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Die Zielgruppen Einleitung / Studieninteressierte / Aktive Studenten / Ehemalige Studenten / Lehrende & Mitarbeiter / Statistiken zu den Personengruppen / Externe Zielgruppen / Zusammenfassung

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Zielgruppen / Einleitung

Einleitung Die Zielgruppen für den Online-Auftritt einer Hochschule lassen sich in zwei Hauptgruppen aufteilen. Die erste Gruppe beinhaltet alle Personen die bereits eine direkte Verbindung mit einer Hochschule haben. Hierzu gehören zum Einen die Studenten der Hochschule, sowie die Lehrenden und Mitarbeiter. Hinzukommt ein Personenkreis der nicht mehr direkt mit der Hochschule verbunden ist, aber trotzdem noch zur ersten Gruppe gehört. Dies sind die ehemaligen Studenten, Lehrenden und Mitarbeiter. Zur zweiten Gruppen gehören Personen die bisher noch keine direkte Verbindung zu dieser Hochschule haben. Hauptsächlich sind dies Studieninteressierte, aber auch potentielle Projektpartner, Organisationen die sich um Hochschulen kümmern und Informationsdienste die Rankings oder Studieninformationen vertreiben. In dieser Phase der Thesis wurden mehrere Umfragen via digitaler Korrespondenz durchgeführt. Die Umfragen sollten Affinitäten der Zielgruppen aufweisen. Dabei wird zusätzlich versuchte bestimmte Medien-Kompetenzen zu ermitteln, sowie die Verbindung zu Hochschulseiten im Allgemeinen bzw. der eigenen Hochschulseite. Die Ergebnisse sollen als Ergänzung der bereits gesammelten Informationen zu Hochschulen dienen. Zusammen mit der nächsten Analysephase sollen die Daten die Grundlage bilden für die Ermittlung von Trends und Chancen auf dem Gebiet der Hochschul-Webseiten. Aus forschungsethischen Gründen sind alle folgenden Umfragen anonymisiert.

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Zielgruppen / Studieninteressierte

Studieninteressierte Bei der Umfrage der Studieninteressierten wurden 20 Personen befragt. Befragt wurden mehr Männer als Frauen; da die unterschiedlichen Antworten aber keine Tendenzen aufweisen, wird dies hier außer acht gelassen. Zwei der Befragten interessierten sich für einen Master, einen konsekutiven Studiengang, alle anderen Personen waren auf der Suche nach dem passenden Erststudium. Auch wenn die beiden Personen die bereits einen Bachelor hinter sich haben, schon vertrauter mit den Abläufen des Studiums sind, passten die Antworten in das Muster der Personen die noch kein Studium abgeschlossen hatten. Außer das die Personen mit Vorwissen mehr Detailinformationen zu den einzelnen Studiengängen suchten, was vor allem daran lag, das diese Personen Master-Studiengänge suchten, die mit ihrem jeweiligen Bachelor kompatibel waren. Um ein möglichst breites Spektrum an Befragten zu bekommen, wurden Studieninteressierte mit verschiedensten Ausrichtungen befragt. Diese reichten über die Gebiete Ökotrophologie und Soziologie bis hin zu Betriebswissenschaften. Das Alter der Personen variierte zwischen 20 und 25 Jahren, dies passt zu den statistischen Angaben über das durchschnittliche Alter der Erst-Immatrikulationen in Deutschland. Neben den Drittmittelgebern sind die neuen Studenten die wichtigste Zielgruppe wenn es um die Zukunft einer Hochschule geht. Das Internet als Kommunikationsmedium für diese Zielgruppe bietet sich vor allem an, da Internetaktivitäten (Siehe Statistiken zu den Personengruppen) in dieser Gruppe am größten ist. Die in der Umfrage gestellten Fragen, sollen herausfinden, wie Studieninteressierte ihren Studiengang auswählen. Außerdem welche Informationsquellen Sie nutzen und wie sie den neuen Medien gegenüber eingestellt sind.

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Zielgruppen / Studieninteressierte

Zielgruppenbefragung Haben Sie alle oder mehrere der Hochschulen, bei denen Sie Sich beworben haben, vor Ihrer Bewerbung persönlich besucht? 10% Ja, alle Hochschulen 30% Teilweise 60% Nein, keine Hochschule Relevante Kommentare: - Die Person, die alle Hochschulen besucht hat, hat sich nur an einer einzigen Hoch schule beworben.

Haben Sie außer dem Internet auch andere Quellen genutzt um Sich zu informieren? Wenn ja, welche? 30% Nur das Internet 70% Das Internet und Gedruckte Medien Relevante Kommentare: - Bei den gedruckten Medien werden „allgemeine Studienführer“ mit Informationen über die Studiengänge selbst angeführt, sowie verschieden Rankings von Hochschulen und Studiengängen.

Welche Informationen haben Sie besonders interessiert? 1. Informationen über die verschiedenen Studiengänge 2. Kombinationsmöglichkeiten von Studiengängen Sortiert nach der Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage.

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Zielgruppen / Studieninteressierte

Haben Freunde oder Verwandte Ihre Wahl der Hochschule beeinflusst? 100% Nein

Haben Sie sich mit Hochschulrankings auseinander gesetzt? 100% Ja

Haben die Ergebnisse der Rankings Ihre Wahl beeinflusst? 100% Nein

Sind sie Mitglied in SocialNetworks und nutzen diese regelmäßig? 100% Ja

Haben Sie Social-Networks wie StudiVz, Facebook oder Xing benutz um z.B. Kontakt mit bereits Studierenden aufzunehmen? 60% Nein 40% Ja Relevante Kommentare: - „Oft ist es schwierig Antworten auf Fragen zu bekommen, wenn man nur das Internet als Informationsquelle hat. Die Studienberatungen der einzelnen Hochschulen sind nicht gerade objektiv. Deshalb ist es manchmal das Beste man fragt Studenten die bereits an der Hochschule studieren. Das geht am besten über StudiVZ.“

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Zielgruppen / Studieninteressierte

Wie weit ist die ausgewählte Hochschule von ihrem letzten Heimatort entfernt? 50% weniger als 50km 30% weniger als 200km 20% mehr als 200km Relevante Kommentare: - Bei den Personen, deren neue Hochschule weniger als 50km weit von ihrem letzten Heimatort entfernt ist, sind 4 von 5 nicht umgezogen.

Welche Faktoren waren am wichtigsten bei der Wahl der Hochschule? 1. Angebot des Studiengänge 2. Attraktivität der Stadt in der die Hochschule liegt 3. Besonderheiten des Studienfachs an der ausgewählten Hochschule 4. Möglichkeiten der Kombinationen Sortiert nach der Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage. Relevante Kommentare: - Zur Attraktivität der Stadt in der eine Hochschule liegt, gehören die Nähe zum letzten aktuellen Wohnort und das „kulturelle“ Angebot der Stadt.

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Zielgruppen / Studieninteressierte

Welche Informationen oder Möglichkeiten im Bezug auf das Internet hätten Ihnen die Wahl Ihrer Hochschule erleichtert? 1. Besser Auffindbarkeit von Kontaktdaten 2. Informationen zur Organisation der Studiengänge 3. Demo-Stundenplan zum Ausprobieren Sortiert nach der Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage.

Was könnten Hochschulen an Ihrem Internetauftritt verbessern? 1. Bessere Auffindbarkeit von Kontaktdaten 2. Klarere Menüführung 3. Einheitlichere Vorlesungsverzeichnisse Sortiert nach der Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage. Relevante Kommentare: - „Eine bessere Einteilung wäre gut. Z.B. nach ‚für bereits Studierende‘ und ‚Infos für Neulinge‘.“

Nutzen Sie Podcast-Angebote? 30% Ja 70% Nein

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Zielgruppen / Studieninteressierte

Zusammenfassung Wie die allgemeinen Statistiken über die Nutzung des Internets vermuten lassen, ist das Internet überdurchschnittlich bedeutend bei der Informationsbeschaffung dieser Zielgruppe. Es bietet allerdings eine gigantische Fülle an Informationen, die gerade für die junge Zielgruppe nur schwer zu bewältigen ist. Die große Anzahl an Hochschulen und unterschiedlichen Studiengängen beschert den Suchenden viele Möglichkeiten, aber auch viele Fragen. Ein klarer und gut strukturierter Auftritt einer Hochschule kann die Wahl der Hochschule hierbei erleichtern und wesentlich beeinflussen. Des Weiteren zeigt sich, was auch Julia Gerhard in ihrem Buch über die Hochschulmarke anmerkt nämlich, dass es in Deutschland kaum Hochschulen gibt, die mit ihrem eigenen Namen werben, wie es zum Beispiel bei Cambridge in England der Fall ist. In Deutschland hingegen existieren nur die Verbindungen mit den Städten, in denen die Hochschulen liegen. Weiterhin zeigt sich, dass lokale Hochschulen bevorzugt werden. Neben der Internationalisierung ist also der Ausbau eines lokalen Netzwerkes von Bedeutung, um die Attraktivität einer Hochschule zu verbessern. Hauptkritikpunkt dieser Zielgruppe an den Hochschulwebseiten ist die fehlende Übersichtlichkeit, Probleme bei der Kontaktaufnahme und fehlende Transparenz bei der Darstellung der Studiengänge, um besser die Inhalte verstehen zu können. Bei der Kontaktaufnahme werden nicht nur klassische Anlaufstellen wie die Studienberatung einer jeweiligen Hochschule gewünscht, sondern auch ein Kontakt zu bereits Studierenden, da deren Informationen als authentischer bewertet werden.

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Zielgruppen / Aktive Studenten

Aktive Studenten Die Gruppe der Studierenden setzt sich zu fast gleichen Teilen aus Männern und Frauen zusammen, speziell bei Studiengängen an Fachhochschulen lässt sich jedoch vereinzelt eine leicht höhere Zahl an männlichen Studenten feststellen. Das Alter liegt in den meisten Studiengängen zwischen Anfang und Ende 20, wobei Studenten in künstlerischen Studiengängen dazu neigen später Ihr Studium zu beginnen und auch in der Regel länger zu studieren. (Siehe Statistiken zu den Personengruppen). Die Studierenden stellen die größte Gruppe da, sie benutzen die Website neben den Studieninteressierten am meisten. Während in der Vergangenheit ein gespaltenes Verhältnis über die Nutzung der neuen Medien bestand, so konnte man deutliche Strömungen der „New Media Designer“, „Interaction Desginer“, etc. erkennen, die sich besonders mit diesem Medium beschäftigten. Ganz anders die meist der Werbung und den Print-Medien verschriebenen Studenten, die sich eher weniger mit dieser neuen virtuellen Welt auseinander setzten. Durch die in den letzten Jahren drastisch zugenommene Popularität des Internet, lassen sich im Basisumgang mit diesem Medium kaum noch Unterschiede feststellen. Bisher nutzen die meisten Studenten die Hochschulwebseiten um sich über Kursangebote oder Klausurergebnisse zu erkundigen. Dies liegt allerdings auch meistens am Angebot der Hochschulwebseiten. Es zeigt sich, das neue Angebote in den meisten Fällen von den Studenten freudig aufgenommen und genutzt werden. Außerdem bauen die Studenten im Laufe Ihres Studiums eine Beziehung zu Ihrer Hochschule auf und identifizieren sich im Idealfall mit ihr. Neben dem realen Studienalltag kann auch die Online-Positionierung und der Auftritt einer Hochschule zu dieser Identifizierung beitragen. Diese Qualität des Online-Auftritts steht in direkter Verbindung mit den Zeichen die eine solche Webseite an die Studieninteressierten ausstrahlen muss. Die Fragen sollen diese Verbindung mit der Hochschulseite hinterfragen und neben der Affinität gegenüber neuen Medien auch die Bereitschaft zur Eigeninitiative klären.

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Zielgruppen / Aktive Studenten

Zur Zielgruppe der aktiven Studenten wurden 30 Studenten, hauptsächlich in gestalterischer Richtung befragt, des weiteren befanden sich aber auch Studenten aus Fachbereichen wie Linguistik, Maschinenbau, Soziologie und verschiedenen Fächern auf Lehramt darunter. Die Variation in den Fächern sollte aufweisen, ob es Unterschiede bei der Nutzung der Hochschul-Webseiten in den verschiedenen Studiengängen gibt. Es zeigte sich hierbei, dass es keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Studiengängen gibt.

Zielgruppenbefragung Wie häufig besuchen Sie die Webseite Ihrer Hochschule? 75% Mehrmals die Woche bis täglich 25% Seltener als mehrmals die Woche Relevante Kommentare: - Besonders zu Semesterbeginn wegen des Vorlesungsverzeichnisses. - Gezielte Besuche um spezifische Informationen zu finden, nicht um Neues zu erfahren.

Nach welchen Informationen suchen Sie, wenn Sie die Website besuchen? 1. Vorlesungsverzeichnis 2. Termine 3. Spezifische Informationen (z.B. Kontaktdaten, Öffnungszeiten, Studiengebühren) 4. Kursmaterial 5. Aktive Projekte der Studenten 6, Online Katalog der Hochschulbibliothek Sortiert nach der Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage.

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Zielgruppen / Aktive Studenten

Welche Informationen vermissen Sie oder welche Informationen könnten umfassender sein? 1. Aktuellere Neuigkeiten und Termine 2. Mehr Informationen zu den Kursen (Einsicht in aktuellen Verlauf, Material, ...) 3. Ergebnisse der Kurse, gewonnene Wettbewerbe und Preise 4. Userspezifische Scheinübersicht Relevante Kommentare: - Eigentlich gibt es alle Informationen, nur ist es sehr mühselig diese aus den verschiedenen Quellen zusammenzutragen. Eine bessere Organisation wäre gut. Oder sogar die Möglichkeit Informationen, die mich Interessieren zu sammeln und zu organisieren. - Es ist schade, dass die meisten Semesterarbeiten in der Schublade verschwinden und nur auf der FH-Seite veröffentlicht werden, wenn ein Preis gewonnen worden ist. Es müsste ein Portal geben, wo am Semesterende der Output von jedem Kurs präsentiert wird. Oder vielleicht auch nur die besten Arbeiten, die dann wiederum von den Professoren ausgewählt werden.

Nutzen Sie Podcast-Angebote? 100% Ja

Würden Sie sich einen Podcast der Hochschule herunterladen, der auf Ihre Interessen zugeschnitten ist? 80% Ja 20% Nein

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Zielgruppen / Aktive Studenten

Fänden Sie es interessant zu wissen, an welchen Projekten Ihre Kommilitonen gerade arbeiten? 90% Ja 10% Nein Relevante Kommentare: - Inspiration. - Einblick in Arbeitsprozesse und nicht nur das fertige Ergebniss. - „ich weiß nicht ob ich da immer alles über mich eintragen würde“ - „also bei den Leuten, bei denen es mich interessiert, weiß ich es von denen persönlich. (man muss ja nicht alles nach außen kommunizieren)“

Würden Sie ein Online-Nachschlagewerk mit zu Ihrem Studiengang relevanten Themen auf der Website Ihrer Hochschule nutzen? 100% Ja Relevante Kommentare: - „wenn es qualitativ hochwertig ist, ja“ - „das wäre wahrscheinlich am Anfang etwas ungewohnt“ - An dieser Stelle wäre eine interessante Bibliothekswebsite sicher auch gut, auf der wichtige Neuerscheinungen präsentiert werden.

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Zielgruppen / Aktive Studenten

Würden Sie selber Beiträge zu relevanten Themen auf dieser Website verfassen? 40% Nein 40% Vielleicht 20% Ja Relevante Kommentare: - Sowas müsste wahrscheinlich als Kurs angeboten werden, damit da eine Kontrolle stattfindet. Vielleicht wäre es möglich Inhalte in Theoriekursen zu erarbeiten. Das wäre etwas interessanter als stumpfes Hausaufgaben schreiben. Und die Inhalte gehen nicht verloren sondern werden dokumentiert.

Sind sie Mitglied in SocialNetworks und nutzen diese regelmäßig? 100% Ja

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Zielgruppen / Aktive Studenten

Zusammenfassung Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht als würden sich die meisten Studenten fast täglich intensiv mit Ihrer Hochschulwebseite auseinander setzen, ist die Realität eher ernüchternd. Es zeichnen sich mehrere Hauptaussagen ab: 1. Angebot steuert Nachfrage Es zeichnet sich ab, das die Frequenz und die Dauer der Nutzung der Webseite vom Angebot abhängig ist. Hochschulen, die umfassende Informationen, aktuelle Termine und Neuigkeiten sowie Tools zur Kursverwaltung und -dokumentation bieten, erreichen hohe Besucherzahlen. Wogegen gerade die gestalterischen Hochschulen, mit meist nur sehr statischen Seiten, auf kein großes Interesse bei den Studenten stoßen. 2. Der Webseitenbesuch als Pflicht Auf der anderen Seite muss diese Aussage relativiert werden, denn an vielen dieser Hochschulen, die eine hohe Besucherzahl ihrer Webseite aufweisen können, ist der Besuch Pflicht. Pflicht, weil man sich über die Webseite für Kurse registrieren, sich die neusten Kursmaterialien herunterladen oder Änderungen im Stundenplan abgleichen muss. 3. Viel nehmen, wenig geben Sehr offensichtlich, besteht ein großes Interesse an vielen Informationen. Zugleich mangelt es jedoch an Initiative auf Seiten der Studenten. Unter Berücksichtigung dieses Aspektes hat zum Beispiel der Fachbereich Arbeitswissenschaften der Technischen-Hochschule-Berlin es als Pflichtteil eingerichtet, dass Studenten die Inhalte Ihrer Projekte und Hausarbeiten in einem fachbereichseigenen Wiki zur Verfügung stellen müssen. Die neu eingestellten Inhalte werden von den Dozenten geprüft und erst nach erfolgreicher Abnahme wird ein Schein ausgestellt. 4. Das Besucher-Potential ist vorhanden Obwohl viele Studenten die Aktualität der Webseite bemängeln, werden Hochschul-Webseiten trotzdem regelmäßig besucht. Ein grundsätzliches Interesse besteht also.

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Zielgruppen / Ehemalige Studenten

Ehemalige Studenten Zur Zielgruppe der ehemaligen Studenten wurden 10 Studenten, aus haupts채chlich gestalterischen F채chern, befragt. Bei den Studenten handelt es sich um solche die vor 1 bis 3 Jahren Ihren Abschluss an einer deutschen Hochschule gemacht haben. Bei den Fragen geht es darum herauszufinden, ob die Ergebnisse aus dem Gebiet der Alumni auch auf diesen Typ Student zutrifft. Genauer gesagt, haben diese Studenten selbst nach relativ kurzer Zeit noch Kontakt zu ihrer Hochschule bzw. deren Hochschulwebseite?

Zielgruppenbefragung Besuchen Sie noch hin und wieder die Webseite Ihrer alten Hochschule? Wenn ja, wie oft? 100% Ja, im Durchschnitt 2 bis 3 mal im Monat Relevante Kommentare: - Besuche auf der alten Hochschulwebseite sind eher zuf채llig und nicht gezielt.

Nach welchen Informationen suchen Sie, wenn Sie die Webseite besuchen? 1. News 2. Termine Sortiert nach H채ufigkeit der Nennung bei der Umfrage

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Zielgruppen / Ehemalige Studenten

Welche Informationen vermissen Sie oder welche Informationen könnten umfassender sein? 1. Aktuellere und ausführlichere Neuigkeiten und Termine 2. Alumnisystem

Würden Sie sich einen Podcast der Hochschule herunterladen, der auf Ihre Interessen zugeschnitten ist? 80% Ja 20% Nein

Fänden Sie es interessant zu wissen, was aus Ihren ehemaligen Kommilitonen geworden ist? 50% Ja 50% Nein Relevante Kommentare: - Ja. Ich glaube es gibt ein Alumni Programm auf der Hochschul-Website, aber ich hab mich da noch nicht umgesehen. Da sind meiner Meinung nach z.Zt. diverse Communities im Netz besser für geeignet. - Ich finde die schier unendliche Breite an Netzwerk-Plattformen sehr unübersichtlich und es fällt schwer seine Kotakte zu finden und zu pflegen. Dennoch fände ich es nicht uninteressant zu erfahren, was aus Ehemaligen geworden ist. Der AlumniBereich wäre in diesem Zusammenhang sicher ausbaufähig.

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Zielgruppen / Ehemalige Studenten

- Das Prinzip der Eliteunis z.B. in Frankreich oder auch England & USA funktioniert sehr gut. Die Hochschulen haben es geschafft das sie auch noch 50 Jahr später das wichtigste Netzwerk und Karrieresprungbrett sind. Hochschulen sind überall: Ning, Facebook, LinkedIn,...

Zusammenfassung Bei den ehemaligen Studenten besteht ein generelles Interesse an der Webseite der alten Hochschule. Allerdings wird dies getrübt durch den Mangel an aktuellen Informationen. Das Interesse an Alumni-Arbeit hält sich in Grenzen. Die meisten bevorzugen alternative Kommunikationsmedien um mit alten Kommilitonen in Kontakt zu bleiben. Als Hochschule ist es schwierig, den Kontakt mit ehemaligen aufrecht zu erhalten. Dabei kann ein gutes Alumni-Netzwerk auch im späteren Leben positive Auswirkungen auf die Jobsuche oder die Suche nach neuen Mitarbeitern haben. Das Problem ist, das die meisten Absolventen bereits in einem Job sind und deshalb keinen Bezug zu diesen Möglichkeiten eines solchen Netzwerks haben. Es ergeben sich also mehrere Möglichkeiten: Zum Einen den Kontakt zu diesen Personen so lange zu halten, bis dieses Netzwerk relevant wird. Dies kann man z.B. erreichen indem man regelmäßige aktuelle Informationen, die vielleicht sogar relevant für den aktuellen Job der Personen sind, veröffentlich. Zum Anderen ist es möglich, die alternativen Kommunikationswege, wie z.B. Business-Networks zu nutzen, um ein indirektes Alumni-Netzwerk aufzubauen. Dies ist sehr einfach über das Bilden von Gruppen innerhalb dieser Netzwerke zu erreichen. (Siehe im Kapitel Alumni)

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Zielgruppen / Lehrende und Mitarbeiter

Lehrende und Mitarbeiter Bei den Lehrenden & Mitarbeitern ist das Verhältnis nicht ganz so ausgeglichen zwischen Männern und Frauen. Männer dominieren das Hochschulgewerbe in der Lehre und Frauen auf dem Gebiet der Dienstleistungen (siehe Statistiken zu den Personengruppen). Das Alter der Mitarbeiter variiert stark. Anders ist es bei den eigentlich Lehrenden; während unter den Dozenten auch jüngere Jahrgänge zu finden sind, sind die Professoren in der Regel Mitte 40 und aufwärts. Gerade die Lehrenden sind sehr bewandt auf ihrem spezifischem Lehrgebiet, aber darüber hinaus mangelt es oft an Wissen über moderne Medien. Viele der älteren Personen dieser Gruppe beginnen jetzt erst langsam sich mit dem Internet zu beschäftigen. Im Gegensatz zu den Personen die sie unterrichten, haben die meisten nur kaum Kontakt mit modernen Dienstleistungen die das Internet zur Verfügung stellt. Grund hierfür stellt vor allem das Alter und die spezifische Ausrichtung auf ein bestimmtes Lehrgebiet dar. Die Lehrenden beschäftigen sich zum Großteil mit nur einem bestimmten Sachgebiet. Viele der klassisch künstlerisch und gestalterischen Fächer haben nur wenig mit den neuen Medien zu tun. Hierzu gehören Form und Farbe, Typographie, Print-Design, etc. Personen, die sich in den letzten Jahrzehnten nur mit diesen Themen intensiv auseinander gesetzt haben, zeigen natürlicher Weise Defizite auf was relativ junge Medien wie dem Internet. In der Umfrage wurden insgesamt 10 lehrende Professoren sowie Dozenten, männlich sowie weiblich, befragt. Die Befragten unterrichten alle an einer gestalterischen Hochschule. Bei der Wahl der Personen wurde versucht zu berücksichtigen, aus möglichst jeder verschiedenen Personengruppe eine Zielperson auszuwählen. Im Gegensatz zu den Studenten, bei denen große Überschneidungen in den Wissens- und Interessengebieten vorliegen, können diese bei den Lehrenden weit auseinander liegen. Die befragten Personenkreise sind: Lehrende für technische Fächer, Lehrende für klassische Theoriefächer, Lehrende für Werbung und Marketing, Lehrende für praktische künstlerische Fächer, junge Lehrende für relativ junge Fächer wie Game Design, Lehrende für Projekte, die sich mit neuen Medien auseinandersetzen und Lehrende, die sich mit Print-Medien auseinandersetzen. Das Alter der Befragten variierte zwischen Ende zwanzig und Mitte fünfzig.

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Zielgruppen / Lehrende und Mitarbeiter

Zielgruppenbefragung Wie häufig besuchen Sie Ihre Hochschul-Webseite? 20% Täglich 40% Wöchentlich 40% 1 bis 3 mal im Semester Relevante Kommentare: - Die Personen die täglich die Seite besuchen, machen dies zum Einen um den eigenen Kurs-Weblog zu aktualisieren und zum Anderen um administrative Aufgaben an der Webseite vorzunehmen. Welche Informationen interessieren Sie am meisten bei Ihren Besuchen? 1. News 2. Termine und Veranstaltungen 3. Kontaktdaten 4. Vorlesungsverzeichnis 5. Generelle Informationen Sortiert nach Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage

Welchen Services vermissen Sie an Ihrer Hochschul-Webseite? 1. Mehr Redaktion und Aktualität 2. Kursergebnisse 3. Gutes Intranet Sortiert nach Häufigkeit der Nennung bei der Umfrage

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Zielgruppen / Lehrende und Mitarbeiter

Nutzen Sie die Weblogs auf der Hochschul-Webseite um Ihre Kurse zu dokumentieren? 20% Ja 80% Nein Relevante Kommentare: - Vergleich der Ergebnisse der Umfrage zu den Zahlen der einsehbaren Blogs für das SS2009 und der Anzahl wählbarer Kurse im VVZ: 10 Weblogs zu 146 Kurse.

Hätten Sie Interesse die Ergebnisse Ihre Kurse auf der Hochschul-Webseite zu präsentieren? 70% Ja 30% Nein Relevante Kommentare: - Die Lehrenden die mit Nein auf diese Fragen geantwortet haben, geben Theoriekurse und können keine direkten Ergebnisse vorweisen wie die Seminare, die mit einer praktischen Arbeit abgeschlossen werden.

Nutzen Sie Podcasts? 80% Nein 20% Ja

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Zielgruppen / Lehrende und Mitarbeiter

Würden Sie einen auf Ihre Interessen zugeschnittenen Podcast der Hochschule nutzen? 80% Ja 20% Nein Relevante Kommentare: - Ein generelles Interesse für ein solches Thema scheint zu existieren, jedoch können sich die meisten nicht genau vorstellen, wie ein solcher Service aussehen würde.

Wären Sie für den Aufbau eines design-relevaten Wissensarchives innerhalb der Hochschule, welches von Lehrenden und Studenten generiert wird? 70% Ja 30% Nein

Haben Sie schon einmal eine Video-Konferenz über das Internet gehalten? 20% Ja 80% Nein

Sind Sie Mitglied bei SocialNetworks und nutzen diese regelmäßig? 20% Ja 80% Nein

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Zielgruppen / Lehrende und Mitarbeiter

Zusammenfassung Ein ernüchternder, aber realistischer Einblick in die jetzige Situation der Lehrenden. Im Gegensatz zu den Studierenden eher geringes Interesse an aktuellen Trends wie Podcasts oder SocialNetworks. Wenn wir uns die Trends anschauen und die zunehmende Verbreitung dieser Medien, können wir selbstverständlich davon ausgehen, das auch diese Zielgruppe diese Medien über kurz oder lang nutzen wird. Eine durchdringende und flächendeckende Verbreitung ist allerdings erst mit der nächsten Generation Professoren zu erwarten. Denn das durchschnittliche Alter bei der Habilitation und der Berufung zum Professor liegt bei 35 bis 45 Jahren. (Siehe Statistiken zu den Personengruppen) Die in der Einleitung angedeutete fachspezifische Ausrichtung lässt diesen Personen nur wenig Freiraum sich mit den neuen Medien so intensiv auseinander zu setzten, wie die kommende Generation, die damit aufgewachsen ist. Dies ist die wichtigste Zielgruppe, wenn es um die Einführung neuer Technologien geht. Da diese die Entscheidungen fällen und die Techniken später auch verwalten oder zumindest nutzen müssen. Technologien können dieser Hürde nur gewachsen sein, wenn sie sich Performances wie der Usability verschrieben haben und es so auch ungeübten Usern erlauben schnell und erfolgreich zum Ziel zu gelangen.

Aber es geht auch anders. An manchen Hochschulen in Deutschland müssen sich die Lehrenden mit diesen neuen Technologien auseinandersetzen und tun dies auch erfolgreich. Beispiele hierfür sind vor allem technische Hochschule aber auch Hochschule wie die Uni Bochum. Dort sind Online-Verwaltungs-Systeme für Lehrmaterial und Video-Vorlesungen bereits jetzt alltägliches Geschäft. (Siehe E-Learning)

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Zielgruppen / Statistiken zu den Personengruppen

Statistiken zu den Personengruppen Anzahl der Erstimmatrikulation in Deutschland 1200000

Männer

Frauen

1000000 800000

600000 WS 1998/99

99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08

Alter von Hochschulabsolventen im Studienjahr 2007 Diplom

Bachelor

Mathematik, Naturwissenschaften Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Ingenieurwissenschaften Sport Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften Sprach- und Kulturwissenschaften Kunst, Kunstwissenschaften Absolventen insgesamt 0

5

10

15

20

25

30

Beide Statistiken basieren auf den Daten des Statistischen Bundesamtes Deutschland

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Zielgruppen / Statistiken zu den Personengruppen

Wissenschaftliches und K체nstlerisches Personal an Hochschulen 250000

M채nner

Frauen

200000 150000 100000 50000 1998

1998

2006

Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal an Hochschulen 250000

M채nner

Frauen

200000 150000 100000 50000 1998

1998

2006

Personal an Hochschulen insgesamt 350000

M채nner

Frauen

300000 250000 200000 1998

1998

2006

Alle vier Statistiken basieren auf den Daten des Statistischen Bundesamtes Deutschland

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Zielgruppen / Statistiken zu den Personengruppen

Alter bei der Habilitation und Erstberufung zum Professor Unter 30

2007

2006

200

250

30 bis 35 35 bis 40 40 bis 45 45 bis 50 Über 50 0

50

100

150

Statistik basiert auf den Daten des Statistischen Bundesamtes Deutschland

Anteil der Personen, die persönliche Informationen im Internet veröffentlicht haben 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Gesamtbevölkerung

14-29

30-44

45-59 Jahre

Deutschland; ab 14 Jahre; 1.000 Befragte, BITKOM/forsa

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Zielgruppen / Externe Zielgruppen / Rankings

Externe Zielgruppen Die externen Zielgruppen sind vor allem Zielgruppen die ein wirtschaftliches Interesse an den Prozessen und Informationen der Hochschule haben. Neben den wirtschaftlich Interessierten gibt es aber noch Bund und Länder, die als Geldgeber an der Einhaltung von Qualitätsstandards interessiert sind.

Rankings Rankings haben sich in den letzten Jahren zum festen Bestandteil der Hochschulszene entwickelt. In England werden Ranking-ähnliche Systeme sogar verwendet um die Gelder an die Hochschulen zu verteilen (siehe Internationaler Vergleich). In Deutschland gibt es mehrere Rankings. Das Ranking mit der größten Publikumswirkung ist das der Firma CHE. CHE, das Cetrum für Hochschul-Entwicklung wurde 1994 gegründet und kümmert sich seid dem unter anderem um ein Hochschulranking, das einmal jährlich erstellt wird. Unterstützt wird die Gesellschaft bei der Erstellung dieses Ranking von der Zeit, die das Ranking zur Verbreitung auch publiziert. Zu diesem Ranking werden die Mitglieder der Hochschulen befragt und in einer anschließenden Analyse werden Ranglisten für die verschiedenen Studiengänge erstellt. Auch wenn CHE eigentlich als unabhängige Einrichtung eine neutrale Stellung einnehmen soll, sieht sich die Gesellschaft der Kritik gegenüber, durch den Hauptfinanzé, die Bertelsmann AG, beeinflusst zu werden. Eines der Ereignisse, die solch ein schlechtes Licht auf die Gesellschaft fallen ließ, waren unvorteilhaft ausgewertete Umfragen, nach denen Studenten angeblich Studiengebühren positiv bewerten. Die Umfrage hatte diese Frage jedoch nie gestellt, sondern lediglich Studenten Studiengebührmodelle gegeneinander abwiegen lassen.(1)

1 http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/135/337982/text

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Zielgruppen / Externe Zielgruppen / Rankings

Genau wie die anderen Rankings veröffentlicht CHE weder die genauen Methoden der Analyseverfahren, noch den Datensatz der aus den Umfragen hervorgeht. Außerdem werden viele kleine Studiengänge übergangen, was die Qualität der Ergebnisse des Vergleiches ebenfalls mindert. Diese Gründe haben unter anderem dazu geführt, dass Österreich sich seid 2007 nicht mehr an diesem Ranking beteiligt (1) Auf internationaler Ebene sehen die Probleme ähnlich aus. Die Rankings werden von Verlagen wie zum Beispiel der Times (2) oder Businessweek (3) erstellt. Selbst Rankings die von Instituten durchgeführt werden, wie das „Academic Ranking of World Universities“ der Shanghai Jiao Tong University in China, sehen sich Kritik in Durchführung und Auswertung gegenüber. (4). Bisher gibt es keine von allen Seiten akzeptierte Bewertung von Hochschulen im nationalen oder internationalen Vergleich. Auch das europäische Notensystem (siehe Bologna) wird daran vorerst nichts ändern. Nichts destotrotz stellen die Rankings einen weiteren Konkurrenzfaktor unter den Universitäten dar. Laut den Umfragen beschäftigen sich fast alle Bewerber mit den Rankings. Die Validität selbiger Umfragen sollte der Grund sein warum genauso viele der Befragten die Rankings nicht in Ihre Entscheidungen mit einbeziehen.

1 http://www.aqa.ac.at/download.388.der-standard-sterreich-beteiligt-sich-nicht-mehr-amche-hochschulranking-21-8-2007.pdf 2 http://www.timesonline.co.uk/tol/life_and_style/education/good_university_guide 3 http://www.businessweek.com 4 http://www.springerlink.com/content/5672012246786l8j/

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Zielgruppen / Externe Zielgruppen / Informationsdienstleister

Informationsdienste Mit Informationen und Dienstleistungen die auf Studenten ausgerichtet sind lässt sich eine Menge Geld verdienen. Dies zeigen Umfragen der AWA. Dort werden die jungen gut gebildeten Gruppe Deutscher Einwohner als Trendsetter und kaufstarke Zielgruppe beschrieben. (1) Nicht zuletzt aus diesem Grund gibt es unzählige Services die sich um Informationsangebote für Studenten bemühen. Dies reicht von schon genannten Hochschulrankings über SocialNetworks speziell auf Studenten angepasst bis hin zu Hochschul-Such-Diensten, die die Suche nach der richtigen Hochschule vereinfachen sollen. Diese Hochschulsuchmaschinen sind bisher allerdings nicht viel mehr als ein „Gelbes Buch“ für Hochschulen. Sie erleichtern zwar auf den ersten Blick die Suche, bieten allerdings nur wenig Zusatzinformationen die die Suche wirklich erleichtern würden. Ein Beispiel hierfür ist ein relativ neues Angebot des Studenten-Magazins Campus; Hochschul-Suche.de. Die Seite enthält ein Verzeichnis vieler Hochschulen die sich zum Beispiel nach Studiengang sortieren lassen. Eine Zusatzfunktion versucht man über User-Votings zu schaffen. Die Ergebnisse aus diesen Votings dürften aber weder für ein Ranking reichen noch eine Hilfe bei der Suche nach der richtigen Hochschule darstellen. Auch wenn sich diese Services bisher eher marktwirtschaftlich auf die Zielgruppe Studenten als Käufer ausrichten, sollte dieser Bereich nicht unterschätzt werden. Wenn sich der Bildungsmarkt weiter Richtung Marktwirtschaft bewegt und die unzähligen Studienangebote weiter wachsen, können gute Informationsportale eine große Wirkung auf die Studieninteressierten haben. In solch einem Fall ist es für die Hochschulen wichtig solche Trends frühzeitig zu erkennen und sich selbst in diesen Systemen zu positionieren. Auf der anderen Seite ist Vorsicht geboten. Nicht jedes dieser Systeme genügt den repräsentativen Standards einer Hochschule (hierzu mehr im Kapitel Marketing).

1 http://www.awa-online.de/praesentationen/awa08_Zielgruppen.pdf, http://www.unicum. de/evo//files/1/251/258/AWA_UNICUM.pdf

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Zielgruppen / Externe Zielgruppen / Land & Staat

Land & Staat Der Staat, egal ob Bund oder Länder, haben ein kompliziertes Verhältnis zu den Hochschulen. Sie sind der Hauptgeldgeber für die meisten anerkannten staatlichen Hochschulen in Deutschland. Auf der anderen Seite sind die Hochschulen durch ihre gesetzlich zugesicherte Autonomie vor Zugriffen und Kontrollen des Staates geschützt. Bisher ist es aber so gut wie unmöglich für den Staat die Erfolge seiner Investition transparent einzusehen. Im wesentlichen lassen sich nur die Zahlen der Studenten und deren Abschlüsse auswerten, was aber kein Kriterium für die Qualität an den einzelnen Hochschulen darstellt. Bestreben wie die Exzellenzinitiative und der Bologna-Prozess sind nicht nur förderlich für den Bildungsraum Europa, sondern geben dem Staat auch Einsicht in das eigene Bildungssystem. Der Staat ist also, wie die einzelnen Organe einer Hochschule stark an transparenz interessiert. Diese Transparenz kann sich auch positiv auf eine Hochschulen auswirken, wie die honorierten Zukunftskonzepte der Exzellenzinitiative beweisen.

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Zielgruppen / Externe Zielgruppen / Partner

Partner Partner der Hochschulen sind Unternehmen aus der Industrie bzw. staatliche Behörden die mit den Hochschulen Kooperieren. Mit Kooperationen mit Behörden sind keine organisatorischen Strukuren, wie zum Beispiel der Geldfluss zwischen Land und Hochschule gemeint, sonder Kooperationen die denen mit Firmen ähneln. Ein Beispiel wäre eine Kooperation zwischen einer Stadt die einen neuen Park plant und dafür mit einer Hochschule für Landschaftsbau zusammenarbeitet. Diese Partnerschaften werden auf mehreren Ebenen immer bedeutender für die Hochschulen. Zum einen bieten solche Partnerschaften die Möglichkeit in Kontakt mit Drittmittelgebern zu treten (siehe Kapitel Kooperation). Außerdem Chancen für Personal- und Informationsaustausch auf beiden Seiten. Sowie die Gelegenheit das jeweilige Hochschulnetzwerk auszubauen. Eigene Erfahrungen zeigen, dass Kontakte zu diesen Partner meist durch die Einzelarbeit von Lehrenden gebildet werden. Diese Kontakte entstehen oft durch Zufall. Die Lehrenden brauchen also Unterstützung und wenn möglich gute Services, die sie bei dieser Arbeit unterstützen und den Prozess gleichzeitig transparten für alle Anderen kommuniziert. Auf diesem Sektor ist gute Öffentlichkeitsarbeit nötig. Systeme die aktuelle Projekte und Ergebnisse nach außen kommunizieren, können den Aufwand für Kontaktaufnahmen minimieren und im Idealfall dafür sorgen das die Partner auf die Hochschule zukommen und nicht umgekehrt.

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Zielgruppen / Zusammenfassung

Zusammenfassung Aus den Analysen der Zielgruppen gehen mehrere Anforderungen an die digitalen Kommunikationsmittel der Hochschulen hervor: Transparenz Das Studium und alle damit verbundenen Prozesse sind sehr komplex, nicht nur für die Aussenstehenden, sondern auch für die Beteiligten. Transparente Abbildungen von Prozessen und Zusammenhängen sind deshalb wichtig für einen hohen Informationsgrad der digitalen Kommunikation. Gerade Studenten und Studieninteressiete sind stark an Informationen zu Kursen, Kurskombinationen, Abschlüssen und Kombinationen von mehreren Studiengängen interessiert. Klare Strukturen & Usability Gerade auf der Suche nach Informationen sind die Strukturen und Navigationselemente einer Hochschulwebseite entscheidend. Wie schnell finde ich die gesuchten Informationen? Wie stehen diese Informationen im Kontext? Unter diesen Gesichtspunkten sollte man vor allem Rücksicht auf die Studieninteressierten nehmen, da diese noch relativ wenig Kontakt mit den Abläufen des Studiums an einer Hochschule haben. Services Wenn eine Hochschule sinnvolle und nützliche Dienste zur Verfügung stellt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das diese auch stark genutzt werden. Mit dem Einsatz moderner System und Medien sollte hierbei vorsichtig umgegangen werden. Die Bedeutung selbiger ist noch nicht so groß und flächendeckend im Hochschulalltag verankert wie sie es in 20 Jahren sein wird. Trotzdem sollte man so früh wie möglich mit der Einführung neuer Technologien beginnen um zum Einen Konkurrenzfähig zu bleiben und zum Anderen den Beteiligten möglichst viel Zeit zu geben sich den neuen Herausforderungen zu stellen.

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Zielgruppen / Zusammenfassung

Hochschulen sollten hier die Chance nutzen in der besonderen Position zu stehen Dinge ausprobieren zu können. In einem Unternehmen müssen Systeme ausgewählt werden und diese müssen vom ersten Tag an perfekt funktionieren und das für die nächsten 20 Jahre. An Hochschulen lernen die Köpfe von Morgen und es entstehen die Ideen von Morgen. Die richtige Umgebung um innovative Systeme auszuprobieren. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser Aktualität und Inhalte sind von entscheidender Bedeutung wenn es um den Traffic einer Webseite geht. So auch bei Hochschul-Webseiten. Das Interesse an Inhalt entspricht aber weniger dem Interesse selbige Inhalte bereitzustellen. Klare geregelte Prozesse zum Bereitstellen von Inhalten, in den Lehrende und Studenten integriert werden, sind deshalb von Nöten. Teil dieses Bereitstellen muss auch die Kontrolle der Inhalte sein, denn nicht jedes Material sollte auf die Hochschule einer Webseite. Denn nicht jede Arbeit oder Information die an einer Hochschule entsteht, repräsentiert diese auch. Netzwerke und Informationskanäle Das Spektrum an Services und Informationen die nach Außen zu kommunizieren sind ist groß. Es reicht von SocialNetworks über Videoplattformen bis hin zu kommerziellen Hochschulrankings. Hochschulen sollten sich mit diesen Services auseinandersetzen, weil es ihre Zielgruppen auch tun. Bei der Bewertung dieser Services sollte aber einmal mehr die repräsentative Qualität genau unter die Lupe genommen werden, um den öffentlichen Auftritt der Hochschule nicht zu gefährden.

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Die Hochschule im Zeitalter digitaler Medien - 3/8 - Die Zielgruppen  

In der Diploma Thesis wird die digitale Kommunikation der Hochschulen untersucht. Neben einer ausführlichen Analyse der aktuellen Möglichk...

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