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d-inside Fach- und Brancheninformationen des Schweizerischen Drogistenverbands

April 2014

Geschäftsnachfolge frühzeitig regeln

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Wir beraten Sie gerne. Claudia Graness, Telefon 032 328 50 51 oder per E-Mail an vertrieb@drogistenverband.ch Eine detaillierte Beschreibung des Angebots sowie das Bestellformular für Zusatzauflagen und Umhefter finden Sie unter: www.drogoserver.ch (SDV-Mitgliedschaft, Zusatzauflagen).


Inhalt & Editorial In Kürze

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Aktuelles aus der Branche

Fokus

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Nachfolgeregelung: Expertenrat und Erfahrungsberichte

Branche

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ESD im Wandel: Die Entwicklung zum «Lerncampus»

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40 Jahre Parsenn-Produkte AG

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Einladung zur Generalversammlung «Angestellte Drogisten Suisse»

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Was Category Management bewirken kann

Nur Vordenker finden Nachfolger

Serie

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Ein Leben für die Drogerien: Spagyrik-Pionier Traugott Steger

Wissen

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Mit Reformprodukten voll im Trend

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Magnesium: Grosses Update

Rubriken

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Stellenmarkt

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Rundheraus

Weitere spannende Informationen finden Ihre Kundinnen und Kunden auf: Impressum d-inside Offizielles Organ des Schweizerischen Drogistenverbands, Postfach 3516, 2500 Biel 3, info@drogistenverband.ch, www.drogerie.ch Geschäftsführung: Martin Bangerter; Kommunikationsleitung: Heinrich Gasser (hrg); Redaktion: Lukas Fuhrer (ful); Anzeigenverkauf: Josef Nietlispach (jn), inserate@drogistenverband.ch; Fachliche Beratung: Julia Burgener (Wissenschaftliche Fachstelle), Andrea Ullius (Drogist HF); Layout: Odette Montandon; Druck: W. Gassmann AG, Biel Titelbild: Flavia Trachsel Abonnemente: Antonella Schilirò, Telefon 032 328 50 30, a.schiliro@drogistenverband.ch; ISSN 1662-338X; Fr. 75.–/Jahr, 2. Abonnement Fr. 56.–, zuzüglich 2,5 % MWSt. Auflage: 5833 Ex. (notariell beglaubigt)

www.vitagate.ch

d-inside ist das Medium der «Angestellte Drogisten Suisse» Geschäftsstelle und Rechtsberatung: Regula Steinemann, Gerbergasse 26, Postfach 644, 4001 Basel, Tel. 061 261 45 45 Mitgliederwesen und Kasse: Reto Karich www.drogisten.org; info@drogisten.org

Wir sind Gönner des SDV und der ESD

Für die einen ist es der erfolgreiche Abschluss ihrer Unternehmerlaufbahn, für die anderen der Start eines neuen, spannenden Engagements. Egal, aus welchen Gründen das eigene Geschäft übergeben werden soll, wer mit zu wenig Voraussicht plant, hat das Nachsehen. Wenn einige deswegen unnötig viel Geld der öffentlichen Hand «spenden», statt es in ihre Lebensvorsorge oder in neue, eigene Projekte investieren zu können, ist das eine Sache. Wenn aber zukunftsträchtige, erfolgreiche Unternehmen aus dem Markt verschwinden, weil die Regelung der Nachfolge zu spät und unprofessionell angegangen wurde, ist das tragisch. Die Drogeriebranche verliert so leider jedes Jahr auch Standorte, die eigentlich Zukunftspotenzial gehabt hätten. Der SDV hat nicht die Möglichkeiten, Nachfolgelösungen von Drogerien zu begleiten oder diese gar bei der Finanzierung zu unterstützen. Wir können aber Inhaberinnen und Inhaber sensibilisieren, sich rechtzeitig um den Fortbestand ihres Geschäfts zu kümmern. Ebenfalls können wir junge Drogistinnen und Drogisten motivieren, ihre Angst vor dem eigenen Mut zu überwinden, um der eigene Herr oder die eigene Meisterin zu werden. Und wir können beide Generationen zusammenbringen, damit sie sich kennenlernen. Deshalb führen wir seit einigen Jahren das «Nachfolgeregelungsseminar» durch. Dass dieses Nachdenkliche zum Vorausdenken und Vorsichtige zum Handeln anregt, zeigen erfolgreiche Drogerien, deren Nachfolgelösung dort ihren Anfang genommen hat.

Martin Bangerter, Zentralpräsident m.bangerter@drogistenverband.ch

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In Kürze

Corinne Futterlieb

Qualität ist in den meisten Drogerien top Die aktuellsten Ergebnisse des DrogoThek-Qualitätschecks zeigen: Drei Viertel der bewerteten Drogerien erreichen den DrogoThek-Standard. Vor rund einem Jahr schwärmten die DrogoThek-Berater erneut aus, um in den Verkaufsstellen die SDV-Qualitätsbewertung und -Beratung durchzuführen. Inzwischen liegen die ersten Resultate vor. Gegenüber den Drogeriebewertungen aus den DrogoThek-Anfängen nach 2003 sind heute weniger grobe Mängel zu beheben, sagt Branchenentwickler und DrogoThek-Chef Andrea Ullius. «Mit kleinen Investitionen konnten viele Standorte ihr Erscheinungsbild aber weiter verbessern und dadurch an Attraktivität gewinnen», so Ullius. In der laufenden Runde haben die Berater bisher 284 Drogerien besucht. Davon haben 210 das DrogoThek-Diplom erhalten, das sind knapp drei Viertel. 72 erfüllen den QualitätsMindeststandard des SDV, zwei Drogerien haben die nötige Punktzahl nicht erreicht. red

Rauchern geht es nach Aufhören besser

Medical Journal». Das widerlegt die gängige Meinung unter Rauchern, ihr Nikotinkonsum lindere Anspannung, Stress und Angst. pte

Rauchen mag entspannen – doch wer damit aufhört, ist noch entspannter. Das stellten britische Forscher bei der Auswertung mehrerer klinischer Studien zum Thema psychische Gesundheit nach dem Rauchstopp fest. Insgesamt leiden Exraucher weniger unter Depression, Angst und Stress als Raucher. Wer es schafft, aufzuhören, hat demnach eine bessere Stimmung und höhere Lebensqualität, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «British

Wohngegend beeinflusst Gesundheit Wer in einer sozioökonomisch benachteiligten Region lebt, ist häufiger von Diabetes mellitus und Adipositas betroffen – und das unabhängig vom eigenen Sozialstatus. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München und des Robert Koch-Instituts in Berlin. Für ih-

re gemeinsame Studie analysierten sie Daten von über 33 000 Personen im Alter ab 30 Jahren. «Regionale Faktoren wie das durchschnittliche Einkommen der Bevölkerung, Arbeitslosigkeit oder die Beschaffenheit der Wohnumgebung können alle Bewohner gesundheitlich beeinflussen – unabhängig vom Sozialstatus, den die einzelnen Personen innehaben», erklärt der Erstautor der Studie Werner Maier. pte

Bessere Grippe-Impfstoffe dank Evolutionsforschung Wissenschaftler aus Köln und New York haben gemeinsam ein Modell erarbeitet, um die Evolution von Grippeviren von einem Jahr auf das nächste vorauszusagen. Das Modell könnte künftig dabei helfen, passendere Grippeimpfstoffe herzustellen. Allerdings handelt es sich bei der Arbeit noch um Grundlagenforschung. «Bis man beweisen kann, dass das Modell tatsächlich zu verbesserten Impfstoffen führt, ist es noch ein langer Weg», sagte der Kölner Professor Michael Lässig der Nachrichtenagentur dpa. pte

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Informations professionnelles et spécialisées de l’Association suisse des droguistes Avril 2014

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In Kürze Urin-Teststreifen für Krebsdiagnose

Stallstaub mindert Allergierisiko

Krebs und Thromboembolien könnten in Zukunft ähnlich nachgewiesen werden wie eine Schwangerschaft: Ein wenig Urin auf einem Teststreifen genügt. Zumindest bei Mäusen mit Darmkrebs oder Blutgerinnseln funktioniert die neue Methode, berichten Forscher vom Massachusetts Institute of Technology in Boston. Dazu entwickelten sie synthetische, Protease-empfindliche Biomarker aus Nanopartikeln und Peptiden. Trifft ein injizierter Biomarker auf einen Tumor oder ein Blutgerinnsel, sorgen die dort übermässig produzierten spezifischen Matrix-Metalloproteinasen dafür, dass ein Peptid als sogenanntes Reporter-Molekül abgespalten wird. Diese Reporter-Moleküle gelangen in den Urin und können auf einem Teststreifen angezeigt werden. Mit den Teststreifen soll eine besonders günstige Form der Diagnostik auch Entwicklungsländern zugänglich gemacht werden. pte

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum haben in Stallstaub ein Zuckermolekül entdeckt, das möglicherweise vor Allergien und allergischem Asthma schützt. Das Molekül kommt in grossen Mengen in Futterpflanzen vor und hindert das Immunsystem an überschiessenden Abwehrreaktionen, wenn es im ersten Lebensjahr in hoher Konzentration eingeatmet wird. Seit längerer Zeit ist bekannt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, seltener an Allergien leiden. Das Ziel der Forscher ist nun eine Art Impfung, die das Immunsystem gegen Allergene stärkt. pte

Psychische Störungen bei später Vaterschaft häufiger Je älter der Vater bei der Zeugung ist, desto höher ist das Risiko für psychische Störungen bei den Kindern. Das zeigen die Ergebnisse einer Kohortenstudie, die im Fachjournal «JAMA Psychiatry» veröffentlicht wurde. Für ihre Untersuchung werteten Forscher der amerikanischen Indiana University die Daten fast aller Kinder aus, die zwischen 1973 und 2001 in Schweden geboren wurden. In Schweden ist ein Datenabgleich vergleichsweise einfach möglich, weil eine Vielzahl medizinischer Daten in Krankenregistern gespeichert wird und eine persönliche Identifikationsnummer für alle Einwohner vorliegt. pte

Baby scheint nach HIV-Behandlung virenfrei In den USA ist möglicherweise ein zweites HIV-infiziertes Kind mit einer Intensivbehandlung direkt nach der Geburt erfolgreich therapiert worden. Das jetzt knapp ein Jahr alte Baby sei nach der Behandlung frei von sich vermehrenden Viren, meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität. Es werde aber weiter mit HIV-Medikamenten behandelt. Vor einem Jahr hatte die Universität über ein anderes Kind berichtet, das kurz nach der Geburt behandelt wurde, mittlerweile dreieinhalb Jahre alt ist und trotz abgesetzter Medikamente weiter keine Anzeichen von HIV zeigt. pte

Bluttest sagt Alzheimer voraus Ein neuer Bluttest kann den Beginn einer Alzheimererkrankung vorhersagen. Ein Team an der amerikanischen Georgetown University hat nachgewiesen, dass das Testen von zehn Fetten im Blut mit einer Genauigkeit von 90 Prozent vorhersagen

konnte, wie hoch das Risiko einer Demenzerkrankung in den nächsten drei Jahren sein wird. Die Ergebnisse werden jetzt in grösseren klinischen Studien überprüft. pte

Herzoperation mit Spezialroboter geglückt Am Universitätsspital Basel ist erstmals mithilfe eines Roboters eine Bypassoperation am Herzen durchgeführt worden. Die Vorbereitungen für den Eingriff dauerten über ein Jahr. Der Aufwand hat sich gelohnt: Die Operation mit dem DaVinci-Roboter verlief erfolgreich. Der Vorteil des Robotereinsatzes liegt darin, dass nicht der ganze Brustkorb geöffnet werden muss, um dem Chirurgen Zugang zum Herzen zu verschaffen. Für den Roboter reichen dazu kleinste Einschnitte aus. Zudem führt der Chirurg die Handgriffe an einer Steuerungskonsole aus, der Roboter überträgt diese ruhig und exakt auf den Patienten. pte

Neue Drogeriemitglieder Um die Aufnahme in die Sektion und in den SDV bewerben sich: Sektion: ZS Sara Bernet Artemis Drogerie GmbH Zelgmatte 2, 6144 Zell LU Einsprachen sind innert 14 Tagen an den Zentralvorstand des SDV, Postfach 3516, 2500 Biel 3, zu richten.

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Branche

Die ESD im Wandel der Zeit Die einzige höhere Fachschule für Drogistinnen und Drogisten hat sich im Laufe der Jahrzehnte von einer klassischen Schule zu einem «Lerncampus» entwickelt. Beat Günther, seit 2004 Direktor der ESD, blickt insbesondere auf die letzten zehn Jahre zurück. Was vor 109 Jahren in Neuchâtel begann, hat heute immer noch Bestand: Die Ecole supérieure de droguerie (ESD) bildet als einzige höhere Fachschule für die gesamte Drogeriebranche junge Nachwuchsführungskräfte aus. «Die Gründung einer Drogistenschule gehört zu den vornehmsten Zielen, welche sich unser Verein (heutiger SDV) gesteckt hat», sagte dereinst einer der Gründer der ESD, Franz Quidort. Die ESD ist somit ein Zeitzeichen eines ganzen Jahrhunderts Drogistengeschichte geworden.

petenzen sowie der Methodenkompetenz ist die erworbene Fachkompetenz Mittler hin zur individuellen Handlungskompetenz (siehe Abbildung).

Vom Wissen zum Kundennutzen Die vornehmste und damit wichtigste Aufgabe in der Drogerie ist es, Tag für Tag einen möglichst grossen Kundennutzen zu generieren. Je höher dieser Kundennutzen ist, desto mehr Chancen haben wir, die Kundenfrequenz zu fördern. Mit einer hohen Kundenfrequenz können wir Umsatz

der Führungskräfte mit der Marktordnung in Verbindung zu bringen. In der Schule geht es darum, die einzelnen Handlungskompetenzen zu erlangen und diese einigermassen deckungsgleich mit dem Marktgeschehen in Verbindung zu bringen. Volkstümlich ausgedrückt: Unterricht, der in der Praxis umgesetzt werden kann. Oder mit einem populären Schlagwort formuliert: «Vernetzt denken – vernetzt handeln.» Dies ist eine tägliche Herausforderung für Lehrende und Lernende.

Vom Einzelkämpfer zum Teamplayer

«Eine wichtige Neuerung an der ESD ist ein Paradigmenwechsel der Lehrenden, dass nicht jeder einfach ‹sein Süppchen kocht›.» zVg

Beat Günther, Direktor ESD

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Strategische, kulturelle Kompetenz

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Mit der Einführung der Unternehmerschulung (US-ESD) Mitte der 1980er-Jahre wurde ein grundlegender Systemwechsel vorgenommen. Die Bereiche Mitarbeiterführung und Kommunikation, die Einführung einer Diplomarbeit und verschiedene Projektarbeiten rundeten den sonst eher frontalen Unterricht der reinen Wissensvermittlung ab. Die Herausforderung war und ist, die Schule und damit die Ausbildung in einen Gesamtkontext zu bringen. Wie wir aus verschiedenen Führungsausbildungen wissen, reicht es schon lange nicht mehr, einzig und alleine die Fachkompetenz der Studierenden zu fördern. Es braucht weit mehr: Durch die Vernetzung von Sozial- und Führungskompetenzen, persönlichkeitsbezogenen und strategisch-kulturellen Kom-

machen, daraus resultiert bei guter Geschäftsführung ein Gewinn. Mit dem Gewinn können wir unter anderem das Angebot verbessern und erhöhen damit die Marktakzeptanz. Der Kreis schliesst sich, indem eine gute Marktakzeptanz wiederum den Kundennutzen verbessert. Und dies alles geschieht im Kontext zu Umwelt und Gesellschaft, zum Markt und Wettbewerb, zu den Finanzen und dem wichtigen Gebiet der Mitarbeiterförderung. Diese spiralförmige Entwicklung kann man positiv oder eben auch negativ lesen, das heisst, «je mehr, desto mehr», oder aber «je weniger, desto weniger». Das ist das Spannende an der Geschichte, nämlich die individuelle Handlungskompetenz

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Vom Fachwissen büffeln zur «indi­ viduellen Handlungskompetenz»

Eine der wichtigsten Neuerungen an der ESD in den letzten zehn Jahren ist ein Paradigmenwechsel der Lehrenden, dass nicht jeder einfach «sein Süppchen kocht», seinen Unterricht nach seinem Gusto erteilt und den Gesamtblick ausser Acht lässt. Einige gestandene Lehrkräfte haben das seit eh und je getan, haben in ihrem Teilbereich wohl sehr guten vernetzten Unterricht geboten, sind aber im Kolle­-

Handlungskompetenz

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Branche

Corinne Futterlieb

Die Ausbildung an der ESD ist heute praxisbezogen und vernetzt fachliche, soziale, strategische und persönliche Kompetenzen.

gium an die Grenzen gestossen. Das Potenzial des gesamten Kollegiums konnte viel zu wenig genutzt werden. Da hat die Verjüngung und Erneuerung des Lehrerteams wesentlich zum Paradigmenwechsel beigetragen. Die vier verbleibenden Lehrer aus früheren Jahren sind eine sehr wichtige Teamstütze im heutigen Kollegium. Es handelt sich um einen Prozess, der ständig verbessert werden kann. Mit den Lehrerfortbildungen und den viermal jährlich stattfindenden Lehrerkonferenzen, mit einem regen Austausch unter den Lehrenden über den Ausbildungsstoff, über das Verhalten der Studierenden und beim Lösen von alltäglichen Problemen kann die Teambildung stets gefördert werden. Die Studierenden sind ebenfalls angehalten, sich vom Einzelkämpfer zum Teamplayer zu entwickeln, da dies auch in ihrer späteren Praxis gefragt ist. Verschiedene Projektarbeiten, die Diplomarbeit im Zweierteam und Gruppenarbeiten in verschiedenen Fächern sind gute Beispiele einer sinnvollen Zusammenarbeit.

Vom alten zum neuen Rahmenlehrplan Unter der Leitung des Schweizerischen Drogistenverbandes SDV wurden die Arbeiten für die Erstellung eines neuen Rahmenlehrplanes nach den Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen (MiVo-HF) in Angriff genommen. Darin werden sich mit Sicherheit die Neuerungen der letzten Jahre an der ESD widerspiegeln. Der neue Rahmenlehrplan ist für eine Fortführung der eidgenössischen Anerkennung unabdingbar.

Eine Zukunft mit Perspektiven Dank der zeitgemässen und aktuellen Ausbildung werden die ESD-Studentinnen und Studenten nach ihrem Abschluss zu begehrten Führungskräften mit Karrierechancen. Die ESD, eine eidgenössisch anerkannte höhere Fachschule, ist das Kompetenzzentrum der Aus- und Weiter­ bildung für Drogistinnen und Drogisten. Die praxisbezogene Ausbildung vernetzt Unternehmertum, Managementprozesse,

naturwissenschaftliche und komplemen­ tärmedizinische Fähigkeiten. Die Wünsche und Bedürfnisse der Drogeriekunden stehen stets im Zentrum der Ausbildung. Die moderne Infrastruktur, wie helle, gut eingerichtete Schulungsräume, Multimedia, Bibliothek, Laboratorien, Cafeteria, Informatikraum mit Sprachlabor und die Aula stehen den Studierenden vor, während und nach dem Unterricht zur Verfügung. Die ESD hat sich von einer herkömmlichen Schule zu einem «Lern­ campus» entwickelt. Eine angewandte, zielgerichtete Methodik und Didaktik garantieren einen effizienten und interessanten Lehrbetrieb. Die ESD ist eine zweisprachige Schule, die einzelnen Fächer werden entweder in deutscher oder französischer Sprache unterrichtet.

Fazit An der ESD von heute erleben die Studentinnen und Studenten einen kulturellen Austausch im Lernen, im Denken und Handeln mit nachhaltiger Wirkung. Beat Günther, Direktor ESD

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Branche

«Wir setzen auf ‹Made in Switzerland›» 1973 gründeten Erich und Doris Lüscher die Parsenn-Produkte AG. Heute, 40 Jahre später, ist das Unternehmen im bündnerischen Küblis nicht mehr aus dem Drogeriemarkt wegzudenken. Begonnen hat alles mit Ohrenschmerzen und der vergeblichen Suche nach einer Drogerie.

Erich Lüscher, Gründer und Verwaltungsratspräsident der Parsenn-Produkte AG, weilte 1973 während einer beruflichen Auszeit in Küblis, als sein Sohn Ohrenschmerzen bekam. Lüscher suchte eine Apotheke oder Drogerie, fand aber weit und breit keine. Nur drei Monate später eröffnete Erich Lüscher seine eigene Drogerie in Küblis und legte damit den Grundstein für ein Unternehmen, das heute 20 Mitarbeiter beschäftigt und jährlich sechs Millionen Franken Umsatz generiert. Der Betrieb wird inzwischen von den beiden Söhnen Christian und Oliver Lüscher geführt.

In Sibirien erfunden, in Graubünden erfolgreich Die Renner unter den Parsenn-Produkten und die Grundsteine für den Erfolg der Firma sind die Tal-Hautcreme und das LavilinDeo. Entwickelt wurden diese beiden Produkte vom russischen Forscher und Chemiker Hlavin. Erich Lüscher lernte Hlavin auf einer Geschäftsreise kennen, daraus ergab sich eine langjährige Zusammenarbeit. Zu den «Urprodukten» gehört ausserdem ein Badesalz aus dem Toten Meer. Produktepflege und -ausbau scheint eines der Erfolgsrezepte des Bündner Unternehmens zu sein. Die Brands «Tal» und «Lavilin» sind seit Jahren unverändert und wurden mit sinnvollen neuen Produkten

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ergänzt, unter anderem mit einer Herpes­ linie. Trotzdem ist das Parsenn-Team auch immer auf der Suche nach neuen Ideen. Mit der Übernahme des Vertriebs von Vaginalkugeln und Massagegeräten zum Beckenbodentraining bei Inkontinenz musste die Geschäftsleitung einige zweideutige Bemerkungen über sich ergehen lassen. «Wir führen seit 15 Jahren eine medizintechnische Abteilung mit den entsprechenden Geräten. Wir haben eine grosse Kompetenz im Bereich Inkontinenz, unter anderem mit unseren elektronischen Stimulationsgeräten. In diesem Bereich ist es normal, Kugeln und Vibratoren einzusetzen. Es lag deshalb auf der Hand, das Sortiment auszubauen. Für Drogerien und Apotheken war das natürlich neu, und so mussten wir am Anfang schon einiges an Überzeugungsarbeit leisten», schmunzelt Geschäftsführer Oliver Lüscher.

Entwicklung und Herstellung in der Schweiz Entwickelt werden die Parsenn-Produkte in Küblis. Hier kann Oliver Lüscher sein Drogerie- und Laborwissen optimal anwenden. Zusammen mit weiteren Fachpersonen ist er für die Formulierungen der Produkte und die Qualitätsverbesserung verantwortlich. «Da für uns ‹Made in Switzerland› sehr wichtig ist, werden alle Produkte mit einer

Andrea Ullius

Ausnahme in der Schweiz hergestellt und abgefüllt. Wir können in Küblis leider nicht GMP-konform produzieren, haben aber unsere Partner, die das in Lohnherstellung für uns machen», erläutert Oliver Lüscher. Vierzig Jahre nach der Gründung ist die Parsenn-Produkte AG ein solides Unternehmen. Natürlich hat sich in dieser Zeit auch für die Firma aus dem Prättigau einiges verändert: «Es gibt immer weniger Verkaufsstellen, sowohl bei den Drogerien als auch bei den Apotheken, somit wird der Markt für eine fachhandelstreue Firma kleiner. Früher gab es keine Ketten und Gruppierungen, viel weniger Publikationen in diesem Bereich, und auch Eigenmarken waren nur sehr marginal ein Thema», fasst Oliver Lüscher zusammen. Wie kann man aber gerade im Bereich der Hautpflege oder der Deos mit diesen Veränderungen Schritt halten? Lüschers Rezept: «Wir setzen hier auf Sympathie, das Familiäre, auf Fachhandelstreue und ‹Made in Switzerland›. Zudem sind unsere Produkte top in den Formulierungen.»

«Gruppierungen betreiben ein riskantes Spiel» Neben der Drogerie in Küblis betreibt die Parsenn-Produkte AG seit Kurzem eine Filiale in Schiers, ebenfalls im Prättigau. Dies erstaunt, denn zum Gesamtumsatz der Firma tragen die beiden Drogerien nur einen


Branche

Die beiden Geschäftsleitungsmitglieder Christian und Oliver Lüscher setzen mit ihrem Familienbetrieb auf Swissness und auf den Fachhandel.

kleinen Teil bei. Für Oliver Lüscher sind die eigenen Drogerien aber ein Vorteil: «Wir können hier den Markt beobachten, sehen, wer was auf den Markt bringt, welche POSTools eingesetzt werden. Wir können aber auch die Konsumenten direkt zu unseren Produkten befragen, ihnen Duftvarianten vorstellen oder Neuheiten zum Test mit­ geben.» Mit ihren beiden Drogerien hat sich die Parsenn-Produkte AG der Gruppierung Dromenta angeschlossen. Oliver Lüscher sitzt da auch im Verwaltungsrat. Entsprechend kann er die Thematik Gruppierungen und Ketten aus zwei Perspektiven beurteilen. Als Lieferant ist er mit der aktuellen Entwicklung nicht glücklich: «Aus Sicht des Verkaufspunkts ist die aktuelle Entwicklung natürlich noch nicht so heikel wie aus der Sicht des Lieferanten. Ich bin aber der Meinung, dass gewisse Ketten und Gruppierungen ein riskantes Spiel betreiben. Irgendwann ist der Bogen einfach überspannt, und die Retourkutsche der Industrie folgt in Form von Liberalisierungen. Wenn der Fachhandel nicht mehr attraktiv ist, dann wird sich der eine oder andere überlegen, ob Coop und Migros nicht die interessanteren Alternativen wären. Wobei hier nicht alle Gruppierungen und Ketten in den gleichen Topf geworfen werden dürfen.»

Chinesischen Markt durch Zufall erschlossen Auf der Suche nach neuen Wachstumsmärkten expandiert die Parsenn-Produkte AG derzeit nach China. «Wie jedes Unternehmen müssen auch wir wachsen. Durch die zum Teil schwierigen Marktverhältnisse ist dies aber nur möglich, wenn wir einerseits mit neuen, innovativen Produkten auf den Markt kommen oder in andere Kanäle expandieren. Einer dieser Märkte ist China», sagt Oliver Lüscher. Die Erschliessung des chinesischen Marktes ist durch einen Zufall zustande gekommen, erklärt Lüscher. «Eine Chinesin war bei Bekannten hier in der Schweiz in den Ferien und hat unsere Hautcreme kennengelernt. Sie war derart begeistert, dass sie mit uns Kontakt aufnahm. Wenn man mit dem chinesischen Markt zu tun hat, muss man zuerst noch viel lernen. Die Chinesen sind sehr auf Qualität bedacht. Die Regulatorien sind noch viel komplizierter als bei uns, und natürlich ist auch die Mentalität sehr different.» Auch der Gang zum Grossverteiler ist für die Parsenn-Produkte AG eine Wachstums­ option. Diese steht für Oliver Lüscher aber ganz weit hinten auf der Traktandenliste: «Angefragt wurden wir schon öfter, und zwar von allen grossen Playern. Solange wir im Fachhandel und bei den Ketten und Gruppierungen noch eine gute Unterstüt-

zung haben, ist dieser Schritt absolut kein Thema. Sollten die fachhandelstreuen Firmen aber nicht mehr bevorzugt behandelt werden, müssten wir uns über Grossverteiler Gedanken machen. Für uns als kleine Firma würde dies aber auch wieder neue Herausforderungen und Gefahren mit sich bringen.»

«Die blaue Nivea-Dose hätte ich gerne erfunden» Die Frage, welches Produkte er gerne erfunden hätte, kann Oliver Lüscher schnell beantworten: «Die blaue Nivea-Dose. Da wären wir saniert.» Vor kurzer Zeit hat die Parsenn-Produkte AG eine Hautcreme-Baby-Linie laciert, die schon recht gut im Markt aufgenommen wurde, und es gibt noch viele Ideen für die Zukunft, die Oliver Lüscher im Kopf rumgeistern. 

Andrea Ullius

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Fokus

Nachfolger/-in gesucht! Rund 100 Drogerieinhaberinnen und -inhaber werden in den kommenden zehn ­Jahren altershalber ihr Geschäft übergeben. Um bei der Nachfolgeregelung keine ­unerfreulichen Überraschungen zu erleben, sollte sie frühzeitig geplant und mit ­professioneller Unterstützung angegangen werden. Jana Schumacher ist glücklich mit ihrer Dropa Drogerie im luzernischen Triengen. Vor zwei Jahren hat sich die junge Drogistin HF den Wunsch einer eigenen Drogerie erfüllt und das Geschäft von Erich Fries erworben. Auch der ehemalige Inhaber ist mehr als zufrieden: «Jana Schumacher ist meine Wunschnachfolgerin. Schon als sie bei mir die Lehre absolvierte, erkannte ich ihr unternehmerisches Flair.» Per Ende 2011 übergab der einstige Patron seiner Nachfolgerin die Schlüssel zur Drogerie, mit der er sich selber vor 15 Jahren selbstständig gemacht hatte. Jana Schumacher übernahm das gesamte Team, investierte in ein neues Beleuchtungskonzept und einen neuen Boden und eröffnete ihren Betrieb feierlich zum neuen Jahr. Und Erich Fries? «Ich geniesse seit zwei Jahren meinen Ruhestand und weiss mein Werk in guten Händen.» Die Betriebsübergabe ist ein grosser und einschneidender Schritt in der Laufbahn einer Drogerieinhaberin oder eines Drogerieinhabers. Auf dem Weg zu einem gelungenen Verkaufsabschluss machen die Partner viele kleine Teilschritte, die Experten im Folgenden erläutern. Jana Schumacher und Erich Fries schildern dazu jeweils ihre persönlichen Erfahrungen.

Vorsicht Fristen: Frühzeitig planen Mit der Betriebsübergabe kann sich ein Drogerieinhaber nicht früh genug auseinandersetzen, sagt Peter Hadorn, Berater und Organisator der jährlichen Nachfolgeregelungsseminare des SDV (siehe Kasten Seite 12). «Es sind vor allem finanzielle AspekzVg te, die eine frühzeitige Planung zwingend erfordern. Will der Inhaber zum Beispiel seinen Einzelbetrieb vor dem Verkauf in eine Kapitalgesellschaft umwandeln, muss dieser Schritt fünf Jahre vor der geplanten Handänderung erfolgen.» Während dieser Frist kann er

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eine neu gegründete AG oder GmbH nämlich wegen Steuerfolgen nicht mit Gewinn veräussern. Die steuertechnischen Vorteile, die eine Kapitalgesellschaft gegenüber der Einzelgesellschaft bringt, sollten somit mindestens sechs Jahre vor dem Verkaufszeitpunkt überdacht werden. Mietverträge, die die Nachfolgerin oder der Nachfolger übernehmen können sollen, muss der Inhaber ebenfalls rechtzeitig verlängern. Der Faktor Zeit ist aber auch bei der Suche nach der geeigneten Nachfolgerin entscheidend. Es gilt, sein persönliches Netzwerk zu aktivieren und nach einer Person Ausschau zu halten, der man seinen Betrieb gerne anvertraut, die zum Standort, zu den Kunden, zum Team passt. Die potenzielle Käuferin oder der Käufer seinerseits soll den Betrieb in aller Ruhe kennenlernen können. «Beide Seiten profitieren davon, wenn bis zur Betriebsübergabe ein Vertrauensverhältnis wachsen konnte», meint Peter Hadorn. Zeitdruck ist also beim Verkaufs- und beim Kaufentscheid ein schlechter Ratgeber.

Erich Fries: Meine oberste Priorität war, jemanden als Nachfolger zu finden, der ins Dorf passt. Jana ist in Triengen aufgewachsen, und ich kannte sie inzwischen gut, da ich auch mit ihren Eltern befreundet bin. Also habe ich sie informiert, als ich den Verkaufsentscheid fällte. Das war 2010, zwei Jahre vor dem Verkauf. Da ich die Drogerie als Einzelunternehmen führte, hatte ich keine besonderen Fristen zu berücksichtigen. Ich bin in dieser Zeit aber schon mehrgleisig gefahren und habe aktiv verbreitet, dass ich einen Käufer suche. Ich habe auch den Kunden frühzeitig kommuniziert, dass ich das Geschäft übergeben werde. Jana Schumacher: Nach Erichs Angebot habe ich mit meiner Familie Kontakt aufgenommen, um abzuklären, ob sie mir allenfalls ein Darlehen geben können. Innerhalb eines guten halben Jahres stand für mich dann der Kaufentscheid. Erich hat mir genug Zeit gelassen und mir versichert, mich vor anderen Interessenten immer bevorzugt zu behandeln. Dadurch hatte ich nie das Gefühl, etwas zu überstürzen. Er hat mich auch frühzeitig mit allen nötigen Informationen zum Geschäft eingedeckt, das ich ja von meiner Lehrzeit her schon gut kenne. ›


Fokus

Sauber dokumentierte Betriebskennzahlen erleichtern die Gesch채fts체bergabe: F체r Kaufinteressenten sind sie eine wichtige Entscheidungsgrundlage.

Flavia Trachsel

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Fokus Gründliche Vorbereitung: Experten beiziehen Sowohl dem Verkäufer als auch dem Käufer steht mit einer geplanten Handänderung viel Papierkram ins Haus. Zur Unterstützung findet Peter Hadorn eine Treuhandfirma unverzichtbar, und zwar auf beiden Seiten. Für den Verkäufer heisst es nun, ein Dossier des Betriebs zusammenstellen: Erfolgsrechnungen der letzten Jahre, Betriebskennzahlen, laufende Mietverträge, Verträge mit Gruppierungen. Und natürlich den Verkaufspreis festlegen. Der Käufer wiederum will sich nicht alleine auf diese Angaben abstützen, er informiert sich noch breiter über das mögliche Kaufobjekt: Er führt eine Standortanalyse durch, informiert sich über die Konkurrenzsituation, über die Stärken der Drogerie, das Einzugsgebiet, die Verkehrserschliessung. Dabei kann er auf professionelle Unterstützung von Beratungsunternehmen zurückgreifen (siehe Kasten Seite 14). Schliesslich wird auch der Käufer aufgrund der ausgewerteten Daten einen Preis definieren, den das Unternehmen aus seiner Sicht wert ist. Laut Berater Peter Hadorn kann es sich durchaus lohnen, wenn Käufer und Verkäufer ihre Preisvorstellungen von einer dritten, unabhängigen Instanz prüfen lassen. Beratungsunternehmen aus der Branche bieten diesen Service an.

Jana Schumacher: Eine detaillierte Standortanalyse habe ich nicht vorgenommen, ich hatte keine Zweifel am Standort. Dennoch hab ich mir auch noch die Meinung der Dropa-Gruppierung eingeholt. Mit der Gruppe habe ich auch die Umsätze von Erich nochmals angeschaut und ausgerechnet, was für Umsätze ich erzielen muss, damit ich den Kredit innert nützlicher Frist zurückzahlen kann. Beim ganzen Prozess hat mich der Treuhänder meines Vaters begleitet, der selber ein Geschäft hat. Erich Fries: Ich habe allein einen Verkaufsvertrag mit allen nötigen Angaben erstellt, ohne Treuhänder. Aber in der Dropa-Gruppe kann man solche Dienstleistungen schon in Anspruch nehmen. Der einzige Punkt, den ich übersehen habe, war mein Jahresabschluss: Den habe ich nicht wie gewöhnlich per Ende September gemacht, sondern per Ende Jahr, wo ich das Geschäft übergeben wollte. Dadurch musste ich für dieses Jahr 15 Monate Einkommen versteuern.

eine Preisvorstellung nicht komplett abwegig ist. Als Orientierungshilfe kann laut Bankfachmann Brechbühl der sogenannte Praktikerwert herangezogen werden. Der doppelte Ertragswert des Unternehmens wird mit dem Substanzwert addiert und das Ergebnis durch drei geteilt. «Mit diesem Wert rechnet auch die Steuerverwaltung, er eignet sich bei KMU ziemlich gut.» Ob die Bank eine Betriebsübernahme finanziert, hängt zur Hauptsache vom Businessplan ab. «Wir prüfen die Planung auf innere Widersprüche: Rechnet die zukünftige Inhaberin mit realistischen Umsätzen, schätzt sie den Markt und ihre Chancen und Risiken richtig ein?», sagt Rolf Brechbühl. Daneben ist für das Geldinstitut wichtig, die Vision eines Käufers zu spüren: «Was will er erreichen mit dem Geschäft, wo will er in fünf, zehn Jahren stehen? Welche Stärken will er oder sie einsetzen?» Unterstützt die Bank ein Übernahmeprojekt, kann die Käuferschaft als Faustregel mit einem Kredit von 50 Prozent der Kaufsumme rechnen. Dieses Fremdkapital muss innert den nächsten fünf Jahren mit dem erwirtschafteten Free Cashflow amortisiert werden können. Unter Free Cashflow sind die Mittel zu verstehen, die weder für das operative Geschäft noch für Investitionen benötigt werden.

Nachfolgeseminar des SDV

Lukas Fuhrer

Kaufpreis festlegen: Emotionen mitberechnet? «Der richtige Preis für eine Drogerie ist der, mit dem beide Parteien zufrieden sind», sagt Rolf Brechbühl, Leiter Firmenkunden der Raiffeisen Bank Region Bern. Sachwerte wie das Warenlager oder die Ladeneinrichtung lassen sich mit einem Preis zVg beziffern. Die emotionalen Faktoren, die den Wert einer Drogerie mitbestimmen, sind weniger leicht in Zahlen zu fassen: der gute Ruf, den sich der Vorgänger erarbeitet hat, oder der Kundenstamm, den die Nachfolgerin übernehmen kann. In die Preisverhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer mischt sich die Bank nicht ein. Sie prüft allerdings vor der Vergabe eines Kredits, ob

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Vor zwei Jahren hat Jana Schumacher die Dropa Drogerie Triengen von Erich Fries übernommen. Wie sie die Nachfolgeregelung gehandhabt haben, schilderten die beiden am SDV-Seminar «Nachfolgeregelung und Unternehmenskauf in der Drogeriebranche» am 6. Februar in Neuenburg. Bereits zum siebten Mal diente das Seminar als Plattform, um potenzielle Verkäufer und Käufer zusammenzuführen. In Workshops trafen die Studierenden des zweiten ESDStudienjahres auf Vertreter der Verkäufergeneration, auf Praxisexperten und Leistungsanbieter. Das nächste Nachfolgeregelungsseminar findet am Donnerstag, 15. Januar 2015, statt.


Fokus

Geht die Rechnung auf? Die eigene Drogerie muss genug freie Mittel einbringen, um Bankkredite innert fünf Jahren zurückzahlen zu können.

Flavia Trachsel

Erich Fries: Ich habe Jana einen totalen Kaufpreis genannt für das ­Warenlager und die Ladeneinrichtung. Die Bewertung des Warenlagers fällt ja zu jedem Zeitpunkt anders aus, je nach Bestand. Weil wir den Verkauf so weit im Voraus planten, habe ich eine Obergrenze definiert, damit sie keine Überraschung erlebt. Schliesslich lag der Bestand dann deutlich unter dieser Summe. Jana hatte auch volle Einsicht in die Jahresabschlüsse der letzten Jahre, damit sie sah, was als Gewinn hängen bleibt. Jana Schumacher: Das Kapital für das Geschäft habe ich in Form eines Darlehens von meinem Vater bekommen. Er wollte nicht einen detaillierten Businessplan sehen, sondern hat mir und den Zahlen von Erich vertraut. Zur Kaufsumme kam noch die Finanzierung der Renovation dazu. Diese Investitionen sollen sich in den ersten fünf Jahren nach dem Kauf amortisieren, so unsere Rechnung. Der sogenannte Goodwill ist heute aus meiner Sicht nicht mehr so entscheidend. Heute lassen sich Stammkunden weniger einfach übernehmen, weil die Kundschaft extrem mobil ist. Erich hat mir für seinen Kundenstamm jedenfalls keine Rechnung gestellt.

Fürs Alter vorsorgen und Steuern sparen Die Grosszahl der Drogerieübergaben erfolgt altershalber. In diesen Fällen tritt die Verkäuferschaft in einen neuen Lebensabschnitt ein, den sie auch finanziell aufgleisen muss. «Selbstständigerwerbende haben oftmals ihr gesamtes VermözVg gen ins Geschäft investiert. Um zum Zeitpunkt der Nachfolgeregelung möglichst flexibel zu sein und als Absicherung für das Leben nach der Pensionierung ist eine Entflechtung des Geschäfts- und Privatvermögens ratsam», sagt Nicole Schöni, Wirtschafts-

prüferin und Prokuristin. Sie empfiehlt, frühzeitig eine private Vorsorge aufzubauen. Auch Selbstständigerwerbenden steht dazu die berufliche Vorsorge offen, die für sie ja nicht obligatorisch ist, der sie sich aber freiwillig unterstellen können. Oder sie organisieren die Altersvorsorge mit einer 3.-Säule-Lösung. Beim Verkauf einer Einzelfirma drohen die Steuerbelastung und die Sozialversicherungsabgaben einen Grossteil der Ersparnisse wegzufressen. Gemäss Nicole Schöni lohnt sich daher in den meisten Fällen die Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft: «Durch die Umwandlung kann der Verkäufer grundsätzlich einen steuerfreien privaten Kapitalgewinn erreichen, der auch nicht den Sozialversicherungsabgaben unterliegt.» Für den Käufer einer Einzelfirma ist die Situation recht übersichtlich: Er kauft Vermögenswerte, die in sein Geschäftsvermögen eingehen, und bezahlt auf den erwirtschafteten Gewinnen Einkommensteuer, erklärt Nicole Schöni. Dem Käufer einer Kapitalgesellschaft hingegen empfiehlt die Prokuristin unbedingt Beratung. Er kauft neben den Aktien des Unternehmens auch die stillen Reserven, beispielsweise auf dem Warenlager. Löst er diese Reserven eines Tages auf, fallen dafür Steuern an. Haben sich Verkäufer und Käufer schliesslich auf einen Preis verständigt, empfiehlt die Wirtschaftsprüferin ein sogenanntes Steuerruling. Dabei prüft die Steuerbehörde die Unterlagen der beiden Vertragsparteien und weist auf mögliche Stolpersteine hin. Wurde der Vertragsabschluss bis hierhin treuhänderisch begleitet, sollten zwar kaum Überraschungen zutage treten, aber da es bald einmal um grössere Steuersummen gehen kann, kann eine weitere Kontrolle nicht schaden. ›

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Fokus Jana Schumacher: Ich habe bei der Geschäftsübernahme eine AG gegründet. Wenn es mit einem Einzelunternehmen dumm läuft, geht man mit dem ganzen Privatvermögen mit. Die AG-Gründung ist also eine Absicherung, auch meinem Partner gegenüber. Und so bin ich eigentlich meine eigene Angestellte, das war auch steuertechnisch die beste Lösung. Erich Fries: Die älteren Semester sind ja meist noch als Einzelunternehmen organisiert. Als solche müssen sie regelmässig in die Altersvorsorge einzahlen. Ich habe das konsequent gemacht, und das kommt mir jetzt zugute. Wenn ich mein Geschäft noch weitergeführt hätte, hätte ich es wohl auch in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt. Denn in den ersten Jahren, wo der Abschreibebedarf gross ist, halten sich die Steuern ja in Grenzen. Wenn dann aber langsam der ganze Gewinn hängen bleibt, macht eine AG oder eine GmbH Sinn.

Valverde® Entspannung Ein pflanzliches Arzneimittel bei nervösen Spannungszuständen

Gute Aussichten für Käufergeneration Nicht jede Nachfolgeregelung läuft möglicherweise so zur vollen Zufriedenheit beider Parteien ab wie im Fall von Jana Schumacher und Erich Fries. Für Berater Peter Hadorn sind die Chancen aber dann am grössten, wenn sich die Betroffenen genügend Zeit geben und sich von Fachleuten beraten lassen. Für angehende Drogeriebesitzerinnen und -besitzer sieht der Markt in den kommenden zehn Jahren jedenfalls erfreulich aus. Hadorn rechnet in dieser Zeitspanne mit rund 100 gut aufgestellten Drogerien, die eine Nachfolge suchen werden. Bleiben die ESD-Studienabgänge stabil, stehen dieser Zahl rund 300 potenzielle Kaufinteressentinnen und -interessenten gegenüber. Jana Schumacher bereute den Schritt von der Geschäftsführerin zur Inhaberin einer eigenen Drogerie jedenfalls nie: «Als Geschäftsführerin trägt man ja auch bereits eine grosse Verantwortung. Als Inhaberin kann man dann aber den Erfolg zu 100 Prozent für sich selber und sein Team verbuchen.»   Lukas Fuhrer

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Branche bietet Hand für Start-ups › Die Gruppierungen der Branche bieten Beratungen und begleitende Dienstleistungen für Betriebsübergaben an.

› Das auf Drogerien und Apotheken spezialisierte Unternehmen Adroplan Beratungs AG führt Standortanalysen und Strategieberatungen durch, bei Betriebsübernahmen und bei Neueröffnungen. › Der Schweizerischer Drogistenverband SDV führt eine Liste mit Kaufobjekten und stellt die Daten Gruppierungen, Sektionen und Standortsicherungsorganisationen zur Verfügung. Kontakt: Andrea Ullius, Leiter Entwicklung, a.ullius@drogistenverband.ch

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Partner

Jubiläums-Generalversammlung: 75 Jahre Angestellte Drogisten Suisse Einladung zur 75. Generalversammlung Sonntag, 25. Mai 2014 Crystal Lounge (Piz Gloria), Schilthorn Programm 10.00 Uhr

Treffpunkt Talstation Schilthornbahn, Stechelberg, Begrüssung

10.25 Uhr

Gemeinsame Bahnreise aufs Schilthorn (vom Verband gesponsert)

10.45 Uhr

Kaffee und Gipfeli stehen bereit

11.00 Uhr

Beginn Generalversammlung

ca. 13.00 Uhr

Gemeinsames Mittagessen in der Crystal Lounge (vom Verband gesponsert)

15.00 Uhr

Individueller Besuch «Bond World 007»: Interaktives Bond-Erlebnis (Ausstellung)

16.00 Uhr

Gemeinsame Rückreise Richtung Talstation Stechelberg, anschliessend individuelle Heimreise

Traktanden 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

Begrüssung Wahl der Stimmenzähler Protokoll der 74. Generalversammlung vom Mittwoch, 29. Mai 2013, in Olten (Jahres-)Bericht 2013 Jahresrechnung und Revisorenbericht Budget 2014 und Jahresbeitrag 2015 Entlastung des Zentralvorstandes Wahlen und Demissionen Verschiedenes

Anmeldungen Senden Sie Ihre Anmeldung (unter Angabe, ob ein vegetarisches Menü erwünscht ist oder nicht) bitte an: Angestellte Drogisten Suisse, Gerbergasse 26, Postfach, 4001 Basel oder per E-Mail an: sekretariat@drogisten.org

Bitte berücksichtigen Folgende Unterlagen können bei der Geschäftsstelle ab anfangs April 2014 eingesehen und bezogen werden: Protokoll der GV 2013, Jahresbericht 2013, Jahresrechnung 2013, Budget 2014. Da der Verband sein 75-jähriges Bestehen

Regula Steinemann Ge­schäfts­führerin «Angestellte Drogisten Suisse»

feiert und als Dank für Ihre Verbandstreue offeriert Angestellte Drogisten Suisse den Teilnehmern die Fahrt von Stechelberg zur Berg­station Schilthorn und zurück als Gruppenmitglied (was eine gemeinsame Hinund Rückreise bedingt).  Regula Steinemann

Dies ist eine Seite der «Angestellte Drogisten Suisse».

www.drogisten.org

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Serie

Traugott Steger 1945: Traugott Steger junior wird in Emmenbr端cke, Luzern, geboren. 1969 bis 1970: Studium an der ESD in Neuch但tel. 1975: Gr端ndung der Heidak AG. 1987: Steger f端hrt die ersten spagyrischen Essenzen in der Schweiz ein. 2003: Traug Steger stellt in der Spagyrik Produktions AG die Heidak-Essenzen her. Flavia Trachsel

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Serie

«Sie waren begeistert, dass ich etwas für die Heilkräuter tue» Drogistinnen und Drogisten verdanken ihm die Wiederbelebung der Haus­spezialitäten, aber auch die Therapieform der Spagyrik. Traug Steger lässt mit seiner Heidak AG die Drogeriepartner an seinen Erfolgen teilhaben.

Sein Büro ist überall. Ein Notebook, Stift und Papier, eine Taschenagenda. Traugott Steger verwaltet sein Lebenswerk von Emmenbrücke, von Burgdorf oder von den Balearen aus. Heute sitzt der Unternehmer im Büro der Spagyrik Produktions AG in Burgdorf und sichtet Produktionsdokumente. Der Firmensitz ist Teil seines Lebenswerks, der Heidak AG. Heidak steht für «Heilung dank Kräutern». Aus altem Pflanzenwissen hat Steger ein komplettes Phytotherapiesystem aufgebaut. Als er als junger Drogist anfing, vor den Augen seiner Kunden massgeschneiderte Teemischungen herzustellen, ahnten die Grössen der Kräuterheilkunde, allesamt eine Generation älter als Steger, dass sich für die Branche etwas Bedeutendes anbahnte. Von Eugen Bosshard, dem ehemaligen Herausgeber der Drogeriekundenzeitschrift «Kontakt», soll der Ausspruch stammen: «Traug Steger hat die Phytotherapie aus ihrem Dornröschenschlaf geholt.»

Geburtsstunde der Heidak AG 1973 übernimmt Traug Steger, wie ihn in der Branche alle nennen, die Drogerie seines Vaters in Emmenbrücke. Auch der Vater heisst Traugott, also benutzt der Junior die Kurzform des Vornamens, um Verwechslungen mit dem Vater vorzubeugen. «Es war eine grosse Drogerie, die erste mit einer Teilselbstwahl. Den Drogerien ging es damals ja allgemein gut, sie waren eine Art Testmarkt für Waschmittel, Zahnpasten und Produkte aller Art», erzählt Traug Steger. Der junge Drogerieinhaber will aber nicht einen Gemischtwarenladen führen, er sucht, kaum im Geschäft, nach einer Möglichkeit, sich zu spezialisieren, er will seiner Drogerie ein Profil geben. Dabei fällt das Augenmerk des 28-Jährigen, der neben der Geschäftsführertätigkeit Chemie an der Berufsschule unterrichtet, ausgerechnet auf das RiesenTeesortiment seines Vaters. «Ich war damals kein Phytotherapeut, ich kam eigentlich von der Chemie her», sagt der Mann, der mit seiner Firma heute die Phytotherapie repräsentiert wie kaum ein anderer. Über 300 Teesorten bot Traugott senior in der Drogerie Steger an. Aus dem unübersicht-

Ein Leben für die Drogerien In einer losen Serie porträtiert d-inside Persönlichkeiten, die mit ihrem Wirken Bedeutendes für die Drogerien leisten.

lichen Sortiment, in dem auch immer wieder Kräuter schlecht wurden, weil sie zu wenig oft gebraucht wurden, will Traug Steger einen «Chrüteregge» mit 100 Heilkräutern schaffen. Das entspricht der Anzahl Standgefässe, die im Verkaufsraum Platz haben. Denn die Herstellung sollte während dem Gespräch mit dem Kunden vor dessen Augen passieren. In akribischer Denkarbeit sortiert Steger also alle Kräuter aus, deren Indikationen bereits durch andere abgedeckt sind. Dabei unterstützt ihn noch kein Computer, stattdessen stellt der Jungunternehmer in einem Schulungsraum Lochplattenwände auf und ordnet darauf mit Bananensteckern Kräuter und Indikationen einander zu. «Von diesen Wänden konnte ich schliesslich meine eigenen Rezepte ablesen. Denn mein Prinzip war: Keine Kopien bestehender Rezepturen», erinnert sich Traug Steger. 1974 probiert er die Mischungen erstmals in seiner Drogerie aus. Die Rückmeldungen der Kunden, aber auch die Umsätze mit den Teemischungen überzeugen den Drogisten. Das ist die Geburtsstunde von Heidak.

Nicht ohne Unterstützung der Kräuterspezialisten Die positiven Erfahrungen beflügeln Steger, der immer voller Ideen ist: Er will sein System zur Herstellung von Hausspezialitäten an die Berufskollegen weitergeben. Aber die Umsetzung dieser Businessidee will der Drogist nicht ohne die Unterstützung von namhaften Phytotherapeuten wagen. «Die Kräuter waren da, die Rezepte waren da – aber ich hatte keinen Namen als Kräuterspezialist», erinnert sich Steger. An die richtigen Leute kommt er durch seinen ›

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Serie Vater Traugott Steger, der damals Zentralpräsident und Geschäftsführer des Schweizerischen Drogistenverbandes SDV war. Robert Quinche, Herrmann Teufer, Eugen Bosshard, Georges Altermatt: Diese Herren müsse Traug für sein Therapiekonzept gewinnen, ihnen vertraue die Branche, meint der Vater. Mit der ihm eigenen Ehrlichkeit und Überzeugungskraft gelingt es dem Geschäftsmann Steger, Robert Quinche, eine Koryphäe der Kräuterheilkunde, Autor mehrerer Bücher und Gründer des Drotaniker-Vereins, für sein Projekt zu vereinnahmen. Dieser wiederum wirbt bei seinen Kollegen für Stegers Konzept. «Sie waren alle begeistert, dass jemand etwas für die Heilkräuter tut», resümiert Steger. Sein Weggefährte Claude Roggen, der Heidak in der Westschweiz verankerte, bezeichnet es als Markstein, Robert Quinche für das Therapiekonzept gewonnen zu haben: «Robbie Quinche hat uns schon als angehende Drogisten in der Berufsschule in Botanik unterrichtet. Am liebsten ging er mit uns raus ins Freie, in den hauseigenen Kräutergarten der Schule. Er war eine absolute Ikone.» Für Steger selber war Robert Quinche ein Vorbild, der Inbegriff des Drogisten, für den das Wohl des Patienten immer an erster Stelle steht.

Spagyrik bringt den Durchbruch 1975 stellte Traug Steger seine Geschäftsidee rund 50 Drogisten vor, von denen die Hälfte spontan beschloss, Partner der Heidak AG zu werden. Heute beschäftigt Steger 30  Angestellte in den Büros und Schulungsräumen in Emmenbrücke und im Produktionsbetrieb in Burgdorf. Auch Tochter Janna und Sohn Peter Steger arbeiten als Quereinsteiger im Familienbetrieb. Seine Frau Johanna, die Traug Steger als wichtigen Teil des Erfolgs von Heidak bezeichnet, steht ihm mit Rat und Tat zur Seite: als kritische Gesprächspartnerin, aber auch als Verantwortliche der Buchhaltung und des Personalwesens. Heidak beliefert heute rund 80 Prozent aller Schweizer Drogerien mit Tees, Frischpflanzentinkturen, homöopathischen Dilutionen sowie spagyrischen Pflanzen- und Mineral-Essenzen. Den grossen Coup, der den Durchbruch bringt, landet Steger 1987. Der belesene Drogist und Unternehmer entdeckt durch ein Buch des deutschen Heilpraktikers Hans Josef Fritschi die galenische Form der Spagyrik. In der Schweiz ist diese noch gänzlich unbekannt, auf dem ganzen Kontinent gibt es erst wenige Firmen, die spagyrische Essenzen herstellen. Aber Traug Steger hat sich die Idee in den Kopf gesetzt, sein bewährtes Konzept «Heilung dank Kräutern» auf die Spagyrik auszuweiten: Die Drogisten werden durch namhafte Referenten geschult, dann erhalten sie die Essenzen und die Rezepturen. «Traugott Steger ist ein Macher, wenn er sich etwas vornimmt, zieht er es auch durch», erzählt Toni Moser, ein enger Vertrauter des Heidak-Chefs. «Auch wenn er dabei Rückschläge einstecken muss.» Ein solcher Rückschlag ist dem Geschäft mit der Spagyrik vorangegangen. «Aus Enttäuschung über mangelnde Loyalität und unrealistische Honorarforderungen von Referenten für Tinkturen suchte ich nach etwas komplett Neuem», er-

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zählt Steger. An der Spagyrik faszinierte den Drogisten die Kombination von Homöopathie und Phytotherapie. Da die Methode nach Zimpel im homöopathischen Arzneibuch beschrieben ist, war der Weg auch gesetzlich geebnet, um ein Spagyrik-Therapiesystem in der Schweiz einzuführen.

«Ich habe viel von Traug gelernt» Toni Moser kann sich seine Drogerie in Rothenburg gar nicht ohne Heidak vorstellen. Moser hatte 1975 die Geschäftsleitung der Drogerie Steger übernommen, als Heidak für Traug Steger zum Vollzeitjob wurde. Moser war

«Traugott Steger ist ein Macher, wenn er sich etwas vornimmt, zieht er es auch durch.» Toni Moser, Inhaber der Natur-Drogerie Moser in Rothenburg

unter den ersten Aktionären, und als er 1978 ein eigenes Geschäft eröffnete, suchte er die Spezialisierung in der Kräuterheilkunde, genau wie es Traug Steger vorgelebt hatte. Die beiden Drogisten verbindet inzwischen eine jahrzehntelange Geschäftsbeziehung. Aber auch eine tiefe Freundschaft. «Von Traug habe ich viel gelernt: Dass man mit Grosszügigkeit und Ehrlichkeit am weitesten kommt, und dass das Leben ein Geben und ein Nehmen ist.» Sein ehemaliger Chef habe die Drogeriepartner von Anfang an am Erfolg teilhaben lassen, erzählt Moser. «Ich glaube, er war der erste Lieferant, der sich so umfassend um die Kunden kümmerte, und auf jeden Fall der erste, der so viel in die Weiterbildung des Personals investierte. Andere Lieferanten haben darin später nachgezogen, weil sie merkten, dass sich das auszahlt.» Auch in Mosers Drogerie war der Erfolg mit den Heidak-Produkten stets messbar. «In der Kasse bleibt einiges an Rückvergütungen hängen», meint Toni Moser. Regula Stähli, Drogerie-Geschäftsführerin der Bälliz Apo­ theke+Drogerie AG in Thun, arbeitet bereits seit der Lehre mit dem Heidak-System. Die Spagyrik lernte sie durch Trau-

«Ich erinnere mich, wie sich damals alle an der Spagyrik freuten: Die Therapiemöglichkeiten gingen über jene der Tees und Tinkturen hinaus.» Regula Stähli, Drogerie-Geschäftsführerin der Bälliz Apotheke+Drogerie AG

gott Steger persönlich kennen, der bei der Einführung ab 1987 selber durch die Drogerien tourte. «Ich erinnere mich, wie sich damals alle an der Spagyrik freuten: Die Therapie­ möglichkeiten gingen über jene der Tees und Tinkturen hi-


Serie

Flavia Trachsel

Das Gemälde des Künstlers und Biologen Roland Spohn zeigt die drei Stufen der Herstellung spagyrischer Essenzen: Gärung, Destillation und Kalzination. Sonne und Mond symbolisieren die Wiedervereinigung des Kalzinats im Destillat in der «spagyrischen Hochzeit».

naus, und für die Kundschaft ist die einfache Anwendung ein Vorteil.» Mit seinen neuen Essenzen punktete Traug Steger in der Branche. 2003 übernahm er die Firma Spagomed AG in Burgdorf, wo sein Team seither selber Pflanzenheilmittel herstellt.

Ausdauernder Kämpfer für Hausspezialitäten Auf dem sonnengebräunten Gesicht ist oft ein sanftes Lächeln auszumachen, und die Augen von Traug Steger strahlen Wärme aus. Aber in ihnen liegt auch Entschlossenheit. Immer wieder legt er diese an den Tag, wenn es darum geht, günstige Rahmenbedingungen für die Herstellung von Hausspezialitäten zu schaffen. «Den grundlegenden Kampf führten wir nach dem neuen Heilmittelgesetz ab 2000. Mit vereinten Kräften, mit engagierten Drogistinnen und Drogisten und dem SDV, erreichten wir, dass die defekturmässige Herstellung auf Vorrat, natürlich nur zur Abgabe an die eigene Kundschaft, erlaubt blieb.» Traugott Steger sass damals im Vorstand des Schweizerischen Verbandes für komplementärmedizinische Heilmittel SVKH. Darauf verteidigten Steger und seine Mitstreiter die Ad-hoc-Produktion, also die Herstellung im Beisein des

Kunden, gegenüber Vorstössen von Kantonsapothekern, die den Prozess ins Labor verbannen wollten. «Die Ad-hocHerstellung ist der Grundgedanke von Heidak», so Steger. Traug Steger gelingt es, seine Überzeugungen auf andere zu übertragen. «Er hatte immer gute Leute um sich, Berater, Referenten, Drogisten, die seine Begeisterung teilten», sagt Toni Moser, ehemaliger Geschäftsführer der Drogerie Steger. Ein gutes Team soll das Lebenswerk des Spagyrikpioniers Traug Steger auch in die Zukunft führen: Armin Landtwing ist seit 2008 für Marketing und Verkauf verantwortlich, Janna Steger leitet den Bereich Aus- und Weiterbildung, und Peter Steger ist als Jurist für das Unternehmen tätig. Vorerst hält der Patron Traug Steger die Fäden noch in der Hand. Er freut sich aber, dass dereinst die Kinder die Geschäftsleitung und das Verwaltungsratspräsidium der Heidak AG übernehmen werden. Solange trifft er noch die Entscheidungen, in seinem mobilen Büro in Emmenbrücke, Burgdorf oder im Haus der Familie unter der spanischen Sonne auf Formentera. 

Lukas Fuhrer

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Wissen

Vielfalt und Qualität in der Reformdrogerie Gesunde Lebensmittel sind im Trend, besonders wenn sie frei von Kristallzucker, Laktose, Weizen oder Tierischem sind. Reformprodukte erfüllen moderne Kundenbedürfnisse und bieten Allergikern mehr Abwechslung.

Die Auswahl an Reformprodukten hat sich in den vergangenen Jahren massiv vergrös­sert, was sich auch im Sortiment spezialisierter Drogerien spiegelt. Denn Kunden erwarten, dass Spezialwünschen nicht nur mit einem, sondern mit mehreren Produkten entgegengekommen wird. Und dass diese auch lecker schmecken. Vorbei sind die Zeiten, wo sich Veganer als Alternative zu fadem Tofu verzweifelt nach essbarem Eiweiss­ersatz umsehen mussten. Vorbei auch die Zeiten, als Laktoseunverträglichkeit den Verzicht auf frische Milch bedeutete. Cornelia Dober, Drogistin HF und Geschäftsführerin der VitalPunkt Drogerie in Olten, erklärt, welche Vorteile eine vollwertige Ernährung mit Reformprodukten bietet: › Vollwertkost sättigt länger und schützt so eher vor einer zu grossen Kalorienaufnahme. › Sie enthält weniger Zusatzstoffe als industriell verarbeitete Lebensmittel. › Allergiker erhalten eine grosse Auswahl an bekömmlichen Produkten. › Es gibt immer mehr Produkte, die anstelle von Kristallzucker Rohrzucker, Agavendicksaft oder andere Süs­ sungsmittel enthalten.

Reformprodukte waren und sind im Trend Die Reformbewegungen Mitte des 19. Jahrhunderts, als immer mehr Menschen nach einer naturnahen Lebensweise, ökologischer Landwirtschaft, Vegetarismus, Naturheilverfahren und so weiter strebten, hat die Reformhäuser ins Leben gerufen. Sie boten entsprechende Lebensmittel, rezeptfreie Naturarzneimittel, Getränke ohne Alkohol, natürliche Kleidung sowie Artikel für Körperpflege und Natur-

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Wissen

kosmetik an. Drogistin Cornelia Dober weist darauf hin, dass sich heute auch viele Drogerien auf Naturkosmetik oder Reformnahrungsmittel und -getränke spezialisieren, da das Gesundheitsbewusstsein allgemein gestiegen ist. «Entweder kümmert sich jemand kaum darum, was er isst, oder er achtet extrem auf Qualität und Inhaltsstoffe. Ich erlebe immer mehr Menschen, die sich sehr bewusst ernähren und beispielsweise nur noch Bio- oder Rohkost, zuckeroder weizenfreie Lebensmittel verzehren.» Ernährungsbewusste Menschen geben mehr Geld für Nahrungsmittel aus, dafür verlangen sie Vielfalt und Qualität. Es scheint fast, als wäre die Reform-Philosophie einer Vielzahl individueller Ernährungsphilosophien gewichen. Besonders häufig würden Kunden nach veganen Lebensmitteln – was bis hin zu vegan produziertem Wein reiche –, gesunden Snacks und Zwischenverpflegung sowie hochwertigen Süssgetränken verlangen. «Anstatt eine herkömmliche Zuckerlimonade vom Kiosk nebenan gönnen sich heute immer mehr Konsumenten ein etwas weniger süs­ses Erfrischungsgetränk aus unserer Drogerie», meint Cornelia Dober. Auch kleine Salate, Früchteriegel oder Dörrfrüchte, Gemüsechips und Soja-Schokodrinks für unterwegs seien der Renner.

Die Menge machts Experten warnen allerdings vor zu viel gesundem Essen. Extrem «gesunde» Ernährungsgewohnheiten können Überempfindlichkeiten begünstigen. Obst und Trockenfrüchte beispielsweise seien gesund, aber nur in bestimmten Mengen. Zu viel davon schlägt auf den Magen und kann Verdauungsprobleme auslösen, da der Organismus die grosse Menge Fruchtzucker (Fruktose) nicht mehr richtig verarbeiten kann. Drogistin Cornelia Dober bestätigt: «Wenn jemand denkt, dass man bei gesunden Nahrungsmitteln wie beispielsweise Vollkornriegeln oder Nüssen nicht auf die Menge achten muss, liegt falsch.» Reformprodukte enthalten Kalorien wie andere Lebensmittel auch und dienen nur dann einer gesunden Ernährung, wenn diese ausgewogen und massvoll ist. Denn auch eine sogenannt gesunde Süssigkeit ist und bleibt eine Süssigkeit. Vor diesem Hintergrund ist auch der Trend zu immer neuen Zuckeraustausch- und Zuckerersatzstoffen zu betrachten. Cornelia Dober empfiehlt beispielsweise Produkte mit dem Süssstoff Stevia, da dieser den Insulinspiegel nicht so rasch in die Höhe schnellen lässt. Gesundheitsbewusste Ernährung liegt im Trend. Tofu, eine der verbrei­te­tsten Alternativen zu tierischen Eiweissen, erhält heute Konkurrenz durch zahlreiche Reformnahrungsmittel.

Bei Unverträglichkeiten: Ernährung umstellen Besonders Allergiker und Menschen, die bestimmte Lebensmittel schlecht vertragen, profitieren heute von einer grossen Auswahl an schmackhaften Alternativen. Reformprodukte sind häufig auf solche Spezialwünsche ausgerichtet. «In den letzten Jahren ist das Angebot explodiert: Die Auswahl an verschiedenen schmackhaften Tofusorten, ›

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Denn gerade die gute Verteilbarkeit sorgt für das angenehme Gefühl auf der Haut. Der Schutz hängt also stark mit dem positiven Erleben von Daylong zusammen. Wer es ausprobiert, weiss: Hochwertigen Sonnenschutz kann man fühlen. Die klare Sprache der Verpackung Die klare Sprache der Verpackung wiederspiegelt die Konzentration auf das Wesentliche. Bei der Gestaltung der Daylong-Verpackungen standen die Ansprüche der Daylong-Anwender ganz im Zentrum. So ist der Schutzfaktor gross und gut erkennbar erwähnt. Das Daylong Design macht es durch Farbcodes zudem noch leichter, schnell das richtige Produkt zu finden. Die SonnenschutzProdukte für Erwachsene erkennen Sie an der frischen orangen Farbe, die Produkte für Kinder sind fröhlich-gelb. Die After-Sun-Produkte sind mit erfrischendem Blau gekennzeichnet. Die Wichtige Rolle der Fachberatung Verlässlicher und guter Sonnenschutz besteht zum einen aus innovativer Zusammensetzung, gutem Hautgefühl und hochwirksamen UV-Filtern. Die andere wichtige Seite ist die fachliche Beratung in der Drogerie. Nur in dieser Kombination ist der Anwender von Daylong gut und sicher geschützt vor den schädlichen UV-Strahlen. www.daylong.ch


Wissen laktosefreien Milch- und Sojaprodukten und glutenfreien Backwaren ist enorm gewachsen», so Dober. Ob tatsächlich mehr Menschen einzelne Nahrungsmittel schlechter vertragen als früher, ist umstritten. Leidet jemand wirklich an einer Allergie oder Intoleranz, was Spezialisten heute dank moderner Tests feststellen können, hilft meist eine Ernährungsumstellung und die Verwendung von Ersatzprodukten. Am weitesten verbreitet sind Gluten-, Laktose-, Fruktose- und Histaminunverträglichkeiten. Der Körper kann bis zu 72 Stunden nach dem Verzehr des auslösenden Stoffes darauf reagieren. Betroffene berichten von Symptomen wie Reizdarm, Verdauungsproblemen, Migräne, Kopf- und Gelenkschmerzen, Hautproblemen, Müdigkeit und Erschöpfung. Wegen der Vielfalt von Beschwerden ist es oft schwierig, die zugrunde liegende Unverträglichkeit auszumachen. Anania Hostettler

Laktoseintoleranz – nicht häufiger, aber besser diagnostizierbar Warum vertragen einige Menschen keine oder nur wenig Laktose? Der Dünndarm kann den in der Milch natürlicherweise enthaltenen Milchzucker (Laktose) nicht aufnehmen. Bei gesunden Menschen spalten Laktase-Enzyme im Dünndarm während der Verdauung die Laktose in Glukose und Galaktose auf. Fehlt dieses Enzym oder ist es nicht in ausreichender Menge vorhanden, gelangt die Laktose ungespalten in den Dickdarm. Dort vergären Darmbakterien den Milchzucker, wobei sich Gas bildet und ein Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall entstehen können. Wer ist betroffen? Babys haben die grösste Menge an Laktase-Enzymen, im Erwachsenenalter kann dieser Wert in unterschiedlichem Masse abnehmen. So haben rund 15 Prozent der Schweizer Bevölkerung einen Laktasemangel, in Afrika und Asien liegt der Wert bei nahezu 100 Prozent. Da die Krankheit heute besser zu diagnostizieren ist, könnte man fälschlicherweise interpretieren, dass die Zahl der Betroffenen zunimmt. Was hilft bei Laktasemangel? Grundsätzlich hilft der Verzicht auf alle Lebensmittel, die Milchzucker enthalten. Milchprodukte sind die offensichtlichste Kategorie, allerdings können auch andere Nahrungsmittel wie Gewürze, Kekse und Süssgetränke Laktose enthalten. Wer nicht auf Milchzucker verzichten will, kann gezielt den Lebensmittelzusatz Lactrase einnehmen. Das im Präparat enthaltene Enzym spaltet die Laktose in Traubenzucker (Glukose) und Galaktose auf. Der Vorteil: Betroffene können weiterhin von den in Milchprodukten enthaltenen Nährstoffen und Vitaminen profitieren.

Zusatzinhalte entdecken! Wie viel Laktose enthalten Magerquark, Butter oder Käsefondue?

Nachruf Wir haben die traurige Pflicht, die Mitglieder des Schweizerischen Drogistenverbandes zu informieren, dass Bruno Liechti (19. Juli 1935 – 21. Februar 2014) verstorben ist. Bruno Liechti hat sich bereits kurz nach seinem ESDAbschluss (1960), lange bevor er 1969 die elterliche Drogerie in Biglen übernommen hat, mit viel Herzblut für die Ausbildung der Drogistenlehrlinge im Kanton Bern eingesetzt. Er war zuerst als Labor- und später als Hauptexperte tätig, präsidierte die Kurskommission und hat zusammen mit Andreas Steudler die Einführungskurse organisiert. Dank seiner ruhigen, überlegten und bestimmten Art hat er nicht nur mich und viele andere angehende Drogistinnen und Drogisten während der Laborausbildung «auf Kurs» gebracht, sondern wurde von Kolleginnen und Kollegen als Vorstandsmitglied des Kantonalbernischen Drogistenverbandes (1974 – 1995) sehr geschätzt, den er während fünf Jahren auch präsidierte, ebenso als «Finanzchef» in der Direktion des SDV (1988 – 1995). Wir danken Bruno Liechti ganz herzlich für seine umfassende, wertvolle Arbeit zugunsten der Drogerie branche. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und drücken seinen Angehörigen unser tief empfundenes Beileid aus. Martin Bangerter, Zentralpräsident

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Wissen

Magnesium – mehr als ein Statist Was haben Schwindel, Kopfschmerzen, Verstopfung oder Muskelkrämpfe gemeinsam? Sie alle können Symptome eines Magnesium­mangels sein. Der Grund dieser Symptomvielfalt liegt in den verschiedenen Aufgaben, die Magnesium im Körper wahrnimmt. Ein Update.

Der menschliche Körper verwendet Magnesium auf vielfältige Weise. So wird der Mineralstoff zum Beispiel in über 300 Enzymen benötigt. Er stabilisiert das Ruhepotenzial von erregbaren Muskel- und Nervenzellen und hemmt nebenbei auch noch die Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin. Doch vor allem spielt Magnesium als Antagonist von Kalzium eine wichtige Rolle. Magnesium fördert nämlich die Kalziumaufnahme und beeinflusst die Plasmaproteinbindung von Kalzium positiv (Saller et al., 2005). Daneben braucht das Parathormon genügend Magnesium, damit es optimal funktionieren kann. Damit sind die Kalziumphosphatmobilisierung im Knochen, die Kalziumrückresorption im distalen Tubulus und die Calcitriolsynthese indirekt von Magnesium abhängig. Kurz: Um eine optimale Kalziumresorption aus dem Darm und den optimalen Einbau in die Knochen zu gewährleisten, ist Magnesium ein zwingender Faktor. Daneben wirkt Magnesium blutdrucksenkend und löst Spasmen der Herzkranzgefässe. So zeigen klinische Studien zum Beispiel, dass eine Kalziumsupplementation ohne gleichzeitige Abgabe von Magnesium das Thromboserisiko gefährlich steigert (Seelig et al., 1993). Experten setzen darum Magnesium häufig bei Herzrhythmusstörungen und stressbedingten Störungen ein. Als gefässerweiternder Mineralstoff spielt Magnesium vor allem auch in der Schwangerschaft eine wichtige Rolle. Es beugt Präeklampsie vor (siehe Kasten auf Seite 26) und kann Verstopfungen lösen. Und nicht zuletzt wirkt Magnesium bei Muskel- oder Wadenkrämpfen beim Sport, bei Migräne, oder kombiniert mit Vitamin B6 beim prämenstruellen Syndrom. ›

Weizen, Sonnenblumenkerne oder Leinsamen enthalten besonders viel Magnesium. Die gezielte Ernährung kann helfen, einer Hypomagnesiämie vorzubeugen.

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Aufnahme und Elimination von Magnesium

Minimaler Magnesiummangel ist verbreitet

Obwohl die Resorption von Magnesium eigentlich auf der gesamten Länge des Darms stattfinden könnte, wird der grösste Anteil im distalen Dünndarm, also im magennahen Bereich, aufgenommen. Grundsätzlich gilt, dass vom eingenommenen Magnesium nur 30 bis 50 Prozent resorbiert werden. Und dies muss dem Tagesbedarf von 300 bis 400  mg entsprechen. Sind die Magnesiumionen allerdings komplexiert, zum Beispiel mit Phytaten, Phosphaten, Oxalaten oder auch mit eingenommenen Arzneistoffen, sinkt die Aufnahmeeffizienz zusätzlich. Die Löslichkeit von Magnesium im Darm ist darum ein wichtiges Kriterium für eine effiziente Aufnahme; je löslicher die Verbindung, in der das Magnesium vorliegt, desto besser wird es aufgenommen. Nebst der passiven Diffusion gibt es einen aktiven Mechanismus. Dieser kommt aber nur bei einer ganz geringen Magnesiumkonzentration zum Zug und ist schnell gesättigt. Im Blut ist Magnesium zu 30 Prozent an Plasmaproteine gebunden. Die freien 70 Prozent werden dann hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Bei starkem Schwitzen kann aber auch ein grosser Anteil zusätzlich über die Haut verloren gehen.

Obwohl die Magnesiumversorgung in der Bevölkerung grundsätzlich als gesichert gilt, zeigen immer wieder Studien (z. B. SUVIMAX-Studie, Frankreich), dass doch ein gros­ser Teil der Personen einen Mangel aufweist. Es gibt Experten, die davon ausgehen, dass 40 bis 50 Prozent der Bevölkerung unter einem minimalen Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) leiden. Es ist nicht einfach, einen Mag­ nesiummangel korrekt zur ermitteln. Denn von den rund 20 g Magnesium im menschlichen Körper befindet sich nur ein geringer Teil im Blut, der Rest lagert im Zellinnern oder in den Knochen. Eine tatsächliche Hypomagnesiämie im Blut nachzuweisen, ist daher oftmals schwierig. Ein Magnesiummangel entsteht, wenn die Aufnahme unzureichend oder die Resorption gestört ist. Dies ist oft der Fall bei einer einseitigen Ernährung oder bei einer zu geringen Nahrungszufuhr, wie man sie beispielsweise bei älteren Personen häufig antrifft. Auch körperliche Belastungen oder Stress führen oft zu einem Mangel, da in solchen Situationen der Körper mehr Magnesium braucht. Doch nebst der ungenügenden Aufnahme kann auch die vermehrte Magnesiumausscheidung der Grund einer Hypomagnesiämie sein. Ist die renale Ausscheidung betroffen, gehören zur Risikogruppe zum Beispiel Personen, die regelmässig Laxanzien oder Kortikosteroide verwenden oder übermässig Alkohol konsumieren. Beim Magnesiumverlust über die Haut, also beim Schwitzen, sind Sportler Risikokandidaten, da sie den Mineralstoff vermehrt durch Schweiss verlieren.

Präeklampsie Der Begriff der Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) beschreibt den Zustand eines erhöhten Risikos in der Schwangerschaft, bei dem der Blutdruck erhöht ist, was mit der Ausscheidung von Proteinen im Urin einhergeht (Proteinurie). Dabei treten häufig Ödeme auf. Die Präeklampsie bedeutet sowohl für das Ungeborene als auch für die Mutter ein erhöhtes Risiko. Bei der Mutter kann es zum Beispiel zu einer Eklampsie kommen, was sich durch Krampfanfälle der Schwangeren bis hin zum Koma kennzeichnet.

Magnesium in der täglichen Ernährung Lebensmittel mit einem hohen Magnesiumanteil können die Magnesiumsupplementation ernährungstechnisch unterstützen. Portionengrösse

Magnesiumgehalt

60 g ungeschälter Reis

70 mg

60 g Haferflocken

80 mg

70 g Weisse Bohnen

90 mg

60 g Weizenvollkornmehl

80 mg

175 g Vollkornbrot

95 mg

175 g Weizen- und Roggenmischbrot

50–70 mg

250 g Kartoffeln

50 mg

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Wann welches Magnesium? Magnesium gibt es als Nahrungsergänzung in unterschiedlichen Kombinationsformen. In Form des Oxids besitzt das Magnesium den höchsten Gewichtsanteil. Diese Verbindung ist von einer säurehaltigen Umgebung wie dem Magen abhängig, um ausreichend gut aufgenommen werden zu können. Dagegen sind organische Magnesiumsalze wie Citrate, Aspartate oder Orotate unabhängig von der Säurekonzentration im Magen löslich und werden besser im Dünndarm resorbiert. Eine «Überdosierung» von Magnesium ist nicht möglich. Wie erwähnt spielt die Löslichkeit von Magnesium im Darm eine entscheidende Rolle für die Resorption. Je mehr Magnesium also pro Zeiteinheit eingenommen wird, desto schlechter ist die passive (wie auch die aktive) Aufnahme ins Blut. Dies kann gewissermassen als Selbstschutz aufgefasst werden. Aber: Ein Zuviel an Magnesium führt zu einer Stuhlerweichung und im schlimmeren Fall zu Durchfall. Sensible Verbraucher spüren diesen Effekt bereits bei der empfohlenen Tagesdosis. Darmempfindlichen Drogeriekunden wird häufig ein Präparat in Form einer Orotat-Verbindung empfohlen. Gemäss Literatur soll sie nämlich keinen Durchfall bewirken (Burgerstein, Nährstoffe, 2009). Doch werden einige Konsumenten


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Mögliche Symptome einer Hypomagnesiämie Als mögliche Symptome eines Magnesiummangels können nebst den Leitsymptomen wie Muskelkrämpfen folgende Symptome indizierend sein: Reizbarkeit, Müdigkeit, rasche Erschöpfbarkeit, innere Unruhe, kalte Füsse, Kopfschmerzen, Energielosigkeit, Geräuschempfindlichkeit, Taubheitsgefühl in den Händen und Füssen, übermässiges Schlafbedürfnis, Herzklopfen.

auch bei dieser Form mit erweichtem Stuhl kämpfen. Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Beratung unterschiedliche Präparate mit verschiedenen Formen der Magnesiumdarreichung aufzuzeigen und gegebenenfalls das Einnahmeprozedere anzupassen: Sensible Kunden vertragen in der Regel Magnesiumverbindungen besser, wenn sie die Tagesdosis in einem Liter Wasser über den gesamten Tag verteilt in kleinen Schlucken einnehmen. Bei der Magnesiumsupplementation sind die Beratung und Begleitung der Therapie das A und das O. Nehmen Sie sich Zeit, und erkundigen Sie sich nach den möglichen Symptomen (siehe Kasten oben). Beachten Sie, dass vor allem Personen mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion zuerst mit dem Arzt Rücksprache nehmen müssen, ob eine Magnesiumeinnahme nicht zu einer zu hohen Magnesiumkonzentration im Blut führen würde. Magnesium behindert ausserdem die Resorption zahlreicher Medikamente, wie zum Beispiel verschiedener Antibiotika (Aminoglykosid-Antibiotika, Tetrazykline, Nitrofurantoin oder Penicillamin), von Eisen oder Natriumfluorid. In solchen Fällen muss die Magnesiumsupplementation unbedingt mindestens zwei Stunden vor oder nach der Medikamenteneinnahme erfolgen. Auch sollte die gleichzeitige Einnahme von Magnesium mit Antiarrhythmika oder Herzglykosiden gemieden werden.

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Langzeitversorgung

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6 NEUE TION RA E N E G

Dr. sc. nat. Julia Burgener, Leiterin Wissenschaftliche Fachstelle SDV

Dank innovativer Matrix-Technologie wird dem Körper kontinuierlich über längere Zeit Magnesium zugeführt. Quellen Saller et al. Allsan Scientific notes, Januar 2005 Seelig et al. J Am Crol Nutr, 1993 SUVIMAX, Frankreich, 1998

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Branche

Was gehört wohin? Warengruppen neu denken Category Management hilft in Drogerien und Apotheken die Umsätze steigern, indem die Waren nach Kundenbedürfnissen angeordnet werden. In der Drogeriebranche steckt das «Warengruppenmanagement» aber noch in den Kinderschuhen.

Die Warenpräsentation nach Kundenbedürf­ nissen erleichtert Zusatzverkäufe und führt nachweislich zu höheren Umsätzen.

Corinne Futterlieb

Die trockene Definition von Category Management (CM): «Category Management bezeichnet im Marketing die Strukturierung einer Drogerie oder Apotheke nach dem Prinzip der Warengruppen. Diese werden durch Marktforschungsanalysen der Hersteller und des Handels erstellt. Durch einen höheren Kundennutzen werden verbesserte Ergebnisse erzielt.» Was heisst das? Ziel des Category Managements ist es, sein Geschäft in strategische Warengruppen einzuteilen und diese in Zusammenarbeit mit Lieferanten nach den Kundenbedürfnissen zu strukturieren. Den Ansatz hat auch der SDV in seine Dienstleistung DrogoThek aufgenommen, Elemente des Category Managements sind in den Beratungskatalog eingeflossen. Stichworte sind: Mehrfach- und Doppelplatzierung, Warenpräsentation, saisonale Präsentationen oder Warendruck. Gerade im Fachhandel fordert die Strukturierung des Sortiments in Warengruppen, die sich an den Kundenbedürfnissen orientieren, ein gewisses Umdenken.

Weg von den traditionellen Warengruppen Um Category Management zu veranschaulichen, nehmen wir das Beispiel der US-Ladenkette «Seven Eleven». Damit Frau Meier am Morgen vor der Arbeit möglichst schnell und unkompliziert ihre Bedürfnisse decken kann, stehen bei Ladenöffnung bestens platziert die Morgenzeitung, eine Kaffeemaschine, Salatboxen, Früchte, Snacks und möglicherweise sogar Hygieneartikel bereit. Am Abend jedoch

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haben die Mitarbeitenden von «Seven Eleven» für Herrn Müller auf derselben Fläche Grillwürste, Holzkohle und das Bier für den Feierabend aufgebaut. Natürlich können in einer Drogerie oder Apotheke nicht während des Tages die Sortimente auf den Kopf gestellt werden. Nur schon in Bezug auf die Ladenfläche ist das eine Utopie. Trotzdem kann der Gedanke auch in den Fachgeschäften umgesetzt werden. Die meisten Drogistinnen und Drogisten werden beispielsweise schon eine saisonale Warenpräsentation gemacht haben. Über 80 Prozent der Drogeriekunden vertrauen auf Naturheilmittel. Für das Category Management bedeutet das, dass Naturheilmittel als zusammenhängender Block präsentiert werden müssen. Was heisst das für das Beispiel der Warengruppe «Magen-Darm»? In den meisten Drogerien steht da alles von Magenbrennen über Verstopfung bis Durchfall beieinander. Der Kunde hat aber selten das Bedürfnis «Magen-Darm», sondern beispielsweise «Darmsanierung». Folglich müssen alle Produkte, die zu einer Darmsanierung gehören, in einem Block präsentiert werden. Der gleiche Ansatz kann bei vielen anderen Standard-Warengruppen zurate gezogen werden. Zu «Husten» gehören also neben den Sirup das Bad, die Bonbons, Produkte zur Resistenzsteigerung und so weiter. Neben dem Kunden, der seine Bedürfnisse schneller befriedigen kann, wird auch das Personal jubeln. Die Produkte für die Beratungskonzepte sind räumlich beieinander platziert, und Ergänzungs-


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verkäufe sind viel einfacher zu realisieren. Ein weiterer erwünschter Effekt des Category Managements sind die Mehrfachplatzierungen: Das Hustenbad steht jetzt sowohl bei der Warengruppe «Husten» als auch bei der Gruppe «Bäder».

Nicht nur Leader stehen im Regal Das Category Management beeinflusst das Erscheinungsbild der Drogerie massgeblich. In der Sichtwahl stehen deutlich weniger Produkte, und diese werden verbraucherorientiert und nicht wirkstofforientiert angeordnet. Zudem wird das Sortiment durch die Leader bestimmt, Nischenprodukte verschwinden in der Schublade. Dies hat auch bei den Beratungsgesprächen im Rahmen der DrogoThekQualitätschecks immer wieder zu intensiven Diskussionen geführt. Das Argument «Was ich nicht zeige, verkaufe ich nicht» ist oft zu hören, aber Zahlen widerlegen es. Studien aus Deutschland zeigen, dass die Umsätze mit Sichtwahlartikeln in verbraucherorientierten Gruppen bis zu 44,6 Prozent höher lagen als im Vorjahreszeitraum, in dem das Sortiment noch nicht nach CM-Kriterien strukturiert war. Allerdings ist nicht von der Hand zu weisen, dass Produkte, die in der Schublade gelagert werden, mit der Zeit obsolet werden können. Ein kluges Category Management lässt aber immer genug Spielraum, um neben den Verkaufsschlagern auch individuelle «Lieblingsprodukte» oder Hausspezialitäten entsprechend gut zu platzieren.

Chancen und Gefahren des Category Managements Chancen › Konzentration des Sortiments, austauschbare Artikel werden eliminiert. › Verkaufsfördernde Massnahmen können besser geplant werden. › Steigerung der Verkaufsflächenproduktivität. › Höhere Sicherheit der Versorgung, da Prognosen einfacher und genauer werden. › Verbesserte Kundenzufriedenheit. › In der Regel bessere Marge, da mehr pro Artikel verkauft wird. Gefahren › Zielkonflikte zwischen Handel und Industrie verstärken sich. › Grosser Aufwand für Marktforschung und Gestaltung des Category Managements. › Kooperationsbereitschaft und nötiges Wissen aller Beteiligten sind nicht immer vorhanden. › Investition in Soft- und Hardware ist nötig. › Die Informationen zum Beispiel über Abverkäufe müssen offengelegt werden, dadurch steigt die Gefahr des Missbrauchs der Daten.

Unterstützung aus der Branche Wer sich für ein ausgewogenes Category Management interessiert, findet Unterstützung bei diversen Dienstleistern. Zum Beispiel bietet das Beratungsunternehmen Adroplan einen kostengünstigen Service zur Erstellung eines CM an. Mehrere Partnerfirmen aus Industrie und Handel haben dazu das Tool «VisioTop» entwickelt, mit dem eine zeitgemässe Warenpräsentation umgesetzt werden kann. Wer in eine Gruppierung oder Kette eingebettet ist, kann die Dienstleistung in der Regel über die Zentrale beziehen. Daneben ist der gesunde Menschenverstand kein schlechter Berater: Welche Sortimente kann ich sinnvoll als «Problemlöser» zusammenführen und präsentieren? Welches sind meine Leaderprodukte? Wo erhalte ich den besten Support durch die Industrie? Wie präsentiere ich die neuen Warengruppen am besten? Der DrogoThek-Leitfaden «Warenpräsentation» kann bei solchen Fragen erste Anhaltspunkte geben.  Andrea Ullius

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Die Adressänderung sollte bis am Zehnten des Monats bei uns sein, damit Sie die nächste Ausgabe an den gewünschten Ort erhalten. Bitte Adressänderung hier mitteilen:

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Rundheraus Was Mitglieder der Drogeriebranche schon immer voneinander wissen wollten. Die Spielregel: Wer gefragt wird und offen antwortet, darf eine neue Frage an eine andere Person richten.

GESUNDHEIT, DIE INS OHR GEHT Die Themen im April Auf Sendung ab 7. April

› Zecken haben ausgezickt

Gewagt gefragt «Warum eignen sich einfache pflanzliche Zubereitungen wie Tees oder Infuse als wirksame Therapien bei pflanzenfressenden Tieren, obzVg wohl doch eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen solcher Zubereitungen bereits regelmässig in der Nahrung aufgenommen werden?» Prof. Dr. med. Reinhard Saller, emeritierter Professor für Naturheilkunde, Universität Zürich

Auf Sendung ab 14. April

› Ei, Ei! Gesundes vom Huhn Auf Sendung ab 21. April

Gewagt geantwortet

› Mundgeruch muss nicht sein Auf Sendung ab 28. April

› Schaumschlägerei für den Kopf

Dienstag 11.45 Uhr

Freitag 9.45 Uhr

Dienstag 14.15 Uhr

Montag (f ) 9.40 Uhr Basel, Bern, Zürich

Montag (d) 9.30 Uhr

«Wildtiere sind durchaus in der Lage, bei Bedarf gezielt Arznei- und andere sekundärstoffreiche Pflanzen aufzunehmen, die sie sonst verschmäzVg hen. Diese Eigenart ist unseren Haustieren zum Teil abhandengekommen. Zudem ist die freie Wahl durch Zaun oder Stallwand eingeschränkt, und die Nahrung unserer Nutztiere wird (zunehmend) von einigen wenigen auf maximalen Ertrag und Gehalt gezüchteten Pflanzenarten dominiert. Vor dem Hintergrund der Koevolution der Tiere mit ihrem artenreichen natürlichen Nahrungspflanzenspektrum lässt sich sogar ein latenter Mangel an sekundären Pflanzenstoffen im Futter postulieren. Der bisher überwiegend empirisch basierte therapeutische und prophylaktische Einsatz von Pflanzen obliegt so dem tierpflegenden Menschen.» Dr. Michael Walkenhorst, Tierarzt FA Veterinärphytotherapie GST

Dienstag 13.20 Uhr

Dienstag 10.45 Uhr

Dienstag 10.15 Uhr

Montag 13.20 Uhr

Mittwoch 9.45 Uhr

Dienstag 10.15 Uhr

Dienstag 11.20 Uhr

So gehts weiter

…und jederzeit zum Nachhören, Downloaden und Weiterempfehlen. www.vitagate.ch/radio zVg

Partner: Die wöchentlichen Gesundheitssendungen werden präsentiert von der Online-Krankenkasse KPT und dem Schweizerischen Drogistenverband.

Die nächste Frage geht an Maja Dal Cero, Ethnobotanikerin am Institut für Systematische Botanik der Universität Zürich.

Michael Walkenhorst möchte von ihr wissen: «Welche besonderen Eigenschaften zeichnen Arzneipflanzen aus, deren therapeutischer Gebrauch für die vergangenen 2000 Jahre durchgehend dokumentiert ist?» Maja Dal Ceros Antwort lesen Sie im d-inside Mai 2014.

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