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Juli 2011

ScieNews Das Magazin der btS

Spitzenforschung mit Zukunft btS aktuell

Wissenschaft

Die btS in der fr채nkischen Schweiz

Wissen, was drin ist


Let’s talk...

...about Life Sciences! Cutting-Edge Technologies in Molecular Life Sciences

Scientific Congress

For Students. By Students. Participate and win the Oncotherm Award (500 €) Apply on: www.ScieTalk.btS-eV.de Abstract submission deadline: 31st of July

ScieTalk NRW 2011 23rd of November Schloss Münster Start at 10 am Kindly supported by:

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Editorial

ScieNews Das Magazin der btS Liebe Leser, in dieser Ausgabe stehen die Wissenschaftler von morgen im Mittelpunkt: Zum einen blicken wir zufrieden auf den zweiten btS-Wissenschaftskongress ScieTalk zurück und zum anderen stellen wir Euch den internationalen Forschungswettbewerb iGEM vor. Natürlich berichten wir wie immer auch über weitere btS-Projekte sowie über spannende Themen aus Studium, Wissenschaft und Beruf. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf Euer Feedback! Euer ScieNews-Team

Das Wichtigste im Überblick Spitzenforschung mit Zukunft Rückblick auf den ScieTalk Göttingen 2011............................................................................4 Kick-off für die Karriere Rückblick auf die 2. btS BIO.NRW (PhD) Student Convention...................................................5 Die btS in der fränkischen Schweiz Rückblick auf das btS-Wochenende in Pottenstein..................................................................6 In geselliger Runde Perspektiven erweitern Alumni & Friends-Treffen in Köln.........................................................................................7 Forschen und Reisen Auslandspraktikum in Australien..........................................................................................8 Wissen, was drin ist Synthetische Biologie im Alltag...........................................................................................9 Laborhocker gegen Bürostuhl Freund im Alumni-Netzwerk..............................................................................................10 Schluss (mit lustig)...........................................................................................................11

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Spitzenforschung mit Zukunft Rückblick auf den ScieTalk Göttingen 2011 Verena Pianka, btS Braunschweig Nach dem Erfolg des ersten ScieTalks 2010 in Heidelberg gab es nun die zweite Auflage des Life Sciences Kongresses der btS. Unter dem Thema ‚Approaches in Molecular Biology and Experimental Medicine‘ fand der ScieTalk diesmal in Göttingen statt.

Der ScieTalk bietet interessierten Life Sciences Studenten und Doktoranden einen Einblick in Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler anderer Institutionen und gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, sich in einem Vortrag oder in Form eines Posters im professionellen Präsentieren zu üben. Das Besondere des Kongresses ist das persönliche Feedback für jeden einzelnen Teilnehmer. Neben einer kompetenten Jury mit Vertretern aus Wirtschaft und Forschung kann auch das Publikum wertvolle Tipps und Anregungen anmerken, wie Präsentation oder Poster in Zukunft zum Beispiel noch eindrucksvoller gestaltet werden können. Am 8. Juni 2011 zog es Studenten und Doktoranden vieler verschiedener Institute nach Göttingen, teilweise auch von weit her. „Ich bekam eine Info-Mail während meines Amerika-Aufenthalts und dachte sofort daran teilzunehmen. Da ich noch nie ein professionelles Poster erstellt habe, entschied ich mich für die Poster-Kategorie. Das war eine super Gelegenheit!“, berichtete Veena Jagannathan aus Göttingen. Die Vorträge geben den Teilnehmern die Möglichkeit, einmal selbst die Bühne der Wissenschaft zu betreten, statt nur Zuhörer zu sein. „Ich bin viel auf Kongressen unterwegs, doch diesmal konnte ich meine eigene Forschungsarbeit vortragen! Als ich vom ScieTalk erfahren habe, beschloss ich sofort einen Talk zu halten. Das motiviert mich!“, sagte Hannes Voßfeldt aus Aachen begeistert. Ergänzt wurde das Pro-

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Die Gewinner des ScieTalks Göttingen

gramm durch einen Vortrag über die akademischen Karrieremöglichkeiten für Naturwissenschaftler und durch zwei Fachvorträge von renommierten Professoren der Georg-AugustUniversität Göttingen. Der ScieAward 2011 für den besten Talk ging an Annette Denker aus der Arbeitsgruppe STED Microscopy of Synaptic Function (Dr. Silvio Rizzoli) am European Neuroscience Institute in Göttingen für ihren Vortrag ‚Synaptic Vesicle Recycling in vivo‘. Durch Injektion von Fluoreszenzmarkern in lebende Tiere konnte die synaptische Aktivität von Vesikeln während ihrer Recyclingphase dargestellt werden. Dabei zeigte sich, dass nur eine Minderheit der Vesikel tatsächlich recycelt wird. Annette Denker erhielt dafür 500 Euro Preisgeld von der Deutschen Bildung. In der Kategorie Poster behauptete sich Benjamin Wilhelm aus der gleichen Arbeitsgruppe mit seiner Darstellung über ‚The Same Synaptic Vesicles Drive Active and Spontaneous Release‘. Die Arbeit zeigt, dass identische synaptische Vesikel sowohl aktiv als auch spontan ihre Neurotransmitter in die Plasmamembran freigeben. Hierfür verglich er mehrere fluoreszenzmarkierte Proben mithilfe herkömmlicher und hochauflösender Mikroskopie-Verfahren, wofür er ein Preisgeld in Höhe von 200 Euro erhielt. Wer auf den Geschmack gekommen ist: Der nächste ScieTalk wird am 23. November 2011 in Münster stattfinden.

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Kick-off für die Karriere Rückblick auf die 2. btS BIO.NRW (PhD) Student Convention Judith Mönch-Tegeder, btS e.V. Nach einem erfolgreichen Start im letzten Herbst ging die btS BIO.NRW (PhD) Student Convention Anfang Juni in die zweite Runde. Dieses Mal trafen sich über 100 Nachwuchswissenschaftler mit Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft in der BayArena, um für ihre eigene Karriere zu trainieren und Kontakte zu knüpfen.

Auf der btS BIO.NRW (PhD) Student Convention haben die Teilnehmer Anfang Juni einen Einblick erhalten, wie sie ihre Fachkompetenz durch nichtwissenschaftliche Kenntnisse abrunden können. Auftakt des vielfältigen Programms bildeten am Freitag interessante Vorträge von Unternehmensvertretern aus der Life Sciences Branche. So bekamen die Teilnehmer unter anderem einen Einblick in die Gründung und Führung eines Unternehmens

aus erster Hand und konnten ebenso einen Überblick über die Perspektiven der Pharmaindustrie erhalten. Als Key Note Speaker sorgte Extremsportler Joey Kelly für einen Exkurs. Denn er demonstrierte anhand seiner sportlichen Ausnahmeleistungen, dass man an Erfolg kontinuierlich arbeiten kann. Trainings zum eigenen Auftreten und zur Herangehensweise an Problemstellungen sowie Bewerbungssimulationen am zweiten Veranstaltungstag unterstützten die Studenten dabei, Sicherheit für den Berufseinstieg zu gewinnen. Die einmalige Atmosphäre in der BayArena in Leverkusen sowie die Abendveranstaltung mit Dinner und einer Stadionführung boten eine Plattform, um mit möglichen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen und individuelle Fragen direkt zu beantworten. „Eine super Veranstaltung!“, resümierte Sebastian Bühren, Mitglied des Bundesvorstandes. „Und auch der Spaß kam nicht zu kurz!“

Yannick Flaskamp

Die Teilnehmer der PhD Student Convention

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Die btS in der fränkischen Schweiz Rückblick auf das btS-Wochenende in Pottenstein Stefanie Nühlen, ScieNews In Pottenstein fand Anfang Juni das erste btS-Wochenende dieses Jahres statt, ausgerichtet von der btS-Geschäftsstelle Erlangen. Auf dem Programm standen zwei Punkte: Wissensvermittlung und dabei viel Spaß haben!

Bei traumhafter Kulisse und tollem Wetter traf sich die btS Anfang Juni im malerischen Pottenstein in der fränkischen Schweiz. Traditionell begann der Freitag mit dem Icebreaker, der durch Spiele wie ‚Wer bin ich?‘ und dem Sortieren der Mitglieder nach ihrem Alter für eine heitere Stimmung und ein somit lockeres Kennenlernen sorgte. Am Samstag standen abwechslungsreiche Workshops auf dem Programm. So hatte das Organisationsteam zum Beispiel interessante Firmen wie die Deutsche Bildung, Headway Pharma und Roche gewinnen können. Außerdem traf sich das Alumni & Friends-Netzwerk unter der Leitung von dem Alumnus Jan Farfsing, der spontan das gute Wetter nutze und den Workshop im Freien hielt. Des Weiteren konnte durch verschiedene btS-Experten wieder viel Wissenswertes zur btS aufgefrischt und hinzugelernt werden.

der der umliegenden fränkischen Schweiz. Der geheime Star des Abends war allerdings der Jogger Roland, der unbeirrt der Feierwütigen Runde um Runde im Stadion lief. Dies führte dazu, dass ein btS-Mitglied nach dem anderen mitrannte und er in der Schlussrunde schließlich von allen Teilnehmern des Wochenendes und sogar von dem Wirt der Sportgaststätte begleitet wurde. Was für eine Stimmung! Beendet wurde das gelungene und super organisierte Treffen am Sonntagmorgen mit der Mitgliederversammlung, in der allgemeine Neuigkeiten, Großprojekte und auch die Ergebnisse der Workshops vom Vortag mitgeteilt wurden. Nach diesem tollen Event schauen wir gespannt nach Bonn, wo uns Ende November das zweite btS-Wochenende dieses Jahres erwartet. Diesmal organisiert von der btS-Geschäftsstelle Aachen.

Sei dabei! ScieKickIn München 2011 Das Life Sciences Fußballturnier 23. Juli, München Biotechnica 2011 Die Biotech-Messe in Deutschland 11. - 13. Oktober, Hannover ScieCon NRW 2011 Die btS-Firmenkontaktmesse 26. Oktober, Bochum

Teilnehmer des btS-Wochenendes

Mit dem Samstagabend näherte sich das Wochenende seinem Höhepunkt hinsichtlich des Spaß-Faktors. Gefeiert wurde in dem örtlichen Stadion mit tollem Blick auf die Berge und Wäl-

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ScieTalk NRW 2011 Der btS-Wissenschaftskongress 23. November, Münster btS-Wochenende Das bundesweite btS-Treffen 25. - 27. November, Bonn

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In geselliger Runde Perspektiven erweitern Alumni & Friends-Treffen in Köln Philine Dobberthien, btS Alumni & Friends Im April fand das erste Regionaltreffen der btS Alumni & Friends in Köln statt. Neben dem Wiedersehen alter Bekannter in lockerer Runde ging es vor allem um den Austausch persönlicher sowie beruflicher Erfahrungen.

Ist es typisch für die btS, wenn man einen Raum betritt und man das Gefühl hat, sofort dazu zu gehören? Genau dieses Gefühl schwappte jedem entgegen, der beim Treffen der btS-Alumni im April das charmante Kölner Mercato Deluxe betrat. Fast 15 Jahre nach der Gründung der btS in Köln kam eine bunte Mischung von knapp 20 ‚jungen‘ und ‚alten‘ Alumni zusammen, um in entspannter Atmosphäre, ganz ohne Agenda alte Bekanntschaften aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen. Die Freude über ein Wiedertreffen jener, die vor langer Zeit gemeinsam die Vereinsurkunde unterzeichneten, schuf von Anfang an auch gegenüber den frisch gebackenen Alumni eine offene und sehr vertraute Atmosphäre. „Was machst Du denn jetzt?“ war wohl eine der am häufigsten gestellten Fragen des Abends. Bei beständigem, spontanem Stühletausch an der langen Tafel kamen schließlich alle miteinander in Kontakt. Einmal mehr zeigte sich, dass wir btS-Alumni zwar ähnliche Startbedingungen - meist mit einem Studium im Bereich der Biowissenschaften - hatten, dass sich aber jeder in seine ganz eigene Richtung entwickelt hat. Entsprechend spannend und abwechslungsreich gestalteten sich die Gesprächsthemen bis weit über Mitternacht hinaus. Die sehr lebendigen und privaten Erzählungen zum eigenen Werdegang bekamen schnell eine angenehme Tiefe und so blieb es nicht nur bei amüsanten Anekdoten. In wechselnden Runden entwickelten sich sowohl Gespräche über wegweisende persönliche

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Entscheidungen, überraschende oder geplante berufliche Neuausrichtungen, Erfahrungen bei der Firmengründung und Klassiker wie individuelle Lösungen bei der Vereinbarkeit von Karriere und Kindern, als auch weiter gehende Diskussionen zum Beispiel über Vor- und Nachteile von Jobrotation, wann ein Zusatzstudium sinnvoll sein kann oder welche Anforderungen ein bestimmter Job erfordert.

Teilnehmer des btS Alumni & Friends-Treffens, die es auf das einzige Foto des Abends geschafft haben :-)

All dies ermöglichte interessante Einblicke in verschiedenste Arbeitsinhalte und eröffnete dem ein oder anderen bisher vielleicht unbekannte Perspektiven. Einzelne nutzten die Gelegenheit sogar, ihre Zukunftspläne im kleinen Kreis zu diskutieren, um so einen klareren Blick auf den bevorstehenden Schritt zu bekommen. Wie selbstverständlich hat der unkomplizierte Abend gezeigt, was ein Netzwerk über die eigene Branche hinaus mit sich bringt. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Organisatoren Andrea Eicker, Blanka Leber und Melanie Bey für die Vorbereitung und die Auswahl der tollen Location und an alle Alumni, die nicht nur aus NRW, sondern aus ganz Deutschland angereist sind. Natürlich wird es nicht bei diesem einem Abend bleiben. Das nächste Regionaltreffen ist bereits in Planung und wird wahrscheinlich im süddeutschen Raum stattfinden. Für Fragen aller Art wendet Euch einfach an die Alumni. Juli 2011 l 7


Studium

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Forschen und Reisen Auslandspraktikum in Australien Anna Bode, ScieNews Eva Möller studiert Molekulare Biotechnologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und hat vor kurzem einige Monate lang ein Praktikum am australischen Prince Henry’s Institute in Melbourne absolviert. In diesem Interview berichtet sie von ihren Erfahrungen.

Eva, Du hast ein Praktikum am Prince Henry’s Institute in Melbourne gemacht. Warum gerade dort? Ich wollte unbedingt nach Australien, weil sich dort Forschen und Reisen einfach wunderbar kombinieren lassen. Bei meiner Suche bin ich dann durch Zufall auf das Brain and Gender Lab im Prince Henry’s Institute gestoßen, das ich thematisch sofort superinteressant fand. Woran hast Du geforscht? Das Labor, in dem ich gearbeitet habe, untersucht das geschlechtsspezifische Gen SRY und dessen Einfluss darauf, dass Männer eineinhalbmal häufiger an Parkinson erkranken als Frauen. Ein echt sehr, sehr spannendes Thema! Wie hat es Dir gefallen? Es war toll! Einfach nur toll, und dass in so vielen Hinsichten: Ich bin zum Beispiel, was das Wissenschaftliche angeht, viel sicherer in meinem Englisch geworden und habe außerdem so viel erlebt. Sowohl im Labor als auch beim anschließenden Reisen. Was musstest Du alles im Vorfeld planen? Nachdem ich meinen Praktikumsplatz sicher hatte, musste ich meinen Flug buchen und mein Visum sowie Auslands-BAföG beantragen. Eine Unterkunft habe ich netterweise für

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Eva Möller, dritte Vorsitzende der btS Heidelberg, hat ein Praktikum in Melbourne absolviert.

die erste Woche von meinem Institut gestellt bekommen, sodass ich erst, als ich in Melbourne angekommen war, auf Wohnungssuche gegangen bin. Würdest Du anderen empfehlen, auch ein Auslandspraktikum zu machen? Auf jeden Fall! Wie gesagt, mir hat es super gefallen und es macht einen an so vielen tollen Erfahrungen reicher. Echt klasse! Konntest Du Dir das Praktikum anrechnen lassen? Ja, für meinen Biotech-Master. Du bist seit längerer Zeit die dritte Vorsitzende der btS Heidelberg. Hat Dir Dein Engagement bei der Suche geholfen? Natürlich nicht direkt bei der Suche nach einem Praktikumsplatz, aber indirekt schon. Inwiefern? Weil ich zum Beispiel schon Erfahrungen im Anschreiben von fremden Personen gesammelt hatte und auch viele andere kleine Dinge bereits kannte, auf die man achten sollte. Möchtest Du noch etwas hinzufügen? Ja, ich vermisse die Traumstrände Australiens...

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Wissenschaft

Wissen, was drin ist Synthetische Biologie im Alltag Nils-Christian Lübke, iGEM-Team Zehn Bielefelder Studenten haben im letzten Jahr erfolgreich an dem renommierten internationalen Wettbewerb der Synthetischen Biologie iGEM (international Genetically Engineered Machine Competition) am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in Boston teilgenommen. Dieses Jahr wird das Team von elf Studenten einen zellfreien, enzymatischen Biosensor für Lebensmittelgifte in Babyflaschen entwickeln.

Der iGEM-Wettbewerb ist der weltweit einzige, nicht kommerzielle Wettbewerb, der sich an Nachwuchswissenschaftler der Life Sciences richtet. Das Ziel ist die eigenständige Durchführung eines wissenschaftlichen Projektes, wobei die Herangehensweise ingenieurswissenschaftlich sein sollte.

Das iGEM-Team Bielefeld 2011

Letztes Jahr nahmen 128 Teams aus 25 Ländern am Wettbewerb teil und präsentierten Forschungsergebnisse aus der Biologie, Informatik und Genetik. Besonders ist, dass der Wettbewerb nicht nur Raum für viele neue, sondern auch für ungewöhnliche Ideen bietet und von den Teilnehmern daher eine kreative und interdisziplinäre Arbeitsweise fordert. Hierbei ist die Herausforderung, neben der praktischen biologischen Arbeit ein Gesamtkonzept für das Projekt zu entwickeln. Dabei

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gilt es, fachfremde Themen wie Finanzakquise, Logistik und Öffentlichkeitsarbeit selbst zu organisieren und durchzuführen. Die Leistungen der Teams werden anschließend von einem interdisziplinären Fachkomitee ausführlich geprüft, bewertet und mit Medaillen honoriert. Das iGEM-Team Bielefeld 2010 hat einen bakteriellen Biosensor für den Schärfegrad in Speisen konstruiert. Dabei wurde das ZweiKomponenten-Sensorsystem VirA/G aus dem Bodenbakterium Agrobacterium tumefaciens verwendet, was in der Lage ist, den phenolischen Pflanzenstoff Acetosyringon zu detektieren. Bindet Acetosyringon an den Rezeptor, löst dies eine intrazelluläre Signaltransduktion über den response regulator VirG aus. Acetosyringon weist chemisch eine starke Ähnlichkeit zu Capsaicin auf, das für die Schärfe in Lebensmitteln verantwortlich ist und zum Beispiel in Pfeffer oder Chili vorkommt. Mittels direkter Evolution, das heißt der strukturellen Veränderung des Rezeptors über eine fehlerhafte PCR (error-prone) mit anschließendem Selektionsverfahren, wurde das Testsystem auf Capsaicin trainiert. Hervorzuheben ist, dass das Team sich nicht nur auf die biologische Arbeit fokussierte, sondern ihre Idee auch durch Auftritte in Print-, Radio- und TV-Medien einer breiten Öffentlichkeit präsentieren konnte. In den nächsten Monaten wird ein neues Bielefelder Team teilnehmen. Dieses Mal wird das Umweltgift Bisphenol A im Mittelpunkt stehen, das als Grundsubstanz für Polycarbonate unter anderem in der Produktion von Babyflaschen verwendet wird. Das Ziel des Teams wird es sein, ein zellfreies, alltagstaugliches Sensorsystem, basierend auf einer netzartigen Proteinstruktur, die auf speziellen Kügelchen immobilisiert wird, zu konstruieren. Mithilfe einer in Bakterien hergestellten Proteinschicht werden Enzyme an die Kügelchen gekoppelt, die dann in der Lage sind, Bisphenol A in der Flasche nachzuweisen und es über ein Detektionssystem für den Anwender sichtbar zu machen. Juli 2011 l 9


Beruf

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Laborhocker gegen Bürostuhl Freund im Alumni-Netzwerk Roman Schubert, ScieNews Christian Conrad hat Biologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen studiert und dort auch in der Mikrobiologie promoviert. Jetzt arbeitet er bei Novartis im Marketing für den Bereich Onkologie und ist außerdem Mitglied des Alumni & Friends-Netzwerks.

Christian, Du arbeitest bei Novartis im Marketing. Wie gestaltet sich Dein Arbeitsalltag? Zu den alltäglichen Dingen zählen Meetings und Telefonkonferenzen, aber auch die Interaktion mit Kunden, zu denen in der PharmaBranche vor allem Ärzte, Patienten, Apotheker und Krankenkassen zählen. Es gibt auch ‚interne Kunden‘, wie etwa den Pharma-Außendienst, mit dem ich eng zusammenarbeite. Hinzu kommt die Entwicklung und Umsetzung von Strategien und das Erstellen von Unterlagen, wobei es einen typischen Arbeitsalltag eigentlich gar nicht gibt. Ziel im Produktmanagement ist es naturgemäß, das Produkt, also in meinem Fall Medikamente, im Markt zu positionieren und ihre Entwicklung dann bestmöglich zu unterstützen. Dazu arbeitet man häufig mit Agenturen und anderen Dienstleistern zusammen. Ich bin auch oft unterwegs, unter anderem auf Kongressen. Du hast Biologie studiert. Warum hast Du Dich gegen die Forschung entschieden? Ich hatte am Ende der Promotion einfach das Bedürfnis, mal etwas anderes zu machen, und das auch außerhalb der Uni, obwohl mir das Forschen an sich schon gefallen hat. Hast Du Deinen Ausstieg aus der Forschung schon mal bereut? Nein, überhaupt nicht, da ich von Anfang an gute Arbeitsbedingungen und spannende Wei-

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Christian Conrad arbeitet bei Novartis im Marketing und wurde erst nach seinem Berufseinstieg btS-Mitglied.

terentwicklungsmöglichkeiten hatte. Das ist natürlich auch einer der Vorteile eines globalen Unternehmens. Du bist Mitglied des Alumni & Friends-Netzwerks, obwohl Du während Deines Studiums gar nicht Mitglied in der btS gewesen bist. Wie hast Du von der btS erfahren? Ein Kollege von mir war als Student bei der btS aktiv und so bekam ich Kontakt zur Geschäftsstelle in Erlangen. Dann bin ich mal zu einem Workshop auf einem bundesweiten Treffen eingeladen worden und da habe ich dann vom Alumni & Friends-Netzwerk gehört, was ich sofort sehr spannend fand. Warum bist Du Mitglied geworden? Weil ich einfach von der professionellen Arbeit der btS begeistert war und mich gern unterstützend einbringen wollte. Derzeit bin ich beispielsweise Pate der Geschäftsstelle Erlangen. Was bietet Dir das Netzwerk? Viel. Austausch, Networking, Fortbildungen, mal über den Tellerrand schauen und auch die tolle Möglichkeit, sich selbst einzubringen. Das heißt, Du würdest anderen an Deiner Stelle den Beitritt ans Herz legen? Ja, unbedingt! Vor allem weil man, wenn man sich als Student engagiert, so unglaublich viel fürs spätere Berufsleben lernen kann.

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das ist neu

Schluss (mit lustig)

btS von A bis Z

Kleine Stars auf großer Leinwand Was Cannes kann, können Wissenschaftler auch: Mitte Mai wurden im Rahmen des ersten Filmfestivals ‚Biofiction‘ in Wien 52 Kurzfilme aus aller Welt rund um das Thema Synthetische Biologie gezeigt. Alle Filme mit und über Mikroben können auf biofiction.com/videos/ angeschaut werden. Nicht nur filmisch gingen Kunst und Wissenschaft auf Tuchfühlung: Kunstinstallationen wie das ‚Bacterial Radio‘ (das allerdings noch nicht ganz funktioniert) wurden ebenfalls präsentiert. Science ohne Fiction Ein Klassiker in Mikrobiologie-Prüfungen: „Nennen Sie Desinfektionsmethoden!“ Wer da statt Ethanol und Ähnlichem spontan „Kaltes Plasma“ antwortet, wird Kopfschütteln ernten, weit hergeholt ist das allerdings nicht. Tatsächlich haben Münchner Forscher ein taschenlampenähnliches Gerät entwickelt, das sämtlichen Keimen durch die Erzeugung von kaltem Plasma (also ionisiertem, allerdings nicht heißem Gas) den Garaus macht. Wirkt innerhalb von Sekunden und ist außer für die Keime sehr schonend, also sogar für Lebensmittel geeignet. Ein Testobjekt war übrigens EHEC, dem es so erfolgreich an den Kragen ging. Wie es funktioniert? Unter anderem, weil bei den hunderten spontan ablaufenden chemischen Reaktionen Stickoxide und Ozon entstehen. Details kennt Dein Physiker des Vertrauens.

nicht gesucht, aber gefunden Bildungsfernsehen Biotechnologie.tv informiert kurz und knackig über aktuelle Entwicklungen in der Life Sciences Branche. Wer einen guten Überblick erhalten möchte, dem sei die 14-tägliche InternetSendung ans Herz gelegt. Wenn das Wetter also mal wieder nicht so toll ist und im Fernsehen sonst nichts Gescheites läuft: Es gibt bereits 81 Folgen im Archiv, Stand Juli 2011.

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E wie Erfolgsrezept Das Erfolgsrezept der btS, zum ersten Mal veröffentlicht: - coole Leute - Hammer-Ideen - Motivation pur - Professionalität - eine Prise Mut - btS-Spirit für einzigartiges Aroma Alles zusammen packen und auf den Siedepunkt bringen. Ewig haltbar. Reift auch mit der Zeit noch. Wie edler Wein. In der nächsten Ausgabe: F wie Fünfzehn Jahre btS

Impressum ScieNews - Das Magazin der btS Herausgeber: btS e.V. c/o Universität zu Köln Zülpicherstr. 47 50674 Köln ScieNews@btS-eV.de www.ScieNews.de Redaktion: Anna Bode, Stefanie Nühlen, David Spannagel, Jan-Hendrik Sachs, Roman Schubert Weitere Autoren dieser Ausgabe: Judith Mönch-Tegeder, Philine Dobberthien, Verena Pianka, Nils-Christian Lübke Bildmaterial PhD Student Convention: Yannick Flaskamp (www.yansfotos.de)

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ScieNews - Das Magazin der btS. Vierteljährlich bestens informiert über interessante Projekte aus der btS und spannende Themen aus Studium,...

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