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Die Analyse Einleitung / Vorgehensweise / Gestaltung & Usability / Fokus / Pagerank & Alexa / Medien & Technologien / Gesamtauswertung

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Die Analyse / Einleitung

Einleitung In einer groß angelegten Recherche wurden im Laufe der Thesis über 160 HochschulWebseiten untersucht und mit Metadaten katalogisiert. Vorweg will gesagt sein, dass es sich bei diesen Daten nicht um ein Ranking handelt. Zum Einen spricht gegen ein Ranking, dass diese in der Regel von den Inhalten der Untersuchung ablenken, da der Betrachter sich vorranging mit der Reihenfolge und den Platzierungen beschäftigt und nicht mit den Gründen für die Platzierung. Bei dieser Untersuchung soll es aber darum gehen herauszufinden, wie der Stand der Dinge ist; welche Standards es gibt; welche innovativen Ideen zur Präsentation im Internet es gibt; und welche Trends sich abzeichnen. Zum Anderen ist es nicht möglich ein absolutes Ranking zu erstellen. Selbst bei Abgrenzung der untersuchten Hochschulen auf gestalterische Hochschulen gibt es starke Unterschiede z.B. in der Größe der einzelnen Hochschulen. Eine große Hochschule muss in diesem Zusammenhang zum Beispiel viel mehr Daten abbilden als es eine Schule mit nur 100 Studenten tun muss. Die vorangegangenen Analysen zeigen, dass ein starkes Auftreten und eine klare Positionierung für eine Hochschule wichtig sind. Auf der Suche nach Informationen müssen Benutzer schnell erkennen mit wem Sie es zu tun haben. Aus diesem Grund soll diesem Aspekt ein besonderes Augenmerk bei der Untersuchung gewidmet werden.

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Die Analyse / Vorgehensweise

Vorgehensweise Alle Webseiten wurden zuerst mit Metadaten versehen um sie auf unterster Ebene z.B. nach Ländern sortieren zu können. Hierfür wurden alle Hochschulstandorte erfasst, sowie deren Kontaktdaten. Im nächsten Schritt wurden Screenshots von verschiedenen Seiten innerhalb der Hochschulwebseite gemacht. Die Screenshots sollten möglichst viele verschiedene Facetten und Gestaltungsoptionen der jeweiligen Webseite zeigen. Wenn die Seiten in entsprechender Ausführung vorhanden waren, wurde versucht Screenshots von der Startseite, einer Personenverzeichnisseite, einer Personen-Detailseite, einer Projektseite sowie einer NewsSeite zu bekommen. Die Anzahl der Screenshots variiert, je nach Umfang und Komplexität der Seite. Im dritten Schritt wurden die Webseiten in vier Kategorien bewertet: Gestalterische Qualität der Webseite, Usability der Webseite, Selbstpositionierung der Hochschule, sowie Pagerank und Alexarank. Pagerank und Alexarank haben eine Sonderstellung bei dieser Untersuchung. Da diese Daten von Dritten (Google, Alexa) angeliefert werden. Genauere Informationen zur Analyse und den einzelnen Kategorien im Folgenden.

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Inhalte

Kriterien Auch wenn die Bewertungen der Kategorien grundsätzlich unabhängig von einander stattfinden, basieren sie auf denselben Kriterien. Die Richtlinien dieser Kriterien werden im folgenden definiert. Vorab soll angemerkt sein, dass die Bewertung, wie jede Bewertung kreativer Arbeit, zum Teil auch subjektiv ist und vom Auge des Betrachter differieren mag.

Inhalte Dieser Punkt ist der schwierigste, weil es nicht möglich ist alle Inhalte einer Hochschulwebseite in die Bewertung mit einzubeziehen. Was aber sehr gut bewertet werden kann ist, die Menge an Informationen die zur Verfügung stehen. Zum Beispiel die Wegführung, wenn man auf der Suche nach einem Professor eines bestimmten Faches ist. Welche Informationen werden mir dann über diesen Professor zur Verfügung gestellt. Bei manchen Webseiten mangelt es schon an fehlenden Kontaktinformationen. Zum Anderen bekommt man selbst nach ein paar klickst schon einen sehr guten Eindruck, wie gut gepflegt die Inhalte sind, wie aktuell diese sind und ob sie nur oberflächlich sind oder auch in die Tiefe gehen und weitere Details anbieten. Gut gegliederte und ausführliche Informationen geben dem Benutzer einen besseren Einblick in die Abläufe und Informationswelt einer Hochschule. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch wie die Texte geschrieben sind. Hochschulen, denen es hauptsächlich darum geht sich selbst zu vermarkten und nicht um die wissenschaftlichen Aspekte, haben oft kürzere aber dafür plakativere und prägnantere Texte. Ebenfalls von Bedeutung ist das Verhältnis von Text und Bildern. Neigt eine Hochschulwebseite eher dazu plakative Bilder einzusetzen, die den eigentlich Text in den Hintergrund treten lassen oder funktionieren die Bilder als Unterstützung des Textes.

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Inhalte

Zusammenspiel des Informativen und Marketing Charakters der Inhalte sowie der Qualität Zum Vergleich des Informativen und Marketing Charakters lassen sich zwei Webseiten gut vergleichen. Es ist die Webseite des VCU Brandcenters sowie die Webseite der Fachochschule Düsseldorf. Beide haben sich in der späteren Analyse als überdurchschnittlich gute Webseiten qualifiziert. Das VCU Brandcenter steht hierbei für eine marketinglastige Webseite und die FH Düsseldorf für eine Webseite, die sich dem wissenschaftlichen Anspruch verschrieben hat und Tendenzen zum Marketing hin aufweist. Wie man in den folgenden Darstellungen gut erkennen kann, dominieren große plakative Bilder die Webseite des VCU Brandcenters. Auf der Seite der FH Düsseldorf hingegen treten die Bilde neben dem Text in den Hintergrund. Das VCU Brandcenter setzt auf Sprüche die von Ihrer Sprachwelt sehr an Werbung erinnern lassen: kurz, prägnant und möglichst positiv. Die FH Düsseldorf setzt an dieser Stelle mehr auf informative und wissenschaftliche Texte, an einigen Stellen, wenn es zum Beispiel um Ankündigungen oder Preisverleihungen geht, setzt man neben diesen Inhalten aber auch auf dem VCU ähnliche Textgestaltungen. Hierin zeigt sich das Interesse der Hochschule neben den vorrangigen Inhalten auch sich selbst als Institut vermarkten zu wollen.

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Inhalte

VCU Brandcenter http://www.brandcenter.vcu.edu

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Inhalte

FH D端sseldorf http://www.fh-duesseldorf.de

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Inhalte

Bei den Kursbeschreibungen (jeweils die oberen beiden Bilder), lassen sich sehr gut Tendenzen der Texte aufweisen. Marketing orientierte Hochschulen versuchen die positiven Seiten des Studiums, gute Berufsaussichten und andere Wünsche der Studieninteressierten anzusprechen. Während sich die wissenschaftlicher ausgelegten Hochschulen eher um die eigentlichen Inhalte der Studiengänge kümmern. Übersetzung aus der VCU Webseite als Beispiel markteingorietierter Kursbeschreibungen:

„Sie wollen auf der Seite des Kunden Marken aufbauen. Sie wollen Partner von Agenturen sein und intelligente, bahnbrechende und kreative Arbeit für Ihre Firma machen.“ Der obige Text könnte auch gut die Ausschreibung einer modernen Werbeagentur sein und nicht die eines Studiengangs. Im Kontrast hierzu die Kursbeschreibung der FH Düsseldorf:

„Der Master-Studiengang führt Sie an komplexe Konzepte, Gestaltungssysteme und Designstrategien heran. Sie werden in gestalterischen Projekten intensiv an Fragen der Designforschung (Forschung mit Design und Forschung über Design) arbeiten und unter wissenschaftlichen Aspekten können Sie sich auf eine Promotion vorbereiten.“

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Bilder

Bilder Nicht nur das bereits angesprochene Verhältnis zwischen Bildern und Text ist bei der Auswertung von Bedeutung. Auch die Qualität und Kontinuität der Bildwelt sowie die Aussage selbiger. Die beiden bisher genannten Hochschulen zeigen eine hohe Qualität in den Bildern und eine durchgehende Aussage. Die Bilder der VCU zeigen den selben Fokus wie die Texte, das schöne des Studiums und der Zukunftaussichten, wie etwa der schöne und gut ausgestattete Computerraum im unteren Bild, im Abschnitt Inhalte. Bei den wissenschaftlich ausgerichteten Hochschulen, mit einem hohen Anspruch an die Gestaltung, zeigt sich dies ebenfalls. Die Bilder repräsentieren genau wie die Text die Inhalte des Studiums. Bei gut gestalteten Hochschulen dieser Ausrichtung lässt sich zusätzlich eine klare Linie in den Bildern erkennen. In der Kombination mit Text versuchen diese Hochschulen die Bilder als Unterstützung des Textes zu nutzen. Bei der Bilderwelt einer Hochschule gilt es also zu bewerten, wie die Qualität der Bilder ist, ob es eine kontinuierliche Qualität gibt, das Verhältnis zwischen Text und Bild, sowie die inhaltliche Aussage der Bilder.

Konsistenz Konsistenz ist nicht nur bei der Zusammenstellung der Inhalte und deren Aussage wichtig, sondern auch wenn es um die Gestaltung und Struktur der Seite geht. Dieser Punkt ist ein wichtiger und bisher an den meisten Hochschulen kaum beachteter Punkt. Gerade wenn es um Aspekte wie Usability geht, ist es wichtig das es eine Rahmenstruktur und ein Gestaltung der Webseite gibt, in der alle Inhalte abgebildet werden. Hierzu gehören ein einheitliches Gestaltungsraster, eine konsistente Menüführung sowie ein durchgehendes Gestaltungskonzept für Inhalte sowie interaktive Elemente. Oft wird dies nicht beachtete, dort zum Beispiel wo Unterseiten in Ihrer Gestaltung und Funktionalität nichts mehr mit den Hauptseiten zu tun haben. Wenn sich Menüs auf Unterseiten anders Verhalten als auf den Hauptseiten. In vielen Fällen ist es sogar so, dass sich einzelne Institute komplett von der restlichen Hochschule abkapseln. Dies kann in Einzelfällen erwünscht sein, wenn ein einzelner Fachbereich sich als

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Konsistenz

eigene Marke etabliert. In der Regel findet dies aber nicht statt und die Fachbereiche sondern sich nur über ihr visuelles Erscheinen ab. Gerade als Fachbereich, der sich der Gestaltung verschrieben hat, sollte dieser sich darum bemühen ein gesamtheitliches Auftreten der ganzen Hochschule zu initiieren, um als Gemeinschaft in der Öffentlichkeit besser Auftreten zu können. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Fachhochschule Düsseldorf, dort gibt es ein durchgängiges Gestaltungssystem für alle Fachbereiche. Auch wenn ich in dieser Analyse negativ Beispiel nicht benutzen möchte, zeigt ein direkter Vergleich an dieser Stelle am besten die Unterschiede der Kontinuität in einer Webseite. Im Gegensatz zu FH Düsseldorf, sollen die Seiten der Züricher Hochschule der Künste dienen.

Seiten der FH Düsseldorf (http://www.fh-duesseldorf.de)

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Konsistenz

Seiten der Z端richer Hochschule der K端nste (http://www.zhdk.ch)

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Farbe & Schrift

Farbe & Schrift Während die grundsätzliche Wahl der Farben einer Hochschulseite bei Beachtung von Farbund Harmoniegesetzen vorrangig Geschmackssache ist, so gibt es trotzdem einige Bewertungskriterien auf diesem Gebiet. Die beiden wichtigsten sind zum Einen die Lesbarkeit und zum Anderen die Verbesserung der Usability durch klare Farbgebungen der verschiedenen Elemente einer Webseite. Während der Untersuchung zeigte sich das die Lesbarkeit bei den meisten Seiten relativ gut ist, dies liegt in der Regel daran, dass viele Seiten die klassische Kombination schwarzen Text auf weißem Grund wählen. Bei dem Farbsystem bezüglich der Schrift und anderer Inhalte, schaut es da anders aus. Es gibt kaum klare Systeme die es dem User erleichtern zwischen zum Beispiel aktiven Elementen wie Links und inaktiven Inhalten zu unterscheiden.

Ein gutes Beispiel der FH Düsseldorf (links) und der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (rechts) das zeigt, wie aktive Inhalte, Überschriften und Copy über Farbe und Schrift von einander getrennt werden können. Diese visuelle Abgrenzung findet auch durch die Benutzung verschiedener Schriftschnitte statt. Dies kann auch soweit gehen, dass für unterschiedliche Elemente verschiedene Schriften genutzt werden. Die Wahl der Schriften fällt im Internet, abgesehen von Logo-Schriften, meist nicht schwer, da die Auswahl sehr begrenzt ist. Es sind hier eher die Extreme, die Ausnahmen, die aus dem Rahmen fallen müssen und dies meist negativ tun.

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Raster

Raster Eine gute Webseite will nicht nur inhaltlich gut strukturiert sein, sondern auch visuell. Ein durchdachtes Raster macht das aufnehmen von Informationen einfacher und erleichtert das Erlernen der Funktionalität einer Webseite. Unter diesem Aspekt ist besonders wichtig, dass das Raster Kontinuität aufweist. Es muss deshalb so angelegt sein, dass es verschiedenste Inhalte anzeigen kann. Bei einigen Webseiten sind grundsätzliche Raster zu erkennen, mit zunehmender Komplexität der Webseite neigt man dann aber dazu aus diesen Rastern auszubrechen. Als Beispiel das Raster der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Diese Seite besticht unter diesem Aspekt besonders durch das Abbilden des Grundlinienrasters im Hintergrund der Webseite.

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Findability & Usability

Findability & Usability Die Usability einer Seite setzt sich zum Teil aus den gestalterischen Kriterien zusammen die in den vorangegangen Punkten bereits beschrieben wurden: Lesbarkeit durch Farbkontrast und gut lesbare Schriften, Hervorheben von interaktiven Elementen, intuitive Farbleitsysteme und durchgehende Raster. Diese erlauben es dem Benutzer die Handhabung der Seite schnell zu erlernen und gesuchte Inhalte zu finden. Zusätzliche Kriterien für die Usability einer Webseite sind aber auch die Strukturen nach denen die Informationen sortiert werden. Auf diesem Gebiet nutzen einige Hochschulen neben der Sortierung nach Inhaltsklassen wie Personen und Fächern, auch benutzerorientierte Sortierungen, wie zum Beispiel das aufbereiten der Inhalte für Studieninteressierte oder Partner aus der Industrie. Während die Verwendung von Flash bei klassischen Hochschulstudiengängen kaum eine Rolle spielt, versuchen einige gestalterische Hochschulen sich von der Masse abzuheben indem sie interaktive Webseiten mit Hilfe von Flash bauen. Diese Technik ist sehr kritisch im Bezug auf Usability und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Flash eignet sich für die Darstellung von Videos, interaktiven Illustrationen oder für komplexe Visualisierungen, nicht aber für textbasierte Hochschulinformationsseiten. Flashinhalte können weder vom Benutzer noch von Suchmaschinen richtig durchsucht werden, dies ist schlecht für die Benutzung der Seite und schlecht für die Verbreitung der hochschuleigenen Inhalte. Außerdem verlangsamt der Einsatz von Flash die Darstellung von Massendaten in diesem Kontext und erhöht die Ladezeiten einer Website unnötig. Gerade der Faktor der Ladezeit wird von Internetbenutzer kritisch beurteilt. Laut einer Umfrage der Firma WebCopyPlus ist eine zu lange Wartezeit beim Laden der Seite für über 50% der Befragten ein Grund die Seite zu veralssen. (Grafik)

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Die Analyse / Vorgehen / Kriterien / Findability & Usability

Gründe warum Internet-Benutzer eine Webseite verlassen. Grafik basiert auf Daten einer Umfrage der Firma WebCopyPlus. Die Ergeb nisse sind mit bedacht zu behandeln, da die Firma in ihrer Hauptfunktion Webcopy für Geld schreibt. Da die Daten aber zu den Ergebnissen unserer Umfrage passen wird dies hier angeführt. http://www.webcopyplus.com/contentview/208/62/

Außerdem ist Flash nicht barrierefrei. Laut des BITV (§ 11 Abs. 1 Satz 2 des Behindertengleichstellungsgesetzes) müssen öffentlich zugängliche Internetseiten der Behörden der Bundesverwaltung seid spätestens Ende 2005 barrierefrei gestalten werden. Die HRK hat sich ebenfalls dazu ausgesprochen die Inhalte auf deutschen Hochschulseiten barrierefrei zu gestalten. Leider war es im Rahmen der Thesis nicht möglich Statistiken über die Anzahl von Studenten mit Behinderungen in Studiengängen mit gestalterischen Aspekten zu bekommen. Aber es darf angenommen werden, das die Zahlen sehr gering sind, anders als in anderen Studiengängen. Aus diesem Grund haben gestalterische Studiengänge auf diesem Gebiet eine Sonderstellung. Dies bedeutet aber nicht das die Punkte, die gegen eine Benutzung von Flash sprechen, hier nicht zutreffen. Es bedeutet lediglich das der Einsatz von zum Beispiel Videos oder interaktiven Visualisierungen in Maßen unbedenklich ist.

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Die Analyse / Gestaltung & Usability

Gestaltung & Usability Nachdem die Webseiten nach den genannten Kriterien bewertet wurden, dienten die Daten um jeder Seite eine Note auf der Skala von 0 bis 100 zu geben. Zum Einen im Bereich Gestaltung und zum Anderen im Bereich Usability. Die sich daraus ergebenden Daten wurden in eine Datenbank gepflegt und anschließend auf einer zweidimensionalen Skala visualisiert, um Aussagen über die Verteilung der Noten und Zusammenhänge zwischen Gestaltung und Usability machen zu können. In der Grafik auf der nächsten Doppelseite sehen wir die horizontale X-Achse, diese stellt die gestalterische Qualität einer Webseite dar. Links befindet sich die Webseite mit der höchsten Qualität und rechts die Seite mit der niedrigsten Qualität. Sehr gute Gestaltung

Schlechte Gestaltung

Auf der Y-Achse wird in der vertikalen die Usability zu jeder Webseite abgebildet. Je weiter rechts umso besser die Usability der jeweiligen Seite. Sehr gute Usability

Schlechte Usability

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Die Analyse / Gestaltung & Usability

Der Usability-Wert und der Gestaltungs-Wert einer Webseite befinden sich auf selber X-Höhe und sind durch eine Linie verbunden.

Eine Hochschule

Die unterschiedlichen Y-Werte unterhalb der 0-Linie der Y-Achse ergeben sich dadurch, das es einige Webseiten mit ähnlichen Werten gibt, diese befinden sich dann unterhalb null, nebeneinander.

Drei Verschiedene Hochschule

Da eine grafische Darstellung mit allen Hochschulnamen in diesem Format nicht möglich ist, gibt es eine interaktive Version dieser Grafik im Internet unter www.universityfinder.de.

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Die Analyse / Gestaltung & Usability

Visualisierung von Gestaltungsqualit채t & Usability-Daten

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Die Analyse / Gestaltung & Usability

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Die Analyse / Gestaltung & Usability

Ergebniss Anhand der Visualisierung lassen sich zwei Sachverhalte klar ausmachen. Auf der einen Seite gibt es einen Zusammenhang zwischen guter Gestaltung und der daraus resultierenden Usability (pinke Trendlinie). Auf der anderen Seite ist der Großteil der Hochschulwebseiten nur im mittleren Bereich zu finden was die Qualität der Gestaltung an geht. An der Spitze, aber auch im unteren Bereich der Qualitätsskala, befinden sich eher weniger Hochschulen. Was man aus der Visualisierung nicht entnehmen kann, aber aus den Ergebnissen hervorgeht ist, dass viele der hochplatzierten Hochschulen aus Deutschland kommen. Die hochplatzierten deutschen Hochschulen zeichnen sich durch sehr schlichte und gut strukturierte Gestaltung aus. Die restlichen hohen Platzierungen teilen sich andere europäische Hochschulen und amerikanische. Die meisten anderen europäischen Hochschulen teilen die Designtrends der deutschen Hochschulen. In Amerika setzt man oft auf etwas modernere und gewagtere Gestaltung, vom ganzen Auftreten her, mehr Richtung Marketing. Die Hochschulen aus dem Nahen- und Fern-Ost schneiden relativ schlecht ab, zusammen mit Indischen, Afrikanischen und Südamerikanischen Hochschulen. Dort sehen viele Hochschulseiten sehr technisch aus und erinnern an vergangene Tage des Internets.

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Die Analyse / Fokus

Fokus Über die aufgeführten Kriterien wurden im zweiten Durchgang die Aussage des Gesamtauftritt eingeordnet. Es sollte herausgefunden werden, in welchem Sektor sich die Hochschulen positionieren. Mögliche Positionierungen waren künstlerisch, wissenschaftlich oder marketinglastig. Die vorrangige Sortierung läuft über wissenschaftlich und marketinglastig. Da es aber einige künstlerische Hochschulen in der Auswahl gibt, die nicht in dieses Raster passen, gibt es zusätzlich die künstlerische Komponente. Bei der Einordnung zählen der gestalterische Gesamteindruck sowie die dargestellten Inhalte. Neben der grundsätzlichen Positionierung wird auch die Stärke der Positionierung in dem jeweiligen Sektoren gemessen. Hochschulen können sich im Bewertungsprozess auch für mehrere Sektoren qualifizieren, so lassen sich neben der Hauptausrichtung auch Neigungen hin zu anderen Sektoren darstellen. Die Visualisierung auf Seite [...] wurde nachdem alle Daten ausgewertet waren erstellt. Die Grafik besteht als erstes aus den drei Sektoren: künstlerisch, wissenschaftlich und marketingorientiert. Der Sektor, in dem sich eine Hochschule befindet, markiert den Sektor indem eine Hochschule die stärkste Positionierung aufzuweisen hat.

Im obigen Beispiel würde dies bedeuten (von links nach rechts), dass die Hochschule sich im Kreis am dominantesten im wissenschaftlichen Sektor positioniert, im zweiten Kreis im marketingorientierten Sektor und im dritten Kreis im künstlerischen Sektor.

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Die Analyse / Fokus

Die stärke der Positionierung im dominanten Sektor wird über die Entfernung zum Mittelpunkt dargestellt. Je weiter eine Hochschule vom Mittelpunkt entfernt ist, desto besser ist die Positionierung. Wenn sich eine Hochschule sehr nah am Zentrum befindet, ist die Aussage mit der sich die Hochschule versucht zu positionieren sehr schwach.

Im obigen Beispiel würde dies bedeuten (von links nach rechts): die Hochschule im ersten Kreis hat einen starken Auftritt und kann sich klar Positionieren, im zweiten Kreis ist eine Positionierung zu erkennen, aber der Hochschule fällt es schwer sich aus der Masse hervorzuheben, im dritten Kreis ist eine Positionierung nur schwer zu erkennen.

Die letzte dargestellte Information ist die Stärke des zweit dominantesten Sektors. Wenn eine Hochschule sich für einen weiteren Sektor qualifizieren kann, bewegt sich der Punkt auf der Kreislinie in Richtung des zweit dominantesten Sektors. Umso näher eine Hochschule dem benachbarten Sektor ist, umso stärker ist der zweite Sektor. Wenn ein Hochschule fast auf der Grenze zweier Sektoren liegt, sind beide Sektoren fast gleichstart.

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Die Analyse / Fokus

Im obigen Beispiel würde dies bedeuten (von links nach rechts): die Hochschule im ersten Kreis zeigte eine starke Positionierung im wissenschaftlichen Sektor und zusätzlich eine etwas schwächere Positionierung im marketingorientierten Sektor, im zweiten Kreis liegt nur eine Positionierung im wissenschaftlichen Sektor vor, im dritten Kreis liegt eine starke Positionierung im wissenschaftlichen Sektor, sowie eine etwas schwächere Positionierung im künstlerischen Sektor vor. Da eine grafische Darstellung mit allen Hochschulnamen in diesem Format nicht möglich ist, gibt es eine interaktive Version dieser Grafik im Internet unter www.universityfinder.de.

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Die Analyse / Fokus

Visualisierung der Positionierung

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Die Analyse / Fokus

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Die Analyse / Fokus

Ergebniss Die Ergebnisse aus dieser Analyse zeigen ähnliche Tendenzen wie die Ergebnisse der ersten Studie. Zum einen ein breit gestreutes unteres Mittelfeld, das keine klare Positionierung zeigt, sondern mehr Tendenzen. Unter den marketingorientierten Schulen befinden sich wieder viele amerikanische Schulen und unter den wissenschaftlichen deutsche und andere europäische. Obwohl sich bei genauerer Betrachtung zeigt, dass sich einige deutsche Hochschulen auch in den marketinglastigen Sektor vorwagen, um mit stärkerer, plakativerer Aussenwirkung Studenten in die Hochschulen zu ziehen. Während wir im Marketing-Sektor und am Übergang zum wissenschaftlichen Sektor wieder die Verbindung von guter Gestaltung und einem daraus resultierendem klaren Erscheinungsbild wiederfinden, gibt es gerade bei den wissenschaftlichen Hochschulen ein paar Ausnahmen, wie etwa Hochschulen die sich hauptsächlich durch die Inhalte und weniger durch gute Gestaltung qualifizieren. Dies sind aber in der Regel Hochschulen, die sich nicht vorranging als Gestaltungsschulen verstehen, sondern als technische Hochschulen die sich der Innovation verschrieben haben.

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Die Analyse / Pagerank & Alexa

Pagerank & Alexa Die Auswertung der Pagerank- und Alexadaten ist getrennt von den bisherigen Untersuchungen zu betrachten, da sich diese Analyse auf die Daten der Dienste Google und Alexa bezieht und nicht eigenständig gewonnene Analysedaten sind. Die beiden Services erstellen Rankings über die Attraktivität von Webseiten. Dies bietet die Möglichkeit, neben der Bewertung der Gestaltung und der Inhalte aus der Sicht eines Designers, zusätzlich eine allgemeine Bewertung, die sich aus den Massendaten vieler Nutzer ergibt, mit einzubeziehen.

Pagerank Pagerank ist ein Webseiten-Bewertungssystem der Firma Google. Es errechnet den Wert einer Webseite aus den Verlinkungen von anderen Seiten. Je mehr links auf eine Seite verweisen, umso höher der Wert. Abhängig vom Wert der verweisenden Seiten steigt der eigene Pagerank weiter an. Für diese Pageranks vergibt Google zwischen einem und 10 Punkten. Über dieses Verfahren lässt sich gut herausfinden, ob andere Webseiten die Inhalte einer bestimmten Webseite wertschätzen und diese für verlinkenswert halten. Die Höhe des Pageranks ist also von der Beliebtheit und Popularität einer Seite abhängig.

Alexa Alexa ist ein Tochterunternehmen der Internetfirma Amazon (www.amazon.de). Alexa sammelt Daten über die Anzahl der Besucher von Webseiten, sowie über verschiedene Auswertungssysteme die Verlinkungen von anderen Webseiten zu einer Webseite mit einbeziehen. Das System erstellt aus diesen Daten eine Rangliste aller dem System bekannter Internetseiten. Hierüber lässt sich gut feststellen welche Webseiten in einer kurzen bzw. langen Zeit hoch frequentiert waren. Auch wenn das System von Werbe-Firmen als Richtlinie für die Ermittlung von Preisen für Online-Werbung genutzt wird, so muss trotzdem beachtet werden, dass es sich bei Alexa um kein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren zum Bewerten von Webseiten handelt. Bisher ist nicht bekannt wie die genauen Algorithmen und Datensätze aussehen die Alexa für seine Analysen nutzt.

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Die Analyse / Pagerank & Alexa

Visualisierung des Pageranks Da eine Abbildung aller einzelnen Pageranks an dieser Stelle den Rahmen sprengen würde, wird nur eine Übersicht der erhaltenen Pageranks dargestellt. In dieser Darstellung sehen wir, ähnlich wie bei den vorrangegangen Auswertungen, das es ein breites Mittelfeld und eine dünne Spitze gibt. Anders als bei den bisherigen Analysekategorien zeigt sich hier aber zusätzlich eine etwas größere Anzahl an Hochschulwebseiten im unteren Feld.

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Da eine grafische Darstellung mit allen Hochschulnamen in diesem Format nicht möglich ist, gibt es eine interaktive Version dieser Grafik im Internet unter www.universityfinder.de.

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Die Analyse / Pagerank & Alexa

Visualisierung des Alexaranks Die auf der nächsten Doppelseite abgebildete Grafik zeigt die absolute Positionierung der einzelnen Hochschulen in der Alexa Rangliste. Im Gegensatz zur relativen Rangordnung in der nur von der höchsten Platzierung zu niedrigsten sortiert wird, lässt sich hier erkennen, wie weit die Hochschulen wirklich auseinander liegen. Es zeigt sich hier, dass die meisten Hochschulen im oberen Bereich positioniert sind und das die Abstände der Hochschulen zu einander nach unten hin zunehmen. Dies heißt, dass es eine starke Konkurrenz zwischen sehr vielen ähnlich guten Hochschulen im oberen Bereich gibt und einige wenige Hochschulen außer Konkurrenz weit abgeschlagen sind.

Ergebniss In der Gesamtauswertung der Pagerank und Alexaergebnisse erkennen wir ähnliche Trends wie bei den ersten Analysen. Viele Hochschulen die sich im Mittleren Bereich befinden und in direkter Konkurrenz zueinander stehen. Hinzu kommen einige Hochschulen die es geschafft haben sich im oberen Bereich zu Positionieren. Bei der Auswertung dieser Daten muss allerdings eines Beachtet werden: Der Fokus bei der Auswahl der Hochschulen lag bei kreativen, gestalterischen Hochschulen. Bei der Auswahl haben sich auch einige technisch orientierte Hochschulen, durch Studiengänge wie Industrial Design, qualifiziert. Diese sehr wissenschaftlich ausgelegten Hochschulen haben es in diesem Teil der Auswertung sehr weit nach oben geschafft. Dies liegt nicht unbedingt an den gestalterischen Inhalten die diese Hochschulen im Internet publizieren, sondern vorrangig an den technischen Publikationen. Hochschulen wie das MIT (Erster beim Pagerank und Alexarank) erregen sehr viel Aufmerksamkeit im Internet durch die Forschungen in aktuellen Themengebieten wie z.B. Touchscreens oder Ubiquitous Computing. Dies sind Themen für die sich besonders viele Blogs und Webseiten interessieren. Daraus resultiert dann ein sehr hohes Pagerank und Alexaranking.

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Die Analyse / Pagerank & Alexa

Visualisierung des Alexaranks

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Die Analyse / Pagerank & Alexa

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Die Analyse / Medien & Technologien

Medien & Technologien Mit Medien und Technologien sind neue Möglichkeiten das Internet zu nutzen gemeint (siehe Kapitel Neue Medien). Hierzu gehören einfache Techniken wie das Bereitstellen von Videos auf Hochschulwebseiten bis hin zum nutzen von SocialNetworks oder der Streuung von Inhalten über Bilder und Videoplattformen. Vorneweg lässt sich sagen, dass die nun folgenden Beispiel Einzelfälle sind. Es sind keine Seiten die die Standards vieler Hochschulwebseiten repräsentieren. Die meisten Webseiten nutzen bisher nur die klassischen Medien: Bild und Text. Die Verknüpfung mit offen Plattformen wie YouTube werden auch eher gemieden. Eine genauere Beschreibung der nun aufgeführten Technologien sind im Kapitel Neue Medien zu finden.

Feeds & Blogs Feeds, in Form von Blogs oder einfachen Newsarchiven, finden großen Anklag, Dies liegt vor Allem daran das ein Einbinden dieser Technologie sehr einfach ist und zum Anderen das sie das äußere Erscheinungsbild einer Webseite nicht beeinflussen muss. Es bietet somit nur einen Zusatznutzen für die Benutzer. Über Feeds haben Hochschulen die Chance ihre Inhalte noch besser zu streuen und erlauben es ihren Besuchern einfacher und schneller auf aktuelle Inhalte zuzugreifen.

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Die Analyse / Medien & Technologien

Videos Über Videos lassen sich manche Inhalte und Ergebnisse besser veranschaulichen, dies nutzen auch Hochschulen aus. Die Integration dieser Videos ist allerdings nur in ganz wenigen Fällen an die jeweiligen Erscheinungsbilder angepasst. Einige Webseiten nutzen Videoplayer wie den YouTube-Player, der sich in andere Webseiten integrieren lässt, andere Webseiten nutzen die Standard-Adobe-Player und bei wiederum anderen müssen die Besucher sich sogar die Inhalte herunterladen bevor sie diese in einem externen Player anschauen können.

Video-, Publikations- und Bildplattformen Plattformen, die sich dem Verbreiten von Medien wie Bildern, Videos oder Publikationen verschrieben haben, werden in einigen wenigen Fällen genutzt. Wenn diese Plattformen genutzt werden, dann aber nur sehr oberflächlich. Einige Webseiten Embedden zum Beispiel Videos die sie bei YouTube hochladen oder Bilder von Flickr auf der eigenen Webseite. Neben dem Verbreitungsmehrwert werden aber Funktionen wie zum Beispiel die APIs dieser Services nicht in Anspruch genommen. Außerdem neigen Hochschulen die zum Beispiel Services wie Flickr nutzen dazu, sehr viel Inhalte ins Netz zu stellen, die einen sehr geringen Wert wie für die Öffentlichkeit haben. Hierzu gehören zum Beispiel Fotos ohne hohe Qualität von studentischen Aktivitäten wie Partys. Dem externen Betrachter wird hierdurch ein Einblick in die sozialen Aktivitäten der Studenten gegeben. Dies muss nicht schlecht sein, da dies dem Erscheinungsbild einen zusätzlichen, menschlicheren Charakter verleihen kann. Auf der anderen Seite sollte dabei darauf geachtet werden, dass die Inhalte und die Qualität der Medien trotzdem dem gestalterischen Anspruch der Hochschule gerecht werden.

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Die Analyse / Medien & Technologien

Social- & Business Networks Gerade unter der Zielgruppe der Studieninteressierten und Studenten finden die Social- und BusinesNetworks großen Anklang. Deshalb ist es nicht verwunderlich das einige Hochschulen diese Netzwerke nutzen um sich selbst bekannter zu machen. Hochschulen nutzen die Netzwerke vorrangig um Gruppen ins Leben zu rufen und diese zu branden. Bisher nutzen dies nur sehr wenige Hochschulen; hauptsächlich Hochschulen aus Amerika. Besonders Hochschulen die sich im Marketing-Sektor positionieren.

Tags & Moderne Informationssortierung Wenn man sich moderne Webseiten mit sehr viel Inhalt anschaut, findet man immer wieder ähnliche Systeme nach denen die Informationen sortiert und dem User damit einfach zugänglich gemacht werden. Es werden Schlagwörter, Kategorien oder auch Tags genutzt, um Informationen Meta-Informationen zuzuweisen. Hierüber lassen sich themenverwandte Informationen finden und Themengruppen herausbilden. Solche Technologien, die sich eigentlich für Hochschulen anbieten, da sie ungeheure Mengen an Informationen verwalten und visualisieren müssen, werden kaum genutzt. Die meisten Hochschulen bedienen sich nur klassischen Menüführungen.

Verbindung von Analoger und digitaler Welt Selbstverständlich gibt es auf allen Seiten die Möglichkeit die Inhalte auszudrucken. In einigen Fällen werden die Informationen sogar visuell aufbereitet, sodas diese sich besser ausdrucken lassen. Dies bedeutet aber auf den meisten Seiten das Ende für die Verbindung von digitaler und analoger Welt.

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Die Analyse / Medien & Technologien

Bei der Analyse wurden zwei weitere Beispiele für zusätzliche Verknüpfungen der beiden Welten gefunden. Beide Funktionen werden allerdings von technischen und nicht von gestalterischen Hochschulen bereit gestellt. Zum einen sind es Chipkarten-Systeme, zum Beispiel an der Bochumer Universität. Die Chipkarten sind in der Regel Kombinationen aus RFIDKarnte und normalen Chip- oder Magnetstreifen-Karten. Neben der Zahlungsfunktion in den Hochschuleinrichtungen wie der Mensa, können Studenten sich mit diesen Karten an Hochschulrechnern einloggen und identifizieren um gesicherte Services wie Kursanmeldungen nutzen zu können. Außerdem können Studenten in dem Hochschul-Kopiersystem Medien scannen und zu ihrer Email-Adresse schicken lassen, die auf der Karte gespeichert ist. Das zweite Beispiel wurde an der TU-Berlin entdeckt. Dort werden Analoge Dokumente mit IDs versehen. Diese IDs können auf der Webseite in ein Feld eingegeben werden und leiten den Nutzer daraufhin zu weiteren Informationen, die im Bezug zu dem analogen Dokument stehen. Wenn sich ein Student zum Beispiel für einen Zugang zum Hochschulnetzwerk registiert, werden ihm die nötigen Passwörter und Unterlagen per Post zugeschickt. Übe die ID auf diesen Dokumenten gelangt der Student zu Webseiten auf dem ihm unter anderem detailiert erklärt wird wie er sich in das Drahtlosnetzwerk auf dem Hochschulgelände einwählt.

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Die Analyse / Medien & Technologien

School of Visual Arts, New York, US, http://design.sva.edu Von links oben nach rechts unten: Homepage der Hochschule, Facebook Gruppe mit Studierenden und Lehrenden der Hochschule, YouTube Channel der Hochschule, Flickr Gallerie mit studentischen Arbeiten

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Die Analyse / Medien & Technologien

Design skolen Kolding, Kolding, DK, http://www.designskolenkolding.dk Von links oben nach rechts unten: Homepage der Hochschule, Integriertes YouTube Video auf der Hochschul-Webseite, Facebook Gruppe der Hochschule

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Die Analyse / Gesamtauswertung

Gesamtauswertung Alle Auswertungen zeigen ähnliche Ergebnisse und auch die Bewertungen von Google und Alexa gehen d‘accord mit den Analysen dieser Thesis. Es zeigt sich eine kleine Gruppe von Hochschulen die sich von einer breiten Mitte absetzen konnten und eine geringe Anzahl an Hochschulen die markant abgeschlagen sind. Wir erkennen zwei Hauptzusammenhänge zwischen den Ergebnissen. Zum Einen der Zusammenhang von guter Gestaltung und der daraus resultierenden Usability und klaren Aussage der Webseite. Hochschulen mit guter Gestaltung können ihren Standpunkt besser kommunizieren und diese können es ihren Benutzern erleichtern Informationen aufzunehmen und zu finden. Zum Anderen spielt die Qualität der Inhalte eine entscheidende Rolle. Hierzu gehört nicht nur die bereits genannte gestalterische Qualität der Inhalte sonder auch die inhaltliche. Hochschulen sollten hierbei auch dem Schreiben von Texten einen hohen Stellenwert zurechnen. Gut geschriebene Texte können vom Benutzer besser aufgenommen werden und erhöhen die Chancen über Suchmaschinen gefunden zu werden. Da aktuelle Themen gerne von anderen Webseiten aufgegriffen werden, sollten dies besonders effektiv kommuniziert werden. Hierbei ist es dienlich, das Hochschulen einen hohen Stellenwert haben, wenn es um den Wahrheitsgehalt der Informationen geht. Dies beschleunigt die Verbreitung von brisanten und aktuellen Themen.

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Die Analyse / Gesamtauswertung

Beim Einsatz neuer Medien und Technologien zeigen sich Hochschulen bisher noch sehr verhalten. Viele Hochschulen stellen ihren Benutzern Video und Bildinhalte zur Verfügung, aber nur wenige nutzen die dafür vorgesehenen Verbreitungskanäle wie YouTube und Flickr, um eine besser Streuung der Informationen zu gewährleisten. SocialNetworks werden nur von einer sehr kleinen Minderheit unterstützt. Die Hochschulen, die diese Techniken bereits nutzen, sind hauptsächlich amerikanische Schulen. Das Fehlen dieser Techniken kann allerdings nicht als negativ Faktor gewertet werden. Zwar ist das Verbreiten von Inhalten über Bild- und Video-Plattformen relativ unbedenklich; soweit man es bei seinen Inhalten verbietet Kommentare zu schreiben. Denn dies kann schnell zu Problemen führen und die Reputation der Hochschule gefährden. Genau aus diesem Grund ist auch das integrieren von SocialNetworks sehr fraglich. SocialNetworks sind sehr agile und dynamische Gemeinschaften. Informationen können sich schnell verbreiten und alle Personen können fast ohne irgendwelche Regulierungen frei ihre Meinung kund tun. Die Meinungsfreiheit des Internets und die Verknüpfung der „gefühlten Anonymität“ des Netzes, verleiten die Menschen dazu Informationen einzustellen, die sie in der Realität niemals von sich geben würden. So kann es schnell passieren das der Ruf und das Ansehen einer Hochschule über die damit verknüpften Personen beschädigt wird. Auf der anderen Seite bieten diese Netzwerke auch ungeheures Potential für die Akquise neuer Kontakte. Hochschulen sollten dabei aber eher auf die BusinessNetworks setzen, denen es vorrangig um das Verknüpfen von Personen geht und nicht um das Bereitstellen und Teilen von Informationen und Meinungen.

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Die Hochschule im Zeitalter digitaler Medien - 6/8 - Die Analyse  

In der Diploma Thesis wird die digitale Kommunikation der Hochschulen untersucht. Neben einer ausführlichen Analyse der aktuellen Möglichk...

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