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MANAGEMENT & KARRIERE

Die besten

Die Sieger und die Top 100 beim GEWINNJungunternehmer-Wettbewerb 2013 sowie die besten Gründer in den Kategorien Hightech, IT/ECommerce, Export, Umwelt und Idee des Jahres.

nach dem Studium der Elektrotechnik in Graz ein Unternehmen zu gründen. Er spezialisiert sich auf Lageroptimierung und Lagerplanung für den Leoller Ideen und Tatendrang bensmittelhandel. Und wie es sich für – Michael Moosburger, 52, einen Unternehmer gehört, will er erist genau so, wie man sich folgreich sein, hat er ständig das Ohr einen „geborenen Unter- am Kunden: „Was habt ihr denn noch nehmer“ vorstellt. Und er ist auch einer. für Probleme außer im Lager?“, fragt So war es für den gebürtigen Vorarl- er immer wieder nach. Moosburger berger auch ganz selbstverständlich, heute: „Als Antwort kam meist der VON FRIEDRICH RUHM

UND THOMAS WILHELM

V

Wunsch nach elektronischer Preisauszeichnung.“ Denn das händische Tauschen der bis zu 10.000 Preisschilder, die sich in einem Supermarkt finden, ist nicht nur äußerst personalintensiv, sondern auch fehleranfällig. Zentral gesteuerte elektronische Preisschilder könnten beide Probleme lösen. Eine Technologie, die es auch schon gab, die aber nur in Frankreich wirklich im Einsatz war. Moosburger: „Dort drohen nämlich hohe Strafen, wenn der Preis am Regal nicht mit dem Preis an der Kasse übereinstimmt.“ Bei seinen Recherchen fand Moosburger aber auch heraus, warum elektronische Preisschilder noch nicht mehr verbreitet waren: „Die Lösungen waren alle nicht gut.“ Die Vorgaben seiner Kun-

Mit Unterstützung von

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GEWINN 12/13

Foto: www.bigshot.at/ Bernhard Bergmann

Jungunternehmer 20


MANAGEMENT & KARRIERE

13 Foto: Ernst Kainerstorfer

Michael Moosburger (re.) und Andreas Rรถssl von iMAGOTAG aus Graz sind die Sieger beim GEWINNJungunternehmer-Wettbewerb 2013

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MANAGEMENT & KARRIERE Jungunternehmer 2013

durch weiß wie Papier und auch farbige Grafiken oder Logos seien darauf möglich. Dann sollte die Installation des elektronischen Preisauszeichnungssystems einfach sein und keine großen Umbauten erfordern. Moosburger: „Wir haben uns für unkompliziert anzubringende Accesspoints wie bei WLan entschieden.“ Und schließlich sollte die Software leicht integrierbar sein. „Die Lebensmittelkonzerne wollen sich nicht mit der hundertsten Anwendung herumschlagen“, weiß Moosburger. Als „absoluten Clou“ hatte man sich aber für die Stromversorgung der Preisschilder eine Lösung mit kleinen Photovoltaik-Zellen überlegt. Foto: Andreas Fischer

iMAGOTAG sagt der Hausverstand

Platz zwei geht an Professor J. Peter Guggenbichler und sein Team von AMiSTec aus Kössen in Tirol (im Bild mit Karin Bähringer und Nadja Ebersberger, v. li.)

den nach guter Lesbarkeit oder einfacher Integrierbarkeit in die konzerneigene IT erfüllte keines der Produkte. 2009 fasste Moosburger daher den Entschluss: „Wir machen es selbst!“ Im Herbst 2010 gründete er neben der Logistikberatung gemeinsam mit Andreas Rössl, einem Mitarbeiter von ihm, die iMAGOTAG GmbH, die im Herbst 2013 zum Gesamtsieger beim GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerb gekürt wurde und außerdem den Sieg in der Spezialkategorie Hightech für sich verbuchen kann.

Platz eins und Sieger „Hightech“: iMAGOTAG Da die elektronische Preisauszeichnung ein offenes Patent ist, mussten Moosburger und Rössl nicht bei null anfangen. Und während Rössl sich „der Tüftelei“ widmete, sah Moosburger sich nach Förderungen um. Auch das macht einen guten Unternehmer aus. Moosburger: „Zuerst haben wir uns eine awsFörderung für die Vorforschung geholt.“ Der heimischen Förderlandschaft streut Moosburger übrigens Rosen: „Wir wurden von aws und FFG perfekt unter78

stützt, in Österreich gibt es für HightechUnternehmen wie uns sehr gute Fördermöglichkeiten.“ Das Produkt, das Moosburger und Rössl entwickeln wollten, sollte alle Stückerl spielen und den ohnehin schwachen Mitbewerb auf die Plätze verweisen. Zuallererst sollten die elektronischen Schilder anders als ihre Konkurrenz von allen Seiten gut lesbar sein und wurden daher mit E-Paper statt LCD konzipiert. Das Display wirke da-

Die Feuertaufe für iMAGOTAG fand im Herbst 2012 statt: 1.050 BILLA-Filialen wurden ausgerüstet. Vorerst nicht vollständig, sondern nur mit eigens konstruierten Schildern für die „BILLA-Bestpreis-Garantie“. Sich gleich bei einem Marktführer beweisen zu dürfen, ist eine seltene Chance, die iMAGOTAG mit Bravour meistert. „Wir sind technologischer Weltmarktführer“, jubelt Moosburger heute. Die Auftragsbücher sind voll und die Nachfrage ist so groß, dass man sich eine Zwischenlösung mit Batterien statt der PV-Zellen einfallen lassen musste. Moosburger: „Die Nachfrage vom Markt hat uns überholt. Unser jetziges Produkt ist zwar noch nicht unser Ziel, aber trotzdem das Beste, was es auf dem Markt gibt.“ Und die batterie-

So wurde bewertet

A

us knapp 1.000 Registrierungen wurden 300 Einreichungen bewertet und daraus die besten 100 GEWINN-Jungunternehmer 2013 ermittelt. Unter dem Vorsitz von BM Reinhold Mitterlehner gehörten der Jury an: als Vertreter der beiden Hauptsponsoren Helmut Bernkopf, Vorstand Bank Austria, und Jan Trionow, CEO von 3, als Vertreter der weiteren Sponsoren Umweltminister Nikolaus Berla-

kovich, Generalsekretär der Industriellenvereinigung Christoph Neumayer und Dieter Bodingbauer, Geschäftsführer Bisnode D&B Austria, sowie als weitere Experten Irene Fialka (INiTs), Franz Hlavac (Journalist), Stefan Kreppel (FFG), Martha Mühlburger (Montanuniversität Leoben), Elisabeth Zehetner (Gründerservice WKO) sowie GEWINN-Herausgeber Georg Waldstein.

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MANAGEMENT & KARRIERE Die Sieger des GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerbs 2013

der gebürtige Kitzbüheler schließlich gemeinsam mit seiner Frau Undine Soltau in Kössen die AMiSTec GmbH & Co. KG und fand eine Lösung, die auf einer genial einfachen Überlegung fußt. Wenn es die menschliche Haut schafft, sich durch ihren Säureschutzmantel erfolgreich gegen Infektionen zu wehren, warum nicht Oberflächen sauer machen? Guggenbichler: „Wir haben in den 30 Jahren rund 30 verschiedene Substanzen untersucht, die alle nicht ausreichend funktioniert haben. Inspiriert von der körpereigenen Abwehr sind wir schließlich auf die sauren Oberflächen gekommen.“ Sauer gemacht werden die sonst ph-neutralen Oberflächen mithilfe spezieller Metalloxyde, die aufgetragen oder gleich mitverarbeitet werden können. Um zu wirken, braucht es nur eine gewisse Luftfeuchtigkeit. Dafür sind die Metalloxyde extrem resistent, auch gegen Schweiß, Desinfektions- und Reinigungsmittel und trotzdem weder ätzend noch korrosiv. Infektionen können damit nicht gänzlich verhindert, aber deutlich reduziert werden. Guggenbichler: „Wir schaffen für Bakterien und Keime ungünstige Bedingungen. Ich glaube, das ist die Antwort für sehr viele Probleme.“ Auch in der Industrie und in anderen Bereichen, etwa wenn es um das Veralgen von Wasserleitungen, Schwimmbecken oder auch Schiffsrümpfen geht. Das eröffnet AMiSTec eine Unzahl von Einsatzmöglichkeiten. Erste Pilotkunden sind beispielsweise der Bodenbeläge- und Spanplattenhersteller EGGER oder der Kabelhersteller LEONI, der OP-Räume nunmehr mit antimikrobiellen Kabeln ausstattet. Beide sind Lizenznehmer von AMiSTec, anderen Firmen werden Foto: Franz Neumayr/SB

Platz drei und die Kategorie Export gehen an Patrick Müller von BILTON aus Saalfelden

losen Preisschilder sind ohnedies schon im Feldtest, so Moosburger. Gefertigt werden alle iMAGOTAG -Schilder übrigens von Flextronic im Kärntner Althofen. Moosburger: „Ich bin stolz, damit nicht nach Asien gegangen zu sein.“ Der Erfolg von iMAGOTAG zeigt sich auch in einer Umsatzexplosion: Von 52.000 Euro 2011 auf fünf Millionen im letzten Jahr. Dafür, dass es in dieser Tonart weitergehen kann, sorgen die Kontakte des umtriebigen Unternehmers zu namhaften Handelsriesen nach Deutschland. „Wir wollen auf dem Weltmarkt ganz vorne dabei sein“, definiert Moosburger seine Zukunftsvision.

Platz zwei: AMiSTec Eine Vision ganz anderer Art hatte Professor J. Peter Guggenbichler, 69, bereits vor 30 Jahren, damals Vorstand einer Kinderklinik in Deutschland: „Ich wollte den Eltern einfach nicht mehr sagen müssen: Ihr Kind ist mit einer behandelbaren Erkrankung an einer im Krankenhaus erworbenen Infektion gestorben.“ Tatsächlich sind Infektionen durch multiresistente Keime in Spitälern mittlerweile ein weltweites Problem, das auch in Österreich jährlich Tausende Todesopfer fordert. Bis zu seiner Emeritierung vor zwei Jahren forschte Guggenbichler neben seiner Arbeit als Arzt und musste viele Rückschläge einstecken. 2011 gründete GEWINN 12/13

aber auch fertige Produkte als Pulver geliefert. Heuer will man ausgeglichen bilanzieren, im nächsten Jahr bereits Gewinn machen. Im kommenden Frühjahr soll außerdem gemeinsam mit der Universität Innsbruck ein Projekt für ein keimarmes Krankenhaus starten. Guggenbichler: „Wir wollen damit den Nachweis bringen, dass wir mit antimikrobiellen Oberflächen das Infektionsrisiko um 50 Prozent reduzieren können.“

Die Spezialwertungen 2013

N

eben den 100 besten Jungunternehmern des Jahres werden beim GEWINN-JungunternehmerWettbewerb auch Preise in fünf Spezialkategorien vergeben. Die Entscheidung erfolgt auf Basis eines Dreiervorschlags der Jury durch den jeweiligen Sponsor. Nominiert waren in diesem Jahr in der Kategorie Hightech (Sponsor: Wirtschaftsministerium) ● AMiSTec GmbH & Co KG ● iMAGOTAG GmbH (Sieger) ● QuantaRed Technologies GmbH Kategorie IT/E-Commerce (Sponsor: 3) ● 360kompany GmbH ● SIB Visions GmbH (Sieger) ● shop2help.net Kategorie Export (Sponsor: Industriellenvereinigung) ● Bademeisterei Kosmetikmanufaktur GmbH ● BILTON International GmbH (Sieger) ● HooVi Kategorie Umwelt (Sponsor: Umweltministerium) ● Aeoon Technologies GmbH ● Naporo Klima Dämmstoff GmbH (Sieger) ● Organoid Technologies GmbH Kategorie Idee des Jahres (Sponsor: Bisnode D&B Austria) ● BYF Bright Yellow Future KG ● Quantum Voltaics KG (Sieger) ● XARION Laser Acoustics GmbH

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MANAGEMENT & KARRIERE Jungunternehmer 2013

Platz drei und Sieger „Export“: BILTON International Mit beeindruckenden Profiten kann bereits Patrick Müller aus Saalfelden aufwarten. 4,5 Millionen Euro sollen es heuer werden. Gegründet hat er seine BILTON International GmbH vor drei Jahren. Als Einzelunternehmer machte er sich bereits ein Jahr zuvor selbständig, nachdem sein Arbeitgeber eine von ihm entwickelte Steuerung für LED-Lichtsysteme nicht vertreiben wollte. Müller: Ich habe das aber ziemlich interessant gefunden. So ist mir die Selbständigkeit eher passiert.“ Was Müller so interessant fand, ist eine Steuerung, die im wachsenden LED-Markt eine kleine Revolution bedeutet. Während Hersteller wie Osram oder Philips mit „geschlossenen“ Sys-

dere machen könnte, war es ihm umso wichtiger, schnell auf den Markt zu kommen. Müller: „Wir sind Kompetenzführer und in einer kleinen Nische, die für die Großen nicht so interessant ist, breit aufgestellt.“ Betriebsgeräte wie sie BILTON entwickelt und fertigt, machen rund zehn Prozent des LED-Markts aus, der von heute sieben bis 2020 auf 70 Prozent des gesamten Beleuchtungs marktes wachsen soll. Müller: „Sieben von zehn Leuchten werden dann LED sein, und die brauchen alle ein Betriebsgerät.“ Daneben hat BILTON aber noch ein weiteres Ass im Ärmel. Für die sogenannte „lineare Beleuchtung“ wurde eine neuartige Bestückungstechnologie entwickelt, die es möglich macht, LEDs

Foto: Pepo Schuster

René Jahn, Roland Hörmann und Martin Handsteiner von SIB Visions sind die Sieger in der Kategorie IT/E-Commerce (v. li.)

temen arbeiten, ist die von Müller entwickelte Steuerung „KNX/EIB“ mit allen Systemen kompatibel und auch mit anderen Bereichen der Gebäudesystemsteuerung kombinierbar. Müller: „Das ist wie Windows, das auf einem Apple ebenso funktioniert wie auf einem PC.“ Der „rasche Erfolg“ von BILTON ist aber auch darauf zurückzuführen, dass Müller für seine Innovation eine bereits etablierte Software als Basis verwendet. Die Vorteile für Kunden? „Sie können jedes System verwenden, egal welche Anwendung“, so Müller. Da er überzeugt ist, dass das auch jeder an80

hochautomatisiert auf einem flexiblen Endlosband (bis 20 Meter) zu produzieren. Damit will man künftig vielleicht auch der klassischen Neonröhre den Garaus machen. Und das von Europa aus. Müller: „Diese Technologie macht uns in einem asiatisch dominierten Bereich sehr konkurrenzfähig.“ So kommen die BILTON-Lichtbänder etwa auch bei der von Stararchitekt Jean Nouvel neugestalteten Pariser Philharmonie zum Einsatz, aber auch Baku in Aserbaidschan führt man auf der Referenzliste, ebenso wie Nike London. Im Rahmen eines FFG-Projekts arbeitet BILTON zudem an der Entwicklung

eines „biologisch gesteuerten“ Tageslichtsensors, erste Ergebnisse erwartet man im Frühjahr 2014.

„IT/E-Commerce“: SIB Visions „Wir wollten maßgeschneiderte Software anbieten, die auch für kleine Unternehmen leistbar ist und auf allen Plattformen läuft“, erklärt Roland Hörmann, 39, den Grund, warum er im Oktober 2008 gemeinsam mit Rene Jahn, 33, und Martin Handsteiner, 41, die SIB Visions GmbH gründete. Kennengelernt hatten sich die drei Jungunternehmer in ihrem vorhergehenden Berufsleben. Alle drei IT-Insider wussten um den Bedarf an leistbarer Individualsoftware. „Wirkliche Individualsoftware ist nur für große Unternehmen bezahlbar“, erklärt Hörmann. Das, was kleinen und mittelgroßen Betrieben bisher aber als „maßgeschneidert“ verkauft worden sei, sei meist nur Standardsoftware, die zwar adaptiert wurde, aber trotzdem nie wirklich passe. Teuer sei diese Lösung obendrein. „Wir dachten, dass das anders möglich sein muss“, sagt Hörmann. VisionX, das SIB-Visions-Produkt, wird für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) vor allem deshalb interessant, weil es viel günstiger arbeitet als herkömmliche Angebote, aber dasselbe leistet. Innovativ ist außerdem, dass die Applikation auf jeder Plattform wie etwa PC, Web-Browser, Smartphone oder Tablet eingesetzt werden kann. Hörmann erklärt den Clou: „Wir haben einen Weg gefunden, 80 Prozent der Zeit einzusparen.“ Und weniger Entwicklungszeit für firmeninterne Anwendungen bedeutet auch entsprechend weniger Kosten. Den Aufbau von VisionX beschreibt Hörmann so: „Unser Ansatz war, dass Anforderungen, die immer wieder kommen, nicht jedes Mal neu gemacht werden müssen.“ Das weltweit einzigartige Produkt wurde auf einer grundsätzlich für jedermann zugänglichen Open-Source-Technologie aufgesetzt. Obwohl dafür kein Patent gehalten wird, hat Hörmann keine Angst vor Nachahmern: „Unser Wissensvorsprung beträgt einige Jahre, das ist GEWINN 12/13


kaum kopierbar.“ Die Entwicklung hat laut Hörmann Zigtausende Arbeitsstunden verschlungen. Trotzdem hat sein junges Unternehmen nie Fremdkapital benötigt, die Entwicklungskosten von VisionX wurden immer aus laufenden Aufträgen finanziert. Darauf ist der IT-Fachmann hörbar stolz. Neben Software verkauft SIB Visions aber auch Beratung. Hörmann, der nebenbei Lektor an der FH Technikum Wien ist: „Das bringt nicht viel Umsatz, aber Kontakte und Kunden.“ Kunden findet SIB Visions mittlerweile in der Flug-, Energie- oder Abfallindustrie in den USA oder in Deutschland, aber natürlich vor allem in Österreich, und das nicht nur unter KMU. „Die Firma Flight Environments hat ihr neues Produktionssystem mit VisionX selbst aufgebaut“, gibt Hörmann ein konkretes Beispiel. Der heimische Markt sei aber bekanntermaßen klein, man müsse sich aus Österreich heraustrauen. Für Hörmann und seine beiden

Foto: jimmidee-production / A.Zechmeister

MANAGEMENT & KARRIERE Die Sieger des GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerbs 2013

Die Kategorie Umwelt holen sich Robert Schwemmer und seine Hanfdämmplatte aus Oberösterreich


MANAGEMENT & KARRIERE Jungunternehmer 2013

Top 100: Die GEWINN-Jungunternehmer 2013 (Ränge 1–52) Rang Name

Firma

Adresse

Andreas Rössl, 1 Michael Moosburger 2 J. Peter Guggenbichler 3 Patrick Müller

iMAGOTAG GmbH

8042 Graz

AMiSTec GmbH & Co KG BILTON International GmbH

6345 Kössen 5760 Saalfelden

4 Karl-Heinz Karpf, Roland Aigner

Quipos Solutions GmbH

5071 Wals

Regina Grillari, Johannes Grillari, 5 Otto Kanzler 6 Bernhard Adler, Sebastian Riepl 7 Michael Kitzmantel, Erich Neubauer 8 Robert Schwemmer Florian Matusek, Stephan Sutor, 9 Klemens Kraus 10 Wolfgang Ritter, Bernhard Lendl 11 Tanja Peterschinek, Michael Wimmer 12 Balthasar Fischer, Leonhardt Bauer 13 Thomas Lederer 14 Martin Bliem, Christian Miletzky 15 Christoph Egger, Martin Jehart 16 Bernd Gruber, Markus Krainz 17 18 19 20 21 22 23 24 25

Evercyte GmbH

1190 Wien

ECOP Technologies GmbH RHP-Technology GmbH & Co KG Naporo Klima Dämmstoff GmbH

4020 Linz 2444 Seibersdorf 5280 Braunau

KiwiSecurity Software GmbH

QuantaRed Technologies GmbH BYF Bright Yellow Future KG XARION Laser Acoustics GmbH Quantum Voltaics KG camarg OG Organoid Technologies GmbH indoo.rs GmbH Bademeisterei KosmetikAlexander Kraml, Michaela Kraml manufaktur GmbH Wolfgang Richter, Helmut Steineder JIPP.IT GmbH Franz Seyrlehner, Bernhard Weidinger, Filip DAGOPT Optimization Markus, Hermann Schichl, Ferenc Domes Technologies GmbH Eva Sigl, Andrea Heinzle InFact GesbR Robert Stasny DocVision Trading GmbH Bernd Bodiselitsch Imprint Analytics GmbH Angelo Schiestl, Erik Huber Aeoon Technologies GmbH Sanela Mandzuka Eminamore Popcorn Vertriebs GmbH Michael Hurnaus, Michael Tschernuth, Tractive GmbH Michael Lettner Russell E. Perry, Bernhard Hoetzl, Iris Pittl, 360kompany GmbH Peter Bainbridge-Clayton Peter Fisera CF Consulting Fisera e. U. René Jahn, Roland Hörmann, SIB Visions GmbH Martin Handsteiner AniMedical – medizinische Johannes Allesch Animationen KG Hubert Hochleitner HooVi Tamás Zoltán Henics, EveliQure Biotechnologies GmbH Zoltán Dobai Nicole Pascher KANGA TRAINING Silvio Spiess INNASOL GmbH Mario Stojec, Paul Stojec CAITEN GmbH Michael Romani shop2help.net Josef Brunner, Anton Kerschbaummayr nativy GmbH Bernhard Supanz, Sabina Supanz-Smrt Supanz GmbH Peter Remmerie, Martin Rasinger Bagjump Action Sports GmbH

Unternehmensgegenstand Entwicklung, Produktion, Vermarktung elektronische Preisauszeichnung bzw. Digital-Signale Lösungen für antimikrobielle Oberflächen LED-Lichtmanagement & lineare LED-Beleuchtung Entwicklung und Vertrieb einer mobilen Infrastruktur für Zutritt und Bezahl-Lösungen Biotechnologie (Tests für den klinischen Erfolg von Wirkstoffen) industrielle Wärmepumpen, Wärmerecycling Materialentwicklung/Pulvertechnologie Produktion von Dämmstoffen aus Hanf

Homepage (www.) imagotag.com amistec.at bilton.at quipos-solutions.com evercyte.com ecop.at rhp-technology.com naporo.com

1230 Wien

automatische Videoüberwachungssoftware

kiwi-security.com

1100 Wien 8020 Graz 1040 Wien 4020 Linz 1090 Wien 6473 Wenns 2345 Brunn/Gebirge

chemische Messgeräte Biotechnologie – erneuerbare Energie Entwicklung des optischen Mikrofons Entwicklung von Solarzellen Entwicklung des medizinischen Stuhls Chelino Materialentwicklung Lokalisierung in Innenräumen via WLAN

quantared.com brightyellowfuture.at xarion.com quantumvoltaics.at camarg.at organoids.at indoo.rs

4030 Linz

Produktion von kosmetischen Erzeugnissen

bademeisterei.com

8200 Gleisdorf

Softwareentwicklung, Training, Consulting

jipp.it

4040 Linz

Optimierungssoftware, Ressourceneinsatz

dagopt.com

8664 Groß Veitsch 5020 Salzburg 7343 Neutal 6233 Kramsach 1010 Wien

medizinische Diagnostik Scheibenreinigung in Tablettenform kommerzielle Analyse stabiler Isotope Maschinen, Software & Elektronik für Textildruck Erzeugung und Handel von Maissnacks

– doc-vision.at imprint-analystics.at aeoon.com popcorner.at

4061 Pasching

GPS-Geräte für Haustiere und Haustier-Apps

tractive.com

39 Martin Fitz, Erich Köhlmeier

IPM GmbH & Co KG

6900 Bregenz

40 Reinhold Baudisch, Michael Doberer

durchblicker.at | YOUSURE Tarifvergleich GmbH Black Bear GmbH

1190 Wien 1230 Wien

Online-Service für Firmenhintergrundinformationen Beratung in der Zellstoff- und Papierindustrie Datenbankanwendungen für Anwender ohne IT-Know-how 3D-Animationen, Apps, digitale Patientenaufklärung DEEFLEXX – Schalldiffuser für Gitarrenverstärker Entwicklung von wirksamen Impfstoffen gegen (Brech-)Durchfallerkrankungen Workout für Mamas mit Babys erneuerbare Energie Photovoltaik und deren Komponenten Fundraising, Charity-Shopping Online-Plattform für Übersetzungen von Profis Software-Entwicklung, mobile Integration „Bagjump“-Sicherheitssysteme Automatisierung/Sonderlösungen für die Automobilindustrie, Roboter, Sicherheitstechnik Online-Tarifvergleich für Finanzprodukte und Energie Vertrieb und Produktion von „Black Bear“

bitmovin Softwareentwicklung OG

9020 Klagenfurt

Multimedia-Streaming-Dienste und -Produkte

bitmovin.net

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1140 Wien

Tablet, PC oder Notebook als digitales Notenpult

phonicscore.at

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1210 Wien 4983 St. Georgen

Tool für QR-Code-Kampagnen u. mobile Webseiten qr1.at aktives Energie-Fassadensystem thermocollect.at

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1050 Wien

E-Commerce-Plattform für Weiterbildung

Rass Media e. U. Hexa Business Services Beratungsund Dienstleistungs GmbH Green Rabbit KG

3420 Kritzendorf

barrierefreier EPG-TV, Radio, TV- und Mediatheken

tvbutler.at

1110 Wien

Informationstechnologie

hexa.at

1160 Wien

MTA Systems GmbH

4320 Perg

Planung, Umsetzung und Pflege von Begrünungen Antriebs- und Automatisierungstechnik, Mechatronik

mta-sys.com

idee – Concept & Exhibition Engineering GmbH Megaparkett OG

6020 Innsbruck

VISCOPE Aussichtsfernrohr, Tourismusconsulting

idee-gmbh.at

7100 Neusiedl/See

Online-Handel Parkettböden, Stiegen und Terrassen megaparkett.at

26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38

41 Christian Lugar Stefan Lederer, Christian 42 Timmerer, Christopher Müller Matthias Uiberacker, Florian Kruse, 43 Oliver Hörbinger 44 Peter Hlavac, Stephan Zavrel 45 Rudolf Schwarzmayr Markus Kainz, Alexander Schmid, 46 Johannes Brandauer 47 Werner Rass Damianos Soumelidis, Paul Haberfellner, 48 Thomas Riedl 49 Katharina Lapin, Teresa Mohn Dietmar Pankraz, Herwig Feuerstein, 50 Mario Gliewe 51 Marius Massimo, Norbert Span 52 Christian Perger, Ronald Günser

1070 Wien 8077 Gössendorf 1200 Wien 5400 Hallein 6130 Schwaz 1030 Wien 1070 Wien 4020 Linz 9431 St. Stefan 4030 Linz 1020 Wien 9074 Keutschach 6020 Innsbruck

kompany.com procsim.eu sibvisions.com animedical.at hoovi.at eveliqure.com kangatraining.at innasol.com caiten.eu shop2help.net nativy.com supanz.org bagjump.com ipm-gmbh.at https:// durchblicker.at energieriegel.at

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MANAGEMENT & KARRIERE Jungunternehmer 2013

Top 100: Die GEWINN-Jungunternehmer 2013 (Ränge 53–100) Rang Name Daniel Marischka, Manuel Mager, 53 Kurt Reimann, Christian Passet 54 Michael Niedermoser, Gerhard Froner 55 Rafael Walter 56 Martin Klässner Reinhard Korsitzke, Peter Nemcek, 57 Marko Svetina

Firma

Adresse

Unternehmensgegenstand

Homepage (www.)

Flatout Technologies GmbH

1030 Wien

Hausautomation, Smart-Homes

Aktionsfinder GmbH Juvax Betriebsgesellschaft mbH/ Kurzzeitwohnen.com martin klässner consulting

5020 Salzburg

Betrieb und Vermarktung einer Internet-Plattform

5300 Hallwang

Alternativen zu Hotel und Pension für Firmen

kurzzeitwohnen.com

5550 Radstadt

Elektromobilität und neue Technologien

klaessner.at

cyberGRID GmbH

3400 Klosterneuburg technisches Büro, Handel mit Computersystemen

flatout-technologies. com aktionsfinder.at

cyber-grid.com

58 Nikola Neskovic, Sashko Ikonomovski

CADShop GmbH

1160 Wien

59 Frederik Tengg, Simon Künz 60 Katharina Fellnhofer 61 Stefan Ponsold

hiQ solutions GmbH Feld und Hof – Die Agrarplattform SunnyBAG GmbH

1090 Wien 3376 St. Martin 8020 Graz

unabhängige Plattform für Ingenieure, Online-Shop Datenverarbeitung, Informationstechnik Online-Landwirtschaftsplattform Entwicklung, Design und Vertrieb von Solartaschen

62 Wolfgang Vogl, Andreas Krenn

VWM GmbH

2295 Zwerndorf

Wassermesstechnik

hiq-solutions.at feldundhof.at sunnybag.at vienna-watermonitoring.com seabear-diving.com keysolution.at spintower.eu; vipadd.net absolventen.at

Ferdinand Saint Julien-Wallsee, 63 Franz Fidler 64 Arne Sieber 65 Hannes Macherhammer

TriLite Technologies GmbH

7343 Neutal

Seabear Diving Technology KeySolution

8700 Leoben 4209 Engerwitzdorf

66 Mario Schwaiger, Marco Schwaiger

SPINTOWER KG

8010 Graz

Technologien für autostereoskopische (ohne Brille) Darstellung von 3D-Inhalten Tauchgerätetechnologie Schlüsselmanagementsystem für Autohäuser mobile Assistenzsysteme für professionelle Einsatzbereiche (wearable computing solutions)

67 Bernhard Scheubinger

absolventen.at Informationsdienstleistung GmbH

4020 Linz

Online-Job- und -Karriereportal

Friedrich Niederndorfer, 68 Günther Spath, Jürgen Wuchta 69 Thomas Fleischanderl, Klaus Hochreiter 70 Elisabeth Koppensteiner 71 Andreas Kienbink, Igor Pajed 72 Andreas Sernetz 73 Christian Indra

cadshop.com

trilite-tech.com

lixtec GmbH

4844 Regau

Vertrieb von innovativen Beleuchtungssystemen

lixtec.com

4190 Bad Leonfelden 3910 Zwettl 1060 Wien 1010 Wien 4120 Neufelden 5522 St. Martin am Tennengebirge

Online-Marketing biologisches Gärtnern Multimedia-Agentur Konsumentenforderungen (Fluggastrechte) Software und Hardware für das Baugewerbe

emagnetix.at gartenleben.at mediaapparat.com fairplane.net indraft.at

74 Christian Schrempf

eMagnetix Online Marketing GmbH GARTENleben GmbH Media Apparat PHQ GmbH FP Passenger Service GmbH INDRAFT Software Solutions GmbH Christian Schrempf GmbH – Freemotion

Freemotion-Carving-Skischuh

freemotion.cc

75 Marco Kisch, Christoph Arnhof

Arnhof & Kisch Technik GmbH

4780 Schärding

Luftbefeuchtungsanlagen und Pumpen für die Lebensmittel- und Pharmaindustrie Sicherheitsüberprüfung und -beratung Modernisierung historischer Kastenfenster

holisticsec.com wienerkomfortfenster.at

76 Florian Brunner, Thomas Kastner, Erik Rusek Holistic Security Consulting GmbH 77 Georg Sebastian Lux Wiener-Komfort-Fenster Lux e. U. kitchenandlanguage 78 Doris Karasek Doris Karasek e. U.

4020 Linz 1030 Wien 4150 Berg bei Rohrbach

Übersetzungsbüro, Autor/Verlag

79 Irmgard Schneiderbauer

Schneiderbauer Gewürze

4772 Lambrechten

Produktion und Handel von Gewürzen

80 Eric Widerin

BiTiKork e. U.

6922 Wolfurt

81 Petra Punz

MDP – MaterialDataPunz

7540 Güssing

akitech.at

kitchenandlanguage.at schneiderbauergewuerze.at bitikork.at

82 Amitava Kundu

ab&cd innovations GmbH

1090 Wien

83 Rudolf Stonawski, Franz Steiner

Clever Contour GmbH Software Manufaktur Robert Reithofer e. U. Frucht & Sinne Schokolademanufaktur GmbH Delinski GmbH

8700 Leoben

Bodenschutzkappen für Biertischgarnituren Unterstützung von Automotivezulieferanten bei der Pflicht-Materialdatenbank IMDS Verfahren zur Gewinnung von Wertstoffen aus industriellen Nebenprodukten und Reststoffen Kunststoffverarbeitung/Maschinenbau

1070 Wien

Unternehmensberatung und IT-Dienstleistungen

clevercontour.com diesoftwaremanufaktur. com

4890 Frankenmarkt

Schokolade und gefriergetrocknete Früchte

fruchtundsinne.at

1190 Wien

Online-Restplatzbörse f. Restaurants

delinski.at

Tailored Media GmbH, Tailored Apps

1110 Wien

mobile App-Entwicklung

tailored-apps.com

SoftSTEPHeels Trading GmbH

1010 Wien

der erste High-Heel, der nicht schmerzt

softstepheels.com

FronTone GmbH

8073 Feldkirchen bei Graz 1140 Wien

Prüfanlagen für die Fahrzeugsicherheit

frontone.at

Photovoltaik und Solar-Bewässerungssysteme

1stlevelsolar.com

84 Robert Reithofer 85 Thomas Kibler, Christina Kibler-Wagner 86 Lukas Zielinski, Moritz Fiebinger Maximilian Nimmervoll, 87 Lorenz Edtmayer Roman Haidinger, Stephanie Kaiser, 88 Oliver Schmitt Klaus Matlschweiger, 89 Sandra Matlschweiger, Michael Kohlweg 90 Peter Frey 91 Petra Prechtl 92 93 94 95 96 97 98

Bernhard Radinger Patrik Diro Robert Gutkais Sonja Brothanek, Stefan Fiedler Michaela Maresch, Gerald Brencic Martin Lambauer, Gernot Trattner Valentine Troi Michael Ströck, Philipp Stangl, Paul Wein99 berger, Dirk van Quaquebeke, Marc Palliopi 100 Michael Suitner

mdpunz.at abandcd.com

1stLevelSolar GmbH Weingut Prechtl – Sommerladen & Café br conTrust – Bernhard Radinger Patrik DIRO – Elektro-Fahrzeuge „SMS-Urlaub“ GmbH calmodo GmbH ContainMe! Sorglos Leben OG superTEX composites GmbH

2051 Zellerndorf

Eigenproduktion von Wein, Gastronomie, Handel

prechtl.at

3691 Nöchling 1080 Wien 1110 Wien 1150 Wien 8010 Graz 8102 Semriach 6410 Telfs

Beratung u. Betreuung bei Umwelt u. Ressourcen Elektro-Mobilität Werbeagentur, Internet-Reiseportal Terminvereinbarungssystem ökologische Modulhäuser Seniorenbeherbergung Forschung & Entwicklung Faserverbundwerkstoffe

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MANAGEMENT & KARRIERE Jungunternehmer 2013

sich selbst als „Vollkaufmann“ bezeichnet. Erster gemeinsamer Ansprechpartner der beiden ist das Gründerzentrum des oberösterreichischen Inkubators tech2b, wo man mit solchen Aussichten positiv aufgenommen wird und die „Umwelt/Umwelttechnologie“: Chance bekommt, die Idee weiterzuNaporo Klima Dämmstoff GmbH entwickeln. Mit 3M findet sich über diesen auch Robert Schwemmer, 36, wollte zwar schon als Kind Erfinder werden, tat- noch ein prominenter Investor, der die sächlich wurde er aber zuerst einmal Gründung der Naporo Klima Dämmstoff GmbH finanziell unterstützt. Schwemmer: „Die größte Hürde ist, Geld aufzutreiben. Eine Idee zu haben ist eine Sache, diese in einen Markt zu tragen, geht nur mit Geld.“ Und mit einem großen Quäntchen Glück, immer auf die richtigen Leute zu treffen. Schwemmer: „Ich war dann irgendwann bei der Zulassungsstelle in Wien und der Herr dort fragt mich: Kennen Sie die Firma Capatect? Die haben eine Zulassung für eine Dämmplatte aus Hanf und suchen einen Hersteller.“ Dazu muss man wissen, dass Zulassungen für Baustoffe, umso mehr wenn sie in Verbundsystemen wie einer Wärmedämmung eingesetzt werden, langwierig Die „Idee des Jahres“ 2013 haben Thomas Lederer und Quantum Voltaics aus Linz und teuer sind. Und: dass Hanf eine dem Rohrkolben Architekt. Dabei stieß er auf den Rohr- vergleichbare Faser ist. Reiche: „Also kolben, eine Wasser- und Sumpfpflanze. haben wir uns Hanffasern organisiert Schwemmer: „Die Samen wurden in und das mal ausprobiert.“ Mit Erfolg. einen Lehmputz gemischt. Das hat uns Vor allem, weil man herausfand, dass neugierig gemacht, was man mit der nur 30 Kilometer von Braunau entfernt, Pflanze noch machen könnte. Und so ein „kleines, österreichisches Hanfzentsind wir auf die Fassadendämmung ge- rum existiert, wo Landwirte über Jahre schon Hanf anbauen und Erfahrung kommen.“ Ein Riesenmarkt, auf dem es im gesammelt haben.“ Gegenüber Styropor und MineralMassivbau zu Styropor und Steinwolle keine ökologische Alternative gibt. wolle will Naporo mit seinen HanfSchwemmer: „Da gab es einfach eine dämmplatten vor allem mit ökologiLücke. 85 Prozent der Gebäude in schen Argumenten punkten, aufgrund Deutschland und Österreich sind mas- der Konsistenz und des Gewichts sei siv gebaut und pro Jahr werden 50 Mil- man aber nur mit Mineralwolle direkt lionen Quadratmeter gedämmt. Das vergleichbar, aber um 20 Prozent teurer. war die Schlagrichtung, die wir hatten.“ Noch. Reiche: „Wir glauben, dass wir Sein Partner wird Frank Reiche, der preislich in eineinhalb Jahren mit Mi-

Foto: zoefotografie

Mitgründer hat sich der Mut zur Selbständigkeit jedenfalls ausgezahlt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr sprang der Umsatz von zuletzt 214.000 auf über eine Million Euro.

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neralwolle konkurrieren können. Mit Styropor, das wird länger dauern. Die Frage ist aber, macht das Sinn.“ Der Preiskampf ist nicht das Ziel von Naporo, man setzt auf Nachhaltigkeit. Dazu wird 2014 auch die Produktion von Tschechien nach Österreich verlagert. Im Moment ist man mit dem Produkt konkurrenzlos und hat sechs Patente, unter anderem auch für eine flexible Dämmung für Innenräume, beantragt. Reiche geht davon aus, dass sich „die Dinge jedes Jahr verdoppeln werden“, für heuer erwartet man mit 20 Mitarbeitern einen Umsatz von einer Million Euro. Anfang November wurde Naporo zudem beim heimischen Klimaschutzpreis ausgezeichnet.

„Idee des Jahres“: Quantum Voltaics KG Ein Gespräch unter Uni-Kollegen über Nanopartikel und deren Eigenschaft, die Frequenz von Licht (Farbe) zu verschieben, bringt Thomas Lederer, 33, auf die Idee, diese zu nutzen, um Solarzellen effizienter zu machen. Lederer: „Die Nanotechnologie ist noch ein sehr junges Gebiet, bei dem erst in den letzten Jahren Verfahren entstanden sind, Strukturen herzustellen, die es vorher nicht gegeben hat.“ Und wenn man dann noch weiß, dass Solarzellen nur einen geringen Teil des Sonnenlichts in Energie umwandeln können, weil dieses aus unterschiedlichen Wellen besteht, führt eines zum anderen. Lederer entwickelt mit Kollegen eine Technologie, die Nanometer große Halbleiterkristalle, auch Quantendots genannt, nutzt, um eine Verbesserung der spektralen Übereinstimmung von Sonnenspektrum und Solarzelle zu erreichen. Oder einfach formuliert: Sonnenlicht und Solarzelle werden auf eine gemeinsame Wellenlänge gebracht. Denn bis zu 47 Prozent des eingestrahlten Lichts bleiben beispielsweise bei Silizium-Solarzellen sonst durch den „spektralen Mismatch“ ungenutzt. Erreicht wird die verbesserte Lichtausnutzung durch die Verbindung von Know-how aus Nanotechnologie, organischer Chemie und Halbleiterphysik. Eine spezielle Schicht, die Nanokristalle GEWINN 12/13


MANAGEMENT & KARRIERE Die Sieger des GEWINN-Jungunternehmer-Wettbewerbs 2013

und Nanometalle beinhaltet, wandelt die Frequenz von einstrahlendem Licht um und passt dieses an das Absorptionsspektrum der Solarzellen an. Die Beschichtung verbessert den Wirkungsgrad von Solarmodulen um bis zu 20 Prozent. Diese von Quantum Voltaics entwickelte und mittlerweile auch international patentierte Technologie bietet dadurch gleich mehrere Vorteile. Die höhere Effizienz macht die Stromerzeugung mit Photovoltaik auch dort rentabel, wo diese aufgrund geringer Sonneneinstrahlung oder auch mangels Förderung bisher nicht wettbewerbsfähig ist. Außerdem ermöglicht eine verkürzte Amortisationsdauer eine leichtere Finanzierung von Solaranlagen. Und zu guter Letzt ergibt sich durch den Einsatz des „Frequenzumwandlers“ ein geringerer Flächenbedarf pro kWp (Kilowatt Peak), und das macht den Einsatz der neuen Technologie vor allem in Städten hochinteressant.

Werden Sie GEWINN-Jungunternehmer 2014!

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ie wollen GEWINN-Jungunternehmer 2014 werden? Dann registrieren Sie sich am besten gleich! Voraussetzung für die Teilnahme ist, dass die Neugründung, Umgründung oder Nachfolge innerhalb der letzten fünf Jahre erfolgt ist (Stichtag ist der 1. Jänner 2009). Das Unternehmen muss zudem seinen Sitz in Österreich haben. Reine Tochtergesellschaften von Unternehmen ohne eine Person als Mitgesellschafter sind vom Wettbewerb ausgenommen. Weitere Infos und Registrierung unter www.gewinn.com/jungunternehmer2014.

Die potenziellen Kunden von Quantum Voltaics sind Unternehmen der PV-Branche, die die frequenzumwandelnde Technologie in Gläsern oder Polymerfolien einsetzen. Mit Pilotkunden wurden bereits erste Gespräche geführt. Lederer ist zuversicht-

lich: „Wenn man selbständig ist, hat man mehr Möglichkeiten, etwas zu gestalten, und man partizipiert auch direkt an den eigenen Ideen. Eine Idee, die auf der Uni in einer Schublade verstaubt, macht keinen Sinn. Ich will das wirklich auf die Welt bringen.“

GEWINN Jungunternehmerwettbewerb 2013  
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Die besten Jungunternehmer 2013

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