihr steckt der gesamte schöpferische Akt, alle Kräfte, die Verzweiflung ebenso wie das Hochgefühl, wenn sie gelungen ist.“ Fällt es ihm eigentlich schwer, sich von seinen Figuren zu trennen? „Nein! Meine Kunstwerke stehen zwischen Sylt und Liechtenstein, Ludwigshafen und Berlin und haben dort ihre Aufgabe. Sie verändern den Platz. Sie sprechen mit dem Betrachter über Menschlichkeit. Gerade weil sie oft naiv und schutzbedürftig sind, aber auch eigensinnig und neugierig, sind sie nahbar und ansprechbar.“

Von Bildhauer Josef Lang ist auch die Holzskulptur im Park einer Villa in Bernried, die wir im letzten Heft vorgestellt haben und nach der uns viele Leser fragten.

Fotos: Ulrike Mertz; Fink + Jocher / Simone Rosenberg; privat

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Advertorial

SEMBRITZKI – essen und trinken

Köstlichkeiten erleben

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inen großen Korb braucht, wer bei „SEMBRITZKI – essen und trinken“ in Starnberg einkaufen geht. Denn in dem Lebensmittelgeschäft mit dem italienischem Flair bietet Inhaber Boris Sembritzki eine Vielzahl an internationalen, aber auch regionalen Köstlichkeiten an. Wer das einladende Geschäft betritt, steht direkt vor der Theke mit einem außergewöhnlichen Angebot verschiedener Käsesorten aus Frankreich, Italien und Bayern. Da liegt ein köstlicher Dzorette mit gerösteten Tannennadeln neben Ziegenrohmilchkäse, einem Wildblumenkäse aus dem Allgäu oder Bauernkäse aus Farchach. Wer einen besonderen Rot-, Weiß- oder Biowein sucht, kann bei Boris Sembritzki aus rund 60 verschiedenen Sorten wählen, darunter der wieder so beliebte Riesling von der Mosel. Verführerisch sieht der Parmaschinken aus der Toskana aus oder das getrüffelte Schweinefilet,

gar nicht zu reden von den französischen Pasteten oder dem Wurzelspeck aus der Steiermark. Gewürze, Tee sowie Kürbiskernöl und -pesto ergänzen das hochwertige Warenangebot, das immer wieder Neues bietet. Und mittags stellt sich der Chef an den Herd und zaubert seinen Gästen im Sommer Pasta, Risotto, Salate und Antipasti, im Winter feine Suppen und Eintöpfe. Wein, Cappuccino oder Espresso werden an sonnigen Tagen an den Tischchen vor dem Geschäft serviert – Donnerstags und Freitags kann man sogar bis um 21.30 Uhr von den verschiedenen Weinen und Antipasti kosten.

SEMBRITZKI – essen und trinken Tutzinger Hof Platz 4, 82319 Starnberg Tel. 08151 5509526 Öffnungszeiten: Mo bis Mi 8.30 – 18 Uhr, Do/Fr 8.30 – 21.30 Uhr, Sa 8.30 – 13.30 Uhr www.sembritzki-starnberg.de

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LANDGASTHOF RITTERGÜTL Irschenhausen

Frische, heimische Produkte werden zu Köstlichkeiten im Landgasthof mit herrlichem Blick übers Isartal. Moderne und Tradition harmonisch vereint – im Restaurant, Biergarten und Stüberl. Dienstag Ruhetag. Landgasthof Rittergütl, Ebenhauser Straße 26, 82057 Irschenhausen, Tel. 08178 3803, www.ritterguetl.de

DECHANT FISCHLADEN & RESTAURANT Starnberg Feines Fischfachgeschäft mit Restaurant. Eigene Fischerei, Räucherei, Meeres- und Süßwasserfisch. Im Restaurant orientiert sich die Speisekarte am aktuellen Angebot und lässt jedes Feinschmeckerherz höher schlagen. Jetzt auch in Berg-Aufkirchen! Dechant, Hauptstr. 20, 82319 Starnberg, Tel. 08151 12106, www.dechants-fischladen.de

WIRTSHAUS FLÖSSEREI Wolfratshausen

CAFE FRÜHTAU Berg

Ein alter Bauernhof mit modernem Glas-Ambiente, dazu bayerische und mediterrane Genüsse: Dieser Mix hat besonderen Charme! Geöffnet: Mo bis Do 11 – 24 Uhr / Fr bis So 10 – 24 Uhr; durchgehend warme Küche. Wirtshaus Flößerei, Sebastianisteg 1, 82515 Wolfratshausen, Tel. 08171 3862580, www.wirtshaus-floesserei.de

Selbstgebackenes aus Biomehl vom Demeter und frische Zutaten aus der Region – wie der Fisch, der zu Fuß vom Dorffischer geliefert wird – im charmanten Cafe mit Sonnenterrasse genießt der Gast eine gesunde Küche, die doppelt Freude bereitet. Do bis Sa 10 – 18 Uhr, So 8 – 18 Uhr mit Brunch. Cafe Frühtau, Grafstr. 14, 82335 Berg, Tel. 08151 971480

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TIPPS

/ Kultur mit Genuss

Venus mit Gorilla Kunst auf der grünen Wiese gibt es im Eurasburger Ortsteil Happerg am Kellerweg zu bestaunen. Dort hat der österreichische Bildhauer Hans Kastler gleich 18 seiner Skulpturen aufgestellt. Wind und Wetter trotzen dort zum Beispiel die Meeresnymphe „Nereide“, eine gemütliche Venus, oder eine kopflose Salome. Auch ein Gorilla thront malerisch auf dem Hügel. Infos: www.hanskastler.com Wer nach der Kunst ein besonderes Ambiente genießen und dabei kulinarisch verwöhnt werden möchte, kehrt ein im Restaurant oder der Weinbar des Elbacher-Gütel in Eurasburg, Birkenallee 1, Tel. 08179 9431470.

Mehr erleben mit Kunst und Köstlichkeiten, Große Vielfalt

Alte Handwerke

Wollen Sie in ein klassisches Konzert gehen oder einen Kabarett-Abend genießen? Haben Sie Lust auf Theater, eine Ausstellung oder ein Jazzkonzert? Hier einige bekannte Kulturstätten am See: ■ Das Museumsschiff Tutzing liegt mit viel Programm an der Seestraße vor Anker. www.museumsschiff-tutzing.de ■ Die Loisachhalle in Wolfratshausen, Hammerschmiedweg, bietet Kultur nonstop. Telefon 08171 386258-20, www.loisachhallewolfratshausen.de ■ Bekannt für Qualität: Schlossberghalle Starnberg, Vogelanger 2, Tel. 08151 772-136, www.schlossberghalle-starnberg.de ■ Kultur im edlen Ambiete: Seeresidenz Alte Post in Seeshaupt, Alter Postplatz 1, Tel. 08801 914-0, www.seeresidenz-alte-post.de ■ Wer einmal von Assunta Tammelleo und ihrem Team in den Hinterhalt gelockt worden ist, wird wieder kommen. Die Kulturbühne Hinterhalt in Gelting, Leitenstraße 40, ist eine bekannte Adresse für musikalische, literarische und theatralische Vielfalt. Zur Jam-Session wird jeden dritten Sonntag im Monat geladen. Beliebt sind auch die MundArt-Nächte oder die Abo-Reihe „BrotZeit & Spiele“. Tel. 08171 238104, www.hinterhalt.de.

■ Vom Adel und den Sommerfrischlern wird viel geredet, dabei prägten seit jeher auch die Handwerker das Leben am See. Das gute alte Handwerk können Sie hier noch finden und erleben: Hufschmied Andreas Eberl aus Starnberg verpasst Pferden und Eseln schickes neues Schuhwerk. Tel. 0160 99353097, www.1001hufe.de. ■ Bei der Weltmeisterschaft der Kunstschmiede 2009 im italienischen Stia sicherte sich Tom Carstens die Silbermedaille. Daheim in Degerndorf bietet er Metallgestaltung vom besten. Auch Schmiedekurse! Tel. 0177 5007082, www.schmied-tom-carstens.de. ■ Kunst & Kuscheliges aus handgesponnener Wolle findet man in der Spinnerei von Susanne Karner aus Geretsried. Sie fertigt Web- sowie Filzarbeiten und beherrscht die Technik des Nadelbindens. Kurse mit bis zu sechs Teilnehmern oder Einzelstunden gibt es für interessierte Laien. Tel. 08171 410568, www.karner-wolle.de.

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Fotos: Mateusz Atroszko; Nina Daebel

neuen Rhythmen und alten Fertigkeiten


Foto: www.manfredbaumann.com

„Die St. Anna Kapelle in Berg ist mein liebster Platz. Der Wanderweg von dort ins Manthal ist wunderbar und danach gehts in Berg ins Cafe Frühtau, wo ich ab und zu im Service aushelfe.“

Advertorial

Katerina Jacob, Schauspielerin, die abwechselnd in Berg und Kanada lebt.

Malerische Spuren Wo Franz Marc einst lebte und die Wiege des „Blauen Reiter“ stand, gibt es nun einen Malerweg in Sindelsdorf. Über fünf Kilometer führt er durch den Ort und zu insgesamt zwölf besonderen Plätzen. Zu erkunden gibt es zum Beispiel die Gartenlaube, in der Franz Marc und Wassily Kandinsky die berühmte Künstlervereinigung gegründet haben, oder die Stellen, an denen Marc bedeutende Werke wie „Die verzauberte Mühle“ und „Rote Rehe“ malte. www.sindelsdorf.de In den Kiku-Kinderkursen üben sich kleine Künstler im Malen und Tanzen. WerkstattAtelier Gabriele Sankowski, 82319 Leutstetten, Wangenerstr. 18, Tel. 0179 6741291.

Alles Käse Auf dem Assenhauser Hof von Simon und Johanna Mair in Berg-Farchach, Kirchplatz 1, sind Gourmets am richtigen Platz. Frischkäse, halbfester Schnittkäse, Hartkäse, aber auch Topfen, Joghurt, Ziegenkäse und Butterschmalz: Im Hofladen gibt’s alles rund um den Laib. Die Leckereien werden in der Assenhauser Hof Käserei von Hand hergestellt und das möglichst schonend. Die Milch liefern die hofeigenen Kühe und Ziegen. Geöffnet ist der Hofladen samstags von 9 – 12 Uhr. Tel. 08151 51143 Bei SEMBRITZKI – essen und trinken in Starnberg, Tutzinger Hof Platz 4, finden Sie den feinen Käse ebenso – und können ihn dann gleich mit einem guten Glas Wein und ein paar Antipasti genießen.

WEINMETROPOLE IN STARNBERG

Ein guter Tropfen, interessante Gespräche

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enn ich einen Weinberg besuche, nehme ich eine Handvoll Erde und rieche intensiv daran“, erzählt Dietmar Lang. Und es waren schon über 300 Weingüter in aller Welt, die der Starnberger Connaisseur besucht hat. Um zu wissen, wie ein Produzent arbeitet und welche Qualität wirklich in einem Wein steckt, muss man sich auf den Weg machen. „In vino veritas“, im Wein liegt die Wahrheit, das wussten schon die Römer. Dietmar Lang ist Autodidakt – und versteht vom Wein trotzdem mehr als mancher, der sich jahrelang mit Öchsle, Tannin und Jahrhundertjahrgängen befasst hat. Seit 1987 betreibt der 49-Jährige seinen Weinhandel, seit 2001 in neuen Räumen in der Starnberger Maximilianstraße. Als eine seiner LieblingsEntdeckungen bezeichnet er die familiär geführten Weingüter Loacker aus Bozen/Südtirol, die auch in der Toskana in Montalcino mit dem Weingut Corte Pavone und in der Maremma mit dem Weingut Valdifalco einzigartige biodynamische Weine erfolgreich anbauen. Der besondere Tipp: In seiner Weinmetropole bietet Dietmar Lang gemeinsam mit der Beziehungstrainerin Regina Swoboda (www.open4life.de) auch unterhaltende Abende mit Dinner, Seminaren oder Weinknigge an – für Menschen, die nicht mehr Singles bleiben wollen.

Weinmetropole Dietmar Lang Maximilianstraße 19 82319 Starnberg Tel. 08151 16172 www.weinmetropole.com

W E I N · C H A M PAG N E R · E D E L B R Ä N D E · P R Ä S E N T E

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TIPPS

/ Kultur mit Genuss

Schöner braten

Entspannt feiern

Kochsendungen sind beliebt, selber kochen (lernen) ist sinnlicher! Schauen Sie den Kochprofis am See über die Schulter: ■ In der VINOTECA MARCIPANE in Münsing, Bachstraße 1a, trifft man sich jeden ersten und dritten Dienstag im Monat ab 17 Uhr am Herd. Die Teilnehmerzahl: sechs bis zehn Personen. Kursgebühr: 185 Euro. Tel. 08177 929687, www.vinoteca-marcipane.de ■ Eine kulinarische Reise durch die Welt bietet die EISENHERZ CUISINE der Kochschule im Schloss Seefeld, Schlosshof 6 + 9. Thailändisch, Chinesisch oder Indisch, Fränkisch, Rheinisch oder Schlemmen wie Gott in Frankreich. Kursgebühr: ab 89 Euro. Tel. 08152 999966, www.eisenherz.com ■ Wie eine vielfältige, köstliche und leichte Küche gelingt, lernt man in der GESUNDHEITSAKADEMIE STARNBERG, Oßwaldstraße 1. Tel. 08151 182962, www.gesundheitsakademie-starnberg.de

■ Privatunterricht bei sich zuhause gibt Koch STEFFEN SONNENWALD aus Wolfratshausen. Tel. 08171 410022, www.art-cuisine.de ■ Ayurveda-Kochkurse hat CHRISTINE SCHUSTER in Starnberg, Moosbichlstraße 20, im Angebot. Tel. 08151 277536, www.ayurveda-starnberg.de ■ Einen Fünf-Elemente-Kochabend rund um Genuss und bewusster Ernährung gibt es bei NICOLE STERN in Starnberg, Altostraße 21, Tel. 0179 5120010, www.stern-kochgenuss.de

Reines Vergnügen für Leib und Seele

Elke Ross kennt Land, Leute und jeden schönen Winkel am See. Mit SeeEvents&Co hilft Ihnen die geschulte Eventmanagerin, dass Ihr Fest zum Erlebnis wird. Vom Kindergeburtstag über Romantik-Dinner bis zum Firmenjubiläum – die Mitherausgeberin des SeeMagazins plant und organisiert alles. Informieren Sie sich unverbindlich. SeeEvents&Co, Alpspitzstr. 3, 82335 Berg, Tel. 08151 970600, E-Mail: kontakt@seeevents.de

„Glasklar und ehrlich – die frisch restaurierte Remise im Schlosspark Fußberg in Gauting bietet durch ihr großes, offenes Dach eine ganz außergewöhnliche Akustik.“ Florian Prey, Sohn des weltberühmten Sängers Hermann Prey und selbst gefragter Bariton und

■ Frittierte Brennnesselblätter, Fichtenspitzenkonfekt oder aromatische Lärchenzapfen – die Kräuterpädagogin GISELA HAFEMEYER aus Andechs kennt alles, was im Wald, auf Wiesen und im Garten zu gesunden Köstlichkeiten verarbeitet werden kann. Ihr Wissen gibt sie bei Wildkräuterführungen weiter. Selbst hergestellte Produkte wie Kräutersalz und Kräutersenf, Sirup, Blütenzucker, eingelegte Früchte oder Samen kann man direkt bei der „Kräuterhexe“ bestellen. Tel. 08152 2664, www.kraeuterstadl.de ■ Kochkurse, Workshops zum Herstellen von Naturkosmetik und Führungen bieten die WOLFRATSHAUSER KRÄUTER-PÄDAGOGINNEN an. Besonders gern treffen sie sich in ihrem Kräuter-KraftKreis bei der StadtbüchereI, Hammerschmiedweg 3, www.wolfratshausen.de ■ Kräuterwanderungen für die ganze Familie inklusive kleinem Kochkurs im Anschluss bietet BERNHARD KORILLA von der Auinger Schmuckstauden Gärtnerei am Wörthsee. Anmeldungen: Tel. 0172 8568797, Meilingerstraße, 82237 Auing/ Wörtsee, www.schmuckstau.de

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Künstler, lebt in Gauting.

Nicht zum Kippen! Hochprozentig und rein, Schnäpse für Kenner: TOBIAS HOLZER aus Degerndorf stellt seine Obstschnäpse alle in Handarbeit her, darunter Spezialitäten wie Kornelkirsche, Wilde Vogelbeere, Pfirsich und Apfel aus dem Karmelitinnenkloster in Aufkirchen. Tobias Holzer, Kleinfeld 4, Degerndorf, Tel. 0162 7845540. HANS DEMMLER in Münsing, Biberweg 15, besitzt ebenfalls das Brennrecht. Eine scharfe Köstlichkeit sind sein Obstler, der Vogelbeergeist oder der Schlehengeist. Tel. 08177 365. Im Kloster Schäftlarn brennt Frater Alto mit die SCHÄFTLARNER KLOSTERSCHNÄPSE wie Apfel-, Birnen- und Zwetschgenbrand. Tel. 08178 7915, www.abtei-schaeftlarn.de

Fotos: Schmuckmuseum Pforzheim/Bayerisches Nationalmuseum München; Daniel Aschoff; PR

Mehr Naturwissen


Japanische Grüße Schlichte Formen und ausgewogene Eleganz kennzeichnen die Keramik von GUDRUN PAYSEN. Zwölf Jahre lang hat die Künstlerin in Japan gelebt und studiert. Sie lädt täglich von 10 – 19 Uhr (im Winter bis 17 Uhr) in ihre Werkausstellung nach Berg, Bäckergasse 11a, ein. Der Besucher darf auch ihre Töpferwerkstatt und den japanischen Garten besichtigen. Tel. 08151 51486, www.gudrun-paysen.de SABINE TURPEINEN hat sich auf die Herstellung von Gefäßen für die japanischen Künste des Ikebana und des

Teewegs spezialisiert. Hier bekommt man das Zubehör für eine Tee-Zeremonie: Beuerberg, Waldhauserstraße 1b. Tel. 08179 8263, www.ikebana-tee-keramik.de Shakuhachi spielen, so heißt es, sei wie das richtige Atmen und Meditation. RENKEI Y. HASHIMOTO unterrichtet das Spiel auf der Bambusflöte. Tel. 08179 929376 YUKO NIHON TEIEN ist ein japanischer Garten mitten in Wolfratshausen. Diesen Ort der Ruhe bekam die Stadt anlässlich ihres 1000. Jubiläums von den Bürgern ihrer japanischen Partnerstadt Iruma als Zeichen der Freundschaft geschenkt.

REGINE PLOCHMANN-PAULITSCH PERMANENT MAKE-UP UND KOSMETIK

Reisende Juwelen Manchmal wird etwas erst richtig kostbar, wenn man es von der Ferne im neuen Glanz sieht. Und wenn das Schmuckmuseum Pforzheim (jede Stippvisite wert!) ländliche Bijouterie aus Bayern zeigt, dann haben Kropfkette, Uhrkette, Haubennadel (Foto) oder Jungfernkranl es verdient. Die Kostbarkeiten aus der Schatzkammer des Nationalmuseums München sind dort bis September zu sehen und dann wieder daheim. www. schmuckmuseum.de

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Perfekte Haut, volle Lippen, strahlende Augen

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ich in die Hände von Regine PlochmannPaulitsch zu begeben, ist wie ein Extratag Urlaub! So schwärmen ihre Stammkundinnen über die einfühlsamen Kosmetik-Behandlungen. In der angenehmen Atmosphäre des hellen Studios in Söcking bleibt der Alltag draußen. Dezente Farben, der Blick ins Grüne, der zarte Raumduft und die entspannende Hintergrundmusik verführen zum Abtauchen und Genießen. „Eine tolle Creme allein genügt nicht“, wissen die Kosmetikerin und ihre Mitarbeiterin. „Das A und O der perfekten Pflege sind Feuchtigkeit und hochwertige Produkte.“ Nach sanfter Reinigung wird die Haut mit Feuchtigkeits-Ampullen intensiv genährt. „So vorbereitet, nimmt sie die regenerierenden Wirkstoffe optimal auf.“ Verwendet werden ausschließlich edle Produkte von „Valmont“ und „Babor“. Wer mehr Lifting möchte, profitiert von der Zusammenarbeit der Visagistin mit einem renommierten plastischästhetischen Chirurgen. Beim Permanent Make-up, ihrem Spe-

zialgebiet, garantieren allergiegetestete, antiseptische Farben, dass selbst empfindlichste Haut es hervorragend verträgt. Mit feinster Nadel gezeichnete Härchen lassen die Brauen natürlich aussehen, ein am oberen Lid verdichteter Wimpernkranz sorgt für ausdrucksstarke Augen. Narben oder unregelmäßige Konturen der Lippen werden schonend korrigiert. Sicherheit und Perfektion sind die Markenzeichen von Regine PlochmannPaulitsch. Und der vertrauen sich gern auch Männer an.

Regine Plochmann-Paulitsch Staatl. geprüfte Fachkosmetikerin Andechser Str. 33a, 82319 Starnberg, Tel. 08151 21277 www.plochmann-kosmetik.de

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HAUS & HOF

/ Die Bäuerin

Eine ganz natürliche Leidenschaft ZEHN HEKTAR NACHHALTIGE LANDWIRTSCHAFT, EIN HOF MIT KÜHEN, SCHWEINEN, HÜHNERN, GÄNSEN, ZWEI ESELN UND EINEM PONY, EIN HOFLADEN UND FERIENWOHNUNGEN … AUF DEM „ZWEILINDENHOF“ IN MAGNETSRIED GIBT ES EINE MENGE ARBEIT. BÄUERIN LILIAN MAIER STEMMT SIE MIT VIEL ENGAGEMENT

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Lilian Maier ist gelernte Landwirtin. Seit 2005 bewirtschaftet die heute 47-Jährige den „Zweilindenhof“ in Magnetsried und hat das ehemalige Pferdegestüt zu einem gastlichen Ort umgebaut. Wer bei ihr wohnt, isst oder feiert, kann gewiss sein: Hier wird nach den ökologischen Werten der Nachhaltigkeit gelebt und gearbeitet.

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ielleicht können Sie spüren, dass Sie an einem besonderen Ort sind hier“, steht in Lilian Maiers Gästebuch. Geschrieben hat es ihre Schwester Natalie, die mithalf, dass Lilians Traum wahr wurde – und dass sie nicht aufgab, zwischendurch. „Mit viel Aufwand und Mühe wurde dieser Platz geschaffen“, schrieb sie weiter. „Viele, viele Häuser und Höfe hat Lilian sich angeschaut. Zu kleine, zu große, zu fern gelegene, zu nah an der Straße oder im Ort. Dabei drängte die Zeit, denn der alte Bauernhof in Höhenrain war ihr gekündigt worden, und die Tiere mussten raus. Sie tröstete ihre Kinder beim Auszug in eine ungewisse Zukunft: ,Wir werden einen schöneren Platz finden!‘“ Da schluckt man ein bisschen, wenn man das liest, denn man ahnt: Lilian Maier, 47 Jahre alt und Bäuerin aus freier Entscheidung und nicht, weil sie in eine Landfamilie hineingeboren wurde, hat wohl oft nicht mehr weiter gewusst. Aber dann möchte man triumphierend hinausposaunen: Ja, sie hat ihn gefunden, den wunderbaren Platz! In Magnetsried, sechs Kilometer hinter Seeshaupt, liegt der „Zweilindenhof“ am Dorfrand, in Einsamkeit, eingebettet zwischen sanften Moränenhügeln, mit Blick auf Wald und Wiesen. Das Anwesen hat die gelernte Landwirtin 2005 er-

worben und über die Jahre saniert, erweitert und bis ins kleinste Detail liebevoll hergerichtet. Ein Ort, der den Besucher berührt, denn es geht hier nicht nur um ökologische Landwirtschaft. Lilians Hof ist auch das Projekt einer alleinerziehenden Mutter, die mit ihren beiden Kindern Amelie, 13, und Raphael, 16, sowie einem einzigen Mitarbeiter, Egidius aus Litauen, alles alleine schafft. Zehn Hektar Land bestellen, Dutzende Kühe, Ziegen, Schweine, Gänse, Hühner, zwei Esel und ein Haflinger-Pony versorgen, die Stallarbeit, beim Kalben Geburtshilfe leisten, Zäune bauen, Mähen, Ernten, Futter fahren… Auch den Rohrbruch oder die eingefrorene Leitung im Winter. Daneben ist Lilian Maier Köchin, Gastgeberin und Unternehmerin. „Ja, ich muss schauen, dass der Laden läuft“, sagt sie. „Die Familie muss leben, von dem, was erwirtschaftet wird, und alles muss in Schuss gehalten werden.“ Da sind dann 16 Stunden Arbeit am Tag die Regel, der Wecker klingelt jeden Morgen um 5.30 Uhr, und an manchen Wochenenden, wenn Gäste bei ihr feiern, ist die Bäuerin auch mal durchgehend im Einsatz. Lilian Maier zuckt mit den Achseln. Natürlich ist das viel Arbeit. Sie schaut einem direkt in die Augen, gelassen, bestimmt. Kein Zweifel, man hat es mit einer starken Frau zu tun, mit einer, die ihre Hände in die Hüften stemmt und es ernst meint mit allem, was sie tut. Sorgen und die schwierigen Momente? „Wenn ich ein Tier schlachten muss, das viele Jahre bei mir gelebt hat, eine alte Mutterkuh, die mir viele Kälber geschenkt und uns damit ernährt hat, dann geht mir das nahe“, sagt sie. Und: „Manchmal hab ich schon Existenzängste. Dann liege ich nachts wach, und es treibt mich die Sorge um: Was mach ich nur, wenn ich die Ferienwohnungen nicht vermiete?“, sagt sie. „Dann wäre ein Partner schon nicht schlecht, mit dem ich über alles reden könnte.“ Klingt nach einer anderen langen Geschichte, zu der Lilian nur so viel sagen will: „Die Kinder haben ihren Vater. Aber als Familie zusammen zu leben, ging nicht.“ Nach einem klassischen Bauernleben, in das man auf dem Hof der Eltern hineinwächst, klingt es sowieso nicht. Ist es auch nicht, denn Lilian Maier stammt aus gutbürgerlichen Starnberger Verhältnissen. Die Eltern waren Journalisten, von ihren drei Schwestern wurden zwei Kunsthistorikerinnen, eine Künstlerin. Nur Lilian wusste von Kindheit an, dass sie Bäuerin werden wollte. „Auslöser war ein kleiner Spielzeugbauernhof, den mir mein Vater schenkte, als ich fünf war“, erinnert sie sich. „Ein wunderschöner Tegernseer Hof war das, original und maßstabgetreu nachgebaut.“ Für sie blieb es nicht nur das Spielzeug, sondern wurde ein Lebensmodell, in das sie sich verliebte. „Natürlich hat meine Mutter gesagt: ,Landwirtschaft, Kind, das ist keine Arbeit für eine Frau!‘“ Ein paar Jahre hat sich Lilian noch durch die Realschule gequält und von dieser Zeit nur ihre Radtouren zur Schule von Starnberg nach Tutzing in guter Erinnerung. „Denn da war ich im Freien!“ Nach dem Realschulabschluss absolvierte sie ein soziales Jahr im Krankenhaus und büffelte doch noch fürs Fachabitur, um schließlich zielstrebig auf die Landwirtschaft zuzusteuern. Der Berufsschuldirektor fragte ungläubig nach, ob sie sicher sei, dass

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HAUS & HOF

/ Die Bäuerin

sie Landwirtschaft und nicht landwirtschaftliche Hauswirtschaft meine? Aber Lilian war sicher: Es war der Männerberuf, den sie erlernen wollte. Mit 20 begann Lilian ihre landwirtschaftliche Lehre mit Stationen auf einem großen Schweinemastbetrieb, einem Biohof mit Pensionspferden und in einem großen Milchvieh- und Bullenmastbetrieb. Auf der Höheren Landbauschule in Landsberg machte sie dann zudem noch ihren Meister. Drei Jahre führte die junge Landwirtin danach als Angestellte einen Hof in Kempfenhausen. Bis klar war: „Ich will meinen eigenen Bauernhof!“ So begann die Zeit, von der ihre Schwester im Gästebuch spricht. 15 Jahre lang war Lilian Maier die Pächterin des ersten „Zweilindenhofs“ in Höhenrain, einem Dorf in der Gemeinde Berg am Ostufer des Starnberger Sees. „Dort hat sich alles entwickelt, mein Konzept, so wie ich es jetzt in Magnetsried vollenden konnte“, erklärt sie. Ein Konzept, das getragen ist von Nachhaltigkeit, einer besonderen Liebe zur Natur, einem ausgeprägten Sinn fürs Schöne. Und: Davon, dass Lilian Maier ihren Gästen etwas Privates von sich gibt. Schon in Höhenrain führte sie einen Hofladen, in dem sie ihre eigenen Produkte verkaufte, und sie begann, ihre Kunden zu bewirten – anfangs eher aus Zufall, wenn Käufer mal auf das eine oder andere warten mussten. „Dann habe ich angeboten, was ich grad gekocht oder gebacken hatte. Und das hat denen meistens so gut geschmeckt, dass sie wiederkamen.“ Lilian genoss es. „Nach eigenen Vorstellungen zu leben, aber immer in Kontakt mit Menschen zu sein, ihnen etwas zu geben von mir.“ Ihre Kinder haben immer mitgemacht. „Unser Leben war oft improvisiert, ganz und gar nicht etabliert, aber es hat funktioniert.“ Wenn zum Beispiel Baby Raphael im Stall selig in seinem Kinderwagen schlief, während die Mutter ausmistete. 2004 musste die Bäuerin runter vom gepachteten Hof. Weil sie erst keinen Ersatz fand, wurden die Tiere auf drei verschiedene Güter verteilt. Lilian zog vorübergehend nach Starnberg ins Elternhaus. Das bedeutete: Jeden Morgen die Kinder in verschiedene Schulen kutschieren, dann die Tiere auf drei Höfen versorgen, ein neues Zuhause suchen. Zu allem kam hinzu, dass ihr Ex-Lebensgefährte schwer erkrankte und Lilian auch noch seinen Hof monatelang mitversorgte. „Ja, das war eine harte Zeit“, gibt die Frau zu, die nicht zum Jammern neigt. Aber es ist ja alles gut gegangen. Lilian Maier lebt nun in Magnetsried auf ihrem eigenen Bauernhof, einem ehemaligen Pferdegestüt, hat Kinder und alle Tiere um sich versammelt und das Landhaus zu einem Schmuckstück ausgebaut. Zum Beispiel die Gaststube, die sich im ehemaligen Pferdestall befindet: Die uralten Holzdielen stammen aus einer stillgelegten Brauerei. Im Eingangsbereich tritt man auf handgemachte Ziegel, die Lilian aus einem Abrisshof von 1632 retten konnte. Auch die alten Holzfenster und -türen hat die Gastwirtin in einem anderen, dem Untergang geweihten, Hof gefunden und im „Zweilindenhof“ neu eingesetzt. Die Tische hingegen sind neu, aus schönem glattem Holz, ganz schlicht. Die feinen Lampen entwarf ein italienischer Designer, speziell für den „Zweilindenhof“. Bis zu 60 Gäste kann Lilian in ihrer Stube bewirten. Im Sommer feiert man im Garten, sitzt an einer langen Tafel, gedeckt mit weißem Leinen, bäuerlichem Geschirr und bunten Wiesensträußchen. „Füllig, aber schlicht. Nie übertrieben, so wie die Natur auch ist“, beschreibt Lilian ihren Stil. Davon möchte sie ihren Gästen etwas mitgeben und ihnen zeigen, was sie häufig gar nicht mehr kennen. Besonders, wenn es ums Essen geht. „Wenn eine Gesellschaft zum Beispiel Rehbraten bestellt, dann erkläre ich ihnen, dass es das ganze Reh geben wird, eines aus dem Wald vor meiner Tür. Das bedeutet,

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„Auslöser war ein kleiner Spielzeugbauernhof, den mir mein Vater schenkte, als ich fünf war“


dass nicht jeder einen RehrĂźcken bekommen kann, wie man’s aus dem Restaurant gewohnt ist, sondern dass alle Teile des Tieres verwertet und verteilt werden. Dazu gibt es dann vielleicht grĂźne WalnĂźsse oder etwas anderes, das der Garten gerade zur VerfĂźgung stellt.“ Alles soll seinen Sinn haben und mit Respekt behandelt werden. „Das Essen ist das Ende einer langen Kette, die mit der Aufzucht der Tiere beginnt. Ein Kreislauf, in dem alles zusammenhängt“, erklärt sie. Wenn neue Gäste kommen, bemerkt Lilian Maier, dass es immer ein bisschen dauert, bis die Menschen warm werden, „bis sie merken, dass sie ganz frei sein kĂśnnen.“ An diesem besonderen Ort.

Fotos: Quirin Leppert

Patricia Wiede

Amelie und Raphael (Foto links), die Kinder von Lilian Maier, helfen mit in Haus und Hof. Besonders natĂźrlich, wenn Gäste kommen oder ein groĂ&#x;es Fest gefeiert wird – immer mit selbst gemachten KĂśstlichkeiten. Weitere Infos zum „Zweilindenhof“: Tel. 08801 915881, www.zweilindenhof.de

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MACHER AM SEE

/ Kultur

Eine spielerische Liaison … WÄRE EIN GUTER FILMTITEL, IST ABER IN DIESEM FALL DIE UMSCHREIBUNG FÜR DAS GEMEINSCHAFTSPROJEKT ZWEIER AMBITIONIERTER KULTUR-VERANSTALTER, DEREN ENGAGEMENT WEIT ÜBER DIE REGION HINAUS BEKANNT IST. EINE VORSTELLUNG IN DREI TEILEN:

Das Gemeinschaftsprojekt Die Schönen Künste und der Film

Unsere Autorin Ulrike Mertz war dabei, als sich Elisabeth Carr von KunstRäume und Matthias Helwig, Gründer der Breitwand Kinos, zum ersten Gedankenaustausch trafen atthias Helwig und Elisabeth Carr haben sich im montäglich geschlossenen Starnberger Kino verabredet. Der Hausherr serviert eigenhändig zubereiteten Cappuccino. Die Diskussion dreht sich mal wieder um ein gemeinschaftliches Projekt, das jetzt noch unter dem Arbeitstitel „Der Film als siebte der Schönen Künste“ steht und den ganzen Sommer über stattfinden soll. Die Idee: In einem übers Jahr gespannten Bogen wird der Film selbst als Kunstform vorgestellt und als repräsentatives Medium in den Dienst der sechs übrigen Schönen Künste gestellt. Der Film zum „Film als siebte Kunst“ – das ist den beiden Kreativen sofort klar – muss der wegweisende Stummfilm „Metropolis“ sein, Fritz Langs Meisterwerk und UNESCO Weltkulturerbe, und zwar in seiner jetzt rekonstruierten Originalfassung von 1927. Aber welchen Künstlerfilm wählt man zur Bildhauerei? „Die Augen am Horizont“, eine filmische Reise durch die einzigartige Kunst- und Lebenswelt des Alberto Giacometti? Oder lieber einen zu Niki de Saint Phalle? Elisabeth Carr spinnt den Faden in konkreten Fragen weiter: „Wie soll der dazu passende

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KunstRaum gestaltet sein? Welche Inhalte, welcher Referent? Mir schwebt so etwas wie ein Skulpturentag vor. Kinder aus der Region könnten bunte ,Nanas‘ à la Niki de Saint Phalle aus Pappmaché schaffen …“ Die Gedanken fliegen hin und her. Vernetztes Denken macht die kreativen Köpfe zu Partnern. Matthias Helwig dreht weiter an der Zukunftskugel: „Armin Müller-Stahl könnte aus den ‚Buddenbrooks‘ lesen und außerdem seine Malerei zeigen.“ Vieles ist abzuklären, bis eine so komplexe Themenreihe steht. Später, vor Publikum, wird sich alles leicht anfühlen und spielerisch-selbstverständlich aussehen. Jetzt aber ringen die beiden besessenen Kulturworker, eigentlich grundverschiedene kulturelle Einzelkämpfer, mit Lust und heiligem Ernst an einer spielerischen Liaison für Kino- und Kulturfreunde. „Die Schönen Künste und der Film“, April bis November 2010, Kino Breitwand, Wittelsbacher Str. 10, Starnberg www.breitwand.com und www.kunstraeume-am-see.de


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/ Kultur

Elisabeth Carr

Matthias Helwig

Mit „KunstRäumen am See“ Türen und Herzen öffnen

Mit dem „Kino Breitwand“ zum Global Film Player

as bis auf Orlando di Lasso zurückgehende Kulturgut und Kulturland der Region rund um den Starnberger See ist so lebendig! Es gibt das interessierte Publikum, und die ,KunstRäume‘ werden bereitwillig aufgetan, wenn man nur danach fragt!“ Elisabeth Carr ist Optimistin und ein Organisationstalent. Mit ihrem Kulturatelier initiiert die Starnbergerin Konzerte, betreut die renommierten „Tutzinger Brahms-Tage“ und veranstaltet Ausstellungen und Lesungen. Mit streitbarer Offenheit und viel Herzblut präsentierte sie im letzten Jahr auch das „Gesamtkunstwerk Herbert Achternbusch“ im Berger Marstall. Elisabeth Carr sucht und fragt. Und es öffnen sich ihr Türen wie die ins feine Palais der Gräfin Almeida in Starnberg oder zum Austragshäusl auf dem Assenhauser Hof der Familie des „Literarischen Bauern“ Stefan Mair in Farchach. „Kulturarbeit als Sozialarbeit, die Menschen zusammenführt in außergewöhnlichen Lebens-Kunsträumen, wo Zuhörer und Betrachter mit den Künstlern und Referenten direkt ins Gespräch kommen“, beschreibt die ausgebildete Sozialpädagogin, Gestalttherapeutin und sechsfache Mutter das Ziel ihrer ambitionierten Arbeit. Und niemand, der etwa die aufwühlende Lesung „Adressat unbekannt“ im Rahmen der Oberbayerischen Kulturtage 2009 im Starnberger Gymnasium miterlebt hat, wird den Abend mit Max Mannheimer, einem der letzten Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust, je vergessen. Wachsen, verändern, sich entwickeln, Herzen berühren. Mit vielen persönlichen Bezügen und wenig Scheu vor Verrücktheit konzipiert und schafft die Kunst-Initiatorin Veranstaltungen, zu denen sie selbst gerne gehen würde – wie den „Literarischen Herbst“, den sie zusammen mit Gerd Holzheimer organisiert. Zum weiteren Kennenlernen schnell noch ein paar Fragen à la Proust’scher Fragebogen, lange Zeit beliebtes Gesellschaftsspiel der Kultivierten, an die Kulturmacherin: Wo möchten Sie leben? Als Weltenbürgerin am liebsten hier und am besten in diesem Augenblick. Was ist für Sie das Glück? Nach einem Waldlauf im „Paradies“ in unseren See eintauchen und auf die Roseninsel schwimmen. Ihr Lieblingsfilm? So viele, besonders jedoch „Broken silence“, „Breaking the waves“, „Cabaret“. Ihre gegenwärtige Geistesverfassung? Neugierig schöpfend. Ihr Motto? „Ein jegliches hat seine Zeit“ und „Der Wandel ist die Gestalt“.

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wischen dem Ammersee und Starnberger See liegt das, was viele Kenner das „Münchner-Cineasten-Schlaraffenland“ nennen. Denn dort, wo Matthias Helwig eines seiner Filmtheater eröffnet hat – in Herrsching, im Schloss Seefeld und in Starnberg – sind rosige Zeiten für Kinofans angebrochen. Denn die breite Programmstruktur umfasst fast das gesamte Filmgenre. „In der Seefelder Kino-Lounge zeige ich sogar auch Spielfilmdebüts junger, ambitionierter Regisseure, die es nicht in die normalen Kinos schaffen“, erklärt der Kulturaktivist zu Recht mit Stolz. Der Große mit dem Silberhaar belebte die sonntägliche Filmmatinee neu, führte Filmgespräche mit Regisseuren und Schauspielern ein und zeigt auch Filme im Originalton. Jeweils am Mittwoch steht eine Rarität als Publikums-Wunschfilm auf dem Programm. Und mit Kinderfilmen, einem Jugend-Kurzfilm-Preis und Schulkino-Wochen lockt der fünffache Vater die Cineasten von morgen. Seit 1996 veranstaltet der Gilchinger auch KinoOpen-Air im Landkreis Starnberg, 2007 installierte er das erste „Fünf-Seen-Filmfestival“ mit neuen deutschen und internationalen Produktionen, Kurz- und Dokumentarfilmen sowie einem Kinder- und Jugendfilmfest. Einige der Meriten für so viel Vision und Elan: 1997 erhielt Hellwig mit seinem Breitwand-Kino die Auszeichnung „Bestes Kino Deutschlands“, 1998 „Bestes Kino Bayerns“ und ist seit 2008 Mitglied bei „European Cinemas“; insgesamt über 50 Preise in 18 Jahren. 2010 zeigt der „Global Film Player“ nicht weniger als 90 Filme! Im Abspann, die Antworten des Kulturmachers auf unsere Kurzversion des Proust’schen Fragebogens: Wo möchten Sie leben? Dort, wo ich lebe. Jeder Ort hat etwas Schönes. Gerne im Sommer im Süden. Ich bin aber auch vom Norden fasziniert, z. B. von der unbewohnten Insel Jan Mayen, 650 Kilometer nordöstlich von Island, wo es nur Steinberge gibt, sonst nichts. Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück? Glück ist die Innigkeit und der Zusammenhalt ohne Worte, wenn meine fünf Kinder bei mir sind. Ihr Lieblingsschauspieler/in? Bei Cary Grant komme ich ins Schwelgen, ich mag auch Henry Fonda sehr. Von den heutigen Schauspielern imponieren mir Johannes Krisch und Christoph Waltz. Wer oder was hätten Sie gern sein mögen? Regisseur und Schriftsteller. Ihr Lieblingslyriker? Giuseppe Ungaretti und Pablo Neruda. Ihr Motto? Keine Verkürzungen, kein Schubladendenken!

Fotos: Ulrike Mertz

MACHER AM SEE


Advertorial

Vertrauenssache BEI KUTSCHKER + PARTNER PROFITIERT DER KUNDE VON DER VIELFALT DES KLEINEN, FEINEN TEAMS

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m Ende müssen beide, Käufer und Verkäufer, mit ihrer Unterschrift zufrieden sein.“ Der Erfolg der Immobilienberatung Kutschker + Partner gibt dieser Maxime recht: Die hervorragende Betreuung ihrer Kunden und professionelle Abwicklung des Geschäfts durch die Architektin und Maklerin Maria Kutschker und ihrer Partnerin Marzena Malowanczyk hat sich so schnell herum gesprochen, dass sie ständig auf der Suche nach neuen Objekten sind. Inzwischen haben sie ihr Team auf fünf Mitarbeiter erweitert. Alle sind Profis im Immobilienbereich und verfügen darüber hinaus über fundierte Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Architektur, Rechtswissenschaften sowie mehreren Fremdspachen. Die Kunden mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen und Ansprüchen profitieren vom vielfältigen Profil dieses eingespielten Teams. Alle haben sich zuvor mehrere Jahre lang bei einer großen, international arbeitenden Immobilienfirma bewährt. Die Entscheidung, selbst lieber eine kleine, aber feine

Agentur zu bleiben, fiel bewusst. „Das schafft Vertrauen und Transparenz. So können wir flexibel und schnell reagieren. Und sind näher an den Menschen dran!“, erklärt Maria Kutschker. Die vier Maklerinnen und ihr männlicher Kollege verbindet die Freude an der Arbeit und besonders am Kontakt mit den Menschen. „Das ist die beste Motivation“, betont Marzena Malowanczyk. Weil alle um Starnberg, im Fünf-Seen-Land oder im Münchner Süden zu Hause sind, kennen sie die Region wie auch die Bedürfnisse ihrer Klientel – ob Single oder Familie, Privat- oder Business-Person. Kompetenz und Leistungsstärke von Kutschker + Partner überzeugte auch eines der weltweit größten Bauunternehmen, die Firma HOCHTIEF Construction AG: Der Bauträger übergab den Verkauf seiner innovativen Wohnanlage „Am Quell“ in Starnberg an sie. „Die erfolgreiche Betreuung der Kunden liegt uns am Herzen“, so Maria Kutschker. „Wir wollen wachsen, in Qualität und nicht in Quantität!“

Kaiser-Wilhelm-Str. 2 82319 Starnberg Tel. 08151 9799770 www.kutschker-partner.com

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SEE-LEBEN

/ Am Grund

Viele Kleine, keine Großen DIE GESCHICHTE DER MUSCHELN IM STARNBERGER SEE IST DIE EINER FEINDLICHEN ÜBERNAHME – UND VOM ENDE EINER URSPRÜNGLICHEN POPULATION

sogenanntem Bilgewasser konnten die frei schwimmenden Larven der Dreikantmuschel wochenlang überleben. Während sie ein dreieckiges Gehäuse hat, ist das der Malermuschel oval. Sie haben robuste, dicke Schalen, die durch ein Scharniergelenk miteinander verbunden sind. Früher hat man aus ihnen Hemdenknöpfe gemacht. Ihren Namen verdankt sie Malern, die in ihren gewölbten Halbschalen die Farbe anrührten. Teichmuscheln sind zwar ebenfalls oval, aber deutlich größer. Ihr Umfang ähnelt der Form einer Handfläche. Durchscheinend dünn sind ihre beiden Schalenhälften. Im Juni 1995 initiierte der Bezirk Oberbayern einen Versuch, dessen Ergebnisse zeigten: Die Kleinmuscheln töten die Großmuscheln. Insgesamt 25 Teich- und Malermuscheln waren gezielt im Starnberger See in dreieinhalb Metern Tiefe ausgesetzt worden. Bereits vier Wochen später waren sie massiv von Dreikantmuscheln befallen. Dadurch konnten sie nicht mehr richtig atmen, sich nicht mehr richtig einie lebten im Verborgraben und sich daher nicht mehr genen, waren still richtig ernähren. Etwa ein halbes Jahr und unscheinbar, später waren von den ursprünglich auch wenn sie schöne 25 ausgesetzten Muscheln nur noch Namen trugen. Dass die im sieben auffindbar – drei lebende, vier Starnberger See beheimateten tote. Die anderen waren von den WasMaler- und Teichmuscheln servögeln verschleppt worden, die sich immer stärker in Bedrängnis jeden Winter zu Tausenden in den gerieten, nahm lange Zeit nieUferbereichen des Starnberger Sees mand so richtig wahr. Vor mehr einfinden. Durch den starken Befall als zehn Jahren aber erkannten durch Dreikantmuscheln hatten sich Experten, wie schlecht es den die Teich- und Malermuscheln nicht Wassertieren ging, wie sehr mehr wie gewohnt, fest im Boden sie ums Überleben kämpfen verankern können. Links eine junge Teichmuschel, rechts eine junge Malermumussten. Diesen Kampf haIm Jahr 1996 wurden die Bestände schel, beide besiedelt mit Dreikantmuscheln. Foto oben: ben sie letztlich verloren. „Die der Dreikantmuschel im Starnberger Taucher im Starnberger See bei Forschungsarbeiten. Großmuscheln im Starnberger See kartiert. 100 eigens für diese AkSee sind ausgestorben“, erklärt Dr. Peter Wißmath, Fischereition geschulte Taucher suchten jeden vorher festgelegten Sektor fachberater des Bezirks Oberbayern. in Tiefen von bis zu 20 Metern systematisch nach den kleinen Vieles war versucht worden, um die ehemals reichen Bestände Lebewesen ab. Dabei wurde festgestellt, dass fast das gesamte der Maler- und Teichmuscheln zu erhalten. „Große Aktion für Ostufer des Sees von der Dreikantmuschel dicht bewachsen ist. kleine Tiere“ hieß ein Projekt, durch das ihr Überleben gesichert Am Westufer und in der Seeshaupter Bucht hingegen fanden werden sollte. Alles Erforschen ihrer geheimnisvollen Lebensum- sich vergleichsweise nur wenige Exemplare. Hier ist der Boden stände und die aufwändigen Feldforschungen konnten den Proüberwiegend schlammig, was die Dreikantmuschel nicht liebt. zess jedoch nicht aufhalten. Immerhin glaubt man nun zu wisDoch nicht nur die kleinen Eindringlinge haben den Teich- und sen, wer für die Schalenfriedhöfe im See mitverantwortlich ist: Malermuscheln im Starnberger See das Leben schwer gemacht. Die kleinwüchsige, ortsfremde Dreikantmuschel, auch WanderAuch akuter Nahrungsmangel soll mit ein Grund sein. Rund oder Zebramuschel genannt, soll für das Absterben der ursprüng200 Liter Wasser pumpt eine ausgewachsene Muschel pro Tag lichen Seemuscheln verantwortlich sein. Die Dreikantmuschel durch sich hindurch. Dabei filtert sie alle für sie verwertbaren breitet sich rasend schnell aus, ist mittlerweile in bayerischen Partikel heraus. Als in den siebziger Jahren auch am Starnberger Seen die häufigste Muschelart und zu einer richtigen Plage geSee die Ringkanalisation in Betrieb genommen wurde, ahnte worden. Nicht zuletzt, weil sich Badegäste an ihren scharfen niemand, welch dramatische Folgen das für den MuschelbeKanten verletzen können. stand haben würde. Denn durch das ringförmig um den See Ihre ursprüngliche Heimat ist das Schwarze und Kaspische angelegte Kanalnetz, in das die Abwässer der Gemeinden Meer. Bis etwa zum Jahr 1960 war sie in deutschen Gewässern eingeleitet werden, wurde auch die Nährstoffzufuhr reduziert. unbekannt. Eingeschleppt wurde sie, als man um 1950 damit Und damit war das Ende der großen Seemuscheln besiegelt. begann, Sportboote von See zu See zu transportieren. In deren Nina Daebel

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Fotos: Thomas Mattner; Ulrich Mößlang

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Willkommen bei unserem Ausflug an den Ammersee! Auf den nächsten 20 Seiten gibt es viel zu erleben: 86 Der alte Park mit großer Zukunft / 92 Wespen auf dem Marmeladenbrot. Erinnerungen eines Botschafters / 94 Harry

Sternberg: Der Chronist mit der Linse / 98 Scherben bringen Glück: Der Dießener Töpfermarkt / 100 Tipps rund um den See / 102 Chaoten klingen wunderbar. Eine besondere Musikschule in Inning / 104 Sag „Ja“ in Utting! Im Foto: Wie gemalt – die Ammersee-Segelschule in Dießen.

AMMERSEE

spezial

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AMMERSEE

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Der alte Park mit großer Zukunft Verwildert, vernachlässigt, zerstört. Lange sah es so aus, als ob die einst prächtige Gartenanlage in Dießen nicht mehr zu retten wäre. Doch dank der Initiative eines Förderkreises wird der Schacky-Park nach und nach zu neuem Leben erweckt. Christine Schulz über ein großartiges Engagement für Kultur und Natur Fotos: Anne Webert

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Blühende Landschaften: Zur prächtigen Parkanlage gehören ganz unterschiedliche „Bilder“ – zum Beispiel eine Obstbaumgruppe, in der ein Imker seine Bienenstöcke pflegt.

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AMMERSEE

spezial

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arum hat man ihm das angetan?! Ausgerechnet Apollo Lykeios, der Gott der Heilung und Beschützer des Viehs, mutwillig zerstört und in Trümmern. Von der einstigen Schönheit des göttlichen Mannes blieb kaum etwas übrig, und so stehen heute nur noch seine Füße auf ihrem Podest. Zwei nackte Eisenarmierungen lassen die Beine erahnen. Der Torso darüber ist gleichfalls verloren. Ein Knie fand man vor kurzem unter Reisig und Geröll im Wasserbecken eines Brunnens. Aphrodite ist völlig verschwunden, ebenso Diana, die Göttin der Jagd, wie so viele weitere Statuen, Vasen, Balustradenteile und Zierrat aus Marmor, Metall, Beton oder Stein. Anne Webert bleibt trotzdem optimistisch. Sie ist Mitglied und Sprecherin des Förderkreises SchackyPark in Dießen und führt uns durch den unteren Teil des 18 Hektar großen, völlig verwilderten Geländes, das mal der Prestige-Garten des Münchner Freiherrn von Schacky auf Schönfeld war. Diplomatisch meint sie: „Vielleicht hat ja jemand die Statuen in Obhut genommen …“, und fährt zuversichtlich fort: „Die Dinge kommen zurück!“ Sie meint, so wie die zwölf verschollenen Metall-Kandelaber. Die schmiedeeisernen Blütenzweige trugen die Lampen, die einst das Apfelspalier oberhalb der Villa Diana illuminierten. Einer dieser Stängel mit den fein ziselierten Blättern tauchte plötzlich wieder auf. Jemand hatte ihn nachts an den Zaun gelehnt, die anderen elf folgten, allesamt unversehrt. Seit die Dießener wissen, dass der Park am südlichen Ortseingang wieder hergerichtet wird, schaut manch einer aufmerksamer in seinen Garten. Ob da vielleicht…? Seit nunmehr schon fünf Jahren wird im unteren Teil des Geländes an der Weilheimer Straße in Dießen von freiwilligen Helfern mit ebenso viel Mühe wie Behutsamkeit und Fachwissen aufgeräumt und dabei manch Vermisstes und viel Überraschendes freigelegt. Diese Arbeiten in Gang gesetzt hat der Förderkreis, dem neben Anne Webert auch ein Geologe und eine Landschaftsarchitektin, ein Archäologe, ein Baumexperte, ein Gartenbauingenieur, ein Bau- und ein Architekturhistoriker, ein Steinrestaurator und weitere Experten angehören, darunter renommierte Professoren, aber auch engagierte Laien. Als sich die Initiative 2005 gründete, um den jahrzehntelang hermetisch abgeriegelten Schacky-Park zu retten und zu einem besonderen „Feier-Ort“ für die Dorfbewohner zu verwandeln, waren nicht alle Dießener unbedingt begeistert. Mancher meinte: Wozu der Aufwand? Wir haben doch den See. Inzwischen wächst die Begeisterung. Jugendgruppen und Vereine packen mit an, an den Wochenenden wird gewerkelt und geschafft. Die Belohnung waren wunderschöne Feste, und der Aus-

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flug in den Park ist inzwischen ein beliebtes Freizeitvergnügen. Ostern gehen die Kinder hier Eier suchen, im Sommer wird gebadet und Bötchen gefahren, im einstigen Entenhaus gibt es dann und wann Kaffee und Kuchen und in diesem Jahr soll auch das Teehaus wieder zur Einkehr einladen. Im Winter treffen sich Jung und Alt zum Schlittschuhlaufen und Eisstockschießen auf dem zugefrorenen und jetzt wieder intakten Badesee. Zu sehen gibt es immer genug, zu erleben auch. Früher stiegen die Dießener heimlich über den Zaun des verbotenen Gartens. Heimelige Winkel für Liebespärchen gibt es nach wie vor genug, aber das Gartentor steht jetzt ganz offiziell jedem offen. Warum bloß ließ man diese Pracht so lange verwildern? Die Antwort erschließt sich durch einen Blick in die Geschichte des SchackyAreals: Am Ende des 19. Jahrhunderts entdeckten die Münchner ihre Lust auf Landpartien. Während es viele Wohlhabende zum Villenbau an den Starnberger See zog, fand Ludwig Freiherr von Schacky auf Schönfeld, seines Zeichens Kämmerer des bayerischen Königs und Oberstleutnant a.D., besonderen Gefallen am Ammersee. Das Gelände oberhalb der Weilheimer Straße in Dießen bestand damals aus Wiesen. 1903 begann Ludwig von Schacky, Parzelle für Parzelle aufzukaufen, bis sein Grund rund 18 Hektar umfasste. Vom ehemaligen Bürgermeister hatte er schon die sechs Jahre zuvor erbaute „Villa Diana“ im nordwestlichen Eck seiner neuen Ländereien erworben. Dann ließ der Freiherr einen Park anlegen. Ob er dabei ein durchgestaltetes Ganzes im Sinn hatte, weiß man nicht. Jedenfalls wurden keine Pläne gefunden. Bekannt ist aber, dass ihm der Dießener Gärtner Ludwig Wörlein, Vorfahre der heutigen Baumschulbesitzer, mit Rat und Tat zur Seite stand. Ein sieben Kilometer langes Wegenetz schlängelte sich durch die Parkanlage, und am unteren Ende ließ Ludwig von


Romantische Winkel f端r Verliebte, verwunschene Weiher und Wege: Der Schacky-Park bezaubert zu jeder Jahreszeit.

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AMMERSEE

spezial

Schacky den Ausguck „Neugierde“ errichten, eine Balustrade mit einem Neptun-Brunnen. Von hier aus konnte man sehen, wenn sich eine Kutsche auf der Weilheimer Straße näherte. Ein Wegkreuz mit Treppe, unterbrochen von zwei Rondellen, in denen Brunnen stehen, führte von der Promenade auf eine Anhöhe. Die obere Ebene hätte sich als Standort für eine Villa angeboten, mit freiem Blick über den See hinüber nach Andechs. Mitten im Gelände wurde sogar ein Badeweiher mit Bootshaus angelegt, der sich aus Flecht- und Nonnengraben speiste und über eine Kaskade entwässert wurde. Den Weg dorthin schmückte auf einem Hügel das Prunkstück, ein Monopteros. Ein japanisches Teehaus (samt Keller fürs Bier) folgte im Süden. Die zahlreichen Brunnen wurden von einer Wasserleitung gespeist, und der ganze Park elektrisch beleuchtet. Der Baron war ein moderner Mann, der die Künste und Italien liebte. So kamen auch die Götter an den Ammersee: Apollo ließ er getreu seines Vorbilds in den Uffizien von Florenz im damals neuen Baustoff Beton gießen, die Aphrodite glich der auf dem Kapitol in Rom, der Fluss-Gott im NeptunBrunnen wurde nach antiker Vorlage aus Marmor gemeißelt wie auch ein kleiner Amor. Der Zahn der Zeit hat an den Kunstwerken im Park genagt und dazu noch die Zerstörung von Menschenhand. Der Freiherr war 1913, drei Jahre nach seiner Gattin Julia, gestorben. Ein Mausoleum auf dem Friedhof St. Johann erinnert an sie. Kinder hatten die beiden keine, so ging der Landsitz in die Stiftung eines Neffen über. 1922 wurde der Park an den als „Bauerndoktor“ bekannten bayerischen Agrarpolitiker und Gründer der katholischen Bauernbewegung Georg Heim verkauft. Der nutzte ihn als Jagdrevier. Vermutlich ließ er den Ententeich und das Entenhaus bauen, musste aber – wohl nicht ganz freiwillig – das Gelände 1933 veräußern. Jedenfalls ging es in diesem Jahr in die Hände des Klosters der Barmherzigen Schwestern vom Orden des Heiligen Vinzenz von Paul in Augsburg über, das in Dießen ein Gut unterhielt. Der Schacky-Park wurde einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt. Jetzt war hier auch das Vieh zuhause. Damit die Kühe nicht über Hindernisse im Gelände stürzten, wurde mancher Randstein, manche Vase, ja, vielleicht auch Apollo entsorgt. So kam eins zum anderen, und der Park verfiel. Immerhin widerstanden die Nonnen in der Nazi-Zeit dem Ansinnen einer Rüstungsfirma, Grund und Boden zum Bau einer Munitionsfabrik zu verkaufen. Dabei hatten sie es nicht leicht, das ansteigende Gelände nutzbringend zu bewirtschaften. Der Förderverein,

der auch die Historie des Parks erforscht, schließt nicht aus, dass die Barmherzigen Schwestern den ein oder anderen säkularen Helfer mit Schmuckstücken aus dem Park entlohnten. Im Handbuch des Vereins von 2008 heißt es nüchtern, man habe „den Park dann in den 70er- und 80er-Jahren, bevor er hermetisch abgeriegelt wurde, als eine Art Selbstbedienungsladen“ angesehen. Dieses Handbuch dient dem Zweck, Geschichte und Status quo festzuhalten. Und es soll Perspektiven aufzeigen, denn der Schacky-Park gilt mittlerweile deutschlandweit als einzigartiges Projekt in Sachen Denkmal- und Naturschutz. 1992 wurde das gesamte Gelände in die Denkmalliste aufgenommen, Experten halten ihn zudem für einen der außergewöhnlichsten Landschaftsparks. 2003 pachtete die Gemeinde den südlichen Teil von den Nonnen, die obere Hälfte nutzt seit 2004 der Reit- und Fahrverein. Ein Jahr später begann der Förderkreis mit seiner Arbeit und erweckte den Park zu neuem Leben, Meter für Meter, wobei noch niemand weiß, was letztlich daraus entstehen wird. Denn so sehr der Anblick zerborstener oder verwitterter Skulpturen auch betrübt, dem morbiden Charme des Zerfalls kann man sich nicht entziehen, der Park ist ein verwunschener Dornröschen-Garten. Wer auf der Promenade schlendert, sieht sie ganz deutlich, die

Das Prunkstück: Auf einem Hügel thront der Monopteros

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Ein verwunschener Dornröschen-Garten mit frisch erblühten Leben und dem morbiden Charme des Zerfalls.


CONVENDO A K A D E M I E

feinen Damen der Jahrhundertwende, wie sie ihre weiten Röcke raffen, um nicht auf die berüschten Säume zu treten. Und diese romantische Wildnis, zu der sich einst wohl geordnete Baumgruppen, Rondelle, Spaliere und Rabatten verwandelt haben: Übermannsdicke Stämme von Baumriesen ragen bis zu 20 Meter in den Himmel, gewaltige Thujen, Eichen und Fichten, sogar ein nordamerikanischer Tulpenbaum und eine Trauerbuche bezaubern die Szenerie. Der Park ist eine Fundgrube für Botaniker und Biologen. Im Obstspalier nahmen Wissenschaftler schon die Gendaten alter Apfelsorten auf. Rehe, Eichhörnchen, Füchse, Frösche und Kröten sind hier zu Hause, insgesamt ein wundervolles Biotop, das es zu schützen gilt. Ein Kulturdenkmal behutsam wiederherzustellen und die skeptische Bevölkerung mit ins Boot zu holen, diesen Spagat hat der Förderkreis geschafft. Immer mehr Menschen packen mit an oder unterstützen die Arbeit mit Spenden. Weit schwieriger ist die zweite große Frage: Wie schafft man einen befriedigenden Ausgleich zwischen Denkmalschutz und Natur, die im Park über dem Ammersee darum kämpft, ihre Rechte zu verteidigen und nach ihrer Vorstellung zu überleben. In geordnetem Zwang zwar, aber immerhin überleben. Auch das ist ein Stück Kultur. Und Apollo? Auf den Fragmenten seines Sockels hängt ein Zettel, darauf steht: „Hier stehen die kümmerlichen Reste des Apollo und warten sehnsüchtig auf den Sponsor einer neuen Statue.“ Weitere Informationen unter www.schacky-park.de Parkführungen jeden 2. Samstag im Monat um 15 Uhr.

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AMMERSEE

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DER DEUTSCHE BOTSCHAFTER PETER LINDER IST AM AMMERSEE AUFGEWACHSEN. OB LATEINAMERIKA, AFRIKA ODER ASIEN – NACH BUCH KEHRT ER IMMER WIEDER ZURÜCK

Guatemala City wurde auf den Ruinen der Maya-Siedlung Kaminaljuyu erbaut. In der Millionen-Metropole befindet sich auch die Deutsche Botschaft. Foto rechte Seite oben: Mit Musik fühlt sich Botschafter Peter Linder überall daheim.

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Fotos: hemis/laif; privat

Das alte Holzboot und die Wespen auf dem Marmeladenbrot

ut 9600 Kilometer Luftlinie trennen den Ammersee von Guatemala City. Manchmal, meistens sonntags, erklingen in der Botschaftsresidenz des zentralamerikanischen Landes im Süden der Halbinsel Yucatán ganz besondere Töne: Oberbayerische Volksmusik statt música latina. Das liegt an Peter Linder, 59, seit 2007 „unser Mann“ in Guatemala. Die heimischen Klänge nimmt der Diplomat immer mit – ob nach Nigeria, auf die Philippinen, Bolivien oder Venezuela. Geboren ist er in München und aufgewachsen in Buch am Ammersee, wohin es ihn und seine Familie immer wieder zurückzieht. Wir fragten ihn nach seiner persönlichen Beziehung zum Ammersee: „Ich bin in München geboren, aber meine Familie lebte in Buch am Ammersee und zwar drei Generationen unter einem Dach: meine Großeltern, die Eltern und drei Söhne. Ich habe dort meine ersten Lebensjahre verbracht und bin auch in Buch eingeschult worden. An meinen ersten Schultag in der Zwergschule erinnere ich mich sehr gut. Es gab zwei Klassenzimmer und zwei Lehrer, einer war der Rektor. Besonders aufregend war für uns, dass zwei oder drei Mal im Jahr Zirkuskinder in unsere Klasse kamen. Sie waren morgens in der Schule und am Nachmittag traten sie im kleinen Familienzirkus auf. Damals hätte jeder von uns sofort mit den Zirkuskindern getauscht! Zwei Jahre bin ich dort zur Schule gegangen, dann zogen wir nach Augsburg. Aber jedes Wochenende ging’s zurück an den Ammersee. Das war ganz selbstverständlich, vor allem im Sommer. Dort waren unsere Freunde, insgesamt rund zehn Kinder, eine richtige Bande. Da wurde einiges angestellt, aber auch viel gelernt, denn das bringt das Leben am See und im Wald so mit sich. Schon früh konnten wir einen Baum fällen oder Dachziegel am Schuppen auswechseln, wir halfen beim Reparieren des Bootsstegs und flickten den Zaun. Und wir waren große Zündler, konnten prächtige Feuerpyramiden bauen. Pfeil und Bogen gehörten auch zu unserer Grundausstattung. Wir haben aus Weidenschösslingen Pfeifen geschnitzt und gelernt, Vogelstimmen zu imitieren. Wasserratten? Ja klar! Manchen Segler, der gekentert war, haben wir als Zwölfoder Dreizehnjährige aus dem Wasser gezogen. Dass uns so etwas mit unserem alten Holzboot samt kleinem Segel nicht passieren könnte, war auch klar. Unseren Eltern allerdings nicht… Jeden Abend gingen wir zusammen ins Dorf nach Buch und holten frische Milch vom Bauern. Da wurde viel erzählt, Sprüche geklopft. Auf dem Rückweg ging’s meistens kurz auf den Bucher Dampfersteg, unserem Jugendtreff. Später fanden wir den Campingplatz mit den Urlauberinnen auch ziemlich interessant. Während des Studiums war ich nicht mehr so regelmäßig am Ammersee. Mein Beruf führte mich dann gleich für lange Zeit ins Ausland, meist nach Afrika oder Lateinamerika. Im Urlaub bin ich mit


meiner Familie aber wieder an den Ammersee zurückgekommen. Auch unsere Kinder, die im Ausland aufgewachsen sind, haben hier im Haus der Großeltern ihre deutsche Heimat gefunden. Und wenn ich es mir recht überlege, dann haben sie genau die gleichen Dinge gemacht wie wir eine Generation früher. Das Leben am See … Da kommen gleich die Erinnerungsbilder an einen großen Tisch und daran drei Generationen. Und an Freunde. Die Familie, der Gedankenaustausch mit den Nachbarn, die Stunde auf dem Steg am Spätnachmittag, manchmal mit der Gitarre, die Abendstimmung, die Jahreszeiten, insbesondere die Herbstfarben in der Bucht … Heimweh habe ich nicht. Ich habe mir angewöhnt, dort daheim zu sein, wo ich lebe, wo meine Bücher und meine Musik sind. In den Telefonaten mit meinen Eltern am Ammersee erfahre ich: Trotz aller Veränderungen ist vieles gleich oder wenigstens ähnlich geblieben, die Stimmung am See, das Wetter, die Schlüsselblumen im Frühjahr und die Wespen auf dem Marmeladenbrot beim Frühstück auf der Terrasse, diese intensiven Herbstfarben. Ein wenig heile Welt. Die Gegend um die fünf Seen ist einfach besonders lieblich, die Hügellandschaft, vor allem diese gute Balance zwischen Besiedlung und viel Natur. Und natürlich auch das Wasser, das prägt die Region. Alles ist so beruhigend, beschwichtigend, ein gutes Gefühl.

Im Ausland ist man als Bayer irgendwie sofort bekannt, weil sich die Menschen etwas ganz Bestimmtes darunter vorstellen. Zuallererst wird man mit dem Oktoberfest in Verbindung gebracht. Es gibt aber auch viele Stimmen, die den Süden unseres Landes als schönsten, liebens- und lebenswertesten Teil Deutschlands beschreiben. Dem widerspreche ich natürlich nicht. Was mir fehlt? Gelegentlich ist es ein dunkles Brot vom Dorfbäcker oder die Melodie des Dialekts. Wenn ich wieder an den Ammersee komme, mache ich zuerst einen Rundgang im Garten und in der Nachbarschaft. Auch kleine Veränderungen, wenn zum Beispiel ein Baum fehlt, fallen mir sofort auf. Selbst in der Nacht stolpere ich im Wald nicht über Wurzeln, die ich noch aus meiner Kindheit kenne. Erstaunlich, der gleiche Baum, die gleiche Wurzel, einfach 50 Jahre später. Veränderungen empfinde ist nicht automatisch als unangenehm. Vieles hat sich ja auch verbessert oder ist bequemer geworden. Allerdings frage ich mich schon, was mein Großvater 1950 wohl dazu gesagt hätte, wenn man ihn von einer Autobahnausfahrt in Inning erzählt hätte. Er war damals etwa so alt wie ich es heute bin. Was werden meine Nachkommen wohl in 50, 60 Jahren an Lebensumständen dort antreffen? Gott sei Dank habe ich keine Antworten darauf.“

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HAMAM EL SAMADHI

Wohlbefinden zum Verschenken

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ur Ruhe kommen, sich eine Auszeit gönnen und etwas Gutes tun – dafür ist das neue Hamam in Schondorf ein wunderbarer Platz. Im Orient dienen die geschmückten Bade- und Ruhestätten den Reisenden schon seit Jahrhunderten als Erholungsort, um sich zu reinigen, zu regenerieren und um neue Kräfte zu sammeln. So sieht Rosemarie Haberl auch ihr Hamam, das erst im November 2009 eröffnet wurde. Und die entspannte Ausstrahlung ihrer Gäste beweist, dass dieses alte Wohlfühl-Ritual auch heute wertvoll ist. Umhüllt mit einem leichten Baumwolltuch, können die angenehmen Temperaturen um 40 Grad Wärme und der wohltuende Dampf langsam wirken, die Muskeln sich lockern und der Körper entschlackt. Das Ambiente im 100-qm-Refugium mit dem großen Marmor-Nabelstein als Zentrum, zwei Massage-Räumen und der Ruhezone ist hell und überall auf Entspannung ausgerichtet. Wer zum ersten Mal kommt, erhält eine Einführung in die Badekultur. Unser Tipp: Verschenken Sie Wohlbefinden – ob als Besuch im Hamam oder mit Extrabehandlungen wie Peeling, Seifenschaum, Aromaölmassage, Hot Stone, Dorn-Methode, Breuss-Massage, Ohrkerzen mit Lymphdrainage oder einer feinen Fußmassage. El Samadhi bedeutet übrigens „zur Ruhe kommen“ und ist ein Geschenk für Körper und Seele.

Hamam El Samadhi Rosemarie Haberl Wiesenweg 15, 86938 Schondorf Tel. 08192 9970983, Mobil 0151 12738509 (Termine nur nach Absprache oder Vereinbarung) www.hamam-el-samadhi.de

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Wenn sich etwas ver채ndert, schaut einer genauer hin als die anderen

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AMMERSEE

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Der Chronist mit der Linse VON BERUF IST HARRY STERNBERG EIGENTLICH INGENIEUR, AUS PASSION EIN GANZ BESONDERER FOTOGRAF: MIT GROSSER LEIDENSCHAFT BANNT ER DIE DORF- UND MENSCHENGESCHICHTEN AM AMMERSEE IN EINDRUCKSVOLLE BILDER

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s ist noch gar nicht so lange her, da hat die Anni Braun in Holzhausen auch am Sonntagvormittag in ihrem Laden hinter der Theke gestanden und verkauft, was es in so einem Viktualien- und Gemischtwarengeschäft halt alles gibt: Waschmittel und Wurst, Schokolade und Schuhcreme, Kaffee und Klopapier. Und wenn einer am Nachmittag merkte, dass die Sahne zum Kuchen fehlte, nun, dann konnte er sich auf die Anni verlassen. So etwas kennen wir höchstens aus dem Urlaub in Italien. Irgendwann hat die Anni dann nur noch unter der Woche vormittags aufgesperrt – und schließlich vollends vor den Spars, Edekas und Tengelmännern in den größeren Dörfern kapituliert und ihre Ladentür für immer verschlossen. Damit verschwand in dem 320-Seelen-Ortsteil von Utting eine Institution. Wenn so etwas geschieht, guckt einer genauer hin als die anderen: Harry Sternberg. Er wohnt drüben im Hauptort Utting, ist auch dort „nur“ ein Zugereister. Trotzdem ist er bei jeder Veränderung der erste, der denkt: Wie wird das die Leute und ihr Leben in Holzhausen verändern? Vor 15 Jahren begann der ambitionierte Amateur-Fotograf, Menschen vom und Momente am Ammersee mit der Kamera festzuhalten. Er begleitete eine Fischerin im Morgengrauen zur Arbeit, hat den letzten Uttinger Bahnhofsvorsteher porträtiert und schließlich einen ganzen Sommer lang den Alltag der Bewohner seines Lieblingsdorfes als Lichtbildner verfolgt. Aus diesem „Sommer in Holzhausen“ entstand 2002 ein anrührendes Buch, das schnell vergriffen war. Die Dörfler haben Harry Sternberg dafür Hinreißendes über sich und ihr Leben erzählt. Und weil auf jeden Sommer ein Herbst folgt und schließlich ein Winter, hat Sternberg sich vorgenommen, die fotografische Chronik weiterzuführen, um zu zeigen: Was war und was wird? Warum gerade Holzhausen? Für den 57-Jährigen ist es ein „ganz besonderes Dorf“, von deren Art es für ihn rings um den Ammersee kein zweites gibt. Aufgewachsen ist der Ingenieur der Versorgungstechnik in einem niederbayerischen Weiler, der nur aus drei Bauernhöfen bestand. Seine Eltern waren dort – bald mit vier Kindern – als Flüchtlinge auf engstem Raum einquartiert. Weil sie alle mit anpackten, gehörten die anfänglichen Zwangsgäste bald dazu. Man hat miteinander gearbeitet, gefeiert, gelebt. So wie die Leute von Holzhausen, wo Sternberg inzwischen beinahe jede Tür offen steht. Als er erstmals mit der Kamera anrückte, wunderten sich die Holzhausener noch: „Was will denn der?“ Schließlich hielten sie sich für nichts Besonderes. Doch dann staunten sie und waren wohl auch ein bisschen stolz, dass sich ein „Fremder“, begleitet von Wolf-Dietrich Lüps, dem rührigen Vorsitzenden des Vereins „Unser Dorf“, für sie und ihr ganz normales Leben interessierte. Vielleicht, meint Sternberg, muss erst einer von außen kommen, damit man erkennt, dass auch das eigene, so gewöhnlich er-

Zarte Szenen eines Sommers: Die Bäuerin Sophie Wilhelm, das Ortsschild und die Begegnung der Schauspieler Dagmar Herforth und Florian Münzer aus Holzhausen auf der Seebühne Utting.

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AMMERSEE

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Fotos: Harry Sternberg

Schöne Erinnerung: Annis Laden war Dorf-Lebensmitte (auf den Foto oben Maria Perchtold und Anni Braun). Der junge Musikant mit der großen Quetschn war Jakob Wilhelm. Und jeden Sommerabend gab’s denselben Heimweg für Mensch und Tier.

scheinende Leben besondere Geschichten erzählt. Am Ende hat das ganze Dorf an einem Stück Historie mitgeschrieben. Auf die Idee der fotografi schen Bestandsaufnahme, die er als Chronik fortschreiben will, kam Sternberg bei einem Spaziergang. Da saßen drei alte Leute auf der Bank vor dem Kircherl. Der Bertl Wilhelm, seine Schwester Sophie und die Perchtold Maria haben geratscht, und Sternberg hat sich dazu gesellt. Damals hat die Sophie noch beglückt erzählt, dass sich bei ihr jeden Morgen um sieben die Kinder des Dorfes treffen, um mit ihr Karten zu spielen, bis der Schulbus kommt. Vorbei. Die drei Alten gibt es nicht mehr. Der letzte verließ die Welt vor wenigen Monaten. Im Dorfzentrum lässt eine Hauswand ahnen, wo man sich früher begegnet ist: Dort, wo der Briefkasten, noch immer das Schild für den öffentlichen Fernsprecher und der Feuermelder hängen und der Bus auf die immer weniger werdenden Fahrgäste wartet. Was den Alten damals schon auffiel: Begegnungen einfach so auf der Straße werden immer seltener, seitdem jeder mit dem eigenen Auto unterwegs und ständig in Eile ist. Aber ein Foto zeigt noch, wie der Bauer Martin Wilhelm extra vom Traktor stieg, um mit den Dorfmädchen zu ratschen. Doch verloren ist längst nicht alles. „Den Stammtisch im Sonnenhof zum Beispiel gibt es noch“, erzählt Sternberg. Anlässe, sich zu treffen, finden sich weiterhin: Wenn ein Schwein geschlachtet wird bei den Wilhelms, kommt der Schützenverein zum SchlachtschüsselEssen. Und im Januar hat der Papperger Jakl, der Zimmerer, seine Werkstatt ausgeräumt. Dort konnte sich dann das ganze Dorf zum Auftritt der Burschen vom Oberammergauer „Kofelgschroa“ (Berggeschrei) treffen. Den Alten war diese Version bayerischer Volksmusik, den die Blechbläser und der junge Mann an der Ziehharmonika da aufspielten, eigentlich viel zu modern. Doch am Ende haben sie sich köstlich amüsiert und alle, von 15 bis 75, waren auf den Beinen. Da hatte Sternberg seine Kamera leider nicht dabei, doch der letzte Anreiz, sein Fotoprojekt endlich fortzusetzen, war das Fest allemal. Eines bedauert Harry Sternberg heute zutiefst: Dass er es versäumt hat, sein eigenes Dorf Utting ebenso fotografi sch aufzuzeichnen – auch, um zu zeigen, wie schnell ein Lebensraum, den man nicht genug achtet, an Schönheit verliert. Dabei denkt er wehmütig an die Bahnhofsstraße, weil dort so manch einst schönes Haus zur Ruine verkommt oder es den Erich Metzger nicht mehr gibt. Der war ein „Kümmerer“, und hat, bis die Bahn ihn nicht mehr brauchte, als Stationsvorsteher nicht nur die Weichen geschmiert, sondern auch die Blumen gepflegt. Froh ist Harry Sternberg, dass er wenigstens ihn fotografiert hat – ein Original, das endlos erzählen konnte aus und über Utting. Einer, der vieles wusste, was jetzt keiner mehr weiß, und der auch deshalb fehlt. Christine Schulz

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Im Dorfzentrum lässt eine Hauswand ahnen, wo man sich früher begegnet ist

Auf Samtpfoten und mit Adlerauge – so beschreibt Harry Sternberg (rechts) seine Arbeitsweise als Fotograf. Die Kamera nennt er sein Skizzenbuch. Im Bild oben eine Hauswand in der Dorfmitte und links der Bootssteg in Holzhausen. www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 97


AMMERSEE

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Scherben bringen Glück

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s gibt kaum Platz, aber dafür ein unglaubliches Gewusel. Egal, für ambitionierte Keramiker gilt die Einladung zum Dießener Töpfermarkt als Ritterschlag, und um einen der 150 Ausstellerplätze zu ergattern, rangeln Europas beste Töpfer jedes Jahr aufs Neue. Für Kenner ist dieses Ereignis zwischen Christi Himmelfahrt und dem folgenden Sonntag mit zehntausenden Besuchern beinahe so wichtig wie die Frankfurter Messe. Und der begehrte Dießener Preis für den besten Keramiker gilt als Oscar der Branche. Was jedoch die wenigsten wissen: Nach dem neuesten Wissensstand war Dießen der erste Ort nördlich der Alpen, an dem Töpfer die sogenannten Fayencen, weiße Irdenware mit Zinnglasur, produzierten. Im Mittelalter war die Marktgemeinde berühmt für ihr „plab und weiß Geschirr“. Teller, Töpfe, Krüge und Kannen, verziert mit Vögeln, stilisierten Granatäpfeln, Spiralen und häufig auch christlichen Symbolen, wurden von Dießen aus entlang der wichtigen Nord-Süd-Handelsstraße gehandelt. Irgendwann aber hörte – keiner weiß genau warum – die Fayence-Produktion auf. Die Entdeckung, dass es sie hier überhaupt gab, ist einem Zufall zu verdanken, und die Erkenntnis, dass kostbare Gefäße, die in Museen lagern und anderen Standorten zugeordnet wurden, tatsächlich vom Ammersee stammen, ist erst wenige Jahre alt. Die Entdeckung Eigentlich wollte Ernst Lösche, bis zu seinem Tod im April diesen Jahres einer der renommiertesten Keramiker Deutschlands, im Frühjahr 1962 in seinem Garten in Dießen, Am Kirchsteig 19, nur ein Apfelbäumchen pflanzen. Dabei machte er jedoch einen erstaunlichen Fund. „Mit einem Spatenstich kam die Geschichte auf mich zu!“, erinnerte sich der 87-Jährige und weiter: „Schon mein Vater hatte sich in den dreißiger Jahren geärgert,

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dass er auf unserem Grundstück ständig auf Scherben stieß…“ Die Familie wusste, dass ihr Grund vor Jahrhunderten mal eine Töpferei beherbergt hatte. Das verriet schon der Hausname ihres Anwesens „Söldengütl-Hafner“. Ein „Söldengütl“ war Land, das die Dießener Grafen und später das Augustiner-ChorherrenStift gegen Sold verpachteten. Den Lebensunterhalt hatten sich die einstigen Vorbesitzer offensichtlich durch die Hafnerei, das Töpfern, verdient. Als Karl Lösche, seines Zeichens Professor für Bildhauerei und Keramik an der Münchner Kunstakademie, das „Gütl“ um 1930 erwarb, musste Sohn Ernst beim Sieben der Gartenerde fleißig Scherben klauben. Doch was er später beim Obstbaumpflanzen in den Händen hielt, war kein Relikt herkömmlicher Töpferei. Die Scherbe sah aus wie blau-weiße Fayence! Mit Fayencen ahmten die Hafner im Mittelalter das kostbare chinesische Porzellan nach, das Marco Polo Anfang des 14. Jahrhunderts nach Europa gebracht hatte. Das war unermesslich teuer, und es selbst zu produzieren, gelang in Europa erst 400 Jahre später. Ernst Lösche grub behutsam weiter und hob einen ganzen Scherbenhaufen aus, Bruchstücke, die sich zu Krügen und Schalen zusammensetzen ließen. Nun gab es keinen Zweifel mehr: Dies war zerschlagenes Geschirr, Abfälle von missratenem „plab und weiß“! „Noch am selben Tag begann ich zu forschen“, erinnerte sich Lösche. Er bat den Pfarrer um Einsicht in alte Kirchenbücher, suchte in Archiven nach historischen Aufzeichnungen und begann dann, Fayencen nach den entdeckten Mustern herzustellen. Im Lösche-Haus stapeln sich nicht nur dicke Ordner mit historischen Akten. Als 1979 die Häuser am Kirchsteig an die Kanalisation angeschlossen wurden, holten der Töpfer und sein Sohn Wolfgang tonnenweise Scherben aus dem Erdreich. Die wurden gewaschen, gewogen und sortiert, und so ließen sich

Fotos: Beate Bentele

DER DIESSENER TÖPFERMARKT IST WEIT ÜBER DEUTSCHLAND HINAUS BEKANNT. DIE GESCHICHTE DER BLAU-WEISSEN FAYENCEN VOM AMMERSEE KOMMT ERST NACH UND NACH ANS TAGESLICHT


zahlreiche Typen von Krügen und Kacheln, Tassen und Vasen identifi zieren. Wolfgang Lösche, heute 53, studierte Volkskunde und Archäologie und kniete sich noch tiefer in das Thema hinein. 1983 schrieb er seine Magisterarbeit über die „Dießener Fayencen“. Er wühlte sich durch Augsburger Bistumsarchive, Steuerkataster und das Bayerische Staatsarchiv, war zur Stelle, als in München am Marienhof gegraben wurde. Auch dort wurden Bruchstücke gefunden, die identisch waren mit den Dießener Funden. Schließlich stieß er auf ein Schriftstück, das keinen Zweifel mehr ließ: Der bayerische Topograph Michael Wening hatte Lösches Heimatort, den oder die „Marck Diessen“ in einem Schreiben von 1701 so charakterisiert: „Man macht auch diß Orths vil schönes weißes Hafner-Gschirr, so weit und brait verhandelt wird.“ Er schaffte es schließlich, acht Werkstätten mit bis zu 50 Töpfern im 17. und 18. Jahrhundert in und um Dießen zu verifi zieren. Bei Bauarbeiten am einstigen Standort der früheren gotischen Kirche entdeckte man schließlich 1985 bunt glasierte Dachziegel des einstigen Turms. Eine Untersuchung der Zinnglasur der weißgrundigen Ziegel ergab, dass diese bereits im 15. Jahrhundert als Fayencen hergestellt worden waren. „Hier gab es reiche kalkhaltige Tongruben, das Material war nicht braun wie Terrakotta, sondern hell und weiß“, erklärt der Wissenschaftler. Die Denkmalschutzbehörden interessierten sich schließlich für die Forschungsarbeit und bald schon musste in

K O C H + K O C H Garten- und LandschaftsArchitekten Bund deutscher LandschaftsArchitekten BDLA International Federation of Landscape Architects IFLA

www.GARTENVISIONEN.de

Im Mittelalter war die Gemeinde bekannt für ihr „plab und weiß“ Dießen jeder Bauherr, der eine Grube ausheben ließ, den Archäologen Zugang gewähren. Nicht jeder war und ist davon begeistert, „obwohl wir nie einen Bau verzögert haben“, beteuert Wolfgang Lösche. Immer wieder gibt es neue, spannende Erkenntnisse. So wurde ein bislang als „Creussener Fayence“ bezeichneter Krug, der im Bayreuther Stadtmuseum steht, eindeutig als Dießener Ware identifiziert. Der „fränkische“ Krug wurde nachweislich in der Hafnerei Rauch-Erntl, also auf dem heutigen Lösche-Grund, um das Jahr 1690 herum produziert. Ebenso aus Dießen stammt ein Gefäß, das die Leidenswerkzeuge Christi zeigt und heute im Weilheimer Stadtmuseum steht. 2008 hat die Gemeinde Dießen einen wertvollen „plab-weißen“ Krug aus dem Jahr 1684 bei einer Münchner Auktion für 18 500 Euro ersteigert. Dass der Granatapfelbaum auf ihrem Grund mit den wertvollen Töpferei-Abfällen so reiche Früchte trägt, freut Familie Lösche. Vielleicht bringen sie ja wirklich Glück, die Scherben. Im Keramik-Museum in Dießen, Am Kirchsteig 19, finden Sie ausgesuchte Exponate aus der Geschichte der Töpferei und der Fayence-Funde in der Marktgemeinde. Es ist an den vier Töpfermarkttagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Außerdem gibt es Führungen durch Museum, Park und Werkstatt auf Anfrage unter Telefon 088 07 18 77. Im Pavillon am See findet der Besucher die Arbeiten einheimischer Künstler in einer ständigen Verkaufsausstellung. www.diessener-kunst.de

GARTENARCHITEKTUR im 5-Seen-Land

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AMMERSEE

spezial

Heinis Seebären-Schule Deutschlands älteste private BinnenSegelschule liegt malerisch an der Seestraße 23 in Dießen. Heute ist Stefan Marx stolzer Besitzer der AmmerseeSegelschule, die 1928 von Heinrich Seidl gegründet worden war. Der „Heini“ war damit nicht nur Pionier zu Wasser, sondern kurbelte so auch den Ammersee-

Tourismus an. Als Stefan Marx die Schule 2001 von Seidls Tochter Heidi übernahm, beließ er alles wie zu Gründerzeiten. Nur wo der Zahn der Zeit seine Spuren zu arg hinterließ, wurde behutsam repariert und restauriert. Wie zum Beispiel das Prunkstück der Flotte, ein Gaffelkutter, 1905 für Zar Nikolaus II. erbaut, den schon

Seidl zur Zweimast-Yacht umbauen ließ. Heute kann man die königliche, sensibel renovierte Yacht, die 16 Personen Platz bietet, für besondere Fahrten und Feste mieten. Außerdem gibt es in der AmmerseeSegelschule natürlich Kurse für Kinder und Erwachsene und einen Bootsverleih. Tel. 08807 8415, www.ammersee-segelschule.de

Viel Freude beim Suchen und Finden, zu Wasser und an Land!

Wie der Name schon sagt: Ein beliebter Treffpunkt in Breitbrunn ist der „Platzhirsch”. Das Restaurant im hellen Landhausstil bietet junge bayerisch-internationale Küche. Wie den köstlichen ofenfrischen Schweinebraten, wechselnde Fischgerichte oder vegetarische Köstlichkeiten – alles mit frischen saisonalen Produkten aus der Region! An schönen Tagen lockt der urige Biergarten unter alten Kastanienbäumen. Den Platzhirsch finden Sie an der Hauptstraße 6, geöffnet Mo bis Fr 11 – 24 Uhr, Sa/So und an Feiertagen 10 – 24 Uhr. www.platzhirsch-am-see.de

Gemähte Kunst Im letzten Sommer hat das Team von Ex Ornamentis ihr zehnjähriges Jubiläum mit einem Riesenbild von Asterix und Obelix gefeiert. Zuvor gab es die gewachsenen Kunstwerke aus Hanf, Mais und Sonnenblumen im Uttinger Labyrinth-Garten schon als Porträt von Einstein oder als Leonardo da Vincis berühmte Studie vom menschlichen Körper. In diesem Jahr dreht sich ab Ende Juli alles um den Wilden Westen – mit Cowboys, Indianern und einem Fort. www.exornamentis.de und Tel. 08192 934683.

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Großes Foto: Ammersee-Segelschule Stefan Marx; Gerd Knauth

Tradition mit Zeitgeist


Tour für Freunde Es kommen Gäste und Sie wollen mit einem besonderen Ausflug punkten? Ein wunderbarer Wanderpfad mit Blick auf den Ammersee samt Alpenpanorama wird Ihnen auf dem Höhenweg Richtung Andechs geboten. Der idyllische Weg führt vorbei an Bächen und Weihern bis nach Pähl. Am Wanderparkplatz an der Straße nach Fischen biegt man links in den Höhenweg ein, dann geht’s durch den Wald und an Streuwiesen entlang zur Hardtkapelle (3 km). Der Höhenweg ist als König-LudwigWeg ausgeschildert. Von hier aus gerade aus weiter nach Süden zum Pähler Hochschloss (2,5 km). Dann laden Sie Ihre Freunde zum guten Essen ein – auf die Sonnenterrasse oder ins Restaurant der Golfanlage Hohenpähl, eine der schönsten in Bayern! www.golfclub-hohenpaehl.de

Klettern bis zum Mastkorb Der Hochseilgarten in Utting bietet auf einem riesigen Piratenschiff prima Kletterrouten in drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. Schwindelfreie schaffen es bis in den Mastkorb. Außerdem gibt es verschiedene Sportkurse – Slackline zum Beispiel ist gerade sehr in. Die Anschrift: Utting, Fahrmannsbachstr. 2. Bei gutem Wetter trifft man sich anschließend im weitläufigen Biergarten der Alten Villa an der Seestraße 32 unter großen Kastanien.

Stein für Stein Wer wie Walter Steiner in der Mayr’schen Hofkunstanstalt in München gelernt hat, ist ein Kunst(hand)-Werker. Der Fliesenlegermeister und Mosaikbildner aus Herrsching bietet in seinem Fachgeschäft wunderschöne Glas- und Natursteinmosaike, Fliesen und Antikmarmor-Verarbeitungen. Viel Inspiration und Beratung finden Sie bei „Piccola Mattonella“ in Herrsching, Mühlfelderstr. 56. www.piccola-matonella.de

Märchen fürs Leben

Edle Inspirationen

„Es war einmal ein kleiner Königssohn, den seine Eltern nicht auf einen Ausflug mitnehmen wollten …“ Wenn die Herrschinger Märchenerzählerin und Sozialpädagogin Daniela Tax in ihrer Jurte am offenen Feuer sitzt und für ihre kleinen und großen Zuhörer erzählt, dann kann man eine Stecknadel fallen hören. Sie lädt ein an den See, in den Wald und bei schlechtem Wetter auch zu sich nach Hause. Anmeldung unter 08152 96315, www.kulturwerkstatt-wielenbach.de

Musik, Kunst, Literatur und ein Shopping-Paradies: Wer sich für Kultur und gute Lebensart interessiert, findet im Schloss Seefeld bei Herrsching, seit Mitte des 15. Jahrhunderts im Familienbesitz der Grafen zu Toerring-Jettenbach, viel Abwechslung. Zur Stärkung geht’s dann ins Bräustüberl im Schloss und bei schönem Wetter in den Biergarten. www.schloss-seefeld.de

Panorama-Funken Südlich von Raisting liegt die größte Erdfunkstelle der Welt. Die Parabolantennen sind schon von Weitem zu sehen. Sie dienen der weltweiten Kommunikation mit Nachrichtensatelliten und haben Spiegeldurchmesser von 7 bis zu 32 Metern. Wer sich dafür interessiert, meldet sich zur Führung bei Gerd Knauth. Tel. 0881 2691, www.raisting.de/erdfunkstelle.html www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 101


AMMERSEE

spezial

200 Musikanten, vom kleinen Anfänger bis zum großen Könner: das Chaos-Orchester.

Chaoten klingen wunderbar

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in Orchester, in dem vier-, fünfjährige Vorschulkinder mit Jugendlichen und Erwachsenen auf der Bühne stehen und Musik aus der Augsburger Puppenkiste ebenso wie von Mussorgskij, Ravel, Zappa oder den „Säbeltanz“ von Khatchaturian aufführen – das gibt es so nur am Ammersee! Um genauer zu sein, das gibt es nur in Deutschlands ungewöhnlichster Musikschule mit knapp 600 Schülern. Der Höhepunkt des Jahres ist immer der Auftritt des 200-köpfigen „Chaoten-Orchesters“, meist im Dezember. Da werden kleine Beine und Orff’sche Klanginstrumente zur Rhythmusmaschine, behaupten sich Hackbretter neben E-Gitarre, Harfe und Saxophon. Es gibt – musikalisch gesehen – nichts, das nicht zum Einsatz kommt. Kindliche, aber auch erwachsene Schüler, die erst mit 50 Jahren das Musizieren lernen wollen und oft noch Mühe haben, wenigstens ein paar Töne zum richtigen Zeitpunkt zu erzeugen, spielen neben konzertreifen Musikern. Anfangs, vor 26 Jahren, war dies ein Experiment, das einen ziemlich chaotischen Eindruck machte – so kam das merkwürdige Ensemble zu seinem Namen. Inzwischen haben die Auftritte der „Chaoten“ in Inning längst Tradition. Musikpädagogen reisen aus dem In- und Ausland an, um die Methode der Pierre-van-Hauwe-Musikschule kennenzulernen. Der „Vater der Chaoten“, Schulleiter Peter Schuhmann, erklärt, wie sein Unterricht funktioniert: Als „Spielen mit Musik“ fängt alles an. Und (!) damit, dass jeder, der mag, von der ersten Übung an mit auf der Bühne stehen darf. Christine Schulz hat ungläubig nachgefragt, wie das funktionieren kann.

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Blutige Anfänger und virtuose Künstler spielen gemeinsam durchaus anspruchsvolle Stücke – und es klingt auch noch wunderbar. Das kann doch nur ein Trick sein?! Peter Schuhmann: Kein Trick, aber Programm, denn jeder wird integriert und bekommt von mir, je nach Wissensstand, Grad des Könnens und Instrument, eine eigens geschriebene Einzelstimme aus der Partitur. … und dann stehen da Hackbretter neben der E-Gitarre, die Marimba neben der Geige, die Harfe korrespondiert mit dem Elektro-Bass. Das klingt fast unmöglich, vor allem, weil nicht jeder sein Instrument beherrscht… Dazu gehört schon eine gehörige Portion Frechheit, das räume ich gern ein (er lacht herzlich). Aber eigentlich ist es nur Handwerk, das aus zwei Teilen besteht, einem musikalischen und einem methodisch-pädagogischen. Das geht durch exzerpierendes Arrangieren, will heißen: Es geht darum, den Kernpunkt einer Komposition zu erfassen, alles Beiwerk wegzulassen und daraus Stimmen kindgemäß zu gestalten, die nicht zu schwierig sind. Zum Beispiel, indem man Läufe halbiert oder Tonarten verändert. Den Part für die „Großen“, die erfahrenen Musiker, muss man dann so anspruchsvoll gestalten, dass die sich nicht unterversorgt fühlen. Und denen ist es dann nicht zu läppisch? Nein. Unser ältester Musiker ist um die 60, für den und die anderen ist dieses Musizieren ein echtes Anti-Aging-Programm. Einige haben hier ja selbst einmal klein angefangen und geben jetzt was zurück. Die sind froh, dass die Kinder sie noch „mitspielen“ lassen. Und schließlich gibt es doch keine bessere Möglichkeit, lebendig zu bleiben, als Mitglied eines Haufens von jungen Menschen zu sein.

Foto: Pierre-van-Hauwe-Musikschule

ZUMINDEST DANN, WENN SIE IHRER PASSION AN DER AUSSERGEWÖHNLICHEN MUSIKSCHULE IN INNING NACHGEHEN. IM INTERVIEW ERKLÄRT SCHULLEITER PETER SCHUHMANN, WIE AUS LUST UND LEICHTEM SPIEL MUSIKALISCHES KÖNNEN WÄCHST


„Spielen mit Musik“ nennen Sie das. Was ist das und wie gehen Sie dabei vor? Mit Lust und Imagination und einem fantasievollen Umfeld. Wir, das heißt der jeweilige Lehrer und eine Gruppe von zwölf bis 18 Kindern, sind zum Beispiel Indianer in einem Dorf, die bedroht werden, vielleicht von einem Feuer speienden Büffeldrachen … Wir stellen Wachen auf, trainieren geheime Zeichen. Ich gebe sie vor mit einem Trommel-Rhythmus, ta-ta ti-ti ta. Das probieren wir in Zweiergruppen. Was wie ein Spiel klingt, ist nichts anderes als eine Rhythmus-Etüde. Und die erwachsenen Anfänger? Die müssen natürlich nicht Indianer spielen, aber selbstverständlich auch erst einmal das ta-ta ti-ti ta üben. Auch wenn sie Einzelunterricht haben. Was ist der nächste Schritt? Wir machen aus einem kleinen Nonsens-Text große „Oper“. Bald schon wird das erste Fünf-, Sechs-, Sieben-MinutenStück aufgeführt. Wenn sich die Musikschüler dann damit ins Chaoten-Orchester einbringen dürfen, lernen sie, dass man schon mal 30, 40 Minuten konzentriert zuhören muss, um den eigenen Einsatz nicht zu verpassen. Danach geht es spielerisch und am liebsten in der gemischten Gruppe an die richtigen Instrumente. Wie – gemischte Gruppe? Blockflöte, Klavier, Hackbrett, Gitarre, Akkordeon, Geige und, und. Jeder an das Instrument, das er erlernen will. Gibt das kein riesiges Durcheinander? Wir arbeiten mit einer Technik, in der es darauf ankommt, einen Spielfluss zu erzeugen und aufrecht zu erhalten, psychologisch nennt man das „flow“. Der Lehrer spielt eine kurze Melodie vor,

die Schüler folgen. Alles wird metrisch vom Xylophon begleitet, einer nach dem anderen kommt dran und spielt allein. Dann folgen einige Instrumente zusammen und schließlich gibt es ein Töne-Wettrennen, einen Staffellauf, der die Geläufigkeit und Schnelligkeit schult. Es ist aber kein Wettkampf, sondern ein Spiel, das hilft, sich ins Ensemble zu integrieren. Ihre „Chaoten“ spielen „Smoke on the Water“ von Deep Purple mit Blockflöte und Hackbrett … Ja, und das ist keine Kinderei, sondern hört sich richtig gut an. Da geht die Post ab! In Quartenakkorden wird die Blockflöte zum Hardrock-Instrument. Wir spielen auch „Samba Pa Ti“ von Carlos Santana auf dem Hackbrett. Ich liebe Blödsinn, das haben Sie ja schon gemerkt. Bei unseren Auslandstourneen (die „Chaoten“ waren schon in Portugal, Dänemark, Frankreich, der Tschechischen Republik, Österreich und Holland; Anmerkung der Redaktion) erzähle ich dann gern folgende Geschichte: Carlos Santana hat mal Urlaub am Ammersee gemacht und wollte unbedingt Hackbrettspielen lernen. Dafür hat er „Samba Pa Ti“ geschrieben, es selbst aber nicht hingekriegt. Und so hat er die Platte dann halt mit der Gitarre eingespielt… Pierre-van-Hauwe-Musikschule Pierre van Hauwe war Dirigent, Komponist, leitete ein SinfonieOrchester und einen Madrigal-Chor und war von 1960 bis 1982 Chef der städtischen Musikschule im holländischen Delft. Er erfand das „Spielen mit Musik“. Peter Schuhmann, Leiter der Musikschule in Inning, war sein Schüler. Schuhmann hat diese Methode weiterentwickelt. Seit 1995 trägt die Musikschule Pierre van Hauwes Namen, er starb 2009. Weitere Informationen, auch über die Kurse und anderen Ensembles: www.musikschule-inning.de

Advertorial

ANDECHSER MOLKEREI SCHEITZ

Willkommen auf dem ökologischen Weg!

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er wüsste nicht gern, woher die Milch kommt, die er trinkt? Bei den Produkten der Andechser Molkerei Scheitz ist das kein Problem. Ob Joghurt oder Milchdrinks, jeder kann die Bio-Erzeugnisse per Mausklick auf dem „ökologischen Weg“ zurück bis zum Hof einer der 570 Bio-Bauern verfolgen. Man muss nur das Mindesthaltbarkeitsdatum des Produkts auf der Website der Molkerei eingeben und schon sieht man den jeweiligen MilchLieferanten. Diese Offenheit steht für die Philosophie des Andechser Betriebes: Natürliches natürlich belassen, ethisch ver-

antwortlich und respektvoll mit Mitwelt und Schöpfung umgehen. „Größtmögliche Transparenz für den Kunden ist uns wichtig“, sagt Marketingleiterin Irmgard Strobl, „und unseren Bauern wollen wir dadurch gleichzeitig unsere Wertschätzung erweisen. Wir zeigen, wie sie arbeiten und leben.“ Vor über 30 Jahren hat Georg Scheitz als erster mit ökologisch erzeugter Milch „BioProdukte“ in Andechs hergestellt. Seine Tochter entwickelte diesen Weg weiter. Heute produziert das Familienunternehmen mit rund 190 Mitarbeitern ausschließlich biologische Erzeugnisse – von der Milch bis zum Ziegenkäse. Nicht nur gesund, sondern bei dieser Qualität auch besonders köstlich. Alle ANDECHSER NATUR®Produkte findet man vor Ort im Hofladen (Tannhof 1, Andechs, Öffnungszeiten: Di – Fr 9 – 17 Uhr, Sa 9 – 12 Uhr), überall im Naturkostfachhandel und im gut sortierten Lebensmittelhandel.

Andechser Molkerei Scheitz GmbH Biomilchstraße 1, 82346 Andechs Tel. 08152 379-0, scheitz@andechser-molkerei.de www.andechser-molkerei.de

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AMMERSEE

spezial

Sag „Ja“ in Utting! AM WESTUFER DES AMMERSEES STEHT EINE KLEINE KÜNSTLER-VILLA VON AUSSERGEWÖHNLICHEM RUF. DENN SEIT 1998 IST HIER DAS STANDESAMT UNTERGEBRACHT – EINES DER SCHÖNSTEN IM LAND, HEISST ES. GESCHICHTEN AUS DEM JAGDZIMMER

Trauungen pro Jahr: ca. 150 Insgesamt seit 1998: 1340 Lebenspartnerschaften: 2 (erstmals 2010) Neinsager: Bislang keine(r). Eine Braut düste allerdings am Vortag der Hochzeit wieder ab. Die Schwiegermutter war angereist und hatte das Zeremonien-Zepter an sich gerissen. Der Bräutigam schlug sich auf die Seite von Frau Mama. Das war’s dann. Tränen: Die Frauen sind tapfer. Aber so mancher starke Kerl bricht in Tränen aus, wenn’s plötzlich ernst wird. Die aufregendste Zeremonie: Eine Braut, die im kleinen Trauzimmer in Panik geriet, weil sie Platzangst hatte. Damals durfte die Trauung noch nicht nach draußen verlegt werden, das ist erst seit Kurzem erlaubt. Ebenso ein Bräutigam, der hyperventilierte. Die Trauung wurde im Eilverfahren durchgezogen, damit er es noch schaffte, Ja zu sagen. Danach hat er sich wieder erholt. Die traurigste Hochzeit: Der krebskranke Bräutigam wurde aus der Klinik hergebracht und hing an der Sauerstoffflasche. Das Paar hatte noch eineinhalb gemeinsame Jahre. Der Gipfel: Ein Paar, das trotz strikter Begrenzung auf 20 Personen mit 70 Leuten anrückte. Obwohl bei Anmeldung und Vorgespräch ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass der Trauraum zu klein ist für mehr Menschen.

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Romantisch ist es ganz bestimmt: Das Künstlerhaus Gasteiger in Utting.

Der Reinfall: Der Brunnen vor dem Haus zieht Kinder magisch ein. Einmal ist ein dreijähriger Bub kopfüber über den Beckenrand ins Wasser geplumpst. Seine Mutter, die Schwester der Braut, kannte das anscheinend. Jedenfalls hatte sie vorsorglich Ersatzkleidung für ihn in der Tasche. Die nervigste Zeremonie: Eine semi-prominente Schauspielerin, die ein riesiges Tamtam veranstaltete. Die Ehe wurde nach drei Monaten wieder geschieden. Das originellste Drumrum: Dieses Jahr im Januar. Der Bräutigam hatte seine Auserwählte gebeten, sich für die Hochzeit warm anzuziehen. Mehr wusste sie nicht, und dann hat er sie in einem geschmückten Kahn übern See nach Utting gerudert. Was er nicht wusste: Die Braut war schon im Morgengrauen da gewesen und hatte den winterlich abgedeckten Brunnen mit Plastikrosen dekoriert. Echte Prominenz: Wegen der Verschwiegenheitspflicht wird nur so viel verraten – eine Prinzessin, einige Freiherren und Barone. Internationalität: Es gab eine Anfrage aus den USA. Die Partner bi-nationaler Paare kamen aus Brasilien, China, Japan und Italien. („Für die Italiener ziehen wir grundsätzlich ein Dirndl an, da fahren die total drauf ab!“) Wiederholungstäter: Ein Bräutigam kam zweimal: mit der ersten und nach der Scheidung mit der zweiten Frau. Der stressigste Tag: Das ist jedes Jahr der 1. September. Ab 7.30 Uhr stehen die Telefone im Gasteiger-Haus nicht mehr still, weil man ab dann die Trauungstermine für das kommende Jahr reservieren kann. Weitere Infos zu Standesamt, Veranstaltungen und Museum: Tel. 08806 699 www.schloesser.bayern.de/deutsch/service/infomat/screen-pdf/ gasteiger_dt.pdf

Text: Christine Schulz; Foto: Bayerische Schlösserverwaltung/www.schloesser.bayern.de

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ie Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“ nannte es mal „Deutschlands schönstes Standesamt“. Ein ganz besonderer Ort ist es auf jeden Fall: Das Künstlerhaus Gasteiger in der Eduard-Thöny-Straße in Utting. 1913 wurde es von Anna-Sophie und Mathias Gasteiger als Sommersitz fertiggestellt. Sie war Blumenmalerin, er einer der eigenwilligsten Münchner Jugendstilbildhauer, sein originellstes Werk, das nackerte freche „Brunnenbuberl“, steht in der Münchner Fußgängerzone in der Nähe des Stachus. Die Gasteiger-Tochter Irene vermachte das Haus 1984 dem Freistaat Bayern. Dessen Schlösser- und Seenverwaltung stellte es dann 1998, im 100. Hochzeitsjahr der Erbauer, der Gemeinde Utting als Standesamt zur Verfügung. Anfangs noch ein Geheimtipp, kommen mittlerweile viele Hochzeiter auch von weiter her, um sich im original eingerichteten Jagdzimmer mit grünem Kachelofen und alten Eichenbohlen das Jawort zu geben – unter stattlichen Hirschgeweihen und neben vielen auserlesenen Kunstwerken in der Villa. So ein ungewöhnliches Standesamt, da gibt es sicher viele Geschichten. Danach haben wir Helga Schraidt gefragt, Schwiegertochter aus dem Gasteiger-Haus und nun seit zwölf Jahren auch die Hüterin des Museums. Gemeinsam mit den Uttinger Standesbeamtinnen Claudia Breier und Claudia Maisterl hat uns die Hausdame eine ungewöhnliche Liste zusammengestellt über ganz viele „schönste Tage im Leben“:


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LAND & LEUT’

/ Der Poet

Ich bin ein Bauernbub PREMIERE IM STARNBERGER SEEMAGAZIN: DIE GEDICHTE DES MUSIKERS UND KABARETTISTEN JOSEF BRUSTMANN

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see-kraft der starnberger see zittert mein auge setzt ihm zu auch ich erschrecke heute vor meiner see-kraft

seestück die sonne der see die berge der himmel die bäume die vögel die wolken und ich

frei wie windstill es ist heute wo ist der wind wie wolkenklar es ist heute wo sind die wolken wie wellenfrei der see heute wo sind die wellen

grandios ein grandioses licht fiel vom himmel schlug auf den see auf und wurde vom see wie ein bungee-springer wieder hochgeschleudert traumhaft schön und ich ganz klein aber mit augen versehen von denen das licht nur träumen kann

wie klar ich bin heute wo bin ich bei mir see-wind-wolken-klar

www.seemagazin.de | Starnberger SeeMagazin 2010 107


LAND & LEUT’

/ Der Poet

Der Dichter und sein Josefinum

Josef Brustmann beim Texten: Ein Gedicht, eine Liedzeile, ein Kabarett-Stückchen? Wir wissen es nicht genau. Nur, dass seine neue Denkstube der alte Kiosk vom Fischer Gastl war.

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ie Hippokrene ist eine Quelle mit besonderer Kraft, obwohl es sich ursprünglich ja nur um eine Pferdetränke gehandelt haben soll. Aber die Musen haben in ihr gebadet, sagt die griechische Mythologie, und wer aus ihr trinkt, der wird Dichter. Gut möglich, dass Josef Brustmann, 55, bekannt als Musiker und Kabarettist, neben der einen oder anderen kühlen Maß auch einen kräftigen Schluck aus der Hippokrene genommen hat. Auf alle Fälle bekommen wir vom Künstler aus Icking nach seiner neuen CD „Leben hinterm Mond“, einem Soloprogramm, mit dem er jahrelang erfolgreich auf Tournee war, jetzt auch Poesie – Persönliches, Gelebtes in Versen, Beobachtungen mit genauem Auge und einer zarten Seele. Einen guten Rückzugsplatz für diese Arbeiten hat der frühere Musiklehrer und Vater von drei erwachsenen Kindern, der zurzeit an einem Projekt gemeinsam mit Marianne Sägebrecht arbeitet, dafür auch gefunden: den Kiosk vom Fischer Gastl aus Leoni. Genauer gesagt, den ehemaligen Kiosk vom Fischer Gastl, weil der Holzpavillon nämlich als „Josefinum“ in Brustmanns Garten neu aufgebaut und als Dichterrefugium geadelt wurde. Für den Bau eines neuen Fischerhauses musste der Kiosk nämlich weichen. Jetzt hat er eine Heizung, einen wunderbaren Anstrich in StrahleTürkis und er dient dem Dichter-Musiker-Kabarettisten nun sehr ansehnlich als Stüberl mit Ausblick.

Fotos: Ulrike Mertz

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Advertorial

Liebling der Frauen Trage mich heim trage mich in einer Tüte heim in einer Einkaufstüte auf der steht: Er war der Liebling der Frauen SCHLOSSGUT OBERAMBACH

Bauernbub Ich bin ein Bauernbub Ich bin ein Bauernbub Ich bin ein Bauernbub

Neues Vitalzentrum inmitten der Natur on der Anhöhe mit ihren alten Eichen fällt der Blick hinunter zum See, hinter dem sich die Alpenkette imposant erhebt. Fünf Alleen laufen sternenförmig auf das historische Anwesen zu. „Ich wusste sofort, dass dies ein Kraftort ist!“, beschreibt Andreas Schwabe, seit 1991 Besitzer von Bio-Hotel Schlossgut Oberambach am Ostufer des Starnberger Sees, seinen ersten Eindruck. Aus der Natur Kraft schöpfen, sich geborgen fühlen und verwöhnt werden – das verspricht die Philosophie des Hauses, und der Gast darf sich auf Hochgenüsse freuen. Ob im Gourmet-Restaurant mit rein biologischer Küche oder beim Entspannen im eleganten Ambiente des Hauses, und nun auch im neu eröffneten Vitalzentrum. Denn dass angenehmer Luxus und ökologisches Bewusstsein keinen Gegensatz bilden müssen, beweist jedes der 40 Zimmer des BioHotels deluxe. Als gelernter Heilpraktiker führt der Hotelbesitzer auch eine Familientradition fort, die vom Vater, der die Wirkung des Ginkgo entdeckte, bis zum homöopathischen Betrieb des Urgroßvaters reicht. So werden im neuen Vitalzentrum neben Behandlungen mit Naturkosmetik, verschiedenen Massagen, Ayurveda und Shiatsu auch naturheilkundliche Anwendungen wie Schmerztherapie, Osteopathie und Allergiebehandlungen angeboten. Der einmalige Kraftort mit Seeblick lädt nicht nur Hotelgäste, sondern alle ein, die Ruhe und Entspannung suchen. Freuen Sie sich auf ein Rendezvous mit sich selbst.

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Enzianheimat Dein Gesicht gräbt sich ein in die Enzianhügel meiner Heimat, einer Heimat, die weder meine noch deine ist, die lediglich Heimat ist nur den Enzianen. Ihr Enziane, ihr habt’s gut. Ihr hättet Trost für ein stilles, trauriges Gesicht, das einer Enzianheimat bedürftigst ist.

Bio-Hotel Schlossgut Oberambach Oberambach 1, 82541 Münsing Tel. 08177 9323 Angebote für Behandlungen werden auf Anfrage zugeschickt oder sind auf www.schlossgut.de zu finden.

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LEUT’ & LEBEN

/ Zu Wasser

Traumkulisse und Riesenanstrengung: Das Team vom Starnberger See beim „Hawaiki Nui Va’a“, dem berühmt-berüchtigten Kanurennen in der Südsee.

Aloha für das Team vom Fischermichel EINE VERRÜCKTE EINLADUNG, EIN AUSLEGERKANU UND DAS SCHWERSTE RENNEN IN DER SÜDSEE: WAS NUN FOLGTE, WAR EIN HEISSES ABENTEUER FÜR DIE TRAININGSTRUPPE MIT HEIMATHAFEN IN AMMERLAND

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echs Mann in einem Boot. Sie schwitzen, stöhnen, fluchen, sie pflügen durch tosende Wellenberge. Sie kämpfen sich durch nach Raiatea, 46 Kilometer übers offene Meer des südlichen Pazifiks, hin zur zweitgrößten „Insel unter dem Winde“. Die Kanuten sind keine Einheimischen, keine SüdseeMänner mit den typischen Ornament-Tattoos an Armen und Beinen. Die Männer kommen aus Münsing am Starnberger See und aus Germering. „Hawaiki Nui Va’a“ heißt der sportliche Wettkampf, zu dem sie aufgebrochen sind. Er gilt als das härteste Auslegerkanurennen der Welt. Neun bayerische Sportler sind’s insgesamt, damit sie wechseln können bei den Wahnsinnsstrapazen im tropisch-feuchten Klima. Im November des vergangenen Jahres machte sich das „Team Fischermichel“ unter der Leitung von Jörg Poppen, 44, auf die spannende Reise nach Französisch-Polynesien. Im November beginnt die Regenzeit auf den Gesellschaftsinseln mit den traumerfüllten Namen wie Bora Bora, Tahiti, Huahine oder Raiatea. Das sonst türkisfarbene Meer über Korallenriffs zeigt sich unruhig und in sonnenlosen Momenten düster und grau, aber die Temperaturen klettern trotzdem auf 35 Grad. Gleich die erste Etappe des „Hawaiki Nui Va’a“ demonstriert die Herausforderung: Schon nach 20 Minuten wirft eine sechs Meter hohe Welle das 13 Meter lange Bayern-Kanu um. Aufgeben? „Nein, wir haben uns durchgebissen“, erzählt Poppen, der seit 22 Jahren eine Reiseagentur in München betreibt. „In unserem

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LEUT’ & LEBEN

/ Zu Wasser

Beim Training daheim, am Südsee-Strand und im heißen Rennen: Das Kanutenteam Fischermichel gibt alles.

Team waren Sportstudenten, Polizisten, Bodybuilder und Sicherheitsberater, alles trainierte Burschen.“ Die zweite Tour des Drei-Tage-Rennens sollte leichter werden: Nur 28 Kilometer durch eine ruhige Lagune. „Aber das haben die einheimischen Teams zum Sprint genutzt und das Tempo wahnsinnig forciert.“ Die dritte Etappe schließlich, 56 Kilometer, führt nach Bora Bora, die Insel mit der berühmtesten Lagune der Welt, viel besungener Bilderbuchtraum mit grün bewachsenen Felsrücken, Puderzucker-Sand, Palmen und Mädchen mit glänzenden, hüftlangen Haaren und wiegenden Baströcken. Dafür haben die Männer vom Fischermichel-Team erst mal keine Augen, sie kämpfen sich durch die Wellen, sie sehen nichts. Und sind nicht zu sehen. Das letzte Kanu vor ihnen ist längst am Ziel. Eine Stunde später erreichen die Bayern den Hafen von Bora Bora, völlig ausgelaugt, erschöpft, aber glücklich. Und sie werden gefeiert, fast wie die Sieger selbst. „Die Leute auf der Straße haben uns auf die Schulter geklopft und uns ihre Anerkennung ausgesprochen. Das war ein schönes Gefühl.“ Zeitungen, Radio und Fernsehen aus Tahiti berichten täglich über die deutschen Kanuten. Und wie kommen ein Münsinger und acht Germeringer zum Kanurennen in die Südsee? „Der Polynesier Ito Taruoura wollte die Auslegerkanurennen auf den bayerischen Seen heimisch machen. Er arbeitete im Personenschutz in Deutschland und baute

„Eigentlich macht man so etwas nur einmal im Leben“ hier zwei Boote, ,Va’a‘ genannt. Zunächst lagen sie am Tegernsee, dort war das Interesse aber nicht so groß.“ Schließlich übernahm Jörg Poppen eines der Boote und legte es in Ammerland beim „Fischermichel“ ins Wasser – daher der Name des Teams. Als genügend Kanuten zusammengekommen waren, begann das Training. Doch trotz sieben Monate intensiver Arbeit, ein oberbayerischer See kann das südpazifische Meer nicht simulieren. Dennoch meldeten sich Jörg Poppen und seine Freunde zum Rennen an. „Die Leute haben uns für verrückt erklärt“, erzählt er. „Auf den Südsee-Inseln hat jedes Dorf einen eigenen Club. Es gibt Rennen für Kinder, für Frauen und für die Besten, vergleichbar mit der Champions League.“ Poppen und seine Sportsfreunde bildeten bisher das einzig rein deutsche Team, das an diesem Rennen teilgenommen hat. „Vor Jahren gab es schon mal eine Crew aus Kanu-Weltmeistern, die sich an den ,Hawaiki Nui Va’a‘ gewagt haben, aber sie hatten einen Steuermann aus Tahiti – und sind trotzdem nur 22. geworden!“ Wird das „Fischermichel-Team“ noch einmal an den Start gehen? „Eigentlich macht man so etwas nur einmal im Leben. Zumal es nicht gerade familienfreundlich ist“, meint Familienvater Poppen lächelnd. Aber wer weiß? Eine Einladung ähnlichen Kalibers ist gerade aus Brasilien eingetroffen. Peter Baier

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SEE-TÖNE / DVDs & Hörbücher

BACK TO BRAZIL von Klaus Doldinger und seiner Jazzcombo Passport dokumentiert filmisch den Aufenthalt der sieben Bandmitglieder in Rio de Janeiro und São Paulo (2002/2003). Der erste Teil der Doppel-DVD-Edition zeigt das Konzert der Jazzlegende mit deutschen und brasilianischen Musikern in São Paulo, aufgenommen von acht Kameras und Dolby-SurroundSound. Der zweite Teil ist eine Dokumentation, die Doldinger, der in Icking lebt, als Reisenden in Sachen Musik zeigt und als Botschafter für interkulturelle Belange. Label: SMD NEO-SD. 22,99 Euro.

DAS WEISSE BAND ist der hochgelobte Schwarz-Weiß-Film von Michael Haneke mit dem in Ambach lebenden Schauspieler Josef Bierbichler in der Rolle eines Gutsverwalters. Erzählt wird von mysteriösen Unfällen im protestantischen Dorf Eichwald am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Es geht um Unterdrückung, Demütigung, Unglück, Leid und Radikalismus – und die Frage, wer „das Böse“ ist. Den Oscar für den besten ausländischen Film hat dieser eindringliche Film in diesem Jahr zwar nicht gewonnen, aber er fesselt den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute. Warner Home Video. 14,95 Euro.

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SOMMERFRISCHE AM STARNBERGER SEE: EINE KULTURKREUZFAHRT IN ZWÖLF STATIONEN mit Texten von Katja Sebald, wundervoll beschwingt und leicht gelesen von Schauspieler Christian Tramitz. Diese Zeitreise führt durch fünf Jahrhunderte und hält viel Amüsantes und Wissenswertes über den „Tourismus“ von anno dazumal bereit. Erzählt wird von opulenten Seefesten des bayerischen Hochadels, vom Rudern und Zaubern in Starnberg und vom „Wellenhorchen“ in Ammerland. CD. Kulturverlag Starnberg. 14,95 Euro. LORIOT: SAGEN SIE JETZT NICHTS… Monika Elisa Schurr erzählt das Leben des großen Humoristen Vicco von Bülow – von der Steinlaus bis zum Jodeldiplom. Vom Cartoonist mit Möpsen über den Jungfilmer mit Takt bis hin zu Opa Hoppenstedt, wie immer ein Vergnügen. CD. Delta Music & Entertainment. 9,95 Euro. MS ROMANTIK von Bestsellerauror Jan Weiler und Comedy-Star Annette Frier ist ein frech inszeniertes Hörspiel, das die tiefe Kluft zwischen Mann und Frau so charmant wie bissig porträtiert und manchmal auch entlarvt. Als zynischer Uwe und zickige Karin müssen sich die beiden nach dem Untergang ihres Kreuzfahrtschiffes ein Rettungsboot teilen. Ob das gut gehen kann? CD. Der Hörverlag. 14,95 Euro.

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Jazz, Spannung und viel Geschichte

LEBEN HINTERM MOND ist das erste Soloprogramm von Josef Brustmann, in dem er über wichtige Meilensteine seines Lebens stolpert. Das tut er gewohnt wort-, bildund musikgewaltig. Mit bestechender Zielgenauigkeit entlarvt er die humorvollen, absurden und unerklärlichen Hintergründe des Daseins. CD zu erhalten über die „Agentur für Kunst & Kultur Olivia Reinecke“. CD. 15 Euro. www.olivia-reinecke.de


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/ Und mehr

Wo bin ich?* *Bitte den Blick genießen, dann umblättern. Und mit etwas Glück einen der schönen Preise gewinnen !

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Foto: Thomas Schmid

PANORAMA


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RÄTSEL

/ Gewinnspiel

* Traumpreise Wir wollen es Ihnen gar nicht so schwer machen: Der Blick durchs Schilf über den See auf der Seite zuvor ist am Schlossgut Oberambach bei Münsing aufgenommen. Zum Gewinn geht’s einfacher. Bitte folgen

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leich eine Reihe schöner Preise wartet auf Sie, wenn Sie das Starnberger SeeMagazin 2010 aufmerksam durchlesen. Zum Einstimmen zunächst aber die attraktiven Gewinne: An unserem ersten Hauptpreis werden Sie ein ganzes Jahr lang Freude haben, es handelt sich nämlich um eine Schnupper-Jahresmitgliedschaft (1.1. bis 31.12.2011) in der Golfanlage Hohenpähl. Für die sensible Einbettung der Fairways und Greens erhielt die Vier-Sterne-Superior-Golfanlage zwischen Starnberger und Ammersee den DGV-Umweltpreis und als erster Club in Bayern die Auszeichnung „Golf und Natur“ in Gold. Ebenso preisverdächtig ist die Gastronomie im Clubrestaurant und auf der Sonnenterrasse. Unser Hauptpreis im Wert von rund 1500 Euro ist auch für Golf-Einsteiger geeignet oder kann weitergegeben werden, falls Sie jemandem eine Riesenfreude bereiten wollen. Golfer mit Platzreife können gleich losspielen, Anfänger werden erst zur Platzreife geführt. Bilderbuch-Preise: Ein ganzes Jahr lang Golfen, das Wochenende im Hotel Jagdhof, der Kult-Stuhl Vegetal, ein Korb voller Köstlichkeiten und ein Wochenende auf einem Bio-Bauernhof, außerdem ein Pralinenkurs für Zwei – wir drücken Ihnen die Daumen!

Der nächste Gewinner wird sich wohlfühlen beim WellnessWochenende für zwei Personen im Hotel Jagdhof in Marling auf einer Anhöhe über Meran (Wert von rund 600 Euro). Allein der zauberhafte Ausblick im Park des Vier-SterneSuperior-Hotels verspricht Entspannung. Darüber hinaus können Sie das elegante Ambiente im großzügigen Doppelzimmer, die Halbpension mit italienischen Genüssen und „Bene Lava“, den weitläufigen Spa-und Wellnessbereich, samt Aromaöl-Ganzkörpermassage und einer Maniküre genießen. Alle, die gutes Design kennen und schätzen, werden darauf hoffen, VEGETAL, den Kult-Stuhl der Brüder Bouroullec für Vitra, zu gewinnen. Der Preis im Wert von 347 Euro wird gesponsert von Objekt Consult Interior GmbH, Spezialist für Raumkonzepte und individuelles Wohnen in Starnberg. VEGE-

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TAL mit dem organisch inspirierten Flechtwerk ist aus recyclebarem Kunststoff und sieht innen genauso gut aus wie auf der Terrasse. Das Wochenende auf einem Bio-Bauernhof im Ostallgäu bei einem der Milchlieferanten der Andechser Molkerei Scheitz ist ein wunderschöner Preis für die ganze Familie! Kühe melken, über Wiesen toben, die gute Luft genießen, alles inklusive. Der Wert beträgt 200 Euro. Außerdem gibt es von der Molkerei Scheitz als weiteren Gewinn noch einen Geschenkkorb mit köstlichen ANDECHSER NATUR Bio-Produkten im Wert von 50 Euro. Und für Feinschmecker-Naschkatzen stiftet Clement chococult aus Bernried einen Pralinenkurs für zwei Personen mit Insider-Wissen und den zartesten Versuchungen in edler Schokolade und kostbaren Zutaten. Der Wert beträgt rund 200 Euro incl. Clement chococult-Schürze.

Die Aufgabe: Wer das Magazin aufmerksam liest, findet die gesuchten Zahlen ohne Probleme. Bitte notieren. Hier die Fragen: Wie viele Passagiere (ohne Pilot) passen in die größere Gondel der LandstettenerBallonfahrten? Vor wie vielen Jahren gründete sich die Initiative zur Rettung des Schacky-Parks in Dießen? Wie viele Gedichte des Musikers und Kabarettisten Josef Brustmann finden Sie in diesem Magazin? Zusammengezählt ergibt das Ihre Glücks-Gewinnzahl, die Sie bitte mit dem Stichwort GEWINNSPIEL per E-Mail senden an: kontakt@seemagazin.de oder per Postkarte an: Starnberger SeeMagazin, max.medienbüro, Berger Straße 19a, 82335 Berg Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Einsendeschluss: 15.12.2010

DIE GLÜCKLICHEN GEWINNER Die schönen Preise des Gewinnspiels im letzten Starnberger SeeMagazin gingen an: Susi und Oliver Sternbeck aus Eurasburg, die ein Wochenende zu zweit im DESIGNHOTEL WALLISERHOF IN BRAND genießen. Über den SEGELKURS in der Segel- und Sportbootschule Tutzing freut sich Ursula Kitzthum aus Weilheim. Den GIRO-SKIHELM von Brandoffice Handelsagentur Lars Langer ging an Anne Boldt in Gauting und die Eintrittskarten für einen AUSFLUG INS LEGOLAND, gestiftet vom Tourismusverband Starnberger Fünf-Seen-Land, hat Marianne Bez aus Pöcking gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

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Teamspiele LANDHOTEL KLOSTERMAIER

Zünftig tafeln wie seinerzeit

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ier wäre auch Ludwig Ganghofer gerne eingekehrt: Die Wirtin des Ickinger Landhotels Klostermaier bezieht das Wildbret nämlich vom Jäger aus Fall! Überhaupt lässt sich im Landhotel Klostermaier beste bayerische Küche genießen – ob rescher Schweins- oder zarter Zwiebelrostbraten, frische Forellen und Saiblinge aus Isar oder Aumühlen-Zucht, Renken aus dem Starnberger See. Ein dreigängiges Mittagsmenü gibt es schon für 9,80 Euro. Wem nach kräftigem Ausschreiten auf dem Isarwanderweg zwischen Thalkirchen und Pupplinger Au oder vom Kloster Schäftlarn kommend, der Sinn nach einer Brotzeit steht, wird bestens bedient und auf der Sonnenterrasse mit Blick ins Isartal und auf das Karwendel-Gebirge belohnt. Im rustikalen Restaurant sitzt der Gast zünftig an gescheuerten Holztischen, und der Weinliebhaber wird von Sommelière Vanessa Koller vorzüglich beraten. Stolz ist Hotelchefin Karin Schmid auch auf die süßen Sachen aus der hauseigenen Konditorei. Nicht verpassen: die „Torte Mousse au chocolat“! Zum Frühstück ab sieben Uhr (wochenends ab acht Uhr) sind Hotel- wie Tagesgäste willkommen. Für Feiern und Tagungen gibt es einen Nebenraum. Apropos Ganghofer: Vielleicht hat der ja tatsächlich hier getafelt. Zu seiner Zeit haben Karin Schmids Vorfahren an gleicher Stelle im „Gasthaus zur Post“ Braten, Bier und Brotzeit serviert. Das Landhotel Klostermaier wurde 2007 nach dem historischen Vorbild gebaut.

EIN HEFT, RANDVOLL MIT GESCHICHTEN UND BILDERN, IST IMMER EINE GEMEINSCHAFTSSACHE. AUS DEM TEAM KURZ VORGESTELLT

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Wenn, dann verlieben wir uns bereits nach Bruchteilen von Sekunden. Deshalb ist der optische Auftritt auch so wichtig, was Michael Darling und Andreas Meiler von design apartment sehr wohl wissen. Die beiden Grafikdesign-Profis aus München sorgen für unser gutes Aussehen – vom Titelbild bis zur letzten Seite. Ihre Beziehung zum Starnberger See außerhalb der Profession? „My favourite lake with a view!“, sagt Michael, der gebürtige Engländer. „Ich kenne kein schöneres Schwimmbecken!“, meint Andreas, der waschechte Münchner. SPEZIELL!

Christine Schulz ist Journalistin und Buchautorin (u.a. ausgezeichnete Wissensbücher für Kinder wie „nachgefragt: Politik“, „Was glaubt die Welt?“ oder „Wer war das? Forscher und Erfinder.“) Weil sie nicht nur hervorragend recherchiert und schreibt, sondern auch in Wörthsee lebt, hat sie uns die spannenden Geschichten für das Ammersee-Spezial geliefert. ÜBERALL!

„Wenn einer von uns neun Geschwistern in den Ferien zu Tante Gundi an den Starnberger See fahren durfte, war’s das große Los. In Percha gab es nämlich einen Badeplatz mit Steg, ein Boot und viel Hüttenzauber!“ Schöne Erinnerungen von Barbara Kraus, Chefredakteurin des Starnberger SeeMagazins, die vom Niederrhein stammt („tiefstes BeuysLand“), zum Studium nach München kam – und blieb. Beim Titelbild-Shooting in Leoni hatten sie und Bildredakteurin Roya Norouzi, Vielgereiste mit Familien-Landung in München, eine Menge Spaß. AKTUELL!

Landhotel Klostermaier Mittenwalder Straße 9 82057 Icking Tel. 08178 867870 Kein Ruhetag www.landhotel-klostermaier.de

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Unsere Autorin Nina Daebel ist Historikerin, freie Redakteurin und ein Nordlicht aus SchleswigHolstein, die seit sechs Jahren am Starnberger See unterwegs ist und in Holzhausen lebt. „Für mich ist der See magisch. Was auch immer ich verloren glaubte, ist mir hier nah“, sagt Nina. Die magischen Momente, erklärt unsere Autorin weiter, erlebe sie eher im ruhigen Winter. „Am Ufer zu stehen und zu lauschen, wie zerbrechliche Eisstücke durch die Wellen zart-klirrend aneinandergestoßen werden, das ist wie der Klang eines Windspiels.“


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Zwei, die den See an allen Tagen und mit allen Launen kennen, sind die „Lichtbildner“ Jan Greune und Dr. Ulrike Mertz, die für das Starnberger SeeMagazin auch als Autorin unterwegs ist. Beide leben am See – der eine in Münsing, die andere in Starnberg. Neben dem Profihandwerk stellte Fotograf Jan bei unserer Aufmacher-Reportage zur Ballonfahrt auch seine akrobatischen Fähigkeiten unter Beweis: Mit Kamera und Teleskopstange jonglierte er gefährlich am Gondelrand, um seine ungewöhnlichen Bilder einzufangen. Für ihre Geschichte vom „Almdoktor Hausmann“ (Foto und Text) nahm auch Ulrike Mertz einen sportlichen Auf- und Abstieg auf die Bernauer Alm am Risserkogel in Angriff.

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See-Liebhaber. Oben: Andreas Meiler und Michael Darling, design apartment. 2. Reihe: Fotograf Jan Greune, die Autorinnen Christine Schulz (Mitte) und Nina Daebel. Unten: Dr. Ulrike Mertz (links); Bildredakteurin Roya Norouzi mit Barbara Kraus, Leitung Redaktion.

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Wir möchten, dass Sie rundum informiert sind! Unsere Website www.seemagazin.de bietet aktuelle Tipps und Termine. Und allzeit dabei: Der kleine Veranstaltungskalender als hübscher Leporello für Ihre Hand- oder Brieftasche. Zum Einstecken schön: Wenn der Taschenkalender des Starnberger SeeMagazins (siehe rechts) in Ihrer Ausgabe fehlt, können Sie ihn kostenlos nachbestellen über kontakt@seemagazin.de oder telefonisch unter 08151 959974. Noch mehr aktuelle Infos gibt es unter www.seemagazin.de

Wenn Sie eine der Ausgaben des Starnberger Seemagazins verpasst haben, können Sie diese zum Sonderpreis von 3 € zzgl. Versandkosten nachbestellen. Oder nutzen Sie unsere Sonderaktion: Alle fünf bisherigen Ausgaben (siehe unten) zum Preis von nur 10 € zzgl. Versandkosten. Per E-Mail: kontakt@seemagazin.de oder telefonisch unter 08151 959974.

Design & Layout:

Magazin IMPRESSUM Starnberger SeeMagazin Jahresausgabe 2010 Gedruckte Auflage: 25.000 Das Starnberger SeeMagazin wird herausgegeben von Verlag max.medienbüro Berger Str. 19a 82335 Berg Tel. 08151 959974 Fax 08151 959973 kontakt@seemagazin.de Leitung Redaktion: Barbara Kraus Redaktionsbüro Kanalstr.19a 85774 Unterföhring kraus@seemagazin.de

Projektleitung: Sabine Schönmann (verantw.) Elke Ross Anschrift wie Verlag Design & Layout: design apartment Michael Darling, Andreas Meiler Holzstr. 26, 80469 München www.design-apartment.de Bildredaktion: Roya Norouzi

Freie Mitarbeiter dieser Ausgabe: Text: Dr. Peter Baier, Nina Daebel, Manfred Hummel, Dr. Ulrike Mertz, Elke Reichart, Max Scharnigg, Christine Schulz, Patricia Wiede. Fotografen: Peter von Felbert, Jan Greune, Thomas Kilper, Carsten Knappe (Illustrationen), Quirin Leppert, Dr. Ulrike Mertz, Tanja Rohmann, Thomas Schmid, Harry Sternberg.

Ansprechpartner für Werbekunden: Sabine Schönmann schoenmann@seemagazin.de Elke Ross ross@seemagazin.de Litho & WebDesign: w&co MediaServices 81737 München Druck: Aumüller Druck 93057 Regensburg

Schlussredaktion: Petra Leitner

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