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Editorial

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ie Stadt, die niemals schläft. Big Apple oder DIE Welthauptstadt: New York hat viele Beinamen und sie alle spiegeln das Bild wider, welches man über die Stadt am Hudson- und East River gewinnt. Als wir uns auf diese Ausgabe vorbereiteten fanden wir viele Themen, die abseits jener Reisebücher aufgegriffen werden. Die Stadt hat mehr zu bieten als das Empire State Building und die Freiheitsstatue. Vielmehr sind es die kleinen Dinge, die die Magie der Metropole ausmachen. Diese Stadt ist vielschichtig, aufregend und blickt auf eine wechselvolle Historie zurück. Besonders beeindruckt bin ich noch heute über die vielen, kleinen Viertel, die Manhattan und Co. zu einen echten Erlebnis machen.

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14 Artikel versuchen ein Bild über New York zu beschreiben, ihre Menschen, ihre Bauwerke und nicht zu letzt ihre Viertel. Blättern Sie durch die aktuelle Ausgabe und lassen Sie sich anstecken vom New York-Virus ! Ein Wort zur ersten Ausgabe: Wir waren überwältigt von den Downloads, mit so vielen Lesern hatten wir nicht gerechnet. Auch dafür ein großes Danke schön ! Und nun viel Spaß mit der 2. Ausgabe des Season Magazine. Johannes Bruemmer

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Inhalt

Metro-Hassobjekt der Pendler Ein Lied auf die schlimmste U-Bahn der New Yorker. Von: Frank Killius Soho, Das missbrauchte Viertel Soho ist nicht der erste Stadtteil, der durch Kommerz zerstört wurde. Von: Martin Rausch

Seite 6-7

Seite 8-9

Die Port Authotity Die heimliche Herscherin New Yorks und ihr bizarrer Streit mit der Stadtbehörde. Von: Vanessa Vinley New York in Zahlen Die Stadt bietet nicht nur imposante Touristenziele sondern hat auch interessante Statistiken auf Lager. Von: Max Kehner

Seite 10-11

Seite 12-14

Michel Lohmann; Ein Pirat in Manhattan Der Münsteraner schreibt über die Stadt die niemals schläft und zeigt nebenbei Fotografien, die atemberaubend schön sind. Ellis Island Die Insel war Ankunftsort Tausender Immigranten. Heute ist sie ein Museum. Von: Malte Andresen Brooklyn-Queens Ein Hohelied auf die 2 größten Boroughs von New York City. Von: Mathias Anschütz

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Seite 16-25

Seite 26-27

Seite 28-29


Inhalt

Leben in New York City Die Stadt mit ihren Boutiquen und Museen ist der Traum unzähliger Fernreisender und Auswanderer. Von: Mathias Anschütz Greenwich Village Ein Rundgang durch das beliebte Viertel mit Marie Summers, die seit ihrer Kindheit dort lebt.

Seite 30-31

Seite 32-33

Gangster, A.D Eine bedrückende Geschichte über die sozialen Probleme jenseits von Manhattan. Von: Aaron Desset

Seite 34-37

Literatur New York lesend erleben.

Seite 38-39

DKNY Donna Karan und Macht der Mode. Von: Cathleen Thomas

Seite 40

Zoo York Vom Riverdale Park in die weite Welt. Das individuelle Label findet überall große Anerkennung. Von: Central Park Wie ist es, eine Nacht in der grünen Lunge zu übernachten? Gordon Thomas fand es heraus.

Seite 41

Seite 44-46

Wallstreet Feeling Bilder einer Wirtschaftmetropole. Von: Max Kehner

Seite 47-53

Editorial: 4, Leserbriefe: 41, Impressum: 54, Bildnachweis: 55 season-new york

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Title

von

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ie ist verhasst und wird doch gebraucht, ihr Zustand ist seit je her ein Streitthema: Die New Yorker Subway. Wie Äderchen durchläuft sie Big Apple, spuckt Tag für Tag Tausende aus ihren Waggons aus und rattert die ganze Nacht durch die Ghettos und Hoods von NYC. Seit ihrer Entstehung vor über 100 Jahren ist kaum ein Transportwesen, ausgenommen die Taxen, so ein Thema von Streitigkeiten wie sie. Ohne sie kommen Tauensende Pendler nicht zu Arbeit und doch gehört es dazu, dass man all morgendlich über sie schimpft. So leer, wie auf dem Bild links ist die Subway selten, in ihr drängeln sich die New Yorker und die Touristen und dazwischen singen und zetern die Bettler. Das Grau der U-Bahn passt zur Stimmung, die in ihr herrscht. 2007 ist sie marode, laut und unterfinanziert. Sie ist das Blutsystem im Organismus der Welthauptstadt und wenn Bloomberg nicht bald den Ernst der Lage erkennt, folgt ein Totalkollaps. Und das wäre für die Stadt äußerst folgenreich. Pessimismus hin oder her, in New York gehört U-Bahn fahren dazu wie ein Besuch auf Liberty Island. Zwar wirft sie ein schlechtes Licht auf die Stadt, die bekanntlich niemals schläft, aber warum sollte es dem Subway-System besser ergehen als der New Yorker Stromversorgung? Frank Killius season-new york

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Stadtgeschichten

Soho Das missbrauchte Viertel von Martin Rausch

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lles nur Schein ! Für Soho trifft diese Erkenntnis in doppelter Hinsicht zu. Denn so schön die Lager- und Fabrikhallen auch aussehen, mit ihren Schmuckfassaden und Backsteinbauten, hinter all dem steckt profanes Gusseisen. Aber zeigen wollte man es nie, da wo vor Hundert Jahren noch Waren produziert und verkauft wurden, Händler durch die Strassen eilten und an Boutiquen noch nicht zu denken war. Mitte des 19. Jhd. war Lagerraum in Manhattan gefragt und knapp, und die Cast-Iron Technik war billig und ermöglichte es, ganze Blöcke in kürzerster Zeit hochzuziehen. Aber in der Mitte des letzten Jahrhunderts verließen immer mehr Unternehmer Soho, neue, größere Fabrikhallen entstanden weiter außerhalb der Stadtgrenzen und ein ganzes Viertel drohte zu verfallen. Die Fassadenfarbe blätterte ab, der Müll stapelte sich an den Gebäudewänden und Feuerleitern rosteten vor sich hin. Weiter nördlich, im Greenwich Village, stiegen zur selben Zeit die Mieten des Künstlerviertels. Boutiquen entstanden und die Mieter, größtenteils Künstler und Intellektuelle, zogen in das südliche Soho, dessen Abkürzung für South of 8

Houston Street steht. In den unzähligen Lagerhallen machten es sich die Künstler bequem, illegal, denn offiziell war es immer noch gewerblicher Raum und der durfte damals in Manhattan nicht privat genutzt werden. Die Mieter protestierten dagegen und gewannen vor Gericht. Ab da wohnten


Stadtgeschichten

sie in ihren lichtdurchflutenten Lofts legal. Langsam sprach sich das neue Viertel in der Szene herum, Fotografen bezogen Ateliers, Filmemacher hielten Castings ab und die Feuilletons der Zeitungen trugen den Namen Soho über die Grenzen New Yorks hinaus, hinaus in die ganze weite Welt. Weltbekannte Maler wie Andy Warhol, Robert Rauschenberg oder Paula Cooper zogen nach Soho. Die anderen Künstler machten es ihnen nach, ganze Blocks wurden wegen ihrer architektonischen Bauweise unter Denkmalschutz gestellt, aufwendig saniert und Soho zur Künsterhochburg deklariert. Doch es blühte dem Viertel ein ähnliches Schicksal wie Greenwich Village. Immobilienspekulanten entdeckten das hippe Viertel, kauften ganze Häuserblocks auf und erhöhten die Mieten auf wahnwitzige Unsummen. Abermals sprießen Boutiquen und Restaurants aus dem Boden und Anfang der 70.ger Jahre begann die Künstlergemeinde ihr Viertel zu verlassen. Übrig blieben die teuren Läden, die vornehmen Galerien und der Hauch von Tiffanys.

Künstlerhochburg. Spötter sehen es schon kommen, dass über das gesamte Viertel ein Glasdach gezogen wird, damit die feinen Herrschaften auch bei Regen trocken shoppen können. Was bleibt ist der Spott der ehemaligen Mieter und eine denkmalgeschützte Architektur, umgeben vom Kommerz.

Soho sollte nicht das letzte Viertel bleiben, was auf diese Art und Weise zerstört wurde. Es folgten das noch südliche Tribeca, Lower East Side und andere versteckte Viertel in Manhattan. Übrig blieb ein Freilandgehege für Shoppingvictims und Touristen. Fast nichts ist geblieben vom Charme einer season-new york

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Politik

Die heimliche Herrscherin Die Port Authority und ihre Macht von Vanessa Finley

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ie regiert über Tunnel, Brücken, Flughäfen und unzählige Gebäude. Selbst das World Trade Center gehörte zu ihrem Refugium. Die Port Authority ist übermächtig, selbst der Bürgermeister von New York City hat keine Gewalt über sie, und das will schon was heißen. Vielleicht auch deshalb war sie lange Zeit so verachtet, bei Bürgern und Beamten der Stadtbehörden. Dabei verschaffte sie der Stadt ein hocheffizientes Netz an U-Bahnen, Buslinien, Brücken, Tunneln und Verkehrsstationen. Der Grand Central wurde mit ihrer Hilfe für über 200 Millionen Dollar saniert, ihrer Tunnel im Osten und Westen benutzen täglich Millionen von Pendlern. Jedes Schiff, was im Hafen von New Jersey einläuft, wird von ihr überwacht. 1934, als an der Ostseite Manhattans der East River tagtäglich Tausende von Immigranten in die Stadt spülte, untersuchten Polizisten der Hafenbehörde die neuen Bewohner der Slums auf Pocken und andere Krankheiten. 1921 gründeten die beiden Bundesstaaten New Jersey und New York die mächtige Hafenbehörde. Sie kontrolliert seither ca. 1400 Kilometer Küstenlinie und organisiert den Hafenbetrieb beider Städte. Doch warum sie auch über die Flughäfen 10

herrscht ( JFK-Airport, La Guardia und den Newark International) klingt sonderlich, hat aber mit ihren Statuten von Anno 1921 zu tun. Damals wurde das Einzugsgebiet, beginnend ab Liberty Island im Umkreis von 25 Kilometern deklariert. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Das ärgert New York bis heute, aber besonders hasserfüllt war man 1975, als die beiden Türme des World Trade Centers eingeweiht wurden. Auch sie gehörten der Behörde. Viele datieren diesen Tag als beginnende Feindschaf zwischen den beiden Institutionen. Er ist auch das einzige Mal, dass die eher sonst bescheidene, fleißige Port Authority größenwahnsinnig wurde. Geplant und damit eigentlicher Schöpfer des WTC war der damalige Direktor Austin Tobin. Doch der Mann, der über ein Heer von Angestallten verfügte, war verhasst. Besonders vom damaligen Bürgermeister Beame, der mit aller Macht die Befugnisse der Port Authority kürzen wollte und dessen Ziel es war, Tobin zu stürzen. Symbolisches Ende dieses bizarren Machtkampfes: Das World Trade Center wurde am Ende von Bürgermeister Beame eingeweiht, nicht, wie erwartet, von Tobin.


Politik

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ie modernen Hochhäuser auf der Westseite Manhattans blieben geschäftlich gesehen ein Flop. Nur sporadisch zogen die Banker, Versicherungen und Anwaltskanzleien in die damals höchsten Gebäuden der Welt. Die einflussreichen Geldjongleure und Banken zogen lieber in die Mitte Manhattans. Ganze Etagen standen jetzt leer, damit der Verlust nicht größer und die Schande noch größer wurde, zog die Port Authority selbst ein. Mit billigen Schreibtischen aber bestem Ausblick bezog sie Ende 1977 ganze Etagen. Später vermietete die Port Authority die Türme an den Bauunternehmer Silverstein aus New York. Dessen Pläne sahen vor, im Erdgeschoss teure Läden zu errichten und so das Gelände nahe am Hudeson River zu einer der ersten Adressen in Manhattan zu machen.

Seymour: „ Dieser Tag hat unsere Behörde verändert“. Heute klafft ein Loch in der Skyline von Big Apple. Ground Zero ist die scherzhafteste Wunde Amerikas und die derzeit größte Baustelle der USA. An gleicher Stelle entsteht ein Entwurf von Liebskind. Das Verhältnis zwischen New York, der Port Authority und Albany hat sich verändert. Der Patriotismus hat etwas zusammengeschweißt. Es überwindet Hürden und jeder weiß: Seit dem 11. September ist die Port Authority endlich angekommen, im Herzen der Stadtbehörde. Nach über 80 Jahre wurde es auch Zeit.

Aber es kam anders. 2001 fielen die Türme zwei Flugzeuganschlägen zum Opfer. Levin, neuer Direktor der Behörde sowie 80 Angestellte starben bei dem Anschlag. Gleich nach dem Anschlag sperrte die Port Authority alle Tunnel und Brücken für den Verkehr. Auch die drei Flüghäfen stellten ihren Verkehr ein. Damit war Manhattan praktisch isoliert, niemand kam rein und auch keiner raus. Als wenig später die Türme in sich zusammenkrachten und feiner Staub wie eine Glocke wochenlang über Manhattan lag, war jedem bewusst: Niemals würde es wieder so sein wie vor 9/11. Später sagte dessen Nachfolger Joseph season-new york

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Zahlenkunde

Anzahl der Busse: 4.456

Anzahl der Taxen: 12.346

Subway-Stationen: 489

Flugg채ste der 3 Airports 2006: 1,1 Mill.

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Zahlenkunde

Besucher in NYC 2006: 36,4 Mill.

Besucherausgaben 2006: 14,3 Millarden Dollar

Einnahmen durch Tourismus: 3,2 Millarden Dollar.

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Zahlenkunde

Hotelzimmer: 70.545

Tonstudios: 端ber 100

Zeitungen: 35

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Gastbeitrag

Michel Lohmann in New York Das Portfolio eines Piraten 16


Gastbeitrag

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Gastbeitrag Die Bilder der Hausecken sind meine Favoriten.

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Gastbeitrag Das erste Bild, geschossen am Busbahnhof in Manhattan.

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Gastbeitrag

Ein Pirat in New York Michel Lohmann in der Welthauptstadt Bild / Text von: Michel Lohmann

“Danke dafür. ich würde sagen, wir bleiben bei den 8 Bildern. wenn du zu jedem Bild ein paar Zeilen schreiben könntest, wäre das sehr nett. gruss hannes”

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annes, ich schreibe Dir hier ein paar mehr Zeilen über die Bilder. Vielmehr versuche ich mal meine Eindrücke von dieser unglaublichen Stadt in Worte zu fassen. Ich bin damals von einem 10 tätigem Westküsten Trip für TitusTV rüber zu meinem in Chicago lebenden Bruder geflogen. Nach ein paar Tagen im Mittlerem Westen machten wir uns mit seinem SUV die ca. 1000 Meilen auf nach New York. Die Hinfahrt war ein unglaubliches Erlebnis und ich begann zu begreifen wie groß die Staaten sind. Nach einer Übernachtung in einem extrem abgefuckten Motel im nirgendwo fuhren wir dann am nächsten Abend bei Dunkelheit einfach mal in den Big Apple rein. Ich weiß nicht mehr über welche Brücke es war aber das Bild was sich unseren Augen bat erinnerte mich stark an an die kitschigen Posterdrucke von New Yorks Skyline bei Nacht. 20

Du weißt schon, diese Dinger die bei den Ärzten mit schlechtem Geschmack in den Wartezimmern hängen. Auf diesen Postern wirkt es sehr kitschig, live jedoch erschlägt es einen völlig. Nach unserer nächtlichen Erkundungsfahrt fuhren wir zwecks Übernachtung in einen Arbeitervorort. Am nächsten Morgen ging es mit der Working Class per Bus zurück in den Big Apple. Ein interessanter Einblick sowie ein noch intensiveres Geruchserlebnis bat sich uns während der Fahrt. Der Amerikanische Arbeiter an sich wäscht sich scheinbar nicht so gerne. Es kann natürlich auch sein dass wir uns getäuscht haben und der Bus so gestunken hat. Jedenfalls sah dann bei Ankunft die nächtlich so nobel wirkende Skyline schon ganz anders aus. Irgendwie verdammt alt. Die Gebäude in NYC sind nicht alle neu und stylish so wie auf den Postkarten. Die Zeit nagt an der Stadt und das macht eine großen Teil des Charakters der Stadt aus. Ein schöner Stilmix aus allen Epochen findet sich in der Bauart der Gebäude wieder. Am Busbahnhof angekommen schoss ich direkt die beiden Hauseckenbilder.


Gastbeitrag

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Gastbeitrag

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iese Bilder sind deswegen auch meine Favoriten. Meine ersten Bilder in NYC. Nachdem ich meinen heruntergeklappten Kiefer wieder eingerenkt hatte ging es zu Fuß auf Erkundungstour. Für meinen Bruder war das alles schon Routine da er schon mehrmals in dieser Metropole unterwegs war. Die Schluchten hab ich sicherlich unterwegs irgendwo geschossen während wir uns darüber freuten dass diese kühlen Schatten spendeten. Es ist schon beeindruckend wie viel Licht diese Häuser einfach verschlucken, NYC ist in manchen Ecken stockdunkel und vor allem total voll gestopft mit Menschen. Da muss man sich schon dem Strom anpassen und sich einfach treiben lassen. Nun ist es so dass die Kerle unserer Familie nicht gerade die großen Urlauber sind und ich persönlich von dieser ganzen Touristenscheisse wie Stadtrundfahrten nicht viel halte. So war es dann auch selbstverständlich für uns Lohmänner dass wir die Stadt zu Fuß und bewaffnet mit 0,75 Liter Pötten Kaffee erkundeten. Ernährt wurde sich stilgerecht von Hot Dogs an Strassenständen, Tatsächlich schafften wir an einem Abend Chinatown und Littleitaly zu Fuß zu durchqueren. Der Nordchina Film ist mir leider abhanden kommen. Die Bilder die ich dort fotografierte waren sicherlich die stärksten der ganzen vier Tage und ich backpfeife mich immer mal wieder selbst für diese Schlampigkeit. In Little Italy verzehrte ich mein ers22


Gastbeitrag

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Gastbeitrag

tes und fast auch letztes Filet Mignon da wir mit Plastikgeld bezahlten, es dann nachdem wir das Lokal verlassen hatten, doch wohl Probleme gab und uns der Oberkellner wild gestikulierend und schreiend verfolgte. Da wir wirklich kein Lust hatten mit Betonfüßen im Manhattan River zu landen zahlten wir dann schließlich mit schmutzigen amerikanischen Dollars. Der Oberkellner entschuldigte sich dann noch weil sich zwischenzeitlich herausgestellt hatte dass es das verschulden des Kassenpersonals war. Wir waren beruhigt 24

und froh darüber der Mafia noch mal entkommen zu sein. Damit war der Abend erstmal gelaufen und unsere Bürohengstknie gut durch vom Fußmarsch des Tages.

Die Flagge Tags darauf war das Wetter von sonnig auf etwas regnerisch und rauer umgeschlagen. Da kam uns natürlich direkt in den Sinn doch ein wenig Touristcrap in Form einer Hafenrundfahrt mitzumachen.


Gastbeitrag

Natürlich muss man in NY die Freiheitsstatue knipsen. Natürlich habe ich die Fahne direkt bemerkt und habe Glück gehabt dass wir vor der Statue mit dem Schiff gewendet sind. So bot sich mir ein herrlich kitschiges Motiv und ich lachte darüber lauthals was die restlichen Passagiere sichtlich verwirrte. Die Brooklynbridge habe ich natürlich auch während der Tour geknipst. Wieder mussten mein Bruder und ich lachen als der Tourguide erzählte dass fast sämtliche Brücken in NYC von Deutschen gebaut worden sind. Da scheinen die Amis wohl ein paar Defizite zu haben die mein Bruder aufgrund seines Jobs auch tagtäglich am eigenem Leibe erfährt. Wie dort gebaut wird ist wirklich abenteuerlich. Darüber könnte ich jetzt schon wieder drei Seiten schreiben aber da ist sicherlich für die wenigsten interessant.

Ground Zero Diesen Platz versuchen einigermaßen vernünftig festzuhalten habe ich nach ca. 30 Min. Motivsuche und Rennerei aufgegeben. Man rennt durch die engen und total zugebauten Straßen und plötzlich verschluckt einen der leere Raum. Einen Moment sprachlos ruft man sich dann wieder die Bilder die über all unsere Bildschirme flackerten zu Augen und beginnt dann erst wirklich zu begreifen was season-new york

dort passiert ist. Die New Yorker scheint es nicht mehr großartig zu interessieren und rennen (der Nyer läuft nicht - er rennt.) wie ein Haufen aufgescheuchter Karnickel über den Platz. Soviel wir gesehen haben wurden die restlichen Fundamente dort gefixt oder abgebaut. Die Bahn war schon wieder einsatzbereit.

Streetlife. Mein drittbestes Bild aus NY. Und ich kann mich kein bisschen erinnern wo ich es geschossen habe. Als Fotograf (Zu dem ich im Urlaub manchmal mutiere) sieht man manchmal mit dem Bauch. An der Stelle hat einfach alles gestimmt und man brauchte nur drauf halten. Selten habe ich ein für mein Auge so ausgewogenes und entspanntes Bild geschossen. Vor allem das Licht finde ich äußerst sexy. Hilfe, ich schreibe hier ja schon wirklich wie ein Fotograf. Also genug der Worte. Fahrt nach NYC und kommt aus dem staunen nicht mehr raus! Sollte bei jedem auf der To Do List stehen. Michel Lohmann, Designpirat aus Münster betreibt mit anderen Grafikern und Designern das Designbüro piratelove in der westfällischen Studentenstadt. Die hier gezeigten Bilder stammen aus dem Jahre 2006. Mehr Infos über Michel Lohmann und seine Piratenfreunde auf: www.piratelove.de

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Geschichte

Ellis Island

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er Saal, in dem heute Tafeln von Immigranten stehen wurde früher als Kontrollstelle genutzt. An Spitzentagen wurden über 12 000 Einreisewillige auf Ellis Island kontrolliert, untersucht und auch abgewiesen. Zwischen 1892 und 1954 war es die erste Anlaufstation für alle Ausländer. In den Gebäuden an der Südspitze Manhattans wurden Familien grausam auseinander gerissen und der Amerikanische Way of life zeigte seine schwarze Seite. Fast 40% aller in den USA lebenden Menschen haben Vorfahren, die auf Ellis Island um Aufnahme baten. Heute ist die Insel ein Museum und viele Einwanderer von damals haben heute Tränen in den Augen. Hier schied sich der Weg Tausender und hier endete für viele der Traum von Amerika. Malte Andresen

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Geschichte

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Stadtansichten

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Stadtansichten

Brooklyn, Queens

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er Blick schweift von Brooklyn langsam links entlang nach Queens. Die beiden Boroughs von New York City sind seit über 100 Jahren ein Teil der Welthauptstadt und werden fast immer von New YorkTouristen ausgelassen. Manhattan gilt als Hotspot, über die anderen Stadtteile wird gelästert. Und doch darf eins nicht vergessen werden: Alle Flughäfen New Yorks liegen östlich der Halbinsel und ein großer Teil der Manhattanianer sucht im Sommer Abkühlung auf Coney Island. Brooklyn und Queens sind mehr als ein gewöhnliches Borough, sie sind Teil von Big Apple und somit fester Bestandteil Des Organismus New York City. Mathias Anschütz

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Leben

Leben in NYC

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aum eine Stadt ist mehr USA als New York. Hier spielt sich das Leben einer modernen Welt ab, hier ist man im melting pot und findet garantiert jeden Abend etwas Neues, Aufregendes und Spannendes zum Entdecken. Seit die Stadt zu dem geworden ist, was sie heute weltberühmt macht, ist sie Traumziel Millionen von Fernweh plagenden Teenager. Die Mode ist in New York seit geraumer Zeit ein Hotspot, die Medien finden, nun ja..mindestens im Printbereich Gehör und die Musik der Strokes und Interpol ist auch jedem IntroLeser ein Begriff. Gerade Manhattan ist die Stadt der Städte schlechthin. Hier möchte man wohnen, wenn man es sich leisten könnte und hier würde auch jeder 5. Deutsche mal gern verreisen. New York ist Big Apple, die Weltstadt und auch 56 Seiten reichen nicht aus, um das Phänomen New York City zu entschlüsseln. Mathias Anschütz 30


Leben

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Stadtgeschichten

Greenwich Village Das kleine Dorf in der großen Stadt von Marie Summers / Übersetzung: Johannes Brümmer

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onntag, da möchte man meinen, ist West Village, zwischen der Seventh Avenue und dem West Side Express Highway ein kleines autarkes Dörfchen. Dann gehe ich mit meinem Hund spazieren, vorbei am Abington Sq. Immer südlich in Richtung James J. Walker Park. Diese Umgebung, das sagte einmal meine Nachbarin Mrs. Hinderson, sei ideal zum Sterben. Da war sie 89 und wollte noch lange nicht das Zeitige segnen. Sie wurde groß in diesem Viertel, der nun ganz anders ist, als das übrige Manhattan. Es soll Leute geben, die kamen über die Grenzen der Sixth Av. nie hinaus. Da lebt man wie auf einer Insel und wundert sich, wenn sich die übrige Welt verändert und alles beim Alten bleibt in Greenwich Village. Village, dieser Zusatz trägt etwas von Ursprung in sich. Wer einmal am Grove Court war, wird bestätigen, dass es Ecken von West Village gibt, die sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert haben. Natürlich kam auch die Homosexualität nach Greenwich. Immerhin kennt jeder die Christopher Street. Von hier aus erhebten sich die Homosexuellen, die Transexuellen und alles andere Andersgeschlechtliche zur ihrer ersten Demonstration. Da war ich bereits 35 und konnte nur mit dem 32

Kopfe schütteln, so was aus unserem Dorfe! Wir waren Stolz auf all das Avantgardistische, was dieses Viertel so besonders machte. Die vielen Kellerkneipen, die unzähligen Jazzräume, die Muse, die wie Nebel über die Dächer der Häuser wehte.

Ach heute ist davon wenig übrig geblieben, die Immobilienhändler haben daraus ein zweites Soho gemacht, wo teure Upper Westsider entlang stolzieren und so tun, als gehöre dieser Ort ihnen. Und die Mietpreise, allein für diese Untat könnte ich ein Klagelied singen. Meine Nachbarin und ich sind stolz, dass wir


Stadtgeschichten

in all den Jahren, in denen wir schon in der Perry Street wohnen, die um unsere Wohnungen Angst haben mussten. Das wäre schlimm, denn nirgends sonst kann man noch soo schön wohnen wir hier.

Händler in der Bleecker Street schauten betrübt, wenn ich bei ihnen Fleisch und Obst kaufte. Danach war vieles Anders. Henry James schrieb in seinen Roman Washington Square, der 1881 erschien: „Das Ideal einer ruhigen und vornehIch finde, dass die Gegend um den men Behausung bot 1835 der WashingChristopher Park, die auch Gay Court ton Square, wo sich Doktor denn auch genannt wird, kein zweites San Francis- ein stattliches modernes Haus baute..“ co ist. Multikulturell war das Dorf schon immer, sei es die vielen Studenten, die in den Straßen um den Washington Square Park umher wuseln oder die vielen Touristen, die billigen Ramsch in der MacDougal Ally oder dem Washington Mews kaufen. Alleine war man nie, man konnte sich zurück ziehen, besonders der James J. Walker Park unten am St. Lukes Place hat es mir immer noch angetan. Das hat auch einen besonderen Grund: Hier lernte ich Henry kennen, meinen verstorbenen Mann. 1967 lernte ich ihn Das trifft in vielerlei Hinsicht noch heudort auf einer Parkbank kennen und war te auf Greenwich Village zu. Das Dorf ist sofort verliebt in ihm. Bei Chumleys in kein Ort für Neureiche, dafür ist es hier der Bedford Street kamen wir uns nach zu einfach, zu langweilig, diese sind an ein paar Bieren dann näher, mehr möchte der Upper Westside besser aufgehoben. ich an dieser Stelle nicht sagen. Es waren Ich liebe dieses Viertel, es widersetzt sich damals herrliche Zeiten, vom Wohnzim- für alle Zeit dem quadratischen Bauplan mer meiner Cousine, die nur ein paar der Architekten, es ist allein von der ArBlocks weiter wohnte konnten wir das chitektur und Atmosphäre eine eigene Entstehen der beiden Türme des World Stadt. Wenn ich dann meinen Rundgang Trade Centers beobachten. Jeden Sonntag sonntags beendet habe, setze ich mich schauten wir hinauf auf dieses Ungetüm. erschöpft auf meinen Sessel, schaue hin2001 waren die denn nicht mehr, es aus auf dem Baum vor meinem Fenster veränderte Manhattan und auch das Vil- und bin ganz plötzlich weit, weit weg. lage sehr. Das machte mich traurig, die In meinem Dorf, Greenwich Village. season-new york

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Gesellschaft

Gangster A.D Rückblick auf eine schwere Zeit

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ie Gegend ist ruhig, sauber also ideal für Familien. Hier lässt es sich leben. Kenneth und ich spazieren an einen Plattenladen vorbei, ein Poster an der Tür wirbt mit zwei Gangsterrappern für eine neue CD. Kenneth bleibt stehen, den einen Rapper kennt er gut. Er war ein ehemaliger Freund. Und ein ehemaliges Gangstermitglied. Wie Kenneth auch. Angefangen hat das alles 1992, da war Kenny 17 und hatte Ahnung, was er nach der High-School machen sollte. Er hat Talent, kann gut Zeichnen und ist an seinen Mac ein wahres Genie. Nur haben das nie 34

die anderen Firmen bemerkt. Er ist frustriert und hat eine Wut auf alles. Durch einen Kumpel landet er in eine berüchtigte Gang, deren Gangsterboss schon mal seine unliebsamen Feinde mit Kopfschüssen niederstreckt. Hier gewinnt der junge Kenneth Beachtung, seine Muskel werden größer und sein Ruf als Schläger und Messerstecher steigen über das Viertel hinaus. Er beteiligt sich an Raubzügen und Massenschlägereien. Seine Eltern wissen von all dem nichts oder wollen es nicht wissen. Da wurde viel ignoriert, einfach keine Fragen


Gesellschaft

gestellt, so Kenneth heute. Der muskelbepackte Schläger bekommt bald seinen ersten Auftrag. Er soll einen Spitzel, der für die Polizei arbeitete um die Gang auszukundschaften, erschießen. Da ist er gerade einmal 19 und bringt es nicht fertig, es zu tun. Heute ist er für seine damalige Hemmung und Angst dankbar. Ein anderes Gangmitglied entriss ihm schließlich die Waffe und drückte ab. 4-mal schoss er auf dem UndercoverCop. Dabei lachte er und ermunterte Kenny es auch mal zu versuchen. Doch Kenneth muss sich übergeben, als Teile der Hirnmasse seinen Hals bespritzen. Der Killer lachte mich aus, es war seine fünfte oder sechste Hinrichtung, es machte ihm Spaß. Er war krank. 2005 wurde er dann selbst getötet. Seit dieser Hinrichtung ist Kenneth nicht wohl bei dem Gedanken, ein Leben lang als Killer oder Schläger zu arbeiten. Dabei steckt er schon tief mit drin. Er weiß viel, kennt viele Gangmitglieder mit Namen, weiß, wo sie wohnen. Austreten wird sowieso unter Todesstrafe gestellt. Um zu leben macht er weiter, schlägt sich quer durch Queens. Warum bist du nicht geflüchtet? Hast einfach einen Schlussstrich hinter all dem gezogen? Ich konnte nicht. Warum? Sie hätten mich gefunden, egal wo. Damals hatte ich einfach viel zu viel Angst. Man sagte mir damals, wenn ich aussteige und mich absetze würden sie mich finden, mich töten. Ich wollte ja leseason-new york

ben, zwar nicht so, aber ich hatte doch keine andere Wahl. Jeder, der verunsichert war, wurde besonders beobachtet, beschattet und eingeschüchtert. Im Grunde genommen konnte man aus dieser Gang nur tot aussteigen. Bad Boy for Life eben. Kenneth ist mittlerweile 25, die Gang gehört zu seinem Leben, gewisse Rituale sind Pflicht, Treffen und Aktionen regulieren den Tagesrhythmus. 2006: Wir bleiben vor einer Bar stehen, Kenneth lächelt, hier war gewissermaßen der Start eines neuen Lebens und das Ende des Alten. Wir gehen hinein, Ladenbesitzer Fred kennt uns und reicht uns 2 Buds. Kenneth schaut sich um, das gerade hier sein Schicksal auf ihn wartete klingt sehr nach Hollywood, doch Kenneth winkt ab. Es war so, 1999 treten er und zwei ande35


Gesellschaft

re Gangmitglieder in die Bar, sie wollen ein neuen Deal mit der örtlichen Drogenszene absprechen. Kenneth Blick wird von einer gutaussehenden Dame gegenüber von ihnen abgelenkt. Seine spätere Frau Hanna*. Als die Gespräche beendet sind verlassen alle das Lokal.

mit mir darüber, die Angst war immer da, sie bleibt auch. Hattest Du Angst Kenneth? Ja klar, vor allem um Hannah, auch ihr hätte etwas passieren können. Der Weg aus der Gang war ja nicht gerade leicht, wir haben immer zusammen gehalten. Aufgeben kam für uns nicht in Sinn. Und dieser Ausstieg aus der GangsterWas bleibt ist die Frau in Kenneth welt, der Kriminalität und der Gewalt beKopf. Am nächsten Tag geht er wieder ginnt an einen sonnigen Oktobertag 1999. in das Lokal, beobachtet sie. Tag für Tag Mit Schweißperlen steht er vor dem leitenden Staatsanwalt für das Borough Queens. Er packt aus, nennt Namen, Adressen.

geht das so, bis er all sein Mut zusammen nimmt und sie anspricht. Sie kennt ihn, schließlich ist er in der Gegend bekannt, kennt seine Taten und Aktionen. Doch statt sich abzuwenden, hört sie ihm zu und merkt: Hinter der rauen Fassade steckt ein kluger, kreativ begabter Kopf. Für beide beginnt damit eine harte Zeit. Noch heute redet Kenneth nicht gern 36

Tage später wird fast die gesamte Gang verhaftet, zum Schein für die Anderen auch Kenneth, ein Beamter, der nicht wusste, dass Kenneth der Informant war, schießt ihm ins Bein. Später entschuldigt er sich dafür. Doch für Kenneth ist ein Glücksfall, so fällt der Verdacht nicht auf ihn. Kenneth wird wenig später für 10 Jahre eingesperrt, wird schon nach 3 Jahren entlassen und bekommt die restliche Zeit erlassen. Schon im Gefängnis fällt sein künstlerisches Talent auf, er bemalt einige Zellen und darf sogar den Innenhof gestalten.


Gesellschaft

Ein Angestellter vermittelt ihm einen Job in einer Agentur. Da ist man über sein Vita zuerst schockiert, doch der Gefängnisbeamte bürgt für ihn. Heute ist Kenneth eine unverzichtbare Kraft in der Agentur. Er designed Websites, Magazine und hat nebenbei eine eigene Galerie in Williamsburg. Ob er heut noch Angst hat, frage ich ihn, als wir vor seiner Haustür in Queens stehen. Ja, zwar werde er immer noch vom FBI bewacht, doch manchmal verfolgen ihn seine Ängste sogar in den Träumen. Die vielen Toten, die Schreie. Ich schäme mich für das, was ich getan habe. Ich habe zwar nie einen Menschen umgebracht, aber ich habe viele Menschen Leid zugefügt und ihnen season-new york

Schlimmes angetan. Indirekt habe ich einige Menschen auf dem Gewissen. Kenneth holt eine Flasche Volvic, schaut auf das Meer hinaus und lächelt. Seine Frau ist schwanger, bald wird er Vater. Auf meine letzte Frage antwortet er nach langer Bedenkzeit: Nein, New York ist kein Ghetto wie LA, es gibt hier immer noch viele Ecken, wo man beruhigt und sicher leben kann. Auch in Queens. New York ist unglaublich sicher, früher war das vielleicht nicht so. Vielleicht bin ich dran schuld. Von Aaron Desset Übersetzt von: Max Kehner * Alle Namen von d. Redaktion geändert

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Literatur

Harrold Robbins „Die Gnadenlosen“ Goldmann Taschenbuch München 2003 475 Seiten 9,90 Euro

Hubert Selby Jr. „Last Exit to Brooklyn“ Bloomsbury Publinshing London 2001 320 Seiten 9,90 Euro

Der rasante Aufstieg und Fall eines Königs der New Yorker Unterwelt.

Fünf Episoden aus Brooklyn im Jahr 1952. Schockierend und ungemein realistisch

Nachdem Danny Fisher mit seiner Familie aus dem Haus seiner Jugend auszieht und das neue Zuhause im dreckigen Manhattan liegt, gerät er an einer Halbstarkenbände und wird deren Anführer. Mit Diebstählen und Prügeleien schlägt man die Zeit tot. Doch bald sorgt Danny auch als Boxer für Aufsehen, er wird als neuer Boxstar gehandelt und ein Unterweltboss nimmt sich seiner an. Als er ein geschobenen Boxkampf fernbleibt und flieht schafft er sich mächtige Feinde. Er zieht nach Coney Island, gemeinsam mit der Sekretärin seines Bosses. Er macht Karriere bei seinen Schwager und kommt schnell zu Reichtum. Mit Schwarzhandel wird er ein gemachter Mann. Doch die Unterwelt vergisst nie, sie hat noch eine Rechnung mit ihm offen und die ist tödlich für Danny. Michael Stark

Fünf Episoden sind dem gewalttätigen Alltag von Verlierern und Gestrandeten gewidmet: Die Trinkerei einer Gruppe Halbstarker endet in einer Prügelei mit der Polizei, der Transvestit Georgette stirbt durch einen Messerstich. Der junge Arbeiter Tommy feiert am gleichen Tag die Hochzeit mit seinem polnischen Mädchen sowie die Taufe ihres gemeinsamen Kindes. Dann verschwindet er mit einem Kumpel zur Motorradtour. Die Prostituierte Tralala, die ihre Freier von Komplizen ausrauben lässt, stirbt nach einer Vergewaltigung durch betrunkene Soldaten. Arbeiterfunktionär Harry wird während des Streiks von der Gewerkschaftsführung verraten. Er gibt seinen homosexuellen Neigungen nach und wird von Rowdies zusammengeschlagen. Hubert Selby schafft ein Roman voller Tragik und erschüttender Gewalt. Thomas Gerlings

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Literatur

Henry James „Washington Square“ Aufbau Verlag Berlin 1998 258 Seiten 10,90 Euro

Kevin Baker “Strasse zum Paradies” Droemer/Knaur München 2005 939 Seiten 9,90 Euro

Über die Lieber Zweier Leute und einen Arzt, der den jungen Mann misstraut.

Drei Frauen haben Angst, um ihre Männer und der nahenden Gewalt.

In der Mitte des 19. Jahrhunderts ist der Washington-Square in New York ein ruhiger Platz, den solide Bürgerhäuser mit weißen Marmortreppen und breiten Balkonen umschließen. Hier lebt der geachtete Arzt Dr. Sloper mit seiner Tochter Catherine und deren Schwester. Auch Morris Townsend, einem attraktiven jungen Mann mit bestechenden Manieren, erscheint ein solcher Lebensstil genau das richtige zu sein, und immer öfter macht er den Damen seine Aufwartung. Sein Ziel ist eindeutig, doch der geschickte Stratege hat die Rechnung ohne Dr. Sloper gemacht. Autor James erzählt mit viel Ironie und Biss die Geschichte des Mauerblümchens Catharine und ihrem Vater. Eindrucksvoll zeichnet er ein New York nach, was man heute nicht mehr findet. Ein Roman über längst vergangene Zeiten aus Manhattan. Thomas Gerlings

Die Welt im Juli 1863. Abraham Lincoln schickt die jungen Männer New Yorks in den Krieg gegen die Südstaaten und löst damit die blutigsten Aufstände in der Geschichte der Stadt aus. In einer Straße, genannt Paradise Alley, warten drei irische Frauen ängstlich auf den gewalttätigen Mob, der sich von Downtown aus auf sie zu bewegt. Deirdre, deren Mann im Bürgerkrieg vermisst wird, Ruth, die sich mit einem Schwarzen zusammengetan hat und die Prostituierte Maddy - sie alle haben ihre persönlichen Gründe, die Aufständischen zu fürchten. In der Paradise Alley überschlagen sich die Ereignisse jener hoch dramatischen Tage. Kevin Baker schafft, diese drei Einzelschicksale zusammen zu binden und schafft ein eindrucksvolles Bild aus den düsteren Tagen von New York im Jahre 1863. Micheal Stark

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Mode

DKNY Die Modezarin von New York City von Cathlen Thomas

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ew York’s Mode wurde in der Vergangenheit vor allem von einer Frau vertreten: Donna Karan. Keiner Weg führt an ihr vorbei, der nicht hippe, teure Mode tragen will. Ihre Kunden wie Hillary Clinton, Paris Hilton oder Barbara Streisand schwören auf ihren Stil. Sie ist Bestandteil des internationalen Modezirkus und Erbin von Anne Klein. Nach ihrer Ausbildung an der New Yorker Parsons School of Design nahm sie Klein in ihr Imperium auf. Sie realisierte als erste, was für ein Talent da heranwuchs. Es wurde ihr sprichwörtlich in die Liege gelegt, denn auch ihre Eltern arbeitetn in der Modebranche und unterstützen ihre ehrgeizige Tochter jederzeit. Fleiß, Talent und Ehrgeiz machte sich bezahlt, denn nach dem Tod von Anne Klein 1974 übernahm sie die Firma – mit gerade einmal 26 Jahren. Wenig später schafft sie den Sprung in die Selbstständigkeit und stellt neun Jahre später ihre erste 40

Kollektion vor. Das Premerienpublikum ist begeistert, ihre Art und Weise, wie die moderne Frau einkleidet ist, ist revolutionär. Die „sieben Sachen“ kombinieren einzelne Modestücke neu und erstmals gibt es den aufknöpfbaren Body für die Dame. Kombinierbarkeit bleibt ihr Markenzeichen, Vielseitigkeit eines ihrer Credo. Der Erfolg ihrer ersten Kollektion macht sie bekannt und reich. Es entstehen weitere Modelinien, für Männer und Kinder. Das Label DKNY wird zu einer gefragten Marke und die Modeschöpferin zu einer Art Göttin der it-Girls. 1996 schließlich geht das Label an die Börse, international business ist angesagt, schon längst erwirtschaftet sie ein Großteil ihrer Gewinne auch außerhalb der USA. 2001 stirbt ihr Mann nach langer Krankheit, sie verkauft ihr Modeimperium an LVMH und zieht sich zurück und ist nur noch als Beraterin für den Konzern tätig.


Mode

Zoo York Von Skateboardern für Skateboarder von Michelle Hussmann

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ie Erfolgsgeschichte begann Ende der Siebziger in den Straßen New Yorks. Eine Gruppe von Künstlern und Skateboardern machte sich unter dem Namen „The Soul Artist of Zoo York“ einen Namen. Ihre Boards und Cans waren revolutionär und mehr als nur ein Zeitvertreib, es war ein Weg ihre Kreativität auszudrücken. Das Potential war groß und was sich da an der East Side in Manhattan entwickelte sollte bald die ganze Welt beeindrucken. Die Skateboardergemeine wuchs rasant und die Sprayer kennzeichneten die Stadt auf ihre Art und Weise. Beides verschmolz immer mehr miteinander und erfordete eine bessere Organisation. Rodney Smith und Bruno Musso erkannten, dass eine Firma der beste Weg dafür sei und so gründeten die beiden die Firma „Shut skateboards“. Bald wurde der Look der Produkte das Aushängeschild der Eastcost. Wie ein Magnet sammelte sich nun season-new york

in New York die Skateboardszene und das Talent von großartigen Writern und Skateboardern. Der starke Bezug zwischen Künstler und Skateboarder spiegelte sich auf den Decks und Shirts wider. Anfang der Neunziger brach das Skateboardgeschäft ein, „Shut Sakteboards“ ging pleite und die beiden Gründer sagen sich nach neuen Geldgebern um. Sie fanden ihn in Person vom Adam Schatz und dem Designer Eli Morgan Gessner. Gemeinsam vollzog man den Sprung auf ein höheres Level, organisatorisch wie finanziell. 1993 gründete man gemeinsam „Zoo York“ und der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die Verbundenheit zu den Künstlern ist geblieben und heute zählt sie in der Szene als große Marke, nicht nur im Skateboarding, sondern auch im Motocross, Surfen und BMX. Zoo York ist ein Stück New Yorker Kunst und Lebensgefühl was mittlerweile überall auf der Welt vermittelt wird. 41


Leserbriefe

Monrose Nachruf, Nr. 1 Euer Artikel hat meine These der Popstars-Eintagsfliegen einmal mehr bestätigt. Kaum eine zusammen gewürfelte Castingband schafft es länger als ein Jahr zu überleben, abgesehen von den No Angels. Ich frage mich schon gar nciht, warum junge Teenies da eigentlich mitmachen. Das ihr bereits ein Nachruf über sie verfasst habt, halte ich terminlich für den richtigen Zeitpunkt. So richtig 2006mäßig ist sie wirklich. Enrico Bös, Kempten Ihr habt recht, wenn ihr behauptet, Monrose sei out, schon längst abgeschrieben. Aber ihr müsst euch nciht fragen, warum da überhaupt noch Leute teilnehmen, ein Blick auf Viva oder MTV reichen doch, um zu verstehen, warum sich diese Peinlichkeit so viele antun. Willkommen in der Schamlos-Generation. Peinlich ist heute nix mehr, auch ein Kurzauftritt als Castingband. Franzi Hinze, Berlin 42

10 hässlichsten Cover Nr. 1 Eher durch Zufall bin ich bei Google auf eure Seite gestossen und hab mich auch von der Größe des Magazins nicht abschrecken lassen. Und der Artikel über die 10 hässlichsten Cover hat mich voll entschädigt, danke für dieses Sammelsorium an abstossenden Kunstwerken. Ich hab mich köstlich amüsiert und sogar eine Platte bei mir zu Hause wieder gefunden ! Ich bin gespannt auf die nächste Ausgabe und ich hoffe, das downloaden lohnt sich wieder. Georg Finke, Mühlheim Immer auf Achse, Nr. 1 Ich konnte den Bericht über das Mädchen, was monatelang der Gruppe BSB nachgereist war, kaum glauben. Es ist schon erschreckend, wie weit einige Fans gehen, um ihren Idolen sehr nahe zu sein. Leider wird sich diese Geschichte noch öfter wiederholen und ich denke, viele Menschen werden dadurch ein Stück

ihres Lebens vergeuden. Es sind Menschen wie du und ich, niemand sollte so einen Eifer entwickeln, wie die junge Frau in euren Artikel. Mir tut sie leid. Sabine Dichmann, Hamburg David Luther, Portfolio Nr. 1 Ich bin durch einen Bekannten auf euer Magazin aufmerksam geworden und finde das Konzept sowie die Umsetzung sehr gut gelungen. Besonders die qualitativ ausgezeichneten Bilder haben mir gefallen. Das Portfolio von David Luther zum Thema Musik fand ich klasse, wäre schön, wenn ihr diese Tradition fortsetzten würdet. Wenn ihr noch ein wenig an der Dateigröße schraubt, sehe ich da ein großes Online Magazin heranwachsen. Clemens Wegener, Bern Leserbriefe bitte an: leserbrief@season-magazin.de Wir behalten uns vor, Leserbriefe zu kürzen.


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Abenteuer

Central Park surviving Eine Nacht in der grĂźnen Lunge New Yorks Von Gordon Thomas / Ăœbersetzung: Ullrich Starke

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Abenteuer

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eine Bekannten hatten mich für Verrückt erklärt. Bist du lebensmüde hatten sie mich gefragt. Ob ich das denn wirklich machen wolle, fragten besorgt meine Eltern. Dabei stand mein Entschluss schon fest: Eine Nacht im Central Park. Für viele mag das für eine ruhige Campingnacht in der grünen Lunge von Manhattan klingen, aber dem ist nicht so. In zahlreichen Reiseführen wird davor gewarnt, jenseits des Sonnenunterganges sich im Park aufzuhalten. Nachts, wenn all die Touristen und die Familien verschwunden sind und die Kutschen zurück in ihre Depots fahren gehört der Central Park den Verrückten, Drogensüchtigen und Dieben. In einem Reiseführer stand einmal: „Ich schlief abends in der Nähe des Great Hill ein und erwachte morgens ohne Brieftasche und Hose. Nur meine Brille hatten sie da gelassen, offenbar war der Dieb nicht kurzsichtig.“ Das hatte mich nicht abgeschreckt, ich ließ Brieftasche und Handy in meiner Wohnung und betrat gegen 20 Uhr den Central Park nahe der 79.th Str. Ich schlenderte durch die Anlagen vorbei am Security Center und den Tennis Courts und bog irgendwann nach links, dem Reservoir entgegen. Als ich am Shakespeare Garden ankam war es bereits 21 Uhr und das Licht erreichte die Parklandschaften nicht mehr ganz. In der Nähe des Delacorte Theatre, hinter einen Busch, beschloss ich mein Nachtlager aufzuschlagen. Ich holte mir season-new york

etwas zu essen aus meinen Rucksack und schaute gerade aus, der Skyline hinauf. Allmählich wurde es dunkler, ruhiger und die Temperaturen sanken langsam auf die nächtetypischen 10 Grad. Ich zog meinen Anorak an und schaute mich um, bzw. lauschte. Vollkommene Stille, nur der Lärm der Central Park West Av. kam zu mir herüber. Mir wurde es langweilig, hoffte fast schon auf einen Besuch der gefährlichen Art. Um etwa 23 Uhr hörte ich Stimmen, die zwei Männern gehören mussten, auf mich zukommen. Ich verhielt mich still und saß wie ein Tiger in der Lauerstellung. Die zwei Unbekannten stoppten, sahen in meine Richtung und gingen dann weiter. Ich wurde wahnsinnig! Von wegen Gefährlich! Hier passierte rein gar nichts! Zwar hoffte ich nicht auf eine Messerstecherei aber wenigstens Besuch von anderen Obdachlosen hatte ich erwartet. Ich legte mich nieder, schloss die Augen und war innerlich enttäuscht. Ich hatte mir zuviel davon versprochen. Gegen 1 Uhr wachte ich plötzlich auf und erschrak: Zwei Penner standen vor mir und starrten mich an, einer hatte mich mit einen Stock geweckt, der andere umklammerte eine Flasche Wein. Auf ihre Frage, ob ich neu sei und hier zum ersten Mal schlafe erwiderte ich mein Vorhaben bezüglich der Nacht im Central Park. Sie lachten lauthals los und schüttelten den Kopf. Gefährlich sei es hier zwar schon, aber nur in der Gegend des Harlem 45


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Meer. Ich hatte mir die sicherste Stelle des gesamten Central Park ausgesucht. Hier könnte man wochenlang schlafen, ohne beraubt zu werden. Sie lachten noch, als ich mich wieder hinlegte und musste über mich selbst lachen. Damit hatte ich nun nicht gerechnet, dass ich unfreiwillig mein eigenes Abenteuer versaute. Aber auf einen schnellen Tod via Messer oder Knarre hatte ich auch keine Lust. Spannend war es so oder so. Auch ohne Angriffe oder Diebstähle. Ich schlief ein und erwachte früh morgens und richtete mich auf und erschrak abermals. Meine Schuhe fehlten, genauso mein Rucksack, den ich neben mir gelegt hatte und die ganze Nacht eigentlich umarmt hatte, falls man mir ihn doch klauen sollte. Auch meine Uhr am Handgelenk hatte man mir geklaut! Unglaublich, ich stand auf und ging ein wenig herum.Ich wurde beklaut!, doch noch! Im Rucksack war mein Frühstück und das vermisste ich jetzt am meisten. Die Uhr war billig, ein Geschenk meiner Schwiegermutter, die konnte ich also verschmerzen. Ich ging Richtung Ausgang 81.th Str. und machte mich auf dem Weg nach Hause. Unterwegs dachte ich über die Penner nach und was sie gesagt hatten. Wäre ich in die Gegend des Harlem Meer geraten, hätte mir mehr als nur meine Schuhe, Uhr und Rucksack gefehlt? Gut möglich, aber das sollten Andere herausfinden. Nicht ich. 46


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m Anfang von Manhattan, südlich des Central Park schlägt das Herz der anglo-amerikanischen Geldgesellschaft. Entlang der alten Stadtmauer, wo die Straßen noch ungerade verlaufen und man ein wenig Zeitgeist der hippen Metropole spürt, haben mehr HegdefondGesellschaften, Bankhäuser, Investmentgruppen oder Versicherungen ihren Sitz als anderswo in den Vereinigten Staaten. Die kalte Stimmung in der Wirtschaftswelt spürt man auch auf den Straßen, vorbei am Bullen und zahlreichen Edelrestaurants. Er ist berühmt, so sehr, dass ein Film über die skrupellosen Machenschaften der Geldhaie nach ihm benannt wurde. Gecko und Co. Verprassen darin das Geld ihrer Kunden und betrügen die New Yorker Finanzwelt. Es geht hier nicht minder hektisch zu wie im Rest der Stadt, nur wo findet man mehr Schlipsträger und Blackberry-Besitzer als hier? Der Ort ist schicksalbehaftet, der schwarze Freitag anno 1929 hatte sein Epizentrum in der Wallstreet. Hier begann die Wirtschaftkrise und hier endet sie auch irgendwie immer. Es ist ein Ort voller Reichtum, Macht und Habgier. Es ist die kalte Seite von New York.Im Herzen der alten Stadt bemüht sie sich normal zu geben, doch der 11. September hat vieles verändert, auch die Stimmung an der Börse, die Kirche für Broker von New York. Zu ihr kommen sie in Scharren, leiden, beten und hoffen auf viel, viel Geld. season-new york

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Impressum

Wer dahinter steckt

Season magazine Verleger und Chefredakteur: Johannes Bruemmer (V.i.S.d.P.) Stellvertretender Chefredakteur Ullrich Starke Art Department blendmedia Fotoredaktion Max Kehner, Tillman Möbius Autoren Frak Killius, Martin Rausch, Vanessa Finley, Malte Andresen, Michel Lohmann, Mathias Anschütz Aaron Desset, Cathleen Thomas, Michelle Hussmann, Gordon Thomas, Ulf Wieth, Max Kehner, Thomas Gerlings, Michael Stark Übersetzungen Ullrich Starke, Johannes Bruemmer Organisation Johannes Bruemmer Anschrift Season magazine Sparrstraße 27 13353 Berlin redaktion(at)season-magazine.de

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Bildnachweis

Wer geknippst hat Verantwortlicher Redakteur Max Kehner Seite 1: Alexander Srdic Seite 5-9: photocase, Seite 11: William Picard, Seite 12: photocase, Seite 13-14: stockexchange, Seite 16- 24: Michel Lohmann, Seite 27: Yvonne Stepanow, Seite 28: stockexchange, Seite 31: Lonnie Bradley, Seite 32: stockexchange, Seite 33: Oscura, Seite 34: photocase, Seite 35: stockexchange Seite 36: Glaucio Aio, Seite 37: photocase, Seite 38-39: amazon, Seite 40: photocase, Seite 41: Zoo York, Seite 44: photocase, Seite 47: Simona Dimitru, Seite 48-52: photocase, Seite 56: Zugalda. Wir danken allen Fotografen f端r ihre Zusammenarbeit. Alle Bilder sind urheberrechtlich gesch端tzt. Die Rechte liegen bei den genannten Fotografen. Wir danken photocase, stockexchange, nextbrand, webhoster, Adobe Corp., Michel Lohmann, Zoo York, Amnesty International, peta sowie allen Autoren Season magazine sowie das Logo sind urheberrechtlich gesch端tzt. Season magazin wird herausgegeben vom blendverlag

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