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DAS MAGAZIN VON SECO Nr. 1.2012 DURCH DEN STEIGENDEN Wettbewerb auf dem globalen Windenergiemarkt wird die Produktivität in der Komponentenfertigung immer wichtiger.

HART AM WIND ENERGIEWIRTSCHAFT AUF HOCHTOUREN

STUDENTEN AUF DER ZIELGERADEN

SCHNELLERE SCHAUFELFERTIGUNG IN CHINA

„Wir investieren in die neueste und beste Technologie.“


SO FUNKTIONIERT DER THREADMASTER™ DER PROZESS

Schritt 1: Die Spitze des DTM erzeugt eine Bohrung. Es ist kein Aufmaß zum Gewindeschneiden erforderlich.

SCHÖNE GEWINDE DRILLING THREADMASTER (DTM) ist mehr als ein Bohr-Gewindefräser. Es handelt sich im Prinzip um einen synchronisierten Arbeitsablauf, in dem eine Gewindebohrung gebohrt, gefast und gefräst wird - mit einem Werkzeug anstelle von dreien. Beim Gewindefräsen wird eine höhere Gewindequalität und Oberflächengüte als beim Gewindeschneiden erreicht, ganz ohne Grate. DTM ist für Anwendungen in kurzspanenden Werkstoffen wie Guss und Aluminium besonders geeignet.

Schritt 2: Sobald der DTM den Bohrungsgrund erreicht, wird der Bohrungseintritt automatisch gefast. Schritt 3: Gewinde werden durch Bohrzirkularfräsen erzeugt. Schritt 4: Der DTM wird zurückgefahren, sobald die Gewindebohrung die endgültige Tiefe erreicht hat.

K gle orrig a ic i S k o r u s u n h e n W erte sor pira rek d g er Pr g e n lfö te ew kze ofi f ü r rmi G e ä h u g le e i n ge win rlei be e n Sp deg ste weg g l a an e om n ei ung t t e nu n S te etr ne en ie. ch n n itt.

TEXT: Åke R Malm FOTO: Seco

E e i n ine o e r pt S ch i m r u m ale pfa Kl u f n em a h m mu e e ng rre wir i ch d m t. it

ZUSAMMEN MIT DER BENUTZERFREUNDLICHEN

Gewinner des schwedischen Designpreises „Svenska Designpriset 2011“

EDGE ist ein Kundenmagazin von Seco Tools, das weltweit in 25 Sprachen herausgegeben wird. Seco Tools AB Marketing Department, 737 82 Fagersta, Sweden. Telefon +46 223-400 00 Fax +46 223-718 60 Internet www.secotools.com Herausgeber: Paul Löfgren E-Mail: paul.lofgren@secotools.com

CNC-Datenunterstützung des Threading Wizard in der Seco Application Suite (www.secotools.com/ customerzone) wird bereits ab dem ersten Gewinde eine perfekte Form erzielt, wodurch die Ausschusskosten gesenkt und die Produktivität erhöht werden.

WWW.SECOTOOLS.COM/DTM Produktverfügbarkeit: SOFORT Bestell- und Anwendungsinformationen: MN Update 2012

Chefredakteurin: Jennifer Hilliard E-Mail: jennifer.hilliard@secotools.com Produktion und Layout: Appelberg Publishing Group Projektmanager: Per-Ola Knutas Art Directors: Cecilia Farkas, Johan Nohr Druck: Elanders Coverfoto Istockphoto, Jørgen Jacobsen

Die redaktionellen Inhalte dieser Publikation sind Eigentum der Seco Tools AB. Die Artikel dürfen honorarfrei verwendet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass das Magazin Edge als Quelle angegeben und die Chefredakteurin über die Verwendung informiert wird. Die in dieser Publikation aufgeführten Markennamen sind gesetzlich geschützt.


INH A LT E E D I T O R I A L Nr. 1.2012

12

Fabio Scolari, Geschäftsführer von Scolari S.p.A. in Italien, investiert in leistungsstarke Präzisionswerkzeuge, um seine Wettbewerbsfähigkeit zuu steigern.

STARKE

UNTERSTÜTZUNG DIE ENERGIEWIRTSCHAFT liefert sich einen Wettkampf in

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Sachen Effizienz. Je größer der Reingewinn an Energie aus einer Ressource ist, sei es Öl, Wind oder Sonnenstrahlung, umso wettbewerbsfähiger ist die Energiequelle. Aus diesem Grund muss die gesamte Produktionskette so effektiv und produktiv wie möglich sein, um die Marktposition zu sichern. Der Zerspanungsindustrie kommt in diesem Bestreben eine bedeutende Rolle zu. Nehmen Sie beispielsweise eine Windkraftanlage, die sich gegen andere Energiequellen behaupten muss. Die Turbinenschaufeln, das Getriebe, das Lagergehäuse... all diese Komponenten müssen möglichst effizient hergestellt werden, um die Investitionskosten der Anlage auf ein Minimum zu reduzieren. Unsere Produkte helfen hierbei. In dieser Ausgabe wird anhand verschiedener Beispiele nachgewiesen, inwieweit die Werkzeuge von Seco den Kampf um mehr Effizienz in der Energiewirtschaft unterstützen, sei es durch die Vermeidung von Vibrationen während des Fräsens oder durch die Senkung der Bearbeitungszeit beim Schruppen der Schaufeln. Letztlich wollen wir mit unseren guten Lösungen zu einer für alle besseren Zukunft beitragen - und das können Sie wörtlich nehmen.

INDUSTRIE: WINDENERGIE

Ein führender Anbieter von Windtechnologie, AH Industries, nutzt ein innovatives Werkzeug, um die Vibrationen beim Fräsen zu minimieren.

SCHNELLERE LERNERFOLGE

Britische Motorsporttechnikstudenten stellen ihre Fähigkeiten auf die Probe. ANWENDUNG: WÄLZFRÄSEN

Ein italienischer Hersteller von Zahnrädern und Getrieben nutzt Präzisionswerkzeuge, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Paul Löfgren Senior Vice President,

NACHHALTIGKEIT: MIT DEM LAUF DER SONNE

Group Marketing

Eine Produktionsstätte von Seco im ländlichen Tennessee bietet mit Sonnenkollektoren ein leuchtendes Beispiel.

edge@secotools.com

DER LÖSUNGSANBIETER

Für den Manager von Seco in Indien sind Zerspanungslösungen mehr als ein Hobby.

DAS GESAMTBILD

Der chinesische Hersteller von Schruppmessern Deyang Yuxin verdoppelt seine Produktivität mit der Investition in widerstandsfähigere Werkzeuge. AUS DEM ARBEITSLEBEN: PIA SJÖBLOM

Die Arbeit als CNC-Dreher in einer Werkstatt in Surahammar, Schweden, ist mit kontinuierlicher Verbesserung verbunden. VORSCHLÄGE? Haben Sie Ideen für Edge? Senden Sie diese an edge@secotools.com.

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INDU ST R I E W INDEN E RG I E

Steadyline™ Dynamische Dämpfung Sofort einsatzbereit Eine bis zu dreimal höhere dynamische Steifigkeit ermöglicht Bearbeitungen mit Auskragungen über 5xD. Fertigung aus beschichtetem, hochfestem Stahl Kühlmittelzufuhr durch den Zapfen WWW.SECOTOOLS.COM/STEADYLINE Produktverfügbarkeit: SOFORT Bestell- und Anwendungsinformationen: Katalog Werkzeug-Systeme 2012

S D WIoNf A H C


Angesichts des immer härteren internationalen Wettbewerbs für die weltweit führende Windkraftindustrie Dänemarks maximiert ein dänischer Komponentenhersteller seine Produktivität mittels innovativer Technologie. TEXT: David Wiles FOTOS: Betsie Van der Meer/Getty Images, Jørgen Jacobsen/Istockphoto und Svante Örnberg

E G N A

D

ÄNEMARK IST KEIN INDUSTRIEGIGANT – und nicht einmal besonders windig. Es ist aber dennoch die weltweit führende Nation in Sachen Windenergie. Als Pionier bei der Entwicklung kommerzieller Windenergieanlagen in den 1970er Jahren ist Dänemark die Heimat von zwei der größten Windturbinenhersteller, Vestas und Siemens Wind, und generiert mehr Energie aus Windkraft als jedes andere Land (20 %). Global betrachtet, wächst der Windenergiesektor stärker als je zuvor mit einer im letzten Jahr aufgestellten Rekordkapazität von 39,4 GW, wobei ein Großteil der Technologie in diesem skandinavischen Land mit nur 5,5 Millionen Einwohnern entwickelt wurde. Der Windenergiesektor Dänemarks nimmt seit 2000 mit einer durchschnittlichen Jahreswachstumsrate von 16 Prozent zu, dicht gefolgt von China. Nichtsdestotrotz zwingt der internationale Wettbewerb die Dänen zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung, um ihre Führungsposition zu sichern. AH Industries ist seit Mitte der 1980er Jahre Vorreiter in der Windturbinenindustrie. Die Produkte des Unternehmens sind heute in etwa 10 Prozent aller weltweit betriebenen Windturbinen zu finden. In der Produktionsstätte von AH Industries außerhalb der dänischen Stadt Kolding werden Werkstücke für nahezu alle Windturbinenhersteller gefräst und gebohrt. Das Unternehmen stellte kürzlich fest, dass eine Phase des Turbinenfertigungsprozesses in Kolding – das Fräsen von Oberflächen auf dem Hauptlagergehäuse, dort, wo dieses am Hauptrahmen der Turbine befestigt ist – ein Hemmschuh für die Produktion darstellte. Klaus Døssing, Produktionstechniker bei AH Industries, erklärt: „Wir hatten keine wirklichen Probleme, aber dieser Arbeitsschritt nahm pro Stück viel Zeit in Anspruch und war sehr laut. Bei dem Versuch, schneller zu arbeiten, zerbrach das Werkzeug zudem aufgrund der hohen Vibrationen.“ edge [1·2012]

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INDU ST R I E W INDEN E RG I EE

Heute ist die Standzeit der Wendeplatten mehr als doppelt so hoch.“ Klaus Døssing, Produktionstechniker bei AH Industries Angesichts der Vorteile, die AH Industries durch eine Vermeidung dieser Vibrationen erzielen konnte, empfahl Tom Jakobsen, Internationaler Anwendungsexperte für Windkraft bei Seco, eine Lösung mit der vibrationsdämpfenden Aufnahme für Aufsteckfräser Steadyline. Jakobsen erklärt, dass das dynamische Dämpfungssystem über einen Vibrationsdämpfer an der Stelle der größten Verbiegung, d. h. vorne an der Bohrstange, verfügt. Dieser dämpft die Vibrationen direkt bei deren Übertragung durch das Zerspanungswerkzeug. „Die Vibrationen werden effektiv absorbiert“, so Jakobsen. „Sie können das Werkzeug daher fester aufbringen und bis zu dreimal schneller arbeiten.“ DURCH EINSATZ DER STEADYLINE AUFNAHME konnte AH Industries die Fräsbearbeitung dieser Aufspannungen um beachtliche 269 Prozent beschleunigen. Die frühere Bearbeitungszeit pro Stück von etwa 30 Minuten wurde auf rund 10 Minuten verkürzt. Darüber hinaus ist die Standzeit der Schneidköpfe um ein Vielfaches höher. Døssing erklärt: „Die zuvor aufgetretenen Vibrationen hatten einen höheren Verschleiß der Wendeplatten zur Folge, so dass diese öfter ausgetauscht werden mussten. Heute ist die Standzeit der Wendeplatten mehr als doppelt so hoch.“ Die aus der schnelleren Bearbeitung resultierende Zeitersparnis und der geringere Verschleiß ermöglichen AH Industries erhebliche Einsparungen. Die Amortisationszeit beträgt weniger als drei Monate. „Ich hatte anfangs so meine Zweifel, aber das Werkzeug hat sich mehr als bewährt“, sagt Døssing. „Wir nutzen Steadyline jetzt seit knapp zwei Jahren, die Investition hat sich also schon mehrfach ausgezahlt.“ Jakobsen erklärt, dass AH Industries nicht nur ein Werkzeug, sondern auch Support und Know-how erworben hat. „Die Leistungsfähigkeit des Werkzeugs ist wichtig, wir denken heute jedoch vermehrt in Lösungen.“ Der Aufstieg der chinesischen Windturbinenhersteller (derzeit vier der 10 weltweiten Spitzenunternehmen) lässt keine Anzeichen von Schwäche erkennen. Die steigende Nachfrage nach erneuerbarer Windenergie weltweit bedeutet jedoch auch, dass das dänische Fachwissen auch weiterhin gefragt sein wird - solange der Preis stimmt. „Je effektiver die dänischen Hersteller arbeiten, umso günstigere Preise können sie ihren Kunden anbieten“, so Jakobsen. Steadyline hilft ihnen hierbei.

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Hauptlagergehäuse Werkstück: Werkstoff: Bearbeitungsziel: Werkzeugmaschine: Werkzeugeinspannung Aufnahme: Fräser:

WSP: Schnittdaten:

Kühlung: Ergebnisse:

Hauptlagergehäuse GGG40 / EN-GJS-400 Produktivität Bearbeitungszentrum ISO50 DIN69871 E3471 5555 27260 (Steadyline) R220.69-0063-18-6AN Werkzeugdurchmesser: Ø63 Zähnezahl: 6 XOMX180616TR-M14 MP3000 (Power Turbo) vc: 297 fz: 0,33 vf: 3000 ap: 7,5 ae: 5-10 Nein (Trockenbearbeitung) + 169% höhere Produktivität + 140% längere Werkzeugstandzeit Amortisationszeit: 3 Monate Geringere Geräuschentwicklung


Der Wert des Windes Gesamtwert des globalen Windenergiemarktes 2011

Prognostizierter Marktwert 2015

€ 66,8  € 111,7  Mrd. Mrd. Das Fräsen der Oberflächen des Hauptlagergehäuses stellte AH Industries vor gewisse Herausforderungen. Tom Jakobsen, Internationaler Anwendungsexperte für Windkraft bei Seco, empfahl eine Lösung mit Steadyline, der schwingungsgedämpften Aufnahme für Aufsteckfräser.

Anteil an der Energieproduktion 2011

1,92 %

Prognostizierter Anteil an der Energieproduktion 2020

9,1 % edge [1·2012]

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PRODUKT DOUBLE OCTOMILL™

Der neue Double Octomill 05 wurde speziell für kleinere Maschinen als der Double Octomill 09 (rechts) konzipiert.

WWW.SECOTOOLS.COM/DOUBLEOCTO Produktverfügbarkeit: SOFORT Bestell- und Anwendungsinformationen: MN Update 2012

Ein kleiner Schnitt Der Double Octomill, ein Planfräser mit 16-schneidigen Wendeplatten, ist ab sofort in neuer kompakter Größe für kleinere Maschinen erhältlich. TEXT: Åke R. Malm

B

ASIEREND AUF DEM ERFOLG des extrem produktiven Planfräsers Double Octomill 09 hat Seco eine kleinere Ausführung des Werkzeugs entwickelt: den Double Octomill 05. Der Double Octomill 05, der mit Durchmessern zwischen 25 und 125 Millimetern erhältlich ist, verfügt über kleinere Wendeplatten als Version 09 und erreicht nur die Hälfte von dessen Schnitttiefe. Der Double Octomill 05 eignet sich daher ideal für Fräsanwendungen in kleinen Maschinen, in denen eine Schnitttiefe von drei Millimetern ausreicht.

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„Dies ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit“, erklärt Produktmanager Michael Karlkvist. „In vielen Anwendungen reichen zwei oder drei Millimeter vollkommen aus. In diesem Fall können durch Einsatz kleinerer Fräser und Wendeplatten die Werkzeugkosten ohne Produktivitätseinbußen gesenkt werden.“ Wendeplatten für den Double Octomill 05 sind in vier Geometrien für unterschiedlichste Werkstoffe verfügbar, von Guss bis hin zu exotischen Werkstoffen. Der Fräser kann mit einer BreitschlichtWendeplatte zum gleichzeitigen Schruppen und Schlichten ausgerüstet werden. Hierdurch lassen sich die Werkzeugbestände und die Anzahl der Verfahrensschritte für eine bestimmte Anwendung reduzieren, was wiederum mit geringeren Kapitalkosten und einer höheren Produktivität einher geht. Die Tatsache, dass jede Wendeplatte 16 Schneiden aufweist, hält die Kosten pro Schneide auf einem extrem niedrigen Niveau. Die Plattensitze des Double Octomill 05 verfügen über eine stabile zentrale Klemmschraube sowie axiale und radiale Passstifte aus Schnellarbeitsstahl. Die Wendeplatten sind einfach einzusetzen und bleiben während des Betriebs fi xiert, was für eine optimale Bearbeitungsgüte und eine lange Werkzeugstandzeit unabdingbar ist. „Einfachheit ist das Schlüsselwort“, so Karlkvist. „Wenn sich die Wendeplatte in der richtigen Position befindet, hören Sie ein deutlich wahrnehmbares Klicken; eine falsche Positionierung ist daher nahezu ausgeschlossen“. Die Plattensitze weisen einen negativen Winkel von acht Grad auf, so dass der Einsatz doppelseitiger Wendeplatten und ein stabiler Betrieb möglich ist. Gleichzeitig erzeugt die Geometrie der Wendeplatten einen positiven Spanwinkel, der den Energiebedarf minimiert, so dass sich der Double Octomill 05 besonders gut für kleine Fräsmaschinen eignet.


AUSBLICK GLOBALE TRENDS

TRENDS IN DER BEARBEITUNG ALLE WÜNSCHEN SICH eine höhere Wirtschaftlichkeit und einen geringeren Energieverbrauch für technische Produkte. Dieser Wunsch stellt die Zerspanungsindustrie vor große Herausforderungen. Edge bat Professor Dr.-Ing. Dirk Biermann, Leiter des Instituts für Spanende Fertigung (ISF) in Dortmund, fünf wichtige zukünftige Entwicklungen in der Zerspanungsindustrie zu nennen. TEXT Michael Lawton ABBILDUNG Johan Nohr & Istockphoto

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Festere Stähle „Insbesondere bei PKW und LKW werden vermehrt Hochleistungsstähle eingesetzt. Stähle für die Kraftfahrzeugindustrie zeichnen sich heute oft durch eine höhere Festigkeit aus, so dass beispielsweise Dieselmotoren einem höheren Einspritzdruck Stand halten. Die Motoren selbst werden immer kleiner und leistungsstärker durch Turbolader. In diesen Fällen ist es wichtig, Stähle mit hoher Festigkeit und sehr gutem Ermüdungsverhalten einzusetzen. Für diese neuen Stähle werden neue Werkzeuge und Kompetenzen benötigt.“

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Feinere Getriebe

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„Die Anzahl der Zylinder nimmt zwar ab, die Anzahl der Zahnräder hingegen steigt, insbesondere in Automatikgetrieben. Je mehr Zahnräder, umso präziser ist die Übertragung - und umso komplexer der Bearbeitungsprozess.“

Höhere Qualität „Um Reibungs- und andere Verluste zu minimieren, sind bei der Bearbeitung niedrigere Toleranzniveaus notwendig. Beispielsweise führt eine genauere Abstimmung der Ritzel und Zylinder zu einer höheren Effizienz und geringeren Emissionen. Präziser konstruierte Lager reduzieren die Reibung und ermöglichen Größen- und Gewichtseinsparungen.“

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Geringeres Gewicht

„Kohlefaser verstärkte Kunststoffe setzen sich immer mehr als Standard in der Luft- und Raumfahrtindustrie durch. Die strukturellen Bestandteile können daher nicht mehr aus Aluminium gefertigt werden, da die Verbindungsstellen zwischen Kohlefaser verstärktem Kunststoff und Aluminium anfällig für Korrosion sind. Aus diesem Grund wird Aluminium mehr und mehr durch Titan ersetzt, was neue Herausforderungen für die Zerspanungsindustrie mit sich bringt.“

Effizientere Produktion „Die Energieeffizienz des Bearbeitungsprozesses selbst ist ebenfalls ein zentrales Thema. Der Energieverbrauch von Pumpen und Reinigungssystemen kann durch Minimalmengenschmierung (MMS) reduziert werden, und Werkzeugmaschinenantriebe sind durch eine präzisere Abstimmung auf die Anforderungen effizienter nutzbar.“

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LEIDENSCHAFT

Der speziell entwickelte V-Twin-Motor ist das Herz des Rennwagens von OBR.

STUDENTEN AUF DER ÜBERHOLSPUR An einer englischen Universität erhalten ausgewählte Studenten eine praxisbezogene Vorbereitung auf eine Laufbahn im Spitzenmotorsport, indem sie eigene Rennwagen entwickeln, bauen und fahren. TEXT: Eddie de Oliveira FOTOS: Ed Miles

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F

ür eine Gruppe von Studenten der Oxford Brookes University in England ist die Zeit außerhalb der Vorlesungen, Übungen und Seminare mit langen Nächten und viel Arbeit verbunden. „Ich gehe nicht in Pubs oder mit Freunden aus“, erklärt Luke Evans, 24 Jahre, aus Bingley in Nordengland. „Ich mag vielleicht bis tief in die Nacht arbeiten, habe aber mindestens genauso viel Spaß.“ Evans studiert Motorsporttechnik und war zuvor Leiter des Oxford Brookes Racing (OBR)-Team in der Formula Student (FS), einem internationalen Motorsportwettbewerb für Studenten. Die FS ermöglicht Studenten, eigene Rennwagen zu konstruieren, zu fertigen und weiter zu entwickeln. Etwa 40 Prozent der Motorsporttechnikabsolventen von Oxford Brookes sind anschließend für die Spitzenteams in Formel 1, Le Mans und GP2 tätig. Viele haben das Geschäft bereits im Oxford Brookes FS-Team kennen gelernt, das von Seco gesponsert wird. Das Team nimmt jedes Jahr an Rennen in den USA, Großbritannien und Deutschland teil. Die Studenten arbeiten während des Semesters und der Ferien hart – und unentgeltlich – für die ultimative Belohnung: dass ihr Wagen die Zielflagge als erster passiert. Das Projekt läuft bereits im zwölften Jahr. Das aktuelle Team – mit Studenten aus 11 verschiedenen Ländern – wird von Giuseppe Naselli geleitet, einem 31 Jahre alten Sizilianer, der seinen Job in Italien für eine Karriere im Motorsport aufgegeben hat. Naselli ist überzeugt, dass England der beste Ort ist, um sein Handwerk zu lernen: „Hier wurde der Motorsport geboren und hier lebt er.“ Naselli und Evans haben den gleichen Kindheitstraum: Eine Karriere in der Formel 1. Beide stellten jedoch schnell fest, dass Motorsporttechnik kein Zuckerschlecken ist. „Das ist wirklich harte Arbeit“, so Naselli. „Es ist die härteste Probe, der ich mich jemals stellen musste. Gleichzeitig gibt mir die Arbeit unglaublich viel. Selbst wenn ich nur einen kleinen Bügel konstruiert habe, wenn ich den Wagen dann fahren sehe ... das ist einfach großartig!“ Justin Kite, UK Marketing Services Manager bei Seco, erklärt, dass das Unternehmen in dieses Geschäft einstieg, „nachdem es die Jungs des OBR kennen lernen und deren Leidenschaft und Enthusiasmus erleben durfte“. Das Team konstruiert und fertigt einen maßgeschneiderten V-Twin-Motor, der der modernste Motor der Wettkampfsaison 2012 werden soll. Die von Seco bereit gestellten Werkzeuge haben maßgeblich zu der Herstellung und Entwicklung dieses Rennwagens beigetragen. „Seco liefert uns die Werkzeuge für die bestmögliche Konstruktion“, erklärt Evans. „Die Werkzeuge waren zu einem Großteil für die CNC-Fräsmaschine bestimmt,

„Selbst wenn mein Beitrag zur Konstruktion nur aus einem kleinen Bügel besteht; wenn ich den Wagen dann fahren sehe ... das ist einfach großartig!“

Seco hat uns aber auch mit Werkzeugen für die mechanische Drehmaschine ausgeholfen. Und natürlich mit unbezahlbaren Ratschlägen.“ Naselli bestätigt, dass die Unterstützung von Seco mindestens genauso wichtig war die Werkzeuge selbst: „Seco ist unser Lehrer und Ratgeber. Die Mitarbeiter liefern uns nicht ausschließlich Lösungen, sondern weisen uns die Richtung, um eigene Lösungen zu entwickeln. Und dann sind da die Werkzeuge ... Ich glaube, kein anderes Team hat so hervorragende Hartmetallwerkzeuge, wie wir sie von Seco bekommen haben. Sie haben Spitzenqualität. Das Beste, was auf dem Markt zu haben ist!“

– Giuseppe Naselli, Oxford Brookes Racing-Team

Das OBR-Team – mit Studenten aus 11 Ländern – ist überzeugt, dass sein Motor der modernste in der Formula Student 2012 sein wird.

Die Schule für Motorsport Oxford Brookes University gilt als eine der besten Universitäten in Großbritannien für angehende Motorsporttechniker. Das Autotechniklaboratorium (AutoLab) der Universität befindet sich in der Nähe mehrerer erfolgreicher Formel 1-Teams, darunter Lotus Renault und Williams. Seit 1999 erzielte OBR mehr Punkte als jedes andere FS-Team in Großbritannien. In den letzten 12 Jahren führte es fünfmal die Liste der britischen Topteams an. Teamleiter Giuseppe Naselli kündigte an, dass OBR in den nächsten drei oder vier Jahren ein mit erneuerbarer Technologie angetriebenes Elektrofahrzeug vorstellen will. Folgen Sie OBR auf Twitter @oxbrookesracing.

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ANW E N DUN G WÄLZFRÄSEN

ZÄHNE ZEIGEN! Der in Mailand ansässige Zahnradund Getriebehersteller investiert kontinuierlich in leistungsstarke Präzisionswerkzeuge, um seinen Wettbewerbsvorteil zu sichern. TEXT: Claudia B. Flisi FOTO: Maurizio Camagna

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Scolari S.p.A. Geschäftsführer Fabio Scolari, Sohn des Firmengründers Remo Scolari, erweitert das Produktangebot um Getriebe.

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ANW E N DUN G WÄLZFRÄSEN

1960

„Wir investieren kontinuierlich in die neueste und beste Technologie, unter anderem in leistungsstarke Präzisionswerkzeuge.“ Fabio Scolari, Geschäftsführer, Scolari S.p.A.

hatte R REMO SCOLARI eine brillante Vision. Zu Beginn des italienischen Wirtschaftsbooms erkannte Scolari, der seine italie Ausbildung zum Mechaniker bei Alfa Romeo absolviert Au und sich damals auf die Fertigung von Aufzugwinden spezialisiert hatte, dass Zahnräder der Motor des Wirtschaftswachstums sind. In Bergbau, Schiffsbau, Zementwerken, Stahlwerken und der Energiewirtschaft kommt ihnen eine zentrale Rolle zu. Scolari trennte sich daraufhin von seinem Geschäftspartner und eröffnete seine eigene Werkstatt in Cinisello Balsamo, 10 Kilometer nördlich von Mailand, in der er Industriezahnräder fertigte. Scolaris Entscheidung zahlte sich aus. Das Unternehmen spezialisierte sich als Zulieferer auf Qualitätszahnräder, was sich mit zunehmendem Wachstum des Unternehmens und auch in der zweiten Generation der Scolaris nicht geändert hat. „Wir sind nach wie vor auf die Schwerindustrie und eine auf unsere Industriekompetenz zugeschnittene Qualitätsnische spezialisiert“, so der aktuelle Geschäftsführer Fabio Scolari, eines der vier Kinder von Remo (von denen drei im Unternehmen tätig sind). „Der Unterschied ist, dass unser Produktangebot heute neben Zahnrädern auch Getriebe umfasst und dass die Dimensionen der Zahnräder selbst sich verändert haben.“ Fabio stieg 1978 in das Geschäft ein. Die Strategie der 1980er und 1990er Jahre war, den Kundenstamm auszubauen, die Produktqualität zu verbessern, größere Zahnräder zu produzieren und die Produktionskapazität zu erhöhen. 1994 war Scolari eines der ersten Unternehmen in Italien, das die Technologie des Profilschleifens einführte.

Scolari S.p.A. hat sich mit hoch präzisen Industriezahnrädern und -getrieben einen Namen gemacht.

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BIS 2000 HATTE DAS UNTERNEHMEN 35 Mitarbeiter. Neun Jahre später zog es in eine 6.000 Quadratmeter große Fertigungsstätte in Cinisello um. Dies ist das 2,4-fache der vorherigen Fertigungsstätte und spiegelt den erhöhten Platzbedarf für die Fertigung von Getrieben für große Anwendungen wider. 2010 beschäftigte das Unternehmen bereits 70 Mitarbeiter. Heute machen Getriebe 75 Prozent des Gesamtumsatzes von Scolari aus, was 2010 ungefähr 20 Millionen Euro entsprach. Für die Getriebe ebenso wie für die Zahnräder des Unternehmens werden qualitativ anspruchsvolle Hochleistungsanwendungen benötigt, wie Wälzfräsen, MAAGVerzahnung und mechanische Bearbeitung großer Werkstücke Als das Unternehmen beschloss, das Angebot um Getriebe zu erweitern, gab es noch keine technische Fachabteilung. Fabio stellte im Jahr 2000 daher eine Person mit dieser Funktion ein. Heute besteht die Abteilung aus neun Mitarbeitern: fünf Ingenieuren und vier Projektplanern. „Wir haben schon immer maßgeschneiderte Produkte gefertigt, heute können wir diese jedoch selbst weiter entwickeln, anstatt nur die von unseren Kunden gewünschten Projekte umzusetzen“, erklärt Fabio. Seco arbeitet seit über 15 Jahren mit Scolari zusammen. Anfangs lieferte Seco nur Getriebefräser. Über die Jahre hat sich diese Beziehung vertieft, da sich der globale Zahnradmarkt immer stärker spezialisiert hat und die Anforderungen immer größer geworden sind. Beispielsweise müssen Getriebe mit großem Durchmesser, wie sie in Windturbinen – einem Wachstumsmarkt für Scolari – zum Einsatz kommen, mit höchster Präzision gefertigt werden.

Vor einigen Jahren zog Scolari S.p.A. in eine nahe gelegene Fertigungsstätte um, die mehr als doppelt so groß wie die bisherige ist, um genügend Platz für die Fertigung von Getrieben für Großanwendungen zu haben. Das obige Bild zeigt ein Getriebe, das in der Stahlindustrie zum Einsatz kommt.

Die Strategie von Scolari Scolari hat ungeachtet des schwierigen wirtschaftlichen Klimas Wachstumspläne. Die Planung: Erschließung von Märkten außerhalb Europas. Kontinuierliche Verbesserung des Kundendienstes, Unterstützung der Kunden von der Projektplanung über die Installation bis hin zum Post-Sales-Service. Erhöhung der Geschwindigkeit der Scolari Getriebe für den Einsatz im Energiesektor, z. B. Wasserkraft und Windkraft. Realisierung von Joint Ventures im Ausland. Kürzlich wurden zwei Projekte in Indien und den USA unter Dach und Fach gebracht, und ein weiteres Projekt ist derzeit in Brasilien in Planung.

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ANW E N DUN G WÄLZFRÄSEN

Ein Kontrolleur prüft, ob die Getriebewelle auch exakt rund ist.

Ein Lieferant wie Seco gibt uns einen klaren Wettbewerbsvorteil.“ Fabio Scolari, CEO, Scolari S.p.A.

Laut Fabio ist die Maschinenausrüstung des Unternehmens ein entscheidender Wettbewerbsvorteil: „Wir investieren kontinuierlich in die neueste und beste Technologie, unter anderem in leistungsstarke Präzisionswerkzeuge. Ein Lieferant wie Seco stellt somit einen echten Wettbewerbsvorteil für uns dar.“ Im Jahr 2000 erweiterte Scolari seine Produktionsstraße um Wendeplatten-Zahnradfräser und Wendeplatten-Wälzfräser, wodurch Zeit eingespart und die Flexibilität erhöht wurde – zwei wichtige Faktoren für ein Unternehmen, dessen Grundlage maßgeschneiderte Lösungen sind. Flexibilität ist für Scolari entscheidend, da seine Geschäftsgrundlage vollständig auf Anpassung an Kundenwünsche aufgebaut ist. Derzeit liefert Seco Standardwerkzeuge sowie spezielle Zahnradfräser und Wälzfräser, die Scolari dabei unterstützen, eine gleich bleibend hohe Qualität und Präzision bei der Produktion sowie Geschwindigkeit und Flexibilität des Kundendienstes sicherzustellen. Die Bedeutung der gesamten Wertschöpfungskette steht für den Firmenchef von Scolari an erster Stelle. Vor diesem Hintergrund bietet das Unternehmen seinen Kunden seit Kurzem auch Ersatzteile und Services nach dem Vertrieb an, einschließlich Geräteersatzteilen, wenn dies benötigt werden sollten. Scolari ist zuversichtlich, dass seine durchgängigen vertikal integrierten Produktionskapazitäten eine gute Grundlage sind, um einen erstklassigen Kundendienst bereitzustellen.

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Ritzel Werkstück: Werkstoff:

Ritzelmodul 50 Z13 für Getriebe 42CrMo4

Bearbeitung:

Schruppen

Bearbeitungsziel:

Produktivitätssteigerung

Werkzeugmaschine:

Wälzfräsmaschine

Fräser:

335.43-0420-M50.0Z13-19327

Werkzeugdurchmesser:

420 mm

Anzahl der Wendeplatten:

90

Zc:

6

WSP:

335.40-1914-11631 (66 Stk.) 335.40-1512-18578 (24 Stk.) vc: 100 m/min

Schnittdaten:

fz:

0,3 mm/Zahn

vf:

140 mm/min

ae1:

70 mm

ae1:

55 mm

Kühlmittel

Nein

Ergebnisse:

50% höhere Produktivität

Zahnrad Werkstück: Werkstoff:

Zahnradmodul 16 Z70 für Getriebe 42CrMo4

Bearbeitung:

Schruppen

Bearbeitungsziel: Werkzeugmaschine:

Werkzeugstandzeit und Gesamtproduktivität Wälzfräsmaschine

Fräser:

335.47-0270-M16.0ASSEM-18151

Werkzeugdurchmesser:

270 mm

Anzahl der Wendeplatten:

100

Zc:

10

Wendeplatten:

335.40-1914-19433 (50 Stk.) 335.40-5014-18252 (50 Stk.) vc: 100 m/min

Schnittdaten:

fa:

3 mm/WU

Kühlmittel:

Ja

Ergebnisse:

90% höhere Produktivität


Der globale Zahnradmarkt Der weltweite Zahnradmarkt beläuft sich aktuell auf 155 Mrd. USD und weist einen Jahreszuwachs von 4,7 Prozent auf, wie Claudio Ghielmetti, International Applications Expert im Bereich Power Transmissions von Seco, erklärt. Angesichts einer Branchenstudie der Freedonia Group, „World Gears to 2013“, wird auf China voraussichtlich ein Drittel der zusätzlichen Zahnradnachfrage bis 2013 entfallen. China wird Japan

übertreffen und sich zum zweitgrößten Markt nach den USA entwickeln. Bis 2018 wird der Gesamtumsatz bei Zahnrädern in China die Produktnachfrage in den USA übertreffen. In Indonesien, Thailand, dem Iran und Russland wird ebenfalls von einem gesunden Marktwachstum ausgegangen. Aber auch in den USA und Westeuropa nimmt die Nachfrage nach Zahnradprodukten zu, wenn auch auf niedrigerem Niveau.

Claudio Ghielmetti, Internationaler Anwendungsfachmann im Bereich Power Transmissions bei Seco

Seco liefert Wälzfräser mit Wendeplatten aus Hartmetall (links) und Zahnformfräser (rechts) für die Verzahnungsindustrie.

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NACHHALTIGKEIT

17.000 kWh Zwischen Februar und Juni erzeugten die Solarkollektoren 17.000 kWh Strom.

Eine bessere Energie Seco hat im ländlichen Tennessee sein erstes Solarkollektorfeld errichtet. Das Projekt profitiert von Zuschüssen für die Erzeugung erneuerbarer Energien. TEXT: Jean-Paul Small FOTO: Stockbyte

126 Seco hat in seiner Produktionsstätte in Lenoir City, Tennessee (USA) 126 Solarkollektoren installiert.

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IN LENOIR CITY, einer amerikanischen Kleinstadt mit weniger als 10.000 Einwohnern, hat Seco an seiner Produktionsstätte 126 Photovoltaikmodule (PV) installiert. Die Installation und der Betrieb des Kollektorfeldes wurden mit staatlichen und privaten Mitteln bezuschusst. Eine Kombination aus Energiezuschüssen – Tennessee Solar Institute Installation Grant und US Department of Treasury Renewable Energy Grant – machte 60 Prozent der Gesamtsystemkosten aus. Das PV-System wurde im Februar in Betrieb genommen, das erste Kollektorfeld dieser Art für Seco weltweit. Und so funktioniert es: Die im Kollektorfeld von Seco erzeugte Energie wird zu einem etwas höheren Preis als dem aktuellen Marktpreis an das Energieversorgungsunternehmen verkauft. Wenn

Seco von dem Energieversorgungsunternehmen Strom zum Marktpreis einkauft, ist der Unterschied zwischen dem höheren Solarenergiepreis und dem niedrigeren Marktpreis mit einem Rabatt gleichzusetzen. „Dank der Zuschüsse und der unterschiedlichen Marktpreise werden sich die Solarkollektoren nach nur sieben Jahren amortisiert haben“, so Ed Purdy, Manager of Production, Maintenance & Facilities am Standort Tennessee von Seco. Das Kollektorfeld dient Seco als Testanlage, um die Machbarkeit ähnlicher Anlagen an verschiedenen Standorten weltweit zu ermitteln. Purdy ist außerdem überzeugt, dass dies ein großartiges Mittel ist, um das Engagement von Seco auf dem Gebiet der sauberen Energie bekannt zu machen. „Viele Kunden besuchen die Produktionsstätte und sind beeindruckt von dem Kollektorfeld im Besonderen und der Investition von Seco in grüne Energie im Allgemeinen.“ Kurt Nordlund, Geschäftsführer der nordamerikanischen Seco-Organisation, erklärt: „Die Bemühungen an unserer Produktionsstätte in Lenoir City spiegeln das Engagement des Unternehmens wider, sich als branchenweit führend auf dem Gebiet der grünen Energie zu etablieren.“


E INBL ICK E KÜHLMITTELSYSTEME

MMS-System ( Minimalmengenschmierung). Kleine Tropfen Flüssigkeit verdampfen in einer heißen Umgebung. Dieser Verdampfungsprozess leitet Wärme ab und senkt die Temperatur. Ein MMS-System ist ebenso effektiv wie ein Kühlmittelspülungssystem, der Kühlmittelverbrauch (Kosten) ist jedoch deutlich geringer. Andererseits erfordert es spezielle Vorsichtsmaßnahmen und Einrichtungen für Gesundheit und Sicherheit.

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Cool bleiben Patrick de Vos, Leiter für die technische Schulung und Ausbildung innerhalb der Seco Tools Gruppe, erklärt, wie Kühlsysteme die Werkzeugstandzeit verlängern – oder verkürzen – können. BETRACHTEN WIR EINMAL

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Trockenzerspanung

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Kühlmittelspülung

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MMS

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HPDC

verschiedene in Betrieben zum Einsatz kommende Kühlsysteme und deren Auswirkungen auf die Werkzeugstandzeit. In einigen Fällen wirkt sich das Kühlmittel eindeutig positiv auf die Werkzeugstandzeit aus, in anderen eher negativ oder gar nicht. Abgesehen von mechanischer Überlastung hängt die Werkzeugstandzeit zum Großteil von den thermischen Bedingungen während des Zespanungsprozesses ab. Einfach ausgedrückt: Bei der Metallzerspanung entsteht Wärme. Wenn diese Wärme konzentriert auftritt, erhöht sich die Temperatur in der Schneide. Wird diese zu hoch oder bleibt sie zu niedrig, nimmt die Werkzeugstandzeit ab. Das Kühlmittel soll die beim Zerspanen entstehende Wärme ableiten, bevor sich diese zu stark konzentriert. Die höchste Effizienz wird erreicht, wenn das Kühlmittel auf die Stelle mit der größten Wärmeentwicklung aufgebracht wird, d. h. auf den Schneidbereich (schließlich wird Wasser zum Löschen eines Feuers auch direkt auf die brennende Stelle gespritzt und nicht fünf Meter daneben). Das hört sich einfacher an, als es ist. Um Kühlmittel auf die Schneide aufzubringen, muss der Druck zwischen Span und Schneide überwunden werden, der lokal bis zu 20.000 bar betragen kann. Darüber hinaus wird das Kühlmittel durch eine

800 °C heiße „Wasserdampfbarriere“ gestoppt, die durch verdampfendes Kühlmittel entsteht. Alternativ kann das Kühlmittel die Wärme über die Späne ableiten. Beispielsweise haben Werkstoffe mit geringer Wärmeleitfähigkeit eine sehr eingeschränkte Wärmeableitung über die Späne an das Kühlmittel. Aus diesem Grund müssen die Schnittgeschwindigkeiten bei diesen Werkstoffen niedrig gehalten werden. Bei der Metallzerspanung wird beim Kühlmitteleinsatz zwischen vier Ansätzen unterschieden: Trockenzerspanung. Sind die Vorteile von Kühlmittel (längere Werkzeugstandzeit, geringere Werkzeugkosten) immer größer als die Nachteile (Kosten für Kühlmittel und Kühlmittelsystem)? In vielen Fällen ist Trockenzerspanung die bessere Wahl. Manchmal ist Kühlmittel auch aus technologischen Gründen zu vermeiden, beispielsweise in Anwendungen mit CBN-Schneidstoffen.

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Kühlmittelspülung oder herkömmliches Emulsionskühlmittelsystem. Die Kühlwirkung basiert auf der Wärmeleitung von den Spänen auf das Kühlmittel. Dieses System eignet sich für die meisten herkömmlichen Werkstoffe (Stahl).

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HPDC-System (High Pressurised Directed Coolant, hochdruckgesteuertes Kühlmittel). Dieses System erhöht den Kühlmitteldruck und leitet das Kühlmittel in größtmöglichem Maße in den Zielbereich, wo es besonders effektiv wirkt, d. h. in den Schneidbereich.

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Die HPDC-Lösung von Seco, Jetstream Tooling™, ist ebenso elegant wie effizient. Sie basiert auf den gleichen Prinzipien der Fluiddynamik wie ein Gartenschlauch. Wenn Sie die Düse für den Flüssigkeitsaustritt verkleinern, erhöht sich die Austrittsgeschwindigkeit. Die Bewässerungskapazität (Kühlkapazität) nimmt außerdem zu, je näher sich die Düse an den Blumen befindet. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, ob dies die Blumen nicht zerstören würde? Ja! Jetstream Tooling hat nicht nur eine bessere Wärmeableitung zur Folge (mit einer längeren Werkzeugstandzeit und besseren Schneidebedingungen), lange Späne werden außerdem zerkleinert. Für ausführliche Informationen über Jetstream Tooling wenden Sie sich bitte an Seco, und bitten Sie um eine Vorführung - überzeugen Sie sich von der Effizienz dieses Systems. Patrick de Vos, patrick.de.vos@secotools.com www.secotools.com/jetstreamtooling

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PORT R A I T PARAMESH NAVA LGUND

DER LÖSUNGSANBIETER Paramesh Navalgund machte vor fast 15 Jahren zum ersten Mal Bekanntschaft mit Seco, damals noch als Kunde. Heute ist er Manager bei Seco Tools in Indien und profitiert von seiner Kundenperspektive. TEXT: Carl Simmons FOTO: Atul Loke

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LS Paramesh Navalgund zum ersten Mal

von einem freien Job bei Seco hörte, empfahl er einen früheren Kollegen. Er arbeitete damals als Werksleiter bei Omni Auto und blieb dort, aus Loyalität zu seinem Arbeitgeber und zu einem Projekt für den Technologietransfer von Italien nach Indien. Zwei Jahre später, 2001, gewann die Expansion von Seco in Indien an Schwung. Als sein früherer Kollege ihm daraufhin einen Tipp bezüglich einer freien Stelle als Anwendungstechniker in seiner Heimatstadt Bangalore gab, war der richtige Zeitpunkt gekommen.

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„Auf der Suche nach neuen Herausforderungen kam ich zu Seco. Ich wollte mehr über neue Verfahren und Lösungen lernen und meinen Horizont durch den Kontakt mit vielen verschiedene Kunden erweitern“, so Navalgund. Als Regional Application Engineer für das südliche Indien leistet er technischen Support für Vertriebstechniker und Produktsupport für Kunden in Karnataka, Tamil Nadu und Kerala. „Ein Großteil meiner Arbeit machten Fehlerbehebung, technische Empfehlungen und die Betreuung von Werkzeugmaschinenherstellern aus“, erzählt er. Zu den Kunden von Navalgund zählten Toyota, Hyundai und Bharat Fritze Werner Ltd. (Kothari Group), für die er Produkte in Fertigungslinien einrichtete und die Entwicklung maßgeschneiderter Werkzeuge unterstützte. Nach dem Re-Engineering der Kurbelwellenlinie bei Hyundai Motor India durch Navalgund stellte der Kunde fest, dass die Zykluszeit um 30 Prozent reduziert und die Werkzeugstandzeit um 50 Prozent erhöht wurden. Es dauerte nicht lange, bis Navalgund 2004 in eine Managementposition befördert wurde. Heute ist er als Manager Component Engineered Tooling (CET) & Machine Related Tooling (MRT) in der Zentrale von Seco India in Pune tätig. In seiner aktuellen Position unterstützt und schult Navalgund CET-Techniker überall im Land und überwacht die wichtigsten Projekte.


Er mag Cricket und Bollywood-Filme Name: Paramesh Navalgund Geburtsdatum: 1. Juni 1972 Familienstand: Verheiratet (mit Savita), eine neunjährige Tochter und ein dreijähriger Sohn Sprachen: Englisch, Kannada, Hindi Interessen: Cricket (ein „schnelles“ Spiel), Hollywood- und selbstverständlich „Bollywood“Filme, insbesondere Action und Science Fiction Das Beste an seinem Job: Das Gefühl der Zufriedenheit Hintergrund: Er arbeitet seit 10 Jahren bei Seco. Seine Karriere begann er als Regionaler Anwendungstechniker für Südindien. Zuvor war er als Werksleiter bei Omni Auto tätig, wartete Vierradfahrzeuge bei Silver Jubli Motors und arbeitete für Kirloskar Warner Swasey, einem Hersteller von CNC-Drehmaschinen.

„Ich möchte dem Problem auf den Grund gehen!“

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PORT R A I T PARAMESH NAVA LGUND „Wir entwickeln jedes Jahr eine Vielzahl innovativer Werkzeuge.“ Paramesh Navalgund, Seco

„Für mich sind unsere internen Techniker die wichtigsten Kunden. Ich bin bemüht, ihre Anfragen möglichst direkt zu bearbeiten und ihnen die benötigten Antworten zu geben“, erklärt er. „Wenn wir unser Vertriebsteam überzeugen und deren Selbstvertrauen stärken können, ist die Hälfte der Arbeit bereits getan.“ An einem typischen Arbeitstag prüft Navalgund als erstes die Kundenvorschläge und kümmert sich um technische Anfragen und Machbarkeitsstudien. Er liebt es, Probleme zu lösen. „Ich möchte dem Problem auf den Grund gehen“, sagt er. Nachdem ein Kunde sich zwei Monate mit der Lösung eines Bearbeitungsproblems beschäftigte, bot Navalgund einen Besuch an, bei dem er die Situation persönlich in Augenschein nahm und das Problem in nur einer halben Stunde lösen konnte. Diese Fähigkeit basiert auf Erfahrung, wie er sagt. „Ich habe mit den verschiedensten Bearbeitungsverfahren gearbeitet und dabei viel gelernt. Es gibt so viel zu lernen, da braucht es Geduld.“ SEIT SEINEM EINTRITT BEI SECO vor knapp einem

Jahrzehnt hat Navalgund einige Veränderungen in der Werkzeugindustrie miterlebt. „Früher entschieden sich Kunden häufig für die günstigsten Produkte“, erklärt er. „Heute interessiert sich der Kunde stärker für die durch das Produkt erzielte Wertsteigerung, beispielsweise für die Kosten pro Stück und eine störungsfreie Produktion. Immer mehr Kunden bevorzugen eine Lösung über einen einzigen Systemlieferanten, wo sie alle Werkzeugsysteme, Spannvorrichtungen, CNCProgrammierung und Werkstückprüfungen mit hoher Qualität erhalten.“ Navalgund ist überzeugt, dass sich das Werkzeugsegment weiter in diese Richtung bewegen wird. „Die Zerspanungsindustrie zeigt ein gesundes Wachstum“, erklärt er. Außerdem siedeln sich viele neue Fertigungsindustrien aufgrund der geringen Produktionskosten und hohen Qualität in Indien an. „Seco hat für technische Lösungen einen guten Namen in Indien. Wir entwickeln jedes Jahr eine Vielzahl innovativer Werkzeuge, die unsere Marktposition festigen. Wir können mit Stolz behaupten, dass Seco einer der Besten in der Werkzeugindustrie ist.“

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Laut Paramesh Navalgund steigt die Kundennachfrage nach Komplettlösungen für Werkzeugsysteme.

Die besten Tipps für einen guten Kundendienst Zuhören, verstehen, liefern. Holen Sie möglichst umfangreiches Feedback und technische Daten beim Kunden ein, um dessen Anforderungen zu verstehen. Klären Sie Lösungsfragen innerhalb Ihrer eigenen Organisation, z. B. in Forschung & Entwicklung, damit Sie dem Kunden zuverlässige Antworten geben können. Besuchen Sie die Produktionsstätte des Kunden und lernen Sie von den Mitarbeitern vor Ort. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen.


BEARBEITUNGSSTRATEGIE

Durch eine Überholung seiner Bearbeitungsstrategie konnte ein chinesischer Hersteller von Turbinenschaufeln seine Bearbeitungszeit um die Hälfte verkürzen. TEXT: Cari Simmons FOTO: Istockphoto

DIE DEYANG YUXIN Machine

Manufacturing Company befindet sich in der Provinz Sichuan im Südwesten Chinas. Sie fertigt und liefert Schruppmesser, u. a. für das größte Turbinenunternehmen Chinas, Dongfang Turbine. Dongfang wiederum liefert Gas- und Dampfturbinen an die Energieerzeugungsindustrie des Landes. Trotz der Enttäuschung über lokale Werkzeugmarken, die zerbrachen oder schnell abnutzten und Wendeplatten beschädigten, wies Deyang Yuxin die Produkte von Seco zunächst als zu teuer zurück. Wie viele chinesische Unternehmen lagen Deyang Yuxin vor allem die Werkzeugkosten selbst am Herzen.

Seco musste das Unternehmen erst überzeugen, Produktivität und Effizienz in die Berechnung einzubeziehen. Eine Produktivitäts- und Kostenanalyse (PCA) wurde erstellt, um die potenziellen Einsparungen durch widerstandsfähigere und effizientere Zerspanungswerkzeuge und neue Strategien für die Bearbeitung von Werkstücken zu berechnen. „Wir empfahlen ein leistungsstärkeres Zerspanungswerkzeug, den Power 4™ für die bestehenden Anforderungen“, erklärt Joe Feng, der Anwendungsexperte Secos vor Ort im Bereich Power Generation. „Der Preis liegt geringfügig über dem lokaler Marken, aber wir waren sicher, dass wir die Produktivität von Deyang Yuxin mit dem neuen Werkzeug erheblich steigern können.“

Der Kopierfräser Power 4 von Seco wurde speziell für die Fertigung von Turbinenschaufeln konzipiert und ist die ideale Lösung für den Energiesektor.

Nach gut vorbereiteten Besuchen mit persönlichem Engagement konnten die internationalen Mitarbeiter von Seco deutliche Produktivitätssteigerungen nachweisen und die Bearbeitungszeit um mindestens die Hälfte reduzieren. „Dies war der Moment, ab dem der Kunde unsere Lösung umsetzte und seine Produktivität verdoppelte“, erklärt Emilio Scandroglio von Seco, der Deyang Yuxin als Internationaler Anwendungsexperte im Bereich Power Generation unterstützte. Die Kooperation der beiden Unternehmen garantiert kontinuierliche Verbesserungen im Produktionsprozess. „In China erleben wir momentan ein Umdenken. Heute werden mehr und mehr die gesamten Bearbeitungskosten und nicht nur die Kosten für die Wendeplatten oder Werkzeuge selbst berücksichtigt,“ so Scandroglio.

Das Gesamtbild Die Produktivitäts- und Kostenanalyse (PCA) von Seco geht über die Werkzeugkosten des Kunden hinaus und betrachtet vielmehr den gesamten Produktionsprozess und dessen Kosten. Die Techniker von Seco begutachten den Bearbeitungsprozess einer einzelnen Maschine oder den gesamten Weg eines Werkstückes in der Produktion. Mit Hilfe der PCA-Software wurde ein umfassender Bericht mit Prozessinformationen (darunter Werkzeug- und Schnittdaten) und anderen Daten erstellt, einschließlich Stückkosten, Produktionsleistung pro Stunde, Werkzeugverbrauch und Investitionskosten. www.secotools.com/PCA

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AUS DEM ARBEITSLEBEN

Frau vom Fach In der industriell geprägten Kleinstadt Surahammar in Schweden arbeitet die CNCDreherin Pia Sjöblom jeden Tag daran, ihre Kenntnisse zu erweitern und mit den steigenden Anforderungen Schritt zu halten. TEXT: Per-Ola Knutas FOTO: David Magnusson

PIA SJÖBLOM Alter: 36 Tätigkeit: CNC-Dreherin in einer Werkstatt in Surahammar in Schweden, die zum italienischen Stahlkonzern Lucchini gehört Familienstand: Verheiratet, zwei Töchter Hobbys: Familie und ihr Haus („Wenn man kleine Kinder hat und Vollzeit arbeitet, bleibt wenig Zeit für andere Dinge.“)

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ALS ICH VOR FÜNF JAHREN

meine Stelle als CNC-Dreher antrat, war ich eine von nur drei Frauen unter 60 Mitarbeitern. Heute sind wir schon acht. Ich finde es großartig, dass immer mehr Frauen diesen Beruf für sich entdecken. Unser Hauptkunde bei Lucchini ist die Eisenbahnindustrie, vor allem auf dem skandinavischen Markt. Ich drehe neue Zugräder, die Werkstatt fertigt aber auch Maschinenachsen und setzt Zugräder und Achsen in Stand. Wir haben gut zu tun. Daran ist zu erkennen, dass in der Eisenbahnindustrie momentan viel passiert. Die Nachfrage nach unseren Services ist hoch, sowohl hinischtlich der Komponenten als auch der Instandsetzung. Aktuell unterstützen wir zudem unser italienisches Mutterunternehmen bei der Fertigung von Zugrädern für den Wachstumsmarkt China. Ich arbeite sehr gerne als CNC-Dreher. Nach einigen Jahren in der Reinigungsbranche wünschte ich mir einen stärker industriell geprägten Job. Ich absolvierte deshalb ein Schulungsprogramm und fand auch sofort eine Stelle. Die Arbeit im Schichtbetrieb ist für mich perfekt, und ich liebe es, Probleme zu lösen, beispielsweise wenn wir die technischen Daten für einen neuen Radtyp optimieren. Die Anforderungen hinsichtlich der Toleranz von Produkten sind nach und nach deutlich gestiegen - eine Herausforderung, die ich sehr begrüße. Eine weitere Veränderung seit meiner Einstellung ist, dass der Ablauf der alltäglichen Arbeiten deutlich besser geworden ist. Dies ist der Einführung der „LEAN“-Methode bei Lucchini zu verdanken. Wir beginnen jeden Morgen mit einer Teambesprechung, in der die für den Tag und den Rest der Woche anstehenden Aufgaben besprochen werden. Wir besprechen potenzielle Probleme und stellen sicher, dass wir die richtigen Lösungen dafür parat haben. Durch diese Vorgehensweise sind alle am kontinuierlichem Verbesserungsprozess beteiligt.“


IN KÜRZE

WWW.SECOTOOLS.COM Produktverfügbarkeit: SOFORT Bestell- und Anwendungsinformationen: MN Update 2012-1

TEXT Åke R Malm

NEUE PRODUKTE SPINDEL FREI AB SOFORT SIND AM MARKT ZWEI TYPEN VON SPINDELKÖPFEN für die Seco-Capto™ Aufnahmen erhältlich: Typ 750 (Schrupp-Ausdrehen) und Typ 780 (Feinausdrehen). Die Köpfe können in Maschinen mit Polygonschaftaufnahmen (Polygonal Shank Couplings, PSC) direkt, d. h. ohne Adapter, eingesetzt werden. Die neuen Spindelköpfe bieten neben den bekannten Leistungsmerkmalen und -fähigkeiten den zusätzlichen Vorteil der extremen Steifigkeit des Seco-Capto Aufnahmesystems. Das System ermöglicht den perfekten Schneidenwechsel und eignet sich h daher ideal für Multitasking-Bearbeitungszentren. www.secotools.com/seco-capto ww.secotools.com/seco-capto

GUT GESCHRUPPT JCO710 IST EIN NEUER Hochleistungs-Schaftfräser, der speziell für Schrupp- und Schlichtbearbeitungen in Titanlegierungen entwickelt wurde. Die wellenförmigen Schneiden sorgen für einen glatten Schnitt und effizienten Spantransport mit Schnitttiefen von bis zu 1x D bei der Nutbearbeitung. JCO710 ist mit Durchmessern von 16 bis 50 Millimetern mit vier oder sechs

nradien Spannuten erhältlich. Die Eckenradien en in entsprechen den üblichen Radien der Luft- und Raumfahrtindustrie. ie. JCO710 ist eine kosteneffiziente te Lösung für die Bearbeitung hoher her Vorschübe in Titanlegierungen bei relativ niedrigen Schnittgeschwindigkeiten. Dieses zuverlässige Werkzeug aus HSS-Co-Stahl bietet optimale Prozesssicherheit. www.secotools.com/JCO710

Milling me softly MP1020 IST EINE NEUE Cermet-Wendeplatte für Fräsanwendungen in verschiedenen Stahlarten, bei denen eine hohe Oberflächengüte bei niedrigen Schnittgeschwindigkeiten erforderlich ist. Die Wendeplatte verfügt über eine außerordentlich feinkörnige Struktur, die hohe Härte und Verschleißfestigkeit auf einzigartige Weise kombiniert. Die Zusammensetzung ist so ausgelegt, dass jegliche Reaktion mit dem Material des Werkstücks vermieden wird, was eine kontrollierbare und gleichmäßige Kantenabnutzung ohne Schneidenausbruch bewirkt. Praktisch bedeutet dies eine längere Werkzeugstandzeit und eine höhere Betriebssicherheit. www.secotools.com/MP1020

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IN KÜR ZE

Zähe Sorte DP3000 IST EINE NEUE Duratomic® Sorte im Programm der Perfomax-Wendeplattenbohrer für sehr hohe Vorschübe und Geschwindigkeiten. Als vielseitige Wendeplattensorte mit hervorragender Verschleißfestigkeit und Kantenzähigkeit eignet sie sich für die meisten Werkstoffe und Anwendungen. DP3000 ist eine Ergänzung zur bestehenden Duratomic Sorte DP2000, einer Optimierungssorte, insbesondere zur Maximierung von Schnittdaten bei Stahl oder Guss. In Kombination mit einem robusten Bohrerkörper bieten die beiden Wendeplattensorten hohe Produktivität, lange Werkzeugstandzeiten und erstklassige Anwendungssicherheit. www.secotools.com/DP3000

SCHEIBENFRÄSER SECO BRINGT unter der Bezeichnung 335.25 eine neue Generation von Scheibenfräsern für große Nutbreiten auf den Markt. Die Fräswendeplatte weist eine V-Form auf, durch die eine optimale Schnittgeometrie entsteht, die sowohl Schnittkräfte als auch -geräusche minimiert. Auf diese Weise können die Schnittdaten für eine maximale Produktivität auch unter instabilen Bedingungen erhöht werden. Die V-Form sorgt außerdem für eine stabile und zuverlässige Verbindung zwischen der Wendeschneidplatte und dem Fräserkörper. Die Wendeschneidplatten sind mit Eckradien von 0,8 bis 6 Millimetern und vier Schneiden erhältlich, um die Stückkosten zu senken. Es sind Wendeplattengeometrien und -sorten für alle Werkstoffe verfügbar und eine integrierte Breitschlichtschneide sorgt für eine hohe Oberflächengüte, sodass Nachbearbeitungen überflüssig werden. Die Fräser sind mit festen Plattensitzen und zentraler Kühlmittelzufuhr oder mit einstellbaren Plattensitzen für maximale Flexibilität erhältlich. www.secotools.com/335.25

MEHR GEWINDE SECO ERWEITERT SEIN PROGRAMM DER THREADMASTER GEWINDEFRÄSER UM DEN Threadmaster 900 für Werkstoffe mit einer Zugfestigkeit von über 900 N/mm2 und um den Threadmaster-H für Werkstoffhärten von 45 bis 60 HRC. Threadmaster ist in Größen von M4 bis M20 erhältlich.

www.secotools.com/threading

Winzige Werkzeuge THREADMASTER MINI ist ein neuer Gewindefräser für kleine Abmessungen in harten Werkstoffen. Das Einsatzgebiet reicht von Zahnimplantaten bis hin zu Luftfahrtkomponenten mit Härtegraden zwischen 45 und 60 HRC. Threadmaster Mini ist für Gewindeabmessungen von M1 x 0.25 bis M2.5 x 0.45 erhältlich. www.secotools.com/threading

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Im Vergleich zum Gewindestechen erzielen Sie beim Gewindefräsen eine glattere, gratfreie Oberfläche. Online-Benutzersupport, einschließlich CNC-Daten, erhalten Sie über den Threading Wizard in der Seco Application Suite unter secotools.com.


SOFTWARE FÜR PROFIS IN DER CUSTOMER ZONE auf der Unternehmens-Website von Seco finden Sie interaktive Kundenanwendungen. Der Zone wurden gerade einige Updates hinzugefügt. Die Filter- und Suchfunktionen für den Seco Guide enthalten nun auch die Art der Bearbeitung (Schruppen oder Schlichten). Der Threading Wizard unterstützt eine größere Bandbreite des Threadmaster mit Gewinde,

Threadmaster für hochfeste Stähle und gehärtete Stähle sowie einen M20x2.5-Threadmaster. Zu den neuen Produkten zählen der Threadmaster Mini und der Drilling Threadmaster . Seco wird die Application Suite während des Jahres kontinuierlich aktualisieren. www.secotools.com/customerzone

SCHWERGEWICHT Programmerweiterungen DIE JABRO™-SOLID² Serie JS550 von Seco wurde nun mit weiteren Eckenradien von 0,5 bis 4 Millimetern ergänzt. Sie eignet sich für alle Bearbeitungen im allgemeinen Maschinenbau sowie für Anwendungen im Luft- und Raumfahrtbereich in Rostfrei, Titan und Superlegierungen. Die langen Versionen (L) von JS550 mit Spanteilern sind stabile Vollhartmetall-Eckfräser mit einer langen Schneide, wodurch sie sich zum dynamischen Fräsen eignen. Diese Methode wird für große Schnitttiefen in Kombination mit einem relativ kleinen radialen Eingriff bei hohen Geschwindigkeiten und Vorschüben verwendet. Das dynamische Fräsen erfordert eine CAM-Programmierung, kann jedoch die Zerspanungsgeschwindigkeit im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um bis zu 500 Prozent steigern.

SECO BAUT SEIN Programm für die Schwerzerspanung aus und bringt die LNMX40- und LNMX50-Wendeplatten mit drei neuen Geometrien für extra harte Schruppbearbeitungen auf den Markt. Diese Wendeplatten mit der Bezeichnung RR93, RR96 und RR97 eignen sich für Anwendungen in der Schwerindustrie, beispielsweise Energieerzeugung, Schiffsbau, Stahl und Bau. Für die Eisenbahnindustrie wurden LNMX19- und LNMX30-Wendeplatten in drei weiteren neuen Geometrien für das Nachdrehen verschlissener Räder eingeführt. Diese Wendeplatten mit der Bezeichnung R2, RR94 und RR97 decken Anwendungen vom leichten bis zum schweren Nachdrehen mit besserer Spankontrolle ab. Alle Wendeplatten sind in den für diese Bearbeitungen am Besten geeigneten Seco-Sorten erhältlich. www.secotools.com/heavymachining

FÜNF SPANNUTEN JHP770 IST EIN JABRO™ Vollhartmetall-Fräser für die Hochleistungsbearbeitung von Titanlegierungen, die vor allem in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Medizin zum Einsatz kommen. Der bestehende Durchmesserbereich von 6 bis 25 Millimetern mit vier Spannuten wurde nun um eine Version mit fünf Spannuten für Durchmesser von 16, 20 und 25 Millimetern erweitert. Die Ausführung mit fünf Spannuten ermöglicht ein höheres Zeitspanvolumen und führt damit zu höherer Produktivität. www.secotools.com/JHP770

www.secotools.com/JS550

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. T N N I G E B N E N N E DAS R

rdige ehr wü i rett H RT FÜ ilie And eams m OS PO T a U F A r I ETT sten T on de AN D R ttraditi n erfolgreich nen. r o p s r Moto r-Ren zu de d zählt te der IndyCa t leichte n u t r o f ig mit eschich ms fert in der G statt des Tea e von Formen rk an ilf Die We erteile mit H solches Maß te n as Kohlef berfläche. Ei geschneider ß O a r m e glatt rdert on erfo gen. i s i z ä r P n uglösu Werkze alt RT D I E

IN ZAHLEN

3.0Sek

Zeit für die Beschleunigung eines IndyCar von 0 auf 100 m/h (160 km/h)

650PS

Max. Leistungsabgabe eines IndyCar

370km/h Max. Höchstgeschwindigkeit eines IndyCar

t n n i w e g t s Wer bremrogramm der Seocrmo en -P eF Das VH Mäser stellt komplex her. n r e Jabro F sattel und -scheib für Brems

VORSCHLÄGE? Nutzen Sie Werkzeuge von Seco zur Fertigung überzeugender Produkte? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf unter edge@secotools.com 02820521 ST20116349 DE

FOTO: ANDRETTI AUTOSPORT

Lesen Sie unsere Reportage zur Formula Student (Seite 10).


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