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lanserhof make the people feel good

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lanserhof make the people feel good

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dr.-ing. regina dahmen-ingenhoven geboren in düsseldorf, studium der architektur an der rwth aachen, meisterschülerin kunstakademie düsseldorf bei prof. ernst kasper, diplom rwth aachen danach wissenschaftliche assistentin am lehrstuhl für hochbauten und industriebauten, dissertation – thema: „orte der animation – architektur für freizeit und vergnügen im 21. jahrhundert“ bei prof. fritz eller. seit 2001 d e signstudio regina dahmen-ingenhoven mit den schwerpunkten health, clinic, wellness, beauty und fashion design im medienhafen düsseldorf

awards red dot design award 2009 für thermopal criminalloverswanted all that glitters is good award 2010 a competition of taste für ongo pavillon möbelmesse mailand ait medical - healthcare application award 2011 best innovative concept für criminal lovers kinderarztpraxis dr. tonkaboni


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lectures body mind soul „architektur ist therapie“ contractworld hannover - internationaler treffpunkt für architekten januar 2006 come on baby blow my mind haus aussel kongress köln juni 2006 wesen im wandel - wandel im wesen haus der ärzteschaft düsseldorf september 2006 human nature sft internationaler architektur kongress münster märz 2007 angel eye – be my guide interzum messe köln - internationale messe der zulieferbranche mai 2009 wesen im wandel – wandel im wesen medical lounge umspannwerk berlin - kongress zum bauen im healthcarebereich juni 2009 human being in change – change in human being consumer eyes conference berlin august 2009 about fairytales and miracles freiraum melle (osnabrück) september 2009 healing places – architektur für die seele hochschulsymp. mensch-raum-gesundheit detmold november 2009 going to 4th dimension-celebrating new spaces hotelmosaik jahrestagung süddeutsche verlag münchen februar 2011


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konzept


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ansatz der einfachheit

Der seit 1984 bestehende Lanserhof bietet Kompetenz in der Regenerationsund Präventionsmedizin, was beispielsweise die Auszeichnung des Wellnessund Gesundheitsführers „Relaxguide“ als bestes Gesundheitszentrum Österreichs dokumentiert. Aus einem bäuerlichen rustikalen Tiroler Sporthotel hat sich unter der Leitung von Direktor Andreas Wieser ein modernes Gesundheitszentrum entwickelt. Seit Januar 2006 ist hier ein Komplex entstanden, der unter anderem durch Architektur und Lichtkonzept den Unterschied zu herkömmlichen Wellnesszentren verdeutlicht. Der großzügige Umbau für das 1.500 m² große medizinisch-therapeutische und das Beautyzentrum bedeutet einen visionären Schritt ins 21. Jahrhundert. Als besondere Herausforderung dieser Erweiterung erwies sich die Verbindung von alt und neu, ohne sich anzubiedern und trotzdem eine Einheit zu schaffen. Harmonie, Natürlichkeit, Einfachheit, Klarheit, Schönheit und Authentizität sind das Ergebnis einer klischeefreien Architektur. Innovativ ist auch das emotionale Gefühl. Eine Befreiung gleich dem Frühling. Ein Aufbruch aus Veraltetem. Die Architektur und das neue Design entsprechen dem neuen Lebensgefühl und helfen positive Energie, und die Sehnsucht nach dem Selbst wieder zu finden. Die Architektur als Teil des „Lans-Med-Concepts“ spricht den Menschen ganzheitlich an und schafft Raum für Weiterentwicklung und Veränderung seiner Persönlichkeit.


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Behutsam sind die einzelnen Therapiebereiche gestaltet, so dass sie grenzenlos ineinander überfließen. Der Eindruck ist frisch und hell, ohne übertriebene Hippness, dafür aber erwächst Großzügigkeit aus einem dezidiert gegliederten Grundriss. Eine transluzente Wand mit der wohltuenden Landschaft der Nordkette teilt die Massageräume und die Ärzteräume vom Empfang ab. Inselartige Einbauten und Objekte ergänzen die Räume.


zeit und raum vergessen

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Harmonische Formen, naturbelassene Stoffe, angenehme Farbspiele, fugenlose Böden, anregende Mosaikvariationen und sanfte, abgerundete Ecken sollen wie ein futuristisches Raumschiff dazu dienen, die Gäste in ein neues gesünderes besseres Leben zu beamen. Sie hebt sie in eine Utopie, schafft geistigen Freiraum, der neugierig macht auf Zukunft, zwischen „nicht mehr“ und „noch nicht“. Der futuristische Kokon vermittelt aber auch Geborgenheit und Wärme und ein Aufgehobensein.

keiten, die äußerste Entspannung versprechen. In den Nischen, die Rückzug und Einhausen ermöglichen, können Lichtstimmung, Musik und Sound individuell von dem Gast reguliert werden, Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung.

Die beiden Shiatzuräume haben eine heilige und mystische Atmosphäre. Hier ist der einzige Bodenmaterialwechsel. Nussbaumholz symbolisiert erdhafte Verbundenheit. Ein Vorraum Der alte Infusionsraum ist neu belegt: „Liquid Energy“ verrät, dass es hier an- als Schwelle zu einer veränderten Wahrnehmung, einem verders zugeht als bisher. Gelb steht hier stellvertretend für die Sonne, die Urkraft änderten Bewusstsein. der Energie. Dezentes, indirektes Licht bieten die hinterleuchteten Sauerstoffblasen in der Wand. Räume, die wie eine dritte Haut helfen, die Seele ins Gleichgewicht zu bringen. Der höhlenartige mit Filz ausgekleidete Softraum bietet sechs Liegemöglich-


minimalismus, ruhe und ordnung

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Im Medizin- und Therapiezentrum geben Funktionalität und Klarheit der Räume den Gästen Orientierung und Sicherheit. Der fugenlose Harzbelag als Boden verbindet alle Räume und löst die bisher statische Bodenhaftung auf. Wand, Boden und Decke bilden ein fließendes Kontinuum. Die pure minimalistische sanfte Formensprache des Designs ist bewusst gewählt, um Ruhe und Ordnung in einer reizüberfluteten Welt zu schaffen und beruhigend zu wirken. Vorraussetzung für Entspannung und Wohlbefinden ist Harmonie und Proportion der Räume. Aus dem offenen Raumkonzept resultieren drei Lichtachsen, die natürliches Licht bis ins Innerste der Therapieabteilung strahlen lassen. Nichts Zugestelltes behindert den Energiefluss. Die Möbel sind großteils in die Wandflächen integriert und eigens für das Gesundheitszentrum entworfen.


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kneipp-bereich


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Die Poolräume, bzw. alle Räume, die zu dem Thema SPA – sanum per aquam – als Therapieform stattfinden, sind um den Kneippbereich gegliedert, so dass fast ein Dorfplatz entsteht. Jeder Poolraum, und jede Duschnische ist mit eigenen Mosaikvariationen gestaltet, die den Gast in eine heitere Stimmung versetzt. Die verschiedenen Blautöne der Bisazza Mosaiksteine spiegeln die Farbpalette des Wassers wieder. Indirektes Licht aus den Nischen, als Spiegelhinterleuchtung und aus der Dusche heraus, schafft eine leuchtende Aura. Der Boden ist ein fugenloser Epoxydharzbelag, der alle Räume verbindet, und eine Auflösung der bisher statischen Bodenhaftung schafft; Wand, Boden und Decke bilden ein fließendes Kontinuum.

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BLAU 756

MDF SCHICHTHOLZ / STAHL GERÜST

25mm

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BESCHICHTUNG STOFF KVADRAT DIVINA 3 36 20 14 25

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AUSREICHENDE HÖHE FÜR 5 BISAZZA FLIESEN = 100 MM

AUSREICHENDE HÖHE FÜR 5 BISAZZA FLIESEN = 100 MM HÖHE 5 BISAZZA FLIESEN = 110 MM

HÖHE 5 BISAZZA FLIESEN = 110 MM

BESCHICHTUNG STOFF KVADRAT DIVINA 3 BLAU 742

AUSREICHENDE AUSREICHENDE BREITEBREITE FÜR 3 FÜR BISAZZA 3 BISAZZA FLIESEN FLIESEN = 45 MM = 45 MM BREITEBREITE 3 BISAZZA 3 BISAZZA FLIESEN FLIESEN = 63 MM = 63 MM

BREITE 8 BISAZZA FLIESEN = 170 MM

BREITE 8 BISAZZA FLIESEN = 170 MM

AUSREICHENDE HÖHE FÜR 5 BISAZZA FLIESEN = 100 MM

AUSREICHENDE HÖHE FÜR 5 BISAZZA FLIESEN = 100 MM HÖHE 5 BISAZZA FLIESEN = 110 MM

HÖHE 5 BISAZZA FLIESEN = 110 MM

AUSREICHENDE HÖHE FÜR 4 BISAZZA FLIESEN = 90 MM

HÖHE 4 BISAZZA HÖHE FLIESEN = 90 MM AUSREICHENDE FÜR 4 BISAZZA FLIESEN = 90 MM

HÖHE 4 BISAZZA FLIESEN = 90 MM

BISAZZA BISAZZA BELAGBELAG

BLAU: BLAU: VTC 20.03 VTC 20.03

WEISS:WEISS: VTC 20.09 VTC 20.09 BREITEBREITE 3 BISAZZA 3 BISAZZA FLIESEN FLIESEN = 63 MM = 63 MM

KNEIPP KNEIPP GRENZE GRENZE

BREITEBREITE 8 BISAZZA 8 BISAZZA FLIESEN FLIESEN = 170 MM = 170 MM

AUSREICHENDE AUSREICHENDE BREITEBREITE FÜR FÜR 8 BISAZZA 8 BISAZZA FLIESEN FLIESEN = 150 MM = 150 MM


SHOWCASE REGAL AUS CORIAN IN STANDARDDICKE VON 12MM. SOLID CORIAN IN FARBE GLACIER WHITE, OBERFLÄCHENBEHANDLUNG MATT. ALLE EISENEINBAUTEILE IN EDELSTAHL.

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Celebrity 02/2006 Madame 02/2006 LPI 02/2006 Focus 03/2006 Stern 03/2006 DIE ZEIT 03/2006 VOGUE Special 04/2006 Wirtschaftswoche 04/2006 Hotel&Technik 04/2006 MAXIM 05/2006 ELLE 06/2006 MADAME 06/2006 HIGHLIGHT 06/2006 Lufthansa Magazin 06/2006 emotion 08/2006 Style 09/2006 #1 Salzburger Fest. 09/2006 BDIA Handbuch 09/2006 AIT 11/2006 Hotel&Style 12/2006 SPA DESIGN (Book) 12/2006 GQ 02/2007 INSIDE (Book) 08/2007 RELAX (Book) 09/2007 SPIEGEL SPECIAL 11/2007 spa business magazin 02/2009 build - architektenmag 06/2009 innenr채ume entwerfen06/2013

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publikationen


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madame 02/2006 GESUNDHEIT ELEMENTAR BEI DER F.X.-MAYR-KUR: SCHLECHTE GEWOHNHEITEN WERDEN DURCH GUTE ERSETZT LANSERHOF IN LANS BEI INNSBRUCK Es ist der Rolls-Royce unter den Mayr-Adressen. Zur äußerst ästhetischen Country Lodge-Atmosphäre mit Panoramablick auf die Berge passt das designorientierte noble Publikum. Das neue Stichwort in der Mayr-Medizin heißt hier „Medical Well“ und umfasst Detox, Better Aging, Mental Health und BodyForming. Für seine „Energy Cuisine“ verwendet Küchenchef Peter Mayr ausschließlich natürliche, sonnengereifte Produkte der Saison. Neu: das cool-weiße Super-Spa. Kosten pro Woche: ab 2000 Euro. Tel. 0043/512/386660, www.lanserhof.at


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lpi 02/2006 Gesund und schön ins 21. Jahrhundert Der seit 1984 bestehende Lanserhof wird wegen der bekannten Mayrkur und verschiedener Therapiekonzepte von einem internationalen Publikum geschätzt.

Nichts Zugestelltes behindert den Energiefluss. Die Möbel sind großteils in die Wandflächen integriert und eigens für das Gesundheitszentrum entworfen. Der alte Infusionsraum ist neu belegt: Liquid -Energy verrät - hier geht es anders zu als bisher. Die neue Atmosphäre soll den Geist anregen. Der Softraum, welcher mit Filz ausgekleidet ist und 6 Liegemöglichkeiten Neben dieser fachlichen Kompetenz ist es aber auch die Archi- bietet, ist höhlenartig gestaltet, sanft und soft. Die Poolräume sind um den Kneipp-Bereich gegliedert, welches einen Dorfplatz bildet. Jeder Poolraum ist tektur, die sich von den inzwischen zahlreich entstandenen Gesundheitszentren wohltuend absetzt. Eine Lichttransparen- mit einer eigenen Mosaikvariation gestaltet, die den Gast in eine heitere Stimzästhetik unterstützt den Healing-Aspekt, der vom Manage- mung versetzt. ment und „Spiritus Rector“ Andreas Wieser trendweisend Mystische Atmosphäre in den Shiatzuräumen aufgebaut worden ist. Mit der Erweiterung und dem großzügigen Umbau des gesam- Die beiden Shiatzuräume haben eine heilige und mystische Atmosphäre. Hier ten medizinisch-therapeutischen Bereichs sowie der Beauty ist der einzige Bodenmaterialwechsel. Nussbaumholz symbolisiert erdhafte entsteht nun ein weiterer innovativer und visionärer Schritt in Verbundenheit. Ein Vorraum als Schwelle zu ein er veränderten Wahrnehmung, einem veränderten Bewusstsein. Der Boden in allen anderen Bereichen ist ein das 21 . Jahrhundert. fugenloser Epoxydharzbelag, der alle Räume verbindet, und eine Auflösung der bisher statischen Bodenhaftung schafft; Wand, Boden und Decke bilden Harmonie und Natürlichkeit Hier ist alles anders als in den häufig verkitschten Luxusho- ein fließendes Kontinuum. Die pure, minimalistische Formensprache des Desitels. Harmonie, Natürlichkeit, Einfachheit. Klarheit, Schön- gns ist bewusst gewählt, um Ruhe und Ordnung in einer reizüberfluteten Welt heit und Authentizität ist das, was der moderne Bauherr sich zu schaffen. Sinnlich und emotional soll das Design den Gast stimulieren sich selbst zu fühlen, sich selbst zu finden. wünscht. Innovativ ist auch das emotionale Gefühl. Eine Befreiung gleich dem Frühling, ein Aufbruch aus Veraltetem. Die klischeefreie Regina Dahmen-Ingenhoven Architektur und das neue Design entsprechen dem neuen Seit 1986 ist Regina Dahmen-Ingenhoven freiberuflich tätig, mit dem SchwerLebensgefühl, und der positiven Energie, die hier freigesetzt punkt Interior und Design für Klinik, Praxis und Wellness. Gleichzeitig arbeitete sie im Anschluss an das Studium als wissenschaftliche Assistentin am Lehrwird. Zeit und Raum vergessen... stuhl für Entwerfen von Hochbauten und Industriebauten bei Herrn Prof. Fritz Eller an der RWTH Aachen. Drei Lichtachsen Das offene Raumkonzept und das inselartige Design schafft drei Lichtachsen, die natürliches Licht bis ins Innerste der Im Bereich „HealthundBeauty“ etabliert. Therapieabteilung strahlen lassen. Die Seele kann sich öffnen. Vor allem im Bereich „Health- und Beauty“ konnte sich das Büro etablieren. Behutsam sind die einzelnen Bereiche gestaltet. Ein offenes Das Aufgabengebiet erstreckt sich von der Gesamtkonzeption über Corporate Foyer mit welcome desk und Warte-Lounge verschafft einen Identity und Möbeldesign, sowie einrichten des medizinischen Equipments. freien Atem. Die Bereiche fließen grenzenlos ineinander über, Oie Philosophie des Düsseldorfer Büros: „make the people feel good“ und auch der Eindruck ist frisch und hell. Keine übertriebene Hippness, der Fun-Faktor darf nicht fehlen. Die Gestaltung orientiert sich stark an den Bedafür Großzügigkeit die aus dezidiert räumlichem Denken er- dürfnissen uns Aufgabensteilungen des Auftraggebers. Dies erfolgt in direkter wächst. Eine transluzente Wand mit der wohltuenden Land- Zusammenarbeit, d.h. die Philosophie des Nutzers wird in das Designkonzept schaft der Nordkette teilt die Massageräume und die Ärzteräu- integriert. Insofern versteht sich die Innenarchitektur insbesonders im Gesundme vom Empfang ab. Die Natur wird in den Raum transferiert. heitswesen als Teil eines Therapiekonzeptes, welches eine Umgebung schafft, Innen und Außen harmonisieren. Kubische Einbauten und Ob- die positive Gefühle auslöst. Neue sinnliche Eindrücke schaffen. In einer reizüberfluteten Welt, die paradoxerweise auch mit Einseitigkeit, Anonymität und jekte ergänzen die freie Atmosphäre. Rationalismus gepaart ist, soll die Umgebung dem Menschen die Möglichkeit geben, wieder er selber zu sein, er soll sich wieder fühlen und spüren. Das Ziel Neue Atmosphäre für den Geist


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focus 03/2006 Der Sauberberg, oder der Triumph des Willens. Ja, Detox liegt im Trend. Wie wärs mit dem ganz harten Programm? Fasten total und Schluss mit dem Rauchen? Kein Problem, geht alles... Vorspiel. Scheiß Hinreise - eigene Schuld. Mit drei Koffern dreimal umsteigen. Schön blöd. Auf zwei Teilstrecken Rauchverbot - noch blöder. Ziemlich kurzatmig die Koffer geschleppt. Trotzdem bin ich ein Pfundskerl. Freiwillig von allem weg, was Spaß macht: lecker essen, schön rauchen, fein saufen und nun: acht Tage nix. Dafür alles, was ich nicht mag. Wasser, Tee, Wasser, Tee, Gemüse. Im Zug lese ich, dass Raucher intelligenter sind, weil ihre Synapsen im Hirn schneller arbeiten . Nee, nee, nee. 1. Tag. Das Taxi fährt zu einem nüchternen Bau. Eine nette junge Frau an der Rezeption. Soll warten. Gleich kommt Schwester zwecks Aufnahme und Einweisung. Gepäck wird von fleißigem Faktotum in kleinem Golfwägelchen weggefahren. Warte gern, weil ich dann draußen noch eine rauchen kann. Werde durch die Scheibe Zeuge eines kleinen absurden Theaterstücks. Es treten auf: alte Krankenschwester und eine „komische Alte „. Die komische Alte will Zimmer wechseln, weil neben ihrem zwei alte Leute sich zu laut unterhalten. Sagt die alte Schwester: „Die alte Dame nebenan zieht aus, kann sich der alte Mann ja nicht mit sich allein unterhalten, soll sie bleiben.“ Aber die komische Alte bleibt störrisch, will ein anderes Zimmer. „Himmel! „, denke ich. „Wo bin ich hier?“ In der Buchinger-Fastenklinik, Überlingen an Bodensee. Da ich zur Zielgruppe gehöre (männlich, mittleres Alter, To,:rVerdiener, hoch gebildet. Raucher, bewegungsfaul und gastroverwöhnt), lasse ich mich von unserer zuständigen Bereichsleiterin hierherschicken zwecks Entgiften. Detox. To,:rMänner machen so was jetzt. Das Mitleid vieler Kollegen beunruhigt allerdings. Von Fastenopfern mit Wahn- und Euphorievorstellungen ist die Rede, das Wort Einlauf fällt. Weicheier, das! Jetzt bin ich dran. Die strenge Schwester Irmgard zeigt mir mein Zimmer. „Gucken Sie mal, wie schön das Bad geworden ist.“ Stimmt. Nur der komische Pott mit dem Gummischlauch, der da auf einer Ablage steht, passt nicht ganz ins Ambiente. Schwester Irmgard ist Ostpreußin, 75 Jahre alt und taufrisch. Wenn Fasten so wirkt ... Nach einer Stunde einchecken beim Onkel Doktor, netter Kerl. Mein Alter? Bin ehrlich beim Besprechen des giftigen Lebens, aber etwas unkonzentriert. Meine

letzte Zigarette liegt mindestens zwei Stunden zurück (vorher habe ich zirka vier pro Stunde gedreht und geraucht). Nun gut, das ziehen wir jetzt durch. Fasten. Entgiften. Mal sehen, was wir schaffen. 19.00 Uhr Abendessen. Gemüse. Ohne Salz, ohne Zucker. Wasser, Tee. Mann, oh Mann! 2. Tag. Sonntag. Umstellungstag. Reistag. Morgens 8 .00 Uhr Blutdruck, Gewicht (86 Kilo). Schlafe weiter bis Mittag. Gibt eh nur mittags und abends Reis. Mittags mit Gemüse (ohne Salz), abends mit Apfelkompott. Den ganzen Tag nicht geraucht. 3. Tag. 8.00 Uhr Gewicht und Blutdruck (Gott sei Dank nied rigen Blutdruck geerbt). 8.35 Uhr Blut abnehmen. So genannter Glaubertag. Eine Riesenkaraffe warmes Wasser mit Glaubersalz. Grausam und abführend. Bis 15.00 Uhr meistens am Häuserl, wie der Österreicher sagt. Abends „Süppchen“. Heißes Wasser mit einem Hauch von Bohnen. Hunger geht so, meldet sich erst gegen acht Uhr. Lässt belegte Brote mit Wurst und Käse vorm geistigen Auge paradieren. Und Nichtrauchen quält. Schon überlegt, auf dem Balkon mal zu ziehen, sozusagen zum Abgewöhnen. Tabak liegt im Zimmersafe. Neben der letzten halben Zigarette. Schnupper mal kurz dran. Mist, jetzt habe ich doch den Vortrag in der Lobby verpasst über den alten Buchinger. 4. Tag. Nicht gut geschlafen. Schmerzen in der Nacht: Bandscheiben oder Nieren? Morgens kein großes Verlangen nach ner Zigarette! Mal sehen, wann‘s kommt. Warte bis 8 .10 Uhr mit Blutdruck. Sitzen zu viele vorm Zimmer der Schwester. Blutdruck wieder perfekt. Gewicht 83,6, kann man nicht meckern, gelle? Wieder zum Arzt. Blutwerte könnten öffentlich ausgestellt werden: nix mit Cholesterin, nix mit Prostata, nix mit Fetten. Auch Leberwerte tipptopp! Warum bin ich eigentlich hier? Mittags Brühe. Jetzt ein leckeres Schnittchen mit Bierschinken, nachmittags Osteopathie. Therapeut erklärt liebevoll sein Dreierschema. Ich versteh nur Bahnhof, aber man freut sich ja, wenn jemand nett ist zu einem. Im Grunde ist‘s eine Art Massage. Die Schmerzen gehen weg (kommen ne Stunde später wieder). „Warum sind Sie hier?“, fragt mich der Masseur. Weiß ich auch nicht mehr so richtig. Entgiften? Für immer nicht rauchen? Am Abend Begrüßungscocktail für die Neuen mit Raimund C. Wilhelmi - sein Opa war „der“ Buchinger, quasi Otto der Große - und seiner Frau, Dr. Wilhelmi de Toledo. Schweizerin. RCW ist der Direktor: Klinik ist Baujahr 53. Die Familie betreibt eine weitere Fastenklinik in Marbella (Cocktail schmeckt leider wie Tee). 24 Gäste, die an diesem Wochenende angekommen sind. Vom Bestattungsunternehmer bis zum Buchdrucker (acht Leute), vom Buchverleger aus Holland bis zum Arzt aus München. Viele sind Wiederholungstäter, der Spitzenreiter ist schon zum 20. Mal da. Ehrlich gesagt, sind die richtig Dicken in der Minderzahl. Ganz stolz ist RCW, dass Michael York da ist, der Schauspieler. Später ein bisschen Small Talk. Eine Dokumentarfilmerin aus München schwärmt davon, wie sie sich als Erstes nach der Kur Gemüse in Olivenöl braten wird. Ein Herr verbringt die Hälfte des Jahres auf Kreta (ehebedingt) und


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stern 03/2006 Bitte einmal grundreinigen Im Gesundheitszentrum Lanserhof bei Innsbruck kurieren sich Wohlstandsermattete von Ernährungssünden und Alltagsstress, um als neue Menschen heimzukehren. Ein Selbstversuch mit überraschend positivem Ausgang - und einigen kritischen Anmerkungen Genieße es, lass dich verwöhnen!“, sagten meine Leute, als ich nach Tirol in den Lanserhof aufbrach. Ich hatte meinen Badeanzug eingepackt und viel zu lesen. Doch wer in dem Hotel im Dörfchen Lans bei Innsbruck eincheckt, merkt schnell, dass das Wohlgefühl, von dem erfahrene Lanserhofgäste schwärmen, nichts mit dem entspannten Relaxen in einer WellnessOase zu tun hat. Das wird mir gleich beim ersten Mittagessen klar. Nur eine mittelgroße, In Scheiben geschnittene, gekochte Kartoffel ziert den Teller, ohne Schale, ohne Salz. ,Wir haben noch keinen Arztbericht und wissen ja nicht, was Sie vertragen„, sagt die Serviererin. Punkt. Udo Jakobitsch ist der Chefarzt vom Lanserhof, ein freundlicher Mann mit breiten, warmen Händen. Er tastet die Lymphknoten ab, befühlt meinen Darm, beklopft das Brustbein, kneift mir in die Wange und zieht erstaunlich treffende Schlüsse. Die Lymphe staue sich im Kopf, was zu Mittelohr~ ntzündungen führen könne. Trefferin diesem Jahr habe ich meinen Mittelohrdurchbruch bereits hinter mir. Ich sei ein Nierentyp. „Bestimmt frieren Sie oft, haben kalte Füße und Hände.“ Wieder richtig - meine Füße leben im Permafrost. Mein Zwerchfell sei hochgeschoben, ich hätte Gärung im Dünndarm, weil ich mein Essen nicht vertrage. Jakobitsch verschreibt den totalen Verzicht auf Milchprodukte und glutenhaltiges Getreide (1), außerdem soll ich mich entsäuern und entgiften. Die Wiederbelebung der Lebensenergien ist Arbeit: Entgiften, Schonkost und Sport. Aber die leisten sich die Gäste gern. Übergewichtige, Gestresste und Genesende kommen hierher, Gattinnen mit labiler Gesundheit, Manager, die ihren von Geschäftsessen und zahllosen Drinks malträtierten Körper entspecken wollen. Sie verzichten freiwillig auf Alkohol, Kaffee, Weißmehl und Zucker und unterwerfen sich einem strengen Regime, das mit Gymnastik früh um sieben beginnt, und mit der täglichen Darmreinigung mit Bittersalz und bei Bedarf Einläufen (2), mittäglicher Bettruhe mit Leberwickel und karger Kost unter ärztlicher Aufsicht fortfährt. Es ist nicht Genuss, der die Leute Jahr für Jahr wiederkehren lässt, sondern das sichere Gefühl,

sich etwas Gutes zu tun. Zwei Wochen im Minimum veranschlagen die Ärzte für die Grundsanierung des Körpers (1565 Euro ohne Unterkunft), für Sparfüchse geht es auch kürzer: Das „Lans_med_Detox“ -Programm mit Arztvisite, Salzbad, Massagen und Bauchbehandlungen, Bewegung und Ruhe entgiftet in sieben Tagen (1179 Euro ohne Unterkunft). Der Charme des Lanserhofs besteht darin, dass die neun Ärzte, sechs Therapeuten und zehn Masseure schulmedizinisches Know-how und alternative Ansätze zu einem gefälligen Potpourri mischen, das Ausgelaugte und Beladene ganzheitlich erlöst - von Blähungen und Seelen druck, von Ernährungssünden und Alltagsstress. Wer mag, findet hier mit den Experten der Universitätsklinik Innsbruck Fachleute für jede Erkrankung, selbst Schönheitschirurgen und Potenzspezialisten arbeiten mit dem Haus zusammen. Die fest im Lanserhof tätigen Mediziner sind zum Großteil Fastenärzte, ausgebildet nach dem F.X.Mayrschen Konzept, aber auch Spezialisten für Traditionelle Chinesische Medizin, Osteopathie, Schlafmedizin oder Psychologie stehen zur Verfügung. Fast jeder hier verliert ein paar überflüssige Pfunde und fühlt sich irgendwie besser. „Ich mache meine Arbeit gern, denn die Leute schauen fröhlicher, jünger und fitter aus, wenn sie gehen sagt Doktor Jakobitsch. „Und ich darf dabei sein, wenn es passiert.“- „Es“ passiert dabei oft schon nach zwei Tagen. Meine erste Behandlung heißt „Sensual Detox Massage“. Ein salziges, basisches Fußbad soll mich über die Sohlen entgiften. (3) Denn dort enden nach der Lehre der chinesischen Heilkunst die Meridiane, Energielinien, die mit bestimmten Organen in Verbindung stehen. Anschließend werden die Lymphbahnen am Hals und die Lymphknoten am Kopf sanft massiert, damit die Flüssigkeit besser fließt. Aber dann geht‘ s zur Sache. Gläserne Saugglocken ziehen die Haut am ganzen Körper hoch und sollen sie vom Bindegewebe lösen. Das ist unfähr so unangenehm, wie es klingt. Besonders da, wo das Unterhautfettgewebe, wie es heißt, als Abfallspeicher dient, also an Po und Hüften, ziept es gehörig. Angeblich sitzen im Fett- und im Bindegewebe die Stoffwechselprodukte fest, die der Körper gerade nicht anders zu verwerten weiß, Reste aus dem Eiweißabbau, Säuren. (4) Die sollen durch die rabiate Prozedur gelockert werden. Danach kribbelt die Haut, ich bin wunderbar warm durchblutet, todmüde, durstig und muss aufs Klo. Jetzt gibt es einen scharfen Entgiftungstee, der speziell für den Nierentyp entwickelt wurde.Gemahlene Gewürze sollen die Ausscheidung der gelösten Stoffe fördern. (5) Auch das gemeinsame Abendessen steht im Zeichen der Darmsanierung. Zu altenheimgerechten Zeiten (18 Uhr) sammeln sich die Gäste an den schlichten Holztischen und geben ihre Getränkebestellung auf. Heute steht Anti-BlähungsTee bereit. Oder wahlweise Aufguss von Johanniskraut oder Melisse. Selbst die dünne basische Gemüsesuppe muss gut gekaut werden, 40-mal jeder Löffel. Langsam mahlen die Kiefer und ersparen dem Darm anstrengende Verdauungsarbeit. Die LanserhofKost ist auf Schonung ausgelegt: gedünstetes Gemüse mit frischen Kräutern, selten ein Hauch Tofu oder ein Stückchen Fisch.


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Die Lanserhof-Kost ist auf Schonung ausgelegt: gedünstetes Gemüse mit frischen Kräutern, selten ein Hauch Tofu oder ein Stückchen Fisch dabei. Andächtig kaue ich meinen Buchweizentaler. Im Lanserhof dreht sich alles um Verdauung und Darmfunktion. Gemäß der Traditionellen Chinesischen Medizin hat unser Dünndarm seine Hauptarbeitsphase in der Zeit von 13 bis 15 Uhr. Danach nimmt seine Leistung ab, bis die Verdauung nachts zum Erliegen kommt. (6) Was spät gegessen wird, liegt demnach angeblich unverarbeitet im Darm und gärt (Rohkost) oder fault (Eiweiß) vor sich hin. (7) Und so begehe ich einen großen Fauxpas, als ich kurz nach dem Abendbrot um einen Apfel bitte, um meinen Hunger zu stillen. „Auf keinen Fall !“, gebietet der Koch, der vor dem brennenden Kamin glutenfreie Brühe, Dinkelbrot und Schafsjoghurt zum Verkauf - und nicht zum sofortigen Verzehr - anbietet. „Nach 17 Uhr gibt es keine Rohkost!“ Die anderen Gäste sehen mich an, als hätte ich soeben eine Riesencurrywurst geordert. Schließlich erbettele ich mir eine Packung „veganes Knäckebrot“. Das sieht aus wie hartes Packpapier, schmeckt ähnlich und rettet mich durch die Nacht. Meine erste endet früh. Zum „Erwachen im Wald“ stapfen wir um sieben Uhr auf eine Lichtung und turnen. Anschließend laufen wir eine Runde durch das Winterwunderland und kommen gut durchgepustet zum Frühstück. Auf jedem Platz stehen die Döschen und Flaschen bereit - kein Gast bleibt hier ohne Medikamente wie beispielsweise Lebertropfen, Basenpulver, Vitamine, Mineralstoffe oder homöopathische Tröpfchen. (8) Andächtig sortiert jeder seine Pillen, wild entschlossen, an die Wirkung zu glauben. Ein altbackenes Dinkelbrötchen wartet, dazu Soja- oder ungesüßte Mandelmilch. Weniger als eine halbe Stunde sollte der Verzehr des Brötchens nicht dauern. Wieder muss ich jeden Bissen 40-mal kauen, erst dann soll ich ihn mit einem Löffelchen „Milch“ hinunterschlucken. Das schmeckt nicht gut, dient aber der Entlastung meines Darms. Drei Kilo meines Körpergewichts sind von Fett in Muskeln umzuwandeln. Das sagt die Messung in der Fitness-Beratung. Auch um meine Balance steht es nicht so doll. Ken Berger, Sportwissenschaftler, trägt alles in meine OnlineAkte ein. Dort findet er alles vor, was der Arzt über mich notiert hat, und wenn Berger beim Check verkürzte Muskeln entdeckt, so ist das wiederum eine wichtige Information für die Masseure. „Wir wollen den Menschen hier Körpergefühl vermitteln“, sagt er,

„sie sollen aktiver werden, in Bewegung kommen.“ Wer möchte, bekommt hier einen individuellen Trainingsplan mit eigens entwickelten Übungen erstellt, die sich zu Hause nachturnen lassen. Ausreden wie „Keine Zeit!“ oder „Kein Fitnessstudio in der Nähe!“ haben hier keine Chance. Näch dem Sporttest ist es Zeit für die medizinische Bauchbehandlung. (9) Auf meinem Gesundheitspass ist jeder Schritt vermerkt. Doktor Jakobitsch nimmt sich wieder meiner an und bohrt zielsicher in längst vergessenen wunden Punkten. „Hier, nicht wahr? Und hier.“ Der Übergang vom Dünn- zum Dickdarm. Eine Stelle, die nach einer bösen Darminfektion blutig entzündet war. Das ist allerdings 13 Jahre her. Jakobitsch streicht den Darm aus, knetet und schüttelt ihn, und tatsächlich fühlt sich der Bauch irgend wie besser an. ,Wenn Sie mal hier so Magendrücken haben, fassen Sie dahin. Das ist der Magenausgang, spüren Sie das?“ Oh ja! Guten Tag, Magenausgang, schön, dass wir uns endlich kennen lernen. Der Arzt rät zum Einlauf, um alles Belastende schnell loszuwerden. Aber so groß ist mein Leidensdruck nun auch nicht. „Wenn die Leute kommen, sehen sie immer noch ganz gut aus, aber am zweiten, dritten Tag laufen sie herum wie der Tod in Puschen“ erzählt eine Norddeutsche von Mitte 40 beim entspannten Sitzen mit Thymiantee vor Bergpanorama. Sie spricht von der Fastenkrise. Das Zeitvertreib: Am Kamin liegen Zeitungen und Spiele bereit Schöne Aussicht: Von den Ruhebänken im Gesundheitszentrum blickt man auf verschneite Berge. Missbehagen, das auch mich am zweiten Tag ereilt, wird angeblich durch die im Blut kreisenden Gifte verursacht, die durch die Kur mobilisiert wurden und auf Ausscheidung warten. Ich fühle mich dreckig. Im Kopf pochen immer stärkere Schmerzen, der Kreislauf sackt weg, es kneift gehörig in meinem Bauch. Hunger? Verspüre ich seit der ersten Nacht nicht mehr. Die vormittägliche Basenbrühe (10) trinke ich nur aus Pflichtgefühl, Entgiften ist schließlich kein Wunschkonzert. Nächster Programmpunkt: Lymphdrainage. Nathalie findet meine Lymphknoten diesmal schon ein bisschen besser. Ich muss aufs Klo. Ob das ganze Wasser aus meinem Bindegewebe abfließt? Schön wär‘ s ja. Zum Abendessen habe ich Mordskopfschmerzen, bin kreidebleich und elend. Den anschließenden Vortrag über die Bedeutung des Wassers in der Mayr-Kur mag ich mir trotzdem nicht entgehen lassen. Flüsternd erzählt mir mein Sitznachbar, ein 57-jähriger Verleger, von seiner fantastischen Schröpfkur heute. Kein Blut, sondern zähe schwarze Brühe sei aus seinem Bindegewebe gesickert. Jetzt fühle er sich viel besser. Auch ich habe etwas geschafft: Ich bin aufgestiegen! Statt der „Basic“ Schonkost bekomme ich am dritten Tag die „Active“! Unter neidvollen Blicken meiner Tischnachbarn wird mir ein Müsli serviert, dazu Malzkaffee, und das Dinkelbrötchen wirkt, mit Butter und Marmelade bestrichen, auch nicht mehr so traurig. Fassungslos starre ich auf die Menge. Kann ein Mensch so viel essen? Ich habe eigentlich nur noch Durst.


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die zeit 03/2006


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vogue special 04/2006 Ansaugen, loslassen. Ansaugen, loslassen ... Wie zwei hungrige kleine Münder saugen die Glasglocken der Vaku-Drainage meine untere Kinnpartie an und lassen sie kurz darauf mit einem schmatzenden Geräusch wieder los, um sich ein paar Millimeter daneben gleich wieder anzusaugen. Das rhythmische Pumpen des vom mittelalterlichen Schröpfen inspirierten Hightech-Apparats, das als bioenergetische Drainage den Lymphfluss ankurbeln und das Gewebe entschlacken soll, ist so entspannend wie ein fernöstliches Mantra. Die Kosmetikerin arbeitet sich mit dem futuristischen Schlauchsystem an meinem Kieferknochen entlang, verharrt an den Lymphknoten am Hals und wandert langsam hoch zur Stirn. Zuvor hatte sie mir die Haare unter eine Haube gekämmt, mein Gesicht gereinigt, unter dem warmen Dampf des Vapozon gepeelt und anschließend mit einer feuchtigkeitshaItigen Lotion tonisiert. Ich liege in einem lichtdurchfluteten Behandlungsraum des neuen Beautybereichs im „Lanserhof“ bei Innsbruck und lasse meinen Blick von der Zimmerdecke zu der großen Fensterfront mit Blick auf das Karwendelgebirge schweifen Entspannung pur. Natur und Hightech, Heilkunde und Schulmedizin, Innovation und Tradition: Das hypermoderne Zentrum vereint scheinbare Kontraste zu einem in Europa herausragenden Gesundheitskonzept, Die sogenannte Lans-Medizin steht für Prävention und Regeneration auf höchstem Niveau, und das weitläufige Beautycenter ist nur ein kleiner Teil des Anwesens, in dem sich die Gäste erholen und gezielt ihrer Schönheit widmen können.

Bauchdecke und das Sehen mit der Hand, kombinieren die Ärzte mit dem Nutzen neuer Technologien und entschlüsseln damit den körperlichen Status quo bis ins Detail: So liefert ein spezieller biometrischer Test präzise Werte über das Bindegewebe, und je nach Resultat können die Experten energieraubende Staus im Bereich der Zellzwischenräume (Matrix) feststellen, die sie anschließend mit geeigneten Therapien beheben. Unter dem Dunkelfeldmikroskop werden die Blutkörperchen auf ihre Vitalität geprüft. Balance- oder Bewegungshandicaps im eigenen Hightech Fitnesscenter ermittelt. Die gewonnenen Daten leitet ein Cornputernetzwerk an jeden Therapeuten weiter. Diese, egal ob Kosmetikerin oder Osteopath, passen ihre Treatments immer individuell den Bedürfnissen der Gäste an. Auf Wunsch werden die Anwendungen, die sich auf die biofunktionale Ebene des Körpers konzentrieren, um eine energetische und emotionalseelische Reinigung ergänzt: „Bei Blockaden im Energiefluss verzeichnen wir gute Erfolge mit der Meridianlehre aus der Traditionellen Chinesischen Medizin ebenso wie mit sanfter Bewegung, basierend auf Qigong-Elementen, und meditativen Techniken“. sagt Geschäftsführer Andreas Wieser. Ziel sei es. die natürlichen Regenerationskräfte von Körper, Geist und Seele wieder anzuregen. Dabei spielt auch die Ernährung eine zentrale Rolle. Grundlage des Entgiftungsprogramms ist eine moderne Form der bekannten F. X.-Mayr-Methode. Der österreichische Arzt charakterisierte den Darm bereits in den 20er Jahren als Wurzelsystem des Menschen und war überzeugt, dass die richtige Ernährung und eine gute Verdauung die Basis nachhaltiger Gesundheit bilden. Seine Diät wurde im „Lanserhof“ zur Energy-Cuisine“ verfeinert und um die Idee der Substitution (Nahrungsergänzung mit Basenpulver, Mineralstoffen und essentiellen Fettsäuren) bereichert. Der Ernährungsplan bietet den Gästen je nach Konstitution und Gesundheitszustand alles von einer vollwertigen Gourmetkost über die Milch-Semmel-Diät mit Zulagen bis hin zum Teefasten. „Wobei die beiden letztgenannten Kuren als Regenerationsplan für Magen und Darm zu verstehen sind, damit diese künftig die normalen Speisen wieder besser verarbeiten können„ sagt Küchenchef Manfred Hormann.

Doch auch hier gilt das Credo: „Im Mittelpunkt der Lans-Philosophie sieht Detox, also das Entgiften, Entschlacken und Entsäuern des Körpers“, sagt Dr. Udo Jakobitseh, der ärztliche Leiter des „Lanserhofs“. „Diese Reinigung bezieht sich auf die verschiedenen Organe wie Haut, Darm und Leber ebenso wie Im Healing-Programm sind die Menüs arm an Histamin, frei von Gluten, Zucker, auf die Einstellung der Psyche.“ Hefe und reich an Omega-3-Fellsäuren, sodass sie entzündungshemmend, antiallergen, immunstärkend und gegen Arteriosklerose wirken. Außerdem wird Wer sich für eine - in der Regel mindestens I0-tägige - Kur der Körper dazu angeregt, nachts mehr vom Wachstumshormon Somatotropin entscheidet wird direkt nach der Ankunft untersucht. Mittels zu produzieren - es forciert den Fettabbau und regt die Muskelbildungen. Ein Fragebogen, strukturiertem Interview, Bioenergetik- und Ent- Jo-Jo-Effekt ist nicht eingetreten ,da man gleichzeitig das richtige Essverhalspannungstechniken kontrollieren neun Mediziner, spezia- ten lernt: lang kauen, das Sättigungsgefühl spüren und viel trinken. Eine schölisierte Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler Schlaf ne Haut - mit der ich bereits nach zwei Tagen das Zentrum wieder verlasse - ein und Ernährungsgewohnheiten, körperliche Fitness und Kraft. reiner, starker Körper und eine positive Grundstimmung sind die erstrebensDie „Behandlung“ im eigentlichen Wortsinn, das Abtasten der werte Belohnung.


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wirtschaftswoche 04/2006 Das Milliardengeschäft mit dem Ei Viele Reisende wollen in Wellnesshotels Geist und Körper entschlacken. Am schönsten geht das im futuristisch gestalteten Lanserhof bei Innsbruck in Tirol. Zehn Kilo weniger. Zehn Kilo in sechs Wochen. Erik Wiborg ho~t seine Hände etwa zehn Zentimeter vom Bauch weg. „So dick war ich“, sagt er und strahlt dabei mit rosigen Wangen. Wiborg nimmt sich ein altbackenes Dinkelbrötchen vom Teller, bestreicht es akribisch mit Avocadocreme. Dann kaut er. Und kaut. Und kaut. Auch an anderen Tischen im Speisesaal des Lanserhofs sitzen Leute und lassen konzentriert ihre Kiefer mahlen. ,,30-mal sollte man jeden Bissen kauen“, raunt ein weißhaariger Herr, der zwei einsame Reiswaffeln auf seinem Teller begutachtet. Wer im Tiroler Lanserhof Wellness in üppigem Luxus mit Streichelmassage und Dampfbädern unter sphärischen Klängen erwartet, dem sei gleich gesagt: Fehlanzeige. Wie ein von allen großbürgerlichen Attributen, von monumentaler Architektur und pompöser Inneneinrichtung entschlackter „Zauberberg“ liegt das Hotel nur eine Viertelstunde Autofahrt südöstlich von Innsbruck am Hang. Ein moderner, schlichter Bau mit Holzverkleidung und einer ruhigen, asiatisch anmutenden Außenanlage. In krassem Gegensatz zur zurückhaltenden Hotelanlage steht dazu der illustre Fahrzeugpark der Gäste: Mercedes, Aston Martin, BMW, Audi,Jaguar. Wer den Weg hierher findet, will sich das leisten, was nonnalerweise nicht für Geld zu haben ist: medizinische Regeneration, innere Einkehr, Entschlackung und Selbstfindung, serviert mit menschlicher Zuwendung, in einer schönen Umgebung. Seit langem ist der Lanserhof ein Dorado für Zivilisationskranke, nach einer umfassenden Renovierung ist er auch eins für Designfreunde. Für Übergewichtige, Magen- und Darmgeschädigte, für Gestresste und solche, die einfach nur eine Pause haben wollen von der alltäglichen Terrnindiktatur. Rudolf Augstein etwa kam regelmäßig zum Schreiben und zum Regenerieren nach Tirol. Der ganzheitliche Ansatz des speziell entwickelten Regenerationsangebotes versteht sich als Hilfestellung zu einem qualitativ besseren Leben. Der Mann, der hinter dem Konzept steht und dem der Lanserhof sein heutiges Image verdankt, heißt Andreas Wieser. Vor 20 Jahren übernahm Wieser als Hoteldirektor das einstige Ferien-

hotel und veränderte dessen Aussehen und Angebot nach und nach. Sukzessive hat er das Gebäude „mit dem wenig attraktiven Charme der Siebzigerjahre“ umbauen lassen. Hat Saunen und Schwimmbäder eingebaut, die Zimmer modernisiert und konsequent Therapien 186 WirtschaftsWoche 115.4.2006 1 Nr. 16 auf- und ausgebaut. Wird der Lanserhof als Vorläufer aller Wellnesshotels bezeichnet, gerät Wies er dennoch in Rage. „Unser Schwerpunkt“, sagt er, „liegt auf Gesundheit und Prävention.“ Stets auf der Suche nach dem Besseren, nach den ultimativen medizinischen Erkenntnissen für seine verwöhnte Klientel, hastet der Vorarlberger Hoteliersohn rastlos durch die Welt. Er arbeitet auch als Referent des so genannten Lans-Med-Concept-Programms. Das Potpourri aus komplementär- und schulmedizinischen Elementen, angereichert mit Bewegungstherapie und BeautyBehandlungen, ist nach Wiesers Aussage „eine Symbiose aus Spitzenmedizin, Naturheilkunde, anerkannten Therapieverfahren, neuestern wissenschaftlichem Knowhow und der angenehmen Atmosphäre eines Luxushotels.“ Udo Jakobitsch ist Biokybernetiker, Sportarzt der österreichischen Ski-Nationalmannschaft und Leiter der medizinischen Abteilung des Lanserhofs. Er erklärt sein Konzept so: „Wir haben den Kampfgedanken, dass Schul- und KompIementärmedizin nicht miteinander funktionieren können, aufgegeben.“ Beide Disziplinen sollen Hand in Hand arbeiten. Konkret sehe das so aus: „Wir versuchen, unsere Gäste typgerecht zu behandeln. Unsere Diagnostik nutzt schul- und komplementärmedizinische Elemente. Wir haben hier eine Ärztin, die Spezialistin auf dem Gebiet der klassischen chinesischen Medizin und der Phytotherapie ist. Ein anderer Arzt arbeitet am Thema Schlafforschung. Und wir halten engen Kontakt zur Universitätsklinik Irmsbruck mit ihren Spezialisten.“ Die Ausstattung des Lanserhofs ist etwas für Anhänger des reduzierten Designs. Modeme, eher spartanisch möblierte Zimmer, die einen klösterlichen Touch haben. Der Speisesaal mit seinen unprätentiösen Holztischen und Stühlen sei dem Hausherrn, wie die Angestellten durchblicken lassen, wegen der aufgelegten Tischsets noch zu üppig dekoriert. Er wünsche möglichst blanke Tischplatten, auf denen die karge Kost noch besser zur Geltung kommen solle. Nichts soll vom Wesentlichen ablenken, dem Gesundfasten nach der modernisierten Franz-Xaver (F.x.) -Mayr-Diät. Mittags hemcht Kurhausstlmmung an den Tischen. Gepflegte Damen sitzen ungeschminkt in Hausschuhen und weißen Bademänteln an den Tischen und verzehren mehr oder minder lustvoll eine dampfende Kartoffel. Dynamisch wirkende Herren in Trainingsanzügen kasteien sich mit basischer Brühe aus der Teebar. Und alle wirken augenscheinlich entspannt dabei. Wer freiwillig auf Bohnenkaffee und Alkohol verzichtet, konsequent Mittagsruhe hält, früh zu Bett geht wld morgens um sieben im Wald Frühgymnastik betreibt, sucht kein simples Relaxen. Wer vom Angebot des Lanserhofs profitieren möchte, muss Einsatz bringen wollen. Viele der Gäste


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hotel & technik 04/2006 Architektur auf die Therapie abgestimmt Der “Lanserhof“ bei Innsbruck setzt auf Medical Wellness. Die Gesundheit des Gastes steht im Vordergrund - und zwar auch nach Beendigung des Hotelaufenthalts. Dafür ist das LansMed-Concept entwickelt worden, das auf der Basis der Medizin von F. X. Mayr die Schulmedizin mit fernöstlicher Heilkunde verknüpft. Unterstützt wird das ganzheitliche Konzept, das auf Körper und Geist abzielt, auch durch einen großzügigen Umbau des therapeutischen Bereichs. Das Gesundheitszentrum „Lanserhof“ liegt rund 15 Minuten von Innsbruck entfernt. 1984 wurde das ehemalige Ferienhotel von einem Unternehmerquartett übernommen und zu einem der führenden Gesundheits- und Regenerationszentren Europas mit 90 Betten ausgebaut. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer der Gäste beträgt zwölf Tage. In den „Lanserhof“ kommen die Gäste heute nicht nur, um Ruhe und Entspannung zu finden, sondern um etwas für ihre Gesundheit zu tun. Ein Team von Ärzten, Therapeuten, Trainern und Beratern entwickelt für jeden Gast einen individuellen Behandlungsplan. Der „Lanserhof“ wird vor allem wegen der bekannten MayrKur und verschiedener Therapiekonzepte von einem internationalen Publikum geschätzt. Mit dem Lans-Med-Concept soll heute ein neuer Weg in die“ Medizin der Zukunft“ beschritten werden. Das Konzept verbindet medizinische Behandlungen, Bewegungstherapie, Fit- und Vitalprogramme, Kultur und Le-

bensart, Mentaltraining, Schönheitsprogramme und ausgewogene Ernährung miteinander. Neben dieser fachlichen Kompetenz ist es auch die Architektur, durch die sich das österreichische Gesundheitszentrum von ähnlichen Einrichtungen unterscheiden will. Harmonie, Natürlichkeit und Authentizität waren dem Bauherrn wichtig. Nun wurde der gesamte medizinisch-therapeutische Bereich großzügig erweitert und Ende 2005 fertiggestellt. Dabei wurde stets die medizinische Nutzung der Räume im Auge behalten. Zeit und Raum geraten in Vergessenheit Die Architektin Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven hat mittels dreier Lichtachsen ein offenes Raumkonzept und inselartiges Design geschaffen. Die Atmosphäre im gesamten Therapiezentrum wirkt nun frisch und hell - die Energie soll fließen können. Das offene Foyer ist mit Empfang und Warte-Lounge ausgestattet. Die Bereiche fließen nahtlos ineinander über. Eine transluzente Wand mit Landschaftsmotiven trennt die Massage und die Arzträume vom Wartebereich ab. Kubische Einbauten und Objekte ergänzen die freie Atmosphäre. Die Möbel sind größtenteils in die Wandflächen integriert und wurden eigens für den „Lanserhof“ entworfen. Der Softraum ist mit Filz ausgekleidet und bietet sechs Liegemöglichkeiten. Die Poolräume sind um den Kneipp-Bereich angeordnet, jeder Poolraum ist mit einem anderen Mosaik versehen. In den beiden Shiatsuräumen sorgt ein abwechslungsreiches Bodenmaterial für eine mystische Atmosphäre. Der Fußboden in den übrigen Bereichen ist ein fugenloser Epoxydharzbelag, der alle Räume verbindet. Die minimalistische Formensprache wurde bewusst gewählt, um Ruhe und Struktur in einer reizüberfluteten Welt zu schaffen.


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maxim 05/2006


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elle 06/2006 Wohlf체hl-Oasen Wohin nach dem Messe-Stress? Lanserhof, Tirol Hier lassen auch Celebrities die Seele baumeln. Vor allem wegen der bekannten Mayr-Kur kommen internationale G채ste in den Lanserhof. Geboten werden dort Medical Spa Anwendungen auf neuestem wissenschaftlichen Niveau. Plus: eine sachlich moderne Architektur, die Ruhe vermittelt.


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highlight 06/2006 Licht für die Seele Minimalistische Architektur und ein neuartiges Lichtkonzept zeigen im Lanserhof ihre positive Wirkung auf gestresste Menschen. Zurückhaltend mit wenigen Akzenten sorgt hier Licht für eine Welt des Wohlbefindens.

seiner Persönlichkeit“, erläutert Andreas Wieser die Philosophie des Tiroler Gesundheitszentrums. Zeitgemäße, licht- und luftdurchflutete Erholungsräume sowie großzügige Fensterflächen lassen den Gast die traumhafte Aussicht unmittelbar erleben.

Ansatz der Einfachheit Der seit 1984 bestehende Lanserhof in Lans bei Innsbruck bietet Kompetenz in der Regenerations- und Präventionsmedizin, was beispielsweise die Auszeichnung des Wellness- und Gesundheitsführers „Relaxguide“ als bestes Gesundheitszentrum Österreichs dokumentiert. Neue Erkenntnisse spiegeln sich in der konsequenten Erweiterung – aufgeteilt auf mehrere Umbaumaßnahmen – wider. Aus einem bäuerlichen, rustikalen Tiroler Sporthotel hat sich so unter der Leitung von Direktor Andreas Wieser ein modernes Gesundheitszentrum entwickelt. Seit Anfang 2006 steht nun ein Gebäudekomplex mit 90 Betten zur Verfügung, der unter anderem durch Architektur und Lichtkonzept den Unterschied zu herkömmlichen Wellnesszentren verdeutlicht. Der großzügige Umbau des gesamten medizinisch-therapeutischen sowie des Beauty-Bereichs bedeutet einen visionären Schritt ins 21. Jahrhundert. Als besondere Herausforderung dieser Erweiterung erwies sich die Verbindung von Alt und Neu, ohne sich anzubiedern und trotzdem eine Einheit zu schaffen. Harmonie, Natürlichkeit, Einfachheit, Klarheit, Schönheit und Authentizität sind das Ergebnis. Die klischeefreie Architektur und das Design entsprechen dem Lebensgefühl und der positiven Energie, die im Lanserhof – unter der Betreuung von 70 Mitarbeitern, davon 25 im Therapie und Beautybereich – freigesetzt wird.

Sanftheit als Markenzeichen In dieser Welt des Wohlbefindens und der Energie gewinnt das Licht eine besondere Bedeutung. Nie wirkt Licht direkt, nie grell oder erschreckend. Als „Healing Light“ bezeichnet Regina Dahmen-Ingenhoven das ausgeklügelte Konzept von Nischen mit nahezu sakraler Stimmung, in der die Quelle des Lichts oft nur erahnt werden kann. Bei der von Tropp Lighting Design, Weilheim, entwickelten Beleuchtungslösung werden alle Räume weitgehend indirekt mit T5-Leuchtstofflampen ausgeleuchtet. Direkt strahlendes Licht mit NiedervoltHalogenlampen ist nur für Akzente vorgesehen oder dort, wo eine höhere Beleuchtungsstärke benötigt wird. Daraus resultiert eine sehr sanfte Stimmung. Grundsätzlich lassen sich alle Leuchtmittel dimmen, d.h. an Tageslicht und Nutzung anpassen. „Healing Light“ ist mehr als therapeutisches Licht, dessen wissenschaftliches Umfeld von Schlagworten wie Lichttherapie, Melatoninproduktion oder UV-Anteil bestimmt wird. Healing Light ist eher Licht für die Seele – zwar noch nicht wissenschaftlich bewiesen, aber deutlich zu fühlen. Es beschreibt eine unaufdringliche Beleuchtung, die sanft, selbstverständlich, angenehm, zurückhaltend, entspannend und positiv zu spüren ist. Die Leuchten stehen nie im Vordergrund, sondern immer der Raum in seiner Gesamtheit. Licht kommt aus Fugen, Nischen, Schlitzen – manchmal unbemerkt, manchmal als bewusstes Gestaltungselement der Innenarchitektur. Es gibt keine gleichmäßig ausgeleuchteten Räume, sondern Licht ist stets fest mit einer Raumzone verknüpft. Unterschiedliche Lichtstimmungen können auf Knopfdruck auf das Empfinden und auf die Behandlung abgestimmt werden. So präsentiert sich ein Raum beim Betreten einladend und während der Therapie meditativ, sinnlich.

Zeit und Raum vergessen Harmonische Formen, naturbelassene Stoffe, angenehme Farbspiele, fugenlose Böden, Transparenz und Sorgfalt bis ins Detail: Diese Architektur der Düsseldorfer Architektin Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven für das 1.500 qm große futuristische Medizin-, Therapie und Beauty-Zentrum besticht durch Originalität und Konsequenz. Sanft mit abgerundeten Ecken, weichen Farben, Formen und Materialien wurde eine Welt geschaffen, in der Menschen entspannen und Kraft tanken können. Die Architektur als Teil des „Lans_Med_Concepts“ spricht den Menschen ganzheitlich an und schafft Raum für Weiterentwicklung und Veränderung

Minimalismus, Ruhe und Ordnung Im Medizin- und Therapiezentrum geben die perfekte Funktionalität und die Klarheit der Räume den Gästen Orientierung und Sicherheit. Der fugenloser Epoxydharzbelag als Boden verbindet alle Räume und löst die bisher statische Bodenhaftung auf: Wand, Boden und Decke bilden nun ein fließendes Kontinuum. Die pure, minimalistische Formensprache des Designs ist bewusst gewählt, um Ruhe und Ordnung in einer reizüberfluteten Welt zu schaffen. Der große Vorraum mit „welcome desk“ und Warte-Lounge erinnert an das Raumschiff „Enterprise“ mit seiner Atmosphäre der Offenheit. Das futuristische Cocoon vermittelt auch Geborgenheit, Wärme und Ungezwungenheit. Die Harmonie der Räume und ihre minimalistische Ausstattung bringen die Seele ins Gleichgewicht – Voraussetzung für Entspannung und Rückbesinnung.


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Aus dem offenen Raumkonzept und dem inselartigen Design resultieren drei Lichtachsen, die natürliches Licht bis ins Innerste der Therapieabteilung strahlen lassen. Behutsam sind die einzelnen Bereiche so gestaltet, dass sie grenzenlos ineinander überfließen. Der Eindruck ist frisch und hell ohne übertriebene Hippness, dafür erwächst Großzügigkeit aus dezidiert räumlichem Denken. Schwenkbare Einbaustrahler mit differenzierten Lichtverteilungen und unterschiedliche NiedervoltHalogenlampen bieten die Voraussetzung für das Spiel mit speziellen Effekten. So können je nach Tagoder Nachtsituation gezielte Lichtflecken auf den weißen Boden projiziert werden. Aus der Überlagerung mit breitstrahlenden Leuchten resultiert der gewünschte Kontrast. Komfort bringt die zurückversetzte Anordnung der Leuchten, da nur Licht zu sehen ist, das aus einer Deckenöffnung strömt. Zusätzlich hellen Linsenwandfluter den im Empfang als Rückwand dienenden „Apothekerschrank“ gleichmäßig auf. Ergänzend strahlt indirektes Licht aus Deckenvouten über den Boxen. Diese Lichtvouten lösen die Behandlungskabinen von der Decke und lassen sie als frei in den Raum gestellt erscheinen. Natur transferiert Harmonie von Innen- und Außenraum erzeugt eine 50 m lange transluzente Wand mit der wohltuenden Landschaft der Alpennordkette, die Massageräume und Ärzteräume vom Empfang separiert. Die Verlängerung findet diese Wand in dem Fenster, das den Blick auf das echte Panorama freigibt. Die Natur wird so in den Raum transferiert. Hier sorgen indirekt abstrahlende Deckenfelder mit farbiger Oberfläche für Lebendigkeit und angenehme Stimmung. Zusätzlich lässt sich mit schwenkbaren Halogeneinbaustrahlern eine höhere Beleuchtungs stärke erzielen. Kubische Einbauten und Objekte ergänzen die Räume. Die Möbel sind großteils in die Wandflächen integriert und eigens für das Gesundheitszentrum entworfen. So werden die klaren Strukturen nochmals betont. Der alte Infusionsraum ist neu belegt: Liquid-Energy verrät, dass es hier anders zugeht als bisher. Die mit Farbe und Licht konzipierte Atmosphäre soll den Geist anregen. Gelb steht hier stellvertretend für die Sonne, die Urkraft der Energie. Dezentes, indirektes Licht bieten die hinterleuchteten Bubbles in der Wand. Wenige zusätzliche Spots erhöhen zonal die Beleuchtungsstärke und setzen Akzente. Der höhlenartige, mit Filz ausgekleidete Softraum bietet sechs Liegemöglichkeiten, die

äußerste Entspannung versprechen. Die Poolräume sind um den Kneipp-Bereich gegliedert, sodass fast ein Dorfplatz entsteht. Alle Poolräume und Duschnischen sind mit jeweils eigenen Mosaikvariationen gestaltet, die den Gast in eine heitere Stimmung versetzen. Die verschiedenen Blautöne der BisazzaMosaiksteinen spiegeln dabei die Farbpalette des Wassers wider. Indirektes Licht aus den Nischen, als Spiegelhinterleuchtung, aus der Dusche heraus, unter den Wannen verzaubert hier die Seele. Die beiden schwenkbaren Spots sind flächenbündig in die Decke integriert, was eine leuchtenden Aura und einen weichen Übergang zur Decke schafft. Die beiden Shiatsuräume vermitteln eine nahezu heilige und mystische Atmosphäre. Dafür strahlt indirektes Licht aus farbig gestalteten Nischen und Öffnungen. Mit nur einem oder zwei kräftigen Spots aus der Decke kann ein Akzent im Raum gesetzt werden. Dieser ist als einziger mit Nussbaumholz als Bodenmaterial ausgestattet, was erdhafte Verbundenheit symbolisieren soll – ein Vorraum als Schwelle zu einer veränderten Wahrnehmung. Voraussetzung für Abstand Ganz durchdacht präsentiert sich das Konzept des Gesundheitszentrums Lanserhof, indem Architektur einschließlich Mobiliar und Lichtlösung perfekt aufeinander abgestimmt sind. Dieser Einklang mit der Natur bietet eine ideale Voraussetzung für Entspannung und Abstand von der ansonsten reizüberfluteten Welt. „Healing Light“ als Licht für die Seele zeigt hier neue Wege auf.


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lufthansa magazin 06/2006


emotion 08/2006 BESSER SCHLAFEN Guter Schlaf ist bekanntlich eine der wichtigsten Säulen des Wohlbefindens. Allerdings klagt ein Viertel der Deutschen über Schlafstörungen. Wer mit diesem Problem zu tun hat, findet im Gesundheitszentrum Lanserhof Hilfe. Ein mobiles Labor im Hotelzimmer zeichnet Augenbewegungen, Herz- und Atemfrequenz, Zähneknirschen oder Unruhezustände in der Nacht auf. Zusätzlich werden mit einem Fragebogen die individuellen Lebensgewohnheiten ermittelt. Auf der Basis dieser Daten entwickelt der Arzt ein ganzheitliches Schlafprogramm. Unterstützend wirken Entspannungstechniken wie Yoga oder Oigong, Lichttherapie, Kräutermedizin und energiereiche Ernährung im hoteleigenen Restaurant. Auch psychologische Beratung ist möglich. Ziel der Therapie ist es, den eigenen Schlaf neu zu erleben und Reizüberflutung auszuschalten. Der Gast soll mit Möglichkeiten vertraut gemacht werden, die ihm auch im eigenen Bett erholsame Nächte garantieren. Lanserhof in Lans bei Innsbruck/Österreich: www.lanserhofat


Style 09/2006 Dem Alltag enfliehen mit all seinem Arbeitsstreß, den gesellschaftlichen Verpflichtungen und der damit verbundenen falschen Ernährung, der mangelnden Bewegung und dem häufig unregelmäßigen Schlaf: wünschen sich Viele. So richtig abschalten, sich umpolen lassen, können sie in der erholsamen Atmosphäre des Gesundheitszenrrum Lanserhof, hoch in den kühlen Innsbrucker Bergen und dies in einem ansprechenden modernen Ambiente. „Sensual Detox“ und „Vitality Aging“ anhand der Philosophy des österreichischen Arztes F.X. Mayr sind die Pfeiler des „Medical Wellness‘‘ in dem anerkannten Zentrum im Lanserhof. Therapiert wird von innen heraus, Entgiftung und Entschlackung sind hierbei die ersten Ansätze. Ein in der heutigen Zeit in der Regel überlasteter Darm schwächt das Immunsystem, macht antriebsarm und depressiv. Durch die moderne Detoxmedizin wird die Möglichkeit gegeben , sich selbst zu heilen. Breit gefächert ist die Angebotspalette, um den individuellen Bedürfnis der Patienten gerecht zu werden. Beliebt ist Akupunktur. Durch die Stimulation gewisser Akupunkturpunkte kann das energetische Gleichgewicht des Körrtrgewichtes wieder hergestellt werden. Als wertvoll erweist sich die Baseninfusion, wo einem stark übersäuertem Körper Basenstoffe zugeführt werden. Wichtig ist die Chirotherapie, bei der Funktionsstörungen der Wirbelsäule, verschiedene Fehlstellungen sowie Verkürzungen einzelner Muskel und Bänder korrigiert werden. Bei der Dunkelfeldmikroskopie gibt die Beobachtung des Blutes Aufschluß über das gesamte Körpersystem. Wesentlich zu einer gelungenen Therapie tragen weiterhin bei die Ergometrie, Laseranwendungen, Lymphdrainagen oder Pilates. Nicht vergessen wird der optische Effekt. Mit harmonischen Gesichtsbehandlungen wird die Schönheit und das Aussehen von außen auf Vordermann oder -frau gebracht.


ETWAS SPA MUSS SEIN Nach einem intensiven Kunst- und Genusserlebnis in Salzburg brauchen erschöpfte Festspielbesucher ebenso anspruchsvolle Erholung für Körper und Geist. Der Tiroler Lanserhof gibt nicht nur Kulturinteressierten exklusive Gelegenheit dazu. Gestern Abend waren Sie noch bei „Don Giovanni“ - und danach mit ihrer besten Freundin zu einem wunderbaren Dinner mit ein paar Gläsern Champagner im Werfener Restaurant der Haubenkäche Karl und Rudolf Obauer. Zusammen mit fast 25000 anderen Besuchern der Salzburger Festspiele haben Sie das exzessive Kulturprogramm bis zum Schluss durchgehalten und dabei manchmal Ihren Schönheirsschlaf versäumt. Heute sitzen Sie in 900 Metern Höhe beim Frühstück und haben vom Speisesaal einen wundervollen Ausblick auf die Tiroler Bergwelt. Eine Semmel, ein paar Schlucke Milch . . . zur Glückseligkeit fehlen nur noch das zarte Aroma von frisch gebrühtem Kaffee und ein paar hauchdünn geschnittene Streifen Serrano-Schinken. Aber dafür ist später wieder Zeit. Jetzt haben Sie sich eine gesunde Pause verdiene. Der Aufenthalt in einem normalen Kurzentrum hätte nicht gereicht. Dort bleibt man mit Massagen und Schlammpackungen oft an der Oberfläche, statt auch die Substanz zu regenerieren und das Körperinnere zu reinigen. Im Gesundheitszentrum Lanserhof, das in der Nähe des kleinen Bergdorfs Lans bei Innsbruck liegt, befinden Sie sich in besten Händen. Nur zwei Stunden, nachdem Sie sich von den prachtvollen Barockbauten der Salzburger Innenstadt verabschiedet haben, sind Sie im erst vor kurzem umgebauten, futuristisch anmutenden Wellness Center in den Tiroler Alpen eingetroffen und haben begeistert die klare, reine Bergluft eingeatmet. Der von der Düsseldorfer Architektin Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven neu gestaltete Lanserhof steht inmitten lichtdurchfluteter Wälder und saftiger Wiesen. Das 1984 gegründete „Gesundheitsmedizin- und Therapie-Zentrum“ wurde 1998 vom Umernehmer-Quartett Andreas Wieser, Anton Plerrer, Dr. Christian Harisch und Johann Hager übernommen und zählt heute zu den europaweit führenden Betrieben in Sachen Regeneration und Prävention. 70 Mitarbeiter, davon 25 im Medizin-, Therapie- und Beautybereich, kümmern sich hier unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Udo Jakobitsch um das körperliche und seelische Wohl ihrer Schützlinge. Sie bemühen sich, Abweichungen vom idealen Gesundheitszustand bereits zu ent-


part 1 salzburger festspiele 2006 decken, bevor eine Krankheit überhaupt ausbrechen kann. Gleich nach der Ankunft im Lanserhof wird man Ihnen Fragebögen vorlegen und Sie zu ausgiebigen Gesprächen mit Ärzten und Therapeuten bitten. Auch umfangreiche Tests gehören zur Vorbereitung. Die Ergebnisse bestimmen, welche Behandlungsmemode für den jeweiligen Besucher die beste ist. Die Kur kann beginnen. Sollten ernsthafte gesundheitliche Probleme entdeckt werden, sorgt die Vernetzung mit Spezialisten der lnnsbrucker Universirätsklinik dafür, dass man auch außer Haus den besten Service erhält. Der Schlüssel zum Erfolg des Lanserhofs ist das „Lans Med Concept“ - ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, bei dem die Errungenschaften der Schulmedizin gleichberechtigt mit Naturheilkunde und traditioneller chinesischer Medizin zum Wohl des Patienten eingesetzt werden. Im Mittelpunkt einer mindestens zehntägigen Kur steht der sogenannte Detox-Vorgang: Entgifrung, Entschlackung und Entsäuerung. Nur ein entgifteter Körper kann sich regenerieren und auf Behandlungen ansprechen. Der Darm beherbergt 70 Prozent des gesamten menschlichen Immunsystems; ist er gesund, so unterstützt er die Produktion der Wohlfühlsubstanz Serotonin. Bei Überlastung kann er jedoch Antriebslosigkeit und sogar Depressionen hervorrufen. Auch wenn der Körper nicht im ursprünglichen Wortsinn „vergiftet“ ist, kann es doch sein, dass das tägliche Stoffwechsel-Zusammenspiel des Säuren- und Basenhaushalts aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um es vereinfacht auszudrücken: Basen sind gut, Säuren sind böse - und können allerlei Krankheiten, von Kopfschmerzen über Gicht bis hin zur Osteoporose, hervorrufen. Durch die tägliche Nahrungs- und Flüssigkeirszufuhr nehmen wir Säuren auf, und obwohl ein Großteil über den Stoffwechsel wieder ausgeschieden wird, können Rückstände (die „Schlackenstoffe“) in Bindegewebe und Darm zurückbleiben. Ziel der Detox-Behandlung ist es, diese zu eliminieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder zu aktivieren. „Gesundheitsvorsorge und Regeneration sind heure so wichtig wie noch nie. Und nur wer nachhaltig gesund ist, fühlt sich auch geistig fit“, sagt Geschäftsführet Andreas Wieser. Das Erfolgsrezept des Lanserhofs baut auf der den Körper reinigenden FranzXaver-Mayr-Kur auf, besser bekannt als Milch-Semmel-Diät: Jeder Bissen wird mindestens 30 Mal gekaut, bis im Mund eine Suppe aus Speichel und Semmelbröseln entstanden ist. Danach wird ein Teelöffel Milch zugeführt, das Ganze vermischt und dann erst geschluckt. So wird die Milch bereits im Mund vorverdaut, der Dünndarm dadurch endastet und es stellt sich schnell ein Sättigungsgefühl ein. Auf diese Weise wird einerseits das richtige Kauverhalten wieder erlernt und andererseits die Darmflora regeneriert, um sie für die anschließende Vollwertkost fit zu machen. Das Wort „Diät“ hat übrigens gar nichts mit Fasten und Entbehren zu tun, vielmehr leitet es sich vom griechischen „Diatia“ für „Ordnung‘“ ab. Das „Lans Med“ -Team hat Mayrs Konzept zur sogenannten „Energy Cuisine“

weiterenrwickelt: genussvolles Entgiften für gesundheitsbewusste Gourmets. Doch das sind längst nicht alle Facetten der ganzheitichen Behandlung. Mit Heilmethoden wie Akupunktur oder chinesischer Kräutermedizin sowie meditativen Techniken und Bewegungstherapien werden Blockaden im körpereigenen Energiefluss beseitigt. Die Vaku-Drainage, eine vorn Vorgang des Schröpfens inspirierte Behandlung regt den Lymphfluss an und entschlackt das Gewebe. Darüber hinaus stehen Kneippwanderungen und sanfte Bewegungstherapie ebenso auf dem Programm wie bioelektrische Terrain- oder umfangreiche Allergie-Analysen. Mit der Dunkelfeldmikroskopie, einem detektivischen Verfahren zum Aufspüren latenter Gesundheitsprobleme räumt man letzte Zweifel aus dem Weg. Auch Geist und Seele erhalten im Lanserhof natürlich die Möglichkeit zur Regeneration. Wenn Sie nicht auf einem der beiden nahe gelegenen Golfplätze einlochen wollen, können Sie sich in den umliegenden Wäldern auf eine Nordic-Walking-Tour begeben, im hauseigenen Fitness Center an modernen Geräten trainieren oder sich im 1500 Quadratmeter großen Zentrum zur Entspannung zurückziehen. Und dabei können Sie ja auch schon darüber nachdenken, was Sie bei den Festspielen im kommenden Jahr an Kultur- und Küchengenüssen erwartet. So munden Milch und Semmeln noch viel besser...


Wirkungen von Innenräumen auf die Psyche „...wenn es uns gelänge, von der Ebene der reinen Seele aus zu leben, dann würden wir erkennen, dass der beste strahlendste Teil von uns mit allen Rhythmen des Universums verbunden ist.“ (Deepak Chopra) Architekten können meiner Meinung nach heilend Herz und Seele öffnen und eine positive Wirkung erzeugen - Glück, Harmonie, Begeisterung, Befreiung, Anregung, Beruhigung, Fröhlichkeit, gute Laune, Spiritualität. Schönheit und Wohlbefinden, die Sehnsucht nach dem Selbst wecken. Eine authentische sinnvolle Planung kann positiven Einfluss auf den Menschen ausüben, wo hingegen eine sinnlose das Gegenteil, ja sogar Schaden anrichten kann. Deshalb ist es in einer Zeit, die das Potenzial hat, eine völlig neue Weil zu kreieren, wichtig, Achtsamkeit auf die Gestaltung mit neuen Zeichen und Symbolen zu lenken. Gut gefällt mir in diesem Zusammenhang die Aussage des Trendforschers Robert Jungk „Ich glaube, wir leben in einer Epoche des Noch-Möglichen. Es ist eine enorme Chance, dass man in einer solchen Zeit lebt, wo die Fehler der allen Zeit ganz deutlich werden und wo eine neue Zukunft entworfen werden kann.“ Ist doch wunderbar! Eine Chance, die wir als Gestalter erkennen und nutzen sollten! Eine Architektur, die zu den Menschen spricht, sollte deshalb auch Raum für Weiterentwicklung und Entwicklung der Persönlichkeit bieten. Architektur bietet auch immer Schutz und Ruhe und bestenfalls eine stärkende Hülle, eine dritte Haut. Viele Gedanken über die Zusammenhänge zwischen Körper und Raum gehen ja von der Sichtweise aus, dass der Körper


bdia handbuch 2006/2007 seinerseits ein Raum ist, der die Seele des Menschen beherbergt. Die Metapher des Raums als dritte Haut des Menschen wird auch in diesem Zusammenhang gebraucht. Das ist logisch, denn es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen dem Sinnesorgan wie Nase, Augen. Ohren, Temperatursinn und der Umgebung, auf den der Körper reagiert. Bei medizinisch-psychologischen Untersuchungen der derzeit aktuellen Diskussion über die Heilkraft der Architektur wurde als wichtigste Kategorie immer wieder das Bedürfnis nach Aufgehobensein in einem größeren Ganzen herausgestellt. Heilsam ist eine Architektur, die Schlichtheit, Reinheit, Ordnung oder Klarheit ausdrückt und bestenfalls ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zaubert. Wenn die Gesetze der Natur mit in die Architektur einfließen, ist sie im Idealfall ein SChöpferisches Gesamtkunstwerk, bei dem alle Aspekte wie Licht, Formen. Materialien und Farben eine Harmonie bilden. Die Zen-Gärten beispielsweise versuchen. eine Einheit von Kunst und Natur zu bilden. Jeder Quadratmeter sollte wie jeder kostbare Moment des Lebens gewürdigt werden und Achtsamkeit erfahren. So wie das Leben überhaupt. Was ist Oberhaupt die Seele? Sobald wir die Seele über ihren Ursprung im nichtörtlichen, virtuellen Reich definieren, gewinnt der Platz, den wir im Universum einnehmen. auf bemerkenswerte Weise an Deutlichkeit. Wir sind zugleich örtlich und nichtörtlich. Somit können wir uns die Seele als zweigeteilt vorstellen. Wenn es uns gelänge. von der Ebene der Seele aus zu leben. dann würden wir erkennen, dass der beste strahlendste Teil von uns mit allen Rhythmen des Universums verbunden ist. Der Versuch einer Definition des Begriffs Seele lautet: „Eine Seele ist der Beobachter; der interpretiert und Entscheidungen auf der Basis seines Karmas trifft; sie ist außerdem ein Zusammenfluss von Kontext und Sinnhaftigkeit. Dies wiederum erzeugt Lebenserfahrung.“ (Deepak Chopra: Das Tor zu vollkommenem Glück) Architektur ist und war immer Ausdruck einer Zeit. einer Epoche. einer Geisteshaltung oder anders ausgedrückt, wie Bruno Taut es beschrieb: «Der Architekt hat drei Aufgaben und vollends heute: erstens zu bauen, zweitens das neue Kulturbild zu schaffen und drittens das Bedürfnis zum Bauen zu wecken .. Dies bedeutet ganz neue Mittel zur Darbietung des Entwurfs zu ersinnen, nicht bloß Grundrisse wie bisher. die das Bauen als rein technische Sache erscheinen lassen.“ Obwohl gerade durch den Einzug neuer technischer Möglichkeiten, wie z.B. durch den Siegeszug des Computers. ein völlig neues Bewusstsein entstanden ist. Eine neue Dimension der Wahrnehmung kennzeichnet unser Zeitalter. In einer Zeit, in der virtuelle fiktionale Welten eine zunehmende Präsenz entwickeln. ist die Wirklichkeit kontinuierlich geteilt. Zumindest in der Fantasie.

Fantasie können wir alles denken. Auch die Schwerfälligkeit traditioneller Wandabwicklungen ist mit neuen Darstellungsmethoden aufgelöst. In meiner Publikation „Animation“ (anima - die Seele, animation - unbewegten Objekten Bewegung zu verleihen, oder mit meinen Worten: Tote zum Leben erwecken) habe ich darauf hingewiesen. wie sehr sich durch die Welt der Daten grenzenlose Möglichkeiten eröffnen. Während manche Architekten sich von den neuen Entwurfsmethoden wenig versprechen, betrachtet eine steigende Anzahl von Kollegen die Computertechnik nicht nur als eine Arbeitsmethode, sondern als eine Forschungsgrundlage. Frei fließende Formen mit instabilen Bereichen variabler fluktuierender Bewegungen führen weg von einer herkömmlichen Architektur. Die Qualität einer derartig animierten Architektur wird sich daran messen, wie sehr sie nicht nur funktionale und rationale. sondern auch emotionale Anforderungen erfüllt. Diese Tatsache bedeutet für mich Inspiration und Aufbruchstimmung, ähnlich wie die Architektur sie zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts hatte. Für den Lanserhof, ein Gesundheitszentrum in Österreich, bei Innsbruck, haben wir beispielsweise ein futuristisches Raumschiff entworfen, welches die Gäste in ein neues gesundes und besseres Leben _beamt“. Harmonische Stoffe. angenehme Farbspiele, fugenlose Böden und eine Transparenz-Licht-Ästhetik unterstützen den Healing-Aspekt. Besonders dem Licht haben wir größte Aufmerksamkeit gewidmet, niemals grell. niemals kalt oder erschreckend, sondern möglichst indirekt warm, den Lichtkörper versteckend, nur als Quelle fließend. Healing Light - ein ausgeklügeltes Konzept von Nischen mit nahezu sakraler Stimmung. Die Architektur muss jeden mit Schönheit empfangen - sanft mit abgerundeten Ecken, weichen Farben und Formen. In dieser neuen Welt des Entspannens und Krafttankens soll die Architektur den Menschen zuerst von seinen Alitagslasten befreien. Sie hebt sie in eine Utopie und schafft damit geistigen Freiraum, der neugierig macht auf die Zukunft. Eine Architektur, frei von Klischees und Stilen, authentisch spricht sie den ganzen Menschen an und schafft Raum für Weiteremwicklung und Veränderung seiner Persönlichkeit - eine spannende Reise zu sich selbst seilt Energie frei. Minimalismus, Ruhe und Ordnung dienen dazu. Raum und Zeit zu vergessen. Es herrscht eine Atmosphäre der Offenheit und Intelligenz. Der futuristische Kokon vermittelt auch Geborgenheit, Wärme und Ungezwungenheit. Oie Harmo-


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AIT 11/2006 Silentium Lanserhof in Lans bei Innsbruck Entwurf Design Designstudio Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven, Düsseldorf Lanserhof in Lans near Innsbruck The Lanserhof near Innsbruck has transformed from being a rustic-style 1980s sports hotel into a futuristic looking health centre. Therefore, the Düsseldorf architect Dr. Regina DahmenIngenhoven has created an ambience that acts like an antidote against the sensory overload of everyday life. The concept is successful: more than 3,000 stressed visitors per year come here to indulge with all senses therapeutically as well as architecturally. Wellness oasis or temple are the promising catchwords for countless institutes that offer the balancing of body and soul. However, often candlelight and scents are used to gloss over a poor interior design. The Lanserhof, a centre for regeneration and preventative medicine, on the contrary has been awarded as Austria‘s best health centre, therapeutically as well as architecturally. The Lanser institution was founded in 1984, then it was located in a country- style Tyrolean sports hotel. In 2006, the director decided to exchange Alpine romance with a futuristic relaxation ambience. He entrusted the Düsseldorf architect Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven, who is renowned for her clear and minimalist surgeries, with the radical conversion. With soft forms, subtle coordinated colours, views to the landscape, and few materials the architect has created a soothing ambience. Spatial generosity is part of the concept: The new rooms expand on 1,500 square metres, with the single therapy areas forming islands in the space. A jointless epoxy resin floor links all rooms without thresholds and barriers. All pieces of furniture, a combination of Corian and Parapan, have been custom-designed by the architect: from the drinking fountain to the washbasins and the medical furnishings. Nothing has been left to chance. Warm felt and Flokati cover the seating furniture in the waiting lounge and reception area. The panorama of the northern chain of alps symbolizing the genius loci has been imprinted on a 50-metre long, translucent wall, which separates the treatment rooms from the reception area. Further along, a large window offers a view to the real mountains, because the connection of interior and exterior is part of the architectural-therapeutic concept. The relaxing and modest light indirectly emerges from joint, slits and niches, thereby generating an almost sacral atmosphere. In the pool area, glass tesserae immerse the walls in various shades of blue, the colours of water.


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Lanserhof, Tirol

Sanfte Weis(s)heit Text: Michaela Haller; Bilder: Lanserhof, Studio Holger Knauf

Das Gesundheitszentrum „Lanserhof“ bei Igls in der Nähe von Innsbruck ist bereits seit 1984 international bekannt, großteils aufgrund der Anwendung einer speziellen Heilmethode: der Dr. F.X. Mayr-Kur, benannt nach einem österreichischen Arzt (nach dessen Überzeugung „die Verdauungsstörung die Mutter aller Krankheiten ist“). Da dieses Heilfasten und Entgiften in letzter Zeit immer mehr neu entdeckt wird, hat auch im „Lanserhof“ die Zukunft durch architektonische Akzente Einzug gehalten.

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ls Erweiterung des 1998 umgebauten Hotelkomplexes wurde das Gesundheits- und Schönheitszentrum auf insgesamt 1.500 m2 mit 24 Behandlungsräumen neu gestaltet. Das futuristische Innenraumkonzept soll den Gast vom Alltag lösen, ihn auf sanfte Weise von seinen bisherigen

Gedanken entfernen. Solche „inszenierten Erlebniswelten“ ermöglichen erst Entspannung und dann anschließende Regeneration. Erreicht wird dies mittels eines völlig ruhigen, fließenden Raumkontinuums und dem Zusammenspiel von Materialien, Farben und Licht. Nur abschnittsweise gelangt natürliches

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Lanserhof, Tirol

Licht zu dem bis zu 25 m tiefen Innenraum. Daher durchziehen 3 Lichtachsen die als „Inseln“ angelegten Bereiche. Zusätzlich sorgen dezent angebrachte Beleuchtungen für eine indirekte und zugleich unaufdringliche Helligkeit, von der Architektin selbst als „HealingLight“ bezeichnet. Dieses durchdachte Lichtsystem lässt die Quelle des Lichts nur erahnen, Lichteffekte in Kombination mit Nischen erzeugen einen fast sakralen Raumcharakter. Ein offenes Foyer mit Welcome-Desk und runder Warte-Lounge ist großzügiger Mittelpunkt und erste Anlaufstelle. Hier weitet sich der Raum, um angrenzend in kleinere Zonen überzugehen. Bewusst trennt eine transluzente Wand mit einer Abbildung der Nordketten-Kulisse die Massage- und Ärzteräume vom Empfang ab. In den einzelnen Therapieräumen kann man dann den Blick auf die tatsächliche Nordkette werfen. Alles

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Lanserhof, Tirol

ist wie aus einem Guss, das Wohltuende ist die einheitliche Gestaltung, nichts lenkt vom Wesentlichen ab – dem eigenen Selbst. Die speziell für das Gesundheitszentrum entworfenen Möbel sind größtenteils in die Wandflächen integriert, um den Raumfluss nicht zu unterbrechen. Ein fugenloser Epoxydharzbelag passt sich als Bodenfläche nicht nur farblich den angrenzenden Wänden und Decken an. Wobei die Wände aus Kunststoff sind und durch die abgerundeten Ecken die Übergänge sanft, eben „soft“, wirken lassen. Indem

sie oben abschließen, entsteht der Eindruck eines eigenen Körpers, unterstützt von den Lichteffekten. Weiß dominiert den Innenraum und bildet den Hintergrund für die ergänzenden Farbtupfer in Blau, Grün und Gelb. Der Einsatz von Weiß als Nicht-Farbe untermalt den reinigenden Effekt der Behandlungen und wirkt der alltäglichen Reizüberflutung entgegen. Anstelle des alten Infusionsraumes gibt es im neuen Konzept den „Liquid-Energy“ Raum. Auf weichen Sitzmöbeln nehmen die Gäste Platz, die Infusionen

von der Decke hängend wirkt diese Inszenierung fast schon surreal. Gleich nebenan ist die „Liquid Bar“ direkt als Mobiliar in die Wand eingelassen. Im Ruheraum, dem so genannten „Softraum“, befinden sich 6 Liegemöglichkeiten, eingebettet in eine höhlenartige Gestaltung, ausgekleidet mit Filz. Auch hier zeigt sich die Umsetzung einer Atmosphäre mittels Raum und Materialität. Einzig in den beiden Shiatzuräumen wechselt der Boden von Weiß auf Nussbaumholz, welches Erdverbundenheit symbolisiert. In den Poolräu-

LANSERHOF

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Architekt:

Projektleitung: Mitarbeiter: Generalplaner: Baumeister: Schlosser: Fertigstellung:

Erfahrung ist unsere Stärke Sichern Sie sich das Know-how eines der größten heimischen Baukonzerne – rufen Sie uns an!! PORR GmbH 6175 Kematen in Tirol, Porr-Straße 1 Tel. 050626-3110, Fax DW 3059 E-Mail: filiale.tirol@porr.at; www.porr.at/tirol

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men ist neben den „Schwebeliegen“ und den Duschen in jedem davon eine andere Mosaikvariation an den Wänden zu finden. Sie gruppieren sich um den zentralen Kneipp-Bereich, der auch als Kommunikations-Ort innerhalb der geschlossenen Einheiten fungiert. Dieses gezielt entwickelte, eine Einheit bildende Design-Konzept dient als Unterstützung für den Geist, den Körper zu heilen – und bekanntlich bilden Körper, Geist und Seele eine unzertrennliche Einheit. h

Kochholzweg 153, 6072 Lans bei Innsbruck Gesundheitszentrum Lanserhof

DI Regina Dahmen-Ingenhoven

Jan Görgemanns Christiane Luiz, Alexandra Zupanc, Kilian Kresing Malojer Baumanagement GmbH & Co Porr GmbH, Kematen Austria Erich Trinkl, Mayerhofen 12/2005


hotel & style 12/2006 Sanfte Weis(s)heit Das Gesundheitszentrum „Lanserhof“ bei Igls in der Nähe von Innsbruck ist bereits seit 1984 international bekannt, großteils aufgrund der Anwendung einer speziellen Heilmethode: der Dr. F.X. Mayr-Kur, benannt nach einem österreichischen Arzt (nach dessen Überzeugung „die Verdauungsstörung die Mutter aller Krankheiten ist“). Da dieses Heilfasten und Entgiften in letzter Zeit immer mehr neu entdeckt wird, hat auch im „Lanserhof“ die Zukunft durch architektonische Akzente Einzug gehalten. Als Erweiterung des 1998 umgebauten Hotelkomplexes wurde das Gesundheits- und Schönheitszentrum auf insgesamt 1.500 m2 mit 24 Behandlungsräumen neu gestaltet. Das futuristische Innenraumkonzept soll den Gast vom Alltag lösen, ihn auf sanfte Weise von seinen bisherigen Gedanken entfernen. Solche „inszenierten Erlebniswelten“ ermöglichen erst Entspannung und dann anschließende Regeneration. Erreicht wird dies mittels eines völlig ruhigen, fließenden Raumkontinuums und dem Zusammenspielvon Materialien, Farben und Licht. Nur abschnittsweise gelangt natürliches Licht zu dem bis zu 25 m tiefen Innenraum. Daher durchziehen 3 Lichtachsen die als „Inseln“ angelegten Bereiche. Zusätzlich sorgen dezent angebrachte Beleuchtungen für eine indirekte und zugleich unaufdringliche Helligkeit, von der Architektin selbst als „Healing- Light“ bezeichnet. Dieses durchdachte Lichtsystem lässt die Quelle des Lichts nur erahnen, Lichteffekte in Kombination mit Nischen erzeugen einen fast sakralen Raumcharakter. Ein offenes Foyer mit Welcome-Desk und runder WarteLounge ist großzügiger Mittelpunkt und erste Anlaufstelle. Hier weitet sich der Raum, um angrenzend in kleinere Zonen überzuge-

hen. Bewusst trennt eine transluzente Wand mit einer Abbildung der Nordketten-Kulisse die Massage- und Ärzteräume vom Empfang ab. In den einzelnen Therapieräumen kann man dann den Blick auf die tatsächliche Nordkette werfen. Alles ist wie aus einem Guss,das Wohltuende ist die einheitliche Gestaltung, nichts lenkt vom Wesentlichen ab – dem eigenen Selbst. Die speziell für das Gesundheitszentrum entworfenen Möbel sind größtenteils in die Wandflächen integriert, um den Raumfluss nicht zu unterbrechen. Ein fugenloser Epoxydharzbelag passt sich als Bodenfläche nicht nur farblich den angrenzenden Wänden und Decken an. Wobei die Wände aus Kunststoff sind und durch die abgerundeten Ecken die Übergänge sanft, eben „soft“, wirken lassen. Indem sie oben abschließen, entsteht der Eindruck eines eigenen Körpers, unterstützt von den Lichteffekten. Weiß dominiert den Innenraum und bildet den Hintergrund für die ergänzenden Farbtupfer in Blau, Grün und Gelb. Der Einsatz von Weiß als Nicht-Farbe untermalt den reinigenden Effekt der Behandlungen und wirkt der alltäglichen Reizüberflutung entgegen. Anstelle des alten Infusionsraumes gibt es im neuen Konzept den „Liquid-Energy“ Raum. Auf weichen Sitzmöbeln nehmen die Gäste Platz, die Infusionen von der Decke hängend wirkt diese Inszenierung fast schon surreal. Gleich nebenan ist die „Liquid Bar“ direkt als Mobiliar in die Wand eingelassen. Im Ruheraum, dem so genannten „Softraum“, befinden sich 6 Liegemöglichkeiten, eingebettet in eine höhlenartige Gestaltung, ausgekleidet mit Filz. Auch hier zeigt sich die Umsetzung einer Atmosphäre mittels Raum und Materialität. Einzig in den beiden Shiatzuräumen wechselt der Boden von Weiß auf Nussbaumholz,welches Erdverbundenheit symbolisiert. In den Poolräumen ist neben den „Schwebeliegen“ und den Duschen in jedem davon eine andere Mosaikvariation an den Wänden zu finden. Sie gruppieren sich um den zentralen Kneipp-Bereich, der auch als Kommunikations-Ort innerhalb der geschlossenen Einheiten fungiert. Dieses gezielt entwickelte, eine Einheit bildende Design-Konzept dient als Unterstützung für den Geist, den Körper zu heilen – und bekanntlich bilden Körper, Geist und Seele eine unzertrennliche Einheit.


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spa design (book) 12/2006


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gq 02/2007 AUFLADEN, BITTE! Wenn der Akku leer ist verspricht der „Lanserhof“ in Tirol neue Energie in nur fünf Tagen. Ein Test-Tagebuch. Ausgebrannte Manager, wohlstandskranke Gräfinnen, heil fastende Milliardäre - der „Lanserhof“ ist Europas exklusivster Club der inneren Reinigung und mentalen Wiedergeburt. Selbst Roman Abramowitsch soll sich in den Innsbrucker Alpen von seinem anstrengenden Dasein als Ölmilliardär und den hässlichen Spielen des FC Chelsea erholt haben. Und was dem reichsten aller Russen gut tut , kann mir nicht schaden, denke ich. Meine Hoffnung: in fünf Tagen ein gesünderer, ausgeglichener. kurz: ein besserer Mensch werden. Die Rückkehrer einer Mogadischu-Reise im Shuttlebus nach Innsbruck tragen nicht zu einem ausgeglichenen Umfeld bei. Sie können ihre Urlaubsanekdoten einfach nicht für sich behalten. Ich versuche an etwas anderes zu denken, es ist leider mein Hausarzt. Zur letzten Generaluntersuchung hat er gesagt, dass ich sterben müsse. Dann in mein bleiches Gesicht gegrinst und hinzugefügt: „Ob in 30 oder 50 Jahren hängt ganz von Ihnen ab.“ Der „Lanserhof“. in den ich mich begebe, ist nicht eine der üblichen Luxus-Wellnessoasen, sondern laut Prospekt „eine intelligente Symbiose aus Spitzenmedizin, Naturheilkunde, anerkannten Therapieverfahren (...) und der angenehmen Urlaubsatmosphäre eines Luxushotels“. Das heißt, es wartet eine Armee von Ärzten und Beratern, die fragen werden: Wie viel Sport machen Sie? Was essen Sie? wie oft trinken Sie? Meine Antworten werden mit vorwurfsvollen Blicken kommentiert werden. Das kenne ich bereits. Adorno-Zitat für den Notfall: „Was nützt einem Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist?“ Ankunft. Der „Lanserhof“ liegt in der Nachmittagssonne. Die Anlage wirkt kleiner als gedacht, dafür radikal moderner. „Lanserhof“, das klingt nach Herrgottswinkel und schmiedeeisen. Tatsächlich flackert ein Feuer im offenen Kamin der Halle, sonst: abgeklärte Moderne. Zettel-Lüster von Ingo Maurer, in einer Sitzecke kuscheln junge Russen in Kaninchenfellkissen. Die möglichen Programme sind unterschiedlich und auf jeden Typus abgestimmt. Die einen wollen entschlacken und abnehmen mit „Sensual Detox“, andere buchen „Lans Vitality Aging“ mit einem medizinischen Total-Check und entsprechender Kur oder auch „Lans Energy plus“, wodurch der Zivilisationserschöpfte per Trainingsstunden, Massagen und Packungen auf

Vordermann gebracht wird. Ich wähle von allem ein bissehen was. Das Telefon klingelt, eine strenge Frauenstimme sagt: „Wir haben seit fünf Minuten einen Termin.“ Im unteren Stockwerk liegt der medizinische Bereich. Das Design clean, klinisch, futuristisch. Als wolle hier Stanley Kubrick in den Kulissen von ,,2001: Odyssee im Weltraum“ Thomas Manns „Zauberberg“ verfilmen. Riesige Fensterwände holen die Tiroler Nordkette ins Design, als hätte die Tektonik das Gebirge einst nur dafür aufgeschoben. Auf blauen Lodenfilz-Sitzen warten Damen in Bademänteln auf Kneipp-Gänge. Meine Therapeutin betont die medizinische Relevanz ihres Tuns. „Energetische Körpertherapie“ nennt sich das. Lichtstäbe setzen „energetische Flüsse“ im Körper frei. Alles fließt. Beim Mittagessen lerne ich meine Tischnachbarn kennen. Herr C., alter „Lanserhof“-Hase. Besitzer einer Sportartikelkette. „Früher“, erzählt er, „ist es strenger zugegangen, da durfte man im Speisesaal nicht sprechen.“ Da sei der Tee mit Fischmessern gelöffelt worden, um das bewusste Kauen zu erlernen. Gräfin M. erzählt von ihren Waisenkinderprojekten. Herr L., Schweizer Unternehmensberater leidet. Er habe alles hinter sich gebracht an Kuren - vergeblich. „Aber hier ist es sensationell“, sagt er. „Jetzt. wo alles aus mir herausbricht, geht es mir schon fast riesig.“ Im Swimmingpool zieht eine Russin nackt ihre Runden. Ich entspanne mich auf einer Liege, freue mich. wie sich die Nordkette in die Landschaft schmiegt, und auf morgen früh um sieben, Programmpunkt „Erwachen im Wald“. Den Wald verpennt, das vom Schweizer gepriesene Dinkelmüsli ebenso. Die Nacht war unruhig, weil Fastende leicht frieren, ist der „Lanserhof“ überheizt. Ich faste aber nicht. Stunde der Wahrheit bei Dr. Monika von Hahn. Mit Kampflächeln erfragt sie Kinderkrankheiten. Operationen. Während sie die Bauchgegend untersucht, Blutdruck und Puls misst, doziert sie über ihre Mission. „Wir suchen nicht Krankheiten. sondern Schwachpunkte, und versuchen, zukünftigen Problemen entgegenzuwirken. „ Am liebsten hätte sie ein System. bei dem die Gäste sich ferncoachen ließen und man selbst in Peking per Chipkarte in Behandlung bliebe. ,,Im alten China wurden Ärzte nur bezahlt, solange man gesund war.“ Wenn Ulla Schmidt davon wüsste. In der Detox-Massage läuft eine unheimliche Maschine, die Geräusche von sich gibt, als hätte Dj Westbam eine One-Beat-per-Minute-Lounge-CD aufgenommen. Kleine Saugnäpfe verschlucken die Haut und animieren den Körper zur totalen Entschlackung. Danach erwartet mich Fitnesscoach Ken Berger. Er misst die Dehnbarkeit meiner Muskeln, ojeoje, das Körperfetr, geht so, die Herzfrequenz, ganz okay, testet mein Balancevermögen, hmmmm. „Sind wir wirklich gleich alt?“, fragt er. Wir sind ein Jahrgang. Ken Berger aber ist eine Fitnessbombe und sieht zehn Jahre jünger aus. „Bewegung“, mahnt er, „ist der Schlüssel zur Gesundheit.“ Ich entschließe mich, seinem Rat zu folgen, verlaufe mich aber im Lanser Wald. Es beginnt zu regnen, ich gerate außer Atem. Ich überlege mir. wie es wäre , Ken Berger zu sein. In einer gemütlichen Koje sitzt elfengleich Stefan Salzburger und erklärt mir, was Shiatsu bedeutet. Ich entsinne mich der Tragödie, als Wolf-


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inside (book) 08/2007 COLOUR

Designstudio Regina Dahmen-Ingenhoven

Health Center Lanserhof Expansion and conversion of the therapy and beauty area

P R O J E C T FA C T S

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Address : Kochholzweg 153, 6072 Lans near Innsbruck, Austria. Builder- owner: Health center Lanserhof, Lans near Innsbruck. Completion : 2005. Construction sum: 3 million â‚Ź. Gross volume: 5,000 m3 . Lighting plan: Tropp Lighting Design, Feldafing.

g | Par tition separating the doctors’ and massage rooms. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. W A L L S : glass partitions with printed film covering. C E i L i n g : acoustic ceiling with flushmounted lighting. i | Liquid Energ y. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. W A L L S : milled and backlit wood panels. C E i L i n g : acoustic ceiling with flushmounted lighting.

f | Ground plan o | Lounge. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. W A L L S : glass partitions with printed film covering. C E i L i n g : acoustic ceiling with flushmounted lighting. F U R n i T U R E : upholstered furniture covered in felt. p | Soft room. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. W A L L S : plasterboard walls and niches covered with punched felt. C E i L i n g : acoustic ceiling with flush-mounted lighting. F U R n i T U R E : upholstered couches covered with artificial leather.

COLOUR

DESIGNSTUDIO REGINA DAHMEN-INGENHOVEN

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H E A LT H C E n T E R L A n S E R H O F

i | Section f | Pool room. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. C E i L i n g : acoustic ceiling with flushmounted lighting. W A L L S : individually designed glass mosaic pattern. s | Consultation areas. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. W A L L S : curved plasterboard with coved lighting. C E i L i n g : acoustic ceiling with flush-mounted lighting. F U R n i T U R E : felt cushions integrated into the wall. T A b L E : Corian.

i | Tea bar. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. W A L L S : plasterboard single plank wall with flush-mounted lighting and Corian surfaces.

i | Beauty room. F L O O R S : jointless synthetic resin surface. C E i L i n g : acoustic ceiling with flush-mounted lighting. F U R n i T U R E : flokati-covered stools, desk of white bleached oak, bench upholstered with white leather. W A L L S : glass partitions with printed film covering, drawers flush-mounted in

plasterboard.


client

Gesundheitszentrum Lanserhof

general planning

Malojer Baumanagement

façade

engineer A3

capacity

3000 clients

total floor area (m2) 1500

Raffl Anlagenbau

total cost (e)

Spechtenhauser Holz- und Glasbau

duration of construction

manufacturer

lighting design

Tropp Lighting Design

3 million

project

Gesundheitszentrum Lanserhof Kochholzweg 153 6072 Lans bei Innsbruck Austria T +43 512 3866 60 F +43 512 3782 82 info@lanserhof.at www.lanserhof.at

gps

N 47°14’ E 011°25’

5 months

opening

December 2005

Designstudio Regina DahmenIngenhoven Gesundheitszentrum Lanserhof lans bei innsbruck/austria Text by Anneke Bokern

‘A medical space station, which beams its guests into a healthier life.’ This is how Regina Dahmen-Ingenhoven describes Lanserhof, the new medical therapeutic centre in the Tyrol that she and her Düsseldorf-based studio designed. The traditional mountain hotel near Innsbruck has been transformed into a minimalist space-age temple dedicated to the body. Dr McCoy goes Alpine. Originally, Lanserhof was a classic Tyrolean hotel decked out in typical rustic Alpine kitsch. When the present director took over its management in 1984, a healthy long-term overhaul of the building was prescribed, one befitting the ‘Lans_Med_Concepts’ focus on purifying, cleansing and detoxifying the body. Over several phases the interior was redesigned and renovated to become a model of highly polished minimalism, radiating a wonderful sense of wellbeing. The latest phase was the establishment of a medical therapeutic centre, which opened its doors in early 2006 and covers over 1500 m2.

‘It must be beautiful’ was the succinct yet demanding challenge presented to the architects. Dahmen-Ingenhoven was in full agreement with this aim. ‘Beauty is highly important to our daily sense of wellbeing and to our ethical ideas. If beauty were to disappear from the world, the world would lose its soul.’ Thus we can say that Lanserhof’s guests are transported from their workaday environment to a completely new setting to refresh their souls. It is far removed from the traditional Alpine inn and the overblown grandeur of the luxury hotel. The architects of the medical therapeutic centre developed

Soft flowing shapes and watery blue tiles characterize the Kneipp Spa at Lanserhof.

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Keeping it cosy: Flokati-covered stools add a touch of warmth to a space featuring cool surfaces in minimalist white.

an open, fluent spatial design. The island rooms are bathed in minimalist white with a contrasting soft blue. Rounded corners contribute to both the feel-good factor and the space-age theme. Daylight floods the funnel-shaped health centre through a vast window at the front of the building. Light penetrates the cell-like rooms, which are laid out according to their need for natural light. Doctors’ consultation rooms, massage rooms and the lounge are adjacent to the window. Requiring less daylight and situated farther away from the window are reception, pools and treatment rooms. Offices and storerooms are at the rear. The reception area, at the heart of the facility, leads directly to the main lounge. A large, round, bright-blue sofa fosters communication among the guests, whose gaze is drawn to the view of the mountains through the glass frontage. A photo of the same panoramic view covers a 50-m-long translucent wall that runs parallel to the glazed façade, separating massage and consultation rooms from circulation areas. Entering one of the doors in the wall with the photo, the visitor sees an identical mountain vista, but now through the window. ‘We brought nature into the space to establish harmony between outdoors and indoors,’ Dahmen-Ingenhoven explains. Wet areas behind the reception zone include pools, showers and spas. Reflecting the theme of water, they are clad in Bisazza mosaic tiles in various shades of blue. The tiled surfaces mirror the motif of circular holes – seen in the acoustic ceilings, for example – that is repeated in every room, making a purely functional necessity into part of the design. These ‘polka dots’ bring oxygen bubbles to mind. Circles also appear in some of the treatment rooms, but as yellow openings of various sizes in the walls,

which are lit from within. Built-in lighting is an important design device at Lanserhof, where all illumination is indirect. Pure white light or coloured ight streams out of niches, slits and holes, creating a serene atmosphere. The only conventional lamps to be seen are flush-mounted spots in the acoustic ceilings. All furniture in the medical therapeutic centre was purpose-designed by the Ingenhoven team. Where possible, it has been integrated into the walls, and none of the pieces has hard edges or sharp corners. Soft, natural materials contrast with hard, shiny, high-tech materials: cupboards and counters made from Corian (a blend of natural minerals and acrylic polymer) and Parapan (an even glossier acrylic resin) are juxtaposed with warm oak panelling, Flokati-covered stools and a felt-upholstered sofa in the main lounge. The so-called ‘soft room’ is also furnished in white felt. In this mellow, cavern-like interior, six couches with their head ends set into the wall invite guests to lie down and experience light therapy. Flooring in this room and throughout most of the centre is made from seamless white epoxy resin. The exceptions are two shiatsu rooms that resemble monastery cells, which feature walnut flooring that ‘represents a close bond with the earth’. Ascetic health regimes, as well as the hippy ethnoaesthetic urging a return to the womb, are long gone. Nowadays, minimalism is linked with the cult of the body. The concept of wellness at Lanserhof chimes with the spirit of the times but is based on ‘the latest top-class medical science, along with cross-cultural therapies, supplemented by a delicious gourmet, high-energy diet’. Dahmen-Ingenhoven has succeeded in translating this temporary mix of high tech, luxury and wellbeing into a world of compelling spatial design.

i Monastic shiatsu rooms are the only places in the centre with wooden floors.

p At Lanserhof, light comes from

a variety of indirect sources, including the ‘polka dots’ that Regina Dahmen-Ingenhoven has used to illuminate treatment rooms.

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architect

Designstudio Regina Dahmen-Ingenhoven project partner Jan Görgemanns Plange Mühle 1 40221 Düsseldorf Germany www.drdi.de info@drdi.de

photographer

Studio Holger Knauf hk@holgerknauf.de www.holgerknauf.de

legend

01 Lounge 02 Consultation area 03 Preparatory room 04 Kneipp Spa Island 05 Massage room 06 Shiatzu room 07 Acupuncture room 08 SPA Jaran 09 Colon-hydro room 10 Agescan laboratory 11 Pool and shower 12 Hydromassage 13 Gymnastic room 14 Treatment room 15 Liquid energy 16 Doctors office 17 Chill-out area 18 Staff room 19 Lavatories 20 Storage

‘A medical space station, which beams its guests into a healthier life’ «Regina Dahmen-Ingenhoven»

g The lounge offers a panoramic

view of the Alps, and an identical vista appears on wallpaper in the adjoining corridor.

f Space-age cubicles in blue and

white create an atmosphere of privacy for chats between guests and consultants.

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relax (book) 09/2007 ‘A medical space station, which beams its guests into a healthier life.’ This is how Regina Dahmen-Ingenhoven describes Lanserhof, the new medical therapeutic centre in the Tyrol that she and her Düsseldorf-based studio designed. The traditional mountain hotel near Innsbruck has been transformed into a minimalist space-age temple dedicated to the body. Dr McCoy goes Alpine. Originally, Lanserhof was a classic Tyrolean hotel decked out in typical rustic Alpine kitsch. When the present director took over its management in 1984, a healthy long-term overhaul of the building was prescribed, one befitting the ‘Lans_Med_Concepts’ focus on purifying, cleansing and detoxifying the body. Over several phases the interior was redesigned and renovated to become a model of highly polished minimalism, radiating a wonderful sense of wellbeing. The latest phase was the establishment of a medical therapeutic centre, which opened its doors in early 2006 and covers over 1500 m2.

munication among the guests, whose gaze is drawn to the view of the mountains through the glass frontage. A photo of the same panoramic view covers a 50-m-long translucent wall that runs parallel to the glazed façade, separating massage and consultation rooms from circulation areas. Entering one of the doors in the wall with the photo, the visitor sees an identical mountain vista, but now through the window. ‘We brought nature into the space to establish harmony between outdoors and indoors,’ Dahmen-Ingenhoven explains. Wet areas behind the reception zone include pools, showers and spas. Reflecting the theme of water, they are clad in Bisazza mosaic tiles in various shades of blue. The tiled surfaces mirror the motif of circular holes – seen in the acoustic ceilings, for example – that is repeated in every room, making a purely functional necessity into part of the design. These ‘polka dots’ bring oxygen bubbles to mind.

Circles also appear in some of the treatment rooms, but as yellow openings of various sizes in the walls, which are lit from within. Built-in lighting is an important design device at Lanserhof, where all illumination is indirect. Pure white light or coloured ight streams out of niches, slits and holes, creating a serene atmosphere. The only conventional lamps to be seen are flush-mounted ‘It must be beautiful’ was the succinct yet demanding chal- spots in the acoustic ceilings. lenge presented to the architects. Dahmen-Ingenhoven was in full agreement with this aim. ‘Beauty is highly important to our All furniture in the medical therapeutic centre was purpose-designed by the Indaily sense of wellbeing and to our ethical ideas. If beauty were genhoven team. Where possible, it has been integrated into the walls, and none to disappear from the world, the world would lose its soul.’ Thus of the pieces has hard edges or sharp corners. Soft, natural materials contrast we can say that Lanserhof’s guests are transported from their with hard, shiny, high-tech materials: workaday environment to a completely new setting to refresh cupboards and counters made from Corian (a blend of natural minerals and their souls. It is far removed from the traditional Alpine inn acrylic polymer) and Parapan (an even glossier acrylic resin) are juxtaposed and the overblown grandeur of the luxury hotel. with warm oak panelling, Flokati-covered stools and a felt-upholstered sofa in The architects of the medical therapeutic centre developed an the main lounge. open, fluent spatial design. The island rooms are bathed in minimalist white with a contrasting soft blue. The so-called ‘soft room’ is also furnished in white felt. In this mellow, cavernRounded corners contribute to both the feel-good factor and like interior, six couches with their head ends set into the wall invite guests to the space-age theme. lie down and experience light therapy. Flooring in this room and throughout most of the centre is made from seamless white epoxy resin. The exceptions Daylight floods the funnel-shaped health centre through a vast are two shiatsu rooms that resemble monastery cells, which feature walnut window at the front of the building. Light penetrates the cell- flooring that ‘represents a close bond with the earth’. like rooms, which are laid out according to their need for natu- Ascetic health regimes, as well as the hippy ethnoaesthetic urging a return to ral light. Doctors’ consultation rooms, massage rooms and the the womb, are long gone. Nowadays, minimalism is linked with the cult of the lounge are adjacent to the window. Requiring less daylight and body. The concept of wellness at Lanserhof chimes with the spirit of the times situated farther away from the window are reception, pools but is based on ‘the latest top-class medical science, along with cross-cultural and treatment rooms. Offices and storerooms are at the rear. therapies, supplemented by a delicious gourmet, high-energy diet’. The reception area, at the heart of the facility, leads directly to Dahmen-Ingenhoven has succeeded in translating this temporary mix of high the main lounge. A large, round, bright-blue sofa fosters com- tech, luxury and wellbeing into a world of compelling spatial design.


Gesund & glücklich Was Körper und Seele ins Gleichgewicht bringt Regina Dahmen-Ingenhoven lehnt solche historisierenden Anklänge strikt ab. Das Credo der Spezialistin für WellnessDesign: Architektur kann nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch heilen, allerdings nur in Formen, „die Schlichtheit, Reinheit, Ordnung und Klarheit ausdrücken. So kommt der seelische Innenraum ins Gleichgewicht“. Im Gesundheitszentrum Lanserhof bei Innsbruck ist der konsequente Purismus der Düsseldorfer Architektin Teil der Therapie. Er soll den Patienten helfen, Reize zu reduzieren und den Geist frei zu machen. Das Luxusdomizil versteht sich denn auch nicht als WellnessHotel, es will seine Gäste mit ernsthafter „Regenerations- und Präventionsmedizin“ animieren, ein gesünderes Leben zu führen. Zu den Stammgästen zählen ausgebrannte Topmanager, die mit einer Mischung aus Schulmedizin, Naturheilkunde und Bewegungstherapie ihre Zipperlein kurieren, sich im Entschlacken und der Selbstfindung üben.


spiegel special 11/2007 Dahmen-Ingenhoven hat den alten Kurbereich des Lanserhofs in eine futuristische Raumstation umgewandelt; es scheint, Mr. Spock könnte jeden Moment um die Ecke biegen. Das Foyer und die Behandlungsräume sind in mildes Weiß getaucht, farbige Filzüberzüge für die Sitzmöbel verhindern jeden Anflug von Krankenhausatmosphäre. Die gelben, grünen und blauen Töne, die sich in Stoffen, Fliesen und Lichtdesign harmonisch zusammenfügen, beschwören einen Frühsommertag in den Bergen. Licht fällt stets indirekt aus Fugen, Nischen und Schlitzen in die Räume und verbreitet eine sanfte Wärme. Die Stimmung ist leicht, rein. Die Kanten der schlichten Einbaumöbel sowie die Übergänge von Decken,Wänden und Boden sind abgerundet. Der Empfangstisch aus gelaugtem Eichenholz hat die Form einer Amöbe, und im „Light-Energy-Raum“, in dem Infusionen verabreicht werden, blubbern gelb beleuchtete Öffnungen wie Luftblasen über die Wand. Der Therapietrakt ist eine Raumkomposition, in der nichts die Harmonie stört - nach medizinischtherapeutischem Gerät etwa sucht man hier vergebens. Aus der Perfektion und Ordnung spreche „die Zuversicht, dass unter der widerspruchsvollen Oberfläche dieser Welt eine nach Einheit strebende Kraft existiert“, so Dahmen-Ingenhoven. Die Botschaft, die aus jeder runden Ecke spricht, kommt an: Alles ist gut. Wer diese Insel der Ästhetik wieder verlässt, fühlt sich so leicht und mit sich im Reinen wie eine Luftblase im Wasser.


build das architekten magazin 06/2009 FEELIT Hospitality und Health Care im KAP Forum „Health Care Urlaub“ - so lautet das neueste Schlagwort im Zuge des allgemeinen Wellness-Trends: Urlaub zur Gesundheitsförderung, Medizin in gehobener Umgebung ohne sterile Atmosphäre. Das Institut für Freizeitwirtschaft München prognostiziert, dass im Jahr 2010 über zwei Millionen Menschen einen solchen verbringen werden. Dieser Trend der Medical Wellness ist damit nicht nur ein wichtiger Baustein für die Hotellerie, sondern auch für Kliniken und Praxen. Ein aktueller Anlass für das Kölner KAP Forum, sich am 8. Dezember mit dieser Entwicklung zu beschäftigen. In einem halbtägigen Seminar für Architekten, Designer, Hoteliers und Investoren werden zukunftsweisende Beispiele aus Architektur und Interior Design sowie deren erfolgreiche Umsetzungen in Praxis, Klinik, Spa und Hotellerie vorgestellt. Im Zentrum der Veranstaltung steht die Frage, was es bei der Planung und Einrichtung im Medical-Wellness-Bereich zu beachten gilt und welche Varianten möglich und erfolgreich sind. Eine Antwort darauf gibt Regina Dahmen-Ingenhoven mit ihrem Vortrag „Can you feel it! - Architektur für die Seele“. In ihren eigenen Raumkonzepten für Arztpraxen geht die Düsseldorfer Entwerferin neue Wege. Statt eine nüchterne Klinikatmosphäre zu schaffen, inszeniert sie Traum- und Phantasiewelten aus emotionsstarken Bildern und luftigen Farben. Stimulierende Gestaltung lässt nicht nur die bevorstehende Behandlung wenigstens kurzzeitig vergessen, sondern trägt zum Wohlbefinden als Voraussetzung für den Heilungsprozess bei. Wie man ein traditionsreiches Familienunternehmen erfolgreich den gewandelten Ansprüchen im Gesundheitswesen anpasst, berichtet Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. Sein in der siebten Generation geführtes gräfliches Bad und Parkhotel in Bad Driburg wurde in den letzten Jahren zu einem FirstClass-Hotel mit angeschlossenem Medical Spa erweitert. Die Unternehmensgruppe OeynhausenSierstorpff gehört damit zu einem der führenden privaten Anbieter von Dienstleistungen im Gesundheitsmarkt. Über neue Konzepte, die über eine ästhetische Aufwertung des Umfelds zur Gesundung führen, referiert auch die Innenarchitektin Sylvia Leydecker anhand neuer Entwürfe für Patientenhotels und Pflegehäuser. Die Inhaberin des Kölner Studios 100% interior ist spezialisiert auf Health & Care und plädiert für ansprechende Räume, die sich durch ein klares Farbkonzept sowie eine angenehme Materialauswahl und Formensprache auszeichnen. Das Patientenhotel für die Unterbringung zur medizinischen Nachversorgung könnte nicht nur entscheidend zur Gesundung, sondern auch zur Patientenbindung beitragen. www.kap-forum.de


spa business magazin 02/2009


innenr채ume entwerfen 06/2013


build das architekten magazin 02/2009 LOOKS ALL HEAVENLY! Warum die Vertreibung aus dem Paradies ein Fall im Denken ist „Es könnt’ alles so einfach sein...isses aber nich... ich hatte es mir irgendwie schöner vorgestellt...isses aber nicht...“ Der Song gefällt mir. Im Radio blechert es weiter, Global Crisis, Lawinenunglücke, Obamas Regierungsplan, Madonna hat nen neuen Lover, ein Brand, ein Flugzeugabsturz...oje...der Refrain des Liedes ist mein heutiger Ohrwurm. „Isses aber nicht.“ Radio aus! Ich will mir die Stimmung nicht vermiesen lassen. Nein, nein! Das Leben ist schön! Weg mit „isses aber nicht“. Das Leben ist schön, das Leben ist schön! So ihr Fanta 4s und so. Ich liebe diese Welt. Ich liebe die Natur, das Fell eines Zebras, Sonne, Mond und Sterne – alle hab ich gerne. Gott, du bist ein Superdesigner! Ich gehe in den Wald und hier beruhige ich mich. Auf die Natur ist Verlass! Kein hysterisches Gebrabbel. Mein Freund der Baum ist da und nicht tot und ich kann die langsam erwachende Natur betrachten. Man merkt, es wird Frühling. Danke verlässlich! Das funktioniert wenigstens. Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind noch nie durcheinander gekommen. Wer hinter die Oberfläche guckt, tut dies auf eigene Gefahr, sagt Oscar Wilde. Der kannte ja aber auch nicht die Sesamstraße... der die das, wieso weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm. Oberfläche ist ein cooles Wort und Oberfläche ist OBERFLÄCHE.

tenbildern das menschliche Auge ausgereizt hat – überladen overloaded! – Eigentlich ist man regelrecht abgestumpft. Fast könnte man meinen, die fiktive Zukunftsstadt Alphaville von Jean Luc Godard der 60er-Jahre sei Wirklichkeit. Eine Stadt in der alle Menschen, die Tränen vergießen, verhaftet und öffentlich bestraft werden.

Aber es scheint, es gibt sowieso keine tiefen Gefühle mehr, Technologie und Computerprogramme lassen kalte seelenlose Welten entstehen. Genau, denke ich. Das Geld ist heute aller Mühen wert, nicht aber die Liebe, die nur der Seele nützt. Ein Königreich in die Herzen und ein Imperium in den freien Räumen der Seelen. Denn nur die Könige des Geistes haben die Welt wirklich regiert! „Don’t have to be rich to be my girl... don’t have to be cool to rule my world...just...kiss!” Prince, du bist mein Traumprinz. Morgen kaufe ich wieder die Prinzenrolle aus Schokolade und träume...Zu Kitsch und Engelpoesie, Hawaiblümchen, Flowerculture und Renaissancezitaten gehört Mut...denn es ist komplett uncool. Habe ich noch nie verstanden, dass cool gut ist und warum warm doof ist. Lässig, glaube Für Künstler eine interessante Erscheinung und was steckt hinter der Ober- ich, ist cool. Gibt es noch Heiligenbildchen? fläche? Noch interessanter...Galaxien von Bilderwelten schwimmen in meinem Kopf ausgelöst durch neue Techniken z.B. Mikro- und Makrokosmen im Nano- Als Kind und Studentin noch habe ich Kitschbildchen und Heileben. Toll, toll, toll ist das. Also trügt der Schein doch? Die Oberfläche erfährt ligenbildchen gesammelt, getauscht und war stolz auf meine zurzeit eine Redefinition und das Ornament erhält contra die Moderne ein Re- Madonnen- und Engelsammlung – allesamt krass uncool. Mein vival. besonderer Favorit war ein Jesus mit offenem Herzen, aus dem Strahlen kamen...holy heart!! Aber trotzdem, Kitsch vermittelt Was ist die Idee für eine Zeit, die durch Medienlandschaften, TV, Computer, eine Zuversicht und das ist es, was ich glauben will. Wie im Cinema, Internet, Billboards und Citylights und Landschaften von Zeitschrif- Märchen oder in den Erzählungen in der Bibel. Die Gewissheit,


dass das Gute über alles Böse siegen wird. Diese Botschaft ist so süß wie Zuckerwatte und da bin ich dem Kitsch sehr dankbar: Gen Himmel blickende Engel, schmelzende Madonnen, Theodor W. Adorno, sorry!!! Aber wo immer der Kitsch am Werk ist, generiert sich eine eigene Ausdrucksform, die durch keine Modernisierung wegzurationalisieren gewesen war. Glaube, Liebe, Hoffnung und Schönheit. Wer mit Kitsch arbeitet, rechnet mit anderen Dimensionen. Der Kitsch erlaubt es per se, sich jene Genüsse zu erfüllen, die sich die ihrer Selbst bewusste Moderne versagen musste. Gegenständlichkeit, Opulenz, saubere Erotik, glatte, schöne Körper, Helden, Heilige und die sublimen Freuden des kleinen Glücks. Zu einem ästhetischen Wert wird Kitsch, wenn es gelingt, sich mit kindlicher Unschuld zu paaren. „Kitschkunst entführt die Betrachterinnen und Betrachter mit einem Augenzwinkern wieder in die Welt der Kindheit.“

schätze: „Den Eigensinn“. Das heißt nicht, dass ich mich nicht inspirieren ließe, z.B. von den Michelangelos der neuen Welt. In meinem Buch „Animation: Form Follows Fun“ habe ich beschlossen, dass eine völlig neue Wahrnehmung unser Zeitalter kennzeichnet. Die Bilder eines Michelangelo oder Leonardo da Vinci erzählen Geschichten aus dem alten und neuen Testament. Die Michelangelos der neuen Welt schöpfen aus anderen Inspirationsquellen. Ihre Bilder illustrieren Visionen eines anderen Sehens und einer veränderten Wahrnehmung. Die Künstler, die heute Gegenwart gestalten, nennen sich Eventmaker, Animateure, Web-Designer, Medienkünstler, Filmemacher, Videokünstler, Cyberspace-Designer, Fashion-Designer oder Slogan-Macher. Ich liebe Mode. Kleider machen Leute. Leute machen Kleider und Mode konstituiert Stadt. Inspirierte und clevere Modemacher, insbesondere die der Industrie in den Modezentren dieser Welt, beeinflusse mit ihren Kreationen den global allgegenwärtigen Trend.

Die Kinderwelt ist ernstzunehmen. Bevor die Normen hämmern und das Kind lernt zu verdrängen. Kitschkünstler wie Rhonda Zwillinger oder Jeff Koons bekennen sich zu ihrem Kind-ich. „Unschuld“, schrieb der dänische Philosoph Sören Kierkegaard einmal, „ist Unwissenheit.“ „Isses aber nicht.“ Außerdem kann man bei den jungen Modemachern schon sehen, wie sich globale, virtuelle Vernetzung mit kulturellen, Doch wohl, will ich mir einreden und denke an eine schöne Tugend, die mit je- politischen, persönlichen und klimatischen Gegebenheiten der Anpassung nichts zu tun hat und die ich von allen Tugenden am meisten verknüpfen.


Architektur 2 2 2 2 2

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Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit, da war ein Schwimmbad eine nach Chlor riechende Sportstätte und in einer Arztpraxis hingen anatomische Studien über weißen Funktionsmöbeln. Kreativen wie Regina Dahmen-Ingenhoven ist es zu verdanken, dass an die Stelle von Vernunft und Funktion sukzessive neue Werte treten, die da sind: Spaß, Freude, Selbstwahrnehmung und eine Spur Magie. Seit bald zehn Jahren führt Regina Dahmen-Ingenhoven im Medienhafen Düsseldorf ihr Designstudio, kurz drdi, und findet immer mehr Auftraggeber, die sich für die manchmal genial einfachen sowie originellen Raumkonzepte begeistern lassen. Schwerpunkt: Health, Wellness, Beauty und Fashion. Für das Oberflächendesign „criminalloverswanted“ – unkonventionelles Wording gehört dazu – wurde die blonde Fee im vergangenen Jahr mit dem renommierten red dot design award ausgezeichnet. „Die Oberfläche erfährt zurzeit eine Redefinition und das Ornament erhält

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contra die Moderne ein Revival“, schreibt Dahmen-Ingenhoven im Architekturmagazin „build“. Und: „Oberfläche ist ein cooles Word.“ Oberfläche und das dahinter, darunter Verborgene ist eine Spielwiese, auf der sich die Ehefrau des Architekten Christoph Ingenhoven (sein derzeit prominentestes Projekt: Hauptbahnhof Stuttgart) gern austobt. Ihr Paradepferd oder besser ParadeEinhorn sind jedoch im wahrsten Sinne des Wortes märchenhafte Raumkonzepte mit Glücksgarantie. Die Mutter von fünf Kindern führt in ihren Projekten konsequent ein Thema weiter, das sie schon während des Studiums an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen und an der Kunstakademie Düsseldorf beschäftigt hat: Erlebnisarchitektur. Dahmen-Ingenhovens Ideen sind revolutionär, weil sie mythische Elemente ins Spiel bringen, wo man diese nicht sofort ansiedeln würde. Für das Swarovski-Werk im österreichischen Wattens kreierte drdi einen 300 Meter langen Schleier, der nachts illuminiert changiert und dem

FLOW OF JOY Mit ihren Raumkonzepten möchte sie Menschen glücklich machen, hält Gott für einen genialen Designer und nennt in einem Atemzug Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno, Jeff Koons und Marc Jacobs. Regina Dahmen-Ingenhoven schwingt ihren Zauberstab und verteilt „Pixie Dust“ VON UTE WILD

RECHTS BEZEICHNET SICH ALS „MENSCHENJUNKY“: REGINA DAHMENINGENHOVEN LINKS FÜR THERMOPAL DESIGNERS‘ COLLECTION „CRIMINALLOVERSWANTED“ – AUSGEZEICHNET MIT DEM RED DOT DESIGN AWARD 2009

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MÄRCHENHAFT: FÜR DAS SWAROVSKI-WERK PLANTE UND ENTWARF DRDI EINEN 300 METER LANGEN SCHLEIER

schlicht hässlichen Gebäude die funkelnde Aura verleiht, die mit dem Namen Swarovski und der kristallenen Produktpalette assoziiert wird. Vier Arztpraxen in Düsseldorf verwandelte DahmenIngenhoven in „Healing Places“, an denen sich die Seele wohlfühlt. Wartezimmer werden zu Lounges, schmeichelnde Formen, sanfte Farben und Möbel-Inseln bieten Orientierung und sorgen für Harmonie. Technik verschwindet, simsalabim, hinter spannend gestalteten Paneelen und Wänden… Mit der Konzeption des Gesundheitszentrums Lanserhof bei Innsbruck landete drdi den großen Wurf und sicherte sich hohe Popularität. In enger Zusammenarbeit mit Bauherren, Therapeuten und Ärzten entstand eine architektonische Dramaturgie, in welcher Intimität, Offenheit und Kommunikation spielerisch inszeniert sind, die zum Lustwandeln einlädt. Subtil und sophisticated zugleich. Ob kleines Budget oder großes Projekt, bei allen Arbeiten steht die Einheit von body, mind & soul im Mittelpunkt: der flow of joy. „Der Sinn des Lebens ist doch, dass sich der Mensch in seiner Gesamtheit erfährt“, sagt Dahmen-Ingenhoven. „The loving of the insite!“ Die gesellschaftliche Entwicklung zur Animations-Gesellschaft im positiven Sinne und damit auch zur Animations-Architektur (schließlich kommt Animation von anima = Seele), erklärt sie, sei ein historischer Luxus und ein Glücksfall. Über fünfzig Jahre kriegsfreie Zeit hierzulande habe neue Bedürfnisse wachsen lassen. Entsprechend der amerikanischen Verfassung erheben die Menschen heute auch in Mitteleuropa den Anspruch auf persönliches Glück. Vielleicht liegt es an der streng calvinistischen Erziehung, die Dahmen-Ingenhoven selbst erfahren hat, dass die vor Lebensfreude und Energie heute nur so sprühende Frau sich für das Thema Glück besonders begeistert. „Nur ein glücklicher Mensch kann andere glücklich machen“, zitiert sie den britischen Sozialreformer Jeremy Bentham. Menschen, die dabei Hilfe benötigen, erfahren sie, so ist sie überzeugt, durch Architektur. „Architektur ist heilsam“,

sagt sie. Architektur als diffizile interdisziplinäre Wissenschaft und Kunstform beeinflusse nachweislich die Psyche. Der Raum als dritte Haut. „Make the people feel good“, lautet Regina Dahmen-Ingenhovens Motto. In einer Zeit, in der die Menschen immer weniger Zeit haben, in der sie aber mehr erleben möchten und höhere Ansprüche stellen, könne Erlebnisarchitektur den Rahmen für Wohlfühlambiente schaffen. Im Drehbuch müssen sich dabei Spannung und Sicherheit abwechseln, Sehnsüchte wollen bedient werden, Geborgenheit und Cocooning gegeben sein. „Wir müssen Sternenstaub verbreiten, wir brauchen mehr Pixie Dust!“ 2

ZAUBERFEE Regina Dahmen-Ingenhoven, in Düsseldorf geboren, hat an der RWTH Aachen Architektur studiert und war Meisterschülerin bei Professor Ernst Kasper an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit ihrer umstrittenen Dissertation „Orte der Animation – Architektur für Freizeit und Vergnügen“ bei Professor Fritz Eller konzentrierte sie sich bereits früh auf das Thema Erlebnisarchitektur. Die Tochter des Architekten Michael Dahmen sog die Einflüsse von Bauhaus, der Künstlergruppe ZERO und Beuys FlowKonzept sozusagen mit der Muttermilch auf. Neben ihrer Entwurfstätigkeit und Arbeit als wissenschaftliche Assistentin ist Regina Dahmen-Ingenhoven Autorin, Jurymitglied und hält Vorträge in den Bereichen Health, Wellness & Beauty. Auf persönliche Wellness angesprochen, sagt sie: „Altern ist von vorgestern“ und hält es mit Madonna: „Wie ich aussehe, das hat nichts mit Zufall zu tun. Das ist harte Arbeit.“ , www.drdi.de

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hotel mosaik 10/2010 FLOW OF JOY Mit ihren Raumkonzepten möchte sie Menschen glücklich machen, hält Gott für einen genialen Designer und nennt in einem Atemzug Siegfried Kracauer, Theodor W. Adorno, Jeff Koons und Marc Jacobs. Regina Dahmen-Ingenhoven schwingt ihren Zauberstab und verteilt „Pixie Dust“ Es war einmal vor gar nicht so langer Zeit, da war ein Schwimmbad eine nach Chlor riechende Sportstätte und in einer Arztpraxis hingen anatomische Studien über weißen Funktionsmöbeln. Kreativen wie Regina Dahmen-Ingenhoven ist es zu verdanken, dass an die Stelle von Vernunft und Funktion sukzessive neue Werte treten, die da sind: Spaß, Freude, Selbstwahrnehmung und eine Spur Magie. Seit bald zehn Jahren führt Regina Dahmen-Ingenhoven im Medienhafen Düsseldorf ihr Designstudio, kurz drdi, und findet immer mehr Auftraggeber, die sich für die manchmal genial einfachen sowie originellen Raumkonzepte begeistern lassen. Schwerpunkt: Health, Wellness, Beauty und Fashion. Für das Oberflächendesign „criminalloverswanted“ – unkonventionelles Wording gehört dazu – wurde die blonde Fee im vergangenen Jahr mit dem renommierten red dot design award ausgezeichnet. „Die Oberfläche erfährt zurzeit eine Redefinition und das Ornament erhält contra die Moderne ein Revival“, schreibt Dahmen-Ingenhoven im Architekturmagazin „build“. Und: „Oberfläche ist ein cooles Word.“ Oberfläche und das dahinter, darunter Verborgene ist eine Spielwiese, auf der sich die Ehefrau des Architekten Christoph Ingenhoven (sein derzeit prominentestes Projekt: Hauptbahnhof Stuttgart) gern austobt. Ihr Paradepferd oder besser Parade-Einhorn sind jedoch im wahrsten Sinne des Wortes märchenhafte Raumkonzepte mit Glücksgarantie. Die Mutter von fünf Kindern führt in ihren Projekten konsequent ein Thema weiter, das sie schon während des Studiums an der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule Aachen und an der Kunstakademie Düsseldorf beschäftigt hat: Erlebnisarchitektur.

gestalteten Paneelen und Wänden… Mit der Konzeption des Gesundheitszentrums Lanserhof bei Innsbruck landete drdi den großen Wurf und sicherte sich hohe Popularität. In enger Zusammenarbeit mit Bauherren, Therapeuten und Ärzten entstand eine architektonische Dramaturgie, in welcher Intimität, Offenheit und Kommunikation spielerisch inszeniert sind, die zum Lustwandeln einlädt. Subtil und sophisticated zugleich. Ob kleines Budget oder großes Projekt, bei allen Arbeiten steht die Einheit von body, mind & soul im Mittelpunkt: der flow of joy. „Der Sinn des Lebens ist doch, dass sich der Mensch in seiner Gesamtheit erfährt“, sagt Dahmen-Ingenhoven. „The loving of the inside!“ Die gesellschaftliche Entwicklung zur Animations-Gesellschaft im positiven Sinne und damit auch zur Animations-Architektur (schließlich kommt Animation von anima = Seele), erklärt sie, sei ein historischer Luxus und ein Glücksfall. Über fünfzig Jahre kriegsfreie Zeit hierzulande habe neue Bedürfnisse wachsen lassen. Entsprechend der amerikanischen Verfassung erheben die Menschen heute auch in Mitteleuropa den Anspruch auf persönliches Glück.

Vielleicht liegt es an der streng calvinistischen Erziehung, die Dahmen-Ingenhoven selbst erfahren hat, dass die vor Lebensfreude und Energie heute nur so sprühende Frau sich für das Thema Glück besonders begeistert. „Nur ein glücklicher Mensch kann andere glücklich machen“, zitiert sie den britischen Sozialreformer Jeremy Bentham. Menschen, die dabei Hilfe benötigen, erfahren sie, so ist sie überzeugt, durch Architektur. „Architektur ist heilsam“, sagt sie. Architektur als diffizile interdisziplinäre Wissenschaft und Kunstform beeinfl Dahmen-Ingenhovens Ideen sind revolutionär, weil sie mythische Elemente ins usse nachweislich die Psyche. Der Raum als dritte Haut. Spiel bringen, wo man diese nicht sofort ansiedeln würde. Für das SwarovskiWerk im österreichischen Wattens kreierte drdi einen 300 Meter langen Schlei- „Make the people feel good“, lautet Regina Dahmen-Ingenhoer, der nachts illuminiert changiert und dem schlicht hässlichen Gebäude die vens Motto. In einer Zeit, in der die Menschen immer weniger funkelnde Aura verleiht, die mit dem Namen Swarovski und der kristallenen Zeit haben, in der sie aber mehr erleben möchten und höhere Ansprüche stellen, könne Erlebnisarchitektur den Rahmen für Produktpalette assoziiert wird. Wohlfühlambiente schaffen. Im Drehbuch müssen sich dabei Vier Arztpraxen in Düsseldorf verwandelte Dahmen-Ingenhoven in „Healing Spannung und Sicherheit abwechseln, Sehnsüchte wollen bePlaces“, an denen sich die Seele wohlfühlt. Wartezimmer werden zu Lounges, dient werden, Geborgenheit und Cocooning gegeben sein. „Wir schmeichelnde Formen, sanfte Farben und Möbel-Inseln bieten Orientierung müssen Sternenstaub verbreiten, wir brauchen mehr Pixie und sorgen für Harmonie. Technik verschwindet, simsalabim, hinter spannend Dust!“ *


feine welt – welt am sonntag 01/2009 Baumeisterin ohne Konventionen Regina Dahmen-lngenhoven. Eine Architektin, die es liebt, Erwartungen nicht zu erfüllen, ganz eigene Wege zu gehen und diese am liebsten gleich selbst zu erfinden Sie ist schnell und spontan, ein quirliger, unruhiger Geist, der ständig die Welt verändern will - nicht nur in ihrem kleinen Kosmos zu Hause mit der großen Familie. Regina Dahmen-Ingenhoven ist unkonventionell Im besten Sinne, sie hat ihren eigenen Kopf. Sie ist ein Freigeist, mag keine Zwänge und schon gar nichts, was man immer schon gemacht hat - nur weil es von einem erwartet wird, weil es gesellschaftlich akzeptiert wird. Sie kümmert sich nicht allzu sehr darum, was man zu tun und zu lassen hat. Stattdessen sieht sie die Welt mit ihren unglaublich strahlend blauen Augen auf ihre ganz eigene Weise. Die attraktive Blonde - selbstbewusst, mutig und ungemein emotional - polarisiert , sie ist so anstrengend wie extravagant und steckt doch jeden fast magisch mit ihrer l ebensfreude an. Kein Wunder, dass sie Baumeisterin geworden ist. „Es gibt doch nichts Schöneres als Lebensräume zu schaffen, wo man sich wohl fühlt, wo die Proportionen und Linien stimmen, wo man durchatmen, denken und fühlen kann“, sagt die geburtige Düsseldorferin, aufgewachsen als Tochter des Architekten Wilhelm Dahmen. ist als hübsches Model über den Laufsteg stolziert , hat sich für Mode begeistert und für die Kunst. Doch schon früh war ihr klar, dass sie diesen kreativ-konstruktiven Weg ein schlagen will , den sie von klein auf in der Familie kennen gelernt hat. „Nicht zuletzt, weil ich davon überzeugt bin, dass gute Gestaltung das Wohlbefinden steigern kann, dass die Architektur maßgeblich die Psyche jedes Einzelnen beeinflusst. Aber naturlich auch, weil ich unbedingt einen Architekten heiraten wollte, der mit großem Erfolg Schönes schafft“, fügt sie hinzu und lacht herzlich. Letzeres ist ihr auf jeden Fall gelungen. Seit mehr als 20 Jahren ist sie mit dem international bekannten Architekten Christoph Ingenhoven verheiratet. Im Düsseldorfer Medienhafen, in der ehemaligen Plange Mühle, ist das lichtdurchflutete, extrem über die komplette Hausfront langgezogene Büro der Baumeister. Weit reicht von dort der traumhafte Blick über die Skyline von Düsseldorf mit ihrer charakteristischen Brückenfamilie, die die beiden Rheinufer verbindet, der Promenade, dem Fernsehturm, dem schiefen Schlossturm, den über alle Landesgrenzen hinweg bekannten Gehry-Bauten und der markanten HochhäuserSilhouette, die in letzten Jahren entstanden ist. 100 Mitarbeiter arbeiten unter Ingenhovens Regie an neuen Ideen, planen, entwerien, konstruieren, gestalten. Unabhängig von ihrem Mann, selbstständig und in eigener Regie mit einem kleinen Mitarbeiter-Team betreibt Regina Dahmen-Ingenhoven ihr Designstudio. Anders als ihr Mann, der das Sky Office oder den Stuttgarter Hauptbahnhof

entwirit, hat sie sich auf das Schaffen von Erlebniswelten konzentriert. Ein Thema, das die Kreative seit ihrem Studium an der RheinischWestfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen, nicht mehr loslässt. Die Meisterschülerin der Düsseldorier Kunstakademie hat an der RWTH in Professor Fritz Eller, der unter anderem mit dem Bau des Düsseldorier Landtages bekannt wurde, ihren Mäzen und Doktorvater gefunden. Parallel zur Familiengründung - immerhin ist sie stolze Mutter von fünf Kindern im Altervon acht bis 21 Jahren - hat sie ihr Studium vorangetrieben, ihr Nischenthema gefunden, es gründlich untersucht und in einem Buch mit dem Titel Form Follows Fun veröffentlicht. „Das Thema ist Animation, die in unseren Alltag eingezogen ist und auch in der Architektur Spuren hinterlassen hat“, erklärt sie. „Wir sind eine Event-Gesellschaft geworden. In Shopping Malls und Fantasy Parks suchen viele ihr Glück. Seit Walt Disney seinen Vergnügungspark eröffnet hat, ist die Spaß- und Vergnügungsarchitektur in vielen Bereichen - von Museen bis zu Autostädten oder Banken - kopiert worden.“ Bauen bedeutet demnach heute nicht mehr bloß Grundrisse, die das Bauen als rein technische Sache erscheinen lassen. Und genau das ist es, was Regina Dahmen-Ingenhoven so begeistert an der Architektur und der „faszinierenden Logik“ eines Grundrisses: „Wir schaffen die dritte Haut, den Raum für ein positives Lebensgefühl.“ Die vor Phantas ie sprühende Düsseldorferin mag sie nicht, die kalten, seelenlosen Welten, die dank Technologie und Computerprogramme entstehen. „Ich bin keine SchwarzbrotArchitektin“, heißt es. Ihre Räume, die sie in Kliniken oder Praxen, Wellness- oder Gesundheitshäusern (wie beispielsweise im österreichischen Lanserhof, Mode-Unternehmen oder Boutiquen inszeniert, sind voller sinnlicher, auch haptischer Eindrücke. Mit einfachen Mitteln erzeugt sie eine außergewöhnliche Raumwirkung. Ob ein Schleier für Swarovski oder eine Untersuchungsliege in einer Kinderarzt-Praxis: All ihre Projekte tragen Titel, mal heaven is an place on earth oder living on the inside. Bei ihr gibt es keine Ecken und Kanten, sondern weiche höhlenartige Rundungen. Sie kommuniziert mit fröhlichen, heiteren Farben. Töne sind Lockmittel fürs Auge, Vitamine für die Seele und Information fürs Gehirn. Farben sind für die Düsseldorferin ebenso wie Licht unverzichtbares Medium von Emotion und Fantasie. „Natürlich reicht auch eine Glühbirne an der Decke, um den Schlüssel zu finden“, meint sie lakonisch.


Jeder ihrer Räume hat sein individuelles angepasstes Mobiliar. Nichts ist von der Stange oder aus dem Katalog, alles wird extra angefertigt, ist ein Unikat. Sie verwendet gern formbares Material (wie Polyurethanschauml, das sich maßschneidern lässt und dann wie angegossen passt. Harmonie, Klarheit, Reinheit und Strahlkraft stehen bei allen Planungen als Maxime im Vordergrund. Für ihren jüngsten Entwurf ist die Architektin erst kürzlich mit dem begehrten red dot award ausgezeichnet worden. Im Rahmen einer Designer Collection im Auftrag der Firma Thermopal habe sechs renommierte Büros, darunter Graft und aPlex aus Berlin, der zum Architekten 2009 gekürte Schweizer Alfredo Häberli und eben Regina Ingenhoven-Dahmen neue Dekore und Muster für besonders hergestellte Kunststoffplatten entworfen. Das grüne Schmetterlingskind der Avantgardistin vom Rhein behauptete sich. Statt rein grafischer Elemente hat sie eine emotionale Mischung aus Kitsch und Kunst, mit Zitaten aus der Renaissance, aus der Flower-Power- und Hippiebewegung gestaltet. Märchenwelt statt Mainstream. So leic ht und luftig sie meist durch den Alltag geht, so tief ist Regina Dahmen-Ingenhoven in ihrer Heimatstadt verwurzelt. „Das ist meine Stadt - nicht zu groß, nicht zu klein, aber energiegeladen, voller Grünzonen und Inspiration.“ In New York könnte sie beispielsweise nie leben. Sie braucht dieses Beschauliche, die kurzen Wege. Sie mag den Rhein, geht gern in der Altstadt in die Maxkirche oder in die Bilker St. Martins-Kirche oder sie zündet in der Andreaskirche, wo sie geheiratet und die Kinder getauft wurden, ein Kerzchen an. Kirchen haben sie seit der Kindheit begleitet, ihr Vater hat etliche gestaltet. Bei Spaziergängen durch den weitläufigen Hofgarten lädt sie ihren Akku auf. Und natürlich weiß sie es zu schätzen, in einer Modestadt mit all den Geschäften, Kö&Co zu leben. Als visueller Mensch braucht sie eben auch Glimmer und Glitter, schöne Stoffe und Formen. Aber was sie wirklich beflügelt, das ist die Musik. „Egal was ich mache, Musik ist immer dabei. Ich lebe in der Musik.“ Soul, Pop, Klassik egal. Musik ist ihr Stimmungsbarometer und die Harfe das Instrument, das sie am meisten beruhigt. Ihre wahre Energiequelle ist jedoch, wenn sie ehrlich ist, das Tanzhaus NRW. Einmal in der Woche „tankt sie Lachen auf“. LiveTrommeln und Afro-Tänze sind ihr Lebens-Elixir. Dann geht sie dann auf Phantasiereise, entdeckt andere Kulturen und holt sich die Welt und ihre Buntheit von überall her nach Hause, in die eigenen, von ihr gestalteten vier Wände.


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