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Grundlagen

Terminologie

Tipps von den Profis Terminologiearbeit von Anfang an richtig aufsetzen


Grundlagen Terminologie

Von Terminologiemanagement profitiert das gesamte Geschäftsumfeld Von Diana Brändle

Terminologiemanagement unterstützt alle, die zur Erledigung ihrer Aufgaben die Unternehmenssprache nutzen. Und es unterstützt alle Bereiche des Geschäftslebens, in denen die fachliche Kommunikation nicht nur auf eine einzige Sprache beschränkt ist. Indem ein Begriff (z. B. ein Produkt, eine Funktion oder ein Teil) definiert und ihm pro Sprache nur eine erlaubte Benennung zugewiesen wird, kann ein Unternehmen sicherstellen, dass alle, die am Kommunikationsprozess beteiligt sind, sich eindeutig ausdrücken und einheitliche Bezeichnungen verwenden; unabhängig davon, um welche Abteilung, welches Fachgebiet oder welche Textart es sich handelt. Eine einheitliche und klare Unternehmenssprache bietet über die häufig erwähnten positiven Auswirkungen hinaus, die sie auf Marketing und Verkauf ausübt, noch vielfältige weitere Vorteile. Zum Beispiel:

Für die Zollabteilung Keine Probleme mehr mit Exportgütern am Zoll, da die Terminologie in der Produktdokumentation und auf Aufklebern einheitlich ist.

Für die Rechtsabteilung Produkte und ihre Dokumentation entsprechen den gesetzlichen Anforderungen wie z. B. der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG.

Für Forschung & Entwicklung Eindeutige und einheitliche Benennungen über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes oder einer Dienstleistung hinweg sind möglich, wenn Begriffe von Anfang an - also bereits während des Entstehungsprozesses - definiert werden.

Für die Normung / Qualitätssicherung Die Verwendung genormter und einheitlicher Terminologie ist eine Voraussetzung für die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen und Normen. Die neue Norm IEC 82079-1, die die DIN EN 62079 “Erstellen von Anleitungen” voraussichtlich ablösen wird, enthält z. B. folgende Aussage: “Konsistente Terminologie muss in den Anleitungsmaterialien angewendet werden, ob in der Anleitung selbst, auf der Verpackung, in anderen zusätzlichen Materialien und auf dem Produkt selbst.”

Effizienteres Übersetzen Schnellere Lieferung von Übersetzungen, einfachere Qualitätskontrolle und niedrigere Übersetzungskosten durch höhere FuzzyMatch-Raten.


Terminologietools - warum Excel oder Word nicht ausreichen Von Diana Brändle

Excel kann durchaus für die Erfassung terminologischer Daten als Hilfsmittel genutzt werden. Sobald ein Unternehmen aber plant, Terminologiearbeit professionell anzugehen, wird sich zwangsläufig die Frage nach einem System stellen, das mit großen Terminologiebeständen für mehrere Verfasser und Übersetzer in einer verteilten Umgebung umgehen und folgende Funktionen anbieten kann: • Zuweisen eines Verwendungsstatus wie z. B. Vorzugsbenennung oder verbotene Benennung zu einem Terminus. • Filtern terminologischer Daten nach bestimmten Kriterien wie Fachgebiet und Sprachen. • Hinzufügen von Abbildungen, bibliographischen Informationen und Quellenangaben. • Erstellen von Querverweisen zwischen Begriffen oder Benennungen. • Aufzeichnen von Metadaten wie Anlagedatum des Eintrags, Benutzer, Änderungsdatum etc. • Festlegen von Lese- und Schreibberechtigungen für den Zugriff auf bestimmte terminologische Daten. • Bereitstellen terminologischer Daten im Intraoder Internet. • Verwenden terminologischer Daten mit anderen Tools und Schnittstellen wie Autorensystemen, Sprachprüfprogrammen und TranslationMemory-Software. Ein Tabellenkalkulationsprogramm wie Excel kann den Anforderungen, die ein professionelles Terminologiemanagement an ein Tool stellt, nicht gerecht werden. Als Hilfsmittel erfüllt Excel - sofern richtig verwendet - einen guten Zweck, eine Alternative zu einem Terminologieverwaltungssystem kann und wird es niemals sein.

Textverarbeitungsprogramme wie MS Word oder Tabellenkalkulationsprogramme wie MS Excel mögen ausreichend erscheinen, um Unternehmensterminologie zu erfassen. Tatsächlich können diese Tools in manchen Fällen zum Erfassen von Terminologie eingesetzt werden - allerdings vorausgesetzt, dass die Grundregeln der Terminologiearbeit eingehalten werden.


Grundlagen Terminologie

Tipps von Silvia Cerrella Bauer

Die Einführung eines Terminologiemanagements kann auf Widerstand stoßen. Daher ist eine gute Planung mit klar definierten Zielen unbedingt erforderlich. Dazu gehört, dass die Gründe, weshalb Terminologiemanagement eingeführt werden soll, aufgezeigt und die Problembereiche, die davon profitieren würden, spezifiziert werden. Eine klare Zielsetzung ist unerlässlich. Jedes Terminologieprojekt sollte quantitativ und qualitativ messbare Ziele beinhalten. Berücksichtigen Sie also bei der Planung Ihres Terminologieprojekts folgende Punkte:

• Stellen Sie ein Projektteam zusammen, in dem nicht nur alle betroffenen internen Geschäftsbereiche vertreten sind, sondern auch Stellvertreter anderer Standorte, sofern vorhanden. • Beschreiben Sie genau, wie Terminologiemanagement in die (aktuellen oder künftigen) Arbeitsprozesse der Zielgruppen und Anwender integriert sein wird. • Belegen Sie Ziele, die mit einer Steigerung der Qualität verbunden sind, mit harten Fakten. • Wenden Sie die SMART-Methode an, um Ihre Projektziele zu formulieren: SMART steht für “spezifisch, messbar, aktionsorientiert, realistisch und terminierbar” und ist eine im Projektmanagment häufig anzuwendende Methode.

• Arbeiten Sie zumindest zwei Szenarien für die Einführung eines Terminologiemanagements aus: mit niedrigeren oder höheren Investitionen bzw. mit einem kürzer oder länger kalkulierten Zeitraum bis zur Erzielung der erwarteten Ergebnisse. • Nehmen Sie sich die Zeit, um herauszufinden, weshalb aus Ihrer Sicht, aber auch aus der Sicht anderer Anwender und Zielgruppen Bedarf an Terminologiemanagement besteht. • Stellen Sie sicher, dass Terminologiemanagement so früh wie möglich im Produktions- und Dokumentationserstellungprozess integriert wird, so dass nahtlose Übergänge zwischen Texterstellung, Design und Übersetzung geschaffen werden können. • Fangen Sie bei allen Projekten klein an (z. B. mit einem Pilotprojekt zur Terminologie eines bestimmten Produkts oder einer bestimmten Dienstleistung oder mit einem Projekt mit anfangs bescheidenem Budget oder Produktionsvolumen). • Definieren Sie Zwischenziele als Meilensteile für kurzfristige und langfristige Projektziele. • Dokumentieren Sie die Vorteile für möglichst viele Anwender und Zielgruppen. • Streben Sie nicht nach Perfektion, sondern setzen Sie sich für Kontinuität ein.


Tipps von Diana Brändle

Unabhängig davon, ob Sie bei Null mit Terminologiearbeit anfangen oder eine neue Phase für die Terminologiearbeit in Ihrer Organisation einläuten möchten, die folgende Liste mit grundlegenden Tipps und Best Practices soll Ihnen den Einstieg erleichtern und Vorgehensweisen aufzeichnen:

• Machen Sie sich Ihre Ziele klar (Warum wollen oder müssen Sie Ihre Terminologie verwalten? Was wollen Sie erreichen, was wollen Sie verbessern oder in Zukunft vermeiden?). • Überprüfen Sie, welche Terminologiesammlungen (z. B. Wörterbücher, Listen, Glossare etc.) es bei Ihnen bereits gibt, in welchen Formaten, Umfängen, Sprachen, in welcher Qualität sie vorliegen und von welchen Quellen sie stammen. • Prüfen Sie, welche Sprachen / Gebietsschemata (z. B. amerikanisches vs. britisches Englisch) Sie abdecken wollen. • Berücksichtigen Sie bestehende Systeme sowie andere Tools und Schnittstellen. • Überprüfen Sie, wie viele und welche Art von Informationen Sie für Ihre Terminologiesammlung benötigen (z. B. Definition, Fachgebiet, Unternehmensbereich, Quelle, Abbildung) • Analysieren Sie, welches Projekt, welches Fachgebiet, welche Textsorte, Sprache usw. Priorität hat. Stellen Sie klar, wer mit einbezogen werden muss und holen Sie sich Unterstützung. • Wenn Sie Daten eingeben bzw. bearbeiten, stellen Sie sicher, dass Sie die Grundregeln der Terminologiearbeit wie Begriffsorientierung und Benennungsautonomie einhalten. Halten

Sie sich an vorhandene (Redaktions-) Leitfäden oder erstellen Sie Styleguides. • Prüfen Sie, ob Ihre Organisation über das erforderliche Wissen verfügt, um Terminologieprozesse selbst einführen zu können, bzw. ob Bedarf an Schulungen oder evtl. externer Unterstützung besteht. • Erstellen Sie einen Projektplan: Wer macht was, wann, wie?


Diana Brändle Diana Brändle war nach ihrem Studium zur Diplomübersetzerin für Russisch und Englisch (Diplomarbeit über terminologische Eintragsstukturen) zunächst als freiberufliche Übersetzerin tätig, bevor sie über 7 Jahre als angestellte Terminologin bei der Audi Akademie GmbH arbeitete. Seit 2005 unterstützt sie mit dbterm terminologieservice kleine und große Unternehmen

in allen Belangen rund um Terminologiearbeit und betätigt sich in der Aus- und Weiterbildung von Terminologen. Sie ist zertifizierte Trainerin für den ECQA Certified Terminology Manager, Mitglied des Internationalen Terminologienetzes TermNet und der Loctimize Group sowie Fachbeirätin des Deutschen Instituts für Terminologie (DIT e.V.)

Silvia Cerrella Bauer cbmultilingual-Gründerin und -Geschäftsinhaberin Silvia Cerrella Bauer ist Expertin für Sprachdienstleistungen und mehrsprachige Kommunikation. Sie ist diplomierte Konferenzdolmetscherin sowie Architektin ETH und hat sich in den Bereichen Unternehmenskommunikation und Betriebswirtschaft weitergebildet. In den vergangenen 14 Jahren hat Silvia umfangreiche

Erfahrung in verschiedenen Managementpositionen in der Sprachindustrie gesammelt, sowohl auf Kunden- als auch auf Anbieterseite. Derzeit bekleidet sie das Amt der Vizepräsidentin im Vorstand des Schweizerischen Übersetzer-, Terminologen- und Dolmetscher-Verbands (ASTTI). Als ECQA-zertifizierte TerminologieTrainerin hat sie zahlreiche Schulungen zur Zertifizierung als ECQA Certified Terminology Manager – Basic durchgeführt.

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