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Kostenlose Leseprobe

szene, kulturen, temperamente

Kölner Menschen cologne journal

Ihr Journal in Köln

seconds

in Köln

ALLE SAGTEN : DAS GEHT NICHT! DANN KAM EINER, DER WUSSTE DAS NICHT UND HAT`S GEMACHT!

Juni

Fest der Kulturen

Publik Viewing open Air

Rock your life Ausgabe Juni Seconds in den WDR-Hörspielstudios

Wie entsteht ein Hörspiel? Ab JULI wieder am KIOSK - www.second-magazine.de PRESSEBEREICH

UMBAU

AB JUlI AM KIoSK

UNIVERSITÄT KÖlN

Seconds in Köln hat seinen Online-Pressebereich eröffnet. Leser, Journalisten, Presseabteilungen können sich nun auf unserer Seite registrieren. Newsletter erhalten, Ausgaben downloaden und Artikel recherchieren. Die Artikeldatenbank ist im Aufbau. Bei kleinen Preisrätseln gibt es monatlich Promotionartikel zu gewinnen.

Wegen zahlreicher Umbauten und Umstellungen an der digitalen Anlage, waren wir im Monat Mai teilweise nicht immer erreichbar. Mit dem 01.06. werden die Neuerungen hochgefahren. Unsere Redaktionsnummer ist: 0221 - 82 82 00 57

Back to quality - Unsere sechsmonatige Auslageperiode ist abgeschlossen. Ab Juli erhalten Sie uns wieder am Kiosk, Tankstelle, Rewe, Real usw. Wir danken den vielen Meinungen zu unserem Journal, das mit Hilfe seiner Leser zu einem hochinteressanten und abwechslungsreichen Journal geworden ist.

Seconds in Köln ist für jeden Studierenden an der Hauptbibliothek der Universität analog und digital erhältlich. Zusätzlich haben wir einer Anfrage der deutschen Schule in Detroit/USA zugesagt, einige Ausgaben für den Deutschunterricht monatlich zur Verfügung zu stellen.

2. Jahrgang Ausgabe 6 - Juni Ausgabepreis 2,00 €

second-magazine Fotocollage Seconds in Köln

Colonia - Cologne - Keulen - ‫ اينولوك‬- Këln - Kolínská - நறுமண நீர் - 科隆


Juni

seconds

02 |Editorial

Stadt

Andreas Bastian Herausgeber

edit

Diese Ausgabe ist Herrn Ferdinand Bastian 1942 -2012 gewidmet.

Fest der Kultur(en): In dieser Ausgabe legen wir unseren Schwerpunkt auf die vielfältigen kulturellen Festivitäten in unserer Stadt. Europa und die halbe Welt tummelt sich in unserer Stadt, wir besuchen Veranstaltungen, treffen auf Leute, Eindrücke und Meinungen. Der Juni ist für viele Menschen ein Monat, in dem es recht hektisch zugeht. Überall wird gefeiert, sei es bei der privaten Grillparty, bei den ersten Frühsommer-Events, Konzert, Theater, der Schulabschlussfeier, dem Abiball. Es ist Saisonende – alles muss noch rein, bevor es gleich zu Beginn des nächsten Monats in die Sommerferien geht. Schlagartig wird sich die Stadt leeren, und auch die Daheimgebliebenen werden wie auf einen unhörbaren Gongschlag zur Ruhe kommen. Seconds hat versucht, diese Stimmung des bunten Treibens vor der großen Ruhe aufzugreifen. Wir werfen in einer Fülle von Artikeln einen Blick auf die Kultur. In diesem Monat sind es nicht die großen Veranstaltungen, die uns interessieren, sondern wir nehmen kleine Ausstellungen, Events und Aspekte in den Fokus. Das Bürgerhaus Stollwerck feiert sein 25-jähriges Bestehen mit einem großen Fest – und präsentiert den Bürgern dieser Stadt einen Querschnitt der unzähligen kulturellen Aktivitäten des Hauses. Zusammen mit einer kleinen Kneipe in Ehrenfeld unternehmen wir eine Bilderreise nach Afrika, wir entdecken mit einem Hörguide und in einer Stadtführung Neues und Bekanntes in der Stadt, die wir zu kennen glauben, erfahren wie Schülern geholfen wird, ihr Leben zu schaukeln. Wir fanden, dass Wein ein Muss beim Fest der Kultur(en) ist, und warfen dafür einen Blick über die Landesgrenzen hinaus ins Weinland Rheinland-Pfalz. Beeindruckt hat uns auch das große Engagement des Vereins Allerweltskino, der dem Kölner Publikum mit unermüdlichem Eifer allwöchentlich ausgesuchte Filme aus der ganzen Welt präsentiert. Gemeinsam mit lesebegeisterten jungen Leuten freuen wir uns auf die diesjährigen Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen. Aus dem Gastland Irland in Europas Norden werden so bekannte Autoren wie John Boyne und John Connolly in Kölner Schulen und Bibliotheken zweisprachige Lesungen veranstalten, und preisgekrönte irische Illustratoren werden Einblick in ihre Arbeiten und Arbeitsweisen geben. Zudem gibt es wie immer eine Fülle von Veranstaltungstipps. Wer nach einem solchen Pensum an Kunst und Kultur die Ruhe sucht, findet in der neu eröffneten Salzgrotte in Leverkusen die gewünschte Entspannung.

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Momentaufnahmen

Ab Juli wieder am Kiosk erhältlich. Oder: Holt Euch SecMag per Abo 19,90 € für ein Jahr Seconds in Köln. Sie unterstützen unsere Arbeit mit Ihrem Vertrauen abo@second-magazine.de

Unser Workshop beim Medienfest NRW Wo sind die Medienmacher von Morgen Im Rahmen des größten Jugendmedienfestes in NRW, macht die Redaktion des second magazines zusammen mit 8 jungen Menschen Zeitung live! Wir bilden Reporter-Teams und fragen die Gäste und Aussteller: „Wo sind sie nun, die Medienmacher von Morgen?“ Jugendliche, Schulabgänger, Studienbeginner sind herzlich eingeladen sich für diesen Workshop zu bewerben. Wir suchen Reporter, Redakteure, Designer, Texter. Bewerbungen bitte an: medienfest.nrw@second-magazine.de


SPONTANEOUS

FLAMMABLE

TEMPERAMENTE

DANGEROUS SCENE

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CULTURE

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... Wir erreichen Menschen Menschen

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Bürgerhaus Stollwerck feiert sein 25-jähriges Bestehen Über kulturelle Unterschiede und Missverständnisse

Spiel & Spaß

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Stadtfühungen im Vergleich - Audioguide vis Stadtführerin Routenplaner Stresstest

Kinder

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Internationale Kinder- und Jugendbuchwochen KIDsmiling feiert fünften Geburtstag

Unvergessen

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Marc Schuh auf dem Weg zur olympia Aids Gala Köln

Temperamente

9

Fluxus - Interview und Rückblick Am Rande der Unendlichkeit – 57 bis dato

authentisch

Genuß

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Wein im Schloss - wir besuchen die große Weinverköstigung literaturhaus - Wider die Müdigkeit

biolance

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Salz - Heilmittel seit Jahrtausenden wir besuchen eine Salzgrotte

Gründer

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Der eigene Chef das wär doch was!

Urban Art

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Was eine kleine Brauerei in Ehrenfeld mit dem Kongo zu tun hat Kurzfilmnacht in Deutz Rock your life - das Leben schaukeln Kölner Kulturpreis

Fest der Kulturen

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Kultur durchs Schlüsselloch - Indonesien 40 Jahre Keramion

Ausstellung

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Vorbericht Ausgabe Juli "Zeitung" Elementare Prozesse mit Zellstoff

Festival

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Acht Brücken Review Impressum

Klassik

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DEUTZ - CHoR KÖlN Berlin - Paris eine musikalische Reise

Hörspiele

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Seconds beim WDR - wir begleiten eine Hörspielproduktion Interview mit dem WDR Regisseur Thomas Werner

Kino

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Allerweltskino - Kino aus den Kulturen der Wert Kinopremieren im Juni

Musik

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The Art of Hardrock - Rockstars tauschen Gitarre mit Pinsel Sec.check - Wir suchen Euch CD und Konzert Vorschau

Medienfest NRW

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Medienfest.NRW - Seconds am 23. und 24.06.12 Mit dem Workshopangebot „Zeitung machen“

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Anschrift: Gottesweg 165 50939 Köln

Redaktion: 02 21 - 82 82 00 57 Fax: 02 21 - 82 82 00 59

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vielseitig

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Redaktion: red@second-magazine.de Termine: terminus@second-magazine.de Mediakontakt: ma@second-magazine.de ISSN: 2192-8495

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lebensnah

Stadtmenschen


Juni

04 | Menschen

Ein großer Strauß Kultur Bürgerhaus Stollwerck feiert sein 25-jähriges Bestehen Spaß und Bewegung, lernen und Mitmachen, Kultur und Bildung – das und noch vieles mehr vereint das Bürgerhaus Stollwerck unter einem Dach. Alle Altersgruppen sind dort auf fünf Etagen vertreten, angefangen von Grundschülern über Jugendliche, Erwachsene bis hin zu Hochbetagten. Für letztere gibt es sogar ein spezielles Sportprogramm. Beim Namen Bürgerhaus Stollwerck denken viele Menschen an die gleichnamige Schokoladenfabrik. Diese befand sich bis zum Umzug nach Porz im Jahr 1975 tatsächlich in der Kölner Südstadt, jedoch auf einem angrenzenden Gelände des heutigen Bürgerhauses. In dem war in preußischer Zeit das Heeresproviantamt angesiedelt, das die Soldaten mit Brot und Nahrungsmitteln versorgte, seit Kriegsende ein Lagerhaus der Bundespost. Im Zuge der Sanierung des Severinsviertels erwarb die Stadt Köln den roten Ziegelbau mit den zwei Türmen in den 1980er Jahren und richtete dort auf rund 7000 Quadratmetern NRWs größtes Bürgerhaus ein – als Kulturzentrum

Veranstaltungen Köln JUNI TV total Autoball EM 2012 Bevor ab dem 8. Juni in Polen und der Ukraine um den Titel des Fußball-Europameisters gekämpft wird, steigen Stefan Raab und Co. in die Autos, um die Europameisterschaft im Autoball auszutragen. Anpfiff ist am 2. Juni um 20 Uhr in der Lanxess Arena.

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Germany’s Next Topmodel Finale Die Kölner Lanxess-Arena wird zum Laufsteg: Das Finale der aktuellen Staffel „Germany’s Next Topmodel“ mit Heidi Klum findet im Henkelmännchen statt. Vor 15.000 Zuschauern zeigt sich am 7. Juni, welches der schönen Mädchen das Zeug zur Modelkarriere hat.

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NRW Medienfest – Mediapark Köln An zwei Tagen randvoll Know How, Workshops, Infos rund um die Medienberufe und Medien. Über 40 Aussteller geben Einsicht in Ihre Arbeit – Seconds in Köln leitet einen Workshop für Printproduktionen der Gegenwart. Anmeldung unter nrw.medienfest@secondmagazine.de

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Shadowland Nach restlos ausverkauften Shows im vergangenen Sommer gastiert das Tanztheater Piobolus mit „Shadowland“ erneut in der Domstadt. Vom 26. Juni bis 1. Juli 2012 verwandelt sich der Musical Dome in eine Schattenwelt, in der sich Menschen fantasievoll in fahrende Autos, Elefanten oder aufgehende Blüten verwandeln.

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mit so vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie es Interessen gibt. In den vergangenen 25 Jahren ist schon so mancher (Klein-)Künstler in dem imposanten Gebäude ein- und ausgegangen. Ob Musiker, Maler, Tänzer oder Kabarettist, lang ist die Liste der Akteure im Bürgerhaus Stollwerck. Viele von ihnen sind dem Haus buchstäblich seit Kindertagen verbunden, haben dort ihr künstlerisches Debüt gestartet und suchen auch heute noch die Nähe zum Publikum aus dem Veedel. Einer von ihnen ist der Kabarettist Thilo Seibel, der das Jubiläumsfest am 2. Juni moderieren wird. Dann nämlich sind die Bürger eingeladen, gemeinsam mit Sängern, Schauspielern und Comedians das 25jährige Bestehen ihres Kulturtreffs in der Südstadt zu feiern. Mit dabei sein werden viele Musiker, das beliebte Kinderund Jugendtheater „Die Monteure“, das Kinder-Mitmachtheater Tohuwabohu, Astrid Gloria, Christoph Sieber, Der unglaubliche Heinz sowie das Ensemble aus der mittlerweile schon traditionsreichen Immisitzung.

Stollwerck noch stärker verankern. Zuvor war er im Bürgerhaus Deutz tätig und hat dort mit hohem Engagement einen integrativen gastronomischen Betrieb mit aufgebaut.

Kultur für alle

Das Stollwerck verdankt seinen hohen Bekanntheitsgrad unter anderem den vielen Veranstaltungen in den beiden Sälen (600 und 200 Plätze), nicht zuletzt jedoch auch dem im Haus ansässigen Theater 509. Die Kleinkunstbühne präsentiert vor allem junge, talentierte Künstler aus der Region, darüber hinaus aber auch viele Gastspiele aus ganz Deutschland und europäischen Nachbarstaaten. Um noch mehr Künstlern den mitunter steinigen Karriereweg zu ebnen, können diese eines von insgesamt je zehn Ateliers und Musikproberäumen zu einem vergleichsweise günstigen Preis anmieten. „Unser Haus ist von sieben Uhr morgens bis drei Uhr nachts geöffnet, am Wochenende teilweise rund um die Uhr“, sagt Wyschka nicht ohne Stolz. So können die Proberäume von Bands und Einzelkünstlern gleich mehrfach genutzt werden.

„Im vergangenen Jahr ist das Bürgerhaus barrierefrei umgebaut worden“, erzählt Klaus Wyschka, der unlängst die Leitung des Hauses übernommen hat. Nun können alle Etagen mit Rollstühlen angefahren werden, das schwergängige Hauptportal lässt sich mit einem Taster öffnen und drei Räume wurden mit moderner Induktionstechnik ausgerüstet, um Hörgeschädigten die Teilnahme an Veranstaltungen zu ermöglichen. „Aber das ist erst der Anfang“, sagt Wyschka. In den nächsten Jahren möchte er das Thema Integration und Inklusion im

Im Stollwerck findet jeder den richtigen Kurs. Vor allem aber ist das Bürgerhaus Stollwerck eine pädagogische Einrichtung. Mit der benachbarten Realschule besteht ein Kooperationsvertrag für eine Übermittagsbetreuung, und ansonsten kann jeder, ob Jung oder Alt, für sich das passende Kursangebot finden – ob Tischtennis, Töpfern, Malen und Basteln oder die Teilnahme am Theaterkurs von „Tohuwabohu“ für Kinder, Billard, Kicker, Tanz und Brettspiele im offenen Jugendbereich (ab 11 Jahren), interkulturelle Angebote für Frauen oder

die im Zuge des demografischen Wandels entwickelten zahlreichen Angebote für die Zielgruppe 50plus. Neben einem Spanischkurs und einem wöchentlichen Internet-Café findet dort immer dienstags ein Bewegungsangebot unter dem Titel „Fit für 100“ statt. Das spezielle Muskelaufbautraining wurde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sporthochschule entwickelt, um älter werdenden Menschen noch lange eine Selbstständigkeit in den eigenen vier Wänden zu

ermöglichen. Besucher können beim Jubiläumsfest am 2. Juni kostenlos mitfeiern, eine Anmeldung unter Tel. 0221/991108-0 ist jedoch erwünscht./as „Wir feiern gemeinsam“ – 25 Jahre Bürgerhaus Stollwerck Samstag 2. Juni, 15-18 Uhr Dreikönigenstraße 23 50678 Köln Tel. 0221/991108-0 www.buergerhausstollwerck.de

Ist da noch frei? Über kulturelle Unterschiede und Missverständnisse Ich ben us Palermo, braat Spaghettis für üch met. Un ich wor ne Pimock*, hück laach ich met üch met. Ich ben Grieche, Türke, Jude, Moslem un Buddhist, mir all, mir sin nur Minsche, vürm Herjott simmer glich (Bläck Föös: Unsere Stammbaum)* (*Kölsch: Zugezogener) Dutzende dunkelhaarige Frauen in volantgeschmückten langen schwarz-roten Kleidern ziehen fröhlich durch die Südstadt. Karneval im Spätfrühling? Was auf den ersten Blick irritiert, ist bei näherem Hinsehen echt spanisch. Anlässlich der jährlichen Pilgerfahrt „El Rocío“ und als Abschluss einer spanischen Messe gibt es vor Beginn des deutsch-spanischen Kulturfestes auf dem Severinskirchplatz eine kleine Prozession durch die Südstadt. Anschließend gilt es den Pfingssonntag lautstark und lachend zu feiern. Mit Paella und Flamenco und spanischer Musik. Ganz klassisch in rot und schwarz. “Gemeinsam feiern und essen – wie kann man sich besser kennenlernen?” findet Luciano Gonzales Tejon, Koordinator und Vorstandsmitglied. Deshalb ist das jährliche Fest für den deutsch-spanischen Kulturverein so wichtig. Viele kennen sich schon, sind mit dem Verein groß geworden, der trotz der eher kleinen Mitgliederzahl – um die 60 – seit 35 Jahren nicht nur feiert, sondern auch andere kulturelle Angebote wie Lesungen veranstaltet. Der Verein nennt sich nach dem spanischen

Lyriker Antonio Machado. Gesungen wird menten. Und wer die ungewohnten auch. Auf der Bühne zu spanischer Gitar- Klatschchoreographien als Teil der Kunst renmusik. Darüber hinaus ist man erster nicht beherrscht, sollte die Vorführung am Ansprechpartner für die neukölnischen besten passiv genießen. Spanier. Die, seit es im Heimatland immer Der perkussivlastige Klang der Flamencomehr Arbeitslose gibt, Gitarren geht in die gerne nach DeutschBeine, viele tanzen. Völkerverständigung land und dort insUnd auf langen besondere nach Holzbänken sitKöln umsiedeln. zen lebhaft Köln als „südgestikulieländischste“ rende MenStadt Deutschschen, trinken lands, klar. überwiegend Wein und lasUnd Vanesa, sen sich Paella Mercedes und s c h m e c ke n . Melina von der Die spanischen FlamencoRestaurants Tanzgruppe des der Südstadt Vereins können sind mit dabei. auf Zuruf spanische AusgeHier darf man lassenheit nicht sich dazu setnur demonszen. Das költrieren, sie sche ‘Ist da leben sie vor. noch frei?’ hat So ansteckend, man akzeptiert dass man am – in Spanien ist liebsten mitklates völlig unüblich schen wollte. Das sich an einen Tisch, wäre allerdings schon auch nachdem man der erste Fettnapf. Oder klatschen Sie in nachgefragt hat, einfach dazuzusetzen. Deutschland in der Oper? Flamenco lebt Dann bleiben die freien Stühle eben frei. neben den stampfenden Schritten auch Ortswechsel. Viele Stühle im arkadaszvon den Händen als Percussionsinstru- Theater sind besetzt, wenn Kathleen

Renish, Schauspielerin aus Amerika, seit 1990 in Köln ihr Lied der kulturellen Missverständnisse singt. Und im Programm ‘A lost American in Germany’ erzählt, zwischen Deutsch und amerikanischem Englisch wechselnd, welch Befremden sie erntete, als sie das erste Mal in einer kölschen Kneipe den Köbes nach seinem Namen fragte. Warum auch nicht? Schließlich könnte es ja sein, dass sie ihn später mal ansprechen müsse. In Amerika stellen sich die Servicekräfte in der Regel in überschwänglich-überzuckerter Begeisterung jedem Gast persönlich vor. Ob und an welchen Tisch Sie sich am 30. Juni dazu setzen, entscheiden Sie selbst: dann feiern die Kölner Kulturinstitute in der Orangerie im Volksgarten ein Sommerfest. Beteiligt sind das Polnische Generalkonsulat, das Institut Français, das Istituto Italiano di Cultura sowie das Japanische Kulturinstitut. Sie können sich nicht entscheiden? Das brauchen Sie gar nicht. Die kulinarische Globalisierung findet sich jedenfalls in der Tiefkühltruhe. Und dies ist ausnahmsweise nicht politisch gemeint. /cs

http://www.spanischer-verein.de http://www.facebook.com/espanoles.alemania http://www.fettnaepfchenfuehrer.de/ http://www.iiccolonia.esteri.it http://nothingforungood.com/2008/04/25 /open-letter-to-german-pizza-people/


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Spiel & Spaß | 05

Wenn es klingelt im Kopf und die Jungfrau Ursula den Märtyrertod stirbt Spaziergang durch Köln, Audioguide und Stadtführerin im Vergleich Es ist Sonntag. Und warm - viel zu warm für mein Empfinden. Aber nach dem Frühstück wird die Tasche für den Tag gepackt (habe ich auch den MP3-Player nicht vergessen?) und dann abgewogen zwischen bequemen, aber für das Wetter viel zu warmen Sneakers und Ballerinas. leider sind letztere nicht aus leder ... Heute werde ich die Stadt auf zwei ganz unterschiedliche Weisen erkunden: einmal mit dem Hörguide von Pausiano auf meinem MP3-Player und als Teilnehmerin einer geführten Tour. Ich bin gespannt. Eine halbe Stunde später – die Ballerinas verursachen schon jetzt Druckschmerzen - beginne ich mit der ersten Station meines Hörguides auf dem Schillplatz in Nippes. Als Ortsfremder sollte man erst gar nicht versuchen, den Platz mittels Navi zu orten - denn er wird nur so genannt. Offiziell trägt er gar keinen Namen. Während ich auf einen Milchkaffee in einem der netten Cafés am Platz warte, lasse ich mir per Kopfhörer von Dagmar Täube vom Museum Schnütgen etwas zur heimeligen Atmosphäre dieses Platzes erzählen. Sie berichtet vom täglichen Leben drum herum und auch von besonderen Veranstaltungen, wie einer Tangokompanie, die einmal hier auftrat. Und während all dies in meine Gehörgänge tröpfelt, wird mir wieder einmal bewusst, wie sehr ich Nippes als Veedel mag. Kurz vor 14 Uhr (aber schön sind die Ballerinas ja schon) trudle ich zu meiner Stadtführung vor dem Hyatt-Hotel auf der Schäl Sick ein, wo ich von Heike Lorenz, studierte Kunsthistorikerin und Inhaberin der Agentur „Kölner Blickfang“ für Stadtführungen, Events und Freizeitgestaltung,

lächelnd begrüßt werde. Zusammen mit den anderen Teilnehmern der nun folgenden, zweistündigen Tour geht es nach einem interessanten Ausblick auf das Panorama der linken Rheinseite, angereichert mit Wissen über die Ausmaße Kölns im Mittelalter und über die Stadt als stolze Inhaberin des Stapelrechts, über die Hohenzollernbrücke Richtung Dom. Dabei versäumt es Heike Lorenz nicht, uns die eine oder andere interessante Anekdote zu den unzähligen Liebesschlössern am Brückengeländer zu erzählen: Es ist eine italienische, genauer eine florentinische Tradition, die heute abertausende Verliebte in vielen europäischen Städten mit dem Anbringen ihrer, mehr oder weniger schönen, Vorhängeschlösser, wachhalten.

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ch bin dankbar, als ich die kleine Kapelle von St. Kolumba „Madonna in den Trümmern“ erreiche: Schutz vor Hitze und auch die vielen, vom strahlenden Sonnenschein angelockten Kölner und Touristen (Moment, als was bin ich hier eigentlich unterwegs?) sind mir gerade einfach zu viel. Toll, genau so ein ähnliches Phänomen, das EinsLive-Moderatorin Sabine Heinrich „Klingeln im Kopf“ nennt, beschreibt diese mir soeben auf dem Hörguide. Die Stille im Innern der Kapelle, der sanfte, flüsternde Gesprächston von Sabine Heinrich - das tut gut, lässt mich innehalten und neue Energie tanken. Beschwingt - selbst die Ballerinas vermitteln mir gerade ein Gefühl leichtfüßigen Dahintanzens - und mit dem Bewusstsein, eine neue Oase inmitten der Großstadt für mich entdeckt zu haben, setze ich meinen Weg fort. Zurück zur realen Stadtführung: Im Innern des Doms umfängt unsere kleinGruppe schattige Kühle. Der dem Gebäude anhaftende Geruch nach Weihrauch und altem

Routenplaner Stresstest Kostenlose Alternativen Der heutige Standard der Technik scheint bei der vierten Dimension anzuklopfen: Raumklänge, Highdefinition Television, Digital-Theater, Fahrzeugcomputer, die einem immer mehr Sicherheit statt Vorsicht anbieten. Die Frage: Was können diese Geräte, und was sollten Sie eigentlich können, bleibt oft unbeantwortet, oder die Antwort ist unkritisch und wird, naja, unter den Teppich gekehrt. Superlative funktionieren viel besser als die nackten Tatsachen, die offenlegen, welche Funktionen einfach nicht berücksichtigt wurden. Das eine Beispiel - eine Umkehr jeglicher Logik - nämlich hochglanzlackierte Stoßstangen an Stadtflitzern, wo man sich fragt: „Wieso lackiere ich sie denn dann mit empfindlichem Lack?“ möchte ich außen vor lassen. Aber beim Thema Auto möchte ich bleiben. Denn nichts ist cooler als ein leuchtendes Navi im Abendlicht, das mir freundlich den Weg weist. Wozu sind diese Geräte eigentlich in der Lage, unter der Voraussetzung, dass ich den Weg ja nun nicht kenne? Das eine Navi führt mich ständig in den Stau, und das andere führt mich rasch zum Ziel.

Der Routenplaner - ein kompetenter City-Guide? Was den Prozessorkern und die Rechenleistung dieser Geräte anbelangt, so spielen die auswählbaren Funktionen ausschließlich in der Amateurliga. Dabei würden die Geräte bei all den Zusatzinformationen, die man haben könnte, nicht im Geringsten in die Knie gehen. Da ist beispielsweise eine der simpelsten Anforderungen, die mit Erfindung dieser Geräte eigentlich Hand in Hand gegangen sein sollte: Ich bin in einer fremden Stadt und möchte dort 20 Sehenswürdigkeiten anfahren. Die Geräte der heutigen Standards (Weltraumtechnologie), mit dicken Speicherbänken, sind allesamt nicht in der Lage, mir die logisch kürzeste Verbindung zwischen den 20 Punkten auszuspucken. Die Route kann nur gemäß der Reihenfolge der Eingabe errechnet werden (oder aber man greift richtig tief in die Tasche). Aber woher soll ich die Reihenfolge wissen, denn ich bin ja fremd. Genau deswegen nutze ich ja einen Navigator. Es ist ein Rechenaufkommen von drei Millionen Rechensequenzen für je zehn Adressen notwendig. Ein 33 MHz Prozessor aus dem Jahre 1990 konnte bereits

Gemäuer vermischt sich mit den kenntnisreichen Ausführungen von Heike Lorenz zu einem tragfähigen Band in die Vergangenheit. Wir erfahren, dass die Pilger in früheren Jahrhunderten unter dem Dreikönigsschrein hindurch schritten, da sie sich davon deren Segen erhofften. Gebannt und beeindruckt bestaunen wir auch den Dreikönigsaltar (auch Altar der Kölner Stadtpatrone genannt) von Kölns ältestem, namentlich bekannten Maler, Stefan Lochner.

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on dessen Wohndomizil berichtet mir per Audioguie auch Andreas Blühm, noch amtierender Direktor des Wallraf-Richartz-Museums, als er mir die Architektur des Museums erläutert. Denn Stefan Lochner, einer DER ausgestellten Meister im Museum schlechthin, wohnte nur wenige Meter entfernt. Damit, wie Andreas Blühm befindet, könne man schon fast sagen, dass das Museum nach dreimaligem Umzug seit 2001 standorttechnisch endlich dort angekommen ist, wo es schon immer hingehörte. Nachdem ich von Herrn Blühm nun etwas über die Architektur des Wallraf-Richartz-Museums erfahren habe, wird es Zeit, sich mit der dort ausgestellten Kunst zu beschäftigen. Die Sonne hat inzwischen ihren Höchststand erreicht und alle Teilnehmer der Stadtführung sind froh, in den kühlen Museumsbau einzutreten. Ich selbst bin an einem Punkt angelangt, an dem ich ernstlich überlege, meine Ballerinas gegen das nächste Gemälde zu schleudern. Doch dann erblicke ich das kleinformatige, aber überwältigende Bild „Maria im Rosengarten“, ebenfalls von Stefan Lochner gemalt. Die Detailverliebtheit des Mitte des 15. Jahrhunderts entstandenen Werkes überwältigt mich, sodass ich mich gar

Foto@Katrin Farnung

nicht satt sehen mag. Als Heike Lorenz dann noch auf die aufwändige Gestaltung des tiefblauen Kleides der Jungfrau Maria mittels Lapislazuli verweist, kann ich nur noch staunen. Jegliche Fußschmerzen sind vergessen.

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uch zum Martyrium der Heiligen Ursula und ihrer Gefährtinnen kann sie einiges erzählen. Und so wird vor unseren Augen anhand des mehrere Bildfolgen umfassenden Gemäldes die ganze Tragik der Legende greifbar. Der unglücklichen Liebesgeschichte zwischen der Heiligen Ursula und dem heidnischen Königssohn Aetherius stellt Heike Lorenz abschließend einige amüsante Ausführungen zum mittelalterlichen Heiratsmarkt gegenüber. Wenn größere Entfernungen zwischen Mann und Frau bestanden, ließ früher häufig der betreffende Herr ein Portrait von sich in Auftrag geben, mit dem ein Bote zu der Auserkorenen geschickt wurde. Mit der Qualität des Bildnisses stand und fiel dann die Antwort. Irgendwie muss ich spontan an die heutige Form des Online-Datings denken, nur dass da hoch geladene Fotos im jpeg-Format via Datenübertragung hin- und hergeschickt werden. Mit nunmehr müden, geschwollenen Füßen (Blasen lassen grüßen) schleppe ich mich zur letzten Station meiner Audioguide-Tour, nicht ohne vorher ein völlig überteuertes Getränk in einer namhaften Kölner Bäckerei zu erstehen. Während ich mich also auf den Weg zum

Lichhof mache, zwinge ich mich doch noch mit letzter Willensanstrengung dazu, einen Zwischenstopp am Praetorium einzulegen, dem alten römischen Statthalterpalast. Ich lehne mich an eine Hauswand und lasse mich von Kulturdezernent Georg Quander über die europaweite Einmaligkeit aufklären, dass der Regierungssitz einer Stadt auf eben solchem geschichtsträchtigen Boden stünde, da die Reste des Praetoriums ja unterhalb des Rathauses der Stadt Köln liegen. Und obwohl ich ziemlich erschöpft bin, finde ich es ungemein spannend, diese Kontinuität im Geschichtsverlauf nachzuvollziehen. Geschafft! Im Lichhof von St. Maria im Kapitol, dem ehemaligen Friedhof der Kirche, steuere ich die nächstgelegene Sitzmöglichkeit an und strecke erst einmal alle Viere von mir. Als ich aber anschließend von Dietmar Kobboldt, Leiter der Studiobühne Köln, mehr über die entrückte Atmosphäre dieses Platzes erfahre und er ausführt, dass viele Leute dächten, es hieße Lichthof, muss ich allerdings wieder ein bisschen schmunzeln und kann den Lärm der Großstadt und das Pulsieren meiner wunden Füße für einen Moment vergessen./kf Köln mit einem Hörguide als MP3 entdecken: www.pausanio.de Köln mit einer Stadtführerin erleben: www.blickfang-stadtfuehrungenkoeln.de

33 Millionen Aufgaben in der Sekunde lösen. Selbst Premium- Navigatoren sind nicht in der Lage, diese „kleine“ Zusatzaufgabe ohne große Probleme zu lösen. Was bleibt, ist der Blick ins Internet. Leider kann auch hier keiner der „Premium“-Routenplaner diese bescheidene Anforderung erfüllen – obwohl es wahrscheinlich die naheliegendste Funktion eines Navigators sein sollte. Schließlich heißt er doch Routenplaner, oder haben die Programmierer hier irgendwas falsch verstanden?

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tatt erweiterter Funktionen müssen wir uns etliche Werbevideos anschauen, bevor wir den Premiumbereich betreten dürfen. Selbst wenn man vorbereitete Excel-Tabellen einspeisen möchte, wird der Premiumbereich regelrecht zur Farce. Im Internet, das in der heutigen Zeit in der Lage ist, rund drei Milliarden Berechnungen in der Sekunde zu tätigen, erlebt man bei Routenplanern die Renaissance des Mittelalters, fühlt sich versetzt in eine Zeit, wo Wunderwasser zum Haarwuchs verkauft wurde. Also selbst wenn ich einen Computer hinzuziehe, ist die Aufgabe auf deutschen Web-Seiten nicht zu lösen. Wenn ADAC, MICHELIN und all die anderen das nicht können, wer kann es dann?

Das internationale Internet macht es vor

Wir wagen einen Blick ins internationale Internet und forschen nach Routenplanern, um diese „kleine“ Aufgabe zu lösen. Unsere Aufgabenstellung ist angesiedelt in der Fischerei und der Seefahrt, um Fanggebiete sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Wir finden eine kleine Seite in Holland mit dem Namen RouteXL. Dort bieten sich Routenplanungsprogramme an, die sich sogar auf Deutsch anzeigen lassen. Ein erster Klick auf der Seite ROUTEXL, und die Route, die sich vorher nicht lösen ließ, ist binnen 1,5 Sekunden errechnet. Mit insgesamt zwei Klicks und einer durchgemischten Exceltabelle. Mit bis zu 100 Adressen in 8,2 Sekunden nimmt das kleine Programm richtig Fahrt auf. Ganz ohne „Premiumnutzen“ und Abogebühren von so genannten HD-Diensten, sondern für eine

Spende von drei Euro für die Entwicklung des Programms. Dafür kann ich dann 24 Stunden lang zig Routen mit je 100 Adressen ausspucken lassen. Nötig sind die Angaben für: Straße, Hausnummer und Postleitzahl. Sie sind als Exceltabelle auch wieder exportierbar und werden als HTML-Seiten für spätere Bearbeitungen gesichert. Da kann man mit Kollegen sogar noch im Nachhinein die Touren telefonisch besprechen. Das Programm ist so gut, dass sogar Google, nach Angaben der Erfinder, die Benutzung von Google Maps als Grundlage für eine App untersagt hat. Wir danken ROUTEXL für das kleine Tool, das in kürzester Zeit dem Wort Navigator die Wertung zuspricht, die es eigentlich auch verdient hat – zu finden unter: www.routexl.nl /ab


Juni

06 | Kinder Kinder Veranstaltungen Köln JUNI Kindertheater 02. + 05. Zauberklänge Kölner Künstler Theater 16.00 - KKT - Stammstr. 8

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03.06.12 | 11:00 Uhr | Kindertheater Schnurzepiepe zeigt Die Wohnzimmerpiraten Tante Astrid 03+06+08+12+14+30.06.12 | 18:00 Uhr | Aschenputtel Altes Pfandhaus 05+06+15-17.06.12 | 10:30 Uhr | Raus aus dem Haus Comedia Theater 09. + 12. Die 7 Geißlein Seifenblasen Theater ab 4 16.00 KKT - Stammstr. 8 So, 10. Juni 2012 um 16 Uhr Hullabaloo TPZ Genter Str. 23

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10-13.06.12 | 15:00 Uhr Emil und die Detektive Comedia Theater 13.+14. China DaS-Theater ab 13 11.00 KKT - Stammstr. 8 14.06.12 | 10:30 Uhr Über Lang oder Kurz Comedia Theater 16. + 19. Oskar - der kleine, dicke Ritter Figurentheater Sack un` Pack ab 4 16.00 KKT - Stammstr. 8 So, 17. Juni 2012 um 16 Uhr Hullabaloo TPZ - Genter Str. 23 17+19+23+24+26-28+30.06.12 15:00 Uhr | Die kleine Zauberflöte Kammeroper-Köln 19+24.06.12 | 17:30 Uhr Lupenrein? Lupen raus! Comedia Theater

Enchanted Ireland SK Stiftung Kultur veranstaltet Internationale Kinder- und Jugendbuchwochen vom 2. – 17. Juni Feen, Kobolde und sprechende Esel: das moderne Irland hat sich längst von dieser Vorstellung von Kinderliteratur verabschiedet. Was Kinder und Jugendliche auf der grünen Insel lesen und mit welchen Themen sie sich beschäftigen, erfahren junge leute aus allen Schulformen zwei Wochen lang bei den Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen. Das bereits zum 17. Mal von der SK Stiftung Kultur organisierte literarische Festival zeigt in diesem Jahr den Inselstaat im Norden von einer ganz neuen Seite. Mal ehrlich, hätten Sie gewusst, dass der Autor der Narnia-Geschichten C.S. Lewis, dessen Bücher zur meistbekannten irischen Kinderliteratur zählen und als Weltliteratur gelten, aus Irland stammt? Oder dass die seit einigen Jahren so beliebten Artemis Fowl- oder SkulduggeryGeschichten ebenfalls aus diesem Land stammen? Und auch die weltweit beliebten Gruselbücher von Darren Shan sind aus der Feder eines Iren entsprungen. Die Namen sind bekannt, doch kaum jemand weiß, dass die Autoren dieser bei Kindern ab acht Jahren so beliebten Bücher keine Engländer sind. „Die meisten von ihnen schreiben zwar auf Englisch, doch in den letzten Jahren hat das Schreiben auf Irisch eine bemerkenswerte Entwicklung vollzogen“, sagte Robert Dunbar vor rund 60 Lehrern aller Schulformen in seinem Einführungsreferat zum Festival in den Räumen der SK Stiftung Kultur. Professor Dunbar, dem unlängst vom Trinity College die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, ist es zu verdanken, dass die Kinder- und Jugendliteratur dort in einem eigens eingerichteten Studiengang erforscht wird.

Los geht es am 2. Juni mit einer Auftaktveranstaltung in der Comedia: die Theatergruppe Branar aus Galway zeigt dort das volkstümliche irische Puppentheater „Clann Lir“ über die Liebe eines Vaters zu seinen Kindern. Die Thematik erinnert ein wenig an Hänsel und Gretel. Eingerahmt wird das Stück durch eigens dafür komponierte Musik, die sich an traditionelle irische Melodien anlehnt. Wie auch in den Vorjahren zeigt das JFC Medienzentrum begleitend zum literarischen Programm einige Kinderfilme: Den Auftakt macht am Montag 4.6. „Mein Freund Joe“, am Mittwoch (6.6.) wird „Das große Rennen“ gezeigt, gefolgt von dem Mädchenfilm 32A. Narnia darf natürlich nicht fehlen und bildet am 15. und 16. Juni den krönenden Abschluss. Da Irland reich an Mythen, Legenden und Volkserzählungen ist, finden sich solche Geschichten natürlich auch in den Büchern für die Kleinsten wieder: in Bilderbüchern. Uschi Schröter, die das Fes-

19 KIDsmiling Projekt

19.06.12 | 19:00 Uhr Romeo!Julia! Comedia Theater

KIDsmiling-Vorsitzende Dr. Sandra von Möller stolz auf erfolgreiche Entwicklung mit 50.000 Teilnehmern

20.06. Momo Reloaded Kölner Künstler Theater ab 12 10.00 KKT - Stammstr. 8

Köln, 23. Mai 2012 – Am 20. Mai 2007 wurde auf dem Lindweiler Bolzplatz der Startschuss für das heute mit erfolgreichste Fußballprojekt in Köln gegeben. Jetzt feiert die Privatinitiative KIDsmling e.V. von Dr. Sandra von Möller den fünften Geburtstag seines ambitionierten Sportangebotes für Kinder und Jugendliche auf öffentlichen Bolzplätzen in benachteiligten Sozialräumen. Die wöchentlich regelmäßig zweistündigen Fußball-trainings, die jeweils von einem erfahrenen Trainerduo geleitet werden, finden ganzjährig – während der Schulferien, oftmals an Feiertagen – und bei jedem Wetter statt. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren nehmen jede Woche auf den acht KIDsmiling-Standorten in den

20-23.06.12 | 19:00 Uhr Verrückt Comedia Theater 21. + 23 Peter Pan Kölner Künstler Theater ab 5 10.00 KKT - Stammstr. 8 23.06.12 | 18:00 Uhr Baltus, o pequeno herói Comedia Theater 24+25.06.12 | 15:00 Uhr Ich wär’ gern was, was du nicht siehst Comedia Theater 25-29.06.12 | 11:30 Uhr Vom Fischer und seiner Frau Altes Pfandhaus

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27. + 28. China DaS-Theater ab 13 11.00 - KKT - Stammstr. 8 30.06.12 | 15:30 Uhr Generationen.Vertrag.en Comedia Theater

Bekannte Literaten besuchen ihr Publikum in Schulen und Bibliotheken Wie auch in den vergangenen Jahren setzt die SK Stiftung Kultur bei den Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen erneut auf den engen Kontakt zwischen Autor und Publikum. Daher lesen die Autoren vor Ort – in den Schulen – häufig nur vor ein bis zwei Klassen statt in der großen Aula. Mit dabei ist immer eine Dolmetscherin, die die Veranstaltung moderiert, einen Teil des Buches in deutscher Fassung liest und anschließend die sprachliche Vermittlung der vielen Fragen seitens der jungen Leser übernimmt. Während in den Schulen geschlossene Veranstaltungen stattfinden, gibt es bei den langjährigen Partnern des Festivals, den katholischen Bibliotheken und der Stadtbibliothek Köln, öffentliche Lesungen.

Konrad und die liga der Elternlosen von Christian Ulmcke Fr. 1. Juni, 14:05 WDR 5 Komposition: Michael Rodach Regie: Klaus-Michael Klingsporn Produktion: dkultur 2006/47’ Eigentlich versteht sich Konrad mit seinen

tival seit 17 Jahren bei der SK Stiftung Kultur organisiert, freut sich deswegen besonders darüber, dass Illustrationen in diesem Jahr einen Festivalschwerpunkt bilden. Die bekanntesten unter ihnen, PJ Lynch, Niamh Sharkey und Marie-Louise Fitzpatrick, werden in Köln mit Grundschülern Zeichenworkshops durchführen. Das gesamte Spektrum ihrer künstlerischen Werke zeigen sie in einer Ausstellung im Alten Pfandhaus. Aber nicht nur die Illustratoren, sondern auch die Kinderbuchautoren sind zu Lesungen und Gesprächen eingeladen. Allen voran Siobhán Parkinson, die erste irische Preisträgerin für Kinderliteratur. An ein eher jugendliches Publikum richten sich Autoren wie Oisin Mc Gann (Ancient Appetites) und John Connolly (The Gates). Abgerundet wird das literarische Spektrum mit der witzig-originellen Lyriksammlung ‚Boxes’ von Terry Mc Donaghs. John Boyne: Buch und Film im Vergleich Erneut wird der auch bei Erwachsenen beliebte Autor John Boyne Köln besuchen. Bereits zur Lit.Cologne war er in der Domstadt, doch dieses Mal wird seine Veranstaltung noch spannender, denn er wird nicht nur aus dem Bestseller „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“- natürlich auf Englisch - lesen. Im Anschluss an seine Buchvorstellung wird dem jungen Publikum im Odeon-Kino auch noch der gleichnamige Film präsentiert, und man kann sich jetzt schon auf eine anregende Diskussion zum Vergleich zwischen Film und Buch freuen. Doch John Boyne lässt sich nicht auf ein Genre festlegen. Mit seinem Werk „Noah Barleywater Runs Away“ etwa gelingt ihm ein ergreifendes Wechselspiel zwischen der Realität und der Welt der Märchen. Passender Veranstaltungs-

ort: die Dreifaltigkeitskirche in Bickendorf. Am besten werfen kleine und große Buchfans einen Blick ins Programmheft und suchen sich die passende Veranstaltung heraus./as Internationale Kinder- und Jugendbuchwochen 2012 Im Mediapark 7 - 50670 Köln www.sk-kultur.de/buchwochen12 Termine (Auswahl): Sa. 2.6., 15 Uhr:Ausstellungseröffnung „Enchanted Ireland“ mit Illustrationen von Marie-Louise Fitzpatrick, PJ Lynch und Niamh Sharkey, Altes Pfandhaus, Karthäuser Wall 20, 50678 Köln, 0221/278 36 85 So. 3.6, 15 Uhr + Mo. 4.6., 11 Uhr : „Clann Lir“ Puppentheater Comedia Theater, Vondelstraße 4-8, 50677 Köln Kartenreservierung: E-Mail: vvk@comedia-koeln.de, 0221/ 88877 33 Di. 5.6., 10 Uhr: Lesung und Workshop: Terry McDonagh – „Boxes“ | ab 12 J. Stadtteilbibliothek Chorweiler Bürgerzentrum Pariser Platz 1, 50765 Köln, 0221/2219640 - (Anmeldung erford.)

feiert fünften Geburtstag

Stadtteilen Lindweiler, Chorweiler, Ehrenfeld, Kalk, Meschenich, Mülheim, Ostheim und Vingst durchschnittlich 200 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 18 Jahren an den kostenfreien Fußball-Lektionen teil: „Wir sind sehr glücklich und stolz, dass wir mit unserem kontinuierlichen Fußballprojekt im ganzen Kölner Stadtgebiet aktiv sind und bisher über 50.000 Heranwachsende erreicht haben“, freut sich KIDsmilingGründerin und -Vorsitzende Dr. Sandra von Möller. Und erklärt weiter: „Unser Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen in ihrer Selbstmotivation zu stärken und sie für Zukunftsperspektiven stark und fit zu machen. Nach dem Start seiner offenen, niederschwelligen Freizeitmaßnahme in 2007 ist KIDsmiling – Projekt für hilfsbedürftige Kinder und Jugendliche e.V. (www.kidsmiling.de) unter anderem als Eltern ganz gut. Wenn sie nur nicht so viel meckern würden. Da wünscht sich Konrad, dass er mal einen Tag ganz alleine ist und machen kann, was er will. Im Park steht plötzlich ein Mann neben ihm, der behauptet, er müsse seinen Wunsch nur laut aussprechen und schon wäre er erfüllt. Und so kommt es auch! Der erste Tag ist noch schön, aber dann fehlen die Eltern. Konrad sucht den fremden Mann im Park und trifft dabei noch mehr Kinder, die ihre Eltern vermissen. Sie gründen die Liga der Elternlosen, schmieden kluge Pläne, und gemeinsam kommen sie dem fremden Mann auf die

Träger der freien Jugendhilfe offiziell anerkannt und mit dem Kölner Ehrenamtspreis ausgezeichnet worden. Das beliebte und bekannte Fußballprojekt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Köln, der Stiftung des 1. FC Köln sowie der Bundesliga-Stiftung durchgeführt. Die Schirmherrschaft hat der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters übernommen. In den KIDsmiling-Fußballstunden stehen das spielerische Miteinander und das erlebte Gemeinschaftsgefühl – unabhängig davon, ob mit deutschen oder Migrationsherkünften – im Vordergrund. KIDsmiling e.V. hat es geschafft, ein attraktives nachschulisches Angebot für unterschiedliche Nationalitäten und Kulturen zu implementieren, die überdurchschnittlich unvoreingenommen und fair Schliche. Wiedersehen mit Herrn Bello von Paul Maar Bello hat Sorgen: Fr. 8. Juni, 14:05 WDR 5, Teil 2/39’ Die Monsterkatze: Fr. 15. Juni, 14:05 WDR 5, Teil 3/40’ Gefangen: Fr. 22. Juni, 14:05 WDR 5, Teil 4/40’ Eine Sensation und die Folgen: Fr. 29. Juni, 14:05 WDR 5 Bearbeitung: Ulla Illerhaus Komposition: Mike Herting

miteinander Fußball spielen. Für das Geburtstagsjahr 2012 ist geplant, neue KIDsmiling-Standorte in Köln, wie zum Beispiel ein MädchenFußballangebot im Stadtbezirk Nippes, zu eröffnen sowie das KIDsmiling-Projekt auch in Düsseldorf zu etablieren. Darüber hinaus sind unterdessen bereits die Vorbereitungen für das großes Sommerferien-Fußballturnier in der zweiten Juliwoche auf dem Sportgelände am Geißbockheim angelaufen, wofür die KIDsmiling-Nachwuchskicker schon voller Vorfreude trainieren. /Pressemitteilung KIDSsmiling Regie: Petra Feldhoff Produktion: WDR 2009, Teil 1/40’ Eigentlich könnten alle zufrieden sein: Max, weil er mit dem besten Hund der Welt, nämlich mit Bello, befreundet ist und Bello, weil er ein Hund ist und trotzdem sprechen kann. Max ist unglücklich verliebt und Bello ärgert sich über die Hänseleien der Leute, die sich über sein längeres, rechtes Ohr und eine beginnende Grünfärbung seines Fells lustig machen. Und als ob das nicht schon genug wäre, wird Bello auch noch entführt.


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Marc Schuh for London

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„Ich fühle mich nicht anders, als die Anderen, ich bewege mich nur ein bißchen anders!“ Er wohnt ganz in der Nähe, ist Student und tingelt trotzdem um die Welt. Marc Schuh, sympathischer junger Mann, der über sich selber sagt: „Ich fühle mich nicht anders, als die Anderen, ich bewege mich nur ein bisschen anders!“ und das tut er in einer Geschwindigkeit, die schon enorm ist. Als ich ihn zu Hause in Refrath besuche, sind wir zum Interview und Training verabredet, d.h. ich mache das Interview und er trainiert hinterher. Seinen Trainingsplatz hat er fast vor der Haustüre, ein langes Waldstück mit leicht abschüssiger Rennbahn, die ihm Spitzengeschwindigkeiten von ca. 42 km/h ermöglicht. Doch der Reihe nach. Als junger Bursche spielt er ein bisschen Rollstuhl-Basketball und Rollstuhl-Tennis und gewinnt, weil er sich für Leichtathletik interessiert, mehr zufällig den Mobifanten-Cup im Rahmen des Heidelberg-Marathons. Dann geht alles Schlag auf Schlag: 2005 beginnt Marc Schuh mit seiner neuen Sportart, dem Rennrollstuhlfahren und wird im gleichen Jahr bei der Junioren-WM in England Vizeweltmeister U18. Seine Erfolge sind inzwischen zahlreich • 10facher IWAS-Juniorenweltmeister • 3facher deutscher Rekordhalter • IWAS-Weltmeister 2009 über 400 m • Europarekordhalter über 400 m • Bronze-Medaillengewinner über 400m IPC-Weltmeisterschaft 2011 • Zweiter Rennrollstuhlfahrer unter 46 Sekunden über 400 m • Erster Europäer unter 46 Sekunden über 400 m • Inhaber der zweitschnellsten jemals über 400m erzielten Zeit • Weltranglisten-Erster über 400 m: 2009, 2010, 2011 • Weltranglisten-Erster über 200 m: 2010, 2011 Als ich ihn vor Jahren das erste Mal vor der Kamera hatte, waren seine Oberarme schon recht muskulös, heute ist er ein wahres Muskelpaket. Als wir aus dem Haus gehen, ist er in einer Zeit die Treppe hinunter, dass ich nicht hinterher komme.

Barceló Cologne City Center Habsburgerring 9 - 13, 50674 Köln Alle Spiele auf Großbildleinwand im Club. 0,2 Liter Kölsch für 1,50 Euro. Biergarten Aachener Weiher Richard-Wagner-Straße , 50674 Köln Auf zwei Videoleinwänden 0,25 Liter Kölsch für 2 Euro. Cinenova Herbrandstraße 11, 50825 Köln Die Spiele können hier in den Sesseln auf der großen Kinoleinwand genossen werden. Deutzer Bahnhof Ottoplatz 7, 50679 Köln Die Spiele auf Großbildfernseher bei schönem Wetter draußen und auf Großbildleinwand drinnen. 0,2 Liter Kölsch für 1,60 Euro.

Auf seiner Trainingsstrecke habe ich die Möglichkeit mit dem Auto nebenher zu fahren. Auf dem Tacho zeigt die Nadel tatsächlich 41 km/h. Dabei ist es gar nicht so einfach den Spezialrollstuhl in der Kurve bei ca. 37-38 km/h in der Bahn zu halten. „Da hat sich schon so mancher hingelegt“, weiß Marc aus eigener Erfahrung, „und da ist es natürlich gut, wenn man mal ein schnelleres Tempo trainieren kann.“ Allerdings hat er nicht immer so ideale Bedingungen wie heute, wo die Fahrbahn trocken ist und die Sonne scheint, bei Regen kann das dann schon gefährlich werden. Neun Trainingseinheiten pro Woche fährt er auch während seines Physik-Studiums in Heidelberg. Natürlich will Marc nach London in diesem Jahr. Es sind seine 2. Paralympics. In Peking schaffte er das Halbfinale. Quali-

Der besondere Abend für einen guten Zweck - Kölner Aids Gala Für einen glamourösen und unvergesslichen Abend im Kölner Maritim-Hotel werden die ARD-Moderatorin Mareile Höppner und der Schauspieler Wayne Carpendale am 6. Juli wieder sorgen. Dann nämlich findet bereits zum 21. Mal die Gala zugunsten der Aids-Hilfe Köln statt. Mit dabei sein werden wie gewohnt viele Stars aus Film, Funk und Fernsehen. Die Gäste dürfen sich schon jetzt auf den Comedian-Star Mirja Boes, Benjamin Boyce von Caught-In-The-Act, Joy Fleming und Altstar Bata Illic freuen. Auch die Karnevals-Newcomer KASALLA sind dabei, ebenso wie der Jugendchor St. Stephan. Alle Mitwirkenden treten ohne Gage auf. Besucher zeigen durch den Kauf einer Eintrittskarte Solidarität für Menschen mit HIV und Aids und unterstützen die Kölner Aidshilfe. Dort kümmert man sich seit Jahren um die betroffenen Menschen. Doch trotz einer hohen Aufklärung über Infektionsgefahren und Risiken der Krankheit erfährt immer noch durchschnittlich an jedem zweiten Tag ein Mensch die schreckliche Nachricht,

dass er oder sie an Aids erkrankt ist. Und auch in Deutschland sterben immer noch Menschen an den Folgen von Aids. Deswegen will sich die Aidshilfe weiterhin mit ihrer Arbeit dem Kampf gegen mangelnde Aufklärung und Ausgrenzung von Betroffenen stellen. Eintrittskarten können ab sofort zu Preisen zwischen 20 und 58 Euro unter www.koelner-aidsgala.de oder im Vorverkauf bei KölnTicket erworben werden. Der Zugang zur Kölner Aids-Gala ist für Menschen mit Behinderung barrierefrei und das gesamte Programm wird in Gebärdensprache übersetzt./as Aids Gala, Maritim Hotel Köln Freitag, 6. Juli 2012 Einlass: 18:30 Uhr | Beginn: 20:00 Uhr | Eintrittskarten unter www.koelneraidsgala.de Aidshilfe Köln e.V. Beethovenstraße 1 50674 Köln Telefon 0221 20 20 3-0 Telefax 0221 20 20 3-38 www.aidshilfe-koeln.de

fiziert hat er sich schon für London, und gut in Form ist er auch. Bei den olympischen Spielen mitzumachen, ist wohl der Traum von vielen Spitzensportlern. Marc hat diesen Traum gerade wieder vor sich. Dennoch ist ihm der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen, er kommt immer sympathisch und bescheiden rüber, lächelt viel, und bei den vielen Terminen ist ihm die letzte Freundin abhanden gekommen. Seine Pläne gehen bis 2020, wenn seine Sponsoren weiter mitmachen und die Deutsche Sporthilfe ihn weiter unterstützt, denn so ein Wettkampfjahr kostet schon so einiges und ohne seine Sponsoren Engels, den Maler aus Bergisch Gladbach und den Verein für Berufsgenossenschaftliche Heilbehandlung Heidelberg e.V., ist schon nach London Schluss. „Dabei könnte ich eigentlich rein sportphysiologisch noch bis 2020 mitmachen. Da wäre ich dann 31 und noch topfit, aber ohne Sponsoren ist mir das nicht möglich, alleine der Rennrollstuhl kostet mal eben 10.000 Euro“, erzählt Marc während er stolz seine erste Bronzemedaille zeigt, „ich bin ja auch dabei meinen Masterstudiengang anzugehen und danach möchte ich meinen Doktor machen. Mal sehen, wie sich das mit den Sponsoren entwickelt. Ich würde auf jeden Fall zuerst meine ganze Kraft in sportliche Erfolge und Medaillen legen. 2016 in Rio wäre auf jeden Fall mein Ziel.“

Marc betreibt eine akribische Pflege seiner Webseite www.marc-schuh.de. Hier findet man unter Neuigkeiten seine aktuellen Berichte, wie zum Beispiel: Am 08.05.2012 durfte ich das Olympia Stadion in London besichtigen und zwei 100m-Läufe (Vorlauf und Finale) und einen 400m-Lauf absolvieren. Die Anlagen sind wirklich beeindruckend und der Bau ist schon sehr weit fortgeschritten. Oder: 21.5.2012: Vergangenen Donnerstag und am vergangenen Wochenende haben die Wettkämpfe in der Schweiz stattgefunden. Diese waren erwartungsgemäß fast so gut wie die Paralympics besetzt. Nur die Chinesen haben gefehlt. Die Wettkämpfe sind sehr ordentlich verlaufen… Wer Lust hat, kann die Seite ja mal besuchen oder auch die Paralympics im September in London, da können Sie Marc Schuh dann live erleben./ans

Der Videobericht läuft auf Bergtv.de

Gloria Apostelnstr. 11, 50667 Köln Das Gloria-Theater überträgt die Spiele mit deutscher Beteiligung sowie Halbfinale und Finale auf einer 35-Quadratmeter-Leinwand. 0,2 Liter Kölsch für 1,80 Euro. Herbrand's Herbrandstr. 21, 50825 Köln Im Lokal und im Biergarten werden die Spiele auf drei Leinwänden und zwei Fernsehern gezeigt. 0,2 Liter Kölsch 1,70 Euro. Jack in the box Vogelsanger Straße 231 50825 Köln 1. social viewing | infos unter koelnerbox.de km689 Beach Club Rheinparkweg 1, 50679 Köln Fußball-EM vom Liegestuhl aus auf großen LED-Leinwand. Der Eintritt ist frei, der Mindestverzehr beträgt 6 Euro. 0,33 Liter Kölsch für 3,50 Euro. Lanxess-Arena Drinnen ist Platz für 18.000 Fußballfans, auf der Wiese vor der Arena können sich 15.000 die Spiele ansehen. 0,5 Liter Kölsch für 4 Euro. Live Music Hall Lichtstraße 30, 50825 Köln Alle Deutschlandspiele und das EM-Finale auf LED-Leinwand. 0,25 Liter Kölsch für 2,50 Euro. Playa in Cologne Junkersdorfer Straße, 50933 Köln Alle Spiele (ausgenommen 22. Juni) drinnen und draußen übertragen. Gratis dazu gibt es Urlaubsfeeling mit Sand.

Andreas Schwann Filmproduzent | Bergtv für second magazine

/bergtv.de

Schwimmbad An der Schanz 2, 50735 Köln Besucher werden vor Spielbeginn mit kostenlosen Fanartikeln ausgestattet. Kölsch 0,3 Liter für 2,10 Euro. Stadtgarten Venloer Straße 40, 50672 Köln Die Spiele werden bei gutem Wetter im Biergarten übertragen, bei den deutschen Begegnungen wird zusätzlich der Saal geöffnet. Stapelhaus Frankenwerft 35, 50667 Köln Auch hier gibts alle EM-Spiele live auf Großbildfernsehern zu sehen. 0,2 Liter Kölsch kosten 1,65 Euro. Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 Köln Im Biergarten des Underground können Fans sämtliche Spiele auf einer LED-Leinwand verfolgen.


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08 | Temperamente Der Ausgangspunkt dieser Kunstbewegung lag in New York. Ab 1962 etablierte sie sich in Deutschland, wo namhafte Künstler dieser Bewegung wie Joseph Beuys, Wolf Vostell oder Dieter Roth auch ihren Arbeitsund Lebensmittelpunkt hatten.

N: Wie heißt du? F: Felix! Felix Kemner Felix, so hatte ich mich genannt. Das war praktisch ein Name zum Zusammenfalten. N: Du bist hier in Köln aufgewachsen? F: Meine Eltern wohnten hier in Köln in einem Haus. Meinem späteren Atelierhaus.

Fluxus ist eine Kunstauffassung, die zunächst aus der Wiederentdeckung und Weiterentwicklung des Dadaismus entstand und als eine der radikalsten und experimentellsten Kunstbewegungen des 20. Jahrhunderts gilt. Fluxus versucht den Gegensatz der überdauernden Kunst und des vergänglichen Lebens aufzuheben und thematisiert die Vergänglichkeit der Kunst selbst. Wolf Vostell, einer der Pioniere der Fluxusbewegung, fasste ihre Quintessenz pointiert zusammen: „Kunst ist Leben. Leben ist Kunst“

G: Wo warst du denn im Krieg? F: Hier, bei meinen Eltern.  Ich bin nicht im Jungvolk gewesen. Das habe ich verweigert in dieser schrecklichen Zeit. Ich weiß nicht warum. Es war mir unsympathisch. N: Konntest du das damals verweigern? F: Ja, die haben versucht, mich da immer wieder hinzubekommen.  Aber ich bin nur einmal hingegangen und hab gesagt: „Da geh ich nie mehr hin!“ Und das hab ich auch gemacht. N: Wie alt warst du denn da? F: Ungefähr 10 Jahre. G: Dein Vater musste nicht zum Militär? Im letzten Jahr feierte die erste Sauerstoffproduktionsanlage von dem Künstler, den wir hier gleich ein wenig genauer vorstellen, ihr 40-jähriges Jubiläum im Rahmen einer Kurzfilmnacht-Premiere vom Sommerstart 2011 des Deutzkultur e.V. Das Foto (v. Michael Streckbein), das die Rekonstruktion der Sauerstoffproduktionsanlage 2011 zeigt, erschien durch Zufall in einer Ankündigung über die Screen for Shorts-Kurzfilmnacht 2012 in der letzten seconds-Ausgabe. Dem Ressortleiter dieser Filmnacht, Gregor Zootzky, fiel dieser Zufall als Chance ins Auge, seinen Künstlerkollegen ein wenig genauer zu beleuchten. Da zugleich dieses Jahr die Kunstbewegung Fluxus 50 Jahre alt wird, war ich sofort von dieser Idee begeistert. Diese Bewegung, die sich gegen die bis nach dem Kriege herkömmliche Kunst wandte, vom Bekannten abwandte, um Neues zu erschaffen und dem Publikum die Aufgabe erteilte, sich kritisch mit dem Dargestellten auseinanderzusetzen und sich darin selbst zu reflektieren, kam Ende der 50er Jahre durch einige namhafte Künstler in Gang. Diese prägten die Präfluxuszeit und setzten damit eine neue Ära der Kunst in Bewegung, deren Anfänge zur Jugendzeit des Künstlers, den wir hier vorstellen, begannen. Somit begeben wir uns jetzt mit dem Erfinder der ersten Sauerstoffproduktionsanlage auf eine kleine Zeitreise in die Kölner Kunstgeschichte mit ihren Künstlern von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart hinein:

Ein Portrait von Felix Kemner von Gregor Zootzky (Kohlezeichnung, 2011)

Blick ins Atelier Kemner, mit „Moosfuge“, „Cosmoss“, „Pariser Staudam“ (Barrage Parisien) und einer Aufnahme der ersten „Sauerstoffproduktionsanlage“.

F: Nein, der war schon älter. Und ich hatte Verwandte, die politisch verfolgt wurden. Mein Vater hat es irgendwie geschafft, ihnen zu helfen. Er hatte scheinbar einen Schutz, der es gerade noch so ermöglichte, dass sie fliehen konnten. G: Das heißt, euer Haus war auch nicht zertrümmert und nichts?! F: Nein. Während der Bombardierungen waren wir in einem Bunker. Und als die Amerikaner in Köln einmarschierten und uns gerettet haben, waren wir in diesem Bunker von meinem Vater, den er in einem eigenen Keller hat bauen lassen. Plötzlich ging die Eisentür auf, es schob sich ein Gewehr herein, aber der Besitzer drückte nicht ab, Gott sei Dank! Der  Soldat kam herein und wurde mit einem Glas Wein willkommen geheißen. Das war dann der erste Amerikaner, den ich sah. Und ich bekam meinen ersten Kaugummi!

N: Und du bist dann nach dem Krieg zu den Pfadfindern gegangen? F: Ja, ich war bei den Freien Pfadfindern und hab dort einige Jamborees, Treffen, mitgemacht um Jugendliche aus aller Welt zu treffen. Das war nur über diese freien Pfadfinder möglich. N: Unter anderem hast du dort Haro Lauhus kennengelernt, einen späteren Freund und künstlerischen Partner Mary Bauermeisters? F: Ja, in den 50er Jahren war das, da kam mich der Haro Lauhus besuchen, den ich aus der Pfadfinderzeit kannte. So kam er zu dieser Zeit auch mit Mary Bauermeister in mein Haus und ich habe Mary kennengelernt. Ich trug ihnen meine Gedichte und Texte vor. Sie haben bei uns auch immer Kirschen im Garten gepflückt. N: Dein Atelierhaus, wie können wir uns das vorstellen? F: Das war ein großes Villenhaus mit Garten, hier in Köln, mehr außerhalb, in Weiden. Damals gehörte das noch nicht direkt zu Köln. Da haben sehr früh viele Künstler mit mir gewohnt und mich auch besucht, wie der Buja Bingemer, Stefan Wewerka, Michael von Biel und Cornelius Cardew. G: Friedensreich Hundertwasser doch auch, oder? F: Damals nannte er sich Friedrich. Er hat bei mir im Atelierhaus gewohnt, während seiner ersten Ausstellung `58 in der Galerie Parnass in Wuppertal (s. Katalog Treffpunkt Parnass, S. 134). Für F. Hundertwasser habe ich das „Verschimmelungsmanifest gegen den Rationalismus in der Architektur“ in der Neufassung auf der Schreibmaschine abgeschrieben. G: Du kommst ja vom Dichten her, vom Schreiben und gehst dann später über ins Bildnerische. Dann noch Sound, Performance und geblieben ist das Bildnerische , oder?

F: Genau! Verrückt, ne?! Und die Geflohenen, die Schwester meiner Mutter mit Familie, kamen zurück und das Haus wurde von einem amerikanischen Offizier sofort wieder frei gegeben.

F: Ja, das war so der Werdegang, dass ich erst geschrieben habe, wie „Die Durchsage an die Zeit“! Mein erster öffentliche Auftritt, das war 1961, bei „Internationale Malerei WolframsEschenbach“. Das war eine der ersten großen Malerei-Ausstellungen. Dort habe ich diese „Durchsage an die Zeit“ mit dem Hinweis  „Die Ewigkeit hat schon begonnen. Aufforderung, nicht länger zu warten!“ vorgetragen. Am Ende dieser Durchsage stand ein Geistlicher empört auf, ging raus und schmiss die Tür hinter sich zu, woraufhin ein tosender Applaus einsetzte. Solch eine Wirkung hatte das in diesem mittelalterlichen Zehentstadel.

Arbeitstisch im Atelier mit „NIX ON“, kleiner Mooskuppel und Archivmaterial

Ausschnitt aus dem Poster „Moos und Klarfilm“, von Kemner, 1970

G: War das ein schwarzer oder ein weißer Amerikaner? F: Ein Weißer! Nachher wurde das Haus besetzt und ich hab dann eben auch den ersten Kontakt gemacht. G: Das erste Kaugummi!


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Am Rande der Unendlichkeit – 57 bis dato G: Und du hast die Durchsage dort gelesen ohne Sound, oder kam der Sound vom Band? F: Ich habe die Durchsage dort vorgetragen, weil der Buja Bingemer mich dazu eingeladen hatte. Er stellte dort seine Bilder aus. Ich las dann diese Texte ohne Sound. Ich habe das nur gesprochen.

F: Ja, ich habe von ihr einen Film gemacht. Den hat Gregor Zootzky für mich zusammengeschnitten und zusammengestellt. TV-Kiss habe ich den genannt. Das war so eine Begegnung mit Charlotte Moorman. Ich küsse dann den Bildschirm. G: Aber du küsst sie auch wirklich… F: Ich küsse sie…

N: Wann gab es „Die Durchsage“ denn auf Band vertont? F: Das war 1965 in der Galerie Parnass, da habe ich den Text auch mit eigenem Sound versehen. Ich habe dieses Mikrofon in eine alte Pendeluhr gehangen und während ich das getippt habe, lief die Uhr und pendelte. Diese Geräusche, die kommen als Hintergrundgeräusch zu dieser Durchsage, die auch noch im Original dort vorhanden ist, in der Galerie Parnass in Wuppertal. Galerie Parnass galt in der damaligen Zeit als Künstlertreff. Es gibt darüber auch ein Buch mit dem Titel „Treffpunkt Parnass Wuppertal 1949-1965“ Kurz darauf fand dort das 24-StundenHappening statt, wo Vostell, Bazon Brock, Nam June Paik, Charlotte Mormann, Thomas Schmitt und Joseph Beuys dabei waren. Ich habe dort meine Durchsage vorgetragen. Wir haben uns gegenseitig damals unterstützt, deshalb war ich die ganze Nacht dabei. Ich habe Nam June Paik  geholfen, seinen Roboter dahin zu bringen mit meinem Wagen. Der Roboter war auseinander gebaut. Er musste vor Ort erst zusammengesetzt werden. So ist auch der Kontakt mit der Charlotte Moorman zustande gekommen. Sie war seine Muse und hat Paik immer begleitet. 

G: … und dann geht Felix zum Bildschirm und küsst sie auf dem Bildschirm und lässt sich dabei filmen… So erklärt sich der Titel. F: Genau so war das! Das war Ende der 60er! Später hat Charlotte Moorman zweimal meine Konzepte , einmal `74 und ein anderes Konzept `75 in New York beim Avantgarde-Festival, vorgestellt. Davon einmal sogar in den Twin Towers.  G: Hat dich das damals eigentlich inspiriert, wo du gesehen hast, was die gemacht haben, Anfang der 60er? Was die gearbeitet haben?

F: Die Begegnung mit ihm fand schon früher statt, ja. Charlotte Mormann habe ich aber erst bei dem 24-StundenHappening kennengelernt. Das 24-Stunden-Happening war eine der letzten Performances in dieser Galerie. Dann haben sie zugemacht. G: Du hast nach dem Zusammentreffen mit Charlotte Mormann sozusagen auch eine eigene Einlage mit ihr auf Film festgehalten, als sie zusammen mit Paik im Kölner Kunstverein die „Opera Sextronic“ performte.

„Buch MoosEs“, einziges lebendes Buch der Welt, 1970

N: Wie hat dich das selber alles beeinflusst? F: Ich habe sehr früh Objektkunst gemacht, z.B. indem ich diese Moos-Geschichte umgesetzt habe. Eigentlich so eine Art awarenness – es leuchtete, das Moos im Wald, und hat mich fasziniert. Während ich so lief, habe ich gemerkt, dass es leuchtete. Und dann habe ich mich damit mehr beschäftigt. Ich habe dann festgestellt, dass es tatsächlich auch Leuchtmoose gibt, die im Dunkeln noch Licht herausfiltern. N: Ist ja eigentlich schon sehr nah an der Umweltbewegung dran, obwohl die noch gar nicht da war.

F: Drinnen, im Gürzenich selbst…

F: Genau! Das habe ich auch gesagt. Es wurde auch darüber berichtet. Eine Schlagzeile lautete z.B.: „Grüne Lunge als Ärgernis – Polizei räumt Kunstwerk weg“. Das war in Koblenz mit der Galerie Kümmel am 08. September `70. Die Eröffnung fand durch den Kulturdezernenten in Koblenz statt. Da kam zufällig ein Polizist vorbei, der davon nichts wusste und sagte: „Das muss hier weg!“. Ich meinte: „Das habe ich gerade erst hier angepflanzt. Das ist eröffnet!“ Er: „Nein, das muss weg!“ „Nein!“, hab ich gesagt. Und dann bin ich in dieses Kaufhaus gelaufen, vor dem das stattfand und der dachte, ich würde weglaufen. Ich wollte nur den Fotografen holen, der sich in dem Kaufhaus befand. Und dann sind wir wie im Slapstick, der Polizist immer hinter mir her, durch das Kaufhaus durchgelaufen. Ich hab den Fotografen gefunden. So ist dann das Foto von der Sauerstoffproduktionsanlage entstanden. Das war Otto Dressler, übrigens auch ein Künstler, der das fotografiert hat. Bei dem Plakat hat mir dann Ernst Brücher (†) geholfen vom Stadtanzeiger.

G: Um die Säulen drum?

G: Du hattest Kontakt zu Ernst Brücher?

F: Ja, in diesem Kunstmarkt um die Säulen herum.

F: Ja, ein sehr netter Mensch! Ein Förderer und Unterstützer der damaligen Künstlerszene hier in Köln. Der hat mich dazu angehalten, das auch zu veröffentlichen. Er hat mir dabei geholfen, das zu dokumentieren, in meinen Texten, Theaterstücken und Gedichtband „Am Rande der Unendlichkeit“.

F: Ich habe immer versucht, meine Sachen unabhängig von anderen zu machen. 1967 z.B. da kam der erste Kunstmarkt hier im Gürzenich, in Köln. Ich habe den beschlossen. Gegen Ende dieses Kunstmarktes habe ich einen Tesa-Klarfilm dort gedreht und habe dieses Oval einmal umrundet mit diesem Tesastreifen auf Augenhöhe ging das an den Kojen vorbei. Ich hatte Hinweise daran geschrieben: „Film for you!“, „Through you!“and „With you!“ und „ Film for George Brecht“, den hatte ich kurz vorher in Villefranche kennengelernt. G: Und den Tesafilm hast du da gedreht?

G: Nam June Paik und du, ihr kanntet euch doch schon, denn du warst sowohl Gast im Atelier Bauermeister als auch in der Galerie Lauhus, Buttermarkt.

die Idee und George Brecht habe ich mit einfließen lassen wegen unserere Begegnung in Villefranche.

F: Ja, gedreht. Abgewickelt und dann … G: Draußen oder drinnen?

N: So dass das Publikum direkt mit beteiligt war? F: Eben. Man konnte auch Botschaften dran kleben, weil der Tesafilm einseitig haftete und man konnte durchblicken. Der war ja transparent. Deshalb: „Der Film findet im Inneren statt!“ Das war

„Cosmoss/Kosmoos“, Moos unter Plexiglaskuppel1969

F: Der hat auch mein Theaterstück gelesen. „Das goldene Bett der Löwen“. G: Stimmt, ein Theaterstück hast du ja auch geschrieben. Du hast ja einiges geschrieben. N: Das Theaterstück, wurde das aufgeführt? F: Ich habe das selbst aufgeführt, in einem merkwürdigen Zusammenhang. G: Was war denn mit „Grüne Bohnen werden sich lohnen – der große Eintopf von Köln bis Peking“? F: Ja, das war eine seltsame Geschichte im Jahr 1968. Eine Ironie auf Mao Tse Tung. Ich habe dort auf einem Bett liegend mein Theaterstück „Schlafen Sie im goldenen Bett der Löwen“ vorgetragen. Darum bin ich auch mit dem Bett dort gefahren. Ich habe das praktisch verbunden, das Bett in der Tiefgarage. Dort habe ich dann die Band „Amon Düül“ vorgestellt, die dort zum ersten Mal aufgetreten sind. Das Fernsehen war auch da. Peter von Zahn, der hatte darüber eine Dokumentation gemacht. Peter von Zahn als „Reporter der Windrose“. Der hatte in Amerika immer Interviews vor dem Weißen Haus gemacht. Es gibt ein Werk von mir, wo ich damals den Mao Tse Tung thematisiert habe. In Grün, und wenn man es umklappte, waren es rote Augen.

das Werk „Cosmoss“ [engl.], 1969 als erstes Umweltobjekt, eine Plexiglaskuppel mit Moos darunter. Diese gewann in den späten 1970ern Publizität und Nachahmer durch weltweite Presseveröffentlichungen. Wir danken Felix Kemner für diesen Einblick in sein Leben und die Kölner Kunstwelt der Präfluxuszeit „bis dato“, die eine Gegenbewegung zu der damaligen Kunstgestaltung darstellte, geprägt von den Schrecken des Krieges, aber auch durch die Wirtschaftswunderzeit. Werke von Felix Kemner, aber auch vieler anderer namhaften Künstler dieser Zeit sind noch bis Ende Juni in der Galerie „Die Kunstagentin“ in Zusammenarbeit mit der Galerie Schüppenhauer, zu finden. Hier wird auch Gregor Zootzkys ausgezeichneter Animationskurzfilm „psst pp Piano – Hommage á Mary Bauermeister” sowie von ihm geführte Interviews mit Hans G Helms, Gottfried Michael König sowie Heinz-Klaus Metzger gezeigt. Ausstellung: On the Road to Fluxus vom 15.05. – 30.06.2012 Galerie: Die Kunstagentin Maastrichter Str. 26, Köln Öffnungszeiten: Di - Fr: 12:00 bis 20:00 Uhr Sa: 14:00 - 18:00 Uhr Text: Nicky Doering Fotocredits: Gregor Zootzky           

G: Und wann hast du die weltweit erste Sauerstoffproduktionsanlage mit Moos auf der Komödienstrasse realisiert? F: Das war 1970/71. Die war ein halbes Jahr da und ist dort gewachsen. Und irgendwann, obschon das genehmigt war, wurde es doch abgebaut. N: War das nicht so, dass sie dem Karneval weichen musste?

G: Der hat dich schriftlich motiviert weiterzumachen?

F: Ja, die musste deshalb weichen. Aber weil das wirklich die erste der Welt war, war es etwas Besonderes. Die wurde oft besucht. Einmal war ein Englischlehrer dort, der sich mit seiner Schulklasse davor versammelt hatte und der erklärte der Schulklasse: „It is an oxygen production plant!“ auf Englisch – es verselbstständigte sich. Davon geblieben ist das „Buch MoosEs“, als erstes lebendes Buch der Welt, heute im „Staatlichen Museum zu Berlin, Kunstbibliothek“. Ein kleines Moosfeld, umschlossen von einem Buchdeckel. Das erste Werk der Moosarbeiten war

Alte Weggefährten (v.l.n.r.) Felix Kemner und Michael von Biel

Felix Kemner in der Galerie Parnass bei dem „Verschimmelungsmanifest“ von F. Hundertwasser

Gregor Zootzky Kunstredaktion

/second-magazine

Nicky Doering Kunstredaktion

/second-magazine

Plakat zum „Tesa-Klarfilm“ und der „Atembörse“


Juni

10 | Genuß

„Wein im Schloss“ nach BUGA-Pause wieder zurück Deutsche Weinkönigin Annika Strebel versprüht royalen Glanz in Koblenz Von Peter Köster Was wäre das Titelthema „Fest der Kultur(en)“ ohne einen Beitrag über das Kulturgetränk schlechthin – den Wein? Dies umso mehr, als für das Genussmittel, das sich in Deutschland zunehmender Beliebtheit erfreut, sogar eine „Königin“ im In- und Ausland wirbt. Da Nordrhein-Westfalen in punkto Weinanbau aber leider nur über ein begrenztes Angebot verfügt, lohnt sich umso intensiver der Blick über die landesgrenzen hinaus ins benachbarte RheinlandPfalz. Koblenz. „Diese Premiumpräsentation ist ein Muss“, wirbt Schirmherrin Staatsministerin Ulrike Höfken beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz für die Weinveranstaltung „Wein im Schloss“ in Koblenz. Bei der amtierenden Deutschen Weinkönigin Annika Strebel bedarf es einer solch ministeriellen Einladung überhaupt nicht. „Wein im Schloss in Koblenz ist für mich ohnehin einer der Termine, die ich besonders gerne wahrnehme.“ Insgesamt warten auf die 23-jährige aus Wintersheim (Rhein-Hessen) während ihrer

Agenda der Wein-Queen. „Darauf freue ich mich schon“, strahlt sie. Natürlich interessiert die Frage nach ihrem Lieblingswein. „Das ist ein trockener Silvaner der Extraklasse, aus heimischen Betrieb. Dieser umfasst 17 Hektar Weinberge“, sagt Annika Strebel und verrät zudem, dass dieser Wein, der anlässlich ihrer Wahl zur rheinhessischen Weinkönigin kreierte Silvaner, zudem bei der Landesweinprämierung Gold gewann. Historisches Ambiente Sechs Gebietsweinköniginnen begleiten die deutsche „Hoheit“ nach Koblenz, wo bereits das passende Anwesen auf sie wartet, nämlich das Kurfürstliche Schloss. Als dessen einstiger Hausherr, der Trierer Erzbischof Clemens Wenzeslaus, im Oktober 1794 nicht nur sich und seine Schwester Maria Kunigunde, sondern auch die gesamte Inneneinrichtung seiner Residenz vor der heranrückenden französischen Revolutionsarmee in Sicherheit brachte, schuf er damit unfreiwillig Platz für einen repräsentativen Veranstaltungsort, an dem über 200 Jahre später eine solche Veranstaltung wie „Wein im Schloss“ aus der Taufe gehoben werden sollte. Nachdem diese Premiumpräsentation im vergangenen Jahr aufgrund des umfangreichen Programms der Bundesgartenschau ver-

Foto©Redaktion

einjährigen Regentschaft weltweit über 200 Einzeltermine, die sie gemeinsam mit ihren beiden Prinzessinnen Ramona Sturm und Elisabeth Born als „Botschafterin des Deutschen Weins“ wahrnehmen darf. National umfasst das Besuchsprogramm der gekrönten Häupter alle 13 deutschen Anbaugebiete. Bevor es in wenigen Wochen nach China geht, steht Fallschirmspringen auf der

schoben werden musste, ist „Wein im Schloss“ nun, auch sehr zur Freude der ausrichtenden Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, wieder zurückgekehrt. „Wir präsentieren im historischen Ambiente des Kurfürstlichen Schlosses ein Weinerlebnis der Spitzenklasse“ betont Kammer-Präsident, Norbert Schindler (MdB). „Die im Vorfeld der BUGA vorgenommenen Sanierungs- und Renovie-

Literaturhaus in Köln "Wider die Müdigkeit!"

rungsarbeiten am und rund um das Schloss haben diesem etwas vom alten Glanz zurückgegeben und das gesamte Areal zu einem städtebaulichen Juwel gemacht. In seinen Räumen kann wieder ein Forum zum Erleben der außergewöhnlichen Qualität und Vielfalt großer Weine von Ahr, Mittelrhein, Mosel und Nahe sowie aus der Pfalz und Rheinhessen aufgebaut werden. Weinart, Rebsorte, Terroir und Ausbau sorgen auch im Premiumbereich der Weine aus diesen Regionen für eine geschmackliche Vielgestaltigkeit, die das Herausfinden der Weine, die der individuellen Erwartung an einen Spitzenwein am nächsten kommen, zum außergewöhnlichen Erlebnis werden lässt.“ Sechs Anbaugebiete Während Weinmessen und Weinforen üblicherweise in den Regionen stattfinden und sich mit ihrem Angebot auf das jeweilige Anbaugebiet beschränken, thematisiert „Wein im Schloss“ das Weinland Rheinland-Pfalz mit seinen sechs Anbaugebieten. Dabei präsentieren sich in Koblenz insgesamt 77 Betriebe, davon sechs von der Ahr, sieben vom Mittelrhein, 17 von der Mosel, elf von der Nahe, 23 aus der Pfalz und 13 aus Rheinhessen. Darunter sind sechs aktuelle Träger des Großen Staatsehrenpreises sowie 46 Staatsehrenpreisträger. Der Weinliebhaber – so er es denn schafft – darf aus über 400 Weinen seine Favoriten heraus schmecken. Zur Auswahl stehen 331 Weißweine, 78 Rotweine, zwölf Blanc de Noir, sechs Weißherbste und Rosé und acht Winzersekte. 70 Prozent der Weine sind trocken, 15 Prozent halbtrocken und feinherb sowie 15 Prozent lieblich und edelsüß. Besonders die Gelegenheit, wertvolle und überaus seltene Rieslingweine von namhaften Erzeugern zu verkosten, lassen sich die Weinfreunde, ob jung, ob alt, nicht entgehen. Die Gewächse der jeweiligen Jahrgänge überzeugen mit barocker Fülle, edler Reife und konservierter üppiger Frucht.

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Weltmeisters. Horst Eckel ist einer von fünf noch lebenden Kickern, die am 4. Juli 1954 im Berner Wankdorfstadion im Endspiel um die Fußballweltmeisterschaft auf dem Platz standen. Bei „Wein im Schloss“ ist er als Repräsentant der Lotto-Stiftung Rheinland-Pfalz tätig, um für die Unterstützung von Förderprojekten im sportlichen und kulturellen Bereich zu werben und natürlich einen Spitzenwein von den besten Weingütern der sechs rheinland-pfälzischen Anbaugebiete zu genießen. Diese sechs: Rheinhessen, Pfalz, Mosel, Nahe, Mittelrhein und Ahr wetteifern um die Gunst der Weinliebhaber. Die Weine repräsentieren die überaus erfolgreichen Jahrgänge 2010 und 2011 und die Winzerinnenund Winzer präsentieren sich als die Qualitätsbotschafterinnen- und Botschafter der jeweiligen Weinbauregionen. Herz auf der Zunge Eine dieser Qualitäts-Botschafterinnen ist die Winzerin Nicole Graeber aus Edenkoben, die vor allem mit ihrem „Gelben Muskateller Kabinett feinherb

Liest sich die Liste der Winzer, die „Wein im Schloss“ in Koblenz präsentiert, schon wie das „Who is Who“ der rheinlandpfälzischen Weinelite und macht das Programm im Kurfürstlichen Schloss allein damit schon spektakulär, so gibt es noch weitere Highlights. Dazu gehört nicht zuletzt der Besuch eines FußballDonnerstag 31.05.12 Wenn man müde ist … Konzert und Lesung Belgisches Haus 20.00 Uhr Eintritt 10 / 8 / 6 € Freitag 01.06.12 Dein Augenblick – Schullesung Literaturhaus Köln Arabischer Frühling? Diskussion – Fritz Thyssen Stiftung 19 Uhr 10 / 8 / 6 € Sprache der Freiheit, Lesung Fritz Thyssen Stiftung 21 Uhr 10 / 8 / 6 €

2011“ für Furore sorgt. Der Vorrat neigt sich bedrohlich dem Ende entgegen. „Ich glaube, ich habe zu wenig Flaschen mitgebracht“, reagiert sie erschrocken, als zum wievielten Male die Nummer „sechs“ geordert wurde. Ob dies nur daran liegt, dass dieser Wein den Staatsehrenpreis 2011 bekommen hat oder ob man sich gerne von der schönen Winzerin „persönlich einen einschenken“ lassen möchte, bleibt dahingestellt. Fest steht, die 35-Jährige weiß nicht nur durch ihr Aussehen zu überzeugen. Ihre ausbalancierten Weine drücken ihre Philosophie aus. Qualität und Genuss haben bei ihr zwölf Monate Saison. „Ich trage mein Herz auf der Zunge“, gibt die Herrin über 15 Hektar zu Protokoll und erneut kommt ein männliches Wesen und wünscht die Nummer „sechs“. Für Nicole Graeber wie auch alle anderen Winzerkolleginnen- und Kollegen hat Koblenz einmal mehr gezeigt, dass „Wein im Schloss“ ein „Muss“ ist. Seien wir gespannt auf das kommende Jahr, wenn die 16. Veranstaltung stattfindet. Dann aber hoffentlich wie in den Jahren zuvor, zur Abrundung, wieder gemeinsam mit einem Gastland.

Foto©Redaktion

Samstag 02.06.12 East of a New Eden Ausstellungseröffnung – Forum für Fotografie 15 Uhr Eintritt frei (Ausstellung bis 15.07.12) Kollektiv auf Ritalin Streitgespräch Alte Feuerwache 19 Uhr 10 / 8 / 6 € Lentz und Winters, Performance Alte Feuerwache 20.30 Uhr 10 / 8 / 6 € Emel Mathlouthi – Alte Feuerwache 21.30 Uhr 10 / 8 / 6 € Sonntag 03.06.12 Wider die Müdigkeit Ein Zukunftsgespräch Fritz Thyssen Stiftung 11 Uhr 10 / 8 / 6

Aktion Flagge zeigen! 31.05 – 02.06. Schülerinnen und Schüler der Theaterschule des Theaters der Keller greifen den Impuls von »Wider die Müdigkeit« auf - Jeweils 11 Uhr und 16 Uhr Aktion Müde Wörter, frische Sätze Schickt uns eure müden Wörter und frischen Sätze an: muedewoerter@literaturhaus-koeln.de. Begründet in ein paar Sätzen eure Meinung. Wo die wilden Kerle wohnen Max, der König! 15 Uhr – Filmpalette Köln 7 / 6 / 4 € Montag 04.06.12 Abendland – Europa bei Nacht 20 Uhr – Filmpalette Köln 7 / 6 / 4 €


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SALAIR - Eine Salzgrotte in Ihrer Nähe

Foto©Andreas Schwann

Nicht ganz leicht zu finden, aber wer es kennt empfiehlt es sehr gerne weiter. Empfangen werden wir von leiser, angenehmer Musik, und der erste Blick fällt auf einen riesigen Gong, wie in einem Shaolin-Tempel. Auch das Buddha Portrait auf einer Tür erweckt den Eindruck einer asiatischen Einrichtung. Schiebt man den Buddha zur Seite, betreten wir auf Socken oder mit Überschuhen den Natursalzstollen – riesige Quader aus reinstem Himalayasalz. Dort sind Liegen mit weichen Decken, und die gemütliche Beleuchtung gibt dem Raum etwas Einladendes. Wir wollen das mal ausprobieren und lassen uns auf einer der Liegen nieder, während wir mit einer der weichen Decke zugedeckt werden. Ein leises Brummen ertönt für ungefähr zehn Minuten, begleitet von einem Zischen. Salzige Luft wird in den Raum geblasen, es riecht nach Meeresbrise. Eine kurze Zeit später bin ich eingeschlafen, die anderen wohl auch irgendwann. Als die Tür sich wieder öffnet, erwache ich aus einer solch tiefen Entspannung, wie ich sie selten erlebt habe. Für uns alle steht fest: Das machen wir wieder - am liebsten regelmäßig.

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inige Tage später läuft unsere kleine Tochter mit einer dicken Nase herum. Ab in die Salzgrotte. Für Kinder ist die Stunde (um genau zu sein 55 Minuten) vielleicht etwas zu lang. Aber auch dafür hat Martina Kierspel, die Betreiberin der SALAIR Salzgrotte, gesorgt. Es gibt eine Kabine, wie eine Art Sauna mit vier Sitzplätzen. Hier sitzen wir 20 Minuten, dürfen uns unterhalten, spielen sogar Karten und werden intensiv mit Salzdämpfen berieselt. Schon in der Kabine bekommt unser Mädel wieder mehr Luft und nach drei weiteren Tagen und 20 Minuten ist der Schnupfen ausgestanden. Einfach toll. Selbst Ärzte empfehlen oft, bei allen möglichen Symptomen oft ans Meer zu fahren, doch wer keine Zeit hat in Urlaub zu fahren, geht eben in die Salzgrotte.

U

rsprünglich haftete dem Salz schon immer der Charakter des Wertvollen, oft auch des Luxuriösen an. Römische Soldaten erhielten als Entlohnung Salz oder auch Salär. Salair – die Salzgrotte in Leverkusen hat auf der einen Seite etwas Luxuriöses, ist aber für den kleinen Geldbeutel ebenso erschwinglich. Auch früher war in armen Haushalten Salz immer ein begehrtes Gut, um zum Beispiel Fleisch und andere Lebensmittel zu konservieren. Bei verschiedenen Völkern spielte der gemeinsame Verzehr eine große Rolle: So entstanden im alten Israel sogenannte Salzbündnisse, die als unverbrüchlich angesehen wurden. Die Zahl der Bioprodukte – und unser Wissen über sie – wächst stetig. Eines , das wir täglich in meist chemischer Form zu uns nehmen ist das Salz. Alle Salze auf unserer Erde entstammen dem Meer. Wir unterscheiden hierbei zwischen altem und neuem Salz. Meersalz ist das aktuell geerntete Salz – mit sehr großen geschmacklichen Unterschieden. Unter Steinsalz wiederum wird das Salz aus einem Salzstock verstanden. Salzstöcke entstanden vor Millionen von Jahren durch das Austrocknen der Urmeere. Das übrig gebliebene Salz wurde durch geologische Einflüsse zusammen gepresst und von anderen Gesteinsmassen überlagert. Das Steinsalz wird seit neuester Zeit aufgrund seiner kristallinen Struktur auch Kristallsalz genannt. Der Vorteil bei der Verwendung: Kristallsalz ist unbelastet; vor 200 und mehr Millionen Jahren gab es noch keine Schadstoffbelastungen.Das Kochsalz dagegen (auch Speisesalz genannt) – ist für den täglichen Gebrauch eher ungeeignet. Der Grund: Das im Supermarkt angebotene Speisesalz wird chemisch aufwendig gereinigt (es ist ein Abfallprodukt der Chemischen Foto©Andreas Schwann

Industrie), mit Rieselhilfe (z.B. Natriumferrocyanid = E 535) versehen und meist jodiert bzw. mit Flourid angereichert. Das Ergebnis hat nichts mehr mit einem Naturprodukt (Natursalz) zu tun und ergänzt unsere im Körper vorhandene 0,9-prozentige Salzsole nur unzureichend. Naturbelassene Salze sind gesund und weisen große Geschmacksunterschiede auf. Sorgen Sie täglich für Ihr Wohlbefinden – zum Beispiel mit der Sole. SALAIR, die neue Salzgrotte in Leverkusen-Schlebusch wurde von Martina Kierspel lange geplant. So hat sie ihre neue Wohlfühl-Oase mit 20 Tonnen geprüftem Himalaja-Salz und einem sehr alten Eichendachstuhl bauen lassen. Sie legt großen Wert auf Natürlichkeit: „Bei uns gibt es keine Feinstaubaufwirbelung, der Boden besteht aus Salzziegeln, die regelmäßig erst abgesaugt und danach mit Alkohol feucht gewischt werden.“Rollstuhlfahrer gelangen ohne Mühe in den Natursalzstollen. Die Eingänge sind ebenerdig. Parkplätze direkt vor der Türe. Die Luftfeuchtigkeit ist unter 40 Prozent, die Temperatur beträgt 20-21 Grad. Während der Sitzung wird verbrauchte Luft abgesaugt und gefilterte frische Luft zugeführt. Naturbelassenes Salz wird anhand einer Mühle vernebelt.

Salztherapie - Die heilende Wirkung des Salzes

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ie Salztherapie ist eine bereits seit der Antike bekannte Heilmethode, die sich der natürlichen Heilwirkung des Salzes bedient, um bestimmten Krankheiten vorzubeugen bzw. sie zu heilen. Vor allem bei Erkrankungen der Haut und der Atemwege wird die Salztherapie mit Erfolg angewendet. Erste Zeugnisse belegen seine Heilkraft in altägyptischen Aufzeichnungen. Heilkundige empfehlen Salz bei Kopfschmerzen, Hauterkrankungen, Wassersucht und Gicht. Bereits im römischen Reich war bekannt, dass Trinkkuren mit Salzwasser den Stoffwechsel anregen und das Abwehrsystem stärken. Wieviel Salz braucht der Mensch eigentlich? Salz gehört zum Leben wie Wasser und Luft. Jedoch kommt es immer auf das Maß der Dinge an. Ein Mensch benötigt täglich circa 5 Gramm Salz (abhängig von Alter, Gewicht und körperlicher Aktivität). Nach neueren Untersuchungen liegt der Salzkonsum bei einem Durchschnittsbürger allerdings deutlich höher. Daher empfehlen wir, sofern Sie eine Salzkur machen wollen und unter ärztlicher Betreuung stehen, vorher ihren Arzt von dem Entschluss einer Kur zu unterrichten - ebenso bei anderen Anwendungen. /Red. & Salair

Salztherapien Die bekanntesten Salztherapien sind das Ausspülen der Nebenhöhlen und die Atemtherapie. Verschiedene Ursachen führen zur kontinuierlichen Absenkung des Immunsystems. Stress, ungesunde Ernährung, sind hier zwei Beispiele. Verschiedenste Therapieansätze im Antibiotikabereich bekämpfen oftmals Streptokokken, die aufgrund mangelnder Körperabwehr in der Magengegend wuchern können. Über die Speiseröhre klettern sie in die Hals und Rachengegend. Die üblichen Symptome sind Trockenheit, Schluckbeschwerden und Übersäuerung. Viele Erreger erreichen tagtäglich unseren Körper über Ohren, Nase, Augen und Mund. Das Immunsystem ist im Dauerbetrieb. Natursalz desinfiziert. Die Therapiemöglichkeiten sind vielseitig und lindern unmittelbar die Beschwerden. Sinusitis ist die Nebenhöhlenerkrankung Nummer eins und Salz ein bewährtes Gegenmittel, um die bakteriellen Befunde in den Griff zu bekommen. Für medizinische Behandlungsmethoden wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder Heilpraktiker. Ein regelmäßiger Besuch am Meer, zum Beispiel im Spätherbst, sorgt nicht nur für den Winter vor. Eine fachlich versierte Salzgrotte, in Ihrer Umgebung, bietet ebenfalls Beratung, Linderung und Vorbeugung ohne Reisestress. Überprüfen Sie bei all diesen Hilfestellungen zuerst Ihren Lebenswandel: Stress, Ernährung, Schlafrhythmus, Erholung, Frischluft und Freizeitwert, da sonst jeder Therapieansatz ins Leere laufen.


Juni

12 | Startup

Der eigene Chef das wär doch was! Von der Idee zum Unternehmer – der Weg ist hart, mit dem richtigen Know-How geht s – aber wie? „Mein eigenes Business haben!“, das geht vielen heutzutage durch den Kopf. Die Gründe sind recht unterschiedlich. Mal ist es die Arbeitslosigkeit, mal der Ärger im Unternehmen, mal die schlechte Bezahlung. Bei den meisten Menschen bleibt es beim Gedanken an die Selbstständigkeit. Häufig verlässt sie der Mut zu diesem Schritt. Eine große Rolle spielt die mangelnde Information und Beratung schon vor der Gründung. Im Internet gibt es ein riesiges Angebot an Gründungsberatern und Tipps. Jedoch ist es schwierig für Anfänger, hier das richtige Angebot auszuwählen. Wichtig ist vor allen Dingen ein guter Rat vom Fachmann. lohnt es sich überhaupt in der jeweiligen Branche? Welche Voraussetzungen muss der Gründer erfüllen? Seconds in Köln hat nachgehakt und sich mit einer Gründerin getroffen, die uns von Ängsten, Fehlern und Erfolgen in der Start-Up Phase erzählt. Ein Unternehmen zu gründen ist einfach. Entweder wird ein Gewerbe angemeldet oder der Existenzgründer zählt zu den sogenannten Freiberuflern. Die StartUps, die Unternehmertypen sind, scheinen sich besser am Markt behaupten zu können als Gründer, die weniger Risikobereitschaft haben. Beim Blick auf die Zahlen vom Institut für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM), ging die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland in 2011 um rund 3,9 Prozent zum Vorjahr zurück. In Zahlen ausgedrückt, starteten rund 401.500 neue Unternehmen in 2011, dagegen gab es rund 383.300 Geschäftsaufgaben. Damit ergibt sich für das Jahr 2011 ein Gründungssaldo von rund 18.200. Die meisten Unternehmer, immerhin 80 Prozent, gründen in Form eines Einzelunternehmens. Laut IfM liegt der Anteil Kleingewerbegründungen an allen Existenzgründungen bei 65,7%. Gründungen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor haben zugenommen, dagegen schrumpfen Existenzgründungen im Handel, insbesondere im Einzelhandel. Zu erwähnen ist, dass der Anteil der Frauen, die eine Existenzgründung eines Einzelunternehmens angemeldet haben, geringfügig abgenommen hat. Eine, die ihren Mut zusammengenommen hat und den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat, ist die Wahlkölnerin Katja Wendlandt. Sie ist auf dem dicht besiedelten und schwierigen Medienmarkt seit April diesen Jahres unterwegs. Seconds in Köln hat mit ihr über

ihren Start in die Selbstständigkeit gesprochen. Doch zuvor ein kurzes Fazit der Jungunternehmerin über ihre Gründungsvoraussetzungen: Führungsverantwortung und Organisationsgeschick setzte sie erfolgreich bei der Bundeswehr ein. Ihr Wirtschaftsinformatik-Studium und die anschließende IHK-geprüfte Ausbildung zur Mediengestalterin an einer Privatschule sicherten ihre fachliche Qualifikation für ihr Vorhaben ab. Ihre fotografischen Praktika, unter anderen beim renommierten Fotografen für Prominente, Stars und Sternchen, Manfred Esser aus Bergisch Gladbach, war wegweisend für Katja Wendlandt. Die 28Jährige hat sich ihren Traum erfüllt und sich selbstständig gemacht. Dafür hat sie jedoch einige Hürden in Kauf genommen und weiß auch, dass der Anfang kein Zuckerschlecken ist. Seconds in Köln: Wie ist Ihre Selbstständigkeit gewachsen? Katja Wendlandt: Schon während und auch nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung habe ich stets nebenberuflich als Mediengestalterin gearbeitet. Aber nebenher bin ich meiner großen Leidenschaft treu geblieben: der Fotografie. In diesem Bereich habe ich vor allen Dingen viele Praktika absolviert, welche mich mehr und mehr in die Fotografie eintauchen ließen. Nach Abschluss meiner Ausbildung nahm ich zuerst einmal viele Jobs und Nebenjobs an. Später hatte ich keine

Lust mehr, mich von Teilzeitarbeit zu Aushilfsjobs zu hangeln, um Geld zu verdienen. Vor allem das Feedback meiner eigenen Kunden und meiner Familie gaben mir das Selbstvertrauen zu sagen: Ich wage es und mache mich selbstständig. Seconds in Köln: Was haben Sie für Jobs gemacht? Katja Wendlandt: Ich habe vorrangig in einer Druckerei, aber auch im Einzelhandel gearbeitet. Diese Jobs haben mich aber so gar nicht erfüllt. Viele Kunden, die ich schon nebenberuflich betreute, haben mir dann nahegelegt: Mach dich doch selbstständig! Letztlich habe ich darüber nachgedacht und mir die Frage gestellt: Warum machst du das nicht? Seconds in Köln: Gab es Ängste für das Vorhaben? Katja Wendlandt: Natürlich, es war ein großer Schritt. Ich musste Geld verdienen und mit der Vorstellung leben, alles selber zu finanzieren. Es ist etwas anderes, monatlich sein Gehalt überwiesen zu bekommen als selbst dafür verantwortlich zu sein, dass dieses Geld auf dem Konto landet. Und plötzlich war ich arbeitslos. Dort bot sich die Möglichkeit über die Arbeitsagentur: Ich bekam das Angebot ein Existenzgründungsseminar zu besuchen, das mir die Grundlagen zur Gründung vermitteln sollte. Des Weiteren wurde mir die Gründungsförderung vom Arbeitsamt zugesagt. Ohne diese Förderung hätte ich diesen Schritt sehr wahrscheinlich nicht gewagt, weil mir die finanzielle Grundlage fehlen würde. Das hat mir die Gründung enorm erleichtert. Seconds in Köln: Was hat ihnen in der Gründungszeit besonders geholfen? Katja Wendlandt: Zum einen der Zuspruch meiner Familie und zum anderen die Teilnahme an dem 14-tägigen Existenzgründungseminar in Köln. Dort wurde mir noch einmal aufgezeigt, was ich alles berücksichtigen muss - welche Kalkulationen muss ich einplanen und was kommt überhaupt auf mich zu? So wurden mir auch die Risiken bewusst und ich beschloss: Die nehme ich in Kauf, ich gehe trotzdem diesen Schritt. Desweiteren habe ich mich frühzeitig über die KfW-Bank um einen Gründungs-

coach gekümmert, welcher mir bis heute stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Manfred Busch, von der Projekt Consult Unternehmens GmbH in Köln, berät mich in Sachen Betriebswirtschaft und Marketing. Seconds in Köln: Sie gehen Risiken ein, gibt es schlaflose Nächte? Katja Wendlandt: Oh ja, die gibt es. Gerade in der ersten Zeit. Ich bin seit April selbstständig und es ist sehr hart, neue Kunden zu gewinnen. Zum einen kommen neue Aufträge anfangs durch Beziehungen zustande, doch das reicht dann irgendwann nicht mehr aus. Dann musste ich überlegen: Wie komme ich in die Puschen, was kann ich tun? Schließlich muss ich Miete, Versicherungen, Wohnung, Essen, etc. bezahlen. Seconds in Köln: Und wie funktioniert das? Katja Wendlandt: Durch Werbung und Networking. Ohne Werbung kein Verkauf. Das ist das A und O. Ich habe zuerst einmal meine Website aufgestellt. Ohne eine Website ist man in meiner Branche gleich zum Scheitern verurteilt. Das ist die Grundlage überhaupt, um an Aufträge zu kommen. Dann geht es darum ein gutes Netzwerk auf die Beine zu stellen. Auch gute Flyer und gezielte Werbeaktionen spielen eine große Rolle. Dafür arbeite ich gerade ein Marketingkonzept mit meinem Gründercoach aus. Seconds in Köln: Gibt es schon Auftragszahlen? Katja Wendlandt: Im Moment habe ich fünf bis sechs Aufträge pro Monat im Mediendesign und der Fotografie. Das klingt natürlich nicht sonderlich viel, aber ist im zweiten Monat der Selbstständigkeit meiner Meinung ganz ok. Seconds in Köln: Was würden Sie anderen Existenzgründern empfehlen? Katja Wendlandt: In erster Linie empfehle ich jedem, immer am Ball zu bleiben und niemals aufzugeben, egal was kommt. Selbstständig sein ist harte Arbeit und nicht umsonst wagen diesen Schritt sehr wenige oder scheitern in den ersten Monaten. Am schlimmsten sind die Tage des Zweifels - zum einen an der Selbstständigkeit

und zum anderen Zweifel an sich selbst, welche jeden irgendwann einholen. Genau diese Momente erfolgreich zu überwinden und nicht an den eigenen Gedanken zu scheitern - das macht „selbstständig sein“ aus. Glaube an dich selbst und stehe hinter dem, was du machst - das ist die Basis deines Erfolges. Außerdem rate ich Gründern, die im freiberuflichen Raum in einer Grauzone unterwegs sind, zu klären, ob ein Gewerbe angemeldet werden muss oder ob die Regelung der Freiberufler greift. Das kann über eine Rückmeldung vom Steuerberater erfolgen oder vom Gründercoach, wenn einer vorhanden ist. Dann sind wir beim nächsten Punkt: Ein Steuerberater ist notwendig. Ich bin glücklicherweise über Empfehlungen an eine sehr kompetente Steuerberaterin vermittelt worden. Der wohl wichtigste Grundsatz, den ich leider oder zum Glück sehr früh erfahren musste, ist: Vertrauen ist gut – vertragliche Auftragsabsicherung mit Kunden aber notwendig für das Geschäft. Denn ohne Schriftstück, kein Geschäft. Gerade bei Freiberuflern, die oft kreative Vorentwürfe machen müssen, ist das zwingend notwendig, um später etwas in Rechnung stellen zu können. Seconds in Köln: Würden Sie wieder gründen? Katja Wendlandt: Ja, ganz klar ja. Es macht Spaß, auch wenn man sich oft in den Hintern treten muss - gerade als Freiberufler, der von zu Hause aus arbeitet. Man muss eine enorme Eigendisziplin entwickeln, sich Arbeitszeiten selbst setzen und diese auch einhalten. Wenn sich das alles in einen guten Rhythmus eingespielt hat, dann macht es sehr viel Spaß selbstständig zu sein. Ich bin sehr froh, den Schritt gewagt und meine Leidenschaft zum Beruf gemacht zu haben und würde es jederzeit wieder tun. Das Interview führte: Sabine Teichmann für Seconds in Köln.

Katja Wendlandt: www.katjawendlandt.de oder www.facebook.com/katjawendlandt Fotocredits: Katja Wendlandt


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Ein Bier namens Musique Was eine kleine Brauerei in Ehrenfeld mit dem Kongo zu tun hat Klaus Wohlmann aus odenthal ist wochenlang unterwegs – weniger hierzulande, sondern meist auf einem anderen Kontinent - in Afrika. Dort überwindet er mit seinem Motorrad riesige Entfernungen. Und das alles nur aus einem einzigen Grund: um Fotos zu machen.

Unlängst eröffnete er eine Fotoausstellung in Kölns kleinster Kölschbrauerei an der Venloer Straße mitten in Ehrenfeld. In der „Braustelle“ zeigt Wohlmann großformatige Bilder von seiner letzten Afrikareise im vergangenen Winter. Mitten im Urwald und in der Regenzeit traf er in der Republik Kongo, wo die Wege für sein Motorrad schon fast unpassierbar waren, eine Gruppe fröhlicher Einheimischer. Ausgerüstet mit mehreren Kästen Bier waren sie unterwegs zum einwöchigen Neujahrsfest in ihrem Dorf, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden. „Ich habe in Afrika insgesamt eine große Gastfreundschaft erlebt, aber noch nie so eine Herzlichkeit wie bei dieser Gruppe aus Kongolesen und einigen Pygmäen, die sehr zurückgezogen leben“, sagt Wohlmann. Nebenbei erfuhr er, dass Kamerun weltweit die zweitgrößte Bierproduktion betreibt und dass das Bier weithin unter dem Namen ‚Musique’ bekannt ist. Die Begegnung hat ihn so beeindruckt, dass er darüber in Deutschland eine Ausstellung zeigen wollte. Als er den richtigen Ort dafür suchte, fiel ihm Sebastian Sauer ein, den er von der „Braustelle“ her kannte. Mit dem Bier als gemeinsamen Nenner war schnell eine Verbindung zwischen einer Ausstellung in Deutschland und Wohlmanns Afrikareise hergestellt. Brauereimeister Peter Esser, Inhaber der Braustelle, ließ es sich nicht nehmen, passend zur Vernissage ein neues afrikanisches Bier zu kreieren. Dem normalen ungefilterten Weizenbier mischte er nach der Lagerung einfach einen Rooibuschtee hinzu – und fertig war ein fruchtig-erdiges Getränk, das reißenden Absatz fand. Wie alles anfing Ursprünglich war Klaus Wohlmann als Logistiker in Sachen Schokoladenvertrieb tätig. 2006 schmiss er den Job und fuhr mit seinem Motorrad stolze 25.000 Kilometer von Köln nach Togo und zurück. Auf der Rückfahrt lernte er in Marokko „zu seinem großen 01+02.06.12 | 18:00 Uhr | Der Idiot | Opernhaus

Viel Theater in März

01+02.06.12 | 19:00+20:00 Uhr | Robo A Gogo | Halle Kalk 01+08+19.06.12 | 20:00 Uhr | Wer Aus Mir Trinkt, Wird Ein Reh | Theater der Keller 01-29.06.12 ausser Montags | verschiedene Anfangszeiten | Der Mann, der sich nicht traut | Theater am Dom

Glück“, wie er heute sagt, seine Frau Isa kennen. Über die Reise führte er minutiös Tagebuch, machte viele Fotos und verarbeitete seine Erlebnisse mit den Menschen, die er dort traf, einige Monate später zu dem Bildband „Begegnungen 2006 -2007“. Sein Motorrad ließ er in Afrika stehen, denn bereits damals wusste er, dass er zurückkehren würde. Zurück in Deutschland entwickelte er aus seiner Begeisterung für das Fotografieren eine selbstständige Tätigkeit als Fotograf und Autor, gründete einen Verlag und bearbeitet nun Aufträge „aus einer Hand“. Zuvor hatte er auf seiner Tour in Mali das erste Mal Kontakt zum Deutschen Entwicklungsdienst bekommen, für den er bei seiner nächsten Reise Projekte fotografisch dokumentierte. Wohlmann knüpfte weitere Kontakte zu anderen Organisationen, fotografierte Projekte in Mali, Burkina Faso, Niger und im Tschad und machte aus den ursprünglichen sechs Auftragsarbeiten 24 Projekte. Mit seinen Bildern will Wohlmann weniger die Armut in Afrika zeigen. Vielmehr ist es die Kreativität, aus dem Wenigen etwas zu schaffen, und die Nachhaltigkeit der dort durchgeführten Projekte, die ihn immer wieder zur Kamera greifen lassen. Bestes Beispiel ist sein neuestes Buch, in dem er zeigt, wie afrikanische Kinder sich Spielzeug aus alten Schlappen, Autoreifen und Sardinendosen basteln. In Mali war er fasziniert davon, wie Frauen ganz normale Plastiktüten in Streifen schnitten, versponnen und zu Schalen oder Stuhlgeflecht verarbeiteten. Im Tschad begleitete Wohlmann mit seiner Kamera ein architektonisches Projekt. In vielen Dörfern wurden dort Schulen in Eigenarbeit der Bevölkerung gebaut und die besten wurden mit Preisen ausgezeichnet. Am meisten war Wohlmann jedoch von einem Projekt im Süd-Tschad begeistert: Dort wurde in einem See mit Hilfe von Bojen eine „Schutzzone gegen Leerfischung“ abgesteckt. In diesem Bereich ist das Fischen unter Strafe strengstens verboten, damit die nachwachsenden Generationen viele Jahre später noch die gleichen Lebensbedingungen und überlebenswichtigen Ressourcen vorfinden wie die heutigen Bewohner. Besonders freut sich der Fotograf, wenn seine Bilder über die reine Projektdokumentation hinaus noch einen Nutzen haben. Wie zum Beispiel seine Bildstrecke über die Wartung einer Wasserpumpe, die fast ganz ohne Worte als Broschüre gedruckt wurde. Nun dient sie in anderen afrikanischen Ländern als Vorlage für Wartungs- und Reparaturarbeiten an Brunnen.

Kurzfilmnacht in Deutz Screen for shorts die Zweite Im Rahmen der Deutzkultur 2012 "Screen for Shorts", das Kurzfilmfest von Deutzkultur e.V. geht dieses Jahr in die zweite Runde. Das Filmfest, welches schon im letzten Jahr das Publikum in Deutz durch ein vielfältiges Programm kurzer Filme begeisterte, möchte auch dieses Jahr wieder in Düx die Leinwand zum leuchten bringen. 3 Themenblöcke zu je 45 min. werden die Leinwand erhellen und das Publikum zum Staunen bringen. Dank dem Kurator dieser Filmnacht, Thure Röttger und seiner 5 köpfigen Jury, die aus über 400 Filmen die besten herausgepickt haben sowie dem schon im letzten Jahr bewährten Ressortleiter der Filmnacht, Gregor Zootzky, verspricht es wieder ein Abend voller Lichtblicke der besonderen Art zu werden. In diesem Jahr hat "Screen for Shorts" mit dem Gebäude 9 ein neues Zuhause gefunden und freut sich, unter diesem Dach am 29.06.2012 um 20:00 Uhr ein buntes Kurzfilmprogramm präsentieren zu dürfen. Nähere Informationen hierzu finden sich auch unter: http://sfs.deutzkultur.de/ und http://www.deutzkultur.de/

Screen for Shorts 2012 Gebäude 9 am 29. Juni 2012

Sponsor und Unterstützer der Kurzfilmnacht in Deutz

Bei seinem neuen Fotoprojekt widmet sich Wohlmann ganz dem Thema Kakao. Viele seiner Afrikabilder werden ab August in einer Ausstellung im Schokoladenmuseum zu sehen sein. Und Ende des Jahres geht er wieder auf große Reise nach Zentralafrika. Die Motorräder stehen dort schon bereit. /as Ausstellung: Begegnung in der Republik Kongo Fotoausstellung von Klaus Wohlmann Noch bis 15. Juni 2012 Gasthaus-Brauerei-Braustelle Christianstr. 2/Ecke Venloerstr. Köln-Ehrenfeld Kontakt: www.klauswohlmann.de Fotocredits: Klaus Wohlmann

02+03+05+15-17.06.12 | verschiedene Anfangszeiten | Die Ängstlichen und die Brutalen | Theater der Keller 03+04.06.12 | verschiedene Anfangszeiten | Clann Lir | Comedia Theater 03.06.12 | 18:00 Uhr | Das Werk/Im Bus/Ein Sturz | Opernhaus

03+08-10.06.12 | verschiedene Anfangszeiten | 02+07+09+14+15+17+21-24+28- Heinz-Erhardt-Revue | Kammeroper 30.06.12 | verschiedene Anfangszeiten | Trude zum Dessert | 03+09.06.12 | 20:00 Uhr | Scala Theater & Lounge Frau Müller Muss Weg | Theater im Bauturm

Foto: "Das Bild rechts zeigt die Reproduktion der Sauerstoffproduktionsanlage von Felix Kemner durch die Installation inkl. Dokumentation von Gregor Zootzky."

04.06.12 | 19:00 Uhr | 09+10.06.12 | Kabale und Liebe | Comedia Theater verschiedene Anfangszeiten | Der Geizige | Theater der Keller 05.06.12 | 19:00 Uhr | No Need! | Comedia Theater 10.06.12 | 20:00 Uhr | Der Kontrabaß | Theater im Bauturm 05.06.12 | 20:00 Uhr | Love Letters | Theater im Bauturm 11.06.12 | 20:00 Uhr | Kirschgarten | Comedia-Theater 06+07+13+14+19+21.06.12 | 11.06.12 | 20:00 Uhr | 20:00 Uhr | Othello | Schulkeller | Theater der Keller Theater der Keller 07+08+10.06.12 | 19:30 Uhr | Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen | Halle Kalk 08+09.06.12 | 19:30 Uhr | Die Möwe | Comedia Theater

14+16+17.06.12 | 19:30 Uhr | Wastwater | Halle Kalk

23+24.06.12 | 20:00 Uhr | Der Verbrecher | Theater der Keller

14.06.12 | 20:00 Uhr | Faust I | Theater im Bauturm

27+29+30.06.12 | verschiedene Anfangszeiten | 30. Kölner Schultheaterwoche: Mackbeth | Halle Kalk

15+16.06.12 | 20:00 Uhr | Der Goldene Drache | Theater im Bauturm 18+19.06.12 | 11:00 Uhr | Patrick Anderthalb | Comedia Theater

29+30.06.12 | 19:00 Uhr | Clyde und Bonnie | Comedia Theater

20.06.12 | 20:15 Uhr | Astrid Gloria: 29+30.06.12 | 20:00 Uhr | Zauber-Kräuter-Show Senftöpfchen Fremd Ist Der Fremde Nur In Der Fremde | Theater im Bauturm 22-24.06.12 | 19:30 Uhr | Das Erdbeben In Chili | Halle Kalk 29+30.06.12 | 20:00 Uhr | 12+13.06.12 | 20:15 Uhr | I am angry because I understand, Bernd Lafrenz: Der Widerspenstigen 22-24.06.12 | 20:00 Uhr | Wolke 9 | not... | Theater der Keller Zähmung | Senftöpfchen Theater im Bauturm

12.06.12 | 19:30 Uhr | Devadasi - Die Nacht der Tempeltänzerin | Kulturbunker Mühlheim


Juni

14 | Urban Art Sommerfest für alle Coaching-Pärchen. Dies bietet den Studenten und Schülern auch die Möglichkeit, sich untereinander kennenzulernen und auszutauschen. Der Erfolg von Rock Your Life ist von vielen Faktoren abhängig. „Man muss ganz klar sagen, es funktioniert nur, wenn die Lehrer sich engagieren“, sagt Kaja Dingerkus. Zum Glück ist Aylens Klassenlehrerin eine von ihnen. Als sie Rock Your Life ihrer Klasse vorstellt, ergreift Aylen sofort ihre Chance. Auf den ersten Blick wirkt die Neuntklässlerin schüchtern, doch wenn man mit ihr spricht, wird schnell klar, dass Aylen weiß, was sie will. „Wer da nicht mitmacht, ist ja doof!“ sagt die Schülerin. „Ich bin eine von denen, die immer alles ausprobieren wollen, und als ich Kaja kennen gelernt habe, hat es mir noch besser gefallen.“ Die Schülerin hat noch große Pläne, sie will Abitur machen und danach, wie ihr Coach, studieren. Außer Aylen nehmen an ihrer Schule nur sechs andere Schüler an dem Programm von Rock Your Life teil.

Das Leben schaukeln mit ‚Rock Your Life’ An einem Tisch im Cafe sitzen ein Mädchen und eine junge Frau. Sie unterhalten sich, wirken sehr vertraut miteinander, fast wie Schwestern. Das Mädchen heißt Aylen, sie ist vierzehn Jahre und in der neunten Klasse. Die junge Frau ist Kaja Dingerkus, sie ist Studentin und Aylens Coach.

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aja und Aylen sind eines von rund 30 Kölner Coaching-Pärchen des deutschlandweiten Netzwerks ‚Rock Your Life’. Die Grundidee dieser Organisation ist, dass jeder etwas erreichen kann, wenn es jemanden gibt, der sich für einen interessiert und der an einen glaubt. In den One-to-One Coaching-Beziehungen sollen die Teilnehmer von Rock Your Life lernen, ihr eigenes Potenzial zu erkennen und die Unterstützung zu bekommen, die sie brauchen, um es zu nutzen. Hauptschülern traut die heutige Gesellschaft immer weniger Potenzial zu, und genau hier will Rock Your Life eingreifen. Aylen und Kaja treffen sich etwa einmal in der Woche und reden einfach. Manchmal treffen sie sich in einem Café, manchmal gehen sie spazieren oder kochen zusammen. „Ich kann Kaja alles fragen“, strahlt Aylen. „Das Wichtigste ist, dass sie mir hilft. Auch wenn sie einmal keine Antwort auf meine Frage weiß, dann informiert sie sich und sagt es mir später.“ Im Moment arbeiten die beiden daran, einen Nebenjob für Aylen zu finden. Immer ein offenes ohr für Studenten und Schüler

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ylens Coach Kaja Dingerkus ist Studentin an der Universität zu Köln, sie hörte von Rock Your Life über den Uni-Newsletter und war sofort begeistert. Seit letztem Sommer arbeitet Kaja neben ihrem Studium ehrenamtlich für die Organisation. Offenbar gibt es nicht viele Studenten wie sie. Rock Your Life hat Schwierigkeiten, Coaches zu finden, die bereit sind, sich neben ihrem eigenen Studium auch noch ehrenamtlich für einen Schüler zu engagieren. „Das hat bei der Organisation schon zu viel Frust geführt. Viele Studenten verkennen, dass es keine einseitige Sache ist“, sagt Kaja. „Man erfährt ja auch etwas über sich selbst und in unserem Fall findet sogar ein kultureller Austausch statt, denn Aylen ist ja Türkin.“ Inzwischen arbeitet Rock Your Life daran,

dass die Teilnahme an der Organisation für die Studenten der Bachelor-Studiengänge als Teil des Studium Integrale anerkannt wird. So würde für die Studenten ein Anreiz geschaffen, sich neben dem Studium auch für das bundesweite Coaching-Netzwerk zu engagieren.

Foto©Klaus Wohlmann

ROCK YOUR LIFE! ist Teil der „Allianz für Bildung“. Diese bundesweite Initiative wurde im Februar 2011 auf der didacta in Stuttgart vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ins Leben gerufen und wird den Aufbau lokaler Bildungsbündnisse unterstützen, vorhandene Initiativen vernetzen und fachliche Expertise vermitteln. Sie steht überregional tätigen Stiftungen und Institutionen offen, die sich für die Bildung insbesondere von benachteiligten Kindern und Jugendlichen einsetzen. Gründungspartner der Allianz für Bildung sind der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), der Didacta Verband, der Deutsche Bibliotheksverband, die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, die Stiftung Lesen, die Stiftung Haus der kleinen Forscher, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Joachim Herz Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Roland Berger Stiftung sowie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung. Lesen Sie hier mehr zur Allianz für Bildung: www.bmbf.de

Foto©Redaktion

Aktuelle Sonderausstellungen der Museen in Köln Kunst- und Museumsbibliothek Rosa M Hessling: NO MIND. Künstlerbücher 14. April – 25. Juni 2012

Museum Ludwig Yvonne Rainer Raum, Körper, Sprache 28. April – 29. Juli 2012

Kölnisches Stadtmuseum Zur Sache Schätzchen! Raritäten aus dem Depot 17. März – 10. Juni 2012

Rautenstrauch-Joest-Museu Rama und Sita Indiens schönste Liebesgeschichte 21. April – 21. Oktober 2012

Römisch-Germanisches Museum Die Rückkehr der Götter 13. Januar – 26. August 2012

Kultur in Köln hat einen Preis

In der Regel dauert eine Coaching-Beziehung zwei Jahre. Die Studenten begleiten die Schüler während der neunten und der zehnten Klasse. Aylen und Kaja sind sich sicher, dass sie sich auch nach den zwei Jahren weiterhin treffen werden. „Ich nehme mir immer gerne Zeit für Aylen, das ist für mich keine Arbeit!“ sagt die Studentin. Zwischen den beiden jungen Frauen hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt./mu

Die Organisation bietet auf verschiedene Arten Hilfestellung. Vor kurzem schickte ‚Rock Your Life’ einen Fotografen an Aylens Schule, um professionelle Bewerbungsfotos von den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern machen zu lassen. Die Fotos sind für die Teilnehmer kostenlos. Für den Fall, dass die Coaching-Beziehung einmal nicht so läuft, wie sie laufen sollte, haben sowohl die Studenten, als auch die Schüler einen Ansprechpartner bei der Organisation. „Es kam tatsächlich schon vor, dass sich Studenten einfach nicht mehr bei ihrem Schüler gemeldet haben“, sagt Kaja Dingerkus. Aber natürlich soll auch der Spaß bei ‚Rock Your Life’ nicht zu kurz kommen. Im Juni plant die Organisation ein

Museum für Angewandte Kunst Architekturteilchen – Modulares Bauen im digitalen Zeitalter 12. Mai – 19. August 2012

Kölner Kulturpreis

Museum Ludwig Ferdinand Kriwet 23. Dezember 2011 – 8. Juli 2012

Der Kölner Dom ragt mit seinen Turmspitzen in den Himmel empor und weist den Besuchern der Stadt schon von weitem den Weg in das Herz der Stadt. Für die Kölner ist er nicht nur ein Wahrzeichen ihrer Heimat, er ist das Erbe einer Kultur, die in Köln einen hohen und wichtigen Stellenwert hat. Die ausgezeichnete Qualität der Kölner Kultur hat die Stadt nicht nur historisch geprägt, ihr positiver Einfluss macht sich im Engagement ihrer Bürger bemerkbar. Dem aktiven Einsatz, den zahlreichen privaten Förderungen und der fachlicher Kompetenz einiger Kölner Mitbürger verdanken wir es, dass Kunst und Kultur in Köln nicht in Vergessenheit geraten. Der Kölner Kulturrat verleiht in diesem Jahr ein drittes Mal den herausragenden Akteuren der Kölner Kulturlandschaft einen Preis als Anerkennung für ihr ausgezeichnetes Engagement. Zur Entstehung Der Kölner Kulturrat rief vor einigen Jahren den Kölner Kulturpreis ins Leben. Dieser Rat besteht aus einem freiwilligen Zusammenschluss privater kultureller Institutionen und Fördervereine der Stadt, die im Sinne der Bürger Kunst und Kultur durch persönliches Engagement, fachlichen Rat und finanzielle Zuwendung unterstützen. In diesem Jahr soll nun zum dritten Mal das Augenmerk nicht nur auf die ausgezeichneten Preisträger sondern auch auf die herausragende Qualität der Kölner Kulturlandschaft gelenkt werden. Gerhart Baum, Bundesminister a.D., als Vorsitzender der Kulturpreis-Jury und Dr. Peter Bach als Sprecher des Kölner Kulturrats wandten sich erneut nicht nur an Experten mit der Bitte um Vorschläge für mögliche Kandidaten, auch die Kölner Öffentlichkeit wurde um Vorschläge gebeten. Diese konnten bis zum 13. April diesen Jahres für die jeweiligen Kategorien des Kölner Kulturpreises eingereicht werden. Eine hochkarätig besetzte Jury wählte die Preisträger unter den eingegangenen Vorschlägen aus. Die Auszeichnung bezieht sich auf herausragende Leistungen im Vorjahr. Auch wenn die Preisträger schon feststehen, so müssen sich die Kölner noch bis zur Preisverleihung am 20. Juni 2012 im Museum für Angewandte Kunst Köln gedulden. Kultur auszeichnen Die Auszeichnung der drei Preisträger findet im Rahmen eines abwechslungsrei-

Ab Juli finden Sie uns wieder am Kiosk

chen Programms statt. Mit einer kurzen Filmeinspielung werden die unterschiedlichen Projekte und Leistungen in den drei Kategorien vorgestellt und in einer anschließenden Laudatio geehrt. In der ersten Kategorie wird der „Kulturmanager des Jahres“ ausgezeichnet. Die Voraussetzungen für diese Kategorie erfüllen Personen, die erfolgreich ein Projekt oder eine Einrichtung, von der Konzeption über die programmatisch-künstlerische Leistung und Kommunikation bis hin zu Personal und Finanzen betreut haben. In der zweiten Kategorie wird der Preis für das „Kulturereignis des Jahres“ vergeben. Dieses wird im Rahmen einer Bevölkerungsumfrage zum „Kölner Kulturindex“ ermittelt. Die Befragten können aus einer Liste von zehn Ereignissen das beste des Jahres 2011 bestimmen. Die Vorauswahl der Kandidaten aus allen eingegangenen Vorschlägen trifft die Jury des Kölner Kulturpreises. Wichtig dabei ist vor allen Dingen die inhaltlich-künstlerische Konzeption und die Akzeptanz beim Publikum. Das Preisgeld von 5.000 Euro für das Kulturereignis stiftet die Generali Deutschland Holding AG. Die dritte Kategorie ist der „Ehrenpreis der Jury“. Damit werden Kulturschaffende, bürgerschaftliches Engagement in der Kultur und besondere Ereignisse abseits der großen Events gewürdigt. Er wird an Personen oder Einrichtungen in Köln verliehen, die sich im besonderen Maße für die Kölner Kultur eingesetzt hat. Insbesondere der Ehrenpreis spielt eine wichtige Rolle, denn er zeigt, dass Förderung und Einsatz für die Erhaltung der Kultur in Köln überall stattfindet und nicht ungesehen bleibt. Eine Stadt ohne Kultur hat kein Gedächtnis und weil Kultur nicht nur die Bürger einer Stadt prägt, sondern auch bereichert, sollte eine Auszeichnung wie der Kölner Kulturpreis auch die Motivation und das Interesse an der Kölner Kulturlandschaft schüren. In Köln finden so viele kulturelle Ereignisse statt und diese sollten nicht im Verborgenen bleiben. Dank der Initiative des Kölner Kulturrats erhalten so auch die Vorreiter unserer Kölner Kultur ein Gesicht, als Vorbilder zum Erhalt unseres Erbes. /hm Kontakt Barbara Hosmann Tel.: 0221.934 87 65 Kölner Kulturrat e.V. c/o KunstSalon Brühler Straße 11-13 50968 Köln Tel.: 0221/934 87 65 E-Mail: info@koelnerkulturrat.de


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Fest der Kulturen | 15

Kultur durchs Schlüsselloch Indonesische Lebensweise aus europäischem Blickwinkel Für den Themenschwerpunkt „Fest der Kultur(en)“ hat sich second magazine auf Spurensuche nach vielen verschiedenen lebensarten, Volksgruppen und ethnischen Besonderheiten gemacht. Die Reise ging dabei quer durch die Kontinente. Doch dank der regionalen Thementage des Rautenstrauch-Joest-Museums rückt auch die Kultur des entfernten südostasiatischen lebensraums für die Kölner ein Stückchen näher. Die Malaiologin Merle Ullrich stellt den Inselstaat Indonesien vor. Grotesk und furchteinflößend wirken die Holzmasken. Die riesigen Augen, das blutrote Gesicht, die langen spitzen Zähne. Der Bart der Maske soll aus Menschenhaar gefertigt sein. Dennoch scheint das Gesicht zu lächeln. Der an einen Drachen erinnernde Körper ist über und über mit Gold bedeckt und mit glitzernden Steinen geschmückt. Die kostbare Verzierung lässt auf das edle Wesen dieser Figur schließen. Der Barong, so heißt die Figur, steht für das Gute, die Harmonie, die Ordnung. Neben ihm steht sein Gegenstück, Rangda, das personifizierte Böse, die Hexe, die das Chaos, Krankheit und Schaden in die Welt bringt. Die Kostüme dieser beiden Figuren bilden das beeindruckende Ende der Ausstellung des RautenstrauchJoest-Museums.

mit den Göttern und Geistern in Kontakt zu treten“, erklärt Parthasarathy. „Den Masken werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, die Menschen in den Kostümen übernehmen die Eigenschaften der Maske.“ Traditionell wird der Barongtanz deshalb immer dann aufgeführt, wenn Bedarf ist, nach Erdbeben oder anderen Naturkatastrophen, denn diese sind ein Zeichen dafür, dass das Gleichgewicht gestört wurde. Der Kampf zwischen Barong und Rangda kann dazu führen, dass der Kampf zwischen Gut und Böse auch in der Welt wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. Teile des Tanzes werden auf Bali aber auch regelmäßig für Touristen aufgeführt. Begleitet werden die Aufführungen immer von einem traditionellen Gamelan-Orchester.

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arl Mertes von der Deutsch-Indonesischen Gesellschaft fasziniert vor allem die ungeheure Vielfalt der indonesischen Kultur. „Allein beim Blick in den Atlas wird deutlich, dass der weltgrößte Archipel, das Land mit rund 17.000 Inseln um den Äquator und mit 240 Millionen Menschen höchst verschiedenartig ist.“ Obwohl die offizielle Staatssprache des Landes die Bahasa Indonesia (Indonesisch) ist, wird auf nahezu jeder der indonesischen Inseln eine eigene Sprache gesprochen. Auf der Hauptinsel Java sprechen viele Einwohner neben Bahasa In-

arong und Rangda sind die Hauptfiguren eines traditionellen balinesischen Tanztheaters. „Darin geht es um den immerwährenden Kampf zwischen Gut und Böse“, erzählt Mira Parthasarathy, freie Mitarbeiterin des Rautenstrauch-Joest-Museums, auf der Themenführung Indonesien während des Südostasientages. Wichtigstes Merkmal des Tanzes: Es gibt keinen Gewinner. Gut und Böse müssen nebeneinander existieren, keiner kann gewinnen, sie können höchstens ihr Gleichgewicht finden. „Solche Rituale sind häufig ein Versuch,

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donesia auch Javanisch, eine sehr alte und prestigeträchtige Sprache, die noch feudale Hierarchien widerspiegelt. Je nachdem, welche Form des Javanischen der Sprecher benutzt, lässt sich erkennen, wie und in welchem Verhältnis die Gesprächspartner zueinander stehen. Die Vielfältigkeit zeigt sich auch in den vielen religiösen Stätten des Inselstaates. Rund 90 Prozent der Bevölkerung gehören dem islamischen Glauben an, in vielen Regionen hat sich der Islam mit den Sitten und Gebräuchen der Naturreligionen vermischt. „Daneben gibt es große Gruppen hinduistischer, buddhistischer und christlicher Glaubensgemeinschaften“, sagt Mertes. Nach dem Einzug des Islams wurde die Insel Bali zu einem Zufluchtsort für Anhänger des Hinduismus. Zahlreiche Tempelanlagen zeigen die Bedeutung dieser Religion auf der kleinen Insel. Beeindruckend und wunderschön ist Tanah Lot, der Tempel im Meer. Regelmäßig pilgern die Bewohner der umgebenden Dörfer in einer bunten Prozession zu diesem Tempel, um ihren Göttern Opfer zu bringen. Auf der Hauptinsel Java, nahe der Stadt Yogyakarta, steht die buddhistische Tempelanlage Borobudur. Der Tempel besteht aus verschiedenen Ebenen, die die unterschiedlichen Sphären des menschlichen Daseins darstellen. Die unteren Ebenen zeigen entlang der Mauern kunstvoll in Stein gemeißelte Reliefs, die verschiedene

Geschichten darstellen. Auf den oberen Ebenen befinden sich 72 Stupen, beeindruckende glockenförmige Gebilde aus Stein, in denen jeweils eine Buddhafigur sitzt. In einer Stupa nahe des Haupteingangs werden einer speziellen dieser Figuren besondere Kräfte nachgesagt, denn wem es gelingt durch die Öffnungen der steinernen Stupa hindurch die Hände der Buddhafigur zu berühren, dem soll der Legende nach ein Wunsch erfüllt werden.

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uch im Alltag lassen sich kleine Schätze finden. Jeder, der schon einmal in Indonesien war, kennt die fest im kulturellen Alltag des Landes verwurzelten Kaki-Lima, kleine mobile Verkaufstände, an denen die Händler ihren Kunden direkt vor der Haustür ihr Lieblingsessen zubereiten. Die Besitzer dieser rollenden Restaurants ziehen mit ihrem Wagen von Dorf zu Dorf, jeder hat einen speziellen Ruf oder klopft eine bestimmte Melodie, an der ihn seine Kunden oft schon von Weitem erkennen. Die Vielfalt der indonesischen Küche können auch die Kölner genießen, in der Domstadt gibt es zahlreiche indonesische Restaurants. Das Haus Java in der Nähe des Neumarkts bietet einen Querschnitt durch die Landesküche, Gerichte wie Nasi Goreng (gebratener Reis) und Gado-Gado (gemischtes Gemüse) sind natürlich auch auf der Karte zu finden./mu

Termine 2012 Indonesien-Tag Sa. 01. September 12 Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstraße, 50670 Köln • Zeit und Platz der Begegnung mit: • Pasar Senggol mit Kunstgegenständen, Literatur, indonesischem Essen, etc. • Rahmenprogramm So. 01. Juli 12 Internationales und interkulturelles Kultur- und Begegnungsfest in Bonn Münsterplatz und Marktplatz, Bonn Mi. 20. Juni 12 (Eröffnung) ULOS - Ikats der Batak vom Tobasee, Nordsumatra bis 01.09. - ab 19:00 Uhr Galerie Smend, Mainzer Straße 31, KölnSüdstadt. Filmvorführung am Eröffnungsabend: RANGSA NI TONUN Ein ethnografischer Film über die Batak vom Tobasee, Nordsumatra, Indonesien von MJA Nashir Informationen unter www.smend.de Do. 14. Juni 12 - 19:00 Uhr Damen-Stammtisch - Haus Java, Am Rinkenpfuhl 57, 50676 Köln

Mehr als 40 Jahre KERAMION und immer mehr Raum für kreative Ideen

Foto@Keramion

Im zehnten Jahr seit der Gründung der Stiftung KERAMION ist es mit dem Neubau nun endlich gelungen, dem museumspädagogischen Anspruch des Hauses in vollem Umfang Rechnung zu tragen. Bislang war das dafür zur Verfügung stehende Platzangebot im Untergeschoss des Museums bisweilen doch recht beengt. Der lichtdurchflutete Neubau hingegen verspricht ideale Bedingungen für kreatives Arbeiten mit dem Werkstoff Ton. Da er sich zur Straße hin komplett öffnet, können die kreativ Schaffenden nicht nur den Blick nach draußen schweifen lassen, sondern auch die vorbeikommenden Passanten können einen sich ein Bild vom Geschehen im Pavillon machen. So wird Eine Aufhebung derdie bisweilen strikten Trennung in Innen und Außen sozusagen aufgehoben und damit auch Beflügelung

für so manch kreative Arbeit beflügelt. Von wissbegierigen Nachwuchsarchäologen und bunt bemalten Bartmannkrügen Zukünftig wird die museale Vermittlungsarbeit kontinuierlich ausgeweitet werden. Neben Schulprojekten wie Führungen und Workshops stehen auch für die jüngsten Besucher aus dem Kindergarten spezielle Angebote bereit. Großer Beliebtheit erfreuen sich seit je her die Kindergeburtstage. B, bei denen wird den kleinen Gästen nicht nur die Frechener Keramiktradition näher gebracht, sondern vor allem auch viel Wert darauf gelegt wird, dass die Kinder selbst spielerisch kreativ werden, sei es bei der Porzellangestaltung, beim Töpfern oder , beim Basteln

Da steht er endlich: Der neue museumspädagogische Pavillon des KERAMIoN in Frechen. Der Bau ergänzt die besondere Architektur des aus den 1970ern stammenden Museumsgebäudes in hervorragender Weise. Das in Bonn ansässige Architekturbüro Schröder und Schevardo realisierte einen rechteckigen Flachbau mit umlaufender Glasfassade, der auch die typischen leitwände des denkmalge-

schützten Hauptgebäudes aufgreift. Durch das Innere des Pavillons zieht sich außerdem eine Keramikmauer. Besonders schön hieran: Die für die Mauer verwendeten Keramikplatten wurden beim Abriss der ehemaligen Steinzeugfabrik Cremer & Breuer GmbH gefunden, die vom Gründer des KERAMIoN, Dr. Gottfried Cremer, im frühen 20. Jahrhundert errichtet worden war. Die Verwen-

dung der Platten mit an die Sonnensymbole der Azteken erinnernden Motiven hätte den damaligen Initiator sicherlich besonders erfreut. Für die Ausführung des Neubaus zeichnete sich ein früherer Schüler Stefan Polónyi´s verantwortlich, Diplom-Ingenieur Thomas Knabben. Polóonyi hatte damals zusammen mit dem Architekten Peter Neufert den Bau des KERAMIoN realisiert.

der regional bekannten Bartmannkrüge. Besonderes Highlight: die oder aber bei der spannenden Archäologenausgrabung, an deren Ende die fleißigen Helfer eine Urkunde überreicht bekommen. Aber Achtung: Festes Schuhwerk und „matschverträgliche“ Kleidung sind hier oberstes Gebot! Und auch beim Porzellanmalern oder Töpfern sollte darauf geachtet werden, stets die vom Museum gestellten Kittel anzubehalten, sonst „freut“ sich so mancher Elternteil, wenn sein oder ihr Spross nach Hause kommt. Für die Mitarbeiter des Museums ist besonders der neu gewonnene Brennofen ein großer Zugewinn: „In über 50 Veranstaltungen pro Jahr kommen eine Menge Tonarbeiten zusammen, da ist es für ein Keramikmuseum unabdingbar, einen eigenen Brennofen zu besitzen“, sagto Christine

Otto. In der Vergangenheit mussten die getöpferten Werke stets zu externen Brennereien gebracht werden, was sowohl für die Mitarbeiter des Museums aufwändig war als auch unbefriedigend für die Kinder, die bisweilen doch recht lange auf ihre Werke warten mussten. Aber nicht nur für die jüngeren Besucher führt das KERAMION interessante pädagogische Angebote durch. Auch in Hinblick auf die Erwachsenenbildung schafft der hinzugekommene Pavillon neue Perspektiven - für interessante Vorträge und abwechslungsreiche Workshops. Abgerundet wird er mit einer Leseecke und einem internetfähigen Arbeitsplatz sowie einer behindertengerechten Toilette, die das Museum einen weiteren, entscheidenden Schritt in Richtung Barrierefreiheit unternehmen lässt.

Doch mit diesen umfassenden Neuerungen nicht genug: Das KERAMION verändert sich weiter. In einigen Wochen wird der keramische Brunnen von Kurt Derkum, einst auf dem Anwesen von Dr. Gottfried Cremer installiert, wieder Wasser speien. Wo? Vor dem KERAMION natürlich dort, wo Keramik lebendig wird./kf Ausstellung Marianne Eggimann: STREUNEN bis zum 26. August 2012 KERAMIoN Bonnstraße 12 50226 Frechen Öffnungszeiten: Di.-Fr./So. 10.00 – 17.00 Uhr, Sa. 14.00 – 17.00 Uhr Öffentliche Führung: jeden ersten Sonntag im Monat um 11.00 Uhr


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Elementare Prozesse mit Zellstoff Reliefbilder aus Papier und Zellstoff im Wechselspiel von malerisch-farbiger und körperhaft-plastischer Gestaltung Von Peter Köster Vielleicht haben Sie es bemerkt? Seit zwei Monaten hat unser Magazin ein neues Erscheinungsbild – aus second magazine ist seconds geworden, und auch inhaltlich haben wir einiges verändert. So gibt es nun in jeder Monatsausgabe einen thematischen Schwerpunkt. In dieser Ausgabe ist es: „Fest der Kultur(en)“. Unser Autor Peter Köster fand diese Idee so gut, dass er seinen Beitrag über die Kultursparte der Kunst gleich mit einem Vorausblick auf den Grundstoff zu unserem JuliSchwerpunkt „Zeitung – ein modernes Medium“ verknüpft hat. Bad Honnef/Bergisch Gladbach. Nie waren die Möglichkeiten künstlerischer Produktion so vielfältig wie heute. Abstraktion und Figuration schließen einander längst nicht mehr aus, neue Medien haben die überlieferten Kategorien ergänzt, die Freiheit im Umgang mit den Materialien ist nahezu unbegrenzt, dem Übergang von der zweiten in die dritte Dimension im Herstellungsprozess entspricht die Mischung der optischen und der haptischen Wahrnehmung beim Betrachter. Wolfgang Heuwinkel ist ein solch künstlerischer Produzent. Sein Arbeitsmaterial ist der Zellstoff, ein aus Holz gewonnener Papier-Rohstoff. Mit dem Fasermaterial setzt er sich in einer außergewöhnlichen, erweiterten Form auseinander. Heuwinkel bearbeitet das Papiermaterial skulptural, löst Strukturen heraus oder unterzieht es verschiedenen Experimenten mit Farbe, Wasser, Feuer oder der Witterung. Veränderungsprozesse interessieren ihn, die den Zellstoff agieren lassen, auf eine lebendige Weise verwandeln und einen eigenen ästhetischen Charakter entwickeln. Assoziationen an Gegebenheiten der Natur oder an Landschaften scheinen auf und münden in einem reizvollen Schwebezustand zwischen gestalterischer Setzung und Aleatorik. Das Katholisch Soziale Institut (KSI) der Erzdiözese Köln in Bad Honnef zeigt unter dem Titel „Elementare Prozesse

mit Zellstoff“ bis zum 8. Juli eine großangelegte Schau des in Bergisch Gladbach beheimateten Künstlers Wolfgang Heuwinkel. Zellstoff ist der Bildträger In seinen Arbeiten reagiert Heuwinkel auf den Herstellungsprozess des Papiers. Er bearbeitet Papier und Zellstoffplatten mit Hilfe von Wasser und mechanischer Kraft und verwendet zusätzlich die Zellstoffmasse Pulp. „Zellstoff ist das Basismaterial für die Papiererzeugung“, sagt Wolfgang Heuwinkel und fügt hinzu: „Zellstoff ist die chemisch aufbereitete Fasermasse aus Holz und anderen pflanzlichen Rohstoffen wie Eukalyptus oder Hanf.“ - „Zellstoff ist der Bildträger“, erläutert Renate Goldmann, Direktorin im Leopold-Hoesch-Museum, Düren. Aus dem Papierfaserstoff, der aus den aufgelösten Zellstoffbahnen mit Zusätzen von Bindemitteln für die Papierherstellung eingesetzt wird, entsteht der sogenannte Pulp. Das heißt, Pulp fließt als flüssige Papiermasse auf das Sieb der Papiermaschine, verteilt sich dort gleichmäßig und wird im anschließenden Trocknungsprozess nach der „Blattbildung“ als Papierbahn aufgerollt. Die Faszination von Zellstoff und Pulp als Material für Gestaltungsarbeiten gibt Heuwinkel die Möglichkeit einer flexiblen Bearbeitung. Die Faser erlaubt in Verbindung migt Wasser eine individuelle Formbarkeit, die in empirischen Trocknungsprozessen Stabilität erhält. „Diese gestaltbaren Eigenschaften sind für mein spontanes, emotionales Arbeiten eine ideale Grundlage“, so der Künstler. Ursprünglich arbeitete Wolfgang Heuwinkel in Aquarelltechnik. Im Experiment entdeckte er Moor als ein Malmittel, das einen Raum nicht nur malerisch simulierte, sondern als Relief entstehen ließ. Durch den Trocknungsprozess und durch die auf der Bildfläche abgelagerten Strukturen wurde in der Fläche die Anmutung einer Landschaft erzeugt. Vordergrund und Hintergrund sind nicht mehr nur gemalt, Hell und Dunkel stehen nebeneinander und überlagern sich im

Licht und Schatten. Räumlichkeit wird konkret erfahrbar. So entstehen Reliefbilder aus Papierstoff im Wechselspiel von malerisch-farbiger und körperhaft-plastischer Gestaltung. „Die brillant gedruckten Blätter“ sind – wie Karl Ruhrberg vom Museumsverein Düren sagt, „Resultat der ebenso intensiven wie konsequenten Auseinandersetzung eines exzellenten kreativen Experten mit den sensuellen und den spirituellen Eigenschaften seiner Materialien“.

Foto von der Ausstellung©Peter Köster

Farbgeologie Auf der Basis kontrastierender individueller Erfahrungen mit Moor, Zellstoff und vulkanischer Landschaft entwickelt Wolfgang Heuwinkel aus natürlichen und fabrizierten Stoffen eine künstlerische Farbgeologie eigener Prägung mit diffizilen Farbklängen und variantenreichen Strukturen. Seine gerissenen und mit Papierstoff „Pulp“ vermischten Aquarelle waren die Vorstufe dazu. Die Faszination durch die unterschiedlichen Materialien ist die gleiche geblieben. Ruhrberg: „Dem Ziel der Verbindung des stofflich Konkreten mit dem immateriell Artifiziellen ist er mit den neuen Arbeiten noch näher gekommen. Individuelle Eingriffe des Künstlers machen bei allen Exemplaren die Grenze zwischen Original und Reproduktion durchlässig. Durch Befeuchtung und gezielte mechanische Einwirkungen wird das Materail gewölbt und strapaziert, bis es eine neue Form annimmt, der Moment der Belastung wird immer weiter ausgedehnt. Irgendwann reißt es und Löcher entstehen, die den Untergrund sehen lassen oder den Durchblick freigeben. Von der Feuchtigkeit zurückbleibende Wasserränder werden zu grafischen Linien, die Reliefstruktur lässt an landschaftlich deutbare „Höhenzüge“ und „Verwerfungen“ denken. In den Vertiefungen des Reliefs fängt sich das Licht, in der weißen Fläche „malt“ das Licht Schatten. Gemalter und realer Raum treffen sich in der Fläche. Neben dem visuellen Reiz des weißen Materials durch differenzierte Licht- und Schattenwirkungen spielt bei Heuwinkel

Foto von der Ausstellung©Peter Köster

auch das haptische Moment, das Fühlen, Tasten und Berühren zum „Begreifen und Erfahren“ seiner Arbeiten eine Rolle. „Bereits im Entstehen, beim Prozess des Werdens und Gestaltens, löst dieses fühlbare Begreifen des Faserstoffes eine Sympathie für das Material aus“, so Renate Goldmann.

Ausstellung: (noch bis zum 8. Juli) „Elementare Prozesse mit Zellstoff“ Katholisch-Soziales-Institut Selhofer Straße 11 53604 Bad Honnef Tel.: 0 22 24/9 55-0 www.ksi.de

Kurzbiographie Wolfgang Heuwinkel: Geboren 1938 in Detmold. Bekannt geworden durch seine AquarellMalerei, für die er in Verbindung mit gerissenen Papieren neue Ausdrucksformen gefunden hat. Lebt in Bergisch Gladbach. Langjährige Tätigkeit in der Papierindustrie. Studien der Kommunikation in Zürich. Studium der freien und angewandten Grafik in Bielefeld.

Unser Thema in der JuliAusgabe: „Zeitung“

Vernissagen Köln BBK-KÖlN | STAPElHAUS RILEY, MATSUNOBE, ALZATI | Opekta International| Eröffnung Mi. 30.05. (20 h); bis 29.06. Frankenwerft 35, 50667 Köln KolUMBA | Raum 10: | thoughts | kuratiert von Leiko Ikemura 30.05. bis 31.08. Kolumbastraße 4, 50667 Köln ClAGES | SHILA KHATAMI Eröffnung Fr. 01.06. (19 h); bis 14.07. Brüsseler Straße 5, 50674 Köln

KRUPIC KERSTING GAlERIE | KUK CLAUDIA MARCELA ROBLES ›Ondulaciones‹ Eröffnung Fr. 01.06. (18.30 h); bis 28.07. Jülicher Strasse 14, 50674 Köln GAlERIE CHRISTIAN NAGEl ADAM HARRISON |Projection of Louis Lumiere (dir. Eric Rohmer, 1968). Duration: 66 Min.| Eröffnung Fr. 01.06. (19 h); bis 04.08. Diko-Reisen Reisebürogalerie Komödienstraße 48, 50667 Köln

GAlERIE JUlIA GARNATZ SIEGFRIED ANZINGER |Zeichnungen| Eröffnung Fr. 01.06. (18–21 h); bis 21.07. Schaafenstraße 10, 50676 Köln

KÖlNISCHES STADTMUSEUM ›In den Trümmern von Köln. Zeichnungen von Raffael Becker aus der zerstören Stadt | 01.06. bis 29.07. ›Revolution! Dem Maler Wilhelm Kleinenbroich zum 200. Geburtstag | 23.06. bis 23.09. | ›Dekoration... Ein bunter Traum: Kölns romanische Kirchen im Historismus‹ 07.07. bis 23.09. Zeughausstraße 1-3, 50667 Köln

GAlERIE KARSTEN GREVE SERGIO VEGA bis 28.07. Eröffnung Fr. 01.06. (18–20 h); Drususgasse 1-5, 50667 Köln

GAlERIE CHRISTIAN lETHERT JOE FYFE | Elecciones | Eröffnung Sa. 02.06. (16–19 h); bis 28.07. Antwerpener Straße 4, 50672 Köln

GAlERIE CHARloTTE DESAGA ELAINE CAMERON-WEIR Eröffnung Fr. 01.06. (19–22 h); bis 30.06. Maybachstraße 172-174, 50670 Köln

MUSEUM lUDWIG Ein Wunsch bleibt immer übrig. Kasper König zieht Bilanz | 02.06. bis 04.11. CLAES OLDENBURG | Claes Oldenburg | 23.06. bis 30.09. Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln SIMUlTANHAllE JOHANNES JENSEN Eröffnung Sa. 02.06. (18 h); bis 30.06.; Finissage Sa. 30.06. (18 h) Volkhovener Weg 209-211, 50765 Köln Öffnungszeiten während der Ausstellung: GAlERIE HEINZ HolTMANN UTA PÄFFGEN ›Neue Bilder‹ Eröffnung So. 03.06. (12–15 h); bis Ende Juli. Anna Schneider Steig 13, 50678 Köln-Rheinauhafen Parkgarage Rheinauhafen, Aufg. 6.04 SSZ SUED GRUPPE UNO WIEN |Abstraktionen | Rekreation| Eröffnung Mi. 06.06. (19 h); Finissage Mi. 20.06. (19 h) Otto-Fischer-Straße 5, 50674 Köln

GAlERIE STRACKE VINCENZO PAREA |La luce aniconica| Eröffnung Fr. 08.06. (18 h); bis 07.07. Klingelpütz 16, 50670 Köln WAllRAF-RICHARTZ-MUSEUM FONDATION CORBOUD |Augenblicke und Fiktionen. Johann Anton de Peters im Paris der Aufklärung| 08.06. bis 19.08. Obenmarspforten (am Kölner Rathaus), 50667 Köln MolTKEREI WERKSTATT ANNA GONZÁLEZ SUERO | Diplomarbeit: Planet Fetus | 14.06. bis 23.06 Moltkestraße 8, 50674 Köln JAGlA AUSSTEllUNGSRAUM LISA BUSCHE, SUSE BAUER Eröffnung Fr. 15.06. (19 h); bis 20.07. Hansaring 98, 50670 Köln

GAlERIE WERNER KlEIN JAN SVENUNGSSON ›Psycho-Mapping Europe‹ Eröffnung Sa. 16.06. (15–19 h); bis 14.07. Volksgartenstraße 10, 50677 Köln BRUCH & DAllAS CAROLA KEITEL & DANIELA TÖBELMANN |ex negativo| Eröffnung Fr. 22.06. (19 h); bis 20.07. Ebertplatzpassage, 50668 Köln GAlERIE PRISKA PASQUER SHIN YANAGISAWA |Shin Yanagisawa Tracks of the City| Eröffnung Fr. 22.06. (18–21 h); bis 29.08. Albertusstraße 9-11, 50667 Köln GAlERIE SUSANNE ZANDER HOWARD FINSTER, DANIEL JOHNSTON, MINGERING MIKE, ROYAL ROBERTSON, ANDRÉ ROBILLARD, BRUNO SCHLEINSTEIN, AUGUST WALLA u.a. |Outsider Art|Music| Eröffnung Fr. 22.06. (18–21 h); bis 28.07. Antwerpener Straße 1, 50672 Köln

lEHR ZEITGENÖSSISCHE KUNST R. EISCH, B. JAKOB, J. HOLTHOFF, I. HÖYNG, NEUES KUNSTFoRUM C. WINTER, T. BRINKMANN |Gästeliste| RAABE STEPHAN, PIET TRANTEL | Eröffnung Fr. 15.06. (19–21 h); bis 28.07. RESTKUNST | Antwerpener Straße 55, 50672 Köln

23.06. bis 22.07.; Termine unter restkunst.net Alteburger Wall 1, 50678 Köln ART GAlERIE 7 - MEIKE KNÜPPE V. GUTHER & F. VAHLBRUCH |New York– upside–down| Fotografie & Malerei Eröffnung Do 28.06. (19–22 h); bis August St.-Apern-Straße 7, 50667 Köln GAlERIE GISElA CAPITAIN KATSUHIRO YAMAGUCHI Eröffnung Do. 28.06. (18–20 h); bis August St.-Apern-Straße 20-26, 50667 Köln DREI GROUPSHOW Eröffnung Do. 28.06. (18 h); bis 11.08. Albertusstr. 3, 50667 Köln JAPANISCHES KUlTURINSTITUT H. HAMAYA, I. KIMURA, K. DOMON, T. HAYASHI, I. NARAHARA, S. NAGANO, Y. ISHIMOTO, S. TOMATSU, T. TANUMA, K. KAWADA, E. HOSOE |Die Metamorphose Japans nach dem Krieg. Fotografie 1945 – 1964| Ende Juni bis Ende September Universitätsstr. 98, 50674 Köln


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Acht Brücken Musik für Köln Die Avantgarde beehrte Köln - Ein Nachbericht Stücken von Rebecca Saunders, James Tenney und Earle Brown. Trotz der teilweise wirklich sehr jungen Orchestermitglieder war es erstaunlich, wie selbstsicher das Ensemble mit seinen Instrumenten umging. Es war ein sehr facettenreiches Klangerlebnis, dem das Publikum folgen durfte und dies auch mit Begeisterung tat.

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ller guten Dinge sind drei dachte ich mir und beschloss mein Eintauchen in die Neue Musik in dieser John Cage-gewidmeten Woche am 02.05. mit dem ensemble mosaik, welches sich um 20:00 Uhr im Museum für angewandte Kunst präsentierte, zu beschließen. Das Ensemble setzt sich aus 11 Mitglie-

John Cage (© Brigitte Friedrich)

Zum zweiten Mal fand in der Zeit vom 29.04. – 06. Mai das Acht-Brücken-Festival in Köln statt. Dieses Jahr stand es ganz im Zeichen John Cages. Der Avantgarde-Musiker, der dieses Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, wurde eine Woche lang auf unterschiedlichste Weise in Köln bedacht und die Neue Musik wurde gefeiert.

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ine Gelegenheit, die sich in dieser Form in Köln so schnell nicht wieder bieten würde, tat sich auf: die Begegnung mit der Neuen Musik und einem seiner größten Vertreter. Ich wollte sie wahrnehmen und stürzte mich frohen Mutes in diese avangardistische Woche, die für mich am 28. April mit der Ausstrahlung des einzigen Films von John Cage „One 11 and 103“, ausgestrahlt im Filmforum, begann. Der Film, welcher sich aus der filmischen Darstellung von Licht und Schatten eines (One) Kameramannes und dem musikalischen Klangraum von 103 Orchestermitgliedern zusammensetzt, indem beides parallel zueinander läuft, war recht gut besucht. Während der Film ohne Thema uns Zuschauer zu uns selber führte, entstanden beim Hören des Orchesterstückes ganz eigene komplette Klangräume, die weit über das auf der Leinwand gezeigte hinausgingen und somit den gesamten Kinosaal mit Klang erfüllten. Der Blick war auf die Leinwand gerichtet und folgte dem Licht- und Schattenspiel, während das Ohr einen virtuellen Raum der aufgenommenen Töne auferstehen ließ. Cage wollte mit seinen Werken das Publikum auf sich selbst lenken. Dieser Film, den Cage kurz vor seinem Tode fertigstellte, zeigt dies in außergewöhnlichem Maß. Während das Publikum mehr oder minder konzentriert dem Film folgte, konnte ich gleichzeitig verfolgen, wie sich einige Köpfe um mich herum erst langsam senkten, um dann gänzlich den Blick ins Innere zu senken. Dies war nicht nur für mich der Beweis, dass Cage wusste, wie er sein Publikum beeinflusst, sondern auch der Beweis dafür, dass ernste Musik überaus anstrengend sein kann. Nichtsdestotrotz hat mich der Film insofern positiv beeinflusst, als dass ich hierdurch einen ersten Einblick gewonnen habe, was es heißt, Klangwelten zu

erzeugen, ohne konkrete Bilder vorzugeben, bzw. dem Publikum das bildliche Orchester zu nehmen und ihm sich selbst und seiner Klangwelt zu überlassen. Es war für mich ein spannender Auftakt in eine für mich neue musikalische Welt eines alten Meisters mit einer Vision.

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ie zweite Veranstaltung, die ich mir aus dem sehr vielfältigen Programm herausgepickt hatte, war die ON@ACHT am 30.04.2012. An diesem Abend stellte sich die junge Musikszene des Netzwerkes Neue Musik ON, dem mehr als 30 Kölner Institutionen, Veranstalter und Ensembles angehören, eine ganze Nacht lang in dieser siebenteiligen Musiknacht vor. Dieses Ohrenschmaus-Schmankerl wollte ich mir nicht entgehen lassen. Zumindest teilweise konnte ich es wahrnehmen. Mein musikalischer Abend sollte mit der Veranstaltung vom „ensemble cras“ um 19:00 Uhr im Funkhaus Wallrafplatz beginnen. Was ich dabei vorab nur nicht wusste: Die Veranstaltungen wechselten ab 19:00 Uhr immer zwischen dem „Kleinen Sendesaal“ und dem großen Veranstaltungssaal hin und her. Das ensemble cras spielte im „Kleinen Sendesaal“, welcher wegen Überfüllung um kurz vor 19:00 Uhr geschlossen wurde. So stand ich zwar mit Karten, jedoch recht sprachlos vor geschlossener Tür. Über diese Sicherheitsmaßnahme erfuhr das Publikum im Vorfeld leider nichts. Jedoch blieb ich brav vor der Tür stehen, in der Hoffnung, dass doch noch einige Zuschauer den Saal im Laufe der Veranstaltung verlassen würden. Dies kam auch so, und damit stieg ich doch noch inmitten des Konzertes ein und konnte mir die Uraufführung „Vordergrundrausch“ des jungen Komponisten Yasutaki Inamori in Gänze anhören, welches sich in meinen Ohren sehr nach den alten Meistern der Avangarde richtete. Dem emsemble cras kann man ganz klar den Spaß an der Freude mit der Neuen Musik, sowie mit dem Umgang der präparierten Instrumente, die zur Grundausstattung dieser Musikrichtung vor allem seit der Zeit John Cages gehören, bescheinigen. Es hat Freude gemacht, diesem Ensemble zuzuhören und zuzusehen.

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em folgte um 20.00 Uhr das “Studio musikFabrik – Jugendensemble des Landesmusikrats NRW mit

dern mit 10 Instrumenten (von der Flöte über die Oboe bis zum Schlagzeug und der Harfe bis zum Violoncello) zusammen und verspricht daher schon eine gewisse Klangvielfalt. Dies sollte sich während der Aufführung bestätigen. Die Stücke versprachen im wahrsten Sinne des Wortes Unterhaltung. Es wurde instrumental gestritten, unter- und überboten, es ging von kaum hörbar bis ohrenbetäubend. Man hatte den Eindruck, auf einer Lichtung zu sitzen und einem Vogelkonzert zu lauschen und dann doch wieder einer neckischem Unterhaltung zu folgen, wo der Kleine den Großen von seinem lauten Getöse ablenkte. Auch dieses Konzert hätte für mich ewig weitergehen können. Doch alles Gute hat mal ein Ende und so liegt auch dieses ACHT BRÜCKEN-Festival wieder hinter uns. Eine Woche voller musikalischer und vor allem neuer Eindrücke. So konnte ich hier auch nur einen kleinen Teil wiedergeben und selbst wahrnehmen. Das Programm bot so vieles mehr, wie zum Beispiel die ACHT BRÜCKEN Lounge im Festivalzelt im Rheingarten, Lesungen und Aufführungen in der Mittags- und Nachmittagszeit. Es war eine wirklich bunt gestaltete Woche in eine Musikrichtung, die sich bis heute weiterentwickelt und bei der es Freude macht, dieser Entwicklung zuzuschauen und zuzuhören. Ich bin gespannt, welchen Schwerpunkt sich ACHT BRÜCKEN / Musik für Köln für das nächste Mal vornimmt und freue mich jetzt schon auf das dritte ACHT BRÜCKEN-Festival. / nd

Leonhard Huhn's Baldiosur (© Künstleragentur)

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DEUTZ - CHOR KÖLN Er hat den guten Namen der DEUTZ AG in die Welt getragen

Klassik und Schauspieltermine Mai Philharmonie Köln 02.06.2012 Samstag 20:00 Uhr An Evening with Joan Baez

Er hat den guten Namen der DEUTZ AG in die Welt getragen – und sich dabei selbst einen hervorragenden Namen gemacht: der DEUTZ - CHoR KÖlN. Noch lagen Köln und das Werk in Trümmern, als sich 1946 acht Männer unter Peter Grützenbach aufmachten, einen Chor zu gründen. Aus acht wurden bald viele. Musikdirektor Heinrich Brach und Heinrich Brüggemann als Erster Vorsitzender waren die Männer der ersten Stunde, die den Chor zu ersten öffentlichen Auftritten - und Erfolgen führten. 1951 übernahm Musikdirektor Georg Gatz den Taktstock und die KHD nach wie vor die Unterstützung. Musikalisch und organisatorisch gut gerüstet konnten erste überregionale Erfolge notiert werden. Reisen ins Süddeutsche und nach Liechtenstein, nach Wien und Montreux brachten Applaus und Ehrungen ein. Mittlerweile war der Chor 100 Mann stark und sängerisch auf hohem Niveau. So konnte man bereits 1966 behaupten: Zuhause beliebt und in Europa beachtet. 1967 dann Johannes Schiffgen als Nachfolger von Heinrich Brüggemann in der Präsidentschaft. Unter seiner Ägide erschien die erste Langspielplatte. Und zum 25-jährigen Jubiläum führte er den Chor nach Norwegen. 1975 dann nach Griechenland. Große Erfolge gab es auch in der Heimat zu feiern: in Kölns Gürzenich und auf dem Kölner Roncalliplatz. Außereuropäisch wurde es 1978 mit der Reise nach Algerien, eine Spanienreise fand 1979 statt. 1882 übernahm Oswald Gilles den Chor als Dirigent. Reisen in die Niederlande und im Jubiläumsjahr 1986 nach Nordkorea, China, Singapur und Malaysia trugen zum guten Ruf des Chores weltweit bei.

Mit der Reise 1989 in die ehemalige DDR begann eine schöne Praxis des sozialen Engagements. Sie sollte sich fortsetzten: für die Partnerstadt Wolgograd, für die Rundschau-Altenhilfe DIE GUTE TAT e.V., für das Ronald MacDonald - Haus in Köln. Eine Praxis, die bis heute Bestand hat. 1996 – fünfzig Jahre DEUTZ-CHOR und eine Konzertreise in die USA und nach Kanada. Einmal mehr zeigte sich der Chor als hervorragender Repräsentant des Unternehmens DEUTZ, als Botschafter der Stadt Köln und als musikalischer Mittler zwischen Ländern und Menschen. Und in der Heimat? Fernseh-Aufzeichnungen und Mitgestaltung des 750-jährigen Jubiläums der Stadt Köln trugen zum guten Ruf des Chores erheblich bei. Und zum Erfolg der DEUTZ AG. Seine Auftritte im In- und Ausland waren hervorragende Werbekampagnen für das Unternehmen, dessen Namen er trägt. Wieder ein Stabwechsel. Im Jahre 2000 übernahm Heinz Walter Florin von Oswald Gilles den Dirigentenstab. Dieser Vollblutmusiker hat mit seiner „Symphonie in Kölsch“ ein wunderbares Klangbild geschaffen, vom DEUTZ-CHOR KÖLN, den Domstadt Philharmonikern und Vokalisten der Bläck Fööss brillant interpretiert. Schweden, Süddeutschland, Österreich und Italien waren weitere Reiseziele. Und dann erneut: der DEUTZ-CHOR KÖLN im Fernsehen. Und Weihnachten 2005 in der Kölner Philharmonie ein großartiges Benefizkonzert. 2006 – 60 erfolgreiche Jahre DEUTZCHOR KÖLN, die mit einer Reise nach Minsk, Moskau und Sankt Petersburg und mit großen Konzerten und Events gebührend gefeiert wurden. 2008 – China mit den Stationen

Changsha, Dalian und Peking und fantastischen Konzerten sowie dem Höhepunkt der Reise: ein Konzert zusammen mit dem Beijing Symphonie Orchestra in der Forbidden City Concert Hall in Pekings „Verbotener Stadt“. Und immer wieder aufregende und künstlerisch anspruchsvolle Konzerte in der Kölner Philharmonie: eine fantastische „Opern-Gala“ 2006, „DEUTZ Proms of Cologne“ 2007, OperettenGalas“ in 2008 und 2009 dann die Aufführung von Gustav Mahlers „Achter Symphonie – der Symphonie der Tausend“. 2010 erneut „DEUTZ Proms of Cologne“ und last, but not least 2011 die konzertante Aufführung der Verdi Oper „Nabucco“ in italienischer Sprache. Nicht zu vergessen die alljährlichen vorweihnachtlichen Konzerte im Kölner Gürzenich. 2011 – im Jubiläumsjahr „65 Jahre DEUTZ-CHOR KÖLN“ eine Konzertreise durch drei Länder: Deutschland mit Ulm, Österreich –mit einer großen Messe (Charles Gounod) im Salzburger Dom und Italien mit einem Opern- und Operettenkonzert in Lecco am Comer See und ebenfalls einer Messe im Markusdom in Venedig. Die musikalische Reise „Berlin – Paris“ findet statt am 9. Juni 2012, um 20.00 Uhr in der Kölner Philharmonie. Karten dafür gibt es bei KölnTicket (0221/2801) und bei Manfred Hassenpflug (02203/81625) sowie unter karten@deutz-chor.de zum Preis von 24,00 € bis 51,00 €. Autor: Günter Nawe Fotocredits: Reinhold Schäfer

Berlin - Paris: Eine musikalische Reise Der Deutz-Chor Köln in der Kölner Philharmonie Durch Berlin fließt die Spree, und Paris liegt an der Seine. Und doch haben beide Städte bei aller Unterschiedlichkeit vieles gemeinsam. Dies musikalisch auszuloten, wird Sache des Deutz - Chor Köln sein, der mit seinem Sommerkonzert 2012, präsentiert von der Kölnischen Rundschau, zu einer musikalischen Reise einlädt. Geboten wird ein unterhaltendes, ein attraktives Programm – mit bekannten Schlagern und Chansons, mit großen Chorpartien und spannenden Instrumentals – und mit einer berauschenden Ballett-Choreographie; heiter und charmant und ein wenig frech, mit Berliner Schnauze und Pariser Esprit. Reisebegleiter sind natürlich der Deutz-

Chor Köln, der österreichische Kammersänger Sebastian Reinthaller und die schwedische Sängerin Karin Pagmar (die „Stimme“ der Zarah Leander). Und Adrienne Haan gibt eine wunderbare

westdeutsche Philharmonie und das Deutsche Fernsehballett. Durch die Reise von der Spree an die Seine führen die bekannte Fernsehjournalistin und Moderatorin Susanne Wieseler und der Sänger und Moderator Thomas Aydintan. Reiseleiter ist der künstlerische Leiter und Dirigent Heinz Walter Florin. Die musikalische Reise „Berlin – Paris“ findet statt am 9. Juni 2012, um 20.00 Uhr in der Kölner Philharmonie. Karten dafür gibt es bei KölnTicket (0221/2801) und bei Manfred Hassenpflug (02203/81625) sowie unter karten@deutz-chor.de zum Preis von 24,00 € bis 51,00 €.

Edith Piaf. Dabei sind auch die Nord-

Autor Günter Nawe

13.06.2012 Mittwoch 11:30 Uhr ohrenauf!-Kinderkonzert. R. Oberaigner, T. Jedamzik, Gürzenich-Orchester Köln, M. Stenz: Strauss

03.06.2012 Sonntag 11:00 Uhr F. Zeijl, H. Eppendorf, O. Schwarz, R. Schottstädt, M. Wittgens, Gürzenich-Orchester Köln, C. Zacharias: Haydn, Messiaen, Poulenc

14.06.2012 Donnerstag 12:30 Uhr WDR Sinfonieorchester Köln, J. Saraste: EINTRITT FREI!

03.06.2012 Sonntag 16:00 Uhr Tetraktys String Quartet: Beethoven, Ginastera, Skalkottas

14.06.2012 Donnerstag 20:00 Uhr K. Zimerman, Hagen Quartett: Bacewicz, Janáček, Schumann

04.06.2012 Montag 20:00 Uhr F. Zeijl, H. Eppendorf, O. Schwarz, R. Schottstädt, M. Wittgens, Gürzenich-Orchester Köln, C. Zacharias: Haydn, Messiaen, Poulenc

15.06.2012 Freitag 20:00 Uhr A. Volodos, WDR Sinfonieorchester Köln, J. Saraste: Bartók, Brahms

05.06.2012 Dienstag 20:00 Uhr F. Zeijl, O. Schwarz, H. Eppendorf, R. Schottstädt, M. Wittgens, Gürzenich-Orchester Köln, C. Zacharias: Haydn, Messiaen, Poulenc

16.06.2012 Samstag 15:00 Uhr Gürzenich-Orchester Köln 6. Kammerkonzert. S. Blattert, T. Adamsky, R. Schottstädt, M. Wittgens, U. Berg, E. Polyzoides, S. Duven, J. Griesheimer, H. Rasche: Françaix, Strauss, Wagner

08.06.2012 Freitag 20:00 Uhr P. Aimard, Orchestra of the Age of Enlightenment, S. Rattle: Debussy, Fauré, Ravel

16.06.2012 Samstag 20:00 Uhr A. Volodos, WDR Sinfonieorchester Köln, J. Saraste: Bartók, Brahms

09.06.2012 Samstag 20:00 Uhr S. Reinthaller, K. Pagmar, A. Haan, Deutsches Fernsehballett, Deutz-Chor Köln, Nordwestdeutsche Philharmonie, H. Florin, S. Wieseler, T. Aydintan: Berlin-Paris – Eine musikalische Reise

17.06.2012 Sonntag 11:00 Uhr V. Priebus, Ford-Sinfonieorchester, B. Lang: Debussy, Dvořák, Elgar

10.06.2012 Sonntag 11:00 Uhr JUGEND MUSIZIERT Konzert der Bundespreisträger aus Nordrhein-Westfalen. : 10.06.2012 Sonntag 16:00 Uhr S. Reinthaller, K. Pagmar, A. Haan, Deutsches Fernsehballett, Deutz-Chor Köln, Nordwestdeutsche Philharmonie, H. Florin, S. Wieseler, T. Aydintan: Berlin-Paris – Eine musikalische Reise 12.06.2012 Dienstag 20:00 Uhr V. Grigolo, D. Rigosa, D. Bonaviri, Slowakische Sinfonietta, D. Rustioni: Verdi, Mozart, Donizetti, Puccini, Catán 13.06.2012 Mittwoch 09:30 Uhr ohrenauf!-Kinderkonzert. R. Oberaigner, T. Jedamzik, Gürzenich-Orchester Köln, M. Stenz: Strauss

17.06.2012 Sonntag 18:00 Uhr C. Widmann, T. Tetzlaff, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, J. Stockhammer: Brahms, Haydn, Rihm, Schumann 21.06.2012 Donnerstag 12:30 Uhr Gürzenich-Orchester Köln, M. Stenz: EINTRITT FREI! 23.06.2012 Samstag 20:00 Uhr D. Wortig, A. Petersen, V. Schirrmacher, A. Ezenarro, F. Blees, T. Nelles, W. Satter, C. Sturm, WDR Rundfunkchor Köln, D. Marlow, WDR Rundfunkorchester Köln, J. Mauceri: Romberg 24.06.2012 Sonntag 11:00 Uhr Gürzenich-Orchester Köln, M. Stenz: Mahler 24.06.2012 Sonntag 20:00 Uhr c/o pop Festival - Soap&Skin

Schauspiel Köln Juni-Programm in der Halle Kalk Nach dem Gastspiel „Robo A Gogo“ am 31. Mai, am 1. und 2. Juni (siehe unten) stehen dort nach über einem Jahr Pause „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ in der Regie von Karin Beier am 7., 8. und 10. Juni wieder auf dem Programm. Am 14., 16. und 17. Juni spielen wir „Wastwater“ von Simon Stephens in der Regie von Dieter Giesing, und am 22., 23. und 24. Juni zum letzten Mal „Das Erdbeben von Chili“ auf dem Spielplan. Danach gehört die Halle Kalk der 30. Schultheaterwoche in Zusammenarbeit mit der Theatergemeinde. Ingesamt 12 Produktionen werden dort gezeigt. Rheinische Rebellen Am 9. und 10. Juni „touren“ die RHEINISCHEN REBELLEN mit ihrem Projekt „Utopia Kalk“ durch den Stadtteil auf der „schäl sick“. Die Aufführungen/Stadtführungen finden am 09. und 10. Juni tagsüber statt, Eintritt frei, bei Interesse anmelden unter rr@schauspielkoeln.de (oder telefonisch 0221 221 28201) Schauspiel Köln unterwegs FLUCH DER HOFFNUNG Eingeladen zum Theatertreffen der Jugend 2012 im Rahmen der Berliner Festspiele: Unsere Rheinischen Rebellen 2.0 sind mit der Inszenierung „Fluch der Hoffnung“ in

der Regie von Anna Horn eingeladen zum diesjährigen Theatertreffen der Jugend im Rahmen der Berliner Festspiele (25. Mai - 2. Juni). Nominiert wurden 20 von insgesamt 123 Produktionen. Die Jury hat sich im März all diese Inszenierungen live angesehen und Ende März ihre Auswahl für das 33. Theatertreffen der Jugend getroffen und acht Produktionen nach Berlin eingeladen. "Fluch der Hoffnung" gastiert am 27. Mai im Haus der Berliner Festspiele. WIR KINDER VoN THEBEN Eingeladen zum NRW-Theatertreffen 2012 in Oberhausen Robert Borgmanns Inszenierung, die im Dezember in der Schlosserei Premiere feierte, ist im Juni in Oberhausen zu Gast. Die beiden Vorstellungen "Wir Kinder von Theben", mit denen wir uns am 28. und 29. April von der Schlosserei verabschieden, sind bereits restlos ausverkauft. Eine Wiederaufnahme in der EXPO XXI in der kommenden Spielzeit ist geplant. „Wir Kinder Kinder von Theben“ gastiert am 13. Juni im Theater Oberhausen DIE RINGE DES SATURN Eingeladen zum Festival d’ Avignon 2012 Schon vor der Premiere am 11. Mai hat das Festival d’ Avignon Katie Mitchelss Inszenierung nach Frankreich eingeladen. Zu Beginn der Sommerpause geht es für das Ensemble also erst einmal auf Theaterreise. „Die Ringe des Saturn“ gastiert am 8., 9., 10. und 11. Juli im Gymnase Aubanel.


Juni

20 | Hörspiel

Seconds beim WDR Seconds begleitet Hörspielproduktion im WDR - Teil 2 Vier Menschen sitzen an großformatigen Bildschirmen und Mischpulten im abgedunkelten WDR-Produktionsstudio. Alle sind hochkonzentriert bei der Arbeit, niemand wagt zu stören. Auch nicht der freundliche Chinese im Hintergrund. Geduldig wartet er auf seinen Sprechereinsatz als chinesischer Muttersprachler. Später werden wir erfahren, dass jede Hörspielproduktion beim WDR immer mit so einem Viererteam bestehend aus Regisseur, Toningenieur, Tontechniker und Regieassistenz gefahren wird.

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logszene: Karin Schröder spricht die Rolle der BND-Ermittlerin Heike Xiao in einer ruhigen, gelassenen Art, Nic Romm alias Alexander ereifert sich mit leicht sächsisch klingendem Akzent: „Hände hoch, dass ich sie sehen kann.“ - „Du könntest beim zweiten Satz noch etwas näher ans Mikro herangehen“, sagt Regisseur Thomas Werner zu Karin Schröder. Gemeinsam mit dem Toningenieur Achim Fell hat er am Aufnahmepult Sichtkontakt zu den Schauspielern, gibt seine Regieanweisungen per Mikrofon ins Studio. „Noch einmal den letzten Satz bitte“ sagt er ab und an oder „bitte die letzte Passage sachlicher lesen“. Werners Anweisung „es läuft“ ist für die Sprecher immer das Zeichen, zu beginnen.

Die Schauspieler Karin Schröder und Nic Romm sind für heute als Sprecher für „Puntland“ gebucht. Vor ihnen liegen noch einige Stunden Arbeit, denn bis zum Arbeitsende um 24 Uhr müssen sie nach einem festen Zeitplan alle Szenen einsprechen, in denen ihre Rollen vorkommen. So sieht es die ökonomisch angelegte Einsatzplanung vor. Die beiden sind durch eine Glaswand zu sehen, vor sich jeder ein Manuskript mit deutlich gekennzeichneten Dialogstellen. Das Aufnahmestudio selbst ist ein nüchterner, weißer Raum mit ein paar Stellwänden, Mikros und einem Tisch. Vor der Glasscheibe werden wir – rein akustisch – Zeuge einer längeren Dia-

ls erstes wird von jeder Szene eine Probeaufnahme gemacht. Werner gibt letzte Regieanweisungen, dann wird es ernst. Drei bis fünf Wiederholungen ein und derselben Szene sind üblich, manchmal auch mehr. „Das hängt davon ab, wie kompliziert die Szenen und wie viele Personen im Studio sind“, erklärt der Tontechniker Steffen Jahn. An zwei großen Bildschirmen verfolgt er die Aufnahmen, speichert sie als so genannte „Takes“ ab und notiert deren Anzahl und Qualität in seinem Manuskript. Eine eindeutige Bezeichnung der Takes ist wichtig, damit das Team auch ein paar Tage später bei der Endbearbeitung noch weiß, welche Aufnahme genommen werden soll. „Wir hatten schon bis zu 15 Wiederholungen einer Szene“, sagt Jahn. „Das war aber auch eine hochkomplexe Szene.“ Die gerade aufgenommene Szene ist relativ einfach: „zwei Leute, eine Grundatmo.“ Agnieska Pawlowska ist bei dieser Produktion die Regieassistentin. Wort für Wort liest sie die Dialoge im Manuskript mit. Sie ist für den reibungslosen Ablauf

s ist Anfang Mai, als wir die Sprachaufnahmen zu „Puntland“ begleiten. Schon am 2. Juni soll das Hörspiel bei WDR 5 in der Reihe „Krimi am Samstag“ ausgestrahlt werden, doch noch läuft die Produktion auf Hochtouren. Nach der dreitägigen Arbeit mit den Sprechern, bei der wir heute zuschauen dürfen, warten auf das Team noch sieben Arbeitstage für den Schnitt, das Abmischen und die Endproduktion. Ein äußerst knapper Zeitrahmen – da darf nichts schiefgehen, denn im Programmheft steht der Termin schon seit Monaten fest.

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Interview Neun Fragen an Thomas Werner, Regisseur des Hörspiels „Puntland“

Puntland von Holger Siemann Sa. 2. Juni, 10:05 WDR 5 Wh.: Sa. 23:05 WDR 5 Regie: Thomas Werner Produktion: WDR 2012 /ca. 54’ Der chinesische Diplomat Ouyang Yuan liegt tot in seinem Hotelzimmer. Die Todesursache ist ein Giftgas, das sich schnell verflüchtigt. Kommissar Flores ist überrascht, als ihm eine Kollegin des BND zur Seite gestellt wird. Heike Xiao nutzt ihre chinesischen Wurzeln und kommt an wichtige Hintergrundinformationen: Der Diplomat Ouyang Yuan war dienstlich in Afrika unterwegs. Er sollte Pachtverträge für Weide- und Ackerland abschließen. Chinesen und Araber kaufen schon seit längerer Zeit großflächig afrikanisches Land auf – nicht immer mit den feinsten Methoden, was zu Unruhen führt. Für Heike Xiao stecken antikolonialistische Widerstandskämpfer hinter dem Mord. Auch Yuans deutscher Partner wird Opfer eines Giftgasanschlags. Er hatte die Landnahme in Puntland, Somalia, organisiert.

Neun Fragen an Thomas Werner, Regisseur des Hörspiels „Puntland“, das am 2. Juni bei WDR 5 ausgestrahlt wird (Reihe: Krimi am Samstag, 10:05 Uhr und 23:05 Uhr) Seconds: Suchen Sie sich Ihre Produktionen selbst aus oder werden Sie damit von der Hörspielredaktion beauftragt? Thomas Werner: Die Beauftragung für eine Regie geschieht im WDR immer in enger Absprache zwischen der Redaktion und der Chefregie (z. Zt. Frau Petra Feldhoff), wobei man natürlich als Regisseur immer die Möglichkeit hat, eine Anfrage abzulehnen, wenn einem nun wirklich gar nichts dazu einfällt. Seconds: Wie bereiten Sie sich auf eine Hörspielproduktion vor? Welche Absprachen treffen Sie mit der Redaktion? Die Vorbereitung ist eine sehr komplexe Frage, da sie von Produktion zu Produktion sehr unterschiedlich ist. Ich suche eigentlich zuerst einen „möglichen Sound“ (das kann eine bestimmte Stimme sein, eine Musik, ein Geräusch o.ä.) und daraus entwickeln sich dann Ideen für die Besetzung der Schauspieler, der Einsatz von Musik, Geräusch, manchmal auch OTönen. Grundsätzlich wird mit der Redaktion alles Konzeptionelle besprochen.

der kompletten Hörspielproduktion verantwortlich. „Man muss gut organisieren können“, erzählt sie über ihren Job, „und Leidenschaft und Begeisterung mitbringen.“ Doch das reicht noch nicht aus. Da sie die komplette Vorplanung macht, braucht sie eine hohe Affinität für Akustik und eine gewisse Musikalität. Denn lange vor der Produktion muss sie sich allein anhand des Manuskripts in das Hörspiel einfühlen. Punkt für Punkt geht sie dazu im Vorfeld mit Regisseur Thomas Werner die einzelnen Szenen durch. Welche Art von Geräuschen wird benötigt? Spielt die Produktion in Räumen oder draußen? Wie ist die Landschaftsatmosphäre, in der das Hörspiel angesiedelt ist? Leben dort bestimmte Vögel, befinden sich die Sprecher am Meer oder an einem Hafen, wo Möwen kreischen, und und und. Welche Sprecher stellt sich der Regisseur für die Rollen vor? Wie soll das gesamte Stück aufgebaut sein und welche Stimmung soll es vermitteln? Braucht man für bestimmte Szenen Requisiten, wie hier, bei Puntland, ein Diktiergerät? Nichts darf dem Zufall überlassen werden, und alles muss die Regieassistentin organisieren. Das braucht Zeit und fängt schon mit der Disposition einige Wochen vorher an. Als künstlerischer Leiter der Gesamtproduktion möchte Thomas Werner die Sprechrollen, und auch die Nebenrollen, natürlich so hochkarätig wie möglich besetzen. Agnieska Pawlowska steht dafür in engem Kontakt mit dem hauseigenen Besetzungsbüro, das die entsprechenden Anfragen an die Agenturen richtet. Dort setzen die Kollegen alles daran, die „Traumbesetzung“ zu ermöglichen. Gar nicht so einfach, denn viele Schauspieler sind in laufende TV- oder Bühnenproduktionen eingebunden und nicht abkömmlich. Bei einer Absage gilt es, adäquaten Ersatz für die Rolle, verkörpert durch einen Seconds: Arbeiten Sie immer in einem festen Team oder wird das Team entsprechend eines Dienstplans jeweils neu zusammengesetzt? Für das technische Team gibt es einen Dienstplan. Die Regieassistenz findet nur in freier Mitarbeit statt und ist daher keinem Dienstplan unterworfen. Dabei wird immer wieder versucht, bei der Besetzung der Teams den speziellen Anforderungen einer Produktion Rechnung zu tragen. Also immer ein neues Team - und das macht Spaß! Seconds: Wie sieht ein normaler Produktionstag für Sie aus? Uuups, ganz schwierige Frage. Da sieht jeder Tag anders aus, auch abhängig davon, wie der Produktionstag vorher verlief. Normalerweise habe ich einen einigermaßen konkreten Plan davon, was an einem Tag „geschafft“ werden sollte; sei es Geräusche aussuchen oder aufnehmen, alle Materialien zusammenfügen oder Mischen. Seconds: Welcher Art sind die Absprachen, die Sie mit den Schauspielern treffen? Im Vorfeld werden mit den Schauspielern keine Absprachen getroffen (klar gibt es Ausnahmen). Im Studio gibt es zunächst eine mehr oder weniger ausführliche Probephase, in der man sich mit den Schauspielern darauf „einigt“, wie eine Figur sich in den Situationen verhält wie laut, wie leise - welche Betonung welche emotionale Befindlichkeit usw. und dann heißt es: „Achtung Aufnahme!“

Bildarchive @ WDR

bestimmten Typen, zu finden. „Der Schurke kann natürlich nicht durch den Typ jugendlicher Liebhaber ersetzt werden“, erklärt Georg Bühren, der die Produktion als Dramaturg begleitet.

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etzt kommt das Auto“, sagt Werner und meint damit die nächste Szene, die in einem Fahrzeug spielen wird. Die beiden Techniker richten dafür den schalltoten Raum her: zwei Stühle nebeneinander simulieren das Cockpit, für jeden gibt es ein Mikrofon, und davor zwei Stellwände. Mit ein bisschen Fantasie kann man sich ein Auto vorstellen. Der schalltote Raum ist ein besonderer Bereich im großen Aufnahmestudio, wo alle Wände und Böden extrem gedämpft sind. Bei den Sprachaufnahmen entstehen nur minimale Schallreflexionen, die auf keinen bestimmten Raum schließen lassen. So wird ausgeschlossen, dass sich die Aufnahmen später nicht anhören als wären sie in einem Wohnzimmer aufgenommen. „Die spezifische Raumakustik des Autos wird später hinzu gemischt“, weiß Jahn. Am Ende des Tages ist der komplette Plan erfüllt. Agnieska Pawlowska ist erleichtert, dass alles geklappt hat. Noch zwei Tage Sprachaufnahmen, dann beginnt die Seconds: 10 Tage dauert die Produktionszeit für ein Hörspiel – Was sind Ihre verschiedenen Aufgaben als Regisseur in diesem Zeitraum? Diese 10 Tage sind reine Studiozeit. D.h. Besetzung, Musikauswahl oder auch die bei einer beauftragten Musikkomposition - nicht unaufwendigen - Vorgespräche mit den Komponisten und zum Teil die Geräuscheauswahl finden vorher statt. Im Studio sind es zunächst ca. 3 Tage für die Aufnahmen mit den Schauspielern, dann geht es mit dem Tontechniker/in an den Schnitt und die Auswahl der gemachten Aufnahmen (wie beim Film gibt es für einen Take durchaus mehrere „Versuche und Varianten“, mit Versprechern und allen sonst möglichen Fehlern). Dann folgt die endgültige Geräusch- und Musikauswahl, denn vorher hat man immer nur Einzelteile gehört, aber ob diese sich auch zu einem stimmigen, „hörbaren“ Ganzen fügen, kann man erst im Studio beurteilen, wenn alle Komponenten zusammengefügt werden. (Anmerkung der Redaktion: über die Endbearbeitung berichten wir in unserem dritten Teil der Serie) Seconds: Was passiert nach den 10 Tagen – geht es gleich in die nächste Produktion oder gibt es dazwischen eine Einarbeitungsperiode mit anderen Aufgaben? Es gibt durchaus ausreichende „freie“ Phasen (d.h. ohne feste Studiozeiten), in denen man Produktionen vorbereiten kann, aber auch Phasen, wo eigentlich 24 Stunden am Tag zu wenig sind und Wochenenden oder Feiertage mich nicht wirklich interessieren, weil die Vorberei-

siebentägige Endproduktion. Während Toningenieur Achim Fell und der Techniker Steffen Jahn in dieser Zeit gemeinsam mit dem Regisseur auf Hochtouren an Schnitt, Montage und Tonmischung der Takes arbeiten, kümmert sich die Regieassistentin um die anstehende Büroarbeit. Als Schnittstelle zwischen Regie und Redaktion prüft sie, ob alle Produktionsunterlagen komplett sind, kümmert sich um die Belegexemplare und um die Abrechnung eventueller GEMA-Gebühren für verwendete Musikstücke. Alles muss in Ordnung sein, bevor die nächste Produktion ansteht. Wenn Sie neugierig sind, wie die Endproduktion eines Hörspiels abläuft, lesen Sie mehr dazu in unserem dritten Teil der Serie. /as

Ein Bericht unserer Redakteurin

Anne Siebertz second magazine Köln

/second-magazine.de tung für die Produktion fertig sein sollte/muss. Seconds: Was macht Ihnen am meisten Spaß bei Ihrem Job? Darüber könnten wir uns einen ganzen Abend lang und mehr unterhalten. Dafür eine andere Antwort: (schmunzelt) Mein Sohn, der wegen Betreuungsengpässen mit mir öfter im Studio war (von wegen Kita für alle und das ist auch schon 17 Jahre her) wurde einmal als 5-Jähriger in einem TV-Interview gefragt, was er werden möchte: „Regisseur“, und auf die Nachfrage „warum?“ - „Der sitzt immer nur rum und sagt den Anderen was sie machen sollen?“ Seconds: Ja, so kann der erste Eindruck täuschen. Nun noch eine letzte Frage: welche Ausbildung haben Sie, wie sind Sie Regisseur geworden und seit wann arbeiten Sie in diesem Beruf? Auch eher eine längere Geschichte; also nur biographische Eckpunkte: Schon während der Schulzeit in Bremen hatte ich erste Kontakte zum Hörfunk, arbeitete als Regieassistent bei Radio Bremen. Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Köln, parallel dazu weiter Tätigkeiten als freier Regieassistent beim WDR-Hörfunk, aber auch bei Theatern, Film- und Fernsehproduktionen. Seit 1985 war ich zunächst festangestellter Regieassistent beim WDR und seit ca. 1990 bin ich als Regisseur im Hörfunk tätig. Seconds: Vielen Dank für das Interview.


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Kino| 21 Kinopremieren Juni Kinostart: 07.06.2012 Amador und Marcelas Rosen Genre: Drama Drehbuch: Fernando León de Aranoa Hauptdarsteller: Celso Bugallo, Pietro Sibille, Magaly Solier, Gonzalo de Castro, Schwarzer Ozean Genre: Drama Drehbuch: Marion Hänsel Hauptdarsteller: Romain David, Nicolas Gob, Adrien Jolivet, Nicolas Robin

Kino aus den Kulturen der Wert Allerweltskino zeigt faszinierende Filme aus fremden Ländern Das Kinoangebot in Köln ist ein Thema, das die Menschen schon immer stark bewegt hat. Auf der einen Seite erlebten wir das Aufkommen von gigantischen Multiplexhäusern, auf der anderen Seite seit über 15 Jahren ein Kinosterben mit bisweilen dramatischen Zügen. Hier und dort sind jedoch auch wieder kleine, innovative Filmstätten entstanden. Vor 25 Jahren, als die Kölner Kinolandschaft mit ihren großen Häusern und den vielen kleinen Programmkinos noch breit aufgestellt war, gab es jedoch schon eine Gruppe engagierter Cineasten, denen das Angebot nicht reichte.

„Es gibt in aller Welt so viele tolle Filme, die kaum Beachtung finden“, erklärt Lothar Kornblum vom Verein Allerweltskino e.V. In die hiesigen Kinos kamen die Filme aus anderen Kulturen und fremden Ländern bis vor vielen Jahren gar nicht. Wenn überhaupt, wurden sie eher in entwicklungspolitischen Zirkeln für eine kleine Zielgruppe gezeigt. Das reichte den Cineasten nicht, denn sie wollten die Geschichten, die diese Filme über nie zuvor gesehene Landschaften und fremde Kulturen erzählten, auf die große Leinwand im Kino bringen. „Da gehören sie hin“, meint Kornblum und nicht auf irgendwelche umgedrehten Landkarten oder Rauhfasertapeten, die als Leinwand dienen. So kam es, dass sich vor nunmehr gut 25 Jahren eine Initiative mit Mitgliedern aus Cineasten, Bildungsinstitutionen und Kinobetreibern gründete, die die 35-Millimeter-Filme zur besten Zeit im Kino zeigte. Der Name „Allerweltskino“ war geboren und die Filme wurden zunächst im Weißhaus, dann eine lange Zeit im Metropolis und seit vielen Jahren im Off-Broadway gezeigt. Der Name ist Programm, denn die Organisatoren setzen auf große Vielfalt beim wöchentlichen Angebot am Dienstagabend. Das Spektrum reicht von Dokumentationen über Spielfilme quer durch die Genres. Dabei soll kein europäischer Blickwinkel im Vordergrund stehen, sondern der Verein will Filmkultur und –kunst aus anderen Ländern vorstellen. „Wir versuchen alles zu zeigen, was nicht aus Hollywood kommt“, sagt Kornblum mit Blick auf Filme, die im normalen Kino keine oder fast keine Chance haben, oder die so gut sind, dass sie es einfach wert sind, gezeigt zu werden.

Unter Wölfen - Entre Lobos Genre: Drama Drehbuch: Gerardo Olivares Hauptdarsteller: Juan José Ballesta, Alex Brendemühl, Carlos Bardem, Sancho Gracia,

Kino und stehen den Besuchern nach der Vorstellung für ein Gespräch zur Verfügung. So zeigt das Allerweltskino immer wieder Filme zu Menschenrechten in Zusammenarbeit mit der engagierten Ehrenfelder Ortsgruppe von Amnesty, die auch häufig Referenten zu diesem Thema mitbringt. Ende Juni (26.6.) zeigt der über die Grenzen Kölns hinaus bekannte Verein FilmInitiativ in Kooperation mit dem Allerweltskino in der Reihe „Afrika goes Veedel“ den Film „Mama Afrika“.

Kochen ist Chefsache Genre: Komödie Drehbuch: Daniel Cohen Hauptdarsteller: Jean Reno, Julien Boisselier, Serge Larivière, Raphaëlle Agogué,

Während die Mitglieder des Vereins, allesamt Filmkenner, sich um die inhaltliche Gestaltung des Programms kümmern, sorgt der Betreiber des Kinopartners Off Broadway Christian Schmalz für den Kontakt zu den Verleihern und handelt die Konditionen aus. Da Schmalz gerne neben der älteren Filmkunst auch ganz aktuelle Produktionen zeigen möchte, finden seit einiger Zeit im Allerweltskino Previews von demnächst anlaufenden Filmen statt. So auch die spanische Produktion Amador (Preview 29.5.) über die Freundschaft zwischen einer jungen Migrantin und einem bettlägrigen Greis.

Sushi: The Global Catch Genre: Dokumentarfilm Regie: Mark Hall Kamera: Jason Faust, Matthew Franklin Schnitt: Sandra Adair, Catie Cacci Musik: Brian Satterwhite

Kooperation mit Vereinen und ortsgruppen

Besondere Highlights sind Sonderveranstaltungen: So konnte der Verein in den vergangenen Jahren das Berliner Festival „Globale“ mit einem halben Jahr Verzögerung nach Köln holen und ein „Best of“ zeigen. Im Spätsommer 2011 stand die Reihe „Zukunft der Stadt“ im Filmforum NRW auf dem Programm und anschließend wurde in Zusammenarbeit mit dem Filmhaus eine Reihe nordkoreanischer Filme gezeigt, von denen die meisten noch nie in Deutschland gelaufen waren. Bevor es nach der Sommerpause im Herbst wieder weitergeht, können sich die Besucher im Juni noch auf einen bunten Kulturmix aus aller Welt freuen. /as

Für das Allerweltskino erstellt der Verein jeweils ein Vierteljahresprogramm aus acht bis zehn Filmen und arbeitet regelmäßig mit Partnern wie Amnesty International zusammen. Häufig sind Regisseure oder andere an der Filmproduktion beteiligte Personen zu Gast im

Off Braodway Zülpicher Straße 24 50674 Köln-Innenstadt Tel.: 0221–232 418 Eintritt: 6,00 € Infos: www.allerweltskino.de

Allerweltskino im Juni, jeweils dienstags 20 Uhr, Off Broadway: 29.5. Preview: Amador, Spanien 2010, 5.6. Ai Weiwei – Never Sorry, USA 2011 (Mit Amnesty Int. Köln-Ehrenfeld) 12.6. Yangin Var, Türkei 2011 19.6. Love Exposure, Japan 2008 (Beginn bereits um 19 Uhr) 26.6. Mama Afrika, Finnland, Deutschland 2011 (mit Filminitiativ Köln).

StreetDance 2 Genre: Musikfilm Drehbuch: Jane English Hauptdarsteller: Tom Conti, George Sampson, Falk Hentschel, Sofia Boutella, Evidence Genre: Horror Drehbuch: Ryan McCoy Hauptdarsteller: Ryan McCoy, Brett Rosenberg, Abigail Richie, Ashley Bracken

Deutschland von oben Genre: Dokumentarfilm Regie: Petra Höfer, Freddie Röckenhaus Wolfsbrüder Genre: Drama Drehbuch: Gerardo Olivares Hauptdarsteller: Alex Brendemühl, Carlos Bardem, Sancho Gracia, Manuel Camacho, Beats, Rhymes and Life: The Travels of a Tribe Called Quest Genre: Dokumentarfilm Regie: Michael Rapaport Kamera: Robert Benavides Schnitt: Lenny Mesina Musik: Madlib Kinostart: 14.06.2012 West Is West Genre: Drama, Komödie Drehbuch: Ayub Khan-Din Hauptdarsteller: Om Puri, Linda Bassett, Jimi Mistry, Aqib Khan, Robert Pugh, Thomas Russell 17 Mädchen Genre: Drama Drehbuch: Delphine Coulin, Muriel Coulin Hauptdarsteller: Noémie Lvovsky, Carlo Brandt, Florence Thomassin, Louise Grinberg, Juliette Darche, Roxane Duran, Esther Garrel,

Jasmin Genre: Drama Drehbuch: Christian Lyra Hauptdarsteller: Anne Schäfer, Wiebke Puls Alpen Genre: Drama Drehbuch: Giorgos Lanthimos, Efthymis Filippou Hauptdarsteller: Aris Servetalis, Aggeliki Papoulia, Ariane Labed, Johnny Vekris Ein Jahr vogelfrei Genre: Komödie Drehbuch: Howard Franklin, Mark Obmascik Hauptdarsteller: Owen Wilson, Jack Black, Dianne Wiest, Rosamund Pike, Steve Martin, Rock of Ages Genre: Komödie, Musical Drehbuch: Michael Arndt, Justin Theroux, Allan Loeb, Chris D'Arienzo, Jordan Roberts Hauptdarsteller: Alec Baldwin, Catherine ZetaJones, Paul Giamatti, Tom Cruise, Malin Akerman, Ai Weiwei: Never Sorry Genre: Dokumentarfilm Regie: Alison Klayman Kamera: Alison Klayman Schnitt: Jennifer Fineran Musik: Ilan Isakov Die Trauzeugen Genre: Komödie Drehbuch: Dean Craig Hauptdarsteller: Kevin Bishop, Kris Marshall, Tim Draxl, Laura Brent, Xavier Samuel, Steve Le Marquand, Rebel Wilson, Olivia Newton-John, Die Wohnung Genre: Dokumentarfilm Regie: Arnon Goldfinger Drehbuch: Arnon Goldfinger Kamera: Philippe Bellaiche, Talia (Tulik) Galon Schnitt: Tali Halter Shenkar Musik: Yoni Rechter Kinostart: 21.06.2012 Dein Weg Genre: Drama Drehbuch: Emilio Estevez Hauptdarsteller: Deborah Kara Unger, James Nesbitt, Martin Sheen, Emilio Estevez, Vielleicht in einem anderen Leben Genre: Drama Drehbuch: Silke Hassler, Peter Turrini Hauptdarsteller: Ursula Strauss, Orsolya Tóth, Johannes Krisch, Péter Végh, Franziska Singer W.E. Genre: Drama Drehbuch: Madonna , Alek Keshishian Hauptdarsteller: Abbie Cornish, Natalie Dormer, James Fox, James D'Arcy, Andrea Riseborough, Die Räuberin Genre: Drama Drehbuch: Markus Busch Hauptdarsteller: Birge Schade, Eric Golub, Anna Stieblich, Jens Schäfer, Kai Ivo Baulitz, Wanderlust Genre: Komödie Drehbuch: David Wain, Ken Marino Hauptdarsteller: Ray Liotta, Jennifer Aniston, Alan Alda, Justin Theroux, Paul Rudd, Malin Akerman,


Juni

22 | Musik

The Art of Hard Rock Rockstars tauschen Gitarre mit Pinsel

Blockbuster im Juni Celtic Woman Derzeit tourt Celtic Woman mit Songs aus dem neuem Studioalbum und neuem Gesangsstar durch Deutschland und Österreich. Am 10. Juni machen die keltischen Musikerinnen Halt in der Domstadt.

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Köln - Wer glaubt, die kreative Ader großer Rockstars wie Ron Wood, Jim Morrison, Pete Townshed, Ringo Starr oder Michael Jackson ist auf die Musik beschränkt, der ist gewaltig auf dem Holzweg. Der eine oder andere Musiker zeigt sein Talent in der Malerei. Und das legendäre Hard Rock Café hat ihre Bilder gesammelt und zum 40. Geburtstag der Kette mit der Ausstellung „The Art of Hard Rock“ durch Europa geschickt.

der Beatles Tourbus von der „Magical Mystery Tour“ und die Originaltür von den Abbey Road Studios“, schwärmt Nadine Kokel und erzählt weiter: „In dieser großen Lagerhalle in Orlando hat man bei der Jahresinventur festgestellt, dass auch jede Menge Kunstwerke der vorhanden sind.

das Hard Rock Cafe mit 173 Niederlassungen in 53 Ländern präsent. Außerdem gibt es noch 15 Hotels und Kasinos.

Hard Rock Café spendet für guten Zweck Für einen guten Zweck spendet auch das Hard Rock Café den Erlös vieler von Künstlern gestylten T-Shirts und Produkte. Dabei hat die Vermarktung des Logos auf ganz witzige Weise - und typisch für England - mit dem Fußball angefangen.

Hard Rock Café tourt mit exklusiver Ausstellung zum 40. Geburtstag durch

Ingo

Ingo Knollmann von den DONOTS stellt exklusive Illustrationen zum aktuellen neuen Album „Wake The Dogs“ vor.

Udo

Neben Gemälden von Kiss - Gitarrist Paul Stanley und Frank Zappa, Skizzen von Jimi Hendrix ist auch Udo Lindenberg mit seinem Kunststück "Gitarren statt Knarren" dabei. Die Kunstwerke sind in der Galerie Karsten Greve am Wallrafplatz in Köln zu bewundern. Die berechtigte Frage kommt auf: „Wie kommt das Hard Rock Café jetzt auf die Kunst?“ Die Antwort ist einfach, weiß Nadine Kokel vom Hard Rock Café Köln: „ Alles fing mit Eric Clapton an. Er war damals Stammgast im Hard Rock Café in London und hatte einen Lieblingsplatz an der Bar. Kurzum schenkte er dem Café seine Gitarre, damit diese über seinem

Europa. Da sich diese Gemälde schlecht in den Cafés ausstellen lassen, hat man beschlossen, zum 40. Geburtstag eine Ausstellung zu organisieren und damit durch Europa zu touren.“ Es gibt wirkliche Talente unter den Musikern, bei dem einen oder anderen sieht man aber die ersten Gehversuche auf der Leinwand. Im Grunde genommen stört das nicht, denn allein der Name der Künstler und die Tatsache, dass es ein Original der Stars ist, zählt hier zum Wert. Vom ersten Hard Rock Café in London gibt es auch ein Bild in dieser Ausstellung. Nadine Kokel erinnert an die Gründung: „Peter Morton war 1971 in

Vor 20 Jahren zog das Hard Rock Café in Deutschland ein, in Köln existiert der beliebte Laden seit 9 Jahren. Deshalb hat Ingo Knollmann von der deutschen Band DONOTS extra für diese Kölner Ausstellung das neue Album der Band illustriert. „Ich habe aus der Not eine Tugend gemacht. Man hat mich kurzfristig gefragt, ob ich etwas illustrieren könnte“, verrät Ingo Knollmann. Der Sänger zeichnet schon sein Leben lang, hat auch bereits Buchillustrationen gemacht und für Fanzine, Magazine und Werbeagenturen gearbeitet.

London. Der Amerikaner sehnte sich nach heimischem Essen wie Hamburgern und einem Ort, an dem Banker genauso wie Bäcker zusammen essen konnten. Peter Morton hatte das nötige Restaurant Know - How und so gründete er zusammen mit Isaac Tigrett das erste Hard Rock Cafe. Man gab ihnen keine sechs Monate, doch im Gegenteil, die Leute standen Schlange, um an einen der begehrten Plätze zu kommen.“ Heute ist

„Eine Ausstellung habe ich aber noch nie gemacht. Schließlich hab ich mir überlegt, was hängst Du denn überhaupt dahin?“ Auf die Frage, ob er nicht die eine oder andere Illustration zu Hause hat, weiß er nur: „Wenn ich meine Zeichnungen nicht verschenke, schmeiß ich sie weg!“ kaum zu fassen, denn die Bilder sind ausdrucksstark. Also entschied sich Knollmann, zu jedem einzelnen Song des Albums ein Bild zu zeichnen. „Und das habe ich an einem einzigen Abend gemacht“, erzählt er mit leuchtenden Augen. Die Bilder spielen viel Persönliches der Band wieder. Diese Kollektion aber wandert nicht in den Müll. Auch in Zukunft wird er sorgsamer mit seinen Unikaten umgehen. Die Documenta in Kassel hat schon angefragt, einige Bilder

Jay-Z & Kanye West Die beiden Rap-Superstars Kanye West und Jay-Z kommen auf ihrer gemeinsamen „Watch-the-Throne“-Tour auch nach Köln: Am 16. Juni stehen die beiden in der Lanxess-Arena auf der Bühne.

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c/o pop - 20. bis 24. Juni 2012 Die c/o pop, Kölns urbanes Festival für Musik, Indie- und Popkultur lockt die Besucher auch in diesem Jahr wieder mit „Das Merchandising ist auf eine witzige internationalen Stars in die Domstadt. Art entstanden. Ein Fußballteam hatte Mit Tim Bendzko, der norwegischen Folkbeim Hard Rock Café für ein Sponsoring Rock-Band Katzenjammer und der Funkder Mannschaft angefragt. Sie haben T- haus Europa Summerstage wird es drei Shirts mit dem Hard Rock Logo, das von große Open Air Events im Alan Aldridge entworfen ist, gemacht. Kölner Tanzbrunnen geben. Man hat viel zu viele T-Shirts produziert und die wurden dann nach und nach verschenkt“, kennt Nadine Kokel auch diese Tom Petty and The Heartbreakers Erstmals seit 20 Jahren kommen Tom Petty and The Heartbreakers wieder auf Tour nach Europa. In Deutschland gibt die US-Rockband drei Konzerte, wobei sie am 25. Juni in Köln auf der Bühne steht. Der Kartenvorverkauf startet am 13. Januar.

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Jim Morrison

Geschichte und erzählt weiter: „Als es keine mehr gab, war plötzlich eine große Nachfrage vorhanden und die Jungs haben sich gedacht, da machen wir doch was draus. Der erste Laden bestand aus einer kleinen Holzhütte vor dem Londoner Laden. Dort wurden die ersten T-Shirts verkauft. Erst 1988 ist der erste richtige Rock Shop in New York eröffnet worden.“ Mittlerweile gibt es ein großes Sortiment an Produkten und Künstler wirken immer mit. /dc+st

Ringo

Lieblingsplatz hängen konnte.“ Gesagt getan, nur eine Woche später traf ein Paket von The Who`s Pete Townshend ein, darin eine Gitarre und folgende Notiz: „Meine ist genauso gut wie seine. Herzlichst, Pete.“ Mit den Jahren hat sich allerhand Musikerinnerung angesammelt. „Inzwischen haben wir rund 75.000 Stücke, die auf der ganzen Welt verteilt sind, inklusive eines riesigen Lagerhauses in Orlando. Dort steht sogar

sollen als Kunstdrucke verkauft oder für einen guten Zweck versteigert werden.

Die Ärzte „Das Ende ist noch nicht vorbei“ heißt die kommenden Tour der Ärzte, auf der die Berliner auch einen Stopp in Köln einlegen: Die Punkband aus der Hauptstadt steht am 27. Juni 2012 in der LanxessArena auf der Bühne.

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Info: Die Ausstellung läuft noch bis zum 4. Juli, der Eintritt ist frei. GAlERIE KARSTEN GREVE, Wallrafplatz 3, 50667 Köln www.galerie-karsten-greve.com Fotocredits: Hard Rock Café. Dirk Conrads Slash Bildnis


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Sec.check | 23 A kew´s tag Double-Check when you leave

Es ist ein Album, dass die Innovation großschreibt, ohne in experimentelle Sphären abzudriften. Dominiert vom Sound der Akustikgitarre, lässt das Debütalbum von A kew’s tag (VÖ:11.05.12) jedoch zu keiner Zeit Zweifel aufkommen, dass es dem Rockgenre zuzuordnen ist. „Double-check when you leave“ heißt es, und musikalisch setzt es neue Maßstäbe in den Weiten des Acoustic Rock: Das Epische ohne Überlänge, das Progressive ohne Verzicht auf Radiotauglichkeit, die programmatische Todesthematik ohne Metalkontext - dafür stehen die 11 Kompositionen. A kew’s tag gibt es seit Januar 2011, und bereits drei Monate nach der Gründung wird das Debütalbum im Horus Sound Studio Hannover aufge-

Was läuft? Heideroosjes + Supports Fr, 01.06.12, 20:00 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Ugly Kid Joe Sa, 16.06.12, 19:30 Uhr Die Werkstatt Grüner Weg 1b, 50825 KÖLN

Scumbucket Sa, 02.06.12, 20:00 UhrUnderground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN

H2o Sa, 16.06.12, 20:00 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN

Guess Who? - Be Anonymous Sa, 02.06.12, 22:00 UhrBootshaus Auenweg 173, 51063 KÖLN

Doomriders & Swarm So, 17.06.12, 16:30 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Young Man So, 03.06.12, 20:30 Uhr Studio 672 Venloer Str. 40, 50672 KÖLN

Hank 3 Mo, 18.06.12, 20:00 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN

Alexander Knappe Live 2012 Mo, 04.06.12, 20:00 Uhr BLUE SHELL Luxemburger Str. 32, 50674 KÖLN

The Pusher Di, 19.06.12, 20:00 Uhr LUXOR Luxemburger Straße 40, 50674 KÖLN

Fatboy Di, 05.06.12, 21:00 Uhr BLUE SHELL Luxemburger Str. 32, 50674 KÖLN

Tim Bendzko + Band Mi, 20.06.12, 19:00 Uhr Open Air am Tanzbrunnen Köln Rheinparkweg 1, 50679 KÖLN

Pointers Head / Van Bargen / 101s Mi, 06.06.12, 20:00 Uhr BLUE SHELL Luxemburger Str. 32, 50674 KÖLN Die Sterne Mi, 06.06.12, 20:00 Uhr Die Werkstatt Grüner Weg 1b, 50825 KÖLN Awolnation Mi, 06.06.12, 21:00 Uhr GEBÄUDE 9 Deutz-Mülheimer-Str. 127 - 129, 51063 KÖLN Axwell Mi, 06.06.12, 22:00 Uhr Bootshaus Auenweg 173, 51063 KÖLN Cro-Mags Do, 07.06.12, 20:30 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN Alpa Gun Fr, 08.06.12, 20:00 Uhr Essigfabrik Siegburger Str. 110, 50679 KÖLN Suzanne Vega Fr, 08.06.12, 20:00 Uhr Kulturkirche Köln Siebachstraße 85, 50733 KÖLN-NIPPES The Black Atlantic So, 10.06.12, 20:30 Uhr Studio 672 Venloer Str. 40, 50672 KÖLN Off! So, 10.06.12, 21:00 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN Bear In Heaven Mo, 11.06.12, 20:30 Uhr Studio 672 Venloer Str. 40, 50672 KÖLN Yashin & Revoker Mo, 11.06.12, 20:30 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

The Atomic Bitchwax Special Guest: Fatso Jetson Mi, 20.06.12, 20:00 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN Skeletonwitch Mi, 20.06.12, 20:00 Uhr LUXOR Luxemburger Straße 40, 50674 KÖLN

La Sera Mi, 20.06.12, 21:00 Uhr BLUE SHELL Luxemburger Str. 32, 50674 KÖLN Katzenjammer Fr, 22.06.12, 18:00 Uhr Open Air am Tanzbrunnen Köln Rheinparkweg 1, 50679 KÖLN Texas In July & Adept & Auburn & Supports Sa, 23.06.12, 19:15 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Useless Id + Green Frog Feet + What Else?! Mo, 25.06.12, 20:00 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN The Temper Trap Di, 26.06.12, 20:00 Uhr E-Werk Köln Schanzenstr. 37, 51063 KÖLN Unearth Mi, 27.06.12, 19:30 Uhr Die Werkstatt Grüner Weg 1b, 50825 KÖLN Evergreen Terrace & Stick To Your Guns & Support Fr, 29.06.12, 20:00 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Middle Fingers High + Bad Attidude Mi, 13.06.12, 20:00 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Wise Guys Sa, 30.06.12, 18:00 Uhr Open Air am Tanzbrunnen Köln Rheinparkweg 1, 50679 KÖLN

Sebel Do, 14.06.12, 21:00 Uhr BLUE SHELL Luxemburger Str. 32, 50674 KÖLN

Shearwater Sa, 30.06.12, 19:30 Uhr Studio 672 Venloer Str. 40, 50672 KÖLN

Kassidy & Special Guest: Punk'd Royal Fr, 15.06.12, 20:00 Uhr Underground Vogelsanger Straße 200, 50825 KÖLN

Agent Fresco Sa, 30.06.12, 21:00 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Eyes Set To Kill Fr, 15.06.12, 20:30 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

The Absence Man muss nicht unbedingt immer laut sein, um gute Musik zu machen. Das beweist wieder mal die amerikanische Jazz - Sängerin und Songschreiberin Melody Gardot. Gut zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums „My One And Only Thrill“ kommt nun „The Absence“ auf den Markt. Um neue Inspirationen für das Album zu bekommen, zog sie kreuz und quer durch die Welt. Sie lernte neue Menschen und Kulturen kennen. Sie zog durch die Wüsten Marokkos und durch die Straßen Lissabons, besucht Tangobars in Buenos Aires und Brasilien und versuchte etwas von dieser Essenz all dieser Eindrücke für das neue Album einzufangen. Trotzdem gab sie ihre eigene musikalische Identität auch bei diesem Album nicht auf.

Gustavo Cordera Mi, 20.06.12, 20:30 Uhr MTC Zülpicher Str. 10, 50674 KÖLN

Gravenhurst So, 24.06.12, 21:00 Uhr GEBÄUDE 9 Deutz-Mülheimer-Str. 127 - 129, 51063 KÖLN

Konzert Fr. 01.06.2012 Köln – Blue Shell Eintritt: 7,- (inkl. Freigetränk) Einlass: 19:00 | Beginn: 20:00

Melody Gardot

Ab Sommer auf unserem SecApp

Dz Deathrays Di, 05.06.12, 21:30 Uhr Sonic Ballroom Oskar-Jäger-Straße 190, 50825 KÖLN

nommen. Es ist die unverwechselbare Musik, die aus den vier Musikstudenten ans Tageslicht drängt und sich sowohl durch das Album als auch live ordentlich Gehör verschaffen wird. Die Band kommt am 01.Juni für einen Club - Gig nach Köln und spielt im Blue Shell. Das Interview mit der sympathischen Band lesen Sie in der nächsten Ausgabe von seconds.

Wenn man bedenkt, dass Melody Gardot nach einem schweren Unfall im Jahre 2003 sehr stark gesundheitlich eingeschränkt ist, so kann man bei dieser Reise von einer tollen Leistung reden. Gardot ist beim Gehen auf einen Stock angewiesen und muss wegen einer nervlich bedingten Lichtempfindlichkeit eine Brille mit getönten Gläsern tragen. Beim Singen auf der Bühne sitzt sie auf einem Spezialhocker oder sie steht. Man kann Melody Gardot als Ausnahmetalent in der Jazzmusik bezeichnen. Dass sie nicht in anderen Genres wie Rock oder Hip-Hop unterwegs ist, verdankt sie, wie sie selber von sich behauptet, ihrer alten Seele. Herausgekommen ist wieder mal ein sehr schönes, gefühlvolles Album voller unterschiedlicher musikalischer Eindrücke. In den USA fand Melody Gardot in dem aus Brasilien stammenden Produzenten und Gitarristen Heitor Teixeira Pereira (a.k.a. Heitor TP), Bassist John Leftwich, Perkussionist Paulinho da Costa sowie den Schlagzeugern Jim Keltner und Peter Erskine perfekte Partner für die Aufnahmen. TRACKLIST CD 1. Mira 2. Amalia 3. So Long 4. So We Meet Again My Heartache 5. Lisboa 6. Impossible Love 7. If I Tell You I Love You 8. Goodbye 9. Se Voce Me Ama 10. My Heart Won’t Have It Any Other Way 11. Iemanja / Chegue Journeyman

Fotocredits: alle Universal Music


Juni

24 | Medienfest NRW

Fotocredit:Ralph Sondermann für Medienfest.NRW

„Seconds in Köln“ auf dem Medienfest NRW im Mediapark Am 23. und 24.06.2012 - Mit dem Workshopangebot „Zeitung machen“ Am 23. und 24. Juni 2012 öffnen sich zum sechsten Mal die Tore vom Medienfest.NRW. Zwei Tage lang steht der Kölner MediaPark dann ganz im Zeichen der bundesweit einzigartigen Veranstaltung rund um Aus- und Weiterbildung in Medienberufen. Das vielfältige kostenlose Angebot richtet sich sowohl an Schülerinnen und Schüler, als auch an Studierende, Quereinsteiger, Young Professionals und Weiterbildungsinteressierte. Ein breit gefächertes Angebot durch die Branchenvertreter ermöglicht tiefe Einblicke in die Berufswelt von Film und Fernsehen, PR und Journalismus über Medienwirtschaft- und -technik bis hin zu Games, Web und Verlagswesen. Auch 2012 setzt das Medienfest.NRW auf eine Vielzahl praxisnaher Workshops, durch welche die Besucherinnen und

Besucher ihre Talente entdecken und weiterentwickeln können. Tätigkeiten wie 3D-Animation, professionelle Kameraführung oder Maskenbildnerei können vor Ort genauso ausprobiert werden wie verschiedene journalistische Berufe. Das Special „Live vom Medienfest“ bietet die Möglichkeit, unter professioneller Anleitung den Alltag einer Radio-, Onlineoder Zeitungsredaktion kennenzulernen und eigene Beiträge über das Medienfest.NRW zu erstellen und zu veröffentlichen. In Vortragsreihen und Diskussionsrunden erklären Medienprofis, Jobeinsteiger, Dozenten und Studenten den Gästen ihre Berufe oder gewähren wertvolle Einblicke ins Studienleben. In der Vortragsreihe „Was macht eigentlich…?“ stellen sich beispielsweise eine Produce-

rin, ein Games Designer und ein Fachinformatiker vor, erklären wie sie in ihren Job gekommen sind und nehmen sich Zeit für die Fragen der Besucherinnen und Besucher. „Die Kombination aus praxisnahen Workshops, lebendigen Diskussionsrunden und ungezwungenem Austausch mit den Partnern macht das Medienfest.NRW zu etwas Besonderem. „Es freut uns, diese Veranstaltung auszurichten und dem Mediennachwuchs die Chance zu geben, gebündelt wertvolle Informationen und Eindrücke auf dem Weg in die Berufswelt sammeln zu können“, so Dr. Jürgen Brautmeier, Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM). Im Rahmen des Specials „Medienwissenschaft“ beleuchten Lehrende, Studierende sowie Absolventinnen und

Das Medienfest 2012

Reporter gesucht

Berufsbild Medienpädagoge

Das Medienfest.NRW öffnet zwei Tage lang für euch die Tore des MediaPark 6 + 7 in Köln und versorgt euch mit Infos, Vorträgen und Workshops zum Einstieg in die Medienbranche. Beginn ist jeweils um 11:00 Uhr - am Samstag endet das Medienfest um 18:00, am Sonntag um 16:00 Uhr. Auch in 2012 haben wir ein abwechslungsreiches Programm für euch zusammengestellt: Vom 3D-Animationsworkshop über Berichte aus der Berufswelt bis hin zu Bewerbungstipps - da ist bestimmt für jeden von euch etwas dabei.

Ihr wollt euch als Journalisten ausprobieren? Dann habt ihr beim Medienfest 2012 die Chance dazu: Bei unserem Journalismus-Special Live vom Medienfest.NRW habt Ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Workshops, bei denen Ihr unter professioneller Anleitung Medienfest-Reporter sein könnt. Ihr habt die Wahl zwischen der Live Online-Redaktion, dem Radio-Workshop oder der Medienfest-Zeitung , je nachdem, was Ihr schon immer mal machen wolltet. Unter professioneller Anleitung erlebt ihr das Reporterdasein hautnah.

Ob die Gewalt in Computerspielen diskutiert oder ein Videofilm im Jugendzentrum gedreht wird. Ob Rentner den Umgang mit dem Internet lernen wollen oder jungen Web 2.0 NutzerInnen für ihren Umgang mit persönlichen Daten sensibilisiert werden sollen. Medienpädagogische Arbeit wird überall benötigt, wo der kreative und kritische Umgang mit Medien angeregt werden soll. Beim Medienfest.NRW 2012 erfahrt ihr von Referent Thoams Welsch mehr über diese spannende Arbeit.

Berufe im Fokus

Einstieg leichtgemacht

3D Total

"Was macht eigentlich...?" ist eine der wichtigsten Fragen bei der Berufssuche. Deswegen wollen wir euch auch dieses Jahr mit unsere gleichnamigen Interviewreihe die Möglichkeit geben, wertvolle Einblicke in die Berufswelt zu bekommen.

Jede Medienkarriere hat ihren Anfang und damit dieser möglichst reibungslos verläuft bietet Euch das AIM KoordinationsCentrum eine Rundum-Einführung für absolute Medienbeginner. Jeweils als Auftaktveranstaltung am Samstag und Sonntag präsentiert Programmkoordinatorin Bettina Baum Ausbildungsberufe und Studiengänge im Medienbereich und erklärt für welche Berufe Euch diese Ausbildungen qualifizieren.

In Zusammenarbeit mit der PIXL VISN Media Arts Academy präsentieren wir euch dieses Jahr den Workshop 3D-Animation. An professionellem Equipment lernt ihr direkt vor Ort, eure ersten eigenen 3D-Animationen zu erstellen. Praktische 3DArbeit gibt es auch bei der VHS: Im Workshop Cinema 4D könnt ihr lernen, wie man schnell und professionell dreidimensional animiert. Wir wünschen euch viel Spaß bei den Workshops!

In diesem Jahr berichten unter anderem ein Gamedesigner, eine Producerin und ein Fachinformatiker über ihren Arbeitsalltag und wie sie zu ihrem Beruf gekommen sind.

www.medienfest.nrw.de

Absolventen in vier Veranstaltungen das Lernen und Arbeiten im Bereich Medienwissenschaft an der Universität und zeigen mögliche Anstellungsmöglichkeiten auf. Im Probeseminar der Universität Siegen haben die Gäste die Möglichkeit, erste Seminarluft zu schnuppern und sich mit Studienthemen auseinanderzusetzen. Das Medienfest.NRW ist eine gemeinsame Veranstaltung des Medienforum. NRW und der Stadt Köln. Das Medienforum.NRW wird organisiert und durchgeführt von der LfM Nova GmbH. Verantwortlich für das Programm des Medienfest.NRW ist AIM KoordinationsCentrum in Trägerschaft der sk-stiftung jugend und medien. Im Ausstellerbereich des Medienfest. NRW können sich die Gäste an 40 Stän-

den umfassend, unkompliziert und direkt im Gespräch mit Vertretern der nordrhein-westfälischen Medien- und Bildungsbranche informieren. Vor Ort sein werden unter anderem: accadis Bildung GmbH Bad Homburg, bm – gesellschaft für bildung in medienberufen, Deutscher Journalistenverband, IHK Köln, internationale filmschule köln, Junge Presse Nordrhein-Westfalen, Kalaydo, Kunsthochschule für Medien Köln, RFH Köln, SpiriTV, VHS Köln, Universität Siegen, eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft und die Cologne Business School. Informationen rund um das Programm und die Aussteller des 6. Medienfest.NRW finden Sie auch unter www.medienfest.nrw.de

Die Medienfest-Zeitung: Workshop Printjournalismus Hier lernt ihr die Grundlagen des Zeitungsjournalismus kennen. Von der Themenfindung über die Recherche, dem Verfassen eigener Beiträge und der Bildauswahl, bis hin zur Druckvorlageerstellung. Mit professionellem Equipment und unter Anleitung von Journalisten/ innen und Layoutern/innen seid ihr an zwei Tagen als 'Medienfest-Reporter/ innen' an der Herstellung kompletter Themenseiten der Kölner Stadtzeitung "seconds in Köln" beteiligt. Das Magazin erscheint in der Woche nach dem Medienfest.NRW am Kiosk und ganz Köln liest eure Artikel. Seconds in Köln ist ein Stadtjournal nach internationalen Standard: „Eine Stadt sind Menschen, ohne Menschen keine Stadt.“ Workshop-Leiter/innen: Andreas Bastian, Verena Sons, Anne Siebertz, Sabrina Schmitz, Merle Ullrich und Hubert Schmidt

Workshop für acht angemeldete Teilnehmer/innen ab 16 Jahre. Anmeldung mit Namen, Alter, Adresse, Telefonnummer und kurzer Vita bis zum 08. Juni 2012 unter: medienfest-nrw@second-magazine.de Termin: 23.06.2012 Beginn: 11:00 Uhr - Ende: 18:00 Uhr Location: RAUM 222, HAUS 7, 24.06.2012 Beginn: 11:00 Uhr - Ende: 16:00 Uhr Location: RAUM 222, HAUS 7,

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Seconds in Köln Juni  
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