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d-inside Fach- und Brancheninformationen des Schweizerischen Drogistenverbands

APRIL 2020

DIE ALTEN VON MORGEN UND IHRE BEDÜRFNISSE CORONAVIRUS: WAS ARBEITNEHMER UND ARBEITGEBER BESCHÄFTIGT

ANZEICHEN VON MANGEL­E­­­R­NÄHRUNG FRÜH ERKENNEN

SONNENSCHUTZ: DIE KUNDSCHAFT GEZIELT BERATEN


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Unsere Gesellschaft altert. Im Schnitt bleiben die Menschen immer länger gesund und mobil – im hohen Alter haben sie neue Ansprüche an Pflege und Betreuung.

6 4 Coronavirus Für Arbeitnehmer und ­Arbeitgeber ergeben sich rechtliche Fragen

24 Sonnenschutz Lichtschutzfaktor 50 wird immer häufiger nach­ gefragt – ist er das Mass aller Dinge?

12 Vernetzte Betreuung Die Herausforderung ­Multimorbidität ­gemeinsam angehen 16 Mangelernährung im Alter Anzeichen frühzeitig ­erkennen und schnell handeln ist lebenswichtig

IMPRESSUM D-INSIDE Offizielles Organ des Schweizerischen Drogistenverbands, Nidaugasse 15, 2502 Biel/Bienne, Telefon 032  328 50 30, ­info@drogistenverband.ch, www.drogerie.ch Geschäftsführung: Frank Storrer Kommunikations­leitung: Heinrich Gasser (hrg); Redaktion: Lukas Fuhrer (ful); An­zei­gen­verkauf: Tamara Freiburghaus (taf), inserate@drogisten­verband.ch; Fachliche Beratung: Anita Finger W ­ eber (Wis­­­­sen­schaftliche Fach­stelle), Andrea Ullius (Leiter Branchen­entwicklung); Layout: Claudia Luginbühl; ­Druck: W. Gassmann AG, Biel; ­Titelbild: adobe.stock.com/pikselstock  Abonnemente: Antonella Schilirò, a.schiliro@drogisten­ verband.ch, ISSN 1662-338X; Fr. 75.–/Jahr, Zweitabonnement Fr. 56.–, zuzüglich 2,5 % MWSt. Auflage von 5683 Ex. WEMF-beglaubigt d-inside ist das Medium von Angestellte Drogisten Suisse.

20 Peter Gmünder im ­Interview Die A. Vogel AG stellt Phytopharmaka aus Frischpflanzen her. CEO Peter Gmünder freut sich auf die bevorstehende Ernte.

28 Osteoporose vorbeugen Was es für eine gute ­Knochengesundheit braucht 32 Zahngesundheit Bei Zahnschmerzen in die Drogerie – warum sich eine Zusammen­ arbeit mit dem lokalen Zahnarzt lohnt 35 Stellenmarkt


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CORONAVIRUS: RECHTLICHE FRAGEN Die Ausbreitung des Coronavirus wirft eine Reihe von Fragen für den Geschäftsalltag im B ­ ­etrieb auf – sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer. Wie schütze ich meine Angestellten angemessen? Kann ich Zwangsferien verhängen, wenn die Kundschaft ausbleibt? Darf ich als Arbeitnehmer zu Hause bleiben, weil ich mich vor einer Ansteckung bei der Arbeit fürchte? Solche und ähnliche Fragen dürften derzeit viele Arbeitgeber und -nehmer beschäftigen. Belange wie die Fürsorgepflicht der Arbeitgeber, Lohnfortzahlungen oder Kurzarbeitszeit regelt das schweizerische Arbeitsrecht. Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen aus dem Merkblatt des Centre patronal herausgesucht (siehe auch Zusatzinhalte).

Antworten auf mögliche Fragen von Ihnen als Arbeitgeber/-in

Antworten auf mögliche Fragen von Ihnen als Arbeitnehmer/-in

Was passiert, wenn eine meiner Mitarbeiterinnen oder einer meiner Mitarbeiter unter Quarantäne steht und nicht zur Arbeit erscheinen kann? Wenn die Quarantäne behördlich angeordnet ist, ist der Arbeitnehmer unverschuldet an der Arbeit verhindert und hat Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Darf ich aus Angst vor einer Anste­ ckung der Arbeit fernbleiben? Nein. Ohne behördliche Anweisung gilt das Fernbleiben von der Arbeit als unentschuldigte Absenz. Sie als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer haben in diesem Fall keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung und riskieren eventuell eine fristlose Kündigung.

Wie kann ich im Falle einer Pande­ mie den Betrieb aufrechterhalten und meine Mitarbeitenden schützen? Konsultieren Sie den Pandemieplan des BAG. Darin werden Massnahmen beschrieben, um im Pandemiefall die Mitarbeitenden vor Ansteckungen zu schützen und die Kernfunktionen des Unternehmens sicherzustellen.

Kann mir mein Arbeitgeber für den Arbeitsweg die Nutzung der öffent­ lichen Verkehrsmittel verbieten? Nein. Ein entsprechender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter ist ohne behördliche Anweisung nicht statthaft.

Kann ich im Pandemiefall kurzfris­ tig Betriebsferien anordnen? Nein. Es trifft zwar zu, dass Sie als Arbeitgeber den Zeitpunkt der Ferien festlegen. Sie haben dabei jedoch die Interessen Ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu berücksichtigen. Eine einseitige Anordnung des Ferienbezugs durch den Arbeitgeber setzt einen gewissen zeitlichen Vorlauf voraus.

Erhalte ich weiterhin Lohn, wenn der Betrieb auf behördliche Anord­ nung schliessen muss? Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer haben Sie einen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Allerdings können Sie aufgrund der Treuepflicht unter Umständen ausnahmsweise verpflichtet werden, die ausgefallenen Arbeitszeiten ohne zusätzliche Entschädigung nachzuholen. 

Quelle: Centre Patronal Bern

adobe.stock.com/Naeblys

SO INFORMIEREN SDV UND BEHÖRDEN Weil sich die Informationslage zur Corona­ virus-Krankheit «COVID-19» täglich ändert, hält der SDV seine Mitglieder mit Extraaus­ gaben von d-mail über die aktuellen Ent­ wicklungen auf dem Laufenden. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) be­ treibt für Gesundheitsfachpersonen eine separate Hotline (058 462 21 00, täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr). Online finden Sie die ak­ tuellsten Informationen des BAG unter diesem Link:

Merkblatt des C­ entre patronal Bern

Handbuch für die ­ betriebliche Vorbe­reitung des Staats­sekretariats für ­Wirtschaft ­(Seco)


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DIE GESELLSCHAFT ­ALTERT – IN SELBST­ BESTIMMUNG Die Zahl älterer Menschen steigt rasant an. Gesellschaft und Politik sind gefordert, neue Modelle für die Pflege und Betreuung zu finden. Für die jungen Alten unter 75 ist Selbstbestimmung ein Schlüsselbegriff.

U

nsere Gesellschaft macht einen starken demografischen Wandel durch. Die Lebenserwartung von Frauen in der Schweiz beträgt heute 85,3, von Männern 81,7 Jahre1. Kommt hinzu, dass derzeit die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge, die sogenannten Babyboomer, ins Rentenalter kommen. Gemäss Hochrechnungen des Bundesamts für Statistik (BfS) wird in der Schweiz die Zahl der über 65-Jährigen in den nächsten 25 Jahren auf 2,7 Millionen anwachsen – 2014 waren es noch 1,5 Millionen. Gleichzeitig zur annähernden Verdoppelung der Anzahl Betagter steigt die Lebenserwartung weiter an. Eine logische Konsequenz davon ist die fortlaufend steigende Anzahl Pflegebedürftiger. Laut Prognosen des BfS wird deren Zahl bis ins Jahr 2030 um 46 Prozent ansteigen, die der Demenzkranken gar um 75 Prozent. Diese Entwicklung wirft Fragen auf. Wer soll künftig die Kosten für die Betreuung und Pflege bezahlen, und wer übernimmt diese Aufgaben? Das

Gleichgewicht zwischen betagten und jüngeren Menschen droht zunehmend aus dem Ruder zu laufen. Kamen 2014 noch 33 Personen über 65 Jahren auf 100 Erwerbspersonen, wird sich dieser Wert bis ins Jahr 2045 auf 56 erhöhen. Konkret bedeutet dies, dass es immer weniger Personen gibt, die für die Alters- und Pflegeversorgung einzahlen und gleichzeitig immer weniger, die als Pflegekräfte zur Verfügung stehen. Das Gesundheitsobservatorium Obsan beobachtet in Schweizer Alters- und Pflegeheimen einen starken Personalzuwachs von jährlich 3,2 Prozent2. Eine Studie der Credit Suisse prognostiziert für das Jahr 2040 einen zusätzlichen Bedarf an Pflegepersonal von 48 000 bis 71 000 Vollzeitstellen3. Ob diese Prognosen tatsächlich eintreffen, kann infrage gestellt werden. Sicher ist jedoch, dass die Finanzierungsfrage für hitzige Debatten in der Gesundheits- und Sozialpolitik sorgt. Dabei geht jedoch gerne vergessen, dass der Pflegebedarf nicht im gleichen Masse


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Die dritte Lebensphase ist bei vielen Menschen geprägt von Aktivität und gesellschaftlicher Teilhabe – Pflege ist oft erst in der vierten Lebensphase ein ­Thema.

stock.adobe.com/pikselstock


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steigen wird wie die Anzahl Rentner, da immer mehr Betagte erst im hohen Alter pflegebedürftig werden. So nahmen zwischen 1981 und 2014 die behinderungsfreien Lebensjahre ab 65 Jahren bei Frauen um 4,6 und bei Männern um 4,2 Jahre zu. Dieser Zuwachs entspricht der Zunahme der Lebenserwartung4.

Selbstbestimmt altern Um die Versorgungssicherheit im Alter in Zukunft sicherzustellen, braucht es neue, tragbare und gute Lösungen infrastruktureller und personeller Art. «Wir wissen um die gesellschaftlichen Veränderungen seit mehr als 40 Jahren, das Thema ist nicht neu. Das Alter wird jedoch tabuisiert und deshalb so lange verdrängt, bis es nicht mehr geht», stellt Markus Leser, Leiter des Fachbereichs Menschen im Alter beim Dachverband der Heime, Curaviva Schweiz, fest. Dass der hohe Handlungsbedarf mittlerweile anerkannt wird, zeigt das Aufkommen neuer Wohn- und Pflegemodelle. Diese sind

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auch nötig, weil sich nebst der nominalen Zunahme Hochaltriger gleichzeitig die Anforderungen wandeln. Heutige Rentner bleiben länger fit und möchten selbstbestimmt altern. Dieser Wunsch nach einer stärkeren Individualisierung verlangt nach flexibleren Care-Modellen, als sie die heutigen institutionszentrierten Angebote bieten. Oft springen Angehörige unterstützend ein – ohne dafür einen Lohn zu erhalten. Eine Erhebung aus dem Jahr 2018 zeigt, dass sich in der Schweiz 592 000 Menschen für die Betreuung von kranken, behinderten oder pflegebedürftigen Angehörigen engagieren, wobei 49 000 dieser betreuenden Angehörigen zwischen 9 und 15 Jahre alt sind, es sich also um «Young Carers» handelt5. Hier zeichnet sich für die Betroffenen eine bessere Lösung ab, denn das Parlament hat in der Herbstsession dem Entwurf des Bundesrates zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung mithilfe von Betreuungszulagen zugestimmt6. Doch das alleine reicht nicht. «Es braucht mehr intermediäre Angebote und eine bessere Koordination von

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Nachbarschaftshilfe, Freiwilligen- und Angehörigeneinsätzen. Die Caring Community muss gestärkt werden, um die Last auf allen Schultern zu verteilen», mahnt Markus Leser. Ein Beispiel dafür sind Wohngemeinschaften für Senioren. Mit dieser Wohnform werden nicht nur die täglichen Aufgaben gemeinsam bewältigt, sie bieten auch Möglichkeiten für sozialen Austausch, Anregung sowie gegenseitige Unterstützung. Eine gute und günstige Alternative für noch rüstige Rentner. Die Pro Senectute Schweiz bietet eine Plattform für die Vermittlung von WG-Plätzen an7. Eine weitere Möglichkeit sind Alterswohngenossenschaften, die meist Betreuungsleistungen in Form von Haushaltshilfe und Mahlzeitendiensten anbieten. Relativ neu ist das sogenannte Care Farming, bei dem Senioren auf einem Bauernhof leben und in den landwirtschaftlichen und familiären Alltag mit eingebunden sind. Beispiele dafür sind der Hohgantblick in Schangnau (BE), der Hof Obergrüt bei Ruswil (LU) oder das Landwirtschaftliche Altersheim Hermolingen in Rothenburg (LU). Für die Betreuung zu Hause gibt es kreative Ansätze wie etwa Zeitvorsorgesysteme, mit denen sich Freiwillige mit Betreuungsleistungen für andere ein Zeitguthaben für später erarbeiten können. Jede geleistete Stunde wird mittels der «Care Currency» gutgeschrieben und kann später selber bezogen werden. Erste Versuche dazu gibt es beispielsweise in St. Gallen, wo seit 2013 ein Pilotversuch läuft. Der Verein Kiss setzt sich an einigen Orten für Zeitvorsorge-Genossenschaften ein.

Neue Ansätze durch digitale Technik

stitutionen hält immer mehr Technik Einzug, heute vorwiegend noch in Form der elektronischen Dokumentation und Kommunikation. Mancherorts ist die berühmte Roboter-Robbe «Paro» für Interaktionen mit Demenzkranken im Einsatz. Diskussionen über Pflegeroboter finden immer wieder statt, werden jedoch kontrovers geführt – denn wenn Maschinen die menschliche Zuwendung ersetzen sollen, wirft dies ethische Fragen auf. Auch ist keineswegs klar, ob der Einsatz von Technologie tatsächlich die gewünschten Kostenvorteile mit sich bringt, da die Einführungskosten meist hoch sind. Es zeigt sich: Auch wenn angesichts der Überalterung der Gesellschaft Panikstimmung aufzukommen droht, so zeichnen sich doch etliche praktische und realisierbare Lösungen ab. | Stephanie Weiss

Quellen: 1 www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/bevoelkerung/geburtentodesfaelle/lebenserwartung.html 2 Clémence Merçay, Laila Burla, Marcel Widmer. Gesundheitspersonal in der Schweiz. Bestandesaufnahme und Prognosen bis 2030. Neuchâtel, 2016. www.obsan.admin.ch/de/publikationen/gesundheitspersonal-derschweiz 3 Andreas Christen, Fabian Hürzeler, Sascha Jucker, Emanuel Roos. Gesund­ heitswesen Schweiz 2015. Die Zukunft des Pflegeheimmarkts. Credit Su­ isse Group AG, Zürich, 2015. 4 Take Care. Der Mensch emanzipiert sich vom Betreuungssystem. Das wird die Pflegebranche revolutionieren. Detlef Gürtler, Christine Schäfer, Stefan Breit, GDI Gottlieb Duttweiler Institut. Rüschlikon, 2018. 5 Otto, Ulrich; Leu, Agnes; Bischofberger, Iren, et al. Bedürfnisse und Bedarf von betreuenden Angehörigen nach Unterstützung und Entlastung – eine Bevölkerungs-befragung. Schlussbericht des Forschungsprojets G01a des Förderprogramms Ent-lastungsangebote für betreuende Angehörige 20172020, Bern, 2019. 6 www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/amtliches-bulletin/amtliches-bulle­ tin-die-verhandlungen?SubjectId=47300#votum1 7 www.wohnform50plus.ch

Und inwiefern könnte die alles durchdringende Digitalisierung Entlastung bieten? Bereits heute sind GPS- und Alarmsysteme sowie diverse medizinische Apps im Einsatz, die das selbstständige Leben zu Hause erleichtern. Auch in Pflegein-

Bis 2045 werden in der Schweiz rund 2,7 Millionen Menschen über 65 Jahre alt sein.

adobe.stock.com/Hyejin Kang


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«HUNDERTJÄHRIGE SIND MEHRHEITLICH ­BESSER DRAN ALS VOR ZEHN JAHREN» Menschen in der dritten Lebensphase sind heute zufriedener als allgemein ­angenommen. Die Lebensqualität hat sogar bis ins hohe Alter zugenommen, also auch in der vierten Lebens­ phase. Dies beobachtet der erfahrene Alter­forscher Prof. Dr. phil. François Höpflinger, emeritierter Soziologieprofessor. François Höpflinger, wie verbringen typische Senioren in der Schweiz heute ihren Alltag? François Höpflinger: Es lässt sich empirisch nachweisen, dass heute die jungen Älteren, also die bis 75-Jährigen, sehr aktiv sind. Sie sind auch länger gesund und selbstständig, zudem haben sie zVg oft finanziell gute Mittel und mehr Wohnraum, als sie benötigen. Das sind Generationen, die eine weniger strenge Arbeit hatten, über ein höheres Bildungsniveau verfügen und deshalb gesünder sind. Dank der wirtschaftlichen Absicherung können sie sich die Gesunderhaltung auch leisten. Kann man also sagen, dass die jungen Alten glücklich sind? Den Babyboomern geht es vielfach wirtschaftlich gut, sie haben mehrheitlich ein Auto und Wohneigentum. Über 70 Prozent fühlen sich auch gesund. Bis zu 15 Prozent der jungen Alten lernen eine neue Sprache, viele sind sportlich aktiv. Auch sind immer mehr Rentner politisch aktiv. Das ist eine Generation, die sich immer gewehrt hat und selbstbewusst aufgetreten ist und weiss, wie man sich organisiert. Zudem haben sie Möglichkeiten übers Internet, die es früher nicht gab. Wer sich gerontologisch ideal verhält mit der Ernährung, Sport und so weiter, bleibt auch länger gesund. In den Medien wird die demografische Ent­ wicklung oft nicht so positiv dargestellt. Das sind abgehobene Kostendiskurse, die von den Medien dramatisch vermittelt werden, mit der Realität jedoch nicht übereinstimmen. Drei Viertel der Entwicklungen sind positiv: Die Einsamkeit hat abgenommen und die psychische Verfassung ist besser, hinzu kommt die Zunahme der gesunden

­L ebensjahre. Wir haben Hinweise, dass die Hundertjährigen mehrheitlich besser dran sind als noch vor zehn Jahren. Auch das Risiko, an Demenz zu erkranken, sinkt. Das sind überraschend positive Entwicklungen. Demografische Ängste hat man schon in den Dreissigerjahren geäussert, weil man dachte, dass man sich die AHV gar nicht leisten könne aufgrund der demografischen Entwicklung. Wie verschieden sind die beiden Alters­ kohorten, die jungen Alten und die Hoch­ altrigen, in ihren Wertvorstellungen? Die heute über 80-Jährigen unterscheiden sich von den Nachkriegsgenerationen durch ein unterschiedliches Generationenschicksal. Viele hochaltrige Menschen haben eine Kindheit in Armut erfahren und wuchsen oft in bäuerlich-gewerblichen Milieus oder in Arbeiterkreisen auf. Die späteren Generationen konnten vermehrt an der Wohlstandsentwicklung der Nachkriegsjahrzehnte t­eilnehmen. Viele hochaltrige Menschen konnten keine weiterführende Ausbildung absolvieren, wogegen die Babyboomer vom Ausbau des Bildungssystems profitierten. In den 1950er- und 1960er-Jahren, als die heute alten Menschen ihre Familien gründeten, waren Ehe und Familie traditionell g ­ eprägt, weshalb sie bis heute familiale Pflegevorstellungen haben. Die nachkommenden Generationen haben moderne Familienvorstellungen und sind eher bereit, Pflegeaufgaben an Fachpersonen zu delegieren. Welche Konsequenzen hat das für die Pflegeund Betreuungskonzepte? Jüngere Generationen haben höhere Ansprüche an das Gesundheits- und Pflegesystem und sind stärker auf Selbstbestimmung orientiert. Deshalb gibt es einen Trend weg von der Pflege für die Alten hin zur Pflege und Betreuung zusammen mit den Al-


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ten. Bedeutsam für alle alten Menschen ist allerdings ein weiterer Aspekt: Im Alter lebt man in einer Gesellschaft, die von deutlich jüngeren Menschen dominiert wird. Dies gilt auch für die Pflege im Alter, die nach modernen professionellen Gesichtspunkten jüngerer Generationen organisiert wird. Im hohen Lebensalter nehmen jedoch die Ressourcen ab, sich proaktiv auf jüngere Menschen einzustellen. Deshalb ist die Rücksichtnahme jüngerer Pflegefachleute auf die Lebensgeschichte und die Werthaltungen der Vertreterinnen und Vertreter alter Generationen zentral.  | Interview: Stephanie Weiss

DIE JUNGEN ALTEN • 65 bis 75 Jahre alt (Babyboomer) • Aktiv, sportlich, online • Sehen in der dritten Lebensphase Chan­ cen und Möglichkeiten, etwas zu erleben und sich aktiv am Gesellschaftsleben zu beteiligen • Möchten ihren Lebensabend selbstbe­ stimmt verbringen und selber entschei­ den, welche Dienstleistungen sie in An­ spruch nehmen adobe.stock.com/pikselstock

zVg BETAGTEN DIE • Über 75 Jahre alt (Kriegsgeneration) • Falls möglich noch aktiv, meist offline • Möchten die vierte Lebensphase möglichst geniessen, bei­ spielsweise mit Kreuzfahrtreisen und kulturellen Anlässen • Ziehen familiale Betreuungssysteme den institutionellen vor

Bei geröteten und gereizten Augen

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istock.com/FredFroese


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UMFASSENDE VERSORGUNG FÜR GERIATRISCHE PATIENTEN Aufgrund der demografischen Entwicklung gibt es immer mehr Menschen mit Altersge­ brechen. Da im hohen Alter oft mehrere Erkrankungen zusammenkommen, braucht es eine umfassende und vernetzte Betreuung – durch Kliniken, Hausärzte, Drogerien und Apotheken.

sotck.adobe.com/lenetsnikolai

Interprofessionelle Zusammenarbeit kann helfen, multimorbiden Patienten eine koordinierte Behandlung zukommen zu lassen und ihre Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.

Bei einem Sturz erleidet Erika Keller (Name geändert) eine Schenkelhalsfraktur und muss operiert werden. Nach dem Eingriff ist nichts mehr wie vorher. Die ersten Tage ist die 85-Jährige verwirrt, der Blutdruck gerät aus den Fugen, sie hat kaum Appetit, und ihre Kräfte schwinden zusehends. Dazu gesellt sich eine Erkältung, die der Betagten zusetzt. Vor dem Unfall hatte die sonst noch rüstige Rentnerin ihren Alltag selber gemeistert, nun aber dauert es lange, bis sie wieder auf den Beinen ist. Erika Keller ist nicht allein mit diesem Phänomen, die altersbedingte Fragilität macht sich bei vielen Menschen im hohen Alter bemerkbar. «Wann die geriatrischen Gebrechen – im englischen Sprachraum auch ‹Frailty› genannt – einsetzen, kann nicht genau eruiert werden. Sicherlich ist es ein Syndrom des älteren Menschen, wobei Frauen mehr betroffen sind als Männer», erklärt Dr. Bernard Flückiger, Chefarzt des auf Akutgeriatrie und geriatrische Rehabilitation spezialisierten Adullam-Spitals in Basel und Riehen. «Unter Frailty versteht man eine verminderte physiologische Reservekapazität verschiedener Organe, die zu einer vermehrten Vulnerabilität bei Stress führt. Die Frailty

hängt aber nicht wie andere geriatrische Syndrome von einer spezifischen Krankheit ab», so der Chefarzt. Häufig stehe dabei ungewollter Gewichtsverlust, Schwäche der Muskulatur und subjektive Erschöpfung im Vordergrund. «Ebenfalls ist die Gehgeschwindigkeit bei der Frailty vermindert, und die körperlichen Freizeitaktivitäten werden reduziert.»

Altern: ein komplexer Prozess

Doch was genau passiert im Körper, wenn er altert? «Die normale Alterung ist ein komplexer Prozess, den wir auch heute immer noch nicht genau verstehen», sagt Dr. Andreas Stuck, Klinikdirektor und Chefarzt der Geriatrischen Klinik am Inselspital und Professor für Geriatrie an der Universität Bern. «Zum Teil ist das Altern genetisch programmiert, so gibt es beispielsweise eine genetisch festgelegte maximal mögliche Anzahl Zellteilungen. Zudem hängt die Alterung mit der zeitlichen Kumulation von Umwelteinflüssen und der Anhäufung von kleinen Schädigungen über die Zeit zusammen.» Trotz der grossen Unterschiede, wie Menschen auf die altersbedingt eingeschränkten Organreserven re-


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agieren, lassen sich oft ähnliche Muster beobachten. Viele Betagte leiden an einer Geh-, Hör- oder Sehschwäche sowie Schwindel. Durch die Immobilität und den Muskelschwund steigt die Sturzgefahr. Ebenso erhöht sich das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen: Über drei Viertel der über 75-Jährigen haben Bluthochdruck1. Auch der Cholesterinspiegel und das Risiko für Diabetes steigen im Alter merklich an. Zum körperlichen Abbau gesellt sich gerne ein kognitiver Abbau in Form von Vergesslichkeit bis hin zu Demenz. Die typischen altersbedingten Beschwerden lassen sich mit den «Geriatrischen I» zusammenfassen2: intellektueller Abbau, Immobilität, Instabilität und Inkontinenz. Hinzu gesellen sich oft: Insomnia, impaired Eyes and Ears (Seh- und Hörschwäche), irritables Kolon (Reizdarm), iatrogene Erkrankung (unerwünschte gesundheitliche Folgen einer ärztlichen Behandlung), Isolation sowie Impecunity (Armut).

Herausforderung Multimorbidität

Häufig tritt nicht nur eine der aufgeführten Krankheiten auf, sondern gleich mehrere. «Mit der Alte-

rung nimmt auch das Krankheitsrisiko zu, was dazu führt, dass viele alte Menschen an einer sogenannten Multimorbidität leiden», so Andreas Stuck. Gemäss dem Konzept der Salutogenese der Gesundheitswissenschaften lässt sich Gesundheit in vier Dimensionen unterteilen: die körperliche, die psychische, die soziale und die ökonomische Gesundheit3. Tritt eine altersbedingte Erkrankung auf, so ist davon auszugehen, dass parallel dazu weitere Krankheiten in mindestens zwei Gesundheitsdimensionen vorliegen. Eine Broschüre des Bundesamts für Gesundheit zeigt typische Fallbeispiele sowie Möglichkeiten für eine adäquate Behandlung und Betreuung auf4. Die Autoren heben die Bedeutung der interprofessionellen Zusammenarbeit­ hervor. Idealerweise kommt bei Patienten mit Mehrfacherkrankungen ein sogenanntes multidimensionales geriatrisches Assessment zur Anwendung, das der umfassenden Erfassung der unterschiedlichen funktionellen Dimensionen auf der einen und der noch vorhandenen Ressourcen auf der anderen Seite dient. Eine adäquate, ganzheitliche und vernetzte Behandlung ist umso wichtiger, um schwerere

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Erkrankungen und somit hohe Kosten für die Allgemeinheit zu verhindern. Der Bund hat den Handlungsbedarf in Richtung einer interdisziplinären Zusammenarbeit erkannt und 2015 das Projekt «Koordinierte Versorgung» initiiert5. Die Gesundheitsinstitutionen einiger Schweizer Kantone wappnen sich für die Zunahme der Anzahl geriatrischer Patienten mit altersgerechten Notfallstationen und Kompetenzzentren für Geriatrie. Das Ziel dabei ist, mit der richtigen und koordinierten Behandlung die Abwärtsspirale zu stoppen und dadurch die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Eine norwegische Untersuchung konnte nachweisen, dass betagte Patienten mit einer hüftgelenknahen Fraktur nach einer umfassenden geriatrischen Versorgung eine höhere Beweglichkeit aufwiesen als jene, die eine rein unfallchirurgische Behandlung erhielten6. Zudem zeigten sich bei Ersteren Vorteile bei den Alltagsaktivitäten sowie bei weiteren Parametern. Die Autoren konnten somit die Wirksamkeit einer umfassenden geriatrischen Versorgung beweisen.

Betagte Patienten in der Drogerie und Apotheke

Die Verantwortung für eine umfassende Betreuung liegt nicht nur bei den Akutkliniken und Rehabilitationszentren, sondern auch den Hausärzten, den Apotheken und Drogerien. «Wir empfehlen eine rechtzeitige hausärztliche Betreuung. Oft sind sowohl medikamentöse als auch nichtmedikamentöse Massnahmen zur Behandlung nötig», bringt es Geriatrie-Experte Andreas Stuck auf den Punkt. Selbst wenn der betagte Mensch noch nicht unter schweren Beschwerden leide, lohne sich der Gang zum Hausarzt. So werde beispielsweise ein erhöhter Blutdruck oftmals nicht bemerkt. Da Drogerien und Apotheken häufig erste Anlaufstelle für betagte Kunden mit körperlichen Beschwerden sind, lohnt sich ein sorgfältiges Bera-

tungsgespräch, um mit gezielten Fragen den Handlungsbedarf zu evaluieren. «Im Vordergrund steht meiner Meinung nach die Beobachtung der Betagten: wie sie gehen, ob sie ein Hilfsmittel haben und ob sie geschwächt erscheinen. Natürlich kann man erfragen, ob es in den letzten zwei Wochen zu einem ungewollten Gewichtsverlust oder zur vermehren subjektiven Erschöpfung und rückläufiger körperlicher Aktivität kam. Sollten diese Fragestellungen positiv beantwortet werden, dann käme durchaus ein Hinweis auf den Besuch beim Hausarzt infrage», so Dr. Bernard Flückiger. Selbstverständlich trägt auch im hohen Alter eine gesunde Lebensweise einiges zum körperlichen Wohlbefinden bei. «Sofern keine Kontraindikation besteht, empfehlen wir allen älteren Menschen regelmässige körperliche Aktivität mit Ausdauerund Kraftelementen. Ausserdem sollte auf eine gesunde Ernährung mit ausreichend Früchten, Gemüse und Protein und auf eine regelmässige Teilnahme an sozialen Aktivitäten geachtet werden», empfiehlt Geriatrie-Professor Andreas Stuck.  | Stephanie Weiss Quellen: 1 Thomas W. Buford, Hypertension and aging, Department of Aging and Ger­ iatric Research, University of Florida, Gainesville USA. In: Ageing Research Reviews 26 (2016) 96–111 2 www.grin.com/document/121153 (Abruf: Februar 2020) 3 Aaron Antonovsky, Salutogenese. Zur Entmystfizierung von Gesundheit. 1997, Tübingen / Alexa Franke Das Modell der Salutogenese: https://doc­ player.org/45241255-Alexa-franke-das-modell-der-salutogenese.html (Abruf: Februar 2020) 4 Irène Dietschi, Hochbetagte Menschen mit Mehrfacherkrankungen. Typi­ sche Fallbeispiele aus der geriatrischen Praxis. Bundesamt für Gesundheit (BAG): 2018, Bern. www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-po­ litik/nationale-gesundheitspolitik/koordinierte-versorgung/patienten­ gruppen-und-schnittstellen-koordinierte-versorgung/hochbetagte-multi­ morbide-menschen-koordinierte-versorgung.html (Abruf: Februar 2020) 5 www.bag.admin.ch/bag/de/home/strategie-und-politik/nationale-ge­ sundheitspolitik/koordinierte-versorgung.html (Abruf: Februar 2020) 6 Anders Prestmo, Gunhild Hagen, Olav Sletvold, Prof Jorunn L Helbostad, Pernille Thingstad, Kristin Taraldsen et al. Comprehensive geriatric care for patients with hip fractures: a prospective, randomised, controlled trial. Pu­ bliziert in The Lancet, Volume 385, Issue 9978, 2015, London

FRAGENKATALOG FÜR DIE BERATUNG GEBRECHLICHER KUNDINNEN UND KUNDEN • Medizinisch in guten Händen? Viele Betagte leiden unter chronischen Erkrankungen wie etwa Bluthochdruck, Diabetes oder Schmerzen. Werden diese nicht richtig behandelt, leiden Körper und Geist mit, was den Abbau beschleunigen kann. • Wie geht es der Psyche? Psychische Erkrankungen kommen im Alter oft vor und können die Gebrechlichkeit verstärken. Deshalb sollten psychische Symptome wie Niedergeschlagenheit oder Energiemangel erkannt, ernst genommen und mit einem Arzt besprochen werden. • Ist die Ernährung ausgewogen? Im Alter ist eine ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiss, Kalzium, Vitaminen sowie Flüssigkeit wichtig. Bei Mangelzuständen ist eine Ernährungsberatung durch die Ernährungsberaterin oder den Arzt angezeigt. • Gibt es ein soziales Netz? Das Wegsterben von Nahestehenden sowie körperliche Einschränkungen führen oft zu einer sozialen Isolation. Soziale Kontakte sind für die Gesundheit wichtig. Hier kann beispielsweise die regionale Anlaufstelle der Pro Senectute weiterhelfen. • Genügend Bewegung? Dass körperliche Aktivität das beste Mittel gegen Gebrechlichkeit und eine gute Sturzprävention ist, wurde mehrfach em­ pirisch bewiesen. Dazu gibt es etliche Angebote für Senioren. Wer mit dem Sport neu beginnt, sollte sich vorgängig ärztlich untersuchen lassen.


Kurs-Ausschreibung

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STELLVERTRETERKURS BERN Investieren Sie in die Weiterbildung Ihrer Mitarbeitenden und in die Zukunft der Drogerie.

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Kursinhalt: Der Kurs vermittelt Drogistinnen und Drogis-

ten EFZ ein vertieftes Wissen über Wirkstoffe und Indikationen der Selbstmedikation inklusive der ehemaligen Abgabekategorie C. Dabei werden Schwergewichte gebildet, wo dies aus pharmakologischer oder medizinischer Sicht notwendig und sinnvoll erscheint. Das mit dem erfolgreichen Abschluss des Kurses erhaltene Zertifikat kann den kantonalen Gesundheitsbehörden als Entscheidungsbasis für die Erteilung einer Stellvertreterbewilligung dienen. Die kantonalen Bestimmungen über die Voraussetzungen einer Stellvertretung sind unbedingt zu beachten.

Kurskosten: Die Kurskosten pro Teilnehmer betragen CHF 1800 inkl. MWSt. Nichtmitglieder-Zuschlag: CHF 1000.

Kursunterlagen: Die Kursunterlagen werden Ihnen elekt-

ronisch als PDF zur Verfügung stehen. Gedruckte Kursunterlagen sind beim SDV erhältlich (Aufpreis CHF 350 exkl. MWSt.)

Punkte: 56

-Stern-Punkte

Teilnehmerzahl: Minimum 12 / Maximum 30

Zielpublikum: Drogistinnen und Drogisten EFZ mit mindestens 2 Jahren Berufserfahrung und einem Beschäftigungsgrad von 80 Stellenprozent und mehr, welche eine Stellvertreterfunktion ausführen oder übernehmen werden.

Referentin: Christine Funke

Unterrichtsform: 7 Kurstage mit jeweils einer umfassenden

zahl ist Voraussetzung für die Kursdurchführung.

Basisdokumentation, ergänzt durch die Online-Lernplattform DrogoBrain. Die Abschlussprüfung wird an einem separaten Tag durchgeführt. Die Voraussetzungen für die Zulassung an die Abschlussprüfung finden Sie im Reglement Stellvertretungskurs.

Prüfung: Voraussichtlich in der Kalenderwoche 25 oder 26/2021 (das Prüfungslokal kann zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht reserviert werden).

Kursort: Klubschule Wankdorf, Wankdorffeldstrasse 90, 3014 Bern

Anmeldeschluss: 3. Juli 2020 Anmeldung: Via SDV-Webseite. Die MindestteilnehmerKursdaten und Zeit Dienstag, 1. September 2020, 8.00 – 17.00 Uhr Dienstag, 20. Oktober 2020, 8.00 – 17.00 Uhr Dienstag, 24. November 2020, 8.00 – 17.00 Uhr Dienstag, 12. Januar 2021, 8.00 – 17.00 Uhr Dienstag, 23. Februar 2021, 8.00 – 17.00 Uhr Dienstag, 30. März 2021, 8.00 – 17.00 Uhr Dienstag, 4. Mai 2021, 8.00 – 17.00 Uhr


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MANGELERNÄHRUNG ­ERKENNEN UND HANDELN Im Alter verändert sich das Ernährungsverhalten vieler Menschen grundlegend – dafür sind physiologische, aber auch soziale Faktoren massgebend. Gefährlich wird es, wenn ­Appetitlosigkeit, Krankheit oder Einsamkeit zu einer Mangelernährung führen. Die Anzeichen gilt es frühzeitig zu erkennen.

adobe.stock.com/Shchipkova Elena

Ältere Menschen, die allein leben und nicht mehr selber einkaufen und kochen können, haben ein besonders hohes Risiko für Mangelernährung.

Für ein gesundes und unabhängiges Altern ist eine bedarfsdeckende Ernährung essenziell. Mit dem Alter verändern sich die Nährstoffbedürfnisse, und die Nahrungsaufnahme kann durch Krankheiten beeinträchtigt werden. Als Folge entwickeln Senioren häufig eine Mangelernährung – die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet diese als grosse Bedrohung für die Volksgesundheit1.

Definition und Prävalenz

Aktuell existiert keine standardisierte Definition der Mangelernährung. Eine geläufige Definition ist folgende: Der Begriff Mangelernährung be-

zeichnet einen Ernährungszustand, bei dem ein Mangel oder ein Ungleichgewicht von Energie, Protein oder anderen Nährstoffen messbare Nebenwirkungen auf Gewebe- und Körperfunktionen haben und zu einer höheren Komplikationsrate führen1. Zur Diagnose können verschiedene Screening-Tools verwendet werden, also spezifische Fragebögen zum Ernährungs- und Gesundheitszustand sowie zum Gewichtsverlauf. Die Screenings, die insbesondere von Spitälern, Ärzten und Pflegeheimen angewendet werden, zeigen, ob eine Mangelernährung vorliegt oder ein Risiko dafür besteht1.


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Eine Mangelernährung liegt bei einem ungewollten Gewichtsverlust von mehr als fünf Prozent in drei Monaten oder bei einer reduzierten Körpermasse mit BMI (Body-Mass-Index) unter 20 kg/m2 vor. Ein Risiko liegt vor, wenn die Nahrungszufuhr für mehr als drei Tage etwa 50 Prozent unter dem eigentlichen Bedarf liegt oder zeitgleich mehrere Risikofaktoren wie erhöhter Nährstoffbedarf und verminderte Nahrungszufuhr auftreten2. Eine Mangelernährung kann bei Personen jeden Alters und Gewichts vorkommen, die Prävalenz ist bei der älteren Bevölkerung jedoch am höchsten1. Je nach Studie schwanken die Prävalenzzahlen stark, in Abhängigkeit des untersuchten Patientenguts, der Definition für Mangelernährung und des verwendeten Screening-Tools1,3. Die Hälfte der älteren Menschen weist ein Risiko für eine Mangel­ ernährung auf2. Bei der älteren, selbstständig lebenden Bevölkerung ist die Prävalenz einer Mangelernährung mit etwa 2 bis 16 Prozent am tiefsten. Bei älteren Menschen, die in ein Spital eintreten, liegt die Prävalenz für Mangelernährung und das Risiko für eine Mangelernährung bei 20

bis 25 Prozent1. Eine Untersuchung, die über 200 Studien berücksichtigt, zeigt eine Prävalenz von bis zu 60 Prozent bei Spitaleintritt3. In Pflegeheimen sind bis zu zwei Drittel der Bewohner mangelernährt oder weisen ein Risiko auf 1,2.

Ursachen und Folgen

Es gibt eine Vielzahl an Risikofaktoren und Ursachen für eine Mangelernährung, folgend werden die relevantesten aufgeführt. Die Entstehung ist meist multifaktoriell bedingt: Der Energiebedarf des Körpers nimmt im Alter ab, der Proteinbedarf nimmt zu. Die Anpassung der Ernährung an die veränderten Bedürfnisse ist relevant, um gesund zu altern1. Im Krankheitsfall können sich der Bedarf, die Resorption und die Verstoffwechselung von Nährstoffen verändern. Krankheiten wie Krebs oder COPD erhöhen den Energiebedarf des Körpers und können bei unveränderter Nahrungszufuhr zu einem Gewichtsverlust führen3. Soziale Faktoren wie Armut und Einsamkeit erhöhen das Risiko für eine Mangelernährung, ebenso Alkoholismus, Depression und Demenz. Funktio-

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Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Dies ist ein zugelassenes Arzneimittel. Lassen Sie sich von einer Fachperson beraten und lesen Sie die Packungsbeilage. Hänseler AG, CH-9100 Herisau


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nelle Störungen wie Schluckstörungen, fehlende Zähne oder mangelhafte Zahnprothesen können dazu führen, dass die Nahrungszufuhr abnimmt3. Physiologische Veränderungen im Alter wie Änderungen in der Hunger- und Sättigungsregulation, Verminderung von Geruchs- und Geschmackssinn, Verlangsamung der Magenentleerung, Veränderungen der Magenschleimhaut, verlängerte Transitzeit im Darm und Verstopfung können eine Mangelernährung begünstigen1. Ältere, vor allem allein lebende Menschen, die nicht mehr selbstständig einkaufen und kochen können, haben ein erhöhtes Risiko3. Über 250 Medikamente können Nebenwirkungen haben wie Appetitminderung, Veränderungen des Geschmackssinns, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Schmerzen oder Reflux, durch die sich die Nahrungszufuhr verringert. Die Muskelmasse und -funktion nimmt im Alter kontinuierlich ab. Durch Krankheiten, Mangelernährung und Immobilität wird dieser Vorgang beschleunigt und kann im schlimmsten Fall zu einer Sarkopenie führen. Dadurch erhöht sich das Sturzrisiko infolge mangelnder Kraft, was wiederum durch Frakturen zu Immobilität führen kann1. Durch die Mangelernährung steigen Morbidität und Mortalität, die Komplikations- und Infektionsrate, das Auftreten von Wundheilungsstörungen und Dekubiti, die Sturzgefahr und Immobilität, und dadurch auch die Spital- und Rehabilitationsaufenthalte sowie die Hilfs- und Pflegebedürftigkeit. All dies führt zu erhöhten Kosten im Gesundheitssystem. Die Patienten selbst leiden unter der Mangelernährung; die Lebensqualität, die körperliche Kraft, die psychische Verfassung und die selbstständigen Fertigkeiten sinken. Die Immunkompetenz nimmt ab, und im Krankheitsfall sinken die Therapietoleranz und die Prognose1,3.

Prävention

Bei Menschen mit einem Risiko sollte umgehend interveniert werden, um die Mangelernährung zu verhindern2. Um das Risiko zu erkennen, werden bei einem Spitaleintritt, aber auch in Hausarztpraxen und Pflegeheimen verschiedene ScreeningTools eingesetzt1. In Drogerien und Apotheken können Kunden, die Risiken für eine Mangelernährung aufweisen, darauf aufmerksam gemacht werden, und das Fachpersonal kann eine weitere Abklärung empfehlen. Besteht ein Mangelernährungsrisiko, sollten die Ursachen wenn möglich behoben werden. Weist die Ernährung Defizite auf, können diese mithilfe der Ernährungsberatung erkannt und allenfalls

behoben werden. Fehlende Zähne oder mangelhafte Prothesen sollten korrigiert werden. Schluckstörungen können durch Logopädie optimiert werden. Bei Schwierigkeiten mit Einkaufen und Kochen können Angehörige oder externe Dienste in Anspruch genommen werden, wie zum Beispiel der Mahlzeitendienst oder Seniorenmittagstische1.

Behandlung

Tritt eine Mangelernährung auf, sollen ihre Ursachen wenn möglich behoben werden (siehe «Prävention»). Eine Mangelernährung sollte durch eine Ernährungsfachperson behandelt werden. Proteinund Energiedefizite können durch die individuelle Optimierung der Lebensmittelauswahl und Anpassung der Haupt- und der Zwischenmahlzeiten ausgeglichen werden2. Ist die Zufuhr dennoch ungenügend, kann die Ernährung mittels Protein- und Kohlenhydratpulver sowie Fett zusätzlich angereichert werden. Reicht dies nicht aus, können zusätzlich Trinknahrungen eingenommen werden2. Diese werden seit dem 1. Juli 2012 unter gewissen Voraussetzungen von der Krankenkasse bezahlt4. Kann das Defizit trotz dieser Massnahmen nicht ausgeglichen werden, ist eine Ernährung per Sonde oder, wenn dies nicht möglich ist, parenteral indiziert2. Mikronährstoffmängel sollten ausgeglichen werden1.  | Jasmin Weiss Quellen 1 Eidgenössische Ernährungskommission EEK, Ernährung im Alter. Ein Exper­ tenbericht der EEK. 2018 2 D. Volkert, J. Bauer, T. Frühwald, I. Gehrke, M. Lechleitner, R. Lenzen-Gros­ simlinghaus, R. Wirth, C. Sieber, Klinische Ernährung in der Geriatrie; Leit­ linie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) in Zusam­ menarbeit mit der GESKES, der AKE und der DGG Klinische Ernährung in der Geriatrie. Aktuelle Ernährungsmedizin, 2013, 38, 1-48 3 Ch. Löser, Unter-/Mangelernährung im Krankenhaus. Aktuelle Ernährungs­ medizin, 2011, 36, 57-75 4 A. Uster, M. Rühlin, P. E. Ballmer, Trinknahrung ist wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich. Schweizer Zeitschrift für Ernährungsmedizin, 2012 5 www.sge-ssn.ch/media/optimaler-teller-bei-reduziertem-appetit.pdf (letzter Zugriff am 13.3.2020)

OPTIMALE MAHLZEIT BEI REDUZIERTEM APPETIT Unabhängig von Krankheiten und Mangel­ ernährung sinkt im Alter der Energiebe­ darf, und der Proteinbedarf steigt. Da Ap­ petitmangel bei Senioren häufig vorkommt, ist es dann besonders wichtig, auf die ausreichende Nähr­ stoffzufuhr zu achten. Ein Modell der Schweizerischen Ge­ sellschaft für Ernährung zeigt die optimale Zusammenstel­ lung einer Mahlzeit bei reduziertem Appetit.


ESD ÉCOLE SUPÉRIEURE DE DROGUERIE

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H Ö H E R E FA C H S C H U L E F Ü R D R O G I S T I N N E N U N D D R O G I S T E N

Des perspectives pour l’avenir – les études ES à l’ESD

Eine Zukunft mit Perspektiven – das HF-Studium an der ESD

Journée d’information du cycle de formation 2021 – 23

Informationstag Ausbildungszyklus 2021 – 23

Lundi, 2 novembre 2020, 14 h 00 – 16 h 00.

Montag, 2. November 2020, 14.00 – 16.00 Uhr.

Les points suivants sont au programme: • Examen d’admission (branches soumises à l’examen, préparation, dispenses) • Inscription, financement, recherche de logement • Les cours et la vie d’étudiant • Visite de l’ESD

Folgende Punkte stehen auf dem Programm: • Aufnahmeprüfung (Prüfungsfächer, Vorbereitung, Dispensationen) • Anmeldung, Finanzierung, Wohnungssuche • Unterricht und das Studentenleben • Besichtigung der ESD Alle interessierten Personen sind herzlich willkommen.

Toutes les personnes intéressées sont les bienvenues. Prenez votre destin en main! Inscrivez-vous maintenant!

Nehmen Sie Ihre Zukunft in die Hand. Melden Sie sich jetzt an!

Inscription

Anmeldung

à la journée d’information du 2 novembre 2020

für den Informationstag vom 2. November 2020

Name / Nom:  Vorname / Prénom: Adresse / Adresse:  PLZ Ort / NPA localité: E-Mail / Courriel:  Telefon / Téléphone: Berufs- oder Fachmaturität / maturité prof. ou spécialisée    

Délai d’inscription pour la journée d’information: Jeudi 29 octobre 2020

Gym. Maturität / maturité gymnasiale  

Anmeldeschluss für den Informationstag: Donnerstag, 29. Oktober 2020

Informations complémentaires et inscription / Weitere Information + Anmeldung: École supérieure de droguerie Rue de l’Évole 41 2000 Neuchâtel Téléphone 032 717 46 00

Fax 032 717 46 09

cpln-esd@rpn.ch www.esd.ch


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Gabriel Mondaca


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«ARZNEIMITTEL AUS ­FRISCHPFLANZEN SIND ­EFFEKTIVER» Die Produktions- und Forschungsgebäude der A. Vogel AG im ländlichen Roggwil im Thurgau liegen inmitten von Feldern. Auf diesen wachsen die Heilpflanzen für die Phytopharmaka des Unternehmens. CEO Peter Gmünder freut sich auf die bevorstehende Ernte. Peter Gmünder, die Bioforce AG hat sich An­ fang 2020 zur A. Vogel AG umbenannt, nach ihrem Gründer Alfred Vogel. Warum dieser Schritt? Peter Gmünder: Der Grund der Umfirmierung ist ­einerseits, dass wir die Synergien in der Kommunikation sicherstellen wollen, gerade auch in der Schweiz – wir sind den Endkunden gegenüber immer als A. Vogel aufgetreten, deshalb soll auch die Firma so heissen. Andererseits wollten wir, dass auch unsere acht internationalen Tochtergesellschaften in Europa und Nordamerika den gleichen Namen tragen, eine Reverenz an unseren Firmengründer Alfred Vogel. Eine Marke, eine Firma weltweit – das bedeutet, dass all unsere Firmen die gleiche Philosophie leben, dem gleichen Konzept folgen. Was war der Naturheilkunde-Pionier Alfred Vogel, der 1963 die Bio­ force AG gründete, für ein Peter Gmünder ist seit 2016 CEO der Mensch, was hat ihn ange­ A. Vogel AG in Roggwil (TG). 1963 als trieben? Bioforce AG gegründet, firmiert das Un­ Er wollte den Menschen helternehmen seit Anfang 2020 unter dem fen und mit Naturprodukten neuen Namen A. Vogel, unter dem die ihre Gesundheit erhalten Produkte seit jeher vertrieben werden. oder wiederherstellen. Seine Peter Gmünder ist fasziniert von der Philosophie war, dass ArzneiVielfalt des Unternehmens: Er arbeitet mittel aus Frischpflanzen efmit Landwirten, Laboranten, Drogistin­ fektiver sind als solche aus getrockneten Pflanzendronen, Biochemikern und Ärztinnen zu­ sammen, die Produkte gehen bis nach gen. Das ist das Konzept, das Südafrika, Finnland, Australien oder Ka­ wir nach wie vor verfolgen nada. Weltweit beschäftigt die A. Vo­ und inzwischen auch mit viegel AG rund 500 Mitarbeitende, am len wissenschaftlichen StudiProduktions- und Forschungsstandort en belegen können. Unsere Ostschweiz sind es rund 170. Arzneimittel haben einen

höheren Wirkstoffgehalt als solche aus getrockneten Pflanzen. Auch aus diesem Grund haben wir unsere Pflanzungen und Felder direkt ums Produktionsgebäude herum, sodass wir die Ernte innerhalb von 24 Stunden verarbeiten können. Natürlich können wir aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht alles hier anbauen, gewisse Pflanzen beziehen wir als Trockengut von langjährigen Partnern in anderen Anbauländern. Über 80 Prozent unserer Heilpflanzen wachsen hier in der Bodenseeregion. Mit der anstehenden Ernte im Frühling neh­ men Sie eine neue Produktionsanlage hier in Roggwil in Betrieb. Müssen Sie Kapazität aus­ bauen, um den Markt zu bedienen? Wir haben über 25 Millionen Franken hier in den Standort Ostschweiz investiert – in die Produktionskapazität, in die Modernisierung und in die Professionalisierung des Besucherzentrums. Wir empfangen hier unter anderem auch viele Fachkräfte, die sich für unser Konzept interessieren und erleben wollen, wie und wo wir unsere Produkte herstellen. Dazu möchte ich auch insbesondere Drogistinnen und Drogisten einladen. Wir entwickeln uns sehr positiv, sowohl in der Schweiz als auch international, wo wir rund 80 Prozent des Umsatzes machen, insofern brauchen wir Produktionskapazität. Aber wir brauchten auch eine Modernisierung aufgrund der wachsenden regulatorischen Anforderungen und wollten einen Schritt unternehmen, um auch bezüglich absehbarer und zukünftiger GMP-Richtlinien auf dem neusten Stand zu sein. In der Branche wird das zum Teil als Hindernis aufgefasst, dass die Regulatorien immer um­ fangreicher werden – wie empfinden Sie das?


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Beim Verkauf von registrierten Arzneimitteln ist Echinacea ist unsere Hauptpflanze. Unsere Echidas Teil der Spielregeln, da müssen und wollen wir nacea-Produkte unterscheiden sich von allen anuns dranhalten. Aber die Hygienevorschriften, Pro- deren Produkten aus dieser Pflanze. Wir waren duktionsvorschriften, die analytischen Nachweise, die Ersten, die wissenschaftliche Studien auf diedie man erbringen muss, das hat in den letzten Jah- ser Pflanze gemacht haben. Damit konnten wir ren schon extrem zugenommen. Und es ist abseh- die Wirksamkeit insbesondere dieser Produkte bar, dass das noch weitergeht, dem müssen wir uns nachweisen und Fachpersonen wie Drogisten, stellen. Es gibt bei uns Produkte, die bis zu 200 Apotheker und Ärzte von ihnen überzeugen. Qualitätsprüfungen durchlaufen, bis sie in der Dro- Gleichzeitig konnten wir durch unsere Forgerie- oder Apothekenauslage stehen. schungsarbeit eine wissenschaftliche Community An sich kommt uns das aber auch entgegen, denn aufbauen, unter anderem über unsere TochtergeQualität steht bei uns an oberster Stelle. Auch dies sellschaften. Zur Echinacea-Pflanze verfügen wir unterscheidet uns von heute wohl weltweit über die detailliertesvielen anderen. Darum PETER GMÜNDER sind wir froh, dass wir ten wissenschaftlichen «Deshalb haben wir unsere bei den meisten ProForschungserkenntnisdukten, gerade auch se, jedenfalls bezogen ­Pflanzungen und Felder direkt dank unserem eigenen auf die Formen, in deums Haus herum, sodass wir die Anbau hier in der Ostnen wir sie verwenden. Ernte innerhalb von 24 Stunden schweiz, die ganze verarbeiten können.» Wertschöpfungskette 80 Prozent Ihrer Pro­ im eigenen Haus und duktion gehen in den auf den eigenen FelExport, bis nach Ka­ dern haben. Von den Rohstoffen bis zum Endpro- nada, Südafrika oder Australien. Wie schafft dukt, das wir nach Australien liefern oder an eine man es, eine Marke am anderen Ende der Welt Schweizer Drogerie, haben wir die Qualität unter bekannt zu machen? Kontrolle. Es war uns immer wichtig, dass wir die Da steckt jahrzehntelange Aufbauarbeit dahinter, höchsten Qualitätsstandards wahrnehmen. die in den meisten Fällen auf die Verbindungen von Alfred Vogel zurückgeht. Er war ein WeltenbummBald steht die Ernte an: Was spielt sich nun in ler, erforschte beispielsweise Pflanzen in Südafriden kommenden Wochen auf den Feldern und ka, lernte Leute kennen oder pflegte verwandtim Betrieb ab? schaftliche Beziehungen, etwa zu einer Tante in Jetzt kommt Leben auf, nach und nach werden nun Kanada, woraus dann ebenfalls eine Geschäftsbedie Heilpflanzen reif zur Ernte – Löwenzahn kommt ziehung resultierte. Unsere Tochtergesellschaften, meist als Erstes dran, dann Salbei, dann Echinacea, wie auch unsere Partner im Ausland, sind allesamt um jetzt nur die wichtigsten zu nennen, und die Kas- über Jahrzehnte gewachsene Unternehmen, die tanie macht meist den Schluss. Dann werden die unsere Marke im entsprechenden Land aufgebaut Frischpflanzen extrahiert und konzentriert, bei jeder haben, so wie wir es auch hier in der Schweiz vollPflanze kommt während der Extraktion unser pro- zogen – basierend auf einer starken Marke, auf duktspezifisches Know-how zum Tragen. Aus den Schweizer Qualitätsprodukten. alkoholischen Extrakten stellen wir dann je nach Produkt die galenische Form her, Tabletten, Kapseln, Sind der Hauptstandort Schweiz und das Label Sirup etc. Zum Teil arbeiten auch Vertragsbauern für «Swiss quality» wichtige Pfeiler des Unterneh­ uns auf ihrem eigenen Land oder unserem Pacht- mens? land. Für optimale Erträge unterstützen wir diese Ja, sie sind unser Bekenntnis zum Denk- und lokalen Bauern mit unseren Anbauexperten, und wir Werkplatz Schweiz. Denkplatz, weil wir ja Forbeliefern sie mit unserem eigenen Saatgut. Wir pfle- schung und Entwicklung betreiben, als eine der gen mit diesen Vertragsbauern schon seit Jahrzehn- wenigen Firmen, die das im Bereich Phytopharmaten sehr enge Partnerschaften. ka tun. Auf dem Firmengelände begegnet man immer wieder der Echinacea-Pflanze – was ist ihre Be­ deutung?

Die A. Vogel AG betreibt ein Besucherzentrum hier in Roggwil, das Einblick in die Arzneimit­ telherstellung gibt, und in Teufen einen eige­


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nen Verlag mit Gesundheitspublikationen. Wa­ rum ist Ihnen Kommunikation so wichtig? Schon Alfred Vogel war es wichtig, die Leute zu informieren, ihnen nahezubringen, wie sie sich ernähren und verhalten sollen, um nicht krank zu werden. Oder ihnen zu vermitteln, wie sie im Krankheitsfall mithilfe der Natur wieder gesund werden. Wie Alfred Vogel sind auch wir überzeugt von der Heilkraft der Frischpflanzen, und das möchten wir den Konsumenten weitergeben. Naturkosmetik profitiert stark vom Trend zu Natürlichkeit und Nachhaltigkeit, mit Wachs­ tumsraten um zehn Prozent – ist das bei Natur­ heilmitteln auch der Fall? Das Wachstum ist sicher nicht so stark wie in der Naturkosmetik. Doch wir stellen schon fest, dass die Nachfrage bei den Fachkräften und den Endkonsumenten steigt, dass sie sich fragen: Gibt es auch noch etwas anderes als synthetische Mittel? Hält die Natur etwas bereit, das helfen kann und verträglich ist? Für uns ist es natürlich der Idealfall, wenn das Fachpersonal die Kundschaft dar-

aufhin anspricht, ob sie etwas Synthetisches wünscht oder etwas Natürliches, Pflanzliches bevorzugt – dann kommen oft unsere Produkte zum Einsatz, die in der medizinischen Wirkung vergleichbar und kompetitiv mit synthetischen Präparaten sind. Die Bioforce AG gibt es als Geschäftspartner nicht mehr – wie haben eigentlich Ihre Fach­ handelspartner, die Drogerien und Apotheken, den neuen Firmennamen A. Vogel AG aufge­ nommen? Wir haben vielfach die Rückmeldung bekommen: «Warum habt ihr euch nicht schon früher umbenannt?» Die Endkonsumenten sowie die Drogistinnen und Drogisten kennen A. Vogel – bei den Endkonsumenten musste man jeweils noch erklären, dass die Produkte von Bioforce stammen, und die Drogistinnen mussten das in der Ausbildung lernen, dass hinter der Marke A. Vogel die Bioforce AG steht. Mit der Umfirmierung ist die Zugehörigkeit nun offensichtlich.  | Interview: Lukas Fuhrer

Advertorial

EXCIPIAL® PRO – Das neue Pflegekonzept von GALDERMA Mit EXCIPIAL® PRO lanciert GALDERMA exklusiv für den Schweizer Markt eine neue Dermokosmetik-Linie mit Pflege- und Reinigungsprodukten für Gesicht, Körper und Hände. Die neue Linie besteht aus drei Produktgruppen, welche auf besondere Ansprüche der trockenen, empfindlichen Haut zugeschnitten sind und Schutz und Pflege im Alltag bieten. EXCIPIAL® PRO ist ab sofort exklusiv in Schweizer Apotheken und Drogerien erhältlich.

CH/EXC/0021/0220

Die Haut ist unser grösstes Organ und stellt die Verbindung dar zwischen unserem Körper und der Welt, die uns umgibt. Für unser Wohlbefinden und unser Selbstvertrauen spielt sie eine zentrale Rolle. Kein Wunder beschäftigt uns unsere Haut – besonders, wenn sie verrückt spielt. Und das tut sie offenbar relativ häufig. Denn gut die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer geben an, unter trockener und empfindlicher Haut zu leiden. Dies zeigt eine aktuelle und repräsentative Umfrage* in der Schweizer Bevölkerung. Nur eine gesunde, intakte Haut kann ihre Schutzfunktion wahrnehmen Mit den drei neuen Produktlinien Irritation Control, Dryness Control und Redness Control von EXCIPIAL® PRO stehen in Apotheken und Drogerien

ab sofort Produkte zur Auswahl, • EXCIPIAL® PRO IRRITATION CONTROL für trockene zu Juckreiz neigende Haut die gezielt auf die Herausforderungen und Anzeichen trockener und empfind- • EXCIPIAL® PRO DRYNESS CONTROL licher Haut eingehen und auf die jeweifür trockene und strapazierte Hände ligen Hautbedürfnisse zugeschnitten • EXCIPIAL® PRO REDNESS CONTROL sind. Denn nur eine gesunde und infür zu Rötungen neigende Haut takte Haut kann ihre Schutzfunktion wahrnehmen. Deshalb ist es wichtig, trockene, irritierte oder stark beanspruchte Haut besonders zu schützen, zu reinigen und zu pflegen. Betroffene Personen** haben die Produkte im Dezember 2019 getestet. Rund 9 von 10 Personen bewerten das Produkte als eher gut oder sehr gut. Das hervorragende Ergebnis kommt nicht von ungefähr, greift EXCIPIAL® PRO auf das Know-how und die Erfahrung des Hautspezialisten GALDERMA zurück.

CAWI-Interviews | November 2019 | >1000 Befragte | 18 bis 65 Jahre

*

**

CAWI-Interviews | Dezember 2019 | 200 Tester | 18 bis 65 Jahre


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MUSS ES LICHTSCHUTZ­FAKTOR 50 SEIN? Die Tage werden wieder länger und die Freizeitaktivitäten verlegen sich nach draussen: Jetzt wird ein richtiger Sonnenschutz besonders wichtig. Für jeden Kunden das passende ­Sonnenschutzmittel zu finden, ist nicht nur eine Frage des Hauttyps.

adobe.stock.com/yanadjan

Mit einer gezielten Beratung zum Sonnenschutz können die Drogerien und Apotheken bei der Kundschaft punkten. Nicht vergessen: die After-Sun-Pflege!

Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF oder SPF (englisch: Sun Protection Factor), gibt an, wie viele UV-BStrahlen bei richtiger Anwendung theoretisch die Haut erreichen. Ein Sonnenschutzmittel mit LSF 30 lässt also ungefähr einen Dreissigstel (3,3 Prozent) an UV-B-Strahlung zur Haut. Um den angegebenen Schutzfaktor zu erreichen, muss aber eine genügende Menge Sonnenschutzmittel aufgetragen werden. Laut Krebsliga Schweiz beträgt die ideale Auftragsmenge 2 mg/cm2, in der Realität wird oft zu wenig aufgetragen, stellt die Krebsliga fest1. Die Organisation empfiehlt, den Körper vor der Sonnenexposition zweimal einzucremen, am besten im Abstand von 15 Minuten. Damit verringert sich die Körperfläche, die ungenügend eingecremt wurde. Der Schutz wird mit einem zweiten Eincremen aber nicht verdoppelt. Eine andere Sichtweise, die im Drogeriealltag oft noch gebräuchlich ist, ist die Berechnung mit der Eigenschutzzeit und dem Hauttyp. Hierbei gilt die Faustregel, dass der LSF die Eigenschutzzeit um den angegebenen Faktor verlängert. Bei einem LSF 30 und dem Hauttyp 2 (Eigenschutzzeit ca. 20 Minuten) ergäbe sich eine Schutzzeit von 600 Minuten.

Die Krebsliga Schweiz rät jedoch, auch andere Faktoren zur Bestimmung des passenden LSF zu ­berücksichtigen und sich etwas vom Hauttyp loszulösen, da der eigene Hauttyp oft zu dunkel eingeschätzt wird und dies die Wahl des geeigneten Sonnenschutzmittels verfälscht. Andere Faktoren sind zum Beispiel die Intensität der UV-Strahlung (saisonal und lokal bedingt), der Aufenthaltsort (Berge, Wasser), die Dauer der Sonnenexposition sowie die individuelle Sonnenempfindlichkeit. Diese kann auch durch die Einnahme von Medikamenten oder temporäre Hautveränderungen (Neurodermitis, Psoriasis) verändert werden.

Gezielte Kundenberatung

In der Drogerie und Apotheke ist daher eine gezielte Kundenberatung nicht wegzudenken. Bei der Nachfrage eines Sonnenschutzmittels sollte genau abgeklärt werden, für welche Aktivität, welchen Ort und welche Dauer der gewünschte Sonnenschutz gedacht ist. Wenn eine Kundin oder ein Kunde in den Urlaub nach Bali reist, ist ein anderes Sonnenschutzmittel gefragt als bei einer Wande-


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rung in den Alpen. Für Andrea Masshardt, Drogistin in der Dropa Drogerie und Apotheke Thun, ist ein weiterer Punkt wichtig: «Wir fragen den Kunden auch, wie er sich zuvor geschützt hat und ob er mit seinen bisherigen Produkten zufrieden war.» So kann herausgefunden werden, ob der Schutzfaktor der richtige war und welche Produkteigenschaften dem Kunden wichtig sind, wie zum Beispiel die Galenik. «Den KATEGORIEN DER Kunden auf seine individuellen ­LICHTSCHUTZFAKTOREN Bedürfnisse zu beraten, zeichnet Der Lichtschutzfaktor LSF oder den Fachhandel aus», findet SPF (englisch: Sun Protection Andrea Masshardt. Factor) wird in vier Kategorien Oft sind sich die Kunden nicht eingeteilt, die laut der Europä­ sicher, welcher Lichtschutzfakischen Kommission auf den tor der passende ist und greifen Sonnenschutzpräparaten ver­ aus Unsicherheit zu einem Sonmerkt werden müssen. nenschutzmittel mit LSF 50. Ein Kategorie  LSF Präparat mit dem Faktor 25 hält Niedriger Schutz  6/10 bereits etwa 97 Prozent der UVMittlerer Schutz 15/20/25 B-Strahlen ab, eines mit Faktor Hoher Schutz 30/50 50 ungefähr 98 Prozent. Es ist Sehr hoher Schutz  50+ also nicht in jedem Fall zwin-

gend nötig, ein Sonnenschutzpräparat mit dem höchsten Faktor zu empfehlen – denn je höher der Wert, desto grösser ist auch die Menge der Filtersubstanzen und damit die Belastung der Haut. Umso mehr Wert legt Andrea Masshardt auf die korrekte Menge des verwendeten Sonnenschutzmittels. «Immer wieder stellt sich im Gespräch heraus, dass die Kunden eine zu geringe Menge der Sonnencreme auftragen. Gerne betone ich, damit nicht sparsam zu sein.» Sonst kann auch das beste Produkt nicht vor einem Sonnenbrand schützen.

Chemische und physikalische Filter

In Sonnenschutzmitteln gibt es zwei verschiedene Filterarten, häufig wird eine Kombination aus beiden verwendet, um einen breiten Schutz gegen UV-Strahlen zu gewährleisten. Chemische, auch organische Filter genannt, dringen in die Haut ein und wandeln die UV-Strahlen in Wärme um. Sie sollten 20 bis 30 Minuten vor der Sonnenexposition aufgetragen werden. Physikalische oder mineralische Filter bleiben hingegen auf der Haut und reflektieren die Sonnenstrahlen, ähnlich ei-

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nem Spiegel. Sie werden daher gerne für Kindersonnenschutzmittel und in der Naturkosmetik verwendet. Zurzeit sind in der Schweiz zwei mineralische Filtersubstanzen zugelassen, Titandioxid und Zinkoxid2. Physikalische Filter können Nanopartikel enthalten. Durch die geringe Partikelgrösse wird der Weisseffekt des Sonnenschutzpräparates vermindert – die Sonnencreme ist beinahe transparent. Für Anwenderinnen und Anwender ist dies ein wichtiges Kaufargument. Seit jüngster Zeit lösen Nanopartikel in kosmetischen Produkten Unruhe aus, da gemutmasst wird, ob sie aufgrund ihrer kleinen Grösse von

ALEXANDER LOCHER, NATIONALER VERKAUFSLEITER LIFEFORCE GMBH, ROTKREUZ

«Wir verspürten einen gewissen Druck von aussen, dass ein höherer Lichtschutz­ faktor verlangt wird.» zVg

der Haut aufgenommen werden können – laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist dies nach heutigem Wissenstand jedoch nicht belegt2.

UV-Schutz gesetzlich geregelt

Bei einem so wichtigen Thema wie dem Sonnenschutz sind klare und verlässliche Informationen auf den Packungen für die Kundschaft unerlässlich. Das BAG gewährleistet, dass die UV-Versprechungen, die auf den Sonnenschutzmitteln gemacht werden, auch eingehalten werden: Alle Produkte mit UV-Filter, die man in der Schweiz erwerben kann, müssen den gesetzlichen Anforderungen der Lebensmittel- und Gebrauchsgegenständeverordnung (LGV) entsprechen2. Der angegebene Lichtschutzfaktor auf der Packung bezieht sich auf die UV-B-Strahlen – da aber ein Schutz gegen die UV-A-Strahlen ebenso wichtig ist, empfiehlt sich ein Sonnenschutzmittel, wel-

ches auch das UV-A-Signet trägt. Der Schutz gegen UV-A-Strahlen muss mindestens einem Drittel des angegebenen LSF (für UV-B-Strahlen) entsprechen.

Ändernde Nachfrage bei Sonnenschutzmitteln

Der Bedarf nach Sonnenschutzmitteln hat sich insofern verändert, als der Lichtschutzfaktor immer bedeutsamer und kaufrelevanter wird. Die Nachfrage nach LSF 50+ ist seit einigen Jahren stärker geworden. Dies bestätigt Alexander Locher, nationaler Verkaufsleiter der Lifeforce GmbH, Rotkreuz. Erst 2018 brachte der Hersteller ein Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 50 auf den Markt. «Wir verspürten einen gewissen Druck von aussen, dass ein höherer Lichtschutzfaktor verlangt wird», sagt Alexander Locher. Davor arbeitete die Firma nur mit LSF 15 und 25, das habe gut geklappt: «Unsere Produkte sind auch beim Profisport, zum Beispiel beim Golf, Velofahren, Wandern, Rudern und bei anderen Wassersportarten äusserst beliebt. Selbst bei starker UV-Belastung, wie sie auf dem Wasser herrscht, reicht ein Sonnenschutzmittel mit LSF 25 in der Regel aus», so der Verkaufsleiter. Wichtig ist unter solchen Bedingungen natürlich das Nachcremen beziehungsweise Nachsprayen. Viele Konsumenten sehen nicht hinter das Konzept Lichtschutzfaktor und greifen aus Unsicherheit lieber zu einem hohen Sonnenschutz. Für eine gesunde, intakte Haut ist aber nicht nur der Sonnenschutz essenziell, sondern auch die Pflege danach. Für Alexander Locher ist daher wichtig, dass in der Drogerie auch die After­-SunPflege nicht zu kurz kommt und aktiv ins Kundengespräch integriert wird. | Alexandra Burri Quellen: 1 Faktenblatt «Sonnenschutz bei Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren», Krebs­ liga Schweiz, 2017 2 www.blv.admin.ch/blv/de/home/gebrauchsgegenstaende/kosmetikaschmuck/kosmetika/sonnenschutzmittel.html (letzter Zugriff am 3.2.2020) 3 Faktenblatt «Vitamin D und Sonnenstrahlung», Bundesamt für Gesundheit, 2017

WIE VIEL SONNENLICHT BRAUCHT DIE VITAMIN-D3-SYNTHESE? Cholecalciferol – Vitamin D3 – ist ein Vitamin, das der Mensch mithilfe von UV-Strahlen selbst produzieren kann. Es trägt zur Erhaltung von Kno­ chen und Muskeln bei, im Kindesalter ist es besonders bedeutsam zur Prävention von Rachitis. Um genügend Vitamin D3 produzieren zu können, ist Sonnenlicht unabdingbar. Doch die Balance zwischen einem gesunden Umgang mit der Sonnenexposition und einer genügenden Vitamin-D3Synthese ist schwierig. In wissenschaftlichen Kreisen wird seit mehreren Jahren diskutiert, ob die Vitamin-D3-Aufnahme durch Sonnenschutzmit­ tel beeinträchtigt wird. Die bisherigen Studien sind widersprüchlich, einige belegen die verminderte Cholecalciferol-Aufnahme, andere sehen kei­ nen Zusammenhang. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) konnte 2017 belegen, dass es möglich ist, genügend Vitamin D3 aufzunehmen, ohne ein Sonnenbrandrisiko einzugehen3. Zudem erwähnt das BAG, dass vor allem im Spätherbst, Winter und zum Frühlingsbeginn die Sonne zu schwach scheint, um Vitamin D3 zu produzieren. In dieser Zeit können Supplementierungen mit Nahrungsergänzungen sinnvoll sein.


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MIT GESUNDEM LEBENSSTIL ­OSTEOPOROSE VORBEUGEN Wer bis ins hohe Alter ein starkes und stabiles Skelett hat, reduziert sein Risiko für Frakturen drastisch. Um den Knochen zu stärken und so das Risiko einer Osteoporose zu senken, führt kein Weg an körperlicher Aktivität und an Calcium-, Vitamin-D- und proteinreicher Ernährung vorbei.

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Knochen bestehen aus metabolisch aktivem Gewebe und müssen mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Besonders wichtig: Calcium.

Etwa ab dem vierzigsten Lebensjahr setzt der Abbau der Knochenmasse ein; in der Folge geht jedes Jahr rund ein Prozent verloren. Für lebenslang starke Knochen ist die optimale Unterstützung der Aufbauphase in der Kindheit enorm wichtig. So zeigt eine Studie, dass sich körperliche Betätigung bei Kindern und Jugendlichen positiv auf den Knochen auswirkt1. Zusätzlich sollte der Knochen ein Leben lang ausreichend mit Nahrungsenergie, Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden. Aufgrund des Östrogenrückgangs mit der Menopause nimmt die Knochendichte bei vielen älteren Frauen ab. Gemäss der Rheumaliga Schweiz sind hier-

zulande rund 400 000 Personen von einer Osteoporose betroffen. Die Wahrscheinlichkeit, ab 50 einen Knochenbruch infolge Osteoporose zu erleiden, liegt bei Frauen bei 51 Prozent und bei Männern bei 20 Prozent2. Gemäss Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) liegt bei einem Verlust der Knochendichte von über 25 Prozent eine Osteoporose vor, bei einer Verlustrate von 10 bis 25 Prozent spricht man von einer Osteopenie, einer Vorstufe der Osteoporose. Eine sekundäre Osteoporose kann im Zusammenhang mit Grund­ erkrankungen wie entzündlichen Rheumaformen, chronischen Darmerkrankungen, Knochentumo-


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ren oder Metastasen auftreten. Auch Medikamente wie Cortisonpräparate, Heparintherapien und endokrine Therapien bei Prostata- oder Brustkrebs, Chemotherapien, gewisse Refluxmittel, Antiepileptika sowie Immunsuppressiva und Schilddrüsenhormone beeinflussen die Knochendichte negativ. Des Weiteren erhöht ein übermässiger Alkohol- und Nikotinkonsum das Risiko für Osteoporose und Frakturen, wie mehrere Studien beweisen3,4.

Den Knochen nähren

Neben genetischen Faktoren bestimmt der Lebensstil massgeblich die Knochengesundheit, da es sich um lebendes und metabolisch aktives Gewebe handelt. Einer der wichtigsten strukturellen Bestandteile des Knochens ist Calcium. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) benötigen Jugendliche täglich 1200 mg, Erwachsene ab 20 Jahren 1000 mg Calcium5. Bereits mit einem Becher Joghurt ist ein Viertel des Tagesbedarfs abgedeckt. Gute Calciumlieferanten sind nebst Milchprodukten Kohl, Spinat, Tofu, Nüsse, Sesam- und Mohnsamen sowie einige Mineralwässer. Es gibt jedoch auch Lebensmittel, welche die Einlagerung von Calcium in den Knochen erschweren. Dazu gehören beispielsweise phosphathaltige Nahrungsmittel, wie etwa Fertiggerichte, Fast Food, Chips, Süssgetränke, Schmelzkäse, Schweinefleisch und Wurst. Calcium wird mithilfe von Vitamin K2 und Vitamin D im Dünndarm absorbiert. Ersteres befindet sich vor allem in tierischen und fermentierten Lebensmitteln wie Poulet, Leber, Eigelb, gewissen Käsesorten, Buttermilch oder

Entwicklungsstadien einer Osteoporose.

Sauerkraut. Fette Fische sowie Butter, Eigelb, Pilze und Lebertran enthalten Vitamin D. Den grössten Teil des Tagesbedarfs stellt der Körper in den sonnenreichen Monaten mithilfe von Sonnenlicht her. Dafür reicht eine 20-minütige Sonnenexposition dreimal die Woche. Da Betagte oft einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, ist die Supplementierung ab 60 Jahren von Vorteil. Eine Studie zeigte, dass sich so die Frakturrate um 19 Prozent reduzieren lässt6. Eine weitere wichtige Voraussetzung für gesunde Knochen liegt in einer proteinreichen Ernährung. Dabei muss es sich nicht nur um tierische Proteine handeln, auch pflanzliche Eiweisse bieten eine gute Alternative. Zu berücksichtigen gilt auch, dass ein sehr hoher Eiweisskonsum bei niedriger Calciumzufuhr in einer negativen Calciumbilanz resultiert, weil das nötige Calcium aus den Knochen bezogen wird7. Neben Milchprodukten sind Nüsse, Hülsenfrüchte und Fisch gute Proteinquellen. Die SGE empfiehlt Erwachsenen, pro Kilogramm Körpergewicht täglich rund 0,8 g Eiweiss zu sich zu nehmen. Bei Kindern zwischen 4 und 13 Jahren liegt der entsprechende Bedarf bei 0,9 g und bei den über 65-Jährigen bei 1,0 g.

Stark durch Bewegung

Eine wissenschaftliche Untersuchung wies nach, dass sich bei Kindern eine höhere Proteinzufuhr in Kombination mit Bewegung positiv auf den Knochenmineralgehalt auswirkte8. Womit gleich die vierte wichtige Säule der Osteoporose-Prophylaxe angesprochen wäre. Mehrere Studien beweisen, dass sich der Knochenabbau mit gezielter Bewegung

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bremsen und die Knochendichte sogar erhöhen lässt. Nachdem Probanden im Rahmen einer Studie vier Stunden pro Woche in flottem Tempo marschierten, reduzierte sich ihre Hüftfrakturrate um rund 40 Prozent9. Mässig bis hoch intensives, aerobes Training unter Belastung wie rasches Gehen, Wandern, Treppensteigen oder Joggen sowie intensives, progressives Widerstandstraining mithilfe von Gewichten und unter Belastung stattfindende Bewegungen wie Hüpfen und Springen erhöhten gemäss einer Studie die Knochendichte um 1 bis 4 Prozent pro Jahr bei prä- und postmenopausalen Frauen10. Findet die Aktivität draussen statt, kann gleichzeitig das Vitamin-D-Depot aufgefüllt werden. Bleibt trotz all dieser Massnahmen die Knochendichte tief, so können Medikamente zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt werden. Am häufigsten kommen dabei sogenannte Bisphosphonate

Viel Bewegung erhöht nachweislich die Knochendichte.

zum Zug. Diese aktivieren die knochenaufbauenden Zellen und bewirken eine leichte Zunahme der Knochendichte. Der Calcium-, Vitamin-D- und Vitamin-K2-Mangel kann mit entsprechenden Präparaten aufgefangen werden. Last, but not least sollte eine zu hohe Säurebelastung in der Ernährung vermieden werden, da der Knochen zur Regulation des Säure-Basen-Haushalts Mineralstoffe als Puffer zur Verfügung stellt11. | Stephanie Weiss Quellen: 1 Bass SL, Saxon L, Daly RM, Turner CH, Robling AG, Seeman E et al. The ef­ fect of mechanical loading on the size and shape of bone in pre-, peri-, and postpubertal girls: a study in tennis players. J Bone Miner Res. 2002 Dec;17(12):2274-80 2 www.rheumaliga.ch/assets/doc/ZH_Dokumente/Broschueren-Merkbla­ etter/Krankheitsbilder/Osteoporose.pdf 3 Kanis JA, Johansson H, Johnell O, Oden A, DeLaet C, Eisman JA et al. Alco­ hol intake as a risk factor for fracture. Osteoporos Int. 2005 Jul;16(7):73742. 4 Kanis JA, Johnell O, Oden A, Johansson H, DeLaet C, Eisman JA et al. Smo­ king and fracture risk: a meta-analysis. Osteoporos Int. 2005 Feb;16(2):15562 5 www.sge-ssn.ch/media/merkblatt_ernaehrung_und_osteoporo­ se_2011.pdf 6 www.bmj.com/content/339/bmj.b3692.abstract 7 Prof. Rainer Bartl, Kursbuch Osteoporose, Südwest Verlag, 2007 8 Chevalley T, Bonjour JP, Ferrari S, Rizzoli R.High-protein intake enhances the positive impact of physical activity on BMC inprepubertal boys. J Bone Miner Res. 2008 Jan;23(1):131-42 9 Feskanich D, Willett W, Colditz G. Walking and leisure-time activity and risk of hip fracture in postmenopausal women. JAMA. 2002 Nov 13;288(18):2300-6. 10 Martyn-St James M, Carroll S. Effects of different impact exercise modali­ ties on bone mineral density in premenopausal women: a meta-analysis. J Bone Miner Metab. May;28(3):251-67. 11 www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2012/daz-46-2012/ba­ sensupplemente-fuer-starke-knochen

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DEM SCHMERZ AUF DEN ZAHN FÜHLEN Zahnschmerzen können einem den Tag ganz schön verderben, besonders wenn sie immer wiederkehren. Eine umfassende langfristige Beratung stärkt die Kundenbindung und fördert den Austausch – für die Drogerie kann es sich lohnen, eine Zusammenarbeit mit dem lokalen Zahnarzt zu suchen.

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Ein schmerzender Zahn kann auch anderswo im Körper Symptome auslösen – ganzheitliche Therapien berücksichtigen solche Zusammenhänge.

Zahnschmerzen werden meistens als pochend, stechend oder ziehend beschrieben und können in den gesamten Kieferbereich ausstrahlen. Kalte oder warme Speisen oder Getränke sowie Süsses oder Saures lassen die Beschwerden häufig schlimmer werden. Die meisten Zahnschmerzen entstehen aufgrund freiliegender Zahnhälse oder einer beginnenden Karies. Weitere Ursachen können Erkrankungen des Zahnfleischs, des Zahnhalteapparats oder eine Entzündung der Zahnwurzel sein. Aber auch ­Erkältungen, Kopf- oder Ohrenschmerzen sowie Erkrankungen im Kieferbereich können Zahn-

schmerzen verursachen. Wichtig ist bei Zahnschmerzen vor allem eine saubere Triage. So gilt die «Schmerzregel» auch bei Zahnschmerzen: Bessern sie nach drei Tagen nicht, sollten sie von einem Zahnarzt überprüft werden.

Was hilft bei Zahnschmerzen?

Schmerzmittel sind keine Wundermittel, können aber die Zeit bis zum Zahnarzttermin überbrücken helfen. Da Zahnschmerzen in der Regel aufgrund einer Entzündung entstehen, sollte bei der Empfehlung des Schmerzmittels stets darauf geachtet werden, dass dieses nebst der schmerzstillenden


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eine entzündungshemmende Wirkung besitzt. In der Regel empfiehlt sich aufgrund des verhältnismässig günstigen Nebenwirkungsprofils Ibuprofen, es kann aber auch auf Acetylsalicylsäure (ASS) oder Diclofenac ausgewichen werden. Handelt es sich bei der Ursache nicht um freiliegende Zahnhälse, rät es sich auch, den Mund zu kühlen – direkt mit Eis oder mit kühlenden Gels, Sprays oder Mundspülungen. Das Sortiment der Drogerie bietet hier zahlreiche Möglichkeiten aus der Schulund der Komplementärmedizin, die auch ergänzende Wirkungen haben. So gibt es eine Vielzahl von Pflanzen, die entzündungshemmend und beruhigend wirken, beispielsweise Knoblauch, Kamille, Myrrhe, Echinacea, Salbei, Kapuzinerkresse, Teebaum oder die Nelke.

Zahnschmerzen vorbeugen

Zahnarztrechnungen müssen in der Schweiz selbst bezahlt werden. Das kann je nach Einkommen dazu verführen, den Besuch beim Zahnarzt zu lange hinauszuzögern. Doch dies rechnet sich letztlich selten. Denn je länger Zahnschmerzen in der Regel mit Schmerzmitteln und Ähnlichem unterdrückt werden, desto schlimmer und teurer wird es letztlich oft. Im Rahmen der Beratung sollte man den Kunden deshalb immer nach seinem letzten – und allenfalls nach seinem nächsten geplanten – Zahnarztbesuch fragen oder ihn auf die Wichtigkeit der Zahnkontrolle aufmerksam machen. Denn regelmässige Kontrollen helfen, Zahnprobleme frühzeitig zu erkennen und behandeln zu können. Im Weiteren sollte man optimalerweise die Zahnzwischenräume und die Zunge täglich reinigen sowie auf eine «zahngesunde», ausgewogene Ernährung achten. Lebensmittel, die stark gekaut werden müssen, regen die Speichelproduktion an – dies wiederum unterstützt die Zahnreinigung, denn zahnschädigende Säuren in der Nahrung werden durch den Speichel neutralisiert. Zudem sollte man möglichst wenig zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke konsumieren und nach säurehaltigen Nahrungsmitteln wie beispielsweise Obst oder Fruchtsäften nicht gleich die Zähne putzen, sondern den Mund erst mit Wasser spülen.

ein geschwächtes Immunsystem kann sich in Form von Aphthen äussern. Ganzheitliche Zahnärzte betrachten ihre Kunden deshalb immer als Ganzes und versuchen alle diagnostischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Eine Drogerie, die vor etwas mehr als einem Jahr eine Zusammenarbeit mit dem lokalen Zahnarzt begonnen hat, ist die Drogerie zum Chrüterhüsli in Basel. Die auf Komplementärmedizin spezialisierte Drogerie startete ihre Zusammenarbeit mit Dr. med. dent. David Siegenthaler zwar eher zufällig, ist heute aber sehr zufrieden damit. «Wir wurden von Doktor Siegenthaler angefragt, ob wir Lust hätten, mit ihm zusammenzuarbeiten. Und stiegen gerne auf das Angebot ein. Auch wenn dies zu Beginn einiges an Mehraufwand bedeutet, lohnt es sich für uns auf jeden Fall», ist die Verkaufsleiterin der Drogerie, Corinne Wüthrich, überzeugt. Wichtig seien das beidseitige Verständnis für die jeweiligen Anliegen und ein reger Austausch der gemachten Erfahrungen. Es gelte, das Sortiment sorgfältig zu definieren und laufend anzupassen. Für die Drogerie sei die Zahnarztpraxis auch ein spannender Ort, um mit Flyern und Ratgebern zu werben – denn wo hat man mehr Zeit zum Lesen als im Wartezimmer? «Wer eine Zusammenarbeit beginnen will, sollte sich auf jeden Fall das Heilmittelgesetz ausführlich zu Gemüte führen. Dies schränkt den Vertrieb doch stark ein, weshalb wir uns letztlich auf Nahrungsergänzungsmittel konzentriert haben», erklärt die dipl. Drogistin HF. Sie lege grossen Wert darauf, rechtlich korrekt vorzugehen, um die Zusammenarbeit auch langfristig fortsetzen zu können. Die Nahrungsergänzungsmittel aus der Drogerie empfehle der Zahnarzt im Rahmen seiner Behandlung insbesondere zur Ausleitung von Schwermetallen. Dementsprechend hoch sei auch die Compliance der Patienten. Das Chrüterhüsli setzt in seinem Geschäftsmodell fast ausschliesslich auf Hausspezialitäten. «Denn dank unseren Hausspezialitäten und unserem Web-Auftritt haben wir eine breite und treue Kundschaft aus allen Regionen und können uns entsprechend profilieren», bilanziert Corinne Wüthrich. | Flavia Aeberhard

Zahnärzte und die Komplementärmedizin

Es gibt immer mehr Zahnärzte, die ihren Kunden eine ergänzende komplementärmedizinische Therapie empfehlen. Besonders, weil gesundheitliche Probleme ihre Ursache nicht immer am Ort der Störung haben. So kann ein erkrankter Zahn beispielsweise Symptome in Gelenken auslösen, oder

ZUSATZINHALTE ENTDECKEN! Die Schweizerische Gesellschaft für Ganz­ heitliche Zahnmedizin (SGZM) führt auf ih­ rer Webseite eine Liste mit ganzheitlich ar­ beitenden Zahnärzten.


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