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Jahresbericht 2014 B a c h s E r be – E i n A u f t r a g f ü r d i e Z u k u n f t


Unser herzlicher Dank gilt allen Förderern, Sponsoren und Partnern des Bachfestes 2014, des XIX. Internationalen JohannSebastian-Bach-Wettbewerbs Leipzig (IBW) sowie der Meisterkurse in Leipzig und Seoul 2014:

arcona LIVING BACH14 Leipzig Aon Versicherungsmakler   Deutschland GmbH Auswärtiges Amt Bärenreiter BMW Niederlassung Leipzig BMW Werk Leipzig Christa Bach-Marschall Stiftung Deutsche Welle Deutschlandradio Kultur Deutsch-Polnisches Jugendwerk Die Beauftragte der Bundesregierung   für Kultur und Medien DIE ZEIT Ernst von Siemens Musikstiftung EUBO Development Trusts Evangelisch-Lutherische Landeskirche  Sachsens fairgourmet GmbH

GENUIN classics Goethe-Institut Hochschule für Musik und Theater   „Felix Mendelssohn Bartholdy“   Leipzig (HMT) Hochschule für Technik, Wirtschaft   und Kultur (HTWK) Leipzig HypoVereinsbank – Member of  UniCredit Leipzig Hotel Alliance Leipzig Tourismus und Marketing GmbH Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH Leipziger Volkszeitung mdr Figaro Musikschule Leipzig   „Johann Sebastian Bach“ nextbike – Das Fahrradverleihsystem Polnisches Institut Leipzig PROMENADEN Hauptbahnhof Leipzig

Sächsisches Staatsministerium für   Wissenschaft und Kunst (SMWK) Seaside Park Hotel Leipzig Sparkasse Leipzig Stadt Leipzig Stadtwerke Leipzig GmbH Steinway & Sons Stiftung Chorherren zu St. Thomae Stiftung für deutsch-polnische  Zusammenarbeit Ströer Deutsche Städte Medien GmbH TOTAL Raffinerie Mitteldeutschland  GmbH Turkish Airlines Inc. UNISTER Holding GmbH World Federation of International   Music Competitions Zeitgeschichtliches Forum Leipzig


Jahresbericht 2014 B a c h s E r be – E i n A u f t r a g f ü r d i e Z u k u n f t


Inhalt

1. GruSSwort

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2. Vorwort

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3. Bach-Archiv Leipzig – Aufgaben und Ziele

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4. Ehrungen und Würdigungen

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4.1. Ehrenmedaille für Christoph Wolff

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4.2. Ehrensymposium für Hans-Joachim Schulze

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4.3. „The Sons of Bach“ – Festschrift zu Ehren Elias N. Kulukundis‘

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4.4. William H. Scheide (1914–2014) – Nachruf auf einen bedeutenden Mäzen

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5. Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach

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6. Tätigkeitsberichte und Projekte

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6.1. Forschungsinstitut

23

6.2. B ibliothek

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6.3. Museum

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6.4. Bachfest Leipzig

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6.5. Internationaler Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb und Meisterkurse

49

6.6. Kommunikation und Vermittlung

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7. Kooperationen

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7.1. Das Bach-Archiv – Institut an der Universität Leipzig

57

7.2. Zusammenarbeit mit anderen Leipziger Hochschulen

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7.3. Internationale Zusammenarbeit

58

8. Freunde des Bach-Archivs Leipzig

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8.1. Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs e.V.

60

8.2. American Friends of the Leipzig Bach Archive, Inc.

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8.3. Stifterfest 2013

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9. Zahlen – Fakten – Personen

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9.1. Zahlenmäßiger Rechenschaftsbericht

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9.2. Veröffentlichungen

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9.3. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

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9.4. F ellows

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9.5. Gremien

72

9.6. F örderer

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1. Grusswort

Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Freunde des Bach-Archivs, 2014 war ein Jahr des Neubeginns. Zusammen mit unseren treuen Förderpartnern � der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Sächsischen Staats­ ministerium für Wissenschaft und Kunst � gratuliere ich Sir John Eliot Gardiner und Prof. Dr. Peter Wollny als Präsidenten und Direktor zum gelungenen Aufbruch in ein neues Kapitel in der Geschichte des Bach-Archivs. Es ist ein neuer Anfang geworden, der keine „alten Zöpfe“ abschneidet, sondern Bisheriges fortsetzt und darauf aufbauend neue Impulse und Akzente setzt. Mit Sir John Eliot steht dem Hause erstmals ein Interpret vor; freilich einer, der seine Arbeit aus der präzisen Analyse von Quellen, dem Studium der Aufführungspraxis und der modernen Bach-Forschung ableitet. Mit seinem 2013 erschienenen Buch „Music in the Castle of Heaven“ hat er dazu einen wichtigen eigenen Beitrag geleistet. Als Präsident des Bach-Archivs richtet er von Anfang an seinen Blick darauf, die Vermittlung von geleisteten Forschungen durch Aufführungen, klingende und erlebbare musikalische Erfahrungen fasslich zu machen und die lebendige Tradition einer Leipziger BachPflege international noch weiter zu stärken. Ich bin dankbar, froh und stolz, dass er seinen guten und überall anerkannten Namen in den Dienst unseres Bach-Archivs gestellt hat. Prof. Dr. Peter Wollny sichert auf allerhöchstem fachlichem Niveau die Reputation und die Expertise des Leipziger Bach-Archivs als erste Adresse der Bach-Forschung. Unter seiner Führung werden begonnene Forschungs-, Publikations- und Editionsprojekte fortgesetzt und zugleich einer modernen und EDV-gestützten Methodik zugeführt. Bereits begonnene Projekte wie Bach digital werden künftig methodisch ergänzt und erweitert, um weit umfassendere Quellenbestände ver­ f ügbar, recherchierbar und analysierbar zu machen. Lesen Sie im vorliegenden Jahresbericht insbesondere über die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag Carl Philipp Emanuel Bachs

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Jahresbericht 2014


und das Leipziger Bachfest, welches diesen Geburtstag in den Mittelpunkt stellte. Kabinettausstellungen des Museums und zentrale Exponate aus der hauseigenen Bibliothek illustrierten die Zeit der Bach-Söhne und die Bach-Rezeption vertiefend. Herausragend ist außerdem die vorbildliche Entwicklung der Dauerausstellung des Museums hin zu einem zunehmend barrierefreien Bereich. Im Rahmen des Förderprogrammes „Lieblingsplätze für alle“ konnten zum Ende des Jahres erhebliche Verbesserungen für sehbehinderte und blinde Besucher umgesetzt werden: Tastpläne, Braille-Beschriftung und ein entsprechend gestalteter Audio-Guide wurden vorgestellt. Damit stellt das Bach-Museum in Leipzig eine Vorreiterrolle bei der Ge­s taltung von barrierefreien Ausstellungen dar. Mit dem zweijährlichen internationalen Bach-Wettbewerb konnte unter der Präsidentschaft von Robert D. Levin in den Fächern Klavier, Cembalo und Violine erneut eine beeindruckende Vielfalt an Nachwuchstalenten bestaunt und entdeckt werden. Das Preisträgerkonzert im Leipziger Gewandhaus machte Hoffnung und Mut auf den Beginn neuer Karrieren. Mein herzlicher Dank gebührt allen, die zum Erfolg des Bach-Archivs beitragen und bei­ getragen haben – Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Sponsoren, Freunden und Mäzenen, Universitäten, Hochschulen und Instituten. Bleiben Sie dem Bach-Archiv treu verbunden. Ihr

Burkhard Jung Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

GRUSSwort

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2. Vorwort

Verehrte Leserinnen und Leser, liebe Freunde des Bach-Archivs! 2014 war das erste Jahr in neuer Vorstandsbesetzung. Wir haben uns einen Überblick verschafft, neu orientiert, über Vergangenes und Zukünftiges nachgedacht. Im Bewusstsein und in Dankbarkeit dafür, ein „aufgeräumtes Haus“ übernommen zu haben, lag die Priorität zunächst in der kontinuierlichen Fortsetzung, Entwicklung und Erfüllung laufender Projekte und Vorhaben. Deutlich wird, dass das Forschen, Sammeln, Bewahren und Vermitteln in einem Umfeld erfolgt, welches von einem permanenten Wandel geprägt ist. Metho­ dische und technische Entwicklungen in der Wissenschaft, neue Konzepte und Formate der Vermittlung, ein Wertewandel in der Gesellschaft oder zunehmend komplexe wirtschaft­ liche Rahmenbedingungen sind nur einige Stichworte, die auch uns beschäftigen. Nach dem ersten Jahr wird es unsere Aufgabe sein, angemessen und besonnen auf den Wandel in diesen und anderen Feldern unserer Tätigkeit zu reagieren. Das Jahr 2014 mit der 300. Wiederkehr des Geburtstags von Carl Philipp Emanuel Bach hat deutlich gemacht, dass die Aufgaben und Kompetenzen unserer Einrichtung im Laufe der Jahre deutlich gewachsen sind. Was vor mehr als sechs Jahrzehnten als ein kleines musikwissenschaftliches Fachinstitut zur Sammlung, Erschließung und Erforschung der Zeugnisse zu Leben und Werk Johann Sebastian Bachs begann, hat sich mittlerweile zu einem weltweit renommierten Kompetenzzentrum für die gesamte Musikerfamilie Bach in ihrem mitteldeutschen Wirkungsfeld vom frühen 17. bis zum mittleren 19. Jahrhundert ent­wickelt. So treten etwa die bis vor kurzem noch weitgehend unbekannten Kompositionen der BachSöhne durch die von unserem Hause initiierten und maßgeblich vorangetriebenen Gesamtausgaben und Dokumentationsprojekte immer stärker in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Die von uns im Jubiläumsjahr des zweitältesten Bach-Sohns durchgeführten Veranstaltungen – das Geburtstagskonzert am 8. März 2014, die Kabinettausstellung „Die Musik muss das Herz rühren“, das Bachfest Leipzig und die von uns betreuten Veröffentlichungen (beispielsweise „Unterwegs mit Carl Philipp Emanuel Bach. Musikalisch-biografischer Reiseführer zu seinen Lebensstationen“) – haben eindrucksvoll gezeigt, wie viele verborgene musikalische Schätze noch zu heben sind. Der große akademische Zuspruch bezüglich Forschung und Bibliothek einerseits und das große Interesse von Besuchern des Bachfests und des Bach-Museums andererseits ermutigen uns, auf dem eingeschlagenen Weg der fruchtbaren Verbindung von Sammeln und Bewahren, Erforschen und Aufbereiten, Vermitteln und Darbieten voranzuschreiten. In den kommenden Jahren werden uns � neben den „klassischen“ Methoden der Quellenforschung und Edition � verstärkt auch die Mög­ lich­­keiten der modernen elektronischen Aufbereitung zu beschäftigen haben.

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Jahresbericht 2014


Die breite Palette unserer Aufgaben wäre freilich nicht zu bewältigen ohne die vielfältige und großzügige Unterstützung, die uns die Stadt Leipzig, der Bund, der Freistaat Sachsen und unsere internationalen Partner zukommen lassen. Ebenso wenig sind die Ergebnisse und Erfolge unserer Arbeit zu leisten, ohne den hohen persönlichen Einsatz und die hervorragende Qualität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sämtlichen Bereichen unseres Hauses. Dafür sei Zuwendungsgebern, Förderern, Freunden und Kollegen unser herzlichster Dank ausgesprochen.

Sir John Eliot Gardiner

Prof Dr. Peter Wollny

Dr. Dettloff Schwerdtfeger

Präsident

Direktor Geschäftsführer

Vorwort

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3. Bach-Archiv Leipzig – Aufgaben und Ziele Das Bach-Archiv verdankt Existenz und Legitimation seinem Standort Leipzig, der wichtigsten Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs. Hier verbrachte Bach 27 Jahre seines Lebens; sein Grab befindet sich heute in der Thomaskirche. In Leipzig ent­standen mit der Matthäus-Passion, der h-Moll-Messe und zahlreichen weiteren Vokal- und Instrumentalkompositionen viele seiner berühmtesten Werke. Hier schrieb Bach Musikgeschichte und prägte damit wie kein anderer das Schaffen und Wirken nachfolgender Generationen. Unter dem Einfluss so bedeutender Musikerpersönlichkeiten wie Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann nahm in Leipzig auch die weltweite Bach-Pflege ihren Ausgang. Ab 1850 erschien in der traditionsreichen Musikverlagsstadt die erste Bach-Gesamtausgabe. Und nach wie vor hält hier der Thomanerchor, dem der Thomaskantor Bach einst vorstand, eine ungebrochene Bach-Tra­dition lebendig. Einen Monat nach dem Tod ihres Mannes übergab die Witwe Anna Magdalena Bach Ende August 1750 dem Rat der Stadt Leipzig aus ihrem

Bach-Denkmal und Bosehaus am Thomaskirchhof

Erbteil die Originalhandschriften von 44 Choralkantaten. Sie bilden den Grundstock der umfangreichen Sammlung des Bach-Archivs im historischen Bosehaus am Thomaskirchhof – nur wenige Schritte entfernt vom Aufführungsort der Kantaten und ihrem Entstehungsort, der Kantorenwohnung in der nicht mehr erhaltenen alten Thomasschule. Das stattliche Bosehaus gehörte zu Bachs Lebzeiten dem wohlhabenden und kunstliebenden Kaufmann Georg Heinrich Bose, mit dessen Familie die Bachs durch mehrere Patenschaften freundschaftlich verbunden waren. Hier ging der Thomaskantor seinerzeit ein und aus und hier erinnert der barocke Festsaal mit seiner einzigartigen Musikerempore an das Bachsche

Abendstimmung im Garten des Bach-Museums

Leipzig.

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Heute versteht sich das Bach-Archiv als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Im Bewusstsein der Bedeutung Bachs erfüllt es einen umfassenden und vielfältigen Auftrag für eine breite internationale Öffentlichkeit. Zugleich leistet es damit einen Beitrag zur Profilierung der Musikstadt Leipzig, deren kulturelle Identität der Name Bach maßgeblich prägt. Die besondere Stärke des Bach-Archivs liegt in dem Perspektivenreichtum, den es im Zusammenwirken von Forschungsinstitut, Bibliothek, Bach-Museum, künstlerischem Betriebsbüro und Servicefunktionen auf eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der europäischen Kulturgeschichte richten kann. Folgende Aufgaben bilden den Kern der Tätigkeiten: Bach-Archiv • Die zentrale wissenschaftliche Aufgabe besteht in der Erschließung von Werk und Wirken Johann Sebastian Bachs sowie der Musikerfamilie Bach durch Grundlagen forschung, Publikationen, Noteneditionen, Vorträge und Konferenzen. • Die Bibliothek ist ein internationales Studienzentrum für Musikwissenschaftler, Musiker, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit. Sie ist die zentrale Sammelstelle für das weltweit erschienene Bach-Schrifttum sowie dokumenta rischer Materialien und bietet einen bewusst breit angeleg ten Bestand an wissenschaft licher Literatur zur Musik-, Geistes- und Kulturgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. • Kustodiale Aufgaben umfas sen Pflege und Ausbau einer umfassenden Sammlung Bach scher Originalhandschriften, Frühdrucke, Dokumente sowie wichtiger historischer Quellen und Bildmaterialien zu Bach und seinem Umfeld.

Wertvolle Originale werden in regelmäßigem Wechsel in der Schatzkammer des Museums präsentiert.

Bach-Archiv Leipzig – Aufgaben und Ziele

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Bach-Museum • Mit einer lehrreichen interaktiven, klingenden und weitgehend barrierefreien Dauerausstel lung sowie thematisch wechselnden Kabinett ausstellungen wird Bachs Leben und Wirken präsentiert. • Die Museumspädagogik bietet vielfältige, auf alle Altersgruppen zugeschnittene Programme. • Regelmäßige

Museumsführungen

werden

ganzjährig durch ein Veranstaltungsprogramm mit Konzerten und Vorträgen im historischen Sommersaal ergänzt. Bachfest Leipzig • Konzeption, Planung und Durchführung eines jährlichen,

internationalen

Musikfestivals

erfolgen im Auftrag der Stadt Leipzig. Die Besonderheit und den Kern des Bachfestes bilden Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Werken in historischen Leipziger Wir kungsstätten. Konzerte von Leipziger Ensem bles, insbesondere dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester, werden durch Auftritte renommierter Interpreten aus allen Teilen der Welt ergänzt. Ein jährliches Motto stellt Bachs Werk in das Licht eines jeweils wechselnden historischen Kontextes. Internationaler Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb Leipzig • Konzeption, Planung und Durchführung eines zweijährlichen Interpretations wettbewerbs in den Fächern Klavier, Cembalo, Violine/Barockvioline, Gesang, Orgel, Violoncello/Barockvioloncello erfolgen unter der Schirmherrschaft des Freistaates Sachsen. Hervorragende Nachwuchskünstler präsentieren sich einer aus renom mierten Bach-Interpreten international besetzten Jury. Das Bach-Archiv ist eine rechtlich selbstständige gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts, getragen von der Stadt Leipzig, der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Sachsen. Es ist zugleich ein An-Institut der Universität Leipzig.

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4. EHRUNGEN Und WÜRDIGUNGEN

Als Institution wird das Bach-Archiv von seinen satzungsmäßigen Zielen und Aufgaben geprägt. Eine Institution gestalten jedoch auch immer die Personen, die in ihr wirken. Das sind ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die als Wissenschaftler, Bibliothekare, Museologen und Pädagogen, Kolleginnen und Kollegen im Veranstaltungsmanagement, im Sekretariat, im Bereich Presse- und Marketing, im Buch- und Personalwesen, im Bereich der Haustechnik und EDV oder als Referentin des Vorstands tagtäglich zur Erfüllung der Ziele erhebliche Beiträge leisten. Maßgeblich für die Entwicklung der Institution sind aber auch die strategischen Impulse ihrer Direktoren und wohlwollender Förderer. Mit der Einführung der Funktion eines Stiftungspräsidenten zum Ende des Jahres 2013 und der Amtsübergabe von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Wolff an Sir John Eliot Gardiner (Präsident) und Prof. Dr. Peter Wollny (Direktor) stand das Bach-Archiv im Zeichen wichtiger persön­ licher Veränderungen. Die Veröffentlichung der Festschrift für Dr. h.c. Elias N. Kulukundis als bedeutender Sammler von Quellen aus der Zeit der Bach-Söhne und die für die BachIkonographie sehr bedeutsame Schenkung des Öl-Porträts „Johann Sebastian Bach“ von Elias Gottlob Haußmann (Leipzig 1748) symbolisieren ein für die Bach-Forschung wert­ volles Netzwerk aus Förderern und Mäzenen.

4 . 1. E h r e n m e d a i l l e f ü r C h r i s t o p h W o l f f Am 19. Februar 2014 wurde Professor Christoph Wolff von Oberbürgermeister Burkhard Jung mit der Ehrenmedaille der Stadt Leipzig ausgezeichnet. Gleichzeitig wurde er nach 13 Jahren als Direktor und zuletzt als Präsident des Bach-Archivs in einem Festakt im Alten Rathaus der Stadt Leipzig feierlich aus seinem Amt verabschiedet. Zur Begründung der Verleihung der Ehrenmedaille verlas Oberbürgermeister Jung den Text der Urkunde: „Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Wolff hat sich als Wissenschaftler und Musiker zeitlebens vorrangig der Erforschung von Leben und Musik Johann Sebastian Bachs und der Bewahrung dessen kulturellen Erbes verpflichtet. Er hat sich auf diesem Gebiet herausragende und international beachtete Verdienste erworben und wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet. Sein akademischer Werdegang führte Christoph Wolff von Lehrtätigkeiten an den Universitäten Erlangen, Toronto und New York an die Harvard University (Cambridge), wo er als Ordinarius seit 1976 zahlreiche akademische Funktionen bekleidete. Er ist Honorarprofessor der Universität Freiburg (Breisgau) und der Juilliard School in New York und Mitglied in zahlreichen amerikanischen und deutschen Wissenschaftsakademien sowie musikwissenschaftlichen Einrichtungen und Gesellschaften. Christoph Wolff hat sich um das kulturelle Leben der Stadt Leipzig durch eine umfassende Entwicklung des Bach-Archivs zu einem musikalischen Kompetenzzentrum von internationalem Anspruch verdient gemacht. Das Gedenken der Leipziger Verleger Max Abraham und Henri Hinrichsen und die Würdigung ihrer Erben durch Christoph Wolff trugen entscheidend zum Erwerb der Sammlung ‚Musikbibliothek Peters‘ bei. Christoph Wolff gebührt für sein Wirken der Dank und die Anerkennung der Stadt Leipzig.“

EHRUNGEN UND WÜRDIGUNGEN

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Der Einladung zur Verabschiedung von Professor Wolff folgten zahlreiche Familienmitglieder, Weggefährten, Kolleginnen und Kollegen des Bach-Archivs und Freunde, die sich für den Festakt zum „Ehrenorchester Barbara und Christoph Wolff“ zusammengeschlossen hatten. Auf dem Festprogramm standen: Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) Singet dem Herrn ein neues Lied op. 91 (MWV A 23) für 2 vierstimmige Chöre

Georg Christoph Biller (*1955) Mit Fried und Freud Uraufführung des Christoph Wolff gewidmeten Choralsatzes für neunstimmigen Chor

Johann Sebastian Bach (1685–1750) Konzert a-Moll BWV 1065 Ton Koopman, Cembalo I Malcolm Bilson, Cembalo II Robert Hill, Cembalo III Robert D. Levin, Cembalo IV Katharina Wolff/Michael Maul/Konstanze Beyer/Peter Wollny, Violine Christian Goosses/Cosima Taubert, Viola Anna Dorothea Wolff, Violoncello Ulrich Wolff, Violone Leitung: Ton Koopman

Barbara und Christoph Wolff bei Übergabe der Ehrenmedaille durch Oberbürgermeister Jung

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Johann Sebastian Bach Ich bin in mir vergnügt BWV 204 Lisa Larsson, Sopran Verena Fischer, Flöte Michael Niesemann/Clara Geuchen, Oboe Katharina Wolff/Michael Maul/Konstanze Beyer/Peter Wollny, Violine Christian Goosses/Cosima Taubert, Viola Anna Dorothea Wolff, Violoncello Ulrich Wolff, Violone Hermann Max, Cembalo Leitung: Sir John Eliot Gardiner

Heinrich Schütz (1585–1672) Meine Seele erhebt den Herren SWV 494 für 2 vierstimmige Chöre

Die Chorsätze von Felix Mendelssohn Bartholdy, Georg Christoph Biller und Heinrich Schütz wurden vom Leipziger Universitätschor unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm aufgeführt. Ein Mitschnitt des Konzertes ist in der Mediathek des BachArchivs verfügbar. In den Festreden von Oberbürgermeister Burkhard Jung, Staatssekretär Henry Hasenpflug, Professor Dr. h.c. Robert D. Levin und Dr. Dettloff Schwerdtfeger wurden insbesondere die Verdienste von Professor Christoph Wolff um das Leipziger Musikleben und die Stiftung Bach-Archiv gewürdigt.

4.2. Ehr ensy mposium für H a n s - J o a c h i m S c h u l ze Am 3. Dezember 2014 vollendete Professor Dr. Hans-Joachim Schulze sein 80. Lebensjahr. Zur Feier dieses Geburtstags veranstaltete das Bach-Archiv ein wissenschaftliches Ehren­ symposium im Sommersaal, zu dem Freunde, Kollegen und langjährige Weggefährten des Jubilars eingeladen wurden. Die Veranstaltung wurde mit einem Empfang im Foyer des Bach-Museums beschlossen. Die Vorträge des Symposiums widmeten sich Themen aus dem weitgefächerten Spektrum von Schulzes wissenschaftlichen Interessen: • • • • •

Christoph Wolff, „Geburtstag 1885 in Paris – Anmerkungen zur Bach-Rezeption, Ikonographie und Aufführungspraxis“ Andreas Glöckner, „Ein unbekannter Besuch Joseph Haydns auf der Leipziger Thomasschule“ Christine Blanken, „Ein Nürnberger Kantaten-Textzyklus von 1728 und die Johannes-Passion von J. S. Bach im Jahre 1725“ Andrew Talle, „‚So sehen öfters die grossen Leute in der Nähe aus‘: Tagebücher der Bach-Zeit als Forschungsquelle“ Peter Wollny, „Überlegungen zu einigen Kantaten aus J. S. Bachs Köthener Zeit“

EHRUNGEN UND WÜRDIGUNGEN

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Für die musikalische Umrahmung des Symposiums sorgte Cornelia Osterwald; beim anschließenden Empfang sangen die Thomaner unter der Leitung von Georg Christoph Biller. Hans-Joachim Schulze wurde nach der Absolvierung von Praktika (1955–1956) am 1. Juli 1957 als fester Mitarbeiter am Bach-Archiv Leipzig angestellt. Von 1974 bis 1979 wirkte er hier als amtierender Direktor und von 1992 bis Ende 2000 als Direktor. 1978 wurde er von der Universität Rostock zum Dr. phil. promoviert, 1993 von der Hochschule für Musik und Theater Leipzig (HMT) zum Honorarprofessor ernannt. Er lehrte an der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg, der University of Pittsburgh/PA, der HMT Leipzig sowie an der Universität Leipzig. Für seine Forschungen wurde er 1973 mit dem Hanns-EislerPreis, 1986 mit dem Nationalpreis der DDR (2. Klasse) und 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz (1. Klasse) ausgezeichnet. Schulze ist Ehrenmitglied der American Bach Society (seit 1996) und der Neuen Bachgesellschaft (seit 2006), Gründungs- und Ehrenmitglied der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmu-

Hans-Joachim Schulze

sik e.V., Korrespondierendes Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (seit 2001) und Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises Bach-Gedenkstätte im Schloss Köthen/Anhalt. Hans-Joachim Schulze war von 1975 bis 2004 mit Christoph Wolff Herausgeber des BachJahrbuchs und von 1991 bis 2007 Mitglied des Herausgeber-Kollegiums der Neuen BachAusgabe. Er veröffentlichte zahlreiche Aufsätze in musikwissenschaftlichen Periodika und legte u. a. folgende Fachbücher vor: • Bach-Dokumente. Band I: Schriftstücke von der Hand Johann Sebastian Bachs (1963), Band II: Fremdschriftliche und gedruckte Dokumente zur Lebensgeschichte Johann Sebastian Bachs 1685–1750 (1969), Band III: Dokumente zum Nachwirken Bachs 1750–1800 (1972), Band V: Dokumente zu Leben, Werk und Nachwirken Johann Sebastian Bachs 1685–1800. Neue Doku mente. Nachträge und Berichtigungen zu Band I–III (2007). • Studien zur Bach-Überlieferung im 18. Jahrhundert (1984). • Bach-Compendium (mit Christoph Wolff). Analytisch-bibliographisches Repertorium der Werke Johann Sebastian Bachs, Band 1.1. bis 1.4. – Vokalwerke (1985–1989).

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4 . 3 . „T h e S o n s o f B a c h “ – Fe s t s c h r i f t z u E h r e n E l i a s N . K u l u k u n d i s ` Den 80. Geburtstag unseres langjährigen und verdienten Mitglieds im Kuratorium, Elias N. Kulukundis, begingen Freunde und Kollegen mit der Überreichung einer musikwissenschaftlichen Festschrift (The Sons of Bach: Essays in Honour of Elias N. Kulukundis, hrsg. von Stephen Roe und Peter Wollny). Die Autoren (Darrell M. Berg, Christine Blanken, Paul Corneilson, Thomas Fritzsch, Jason B. Grant, Stephen Roe, Barbara Wiermann, Uwe Wolf, Christoph Wolff und Peter Wollny) behandeln in ihren Beiträgen Aspekte und Probleme der Biographie, Kompositionspraxis und Werküberlieferung der Bach-Söhne und huldigen damit dem wichtigsten Interessensgebiet des Jubilars, dessen wertvolle Sammlung von Autographen, zeitgenössischen Abschriften und Frühdrucken zur Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts sich seit Ende 2010 als Dauerleihgabe im Bach-Archiv befindet. Die meisten der Texte kreisen um Handschriften, die Elias N. Kulukundis in mehr als fünfzig Jahren aufgespürt und zusammengetragen hat.

4 . 4 . W i l l i a m H . S c h e i d e ( 19 14 -2 0 14 ) – N a c h r u f a u f e i n e n be d e u t e n d e n M ä ze n Am 14. November 2014 starb William Hurd Scheide, Gründungsmitglied des Kuratoriums der Stiftung Bach-Archiv Leipzig, im Alter von 100 Jahren. Der in Princeton (New Jersey) wohnhafte Musiker, Gelehrte und Mäzen war Besitzer der von seinem Großvater ererbten und in einem separaten Gebäude auf dem Campus der Princeton University befindlichen Privatbibliothek mit mehr als 2.500 alten Drucken und wertvollen Handschriften – darunter die wichtigsten vor 1500 erschienenen Bibelausgaben, Erstdrucke der Werke Shakespeares, eines der wenigen Originale der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776 sowie Musikhandschriften von Bach, Mozart, Beethoven, Wagner und Brahms. Die „Scheide Library“ geht nunmehr als testamentarische Hinterlassenschaft an die Princeton University und gilt als die bedeutendste Schenkung in der Geschichte der 1746 gegründeten Uni­versität. Bill Scheide leitete bis 1980 das 1946 von ihm in New York gegründete Solistenensemble „Bach Aria Group“, mit dem er viele Tourneen unternahm. Immer auch als Bach-Forscher aktiv, veröffentlichte er eine Reihe wichtiger Beiträge, vor allem seit 1961 mehrfach im Bach-Jahrbuch. 1972 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der American Bach Society. Als Kuratoriumsmitglied des Bach-Archivs galt über viele Jahre hin sein besonderes Interesse unserem Haus, zu dessen privaten Hauptförderern er gehörte. Nach früheren Besuchen

EHRUNGEN UND WÜRDIGUNGEN

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William H. Scheide (Mitte) mit Ehefrau Judith (hinter ihm) und dem Ehepaar Wolff vor dem Bach-Gemälde in seinem Wohnzimmer

kam er erneut 2003 nach Leipzig und freute sich an der ihn persönlich berührenden Bachfest-Werbung. In einem späteren Interview (Bach-Magazin, Nr. 2) bemerkte er dazu: „Als ich aus dem Flugzeug stieg, war mir, als stünde ich in meinem Wohnzimmer. Dort hängt ja das 1748 entstandene Bach-Gemälde von Haußmann, welches auf Plakaten und Drucksachen des Festivals verwendet wird. Es ist ein unglaublich ausdrucksstarkes Porträt. Ich bin jeden Morgen fasziniert davon.“ Es existieren nur zwei originale Bach-Porträts: erstens das 1746 entstandene, der Thomasschule gehörende und durch Beschädigungen und Übermalungen leider stark beeinträchtigte Haußmann-Bild – seit 1913 im Leipziger Stadtgeschichtlichen Museum, und zweitens die 1748 vom gleichen Maler angefertigte Replik, die noch heute im Best­zustand erhalten ist und den Komponisten sehr viel lebensnaher darstellt – seit 1953 im Besitz Scheides. Dessen großer Wunsch war es, dass das Bild dauerhaft „nach Hause“ kommen sollte, und so vermachte er es testamentarisch dem Bach-Archiv Leipzig. Ein größeres Geschenk ist schlechterdings nicht vorstellbar und vom Bachfest 2015 an wird es für alle Zeit das Herzstück des Bach-Museums sein und bleiben. Näher kann man der Physiognomie Johann Sebastian Bachs nicht kommen.

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5. Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach Tagu nge n u n d Wor k s hop s Musikwissenschaftliche Tagung „Carl Philipp Emanuel Bach im Spannungsfeld zwischen Tradition und Aufbruch“, 6. bis 8. März 2014 In Kooperation mit der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) und der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT) (Förderung durch die Fritz Thyssen Stiftung, das Packard Humanities Institute, die Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. (MBM), die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., die CONNEX Steuer- und Wirtschaftsberatung GmbH, die KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG, Koengeter Immobilien sowie die Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e.V. und Ralph P. Liebke.) Rund um Bachs 300. Jahrestag im März 2014 veranstalteten das BachArchiv und die Sächsische Akademie der Wissenschaften eine hochkarätige internationale Tagung zu Ehren des zweitältesten Bach-Sohnes. Die Referenten, darunter auch amerikanische Kollegen, befassten sich in ihren Vorträgen mit genuin musikwissenschaftlichen Fragestellungen und richteten den Blick darüber hinaus auf die Theologie der Aufklärung und auf C. P. E. Bach als seinerzeit führenden Liederkomponisten. Da gerade er einen intensiven Austausch mit Dichtern und Theologen pflegte und schätzte, stellte sich dieser Forschungsansatz als besonders lohnend heraus. Seine berühmte, jedoch bislang kaum kunsthistorisch untersuchte Porträtsammlung wurde ebenfalls in den Blick genommen. Auch hier zeigten sich interessante, in der BachForschung kaum je wahrgenommene Aspekte von Zeitgeschichte und Biographik. Für eine weitere Beschäftigung mit Bach und seinem Umfeld, besonders der ästhetischen und theologischen Ausrichtung seiner Texte und ihrer musikalischen Umsetzung dürfte der in Vorbereitung befindliche Tagungsband mit den Leipziger Referaten unverzichtbar werden. Ende 2015 soll dieser im Olms-Verlag in der Reihe „Leipziger Beiträge zur Bach-Forschung“ vorgelegt werden. Ein großes allgemeines Interesse an der Forschung zu Carl Philipp Emanuel Bach spiegelte sich besonders auch im Publikumszulauf wider: Die Tagung erfreute sich an allen Tagen eines großen Zuspruchs von Gästen aus dem In- und Ausland, neben den Referenten nahmen

Titel des Tagungsflyers

etwa 40-70 Teilnehmer an den einzelnen Sektionen teil. Begleitend zum Symposium wurde in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy/Abteilung Alte Musik ein Kammermusik-Work-

Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach

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shop mit Miklós Spányi zu Bachs „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ und seine Bedeutung für den heutigen Musiker durchgeführt. Zehn Musikstudenten haben unter Anleitung Spányis vor Publikum Kammermusik Bachs geprobt. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter beider Forschungsreferate nahmen unter der Leitung von Professor Dr. Peter Wollny außerdem an zahlreichen weiteren Symposien teil – unter anderem an der Tagung der American Bach Society in Ohio/USA, die unter dem Miklós Spányi bei der Probe mit einem Teilnehmer

Motto „Johann Sebastian Bach and his Sons“ (1.-4. Mai 2014) stand. Zudem wirkten sie an Film- und Radio-Produktionen mit und brachten die aktuelle Bach-Forschung somit in prägnanter Weise in die Festivitäten zum Jubiläumsjahr ein.

K o n ze r t e Geburtstagskonzert, 8. März 2014 Das Jubiläum zog sich wie ein roter Faden auch durch die Konzertveranstaltungen des Jahres: Ein erstes Highlight war das Geburtstagskonzert am 8. März 2014 mit den großen Hamburger Kantaten C. P. E. Bachs. Cantus Thuringia & Capella unter der Leitung von Bernhard Klapprott musizierten – erstmalig seit dem Tod des Jubilars – einige seiner Kantaten zur Amtseinführung von Hamburger Pastoren. Die Aufführungsmaterialien für das Konzert in der Thomaskirche wurden von der C. P. E. Bach-Gesamtausgabe zur Verfügung gestellt. Leipziger Bachfest , 13. bis 22. Juni 2014 Das Bachfest stand unter dem Motto „Die wahre Art“, C. P. E. Bachs berühmte Schrift zitierend. In den Konzerten dominierten die große oratorische Musik und die Hamburger Vokalmusik – zum großen Teil also selten oder nach Bachs Tod noch gar nicht wieder aufgeführte Vokalwerke (vgl. Kapitel 6.4.). Hier konnte auf die entsprechenden Bände der Gesamtausgabe „C. P. E. Bach: The Complete Works“ und sogar auf noch nicht edierte Aufführungsmaterialien zurückgegriffen werden. Im Rahmen der Gesamtausgabe sind mittlerweile 70 Bände veröffentlicht. Es liegt somit mehr als die Hälfte des Gesamtœuvres in der Edition vor und kann – auch dank der zum großen Teil kostenlosen

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Bereitstellung durch das Packard Humanities Institute – für Aufführungen verwendet werden. Konzerte im Bach-Museum Vier Konzerte im Bach-Museum widmeten sich der Musik des Bach-Sohnes unter verschiedenen Aspekten. Im historischen Sommersaal wurden vor allem kammermusikalische Kompositionen präsentiert, darunter Bachs drei späte Quartette, Wq 93–95, Cembalo-Musik, gespielt vom einem Preisträger des Bach-Wettbewerbs, sowie Oden und Psalmlieder. Zur Ausstellungseröffnung am 6. März 2014 war der Sommersaal bis auf den letzten Platz gefüllt.

Aus s t e l lu ng „Die Musik muss das Herz rühren“ Kabinettausstellung vom 7. März bis 20. Juli 2014 (Förderung durch das Packard Humanities Institute und die Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e.V.) Im Bach-Museum war dem zweitältesten Sohn J. S. Bachs eigens eine Kabinettausstellung gewidmet: Ein Zitat aus C. P. E. Bachs Autobiographie, die 1773 in Charles Burneys „Tagebuch einer musikalischen Reise“ veröffentlicht wurde, gab der Ausstellung ihren Titel. Leben und Wirken Bachs wurden exemplarisch dargestellt: von seiner Jugend und Lehrzeit in Leipzig und der musikalisch produktiven Studentenzeit in Frankfurt (Oder) über seine fast dreißig Jahre als Cembalist an der Hofkapelle Friedrichs des Großen bis hin zu seiner letzten Stelle als Musikdirektor der fünf Hauptkirchen in Hamburg. Neben

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einem Überblick über sein kompositorisches Schaffen – ausgestellt wurden zahlreiche Autographe und Erstdrucke – lag ein weiterer Schwerpunkt auf seinem Familienleben und seinen freundschaftlichen Beziehungen zu Musikern, Dichtern, Philosophen, Verlegern und anderen Persönlichkeiten seiner Zeit. Hier konnte in besonderem Maße die Briefsammlung des New Yorker Reeders und Musikforschers Elias N. Kulukundis herangezogen werden, die sich seit Ende 2010 als Dauerleihgabe im Bach-Archiv befindet. Die Briefe waren bislang kaum je öffentlich zu sehen; unter den Exponaten befand sich auch jenes berühmte Schreiben an Johann Nikolaus Forkel – Johann Sebastian Bachs ersten Biographen – in welchem der Sohn die Atmosphäre in seinem Leipziger Elternhaus mit „einem Taubenhause und deßen Lebhaftigkeit“ vergleicht. Das 300. Jubiläum des zweitältesten Bach-Sohnes wurde zudem zum Anlass genommen, das Hörkabinett im Bach-Museum, das bislang vor allem der Musik Johann Sebastian Bachs vorbehalten war, um verschiedene, für das Schaffen C. Brief C. P. E. Bachs an J. N. Forkel aus dem Jahr 1775 (Auszug)

P. E. Bachs maßgebliche Werke zu erweitern. Die Einspielung wurde mit Unterstützung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften realisiert.

Pu bl i k at ion e n „Unterwegs mit Carl Philipp Emanuel Bach“ (Förderung durch die Beauftragte des Bundes für Kultur und Medien) Seitens des Bach-Archivs und der Sächsischen Akademie der Wissenschaften wurde mit dem musikalisch-biographischen Reiseführer „Unterwegs mit Carl Philipp Emanuel Bach“ ein gewichtiger Beitrag zum Netzwerk „cpebach*1714“ erarbeitet. Leben und Schaffen Bachs sollen sich hier vor allem über einen imaginierten Gang durch Bachs Wirkungsstätten erschließen: Weimar, Köthen, Leipzig, Frankfurt (Oder), Berlin, Potsdam und Hamburg werden in musikbezogenen Spaziergängen dargestellt. Bachs Biographie sowie Ex­ kurse zu besonderen Aspekten seines Schaffens, seiner Familie und seinen außer­ musikalischen Interessen vermitteln ein

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anschauliches Bild seiner Persönlichkeit. Ein kurz gefasstes Werkverzeichnis und eine Liste heute verfügbarer Notenausgaben einerseits sowie touristisch relevante Angaben zu den Städten andererseits ergänzen den Band, der im Lehmanns-Verlag erschienen ist. Carl Philipp Emanuel Bach. Thematisch-systematisches Verzeichnis der musikalischen Werke (Förderung durch das Packard Humanities Institute) Im Rahmen der im März durchgeführten Tagung wurde der 2014 im Carus-Verlag erschienene zweite Band des thematisch-systematischen Verzeichnisses der musikalischen Werke C. P. E. Bachs von Dr. Wolfram Enßlin und Dr. Uwe Wolf präsentiert. Die Veröffentlichung der Vokalwerke pünktlich zum Jubiläum schließt eine in den letzten Jahren immer deutlicher empfundene Lücke. Während bislang der Vokalkomponist nur ein Schattendasein in der Bach-Forschung spielte, regt die neue Publikation, die in besonderem Maße Bachs praktisch und pragmatisch orientierte Tätigkeit als Kantor der fünf Hamburger Hauptkirchen dokumentiert, weitergehende Untersuchungen zu Bachs Vokalmusikschaffen an. Parallel wurden im März 2014 auf dem Portal Bach digital Datensätze zu den Vokalwerken freigeschaltet. Dies ermöglicht nun, dank einer vollständigen Einarbeitung der Originalstimmen aus Bachs Hamburger Zeit aus dem Bestand der Singakademie zu Berlin, eine detaillierte Erforschung.

Ö f f e n t l i c h k e i t s a r be i t Netzwerk „cpebach*1714“ (Förderung durch die Kulturbehörde Hamburg) Eine Kooperation besonderer Art wurde bereits Ende 2012 ins Leben gerufen und weiter gepflegt: Hamburg, Leipzig, Berlin, Potsdam, Weimar und Frankfurt (Oder) haben sich als Städte mit starkem biographischen Bezug zu C. P. E. Bach in dem Netzwerk „cpebach *1714“ zusammengeschlossen. Sämtliche Aktivitäten rund um das Jubiläum wurden gebündelt und durch eine gemeinsame Homepage – www.cpebach.de – sichtbar gemacht: Ein Veranstaltungskalender zu Konzerten, Ausstellungen und Vorträgen bildet das Kernstück der touristisch orientierten Seiten der Homepage, Beschreibungen dieser sechs Städte runden das Konzept ab. Die Homepage enthält neben einer umfangreichen Biographie des Komponisten, ein Werkverzeichnis sowie zahlreiche Unterseiten zu Einzelaspekten mit Bach-Bezug. Für den Großteil dieser reich bebilderten Darstellungen im Internet, bei denen besonderes Augenmerk auf die Abbildung von Originaldokumenten – Digitalisaten von Autographen und Erstdrucken, Porträts und Schriften – gelegt wurde, zeichnet die Forschungsabteilung des Bach-Archivs verantwortlich, die zudem langfristig die weitere Pflege der Website übernehmen wird.

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6. Tätigkeitsberichte und Projekte 6 . 1. F o r s c h u n g s i n s t i t u t I n t e r n at ion a l e s Z e n t ru m de r B ac h-F or s c h u ng Die wissenschaftliche Arbeit des Bach-Archivs konzentriert sich auf die Grundlagen­ forschung und schafft damit wesentliche Voraussetzungen für die musikalische Praxis und die interpretierende Wissenschaft. Die im Bach-Archiv betriebene musikwissenschaftliche Grundlagenforschung umfasst die weltweite Erschließung der musika­ lischen Quellen und historischen Archivalien zur Musikerfamilie Bach sowie deren philologische Aufarbeitung in kritischen Editionen und Dokumentationen in Print- und elektronischen Medien. Sie widmet sich darüber hinaus der Umfeldforschung, der Bach-Rezeption und der Geschichte des Leipziger Thomaskantorats. Das Bach-Archiv fördert als Studienzentrum den Dialog mit Musikern und Musikwissenschaftlern aus aller Welt und beteiligt sich am Lehrangebot insbesondere der Universität Leipzig, zu deren Musikwissenschaftlichem Institut, Bibliothek, Rechenzentrum und Museum für Musikinstrumente partnerschaftliche Verbindungen bestehen.

T ä t i g k e i t s s c h we r p u n k t e z u r Gru n dl age n for s c h u ng Johann Sebastian Bachs Thomaner (Förderung durch die Gerda Henkel Stiftung) Ziel des im Thomaner-Jubiläumsjahr 2012 begonnenen Forschungsprojekts war es, auf der Grundlage des von PD Dr. Michael Maul im Leipziger Stadtarchiv wiederentdeckten „Album Alumnorum Thomanorum“ systematisch die Lebenswege von Bachs Thomanern auszuwerten, um mehr über Johann Sebastian Bach selbst zu erfahren. Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt wurde von der Gerda Henkel Stiftung um ein drittes Jahr verlängert und konnte im Dezember 2014 erfolgreich ab­ geschlossen werden. Im letzten Projektjahr wurden abschließende Arbeiten in zahl­r eichen Archiven und Bibliotheken in Mitteldeutschland sowie in Darmstadt, Berlin und Wien durchgeführt. Die Bach-Rezeption in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bildete dabei einen Forschungsschwerpunkt. Das spätere Wirken von Bachs Thomanern nach Verlassen des Alumnats erstreckte sich aufgrund des jugendlichen Alters des untersuchten Personenkreises bis weit über Bachs Tod im Jahr 1750 hinaus. Jeder vierte Thomaner bekleidete nachmals selbst ein Amt als Kantor, Schulmeister oder Organist und so liefern die zusammengetragenen Dokumente wichtige Erkenntnisse zur frühen Bach-Rezeption – in und außerhalb von Leipzig. Untersuchungen zur Kirchenmusik, insbesondere den BachAufführungen der Thomaskantoren Gottlob Harrer und Johann Friedrich Doles, boten

Tätigkeitsberichte und Projekte

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die Möglichkeit zur Identifizierung von weiteren Thomanern als Notenkopisten und damit zur genaueren Datierung von Wiederaufführungen Bachscher Werke in Leipzig. Die Untersuchungen von Bernd Koska, dessen Dissertation mit dem Titel „Bachs Thomaner als Kirchenmusiker in Mitteldeutschland“ in Kürze vorliegen wird, haben gezeigt, dass es weniger Bachs Kirchenkantaten, als vielmehr seine Clavierund Orgelkompositionen waren, die das Repertoire der frühen mitteldeutschen Bach-Pflege im 18. Jahrhundert bestimmt haben. Neben drei im Projektverlauf entstanM. Maul, M. Bärwald und B. Koska in einer Szene aus einem Begleitfilm zum Forschungsprojekt

denen Monographien (einer Habilitationsschrift und zwei Dissertationen) und zahlreichen Fachaufsätzen wurden die Forschungsergebnisse des Projektes in einer Sammlung von über 450 Biogrammen von Bach-Thomanern dokumentiert, die in der Bibliothek des Bach-Archivs für weitere Forschungen archiviert und zugänglich gemacht wurden. 1000 Jahre Leipzig – Aufarbeitung der Stadtmusikgeschichte zum Jubiläumsjahr 2015 2015 feiert Leipzig das 1000jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung. Neben einer Fülle von Festveranstaltungen, in deren thematischen Rahmen sich auch das Bachfest 2015 einreihen wird, hat die Stadt Leipzig führende Historiker mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung ihrer Geschichte beauftragt, um bis 2015 eine vierbändige „Stadtgeschichte“ herauszugeben, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und eine Zusammenfassung des stadt- und regionalgeschichtlichen Wissens von den Anfängen bis in die Gegenwart bietet. Das Bach-Archiv ist in diese Arbeit mit der Aufarbeitung von über 800 Jahren Stadtmusikgeschichte eingebunden: Peter Wollny, Michael Maul, Andreas Glöckner und Manuel Bärwald werden in fünf Studien den aktuellen Forschungsstand zur Musikgeschichte Leipzigs vom Mittelalter, über die Frühe Neuzeit bis hinein ins frühe 19. Jahrhundert nachzeichnen. Während des Bachfests 2015 sollen die neuen Erkenntnisse aus dieser Arbeit dann in der vierteiligen Vortragsreihe „Große Momente der Leipziger Musikgeschichte“ einer breiteren Öffent­ lichkeit präsentiert werden.

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Digi ta l H u m a n i t i e s i m B ac h-A rc h i v Bach digital – Digitale Bibliothek der Originalhandschriften Johann Sebastian Bachs Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden – und dem Rechenzentrum der Universität Leipzig, koordiniert vom Bach-Archiv Leipzig (Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft) Ein immer stärkerer Fokus der Bach-Forschung liegt auf Forschungsprojekten, welche Methoden und Mittel der Informatik nutzen. Mit Bach digital konzentriert sich das BachArchiv seit 2008 auf die Volltext-Darstellung von originalen Quellen sowohl aus eigenem Besitz, als auch auf den Bestand der großen deutschen Bach-Bibliotheken: Staatsbibliothek zu Berlin und Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. Das Leipziger Universitäts-Rechenzentrum stellt für diese gemeinsame Plattform www.bach-digital.de die technische Basis zur Verfügung. Unter Federführung des Bach-Archivs werden seitdem neue Recherchemöglichkeiten erarbeitet. Die weltweit einzigartige so­genannte Metadatensammlung, also die präzisen Beschreibungen von Werken und ihren dazugehörigen handschriftlichen Quellen, wird dabei sukzessiv erweitert. Im Jahr 2014 lag der Fokus zum einen auf der Optimierung der Nutzerfreundlichkeit der digitalen Plattform, zum anderen auf der Integration der Werke Carl Philipp Emanuel Bachs, dessen 300. Geburtstag 2014 begangen wurde. In Zusammenarbeit mit der Webdesign-Firma BLOTTO/State wurde eine vereinfachte Nutzerführung mit Hilfe eines neuen Designs der Bach digital-Homepage umgesetzt. Bestandteile dessen sind Responsivität, Barrierefreiheit und ein neues Logo. Die notwendige und komplizierte technische Anpassung an die Struktur der MyCoRe-Datenbank erfolgte mit Unterstützung des Universitätsrechenzentrums Leipzig und konnte zum Jahresende 2014 weitgehend fertiggestellt werden. Daneben wurde eine neue englische Übersetzung der Seite implementiert sowie japanische und französische Übersetzungen der Hauptseiten und der Klassifikationen erstellt. Die Online-Stellung der neuen Website ist am 16. April 2015 erfolgt. Der Inhalt der digitalen Plattform wird stetig erweitert und kontrolliert. Zum Jahres­ ende 2014 waren Digitalisate von mehr als 1.116 Handschriften aus dem J. S. Bach-Bestand (Autographe, Originalstimmen, frühe Abschriften sowie Abschriften J. S. Bachs von Werken anderer Komponisten aus Bachs Notenbibliothek/Alt Bachisches Archiv) einsehbar, darunter Digitalisate zu 208 Quellen aus dem Bach-Archiv. Im C. P. E. Bach-Jubiläumsjahr 2014 wurden ebenso zahlreiche Datensätze zu dessen Werken (930) und zu deren Quellen (1.290, davon 250 mit Digitalisaten) vollständig online dargestellt. Die bereits digitalisierten Quellen stammen aus den Beständen der

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Sing-Akademie zu Berlin (darunter vornehmlich Vokalwerke) und des Bach-Archivs (Sammlungen Scholz und Gorke). Die Vokalmusik-Datensätze aus der Werk- und Quellendatenbank der C. P. E. Bach-Ausgabe (C. P. E. Bach: The Complete Works) in Cambridge/USA wurden von Ende 2012 bis Februar 2014 einer sukzessiven Kontrolle und einem Abgleich mit dem in der Redaktion befindlichen Vokalwerkeverzeichnis unter­ zogen. Die im Vokalwerkeverzeichnis BR-CPEB nachgewiesenen Werk- und QuellenDatensätze sind nun sämtlich online verfügbar (bislang noch nicht als Digitalisate). Etliche Quelleninformationen, die aus Platzgründen nicht in der Print-Version des Vokalwerkeverzeichnisses erscheinen konnten, sind nur hier einsehbar. Diese Erweiterung des Portals Bach digital hinsichtlich der Quellen der Bach-Söhne stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem Portal der Musik der gesamten Bach-Familie dar. Bach digital soll künftig auch eine umfangreiche Personendatenbank (Komponisten, Schreiber, Vorbesitzer) bieten und so einen weiteren wichtigen Baustein der Bach-Forschung repräsentieren. Die Basisdaten sollen in die Gemeinsame Normdatei (GND) der Bibliotheken eingespielt werden. 2014 wurden dafür die Weichenstellungen vorgenommen. Bach interaktiv (Förderung im Rahmen der Digitalisierungsoffensive 2013 von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundes­ tages und administriert von der Deutschen Nationalbibliothek im Rahmen der „Deutschen Digitalen Bibliotheken“) Die seit Jahrzehnten zunehmende Ausdifferenzierung quellenbasierter Bach-Forschung führt zu einer für wissenschaftliche „Einsteiger“ und Bach-Liebhaber oft nur schwer zu überwindenden Hürde. Bach digital hat in dieser Hinsicht insofern eine Brückenfunktion, als es wichtige Ergebnisse der Bach-Forschung durch eine klare Datenbank-Struktur und die Digitalisierung vollständiger Quellen vermitteln kann. Für Liebhaber von Bachs Musik, sowie Kinder und Jugendliche, die sich ohne größere Hürden ein Bild von Bach anhand seiner Originalquellen machen möchten, wurde im Jahr 2013 das vom BKM bewilligte medienpädagogische Erweiterungsprojekt Bach interaktiv gestartet. Mit Hilfe der einjährigen Förderung ist es gelungen, die bisher primär wissenschaftlichen Plattform Bach digital zu ergänzen und Musikern, Musikliebhabern, Kindern und Jugendlichen mit allgemeinem Musikinteresse auf eine zum Teil spielerische Art und Weise die Musik Bachs und die Bach-Forschung näher zu bringen. Zu diesem Zweck wurden folgende, im Förderjahr 2013 entwickelten Tools 2014 in der Mediathek des Bach-Archivs online zur Verfügung gestellt: Klingende Autographe (mit Audiostream): Hier wird graphisch-auditiv Bachs Eigenschrift zum Klingen gebracht. Die Anwendung entstand in Zusammenarbeit mit dem Laboratorio di Informatica Musicale (LIM) der Universität Mailand. Das Bach-Archiv

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Jahresbericht 2014


übernahm die Recherche und stellte die benötigten Texte, Partituren, Autographe, Handschriften und Audiofiles zur Verfügung sowie das graphische Mapping mittels der Software IEEE 1599. Als Werke stehen der Eingangschor „Jauchzet, frohlocket“ und die Arie „Bereite dich, Zion“ aus dem Weihnachts-Oratorium BWV 248, „Adagio“ und „Fuge“ aus der Sonate g-Moll für Violine solo BWV 1001 sowie die Contrapuncti 1 und 3 aus der Kunst der Fuge BWV 1080 zur Verfügung. Die ältesten Bach-Einspielungen der Werke für Violine solo werden hier modernen, historisch-informierten Interpretationen gegenübergestellt. Im Falle des Weihnachts-Oratoriums wird das Verfahren der „musikalischen Parodie“ bei Bach visuell-auditiv erlebbar gemacht, und die Contrapuncti werden mit unterschiedlichen Instrumentationen vorgestellt. Gemeinsam mit dem Klangkünstler Erwin Stache sowie der musikpädagogischen Abteilung des Bach-Museums entstanden daneben mehrere, durch eine gemeinsame Oberfläche verbundene Spiele, die verschiedene Ansätze und Altersgruppen berücksichtigen. Alle vier Anwendungen stellen die Spielerfahrung in den Vordergrund, lassen die Musik- und Wissensvermittlung jedoch nicht außen vor. Jede Anwendung ermöglicht dem Benutzer erste Einblicke in die Musik Bachs: Digitales Instrumenten-Museum/Virtuelles Orchester: Die interaktive Anwendung wurde am Beispiel eines Choralsatzes aus der Kantate „Es erhub sich ein Streit“ BWV 19/7 realisiert. In dieser Anwendung können einzelne Instrumente und Instrumentengruppen vom restlichen Orchester separiert und gesondert angehört werden. Mittels kleiner Informationsboxen wird kurz und prägnant Wissenswertes zu den Instrumenten vermittelt. Mit dem virtuellen Orchester wurden Synergieeffekte zwischen dem Bach-Museum und dem medialen Angebot der Bach-Archiv-Homepage genutzt. Memory: Ein Memory in verschiedenen Schwierigkeitsstufen bezieht sowohl musi­ ka­lische Laien als auch Fachkundige ein. Markante Motive und Themen aus Johann Sebastian Bachs Werken werden mit verschiedenen visuellen Repräsentationen, d. h. entweder mit den entsprechenden Abbil-

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Der Eingangschor des Weihnachts-Oratoriums steht als klingende Partitur in der Mediathek zur Verfügung.


dungen von Musikern oder mit autographen Notenbeispielen auditiv bzw. auditiv-visuell kombiniert. Zu den entsprechenden Beispielen werden auch hier kleine Informationen zu Werk und Instrument bereitgestellt. Fugenspiel: Dieses Tool wurde vorrangig für Kinder entwickelt und führt spielerisch in die Welt einer der für Bach charakteris­tischen Kompositionsformen ein. Im Ambiente von Bachs Komponierstube am Thomaskirchhof Die interaktiven Spiele können auch an einer Medienstation im BachMuseum gespielt werden.

stehen Notenrollen mit drei Fugen verschiedener Komplexitätsgrade bereit (dreistimmige Fuge in d-Moll BWV 875, vierstimmige Fuge in c-Moll BWV 871, fünfstimmige Fuge in b-Moll BWV 867). Das kreativ-spielerische Design basiert auf der Entwicklung des Leipziger Komponisten und Computerkünstlers Knut Müller. Die graphische Gestaltung wurde bewusst so gewählt, dass dieses Spielprinzip auf andere musikalische Gattungen erweitert werden kann, z. B. auf Musik der Bach-Söhne. Komponierstube: Mittels zeichnerischer Eingabe lassen sich hier einfache Melodien erstellen. Nachträgliche zeichnerische Veränderungen als auch mehrere „Abspiel-Instrumente“ stehen als Varianten zur Verfügung. Mit für Fugen üblichen Mitteln (Krebs, Spiegelung) kann diese Melodie dadurch modifiziert werden. Sollte für das Projekt eine weitere Förderung akquiriert werden können, sind auch Erweiterungen all dieser Spiele denkbar und möglich.

L a u f e n d e P u b l i k a t i o n s p r o je k t e Editionsreihen • Neue Bach-Ausgabe – revidierte Edition • Carl Philipp Emanuel Bach: The Complete Works (Förderung durch die Sächsische Akademie der Wissenschaften und das Packard Humanities Institute) • Wilhelm Friedemann Bach: Gesammelte Werke (Förderung durch das Packard Humanities Institute) • Edition Bach-Archiv Leipzig: Musikalische Denkmäler Ausgewählte Werke aus J. S. Bachs Notenbibliothek und dem Umfeld Bachs

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• Leipziger Beiträge zur Bach-Forschung • Faksimile-Reihe Bachscher Werke und Schriftstücke – Neue Folge • Beiträge zur Geschichte der Bach-Rezeption Eine Gesamtübersicht der Veröffentlichungen des Forschungsinstituts findet sich in Kapitel 9.2.

6.2. Bibl iot hek Ge s a m m e l t e s W i s s e n , wa c h s e n d e E r k e n n t n i s Die Bibliothek des Bach-Archivs bietet eine einzigartige Spezialsammlung zum Thema Bach und zur Geschichte des Leipziger Thomaskantorats. Zu den Schätzen der Sammlung zählen Bach-Handschriften und Originaldrucke sowie die Restbestände der alten Thomasschulbibliothek. Ein großer Bestand an wissenschaftlicher Literatur, Musikalien und Tonträgern ergänzt die Möglichkeiten der Bach-Recherche, die Musikwissenschaftler, Musiker und Studenten aus aller Welt schätzen und nutzen. Arbeitsplatz im Lesesaal der Bibliothek

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Be s ta n d s e n t w ic k lu ng Bi bl io t h e k Bestand i.e.S.

2010

2011

2012

2013

2014

Monographien

12.063

12.564

12.849

13.136

13.376

Musikalien

12.019

12.530

12.787

13.127

13.454

Handschriften/Autographe

978

1.142

1.156

1.172

1.253

Erst- und Frühdrucke (Rara)

1.283

1.316

1.605

1.634

1.654

20

22

22

22

23

Tonträger

6.300

6.380

6.566

6.703

6.941

Sammlung Mikroformen

19.052

19.052

19.052

19.052

19.052

698

716

722

723

726

52.413

53.722

54.759

55.569

56.479

Sammlung Plastiken und Büsten

25

25

25

25

26

Sammlung Münzen und Medaillen

149

151

150

150

150

6.224

6.335

6.624

6.624

6.100

19.456

20.469

20.684

20.698

20.750

3.286

3.304

3.488

3.499

3.489

Zwischensumme

29.140

30.304

30.971

30.996

30.515

Gesamtbestand

81.553

84.004

85.730

86.565

86.994

Gelehrten-Nachlässe

Sammlung Graphik Zwischensumme Erweiterter Bestand

Sammlung Quellenkopien Konzertprogramme Plakate

Quelle: Bibliothek

E r we r b u n g Im Jahr 2014 wurde der Bibliotheksbestand weiter ausgebaut. Die Monographiesammlung konnte um 240 Bestandseinheiten (BE) erweitert werden. Die Musikalien wuchsen um 327 BE, die Handschriften- und Rarissima-Sammlung, einschließlich der Deposita, konnte um 101 BE aufgestockt werden und die Tonträger um 238 BE.

E r we i t e r u n g d e r Z i m e l i e n - S a m m l u n g Die hier aufgeführten seltenen und wertvollen alten Schriften und Drucke befinden sich, dank der Unterstützung von Freunden und Förderern, neu im Bestand der Bibliothek:

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Jahresbericht 2014


• Quittungsblatt aus dem Legatum Lobwasserianum (siehe Abb.) Die vorliegende Quittung wurde einen Monat vor Bachs Tod im Juni/Juli 1750 ausgestellt und von seinem jüngsten Sohn Johann Christian Bach in seinem Namen unterzeichnet. Die Quittung stammt aus dem früheren Besitz der Pianistin Wanda Landowska und wurde jetzt vom Auktionshaus Swann in New York versteigert. (erworben mit Unterstützung von Elias N. Kulukundis, Arend Oetker und Catherine von Fürstenberg-Dussmann) • Carl Philipp Emanuel Bachs Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen Bd. 1. – Zweyte Aufl., Berlin : In Verlegung des Auctoris, 1759 (erworben mit Unterstützung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig) • Carl Philipp Emanuel Bachs Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen Erstauflage, Berlin : In Verlegung des Auctoris, 1759 (erworben mit Unterstützung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig) • Leopold, Fürst von Anhalt-Köthen, Porträtbild Öl auf Kupfer, gerahmt (siehe Abb.) Seltenes Miniaturbild mit einem Porträt des Prinzen Leopold von Anhalt-Köthen, für den Bach später als Kapellmeister bis 1723 tätig war. Fürst Leopold war unter anderem Pate seines 7. Kindes Leopold Augustus. Eine Auflistung der Ankäufe, die mit Hilfe der Unterstützung unserer Freundeskreise realisiert werden konnten, finden Sie zudem in den Kapiteln 8.1. und 8.2.

E r s c h l i eSS u n g Bach-Bibliographie (Förderung durch das Packard Humanities Institute) Mit der Bach-Bibliographie präsentierte das Bach-Archiv Leipzig als zentrale Forschungsstätte im Mai 2014 auf einer Pressekonferenz erstmals eine umfassende wissenschaftlich fundierte neue Fachdatenbank zum gesamten Bach-Schrifttum (www.bach-bibliographie.de/DB=2.355/). Auch Prof. Dr. Yo Tomita (Queens University, Belfast), Gründungsvater der OnlineBach-Bibliographie, nahm an der Pressekonferenz teil. Hervorgegangen aus den Daten

Tätigkeitsberichte und Projekte

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der Bach-Bibliographie von Professor Tomita und den Daten aus dem Bestandskatalog der Bibliothek des Bach-Archivs, enthält die neu konzipierte und implementierte Datenbank derzeit mehr als 65.000 Titeldaten. Um diese internationale Bach-Bibliographie einem größeren Fachpublikum zu vermitteln, wurde das Projekt im Juli auf der Internationalen Tagung der Musikbibliothekare (IAML) in Antwerpen präsentiert. Seit Initiierung der Datenbank ist deren Pflege, Aktualisierung und Weiterentwicklung zu einer wichtigen Aufgabe der Bibliothek geworden. Quellenkopien (Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft) Das Bach-Archiv Leipzig ist im Besitz einer umfassenden Quellensammlung in Form von Papierkopien und Mikrofilmen zu den musikalischen Werken Johann Sebastian Bachs und der gesamten thüringisch-sächsischen Musikerfamilie Bach. Wissenschaftler und Musiker aus aller Welt nutzen diesen Bestand sehr regelmäßig und intensiv. Eine gute und umfassende Erschließung ist Voraussetzung, damit ein schneller Zugang für die Wissenschaft möglich wird. Das Ziel des Projektes ist es, den kompletten Bestand an Quellenkopien und Mikrofilmen (der sich aus verschiedenen Sammlungen zusammensetzt) zu erschließen, in Bach digital elektronisch zu verzeichnen und die Vermittlung somit zu vereinfachen. Mit der Schließung des Göttinger Johann-Sebastian-Bach-Institutes im Jahr 2008 gingen alle dort befindlichen Quellenkopien in den Bestand des Bach-Archivs über. 2014 wurde mit der Erfassung dieser Kopien in die Datenbank Bach digital begonnen. Die Kopien wurden zunächst auf Vollständigkeit überprüft, ggf. paginiert und Dubletten aus­ gesondert. Um den Bestand aus Göttingen von den übrigen Quellenkopien zu unterscheiden, erhielten betreffende Objekte eine neue Signatur (QK-Gö). Die Aufstellung nach Bibliotheksorten wurde beibehalten. Die Erfassung und Bearbeitung des umfangreichsten Bestandes der Kopien von Berliner Quellen ist abgeschlossen und mit den weiteren Orten konnte begonnen werden. Insgesamt sind mit den rund 1.941 neu eingearbeiteten Quellenkopien nun rund vier Fünftel des Göttinger Bestandes erfasst. Die restlichen Quellenkopien sollen in 2015 bearbeitet werden. Mit der Erfassung der Mikrofilme in Bach digital wurde in den letzten Monaten des Projektzeitraumes begonnen. Die Arbeit soll 2015 von einem Studenten der Bibliothekswissenschaft im Rahmen eines Projektpraktikums fortgesetzt werden. Ziel ist es, die insgesamt ca. 1.500 Mikrofilme aus dem ursprünglichen Leipziger Bestand vollständig einzuarbeiten. Dabei wird die Beschriftung der Mikrofilme kontrolliert, der Inhalt auf Vollständigkeit überprüft und die Signatur in Bach digital verzeichnet. Dieser

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Jahresbericht 2014


Arbeitsschritt soll es ermöglichen, Quellen zu identifizieren, die noch nicht als Papierkopie im Bach-Archiv vorliegen. Bislang wurden 408 Mikrofilme eingearbeitet. Sammlung Kulukundis (Förderung durch das Packard Humanities Institute) Die Sammlung Elias N. Kulukundis enthält wichtige Originalquellen zu Wilhelm Friedemann, Carl Philipp Emanuel, Johann Christoph Friedrich und Johann Christian Bach, den Söhnen Johann Sebastian Bachs. Von besonderem Interesse sind die lange verschollen geglaubte autographe Partitur der von J. C. Bach geschaffenen Oper „Zanaida“ und die zahlreichen Briefe von Carl Philipp Emanuel Bach. Alle in der Sammlung befindlichen Autographe, Briefe und Handschriften der BachFamilie wurden durch die Preservation Academy Leipzig digitalisiert. Parallelexemplare aus Bachs Theologischer Bibliothek Im letzten Jahr konnten aus Privatbesitz einige sehr seltene Parallelausgaben aus Bachs Bibliothek erworben werden. Diese stellen für die Sammlung einen beson­ deren Wert dar. Um die Neuankäufe langfristig zu erhalten, wurde nach einer Begutachtung eine Auswahl an zu restaurierenden Objekten vorgenommen. Die Arbeiten konnten bis Ende des Jahres abgeschlossen werden. Sie erfolgten durch die Restauratorin Barbara Schinko. Nachlass Werner Braun Im Dezember 2013 erhielt die Bibliothek den Nachlass des Musikwissenschaftlers Werner Hermann Georg Braun, dessen Forschungsschwerpunkt auf der deutschen Musikgeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts lag. Der Nachlass enthält neben handschriftlichen Dokumenten, zahlreiche Bücher und Musikdrucke aus seiner Privatbibliothek. Nach einer ersten Sichtung wurde zu Jahresbeginn ein Inventarverzeichnis an-

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Auch ein Exemplar von Heinrich Müllers „Apostolischer Schlußkette“ befand sich einst in Bachs Bibliothek.


gefertigt. Danach konnte mit der Erschließung der Musikdrucke begonnen werden. Dieser Vorgang wird 2015 fortgesetzt.

Ö f f e n t l i c h k e i t s a r be i t Führungen Anlässlich des Bach-Geburtstages am 21. März fanden zwei Sonderführungen in der Bibliothek statt. Daneben wurden Masterstudenten der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) sowie eine Gruppe Chemnitzer Kantoren durch die Bibliothek begleitet. Am 23. Oktober waren 25 französische Cembalisten zu Gast im Bach-Archiv. Ihnen wurden auch verschiedene Handschriften präsentiert.

Szene aus der MDR-Produktion

Dreharbeiten Anlässlich der Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach gab es verschiedene Dreharbeiten im Lesesaal der Bibliothek. Sehr umfangreiche Zuarbeiten fanden für die TV-Produktion des Films: „Carl Philipp Emanuel Bach – ein musikalischer Rebell“ statt, der am 6.3.2014 im MDR ausgestrahlt wurde. Am 16. Oktober war zudem ein kanadisches Drehteam für Aufnahmen in der Bibliothek unterwegs.

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B i b l i o t h e k s be n u t z u n g

600

632 597

500 400

471

439

424

350 300

305 278

250

269 247

200 194

150 100 50 2010

2011

2012

Zahl der Benutzer im Lesesaal

2013

2014

Zahl der beantworteten Fragen

Quelle: Bibliothek

Nutzu ng 2014 haben 424 institutsfremde Nutzer die Serviceleistungen der Bibliothek vor Ort in Anspruch genommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist hier eine leicht rückläufige Entwicklung zu verzeichnen. Die schriftlichen und mündlichen Anfragen sind dagegen mit 247 im Vergleich zum Vorjahr (194) angestiegen. Neben Recherchen und Anfragen nach Bilddokumenten wurden zahlreiche reprographische Leistungen (3.992) erbracht.

6 . 3 . M u s e u m In zwölf thematisch gegliederten Ausstellungsräumen berichtet das Bach-Museum über Leben und Wirken Bachs und seiner Familie. Die interaktive und weitgehend barrierefreie Dauerausstellung lässt seine Musik erklingen, gibt Einblicke in Methoden und

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Arbeitsweisen der Bach-Forschung und präsentiert originale Handschriften und andere Kostbarkeiten. Sonderausstellungen, Tage der offenen Tür und ein breites museums­ pädagogisches Programm ergänzen das thematische Spektrum. Die kulturelle Bildung bildet dabei einen wichtigen Schwerpunkt der Tätigkeit. Besucher ent w ick lu ng 2014 besuchten 43.897 Personen das Bach-Museum (2013: 43.997). Einberechnet in diese Zahl sind die Besucher der externen museumspädagogischen Veranstaltungen des Bach-Museums während des Bachfestes. Führungen Es nahmen 3.879 Personen an 281 Museumsführungen teil (2013: 3.573/259). Die Führungen wurden durch die Mitarbeiter des Bach-Museums und die Partneragentur „Leipzig Details“ durchgeführt: • Öffentliche Führungen, deutschsprachig: 902 Teilnehmer/101 Führungen (2013: 980/101) • Öffentliche Führungen, fremdsprachig: 71 Teilnehmer/9 Führungen (2013: 75/9) • Gruppenführungen, deutschsprachig: 2.270 Teilnehmer/143 Führungen (2013: 2.067/126) • Gruppenführungen, fremdsprachig: 636 Teilnehmer/37 Führungen (2013: 451/23)

Be s uc h e r s tat i s t i k B ac h-M us e u m Besucher 60.000 50.000

50.089

40.000

48.800 43.775

43.997

43.897

2013

2014

30.000 20.000 10.000 0

2010

Quelle: Bach-Museum Leipzig

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Jahresbericht 2014

2011

2012

Jahr


Museumspädagogik Im Jahr 2014 wurden 114 museumspädagogische Gruppenangebote durchgeführt. Daran beteiligten sich 1.978 Kinder und Jugendliche (2013: 2.845/154).

K u l t u r e l l e B i l d u n g : P r o je k t e , W o r k s h o p s , Le s u n g e n u n d T a g u n g s be i t r ä g e Bündnis für Bildung, Sommerhalbjahr 2014 (Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Programm „Kultur macht stark“) Das mit dem Hort der Karl Liebknecht Grundschule Leipzig geschlossene „Bündnis für Bildung“ ging im Sommerhalbjahr 2014 in seine zweite Runde. Diesmal bearbeiteten die Schüler gemeinsam mit dem Künstler Karl Anton und den Museumspädagogen des Bach-Museums die Leipziger Sage vom Ritter St. Georg. In altersgemischten Gruppen von je zwei bis drei Kindern entstanden sogenannte Museobilboxen zu diesem Thema, die in einer Ausstellung im Hort präsentiert wurden. Ganz nach Bachs Vorbild komponierten die Kinder zur Ausstellungseröffnung ihre eigene Musik und führten diese auf. Als Dokumentation des Projektes wurde aus den entstandenen Arbeiten ein Puzzle entworfen. Präsentation der Museobilboxen im Hort der Grundschule

Lyrix-Workshop, 13. März 2014 „lyrix“ nennt sich ein Bundeswettbewerb für junge Dichterinnen und Dichter im Alter von 10 bis 20 Jahren. Initiiert von Deutschlandfunk, Deutschem Philologenverband und Deutschem Museumsbund findet er jeden Monat in einem anderen Museum statt. Im

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März gastierte der Wettbewerb unter Leitung der Dichterin Ulrike Almut Sandig im Bach-Museum. Inspirationsquellen zum Thema „Ruhm“ waren der im Museum aus­ gestellte Orgelspieltisch, an dem Bach einst gespielt hatte, sowie Ulrike Almut Sandigs Gedicht „Lied“. Ausgewählte Gedichte, die zu diesem Thema entstanden, sind auf der Website des Deutschlandfunks veröffentlicht. Museumspädagogische Aktionen „Bach im Bahnhof“ während des Bachfestes, 13. bis 22. Juni 2014 Auf der Aktionsbühne in der unteren Ladengalerie des Hauptbahnhofes konnten die Passanten auch während des Bachfestes 2014 wieder an der historischen Schreibwerkstatt teilnehmen und probieren, mit einer Gänsefeder zu schreiben. Es wurden mit 677 Teilnehmern gut 200 mehr gezählt als noch im Vorjahr. Sommerwerkstatt im Bach-Museum, 5.-8. und 12.-15. August 2014 In den Sommerferien öffnete zum zweiten Mal seit 2012 die Sommerwerkstatt ihre Türen. Die Besucher waren eingeladen, an verschiedenen Mitmach-Stationen im Bach-Museum selbst aktiv zu werden. Unter anderem wurden Porzellantassen gestaltet, Papier geschöpft, ein Memory hergestellt und Taschen verziert. Eine Schreibwerkstatt vermittelte die richtige Technik im Umgang mit dem Federkiel und ein Museumsquiz verführte dazu, die Ausstellung näher kennenzulernen. An den Vormittagen war die Werkstatt Hortgruppen vorbehalten, nachmittags war sie für alle geöffnet. Insgesamt besuchten 150 Kinder und 45 Erwachsene die Angebote der Sommerwerkstatt. Kooperation mit der Anna Magdalena Bach Grundschule Leipzig Das Bach-Museum hat mit der Anna Magdalena Bach Grundschule Leipzig eine lang­ fristige Kooperation geschlossen. Zukünftig werden alle 2. und 3. Klassen der Schule im Rahmen des Sach- und Musikunterrichts das Bach-Museum und die Bach-Stadt Leipzig kennenlernen. Zudem wird es regelmäßig Lehrerfortbildungen im Bach-Museum geben sowie Familienkonzerte zum Mitmachen, die der in der Schule betreute Thomanernachwuchschor gemeinsam mit den Museumspädagogen im Sommersaal des Bach-Museums gestalten wird. Die beiden ersten Familienkonzerte fanden am 28. September und 30. November statt. Das Septemberkonzert widmete sich dem Thema „Auf den Spuren Anna Magdalena Bachs“, das Novemberkonzert stand unter dem Motto „Advents­

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konzert bei Anna Magdalena Bach“. Beide Konzerte waren ausverkauft. Zudem hat das Bach-Museum gemeinsam mit der Grundschule und deren Förderverein beim Deutschen Museumsbund ein „Bündnis für Bildung“ im Rahmen des Förderprogramms „Von uns – für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt“ beantragt, welches bereits bewilligt wurde und 2015 starten wird. Das Projekt verfolgt den Ansatz, Kinder als „peers“ (kleine Fachleute) auszubilden, die andere Kinder dabei unterstützen, das Museum zu entdecken. Zum Abschluss soll gemeinsam ein Museumsporträt erarbeitet werden. Kooperation mit der Wilhelm-WanderGrundschule Leipzig (Förderung durch den Elephants Club e.V.) Für eine weitere langfristige Schulkooperation erhielt das Museum eine Förderung des Elephants Club e.V. Dieser gemeinnützige Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, Völkerverständigung zu fördern und Toleranz zu unterstützen. Das Kooperationsprojekt „Bach gehört uns!“ mit der Wilhelm-Wander-Grundschule Leipzig startete im November mit einer Projektwoche. Fünf Tage lang nahmen die Kinder an Percussion-Workshops, museumspädagogischen Veranstaltungen sowie Sprachunterricht im Fach „Deutsch als Zweitsprache“ teil. Im Wechsel der Angebote erarbeiteten sie sich das Vokabular, um über Johann Sebastian Bach und seine Musik zu sprechen und ihren Gefühlen und Empfindungen Ausdruck verleihen zu können. Im Percussion-Workshop wurden Rhythmen, Klangfolgen, Dynamik, die Klangerzeugung mit unterschiedlichen Instrumenten und das Hören geübt. Zudem lernten die Schüler das Bach-Museum sowie die Thomasschule und den Thomaskirchhof kennen. Sie erhielten Einblicke in den Alltag der Barockzeit, studierten ein Menuett ein und beschäftigten sich mit barocken Musikinstrumenten und deren Klang. Den Kindern, die zum großen Teil aus bildungsfernen Familien kommen, wurden so mit Hilfe altersgerechter, elementarer Musikpädagogik und Sprachunterricht Wege zur Hochkultur und zu J. S. Bach geebnet. Das Projekt wird fortgesetzt. Bundeskongress Musikunterricht, 17. bis 21. September 2014 Im September fand der Bundeskongress Musikunterricht in Leipzig statt: der bisher größte Bundeskongress in der Geschichte der beiden ausrichtenden Verbände Arbeitskreis für Schulmusik (AfS) und Verband Deutscher Schulmusiker (VDS) mit knapp 1.800

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Percussion-Workshop im Sommersaal


Teilnehmern. Das Bach-Museum beteiligte sich mit vier Lehrerfortbildungen (123 Teilnehmer) und organisierte die Angebote der Leipziger Museen für den Kongress. Die Mitwirkung am Bundeskongress hat dem Bach-Museum wertvolle Kontakte und ein ausgezeichnetes Standing beim Verband verschafft. Workshop „Barrierefreiheit im Museum“, 30. Juni 2014 In Kooperation mit dem Bach-Museum veranstaltete die Sächsische Landesstelle für Museumswesen vor Ort einen Workshop zum Thema Barrierefreiheit im Museum. Als Schwerpunkt der Fortbildung wurde das Thema „Gehörlose und Hörgeschädigte“ gewählt, da das Bach-Museum in diesem Bereich mit seiner gebärdensprachlichen Multimediaführung ein besonders innovatives Angebot im Programm hat. Neben den Projekten des Bach-Museums wurden Best-Practice-Beispiele anderer Museen vorgestellt sowie die politische, bauliche und organisatorische Seite eines inklusiven Museums thematisiert. Tagung „Musik ausstellen: Re/Präsentationen von Musik und Sound in musealen Kontexten, Bonn, 23. bis 25. Oktober 2014 Die interdisziplinäre Tagung wurde von der Universität Bonn, Abteilung für Musik­ wissenschaft/Sound Studies, in Bonn ausgerichtet. Das Thema „Musik ausstellen“ wurde dabei aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick genommen. Klangkünstler waren ebenso vertreten wie Musikwissenschaftler, Museumstheoretiker und Kollegen aus der Museumspraxis. Unter dem Titel „Klangerfahrungen im Musikermuseum. Die klingende und interaktive Ausstellung des Bach-Museums Leipzig“ stellte Museumsleiterin Kerstin Wiese das Ausstellungskonzept vor. Die Tagungsbeiträge werden im Druck erscheinen. Vortrag zum Kees-Jubiläum, Markkleeberg/Zöbigker, 3. Mai 2014 Im Rahmen des 300jährigen Kees-Jubiläums (vgl. S. 42), das in Markkleeberg begangen wurde, hielt Museumsmitarbeiterin Maria Hübner einen Vortrag in der Alten Schule in Zöbigker. Sie referierte zur Familie Kees, die nachweislich Verbindungen zur Bach-Familie pflegte.

Tage de r of f e n e n T ü r , M us e u m s nac h t u n d we i t e r e S o n d e r v e r a n s t a l t u n g e n Bachs Geburtstag, 21. März 2014 Aus Anlass von Bachs Geburtstag veranstaltete das Bach-Museum am Freitag, dem 21. März, einen Tag der offenen Tür. Bei freiem Eintritt fanden öffentliche Führungen,

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Jahresbericht 2014


kleine Konzerte und museumspädagogische Angebote statt. Eingeleitet wurde der Tag mit einem besonderen Programm für die Vorschüler der Kindertagesstätte Forum Thomanum. Um 12 Uhr wurde die traditionelle Geburtstagstorte auf dem Thomaskirchhof angeschnitten, nachdem Leipziger Schüler ein Geburtstagsständchen dargeboten hatten. 410 Besucher tummelten sich im Museum, darunter auch die Gäste einer Goldenen Hochzeit. Das Paar hatte einst an Bachs Geburtstag geheiratet und wollte das besondere Jubiläum daher im Bach-Museum verbringen. Blick aus der „Himmelsburg“ auf die Konzertbesucher

Museumsnacht, 10. Mai 2014 „Lockstoff“ war das Motto der sechsten gemeinsamen Museumsnacht der Städte Leipzig und Halle. Passend dazu wurden Puder und Parfum in bester Barockzeitmanier hergestellt, und eine Dresdner Hofdame weihte in die Geheimnisse der barocken Körperpflege ein. Die barocken Parfum-Rezepte konnten mit der Gänsefeder niedergeschrieben und eigene Parfum-Flakons verziert werden. Unter dem Slogan „Und ewig lockt das Original“ wurden Kurzführungen durch die Schatzkammer und die Kabinettausstellung zu Carl Philipp Emanuel Bach angeboten. Für Musik sorgten Katharina Holzhey (Viola da gamba) und Zita Mikijanska (Cembalo) mit ihrer „Kleinen Nachtmusik“ sowie die Gäste selbst, die gemeinsam mit der Museumspädagogin Lieder und ein Spiel aus der Barockzeit zum Besten gaben. 1.228 Personen besuchten die Museumsnacht.

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An dieser Mitmachstation verrieten die barocken Damen ihre Schönheitsgeheimnisse.


Präsentation zum Tag der offenen Tür im Keesschen Park in Markkleeberg, 1. Juni 2014 Zum 300jährigen Jubiläum des Zöbigker Schlosskaufs durch Oberpostmeister Johann Jacob Kees den Jüngeren fand in Markkleeberg ein Festwochenende statt. Das BachMuseum war mit verschiedenen museumspädagogischen Programmen beteiligt. Unter anderem wurden Posthörner gebastelt, historische Siegel hergestellt und Menuett getanzt. Rund 700 Besucher nahmen diese Angebote wahr. Lange Nacht der Wissenschaften, 27. Juni 2014 Zur Langen Nacht der Wissenschaften gaben die Musikwissenschaftler des Bach-Archivs Einblicke in ihre Forschungsprojekte. Unter anderem wurden das gerade erschienene C. P. E. Bach-Werkverzeichnis sowie das Projekt J. S. Bachs Thomaner vorgestellt. Vorträge über „Die Frauen der Bach-Familie“ und ein kürzlich restauriertes Bach-Bildnis rundeten die wissenschaftlichen Darbietungen ab. Sehr anschaulich wurde es beim „Hausmusikabend bei Bachs“ und bei „Wer war Carl Philipp Emanuel Bach?“. Die Kolleginnen und Kollegen der Forschungsreferate musizierten und plauderten aus dem Nähkästchen. Das Bach-Museum war die ganze Nacht über geöffnet. Scouts informierten im Forschungslabor über Methoden und Fragestellungen der Bach-Forschung. Für Familien gab es eine Schatzsuche sowie die Möglichkeit, Kerzen und Windlichter zu verzieren. 509 Gäste besuchten in dieser Nacht das Bach-Archiv.

Der Hausmusikabend lockte die Besucher an.

Sommerfest, 9. August 2014 In den Sommerferien lud das Bach-Museum wieder zum „Großen Fest im kleinen Hof“, dem traditionellen Sommerfest, ein. Neben Führungen und einem sommerlichen Hofkonzert mit dem Jazz-Duo Eye Kontakt (Govinda Abbott, Trompete und Matthäus

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Jahresbericht 2014


Krzywdzinski, Gitarre) gab es zahlreiche Mitmachangebote. So konnten die Besucher Taschen bedrucken, Tassen gestalten, Papier schöpfen oder an einer Schatzsuche teilnehmen. 1.090 Gäste wurden gezählt.

A u s s t e l l u n g e n i m B e r i c h t s ze i t r a u m Mit Studiosi musiciret. Bach und die Leipziger Universität Kabinettausstellung vom 26. September 2014 bis 15. Februar 2015 (Förderung durch das Packard Humanities Institute sowie die Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e.V.) Neben der in Kapitel 5 bereits beschriebenen Jubiläumsausstellung zu C. P. E. Bach rückte die Herbstausstellung im Bach-Museum ein wichtiges Wirkungsfeld J. S. Bachs in seiner Leipziger Zeit ins Zentrum: sein facettenreiches Wirken im Umkreis der Universität. Während seiner Zeit als Thomaskantor übernahm er stets auch musikalische Aufgaben an der Universität Leipzig. Beleuchtet wurden seine kirchenmusikalischen Pflichten an der Paulinerkirche ebenso wie Auftragswerke, die er für Angehörige der Alma Mater Lipsiensis komponierte. So führte er dramatische Trauermusiken und opulente Freiluftwerke auf, etwa anlässlich der Jubiläen von Professoren oder Besuchen der kurfürst­lichen Familie. Darüber hinaus begeisterten Bach und sein Studentenorchester mit anspruchsvollen, auch kurzweiligen und amüsanten Programmen zahlreiche Besucher im Zimmermannschen Kaffeehaus.

Ne u e s a u s d e r D a u e r a u s s t e l l u n g Neuigkeiten im Forschungslabor Im Forschungslabor wurde eine neue Medienstation mit verschiedenen medienpädagogischen Spielen (Memory, Fugenspiel, virtuelles Orchester) aufgestellt, die von dem Klangkünstler Erwin Stache im Rahmen des Projektes „Bach interaktiv. Digitales Forschungsprojekt für jedermann“ entwickelt worden waren und auch in der online-Mediathek des Bach-Archivs zu finden sind (vgl. Kapitel 6.1.). Daneben wurde ein analoges Modell zum besseren Verständnis des Kirchenjahres eingerichtet.

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Blick in die Kabinettausstellung


Erweiterung des Hörkabinetts (Förderung durch die Sächsische Akademie der Wissenschaften) Zum 300jährigen Jubiläum von Carl Philipp Emanuel Bach wurde das Hörkabinett im Bach-Museum um eine kleine repräsentative Auswahl aus dem Schaffen des Kom­ponisten erweitert. Einspielungen folgender Werke wurden eingefügt: • Magnificat Wq 215, BR-CPEB E 4 • Heilig Wq 217, BR-CPEB F 77 • Cembalokonzert d-Moll Wq 23 • Clavier-Fantasie mit Begleitung einer Violine, fis-Moll Wq 80 • Abendlied, aus: Gellerts geistliche Oden und Lieder mit Melodien, Wq 194/1, BR-CPEB H 1/1 Exponatwechsel in der Schatzkammer, 27. Mai und 24. November 2014 Der erste Exponatwechsel im Jahr 2014 erfolgte im Mai. Neben originalen Bach-Handschriften waren bis November Briefe von Johann Elias Bach ausgestellt, die über das Privatleben der Bachs Auskunft geben, sowie Exponate Das Hörkabinett hält nun auch Werke C. P. E. Bachs bereit.

zur Bach-Stadt Leipzig, zur Wirkungsgeschichte sowie zu weiteren Mitgliedern der Familie Bach. Zu sehen war u. a. ein Mozart-Autograph, das sich auf das Oratorium „Auferstehung und Himmelfahrt Jesu“ von Carl Philipp Emanuel Bach bezieht. Nach einem erneuten Exponatwechsel wurden ab November weitere Objekte zu den Themen „Leipziger Kantaten“, „Bachs Bibliothek“, „Bachs Stadt“, „Bachs Familie“ und zu „Bachs Wirkungs­geschichte“ ausgestellt. Restauriertes Bach-Bildnis nun in der Schatzkammer Die Restaurierung der im Oktober 2012 mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder (KSL) und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) erworbenen Kopie eines Bach-Bildnisses nach Elias Gottlob Haußmann wurde im April 2014 abgeschlossen. Das Porträt wurde der Öffentlichkeit am 19. Juni 2014 im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt und ist seitdem in der Schatzkammer des Bach-Museums ausgestellt. Verbesserung der Barrierefreiheit (Förderung durch die Sächsische Aufbaubank, Investitions­

Enthüllung des restaurierten Gemäldes

programm Barrierefreies Bauen 2014 „Lieblingsplätze für alle“ des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz) Mit Hilfe des vom Freistaat Sachsen aufgelegten Förderprogramms „Lieblingsplätze für alle“ konnte die Barrierefreiheit des Bach-Museums verbessert werden. Ziel des

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Jahresbericht 2014


Projektes war es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die blinden und sehbehinderten Menschen einen selbstständigen, informativen und erlebnisreichen Besuch des Museums ermöglichen. Dabei wurden Wünsche von betroffenen Personen aufgenommen, die das Bach-Museum vorab evaluiert hatte. Entwickelt wurden ein taktiler Orientierungsplan sowie Reliefs zu wichtigen Exponaten und Ausstellungsbereichen. Hör- und Taststationen, Klanginstallationen und Filme wurden mit Braillebeschriftungen ausgestattet. Begleitend zu den Tastmaterialien wurde zudem eine deskriptive Audioführung entwickelt, die durch die gesamte Dauerausstellung führt. Die Führung läuft auf iPods mit eingeschalteter Voice-Over-Funktion. Sie ist vor Ort kostenlos erhältlich und steht auch als App im Apple Store und bei Google Play zum kostenlosen Download zur Verfügung.

6 . 4 . B a c h f e s t Le i p z i g Am 8. März 2014 jährte sich der Geburtstag Carl Philipp Emanuel Bachs zum 300. Mal. Sein Werk stand im Kontext zum Œuvre des Vaters Johann Sebastian und dem seines Taufpaten und Hamburger Amtsvorgängers Georg Philipp Telemann im Mittelpunkt des Bachfestes 2014. Beide haben das Schaffen des zweitältesten Bach-Sohnes maßgeblich beeinflusst und sein Aufführungsrepertoire in den Hamburger Kirchen und Konzertsälen auf vielfältige Weise bereichert. Georg Friedrich Händel, der nach einer Mitteilung Carl Philipp Emanuels von seinem Vater „in der letzten Zeit hoch geschätzt wurde“, war ebenfalls mit mehreren Werken im Programm vertreten. Das 1753 erschienene und bedeutendste Lehr- und Studienwerk des zweitältesten Bach-Sohnes, sein „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“, bildete das Bachfest-Motto. Wie mehrere seiner Zeitgenossen hat Carl Philipp Emanuel maßgebliche aufführungspraktische Regeln seiner Zeit festgehalten und somit den Nachfolgegenerationen überliefert. Namentlich solche Lehrwerke erweisen sich heute als wichtige Zeitdokumente bei unserer Suche nach der „wahren Art“ des Musizierens der sogenannten „Alten Musik“. Diese wird uns immer wieder beschäftigen, ohne dass wir endgültige Antworten finden werden. Zahlreiche prominente Solisten, Orchester und Chöre aus der Welt der historisch informierten Aufführungspraxis waren im Bachfest zu Gast. Besondere Bedeutung kam den Konzerten mit dem „Tafelmusik Baroque Orchestra“ aus Toronto (Kanada) als Ensemble in residence sowie der Akademie für Alte Musik Berlin als erstes mit der Bach-Medaille der Stadt Leipzig ausgezeichnetes Ensemble zu. Als Gastdirigenten dieser Ensembles wirkten Thomaskantor Georg Christoph Biller, Hans-Christoph Rademann und der für den erkrankten Christopher Hogwood eingesprungene Paul Goodwin mit. Christoph Spering, Chorus Musikus Köln und Das Neue Orchester präsentierten mit „Die Israeliten

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Am 24. September 2014 verstarb Christopher Hogwood nach langer Krankheit. Das Bach-Archiv Leipzig und das Carl Philipp Emanuel Bach Institute, Cambridge/Mass. nehmen in Trauer Abschied von einem bedeutenden Wissenschaftler und Musiker, der insbesondere die Erforschung und Bewahrung des Erbes von C. P. E. Bach inspiriert und beflügelt hat.


in der Wüste“ eine Aufführung des selten gespielten Oratoriums von C. P. E. Bach. Die Academy of Ancient Music präsentierte die Doppelkonzerte BW V 1061 von Johann Sebastian und Wq. 47 von Carl Philipp Emanuel Bach mit Richard Egarr (Leitung, Cembalo) und Malcolm Bilson (Hammerflügel, Cembalo). Die polnische Capella Cracoviensis gab ihr Debut im Bachfest unter der Leitung ihres Chefdirigenten Jan Tomasz Adamus. Zahlreiche international anerkannte Solisten wie Midori Seiler (Violine), Zhu Xiao-Mei (Klavier) oder Dorothee Mields (Sopran) sorgten für eine außergewöhnliche Festival­ stimmung. Daneben debütierten Preisträger des Leipziger Bach-Wettbewerbs 2012 im Bachfest: Zhu Beiliang (Violoncello, 1. Preisträgerin) in Begleitung von Chris Berensen (Cembalo, Hammerflügel) mit der Suite D-Dur BWV 1012 und Werken von C. P. E. Bach sowie Matthias Winckhler (Bariton, 3. Preisträger) in Begleitung von Bernadette Bartos (Klavier) mit Liedern und Oden von C. P. E. Bach, W. A. Mozart und L. van Beethoven.

B e s u c h e r e n t w i c k l u n g B a c h f e s t Le i p z i g 2 0 10 – 2 0 14 Besucher 70.000 60.000

75.000

76.000 65.000

62.000

61.000

50.000 40.000 30.000 20.000 10.000 0 2010

2011

2012

2013

2014

Jahr

Quelle: Bachfest Leipzig

Nach der deutsch-italienischen Orchesterakademie „b@ch für uns!“ 2012 unter Leitung von David Stern und der sächsischen Chorakademie 2013 mit Hermann Max präsentierte das Bachfest Leipzig 2014 eine Orchesterakademie mit Jugendlichen aus Polen (Kraków) und Sachsen. In Zusammenarbeit mit der städtischen Musikschule „W. Żeleński“ Krakau wurde für das Projekt unter der Schirmherrschaft von Krzysztof Penderecki ein Orchester aus 34 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 21 Jahren zusammengestellt. Die jungen Musiker zeigten sich in einem Vorspiel als besonders talentiert. In intensiven Probenphasen im Europäischen Musikzentrum „Krzysztof Penderecki“ (Polen) und in der Landesmusikakademie Sachsen (Schloss Colditz) haben sie unter der Leitung von Jan Tomasz Adamus ihre Kenntnisse – insbesondere der historisch informierten Aufführungspraxis und des Repertoires des 18. Jahrhunderts – entscheidend erweitert.

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Jahresbericht 2014


Auf dem Programm standen:

Teilnehmer der Orchesterakademie während der Proben in Polen

• Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788), Sinfonie G-Dur Wq 183/4 • Georg Philipp Telemann (1681–1767), Konzert B-Dur TWV 54: B1 für 2 Flöten, 2 Oboen, Violine, Streicher und Basso continuo • Jan Engel (?–1788), Sinfonia G-Dur • Johann Sebastian Bach (1685–1750), Brandenburgisches Konzert Nr. 5 D-Dur, BWV 1050 für Flöte, Violine, Cembalo, Streicher und Basso continuo • Carl Philipp Emanuel Bach, Sinfonie D-Dur Wq 183/1

Quartett der Kritiker im Sommersaal

Erstmals war zum Bachfest 2014 das Quartett der Kritiker zu Gast. Die traditionelle Aufführung der hMoll-Messe zum Abschluss des Bachfestes – dieses Mal mit dem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir unter Leitung von Ton Koopman – bot Anlass für einen Vergleich zahlreicher, teils historischer Einspielungen des Werkes. Moderiert von Sabine Fallenstein diskutierten die Musikjournalisten Matthias Hengelbrock, Wolfgang Schreiber und Martin Elste im voll besetzten Sommersaal. Der Mitschnitt des Quartetts der Kritiker ist im YouTube-Kanal des Bach-Archivs veröffentlicht.

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Die Konzerte von BACHmosphäre lockten viele Besucher auf den Leipziger Markt. Das David Orlovsky Trio, das LeipJazzig-Orkester mit Kammersänger Martin Petzoldt und das Daniel Schmahl Sextett stellten Höhepunkte des Programms dar.

B a c h - Me d a i l l e 2 0 14 Die Bach-Medaille 2014 wurde am 20. Juni durch Oberbürgermeister Burkhard Jung an die Akademie für Alte Musik Berlin verliehen. Die Auszeichnung wurde stellvertretend für das Ensemble von Stephan Mai und Bernhard Forck entgegen genommen. Die Jury, bestehend aus dem Direktorium des Leipziger Bachfestes Thomaskantor Prof. Georg Christoph Biller, Dr. Elmar Weingarten, Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, dem Gewandhauskapellmeister Riccardo Chailly, dem Direktor der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Prof. Robert Ehrlich und dem Intendanten der Oper Leipzig Prof. Ulf Schirmer, begründet die Würdigung wie folgt: „Die Akademie für Alte Musik Berlin feierte 2012 ihr 30jähriges Bestehen. Sie wurde 1982 von Mitgliedern der Staatskapelle Berlin und des Berliner Sinfonieorchesters im damaligen OstBerlin gegründet und gehörte zu den wenigen Instrumentalensembles der DDR, die sich ungeachtet des Vorwurfs, nur einer ‚westeuropäischen Modeerscheinung‘ anzuhängen konsequent der historisch-orientierten Aufführungspraxis zugewandt haben. Heute zählt das Ensemble zur Weltelite unter den Kammerorchestern und kann auf eine beispiellose Erfolgsgeschichte zurückblicken. Ihre Konzerte und Einspielungen haben in der Vergangenheit und bis in die Gegenwart hinein interpretatorische Maßstäbe für die Aufführungen der Werke

Glückliche Gesichter bei Übergabe der Bach-Medaille (v.l.n.r.: P. Wollny, B. Jung, S. Mai und B. Forck)

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Jahresbericht 2014


Bachs und der Musik des ganzen 18. Jahrhunderts gesetzt. Die Akademie für Alte Musik Berlin umfasst in ihrem Kernrepertoire den Übergang vom Barock zur Klassik und schließt die Musik der Generation Bachs, seiner Söhne bis hin zur Generation Mozarts ein. Kaum ein anderes Ensemble wäre geeigneter, anlässlich des 300. Geburtstages Carl Philipp Emanuel Bachs für seine Verdienste um eine „wahre Art“ der Aufführungspraxis geehrt zu werden. Regel­mäßig gastieren die Musiker in allen bedeutenden musikalischen Zentren der Welt. Mit der Vergabe der Leipziger Bach-Medaille an ein Ensemble wird erstmals und bewusst der Kreis möglicher Empfänger dieser Auszeichnung über verdiente Dirigenten hinaus ausgedehnt. Darin wird in besonderer Weise zum Ausdruck gebracht, dass man im 18. Jahrhundert in der Regel ohne Dirigenten auskam, und es werden die individuelle Meisterschaft der Ensemblemitglieder sowie ihre besondere Fähigkeit zusammen zu musizieren durch die Verleihung der Bach-Medaille gewürdigt.“

Die Bach-Medaille wurde 2014 zum zwölften Mal vergeben. Bisher erhielten Gustav Leonhardt (2003), Helmuth Rilling (2004), Sir John Eliot Gardiner (2005), Ton Koopman (2006), Nikolaus Harnoncourt (2007), Hermann Max (2008), Frieder Bernius (2009), Philippe Herreweghe (2010), Herbert Blomstedt (2011), Masaaki Suzuki (2012) und Peter Schreier (2013) diese Auszeichnung.

6 . 5 . I n t e r n at i o n a l e r J o h a n n- Seb a s t i a n B ac h-W e t t bewe r b u n d Me i s t e r k u r s e I n t e r n a t i o n a l e r J o h a n n - Seb a s t i a n - B a c h -W e t tbewe r b Le i p z i g 2 0 14 Unter der Präsidentschaft von Robert D. Levin richtet sich der Leipziger Bach-Wettbewerb an junge Musikerinnen und Musiker im Alter von 16 bis 33 Jahren. 2014 reisten Teilnehmer aus 28 Ländern an, um sich der hochkarätigen Jury zu präsentieren. Der BachWettbewerb fand vom 9.-19. Juli in den Disziplinen Klavier, Cembalo und Violine/ Barockvioline statt. Alle drei Fachjurys waren mit 22 international renommierten BachInterpreten prominent besetzt; die Jurorinnen und Juroren kamen aus zehn Ländern: Klavier Gerald Fauth (D), Vorsitzender; Ivo Janssen (NL); Ingrid Marsoner (AT); Michael Rische (D); Jacques Rouvier (F); Einar Steen-Nøkleberg (NO), stellv. Vorsitzender; Xiao-Mei Zhu (CN). Cembalo Menno van Delft (NL), Vorsitzender; Ketil Haugsand (NO); Robert Hill (USA); Václav Luks (CZ); Lionel Party (USA); Christophe Rousset (F); Christine Schornsheim (D), stellv. Vorsitzende; Mario Videla (AR).

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Violine/Barockvioline Gérard Poulet (F), Vorsitzender; Margaret Faultless (GB); Reinhard Goebel (D); John Holloway (GB), stellv. Vorsitzender; Rainer Kussmaul (D); Christoph Poppen (D); Cecylia Arzewski (USA/PL). Die neun Preisträger kommen aus acht Ländern (Deutschland, Frankreich, Lettland, Österreich, Niederlande, Japan, Russland, USA). Klavier 1. Preis: Hilda Huang (USA), 18 Jahre 2. Preis: Schaghajegh Nosrati (D), 25 Jahre 3. Preis: Georg Kjurdian (LV), 20 Jahre Cembalo 1. Preis: Jean-Christophe Dijoux (F), 32 Jahre 2. Preis: Olga Pashchenko (RUS), 27 Jahre 3. Preis: Alexandra Nepomnya­shchaya (RUS), 28 Jahre

Die Preisträger bei der Preisverleihung im Alten Rathaus Leipzig

Violine/Barockvioline 1. Preis: Seiji Okamoto, Violine (JP), 20 Jahre 2. Preis: Marie Radauer-Plank, Violine (AT), 28 Jahre 3. Preis: Niek Baar, Violine (NL), 23 Jahre Es wurden darüber hinaus Sonderpreise in neun weiteren Kategorien an elf Teil­ nehmer vergeben.

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Jahresbericht 2014


I n t e r n a t i o n a l e r J o h a n n - Seb a s t i a n - B a c h -W e t t bewe r b ( I B W ) Teilnehmer

2010

2011

2012

2013

IBW

Meisterkurs

IBW

Meisterkurs

2014 IBW

3 Fächer, mit Vorauswahl

Leipzig

3 Fächer, mit Vorauswahl

Leipzig/Boston

3 Fächer, mit Vorauswahl

Anmeldungen

180

195

201

Zulassungen

150

131

122

Teilnehmer

125

30

112

46

100

Gesamt

125

30

112

46

100

Besucher Eröffnungskonzert 1./2. Runde, Finale, Preisverleihung Preisträgerkonzerte Gesamt

250

244

161

1.800

1.380

42

1.353

900

112

466

100

606

2.950

112

2.090

142

2.120 Quelle: IBW

I n t e r n a t i o n a l e Me i s t e r k u r s e d e s B a c h -W e t t be we r b s i n B o s t o n ( 2 0 1 3 ) , Se o u l ( 2 0 14 ) u n d Le i p z i g Boston Mit Hilda Huang und Jiayan Sun wurden im Herbst 2013 zwei Teilnehmer des Meisterkurses von Robert D. Levin mit Stipendien für einen dreimonatigen Studienaufenthalt in Deutschland ausgezeichnet. Neben der Teilnahme an einem Intensivsprachkurs nahm Hilda Huang erfolgreich am Bach-Wettbewerb 2014 teil und gewann im Fach Klavier den 1. Preis. Seoul Nach dem Erfolg des Meisterkurses mit Robert D. Levin in Boston, fand im Rahmen des Bach-Wettbewerbs vom 10. bis 15. November 2014 ein zweiter internationaler Meisterkurs in Seoul statt. Mit Ingeborg Danz konnte eine herausragende BachInterpretin und international anerkannte Mezzosopranistin dafür gewonnen werden. Als Klavierbegleiter stand ihr Tobias Krampen zur Seite. Austragungsort des Kurses war die EWHA Womens University. Gefördert wurde der Meisterkurs

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Ingeborg Danz und Tobias Krampen mit den Kursteilnehmern in Seoul


vom Auswärtigen Amt und dem Goethe-Institut. Insgesamt nahmen

www.bachwettbewerbleipzig.de

zwölf Sängerinnen teil, acht davon wurden öffentlich unterrichtet. Frau Haeyeon Lee wurde von Ingeborg Danz mit dem Stipendium für einen dreimonatigen Studienaufenthalt in Leipzig ausgezeichnet. Leipzig Turnusmäßig fand der Herbst-Meisterkurs des Bach-Wettbewerbs in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater (HMT) vom 18. bis zum 23. November statt. Der weltweit bekannte Sänger (Bass-Bariton,

Meisterkurs // Masterclass 18.–23. November 2014

Bass) und ausgewiesene Spezialist der historisch orientierten Aufführungspraxis, Harry van der Kamp, stand den elf Sängerinnen und Sängern

H a r r y va n d e r K a m p

aus sechs Ländern als Dozent zur Verfügung. In der Abschlussmatinee, die von 85 Zuhörern besucht wurde, konnten die Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Arbeit mit Harry van der Kamp vortragen. Titel der Werbekarte für den Leipziger Meisterkurs 2014

6 . 6 . K o m m u n i k a t i o n u n d Ve r m i t t l u n g L i v e u n d i m Ne t z . „Bachs Thomaner“ – Eine Filmproduktion der Gerda Henkel Stiftung und des Bach-Archivs Durch die Zusammenarbeit mit der Gerda Henkel Stiftung ergab sich 2014 die Möglichkeit die Ergebnisse des Forschungsprojektes „Johann Sebastian Bachs Thomaner“ unter der wissenschaftlichen Leitung des Bach-Archivs in einer Videoreihe zu dokumentieren. Unter der Regie des deutschen Dokumentarfilmers Peter Prestel entstanden elf Filme mit einer Gesamtspieldauer von über 80 Minuten, in denen nicht nur die Arbeiten und Ergebnisse des Forschungsprojektes gezeigt werden, sondern auch die enge Vernetzung der vielschichtigen Arbeit des Bach-Archivs – von wissenschaftlicher Forschung und archivalischer Dokumentation zu musealer Präsentation und konzertanter Ausführung – deutlich wird. Die Filmreihe ist im Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung (www.lisa.gerdahenkel-stiftung.de), in unserer Mediathek (www.bach-leipzig.de/de/mediathek) und über unseren YouTube-Kanal (www.youtube.com/user/BachArchivLeipzig) in deutscher und englischer Sprache abrufbar.

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Jahresbericht 2014


Mit der Frage „Lieben Sie Bach, oder Händel, oder beide?“ richtete sich die internationale Kampagne in elf Sprachen an die Empfänger.

Willkommen in Mitteldeutschland! Europaweite Marketingkampagne des Bachfestes Leipzig und der Händel-Festspiele Halle in Kooperation mit dem Händel-Haus Halle Nachdem in den vergangenen Jahren das Bachfest Leipzig und die Händel-Festspiele Halle gemeinsam maßgeblich im deutschsprachigen Raum für ihre Veranstaltungen warben, stand im Jahr 2014 die europäische Bach-Händel-Gemeinde verstärkt im Zentrum des Interesses beider Häuser. Erstmals informierten die beiden mitteldeutschen Barockfestivals Musikliebhaber aus zahlreichen europäischen Nationen in ihrer Landessprache über die beiden Musikfeste. Die innovative Kampagne mit Fokus auf bedeutende europäische Musikmagazine war das Ergebnis der Bemühungen beider Häuser, die seit sieben Jahren bestehende Marketingkooperation zu erweitern und auf eine neue Stufe zu heben. Von allen europäischen Hauptstädten aus ist der Raum Halle/Leipzig in maximal drei Stunden erreichbar. Ausgehend von der Idee, Barockmusikliebhabern aufzuzeigen, wie nahe die historischen Wirkungsorte der Musiker Bach und Händel tatsächlich liegen, wurde ein gemeinsamer touristischer Flyer entwickelt, der Konzept und Highlights beider Musikfeste ebenso thematisiert wie Anreise- und Buchungsinformationen. Ergänzend zu den Flyern in deutscher, englischer, italienischer, französischer, niederländischer, dänischer, finnischer, norwegischer, schwedischer, tschechischer und polnischer Sprache informierten korrespondierende Websites unter www.baroquefestivalsgermany.com über die beiden Städte Halle (Saale) und Leipzig, verwiesen auf aktuelle

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Verbindungen des Sommerflugplans und offerierten vielfältige Reisepakete nach „Leipzig zu Bach“ und nach „Halle zu Händel“. Über 120 Interessenten aus 14 Nationen bestellten daraufhin mittels der beigegebenen Rückantwortkarte die aktuellen Programmübersichten beider Festivals.

Pe r s ö n l i c h u n d v o r O r t „Win a Bach“ – Wettbewerb 2.0 Im Sommer 2013 lief der „Win a Bach“-Bilderwettbewerb über das facebook-Profil des Bach-Archivs. Bach-Liebhaber rund um den Globus waren dazu aufgerufen, ihre Leidenschaft für Bach und seine Musik in einem Bild auszudrücken. Die eingesandten Beiträge reichten von Fotografien über Collagen bis hin zu computeranimierten Darstellungen. Sie wurden in der Chronik des Bach-Archivs veröffentlicht und sind über die facebookSeite weiterhin einsehbar (www.facebook.com/bacharchiv). Nutzer und facebookFreunde waren dazu aufgerufen, ihren persönlichen Favoriten zu wählen. Das Bild mit den meisten Gefällt-mir-Angaben wurde zum Gewinnerbild gekürt. Es beteiligten sich neben Bach-Fans aus Europa auch Freunde aus Asien und Nord- und Südamerika. Die drei ausgelobten Preise gingen nach Südamerika, in die USA und nach Polen. Der Gewinner des 1. Preises, André Luiz Gomes, kommt aus Belo Horizonte in Brasilien und durfte sich über eine Reise zum Bachfest Leipzig 2014 und den Besuch des Abschlusskonzertes – der schon traditionellen Aufführung von Bachs h-Moll-Messe in der Thomaskirche – freuen. Das Gewinnerbild von und mit A. L. Gomes (links). Er besuchte bei seinem Aufenthalt einige Konzerte in der Thomaskirche.

Im Juni 2014 konnte der Gewinner in Leipzig begrüßt werden. Er genoss die Musikstadt und die Bachfestatmosphäre in vollen Zügen: Besuche im Bach-Museum und den Leipziger Konzertsälen standen auf dem Programm, ebenso Treffen mit Musikern und Bach-Forschern. Zudem erfüllte er sich seinen langgehegten Wunsch: einmal selbst am Wirkungsort des berühmten Thomaskantors zu musizieren. Vor dem Bach-Denkmal am

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Jahresbericht 2014


Thomaskirchhof spielte er – unter den Augen seines großen Idols – die Sonate BWV 1013 auf der eigens mitgebrachten Traversflöte. Und der Meister dürfte nicht nur deshalb vergnügt in sich hinein geschmunzelt haben – das Tattoo auf dem Oberarm des brasilianischen Bachianers zeigt das Siegel Johann Sebastian Bachs. Eine Faksimile-Ausgabe von BWV 33 ging an die Gewinnerin des 2. Preises in die USA (links). Die 3. Preisträgerin aus Polen konnte sich über eines der beliebten Bach-Räuchermännchen freuen (rechts).

Bach-Archiv in Japan Akio Takano, freier Mitarbeiter des Bach-Archivs, hat es sich seit Jahren zur Aufgabe gemacht, Johann Sebastian Bach und dessen großes musikalisches Werk in Verbindung mit der Pflege seines Erbes am Bach-Archiv und in der Musikstadt Leipzig, in seinem Geburtsland Japan zu vermitteln. Im April und November 2014 hielt er an der Pädagogischen Fakultät der Universität Tokio Vorträge als Gastdozent. Er stellte unter anderem die Arbeit des Bach-Archivs mit allen Bereichen vor. Seine Vorlesungen wurden von jeweils 120 Studenten besucht. Aufgrund des großen Erfolges sollen die Gastvorträge 2015 erneut stattfinden. Bei zwei Konzerten in Japan initiierte Akio Takano eine Zusammenarbeit zwischen den Veranstaltern und dem Bach-Archiv. Am 10. Oktober gab es aus Anlass des 130jährigen Jubiläums des Generalkonsulats ein Konzert in den Räumen der Institution in Osaka, bei dem auch der japanische Generalkonsul zugegen war. Es wurde die erste MatthäusPassion (1769) von Carl Philipp Emanuel Bach aufgeführt. Der Direktor des BachArchivs, Prof. Dr. Peter Wollny, verfasste ein Grußwort für das Programmheft. Am 12. Oktober spielte Tsuyoshi Tsutsumi, Träger des japanischen Kulturordens, in der Suntory Hall in Tokio Bachs sechs Suiten für Violoncello solo. Veranstalter dieses Konzertes war die Suntory Stiftung in Kooperation mit dem Bach-Archiv Leipzig. Dr. Manuel Bärwald, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bach-Archiv, schrieb einen Beitrag für das Programmheft. Unter den Gästen waren wichtige japanische Persönlichkeiten, so zum Beispiel der Kronprinz und der Premierminister von Japan. Es gilt als eine besondere Ehre, bei derlei Veranstaltungen präsent sein zu können. Das Ansehen, das Bach und das Bach-Archiv in Japan genießen, spiegelt sich hier wider.

Tätigkeitsberichte und Projekte

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Konzertankündigung der Suntory Hall


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Jahresbericht 2014


7. KOOPERATIONEN

7. 1. D a s B a c h -A r c h i v – I n s t i t u t a n d e r U n i v e r s i t ä t Le i p z i g Seit 2008 hat das Bach-Archiv als rechtlich selbstständige Einrichtung den Status eines An-Instituts der Universität Leipzig. Gemäß den Richtlinien des Sächsischen Hochschulgesetzes erfolgte damit eine funktionale Eingliederung in die Universität, die beiden Kooperationspartnern Vorteile bringt. Das Bach-Archiv hat Zugang zu Ein­ richtungen der Universität wie Rechenzentrum oder Universitätsbibliothek, der Universität dient das Bach-Archiv für den Lehrbetrieb insbesondere des Musikwissenschaftlichen Instituts und beide Institutionen ziehen Nutzen aus gemeinsamen Forschungsprojekten. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Bach-Archivs beteiligen sich im turnus­ mäßigen Wechsel am Lehrbetrieb des Musikwissenschaftlichen Instituts, betreuen Magister-Arbeiten, Prof. Dr. Wollny auch Doktoranden. Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2014: • Dr. Christiane Hausmann/F. Heinze, Notation und Interpretation in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Seminar • Prof. Dr. Peter Wollny, Notationskunde, Übung Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2014/15: • Dr. Wolfram Enßlin, Die 1714er Jubilare Homilius, C. P. E. Bach, Gluck und Jommelli, Seminar Regelmäßig erhalten die Studenten der Musikwissenschaft Gelegenheit, als studentische/wissenschaftliche Hilfskräfte (SHK/WHK) oder Praktikanten bei Forschungsprojekten des Bach-Archivs mitzuwirken und auf diese Weise konkrete Forschungserfahrung zu erwerben. 2014 arbeiteten im Bach-Archiv folgende Studenten der Universität Leipzig: Solvej Donadel (WHK), Christine Pfau (SHK), Isabella Guzy (Praktikantin), Samuel Pietruska (Praktikant) und Sebastian Posse (Praktikant). Das Universitätsrechenzentrum ist mit der Staatsbibliothek zu Berlin, der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und dem Bach-Archiv Leipzig als Kooperationspartner direkt beteiligt an dem laufenden, von der Deutschen Forschungs­ gemeinschaft geförderten Projekt Bach digital.

KOOPERATIONEN

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7. 2 . Z u s a m m e n a r be i t m i t a n d e r e n Le i p z i g e r H o c h s c h u l e n Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) Im Rahmen regelmäßiger Kooperationen arbeitet das Bach-Archiv mit der HTWK zusammen. Mit der Fakultät Medien und dem studentischen Fernsehen floid.tv werden die Mitschnitte von Konzerten und Veranstaltungen im Sommersaal für die Mediathek und den YouTube-Kanal des Bach-Archivs produziert. Der Kanal umfasst aktuell rund 30 Beiträge und weist eine Reich­w eite von 698 Abonnenten und 48.766 Video-Aufrufe auf. Während des Bachfestes wird die Produktion der Live-Bilder auf der Marktbühne ebenfalls von Studierenden der HTWK übernommen. Im Rahmen des Programms „Deutschlandstipendium“ des Bundes­ bildungsministe­r iums hat das Bach-Archiv mit freundlicher Unterstützung von Frau Prof. Monika Harms ein Stipendium an der HTWK ermöglicht. Marina Yagovkina hat im Rahmen des Stipendiums im Rechenzentrum der Universität Leipzig mitgearbeitet und dabei zum Projekt Bach interaktiv beigetragen. Probensituation beim Bach-Wettbewerb

Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig (HMT) Der im Jahr 2013 abgeschlossene Kooperationsvertrag mit der HMT wurde anlässlich des Bach-Wettbewerbes 2014 erstmals intensiv erprobt, indem die HMT als Mit-Veranstalter auftrat. Die Durchführung des Wettbewerbes wurde auf diese Weise dank der Beteiligung der HMT durch die Gestellung von Räumen und Üb-Instrumenten wesentlich erleichtert. Ferner konnte die Ausschreibung des Bach-Wettbewerbes deutlich erfolgreicher sowohl an internationalen Hochschulen als auch in Leipzig platziert werden. Die Planungen für die kommenden Jahre werden im Rahmen der Kooperation auf mittlere Frist verabredet und erhöhen die Planungssicherheit.

7. 3 . I n t e r n a t i o n a l e Z u s a m m e n a r be i t „Musikkultureller Austausch im Europa des 17. und frühen 18. Jahrhunderts“ – internationales Forschungsprojekt In Kooperation mit dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Uppsala/ Schweden und dem Music Department der Royal Holloway University of London/Großbritannien (Förderung durch die Stiftelsen för internationalisering av högre utbildning och forskning – STINT)

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Jahresbericht 2014


Das zunächst auf drei Jahre angelegte Kooperationsprojekt, das von der renommierten schwedischen Stiftung für internationale Zusammenarbeit in Forschung und Lehre (STINT) gefördert wird, durchlief in 2014 das dritte Projektjahr. Mitarbeiter und Doktoranden der in das Projekt eingebundenen Institutionen trafen sich im Mai und September in den Räumen des Musikwissenschaftlichen Instituts der Univer­sität Uppsala und haben sich über ihre Forschungsergebnisse und neuen Projekt­vorhaben ausgetauscht. Zentrale Themen, die hier diskutiert wurden, betrafen die Geschichte der Rezeption italienischer Musik in Deutschland, England und Skandinavien in den zwei Jahrhunderten zwischen 1550 und 1750. Die Treffen wurde durch mehrere Workshops zum Studium der historischen Musikaliensammlungen im Großraum Stockholm-Uppsala ergänzt (Musik- och Teaterbiblioteket Stockholm, Düben Sammlung in der Universitätsbibliothek Uppsala, Musikaliensammlung in der Schlossbibliothek Skokloster). Die Finanzierung des erfolgreichen Projektes, in dessen Rahmen bereits fünf Dissertationen entstanden sind, wurde von der STINT-Stiftung kürzlich um zwei weitere Jahre verlängert und soll Ende 2016 mit einer internatio­nalen Fachkonferenz abgeschlossen werden. Mitarbeiter der Forschungsabteilung als Gastprofessor an Amerikas ältester Musikhochschule PD Dr. Michael Maul, der Leiter des Forschungsreferates I, war im akademischen Jahr 2014/15 Visiting Professor am Peabody Institute der Johns Hopkins University in Baltimore, Maryland. Auf Einladung von Prof. Andrew Talle, Senior Fellow des Bach-Archivs, vertrat er dessen Stelle für zwei Semester, während Talle als Humboldt-Stipendiat in Leipzig über Reisetagebücher aus der Bach-Zeit forschte. Michael Maul unterrichtete an der renommierten ältesten Musikhochschule der USA (gegründet 1857) „graduate seminars“ über Bachs Kantaten, Beethovens Sinfonien sowie zu Leben und Werk Dimitri Schostakowitschs und gab die Überblicksvorlesung zur Musik­ geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts. Außerdem hielt er Gastvorträge über die Forschungsprojekte des Bach-Archivs und seine BachEntdeckungen an verschiedenen Universitäten in Amherst, Columbia, Columbus und Philadelphia. Dabei konnte er bei seinen Studenten die Begeisterung für Bach spürbar wecken und vertiefen: Einer seiner Schüler hat nun bereits ein Praktikum im BachArchiv ab­solviert und schreibt unter Mauls Anleitung seine Masterarbeit; andere üben schon für den kommenden Bach-Wettbewerb und planen Exkursionen in die Musikstadt Leipzig. Ohne Zweifel erwies sich dieser Austausch als gewinnbringend und horizont­erweiternd für beide Seiten.

KOOPERATIONEN

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Die beeindruckende Bibliothek des Peabody Instituts in Baltimore


8. Freunde des Bach-Archivs Leipzig 8 . 1. Ve r e i n i g u n g d e r F r e u n d e d e s B a c h -A r c h i v s e .V. Im Laufe des Jahres 2014 konnte die Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs e.V. ihr 500. Mitglied begrüßen. Anhaltend wachsende Mitgliederzahlen stimmen den Verein zuversichtlich, auch künftig die Basis der Mitglieder und damit der Unterstützer von Projekten des Bach-Archivs ausbauen zu können. Aufgrund der gestiegenen Mitglieder­ zahlen konnte der Verein seine Förderziele erweitern. Mit der Gruppe arcona Hotels & Resorts/arcona LIVING BACH14 und der UNISTER Holding GmbH konnten die ersten beiden Mitglieder in der neu geschaffenen Beitragskategorie „Club Mitglieder“ begrüßt werden. Neben der Förderung von Forschungsprojekten, Sammlungsergänzungen, Museumsprojekten und -konzerten wird mit dem besonderen „Bach-Club“ auch die Förderung des Bachfestes Leipzig möglich. Gefördert wurden im Jahr 2014 die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag C. P. E. Bachs mit einem Konzert und einem Beitrag zur Kabinettausstellung. Auch die zweite Kabinett­ ausstellung des Jahres zum Thema „Bach und die Leipziger Universität“ wurde großzügig unterstützt. Die Konzerte im Sommersaal unter Beteiligung des „Ensemble in residence“, dem Leipziger Barockorchester (LBO), wurden ebenfalls ermöglicht durch Zuwendungen der Freunde. Weitgehend abgeschlossen wurde die Arbeit an einem Online-Spenden-Instrument: Damit wird es möglich, über die Website des Freundeskreises die Restauration von wertvollen Handschriften und Büchern zu fördern. Mit einer derartigen Buch-Patenschaft können Mitglieder und Nicht-Mitglieder einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Pflege der Sammlung im Bach-Archiv leisten. Nähere Angaben zu den Buchpatenschaften finden sich auf der Homepage des Freundeskreises www.bach-freunde.de. Folgende Objekte konnten für die Sammlung des Bach-Archivs mit Hilfe der Vereinigung der Freunde erworben werden: • Adres-Calender der Königlich Preußischen Haupt- und Residenz-Städte Berlin und Potsdam, besonders der daselbst befindlichen hohen und niederen Collegien, Instan zien und Expeditionen auf das Jahr MDCCLX / hrsg. mit Approbation Königl. Preußi schen Academie der Wissenschaften, Berlin : Unger, 1760 • Nägeli, Hans Georg: Vorlesungen über Musik mit Berücksichtigung der Dilettanten / von Hans Georg Naegeli Stuttgart [u. a.] : Cotta, 1826

60

Jahresbericht 2014


• Das Rath-Hauss und die Börsse in Leipzig. Kolorierter Kupferstich (Guckkastenblatt), 1780 Sehr gut erhaltene Stadtansicht von Leipzig mit Abbildung des Rathauses und der alten Börse, dem ersten Barockbau in Leipzig.

Guckkastenblatt von 1780

• Rosenmüller, Johann Georg: Halbfigur im Oval. Kupferstich in Punktiermanier von J. E. Haid nach J. P. Bach, 1779 Johann Georg Rosenmüller (1736–1815) war protestantischer Theologe und Erbauungs schriftsteller. Das Porträt wurde gestochen von Johann Elias Haid nach einer Vorlage von Johann Philipp Bach (Kabinettmaler und Hoforganist). • Acht Chorstimmenhefte zu Felix Mendelssohn Bartholdys Aufführung von Bachs Matthäus-Passion, 1841 (in Kofinanzierung mit den American friends of the Leipzig Bach-Archive, vgl. Kapitel 8.2.)

8 . 2 . A m e r i c a n F r i e n d s o f t h e Le i p z i g B ac h A rc h i v e , I nc . Seit der Gründung der American Friends of the Leipzig Bach Archive im Jahr 2011 gehörte Paul E. Corneilson (Secretary) dem Vorstand des amerikanischen Freundeskreises an. Zum Jahresende 2014 hat er dieses Amt nun abgegeben. Corneilson, der hauptberuflich

Freunde des Bach-Archivs Leipzig

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als leitender Herausgeber der Gesamtausgabe von C. P. E. Bachs Werken beim Packard Humanities Institute in Cambridge/MA (USA) agiert, gilt ein herzlicher Dank für sein vierjähriges Engagement im Verein. Er übergab den Staffelstab an einen Kollegen der C. P. E. Gesamtausgabe, den wir als neues Mitglied des Vereinsvorstandes ebenfalls herzlich willkommen heißen. Neben Mark W. Knoll (Secretary) zählen weiterhin Dr. Mary Greer (President), Barbara Wolff (Treasurer) sowie Prof. Dr. Robert Levin, Prof. Dr. George Stauffer und Prof. Dr. Andrew Talle als Beisitzer zum aktuellen Vorstand. Informationen zum Verein und zu einer Mitgliedschaft gibt es unter www.americanbachfriends.org. Auch 2014 haben die American Friends mit nunmehr gut 50 Mitgliedern durch finanzielle Unterstützung wieder aktiv zum Sammlungsaufbau des Bach-Archivs beigetragen. Neben einer großzügigen Zustiftung zum Hans-Joachim-Schulze-Fonds (Bibliotheksfonds) ermöglichten sie die folgenden beiden Ankäufe: • Nekrolog auf die Jahre 1790–1800 enthaltend Nachrichten von d. Leben merkwür diger in diesem Jahre verstorbener Deutscher/Hrsg. Friedrich Schlichtegroll Gotha : Perthes, 1791, Repr.: Hildesheim ; New York, NY : Olms Bei dieser Edition handelt es sich um eine Rarität in der Geschichte der Biographie: Die komplette Folge des grundlegenden biographischen Nachschlagewerkes das u. a. Biographien von Johann Christoph Friedrich Bach, Georg Benda und Wolfgang Amadeus Mozart enthält. • Acht Chorstimmenhefte zu Felix Mendelssohn Bartholdys Aufführung von Bachs Matthäus-Passion, 1841 (siehe Abb.) Die Aufführung der Matthäus-Passion 1829 durch Felix Mendelssohn Bartholdy in der Sing-Akademie Berlin war ein wichtiger Meilenstein für die Wiederentdeckung der Musik Johann Sebastian Bachs. Die nun vorliegenden Stimmenmaterialien stammen von einer späteren Aufführung in Leipzig aus den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts. (in Kofinanzierung mit der Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e.V.)

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Jahresbericht 2014


8 . 3 . S t i f t e r f e s t 2 0 14 Zum 5. Stifterfest haben im vergangenen Jahr der Präsident des Bach-Archivs, Sir John Eliot Gardiner, und Dr. Arendt Oetker als Sprecher des Kuratoriums in den Sommersaal des Bach-Archivs und zum Konzert ins Gewandhaus zu Leipzig geladen. Zahlreiche Stifter nahmen die Einladung wahr und informierten sich am Nachmittag über laufende und künftige Projekte des Bach-Archivs. Spontan beteiligten sich auch Catherine von Fürstenberg-Dussmann und Dr. Arendt Oetker an der Finanzierung der Quittung des „Lobwasserschen Legats“ vom Juli 1750 (vgl. S. 31). Prof. Dr. Peter Wollny stellte den Gästen wertvolle Sammlungszugänge des Bach-Archivs mit ausführlichen Erläuterungen vor. Im Anschluss an das Stifterfest hat Sir John Eliot Gardiner zum Konzert mit dem Monteverdi Choir und dem Gewandhausorchester Leipzig eingeladen. Auf dem Programm standen neben dem Choral „Mitten wir im Leben sind“ von Felix Mendelssohn Bartholdy der Begräbnisgesang op. 13, das Schicksalslied op. 54 und die erste Sinfonie von Johannes Brahms. Im Anschluss an das Konzert begrüßte Sir John Eliot Gardiner alle Gäste zu einem Imbiss auf der Barlach-Ebene des Gewandhauses.

Freunde des Bach-Archivs Leipzig

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9. Zahlen – Fakten – Personen

9.1. Z a hlenm äSSiger Rechensch a f tsber icht S c h l u s s b i l a n z z u m 31. Deze m be r 2 0 14

31.12.2013

AKTIVA EUR

EUR

31.12.2014 EUR

EUR

A Anlagevermögen I

II 1. 2. 3.

4.

III

Immaterielle Vermögensgegenstände Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten Sachanlagen Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung davon: Sammlung Bibliothek davon: Sammlung Museum davon: Instrumente davon: Sonstige Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

13.469

37.265

8.804

7.222

620 9.608.17 7 8.567.447 66.035 32.654 942.041 60.816

312 9.604.531 8.623.238 66.035 26.722 888.537 0

Finanzanlagen Wertpapiere des Anlagevermögens

9.678.417

9.612.065

179.087

198.948

75.308 0

73.245 1.975

B Umlaufvermögen I

II 1. 2.

III

Vorräte Fertige Erzeugnisse und Waren Geleistete Anzahlungen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Vermögensgegenstände

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

C Rechnungsabgrenzungsposten

64

Jahresbericht 2014

18.513 62.015

8.538 47.261 80.528

55.800

391.246

675.994

8.585

11.561

10.426.640

10.666.853


31.12.2013

PASSIVA

31.12.2014

EUR

EUR

EUR

EUR

7.306.967 272.795

7.579.762

7.306.967 287.480

7.594.4 47

A Eigenkapital I

II

Stiftungskapital 1. Errichtungskapital 2. Zustiftungskapital Mittelvortrag

B Sonderposten für Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens

C Sonderposten für noch nicht verbrauchte Spendenmittel

-8.494

195.582

2.012.398

1.965.097

333.326

349.057

D Rückstellungen 1. 2.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen Sonstige Rückstellungen

0 200.780

0

0 180.686

200.780

180.686

E Verbindlichkeiten 1. 2. 3. 4.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Sonstige Verbindlichkeiten - davon aus Steuern: EUR 28.141 - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: EUR 0

0 1.549 46.6 42 42.363

F Rechnungsabgrenzungsposten

0 204 43.691 48.951 90.554

92.846

218.316

289.140

10.426.640

10.666.853

Quelle: BDO Wirtschaftsprüfungs AG Vorläufiger Jahresabschluss 2014 unter Vorbehalt der Beschlussfassung durch den Stiftungsrat.

Zahlen – Fakten – Personen

65


E rg eb n i s r e c h n u n g f ü r da s Ge s c h ä f t s j a h r vo m 1. J a n ua r b i s z u m 31. Deze m be r 2 0 14

2013

E r g eb n i s r e c h n u n g Bach-Archiv Leipzig, Stiftung bürgerlichen Rechts 1. 2. 3. 4. I

Erlöse aus Spenden Umsatzerlöse Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen Sonstige betriebliche Erträge

EUR

EUR

3 7 2.132 1.17 1.897 3.758.889 5.505

Gesamtleistungen

2014 EUR 3 43.8 7 1 1.1 4 6.7 1 1 3.835.0 16 1 4 0.980

5.308.423

5. 6. 7. 8. 9.

Materialaufwand / Aufwendungen für bezogene Leistungen Aufwendungen zur Erfüllung des Stiftungszweckes Personalaufwand Abschreibungen sonstige betriebliche Aufwendungen

II

Zwischenergebnis (I. + 5. bis 9.)

-93.852 -2.445.266 -1.94 4.865 -200.883 -743.929

5.466.578 -82.686 -2.382.816 -1.907.708 -179.969 -708.677

-120.372

10. 11. 12.

Erträge aus Wertpapieren Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen

III

Finanzergebnis (10. + 11. + 12.)

IV

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (II. + III.)

13. 14.

Außerordentliche Erträge Außerordentliche Aufwendungen

2.195 534 -5.456

V

Außerordentliches Ergebnis (13. und 14.)

15. 16.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Sonstige Steuern

VI

Ergebnis vor der Ergebnisabführung (IV. + V. + 15 und 16)

17.

Mittelvortrag aus dem Vorjahr

18.

Verlustvortrag

VII

Jahresgewinn / -verlust (VI. + 17 und 18)

EUR

204.720 3.025 652 -4.321

-2.727

-644

-123.099

204.076

0

0

-122.846

204.076

253

114.352

-8.494

-8.494

195.582

Quelle: BDO Wirtschaftsprüfungs AG Vorläufiger Jahresabschluss 2014 unter Vorbehalt der Beschlussfassung durch den Stiftungsrat.

L a g ebe r i c h t Über die Tätigkeiten der Stiftung geben die vorstehenden Kapitel ausführlich Auskunft. Die wirtschaftliche Lage ist durch stabile Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die Aufstellung des Jahresabschlusses erfolgt nach den Vorschriften des Dritten Buches des HGB für alle Kaufleute (§§ 238 ff. HGB). Die Gliederung der Bilanz erfolgt in Anlehnung an die Vorschriften des § 266 HGB. Die Gliederung der Ergebnisrechnung erfolgt

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nach dem Gesamtkostenverfahren in Anlehnung an eine Gewinn-und Verlustrechnung nach § 275 Abs. 2 HGB unter Berücksichtigung stiftungsbezogener Besonderheiten. Erträge aus der Auflösung von Sonderposten aus Zuwendungen und Zuschüssen zur Finanzierung des Anlagevermögens werden ab dem Geschäftsjahr 2014 unter dem Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ in der Ergebnisrechnung ausgewiesen. Das Anlagevermögen ist in einem Bestandsnachweis entwickelt. Die geltenden handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften wurden unter Berücksichtigung der Fortführung der Unternehmenstätigkeit angewendet. Die auf den Vorjahresabschluss angewandten Bewertungsmethoden wurden beibehalten. Das Eigenkapital der Stiftung umfasst zum 31.12.2014 ein Stiftungskapital von 7,59 Mio. Euro sowie einen Mittelvortrag von 195,6 Tsd. Euro. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2014 weist einen Überschuss in Höhe von 204 Tsd. Euro aus. Der Überschuss ergibt sich bei stabilen Erträgen aus gesunken Aufwendungen für die Erfüllung des Stiftungszweckes, Personal und sonstige Aufwendungen. Sonderposten für Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens bestehen in Höhe von 1,97 Mio. Euro und stellen einen Korrekturposten zum Anlagevermögen dar. Das Anlagevermögen (9,85 Mio. Euro) ist damit vollständig durch das Eigenkapital (7,59 Mio. Euro) und den Sonderposten für Zuwendungen zur Finanzierung des Anlagevermögens (1,97 Mio. Euro) finanziert. Nicht verbrauchte Spendenmittel zum 31.12.2014 werden in Höhe von 349 Tsd. Euro in einem gesonderten Posten unterhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Rückstellungen beinhalten alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen (181 Tsd. Euro). Verbindlichkeiten bestehen in Höhe von 92,8 Tsd. Euro. Rückstellungen und Verbindlichkeiten sind durch das Umlaufvermögen gedeckt bzw. finanziert. Der Rechnungsabgrenzungsposten (passiv) von 289 Tsd. Euro beinhaltet vereinnahmte Zahlungen aus dem Kartenvorverkauf für das Bachfest des Jahres 2015. Das Geschäftsergebnis der Gewinn- und Verlustrechnung setzt sich intern aus den Geschäftsbereichen „institutioneller Haushalt (Bach-Archiv) und Bachfest Leipzig“, „Bach-Wettbewerb/Meisterkurs“ und „Projekte / Drittmittel“ zusammen. Die Sparten­ ergebnisse werden im Rahmen der Verwendungsnachweisrechnung gegenüber öffentlichen und privaten Zuwendungsgebern gemäß den jeweils geltenden Vorschriften und Gesetzen erstellt.

Zahlen – Fakten – Personen

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9 . 2 . Ve r ö f f e n t l i c h u n g e n P u b l i k at ion e n de s B ac h-A rc h i v s Bach Magazin • Ausgaben 23 und 24, Redaktion: Dr. Christiane Schwerdtfeger (Text) und Alexander Hiller (Bild), Leipzig (Leipziger Medien- und Service GmbH) 2014 (Information und Bezug unter: www.bach-leipzig.de/magazin) Publikationen zu Bachfest und Internationalem Bach-Wettbewerb (IBW) • „800 Jahre Thomana“. Die Festmusiken. Bach – Biller – Henze – Holliger – Dean – Penderecki, Doppel-CD mit Begleitbuch in Zusammenarbeit mit mdr Figaro und Deutschlandradio Kultur • „Bachfest Leipzig – Ausgewählte Höhepunkte 2013“, CD in Zusammenarbeit mit mdr Figaro und Deutschlandradio Kultur • „Bachfest Leipzig – Ausgewählte Höhepunkte 2014“, Doppel-CD in Zusammenarbeit mit mdr Figaro, Deutschlandradio Kultur und Deutsche Welle • XIX. Internationaler Johann-Sebastian-Bach-Wett bewerb Leipzig, Mitschnitt des Preisträgerkonzertes, CD in Zusammenarbeit mit mdr Figaro Publikationen des Bach-Museums • Maria Hübner, Mit Studiosi musiciret. Bach und die Leipziger Universität. Katalog zur Kabinettausstellung/deutsch und englisch, hrsg. vom Bach-Archiv Leipzig 2014 • Peter Wollny/Maria Hübner, „Die Musik muss das Herz rühren“ Carl Philipp Emanuel Bach zum 300. Geburtstag. Katalog zur Kabinettausstellung/deutsch und englisch, hrsg. vom Bach-Archiv Leipzig 2014 Neue Bach-Ausgabe. Revidierte Edition • Band III, Violinmusik, hrsg. von P. Wollny, Kassel 2014. Der Band enthält kritische Neu ausgaben der sechs Soli, der sechs Sonaten für Violine und Cembalo sowie der beiden Sonaten für Violine und Basso continuo. Bach-Repertorium. Werkverzeichnisse zur Musikerfamilie Bach • Carl Philipp Emanuel Bach. Thematisch-systematisches Verzeichnis der musikalischen

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Werke Teil 2: Vokalwerke, bearbeitet von Wolfram Enßlin und Uwe Wolf unter Mit arbeit von Christine Blanken, Stuttgart 2014 Carl Philipp Emanuel Bach: The Complete Works Ein Projekt des Packard Humanities Institute (PHI), Los Altos, California, in Zusammenarbeit mit dem Bach-Archiv Leipzig, der Sächsischen Akademie der Wissenschaften (SAW) und der Harvard University. • I/7: Variations, hrsg. von Ulrich Leisinger, Los Altos 2014 • III/9.3: Keyboard Concertos from Manuscript Sources III, hrsg. von Barbara Wiermann, Los Altos 2014 • V/3.5: Einführungsmusiken V, hrsg. von Anja Morgen stern, Los Altos 2014 • V/Facsimile-Supplement: Double-Choir mit einer Ein führung von Paul Corneilson, Los Altos 2014 • VI/3: Miscellaneous Songs, hrsg. von Christoph Wolff, Los Altos 2014 • VIII/2: The Polyhymnia Portfolio, hrsg. von Christoph Wolff, Los Altos 2014 • VIII/Facsimile-Supplement: Nachlass-Verzeichnis (1790). Facsimile edition from the collections of the Music Division, Library of Congress, hrsg. von Peter Wollny, Los Altos 2014

W e i t e r e Pu bl i k at ion e n z u m T h e m e n k r e i s de s B ac h-A rc h i v s Im Rahmen des Kooperationsprojektes Bach-Mendelssohn-Schumann • Anselm Hartinger, „Alte Neuigkeiten“ Bach-Aufführungen und Leipziger Musikleben im Zeitalter Mendelssohns, Schumanns und Hauptmanns 1829 bis 1852, Wiesbaden 2014 (Beiträge zur Geschichte der Bach-Rezeption, Band 5) In Kooperation mit der Neuen Bachgesellschaft (NBG) • Bach-Jahrbuch 2014, hrsg. von Peter Wollny. Darin Beiträge von Mitarbeitern des Bach-Archivs: Wolfram Enßlin, Hans-Joachim Schulze und Peter Wollny Stuttgarter Bach-Ausgaben • „Erhöhtes Fleisch und Blut“, Kantate zum 2. Pfingsttag BWV 173, hrsg. von Frauke Heinze, Stuttgart 2014 • „Gloria in excelsis Deo“, Kantate zum Weihnachtsfest BWV 191, hrsg. von Ruprecht Langer, Stuttgart 2014

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• Messe in h-Moll BWV 232, hrsg. von Ulrich Leisinger, Stuttgart 2014 • „Freue dich, erlöste Schar“, Kantate zu Johannis BWV 30, hrsg. von Julia Doht, Stuttgart 2014 • „Auf Christi Himmelfahrt allein“, Kantate zum Fest Christi Himmelfahrt BWV 128, hrsg. von Julia Ronge, Stuttgart 2014 • „Himmelskönig, sei willkommen“, Kantate zum Sonntag Palmarum und zum Fest Mariae Verkündigung (Erste Leipziger Fassung, 1724) BWV 182, hrsg. von Klaus Hofmann, Stuttgart 2014 • „Mein Herze schwimmt im Blut“, Kantate zum 11. Sonntag nach Trinitatis (Leipziger Fassung) BWV 199, hrsg. von Klaus Hofmann, Stuttgart, 2014 Einzelpublikationen • „Unterwegs mit Carl Philipp Emanuel Bach“. Musikalisch-biografischer Reiseführer zu seinen Lebensstationen, hrsg. von Christine Blanken und Wolfram Enßlin, Berlin 2014 • Michael Maul, Musikstadt Leipzig in Bildern. Von den Anfängen bis ins 18. Jahrhundert, Band 1, Leipzig 2014

9 . 3 . M i t a r be i t e r i n n e n u n d M i t a r be i t e r Im Berichtsjahr waren insgesamt 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt, davon ein knappes Drittel in Teilzeit und zwei Personen ehrenamtlich. Projektbezogene Stellen sind als solche ausgewiesen. Der bewilligte Stellenplan der Stiftung Bach-Archiv Leipzig weist insgesamt 31 volle Stellen aus, von denen eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle seit 2005 unbesetzt ist. • Christina Katrin Ahlmann, Finanzen Projekt Bachfest Leipzig Projekt Bach-Repertorium der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig 3 freie Mitarbeit 4 ehrenamtlich tätig 5 Projekt Bach digital, DFG 6 Projekt J. S. Bachs Thomaner, Stipendiat d er Gerda Henkel Stiftung 7 Projekt Quellenkopien, DFG 8 Projekt Bach-Werke Verzeichnis, Fritz Thyssen Stiftung/Packard Humanities Institute 9 Bundesfreiwilligendienst 1

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• Gabriele Anders, Vorstand (Sekretariat) • Greta Anton, Künstlerisches Betriebsbüro (Sekretariat) • Mareile Bernard, Künstlerisches Betriebsbüro1 • Dr. Manuel Bärwald, Forschung6 • Dr. Christine Blanken, Forschung (Leitung Referat II) • Constanze Blum, Künstlerisches Betriebsbüro • Brigitte Braun, Bach-Museum • Heike Bronn, Künstlerisches Betriebsbüro1 • Clemens Buchwald, Marketing1 • Iris Burschberg, Finanzen • Ulrike Dicks, Bibliothek

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• Dr. Wolfram Enßlin, Forschung2 • Sir John Eliot Gardiner, Vorstand (Präsident) • Kristina Funk-Kunath, Bibliothek (Leitung) • Dr. Andreas Glöckner, Forschung und Bachfest-Dramaturgie • Sebastian Gosch, Künstlerisches Betriebsbüro1 • Silka Gosch, Künstlerisches Betriebsbüro • Marie Hänsel, Künstlerisches Betriebsbüro9 • Dr. Christiane Hausmann, Forschung5 • Frauke Heinze, Forschung8 • Wolfhard Henze, Künstlerisches Betriebsbüro (Ticketing)1 • Alexander Hiller, Bach Magazin3 • Maria Hübner, Bach-Museum • Dagmar Hürdler, Bach-Museum (Sekretariat) • Bernd Koska, Forschung6 • Gerhard Kuhtz, Haustechnik • Ruprecht Langer, Forschung2 • Dr. Elisabeth Liebau, Künstlerisches Betriebsbüro • Claudia Marks, Bach-Museum (Museumspädagogik) • Sabine Martin, Künstlerisches Betriebsbüro (Leitung) • PD Dr. Michael Maul, Forschung (Leitung Referat I) • Thomas Meier, Haustechnik • Martin Müller, Künstlerisches Betriebsbüro1 • Max Müller, Bach-Museum9 • Nicole Neumann, Bach-Museum (Museumspädagogik) • Stefanie Nooke, Bibliothek7 • Peggy Reinboth, Künstlerisches Betriebsbüro (Ticketing) • Dr. Klaus Rettinghaus, Forschung² • Sandra Schmidt, Vorstand (Referentin) • Prof. em. Dr. Hans-Joachim Schulze, Forschung4 • Dr. Christiane Schwerdtfeger, Bach Magazin3 • Dr. Dettloff Schwerdtfeger, Vorstand (Geschäftsführer/Geschäftsführender Intendant) • Marion Söhnel, Forschung • Patricia Steer, Künstlerisches Betriebsbüro1 • Magdalena Strobel, Forschung2 • Akio Takano, Pressearbeit3 • Franziska von Sohl, Pressearbeit 1 • Ulrike Utsch, Forschung2 • Maria Wagler, Bibliothek • Christoph Wechselberger, Forschung2

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• Matthias Wendt, Haustechnik (EDV) • Kerstin Wiese, Bach-Museum (Leitung) • Prof. em. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, Forschung4 • Prof. Dr. Peter Wollny, Vorstand (Direktor)

9 . 4 . Fe l l o w s • Christian Haslinger, Senior fellow • Prof. Dr. Andrew Talle, Senior fellow • Prof. Dr. Yo Tomita, Senior fellow • Hilda Huang, Junior Fellow • Jiayan Sun, Junior Fellow

9. 5. G r e m i e n Das Bach-Archiv Leipzig ist eine Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie wird getragen von der Stadt Leipzig, der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Sachsen. Ihrer Satzung gemäß verfolgt die Stiftung ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Die Stiftung wird von einem Vorstand geleitet. Die Aufsicht übt ein Stiftungsrat aus, in dem die Zuwendungsgeber vertreten sind und dem der Stiftungsvorstand beisitzt. Vorstand und Stiftungsrat werden von einem Kuratorium beraten, dem renommierte Persön­ lichkeiten aus Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft angehören. Stiftungsrat Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig (Vorsitzender des Stiftungsrates) Stefan Billig, Mitglied des Stadtrates der Stadt Leipzig (bis 17.12.2014) Martin Eifler, Referatsleiter K 22 bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Thomas Früh, Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst Bernd Gallep, Referat K 14 bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Prof. Dr. Martin Petzoldt, Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft Leipzig e.V. (bis 23.08.2014) Vorstand Sir John Eliot Gardiner, Präsident Prof. Dr. Peter Wollny, Direktor Dr. Dettloff Schwerdtfeger, Geschäftsführer/Geschäftsführender Intendant

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Kuratorium • Prof. Dr. Arend Oetker, Berlin (Sprecher) • Jon Baumhauer, Darmstadt • Prof. Gilles Cantagrel, Vaucresson • Catherine von Fürstenberg-Dussmann, Berlin • Dr. Georg Girardet, Leipzig • Dr. Mary Greer, Cambridge, Massachusetts • Dr. Heike Hanagarth, Berlin • Dr. Konrad Hummler, St. Gallen • Sir Nicholas Kenyon, London • Dr. h.c. Martin Kohlhaussen, Frankfurt/M. • Sir Ralph Kohn, FRS, London • Prof. Dr. Ulrich Konrad, Würzburg • Dr. h.c. Elias N. Kulukundis, Greenwich, Connecticut • Barbara Lambrecht-Schadeberg, Kreuztal • Dr. Harald Langenfeld, Leipzig (stellv. Sprecher) • Prof. Dr. Helmut Loos, Leipzig • Johann Michael Möller, Halle • Dr. Martina Rebmann, Berlin • Dr. Stephen Roe, London • Dr. h.c. William H. Scheide, Princeton, New Jersey († 14.11.2014) • Prof. Ulf Schirmer, Leipzig • Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Wolff, Belmont, Massachusetts

9 . 6 . Fö r d e r e r Der institutionelle Grundhaushalt des Bach-Archivs ist aus öffentlichen Mitteln finanziert und wird von der Stadt Leipzig, der Bundesrepublik Deutschland, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), und dem Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK), getragen. Den Zuwendungsgebern gilt unser herzlichster Dank für ihre Unterstützung sowie die gute, stets konstruktive Zusammenarbeit: Öffentliche Förderer Stadt Leipzig Bundesrepublik Deutschland, Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)

Zahlen – Fakten – Personen

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Freistaat Sachsen, Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz Sächsische AufbauBank Stadt Köthen Die große Aufgabe, Bachs Erbe zu erhalten, wäre jedoch ohne weitere Initiative nicht möglich. Sie können helfen diese Aufgabe zu erfüllen.

Spenden Sie auf unser Konto bei der Sparkasse Leipzig: Internationale Kontonummer (IBAN): DE 39 8605 5592 1100 9011 04 Internationale Bankidentifikation (BIC): WELADE8LXXX Für ebendieses Engagement im Jahr 2014 danken wir herzlich: Private Spender und Sponsoren ACCENTUS Music GmbH & Co. KG aesdings GmbH Ingeborg Allihn Prof. Dr. Detlef Altenburg arcona LIVING BACH14 Leipzig Prof. Rolf-Dieter Arens Adelheid Baumhauer & Jon Baumhauer Dr. Rüdiger Bettenhausen Heike Bingmann Dr. Andreas Bomba Breitkopf & Härtel KG CONNEX Steuer- und Wirtschaftsberatung GmbH Dr. Andreas Creuzburg Dr. Udo Ebert Ehrenorchester „Barbara und Christoph Wolff“(vgl. Kap. 4.1.) Martin Eifler Eberhard Eilers Prof. Dr. Manfred Fechner Thomas Früh Catherine von Fürstenberg-Dussmann Dr. Georg Girardet

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Dr. Andreas Glöckner Dr. Mary Greer Historische Tasteninstrumente Martin Schwabe Dr. Wolf Hobohm Dr. Konrad Hummler Aksel Keribar Koengeter Immobilien Lady Zahava Kohn & Sir Ralph Kohn Prof. Dr. Ulrich Konrad KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG Cornelia Krumbiegel Dr. h.c. Elias N. Kulukundis Christian Kunze Leipziger Universitätschor und Universitätsmusikdirektor David Timm Prof. Dr. Robert D. Levin Ralph P. Liebke Viera Lippold Prof. Dr. Helmut Loos Silke Maul & PD Dr. Michael Maul Robert L. Marshall Ernest D. May mdr FIGARO Gerd Misse Rosemarie Nestle Prof. Dr. Brigitte Oetker & Prof. Dr. Arend Oetker Dr. Walter Petzholdt Prof. Dr. Helmuth Rilling Dr. Stephen Roe Ellen Roeser Ricarda Roggan Henrike Rucker Sandra Schmidt Prof. Dr. Winfried Schrammek Annerose Schulz Dr. Christiane Schwerdtfeger & Dr. Dettloff Schwerdtfeger Heidrun Siegel Prof. Dr. Kerala J. Snyder Marion Söhnel Carola Sonntag

Zahlen – Fakten – Personen

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Sparkasse Leipzig – Dr. Harald Langenfeld José Maria Terrer Nadal Renate Unger Dr. Claudia von Grote & Dr. Elmar Weingarten Dr. Barbara Wiermann Barbara Wolff & Prof. Dr. Christoph Wolff Stephanie Wollny & Prof. Dr. Peter Wollny Ulla Zacharias Dr. Christina Zech Stiftungen und Vereine Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. American Friends of the Leipzig Bach Archive, Inc. Bundesverband Museumspädagogik e.V. Elephants Club e.V. Freundes- und Förderkreis Bach-Gedenkstätte im Schloss Köthen e.V. Fritz Thyssen Stiftung Gerda Henkel Stiftung Mitteldeutsche Barockmusik in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen e.V. Packard Humanities Institute Rotary Club Herbst 89 Vereinigung der Freunde des Bach-Archivs Leipzig e.V. …sowie den zahlreichen anonymen Spendern. Für stete beratende Unterstützung und die Übertragung von dauerhaften Nutzungsrechten danken wir Dr. Stephen Roe, Dr. h.c. William H. Scheide und Judith McCartin Scheide. Eine Aufstellung der Förderer von Bachfest, Internationalem Bach-Wettbewerb (IBW) und Meisterkursen finden Sie auf der zweiten Umschlagseite.

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Impressum Bach-Archiv Leipzig Stiftung bürgerlichen Rechts Institut an der Universität Leipzig Thomaskirchhof 15/16 04109 Leipzig Postfach 101349 04103 Leipzig info@bach-leipzig.de www.bach-leipzig.de www.facebook.com/bacharchiv www.youtube.com/bacharchivleipzig Tel.: +49-(0)341-9137-0 Fax: +49-(0)341-9137-105 Spendenkonto bei der Sparkasse Leipzig: Internationale Kontonummer (IBAN): DE 39 8605 5592 1100 9011 04 Internationale Bankidentifikation (BIC): WELADE8LXXX Bildnachweis Bach-Archiv Leipzig/Künstler privat: 45 Bach-Archiv Leipzig/Sammlung Kulukundis: 20 Manuel Bärwald: 33 Brigitte Braun: 9, 37-39, 41–43, 63 Heike Bronn: 47 Clemens Buchwald: 44, 53 Solvej Donadel: 18, 28 Goethe-Institut Seoul: 51 Homann Güner Blum – Visuelle Kommunikation: 44 Birgitta Kowsky: 2, 29 Michael Maul: 59 Gert Mothes: 7/8, 22, 47/48, 50, 56, 58 Netzwerk „cpebach*1714“: Titel Stefan Nöbel-Heise: 12 Privat: 16 Sheila Rock@Decca: 7 Sandra Schmidt: 19 Stadt Leipzig: 4 Sammlung Bach-Archiv Leipzig: alle weiteren Abbildungen

Stiftungsrat Burkhard Jung (Vorsitzender) Vorstand Sir John Eliot Gardiner (Präsident) Prof. Dr. Peter Wollny (Direktor) Dr. Dettloff Schwerdtfeger (Geschäftsführer/ Geschäftsführender Intendant) Stiftungsaufsicht Landesdirektion Leipzig Stiftungsregisternummer 3/97 Ust-IdNr.: DE 192542521 Redaktion: Sandra Schmidt Gestaltung: Kassler Grafik-Design © Bach-Archiv Leipzig, 2015


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