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April 2014

ScieNews Das Magazin der btS

Firmenkontaktmesse ScieCon M端nchen btS Ulm Die Geburtsstadt von Albert Einstein

Personalisierte Medizin Kein Mensch gleicht dem anderen


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Editorial

ScieNews Das Magazin der btS Liebe Leser, wir hoffen, das neue Jahr hat für Euch alle gut angefangen und war bis hierher erfolgreich. In der btS hat sich bisher jedenfalls einiges getan: Die ScieCon München im Januar war mit fast 1200 Besuchern ein großer Erfolg und in den Geschäftsstellen wurden bereits viele erfolgreiche lokale Veranstaltungen und Events organisiert. In dieser Ausgabe berichten wir vom Speed Dating in Berlin und der ScieCon in München. Außerdem gibt es eine Fortsetzung des Märchens von der Glykolyse und Prof. Dingermann von der Goethe-Universität Frankfurt am Main berichtet über die Fortschritte der personalisierten Medizin. Wir wünschen allen Lesern ein frohes Osterfest und eine angenehme Lektüre. Euer ScieNews Team

Inhalt Schwarzes Brett.................................................................................................................3 ScieCon München Studenten erleben Firmen hautnah in München......................................................................4 ScieCon München Interview mit einer Besucherin............................................................................................5 Mit Hilfe von Speed-Dating zum Traumjob?! Jobsuche im Schnelldurchlauf...............................................................................................7 Die btS Ulm stellt sich vor... Vom höchsten Kirchturm der Welt bis Albert Einstein...............................................................8 Stratiizierte Medizin: Ein Strategiewechsel Gendiagnostik verbessert die Therapieentscheidung................................................................9 Das Märchen vom Zitratzyklus Es war einmal..................................................................................................................11 Studieren im Land von IKEA und Elchen Svenja Reinders berichtet aus Uppsala.................................................................................12 Schluss (mit Lustig)...........................................................................................................13

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Schwarzes Brett Lübeck

btS-Wochenende 2014 Interessante Firmenvorträge, lehrreiche Workshops und jede Menge Spaß – das verspricht das kommende btS-Wochenende vom 16. bis 18. Mai 2014 im nördlichen Lübeck. Nach einer erfolgreichen Akquise freuen sich die Lübecker darauf, euch die Hansestadt von ihrer schönsten Seite zu präsentieren. Zu diesem Zweck wird es erstmals neben Veranstaltungen am Freitag und Samstag auch ein unverbindliches Nachmittagsprogramm für den Sonntag geben. In der für sehr gut befundenen Jugendherberge werden drei Firmenvorträge stattinden. Außerdem gibt es Firmen-Informationsstände, interne Workshops und natürlich abendliche Social Events. Um aus diesen Voraussetzungen ein großartiges btS-Wochenende zu machen, fehlen jetzt nur noch eine Menge Teilnehmer. Denn diese sind bekanntlich das Wichtigste für ein gelungenes Wochenende. Die btS Lübeck freut sich auf Euch!

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btS Basis-Workshop Am 01.02.2014 fand in Köln der Basis-Workshop der btS statt. 14 btSler aus fünf unterschiedlichen Geschäftsstellen trafen sich am Max- Planck Institut für Altersforschung in Köln, um sich die Basiswerkzeuge der Vereinsarbeit anzueignen und sich für zukünftige Projekte zu wappnen. Die Referenten Simon Unthan aus Aachen und Vanessa Weis aus Münster verpackten die vielen Informationen in einen informativen und unterhaltsamen Workshop, der sowohl für Neulinge als auch für erfahrene btSler sinnvolle Tipps und Tricks bieten konnte. Neben einem Crashkurs im Bauen von Murmelbahnen als Icebreaker erfuhren die Teilnehmer viel über die interne Struktur des Vereins und das Wissensmanagement innnerhalb der btS. Nach einem arbeitsreichen Tag wurde der Abend dann noch ganz in btS-Manier in der Kölner Innenstadt bei gemütlichem Beisammensein abgerundet.

Bielefeld

Science-Café spezial Von der Bäckerhefe bis zum „Gen-Food“ – überall steckt Biotech drin. Doch wo bleibt bei aller Wissenschaft der Verbraucher? Hier setzte die btS Bielefeld an und organisierte zusammen mit Bielefeld Marketing und jGBM eine interaktive Podiumsdiskussion. Nach einer Einführung in das Thema bezogen fünf Referenten/innen aus den Bereichen Planzen- und Lebensmittelwissenschaften, Journalismus, Politik und Landwirtschaft Stellung und das Publikum diskutierte lebhaft mit. Besonders schön: Exponate aus dem Labor wie die „Gen-Kanone“ oder der Bioreaktor sowie ein Blindvergleich von Aromen luden zum Mitmachen und Verstehen ein.

Sei dabei!

btS Wochenende Bundesweite Mitgliederversammlung 16 - 18. Mai, Lübeck ScieCon NRW Bochum Firmenkontaktmesse 15. Oktober 2014 Veranstaltungszentrum, Ruhr-Universität Bochum

Köln

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ScieCon München Studenten erleben Firmen hautnah in München Christian Veltkamp, btS ScieCon München Am Mittwoch, den 29. Januar 2014, fand im Hörsaaltrakt des Klinikums Großhadern in München von 10 bis 17 Uhr die ScieCon statt - die Firmenkontaktmesse der btS, die sich speziell an Studenten, Doktoranden und Absolventen aus dem Bereich der Life Sciences richtet. Am Morgen öffnete im Klinikum Großhadern in München die bundesweit 22. Firmenkontaktmesse ScieCon ihre Tore. Am Vortag waren btSler aus ganz Deutschland nach München gereist, um dem Organisationsteam der btS München mit den letzten Vorbereitungen zu helfen. Die ScieCon München 2014 kann sich in die erfolgreiche Tradition der ScieCons einreihen, zählte sie doch annähernd 1200 Besucher. Mehr als 25 Aussteller - hauptsächlich aus den Bereichen Life Sciences, Biotechnologie und Pharma, aber auch Personalmanagement und Consulting - stellten sich dem interessierten Publikum vor. Dank des breiten Spektrums von Start-ups, mittelständigen Unternehmen und Großunternehmen sowie der Teilnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung konnte den Besuchern ein guter Überblick über die Möglichkeiten der Berufswahl in der Branche gegeben werden. Im persönlichen Gespräch wurden Fragen zu Einstiegsmöglichkeiten, Praktikumsplätzen, Traineeprogrammen sowie Perspektiven im Unternehmen beantwortet. Neben einer umfangreichen Vortragsreihe einiger Firmen wurde auf der ScieCon München ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten: Wer noch Tipps für seinen Lebenslauf oder die Bewerbungsmappe brauchte, konnte seine Unterlagen überprüfen und auch gleich noch Bewerbungsfotos machen lassen. Die beiden Highlights waren die Podiumsdiskussion

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Fast 1200 Besucher kamen zur ScieCon

zum Thema „Bilderbuch-Lebenslauf oder Karriere auf Umwegen?“ und das Live-Bewerbungsgespräch. Zwei mutige Doktoranden stellten sich der Herausforderung, vor 150 Zuschauern von einer Personalerin von Roche auf Herz und Nieren geprüft zu werden, die beispielsweise die Führungsqualitäten der beiden Kandidaten in kleinen Rollenspielen testete, indem sie den „bösen und faulen Mitarbeiter“ spielte. Die Podiumsdiskussion, die auf eine erfrischende Art und Weise von Herrn Kääb (BioM) moderiert wurde, ergab, dass es kein Geheimrezept für Die perfekte Bewerbung gibt und der Faktor Glück auch immer eine erhebliche Rolle spielt. Das Wichtigste ist jedoch, einfach durch Individualität & Persönlichkeit zu punkten und sich nicht zu verstellen! Die ScieCon München 2014 war sowohl für die Helfer, die Firmen als auch die Besucher ein großartiger Erfolg. Auch Firmen, die zum ersten Mal als Aussteller teilgenommen haben, haben schon angekündigt, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Doch zunächst einmal indet am 15.Oktober 2014 die ScieCon in Bochum statt.

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ScieCon München Interview mit einer Besucherin Nina Wenke, btS ScieNews Die Studentin Alexandra Vesely von der Universität Ulm besuchte die Firmenkontaktmesse ScieCon 2014 in München zum ersten Mal und berichtet im Interview von ihren Vorbereitungen und Erfahrungen.

Wie hast Du Dich für die ScieCon 2014 in München vorbereitet? Zur Vorbereitung auf die ScieCon habe ich an dem von der Ulmer btS organisierten Seminar „Richtig vorbereitet zur ScieCon“ teilgenommen. Dieses Seminar fand in Kooperation mit Herrn Uhlemann (A.S.I.) statt. Da die ScieCon meine erste berufsorientierte Messe war, erhielt ich in diesem Seminar einen Crash-Kurs zur richtigen Vorbereitung und Planung des Messebesuchs, zur klaren und überzeugenden Darstellung der Qualiikationen im Lebenslauf und zur Gesprächsführung am Stand. Mit inbegriffen war auch ein Lebenslauf-Check am darauffolgenden Tag. Um mich ein wenig über die Aussteller zu informieren, habe ich mir vorab den Messekatalog angeschaut und Firmen herausgesucht, deren Stände ich auf jeden Fall besuchen wollte.

Was hast Du Dir auf der ScieCon angehört? Im Forum habe ich das von Roche initiierte Live-Bewerbungsgespräch gehört. Hier wurde ein Bewerbungsgespräch für ein Management Start-up Trainee Programm simuliert. Zwei Kandidaten stellten sich stichpunktartig jeweils eine halbe Stunde den Fragen einer Personalerin von Roche. Das Auditorium konnte Eindrücke sammeln und gelegentlich Fragen stellen. Ebenfalls im Forum fand am Nachmittag eine Podiumsdiskussion zur Frage „Bilderbuch-Lebenslauf oder Karriere auf Umwegen?“ statt. Hier stellten sich jeweils ein/e Repräsentant/in der Firma Novartis Pharma GmbH, der SanoiAventis Deutschland GmbH, der Nanotemper

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Technologies GmbH und der Kelly Services GmbH den Fragen des Publikums. Wie tritt man bei einem Bewerbungsgespräch auf? Wie hebt man sich aus der Masse hervor? Wie sollte man beim persönlichen Gespräch auftreten und vorbereitet sein? Gibt es No-Gos im Styling oder Lebenslauf? Was sticht den Personalern bei den Bewerbern ins Auge?

Welche Informationen und welchen Input hast Du von der Veranstaltung mit nach Hause nehmen können? Sowohl in den zwei Live-Bewerbungsgesprächen von Roche, als auch bei der Podiumsdiskussion im Forum oder während der persönlichen Gespräche an den Ständen der einzelnen Ausstellern, wurde immer wieder betont, wie wichtig es ist, dass der Bewerber authentisch ist. Sicherlich muss man sich auf ein Bewerbungsgespräch vorbereiten, indem man sich über die Firma informiert und sich mit der ausgeschriebenen Stelle auseinandersetzt. Allerdings sollte man sich beim Bewerbungsgespräch in keine Rolle zwängen oder zwanghaft versuchen, sich von den potentiellen Mitstreitern abzuheben. Dadurch fällt es dem Personaler sehr schwer, den Bewerber einzuschätzen bzw. kennenzulernen und abzuschätzen, ob dieser auf die ausgeschriebene Stelle passt. Die Personaler verwiesen auch darauf, dass man sich bei einer Bewerbung nicht nur durch ehrenamtliches Engagement in der Fachschaft oder einer Studenteninitiative positiv abheben kann, sondern auch durch Praktika, einen Auslandsaufenthalt oder sogar einen langen Backpacker-Urlaub. Die dabei gemachten Erfahrungen können, soweit sie auf das gesuchte Proil zugeschnitten sind, Eigenschaften sein, die perfekt zum Ausfüllen der zukünftigen Stelle sind. Für mich selbst stellt sich momentan die Frage, ob ich promovieren möchte. In vielen Gesprächen mit den Ausstellern hat sich hierbei herausgestellt, dass einem die Promotion nahe gelegt wird, egal ob man (mit einzelnen Aus-

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nahmen) in der Forschung und Entwicklung arbeiten oder für die Bundesregierung Förderungsgelder verwalten möchte. Viele Firmen besetzen Praktikumsstellen mittels Initiativbewerbungen, andere nur anhand von ausgeschriebenen Stellen. Hier sollte man sich vorher unbedingt im Internet schlau machen. Wer ein Praktikum bei einer Consulting-Firma machen möchte, sollte nicht nur eine sehr gute Abiturnote sondern auch überdurchschnittliche Leistungen in seinem Studium, eine mehrmonatige Auslandserfahrung sowie ein mehrmonatiges Industriepraktikum vorweisen können. Allerdings ist bei den Consulting-Firmen der Studienabschluss (Bachelor/Master/Ph.D.) weniger bedeutend für die Aufstiegschancen innerhalb der Firma.

Welche Tipps und Tricks kannst Du uns von der Veranstaltung zu Bewerbungsgesprächen geben? Ich selber habe im Bewerbungsgespräch immer das Gefühl, auf jede Frage eine Antwort parat haben zu müssen. Hier wurde bei den Live-Bewerbungsgesprächen betont, dass man Let‘s Start Your Life Sciences Career.

gerne auch einmal sagen kann, wenn man etwas nicht weiß. Dies schützt einen davor, sich im Kreis zu drehen oder am Ende vielleicht sogar um Kopf und Kragen zu reden. Ein anderer Tipp war, dass man, wenn man seine Schwächen kennt (beispielsweise wenn man bei Nervosität rote Flecken im Dekolleté bekommt), während des Gesprächs direkt darauf hinweisen kann, um die Situation zu entschärfen.

Wie fandest Du die Veranstaltung insgesamt? Da ich das erste Mal eine Messe besucht habe, war der Tag sehr informativ und lehrreich für mich. Ich habe dieses Event eher zum Umhören und Orientieren genutzt. Dafür war es genau richtig! Die Aussteller waren alle sehr freundlich und hilfsbereit und das Rahmenprogramm war von der btS gut organisiert. Wer mehr als nur ein bisschen Infos sammeln wollte, hatte auch gute Chancen, sich bei den Personalern vorzustellen bzw. wurde angeworben. So haben zwei meiner Kommilitoninnen direkt vor Ort ein Praktikum bzw. eine Masterarbeit angeboten bekommen.

Biowissenschaften Chemie I Pharmazie I Medizin

Firmenkontaktmesse Viele Firmen Ein Weg – Dein Job ScieCon NRW 2014 15. Oktober Veranstaltungszentrum Ruhr-Universität Bochum

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Mithilfe von Speed-Dating zum Traumjob?! Jobsuche im Schnelldurchlauf Friderike Weege, btS Berlin Nina Wenke, btS ScieNews Am 6. Februar veranstaltete die btS Berlin ein Speed-Dating mit Vertretern aus verschiedenen Berufszweigen der Life Science Branche. Bei der Wahl des zukünftigen Arbeitsgebietes stellen sich oft einige Fragen: Was verbirgt sich hinter den kreativen Job-Bezeichnungen in den Ausschreibungen? Ist der Arbeitsalltag wirklich so spannend wie die Anzeige suggeriert? Häuig fehlt dann eine Möglichkeit, schnell an zuverlässige und realitätsnahe Informationen zu den Jobs in der Biotechnologie- und Pharmabranche zu kommen. Am 06. Februar 2014 veranstaltete die btS Berlin bereits zum zweiten Mal ein Speed-Dating unter dem Motto „Raus aus dem Labor– und dann? Alternative Karrieremöglichkeiten für Naturwissenschaftler“. Den Teilnehmern wurde die Möglichkeit geboten, in Kleingruppen persönliche Gespräche mit Firmenvertretern zu führen, um Informationen über deren Berufsbild zu erhalten. Die Gesprächszeit war begrenzt, eine gute Vorbereitung und gezielte Fragen waren also der Schlüssel zum Erfolg bzw. zu den heißbegehrten Informationen. Nach zehn Minuten hieß es den Tisch zu wechseln und in Kleingruppen von fünf Personen mit dem nächsten der acht Unternehmensvertreter zu sprechen. Hierbei war ein breites Spektrum von Berufen vertreten. Im Gespräch mit den verschiedenen Firmenvertretern konnte eine Fülle an Informationen gesammelt werden. Die wichtigsten Eindrücke sind im Folgenden aus persönlicher Sicht der Besucher zusammengefasst: „Der Firmengründer erklärte, dass er sich entschieden habe, nicht nebenberulich, sondern in Vollzeit seine Firma zu gründen. Nur so konnte er sich vollkommen auf die Herausforderung einlassen, seine Fähigkeiten und seine Energie bündeln und in sein Projekt stecken. Es sollte vor jeder Gründung jedoch auch überlegt werden, ab welchem Zeitpunkt und zu welchen

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Studenten im Gespräch mit dem Consultant

Bedingungen der Traum von der eigenen Firma beendet werden sollte, bevor der Schritt in die Selbstständigkeit gewagt wird.“ „Der Consultant berichtete, dass für seine Berufswahl zur Beratung die Geschwindigkeit der Bearbeitung von Projekten war. Für ihn sind die Einarbeitung in immer wieder neue Themenbereiche und der ständige Lernprozess ein ausschlaggebendes Kriterium. Jedoch muss auch genannt werden, dass man als externer Berater vier Tage in der Woche unterwegs ist und am Freitag die Arbeit im Büro stattindet. Bei Interesse für diesen Beruf sollte also eine gewisse Reisefreudigkeit vorliegen.“ „Die Sachverständige für forensische DNAAnalytik und Blutspurenmusteranalytik am Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts Berlin erklärte, dass neben der Probenanalyse auch die Leitung von Teambesprechungen zentraler Bestandteil ihrer täglichen Arbeit ist. Außerdem gehört es zu ihren Aufgaben, wissenschaftliche Gutachten zu verfassen und diese vor Gericht dem nicht-wissenschaftlichen Publikum verständlich darzustellen. Die Anzahl der Stellen für diesen Beruf ist aber begrenzt.“ Aufgrund der Kürze der Zeit wurde die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen im Anschluss an das Speed-Dating mit großem Andrang genutzt. Die btS konnte erneut ihrem Motto „Let Life Sciences meet you!“, gerecht werden und hat Firmenvertreter und junge Nachwuchswissenschaftler an einen Tisch gebracht.

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btS lokal

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Die btS Ulm stellt sich vor… Vom höchsten Kirchturm der Welt bis Albert Einstein Alexandra Vesely, ScieNews Pleiten, Pech und Pannen, wer kennt das nicht? Manchmal läuft alles schief. Dieses Problem kennt man auch in Ulm! So scheiterte beispielsweise der Schneider von Ulm kläglich an dem Versuch, über die Donau zu liegen. Er stürzte hinein und blamierte sich vor der ganzen Stadt. Doch an der Donau läuft nicht alles schief. Neben einigen großen Persönlichkeiten wie Albert Einstein hat die Stadt den höchsten Kirchturm der Welt, das Ulmer Münster, und eine starke btS- Geschäftsstelle hervorgebracht.

Die Mitglieder der btS Ulm

Die Geschäftsstelle Ulm der btS gehört zu den ältesten btS Geschäftsstellen. Nachdem die Ulmer 2011 etwas in den Hintergrund geriet, wurden die Vorstandsposten neu besetzt. Der anschließende Besuch mehrerer btS-Wochenenden sorgte für große Motivation und viel Input, wodurch die Mitgliederzahl stark zunahm. Mit viel Engagement konnte eine gute universitätsinterne Vernetzung, insbesondere zu anderen Studenteninitiativen wie Aiesec und Priamos, aufgebaut werden. Ende 2012 wurde damit begonnen, ein Konzept für eine eigene Firmenkontaktmesse an der Uni Ulm für Studenten der Life Sciences zu entwickeln. Die unter dem Namen BioChemContact (BCC) lau-

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fende Messe soll als Networking Plattform für regionale Firmen, Studierende der Universität Ulm und natürlich die btS dienen. Seit 2013 besteht eine Kooperation zwischen der btS Ulm und der A.S.I. Wirtschaftsberatung AG. Wir freuen uns, mit A.S.I, vertreten von Herrn Philipp Uhlemann von der Geschäftsstelle Ulm, einen jungen und motivierten Unternehmer mit im Boot zu haben. Bisher konnten wir gemeinsam einige spannende Seminare zu den Themen „Berufsperspektiven in den Life Sciences“, „Erfolgreich bewerben“ und „Richtig vorbereitet zur Firmenkontaktmesse“ anbieten. Die Seminare waren stets binnen kürzester Zeit ausgebucht. Teilweise war die Nachfrage dreimal höher als die angebotenen Plätze. Einen ähnlichen Andrang seitens der Studierenden erleben wir bei unseren Ausschreibungen für Exkursionen. So haben wir Ende 2012 eine Firmenexkursion zu Boehringer Ingelheim in Biberach organisiert. Hier wurde uns ein umfangreiches Besucherprogramm mit Werksführung, Laborbesichtigungen und einer Gesprächsrunde mit einem Personaler geboten. Begleitet von einem Imbiss und Gesprächen mit den Mitarbeitern über mögliche Karrierewege wurde allen Teilnehmern ein Einblick in die Forschungsarbeit ermöglicht. Eine erneute Exkursion zu Boehringer Ingelheim ist bereits für September 2014 organisiert. Außerdem stehen ein Besuch bei der ibidi GmbH und ein Auslug zum BioCluster in Martinsried auf dem Programm. Um unseren Bekanntheitsgrad an der Universität zu erhöhen, wurden Ende 2013 Waffelstände aufgebaut und den Studenten bei Gesprächen über unsere Aktivitäten kostenlos Waffeln angeboten. Für das Jahr 2014 freuen wir uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern und den anderen studentischen Initiativen sowie einen reichen Zuwachs an motivierten, neuen Mitgliedern für unsere Geschäftsstelle.

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Wissenschaft

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Stratiizierte Medizin: Ein Strategiewechsel Gendiagnostik verbessert die Therapieentscheidung Prof. Theo Dingermann, Goethe Universität-Franfurkt am Main In einer von Leitlinien basierten Medizin, wie sie derzeit weitläuig als wissenschaftlich basierte Medizin bzw. als Schulmedizin akzeptiert ist, werden in erster Linie Krankheiten und erst in zweiter Linie kranke Patienten behandelt. Bekanntlich sprechen wir von der Behandlung eines Bluthochdrucks, des Altersdiabetes, eines Brusttumors. Der individuelle Patient spielt dabei tatsächlich eine eher untergeordnete Rolle. Das ist alles andere als ein Vorwurf an die verantwortlichen Akteure. Bisher gab es nämlich kaum Möglichkeiten, den Patienten so in eine Therapieentscheidung mit einzubinden, wie das eigentlich nötig wäre. Denn schließlich gleicht kein Mensch dem anderen. Und bei genauem Hinsehen gibt es auch kaum identische Krankheitsbilder, auch wenn der Name einer Krankheit das suggerieren mag. Aus diesem Dilemma heraus werden Arzneimittel hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Verträglichkeit statistisch für eine mehr oder weniger große Testpopulation evaluiert. So wird der Wirkstoff zunächst in unterschiedlichsten biochemisch-pharmakologischen Modellen im Reagenzglas oder an einem isolierten Tierorgan, dann in verschiedenen Tiermodellen und schließlich an Probanden und Patienten getestet. Dieses gestufte Vorgehen ermöglicht zuverlässige Aussagen zur generellen Wirksamkeit und Verträglichkeit des Arzneimittels. Und nur wenn eine Nutzen-/Risikoabwägung deutlich zu Gunsten der Nutzenseite ausfällt, wird dem Arzneimittel ein Marktzugang über eine Zulassung durch internationale oder nationale Behörden gewährt.

Ausreißer aus der Statistik können katastrophal sein

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Allerdings haben diese Aussagen für den Einzelnen eine gewisse Unschärfe, da sie in Form einer mehr oder weniger ausladenden Gauß’schen Verteilung anfallen. Daran hat man sich gewöhnt, weil es hierzu keine Alternative gab. Wählt man allerdings die Testpopulation groß genug, so beobachtet man teils radikale „Ausreißer“, was für die Betroffenen – und für das Medikament – katastrophal sein kann. Ausschläge in Richtung „Unwirksamkeit“ sind ebenso möglich, wie Ausschläge in Richtung einer individuellen Überdosierung bei prinzipiell korrekter Anwendung, was sich für die Betroffenen in Unverträglichkeit bis hin zu einer relevanten Toxizität äußert. Aber wie soll ein Arzt wissen, ob ein Patient, der ein Medikament erhalten soll, das nach einer statistischen Bewertung den meisten aber keineswegs allen hilft, die an einer bestimmten Krankheit leiden, tatsächlich von dem Medikament proitiert und dieses Medikament auch gut verträgt? Die Ursachen solcher individueller Abweichungen von der Norm sind Unterschiede in der genetischen Ausstattung der Menschen [Abb. 1].

Abb. 1: Jeder Mensch besitzt ganz individuelle genetische Eigenschaften, die die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Arzneimitteltherapie beeinlussen können.

Um diese erkennen und deuten zu können, muss der Arzt genetische Parameter bei einer Interventionsentscheidung mit in Betracht ziehen. Und das ist heute möglich. Diese relativ neuen Verfahren werden als „molekulare Di-

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agnostik“ bezeichnet. Sie bilden die Basis für eine personalisierte – genauer gesagt stratiiziere – Medizin, mit dem Ziel eine Gruppe von Patienten, die alle an der gleichen Krankheit leiden, in mindestens drei Untergruppen aufzuteilen: Eine erste Gruppe von Patienten, die tatsächlich von dem Medikament proitieren, eine zweite Patientengruppe, deren Mitglieder aufgrund genetischer Vorgaben von dem Medikament nicht proitieren können, und eine dritte Gruppe, deren Mitglieder bei Gabe des Medikaments deutliche Nebenwirkungen erfahren. Die Konsequenzen eines solchen Vorgehens bei einer Interventionsentscheidung werden einem Paradigmenwechsel gleichkommen, wenn das technische Potential tatsächlich ausgeschöpft wird. Wir werden in absehbarer Zeit einen Wandel erleben - weg von der Behandlung einer Krankheit und hin zur Behandlung eines Patienten mit einer ganz bestimmten genetischen Ausstattung. Klug eingesetzt, wird dieser Wandel den medizinischen Fortschritt skalierbar machen, und zwar dahingehend, dass nicht mehr gefragt werden muss, „was können wir uns bei begrenzten Ressourcen leisten“, sondern „was nutzt tatsächlich dem individuellen Patienten“. Wir werden auf Basis genetischer Biomarker Patienten Wirkstoffe vorenthalten, die bei ihnen nicht wirken können, und wir können eine statistisch ermittelte Dosisempfehlung für einen Patienten (in aller Regel nach unten) korrigieren, wenn genetische Marker andeuten, dass der Wirkstoff bei dem individuellen Patienten verzögert ausgeschieden wird. Dadurch ersparen wir dem Patienten nicht nur eine unwirksame und/oder unverträgliche Behandlung, sondern wir können auch Efizienzreserven heben, die das Gesundheitssystem so dringend braucht. Systematische Untersuchungen dokumentieren eine kaum glaubhafte Zahl an Non- oder Teilrespondern, die nur „verzögert“ wirksam behandelt werden, nachdem empirisch die Unwirksamkeit einer Intervention festgestellt wurde [Abb. 2].

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Abb. 2: Der mittlere Anteil von Respondern (blau) und Non-Respondern (gelb) für verschiedene Wirkstoffe

An diesen Patienten wurden auch Finanzmittel verausgabt, die man hätte sparen oder efizienter ausgeben können. Die neuen Möglichkeiten der Stratiizierung auf Basis molekulargenetischer Diagnostik werden uns in die Lage versetzen, Arzneimittel deutlich efizienter einzusetzen. Davon proitieren Patienten und das System gleichermaßen [Abb. 3].

Abb. 3: Behandlung von Krankheiten (links) vs. Behandlung kranker Patienten, die tatsächlich davon proitieren und diese gut vertragen.

Prof. Theo Dingermann

Institut für Pharmazeutische Biologie Biozentrum Goethe-Universität Frankfurt am Main Max-von-Laue-Str. 9 60438 Frankfurt Dingermann@em.uni-frankfurt.de

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Das Märchen vom Zitratzyklus Es war einmal... Ulrike ter Hazeborg, btS Leipzig Es war einmal ein Pyruvat, das im Cytosol wohnte. Eines Tages begab sich das Pyruvat auf eine Reise zu einem Tunnel um in das Mitochondrium einzureisen. Dort wurde es von einem Zollbeamten auf einem Pferd angehalten, der sich als PyruvatDehydrogenase Komplex vorstellte und TPP-, Liponamid- und FAD-Abzeichen auf seiner Uniform trug. „Führen Sie unerlaubte Stoffe mit sich?“, fragte er das Pyruvat. „Es sind nur 1 O, 2 C und 3 H für Fremde erlaubt“, belehrte er das Pyruvat, das daraufhin ein CO2 an den Pyruvat-Dehydrogenase Komplexes übergab. „Außerdem benötigen Sie eine Begleitperson in unserem Reich! Ich stelle Ihnen einen Hofangestellten zur Verfügung!“ Der junge Mann, der soeben angeritten kam, stellte sich als CoA vor und das AcetylCoA Duo ritt von dannen. Am Abend machten sie im Wirtshaus „Zur Citratsynthase“ Rast. Dort wurde ausgelassen gefeiert, weil der junge Prinz des Königreiches, Oxalacetat, zu Gast war. Er bemerkte sofort den hübschen Acetylrest an der Seite des CoA. Er befahl, man solle ihm den Hofangestellten CoA zum Gespräch bringen, und fragte, wer dieses hübsche Wesen sei. Das es eine Fremde aus dem Königreich Cytosol war, geiel ihm und er bat CoA, ihm das Mädchen vorzustellen. Sie tanzten den ganzen Abend und heirateten noch in der selben Nacht, wobei der Wirt Citratsynthase sie traute. CoA merkte, dass das Mädchen seiner nun nicht mehr bedurfte und brach auf. Das junge Paar hieß nun Citrat. In der Hochzeitsnacht kam der Geist Aconitase über das junge Paar und so wachten sie als Isocitrat noch glücklicher auf. Bald darauf war die Frau schwanger und brachte mit Hilfe der Hebammen Isocitratdehydrogenase und α-Ketoglutarat-Dehydrogenase Komplex ihre ersten zwei Kohlenstoffdioxide zur Welt. Auch die beiden Schwestern NAD+ waren bei der Geburt zugegen und wurden Patentanten wodurch sie zu NADH + H+ wurden.

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Während die Frau das zweite CO2 gebahr, wurden die beiden glücklichen Eltern von den Habammen α-Ketoglutarat genannt. Das Paar hatte nun mit den beiden Kindern alle Hände voll zu tun, sodass sie die Hilfe des Hofangestellten CoA erneut in Anspruch nahmen. Daher nannte der König von Mitochondrium die Familie seines Sohnes nur noch Succinyl CoA. Als die Kinder größer wurden, merkte CoA, dass seine Hilfe nicht mehr benötigt wurde und da er schon lange Zeit in die Magd Succinyl CoA-Synthetase verliebt war, brannte er mit ihr durch. Der Prinz, der inzwischen König war, und seine Frau bemerkten dadurch, dass es auch für sie einmal Zeit für Veränderungen war und mit neuer Energie feierten sie sich als Succinat! Sie beschlossen eine Reise an die Grenzen ihres Reiches nach Succinat Dehydrogenase zu machen, wo sie zum Beweis ihrer Liebe Rosen in den FAD Fluss warfen, der für sie nun FADH2 hieß, weil die Rosen, als sie den Fluss hinunterschwammen, wie 2 H‘s aussahen. Aufgrund ihres 50-jährigen Zusammenseins fühlten sie sich so gestärkt in ihrer Ehe, dass sie zum Fumarat wurden. Mit dem Fumarase Boot fuhren sie am MalatBerg vorbei bis in die Stadt Malat Dehydrogenase. Dort trafen die dritte NAD+ Schwester der Frau, die stolz erzählte, dass auch sie nun zum NADH+ H+ geworden sei, weil die Jüngste der fünf Schwestern jetzt noch ein Kind bekommen und sie zur Patentante gemacht habe. Doch kurz darauf, als sie in einem Wirtshaus ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten, verstarb die Frau in ihrem hohen Alter. Der Mann blieb als Oxalacetat alleine und unglücklich zurück. Ihm wurde geraten, zum Jungbrunnen am Rande der Stadt zu gehen. Oxalacetat befolgte den Rat und so wurde er nach einem Bad im Jungbrunnen wieder zu einem stolzen jungen Mann, der bereit war für eine neue Frau zu sorgen und mit ihr Kohlenstoffdioxide zu bekommen.

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Studium

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Studieren im Land von IKEA und Elchen Svenja Reinders berichtet aus Uppsala

Svenja studierte molekulare Biotechnologie in Bielefeld und ging für ein Semester als Erasmus-Studentin nach Schweden. Dort geiel es ihr so gut, dass sie für den kompletten Master dort geblieben ist. Warum hast du dich dazu entschieden, deinen Master in Schweden zu machen? Die Menschen in Schweden sind sehr offen und nett. Ich habe meine Erasmus-Zeit so sehr genossen, dass ich einfach dort bleiben wollte. Die Forschung macht mir außerdem sehr viel Spaß und neben den Biotech-Wirtschaftskursen wurde auch angeboten, ein Jahr des Masters nur mit Forschung zu verbringen. Welchen Masterstudiengang hast du absolviert? Ich habe Applied Biotechnology studiert. Neben Biotechnologie wurden auch Wirtschaftskenntnisse vermittelt. Das Tolle daran war, dass der Studiengang auf uns zugeschnitten und sehr praktisch orientiert war. Als Fallstudien haben wir z.B. die Entwicklung und Vermarktung der Pyrosequencing Technologie behandelt. Waren Schwedischkenntnisse erforderlich? Nein, das gesamte Masterprogramm war komplett auf Englisch. Welche Unterschiede im Unialltag gab es im Vergleich zu Deutschland? Man hat ca. drei Monate lang nur einen Kurs, danach folgen eine Klausur und der nächste Kurs. Morgens hat man Vorlesungen und nachmittags folgt Laborarbeit. Dieses Konzept fand ich besonders für den Master gut, da man sich sehr gut in die Materie einarbeiten und wirklich in die Tiefe gehen kann. Wie hast du dort deine Freizeit verbracht? Ich war aktiv in etwas Vergleichbarem wie der Biologie-Fachschaft und habe in einer studen-

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Svenja im Labor in Schweden

tischen Theatergruppe sowie dem Kulturclub mitgewirkt. Uppsala hat eine sehr ausgeprägte Studentenkultur mit vielen tollen Angeboten. Was war dein lustigstes Erlebnis? In Uppsala steht ein Dom und dort ist der Hauptsitz der schwedischen Kirche. Der König als Kirchenoberhaupt kommt deshalb mindestens einmal im Jahr in die Kirche um einer Bischofsweihe oder einer anderen Zeremonie beizuwohnen. Als Austauschstudenten fanden wir das wirklich toll, die Königsfamilie einmal live sehen zu können. Wir saßen also ca. 2 Stunden in einem Gottesdienst in einer Sprache, die fast keiner verstand, um den König einmal kurz in 2 m Entfernung vorbeilaufen zu sehen. Nachher fragte mich dann ein Bekannter aus Japan: “Du, wer war eigentlich der König? Da hatte niemand eine Krone auf.” Warum bist du für die Promotion nach Deutschland zurückgekehrt? Ich musste mich im tiefsten Winter bei -20°C und nur 3 Stunden Licht am Tag auf Doktorandenstellen bewerben. Da habe ich mich generell nur auf alles “südlich von Uppsala” beworben. Das Max Planck Institut für Psychiatrie in München mit seinem translationalem Forschungsansatz hat mich da sehr gereizt.

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Schluss (mit Lustig)

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„Don’t cry for me“ Zwiebeln sind zum Heulen. Doch es naht Rettung für die geplagten Köche: Japanische Forscher haben entdeckt, dass das zu Tränen rührende Propanthial-S-oxid nicht als Nebenprodukt bisher bekannter Reaktionen, sondern speziisch durch ein zuvor unbekanntes Enzym entsteht. Ihre Entdeckung könnte das Design von nicht beißenden Zwiebeln ermöglichen ohne den typischen Geschmack zu beeinlussen. Dafür wurden sie mit dem Ig-Nobelpreis 2013 geehrt. Andere Nebenwirkungen des Genusses werden damit aber wohl nicht verhindert.

gesunde Ernährung für Helden

P wie Partizipation, Professionalität und Pumpen Dabei sein ist schon viel. Partizipation in der btS bedeutet allerdings mehr. Vom anfänglichen Reinschnuppern wirst du schnell hinein gesogen in die Motivation aktiv zu werden und spannende Events auf die Beine zu stellen. Von allein entwickelt sich daraus eine Professionalität, die du dir vielleicht vorher gar nicht zugetraut hättest und die dich nicht nur berulich weiter bringt. Das professionelle Pumpen von Erfolgen will halt gelernt sein. In diesem Sinne: Action-Yeah! In der nächsten Ausgabe: Q wie Qualitätsbewusstsein

Gollums Vitamin D-Mangel Hätte Gollum etwas mehr auf Teint und Diät geachtet, wäre sein Schatz vielleicht noch in seinen Händen. Britische Forscher untersuchten systematisch Tagesrhythmus, Wohnsituation, Sonnenlichtaussetzung und Ernährung der Charaktere in der Saga Der kleine Hobbit. Sie fanden heraus, dass Helden und siegreiche Charaktere signiikant mehr Vitamin-D aufweisen als die Bösen und Verlierer. So führte Gollums Höhlenleben sowie der Genuss von verfaultem Fleisch und blindem Fisch zu schwachen Muskeln und Knochen. Die abwechslungsreiche Diät Bilbo Beutlins aus Himbeermarmelade, Schweinsterrine, kaltem Huhn und eingelegtem Gemüse bescherte diesem hingegen einen deutlichen Vorteil. Es bleibt die Frage, ob sich die Ergebnisse auf andere Sagen übertragen lassen und welchen Ausgleich Masken-tragende Helden inden.

13 l Januar 2014

Impressum ScieNews - Das Magazin der btS Herausgeber: btS e.V. c/o Universität zu Köln Zülpicherstr. 47 50674 Köln ScieNews@btS-eV.de www.ScieNews.de Redaktion: Hanna Berger, Marius Hoffmann, Sarah Hücker, Stefanie Nühlen, David Spannagel, Gundula Sprick, Alexandra Vesely, Nina Wenke, Weitere Autoren dieser Ausgabe: Ulrike ter Hazeborg, Christian Veltkamp, Friderike Weege

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