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SCHWEIZER TIERSCHUTZ STS

Inseratehandel mit Tieren im Internet 2013


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INSERATEHANDEL MIT TIEREN IM INTERNET 2013

Inhalts체bersicht 1. Einleitung

Seite 002

2. Zusammenfassung 2.1. Zusammenfassung Hunde-Inserate 2.2. Zusammenfassung Inserate Hilfsmittel in der Hundeerziehung 2.3. Zusammenfassung Katzen-Inserate 2.4. Zusammenfassung Wildtier-Inserate 2.5. Zusammenfassung K채fig-Inserate

004 007 009 009 010 011

3. Forderungen des Schweizer Tierschutz STS

013

4. Methoden A) Informationen zur Firmenform B) Untersuchung zur Registrierung und zum Schalten von Inseraten C) Stichprobe der Inserate

018 018 019

5. Detaillierte Resultate dialogbereite Plattformen (Stichprobe Juni 2013) Anibis.ch, Scout24.ch und Gratis-Inserate.ch Epets.ch Kleinanzeigen.ch Petitesannonces.ch Ricardo.ch, Ricardolino.ch (fr체her Tradus.ch, heute OLX.ch) Tutti.ch

027 043 051 057 066 084

6. Detaillierte Resultate nicht gespr채chsbereite Plattformen (Stichprobe Nov. 2013) Findix.ch Fundort.ch Gratis-Anzeigen.ch Inserate-Schweiz.ch Kijiji.ch Locanto.ch Markt.ch/Markt.de Marktplatz-Tier.ch Ok-Inserate.ch Piazza.ch Pinwand.ch Tier-Inserate.ch

094 098 100 102 105 109 112 115 118 118 118 122

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1. Einleitung Im Mai/Juni 2012 hatte der Schweizer Tierschutz STS bei 19 verschiedenen Internet-InseratePlattformen mit .ch-Domain Tierinserate überprüft. Im Fokus standen dabei die Vorkehrungen der Plattformbetreiber, um die Seriosität der geschalteten Tier-Inserate zu fördern. Untersucht wurden Hunde-, Rassekatzen-, Wildtier- und Kleintierkäfig-Inserate auf folgenden Plattformen: Anibis.ch Epets.ch Findix.ch Fundort.ch Gratis-Anzeigen.ch Inserate-Schweiz.ch Kijiji.ch

Kleinanzeigen.ch Locanto.ch Scout24.ch Markt.ch = Markt.de Ok-Inserate.ch Piazza.ch Pinwand.ch

Ricardo.ch Scout24.ch Tier-Inserate.ch Tradus.ch Tutti.ch

Die Ergebnisse waren erschreckend: Unter den zehntausenden Verkaufsangeboten lebender Tiere befanden sich beispielsweise unter den 1‘377 untersuchten Hundeangeboten grösstenteils unseriöse (37 %) oder fraglich seriöse (49 %) Inserate. Lediglich 11 % der Hunde-Inserate konnten als seriös eingestuft werden. Auch Betrugsinserate, sogenannte Kamerun-Inserate waren mit 3 % auf allen untersuchten Plattformen zu finden. Nach der Publikation der Resultate dieser Untersuchung forderte der Schweizer Tierschutz STS die untersuchten Plattformbetreiber auf, gemeinsam im Dialog Verbesserungen zu diskutieren und umzusetzen. Die Betreiber von acht Plattformen beteiligten sich am Dialog und wollten diverse Verbesserungen umsetzen. Es waren dies: • • • • • •

Anibis.ch und Scout24.ch E-pets.ch Kleinanzeigen.ch Petitesannonces.ch Ricardo.ch, Ricardolino.ch (früher Tradus.ch, heute OLX.ch) Tutti.ch

Einige dieser Plattformen verifizieren beispielsweise die Identität der Anbieter. Beispielsweise überprüft Ricardo.ch für seine Auktionsplattform mittels Bestätigungsbrief, ob zukünftige Anbieter eine existierende Postadresse besitzen. Mittels SMS verifiziert Ricardo.ch dagegen auf seiner Gratisinserateplattform Ricardolino.ch, ob die angegebene Handynummer eines Anbieters tatsächlich existiert. Um zu überprüfen, inwieweit die dialogbereiten Plattformbetreiber inzwischen solche und weitere Verbesserungen tatsächlich umgesetzt haben, hat der Schweizer Tierschutz STS im Zeitraum vom 10. - 21. Juni 2013 die dialogbereiten Plattformen erneut genauer untersucht. Im November 2013 erfolgte dann noch eine – weniger umfangreiche – Überprüfung derjenigen Plattformen, die sich bisher nicht gesprächsbereit zeigten. Da seit der Untersuchung im Jahr 2012 zudem noch einige Fusionen zwischen Plattformen erfolgt

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sind, wurde es notwendig, den Schweizer Online-Gratisinseratemarkt erneut zu durchleuchten. Nicht untersucht wurden auch diesmal die Plattformen in der italienischen Schweiz sowie einige in der Romandie, welche auch schon 2012 nicht analysiert wurden, mit Ausnahme von Petitesannonces.ch, dessen Betreiber sich dialogbereit zeigte. Gegenüber dem Vorjahr änderten sich die Art und der Umfang der Untersuchung leicht. In der Bestandsaufnahme wurden neben der Qualität der geschalteten Tierinserate nun auch die Firmenform der Anbieter, dann die Aspekte Datenschutz, Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit überprüft, insbesondere aber auch die Sicherheitsvorkehrungen der Plattformen zur Vermeidung von Missbrauch dokumentiert. Ebenfalls überprüft wurde bei den dialogbereiten Plattformen der Insertionsprozess, indem ein Inserat teils mit fiktiven Namen und Adressen, teils mit fiktiven bis fragwürdigen Inhalten geschaltet wurde, um auszutesten, ob die Plattformen überhaupt Inserate entsprechend ihrer eigenen AGBs und Bedingungen überprüfen. Bei den nicht gesprächsbereiten Plattformen wurden keine Inserate geschaltet. Bei den gesprächsbereiten Plattformen wurden jeweils die ersten 100 Inserate in den Kategorien Hunde, Hilfsmittel in der Hundeerziehung, Rassekatzen, Wildtiere, Nager- und Vogelkäfige auf ihre Seriosität hin beurteilt, bei den nicht gesprächsbereiten Plattformen nur deren 10. Die dazu verwendeten Kriterien werden im Folgenden noch detaillierter für die einzelnen Kategorien aufgeschlüsselt. Grundsätzlich wurden die Inserate in Bezug auf Vollständigkeit der Anbieter-Adressen, der Übereinstimmung von Adress- und Kontaktangaben, dem Standort der Tiere (bzw. Verkaufsort) und der Vollständigkeit der Angaben zum Tier beurteilt. Eine Gesamtbeurteilung aller Plattformen und ein Vergleich mit 2012 erfolgte dann aufgrund all dieser Untersuchungsresultate.

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2. Zusammenfassung Grundsätzlich ist keine der untersuchten Gratisinserate-Plattformen mitsamt der tausenden geschalteten Tier-Inseraten nach unseren Kriterien vorbehaltlos als „seriös“ zu bezeichnen. Die einzig wirklich vertrauenswürdige, seriöse und empfehlenswerte Plattform ist bzw. war Ricardo.ch, weil diese Plattform Inserenten durch einen mit der Post versendeten Aktivierungscode verifiziert. Nun lässt Ricardo.ch aber gemäss eigenem Verbotsreglement mindestens seit November 2013 definitiv keine Tierinserate mehr zu. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dies sei aus Sicht des Tierschutzes eine kluge und tierfreundliche Entscheidung. Tatsächlich ist es aber so, dass sich die Tierinserate von Ricardo.ch-Anbietern nun auf die weniger streng kontrollierte und verifizierte, Ricardo-eigene Kleinanzeigen-Plattform Ricardolino.ch, als Nachfolgerin von Tradus.ch und Ricardo.ch-Kleinanzeigen, verlagert. Dadurch entzieht sich Betreiber Ricardo.ch dem aufwendigen und teuren Verfahren der Verifizierung von Inserentenadressen via Postweg und hebelt seine eigene strenge Policy aus. Daher kann auch Ricardo.ch unserer Meinung nach nicht mehr wirklich als seriös bezeichnet werden. Ein ähnliches Verlagerungs-Phänomen ist von Anibis.ch, das immerhin von Inserenten eine SMSVerifizierung verlangt, auf die viel laschere Plattform Gratis-Inserate.ch zu beobachten. Diese Verlagerung von strengeren Plattformen zu weniger strengen Partnerplattformen führt dazu, dass der Anteil unseriöser Angebote sich wieder vergrössert hat, teils sogar massiv. Eine einzige Plattform, nämlich Kleinanzeigen.ch, löscht alle Inserate und Kauf-Angebote von Hunden und Katzen. Obwohl sich einige wenige Inserate immer wieder unter die Kategorie „Tierzubehör“ verirren, ist dieser Entscheid aus Sicht des Tierschutzes begrüssenswert und zur Nachahmung empfohlen. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Schweizer Tierschutz STS seit einiger Zeit ein eigenes Vermittlungsportal adopt-a-pet.ch betreibt, um vor allem Tierheimhunde zu platzieren. Auf Anibis.ch, Epets.ch, Petitesannonces.ch etc. finden sich gewiss auch seriöse Anbieter, aber die Gefahr, dort auf einen Betrüger hereinzufallen oder sich ein krankes oder problematisches Tier „einzuhandeln“, ist ungleich grösser als zu Zeiten, als Anbieter auf Ricardo.ch-Kleinanzeigen noch auf dem Postweg verifiziert wurden. Die Situation bei den Exoten und Katzen ist dabei weniger problematisch als bei den Hunden. Die Reptilien- und Aquaristik-Szenen sind einigermassen seriös. Kritischer sind diverse Vogel-Inserate. Hier fehlen oft die relevanten Angaben zum Tier und dubiose Anbieter sind ungleich häufiger anzutreffen. Die Hunde- und Rassekatzen-Inserate sind erfreulicherweise deutlich weniger durchseucht von KamerunInseraten als noch letztes Jahr. Entweder haben sich die Personen, die betrügerische Inserate geschaltet haben, unterdessen angepasst, so dass Betrugsversuche ohne direkte Kontaktaufnahme schwieriger zu erkennen sind, oder die Plattformen und die entsprechenden Inserenten-Communities haben es tatsächlich geschafft, den Grossteil der Kamerun-Inserate und die zugehörigen IP-Adressen zu sperren. Der Löwenanteil unseriöser Inserate ist immer noch bei den Hunden zu finden.

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Deutlich wurde bei der jetzigen Recherche auch, dass die Inserateplattformen (die dialogbereiten im Verhältnis mehr als die nicht dialogbereiten) einen regen Zulauf von Inseraten sogenannter Tierhilfe-Organisationen erfahren, insbesondere bei den Hunde-Inseraten. Inzwischen sind durchschnittlich mehr als 60 % der Inserate der Hundeangebote von TierhilfeOrganisationen geschaltet – leider ist die Seriosität der Inserate aber entweder nicht vorhanden oder mindestens fraglich. Diese Tendenz muss aus Sicht des Tierschutzes kritisch hinterfragt werden. Es ist nämlich von aussen nur schwer zu unterscheiden, ob die TierhilfeOrganisationen hauptsächlich das Tierwohl oder das Spendenkonto im Fokus haben. Und auch der illegale Hundehandel macht möglicherweise nicht vor den Toren der TierhilfeOrganisationen halt. Viele der untersuchten Plattformen haben zudem keine Laufzeitbeschränkung auf Inseraten, so dass veraltete Inserate teils Monate, ja sogar Jahre auf der Plattform verbleiben und das Angebot der Plattform vergrössern. Es macht aber kaum Sinn, wenn Tiere, beispielsweise ein Wurf Kätzchen bzw. Welpen noch Monate, ja Jahre im Angebot bleiben, auch wenn die Tiere längst verkauft oder platziert sind. Bedenklich auch, dass beispielsweise auf Meldungen im Bereich Wildtiere keine Rückmeldung erfolgte und dass nur zwei von sieben Plattformen unseriöse Inserate tatsächlich entfernten. Ebenso bedenklich ist, wie einfach es ist, mit erfundenen Informationen zum Anbieter und Angebot Inserate aufzuschalten, die nicht geprüft und nicht entfernt werden, obwohl sie teilweise (entsprechend deklarierte!) inexistente Tiere enthielten und klar gegen die AGBs verstiessen. Die Konzentration u.a. durch Fusionen und Aufkäufe auf einige wenige grosse Plattformen wie die Anibis.ch- und die Ricardo.ch-Gruppe hätte den Dialog mit den Plattformen und die Umsetzung von Massnahmen zur Verbesserung der Seriosität eigentlich erleichtern müssen, aber trotz Beteuerungen der Plattformbetreiber sind beim Tierhandel über OnlineGratisinserate wenig bis keine Fortschritte sichtbar. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich an der Grundsatzbeurteilung der Plattformen nämlich – trotz anderweitiger Bekundungen seitens der Betreiber – nicht viel geändert. Es wurden weder eindeutige Verbesserungen noch Verschlechterungen der Situation beim Inserate-Tierhandel festgestellt. Schade ist, dass trotz der Kontakte des Schweizer Tierschutz STS zu den dialogbereiten Plattformbetreibern kein einziger Link zur STS-Homepage und den STS-Info-Materialien besteht und nur ein einziger Plattformbetreiber (Anibis.ch) zu den Tierinformationen des Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV verlinkt. Deutlich mehr Informationen zum Tier, zum Inserenten und eine einfachere Kontaktnahme mit dem Anbieter wären auf allen Plattformen wünschenswert.

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Gesamteindruck Inserate-Plattformen: Tabellarische Zusammenfassung der Resultate Plattform

HundeInserate

Inserate für Erziehungshilfsmittel in der Hundeerziehung

KatzenInserate

WildtierInserate

Nager- und VogelkäfigInserate

keine

ungenügend

knapp genügend

genügend

nicht untersucht ungenügend keine keine (eines keine unter „Diverses“) genügend keine

ungenügend keine (eines unter „Diverses“) ungenügend

ungenügend ungenügend bis knapp genügend genügend bis gut

keine keine

Gesprächsbereite Plattformen Anibis.ch & Scout24.ch Gratis-Inserate.ch Epets.ch Kleinanzeigen.ch Petitesannonces.ch Piazza.ch Ricardo.ch Ricardolino.ch (neu OLX.ch) Tradus.ch Tutti.ch

ungenügend

gehört nun zu Tutti.ch, in diese Plattform integriert gut genügend gut gut ein illegales Produkt genügend ungenügend knapp genügend 3 illegale genügend bis gut Produkte gehört nun zur Ricardo.ch-Gruppe, neu Ricardolino.ch ungenügend genügend genügend knapp genügend

knapp genügend gut genügend

genügend

Nicht gesprächsbereite Plattformen Fundort.ch Findix.ch

ungenügend schlecht

keine keine

ungenügend ungenügend

Gratis-Anzeigen.ch InserateSchweiz.ch Kijiji.ch Locanto.ch

ungenügend ungenügend

keine keine

ungenügend schlecht

ungenügend schlecht

keine keine

schlecht ungenügend

Markt.de Marktplatz-Tier.ch OK-Inserate.ch Pinwand.ch

knapp keine genügend ungenügend keine existiert nicht mehr ungenügend keine

Tier-Inserate.ch

genügend

keine

ungenügend knapp genügend genügend ungenügend

keine ungenügend

keine keine

ungenügend

ungenügend knapp genügend genügend

genügend

genügend

gut

knapp genügend knapp genügend

genügend

genügend

genügend

genügend

keine keine

keine

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2.1. Zusammenfassung Hunde-Inserate Zusammenfassend bei den dialogbereiten acht Plattformen lässt sich festhalten, dass ein Teil der vom STS angebrachten Kritikpunkte im Bereich der Hunde-Inserate durchaus Wirkung erzielt hat – leider gibt es aber auch Rückschritte bzw. unveränderte Bedingungen: • • • • • •

Es gibt keine Kameruninserate mehr im Bereich der Hunde-Inserate. Es gab von insgesamt 700 untersuchten Hunde-Angebots-Inseraten nur drei mit verbotenen Inhalten. Durchschnittlich 22 % der Hunde-Angebots-Inserate können als seriös betrachtet werden (Recherche 2012 nur gerade 11 %). 41 % der Hunde-Angebots-Inserate wurden als fraglich-seriös eingestuft, was gegenüber der Recherche von 2012 eine Verbesserung von 8 % ergibt. Keine Verbesserungen gab es hingegen beim Anteil der unseriösen Inserate mit 37% (Recherche 2012 ebenfalls 37 %). Bis auf zwei Ausnahmen (Anibis.ch, Epets.ch), fehlen leider entgegen der Zugeständnisse im Dialog mit dem STS nützliche Tier-Informationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links zum STS und/oder BLV.

Zu beachten ist bei der Beurteilung, dass bei dieser 2. Recherche nur 700 Inserate im Hundebereich geprüft wurden (Recherche 2012 waren es mit ca. 1400 Inseraten fast doppelt so viele) von 8 dialogbereiten Plattformen (in der Recherche 2012 wurden 19 vielbesuchte Plattformen untersucht; die nicht zum Dialog bereiten Plattformbetreiber wurden 2013 nur stichprobenartig geprüft). Plattform

Benutzerfreundlich -keit

Sicherheits vorkehrungen

Verkäuferidentität

Ricardo mobile

gut

mässig

Nicht geprüft.

Ricardo. ch

gut

mässig

gut

Ricardolino.ch

sehr gut

schlechtmässig

schlechtmässig

Tutti.ch

gut

schlecht

schlechtmässig

Epets.ch

mässig

mässig

schlechtmässig

Anibis.ch

gut

mässig

schlechtmässig

(neu OLX.ch)

Seriosität Inserate (%)

Ja Nein Fraglich Ja Nein Fraglich Ja Nein Fraglich

50 8 42 6 24 70

Ja 8 Nein 30 Fraglich 62 Ja 10 Nein 74 Fraglich 16 Ja 22 Nein 54 Fraglich 24

KamerunInserate/ verbotene Inhalte

TierhilfeOrganisationen (Anteil,

Nicht geprüft.

Nicht geprüft

Keine / keine

Anteil: 4 % Nicht seriös.

Keine / 1x

Anteil: 60 % Nicht seriös.

Keine / 2x

Anteil: 60 % Nicht seriös.

Keine / keine

Anteil: 90 % Nicht seriös.

Keine / keine

Anteil: 65 % Nicht seriös.

Seriosität, Transparenz)

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Scout24. ch

gut-mässig

schlecht

schlechtmässig

Petitesannonces. ch Kleinanzeigen.ch

mässig

schlecht

schlecht

gut

gut

Nicht geprüft.

Durchschnitt

gut

schlecht mässig

schlecht mässig

Ja 22 Nein 54 Fraglich 24 Ja 38 Nein 14 Fraglich 47 Ja Nein Fraglich Ja 22 % Nein 37 % Fraglich 41 %

Keine / keine

Anteil: 65 % Nicht seriös.

Keine / keine

Anteil: 0 %

Nicht geprüft.

Nicht geprüft.

Keine KamerunInserate 3x Inserate mit verbotene m Inhalt.

Mehr als 60 % der Inserate sind TierhilfeOrganisationsInserate (Ausnahme ricardo.ch und Petitesannonnces.ch) von nicht oder fraglich seriöser Qualität.

Zusammenfassend bei nicht gesprächsbereiten Plattformen lässt sich festhalten, dass die Recherche 2012 und die Sensibilisierung der Thematik offensichtlich auch hier zu kleinen Verbesserungen geführt haben. Es können keine eindeutigen Verschlechterungen ausgemacht werden – jedoch bleibt festzuhalten, dass sich im Bereich der nicht dialogbereiten Plattformen leider auch nicht viel verändert hat: •

Bei den 105 stichprobenweise untersuchten Inseraten wurden nur zwei Kameruninserate gefunden. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein kleiner Fortschritt. Es zeigt, dass die Plattformbetreiber entweder strengere Insertionsregeln eingeführt haben oder/und genauer Hinschauen. Hinsichtlich der Einteilung in seriös/fraglich und seriös/unseriös lassen sich nur minime Unterschiede zum Vorjahr registrieren. Hier ist die Situation gesamthaft eher unverändert: Die meisten Inserate sind unseriös, viele auch fraglich seriös. Von 105 untersuchten Inseraten entsprachen gerade einmal 11 Inserate den höheren Ansprüchen an Information und Vertrauenswürdigkeit (entspricht knapp 10 %). Das entspricht in etwa dem Prozentsatz der Recherche von 2012. Leider findet man auch unverändert viele Inserate mit Hunden der Rasselisten auf den Plattformen und auch solche von Tierhilfeorganisationen, deren Transparenz hinterfragt werden muss.

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2.2. Zusammenfassung Inserate Hilfsmittel in der Hundeerziehung Generell wurden wieder nur vereinzelte Angebote von verbotenen Hilfsmitteln in der Hundeerziehung gefunden. Oftmals war es aufgrund der Beschreibung des Produktes im Inserat gar nicht möglich zu beurteilen, ob es sich um ein erlaubtes oder ein verbotenes Hilfsmittel handelt. Jedenfalls scheinen die Gratisinserate-Plattformen kein spezieller Umschlagplatz für solche Produkte zu sein. Insbesondere ist es rechtlich bisher ja auch noch erlaubt, auch in ihrer Anwendung verbotene Produkte zu importieren, zu verkaufen und zu erwerben. Nur die Anwendung ist beispielsweise bei unterirdischen Zaunsystemen für Hunde, Halsbänder, die elektrisieren oder für den Hund unangenehme Töne ausstossen, verboten.

2.3. Zusammenfassung Katzen-Inserate Bei den Katzen-Inseraten wurden dieses Jahr mehr Rassen untersucht. Kamerun-Inserate sind allgemein seltener geworden, vor allem bei den Rassen Bengal und Sphynx. Von letzteren sind sowieso nur noch sehr wenige Inserate zu finden. Am meisten Inserate sind bei den Rassen Maine Coon, Britisch Kurzhaar und Bengal zu finden. Generell sind aber keine Unterschiede im Anteil seriöser oder unseriöser Inserate zwischen den einzelnen Rassen sichtbar. Bei Rassekatzen sind dagegen praktisch keine Inserate von Tierhilfe-Organisationen zu finden – im Gegen-satz zu Inseraten für normale Hauskatzen. Die meisten Rassekatzen-Angebote stammen von Züchtern oder Privatanbietern. Die Mehrzahl der Inserate kann leider immer noch nicht als seriös bezeichnet werden, weil entweder Kontaktangaben zum Anbieter fehlen oder nicht überprüfbar sind, oder, und vor allem, weil die Angaben zu den Tieren sehr rudimentär sind. Zwar gibt es Unterschiede zwischen den Plattformen, aber nicht so, dass sich einzelne Plattformen vorbehaltlos empfehlen liessen. Bei Anibis.ch verteilen sich seriöse, fragliche und unseriöse Inserate gleichmässig (2 Kameruninserate). Epets.ch hat gleichviele seriöse, aber etwas mehr fragliche Inserate (44 %) als Anibis.ch und bildet wegen 6 Kameruninseraten sowie vielen, stark veralteten Inseraten das Schlusslicht derjenigen Plattformen, die sich dialogbereit zeigten, zusammen mit Petitesannonces.ch, das erstmals beurteilt wurde, sich mit unter 10 % seriösen Inseraten aber nicht gerade hervorgetan hat. Als es die Ricardo.ch-Kleinanzeigen noch gab, war dort der höchste Anteil seriöser Rassekatzen-Inserate (57 %) zu finden. Unterdessen gibt es die Ricardo.ch-Kleinanzeigen nicht mehr bzw. wurde die nach der Fusion mit Tradus.ch auf die Nachfolgeplattform Ricardolino.ch (neu OLX.ch) umgelagert, mit dem Resultat, dass der Anteil seriöser Inserate auf 22 % gesunken und der Anteil unseriöser Inserate auf einen Drittel gestiegen ist, ein Anteil vergleichbar mit Tradus.ch vor einem Jahr. Tutti.ch bildet bei den Rassekatzen-Inseraten zusammen mit Ricardolino.ch das Mittelfeld, es fällt ein hoher Anteil (70 %) fraglicher Inserate auf, allerdings sind auf dieser Plattform keine Kameruninserate zu finden und generell ein niedriger Anteil eindeutig unseriöser Inserate. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass bei Tutti.ch im Insertionsprozess jedes Inserat geprüft wird, bevor es hochgeschaltet wird.

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Bei den nicht gesprächsbereiten Plattformen fällt auf, dass hier einige Plattformen sehr wenig Katzen-Inserate, oft nur ein bis ein paar wenige Dutzend, hochgeschaltet haben und daher auch kaum beurteilbar sind. Wenn sie beurteilbar sind, dann fällt das Urteil in der Regel ernüchternd aus, die meisten Plattformen sind ungenügend bezüglich Seriosität der KatzenInserate. Positiv zu erwähnen ist lediglich die einzige grössere Plattform Tier-Inserate.ch, welche ein eigentliches Missbrauchs-Melde-Forum eingerichtet hat, auf dem auch Links zu den entsprechenden Unterlagen des STS und des BLV zu finden sind, sowie Markt.ch/Markt.de (Bodenseeregion), das die Sicherheitshinweise ziemlich ausführlich mit Informationen zur (deutschen) Tierschutzgesetzgebung, zum Handel mit geschützten Arten (CITES) und mit Hunden hinterlegt hat – allerdings ist diese Plattform praktisch nur auf Deutschland ausgerichtet und entsprechend fehlen Hinweise auf die Schweizer Gesetzgebung.

2.4. Zusammenfassung Wildtier-Inserate Im Bereich der „Exoten“ hat sich leider grundsätzlich gegenüber dem Vorjahr sehr wenig verändert. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass der Bereich – etwa im Vergleich zu den Hunden – schon von Anfang an etwas weniger mit dubiosen Inseraten „durchseucht“ war, resp. es sich bei diesen wohl meist „nur“ um Kamerun-Inserate handelt, die auch die Plattformen wohl gerne los sein möchten, während bei der Hundemafia meist echte Verkaufsabsichten und eben auch echte Tierschicksale hinter diesen Inseraten stehen. Zudem scheint bei einigen der besseren Plattformen die Terraristik-, Vogelhalter- und AquaristikSzene weniger vom Problem der kommerziellen Massenvermehrung und dubioser ausländischer Tierhändler „heimgesucht“, als z.B. bei den Hunde-Inseraten (evtl. sogar derselben Plattform)! Gerade bei Reptilien-, Fisch- und Vogelhaltern dominieren in den Inseraten vielmehr die Hobbyzüchter und Verzichttiere. Das Spektrum der angebotenen Tierarten ist praktisch unverändert. Der (subjektive) Eindruck ist, dass etwas weniger Inserate mit kritischen Tierarten, wie Streifen- und Gleithörnchen, oder Tanreks vorhanden sind. Bei den Kamerun-Inseraten sind die klassischen „Kapuzinerinserate“ etwas seltener geworden, dafür blühen die zumeist recht offensichtlichen Betrugsversuche mit Papageien-Inseraten. Merkliche Unterschiede in der Seriosität und Auskunfts-Freude sind in den verschiedenen Tierhalter-„Szenen“ zu verzeichnen. Vergleichsweise viele, grundsätzlich seriöse Angebote mit mehr oder weniger detaillierten Angaben zum Tier finden sich in der Kategorie Reptilien. Ebenfalls grösstenteils einen seriösen Eindruck machen die Inserate im Bereich Fische/ Aquaristik, obschon auch hier die Angaben zu den Tieren meist deutlich ausführlicher sein dürften. Es stellt sich allerdings schon die Frage, ob beim Angebot von Geckos oder Neonfischen dieselben Kriterien wie bei Hunde-Inseraten notwendigerweise zu erfüllen sind! Die für die Fisch- oder Terraristik-„Szenen“ wichtigen Tierhinweise (Grösse, Geschlecht, Häutung, Futterfestigkeit, Sachkundenachweis (SKN)) sind im Allgemeinen knapp und präzise angegeben, während es kaum Auskünfte gibt zu Haltungsansprüchen (wäre sinnvoll!),

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Impfungen, Chips (unwahrscheinlich) oder Charakter der Tiere. Auch bei Reptilien- und Fischanbietern ist es aber grundsätzlich sinnvoll und ein positives Merkmal, wenn die angebotenen Tiere vor Ort besichtigt werden können. „Durchzogen“ fällt der Eindruck bei den Kategorien „Nager und Kleintiere“ und „Sonstige“ aus. Die Frettchenzüchter scheinen relativ seriöse Anbieter zu sein. Wie bei den Nagetieren fehlt aber meistens der Hinweis, dass es sich quasi noch um Wildtiere handelt. Der Hinweis auf SKN-pflicht fehlt denn auch häufig bei Frettchen. Lemminge oder Streifenhörnchen werden dagegen kaum von Hamstern oder Meerschweinchen unterschieden, da ihre Haltung nicht SKN-pflichtig ist. Entsprechend rudimentär sind meistens die Haltungsangaben und die Angaben zum Tier. Etwas besser sieht es teilweise bei der Kategorie „Sonstige“ aus, wo u.a. Lamas, Ziegen, Schafe angeboten werden. Deren (Hobby-)Züchter geben meist Impfstatus, Gesundheit, Stammbaum, Chip, Charakter der Tiere an und machen zusätzliche Kontakthinweise (Name der Zucht, Website, Name des Hofes und Betreibers). Des Öfteren negativ fallen immer noch die Vogel-Inserate auf. Hier gibt es im ganzen Bereich „Exoten“ zum Einen die meisten Kamerun-Inserate (Papageien), sowie auch etliche sonstige, zumindest fragwürdige Inserate, wenn bspw. Zebrafinken als „Delikatesse“ angeboten werden; Kanarienvögel aus dem Ausland und in erster Linie ihrer Gesangskünste wegen beworben werden; Grosspapageien ohne Hinweis auf den notwendigen SKN angeboten werden; einheimische Singvögel ohne Herkunftsangabe und Hinweis auf die rechtliche Situation einer solchen Tierhaltung inseriert werden, etc. Zudem fehlen bei den Vögeln sehr oft nähere Angaben zum Tier, und wenn welche vorhanden sind, so geht es meist nur darum, ob das Tier zahm ist, sprechen kann oder schon einmal gebrütet hat. Auch diese Situation hat sich im Vergleich mit 2012 nicht massgeblich geändert.

2.4. Zusammenfassung Käfig-Inserate Die zumeist von privaten angebotenen Second-Hand-Käfige für Nager, Kaninchen und Vögel auf den untersuchten Plattformen entsprechen zu einem kleineren (10 %) bis grösseren (50 %) Prozentsatz nicht den gesetzlichen Mindestvorgaben für die Haltung dieser Tiere oder es kann aufgrund der mangelhaften, ja rudimentären Angaben zum Käfig im Inserat gar nicht entschieden werden, ob ein Käfig wenigstens den minimalsten Anforderungen für eine gesetzeskonforme Tierhaltung entspricht. Grundsätzlich ist es der Tierhalter, der eigenverantwortlich dafür ist, seine Tiere in mindestens den gesetzlichen Mindestanforderungen entsprechenden Käfigen oder Gehegen zu halten, nicht der Käfig-Anbieter. Von einem Privatanbieter eines Occasions-Käfigs kann daher nicht verlangt werden, dem Käufer gleich noch die gesetzlichen Mindestvorschriften mitzuliefern. Aber gerade weil es sich meist um Occasions-Käfige handelt, die schon benutzt wurden, kann aus der Anzahl nicht gesetzeskonformer Käfige auch darauf zurückgeschlossen werden, dass der Anbieter darin früher Tiere nicht gesetzeskonform hielt, und daher ist ein hoher Anteil nicht gesetzeskonformer Käfige im Angebot auf einer Plattform auch ein Zeichen dafür, wie

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uninformiert die Plattformnutzer über Tierschutzvorschriften sind und wie dringend notwendig es wäre, dass die Plattformbetreiber Informationen über artgerechte Tierhaltung für ihre Nutzer anbieten oder verlinken und über entsprechende Eingabemasken genauere Angaben zu den angebotenen Käfigen verlangen. Angebote von fabrikneuen Käfigen durch Online-Zoohändler sind bisher nur recht selten auf den Gratisinserateplattformen zu finden. Wenn, dann sind es meist eher zu kleine Käfige. Die grossen Zoohandelsketten in der Schweiz müssen nicht auf Gratis-Inserateportalen inserieren, da sie ihre eigenen Internet-Shops betreiben. Die vorliegende Untersuchung stellt damit also kein Querschnitt durch das Käfigangebot kommerzieller Anbieter dar, sondern eher durch das, was in Schweizer Stuben an Nager- und Vogelkäfigen heute noch steht. Und dieser Querschnitt ist ziemlich ernüchternd.

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3. Forderungen des Schweizer Tierschutz STS Der legale und der illegale Tiermarkt laufen heute primär über Gratis-Inserateplattformen. Zigtausend Angebote für lebende Tiere sind täglich auf den Schweizer Online-Plattformen zu finden. Darunter sind viele unseriöse und betrügerische Inserate. Darin werden die verschiedensten Haus- und Wildtiere zum Verkauf angeboten, teilweise zu Spottpreisen und leider oftmals aus mafiös strukturierten Händlerkreisen, die Tiergesundheit, Tierwohl und Tierschutz mit Füssen treten. Der Schweizer Tierschutz STS führte erstmal 2012 eine breite Recherche von gesamt 19 Plattformen mit Schweizer Domains durch und untersuchte mehrere tausend Verkaufsangebote aus den Bereichen Hunde, Katzen, Wildtiere und Heimtierzubehör hinsichtlich ihrer Qualität und Seriosität. Die Resultate waren ernüchternd: Von den beispielsweise knapp 1400 überprüften Hundeinseraten waren 37 % unseriös und 49 % fraglich-seriös. Lediglich 11 % der Hundeinserate konnten als seriös eingestuft werden. Bei 3% handelte es sich eindeutig um Betrugsversuche, sogenannte Kameruninserate. Mit der Veröffentlichung der Untersuchung und den Ergebnissen forderte der STS die Plattformen auf, gemeinsam im Dialog Verbesserungen zu diskutieren und umzusetzen. Der Branche wurden darüber hinaus pfannenfertige Lösungsvorschläge samt Merkblättern und Checklisten präsentiert, um sowohl den Plattformbetreibern, wie auch den Inserenten und Kauf-Interessierten Informationen und Hinweise zum seriösen Internetauftritt beim Anbieten bzw. Verkaufen von Tieren zu geben. Mitte 2013 überprüfte der STS die Plattformen erneut, insbesondere hinsichtlich der im Vorfeld diskutierten Verbesserungsvorschläge. Trotz der Versprechungen einiger Plattformbetreiber für einen inskünftig seriöseren und tierfreundlichen Inseratemarkt, muss der STS der Branche, mit Ausnahme einiger weniger Verbesserungen vor allem im Bereich der Betrugsversuche, hinsichtlich Tierschutz und Seriosität wiederum ein schlechtes Zeugnis ausstellen. Noch immer hat Geschäftemacherei mit undurchsichtigen, dubiosen oder nicht nachvollziehbaren Tierinseraten Vorrang vor dem Tierschutz und den berechtigten Interessen potentieller Käufer. Da es der Branche gesamthaft an Eigenverantwortung zu fehlen scheint, prüft der STS, auf gesetzgeberischem Weg gegen unseriösen Tierhandel im Internet und Firmen, die dazu Hand bieten und davon profitieren, vorzugehen.

3.1 Forderungen Politik Wie die beiden Recherchen des STS zeigen, ist ein erheblicher Teil der Tier-Inserate der Schweizer Online-Plattformen unseriös oder fraglich-seriös. Im Bereich der Hunde sind es gar rund 80%. Meist fehlen Möglichkeiten, die Identität des Anbieters und des Tieres, sowie deren Herkunfts- und Aufenthaltsorte seitens Interessenten zu überprüfen, was wiederum den illegalen Tier- und Welpenhandel und weitere Betrugsabsichten, sowie allgemein die Geschäftemacherei auf Kosten des Tierwohls und des Tierschutzes massiv begünstigt. Die Hintergründe dürften einem Grossteil der Interessierten und Käufer nicht bewusst sein und selbst wenn, könnten sie Angaben und angepriesene Qualität der „Lebendware Tier“ via Inserat nicht überprüfen. 13


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Die Plattformbetreiber unternehmen nach wie vor viel zu wenig, um problematische Inserate zu eliminieren und leisten damit dem illegalen Tierhandel und der Kriminalität auf Kosten des Tierwohls und des Tierschutzes Vorschub. Jeder, der eine E-Mail-Adresse hat, kann ein Inserat schalten. Eine Datenverifizierung findet nur marginal statt – die meisten Angaben werden nicht geprüft bzw. gar nicht erst abgefragt und vor allem auch den Interessierten nicht transparent gemacht. Das ermöglicht Betrügern, gutgläubige Tierfreunde und Käufer, zu täuschen und öffnet zudem auch dem tierschutzwidrigen internationalen Tierhandel Tür und Tor. Die Schweiz ist für den internationalen Welpenhandel (vor allem Hunde und Katzen) lukrativ und ermöglicht Tierhändlern hohe Gewinnmargen. Problematisch ist dabei, dass die Welpen im Ausland oft unter schlimmsten Bedingungen produziert und zu früh von den Müttern getrennt werden, dann geschwächt, krank und häufig schlecht sozialisiert in die Schweiz kommen. Viele Welpen sterben schon während des Transports oder kurz danach. Auch Wildfänge bedrohter Arten mit gefälschten Papieren werden in der Schweiz gehandelt. Der illegale Tierhandel produziert nicht nur massenweise Tierleid, sondern bietet auch hochansteckenden Krankheiten und der Tollwut Ausbreitungsmöglichkeiten. Zudem wird ein kriminelles, mafiös strukturiertes System unterstützt, das zusätzlich Tierleid ankurbelt. Die leidtragenden sind nicht nur die Tiere, sondern auch ahnungslose Interessenten und Käufer, die sich im boomenden Online-Geschäft und Inserate-Wildwuchs zurecht finden müssen. Regelmässig tappen sie in die Betrugs-Fallen und bezahlen dafür doppelt: Den Kaufpreis und erhebliche Mehrkosten für die neuen, aber meist kranken Tiere. Zudem bleibt der schale Nachgeschmack, mit dem Internet-Kauf auch kriminelle Machenschaften unterstützt zu haben. Die Politik ist nun gefragt: Im Sinne eines verbesserten Tier- und Konsumentenschutzes, sowie hinsichtlich des dringenden Handlungs- und Regelungsbedarfs, die seuchen-hygienischen und strafrechtlichen Aspekte des Tierhandels über Inserateplattformen, in den Griff zu bekommen. Dazu gehört einerseits die bundesrätliche Beurteilung des zunehmenden (illegalen) Tier- und Hundeimportes, sowie Massnahmen diesen „gesund“ zu regeln, um die untragbaren Folgen daraus für Tierwohl, Tier- und Konsumentenschutz zukünftig zu unterbinden. Dazu gehört aber auch, das 2013 zwar auch auf Hunde erweiterte aber bislang unzureichend wirksame Hausierhandelsverbot zu überdenken und griffigere Massnahmen zu implementieren. Ein entsprechender Vorstoss wird in Kürze dem Parlament vorgelegt.

3.2 Forderungen Betreiber von Schweizer Inserate-Plattformen (.ch-Domains) 3.2.1 Keine Inserate schalten, die unseriöse und/oder illegale Angebote mit lebenden Tieren beinhalten Seriös ist / sind:

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Die Überprüfbarkeit der Anbieteridentität und –Adresse inkl. Telefonnummern durch die Plattformen vor Aufschalten des Inserats (Namens- und Adressangaben brieflich verifiziert, Handynummern SMS-verifiziert) – insbesondere aber auch im Inserat für den Nutzer/ potentiellen Käufer nach Aufschalten des Inserats.

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Anbieter, die sich Züchter nennen, oder Tiere aus Zuchtstätten anbieten, müssen den Plattformen vor Aufschalten der Inserate eine kantonale Bewilligung bzw. Meldebestätigung sowie eine Mitglieder-Bestätigung eines Zuchtverbands vorlegen (gilt auch für Hobbyzüchter). Diese müssen auch für den Nutzer/potentiellen Käufer transparent sein.

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Anbieter, die Tiere aus Tierheimen, -pensionen, Auffangstationen oder (Tierhilfe)Organisationen inserieren, müssen den Plattformen vor Aufschalten der Inserate ebenfalls ihre kantonale Bewilligung vorlegen. (Seit 2014 gilt mit der Revision der Tierschutzgesetzgebung der Umgang mit Tieren in Tierheimen, Organisationen (auch ausländischen Organisationen, die Tiere in Privathaushalten/Pflegeplätzen „zwischenlagern“ bzw. betreuen lassen), Auffangstationen und Tierpensionen etc. als gewerbsmässig und ist daher bewilligungspflichtig! Eine kantonale Bewilligung kann und muss also in jedem Fall vorgelegt werden!).

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Angaben zum Tier müssen die Identität des Tieres bestätigen und beinhalten zwingend: Art, Rasse oder Mischling, Geburtsdatum und –ort, Herkunftsland, Geschlecht, Farbe/ Zeichnung, kastriert / nicht kastriert, Preis, Angaben zum Gesundheitsstatus, MicrochipImplantation bzw. Markierungen (Nummer, Ort, Datum der Implantation/Markierung) und Fotos des zum Verkauf angebotenen Tieres.

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In Inseraten, in denen Hunderassen angeboten werden, die zu den potentiell gefährlichen Rassen gehören, auf kantonalen Rasselisten stehen, evtl. einer Haltebewilligungspflicht unterstellt sind, muss klar auf diese Problematik hingewiesen werden.

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Die Inserenten erklären sich mit Aufschalten ihrer Inserate und Bekanntgabe des Besichtigungsortes bereit, dass angebotene Tiere vor dem Kauf/der Abgabe besichtigt/ besucht werden können.

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Angebote von schwer zu haltenden, bewilligungspflichtigen Wildtieren (gemäss Tierschutzverordnung Art. 89 und 92, siehe auch STS-Wildtier-Checkliste als Empfehlung), sowie von Wildtier-Haustier-Mischlingen (z.B. Hund/Wolf, Savannah-Katze, etc.) sind nicht erlaubt.

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Wildtier-Inserate (v.a. Fische, Vögel, Reptilien, Amphibien) beinhalten Mindestangaben, wie Angabe der Art mit lateinischem Namen, sowie in einer der offiziellen Landessprachen; Angabe der Herkunft (Zucht oder Wildfang, Schweiz oder Ausland, Herkunftsbescheinigung); Farbe/Zeichnung; Preis; Fotos; Hinweis auf etwaige Bewilligungs- bzw. SKN-Pflichten.

Illegale Angebote: -

Betrugsinserate wie beispielsweise „Kamerun“-Inserate.

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Abgabe von Hunden, die noch nicht acht Wochen alt sind.

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Illegal eingeführte bzw. nicht korrekt importierte Hunde/Welpen.

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Angebote mit coupierten Ohren/Ruten bei Hunden.

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Hunde, die ohne Mikro-Chip verkauft/angeboten werden.

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Inserate mit Tieren, die nicht vorschriftsmässig geimpft sind. 15


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Gemäss Art. 89 TSchV bewilligungspflichtige Tiere

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Verkauf von Hunden und Katzen, die in erster und zweiter Generation von Wildtieren oder den nach Art. 86 TSchV gleichgestellten Wildtieren abstammen.

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Qualzuchten (Züchtungen, die darauf ausgerichtet sind, Tiere nicht gesund zu erhalten und / oder Eigenschaften und Merkmale haben, die ihre Würde verletzen (Tierschutzverordnung Art. 25 Abs. 1), und Tiere, mit extrem herausgezüchteten Merkmalen und/oder Eigenschaften, die nur noch mit belastenden Massnahmen bei Pflege, Haltung oder Fütterung, mittels Eingriffen am Tier und/oder regelmässigen medizinischen Pflegemassnahmen kompensiert werden können (TSchV Art. 25 Abs. 2)). Nach Auffassung des Schweizer Tierschutz STS zählen zu den Qualzuchten unter anderem Nacktzuchtformen (Katzen (Sphinx), Hunde (Chinese Crested, Mexican. Nackthunde, American Hairless Terrier), Meerschweinchen (Skinny/ Baldwin); Tea-Cup-Chihuahuas und andere extrem zwergwüchsige Hunderassen; Schwanzlosigkeit (z.B. schwanzlose Bulldoggen, Welsh Corgis, Manx-Katzen); Hunde und Katzen mit extremer Brachycephalie bzw. Tiere, die unter dem brachycephalen Syndrom leiden, wie beispielsweise viele Perser- und Exotic-Shorthair-Katzen oder Hunde wie z.B. Möpse, Bulldoggen, Pekingesen, Shih-Tzu, Malteser u.a.m.

3.2.2 Sperrung ausländischer IP-Adressen ausländischer Anbieter. 3.2.3 Keine Angebote für Heimtier-Erziehungshilfen, welche in der Schweiz gemäss Tierschutzgesetzgebung nicht verwendet werden dürfen (z.B. Stachel- und Zughalsbänder ohne Stop, unsichtbare Zaunsysteme, u.a.m.). Der Grundsatz ist: Keine Halsbänder, die Schmerzen zufügen (revidierte Tierschutzverordnung Art. 73 Abs. 2). Erläuterungen des BLV zum neuen Artikel: Um das Verbot von Stachelhalsbändern zu umgehen, wurden zunehmend neue Formen von Erziehungshalsbändern eingesetzt, die Hunden Schmerzen zufügen. Damit ist nun Schluss. Alle Halsbänder oder Führhilfen, die Schmerzen verursachen, sind verboten. Die Verwendung von Zughalsbändern ohne Stopp wird explizit verboten, da sie den Hund würgen, ihm die Luft abdrücken und ihn in Panik versetzen können.

3.2.4 Keine Angebote von Käfig- und Gehegesystemen, die gemäss Tierschutzgesetzgebung nicht den Schweizer Mindestgrössen für die jeweilige Tierart oder überhaupt für Tierhaltung entsprechen (unter der absoluten Mindestgrösse 1800cm² für Hamster oder Mäuse, 2400cm² für Vögel). Transportkäfige, die die Mindestmasse unterschreiten, müssen entsprechend als solche deklariert werden. 3.2.5 Keine Inserate mit Produkten/Bestandteilen bedrohter Wildtiere, z.B. Elfenbein, Schildpatt, Pelze, Fleisch, etc.. 3.2.6 Es muss eine für jedermann und zu jeder Zeit bedienbare Missbrauchmeldefunktion (mit spezifischen Meldegründen aus dem Tierbereich) vorhanden sein. 3.2.7 Es muss eine für jedermann und zu jeder Zeit bedienbare Suchfunktion für Inserate des gleichen Anbieters vorhanden sein.

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3.2.8 Alle Inserate vor der Freigabe sorgfältig gemäss STS-Checklisten/Merkblätter prüfen [ STS-Merkblätter: Seriöser Internetauftritt beim Anbieten/Verkaufen von Tieren ; Erziehungshilfsmittel kaufen im Internet ; Heimtierkäfige kaufen im Internet ; Wildtiere kaufen im Internet online unter www.tierschutz.com/publikationen/heimtiere ]

3.2.9 Obligatorisch Warnhinweise bei Tierinseraten schalten und Links zu TierschutzBeratungsangeboten

[ z.B. Augen auf beim Hundekauf (www.tierschutz.com/heimtiere/hunde) | STS-Merkblätter Worauf achten bei Tierinseraten im Internet? ; Seriöser Internetauftritt beim Anbieten/ Verkaufen von Tieren: www.tierschutz.com/publikationen/heimtiere | Unterschiede Hundezüchter-Hundehändler: www.tierschutz.com/heimtiere/hundehandel/unterschiede01.htm ]

3.3 Empfehlungen an Tierkäufer via Internet Vor dem Kauf eines Tieres via Internet sollten unbedingt die dafür erarbeiteten STS-Merkblätter und Checklisten gelesen werden. Zahlreiche Hinweise und Informationen machen den Interneteinkauf dadurch sicherer und sollen den Usern helfen, Betrugsfallen zu erkennen und sich besser im Inserate-Wildwuchs zurecht zu finden. (www.tierschutz.com/publikationen/ heimtiere) Stets seriöse Angebote von Hunden, Katzen, Heim- und Wildtieren sind in den Sektionstierheimen des Schweizer Tierschutz STS zu finden. Insbesondere erfahren Interessierte dort fachliche Auskunft, Beratung und Begleitung bei der Übernahme eines Tieres ins neue Zuhause (www.tierschutz.com/sektionen) Die STS-Internetplattform www.adopt-a-pet.ch stellt zudem täglich Tierportraits auf`s Netz und ermöglicht so Interessierten einen Einblick in die Tierwelt unserer Sektionen und Tierheime. Die Vermittlung der vorgestellten Tiere ist absolut seriös und bietet einen Weg, sich online ein Tier auszusuchen, ohne dabei Gefahr zu laufen, der haltlosen Geschäftemacherei mit undurchsichtigen, dubiosen oder nicht nachvollziehbaren Tierinseraten auf den Leim zu gehen. Zudem unterstützt man damit nachweislich den hiesigen Tierschutz – und beteiligt sich nicht am kriminellen, mafiös-strukturierten Tierhandel. Unserer Erfahrung nach sind auch die Züchter zu empfehlen, die sich der SKG (Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft, www.skg.ch) und weiteren Zuchtverbänden anschliessen. Die regelmässigen Kontrollen züchtender Mitglieder bieten in der Regel Seriosität, Transparenz und fachliche Auskunft und Beratung, insbesondere bezüglich der verschiedenen Rasseportraits und -charakteristika.

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4. Methoden Zu jeder der gesprächsbereiten Plattformen wurden folgende Informationen zusammengetragen: A) Informationen zur Firmenform B) Untersuchung zur Registrierung und zum Schalten von Inseraten C) Stichprobe der Inserate Daraus erfolgte dann die Gesamtbeurteilung jeder Plattform: D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung

A) Informationen zur Firmenform Dazu wurde aufgrund der Angaben im Impressum der Website die Inhaber bzw. Betreiber der Website eruiert und mittels Handelsregistereintrag weitere Details über die Firmenform (Einzelfirma, GmbH, AG) recherchiert.

B) Untersuchung zur Registrierung und zum Schalten von Inseraten B.1. AGBs, Datenschutzrichtlinien, Sicherheitshinweise Die AGBs, Datenschutzrichtlinien, Sicherheitshinweise, Insertionsregeln etc. wurden auf den Websites der Plattformen zusammengesucht. Beurteilt wurde dann einerseits ihre Auffindbarkeit, andererseits der Inhalt. Insbesondere wurde untersucht, ob Plattform-interne Vorschriften zum Handel mit Tieren existieren, bzw. ob dieser eingeschränkt wird. Punkto Datenschutz interessierte vor allem, ob, wie und wo die Plattform die Daten der Inserenten und Interessenten analysiert, weiterverwendet, verändert oder weitergibt. Die Sicherheitshinweise wurden daraufhin untersucht, ob sie einerseits unseriösen oder illegalen Tierhandel zu verhindern versuchen, andererseits darauf, ob sie vor Betrugsversuchen warnen. Dabei ist insbesondere auch die Missbrauchsmeldungskultur einer Plattform wichtig. Viele Plattformen bieten eine solche Meldefunktion an, aber je nachdem muss man dazu erst bei der Plattform registriert sein, oder man hat nur ganz beschränkte Möglichkeiten, einen Grund für eine Meldung anzugeben. Die Meldefunktion wurde daher ebenfalls beurteilt. B.2. Oberfläche und Benutzerfreundlichkeit Die Plattformoberfläche wurde auf ihre Benutzerfreundlichkeit hin untersucht, also beispielsweise, ob das Navigieren auf der Plattform leicht fällt, die Lesbarkeit gut ist, man mittels Kategorien, Unterkategorien und Suchfunktionen auch tatsächlich das findet, was man sucht, und ob man anschliessend unter den gefundenen Inseraten gut weiterblättern kann. Ein Aspekt war ebenfalls, ob die Werbebanner nicht allzusehr bei der Orientierung auf der Plattform stören. Bei den einzelnen Inseraten war insbesondere wichtig, ob die notwendigen Angaben gut auffindbar waren, also die Kontaktangaben des Inserenten, die Informationen zum Tier, und ob dieser Inserent noch andere Inserate geschaltet hat.

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B.3. Schalten eines Inserates Bei den gesprächsbereiten Plattformen wurde je ein Inserat geschaltet, um den Insertionsprozess zu prüfen, insbesondere allfällige Sicherheitsvorkehrungen wie eine anzukreuzende Einverständniserklärung zu AGBs, Datenschutzrichtlinien, Sicherheitshinweisen und/oder Insertionsregeln, eine Verifizierung der angegebenen E-Mail-Adresse oder Telefonnummer von Inserenten und eine Kontrolle des Inserates durch die Plattform vor dem Hochschalten. Die meisten Plattformen erlauben Gratisinserate. Ausnahme ist Ricardo.ch. Hier wird pro Tierinserat mindestens CHF 1.– verlangt. Ricardo.ch ist nach wie vor auch die einzige Plattform, auf der Inserate nur geschaltet werden können, nachdem ein Aktivierungscode via Postversand beim Inserenten angekommen ist (auch im Ausland). Damit ist garantiert, dass Namens- und Adressangaben der Inserenten übereinstimmen. Diese Daten liegen aber nur Ricardo.ch-intern vor und werden nicht nach aussen bekannt gegeben. Die speziellen Sicherheitsvorkehrungen erhöhen also die Transparenz für die Interessierten nicht. Die meisten Plattformen bieten gegen Entgelt diverse weitere Optionen an, damit die Inserate beispielsweise besser oder auffälliger platziert werden können. Das wird bei den meisten untersuchten Plattformen von den Inserenten rege genutzt. Damit wird das Geschäft für die Plattformbetreiber in einem hohen Masse lukrativer und relativiert auch die Aussagen einiger Plattformverantwortlicher, wonach Tierinserate nur ein „Nebengeschäft“ seien.

C) Stichprobe der Inserate In den folgenden Bereichen und von folgenden Personen wurden Inserate-Stichproben durchgeführt: Dr. med. vet. Julika Fitzi-Rathgen (STS-Fachstelle Hunde): Hunde-Inserate Dr. sc. nat. Eva Waiblinger (STS-Fachstelle Heimtiere): Hilfsmittel in der Hundeerziehung; Rassekatzen-Inserate; Nager- und Vogelkäfige Dipl. zool. Sara Wehrli (STS-Fachstelle Wildtiere): Wildtier-Inserate Zeitraum der Stichproben: Wochen 24 bis 26 / 2013: gesprächsbereite Plattformen Wochen 46 bis 48 / 2013: nicht gesprächsbereite Plattformen C.1. Beurteilung der Hunde-Inserate Seriöse Inserate Seriösen Züchtern muss es ein Anliegen sein, “online” möglichst transparent und informativ zu erscheinen. Einen Hund zu kaufen, bzw. zu verkaufen ist sowohl für den neuen Hundehalter wie auch für den Züchter eine Vertrauenssache. Weil man sich aber persönlich (noch) nicht kennt, muss man eine Vertrauensbasis zuerst erschaffen. Dazu gehört primär einmal, volle Transparenz zu ermöglichen und sämtliche verfügbaren Angaben zum Hund und zum Verkäufer im Inserat zu platzieren, wie:

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Hund: Rasse(n), Geschlecht, Geburtsdatum und Geburtsort, Farbe, Gesundheitsstatus (Impfungen, Entwurmungen, Datum der Chip-Implantierung, Defekte, Gebrechen, Besonderheiten), Abstammungslinien/-Papiere, Besichtigungsort und -zeiten, Preis. Ausserdem auch Angaben/Daten zu den Wurfgeschwistern und Elterntieren inklusive der Daten der Besitzer und des derzeitigen Aufenthalts- bzw. Besichtigungsortes der Elterntiere. Fotos der Welpen, Fotos der Eltern. Idelaerweise auch die Mikrochipnummer und die Identitätsseite(n) des Heimtierausweises.

Züchter/Verkäufer: Name, Adresse, Telefonnummern (Festnetz und/oder Handy), Land, Homepage, Zuchtverband (z.B. SKG-Mitglied), Muster Kauf-/Schutzvertrag, Besichtigungsort und -zeiten. Wenn Züchter und Verkäufer nicht identisch sind, muss das klar aus dem Inserat hervorgehen. Seriöse Züchter möchten die neuen Besitzer kennenlernen, damit sie wissen, in welche Hände sie ihre Tiere übergeben. Daher ist es angebracht, interessierte Personen zu einem Besuchstermin einzuladen – ja sogar, die Welpen/Hunde erst abzugeben, wenn die Interessenten persönlich vorbeikommen und sich vor Ort über die Tiere und Konditionen informieren. Das gilt insbesondere für Hunde der potentiell gefährlichen Hunderassen. Gerade bei diesen Hunderassen ist es wichtig, dass der Interessierte aufgeklärt wird und weiss, was alles auf ihn zukommt, wenn er sich für einen Kauf eines Hundes dieser Rassen entscheidet. In der Schweiz sind die Rasselisten und Bewilligungspflichten kantonal geregelt. Darüber muss ein seriöser Hundezüchter hinweisen. Idealerweise gibt er Hunde besagter Rassen nur in erfahrene und verantwortungsbewusste Hände. Und auch fürs Ausland gilt: Es muss immer möglich sein, sich die Zuchtstätte, Wurfgeschwister und Elterntiere persönlich ansehen zu dürfen, wenn möglich auch mehrmals. Die meisten Interessenten sind bereit, weite Strecken zu fahren um das neue Familienmitglied in seiner gewohnten Umgebung kennenzulernen und auch persönlich abzuholen. Idealerweise besteht im Inserat ein Link zur Homepage mit der genauen Adresse und einer Anfahrtsbeschreibung.

Verträge: Kein Welpe/Hund sollte heutzutage ohne schriftlichen Vertrag abgegeben bzw. gekauft werden. Im Vertrag muss die Identität des Verkäufers, des Käufers und des Tieres festgehalten sein, sowie der Preis, die Zahlungs- und Übergabemodalitäten und der Gesundheitszustand des Tieres bei der Übergabe inkl. tierärztlichem Attest. Sodann sollte es im Interesse eines seriösen Züchters liegen, dass er informiert wird, bevor der Hund neu platziert wird oder wenn er krank bzw. gestorben ist. In guten Verträgen ist auch ein Rückgaberecht bzw. die Rückgabepflicht genau geregelt. Idealerweise wird ein solcher Vertrag als PDF beim Inserat zur Einsicht hinterlegt.

Fragliche Inserate In der Kategorie “fraglich” sind Inserate, die zwar Angaben über die abzugebenden Hunde enthalten, aber als Kontaktmöglichkeit lediglich z.B. eine Handynummer angeben oder als Namen Fantasynamen und Pseudonyme verwenden. Oftmals fraglich sind auch Inserate von Tierhilfe-Organisationen, die zwar teilweise ausführliche Beschreibungen der Notsituation 20


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der Tiere beinhalten – inkl. herzzerreissender Bilder und tragischer Schicksalsgeschichten – jedoch als Kontaktperson einen ausländischen (Tierschutz)-Verein angeben und als Kontaktmöglichkeit nur mit einer Mobilenummer aufwarten. Oder es wird eine Kontaktperson in der Schweiz angegeben, mit dem Hinweis, dass das Tier derzeit noch im Ausland auf den dringenden und guten Lebensplatz wartet (und daher momentan gar nicht besichtigt werden kann), der Import aber bei Interesse jederzeit schnell und problemlos über die Bühne geht und die Tiere auch garantiert sozialisiert sind, trotz ihrer schweren Schicksalsschläge. Weil alles auf „selbstloser Freiwilligenarbeit“ beruht, werden die Tiere dann häufig – genau gleich wie beim illegalen Hundehandel – über der Grenze an Rastplätzen den neuen Besitzern übergeben. Auch eine Platzkontrolle von Hilfspersonen beim neuen Hundebesitzer vor der Übergabe macht so eine Transaktion nicht seriöser. Unseriöse Inserate Unseriöse Inserate ermöglichen es den Interessierten nicht, die in den Inseraten gemachten Angaben über die abzugebenden Welpen/Hunde und deren Anbieter zu prüfen. Häufig sind keinerlei Kontaktangaben (keine Telefonnummern, kein Name, keine Adresse) vorhanden oder von vornherein fehlerhafte Telefonnummern bzw. Namen. Meist kann der Kontakt zum Anbieter nur hergestellt werden, in dem man ein völlig anonymes E-Mail-Kontaktformular ausfüllt, welches von der Internet-Plattform direkt beim Inserat bereitgestellt wird. •

Unseriös ist ein Inserat auch dann, wenn das Angebot auf eine Übergabe im benachbarten Ausland oder der Transport bis vor die Haustüre gemacht wird – auch wenn dafür Benzingeld entschädigt werden soll. Unseriös ist es, wenn offensichtlich wird, dass die Tiere nicht aus der Schweiz stammen (z.B. bei Angaben wie EU-Pass, Betrag in Euro, ausländischen Tel.-Nummern, ausländische Tierhilfeorganisationen etc.), der Inserent seinen Standort bzw. Kontakt aber in der Schweiz angibt. Unseriös ist von vornherein, wenn derselbe Anbieter mehrere Inserate mit verschiedenen Rassen schaltet oder/und eine grosse Anzahl Tiere anbietet. Denn seriöse und verantwortungsvolle Züchter können aufgrund des hohen Zeitaufwands und der individuellen Betreuung der Mutter und ihrer Welpen kaum seriös viele Hunde und/oder verschiedene Rassen gleichzeitig aufziehen. Unseriös erscheinen Inserate, die reisserisch grässliche Schicksalsgeschichten schildern und Fotos von bedauernswerten Hunden aufschalten, um damit aus Mitleid an möglichst viele Personen heranzukommen. Es stellt sich die berechtigte Frage, ob hier tatsächlich das Vermittlungsinteresse an einem guten Lebens-Platz im Vordergrund steht oder ob damit in erster Linie Spendengelder generiert werden sollen oder sogar ein kleines, aber durchaus lukratives Geschäft betrieben wird. Wenn weder Daten für telefonische Kontakte, noch Vereinsangaben (Name und Adresse des Vereins, Vorstand, Kontaktpersonen, Statuten, Zweck des Vereins, Homepage etc.) vorhanden sind, sollte man lieber die Finger davon lassen, weil die Daten/Angaben nicht überprüfbar und transparent sind. 21


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Unseriös ist es ferner, wenn potentiell gefährliche Hunderassen angeboten werden, ohne dass darauf hingewiesen wird, dass kantonal unterschiedliche Rasselisten, evtl. auch Bewilligungspflichten bestehen und besondere Anforderungen an die Hundehaltung gestellt werden.

Von den Kriterien einer seriösen Datenerhebung in Bezug auf Inserent und Inserat muss das Kriterium der Transparenz unterschieden werden. So ist es möglich, dass z.B. eine Plattform hohe Standards an die Datenerhebung und -sicherheit legt, aber keine oder lasche Standards festlegt für die Inserate selbst und in Bezug auf die Transparenz der Anbieter für die Interessierten. Hier stehen sich Transparenz und Persönlichkeits-, sowie Datenschutz harsch gegenüber. Aus juristischer Sicht sind hier strenge Vorgaben und hohe Anforderungen sicher begründet. Aber die freiwillige Datenfreigabe (vollständige Adresse, Name, Telefonnummer, Kontaktmöglichkeiten) in den Inseraten wird von Seiten der Plattformbetreiber für eine verbesserte Transparenz, die Identität des Anbieters und die Herkunft der Tiere betreffend, leider nicht ausreichend gut ermöglicht oder gar gefördert. C.2. Beurteilung der Inserate für Hilfsmittel zur Hundeerziehung Nach solchen Hilfsmitteln wurde gesucht, aber erfreulicherweise praktisch keine gefunden. Die Beurteilung erfolgte nach den gleichen Kriterien wie 2012, indem die Gesetzeskonformität solcher Geräte überprüft wurde: Erziehungshalsbänder für Hunde sind in der Schweiz nur zugelassen, wenn sie ohne Elektroschock, ohne für das Tier schmerzhafte Töne und ohne chemische Stoffe betrieben werden. Liess die Beschreibung des Gerätes Zweifel an der Betriebsweise aufkommen, oder bestand die Möglichkeit, es „illegal“ umzurüsten, so wurde das Angebot als unseriös eingestuft. Die Anwendung des unsichtbaren Zauns für Hunde und Katzen ist in der Schweiz explizit verboten. Katzenschreckgeräte auf Ultraschallbasis sind grundsätzlich erlaubt, so die Tiere dem unangenehmen Ultraschallton bzw. dem Sensor- und Sendebereich des Gerätes ausweichen können. Tierquälerisch sind diese Geräte nur, wenn sie beispielsweise drinnen angewendet werden und betroffene Tiere keinen Bewegungsspielraum und keine Ausweichmöglichkeiten mehr haben. Zu den untersuchten Erziehungshilfsmitteln muss gesagt werden, dass der Import, Verkauf und Kauf von Stachelhalsbändern, Erziehungshalsbändern mit Elektroschock, Ultraschallstrafreiz oder Citronella-Duft sowie des unsichtbaren Zauns für Hunde in der Schweiz legal ist. Die Anwendung dieser Hilfsmittel ist allerdings illegal. Strafbar macht sich daher der Anwender, nicht der Anbieter. Seriöse Anbieter verkaufen aber keine Hilfsmittel, die in ihrer Anwendung illegal sind. Ein Anbieter ist aus Tierschutzsicht a priori unseriös, wenn er diese Hilfsmittel verkauft, ohne den Käufer auf deren illegale Anwendung hinzuweisen. C.3. Beurteilung der Katzen-Inserate Insgesamt wurden 2013 nicht mehr nur drei Katzenrassen (Maine Coon, Perser, Bengal) wie 2012 untersucht, sondern deren sechs (Maine Coon, Perser, Bengal, Britisch Kurzhaar,

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Norwegische Waldkatze, Sphynx). Bei den gesprächsbereiten Plattformen wurden so viele Rassekatzen-Inserate wie pro Rasse vorhanden untersucht, maximal jedoch 100 Inserate pro Rasse. Bei den nicht gesprächsbereiten Plattformen wurden nur jeweils die ersten 10 Inserate pro Rasse untersucht. Deshalb sind dort einzelne Werte nur in absoluten Zahlen angegeben. Als seriös wird ein Tierinserat bezeichnet, bei dem der Interessent aufgrund der vom Inserenten gemachten Angaben dessen Identität überprüfen kann, insbesondere indem er die Übereinstimmung von Festnetznummer, Adresse und/oder Whois-Angaben der Website des Anbieters überprüft. Ausserdem müssen im Inserat alle notwendigen Angaben zum Tier vorhanden sein wie Rasse, Alter, Geschlecht, kastriert oder nicht, Impfstatus, gechipt oder nicht, ob das Tier besichtigt werden kann. Ausserdem wurde als Qualitätskriterium noch eine sprachlich einwandfreie und genügend ausführliche Insertion herangezogen, und der Preis für das Tier sich im üblichen Rahmen für diese Rasse (mit/ohne Stammbaum, Mischling) bewegt. Bot der Inserent an, das Tier oder die Tiere dem Käufer vorbeizubringen, zu schicken oder ihm entgegenzufahren, wurde das Inserat als unseriös beurteilt. Wenn es sich bei den Bildern zum Inserat offensichtlich um gestohlenes Bildmaterial oder Agenturfotos handelt oder die Tiere vermenschlichend mit Kleidern, Schmuck oder sonstwie entwürdigend dargestellt wurden, wurde das Inserat als unseriös eingestuft. Die Katzen-Inserate wurden aufgrund dieser Seriositätskriterien in drei Kategorien eingeteilt: • • • •

Seriös / überprüfbar: Informationen zum Tier und Kontaktangaben vollständig bzw. überprüfbar. Fraglich / nicht überprüfbar: Ein oder zwei Seriositätskriterien waren nicht erfüllt und/oder die Adresse des Anbieters kann nicht überprüft werden. Unseriös: Mehrere Aspekte der Seriositätskriterien waren nicht erfüllt. Kamerun: Hier wurden die eindeutig betrügerischen Inserate, die oft mit Computergestützten Übersetzungsprogrammen verfasst wurden, eingeordnet; ausserdem sonstige Inserate, die aufhorchen lassen. Niete: Bei der Kategorien- oder Stichwortsuche erscheinen themenfremde Inserate.

C.4. Beurteilung der Wildtier-Inserate Grössere Plattformen enthalten pro Kategorie Hunderte von Inseraten. Grundsätzlich sollten in solchen Fällen also nur die jeweils ersten 100 bzw. 10 Inserate analysiert werden. In gewissen Rubriken (Kleintiere, Fische, Vögel) kam es oft vor, dass auch zahlreiche Inserate für Käfige und Zubehör darunter waren, obschon es dafür eine eigene Kategorie gäbe. In diesen Fällen wurde gezählt, wie viele eigentliche Tier-Inserate unter den ersten 100 vorhanden waren, und nur diese wurden dann tatsächlich analysiert. Daher werden die Gesamt-Zahlen der Inserate jeweils noch durch die Zahl der tatsächlich gefundenen bzw. untersuchten Inserate ergänzt. Grundsätzlich wurden pro Kategorie die ersten 100 bzw. 10 Inserate überprüft. Bei Tutti, wo die Inserate nach Regionen kategorisiert wurden, wurde die Region Zürich als vermutlich 23


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grösster Deutschschweizer Markt ausgewählt. Da die vorliegende Analyse keine wissenschaftliche Studie ist, sondern „nur“ der Erzielung eines fundierten Eindrucks von der Seriosität der Plattformen dient, und die Möglichkeiten zur vollständigen Abdeckung aller Inserate beschränkt waren, wird auf das Berechnen von %-Zahlen verzichtet. Teilweise wurden zudem mehrere Kategorien zusammengefasst, so etwa bei den Nagetieren. Diese werden durch die Plattformen oft in mehreren Kategorien angeboten (z.B. Meerschweinchen und Hamster, Chinchillas und Degus, Ratten und Mäuse, Sonstige). Hier wurden jeweils nur diejenigen Inserate tatsächlich gezählt, in denen echte Wildtiere zum Verkauf angeboten wurden (z.B. Stachelmäuse, Lemminge, Hörnchen, Tanreks). Kriterium: Vollständige Angaben des Anbieters Grundsätzlich gelten hier dieselben Ansprüche, wie bei normalen Heimtier-Inseraten. Ein Anbieter inseriert nur wirklich vollständig, wenn er mit Namen, Adresse (Strassennummer, PLZ), Tel.-Nr. erscheint. Da dies der absolute Ausnahmefall ist (i.A. nur bei Ricardo gegeben) und es sich gezeigt hat, dass man sich meist mit der Angabe der Telefonnummer und/oder des Namens und/oder der PLZ, sowie evtl. einer (SMS- oder postalischen) Verifizierung des Inserenten durch den Anbieter als hohem Standard „begnügen“ muss, ohne als Interessent je an die volle Adresse zu kommen (Persönlichkeitsschutz), wurde das Vorhandensein von Name und/oder privater Telefonnummer sowie stimmiger PLZ und eine allfällige Verifizierung durch den Anbieter als vollständige Adressangabe akzeptiert, auch wenn keine Strasse oder Strassen-Nr. resp. volle Namen angegeben wurden (was die Plattform meist aus Persönlichkeitsschutzgründen des Anbieters gar nicht vorsieht). Entscheidend war folglich, dass die Anbieter-Adresse stimmig war (Wohnort, PLZ) und der Anbieter direkt kontaktiert werden konnte (evtl. über private Tel.-Nr., Mail, oder über vollen Namen/Wohnort, Telefonbuch). Kriterium: Adresse logisch Damit ist gemeint, dass Ortsangabe und PLZ übereinstimmen. Nicht in jedem Einzelfall wurde die PLZ überprüft, aber zumindest die erste Ziffer wurde kontrolliert und einer Region in der Schweiz zugeordnet. Als „unlogisch“ taxiert würde folglich bspw. eine Adressangabe wie 1012 Chur – die PLZ müsste mit der Ortsangabe übereinstimmen. Grundsätzlich waren alle Adressen aber bei allen Anbietern „logisch“, d.h. widersprüchliche Angaben wurden nicht entdeckt, womit in der Tabelle jeweils ein n.a. (not applicable, nicht zutreffend) erscheint. Kriterium: Website bei Züchtern vorhanden? Im Unterschied zu Hunde- und Katzenzüchtern sind Züchter von Exoten (z.B. Reptilien, Fischen) nicht so streng organisiert; es existieren keine eigentlichen Stammbäume, internationalen Dachorganisationen, anerkannte resp. nicht anerkannte Rassen, Richtwerte etc. und jeder Hobbyzüchter darf sich Züchter nennen. Manche dieser Hobbyzüchter verfügen über eigene Webseiten, andere nicht. Manche Tierhalter züchten regelmässig und bieten viele Arten aufs Mal an; diese wurden als Züchter identifiziert. Von diesen waren einige mit Webseiten präsent, die i.A. auch funktionieren (nicht direkt über Link; meist aber

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über Eingabe der kopierten Adresse der Website in den Explorer). Das Nicht-Vorhandensein einer eigenen Webseite wurde dagegen nicht gewertet, weil dies nichts über die Tierhaltung aussagt (daher ein n.a.). Kriterium: Standort Tier/Anbieter Dieses Kriterium ist hauptsächlich für den Internet-Hundehandel bedeutend, da die „HundeMafia“ sowie ausländische Tierhilfe-Organisationen Hunde über Mittelsleute handeln/vermitteln und die Tiere oft gar nicht vor Ort besichtigt werden können. Bei den Exoten spielt diese Erscheinung so gut wie keine Rolle; es gibt keine vergleichbaren Anbieter (TierhilfsOrganisationen, dubiose Händler aus Osteuropa), und so kann davon ausgegangen werden, dass Tier und Anbieter sich an derselben Adresse befinden und die Tiere besichtigt werden könn(t)en. Wenn daher die Adressangaben plausibel waren und nirgends von Lieferung der Tiere die Rede war, erhielten die Inserenten ein ok für das Kriterium „Standort“. Kriterium: Vollständige Angaben zum Tier Auch diese Bewertung war ursprünglich stark von der Hunde- und Katzenhaltung vorgegeben, d.h. als vollständig wird ein Inserat bewertet, das Auskunft gibt über Alter, Geschlecht, Rasse, Herkunft, Gesundheit, Impfstatus, Charakter und Eignung der Tiere. Bei den Exoten spielen Impfungen bspw. kaum eine Rolle (Fische, Reptilien); das Geschlecht kann teilweise kaum oder erst ab einem gewissen Alter (teilweise nur durch DNS) festgestellt werden (Fische, Vögel, Reptilien), der Charakter ist weniger wichtig, weil das Tier im Terrarium/Schwarm in der Voliere gehalten wird. Zudem haben sich in den verschiedenen Tierhalter-Kreisen jeweils ein ganz eigenes Vokabular und eigene Kriterien durchgesetzt. So wird bspw. meist nur der lateinische Name genannt (einen deutschen gibt es oft gar nicht), das Geschlecht (falls bekannt), evtl. die Grösse, ob Tiere verwandt oder blutsfremd sind, die Farbschläge, etc. Als vollständig wurden daher Inserate behandelt, die in den jeweiligen Tierkategorien übliche, grundsätzliche Infos zu Art, Geschlecht, Grösse, Farbe, Haltungsvoraussetzungen und wahlweise (Alter), (Herkunft), (Gesundheit), (Charakter), (sonstige Informationen) enthielten. Die Angabe von Impfstatus, Stammbaum, Chip etc. wurden daher nicht als Bedingung für ein seriöses Inserat vorausgesetzt. Kriterium: Dubioses oder Kamerun-Inserat Hier wurden die eindeutig betrügerischen Inserate, die oft mit computergestützten Übersetzungsprogrammen verfasst wurden, eingeordnet; ausserdem sonstige Inserate, die aufhorchen lassen. Kriterium: Beurteilung nicht möglich Hierzu wurden Inserate gezählt, die so wenige Informationen enthalten (weder zum Tier noch zum Anbieter), dass eine Beurteilung schlichtweg unmöglich ist. Es kann sich um seriöse, aber auch dubiose Inserate handeln. Die Unterscheidung zwischen „normalen“ Inseraten mit bescheidenen Angaben und „ungenügenden“ Inseraten war teilweise schwierig. Im Zweifelsfall muss daher davon ausgegangen werden, dass die Seriosität aller Inserate, deren 25


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Inserenten nicht mit möglichst vollständiger Adresse erscheinen, auch nicht 100 % garantiert werden kann! Kriterium: Bewilligungs- oder SKN-pflichtig Inserate, die solche Tiere anboten, wurden gezählt. Dazu gehören Tiere, deren Haltung eines Sachkundenachweises bedarf. Untersucht wurde zudem, ob der Inserent auf diesen Umstand hinweist. Kriterium: Aquarien mit Inhalt Es wurden Aquaristik-Inserate notiert, in denen Aquarien inkl. Fische oder Schildkröten zum Verkauf angeboten wurden. C.5. Beurteilung der Nager- und Vogelkäfig-Inserate Es wurden nur Käfige für die Indoor-Haltung von Nagern und Kaninchen untersucht. Bei den gesprächsbereiten Plattformen wurden alle angebotenen Nager- und Vogelkäfige untersucht, maximal jedoch 100 pro Typ. Bei nicht gesprächsbereiten Plattformen wurden ebenfalls nur noch die ersten 10 Inserate untersucht. Zusätzlich wurde erfasst, wie viele Käfige mitsamt Tieren angeboten werden. Bei den angebotenen Käfigen wurde überprüft, ob diese gesetzeskonform sind. Als nicht seriös wurden Käfiggrössen bezeichnet, in denen in der Schweiz grundsätzlich keine Nager (< 1800 cm2 Grundfläche) oder Vögel (< 2400 cm 2 Grundfläche) legal gehalten werden dürfen ODER wenn die spezifisch im Inserat angegebene Tierart nicht legal auf der Grundfläche des angebotenen Käfigs gehalten werden darf. Waren keine Masse des Käfigs angegeben, wurde dies ebenfalls als unseriös taxiert, da der Käufer das Produkt dann nicht beurteilen kann.

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5. Detaillierte Resultate dialogbereite Plattformen (Stichprobe Juni 2013)

Anibis.ch, Scout24.ch und Gratis-Inserate.ch A) Firmenform Es handelt sich um einen ganzen Komplex von Firmen und Plattformen, die hier zusammengeschlossen sind. Auf der market.scout24.ch-Website werden folgende Portale als „Partner“ bezeichnet: AutoScout24 / ImmoScout24 / JobScout24 / MotoScout24 / Market.Scout24 / Gate24 / Xmedia / Anibis.ch Kleinanzeigen Als Adresse gibt market.scout24.ch an: Scout24 Schweiz AG / Kleinanzeigen Scout24 Industriestrasse 44, 3175 Flamatt Ausserdem wird auf market.scout24.ch folgendes angegeben: „Der Kunden Support von Kleinanzeigen Scout24 erfolgt durch unsere Partnerplattform Anibis.ch.“ Auffallend ist, dass viele Inserate auf Anibis.ch auf die Plattform Gratis-Inserate.ch verlinken. Anibis.ch

Firmenform: Firmenname: Firmenzweck:

Gründung: Firmensitz:

Gratis-Inserate.ch Firmenform: Firmenname: Firmenzweck:

Gründung: Firmensitz:

GmbH (CH-550.1.040.137-3) Anibis GmbH Erstellung, Betrieb, Unterhalt und Vermarktung von Internetlösungen und drahtlosen Netzwerken (mobil), sowie Erbringung von damit zusammenhängenden weiteren Dienstleistungen und die Zusammenarbeit mit anderen Medien im In- und Ausland. 2010 Industriestrasse 44, 3175 Flamatt

GmbH (CH-036.4.041.995-5) Gratis-Inserate.ch GmbH Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb von online Anzeigemärkten, Konzipierung und Umsetzung von Webseiten sowie Handel mit Hard- und Software. Die Gesellschaft kann Immaterialgüterrechte und Immobilien erwerben, halten und verwerten. Sie kann im In-/Ausland Zweigniederlassungen errichten, sich an anderen Unternehmen beteiligen sowie alle Geschäfte tätigen, die der Förderung des Zwecks dienen. 2008 Bühlstrasse 29, 3012 Bern

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Scout24.ch Es handelt sich um ein Konglomerat verschiedener Firmen mit gleichem oder ähnlichem Namen, die untereinander verbandelt sind, indem sie entweder gegenseitig Anteile halten, oder durch personelle Verbindungen von Verwaltungsräten. Die Scout24 Schweiz-Firmen haben ihren Sitz in Flamatt (FR), die Scout24 International-Firmen in Baar (ZG).

B) Registrierung und Schalten von Inseraten Anibis.ch/Scout24.ch Bei der Insertion auf Scout24.ch wird man automatisch an Anibis.ch weitergeleitet. Verwaltung und Registrierungsvorgang laufen über Anibis.ch. Die Inserate erscheinen dann auf beiden Portalen automatisch. Das wird angepriesen: 6 Mio. Besucher/Monat, 360.000 aktuelle Inserate, zusätzliche Reichweite durch 2. Portal. AGBs AGBs und Nutzungsbestimmungen sind im Footer der Website relativ einfach zu finden, kaum jemand liest sie jedoch wahrscheinlich, obwohl den AGBs im Laufe des Registrierungsvorgangs zugestimmt werden muss. •

Bei Anibis.ch fällt auf, dass 31 % der (Katzen-)Inserate auf Gratis-Inserate.ch verweisen und teilweise veraltet sind. Ein Blick in die AGBs macht klar, dass der registrierte Nutzer von Anibis.ch mit dem Bestätigen seines Einverständnisses mit den AGBs im Verlauf des Registrierungsvorgangs bei Anibis.ch, dieser Firma die Erlaubnis dazu gibt, seine Inserate auch bei anderen Plattformen einzustellen, statistisch auszuwerten oder anderweitig zu nutzen. Nicht nur das, Anibis kann die Insertionsdaten auch für die Zwecke Dritter nutzen, in Datenbanken speichern (NSA lässt grüssen), bearbeiten anderweitig veröffentlichen. Wobei dieser Umstand den Nutzern nicht explizit mitgeteilt wird. Wer also bei Anibis inseriert, der gibt die inserierten Daten Anibis und unbekannten Dritten preis, die sie s peichern, bearbeiten und anderweitig publizieren können, ohne dass der Inserent davon erfährt! Was zur weiteren Verbreitung eines Inserats und zum Erreichen von mehr Interessenten durchaus interessant sein kann, führt aber zu Problemen, wenn der Inserent sein Inserat löschen will (weil er das Angebotene verkauft hat) – es ist damit noch lange nicht gesagt, dass die Inserateangaben dann überall, wohin sie verbreitet und gespeichert wurden, auch in Folge gelöscht werden. Der Inserent gibt also sämtliche im Inserat gemachten Angaben aus der Hand und hat darüber keinen Einfluss mehr. Gleichzeitig macht Anibis.ch jedoch den registrierten Nutzer vollumfänglich für den Inhalt der an Anibis.ch übermittelten Inserateinhalte haftbar.

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Ausserdem verpflichtet sich der Nutzer gemäss Nutzungsbestimmungen, die „auf dem Online-Markt zugänglich gemachten Informationen in keiner Weise oder Form ausserhalb des Online-Marktplatzes weiterzuverwenden“. Bei strenger Auslegung dürfte der registrierte Nutzer daher seine Inserate, Fotos, ja gar Adress- und Telefonangaben nie mehr ausserhalb von Anibis.ch verwenden! Wer sich also bei Anibis.ch registriert und Inserate schaltet, verkauft sozusagen seine Seele.

Datenschutz Die Datenschutzbestimmungen sind unter den AGBs und Nutzungsbestimmungen im Footer der Website zu finden. Die vom registrierten Nutzer an Anibis.ch übermittelten Daten sind nicht geschützt (siehe oben), gemäss AGBs von Anibis.ch kann die Firma diese Daten an Dritte weitergeben, auf Datenbanken speichern, bearbeiten, anderweitig publizieren. Wer bei Anibis.ch inseriert, gibt sämtliche Daten (Texte, Fotos, persönliche Angaben wie Telefonnummern, Adressen) und die Rechte daran aus der Hand. Anibis.ch nutzt GoogleAnalysedienste. Gespeichert wird von Google ebenfalls die IP des Nutzers von Anibis.ch. Sicherheitshinweise Sind vorhanden und im Footer der Website zu finden, je ein Dokument zu Phishing, Viren und zur Verhinderung von Missbrauch im Internet. Darunter befindet sich auch ein Hinweis zum Handel mit Tieren: • Beachten Sie bei der Einfuhr von allen Tierarten die geltenden Rechtsverordnungen und Gesetzte. • Der Gesundheitszustand von Tieren muss vor dem Kauf genau geprüft und durch den Anbieter belegt werden. • Gemäss AGBs dürfen nicht existierende Waren auf Anibis.ch nicht inseriert werden. Dies wird jedoch nicht kontrolliert, da das eingestellte Testinserat (siehe unten) eine nicht existierende Katze mit Standort auf Vanuatu anbot. Gemäss Nutzungsbestimmungen hat „Anibis.ch das Recht, aber nicht die Pflicht, solche Drittinformationen (Texte, Bilder, Grafiken, Pläne, Links, etc.) vor deren Veröffentlichung zu prüfen“. • Ebenfalls ist ein Hinweis generell dazu vorhanden, dass Tierinserate eine häufige Betrügerfalle seien, ebenfalls die Aufforderung des Anbieters zu Vorauszahlungen (bei Kamerun-Inseraten häufig der Fall). Oberfläche und Benutzerfreundlichkeit Die Oberfläche von Anibis.ch ist sehr übersichtlich. Die Navigation wird durch zahlreiche Kategorien und Unterkategorien erleichtert, bei denen jeweils auch gleich angegeben wird, wie viele Inserate in jeder Kategorie geschaltet sind. Innerhalb jeder Kategorie und Unterkategorie kann mit Stichworten gesucht werden, das Navigieren zurück auf die nächsthöhere Kategorie ist problemlos möglich. Ebenfalls können innerhalb des Suchresultates verschiedene Ansichten (Listen, Fotos, Karte mit Inseratestandorten, 1 Inserat 29


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pro Seite) gewählt und bei der Anzeigeform 1 Inserat pro Seite von Inserat zu Inserat innerhalb der Suchkategorie gesprungen werden. Ebenfalls möglich ist die Suche nach Inseraten des gleichen Anbieters (so er den gleichen Nutzernamen für all seine Inserate verwendet). Drittinserate sind nur rechts und unten links platziert, und verwirren so kaum. Direkt unter den Inseraten besteht die Möglichkeit, eine Missbrauchmeldung an Anibis.ch zu senden, unter Angabe der eigenen E-Mail und einer Begründung, aber ohne ein eigenes Anibis-Benutzerkonto haben zu müssen. Ebenfalls steht unter den Inseraten, man solle die Sicherheitshinweise beim Kauf/Verkauf beachten. Registrierungsvorgang Zur Registrierung auf Anibis.ch benötigt man einen Benutzernamen, bei dem es sich auch um einen Fantasienamen handeln kann, ein selbstgewähltes Passwort, eine funktionierende E-Mail-Adresse, PLZ, Ort, Kanton und Land. Nicht zwingend sind folgende Angaben: Vorname, Name, Strasse und Telefonnummer. Der Versuch, eine englische Adresse einzugeben, schlug fehl, weil die Postleitzahl nicht akzeptiert wurde. Bei Angabe einer fiktiven deutschen Postleitzahl war es möglich, eine Registrierung vorzunehmen. Es war dazu noch notwendig, einen Spamschutz-Sicherheitscode einzugeben und den AGBs zuzustimmen. Innerhalb einer Minute trudelte das Aktivierungs-E-Mail beim angegebenen EMail-Konto ein, und das Anibis-Konto konnte durch Anwählen des per E-Mail verschickten Links aktiviert werden. Offenbar merkt sich Anibis.ch dabei die IP, denn man kann sich vom selben Computer aus über die gleiche IP nicht nochmals registrieren, das ging lediglich über ein Proxy. In diesem Fall wurde eine weitere Registrierung über das Proxy der Universität Zürich vorgenommen. Das Anibis-ch-System akzeptierte dabei aber nicht die gleiche E-MailAdresse, sondern nur eine alternative, jedoch dasselbe Passwort. Wiederum wurde eine fiktive Adressen-Kombination verwendet mit einer Schweizer Postleitzahl, aber einer Ortschaft in England (Hay-on-Wye, das Dorf der 30 Buchläden) und Grossbritannien als Land. Bei beiden Registrierungen verlangte Anibis.ch nach Bestätigung des Aktivierungsmails eine Mobilenummer für die SMS-Verifizierung, wobei nur Vorwahlen der folgenden Länder zugelassen waren: Schweiz, Deutschland, Frankreich ohne Übersee, Österreich, Liechtenstein und Italien. Auf die angegebene Mobilenummer sendete Anibis.ch dann einen Code, der auf der Website wiederum eingegeben werden musste, um das Benutzerkonto zu verifizieren. Eine Neuregistrierung auf Anibis.ch ist daher nur möglich, wenn ein Mobiltelefon mit der Vorwahl aus einem der angegebenen Länder vorhanden ist. Beim Anibis.ch-Benutzerkonto steht anschliessend sichtbar „SMS verifiziert“, wobei die für die Verifizierung angegebene Mobilenummer dabei nicht erscheint. Der Inserent kann anschliessend bei seinen Inseraten auch eine andere Telefonnummer für die Kontaktaufnahme mit Interessenten angeben (siehe unten). Eine Neuregistrierung bei Anibis.ch ist nur mit SMS-Verifizierung möglich. Es sind jedoch auch Inserate aufgeschaltet, bei denen keine SMS-Verifizierung vorliegt, Es sind dies allesamt Inserate, die auf Gratis-Anzeigen.ch verlinkt sind, ein Portal, bei dem keine 30


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SMS-Verifizierung stattfindet. Beim Inserat, dass auf Anibis.ch angezeigt wird, sind daher auch keine anderen Angaben des Anbieters zu finden. Viele der auf Gratis-Anzeigen.ch verlinkte Inserate sind zudem veraltet. Anibis.ch speichert also die IP, von der aus die Registrierung vorgenommen wird, lässt keine zwei Registrierungen über dieselbe E-Mail-Adresse zu, und verifiziert ein Benutzerkonto über zwei Schritte: Bestätigungs-E-Mail und SMS-Verifizierung über eine Mobilenummer mit Vorwahl aus CH, D, A, F, I und FL. Weitere Angaben des Benutzers sind entweder fakultativ, oder es können auch völlig absurde Kombinationen eingegeben werden, die angegebene Adresse wird nicht verifiziert und kann sich irgendwo auf der Welt befinden. Nur bei der Postleitzahl lässt das System nicht alle Optionen zu (nur Zahlen). Es wird nicht überprüft, ob die Angaben in sich stimmig sind. Schalten eines Testinserates Das Testinserat wurde in der Kategorie „Tiere & Tierzubehör“, Unterkategorien „Katzen“ und „Rassekatzen“ geschaltet, und zwar für ein Savannah F1 Männchen, also einen unfruchtbaren Hybriden zwischen einer Hauskatze und einem Serval, welcher in der Schweiz haltebewilligungspflichtig wäre. In der Beschreibung wurde allerdings angegeben, dass es sich um ein Testinserat handelt und die angegebene Katze nicht existiere. Dies wäre gemäss AGBs von Anibis.ch eigentlich verboten, das Inserat konnte trotzdem geschaltet werden und wurde nicht von Anibis.ch entfernt. Die Eingabemaske zum Erfassen eines Inserates ist sehr gut aufgebaut und durchstrukturiert. Sie führt den Inserenten mit zahlreichen Dropdown-Menus (Rasse, Alter, Geschlecht, Fellart, Standortland) und anwählbaren Optionen (Angebot oder Suche, Preis NV/Meistbietender/Gratis, Abstammungspapiere, kastriert/sterilisiert, Microchip, Impfungen, Handicap, Notfall, Stubenrein, reine Hauskatze, verträgt sich mit Katzen/Hunden). Ebenfalls soll der Standort des Angebots eingegeben werden sowie Kontaktangaben gemacht werden. Als Minimum kann gewählt werden, dass der Kontakt zwischen Interessent und Inserent über das von Anibis.ch offerierte Mailformular stattfindet, es könnte jedoch eine Telefonnummer angegeben (beliebig, muss nicht die Mobilenummer sein, mit der das Benutzerkonto verifiziert wurde) und die Kontaktadresse des registrierten Benutzers angezeigt werden. Als Standort der inexistenten, bewilligungspflichtigen Savannah-F1-Katers im Testinserat wurde dann Tassiriki Park in Port Vila auf Vanuatu im Pazifik angegeben. Dies wurde vom System problemlos geschluckt, auch wenn es absolut absurd ist, auf Anibis.ch etwas auszuschreiben, das sich auf Vanuatu befindet.

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C) Stichprobe der Inserate Anibis.ch und Scout24.ch Umfang der Plattform Total über 400'000 Inserate, davon 9‘000 - 10'000 Inserate zu Tieren und Zubehör, rund 9‘300 Inserate in der Kategorie „Tiere & Tierzubehör“, davon: 1‘649 Hunde-Inserate 301 Inserate „Rassekatzen“, davon 99 Inserate der Rassen, Bengal, Britisch Kurzhaar, Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Perser und Sphynx untersucht 157 Inserate „Vogel-Zubehör“(keine eigene Unterkategorie für Käfige, effektiv boten 72 Inserate Vogelkäfige an) 240 Inserate „Nagerzubehör“ (keine eigene Unterkategorie für Käfige, effektiv boten 142 Inserate Nagerkäfige an) 496 Inserate „Nager und Kleintiere“ (auch darunter fanden sich einige der oben erwähnten Nagerkäfige) 862 Inserate „Welt der Hunde“ (Hundezubehör)

1. Hunde-Inserate Anzahl Hunde-Inserate Private Anbieter, Hobbyzüchter (von 100) Züchter (von 100) Tierhilfe-Organisationen (von 100) Homepage, (direkter Link) Hundehändler (von 100) Kamerun (von 100) Verkäuferidentität Vor- und Nachname Nur Nachname Pseudonym No name Adresse (PLZ und Ortschaft) Nur PLZ Nichts Telefon Fixnet Handy Beides Keins Homepage Direkter Link Weitere Kriterien Kein Foto Kein Preis Kleinrassen Sonstige Rassen Besondere Rassen, besondere Preise Kupierte Schwänze/Ohren SERIOSITÄT (ja, nein, fraglich)

1‘649 20 - 25 % 5% 65 % 0 5 - 10 % 0 +++ schlecht - mässig 37 0 56 7 90 0 10 16 20 1 63 2 Geht nicht. 4 1 27 73 American Staffordshire Wurf ohne Hinweise aus Zürich! Tea-Cup-Chihuahua. 0 Ja (22), Nein (54), Fraglich (24)

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Tierhilfe-Organisationen

Anzahl Inserate Transparenz Seriosität Homepage (direkt verlinkt)

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Mehr als die Hälfte der Inserate sind Angebote von Tierhilfeorganisationen: schlecht (Tierschutz Ibiza, Tötungsstation Ungarn, Paradies für Tiere, Fallschirm, Monika Joder, heavensnotenough, Lilly von Sardinien, Hundepension Grisette) 64 Nein. Eher nein 1x Homepage auf Nachfrage

Anibis.ch Zum Zeitpunkt der Stichprobe (Juni 2013) bot die Plattform nützliche Tier-Informationen, Warnhinweise z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“, und Links beispielsweise zum BLV Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen, allerdings nicht bei allen Ansichten. Wenn der BLV-Link aktiv war, konnten sämtliche wichtige STS-Dokumentationen abgerufen werden, wie beispielsweise „Augen auf beim Hundekauf“. Zum Zeitpunkt der Publikation dieses Berichtes sind nur noch Links zur Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG und zu den Sachkundenachweiskursen aufgeschaltet, nicht mehr zu BLV oder STS. Die Verkäuferidentität ist mässig bis schlecht (mehr als die Hälfte der Inserenten (56 %) gibt ein Pseudonym an; nur 37 % geben einen Namen an; bei 90 % erscheint PLZ und Ortschaft; mehr als 60 % geben keine Telefonnummer an und nur 2 % geben ihre Websites an – die allerdings ins Leere laufen). 22 % der Inserate kann als seriös eingestuft werden (Vorjahr 21 %) – 24 % sind fraglich (Vorjahr 47 %) und 54 % (Vorjahr 35 %) werden als nicht seriös eingestuft. Der Anteil fraglicher bzw. nicht seriöser Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen liegt bei 65 % und ist damit unverändert zum Vorjahr. Es gibt keine Kamerun-Inserate und auch keine Inserate mit illegalen/verbotenen Inhalten (1 KamerunInserat im Vorjahr). 2012 >>> 2013: Knapp 20 % mehr unseriöse Inserate – Verbesserungen bei den fraglichen Inseraten; Juni 2013 noch gut bezüglich der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen), zum Zeitpunkt der Publikation dieses Berichtes nicht mehr. Unverändert hoher Inserate-Anteil von Tierhilfe-Organisationen mit mangelnder Transparenz. Gesamteindruck Hunde bei Anibis.ch: ungenügend Scout24.ch Entgegen der Zugeständnisse im Dialog mit dem STS fehlen leider nützliche Tier-Informationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links zu STS und/oder BLV. Die Verkäuferidentität ist mässig bis schlecht (mehr als die Hälfte der Inserenten (56 %) gibt ein Pseudonym an; nur 37 % geben einen Namen an; bei 90 % erscheint PLZ und Ortschaft; mehr als 60 % geben keine Telefonnummer an und nur 2 % geben ihre Websites an – die allerdings ins Leere laufen). 22 % der Inserate kann als seriös eingestuft werden (Vorjahr 21 %) – 24 % sind fraglich (Vorjahr 47 %) und 54 % (Vorjahr 35 %) werden als nicht seriös eingestuft. Es gibt keine Kamerun-Inserate und auch keine Inserate

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mit illegalen/verbotenen Inhalten (1 Kamerun-Inserat im Vorjahr). Der Anteil fraglicher bzw. nicht seriöser Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen ist auf 65 % gestiegen (Vorjahr deutlich weniger). 2012 >>> 2013: Knapp 20 % mehr unseriöse Inserate – Verbesserungen bei den fraglichen Inseraten; ungenügend in der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen), obwohl alle geschalteten Inserate mit Anibis.ch-Inseraten identisch sind, wird die gute Aufklärung der Nutzer aus unerklärlichen Gründen nicht identisch präsentiert. Unverändert hoher Inserate-Anteil von Tierhilfe-Organisationen mit mangelnder Transparenz. Gesamteindruck Hunde bei Scout 24.ch: ungenügend

2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung Ein Inserat eines Anbieters aus Genf mit einem verbotenen Hundeerziehungshalsband „Collier Anti-Aboiement ultrason chien“. Die Beschreibung des Produktes sagt aus, dass das Gerät „des ultra-sons très désagréables pour votre chiens“ ausstosse, wenn ein Hund mit diesem Antibellhalsband zu bellen beginnt. Da es sich um sehr unangenehme Ultraschalltöne handelt, ist das Gerät in seiner Anwendung (aber nicht seinem Verkauf) in der Schweiz verboten. Im Inserat ist darauf aber kein Hinweis zu finden. 3. Katzen-Inserate Bei 31 % der überprüften Inseraten verwies Anibis.ch auf Gratis-Inserate.ch. Diese von der anderen Plattform übernommenen Inserate waren alle nicht SMS-verifiziert, ausserdem waren 38 % dieser Inserate veraltet und auf Gratis-Inserate.ch gar nicht mehr vorhanden. Gratis-Inserate.ch schrieb dann: „Anibis.ch zeigt leider veraltete Inserate an, die längst gelöscht worden sind. Hier auf Gratis-Inserate.ch finden Sie 60'000 frische Inserate...“ Obwohl in der an sich guten Suchmaske von Anibis.ch spezifisch nach diesen Rassen gesucht wurde, waren unter den 100 Suchergebnissen dann nebst den 41 untersuchten Inseraten der Rassekatzen Maine Coon, Norwegische Waldkatze, British Shorthair, Perser, Sphynx und Bengal auch 19 Inserate von Katzen anderer Rassen und 18 veraltete Inserate von Katzen, die mit Gratis-Anzeigen.ch verlinkt waren, der Rest (20 Inserate) waren Deckkaterinserate, Kaufgesuche oder Angebote von Ferienbetreuung – von den Inserenten falsch eingestellt, obwohl für solche Angebote eigene Kategorien zur Verfügung stünden. Rasse Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx

Total Inserate 14 0 15 6 1 (Peterbald)

Seriös / überprüfbar 6 0 8 1 0

Fraglich/nicht überprüfbar 3 0 3 0 1 (Designrasse)

Unseriös / Fragwürdig 4 0 4 4 0

KamerunInserat 1 Kamerun 0 0 1 Kamerun 0

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Bengal Total

5 &1 Toy-Ger 42

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0 15 (35.7 %)

4 11 (26.2 %)

2 14 (33.3 %)

0 2 (4.8 %)

SMS-geprüftes, aber dennoch nicht einwandfreies Inserat aus Deutschland

2012 >>> 2013: massive Verschlechterung 2012: 4.5 bis 16 % unseriöse Inserate (Anibis.ch) bzw. 11 bis 42 % unseriöse Angebote (Scout24.ch) 2013: >35 % unseriöse Inserate, darunter viele veraltete. Anibis.ch ist auf die letztjährigen, schlechten Werte von Scout24.ch gesunken. Gesamteindruck Katzen: ungenügend

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SMS-geprüftes, vom Text her an ein Kameruninserat erinnerndes Inserat

4. Wildtier-Inserate Anibis.ch Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier Dubioses oder Kamerun-Inserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungs- oder SKN-pflichtig? Aquarien mit lebendem Inhalt Gesamteindruck

Fische 334 100 30

Reptilien 340 100 10

Vögel 349 100 25

Andere 97 97 10

Nager 493 100 20

55 5

65 10

25 10

31 1

20 6

ok, soweit beurteilbar 80 50

20

5

25

0

0

10

5

0

35

35

35

5

20

0

15

1

10

0

15 von 100 (total 469 Angebote) Adressen i.A. nicht vollständig, Angaben zu Tieren oft rudimentär, oft InsiderJargon, Angaben zu Haltung bei Fischen relativ häufig, bei anderen Artengruppen selten, meiste Inserate wohl seriös, bei Vögeln einige verdächtige Inserate (Rechtschreibung, Aufbau)

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Erstaunlich viele Inserate auf Anibis erscheinen auch auf Gratisinserate.ch. Die Angaben zu den Anbietern sind meist ungenügend, da der Kontakt über ein Formular läuft und zusätzliche Kontaktangaben nur selten durch den Inserenten noch im Text gemacht werden. Auch die Angaben zu den Tieren sind meist mangelhaft. Einzelne Kamerun-Inserate sind zu finden, auffälligerweise v.a. bei der Kategorie Vögel (Papageien). Es werden auch etliche Aquarien mit Inhalt und einige SKN-pflichtige Tiere (Schlangen, Frettchen) angeboten, selten mit diesbezüglichem Hinweis. Aufgrund der wenigen Infos zu Anbieter und Tier sind viele Inserate in Bezug auf ihre Seriosität letztendlich nicht einzuschätzen. 2012 >>> 2013: unverändert. Viele Inserate mit mangelhaften Angaben zu Tier und Anbieter. Immer noch einige mutmassliche Kamerun-Inserate (Papageien). Sachkundenachweis-pflichtige Arten wie Frettchen, Grosspapageien oder Giftschlangen ohne entsprechenden Hinweis. Aquarien mit Inhalt im Angebot. Viele Inserate schlichtweg nicht einschätzbar. Gesamteindruck Wildtiere: knapp genügend. Die meisten Inserenten dürften seriös sein, sind sich aber wohl der Wichtigkeit eines informativen Inserats zu wenig bewusst. Scout24.ch Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier Dubioses oder KamerunInserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungsoder SKNpflichtig? Aquarien mit lebendem Inhalt Gesamteindruck

Fische 332 30

Reptilien 339 100

Vögel 347 100

Andere 97 15

Nager 490 8

5

30

10

0

3

25 0

44 6

30 0

15 5

7 2

ok

ok

ok

ok

20

10

0

in 3 Fällen Lieferdienst 0

0

0

1

1 (Jagdfasan)

0

10

40

70

9

3

0

3

2

0

3

11 von 100 (total 467 Angebote) Adressen i.A. nicht vollständig, Angaben zu Tieren oft rudimentär, oft mit InsiderJargon, Angaben zu Haltung relativ häufig bei Fischen, selten bei anderen Tiergruppen. Meiste Inserate wohl seriös, vereinzelt verdächtige Inserate. Bei Nagern unter 100 Inseraten nur 7 mit Wildtieren (Lemminge, Hörnchen). Mehrheit der Inserate in Kategorie Nager mit ungenügenden Angaben.

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Fast alle Inserate sind solche von Anibis oder Gratisinserate.ch. Die Angaben zu den Anbietern sind meist ungenügend, da der Kontakt über ein Formular läuft und zusätzliche Kontaktangaben nur selten noch im Text gemacht werden. Auch die Angaben zu den Tieren sind meist mangelhaft. Kamerun-Inserate sind dagegen nicht oder kaum zu finden. Es werden auch etliche Aquarien mit Inhalt und einige SKN-pflichtige Tiere (Schlangen, Frettchen, Grosspapageien) angeboten, selten mit diesbezüglichem Hin-weis. Aufgrund der wenigen Infos zu Anbieter und Tier sind viele Inserate in Bezug auf ihre Seriosität letztendlich nicht einzuschätzen. 2012 >>> 2013: unverändert. Weniger Kamerun-Inserate, sonst wie Anibis.ch Gesamteindruck Wildtiere: knapp genügend. Die meisten Inserenten dürften seriös sein, sind sich aber wohl der Wichtigkeit eines informativen Inserats zu wenig bewusst.

5. Nager- und Vogelkäfige Total untersuchte bzw. gefundene Inserate Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt. Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, weil Grössenangaben des Käfigs fehlen. Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager, unter 2400 cm2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein. Käfige mit Tieren angeboten

Nagerkäfige 142 51 Inserate (36 %)

Vogelkäfige 72 36 Inserate (50 %)

25 Inserate (17.5 %)

22 Inserate (30.5 %)

23 Inserate (18.5 %)

15 Inserate (20.5 %)

2

2

2012 >>> 2013: Verbesserung 2012: 63 bzw. 61 % der angebotenen Käfige zu klein. 2013: 18 bzw. 20 % der angebotenen Käfige zu klein. Gesamteindruck: genügend

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INSERATEHANDEL MIT TIEREN IM INTERNET 2013

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Anibis.ch und Scout24.ch UMFANG BENUTZERFREUNDLICHKEIT

Kostenpflicht Übersicht Startseite

Übersicht Tierseiten

Übersicht Inserate

Gestaltung/Übersicht Einzelinserat

Kategorisierung

Anibis Scout24 Im Bereich Tierinserate recht gross, ebenfalls bei Käfigen: 9354 Inserate in der Kategorie „Tiere & Tierzubehör“. Gut Gut - mässig Übersichtlich, klare Führung durch Eingabemasken beim Inserieren und beim Suchen von Inseraten, zumindest bei der Insertion von lebenden Tieren, nicht aber bei der Insertion von Käfigen, wo die Anbieter häufig die Masse gar nicht angeben. Gratis. Gratis. +/+/Etwas unübersichtlich, Einteilung in Etwas übersichtlicher mit 6 Top-Kategorien (Tiere & Zubehör Rubriken zum Anklicken, nichts gehört dazu) und andere Kategorien. von Tieren (Auto, Immo, Job, Es wird jeweils die aktuelle Anzahl Friend, Moto, Kleinanzeigen). Inserate angegeben. Kleinanzeigen (dort vermutet man die Tierinserate) werden automatisch umgeleitet auf market.scout24 (dessen Startseite wieder etwas chaotischer ist...). + + Etwas übersichtlicher. Mit Tiere & Zubehör gehört bei Suchfunktion nach den 21 market.scout24 zu den 3 TopUnterkategorien. Kategorien. Danach läuft alles wie bei anibis (21 Unterkategorien, Suchfunktion, etc.). Gut ++ +/Übersichtlich. Mehrere Sehr ähnlich wie Anibis-HundeSuchfunktionen (Alter, Geschlecht, Seite. aber die animierten Links Grösse). Einteilung: Deckrüden, zum BLV fehlen. Es kommen Mischlinge, Rassehunde, jeweils mit Inserate z.B. der Anzahl Inserate und weiteren Schweizerischen Sortierfunktionen (Regionen, Titel, Tiermeldezentrale STMZ oder Preis, Datum). Mehrere Ansichten Zoohandlungen. (Detail, Fotogalerie, Liste, Karte). Je nach Ansicht werden diverse animierte Links eingespielt (BLV) mit allen Links zum STS und den div. Dokumenten, Augen auf beim Hundekauf). ++ Sehr detailliert, mit Adresse, Inseratetyp, Inseratenr., Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG)-Mitgliedschaft, letztmals aktualisiert, Region, Preis, Alter, Grösse, Geschlecht, Micro-Chip, Impfstatus, Fellart, geeignet für, verträgt sich mit., keine Namen. Weitere Inserate des gleichen Anbieters. E-Mail-Adresse, SMS geprüften Tel.-Nummern. Gut ++ Detailliert in 21 Unterkategorien. Hunde sind in 3 weitere Kategorien unterteilt (Deckrüden, Mischlinge, Rassehunde).

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Suchfunktionen Nützliche TierInformationen (Rasseportraits, Bewilligungspflicht, Links zu Informationsseiten, etc.) SICHERHEITSVORKEHRUNGEN Verifizierung Anbieter durch Aktivierungscode Erstregistrierung vor Inserat AGBs Datenschutz

Sicherheitshinweise Bewertungssystem Verbotslisten Reglemente INSERIEREN

Laufzeit Warnhinweise Augen auf beim Hundekauf Links zum STS oder anderen Tierschutzorganisationen, BLV Direkte Verlinkung zu den Websites der Anbieter Meldefunktion Mehrere Inserate vom gleichen Anbieter

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Gut ++ Nach Unterkategorien auf der Tierseite. Nach Alter, Geschlecht, Grösse und weitere Sortierfunktionen (Regionen, Titel, Preis, Datum). Sehr gut +++ Schade: +/Animierte Links zum BLV. Nicht bei Nicht wie bei Anibis. Es allen Ansichten und abwechselnd. kommen Inserate z.B. der Wenn BLV-Link aktiv ist, können STMZ oder Zoohandlungen sämtliche wichtige STSDokumentation abgerufen werden auch Augen auf beim Hundekauf. mässig schlecht --- Nein. Gut: ++ Ja – Inserieren ist erst möglich nach Registrierung. + Ja. Keine Verbotslisten oder Einschränkungen im Sinne des Tierschutzes in den AGBs. Ein registrierter Nutzer von Anibis.ch gibt mit der Registrierung und der Zustimmung zu den AGBs von Anibis.ch praktisch alle Rechte an seinen Inseraten ab, Anibis.ch kann diese nach Belieben speichern, bearbeiten, anderweitig publizieren, an Dritte weiterreichen. Die Daten werden von Google gespeichert, daher ist anzunehmen, dass alle publizierten Daten auf Anibis.ch auch Nachrichtendiensten in den USA und Grossbritannien zur Auswertung zur Verfügung stehen. ++ Div. Hinweise auf Internetbetrügerei und auch zum Tierkauf, Sicherheitstipps. --- Nein. --- Nein. --- Nein. Inkl. Registrierung und Verifizierung (E-Mail und SMS) innert 10 Minuten möglich. Pflichtangaben sind: Benutzername, Passwort, E-Mail, PLZ, Ort, Land (alle Länder sind möglich!), Kanton, Sicherheitscode, AGBZustimmung. Mobiltelefonnummer mit Vorwahl aus CH, FL, D, A, I und F. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt keine Überprüfung vor dem Hochschalten, selbst Inserate mit per AGB verbotenen Inhalten werden nicht gelöscht. Bei der Insertion auf market.scout24 wird man automatisch an anibis.ch weitergeleitet. Verwaltung und Registrierung läuft alles über Anibis. Die Inserate erscheinen dann auf beiden Portalen (automatisch). Das wird angepriesen: 6 Mio. Besucher/Monat, 360‘000 aktuelle Inserate, zusätzliche Reichweite durch 2.Portal. (siehe Bild unten). 1 Monat, kann verlängert werden. --- Nein. +++ --Über animierten Link des BLV. Nicht Fehlt hier. in allen Ansichten. Über animierten Link des BLV. Nicht --in allen Ansichten. +++ Fehlt hier. --Nein – nicht möglich. +++ Ja. Jeder kann melden. Pflichtangabe E-Mail und Meldetext. +++ Ja. Kann man anklicken.

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Gesamteindruck Hunde-Inserate Hundeerziehungshilfsmittel Katzen-Inserate Wildtier-Inserate Nager- und Vogelkäfige

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Ungenügend nicht beurteilbar Ungenügend. Knapp genügend. Genügend.

Ungenügend.

Seriöses Hunde-Inserat auf anibis.ch

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Gratis-Inserate.ch Bei Gratis-Inserate wurde nur die Aufschaltung eines einzigen Inserates überprüft, nicht das gesamte Inserateangebot. Viele Anibis.ch-Inserate verweisen auf Gratis-Inserate.ch.

B) Registrierung und Schalten von Inseraten Für das Schalten eines Inserates ist bei Gratis-Inserate.ch nur eine E-Mail-Adresse notwendig, man muss sich nicht bei der Plattform registrieren. Bevor man den Text für das Inserat eingeben kann, wird man über eine Seite mit Informationen zu verbotenen Inserateinhalten geführt, dort muss man sich einverstanden erklären und kann weiterklicken. Verboten sind beispielsweise Listenhunde. Jeder Inserent (bzw. jede E-Mail-Adresse) darf nicht mehr als fünf Inserate schalten. Bei der Eingabe eines Tier-Inserates sind verschiedene Rubriken und Unterrubriken möglich. Als Standort möglich sind alle CH-Kantone, A, D, I, F oder E, aber auch (andere). Wenn das Inserat fertig verfasst ist, wird ein E-Mail an die angegebene E-Mail-Adresse geschickt, und man muss den Bestätigungslink anklicken, dann wird das Inserat sofort hochgeladen. Gemäss AGB sollten sich die angebotenen Waren in CH oder FL befinden, dies wird jedoch nicht überprüft, als Standort können auch andere Länder gewählt werden. Der Plattformbetreiber verpflichtet sich nicht zu einer systematischen Überprüfung der Inserateinhalte.

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Gratis-Inserate.ch Umfang, Angebot:

Im Bereich Tierinserate recht gross (8‘000 Inserate)

Benutzerfreundlichkeit:

relativ übersichtlich und einfach zu bedienen, allerdings wird innerhalb von Unterkategorien und bei einer Stichwortsuche nicht mehr ersichtlich, wie viele Inserate in der gesuchten Kategorie vorhanden sind, ausserdem kann man nicht innerhalb der Suche von einem Inserat zum nächsten clicken, sondern muss jeweils zurück zur Übersicht.

Sicherheit, Datenschutz:

Die E-Mail-Adresse des Nutzers bleibt verborgen, eine Kontaktaufnahme ist nur über ein Mailformular möglich. Die Betreiber der Plattform senden unaufgefordert einen Newsletter, der aber abbestellt werden kann.

Verifizerung Anbieter: Inserate schalten: Kontrollinstanzen: Laufzeit der Inserate: Seriosität:

gültige E-Mail-Adresse innert 2 Minuten möglich Keine Beschränkt auf 1 Monat, kann verlängert werden. Nicht überprüft

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Epets.ch A) Firmenform Firmenform: Firmenname: Firmenzweck:

Gründung: Änderungen:

Inhaberin:

Einzelfirma (CH-020.2.005.692-3) Treuthardt Webconsulting Internet-Lösungen, Internetseiten-Erstellung, -Design, -Verwaltung, -Pflege, -Hosting aller Art sowie Tier- und Tierzubehörvermittlung aller Art im Internet für Privatpersonen, Züchter, Tierheime und Tiervereine. 2009. Gelöscht per Juli 2013 (...) Juli 2013: Das Einzelunternehmen wird infolge Fehlens der gesetzlichen Voraussetzungen der Eintragungspflicht auf Begehren der Inhaberin gelöscht. SHAB 126 vom 3.7.2013. Die Website existiert jedoch weiter und verschickt sogar Weihnachtsgrüsse an die Nutzer (auch an die fiktive Testnutzerin des STS). Treuthardt, Katarina, von Slowakei, Wächlenstrasse 17, 8832 Wollerau

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Die AGBs und Nutzungsbestimmungen sind im Footer zu finden. Epets.ch lehnt jede Verantwortung und Haftung für die vom Nutzer an Epets.ch übermittelten Daten bzw. Inserateinhalte ab. Der Nutzer muss bestätigen, dass er an sämtlichen von ihm direkt oder indirekt über Dritte Epets.ch oder Dritten zur Verfügung gestellten Daten wie beispielsweise Grafiken, Fotos, Plänen, Texten, Software und Sounds berechtigt ist und im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen mit Epets.ch verwenden darf. Nebst den AGBs hat Epets.ch zudem noch Insertionsregeln aufgestellt, welche jedoch nur über einen Link in den AGBs zu finden und grafisch sehr unübersichtlich gestaltet sind. Epets.ch verlangt darin beispielsweise, dass der Inserent tatsächlich über die ausgeschriebenen Tiere verfügen muss und die Angaben über das Tier wahrheitsgetreu sein müssen, Gesuch-Inserate und die Angabe von Webadressen nicht erlaubt seien und Inserate bzw. zugehöriger Account bei ungültigen Adressangaben gelöscht würden. Sicherheitshinweise Ein paar wenige sind vorhanden und können über die Sidebar rechts „Sicher handeln“ aufgerufen werden. Dort wird vor einer einzigen Art von Betrugsversuch, nämlich Scheckbetrug, gewarnt sowie empfohlen, beim Verkauf von Tieren ins Ausland „mit Leuten die man nicht kennt“ nur Bares zu akzeptieren, keine Checks. Ausserdem sei höchste Vorsicht geboten, wenn man keine Adresse oder Telefonnummer des Anbieters ausmachen könne und die ganze Transaktion nur per E-Mail abgewickelt werden soll. Nicht gewarnt wird vor Kauf von Tieren aus dem Ausland, und auch nicht erläutert, wie ein Nutzer denn 43


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sinnvollerweise die Adresse und Telefonnummer eines Anbieters herausfinden oder überprüfen könnte. Der unten rechts bei einigen Inseraten geschaltete Hinweis „Die Hundemafia – das schmutzige Geschäft mit der „Ware“ Tier. Mehr Infos...“ ist allerdings ein toter Link, der zwar auf die Seite von VierPfoten führt, aber die entsprechenden Informationen zur Hundemafia sind dort nicht zu finden. Datenschutz Auffindbarkeit der Datenschutzinformationen ist schlecht, diese verstecken sich in den AGB. • •

Epets.ch erlaubt sich die in Inseraten enthaltenen Texte, Bilder, Grafiken, Pläne etc. auf andere eigene, aber auch auf Onlineplattformen und -Dienste Dritter zu publizieren. Epets.ch gibt ausserdem an, die Insertionsdaten für eigene Zwecke und die Dritter zu benutzen und sonstwie zu veröffentlichen, zu speichern und zu bearbeiten. Der Inserent gibt also auch hier die Kontrolle über die Inhalte ab, sobald er sie über diese Plattform inseriert: „Der Kunde stimmt der Nutzung der Daten durch den Dritten ausdrücklich zu.“ Epets.ch verpflichtet sich zwar zur Einhaltung der geltenden Datenschutzbestimmungen, sichert aber die Vertraulichkeit, Unverfälschbarkeit und Authentizität der online publizierten Daten des Kunden nicht umfassend zu.

Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Oberfläche ist recht übersichtlich, allerdings sind Schriftgrösse und Farbgebung nicht sehr augenfreundlich. Die Kategorien (z.B. Katzen) sind in Unterkategorien (z.B. Rassen) eingeteilt, und überall ist ersichtlich, wie viele Inserate pro Kategorie geschaltet sind. Eine Stichwortsuche ist auf dieser Plattform nicht möglich. Die Übersichtsseiten innerhalb der Kategorie enthalten von jedem Inserat einen Snapshot des Inseratebildes, den Anfang des Inseratetextes, eine Angabe, ob es sich um einen Privatanbieter oder ein Tierheim handelt, PLZ, Ort und Land sowie den Preis und die Anzahl Klicks, die dieses Inserat generiert hat. Wählt man die Grossansicht eines Inserates, kann man innerhalb der gleichen Kategorie von Inserat zu Inserat springen. Eine Meldefunktion besteht bei jedem Inserat, man kann Missbrauchsmeldungen unter obligatorischer Angabe des eigenen Namens, einer E-Mail, Telefonnummer und eines Meldegrundes im Freitext abschicken und muss dazu nicht registrierter Nutzer sein. Inserate des gleichen Anbieters können auf dieser Plattform ebenfalls gesucht werden. Epets.ch ist die einzige Plattform, welche zu den Rasseinseraten jeweils unten noch eine Rassebeschreibung anfügt und bietet so gegenüber anderen Plattformen einen Mehrwert. Allerdings sind diese Porträts zu ziemlichen Bleiwüsten verkommen und wegen der geringen Schriftgrösse fast nicht lesbar (evtl. aber browserabhängig). Dagegen sind sehr viele Inserate auf dieser Plattform veraltet, stammen teils aus dem Jahr 2007, sind also 6 Jahre alt! Die

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Ursache dafür ist ein Fehlen einer Laufzeitbeschränkung für Inserate und offenbar auch die fehlende Überprüfung durch die Plattformbetreiber. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Will man bei Epets.ch ein Inserat aufgeben, muss man sich erst registrieren. Zuerst wird dabei ein frei wählbarer Benutzername verlangt, eine E-Mail-Adresse, die Angabe, ob man Privatanbieter, Tierheim, Verein oder Züchter sei, sowie eine Region. Als Auswahl der möglichen Regionen bzw. Länder wird angegeben CH (und einzelne Kantone), FL, D, A, F, I und Ungarn. Registriert wurde mit einem Fantasie-Benutzernamen (irbisludmilla) und als Tierheim, sowie dem Land Ungarn. Eine Registrierung als Tierheim ist problemlos möglich, die Richtigkeit dieser Angabe wird nicht überprüft. Anschliessend musste man bei den sofort versandten Bestätigungs-E-Mail einen Link klicken, worauf man sich mit dem gewählten Benutzernamen und einem von Epets.ch vorgegebenen Passwort im E-Mail auf der Plattform einloggen konnte. Dann wurde die Angabe von Name und Postadresse verlangt, auf dieser Seite erfolgte auch ein Hinweis, dass „die Bestimmungen des Datenschutzes selbstverständlich eingehalten werden“. Mit einem fiktiven Namen und einer real existierenden Adresse in London sowie einer CH-Mobilenummer erfolgte dann die Registration, worauf anschliessend ein kostenloses Inserat aufgegeben werden konnte. Aufgegeben wurde wieder das Inserat für Garra rufa-Fische (die nicht existieren). Das Inserat erschien sofort und ohne Überprüfung, es oder der zugehörige Account wurden auch nicht gelöscht, obwohl die angebotenen Tiere gar nicht existieren und dies sogar im Inseratetext so deklariert wurde. Als Kontaktadresse beim Inserat erschienen der Name (fiktiv), Adresse (real, in London), Telefonnummer (real, CH), Land (fiktiv, Ungarn).

C) Stichprobe der Inserate Epets.ch Umfang der Plattform: Totalanzahl der Inserate ist für den Nutzer nicht auf Anhieb ersichtlich, es muss die Anzahl in den einzelnen Unterkategorien zusammengezählt werden. Total 1‘446 Inserate (Anzahl vermittelte Hunde 1‘232), Hunde-Inserate: 543, Katzen-Inserate ca. 280, Wildtiere 258 Inserate, Hundezubehör ca. 70 Inserate, Nagerzubehör 20-30. 1. Hunde-Inserate Anzahl Hunde-Inserate Private Anbieter, Hobbyzüchter (von 100) Züchter (von 100) Tierhilfe-Organisationen (von 100) Homepage, (direkter Link) Hundehändler (von 100)

543 Ca. 10 % 1-2 % 90 % !!! Nein. Wenn man die Tierhilfe-Organisationen zu den Hundehändlern zählt – dann wären es 90 %.

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Kamerun (von 100) Verkäuferidentität Vor- und Nachname Nur Nachname Pseudonym No name Adresse (PLZ und Ortschaft) Nur PLZ Telefon Fixnet Handy Beides Keins Homepage Direkter Link Weitere Kriterien Kein Foto Kein Preis Kleinrassen Sonstige Rassen Besondere Rassen, besondere Preise Kupierte Schwänze/Ohren SERIOSITÄT (ja, nein, fraglich) TIERHILFEORGANISATIONEN Anzahl Inserate Transparenz Seriosität Homepage, (direkt verlinkt) SONSTIGES

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Keins. +++ schlecht - mässig 45 0 0 55 30 70 9 73 5 13 Nein. Nein. 0 1 11 89 0 Ja (10), Nein (74), fraglich (16) Fast alles Tierhilfe-Organisations-Angebote: --1x Angebot davon: Sharpei mit Aggressionspotential! 90 Nein. --Nein. --Nein. --Epets.ch legt Wert darauf anzugeben, wieviele Tiere über ihre Plattform vermittelt wurden. Vermutlich soll das ein Leistungsausweis sein. Wie die Zahl aber zustande kommt wird nicht offen gelegt.

Nützliche Tier-Informationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links sind vorhanden. Die Verkäuferidentität ist mässig bis schlecht (55% geben keinen Namen an; bei 70 % erscheint nur eine PLZ; die meisten geben eine Handynummer an, nur 9 % eine Fixnetnummer; keine Websites). Nur 10 % der Inserate können als seriös eingestuft werden (Vorjahr 9 %) – 16 % sind fraglich (Vorjahr 80 %) und 74 % (Vorjahr 12 %) werden als nicht seriös eingestuft, hauptsächlich wegen des hohen Inserate-Anteils der Tierhilfe-Organisationen. Der Anteil fraglicher bzw. nicht seriöser Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen ist auf 90 % gestiegen (Vorjahr deutlich weniger). Es gibt keine Kamerun-Inserate und auch keine Inserate mit illegalen/verbotenen Inhalten (gleich wie Vorjahr). Gesamteindruck Hunde: ungenügend

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2012 >>> 2013 deutliche Verschlechterung in der Seriosität der Inserate; ausreichend in der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen). Massiver Inserate-Anteil von Tierhilfe-Organisationen mit mangelnder Transparenz geht zu Lasten der im Vorjahr deutlich besseren Seriosität der Plattform. 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung Keine verbotenen oder fragwürdigen Hilfsmittel zur Hundeerziehung gefunden. 3. Katzen-Inserate Es wurden total 139 Inserate untersucht. Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

Kameruninserat / Niete *

13 8

Fraglich / nicht überprüfbar 14 7

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

33 16

3 1

3 Kamerun 0

51

15

24

11

1 Kamerun

16 0 23 139

5 0 6 48 (34.5 %)

9 0 7 61 (44 %)

2 0 7 24 (17 %)

0 0 2 Kamerun 6 Kamerun-Inserate (4.5 %)

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

Diese Plattform enthält viele veraltete Inserate! Veraltete Inserate (älter als 1 Jahr) in den Kategorien Maine Coon (67 %), Norwegische Waldkatze (100 %), British Shorthair (71 %), Perser (62 %), Bengal (57 %). 2012 >>> 2013: Etwa gleichbleibend, es hat immer noch Kameruninserate, der Anteil der unseriösen Inserate ist rasseabhängig unterschiedlich. Gesamteindruck Katzen: ungenügend. 4. Wildtier-Inserate Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier

Fische 30 30 5 7 0

Reptilien 93 93 6 6 0

Vögel 52 52 0 n.a. 0

Nager 83 83 2 2 1

ok 5

ok 3

n.a. 0

ok 2

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Dubioses oder KamerunInserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungs- oder SKNpflichtig? Gesamteindruck

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87 2

27 0

81 0

Sehr viele total veraltete Inserate! Oft rudimentäre Angaben zu Tieren. Bei Vögeln auffällig viele Kamerun-Inserate.

Die Angaben zu den Anbietern sind grösstenteils ungenügend, ebenso jene zu den angebotenen Tieren. In der Rubrik Vögel sind rund die Hälfte (!) aller Inserate Kamerun-Inserate. Einzelne SKN-pflichtige Tiere (Riesenschlangen, Giftschlangen) sind im Angebot (meist ohne entsprechenden Hinweis), dagegen keine Aquarien mit Fischen. Viele Inserate sind aufgrund der wenigen Angaben zu Tier und Anbieter kaum einzuschätzen. Ein Grossteil der Inserate ist zudem massiv veraltet (bis zu 6 Jahre alt)! 2012 >>> 2013: Plattform ist im Umbau. Bislang unverändert. Sehr viele Kamerun-Inserate bei den Vögeln; viele total veraltete Inserate. Die meisten Inserate schlichtweg nicht einschätzbar. Gesamteindruck Wildtiere: ungenügend. Selbst wenn in einzelnen Kategorien (Fische, Reptilien) die meisten Inserenten seriös sein dürften, können die Inserate in der jetzigen Art diesen Eindruck kaum vermitteln. 5. Nager- und Vogelkäfige Total 10 Inserate gefunden -

Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt: 2 Inserate (20 %) Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, beispielsweise weil Grössenangaben des Käfigs fehlen: 8 Inserate (80 %)

Gesamteindruck Käfige: nicht beurteilbar

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D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Epets.ch UMFANG BENUTZERFREUNDLICHKEIT Kostenpflicht Übersicht Startseite Übersicht Tierseite Übersicht Inserate Gestaltung/Übersicht Einzelinserat

Kategorisierung

Suchfunktionen Nützliche Tier-Informationen (Rasseportraits, Bewilligungspflicht, Links zu Informationsseiten, etc.) SICHERHEITSVORKEHRUNGEN Verifizierung Anbieter durch Aktivierungscode Erstregistrierung vor Inserat AGBs Datenschutz Sicherheitshinweise Bewertungssystem Verbotslisten Reglemente INSERIEREN

Laufzeit Warnhinweise Augen auf beim Hundekauf

Reine Tierinserate-Plattform, eher klein. Gesamter Umfang ohne Auszählen für Nutzer nicht ersichtlich. mässig relativ übersichtlich und gut organisiert, Schriftgrösse und –farbe allerdings wenig augenfreundlich Gratis. Man kann aber auch etwas zahlen und hat dann verbesserte Inserate-Optionen. +/- Erster Eindruck: Etwas chaotisch. Ist die gleiche Seite wie Startseite, weil reines Tierportal. + Etwas besser, geordneter. Keine Funktion, um in der Angebotsliste weiter zu fahren. Man muss immer wieder zurück auf die Gesamtübersicht. Ort und PLZ auf der Übersicht – aber nicht mehr im Einzelinserat. Auch Anzahl Ansichten kann man nur auf der Übersicht sehen – nicht mehr im Einzelinserat. Beim Kontaktformular gibt es viel Platz für die kompletten Anbieterdaten – aber meist nur die Handynummer! -+++ Ja. 11 Kategorien (9 Tiere, Landwirtschaft, Zubehör). Tiere werden unterteilt in Rassen und Mischlinge. Einteilung auch nach P = Privat, Z = Züchter, H = Heim. ++ Ja. Nach Namen, Regionen, Tierarten, Rassen. +++ Bei den Rassen kommen Rasseportraits nach dem Inserat. Zudem auch Hinweise auf „Augen auf beim Hundekauf“ und Link zu 4 Pfoten! mässig Nein. --++ Ja. Einfaches Registrieren und Inserieren. + Ja. Beim Registrieren. Keine Verbotslisten oder Einschränkungen im Sinne des Tierschutzes in den AGBs. Inseratedaten können vom Plattformbetreiber beliebig weiterverwendet werden. + Ja. Hinweise auf Spam und Online Betrüger, aber nicht auf Kamerun-Inseratebetrug! --- Nein. --- Nein. --- Nein. inkl. Registrierung innert 5-10 Minuten möglich. Inserateinhalt beliebig, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-MailAdresse, Adresse oder Telefonnummer werden genausowenig verifiziert wie die Angabe, ob man Privatanbieter, Verein oder Tierheim sei. Die Kontrolle des Plattformbetreibers funktioniert nicht, das aufgegebene, den Nutzungsbedingungen widersprechende Inserat wurde nicht gelöscht. Keine Laufzeitbeschränkung, Mehrzahl der Inserate ist veraltet. + Ja. Spam und Online Betrüger. +++ Ja.

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Links zum STS oder anderen Tierschutz-Organisationen, BLV Direkte Verlinkung zu den Websites der Anbieter Meldefunktion Mehrere Inserate vom gleichen Anbieter Gesamteindruck Hunde-Inserate Hundeerziehungshilfsmittel Katzen-Inserate Wildtier-Inserate Nager- und Vogelkäfige

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++ Link zu 4Pfoten, der aber ins Leere führt. --- Nein. Ja – geht ohne Registrierung. Man muss aber Name, E-Mail, Telefon-Nr., Text/Begründung und Bestätigungscode eingeben. +/+++ Ja. Ungenügend Keine gefunden. Ungenügend. Ungenügend. Nicht beurteilbar.

Hunde-Inserate in Listenansicht bei Epets.ch

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Kleinanzeigen.ch A) Firmenform Firmenform: Firmenzweck: Gründung: Inhaber:

Einzelfirma (CHE.113.087.910) Führen einer Werbe- und Inserateplattform 2006 Markus Meyer, Eichtalhöhe 11, 5400 Baden

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs •

• •

Der Plattformanbieter lehnt jegliche Verantwortung und Haftung für Inhalte der Inserate ab, alleinige Verantwortung für die Rechtmässigkeit und den Wahrheitsgehalt der Inhalte trägt der Inserent. Ebenfalls lehnt der Plattformbetreiber jegliche Verantwortung für den Kaufvorgang ab; der Abnehmer sei verantwortlich dafür, sich vor einem Kauf über die Rechtmässigkeit der angebotenen Ware in Kenntnis zu setzen. Der Plattformbetreiber lehnt eine Garantie und Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der Inserate ab. Speziell für Tierinserate lauten die AGBs: „Tierinserate mit Hunden und Katzen werden gelöscht.“ Effektiv hat Kleinanzeigen.ch nur Rubriken zu Aquarium, Terrarium, Kleintierkäfigen, Vögeln, Kaninchen, Meerschweinchen, Nager, Pferd, Pony, Diverses.

Sicherheitshinweise Sind vorhanden. Es besteht aber keine Möglichkeit, dubiose Inserate zu melden. Datenschutz Die Plattform betont in den AGBs, dass sie Nutzerdaten nur soweit erhebt, wie sie für den Betrieb der Plattform notwendig sind (E-Mail, Vor- und Nachname, Wohnort, Kanton, Sprache). Diese Daten können jederzeit vom Nutzer eingesehen, geändert oder das Konto gelöscht werden. Es werden keine Nutzerdaten an Dritte weitergegeben. Kleinanzeigen.ch hat aber dadurch auch keine (verifizierte) Adresse und keine Telefonnummer der Nutzer. Auffindbarkeit der Datenschutzinformationen: Schlecht. Klickt man auf den Link „Datenschutzhinweise“ in der dritten Headerzeile, landet man nicht bei diesen Datenschutzhinweisen von Kleinanzeigen.ch, sondern auf einer Google-AdSense-Site. Nur, wenn man im Footer auf AGB klickt, findet man dort Hinweise zum Datenschutz bei Kleinanzeigen.ch.

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Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Oberfläche ist wegen der vielen bezahlten (Google-)Inserate eher unübersichtlich, es wird nicht klar, welche Teile der Oberfläche nun bezahlte, geschaltete Inserate sind und welche zur Gratisinserateplattform gehören. Beispielsweise sind in den obersten drei Zeilen nur die oberste (Einloggen, Inserieren, Hilfe) und die zweite (Rubriken, Neuste, Mit Bild, Suchen) von Kleinanzeigen.ch, die dritte sieht aus, wie wenn sie von Kleinanzeigen.ch wäre (Inserate, Datenschutzinfo, Gratis Inserat, Inserate Schweiz, Kleinanzeigen, CH Inserate; rote Markierung), aber die Links darauf führen zu Google-Inseraten.

Besonders verwirrend wird es, wenn man beispielsweise die Rubrik Aquarien, Terrarien anklickt, dann wechseln die Anzeigen in der dritten Headerzeile ebenfalls, und man weiss nun nicht mehr, welche Links von Kleinanzeigen.ch und welche von Drittanbietern sind.

Es ist zudem nicht auf Anhieb ersichtlich, wie viele Inserate in jeder Rubrik vorhanden sind. Das findet man erst heraus, wenn man sich bis zur letzten Rubrik durchgeklickt hat und die Inserate zählt, oder wenn man sich registriert hat und die Rubrik zum Schalten eines Inserates auswählt. 52


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Will man die Rubrik wechseln, muss man sich in der Regel immer wieder von Anfang an durchklicken, man sieht die anderen zur Auswahl stehenden Rubriken nicht, wenn man sich in einer befindet, lediglich der Pfad ist angegeben (Inserate > Tier > Kaninchen, Meerschweinchen, Nager). Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Es ist verwirrend, wo man klicken muss, um ein Inserat zu schalten. Das geht nur über „Inserieren“ im obersten Header. Dann gelangt man erst mal auf eine Site mit der Auswahl „Einloggen“ oder „Passwort vergessen?“, für einen Neuinserenten findet sich der Link zur Neuregistrierung zuunterst im Feld „Einloggen“, unter „Gratis inserieren und Gratis-Inserate oder Gratis-Suchabo schalten“. Anschliessend gelangt man auf die Registrierungsseite „Gratis registrieren“, wo E-Mail-Adresse, Vor und Nachname, Ort, Kanton, Sprache (d,f), ein neu zu wählendes Passwort und ein Bildbestätigungs-Code (Spam-Schutz) verlangt wird. Testzugang erfolgte mit dem Namen William Bankes (nach William John Bankes, 1786-1855, einem englischen Ägyptologen und Abenteurer) und der Adresse seines real existierenden und heute von englischen National Trust verwalteten Landsitzes Kingston Lacy, Wimborne Minster, Dorset, England. Die Eingabemaske schluckte weder die englische Postleitzahl (BH21 4EA) noch die Grafschaft Dorset, wenn ausgeschrieben, aber den zweibuchstabigen Beginn der englischen Postleitzahl DT im Feld „Kanton“, obwohl in der Schweiz kein Kanton mit dem Kürzel DT existiert. Die Eingabemaske überprüft also nicht, ob der eingegebene Ort und die eingegebene Postleitzahl existieren, übereinstimmen und sich in der Schweiz befinden. Die einzige Einschränkung scheint zu sein, dass nur ein Kantonskürzel von zwei Buchstaben eingegeben werden kann. Es ist also möglich, absolute Fantasieadressen einzugeben. Als Kontakt-E-Mail wurde eine existierende sunrise-Adresse angegeben, auf welche Kleinanzeigen.ch eine Mail schickte mit einem Link zur Bestätigung der E-Mail-Adresse. Damit war der längst verstorbene „William Bankes“ sofort Mitglied bei Kleinanzeigen.ch und konnte sich in den Mitgliedbereich einloggen, um ein Inserat zu schalten, was er auch tat. Er schaltete ein Inserat mit folgendem Inhalt: „Kosmetikfische Garra rufa. Kangalfische Garra rufa knabbern gern Hautschüppchen und sind somit ein natürliches Peeling. Einfach Hände oder Füsse ins Aquarium halten. Auch für Kosmetikinstitute geeignet. Anspruchslose Fische. (Es handelt sich hierbei um ein Testinserat. Die angebotenen Fische existieren nicht.)“ Wobei zu bemerken ist, dass das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV die Weisung herausgegeben hat, dass kantonale Veterinärämter die Verwendung von Garra rufa für kosmetische Behandlungen nicht zulassen sollen. Bisher existieren lediglich zwei Kosmetikinstitute in Genf und Waadt, welche Peeling per Garra rufa anbieten, ihnen wurde die Bewilligung dafür von den zuständigen Veterinärämtern erteilt, bevor das BLV die 53


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Weisung herausgab. Es erfolgten keinerlei Reaktionen der Plattform auf das Inserat, es meldeten sich, im Vergleich zu den anderen Plattformen, auch keine Interessenten.

C) Stichprobe der Inserate Kleinanzeigen.ch Umfang der Plattform Im Bereich Tiere sehr klein, total 20-30 Inserate, wobei die Angaben da teilweise auch nicht stimmen. Beispielsweise steht unter Tiere > Diverses, dass fünf Inserate geschaltet seien, wählt man diese Rubrik, erscheint die Unterrubrik Dienstleistungen als einzige unter „Diverses“, und dort steht, dass neun Inserate geschaltet seien. 1. Hunde-Inserate keine Inserate Der Betreiber spricht sich deutlich gegen Tierinserate aus: Tierinserate mit Hunden und Katzen werden gelöscht. Leider „verirren“ sich immer mal wieder einzelne Verkaufsinserate von Hunden und Katzen in die Rubrik „Diverses“. Bei einer Stichprobe am 24.6.2013 waren in der Rubrik „Diverses“ ein Hundeinserat vom 22.6.2013 und ein Katzeninserat vom 31.5.2013 zu finden. Letzteres wurde offenbar über 3 Wochen lang nicht entdeckt. Überprüfung und Löschen der Hunde- und Katzen-Inserate scheint nicht regelmässig und genau durchgeführt zu werden. Die Intension des Plattformbetreibers ist aber klar: Auf seiner Plattform sollen keine Hunde oder Katzen verkauft werden. 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate keine Inserate 4. Wildtier-Inserate Fische/Aquaristik Inserate total 6 Inserate untersucht 6 Anbieter ID vollständig? 0 Adresse logisch 3 Website bei Züchtern vorhanden? 0 Standort Tier/Anbieter ok Vollständige Angaben zum Tier 0 Dubioses oder Kamerun-Inserat? 0 Beurteilung nicht möglich 3 Bewilligungs- oder 0 SKN-pflichtig? Aquarien mit lebendem Inhalt keine

Vögel 2 2 0 2 0 ok 0 0 0

Nager 1 1 n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a. n.a.

0

n.a.

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Gesamteindruck

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nur 3 Tiere bei 6 Keine näheren Inseraten. Davon eines Angaben zu den Testinserat des STS. Tieren Keine Angaben zu Tieren.

n.a.

Auf dieser Plattform gab es nur ganz wenige Inserate mit lebenden Wildtieren, daher ist die Beurteilung kaum aussagekräftig. Die betreffenden Inserate enthielten allerdings nur ungenügende Angaben zu Anbietern und Tieren und konnten daher letztendlich kaum richtig eingeschätzt werden. 2012 >>> 2013: unverändert. Nur wenige Tier-Inserate. Die wenigen aber nur mit ungenügenden Angaben zu Tier und Halter. Gesamteindruck: Ungenügend bis knapp genügend. Die Angaben zu Anbietern und Tieren müssten deutlich ausführlicher sein; das Portal hat wahrscheinlich in Bezug auf Tierinserate wenig Bedeutung und entsprechende Erfahrung… 5. Nager- und Vogelkäfige 1 Inserat (Käfig gross genug)

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Kleinanzeigen.ch UMFANG BENUTZERFREUNDLICHKEIT Kostenpflicht Übersicht Startseite Übersicht Tierseite Übersicht Tier-Inserate Gestaltung/Übersicht Einzelinserat Kategorisierung Suchfunktionen Nützliche Tier-Informationen (Rasseportraits, Bewilligungspflicht, Links zu Informationsseiten, etc.) SICHERHEITSVORKEHRUNGEN Verifizierung Anbieter durch Aktivierungscode Erstregistrierung vor Inserat

AGBs

im Bereich Tierinserate sehr bescheiden Schlecht Nein. Gratisinserate. --- Schlecht. Sehr unübersichtlich! --- Schlecht. --- Unübersichtlich. Allerdings: Es gibt keine Hunde- und Katzen-Inserate! +++ ++ 23 grobe Kategorien. Tiere in 6 Kategorien eingeteilt. Keine Hunde – und Katzen. Begriffe gehen über Google-Suchfunktion. +/--- Nein.

Gut --- Nein. +++ Ja. In 3 Schritten: Man muss sich einloggen oder Mitglied sein, es werden sämtliche Angaben abgefragt, in den Sicherheitshinweisen/AGBs Rubrik: Kauf von Tieren. +++ Ja

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Datenschutz Sicherheitshinweise Bewertungssystem Verbotslisten Reglemente INSERIEREN

Laufzeit Warnhinweise Augen auf beim Hundekauf Links zum STS oder anderen TSO, BLV Direkte Verlinkung zu den Websites der Anbieter Meldefunktion

Mehrere Inserate vom gleichen Anbieter Gesamteindruck Hunde-Inserate Hundeerziehungshilfsmittel Katzen-Inserate Wildtier-Inserate Nager- und Vogelkäfige

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Müssen angeklickt werden vor Registrierung. AGBs sind allgemein sehr detailliert und übersichtlich gestaltet. Unzulässige InserateInhalte: Tierinserate mit Hunden und Katzen werden gelöscht. Allerdings ist der Datenschutz gemäss AGBs gewährleistet, die Plattform Kleinanzeigen.ch gibt die Daten der Inserenten nicht an Dritte weiter. Nicht geprüft. Nicht geprüft. --- Nein. --- Nein. inkl. Registrierung innert 5-10 Minuten möglich. Vor- und Nachname, PLZ/Ort, Kanton. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt keine Überprüfung vor dem Hochschalten. Es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. 1 Monat, kann verlängert werden. --- Nein. --- Nein. --- Nein. Nicht geprüft. Es besteht keine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. --Die eigene Kontrolle des Plattformbetreibers funktioniert nicht, ein nach AGB verbotenes Katzeninserat verblieb 3 Wochen auf der Plattform. Nicht geprüft. Positiv: prinzipiell keine Hunde- und Katzen-Inserate. keine (eines unter Diverses) keine keine (eines unter Diverses) Ungenügend bis knapp genügend Nur ein Inserat, zu wenig für Beurteilung.

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Petitesannonces.ch A) Firmenform Firmenform: Firmenzweck: Gründung: Inhaber:

Einzelfirma (CH-550.1.047.867-2) Entwicklung und Ausbeutung von Internetlösungen, ebenso wie jegliche Aktivitäten in Bezug zum Bereich Informatik. 2006 Frédéric Monnard, Chemin de Pacoty 4b, 1297 Founex

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Die AGBs sind schwierig zu finden, man gelangt über den Footer über anders benannte Links auf eine Seite, wo dann die verschiedenen Texte zu den Regelwerken angewählt werden können. Die AGBs und Regelwerke sind sehr ausführlich, enthalten aber keine Hinweise zu Tieren. Sicherheitshinweise Sind im Footer der Website zu finden. Die Sicherheitshinweise sind sinnvoll, allerdings teils schwer umzusetzen. Man solle sich beispielsweise auch noch über eine andere Quelle über die Identität (Name, Adresse, Telefonnummer) des Inserenten oder Interessenten informieren. Wie dies allerdings zu bewerkstelligen ist, wenn anhand der Angaben in den Inseraten diese Identitätsüberprüfung nicht auf Anhieb möglich ist, wie soll man dann an eine andere Quelle zur Verifizierung herankommen? Nos conseils Faîtes des affaires avec des gens que vous pouvez rencontrer en personne. N'envoyez jamais d'argent par Western Union, MoneyGram ou des systèmes de paiement anonymes. N'envoyez jamais des marchandises ou de l'argent à l'étranger. N'acceptez pas de chèques. Renseignez-vous sur la personne à laquelle vous avez affaire en confirmant par une autre source son nom, son adresse et son numéro de téléphone. Conservez une copie de toutes les correspondances (emails, annonces, lettres, etc.) et coordonnées de la personne. Si une affaire semble trop belle pour être vraie, il y a toutes les chances que ce soit le cas. Abstenez-vous. Die Website bietet verschiedene Anleitungen zum Verfassen erfolgreicher Inserate, und regelt auch sehr genau, welche Formen und Inhalte verboten sind (Conditions d’utilisation und conditions pour l’annonceur). Allerdings betrifft dies den Bereich Tierinserate nicht und das gesamte Regelwerk verkommt zu einer regelrechten Bleiwüste, da es für den Nutzer nicht klar ist, wo er welche Informationen und Vorschriften findet, d.h. er muss sich durch vier umfangreiche Dokumente durchlesen. Im Gespräch 2012 war Herr Monnard übrigens 57


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auch nicht bereit, strengere Richtlinien oder Eingabemasken für Tierinserate einzuführen. Bei den Conditions d’utilisation steht explizit, dass die Plattform die Inserate vor Hochschalten nicht überprüft. Der Plattformbetreiber lehnt daher auch jegliche Verantwortung über den Inhalt der Kleinanzeigen ab. Petitesannonces.ch beruft sich dabei in den Conditions d’utilisation auf Schweizer Recht. Eine kurze Stichprobe in der Kategorie „Furets“, also Frettchen, zeigte jedoch, dass bei allen Inseraten, die lebende Frettchen anbieten, der Hinweis auf die gesetzliche vorgeschriebene Haltebewilligungspflicht fehlt – der Anbieter dürfte Frettchen aber nur an jemanden verkaufen, der eine solche Haltebewilligung vorweisen kann. Petitesannonces.ch besitzt eine Funktion zur Meldung von Betrug und Missbrauch, bei jedem Inserat kann ein entsprechender Link angeklickt werden. Datenschutz Auffindbarkeit der Datenschutzinformationen: Schlecht. Die Datenschutzinformationen sind nur über anders lautende Links im Footer des Website zu finden, beispielsweise über Conditions pratiques oder eben die Sicherheitshinweise, die dann das Anklicken eines weiteren Links in der sich öffnenden Auswahl bedingt. Dann allerdings bietet Petitesannonces.ch guten Datenschutz, denn die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Diese Versicherung dürfte jedoch auch Grenzen haben: der Plattformbetreiber sagte 2012 im Gespräch, dass er die Daten inkl. IP-Adresse speichere und im Betrugsfall die Polizei darauf zurückgreifen kann, er auch fähig ist, den ganzen Inserateverkehr verdächtiger Personen und Angebote bei einer solchen Untersuchung abzurufen. Das ist aber sicher im Sinne des (ehrlichen) Nutzers. Will man sein Konto löschen, werden gewisse Daten erst nach einem Jahr gelöscht. Ganz ohne Google kommt allerdings auch Petitesannonces.ch nicht aus, allerdings wird aufgezeigt, wie man verhindern kann, dass Google AdSense personifizierte Werbung auf der Site entsprechend den eingegebenen Suchanfragen schaltet. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Plattform ist sehr textlastig, insbesondere auf der Startseite und den Navigationsseiten sind keine Bilder zu finden. In der Rubrik Tiere sind Unterrubriken (Tierarzt, Zubehör für einzelne Tierarten) anwählbar, die jeweils auch angeben, wieviele Inserate enthalten sind. Mittels einfacher oder fortgeschrittener Suche kann in Rubriken und Unterrubriken nach Stichworten gesucht werden. Bei Stichwortsuche oder Anwählen einer Unterrubrik/Tierart erscheint eine Liste mit Foto und erstem Teil des Inserates. Wird ein Inserat angewählt, so kann man es vollständig in Grossformat anschauen, aber nicht innerhalb der Unterrubrik oder den Suchresultaten weiterklicken, man muss bei jedem Inserat jeweils wieder zurück auf die Liste/Unterrubrik, um zum nächsten Inserat zu gelangen. Das ist sehr mühsam, wenn 58


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man viele Inserate einer Kategorie durchsuchen möchte. Es besteht die Möglichkeit, nach weiteren Angeboten des gleichen Anbieters zu suchen. Direkt unter den Angaben des Inserenten besteht die Möglichkeit, eine Missbrauchmeldung an Petitesannonces.ch zu senden, unter Angabe einer aus dem Dropdown-Menu wählbaren Begründung, aber ohne ein eigenes Petitesannonces-Benutzerkonto zu haben oder angeben zu müssen. Ebenfalls stehen diverse Möglichkeiten innerhalb der Community der Anbieter und Inserenten von Petitesannonces.ch zur Verfügung. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Zur Registrierung auf der Plattform müssen folgende Angaben gemacht werden: Ob es sich um einen privaten oder einen Geschäftsaccount handelt, PLZ, Ort und Kanton, als Land sind möglich D, A, E, F, I, FL, CH, aber auch „autres“, sowie fakultativ eine Telefonnummer. Die Registrierung erfolgte wieder mit dem Pseudonym „Bankes“, einer Schweizer E-Mail-Adresse und einer real existierenden englischen Adresse und Telefonnummer. Anschliessend muss die Registrierung über ein Aktivierungs-E-Mail an die angegebene E-Mail-Adresse bestätigt werden, dann kann bereits ein Inserat geschaltet werden. Als Inserat wurde in der Kategorie „Disparu“ ein Inserat zum verschwundenen resp. ausgestorbenen Vogel Dodo aufgegeben. Die Plattform bietet anschliessend verschieden teure Insertionsmodelle an, ein einfaches Inserat ist jedoch gratis und wird sofort hochgeschaltet, ohne zusätzlichen Schritt der Überprüfung durch den Plattformbetreiber.

C) Stichprobe der Inserate Petitesannonces.ch Umfang der Plattform Total über 200'000 Inserate, davon gegen 10'000 Inserate mit Tieren und Zubehör. Davon: 2‘005 Inserate „Chiens“ und 1‘159 Inserate „Chats“ (davon 302 Inserate der Rassen, Bengal, Britisch Kurzhaar, Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Perser und Sphynx), sowie 1‘776 Wildtier-Inserate untersucht. Die Inserate mit Tierzubehör sind nicht spezifisch in einer eigenen Kategorie hervorgehoben, sie müssen über die Stichwortsuche gefunden werden. 1. Hunde-Inserate Anzahl Hunde-Inserate Private Anbieter, Hobbyzüchter (von 100) Züchter (von 100) Tierhilfe-Organisationen (von 100) Homepage, (direkter Link) Hundehändler (von 100) Besonderes Kamerun (von 100) Verkäuferidentität

2‘005. Ca. 50 % Ca. 40 - 45 % Tierhilfe-Organisationen eigentlich keine, 1x hat ein Tierheim inseriert. 13 (5) Ca. 5 - 10 % 42 Inserate aus Frankreich, 1x aus GB. 0 schlecht

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Vor- und Nachname Nur Nachname Pseudonym No name Adresse (PLZ und Ortschaft) Nur PLZ Telefon Fixnet Handy Beides Keins Homepage Direkter Link Weitere Kriterien Kein Foto Kein Preis Kleinrassen Sonstige Rassen Besondere Rassen, besondere Preise

Kupierte Schwänze/Ohren SERIOSITÄT (ja, nein, fraglich) TIERHILFEORGANISATIONEN Anzahl Inserate Transparenz Seriosität Homepage, (direkt verlinkt) SONSTIGES Interessenten-Antwort via EMail-Formular

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0 0 100 0 100 0 24 40 27 9 13 5 14 33 49 51 Sharpei blue, Cane Corso, American Bulldog, American Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, Dogo Argentino (ohne Hinweise auf Bewilligungspflichten, teilweise verschiedene potentiell gefährliche Hunderassen vom selben Anbieter), Engl. Bulldogge, 8 Monate alt für CHF 2‘000.–, Yorkshire für CHF 3‘000.–, ausgewachsener Tervueren (ehem. Polizeihund) für CHF 2‘000.– ohne Foto. Einige Hunde mit Angabe der Tätowierungen (6), Mikrochipnummern (15). 1x American Staffordshire Bullterrier mit ausführlichen Hinweisen auf die bestehende Problematik und auf etwaige Bewilligungspflichten. 0 Ja (38), Nein (14), Fraglich (47) Kaum Tierhilfe-Organisations-Inserate = gut 0. Aber: 1x seriöses Inserat eines Tierheims Ja. Ja. 0 Wer vorab bereits registriert ist, hat es leichter. Ansonsten: Jeder Interessent, der via E-Mail-Formular auf ein Angebot antworten möchte, muss sich vorab registrieren. Gleiche Registration wie beim Erstinserat. Sinn dahinter fraglich: Datengenerierung für Petitesannonces?, es dauert länger für den Interessierten, man telefoniert vielleicht dann schneller, und der Anbieter hat was er wollte: Einen Interessierten an der Strippe. Unklar ist auch, welche Daten des Interessierten via E-Mail-Formular dem Anbieter weitergeben werden. Unter Umständen hat der Anbieter sämtliche Angaben (Name, Adresse, Tel.-Nr.) und der Interessierte nur die Angaben aus dem Inserat selbst (Pseudonym, PLZ, Ort). ---

Wurde in die Recherche 2012 nicht einbezogen – meldete aber freiwillig Interesse an, am Dialog teilzunehmen. Ein Gespräch wurde sodann geführt. Entgegen der Zugeständnisse im Dialog mit dem STS fehlen aber leider nützliche Tier-Informationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links zu STS und/oder BLV. Die Verkäuferidentität ist schlecht (alle überprüften Inserate sind unter Pseudonymen aufgeschaltet; 60


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PLZ und Ort werden angegeben; 90 % geben eine Telefonnummer an (Fixnet 24 %, Handy 40 %, beides 27 %); ein direkter Link zur Homepage ist möglich – leider geben aber nur 5 % der Inserenten einen Link an). 38 % der Inserate kann als seriös eingestuft werden (Vergleich Vorjahr fehlt) – 47 % sind fraglich (Vergleich Vorjahr fehlt) und 14 % (Vergleich Vorjahr fehlt) werden als nicht seriös eingestuft. Es gibt keine Kamerun-Inserate und auch keine Inserate mit illegalen/verbotenen Inhalten (Vergleich Vorjahr fehlt). Es gibt keine Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen. 2012 >>> 2013: Neben Ricardo höchster Anteil an seriösen Inseraten; ungenügend in der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen), sympathisch, dass keine Tierhilfe-Organisations-Inserate geschaltet sind. Gesamteindruck Hunde: genügend

Seriöses Hundeinserat bei Petitesannonces.ch

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2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung Es wurden keine Inserate mit verbotenen Hilfsmitteln in der Hundeerziehung gefunden. 3. Katzen-Inserate Da bei Petitesannonces.ch keine Unterkategorien bei der Kategorie Katzen existiert, wurde über Stichwortsuche nach den entsprechenden Rassen gesucht, wodurch auch Kaufgesuche und Deckkaterangebote und gelegentlich andere Rassen in die Suchresultate eingingen, daher die Bezeichnung „Nieten“. Es sind viele Inserate aus Frankreich zu finden, total 46 (15%) von total 302 untersuchten Inseraten. Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

KamerunInserat / Niete*

3 6

Fraglich / nicht überprüfbar 21 9

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

45 26

10 2

11 9

73

3

21

38

11

70 20 68 302

10 0 6 28 (9.3 %)

31 7 33 122 (40.4 %)

5 7 22 84 (27.8 %)

24 6 7 68 (22-5 %)

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

Als positiver Punkt ist anzumerken, dass bei Inseraten aus Frankreich jeweils die Chipnummern der Tiere bzw. bei Jungkatzen der Elterntiere angegeben werden! Dies schreibt jedoch nicht die Plattform vor, sondern wahrscheinlich französische Gesetze. Gesamteindruck Katzen: ungenügend 4. Wildtier-Inserate Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier Dubioses oder Kamerun-Inserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungs- oder SKN-pflichtig?

Fische 631 100 0 100 7

Reptilien 542 100 0 100 0

Vögel 561 100 0 100 0

Frettchen 42 14 0 14 4

ok 15

ok 15

ok 10

ok 10

0

0

0

0

0

0

0

0

1

14

10

14 (100 %)

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Gesamteindruck

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Generell Tel.-Nr. und PLZ angegeben, aber keine Adressen. Ein Fisch > 100 cm (bewilligungspflichtig), einige Gift- und Riesenschlangen (TigerpyTierhilfe-Organisationen), einzelne einheimische Singvögel (aus Zucht), bei Frettchen viele seriöse Angebote, Züchter mit Website und Impf-Angaben. Allerdings keine Hinweise auf SKN!

Die Angaben zu den Anbietern sind grundsätzlich mangelhaft und nur dem Plattform-Betreiber bekannt. Es wurden aber keine Kamerun-Inserate gefunden und – ausser in der Rubrik Frettchen – nur wenige Angebote für einen SKN-pflichtigen Fisch (Pangasius), da dieser > 1 m werden kann resp. für eine Tigerpython und eine Kobra. Dagegen waren sehr viele Aquarien „mit Inhalt“ im Angebot. Positiv fiel die Rubrik „Frettchen“ auf – hier wurden rel. viele Angaben zum Tier gemacht und gab es etliche Homepages von Züchtern und damit zusätzliche Kontaktmöglichkeiten. Einzig die Hinweise auf den SKN fehlten durchgehend. Gesamteindruck Wildtiere: genügend (- gut). Die Angaben zu den Anbietern und Tieren könnten besser sein. Aquarien sollten grundsätzlich nicht „mit Inhalt“ angeboten werden. 2012 >>> 2013: unverändert. Angaben v.a. zu den Anbietern (Kontakt) mangelhaft, sehr anonym. Allerdings keine Kamerun-Inserate vorhanden. Relativ viele Giftschlangen, Frettchen (Tiere, für deren Haltung ein SKN Pflicht ist) – meist ohne entsprechende Angaben. Einzelne Aquarien mit Inhalt. 5. Nager- und Vogelkäfige Total untersuchte bzw. gefundene Inserate Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, weil Grössenangaben des Käfigs fehlen. Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager, unter 2400 cm2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein. Käfige mit Tieren angeboten

Nagerkäfige 100 35 Inserate (35 %)

Vogelkäfige 82 17 Inserate (50 %)

44 Inserate (44 %)

41 Inserate (30.5 %)

21 Inserate (21 %)

25 Inserate (20.5 %)

20

16

Bei 16 Inseraten wurden Käfige mitsamt Vögeln angeboten, darunter waren u.a. ein einzelner Graupapagei (verbotene Einzelhaltung) sowie ein Ara für 3‘000 Euro ohne Hinweis auf die Haltebewilligungspflicht in einem Käfig von 1.9 x 1.5 x 1.8m, der vom Anbieter in Frankreich gehalten wird. Gesamteindruck Käfige: knapp genügend

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D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Petitesannonces.ch UMFANG BENUTZERFREUNDLICHKEIT Kostenpflicht Übersicht Startseite Übersicht Tierseite Übersicht Inserate Gestaltung/Übersicht Einzelinserat

Kategorisierung

Suchfunktionen Nützliche Tier-Informationen (Rasseportraits, Bewilligungspflicht, Links zu Informationsseiten, etc.) SICHERHEITSVORKEHRUNGEN Verifizierung Anbieter durch Aktivierungscode Erstregistrierung vor Inserat

AGBs Datenschutz Sicherheitshinweise Bewertungssystem Verbotslisten Reglemente

rund 10'000 Inserate mässig - schlecht Bleiwüste, die Navigation innerhalb der Kategorien ist einfach, Stichwortsuche möglich, aber ungenau, blättern innerhalb den Suchresultaten jedoch nicht möglich. Nein, Grundinserat (classic) gratis. Aber weitere Kategorien möglich (Prioritaire CHF 11.–, Premium CHF 22.–). Eher unübersichtlich. Mit Suchfunktion. +/Etwas übersichtlicher, mit Suchfunktion und 19 Kategorien. +/Keine weiteren Unterkategorien. Übersicht gut. + ++ Gut Gleicher Anbieter mehrerer Inserate anklickbar. Extra Bereich mit Infos des Anbieters (Pseudonym, registriert seit, PLZ + Ort (Kanton), Telefonnr. (freiwillig), E-Mail-Kontaktformular). Fotos sind zentral platziert. Inseratenummer und Insertionsdatum, weitere Tools (Weiterempfehlen, Merken, Facebook, Teilen). Meldefunktion, Verbotsliste. -Auf der Tierseite 19 verschiedene Kategorien. Auf der Hundeseite keine weiteren Kategorien oder Unterteilungen. Man muss ausserdem immer wieder zurück auf die Hauptliste – kein Blättern möglich. 20 Inserate pro Seite. + Ja – auf allen Seiten (Startseite, Tierseite und bei den Einzelinseraten. --- Nein – nichts.

schlecht --- Nein. +/- Ja Gratisregistration mit Verifizierung der Tel.-Nr. oder bereits Mitglied. Bei der Registration muss man Pflichtangaben machen (privat oder gewerblich, Pseudonym (Namen werden nicht abgefragt, dafür gibt es keinen Platz), Passwort, E-Mail, PLZ, Stadt, Kanton, Auswahl aus 7 Ländern (D, F, I, CH, Ö, E, LI) oder anderes Land).Telefonnummer ist freiwillig. Es ist möglich, sich mit Fantasienamen und -Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-MailAdresse. + Ja – muss vor Inserieren zugestimmt werden. + Datenschutz relativ gut, persönliche Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. +/- Ja – gegen Internetbetrug. Keine speziellen Hinweise auf Tiere/Tierbetrügereien. In den AGBs und Reglementen ebenfalls auch keine besonderen Inhalte zu Tieren. --- Nein. --- Ja – aber ohne spezielle tierische Inhalte. --- Ja – aber ohne spezielle tierische Inhalte.

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INSERIEREN

Laufzeit Warnhinweise Augen auf beim Hundekauf Links zum STS oder anderen TSO, BLV Direkte Verlinkung zu den Websites der Anbieter Meldefunktion Mehrere Inserate vom gleichen Anbieter Gesamteindruck Hunde-Inserate Hundeerziehungshilfsmittel Katzen-Inserate Wildtier-Inserate Nager- und Vogelkäfige

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Inkl. Registrierung innert 5 Minuten möglich. Inserateinhalt beliebig, wird nicht überprüft (trotz ausführlichem Regelwerk), es existieren neben Kategorien und Unterkategorien keine Eingabe- oder Suchmasken. Der Plattformbetreiber überprüft explizit die Inhalte von Inseraten nicht, speichert die Daten aber max. ein Jahr und gewährt bei einer Strafuntersuchung den Behörden Zugriff auf die Geschichte des Nutzers und seiner Inserate (und IPs). Nicht beschränkt, man bekommt jedoch nach 1, 2 und 3 Monaten einen Hinweis per E-Mail, dass das Inserat ablaufe, nach einigen Monaten wird es offenbar doch gelöscht. --- Nein – keine. --- Nein. --- Nein. +++ Ja. Möglich. (sollte eigentlich verpflichtend sein, dass jeder Link zu einer Homepage direkt ab Plattform möglich ist). +++ Ja. Jeder kann melden. Es gibt 7 verschiedene Gründe. +++ Ja. Button vorhanden. Genügend Keine gefunden Ungenügend Genügend bis gut Knapp genügend

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Ricardo.ch, Ricardolino.ch (früher Tradus.ch, heute OLX.ch) A) Firmenform Ricardo.ch Firmenform: Firmenname: Firmenzweck: Gründung: Sitz:

Aktiengesellschaft (CH-020.3.021.824-1) Ricardo.ch AG Durchführen von Auktionen auf dem Internet und Erbringen von Dienstleistungen im Internet; (...) 2000 General-Guisan-Strasse 8, 6304 Zug

Fusion mit Tradus AG: Die ursprünglich von Tradus.ch angebotene Gratis-Kleinanzeigenplattform heisst nun Ricardolino.ch (neu OLX.ch).

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs AGBs und Reglemente sind bei beiden Plattformen im Footer zu finden und sind recht umfangreiche PDF-Dokumente. Tierinserate können nur eingestellt werden bei Ricardolino.ch oder bei Ricardo.ch unter Kleinanzeigen (zum Zeitpunkt der Stichprobe im Juni 2013 noch existent), ausser es handle sich um Aquarien mit Inhalt, dort lässt Ricardo.ch auch Auktionen mit lebenden Tieren zu. Tierzubehör findet man auf allen Plattformen (Auktionen, Sofort-Kaufen-Angebote, Kleinanzeigen). Ricardo.ch sieht die Kleinanzeigen explizit als freien Raum, in dem Kontakte zwischen Anbieter und Interessent vermittelt werden, aber die Bedingungen des Verkaufs noch nicht feststehen. Bei Ricardolino-Konten handelt es sich teilweise auch um ehemalige Tradus.ch-Konten, die bei der Übernahme dieser Firma durch Ricardo.ch in Ricardolino-Konten umgewandelt wurden. In den AGBs wird auch auf die Rechte Dritter an Bild- und Textmaterial hingewiesen, in Inseraten sollen Ricardo.ch-Nutzer nur Material verwenden, für das sie selber die Rechte besitzen. Ricardo.ch überprüft dies jedoch nicht. Sicherheitshinweise Sind bei beiden Plattformen vorhanden und praktisch identisch, die Insertionsbestimmungen und Verbotslisten werden sehr detailliert ausgeführt und Links (BLV, CITES, WWF) angegeben. In seinen Sicherheitshinweisen, die unter „Tipps & Tricks“ zu finden sind, weist Ricardolino.ch darauf hin, dass man die Identität des Geschäftspartners überprüfen solle. Nur ist dies relativ schwierig, wie die vorliegenden Daten zeigen: Bei den untersuchten KatzenInseraten wurde in jedem Fall versucht, die Identität des Anbieters unabhängig, also über Telefonbücher und Whois-Datenbanken von Websites zu überprüfen, was nur in wenigen Fällen gelang.

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Um Inserate schalten zu können, muss man ein registrierter Benutzer sein, dessen Postadresse zumindest bei Ricardo.ch brieflich verifiziert wird. Bei Ricardo.chKleinanzeigen muss allerdings nur der Inserent, nicht der Käufer registrierter Nutzer von Ricardo.ch sein. Ricardo.ch verbietet in den Inseraten URL-Links oder Websites enthalten, mit Ausnahme der Kleinanzeigen. Insbesondere wichtig ist der folgende Passus der Nutzungsbedingungen: „Es ist verboten, Produkte anzubieten, deren Angebot, Verkauf, Kauf, Abgabe oder Verwendung gegen gesetzliche Vorschriften oder gegen die guten Sitten verstossen konnten.“ Theoretisch würde dieser Passus den Verkauf von Produkten verbieten, die in ihrer Anwendung in der Schweiz verboten sind, wie Stachelhalsbänder oder HundeErziehungshalsbänder, die elektrifizieren oder mit unangenehmen Tönen funktionieren. Beide Plattformen haben eine praktisch identische Verbotsliste publiziert. Sie behalten sich das Recht vor, Inserate auch sonst zu löschen, selbst wenn sie nicht Produkte von der Verbotsliste enthalten. In der Verbotsliste weist Ricardo.ch explizit darauf hin, dass bei Auktionen keine lebenden Tiere angeboten werden dürfen: „Es ist verboten, in Auktionen von Ricardo.ch lebende Tiere jeglicher Rasse und Zucht anzubieten (auch Welpen, Kätzchen etc.).“ Dass davon Fische in Aquarien ausgenommen sind, wie uns ein Mitarbeiter von Ricardo.ch nach mehreren Meldungen solcher Angebote Anfang 2013 mitteilte, steht nirgends schriftlich. Sowohl bei Ricardolino.ch als auch bei den Ricardo.ch-Kleinanzeigen ist das Anbieten von Wildtieren (Begriff ist nicht definiert) generell verboten. Dass davon Fische in Aquarien – mit Ausnahme der Goldfische alles Wildtiere - ausgenommen sind, wie uns ein Mitarbeiter von Ricardo.ch nach mehreren Meldungen solcher Kleinanzeigen Anfang 2013 mitteilte, steht nirgends schriftlich. Ricardo.ch und Ricardolino.ch verbieten das Anbieten von geschützten Tieren, Pflanzen und Präparate aus diesen, ebenso von Hunde- und Katzenfellen. Werden bei Ricardo.ch-Kleinanzeigen und Ricardolino.ch Haustiere (Begriff ist nicht definiert) angeboten, die nur mit Bewilligung gehalten werden dürfen, müsse sich der Anbieter vergewissern, dass der Erwerber diese Bewilligung besitze. Dies dürfte insbesondere für Frettchen und Lamas/Alpakas gelten, wobei hier unklar ist, ob Frettchen nicht eigentlich verboten wären, weil sie in der Tierschutzverordnung in der Wildtiertabelle aufgeführt sind. Die Plattformen behalten sich vor, von gewerbsmässigen Anbietern von Tieren eine Kopie der entsprechenden kantonalen Bewilligung zu verlangen. Ob dies je geschehen ist, kann nicht überprüft werden.

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Datenschutz Die Datenschutzerklärungen von Ricardo.ch und Ricardolino.ch sind grösstenteils identisch. • Ricardo.ch erklärt, dass es die Nutzerdaten nicht an Dritte weitergibt, ausser die Plattform würde dazu gesetzlich verpflichtet oder der Nutzer hätte dazu eingewilligt. • Um Anbieter und Käufer zu „verlinken“, zieht Ricardo aber sogenannte „Hilfspersonen“ bei: „Indem Sie Mitglied bei Ricardo.ch werden, willigen Sie ein, dass wir und die von uns beigezogenen Hilfspersonen Ihre Personendaten fur die Begrundung und Verwaltung Ihres Mitgliedsverhaltnisses sowie zur Durchfuhrung und Abwicklung Ihrer uber Ricardo.ch angebahnten Geschafte bearbeiten. (...) Als Hilfspersonen setzen wir sowohl Partner aus dem In- und Ausland als auch europaische Gesellschaften unserer Unternehmensgruppe ein, die fur uns Server- und Backupinfrastruktur betreiben.“ • Das Surfverhalten der Nutzer wird ebenfalls analysiert, teilweise auch von Dritten und auch in den USA, wobei aber Ricardo.ch zusichert, dass diese Surfdaten nicht mit personenbezogenen Daten in Verbindung gebracht würden. • Ricardolino.ch behält sich vor, Inserate von der Plattform auch in anderen Medien zu veröffentlichen oder zu Werbezwecken zu verwenden. Wenn ein Nutzer letzteres nicht will, muss er dies explizit dem Kundendienst mitteilen. Bei der Veröffentlichung in anderen Medien besteht diese Möglichkeit nicht, da wird der Nutzer auch nicht um Erlaubnis gefragt. • Beim Inserieren auf Ricardo.ch werden Mitgliedname, Wohnort, Anmeldedatum und Bewertungsprofil automatisch veröffentlicht. • Will jemand sein Konto löschen, so speichern die Plattformen die Daten bis zum Ablauf der gesetzlichen Fristen, die Daten sind dann aber nur „zur Erfüllung der gesetzlichen Pflichten“ nutzbar, also wenn eine richterliche Verfügung vorliegt. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Ricardo.ch Auf der Startseite sind die Auktionen (nur Tierzubehör) und die Kleinanzeigen noch sauber in der linken Sidebar getrennt. Wählt man später jedoch „alle Kategorien“, werden Auktionsund Kleinanzeigen gemischt aufgeführt und es ist somit für den Benutzer absolut unklar, ob er nun innerhalb der Kleinanzeigen oder der Auktionen sucht, und welche Regeln und Bedingungen nun für ein Inserat zutreffen. Diese Situation wurde seither insofern vereinfacht, als dass alle Gratisanzeigen nun auf Ricardolino.ch zu finden sind. Die Untersuchung fand in einer Übergangszeit statt.

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Screenshot der Ricardo.ch-Startseite: Auktionen und Kleinanzeigen getrennt

Screenshot von „Alle Kategorien“: Auktionen und Kleinanzeigen nicht mehr getrennt

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Da Ricardo recht gross ist, wird es auch sehr schnell unübersichtlich: es werden, egal wo man in der Navigation ist, zuoberst eine Reihe „Top-Angebote“ angezeigt, also Inserate, für deren Premium-Platzierung bezahlt wurde. Die Navigation ist jedoch innerhalb der Kategorien, Unterkategorien und noch feineren Verästelung einfach, zudem steht immer auch die Stichwortsuche auf jedem Kategorienlevel zur Verfügung, und es kann nach Preis gefiltert werden. Ungeschickt ist bei den Kleinanzeigen, dass die Tiere nach dem gleichen System bezeichnet werden wie Waren: Fabrikneu oder gebraucht. Diese Bezeichnungen für lebende Tiere verletzen die Tierwürde und sollten bei Kleinanzeigen deaktiviert sein. Bei den Auktionen können weitere Angebote desselben Inserenten gefunden werden. Es besteht bei den Kleinanzeigen dagegen keine Möglichkeit, nach weiteren Angeboten des gleichen Anbieters zu suchen – ausser der Anbieter hätte diese Option gewählt (Galerie seiner Angebote). Es besteht die Möglichkeit, eine Meldung zu einem dubiosen Inserat an Ricardo.ch zu senden, diese besteht jedoch nur für Personen, die selber ein Ricardo.ch-Konto haben. Ricardolino.ch (neu OLX.ch) Die Benutzeroberfläche ist einfach gestaltet und übersichtlich. Es kann in der Kategorie “Tiere“ zwischen Tiergruppen und Tierzubehör unterschieden werden, aber dann ist keine weitere Unterteilung in Rassen mehr vorhanden, sondern es muss per Stichwortsuche weitergefahren werden, wobei dann alle Sprach- und Schreibvarianten berücksichtigt werden müssen. Innerhalb der Resultate einer Stichwortsuche lässt sich dann von einem Resultat zum nächsten blättern, die Resultate jedoch nicht weiter filtern, beispielsweise danach, ob die Anbieter auf dem Postweg oder per SMS verifiziert wurden. Innerhalb der Resultate lässt sich einzig nach Kanton oder Preis sortieren. Es besteht keine Möglichkeit, nach weiteren Angeboten des gleichen Anbieters zu suchen. Es besteht dagegen die Möglichkeit, eine „verdächtige Artikel“ bei Ricardolino.ch zu melden, es muss dazu der eigene Name, eine E-Mail, eine Auswahl des Meldegrundes aus einem Dropdownmenu und eine Freitextbegründung geliefert werden. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Ricardo.ch Die Untersuchende war bereits früher bei Ricardo.ch registriert und hat nun mit Erstaunen festgestellt, dass es unter anderem Pseudonym/Nutzernamen, aber identischer Adresse, Telefonnummer und E-Mail möglich ist, innerhalb von zwei Jahren ein zweites Konto zu eröffnen. Bei Ricardo.ch erfolgt die Registrierung als einziger Plattform über eine briefliche Verifikation, der Nutzer muss also eine gültige Postadresse haben, wobei auch Postfächer möglich sind. Ausländische Nutzer müssen einmalig die Bestätigung von Ricardo.ch einholen, bevor sie inserieren können. Eine Registrierung dauert wegen der brieflichen Verifikation mehrere Tage. Das Einstellen eines Inserates ist dagegen sofort möglich, ohne 70


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dass das Inserat nochmals überprüft würde (ausprobiert bei Auktionen für ein Steiff-PlüschPony und Kleinanzeigen für einen Kösen-Wolf). Die Laufzeit der Angebote kann gewählt werden zwischen 1 und 6 Tagen (Auktionen) und 1 und 30 Tagen (Kleinanzeigen). Ricardolino.ch (neu OLX.ch) Die (Erst-)Insertion bei Ricarcolino.ch erfolgt vor der Registrierung bzw. Kontoeröffnung. Kategorie, Inseratetitel, Freitext und Bilder können eingegeben bzw. hochgeladen werden, als Preis der genaue Betrag, „gratis“, „fix“ oder „verhandelbar“ eingegeben werden, ausserdem muss eine gültige E-Mail-Adresse eingegeben werden. Anschliessend verlangt die Eingabemaske Name, PLZ und Ort, wobei bei Eingabe der PLZ bereits die Ortsauswahl eingeschränkt wird, es können also keine Fantasiekombinationen oder nicht existierende PLZ eingegeben werden. Die E-Mail-Adresse muss anschliessend erneut angegeben werden (dabei steht, diese E-Mail werde nicht veröffentlicht), sowie fakultativ eine Handy-Nummer, dann muss den AGBs und den Datenschutzerklärungen durch Anklicken eines Kästchens zugestimmt werden. Die folgende Meldung lautet: „Wir haben Ihr Inserat erhalten und schalten es in Kürze frei. Die Überprüfung dauert maximal 24 Stunden. Sobald wir Ihr Angebot freigeschaltet haben, werden wir Sie per E-Mail benachrichtigen. Bitte gehen Sie jetzt in Ihr E-Mail-Konto und bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse.“ Nach Bestätigen der E-Mail-Adresse ist es möglich, weitere Inserate zu schalten, die jedoch auch erst freigeschaltet werden müssen, bevor sie auf der Plattform erscheinen. Das aufgegebene Inserat, wiederum das Inserat für Garra rufa, den „Kosmetikfisch“, mit dem Vermerk, dass es sich um ein Testinserat handelt und die Fische nicht existieren, wurde sogar innert einer halben Stunde hochgeschaltet. Eine SMS-Verifikation ist für den Registrierungsvorgang nicht automatisch vorgesehen, da eine Handynummer nicht zwingend angegeben werden muss. Bei Ricardolino.ch erfolgt keine Verifikation der Anbieteridentität über einen Bestätigungsbrief per Post. Man kann sich bei Ricardolino.ch allerdings auch über ein Ricardo.ch-Konto einloggen. Zu bemerken ist, dass viele Inserate bei Ricardolino.ch sehr alt sind, teils über ein halbes Jahr. Diese werden offenbar nicht automatisch nach einer gewissen Zeit gelöscht, es besteht keine Laufzeitbeschränkung.

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Inserat Extremzucht-Teacup-Chihuahua bei Ricardo.ch

C) Stichprobe der Inserate Ricardo.ch Umfang der Plattform: Ricardo-Auktionen: Ricardo-Kleinanzeigen: Ricardolino.ch:

> 5'000 Inserate mit Tierzubehör 800-900 Tierinserate Total über 330'000 Inserate, davon gegen 13'000 Inserate mit Tieren und Tierzubehör

1. Hunde-Inserate Anzahl gesamt Anzahl Hunde gesamt Private Anbieter, Hobbyzüchter (von 100) Züchter (von 100) TIERHILFEORGANISATIONEN (von 100) Homepage, (direkter Link) Hundehändler (von 100) Kamerun (von 100)

Ricardo mobile 774 88 Nicht geprüft.

Ricardo.ch 845 102 Fast alle.

Ricardolino.ch 10‘082 1‘130 Ca. 35 %.

Nicht geprüft. Nicht geprüft.

Wenige. 4

Ca. 3 - 4 % Ca. 60 %

Nicht geprüft.

8 (7, funktioniert meist nicht), 1x Fake, 1x Pishing Warnung. Nicht offensichtlich. Nein. +++

2 (direkter Link ist nicht möglich!)

Nicht geprüft. Nicht geprüft.

Ca. 1 - 2 % Nein. +++

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Verkäuferidentität

Nicht geprüft.

Vor- und Nachname Nur Nachname Pseudonym No name Adresse (PLZ und Ortschaft) Telefon Fixnet Handy Beides Keins Homepage Direkter Link Weitere Kriterien Kein Foto Kein Preis

Kleinrassen Sonstige Rassen Besondere Rassen, besondere Preise

Kupierte Schwänze/Ohren

Gut

60 4 36 86

34 53 Nicht geprüft.

13 8 7, funktionieren meist nicht

3 58 2 37 2 Geht nicht direkt!

4 Ca. 10 (0.05 - 5.00)

5 2 (1.00 ; 0.00)

48 52 Teacup-Chihuahua Light Silver Labrador für CHF 2‘500.–; Deutsche Doggen und Engl. Bulldogs für CHF 2‘800.–/CHF 2‘900.– von verschiedenen Anbietern aber mit gleicher Telefonnummer! Nein.

42 58

Sicher zu 50 % seriös. Es gibt aber auch Zweifel (kein Name, keine E-Mail, kein Preis, kein Foto etc.)

Ja (6); Nein (24); fraglich (70, meist Tierhilfeorganisationen ohne weitere Angaben, manchmal mit Handy-Nr.). Viele = schlecht --

Nicht geprüft. Ca. 10 (0.05 - 5.00) Die billigsten Angebote kommen in der MobileVersion automatisch ganz nach vorne. Nicht geprüft. Nicht geprüft. Nicht geprüft.

Nicht geprüft.

Nicht geprüft.

Wenige = gut ++ 4 (Pro Dog Romania; Salvate Canes; Komm Heim Verein; Tiere in Not)

Transparenz Seriosität

Nein. --Eher Nein. --

Homepage, (direkt verlinkt)

3 (3, funktioniert)

SONSTIGES

Schlecht – mässig. Viele Inserate ohne Name & Adresse! Wer will, könnte das aber selbst im Text eingeben. 6 37 26 31 19 (erscheint in der Übersicht, und im Einzelinserat nicht mehr!)

Nicht geprüft.

SERIOSITÄT (ja, nein, fraglich)

TIERHILFEORGANISATIONEN Anzahl Inserate

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1x kupierter Schwanz.

59 (davon waren 39 alle in Fehraltdorf – obwohl die Hunde noch in den div. Ländern sind!) Nein. --Nein --nur 4 hatten eine Homepageangabe, manchmal mit Handy-Nr., meist aber ohne weitere Angaben. 4, direkter Link geht auf Ricardolino nicht. Nur eine einziger Anbieter lud explizit zur Besichtigung

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ein. 3x potentiell gefährliche Hunde aus Tierhilfeorganisationen und Ausland ohne Hinweise auf etwaige Bewilligungs-pflichten (animal-happyend).

Ricardo.ch: Entgegen der Zugeständnisse im Dialog mit dem STS fehlen leider nützliche Tier-Informationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links zu STS und/oder BLV. Die Verkäuferidentität ist grundsätzlich gut. Die Hälfte (50 %) der Inserate können als seriös eingestuft werden (Vorjahr 23 %) – 42 % sind fraglich (Vorjahr 73 %) und 8 % (Vorjahr 6 %) werden als nicht seriös eingestuft. Es gibt keine Kamerun-Inserate oder Inserate mit illegalen oder verbotenen Inhalten. Der Anteil fraglicher bzw. nicht seriöser Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen beschränkt sich auf 4 % (Vorjahr einiges mehr). 2012 >>> 2013: Deutliche Verbesserungen in der Seriosität der Inserate; unverändert ungenügend in der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen). Gesamteindruck Hunde bei Ricardo.ch: gut Ricardolino.ch: Entgegen der Zugeständnisse im Dialog mit dem STS fehlen leider nützliche TierInformationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links zu STS und/oder BLV. Tradus.ch hatte direkt neben den Inseraten einen Link zum STSDossier „Augen auf beim Hundekauf“). Die Verkäuferidentität ist mässig bis schlecht. Nur 6 % der Inserate können als seriös eingestuft werden (Vorjahr 6 %) – 70 % sind fraglich (Vorjahr 81 %) und 24 % (Vorjahr 33 %) werden als nicht seriös eingestuft. Es gibt keine Kamerun-Inserate. 1 Inserat hatte illegalen/verbotenen Inhalt (Vorjahr 4 %). Der Anteil fraglicher bzw. nicht seriöser Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen ist auf 60 % gestiegen (Vorjahr deutlich weniger). 2012 >>> 2013: leichte Verbesserungen in der Seriosität der Inserate; ungenügend in der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen), wesentlicher InserateAnteil von Tierhilfe-Organisationen mit mangelnder Transparenz. Gesamteindruck Hunde bei Ricardolino.ch: ungenügend

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Rasselistenangebot einer Tierhilfe-Organisation bei Ricardolino.ch

2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung Ricardo.ch: Im Angebot waren insgesamt 5 Erziehungshalsbänder für Hunde. Bei 3 war es nicht möglich, die Gesetzeskonformität zu überprüfen, da Angaben zur Art des Strafreizes fehlten. Bei einem Angebot „Jet Care System“ verwendete das Gerät Wasser und Pressluft, was als Strafreiz erlaubt ist, ein Gerät von GSM Geneva (Gerät ohne Namen oder Produktbezeichnung) verwendet einen unangenehmen Ton als Strafreiz, was in der Schweiz in der Anwendung verboten ist und somit nach Ricardo-Verbotsliste nicht auf der Plattform hätte erscheinen dürfen. Gesamteindruck Erziehungshilfsmittel bei Ricardo.ch: genügend

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Ricardolino.ch: Es wurden 2 Inserate mit einem verbotenen Erziehungshalsband gefunden, sowie ein Inserat eines „Smart Dog In-Ground Pet Fencing System“ also ein vom BLV explizit verbotener, unsichtbarer Zaun für Hunde. Gesamteindruck Erziehungshilfsmittel bei Ricardolino.ch: ungenügend 3. Katzen-Inserate Es wurden sowohl Ricardolino.ch und Ricardo.ch-Auktionen als auch Ricardo.ch-Kleinanzeigen untersucht. Von den total 149 Katzen-Inseraten wurden alle 28 Rassekatzen-Inserate untersucht. Ricardo.ch - Kleinanzeigen Rasse Total Inserate Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

Fraglich / nicht überprüfbar 3 1

Unseriös / Fragwürdig 0 0

Nieten

9 2

Seriös / überprüfbar 6 1

9 5 0 3 28

5 2 0 2 16 (57.1 %)

4 0 0 1 9 (32.1 %)

0 3 0 0 3 (10.8 %)

0 0 0 0 0

0 0

Maine Coon: Von den total sechs seriösen Inseraten handelt es sich bei drei Inseraten allerdings um dasselbe, das mehrfach geschaltet wurde (gleicher Wurf von Katzen, gleicher Anbieter). Bei den drei unseriösen Perserkatzen-Inseraten setzte die gleiche Anbieterin als Preis für die gleichen Tiere zweimal 50 Rappen und einmal 5 Rappen für eine Katze ein. Das ist aus unserer Sicht unseriös, bzw. erlaubt es das System der Kleinanzeigen von Ricardo.ch nicht, Angebote zum Verschenken einzustellen – was in diesem Fall wahrscheinlich die Absicht der Katzenhalterin war. 2012 >>> 2013: Vergleich mit Vorjahr schwierig, da damals nur wenige Rassekatzen-Inserate überhaupt. Gesamteindruck Katzen bei Ricardo.ch: gut

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Unfreiwillig komisches Inserat auf Ricardo.ch: werden da trächtige Katzen angeboten?

Ricardolino.ch: Total 133 Inserate überprüft Da bei Ricardolino.ch keine Unterkategorien bei der Kategorie Katzen existieren, wurde über Stichwortsuche in 3 Sprachen nach den entsprechenden Rassen gesucht, wodurch auch Kaufgesuche und Deckkaterangebote und gelegentlich andere Rassen, Tierarten, Kaufgesuche und Sachangebote in die Suchresultate eingingen, nachfolgend als „Nieten“ bezeichnet. Es wurden soviel Inserate von Rassekatzen untersucht, wie pro Rasse vorhanden bzw. zu finden waren. Bei total 9 Inseraten stand „nicht SMS-verifiziert“. Rasse

Total Inserate

Fraglich / nicht überprüfbar 11 1

Unseriös / Fragwürdig 5 0

Niete*

38 3

Seriös / überprüfbar 7 1

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser

36

9

5

22

0

27

4

12

4

7

15 1

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Sphynx Bengal Total

5 24 133

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0 9 30 (22.6 %)

2 2 33 (24.8 %)

1 11 43 (32.3 %)

2 2 27 (20.3 %)

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

2012 >>> 2013: Vergleich mit Vorjahr schwierig, da Plattform damals noch nicht existierte. Im Vergleich mit Vorgängerplattform Tradus.ch etwa gleichgeblieben. Gesamteindruck Katzen bei Ricardolino.ch: knapp genügend 4. Wildtier-Inserate Ricardo.ch Die meisten Inserate enthalten genügend Angaben zum Anbieter; viele sind namentlich vollständig bekannt, geben eine Adresse und Telefonnummer an, und alle sind postalisch und/oder per SMS verifiziert. Deutlich mehr Inserate als bei anderen Plattformen enthalten ausführliche Angaben zu den Tieren (mehr als die Hälfte der Inserate bei den Reptilien). Einzelne SKN-pflichtige Tiere (Giftschlangen, Frettchen) sind im Angebot, aber mit entsprechenden Hinweisen bei den Giftschlangen. Drei Aquarien werden mit Fischen angeboten. Kamerun-Inserate sind nicht anzutreffen. Sämtliche Inserate sind als seriös einzuschätzen und neueren Datums.

Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier Dubioses oder Kamerun-Inserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungsoder SKNpflichtig? Aquarien mit lebendem Inhalt

Fische

Reptilien

Vögel

Andere

Nager 83

146

120

44

10

100

100

44

10

13

60

50

32

10

8

100

100

44

10

0

0

0

1

0

13

ok, soweit zu beurteilen 35

65

5

5

4

0

0

0

0

0

0

0

1

0

0

0

3

0

2

0

2 normale, 1 Nano-Aquarium von 100 (total 914 Angebote)

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Gesamteindruck

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seriöse Kontaktangaben; oft Insider-Jargon; relativ viele Angaben zu Tieren, aber längst nicht immer (bei Kleintieren unterschiedlicher als bei Hunden, Katzen…)

seriöse Kontaktangaben; eher wenig Angaben zu Tieren

seriöse Kontaktangaben; unterschiedlich gute Angaben zu Tieren

Gesamteindruck Wildtiere bei Ricardo.ch: gut. Die Angaben zu den Tieren könnten in gewissen Kategorien (Fische, Vögel) aber noch ausführlicher sein, was evtl. über ein Formular erreichbar wäre. Ricardolino.ch Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier Dubioses oder KamerunInserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungs- oder SKNpflichtig? Gesamteindruck

Fische 419 100 10 100 0

Reptilien 652 100 55 100 5

Vögel 408 100 35 100 0

Andere 266 20 10 20 1

Nager 510 100 8 100 2

ok, soweit zu beurteilen 15 50

30

5

6

0

0

0

0

0

0 0

0 0

0 0

0 0

0 0

seriöse Kontaktangaben; eher wenig Angaben zu Tieren

Aquarien mit lebendem Inhalt? 2 normale, 1 Nano-Aquarium von 100 (total 914 Angebote). Die Angaben zu den Anbietern sind eher mangelhaft; Adressen sind nicht vollständig. Zwei auffällige Ausnahmen gibt es: Viele Anbieter von Reptilien sowie von „sonstigen Tieren“ (häufig Nutztiere, Landwirte) geben genauere Kontaktdaten an. Die Adressen sind grundsätzlich plausibel, und die Inserate machen einen seriösen Eindruck. Angaben zu den Tieren sind eher mangelhaft, mit Ausnahme etlicher Reptilien-Inserate. Es wurden keine KamerunInserate und keine SKN-pflichtigen Tiere angeboten, dafür aber relativ viele Aquarien mit Inhalt. 2012 >>> 2013 Unverändert. Grundsätzlich die meisten Inserate mit genügenden Angaben zu Tier und Halter (Ricardo), resp. zumindest mit verifiziertem Anbieter (Ricardolino), aber zu wenig Angaben zum Tier. SKN-pflichtige Tierarten mit entsprechendem Hinweis. Keine Kamerun-Inserate. Gesamteindruck Wildtiere bei Ricardolino.ch: genügend – gut. Die Angaben zu den Tieren und die Adressangaben der Anbieter könnten besser sein.

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5. Nager- und Vogelkäfige Ricardo.ch - Auktionen und Kleinanzeigen Total untersuchte bzw. gefundene Inserate Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, weil Grössenangaben des Käfigs fehlen. Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm2 Grundfläche für Nager, unter 2400 cm2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein. Käfige mit Tieren angeboten

Nagerkäfige 122 100 Inserate (82 %)

Vogelkäfige 76 56 Inserate (74 %)

10 Inserate (8 %)

5 Inserate (6.5 %)

12 Inserate (10 %) Insbesondere bot dadas-tiershop viele zu kleine Käfige an. 1

15 Inserate (19.5 %)

3

Bei einem Angebot handelte es sich um einen Papageienständer mit Fusskette, deren Verwendung für die Papageienhaltung in der Schweiz verboten ist. Dieses Inserat dürfte gemäss AGBs bei Ricardo.ch gar nicht publiziert werden. Bei einem Inserat wurden Käfige mitsamt Tieren angeboten, was gemäss AGBs bei Auktionen ebenfalls verboten wäre. Besonders schräg war ein Angebot eines Rucksacks mit integrierter Sitzstange, in dem ein Papagei spazieren geführt werden kann. Gesamteindruck Käfige bei Ricardo.ch: gut Ricardolino.ch Total untersuchte bzw. gefundene Inserate Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, weil Grössenangaben des Käfigs fehlen. Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm2 Grundfläche für Nager, unter 2400 cm2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein. Käfige mit Tieren angeboten

Nagerkäfige 100 55 Inserate (55 %)

Vogelkäfige 100 69 Inserate (69 %)

25 Inserate (25 %)

22 Inserate (22 %)

20 Inserate (20 %)

9 Inserate (9 %)

12

12

Bei einem Inserat wurde ein bewilligungspflichtiger Kakadu und ein Arahybride, beide Tiere haltebewilligungspflichtig, angeboten - aber das Inserat enthielt darauf keinen Hinweis. Bei den Nagern wurden Käfige mitsamt Nagern am häufigsten (9x) bei Degus angeboten. Im Angebot waren ebenfalls eine Einzel-Rennmaus und ein Einzel-Lemming mit Käfig, obwohl diese Tierarten nicht allein gehalten werden dürfen. Ebenfalls im Angebot waren 3 Inserate mit Sugar-Glidern (Flughörnchen) und zwei Inserate mit Frettchen, beide Tierarten in der Schweiz haltebewilligungspflichtige Wildtiere, wozu sich in den Inseraten aber kein Hinweis fand. Gesamteindruck Käfige bei Ricardolino.ch: genügend

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D) Zusammenfassung und Beurteilung Ricardo-Gruppe Ricardo mobile

BENUTZERFREUNDLICHKEIT Kostenpflicht

Gut

Ricardo.ch Im Bereich Tierinserate 800-900 Inserate (Kleinanzeigen), beim Tierzubehör > 5000 Inserate (Auktionen) Gut

Ja (mind. CHF 1.–)

Ja (mind. CHF 1.–)

Übersicht Startseite

Gut/ +

Mässig +/Tiere findet man nur ganz unten bei Kleinanzeigen – man muss suchen! Das ist gem. Dialog so gewollt – man möchte die Tierinserate vermehrt auf Ricardolino verschieben, daher auch prominent ein Link direkt auf Ricardolino! Blättern innerhalb von Suchresultaten möglich.

Übersicht Tierseite

Gut/+ 15 versch. Kategorien

UMFANG

Übersicht Inserate

Gestaltung/Übersicht Einzelinserat

Kategorisierung Suchfunktionen Nützliche TierInformationen (Rasseportraits, Bewilligungspflicht, Links zu Informationsseiten, etc.)

Ricardolino.ch Im Bereich Tierinserate rund 10'000 Inserate

Nein, nur optional für Zusatzfunktionen Gut ++ Übersichtlich mit Buttons. Die Navigation innerhalb der Kategorien ist einfach, aber nur bis zu einem Punkt möglich („Katzen“), eine feinere Suchebeispielsweise nach Rassen muss über Stichworte geschehen. Blättern innerhalb der Suchresultate möglich.

Sehr gut

Gut / + 22 versch. Kategorien (auch Dogsitting, Tierzubehör, Tierbetreuung, Tierheime, vermisst & gefunden) Gut/+ Gut/+ Gut / + Fotoliste, Preis, Kurztext, Fotoliste mit Zoom, Fotoliste (mit Anzahl Bilder), keine Blättern, eine Liste Kurztext, Preis, Hinweis Text, Beschreibung, Preis, auf neue Inserate, 30 Sortierfunktion (Datum, Inserate pro Seite Kanton), Suchfunktion, 30 Inserate pro Seite Gut/++ Gut/++, Foto zoomt, Preis, Gut und übersichtlich / +++. Foto, Preis, Anzahl Anzahl Besuche, Art. Nr., Anbieter, Preis, Überschrift, Besuche, Art.Nr., Insertionszeitpunkt, Beschreibung, Insertionszeitpunkt, Kontakt, alle Angebote Insertionszeitpunkt, Art.Nr., Kontakt, Text zeigen, Fragen & alle Angebote des Anbieters, Antworten Meldefunktion. Ja, in Tierarten, keine Rassen Ja, in Tierarten und div. nicht-tierische Bereiche, s.o. Ja Ja, auch weitere Suchfilter Ja und Sortierfunktion (Kantone, Preis, PLZ, (Datum, Kanton) Zustand!) --- Nein – Nichts! --- Nein – Nichts!

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SICHERHEITSVOR -KEHRUNGEN Verifizierung Anbieter durch Aktivierungscode Erstregistrierung vor Inserat

Ricardo mobile Mässig

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Ricardo.ch Mässig

Ja/ +++ Ja/ +++ Zusammen mit Aktivierungscode 100 % Verifizierung der Postadresse des Inserenten, Ausländische Inserenten brauchen nur einmalig eine Betätigung von Ricardo.ch, um inserieren zu können.

AGBs

+/- Ja, aber AGBs sind nicht speziell auf Tiere ausgerichtet, eher allgemein.

Datenschutz

Datenschutz ist einigermassen gegeben, zumindest versichert Ricardo.ch, Personendaten nicht an Dritte weiterzugeben und bei Nutzungsauswertungen die Daten zu anonymisieren. +/- Ja Käufer-/ Verkäuferschutz, sicher ver-/kaufen, Bewertungssystem, Online Betrug, keine tierspezifischen Inhalte, Ausschluss von Mitgliedern.

Sicherheitshinweise

Bewertungssystem Verbotslisten Reglemente

INSERIEREN

Laufzeit Warnhinweise Augen auf beim Hundekauf

Ricardolino.ch schlecht – mässig Nein: --Idiotensichere Führung bis zum Gratisinserat! Ja. ++ Handy- oder Fixnetnr., Name, Adresse (Fantasiename- und Adresse möglich!), wird oblig. abgefragt, aber nicht zwingend veröffentlicht. --Kontaktaufnahme über EMail-Formular. Bei manchen Inseraten erscheint „Tel.-Nr. ist SMS verifiziert“ oder „Postadresse ist verifiziert“. Eine Verifikation der Handynummer per SMS ist nicht zwingend. ++ Ja, aber AGBs sind nicht speziell auf Tiere oder Tierschutz ausgerichtet und eher allgemein. +/Bestätigung Datenschutzerklärung ist vor Inserat obligatorisch. Ja +/- sind auf jeder Seite unten mit Ratgeber Tricks & Tips & den Geschäftsbedingungen (AGBs, Datenschutz, Verbotslisten). Ja, +++

+++ Ja Ja + Muss man aber in den diversen Reglementen suchen, werden nicht in der Rubrik „Tiere“ oder „Hunde“ platziert. Gut ++ Info zur Überprüfung der postalischen Adresse, Mitglieder mit Sitz im Ausland können (mit begründeten Ausnahmen) nur als Käufer aktiv sein! Nach Registration und Aufsetzen und Bestätigen Briefverifikation ist das eines Inserates innert 5 Aufsetzen und Bestätigen Minuten möglich. Das eines Inserates innert 1 Hochschalten des Inserates Minute möglich, ist dauert maximal 1 Tag, da es allerdings kostenpflichtig. von Ricardolino.ch erst überprüft wird. Die Freischaltung erfolgt i.d.R. jedoch innert einiger Stunden. Der Plattformbetreiber überprüft angeblich jedes Inserat, bevor es hochgeschaltet wird. 10 Tage (Auktionen), 30 Tage (Kleinanzeigen) nicht beschränkt, sehr viele Inserate sind älter als 6 Monate. --- Nein – gar keine! ----- Nein – gar keine! --- Nein! --- Nein!

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Links zum STS oder anderen TierschutzOrganisationen, BLV Direkte Verlinkung zu den Websites der Anbieter Meldefunktion

--- Nein!

--- Nein!

Ja – teilweise, funktionieren aber meistens nicht! +/-

--- Nein, nicht möglich !

-Nein – mit der Mobile Version gar nicht möglich. -

Mehrere Inserate vom gleichen Anbieter

-- Nein – mit der Mobile Version gar nicht möglich.

--Ja – aber nur möglich wenn man registriert bzw. Mitglied ist. +++ Ja – überprüfbar.

+/- Ja – auch ohne Registrierung. Begründung ist aber nicht auf Tierinserate anwendbar. +++ Ja – überprüfbar. Es kommen alle bisherigen Einträge des Anbieters – auch ältere!

gut genügend: ein illegales Produkt gefunden gut gut gut

genügend ungenügend: drei illegale Produkte gefunden knapp genügend genügend bis gut genügend

Gesamteindruck Hunde-Inserate Hundeerziehungshilfsmittel Katzen-Inserate Wildtier-Inserate Nager- und Vogelkäfige

nicht beurteilt nicht beurteilt nicht beurteilt nicht beurteilt nicht beurteilt

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Tutti.ch A) Firmenform Firmenform: Firmenname: Firmenzweck:

Gründung: Sitz:

Aktiengesellschaft (CH-020.3.034.320-0) Schibsted Classified Media Switzerland AG Die Gesellschaft bezweckt den Betrieb und die Verwaltung von einem oder mehreren online und offline Geschäften, schwerpunktmässig im Bereiche des e-Commerces und von Kleinanzeigen, die es den Nutzern ermöglichen, gegenseitige nutzbringende vertragliche Beziehungen einzugehen, insbesondere für den Verkauf, Kauf und die Vermietung von Gütern und Dienstleistungen. 2009 Seefeldstr. 231, 8008 Zürich

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Zur Auffindung der Nutzungsbedingungen muss der Nutzer erst auf der Startseite über 50 Inserate nach unten zum Footer scrollen. Wer ein Inserat aufgegeben hat, findet dann allerdings unter dem Inserat den folgenden Hinweis: „Indem ich dieses Inserat aufgebe, akzeptiere ich die allgemeinen Nutzungsbedingungen (inkl. Datenschutzerklärung) von Tutti.ch.“ Gemäss AGBs verlangt Tutti.ch ein Mindestalter von 18 Jahren von seinen Nutzern, dies wird jedoch in keiner Weise überprüft. Tutti.ch hält in den Nutzungsbedingungen auch fest, dass die Nutzung der Website nur zu privaten Zwecken erfolgen darf, bietet jedoch in der Eingabemaske für Inserate auch die Option „Firma“ an, was ziemlich unlogisch ist. Sicherheitshinweise •

Sind in den Nutzungsbedingungen integriert. Tutti.ch ist gemäss Nutzungsbedingungen nicht verpflichtet, behält sich aber vor, jedes Inserat vor Veröffentlichung zu prüfen. Die Überprüfung von Inseraten, bevor sie freigeschaltet werden, ist jedoch gemäss Tutti-Regeln im Insertionsvorgang fix eingebaut. Tutti.ch verbietet Inserate aus dem Ausland. Ob und wie dies überprüft wird, ist nicht klar, es besteht lediglich bei der Eingabemaske keine Möglichkeit, etwas anderes als Standort auszuwählen als die Schweiz oder Liechtenstein. Als einzige Plattform verbietet Tutti.ch Links/URLs sowie Hinweise auf andere Websites in den Inseraten, was aber von findigen Inserenten auch umgangen wird, indem sie nicht die vollständigen Adressen ihrer Websites angeben, sondern nur Teile davon, die aber genügen, um die Website mittels Google zu finden. Eine Tutti.ch-Regel betrifft Tierinserate, es kann jedoch nicht überprüft werden, wie häufig diese Regel bei der Kontrolle der Inserate durch das Tutti-team zur Anwendung kommt. „Tiere: Inserate für den Kauf und Verkauf bzw. die Nutzung von Tieren sind 84


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erlaubt, sofern sie nicht gegen das Schweizer Gesetz sowie die relevanten kantonalen Bestimmungen verstossen.“ Datenschutz •

• •

Die Datenschutzinformationen sind in den Nutzungsbedingungen integriert. Der Nutzer tritt dabei alle Rechte an seinen Inseraten an Tutti.ch ab, und zwar für immer. Der Plattformbetreiber kann diese beliebig nutzen, speichern, verändern, etc.: „Sie erteilen uns hiermit eine kostenlose, unbeschränkte, unwiderrufliche, unbefristete, einfache, übertragbare und weltweite Lizenz (mit dem Recht der Unterlizenzierung) zur beliebigen Verwendung (inklusive Vervielfältigung, Verbreitung und beliebige Bearbeitung inklusive Übersetzung) der Nutzerinhalte oder Teilen davon zu beliebigen (derzeit bekannten oder unbekannten) gewerblichen oder sonstigen Zwecken (inklusive Werbung) im Zusammenhang mit der Website.“ Auszug aus den Nutzungsbedingungen, Ziffer 5. Entfernt man also Inhalte von der Website, ändert das nichts am Recht von Tutti.ch, die Inhalte weiter zu nutzen – der Nutzer kann seine Inserate also nicht komplett löschen und entfernen. Tutti.ch gibt nicht an, für wie lange Inhalte gespeichert werden. es muss angenommen werden, dass sie nicht nach einer bestimmten Frist gelöscht, sondern auf unbekannte Dauer gespeichert werden. Gespeichert werden ebenfalls: IP-Adresse, Nutzungszeiten, worauf zugegriffen wurde, Herkunftsseite, Webbrowser und Betriebssystem; sämtliche Kommunikation zwischen Nutzern, die über die Website erfolgt. Kreditkartendaten werden nicht gespeichert. Tutti.ch versichert, dass diese Datenerhebung nur zur Einschränkung von Missbrauchsfällen verwendet wird. Nutzerdaten würden ohne Einwilligung nur aufgrund einer behördlichen oder richterlichen Anordnung weitergegeben. Tutti.ch schreibt jedoch auch, die Daten würden in der Kommunikation mit den Inserenten und zur anonymisierten Auswertung und Schaltung von spezifischer Werbung benutzt.

Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Oberfläche von Tutti.ch ist einfach und übersichtlich gehalten, Werbung von Dritten wird nur in der rechten Sidebar geschaltet. Die Suche bei Tutti.ch funktioniert anders als bei anderen Plattformen. Man muss erst eine Region innerhalb der Schweiz wählen, in der man suchen will, und kann erst nachher a) die Inseratekategorien wählen und b) die Suche auf die ganze Schweiz ausweiten. Die Inseratekategorien sind relativ grob, es gibt bei Tutti.ch innerhalb der Tier-Unterkategorien keine weitere Unterteilung. Unter „Katzen“ findet man beispielsweise nebst lebenden Katzen auch Katzenbäume, Katzenspielzeug, Deckkaterangebote, Tiersitterdienste, etc. Es kann in der Kategorie „Katzen“ dann nur mittels Stichwortsuche nach einzelnen Rassen oder Tierzubehör gesucht werden. Bei der Stichwortsuche akzeptiert das System zudem Umlaute nicht immer. Die Suchmaske erlaubt, die Sprache zu wählen bzw. zu filtern, oder in allen Sprache zu suchen. Eine Probe aufs 85


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Exempel (Perser, persan, persiano) zeigte jedoch, dass zum Auffinden aller Perserinserate als Stichwort auch alle drei Sprachen eingegeben werden müssen, es reicht nicht, mit dem Begriff Perser zu suchen, um auch französische und italienische Inserate zu dieser Rasse zu finden. Die Verwaltung von Inseraten ist bei Tutti.ch relativ mühsam. Man hat zwar ein Benutzerkonto, will man jedoch ein geschaltetes Inserat verwalten, muss man Tutti.ch durch die Angabe der eigenen E-Mail-Adresse mitteilen, Tutti.ch solle einem einen Link schicken, über den man dann erst auf das Inserat zugreifen und es verwalten kann. Das hat aber auch den Vorteil, dass Tutti.ch jeweils Änderungen eines Inserates vor dem Hochladen bzw. Freischalten überprüft bzw. überprüfen kann, aber den grossen Nachteil, dass die Benutzerfreundlichkeit eingeschränkt wird, da sich der Nutzer nicht über die Tutti.chWebsite auf sein Konto einloggen kann, sondern immer zuerst auf sein E-Mail-Konto zugreifen muss. Es besteht keine Möglichkeit, nach weiteren Angeboten des gleichen Anbieters zu suchen, da der Anbietername bei jedem Inserat neu gewählt werden kann und daher häufig nicht Deckungsgleich ist – es existieren keine eigentlichen Anbieter-Nutzerkonten bei Tutti.ch. Teils ist das gleiche Inserat eines Anbieters mehrmals geschaltet, der gleiche Anbieter kann unter verschiedenen Pseudonymen (z.B. Sterli oder Stierli-Irene) ebenfalls mehrfach mit den gleichen Inseraten/Tieren präsent sein. Die Telefonnummer des Inserenten ist abgedeckt und wird nur durch Anklicken aufgedeckt (Spamschutz). Direkt unter dem Bild des Inserates besteht die Möglichkeit, eine Meldung an Tutti.ch zu senden, unter Angabe des eigenen Namens, einer E-Mail-Adresse und einer Freitext-Begründung, aber ohne ein eigenes Tutti.ch-Benutzerkonto haben oder angeben zu müssen. Ebenfalls bestehen Möglichkeiten, ein Inserat zu promoten. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Aufgeben eines Inserates ist bei Tutti.ch einfach. Erst müssen die Kontaktdaten eingegeben werden, dabei wird ein Name (auch Pseudonyme wie Kösen-Wolf oder fiktive Namen wie die einer Romanfigur werden geschluckt), eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer verlangt sowie die Angaben, ob man Privat- oder Firmenanbieter ist (obwohl Tutti.ch gemäss Nutzungsbestimmungen keine kommerzielle Nutzung zulässt) und ob die Telefonnummer im Inserat publiziert werden soll. Ob es sich um eine existierende Telefonnummer in der CH oder in Liechtenstein handelt, wird während der Eingabe nicht überprüft. Unter Angabe der Kategorie und Unterkategorie, Gebot/Suche, Titel, Beschreibung, Preis, Kanton und PLZ kann dann sofort das Inserat eingegeben werden. Möglich sind alle Schweizer Kantone und Liechtenstein, wobei die Eingabemaske auch unmögliche Kombinationen von PLZ und Kanton zulässt (Kanton ZH und PLZ 7000), solange man eine vierstellige Zahl als PLZ eingibt. Nach der Vorschauansicht des Inserates erfolgt anschliessend eine E-Mail von Tutti.ch an die angegebene Mailadresse, es muss dann ein Bestätigungslink angeklickt werden. Wenn das

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Inserat nicht bestätigt wird, folgen noch zwei Erinnerungsmails. Selbst wenn bestätigt wird, wird aber das Inserat immer noch nicht veröffentlicht. In dem Bestätigungsmail steht: „Nachdem Sie das Inserat bestätigt haben, wird es von meinem Team gemäss den Regeln von Tutti.ch geprüft und anschliessend veröffentlicht. Sie erhalten dann ein zweites E-Mail mit dem Link zu Ihrem Inserat.“ Diese zweite E-Mail erfolgte dann 1-3 Tage später. Die gleiche Person kann bei Tutti.ch unter verschiedenen Pseudonymen Inserate aufgeben, es findet sich beispielsweise eine Anbieterin von Britisch Kurzhaar-Katzen, die unter „sandra Nowack“, „Sandra“ und „S.Nowack- von den Traumbären“ inseriert. Das kommt daher, dass bei jedem Aufgeben eines Inserates ein anderer Name oder ein Pseudonym gewählt werden kann, dass die Inserate nur mit dem E-Mail des Nutzers, aber nicht als ein Konto bei Tutti.ch verbunden sind. Diese Praxis hebelt aber gleichzeitig eine Tutti-eigene Regel aus, welche lautet: „Es ist nicht erlaubt, Inserate mit dem gleichen Artikel mehr als einmal aufzugeben.“ Unter verschiedenen Pseudonymen kann (und wird) somit das gleiche Inserat mehrfach aufgegeben werden. Es kann ausserdem nicht nach Inseraten des gleichen Nutzers gesucht werden. Eine allgemeine Meldemöglichkeit für dubiose Inserate ist aber vorhanden.

C) Stichprobe der Inserate Tutti.ch Umfang der Plattform Total über 200'000 Inserate, davon über 6‘000 Inserate mit Tieren und Zubehör. Davon: Ca. 1‘900 Hunde-Inserate, 1‘000 Inserate Katzen (davon 113 Inserate der Rassen, Bengal, Britisch Kurzhaar, Maine Coon, Perser, Ragdoll und Sphynx), sowie 421 WildtierInserate untersucht. Die Inserate mit Tierzubehör sind nicht spezifisch in einer eigenen Kategorie hervorgehoben, sie müssen über die Stichwortsuche gefunden werden. 1. Hunde-Inserate Anzahl Hunde-Inserate Private Anbieter, Hobbyzüchter (von 100) Züchter (von 100) TIERHILFEORGANISATIONEN (von 100) Homepage, (direkter Link) Hundehändler (von 100) Kamerun (von 100) Verkäuferidentität Vor- und Nachname Nur Nachname Pseudonym No name Adresse (PLZ und Ortschaft) Telefon Fixnet

1‘877 40 % Einige wenige. 60 % Nein. Vermutlich einige. Nein. +++ schlecht - mässig 25 9 19 47 81 + 19 (nur Ort) 2 (Italien), 1 Österreich, 6 CH

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Handy Beides Keins Homepage Direkter Link Weitere Kriterien Kein Foto Kein Preis Kleinrassen Sonstige Rassen Besondere Rassen, besondere Preise Kupierte Schwänze/Ohren SERIOSITÄT (ja, nein, fraglich) Tierhilfeorganisationen Anzahl Inserate Transparenz Seriosität Homepage, (direkt verlinkt) SONSTIGES

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58 1 32 Nein. Nein. 5 0 35 65 CHF 2‘500.– für eine Engl. Bulldog OHNE Schwanz 2x kupierter Schwanz (Von Tierhilfeorganisation vermittelt, Import in CH illegal). Ja (8), Nein (30), Fraglich (62) Mehr als die Häfte sind Tierhilfeorganisationen-Inserate: schlecht (Gnadenhof Papillon, pro dog romania, salvate canes, wir vermitteln) 60 60 / --Nein. / --Nein. (Nein). --1x potentiell gefährlicher Hund (von Tierhilfeorganisation) ohne Hinweise.

Entgegen der Zugeständnisse im Dialog mit dem STS fehlen leider nützliche TierInformationen, sowie Warnhinweise (z.B. „Augen auf beim Hunde-/Tierkauf“) und auch Links zu STS und/oder BLV. Die Verkäuferidentität ist mässig bis schlecht (nur 30 % geben ihren Namen (teilweise) an; bei den meisten Inseraten erscheint lediglich eine PLZ, 30 % geben auch keine Telefonnummer an und nur 9 % eine Fixnetnummer, keine Websites). Nur 8 % der Inserate kann als seriös eingestuft werden (Vorjahr 6 %) – 62 % sind fraglich (Vorjahr 74%) und 30 % (Vorjahr 40 %) werden als nicht seriös eingestuft. Es gibt keine KamerunInserate. 2 Inserate hatten illegale/verbotene Inhalte (Vorjahr 4 %). Der Anteil fraglicher bzw. nicht seriöser Inserate von sogenannten Tierhilfeorganisationen ist auf 60% gestiegen (Vorjahr deutlich weniger). 2012 >>> 2013: Leichte Verbesserungen in der Seriosität der Inserate; ungenügend in der Aufklärung der Nutzer (Warnhinweise, Links, Tier-Informationen), wesentlicher InserateAnteil von Tierhilfe-Organisationen mit mangelnder Transparenz . Gesamteindruck Hunde: ungenügend

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Liste mit Hunde-Inseraten von Tierhilfeorganisationen auf Tutti.ch

2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung Es wurde ein Inserat mit einem „Pet Safe Remote Trainer“ gefunden, das Gerät benutzt aber nur einen für den Hund nicht schmerzhaften Ton und Vibration und ist daher in der Schweiz erlaubt.

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3. Katzen-Inserate Da bei Tutti.ch keine Unterkategorien bei der Kategorie Katzen existieren, wurde über Stichwortsuche in 3 Sprachen nach den entsprechenden Rassen gesucht, wodurch auch Kaufgesuche und Deckkaterangebote und gelegentlich andere Rassen in die Suchresultate eingingen. Es wurden total 113 Inserate von Rassekatzen untersucht, so viel wie pro Rasse vorhanden waren. Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

KamerunInserat

9 0

Fraglich / nicht überprüfbar 23 1

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Versch. Rassekatzen Total

35 1

3 0

0 0

26

3

21

2

0

22 2 15 12

4 0 1 5

14 2 13 5

4 0 1 2

0 0 0 0

113

22 (20 %)

79 (70 %)

12 (10 %)

0

Perser: Zwei sehr seltsame Inserate. Ein Inserent bot eine Katze an, weil sie unsauber sei. Bengal: 1 fragwürdiges Inserat: in diesem Fall wurden drei verschiedene Rassen angeboten, gemäss Website des Anbieters besitzt dieser rund sieben Deckkater und 36 Zuchtkätzinnen der Rassen Bengal, Ocicat und Savannah (Hybriden). 2012 >>> 2013: Verbesserungen in der Seriosität der Inserate Gesamteindruck Katzen: genügend 4. Wildtier-Inserate Inserate total Inserate untersucht Anbieter ID vollständig? Adresse logisch Website bei Züchtern vorhanden? Standort Tier/Anbieter Vollständige Angaben zum Tier Dubioses oder KamerunInserat? Beurteilung nicht möglich Bewilligungs- oder SKNpflichtig? Aquarium mit lebendem Inhalt

Fische 107 100 1 100 0

Reptilien 51 51 0 51 0

Vögel 46 46 0 46 0

Andere 25 2 0 2 0

Nager 192 4 1 4 0

ok, soweit zu beurteilen 20 14

4

1

1

0

0

0

0

0

0 0

0 0

0 0

0 0

3 0

30 von 100 (total 107 Angebote)

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Gesamteindruck

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Meist Angabe Tel.-Nr. und Lokalisation auf Karte, aber Adresse nicht vollständig. Generell wenig Angaben zu Tieren. Relativ viele Aquarien mit Inhalt, davon eines winzig mit 2 grossen Schildkröten (gemeldet), zwei problematische Inserate (1 sehr giftiger Skorpion, aber mit Warnhinweis und ID verlangt), nur 4 Wildtier-Inserate bei der Kategorie Nager (Stachelmäuse, Lemminge).

Die Angaben zu den Anbietern und zu den Tieren sind mangelhaft; wobei die Reptilien- und Fisch-Inserate tendenziell besser abschneiden. Die rudimentären Adressangaben sind grundsätzlich plausibel (Ort und PLZ). Es wurden keine Kamerun-Inserate gefunden und nur wenige Angebote mit SKN-pflichtigen Tieren (Frettchen); diese wie leider meistens ohne entsprechenden Hinweis. Problematisch fielen zwei Angebote auf, einerseits ein sehr giftiger Skorpion (immerhin mit entsprechendem Warnhinweis seitens des Anbieters), sowie ein winziges Aquarium ohne Landteil mit zwei darin schwimmenden, schon relativ grossen Wasserschildkröten (wurde gemeldet). Gesamteindruck: knapp genügend. Sowohl die Angaben zu Tieren und Anbietern könnten besser sein, als auch die Kontrolle über die Art der Angebote. 2012 >>> 2013: Unverändert. Viele Inserate mit mangelhaften Angaben zu Tier und Anbieter. Allerdings konnten keine Kamerun-Inserate mehr gefunden werden. SKN-pflichtige Tiere werden meist ohne entsprechenden Hinweis inseriert. Viele Inserate sind grundsätzlich nicht einschätzbar. Gesamteindruck Wildtiere: knapp genügend 5. Nager- und Vogelkäfige Total untersuchte bzw. gefundene Inserate Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, weil Grössenangaben des Käfigs fehlen. Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager, unter 2400 cm2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein. Käfige mit Tieren angeboten

Nagerkäfige 111 69 Inserate (62 %)

Vogelkäfige 50 25 Inserate (50 %)

31 Inserate (28 %)

16 Inserate (32 %)

11 Inserate (10 %)

9 Inserate (18 %)

14

5

Gesamteindruck Käfige: genügend

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D) Zusammenfassung und Beurteilung Tutti.ch UMFANG BENUTZERFREUNDLICHKEIT Kostenpflicht Übersicht Startseite

Übersicht Tierseite Übersicht Tier-Inserate

Gestaltung/Übersicht Einzelinserat Kategorisierung Suchfunktionen Nützliche Tier-Informationen (Rasseportraits, Bewilligungspflicht, Links zu Informationsseiten, etc.) SICHERHEITSVORKEHRUNGEN Verifizierung Anbieter durch Aktivierungscode Erstregistrierung vor Inserat

AGBs

Datenschutz

Sicherheit

Verbotslisten Bewertungssystem Reglemente INSERIEREN

Im Bereich Tierinserate rund 10'000 Inserate Gut Nein. 60 Tage Gratisinserate. +/-. Erst wird der Kanton oder ganze Schweiz ausgewählt. Es gibt eine App und eine Smartphone Version (wurde nicht geprüft). Es erscheint dann ein Foto, der Kanton, die Kategorie, wieviel Inserate online sind, Suchfunktion nach Preis und Datum. +/- im Vergleich zu anderen Plattformen, diverse Suchfunktionen, Preis, Datum, Zeit, Lokalisation, Angebot/Gesuch, Kategorien (ohne Zubehör etc.) Übersicht sehr gut. Die Navigation innerhalb der Kategorien ist einfach, aber nur bis zu einem Punkt möglich („Katzen“), eine feinere Suche und die Unterscheidung von lebenden Tieren und Tierzubehör muss über Stichworte geschehen. Blättern innerhalb der Suchresultate möglich.+++ Alle Funktionen auf einer Seite, Identitätsangaben oben rechts (gut platziert und strukturiert), praktische Tools (Meldefunktion, Empfehlen, Drucken, Facebook, Kontaktieren, etc.). Es ist nicht möglich, mehrere Inserate des gleichen Anbieters einzusehen. Daher nur: ++ Tiere sind in 8 Kategorien eingeteilt. Keine weiteren Unterkategorien (Zubehör, Tierbetreuung etc.). +/Ja, nach Kantonen, Kategorien, Begriffen, Preis, Datum. Nein – gar nichts! ---

Schlecht Nein. --Ja; ++. Jedes Inserat wird nach Tutti-Regeln vor dem Aufschalten geprüft (Inseratetitel; Text/Beschreibung; Sprachen: nur DE, E, F, I, erlaubt; Bilder und Text muss zum Inseratetitel passen; ein Artikel pro Inserat; ein Inserat pro Artikel; mit Ausnahme von Ferienwohnungen, müssen sich alle im Inserat angebotenen Artikel in der Schweiz befinden. Ja. Inserate für den Kauf und Verkauf bzw. die Nutzung von Tieren sind erlaubt, sofern sie nicht gegen das Schweizer Gesetz sowie die relevanten kantonalen Bestimmungen verstossen. Immerhin gibt‘s Hinweise auf Tiere: ++. Datenschutz relativ gut, persönliche Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben, Inserateinhalte können jedoch von Tutti.ch gespeichert, ausgewertet, bearbeitet, übersetzt und anderweitig publiziert werden. Der Nutzer gibt also seine Rechte am Inhalt der Inserate an Tutti.ch ab. Nutzungsbestimmungen kann man lesen, wenn man will... Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und -adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-MailAdresse und eine Telefonnummer, welche jedoch nicht überprüft wird. Keine Listen. --Nein. --Ja – Regeln, mit Hinweis auf Tiere. ++ Aufsetzen und Bestätigen eines Inserates innert 5 Minuten möglich.

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Laufzeit Warnhinweise Augen auf beim Hundekauf Links zum STS oder anderen TSO, BLV Direkte Verlinkung zu den Websites der Anbieter Meldefunktion Mehrere Inserate vom gleichen Anbieter Gesamteindruck Hunde-Inserate Hundeerziehungshilfsmittel Katzen-Inserate Wildtier-Inserate Nager- und Vogelkäfige

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Das Hochschalten des Inserates dauert 1-3 Tage, da es von Tutti.ch gemäss den Tutti-Regeln überprüft wird. Der Plattformbetreiber überprüft angeblich jedes Inserat, bevor es hochgeschaltet wird, ebenfalls jedes Mal, wenn ein Inserat geändert wird. 60 Tage Nein – keine! --Nein. --Nein. --Nein. --Ja – ohne Registrierung möglich; Art. Nr. des Inserats wird automatisch in die Meldung integriert. +++ Man kann nicht nach Inseraten desselben Nutzers suchen. --ungenügend keine gefunden genügend knapp genügend. genügend

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6. Detaillierte Resultate nicht gesprächsbereite Plattformen (Stichprobe November 2013)

Findix.ch A) Firmenform Firmenform: GmbH Inhaber: GLOBOsapiens GmbH, München, Deutschland

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Keine Einschränkungen bezüglich Tierangebote Sicherheitshinweise Sind vorhanden. Dubiose Inserate können gemäss Sicherheitshinweisen gemeldet werden, gefunden werden kann diese Meldefunktion aber nicht. Man kann Inserate lediglich merken oder als uninteressant markieren, oder allenfalls teilen, oder über das allgemeine Feedbackformular eine Meldung erstatten, aber nicht spezifisch ein Inserat melden. Auszug aus den Hinweisen: Haftungshinweis: Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich. Sämtliche angebotenen Informationen dürfen - auch auszugsweise - nur mit schriftlicher Genehmigung der GLOBOsapiens GmbH weiterverbreitet oder anderweitig veröffentlicht werden. Keinesfalls ist es gestattet, die abgerufenen Informationen online oder auf andere Medien weiterzuverbreiten oder kommerziell zu nutzen! Sicherheitshinweise Schützen Sie sich vor Betrug! Fast alle Betrugsversuche zielen auf Vorkasse ab. Treffen Sie sich mit Ihren Handelspartnern und tauschen Sie Ware und Geld direkt aus. Erkennung von Betrugsversuchen Häufige Betrugsversuche entsprechen folgendem Schema: • Bezahlung über Western Union • Abwicklung über einen unbekannten Treuhandservice • Gebrochenes Deutsch welches aus Übersetzungsprogrammen stammt, bzw. Anfrage auf Englisch • Interessenten/Anbieter aus dem Ausland • Die Ware ist viel zu günstig • Tiere sollen aus dem Ausland versendet werden (häufig Kamerun, England)

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Findix ist stets bemüht, Ihnen das Kaufen und Verkaufen über unsere Plattform so sicher wie möglich zu machen. Um unser Angebot für Sie noch sicherer zu machen, bitten wir Sie, uns in unseren Bemühungen zu unterstützen und verdächtige oder anstößige Kleinanzeigen sofort über den Link „Verstoß melden“, den Sie links in den Details der jeweiligen Anzeige finden, zu melden. Daneben bitten wir Sie, folgende Sicherheitshinweise zu beachten: Der Verkauf findet ausschließlich zwischen Inserent und Käufer statt. Findix übernimmt für die einzelnen Angebote keine Haftung. Die Beurteilung der Vertrauenswürdigkeit von Käufer oder Verkäufer obliegt dem einzelnen Nutzer. Für Käufer und Verkäufer ist die sicherste Art der Verkaufsabwicklung immer die persönliche Übergabe und Zahlung bei Abholung der Ware vor Ort.

Datenschutz Kommunikation zwischen Anbietern und Interessenten nur über Mailsystem von Findix.ch. Server, auf denen die personenbezogenen Daten gespeichert werden, stehen in Deutschland. Folgende Daten werden gespeichert: E-Mail-Adresse, Anmeldedaten, Seitenaufrufe, Datenverkehr zu und von Findix, IP-Adressen der Nutzer und Standard-Internetprotokolldaten. Personendaten werden nicht an Dritte weitergegeben ausser in einem Rechtsverfahren. Gerichtsbarkeit ist in Deutschland. Allerdings sammelt Google mit AdSense Anzeigen auf der Website ebenfalls Daten zur Nutzung der Website, die dann in den USA verarbeitet werden (angeblich, ohne diese Daten mit der Nutzer-IP in Verbindung zu bringen). Ebenfalls nutzt Findix Google Analytics. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Plattform duzt ihre Nutzer. Kategorien und Unterkategorien sowie eine Suchfunktionen sind gegeben, es kann aber nicht nach weiteren Inseraten desselben Anbieters gesucht werden. Auf Inseraten angegeben wird nur: • Allenfalls Telefonnummer des Inserenten, lange nicht überall. • Kontakt über Mailformular der Plattform (immer) • Preis • Region, wobei hier nicht überprüft wird, ob dies übereinstimmt: Nutzer mit deutscher Telefonnummer können hier einen beliebigen CH-Standort angeben. • Es ist für Interessenten nicht überprüfbar, ob diese Angaben stimmen. Ganz mühsam ist die Masse und Platzierung von Werbung auf dieser Plattform. GoogleAnzeigen werden innerhalb der Inserate platziert, zwischen Text, Foto und Kontaktformular. Das verwirrt und macht die Plattform sehr unübersichtlich. Ricardolino.ch und anibis.ch schalten bei Findix.ch zuoberst via Google Inserate und verweisen auf ihre eigenen Plattformen. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Auf der Titelseite steht „geprüfte Kleinanzeigen“. Was geprüft wird, wird nicht klar. 95


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Telefonnummern der Inserenten werden erst angezeigt, wenn man selber als Nutzer registriert ist. Dazu muss man eine funktionierende E-Mail-Adresse haben, da man einen Aktivierungscode erhält. Telefonnummern kann man offenbar bestätigen, allerdings nicht beim Registrieren, sondern erst beim Schalten des ersten Inserates.

C) Stichprobe der Inserate Findix.ch 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen (von 501 auf 770). Die Verkäuferidentität wird grösstenteils nicht preisgegeben 8 von 10 inserieren mit Pseudonymen unter Angabe des Ortes. Nur 2 von 10 Inserenten geben ihre Telefonnummern an). Fast alle geben zu den Hundeangeboten auch Preise an – ein Angebot ist gratis. Störend ist die Häufung von Angeboten aus den Rasselisten ohne jedwede Hinweise darauf, dass für die Haltung dieser Hunde kantonal unterschiedliche Bedingungen und Anforderungen bestehen. Zudem werden die Hunde mit Preisvorstellungen von CHF 2‘500.– bis CHF 3‘000.– übermässig teuer angeboten. Keins der Inserate konnte als seriös eingestuft werden, 2 sind fraglich und 8 wurden als unseriös klassifiziert. 2012 >>> 2013: Keine Verbesserungen zum Vorjahr. Gesamthaft unverändert schlecht. Gesamteindruck Hunde: schlecht 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate Total ca. 240 Katzen-Inserate, sehr wenige neue Inserate, nur eine Handvoll neue pro Monat. Alte Inserate bleiben Monate auf dem Portal. Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

Nieten*

0 1

Fraglich / nicht überprüfbar 3 4

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

19 9

6 1

1 2

22 18 3 12 83

1 1 0 1 4

5 7 2 4 25

1 1 1 3 13

3 1 0 2 9

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

2012 >>> 2013: Verschlechterung gegenüber 2012 Gesamteindruck Katzen: ungenügend

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4. Wildtier-Inserate Inserate teilweise seriös, mit Telefonnummer und Namen Anbieter und in korrektem Deutsch. Aber auch viele Inserate mit ungenügenden Angaben (schwer einzuschätzen); relativ viele kommerzielle Züchter, die Versand grösserer Bestellungen anbieten. Vereinzelte Kamerun-Inserate, v.a. bei den Aras. 2012 >>> 2013 Unverändert. Gesamteindruck Wildtiere: Immer noch „knapp genügend“ 5. Nager- und Vogelkäfige Total 10 Inserate untersucht -

-

Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt: 2 Inserate Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, beispielsweise weil Grössenangaben des Käfigs fehlen: 1 Inserate Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager oder unter 2400 cm 2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein: 2 Inserate Bei 5 Inseraten wurden Käfige mitsamt Tieren angeboten, in den meisten Fällen ist nicht überprüfbar, ob die Käfige gesetzeskonform sind.

Gesamteindruck Käfige: ungenügend

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Findix.ch Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate bescheiden, viele veraltete Inserate Benutzerfreundlichkeit: gering, unübersichtlich, viel Werbung Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. Allerdings ist der Datenschutz gemäss AGBs gewährleistet, die Plattform gibt die Daten der Inserenten nicht an Dritte weiter. Verifizierung Anbieter: nur e-Mail-Adresse Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 1 Minute möglich. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt angeblich Überprüfung vor dem Hochschalten. Kontrollinstanzen: Es besteht keine spezifische Funktion zur Meldung dubioser Inserate, nur ein allgemeines Feedbackformular. Laufzeit der Inserate: Unbeschränkt, viele veraltete Inserate. Gesamteindruck:

schlecht bis knapp genügend

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Fundort.ch A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

GmbH IT Hub GmbH, Zürich

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Keine Einschränkungen bei Tierinseraten. Sicherheitshinweise Es sind unter dem Register „Hilfe“ einige Warnungen vor Betrugsversuchen platziert. Es besteht die Möglichkeit, dubiose Inserate zu melden. Datenschutz Es sind keine spezifischen Datenschutzinformationen verfügbar. Unter den AGB’s steht zwar „Unsere weiteren Bedingungen siehe >>("Rechtshinweis").“, aber dieser Link existiert nicht. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Benutzung relativ einfach, es kann mittels Kategorien und Unterkategorien, Regionen, Angebotsarten oder nach Stichworten recht gezielt gesucht werden, da die Plattform aber nur wenige Anzeigen hat, ist eine solche Suche oft gar nicht nötig. Unpraktisch ist, dass innerhalb eines Suchresultates oder einer Kategorie nicht von Inserat zu Inserat geblättert werden kann, man muss jeweils mit dem Back-Button wieder auf die Liste zurück. Ebenfalls springt bei Anwählen einer Kategorie die Site immer wieder nach oben, man muss also dauernd nach unten scrollen. Störende Werbung wird zwischen oder oberhalb des Inseratetextes geschaltet und farblich kaum davon abgehoben, häufig verklickt man sich und landet bei den Anzeigen. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Man muss sich zum Schalten eines Inserates nicht registrieren und benötigt bloss eine funktionierende E-Mail-Adresse. Regionen sind auf einige europäische Länder beschränkt, kann frei gewählt werden, wird nicht überprüft.

C) Stichprobe der Inserate Fundort.ch Total nur 89 Tierinserate, also sehr kleine Plattform. 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen (von 11 auf 40). Die Verkäuferidentität wird von keinem der 10 Inserenten preisgegeben – ebenso die Hälfte der Telefonnummern nicht. Alle Inserate sind mit Kanton oder Bundesland gekennzeichnet – aber ohne nähere Angaben wie Ortschaft und Postleitzahl. Alle Inserenten machen zu den Hunden Preisangaben – jedoch werden Hunde auch zu Fixpreisen von 98


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CHF 100.– bis CHF 250.– angeboten, was für Rassehunde in der Schweiz kaum realistisch ist. Je zwei Inserate konnten als seriös bzw. fraglich eingestuft werden – sechs hingegen als unseriös. 2012 >>> 2013: Im Vergleich zum Vorjahr kann ein leichte Verbesserung hinsichtlich der Seriosität der Hunde-Inserate beobachtet werden. Gesamthaft aber ungenügend. Gesamteindruck Hunde: ungenügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate Total 9 Katzen-Inserate, alle untersucht 2 Niete (Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen) 0 seriös / überprüfbar ; 4 fragwürdig / nicht überprüfbar ; 3 unseriös 2012 >>> 2013 Kein Vergleich möglich, da 2012 nicht beurteilt Gesamteindruck Katzen: ungenügend 4. Wildtier-Inserate Nur wenige Tierinserate. Teilweise Massensendungen und Rabatte im Angebot. Meiste Inserate mit mangelhaften Angaben. Einzelne, seriöse Liebhaber-Zuchten mit z.T. freiwillig genannten Kontaktdetails. Angebote von Chamäleons aus Wildfang-Abstammung und von SKN-pflichtigen Vögeln ohne entsprechende Hinweise. Viele Inserate stammen aus Deutschland. 2012 >>> 2013: unverändert. Gesamteindruck Wildtiere: Immer noch ungenügend 5. Nager- und Vogelkäfige Keine Inserate

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Fundort.ch Umfang, Angebot: Benutzerfreundlichkeit: Sicherheit & Datenschutz: Verifizierung Anbieter: Inserate schalten: Kontrollinstanzen: Laufzeit der Inserate:

im Bereich Tierinserate sehr bescheiden passabel Sicherheit gering nur E-Mail-Adresse inkl. innert 1 Minute möglich. Inserateinhalt beliebig. Es besteht eine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Beschränkt auf 3 Monate, kann um 1 Monat verlängert werden.

Gesamteindruck:

ungenügend, betrifft aber auch nur sehr wenige Tierinserate.

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Gratis-Anzeigen.ch A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

? Felix Cadonau, Siebnen

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Rudimentär, keine speziellen Angaben bezüglich Tierinseraten. Es handelt sich nicht um richtige AGBs, sondern eher um eine FAQ. Ein Hinweis besagt „Die Herausgeber sind nicht verantwortlich fuer Herkunft, Inhalt und Qualitaet der in den Anzeigen publizierten Waren oder Dienstleistungen. Sie behalten sich vor, Anzeigen zu loeschen, deren Inhalt gegen Gesetz und Voelkerrecht verstoesst oder dem Charakter dieser Plattform schadet...“ Sicherheitshinweise Sind rudimentär vorhanden. Es besteht die Möglichkeit, dubiose Inserate zu melden. Datenschutz Keine Angaben Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Benutzung simpel, es können nur grobe Kategorien durchsucht werden, keine Stichwortsuche. Unpraktisch ist, dass innerhalb eines Suchresultates oder einer Kategorie nicht von Inserat zu Inserat geblättert werden kann, man muss jeweils mit dem Back-Button wieder auf die Liste zurück. Dafür kann man die Kategorie jeweils sortieren. Die Plattform wirbt oberhalb jedes Inserates für sich selbst, andere Werbung ist diskreter unter den Inseraten platziert. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Zum Schalten von Inseraten ist eine Registrierung mit Postadresse und E-Mail notwendig, wobei ein Zusammenstimmen der gemachten Adressangaben nicht überprüft wird (falscher Kanton, falsche Postleitzahl, erfundene Kombination möglich), man braucht die Angaben über E-Mail nicht einmal zu bestätigen, d.h. auch die angegebene E-Mail kann falsch sein.

C) Stichprobe der Inserate Gratis-Anzeigen.ch 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr etwas gestiegen (von 28 auf 35). Es sind aber nur 6 aktuelle Inserate geschaltet (Juni - November 2013). Die Verkäuferidentität ist zum Teil durch Namensangabe gegeben – allerdings geben nur zwei 100


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Anbieter ihre Telefonnummern an. Die Inserate kommen hälftig aus Deutschland und der Schweiz. Nur 1 Inserat konnte als seriös eingestuft werden, zwei waren fraglich und drei klar nicht seriös. Im Vergleich zum Vorjahr keine Kamerun-Inserate. 2012 >>> 2013: Keine wesentlichen Verbesserung zum Vorjahr. Gesamthaft unverändert ungenügend. Gesamteindruck Hunde: ungenügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate Total 15 Katzen-Inserate, alle untersucht 2 Niete (Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen) 7 seriös / überprüfbar (mit Postadresse und teilweise Festnetztelefon) 3 fragwürdig / nicht überprüfbar (alles Inserate aus Deutschland) 3 unseriös 2012 >>> 2013 gleich geblieben Gesamteindruck Katzen: ungenügend 4. Wildtier-Inserate Nur wenige Tierinserate, davon viele „Suche“ statt „Biete“, und vor allem Zubehör. Im Exoten-Bereich nur noch ganz wenige lebende Tiere im Angebot, meist Verzichttiere der Arten Agamen, Leopardgecko, Kornnatter, Wellensittich. 2012 >>> 2013 Inserate mit lebenden Tieren sind weniger geworden. Gesamteindruck Wildtiere: genügend 5. Nager- und Vogelkäfige Keine Inserate

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Gratis-Anzeigen.ch Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate sehr bescheiden Benutzerfreundlichkeit: gering Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht nicht mal eine funktionierende E-Mail-Adresse. Datenschutz und AGBs sehr rudimentär. Verifizierung Anbieter: keine Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 1 Minute möglich. Vor- und Nachname, PLZ/Ort, Kanton, E-Mail. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt keine Überprüfung vor dem Hochschalten. 101


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Kontrollinstanzen: Es besteht eine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Laufzeit der Inserate: Nicht beschränkt, Inserate teils mehrere Jahre alt! Gesamteindruck:

ungenügend (Hunde) bis genügend (Wildtiere). Bei (ehrlicher) Angabe der Postadresse und ausreichendem Inserateinhalt durch den Inserenten gut.

Pluspunkt:

Bei vielen Inseraten gibt der Anbieter seine Postadresse und teils auch eine Festnetznummer an. Die Plattform überprüft zwar nicht die Richtigkeit, aber der Interessent könnte dies immerhin selber tun.

Inserate-Schweiz.ch A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

GmbH Movetec, Würenlos

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Sind keine auffindbar, ebensowenig ein Impressum. Sicherheitshinweise Sind keine auffindbar. Datenschutz Es sind zwar zwei Links „Datenschutzinfo“ vorhanden, diese führen aber zu Google AdSense. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Zwischen die Kategorien der Plattform werden immer wieder Google Adsense Links platziert, so dass es für den Nutzer unklar ist, was jetzt zur Plattform gehört und was nicht. Resultat: Viele Fehlklicks auf Werbesites. Ebenfalls sehr störend sind die vielen Popup-Webefenster. Innerhalb der Grobkategorien („Katzen“, „Nager“) ist keine Feinsuche nach Unterkategorien (z.B. nach Rassen oder Zubehör) möglich, es gibt bloss eine allgemeine Stichwortsuche. Sucht man nach einem Stichwort, z.B. „Perser“, bekommt man zwar eine Liste mit Suchresultat, wählt man aber ein einzelnes Inserat an, so ist es anschliessend nicht mehr möglich, zum nächsten Ergebnis in der Liste der Suchresultate zu springen, ja funktioniert nicht einmal der „zurück“-Link beim Inserat, und auch der Back-Button des Browsers funktioniert nicht, man landet in einer Schlaufe und immer wieder auf dem selben Inserat. Navigation also extrem mühsam! Es kann nicht nach weiteren Inseraten desselben Anbieters gesucht werden.

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Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Registrierung und Inserateschalten geht in einem. Man braucht lediglich einen Namen, ein Passwort und eine E-Mail-Adresse einzugeben sowie einen Titel und den Text des Inserates. Wohnort, Adresse und Telefonnummer sind freiwillig.

C) Stichprobe der Inserate Inserate-Schweiz.ch Umfang der Plattform 5152 Tierinserate, davon Katzen 639, 53 Nager und 239 Vögel. Es wird nicht zwischen lebenden Tieren und Tierzubehör unterschieden. Die Inserate sind teils mehrere Jahre alt. 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr noch mehr angewachsen (von 3308 auf 3772) – allerdings war schon letztes Jahr festzustellen, dass die Seite nicht gut aufgeräumt und aktualisiert wird und trotz der hohen Inserate-Anzahl nur ein kleiner Teil tatsächlich aktuell ist. Die Verkäuferidentität wird bei 8 von 10 Inseraten nicht preisgegeben – jedoch sind die Telefonnummern veröffentlicht. Die Hälfte der Inserate kommt aus Deutschland mit Angabe der Ortschaft und der Postleitzahl und die anderen 5 Inserate wurden von Tierhilfeorganisationen geschaltet. Weiter ist auffallend, dass 9 von 10 Inseraten keine Preisangaben hatten. Kein Inserat konnte als seriös eingestuft werden, drei sind fraglich und sieben nicht seriös. 2012 >>> 2013: Keine Verbesserungen zum Vorjahr. Gesamthaft unverändert ungenügend. Gesamteindruck Hunde: ungenügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate gefunden 3. Katzen-Inserate Es fällt die hohe Zahl Inserate für angebliche Tierschutzkatzen auf die alle DRINGEND einen Platz suchen. Rassekatzen-Inserate sind eher wenige zu finden. Rasse Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

Total Inserate 16

Seriös / überprüfbar 0

Fraglich/ nicht überprüfbar 7

Unseriös / Fragwürdig 4

Nieten *

6

0

6

0

1 (HaarverlängerungsWerbung) 0

2 7 1 19 51

0 0 0 0 0

2 3 1 6 25

0 2 (Kamerun) 0 4 (Kamerun) 10

0 0 0 0 1

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen 103


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2012 >>> 2013: gleich geblieben Gesamteindruck Katzen: schlecht 4. Wildtier-Inserate Ein wahrer „Müllhaufen“ an dubiosen Tierinseraten! Immer noch sehr viele Kamerun-Inserate, vor allem bei Papageien. Dubiose Massentierhändler kaum von Kamerun-Anbietern zu unterscheiden. Sogar noch klassische Kapuziner-Inserate vorhanden. Dazwischen einzelne Hobbyzüchter und Verzichttiere. 2012 >>> 2013: unverändert Gesamteindruck Wildtiere: ungenügend 5. Nager- und Vogelkäfige Nur ein Angebot gefunden (Käfig mitsamt Tier), Gesetzeskonformität nicht überprüfbar.

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Inserate-Schweiz.ch Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate mittelmässig Benutzerfreundlichkeit: gering, unübersichtlich Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-MailAdresse. AGB und Datenschutzinformationen sind nicht auffindbar. Verifizierung Anbieter: nur E-Mail-Adresse Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 1 Minute möglich. Vor- und Nachname, PLZ/Ort, Telefon und Inserateinhalt beliebig, es erfolgt keine Überprüfung vor dem Hochschalten. Kontrollinstanzen: Es besteht keine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Laufzeit der Inserate: Nicht beschränkt, Inserate teils mehrere Jahre alt Gesamteindruck:

schlecht bis ungenügend, einige Kameruninserate

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Kijiji.ch A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

? Marktplaats B.V., Holland; Kijiji gehört zur Unternehmensgruppe Ebay Inc.

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Bei den Grundsätzen führt Kijiji.ch auf, dass "Die folgenden Gegenstände oder Dienstleistungen sind grundsätzlich verboten oder dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen angeboten werden: 11. Lebende Tiere, Produkte aus und Präparate von geschützten Tier- und Pflanzenarten" In Gegensatz zu seinen Grundsätzen werden auf kijiji.ch sehr wohl sehr viele Tiere angeboten. Die Frage ist: Warum überhaupt das Angebot von Tieren verbieten und sich dann selber nicht an die eigenen Grundsätze halten? Diese Grundsätze sind offenbar gar nichts wert. Sicherheitshinweise Sind vorhanden. Es besteht aber keine Möglichkeit, dubiose Inserate zu melden. Kijiji rät, soviel wie möglich über den Anbieter in Erfahrung zu bringen: „Bringen Sie soviel wie möglich über das jeweilige Angebot und den Verkäufer in Erfahrung: Überprüfen Sie, mit wem Sie handeln wollen, indem Sie die angegebenen Kontaktdaten wie den Namen der Person, die Adressdaten und die Telefonnummer überprüfen.“ Da Kijiji aber weder eine Telefonnummer noch eine Postadresse von Inserenten verlangt, hat der Interessent häufig gar keine Möglichkeit, diese Überprüfung überhaupt durchzuführen. Es ist immerhin möglich, dubiose Inserate zu melden. Datenschutz Informationen sind unter „Hilfe“ zu finden. Datenschutz richtet sich nach der niederländischen Gesetzgebung, die für Deutschsprachige natürlich nicht einsehbar ist. Die Server befinden sich in USA und EU. Kijiji.ch speichert folgende personenbezogenen Daten: • •

E-Mail-Adresse, Adresse und finanzielle Informationen Anmeldedaten, Statistiken zu Seitenaufrufen, Datenverkehr, Werbedaten, IP-Adressen der Nutzer und Standard-Internetprotokolldaten.

Personenbezogene Daten würden ohne die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers nicht für Marketingzwecke an Dritte übermittelt, schreibt die Plattform. Personenbezogenen Daten würden aber gemeinsam mit Tochterunternehmen und anderen mit der eBay Inc. verbundenen Unternehmen wie zum Beispiel eBay und PayPal verwendet und mit anderen Service-Providern geteilt, die von Kijiji.ch beauftragt sind.

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Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Kijiji.ch ist sehr übersichtlich gestaltet, es wird zwar Werbung geschaltet, welche aber unten und am Rand des Fensters wenig stört. Es gibt zwar Kategorien und Unterkategorien („Tiere“ > „Katzen“), aber keine weitere Aufteilung, beispielsweise nach Rassen. Es fehlt ebenfalls eine Unterkategorie für Tierzubehör. Es kann über eine Stichwortsuche gesucht werden, anschliessend aber in der Ergebnisliste nicht von Inserat zu Inserat geblättert werden – man muss immer wieder zurück zur Liste. Dasselbe ist der Fall, wenn man sich innerhalb einer Kategorie befindet: Blättern von Inserat zu Inserat ist nicht möglich, es braucht den Umweg über die Liste. Sehr unpraktisch ist, dass die Mehrzahl der Inserate auf der Liste mit einem Standort in der Schweiz dargestellt wird, anschliessend im Inserat aber meistens ein Standort in Deutschland. Da fühlt sicher der Nutzer verschaukelt und leicht betrogen... Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Es gibt zwei Möglichkeiten, bei Kijiji.ch Inserate zu schalten: Entweder direkt, wobei man Art des Angebots (Bieten/Suchen), Preis (auch „zu verschenken“), Titel, Text, Standort (Nähe Basel, ZH, Bern, etc...) sowie eine Adresse eingeben muss. Diese kann jedoch erfunden sein, sie wird nicht überprüft. Einzig die E-Mail-Adresse muss stimmen, da man das Inserat darüber bestätigen, später auch bearbeiten oder löschen muss. Die zweite Möglichkeit ist, sich auf Kijiji.ch zu registrieren, dafür benötigt werden E-Mail und selbstgewähltes Passwort sowie ein Benutzername. In beiden Fällen wird man nicht einmal aufgefordert, den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung zuzustimmen: Indem man ein Inserat veröffentlich, wird dies automatisch als Zustimmung gewertet: „Indem Sie Ihre Anzeige veröffentlichen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen und unserer Datenschutzerklärung einverstanden.“

C) Stichprobe der Inserate Kijiji.ch Umfang der Plattform Total 201 Tierinserate in der Schweiz. 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr massiv gesunken (von 502 auf 84), woraus zu vermuten ist, dass entweder strengere Regeln bzw. bessere Filter beim Aufschalten der Inserate angewendet werden – oder aber, dass die Inserateseiten besser gepflegt und nicht mehr aktuelle Inserate schneller aussortiert werden. Auffallend ist, dass 8 von 10 Inseraten keine Preisangaben hatten oder die Tiere „gratis“ abgegeben werden und die Hälfte der Inserate von deutschen Anbietern kam – obwohl die Inserate mit Schweizer Adress-Angaben versehen sind. Zudem gibt es für die ersten 10 Inserate keine Verkäuferidentität. Kein Inserat konnte als seriös eingestuft werden, drei sind fraglich und sieben nicht seriös. 106


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2012 >>> 2013: Einzige Verbesserung zum Vorjahr: Keine Kamerun-Inserate. Gesamthaft aber ansonsten unverändert ungenügend. Gesamteindruck Hunde: ungenügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate gefunden 3. Katzen-Inserate Total 69 Katzen-Inserate, die zum Grossteil nicht als seriös eingestuft werden können, und zwar weil Kijiji.ch angibt, diese Inserate seien in der Schweiz aufgegeben worden, aber kaum eines stammt aus der Schweiz, die meisten haben eine Adresse in Deutschland! Das liegt am System von Kijiji.ch, das vom Inserenten verlangt, anzugeben, ob sein Standort in der Nähe von Bern, Zürich oder Basel sei. Deutsche Inserenten wählen dann ziemlich willkürlich und somit sind nicht nur Friedrichshafen (was noch einleuchten würde), sondern auch Karlsruhe oder Berlin... Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

Nieten*

1 0

Fraglich / nicht überprüfbar 9 0

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

23 0

9 0

0 0

1

0

0

1

0

5 0 1 30

0 0 0 1

4 0 2 15

1 0 0 11

0 0 0 0

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

2012 >>> 2013: gleich geblieben Gesamteindruck Katzen: schlecht 4. Wildtier-Inserate Ein „Gruselkabinett“ von Tierinseraten! Einzelne Angebote aus Deutschland von Arten, die in der Schweiz bewilligungspflichtig sind, z.B. Wickelbären – ganz ohne entsprechenden Hinweis! Angaben zu Tieren allgemein völlig ungenügend, Anbieter sehr anonym. Viele Kamerun-Inserate. 2012 >>> 2013: Unverändert oder sogar schlechter Gesamteindruck Wildtiere: ungenügend 5. Nager- und Vogelkäfige Keine Inserate gefunden 107


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D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Kijiji.ch Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate eher klein Benutzerfreundlichkeit: passabel Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. Der Nutzer soll gemäss Kijiji.ch selber die Richtigkeit der Inserentenangaben überprüfen, was meist nicht möglich ist. Bezüglich Datenschutz ist wenig zu erfahren. Verifizierung Anbieter: nur E-Mail-Adresse Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 1 Minute möglich. Vor- und Nachname, PLZ/Ort, Kanton. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt keine Überprüfung vor dem Hochschalten. Kontrollinstanzen: In seinen Grundsätzen (nicht AGB) verbietet Kijiji.ch, Tiere zu inserieren, hat aber für Tierinserate eigene Rubriken und widerspricht sich somit selber. Laufzeit der Inserate: Laufzeitbeschränkung? Inserate sind alle vom gleichen Jahr, nicht veraltet. Gesamteindruck:

schlecht bis ungenügend, problematisch sind insbesondere die Diskrepanzen zwischen den verschiedenen Standortangaben und zwischen Grundsätzen (keine Tierinserate) und Praxis.

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Locanto.ch A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

GmbH Yalwa GmbH, Wiesbaden, Deutschland

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Es sind keine als AGB deklarierten Informationen vorhanden, Locanto nennt diese „Grundsätze“. Dort verbietet Locanto das Anbieten von geschützten Tieren und Produkten aus ihnen. Sicherheitshinweise Sind vorhanden. Locanto hat eine Art Sicherheits-Blog, der recht attraktiv aufgemacht ist. darauf sind Informationen zu Betrug zu finden, aber keine zum Handel mit Tieren. Es besteht die Möglichkeit, dubiose Inserate zu melden, die möglichen Meldegründe sind aber so eingeschränkt, dass man beispielsweise ein typisches Kamerun-Betrugsinserat gar nicht melden kann: • • •

Falsche Rubrik: Diese Anzeige ist in der falschen Rubrik oder Stadt geschaltet Spam: Diese Anzeige wurde mehrfach geschaltet oder beinhaltet nur Links zu kommerziellen Webseiten Nicht erlaubt: Diese Anzeige verstösst gegen die Nutzungsbedingungen von Locanto

Datenschutz Sind vorhanden. Die Server von Yalwa stehen in der EU. Es werden folgende personenbezogenen Daten erfasst und gespeichert: • •

E-Mail-Adresse, Adresse und finanzielle Informationen. Anmeldedaten, Statistiken zu Seitenaufrufen, Datenverkehr, Werbedaten, IP-Adressen der Nutzer und Standard-Internetprotokolldaten.

Locanto.ch gibt personenbezogene Daten ohne Einverständnis des Nutzers nicht weiter, weist aber auf Sicherheitslücken beim Datenverkehr im Internet hin. Locanto.ch nutzt aber Google AdSense, Google Analytics bzw. Cookies, dh. IP-Adressen werden durchaus (angeblich anonymisiert) auch auf US-Servern gespeichert. Die Plattform weist darauf hin, wie man verhindern kann, dass dies geschieht (bisher einzige Plattform, die das tut): „Sie können darüber hinaus die Erfassung der durch das Cookie erzeugten und auf Ihre Nutzung der Website bezogenen Daten (inkl. Ihrer IP-Adresse) an Google sowie die Verarbeitung dieser Daten durch Google verhindern, indem sie das unter dem folgenden Link verfügbare Browser-Plugin herunterladen und installieren: http://tools.google.com/dlpage/gaoptout?hl=de.“

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Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Das System von Locanto.ch, zuerst die Region stark einzugrenzen, und erst dann eine Stichwort- oder Kategoriensuche zuzulassen, ist mühsam, man muss sich etwas durchklicken, bis man wenigstens mal Inserate für die ganze Schweiz zu einer Kategorie, z.B. Perserkatzen, bekommt. Da es, je weiter man den Standort einschränkt, desto weniger Inserate zu einem Suchbegriff gibt, ist diese Suchstrategie nicht zielführend. Die Plattform ist stark durchmischt mit kommerziellen Angeboten, die teils in gleicher Aufmachung zwischen die Inserate privater Anbieter geschaltet werden und jedes Inserat oben und unten einschliessen. Es ist schwierig, sich im Werbungsdschungel zurechtzufinden und darin die Inserate zu suchen. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Zum Schalten eines Inserates ist es nur notwendig, Anzeigenart (Angebot oder Suche, privat oder gewerblich), Titel, Text, einen Ort und eine E-Mail-Adresse anzugeben. Es wird dabei nur die Existenz des angegebenen Ortes überprüft.

C) Stichprobe der Inserate Locanto.ch Umfang der Plattform Angeblich 1650 Inserate im Bereich Haustiere. Woher diese alle kommen, fragt man sich, wenn man die extrem wenigen Inserate für Katzen und die 71 Hunde-Inserate anschaut. Wahrscheinlich rechnet die Plattform auch Angebote aus dem Ausland dazu, obwohl die Zahl bei Locanto.ch publiziert ist. 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr etwas gesunken (von 92 auf 71). Auffallend ist, dass die Hälfte der Inserate keine Preisangaben hatte oder die Tiere „gratis“ abgegeben werden. Die Verkäuferidentität ist nicht gegeben und es erscheinen auch keine Telefonnummern in den Inseraten. Die einzige Kontaktmöglichkeit ist ein anonymisiertes E-Mail-Formular. Bei nur zwei Inseraten wurde der Ort angegeben, bei nur einem Ort und Postleitzahl. 2 von 10 Inseraten waren sogenannte Kamerun-Inserate (7 von 92 im 2012). Alle 10 Inserate wurden als nicht seriös eingestuft. 2012 >>> 2013: Keine Verbesserung zum Vorjahr und immer noch Kamerun-Inserate. Gesamthaft unverändert schlecht. Gesamteindruck Hunde: schlecht 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate gefunden

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3. Katzen-Inserate Total nur 12 Katzen-Inserate, davon überprüft die vorhandenen Rassekatzen-Inserate Maine Coon (2), Perser (0), BKH (4), Sphynx (0), Norwegische Waldkatze (0); Bengal (0). 0 Niete (Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen) 1 seriös / überprüfbar / 5 fragwürdig/nicht überprüfbar / 0 unseriös 2012 >>> 2013: gleich geblieben Gesamteindruck Katzen: ungenügend 4. Wildtier-Inserate Im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr Verzichttiere und Hobbyzüchter-Inserate mit teils mehr, teils weniger Informationen zu den Tieren. Relativ viele Hobbyzüchter von Ziervögeln und „Suche“-Inserate. Einzelne Aquarien mit Inhalt. Kamerun-Inserate waren nicht mehr anzutreffen. 2012 >>> 2013: leicht verbessert Gesamteindruck Wildtiere: knapp genügend 5. Nager- und Vogelkäfige Keine Inserate gefunden

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Locanto.ch Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate in der Schweiz sehr bescheiden Benutzerfreundlichkeit: gering, unübersichtlich Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. Datenschutz durch Nutzung von Google-Diensten fraglich. Verifizierung Anbieter: nur E-Mail-Adresse Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 1 Minute möglich. Es wird nur die Existenz des angegebenen Standortes überprüft, aber nicht verifiziert. Kontrollinstanzen: Es besteht eine Funktion zur Meldung dubioser Inserate, die Meldegründe schliessen aber unseriöse oder betrügerische Inserate (Kamerun) gar nicht ein. Laufzeit der Inserate: Beschränkt auf 2 Monate. Gesamteindruck:

schlecht bis knapp genügend, betrifft aber auch nur sehr wenige Tierinserate.

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Markt.ch (= Markt.de, Bodenseeregion) A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

GmbH, Handelsregister München: HRA 86724 markt.de GmbH & Co. KG, Nymphenburger Straße 14, D- 80335 München

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Es sind keine als AGB deklarierten Informationen vorhanden, Markt.de nennt diese „Nutzungsbedingungen“. Darin sind u.a. folgende Informationen zu finden: Nutzer verpflichten sich, die nachfolgend aufgeführten Grundsätze einzuhalten. Diese erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nutzer sind selbst für Ihr Handeln auf markt.de verantwortlich. Bitte achten Sie auf die geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Strengstens einzuhalten sind insbesondere:

• •

Bestimmungen des Tierschutzgesetzes (entspr. Link führt auf das deutsche Tierschutzgesetz) Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Heimtieren

Unzulässige Gegenstände • Geschützte Tier- und Pflanzenarten oder deren Präparate, ohne Dokumentation der Legalität (z.B. CITES-Bescheinigung - mit Link auf Plattformeigene, ziemlich ausführliche Informationen über CITES) sowie Zuchtnachweis, die in die Anzeige gut lesbar als Bild einzubinden sind. Artikel aus Elfenbein sind generell unzulässig. Tieranzeigen - Unzulässige Inhalte sind: • Versand lebender Haustiere • Geschützte Tierarten und deren Präparate, s. oben "Unzulässige Gegenstände ohne Dokumentation der Legalität (z.B. CITES-Bescheinigung)" • Tiere mit folgenden chirurgischen Eingriffen: • kupiertem Schwanz (Ausnahme bei jagdlicher Nutzung nach § 6 TierSchG), • kupierten Ohren, • durchtrennten Stimmbändern, • entfernten Krallen oder Zähnen. • Im Ausland befindliche Tiere • Säugetiere als "Lebendfutter" • Ohne Genehmigung der zuständigen Behörde nach §11 Tierschutzgesetz betriebenes gewerbsmäßiges Züchten, Halten oder Handeln mit Tieren. • Das Anbieten unterschiedlichster Arten und Gattungen oder in großen Zahlen, das einer artgerechten Haltung und Übergabe widerspricht • Abgabe von Säugetieren, die jünger als acht Wochen sind (dies betrifft auch Kaninchen, das empfohlene Mindestalter für andere Kleinsäuger finden Sie hier). Das empfohlene Abgabedatum bei Welpen und Katzenkindern beträgt 12 Wochen (mehr zu Alter bei Hunden und Katzenalter hier). • Abgabe von Tieren an Personen unter 16 Jahren ohne ausdrückliche Zustimmung der Eltern oder deren gesetzlichen Vertretern • Tierheim/Tierschutzorganisation ohne vollständigen Titel und Anschrift der Organisation • Hundepensionen ohne amtliche Erlaubnis

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Sicherheitshinweise Sind im Footer vorhanden. Markt.de hat recht ausführliche Sicherheitshinweise, auch zum Kauf von Tieren: Bei markt.de kann jeder ohne Registrierung Kleinanzeigen kostenlos inserieren. Anzeigen bei markt.de werden nach Bestätigung der E-Mailadresse auf Auffälligkeiten sowie stichprobenartig geprüft. Nur bei Inserenten mit Prüfsiegel wurden auch die Adresse bzw. Kontodaten von markt.de überprüft. Bitte beachten Sie daher beim Kauf über Kleinanzeigen folgende Sicherheitshinweise: • • • •

Überprüfen Sie die Kontaktdaten des Verkäufers (Name, Adresse, Telefonnummer im Festnetz) auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Lassen Sie sich eine genaue Beschreibung des Angebots geben, falls der Anzeigentext Ihnen nicht ganz ausführlich erscheint. Nutzen Sie beim Kauf von Privat das allgemeine Kaufvertragsmuster hier (mit Link zu MusterKaufvertrag). Bei Haustieren vermeiden Sie Lieferangebote und besuchen Jungtiere beim Muttertier vor Ort. Lesen Sie weitere Sicherheitshinweise beim Hundekauf hier (Link zu ausführlicheren, plattformeigenen Informationen zu Hundeinseraten).

Datenschutz Sind vorhanden, ebenfalls Informationen dazu, wie man Cookies ausschalten kann. Die Plattform hat einen eigenen Datenschutzbeauftragten. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Startseite ist unübersichtlich, mit diversen Fenstern und vor allem einer zentral platzierten animierten externen Werbung. Die Kategorieneinteilung und Suchfunktionen sind gut, allerdings wird das Browsen in den Resultaten erschwert durch unberechenbares, automatisches Hochspringen des Suchfensters und plötzliches Erscheinen von zusätzlichen Werbezeilen, die zu häufigen Fehlklicks führen. Unruhige Website, bei deren Gebrauch einem schnell übel werden kann. Es kann zudem nicht in den Suchresultaten geblättert werden. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Zum Schalten eines Inserates ist es nur notwendig, Anzeigenart (Angebot oder Suche, privat oder gewerblich), Titel, Text, einen Ort/PLZ und eine E-Mail-Adresse anzugeben. Es wird dabei nur die Existenz des angegebenen Ortes überprüft.

C) Stichprobe der Inserate Markt.de Umfang der Plattform Die Plattform enthält für die Bodenseeregion rund 750 Tierinserate.

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1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr gestiegen (von 66 auf 197). Die Verkäuferidentität wird nur zu einem geringen Anteil preisgegeben (1x Namensangabe, 1x Pseudonym, 8x keine Angaben). Viele Inserate sind aus Deutschland – alle geben Ort und Postleitzahl an. Auch geben die meisten ihre Telefonnummern an (8 von 10). Nur 6 Inserenten machen zu den Hunden Preisangaben. 3 Inserate wurden von undurchsichtigen Tierhilfeorganisationen geschaltet. Nur 1 Inserat wurde als seriös eingestuft. 7 Inserate waren fraglich und 2 als unseriös klassifiziert. 2012 >>> 2013: Im Vergleich zum Vorjahr keine Verbesserung hinsichtlich der Seriosität der Hunde-Inserate. Gesamthaft mässig bis ungenügend. Gesamteindruck Hunde: knapp genügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate Total 106 Katzen-Inserate Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

Niete

0 0

Fraglich / nicht überprüfbar 6 2

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser

11 2

3 0

1 0

26 5

0 0

8 4

2 0

0 5 49

0 0 0

0 4 24

0 0 5

0 1 (Mobile Phone) 0 1 0

Sphynx Bengal Total

2012 >>> 2013: Nicht vergleichbar, da 2012 nur ein einziges Inserat vorhanden. Gesamteindruck Katzen: ungenügend. 4. Wildtier-Inserate Viele Inserate aus Deutschland, z.T. für Tiere, die in der Schweiz SKN-pflichtig sind, ohne entsprechende Angaben (z.B. grosse Warane). Meist Hobbyzüchter, teilweise gute Angaben zu den Tieren. Viele kommerzielle Züchter, die ganze Massensendungen Reptilien anbieten und Lieferservice. Etliche Inserate schwer einzuschätzen. Kamerun-Inserate nicht vorhanden. 2012 >>> 2013: unverändert. Gesamteindruck Wildtiere: genügend

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5. Nager- und Vogelkäfige 4 Käfige, davon 1 nicht gesetzeskonform (in CH).

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Markt.ch /Markt.de Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate in der Schweiz eher bescheiden Benutzerfreundlichkeit: gering, unübersichtlich Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. Verifizierung Anbieter: nur E-Mail-Adresse Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 1 Minute möglich. Kontrollinstanzen: Es besteht eine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Laufzeit der Inserate: ? Beurteilung: ungenügend bis knapp genügend, betrifft aber auch sehr nur wenige Tierinserate.

Marktplatz-Tier.ch A) Firmenform Firmenform: Inhaber:

? Chris Hugentobler, Horgen

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Keine auffindbar. Sicherheitshinweise Keine auffindbar. Datenschutz Der auf der Website zu findende Link „Datenschutzhinweise“ führt zu Google AdSense. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Stichwortsuche ist recht einfach, die Suche nach Kategorien führt nicht allzu weit, da es nur Oberkategorien gibt (Katzen - Sonstiges). Das Blättern von Inserat zu Inserat innerhalb der Suchresultate ist nicht möglich, man muss immer mit dem Back-Button zurück zur Liste. Im Menu links und zwischen Stichwortsuchmaske und Inserateliste hat es jeweils etwas Werbung, die leicht stört. Ansonsten recht übersichtliche Benutzeroberfläche.

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Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Inserate können ohne Registrierung geschaltet werden, es ist lediglich eine E-Mail-Adresse und eine Postleitzahl notwendig, wobei das System den zugehörigen Ort selber einfügt. Als Land ist nur die Schweiz möglich, es wird jedoch nicht überprüft, ob der Inserent tatsächlich in der Schweiz wohnt. Trotz dieser Eingabemaske sind unter den Inseraten jedoch auch solche mit Standortangabe in Deutschland zu finden. Es ist möglich, Inserate zu schalten mit PLZ, die in der CH nicht vorhanden sind, und mit völlig sinnlosem Text, sowie nicht existierendem E-Mail.

C) Stichprobe der Inserate Marktplatz-Tier.ch 1. Hunde-Inserate Die Gesamtanzahl Inserate im Hundebereich ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken (von 329 auf 221). Die Verkäuferidentität wird teilweise preisgegeben – ebenso die Telefonnummern (6 von 10). Acht Inserenten machen zu den Hunden keine Preisangaben. Zwei Inserate konnten als seriös eingestuft werden, sechs sind fraglich und zwei nicht seriös. 2012 >>> 2013: Keine Verbesserungen zum Vorjahr. Gesamthaft unverändert eher ungenügend. Gesamteindruck Hunde: ungenügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate Gesamtzahl der Katzen-Inserate nicht eruierbar. Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

Nieten*

7 5

Fraglich / nicht überprüfbar 6 4

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

24 10

0 0

4 0

14 26 2 10 86

4 1 0 1 18

6 9 2 6 33

0 0 0 0 0

0 4 0 3 11

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

Trotz fehlender Kontrollinstanzen eher hoher Anteil seriöser Angebote bei den Katzen. 2012 >>> 2013: Verbesserung gegenüber 2012 Gesamteindruck Katzen: genügend

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4. Wildtier-Inserate Viel Zubehör inseriert, wenige lebende Tiere, sehr wenige Exoten, darunter v.a. entflogene/ zugeflogene Vögel. Mangelhafte Angaben zu den Tieren. Teilweise Kontaktangaben zu Hobbyzüchtern vorhanden. 2012 >>> 2013: unverändert Gesamteindruck Wildtiere: genügend 5. Nager- und Vogelkäfige Total 14 vorhandene Inserate untersucht -

Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt: 11 Inserate Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, beispielsweise weil Grössenangaben des Käfigs fehlen: 3 Inserate Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager oder unter 2400 cm 2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein: 0 Inserate

Gesamteindruck Käfige: gut

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Marktplatz-Tier.ch Umfang, Angebot: Nur Tierinserate, Umfang nicht eruierbar Benutzerfreundlichkeit: relativ übersichtlich, aber beim Browsen unpraktisch Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, es ist möglich, sich mit Fantasienamen und Adressen zu registrieren, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. Keine Datenschutzerklärungen, keine AGBs, keine Sicherheitshinweise. Verifizierung Anbieter: keine Verifizierung Inserate schalten: innert 1 Minute möglich. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt keine Überprüfung vor dem Hochschalten. Kontrollinstanzen: Es besteht keine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Laufzeit der Inserate: Keine Beschränkung, aber keine veralteten Inserate. Gesamteindruck: ungenügend bis genügend, betrifft aber auch sehr nur wenige Tierinserate.

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Ok-inserate.ch Diese Plattform existiert nicht mehr.

Piazza.ch Diese Plattform läuft jetzt unter tutti.ch weiter, Bericht siehe dort.

Pinwand.ch A) Firmenform Firmenform: Firmenzweck: Gründung: Inhaber:

Einzelfirma (CHE-109.074.844) Altwegg Liliput Solution PC Support, Softwareprogrammierung, EDV-Beratung 2001 Roger Altwegg, Langackerweg 8, 8155 Niederhasli

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs Die AGBs befinden sich im Footer der Website, in der gleichen Zeile wie links zu AutoOccasionen, tier-inserate.ch und der Tierwelt. „Die Betreiberin der gratis Inserate Plattform Pinwand.ch verbietet ausdrücklich Inserate und Kleinanzeigen mit folgenden Inserate-Inhalten: • • •

Irreführende Fake- und Scheininserate (...) Tierinserate welche gegen das Tierschutzgesetz verstossen (z.B. Tierhandel) (Bemerkung: Tierhandel ist gemäss TschV ja nicht grundsätzlich verboten)

Nichtbeachtung, Missbrauch und Zuwiderhandlung obiger Nutzungsbestimmungen haben automatisch zu Folge, dass Ihre Daten unwiderruflich bei Pinwand.ch gesperrt werden!“ (Rechtschreibfehler in den Zitaten stammen von der Plattformbetreiberin)

Sicherheitshinweise Sind vorhanden. In den AGB steht, mit Hinweis auf den Datenschutz, dass, „um Inserate Anfragen und Nachrichten an Sie weiterzuleiten, ist nur die Angabe einer gültigen E-Mail Adresse zwingend.“ Die Plattformbetreiberin hat also, nebst der IP-Adresse, keine weiteren Informationen zur Identität der Nutzer. Die Inserate werden vor dem Hochschalten jedoch anscheinend überprüft. Es besteht die Möglichkeit, Missbrauch zu melden, man muss dazu Name, E-Mail und Begründung liefern. Datenschutz Informationen dazu befinden in den AGBs. Gemäss AGB wird die IP-Adresse der Nutzer gespeichert, „um Inserate Missbräuche möglichst zu verhindern.“ Ausserdem steht da:

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„Hinsichtlich Datenschutz der wichtige Hinweis, dass der Anzeigentext der publizierten Gratisinserate auch allen gängigen Suchmaschinen wie Google, Bing, Yahoo etc. zugänglich sind. Die Betreiberin von Pinwand.ch hat aber keinen Einfluss, welche Pinwand-Inserate von den zahlreichen Suchmaschinen auch tatsächlich erfasst werden und wie lange diese in deren Zwischenspeicher/Cache, Suchindex gespeichert bleiben. Seien Sie daher generell äusserst vorsichtig mit dem veröffentlichen von persönlichen Angaben und Daten (Name, Adresse, Telefon-Nummer, etc.)! Denn für das korrekte erfassen eines Pinwand-Inserate werden keine persönlichen Daten erhoben. (...) Natürlich sind sämtliche E-Mail Adressen gegen SPAM geschützt und von Dritten weder einsehbar noch sonst wie zugänglich!“

Die Betreiberin der Website lehnt zwar jede Haftung für den Inhalt der Inserate ab, gibt in den AGB jedoch an, dass die auf Pinwand.ch veröffentlichten Gratisinserate und Kleinanzeigen ihr Eigentum seien. Wie das rechtlich zusammengehen soll, ist nicht klar. Für den Datenschutz gut ist, dass Inserate gemäss AGB nicht ohne schriftliche Zustimmung der Plattformbetreiberin verwendet werden dürfen. Allerdings wird, wenn es die Plattformbetreiberin ist, welche über die Weitergabe von Inserateinhalten befindet, das Urheberrecht des Inserierenden verletzt, da diese nicht angefragt wird! Ein Datenschutzhinweis ist ebenfalls unterhalb der AGBs angebracht, der darauf aufmerksam macht, dass die Website Pinwand.ch sehr wohl Google Analytics verwendet, welches Nutzungsdaten und IP-Adressen durchaus (angeblich anonymisiert) auch auf US-Servern gespeichert: „Google wird in keinem Fall Ihre IP-Adresse mit anderen Daten von Google in Verbindung bringen.“ Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Plattform ist relativ übersichtlich. Man kann nach Grobkategorien (Tiere, Haustiere) und/ oder nach Kanton suchen, nach Angeboten und Gesuchen oder über eine Stichwort-Suchfunktion. Es gibt keine Unterkategorien, was die Suche nach spezifischen Rassen erschwert. Die Stichwortsuche ist relativ zuverlässig und liefert wenig Nieten, also themenfremde Inserate. Innerhalb der Resultate einer Stichwortsuche kann man jedoch nicht von Resultat zu Resultat blättern, man muss jeweils immer wieder mit dem Back-Button zur Liste zurück. Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Bevor man ein neues Inserat schaltet, muss man den AGBs, von denen ein Auszug aufgeführt ist, zustimmen. Anschliessend benötigt man lediglich eine E-Mail-Adresse (welche nicht veröffentlicht wird), kann Titel und Text verfassen, ein Bild und allenfalls einen Youtube-Link ins Inserat einfügen und muss ein Passwort wählen, mit dem man anschliessend das Inserat verwalten kann. Dann erhält man den Hinweis: „Ihr Inserat mit der Nummer 155191 wird zuerst überprüft. Sie erhalten eine Nachricht, sobald Ihre kostenlose Anzeige bei Pinwand.ch freigeschaltet wurde.“

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C) Stichprobe der Inserate Pinwand.ch Umfang der Plattform Ohne individuelles Auszählen nicht eruierbar. 1. Hunde-Inserate Es sind allgemein nur wenig aktuelle Hunde-Inserate geschaltet (nur neun, 2012 waren es auch nur sechs). Teilweise sind Namen angegeben. Der Kanton und die Postleitzahl sind stets vorhanden. Nur 2 Inserenten geben Telefonnummern an. Ein Angebot ist gratis – acht haben eine Preisangabe. Vier Inserate werden ohne Fotos veröffentlicht. Ein Inserat kann als seriös eingestuft werden, zwei sind fraglich und sechs sind unseriös. 2012 >>> 2013: Im Vergleich zum Vorjahr muss gesamthaft ein schlechterer Eindruck verzeichnet werden mit einer Beurteilung ungenügend bis schlecht. Gesamteindruck Hunde: ungenügend 2. Hilfsmittel in der Hundeerziehung keine Inserate 3. Katzen-Inserate Rasse

Total Inserate

Fraglich / nicht überprüfbar 9 3

Unseriös / Fragwürdig 0 3

Nieten*

32 11

Seriös / überprüfbar 1 3

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair Perser Sphynx Bengal Total

9 26 1 13 92

2 0 0 0 6

5 8 1 8 34

2 2 0 0 7

0 0 0 2 3

0 1

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

2012 >>> 2013: Verschlechterung gegenüber 2012 Gesamteindruck Katzen: knapp genügend 4. Wildtier-Inserate Hat Hinweise zum Trickbetrug. Keine Tier-Rubriken; einige wenige Kornnattern, Geckos im Angebot. Etliche Inserate können nicht beurteilt werden, da Angaben zu Tier und Anbieter mangelhaft. Etliche Inserate aber auch von Hobbyzüchtern mit teilweise guten Angaben zum Tier und Telefonnummer. 2012 >>> 2013: unverändert Gesamteindruck Wildtiere: genügend

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5. Nager- und Vogelkäfige Total 16 Inserate untersucht -

-

Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt: 8 Inserate Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, beispielsweise weil Grössenangaben des Käfigs fehlen: 6 Inserate Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager oder unter 2400 cm 2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein: 2 Inserate Bei 9 Inseraten wurden Käfige mitsamt Tieren angeboten, in den meisten Fällen ist nicht überprüfbar, ob die Käfige gesetzeskonform sind.

Gesamteindruck Käfige: genügend

D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Pinwand.ch Umfang, Angebot: im Bereich Tierinserate eher bescheiden Benutzerfreundlichkeit: einigermassen übersichtlich Sicherheit & Datenschutz: Sicherheit gering, man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. Allerdings ist der Datenschutz gemäss AGBs gewährleistet, die Plattform Pinwand.ch gibt die Daten der Inserenten nicht an Dritte weiter, ausser über Google Analytics Verifizierung Anbieter: nur E-Mail-Adresse Inserate schalten: inkl. Registrierung innert 5-10 Minuten möglich. Inserateinhalt beliebig, es erfolgt allerdings eine Überprüfung vor dem Hochschalten. Kontrollinstanzen: Es besteht eine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Laufzeit der Inserate: Offenbar keine Beschränkung der Laufzeit, Inserate älter als 11 Monate haben einfach gar keine Datumsangabe mehr, verbleiben aber auf der Plattform. Gesamteindruck:

ungenügend bis genügend

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Tier-Inserate.ch A) Firmenform Firmenform: Firmenzweck: Gründung: Inhaber:

Einzelfirma (CHE-109.074.844) Altwegg Liliput Solution PC Support, Softwareprogrammierung, EDV-Beratung 2001 Roger Altwegg, Langackerweg 8, 8155 Niederhasli

B) Registrierung und Schalten von Inseraten AGBs AGBs waren weder im Header noch im Footer zu finden. Sicherheitshinweise Die Plattform betreibt ein eigenes Forum, auf dem Missbrauchsmeldungen publiziert werden. Das hat einerseits den Vorteil, dass Missbrauchsmeldungen nicht einfach zu den Betreibern gehen, sondern von allen Nutzern eingesehen werden können, prangert aber gleichzeitig auch die Melder von Missbräuchen an und macht sie öffentlich. Diese Form des Umgangs mit Missbrauch ist eine zweischneidige Sache. Dieses Forum wird moderiert, die letzten Einträge sind allerdings von 2011, also zwei Jahre alt. Auf dem Forum, verlinkt mit einem Banner „Stop illegaler Tierhandel – Schutz vor Missbrauch“, sind auch Links zu den STS-Checklisten zu finden. Datenschutz Datenschutzhinweise waren weder im Header noch im Footer zu finden. Oberfläche, Benutzerfreundlichkeit Die Oberfläche ist, zumindest im Inseratebereich, relativ übersichtlich. Die Plattform ist mit diversen Unterkategorien bis zu einzelnen Rassen hinunter aufgebaut, es kann ausserdem zwischen den Ländern Deutschland, Schweiz und Österreich gewählt werden. Innerhalb beispielsweise einer Rassekategorie kann man zwar nicht von einem Inserat zum nächsten klicken, aber die nachfolgenden Inserate erscheinen als Liste gleich unterhalb, wobei die zuvor angeschauten Inserate ebenfalls wieder erscheinen. Browsen ist daher mit viel Scrollen verbunden und man verliert sehr schnell den Überblick. Etwas Übelkeit löst das Feature aus, dass die Inseratepanels in der Sidebar beim Runterscrollen dauernd, aber mit leichter Verzögerung mitfahren. Dies ist sehr störend. Im Forumsbereich sind die Texte, vermutlich je nach Browser, schwer lesbar, da Sonderzeichen nicht verstanden und als Fragezeichen dargestellt werden.

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Registrierungsvorgang und Schalten eines Inserates Zum Zeitpunkt, als ein Inserat geschaltet werden sollte, hiess es auf der Plattform: „Tierinserate werden erst nach Überprüfung freigeschaltet.“ Und „In den nächsten 3 Tagen werden keine neuen Tieranzeigen mehr entgegengenommen! Vorerst werden nur noch bereits bestehende Tier-Kleinanzeigen freigeschaltet! (Über 1500 Anzeigen sind in der Warteschlange um kontrolliert/ freigeschaltet zu werden). Besten Dank für Ihr Verständnis.“

C) Stichprobe der Inserate Tier-Inserate.ch Umfang der Plattform Der Umfang der Plattform ist nicht eruierbar ohne individuelles Auszählen, die Zahl der Inserate pro Kategorie ist nirgends angegeben. 1. Hunde-Inserate Von den zehn untersuchten Inseraten haben neun Inserenten ein Pseudonym und nur einer seinen Namen angegeben. Es werden grösstenteils Kanton, Postleitzahl und Ort bekannt gegeben. Nur vier von zehn Inserenten geben ihre Telefonverbindung an. Immerhin sind fünf Homepages der Inserenten mit Direktlink zu erreichen, was die Seriosität der Anbieter deutlich erhöht. Leider wurde auch ein Inserat mit unerlaubtem Inhalt unter den ersten zehn gefunden: Ein 7-wöchiger Welpe aus Serbien/Montenegro, wo Tollwut noch verbreitet ist. Hunde dürfen in der Schweiz frühestens mit acht Wochen abgegeben werden. Als seriös wurden vier, als fraglich ebenfalls vier und als unseriös zwei Inserate eingestuft. 2012 >>> 2013: Auf den ersten Blick inserieren im Vergleich zum Vorjahr weniger Tierhilfeorganisationen. Allgemein besteht der Eindruck, dass sich die Seriosität der HundeInserate etwas verbessert hat im Vergleich zum Vorjahr. Gesamteindruck Hunde: genügend 2. Hilfsmittel in der Hunde-Erziehung Keine Inserate gefunden. 3. Katzen-Inserate Die Totalzahl der Katzen-Inserate ist ohne individuelles Auszählen nicht eruierbar. Da die Inserate offenbar kein definiertes Ablaufdatum haben, sind teilweise mehrere Jahre alte Inserate immer noch auf der Plattform. Da „alle Länder“ für die Suche gewählt wurde, kamen in einzelnen Rassen teils nur Inserate aus Deutschland oder nur aus Österreich. Rasse

Total Inserate

Seriös / überprüfbar

Unseriös / Fragwürdig

Nieten*

1 0

Fraglich / nicht überprüfbar 8 6

Maine Coon Norweg. Waldkatze British Shorthair

213 80

1 4

0 0

234

5

3

1

1

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Perser Sphynx Bengal Total

126 18 80 751

INSERATEHANDEL MIT TIEREN IM INTERNET 2013

0 1 3 10

7 3 5 32

3 3 2 16

0 3 1 5

* Nieten: Deckkater, Kaufgesuche oder Inserate, die vor Kameruninseraten warnen

2012 >>> 2013: gleich geblieben Gesamteindruck Katzen: knapp genügend 4. Wildtier-Inserate Hat viele Kategorien und Infobox zu einzelnen Tiergruppen. Die meisten Inserate stammen von Hobbyzüchtern und scheinen seriös zu sein. Etliche sind aber auch schwer einzuschätzen, da sie nur rudimentäre Angaben enthalten. 2012 >>> 2013: unverändert Gesamteindruck Wildtiere: genügend 5. Nager- und Vogelkäfige Total ca. 180 Nagerkäfigangebote und 100 Vogelkäfigangebote. Total je 10 Inserate untersucht. Der angebotene Käfig ist für die angegebene Tierart in der Schweiz gesetzlich erlaubt: 10 Nagerkäfig-Inserate und 4 Vogelkäfig-Inserate Die Gesetzeskonformität ist nicht überprüfbar, beispielsweise weil Grössenangaben des Käfigs fehlen: 1 Inserat Der angebotene Käfig ist grundsätzlich zu klein für legale Tierhaltung (unter 1800 cm 2 Grundfläche für Nager oder unter 2400 cm 2 für Vögel) oder der Käfig ist für die angegebenen Tierarten zu klein: 5 Vogelkäfig-Inserate Es werden keine Käfige mit lebenden Tieren angeboten. Das spricht für eine gute Überprüfung der Inserate. Gesamteindruck Käfige: genügend

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D) Zusammenfassung und Gesamtbeurteilung Tier-Inserate.ch Umfang, Angebot: Benutzerfreundlichkeit: Sicherheit & Datenschutz: Verifizierung Anbieter: Inserate schalten: Kontrollinstanzen:

Laufzeit der Inserate: Pluspunkt: Gesamteindruck:

Nur Tierinserate und Tierzubehör recht übersichtlich Man braucht lediglich eine funktionierende E-Mail-Adresse. nur E-Mail-Adresse Die Inserate werden vor dem Hochschalten überprüft. Es besteht eine Funktion zur Meldung dubioser Inserate. Diese Meldungen werden auf einem Forum platziert und vom Administrator kommentiert. Ebenfalls vorhanden ein Banner, über das zusätzliche Informationen verlinkt sind (KOBIK, STS). Die Plattform betreibt eine gute Missbrauchsmeldungskultur. Offenbar unbeschränkt, die ältesten Inserate sind drei Jahre alt. Forum für Missbrauchshinweise und –meldungen, auf dem die entsprechenden STS-Checklisten hinterlegt sind. genügend

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Basel, im M채rz 2014

Herausgeber Schweizer Tierschutz STS, Dornacherstrasse 101, Postfach, 4018 Basel Telefon 061 365 99 99, Fax 061 365 99 90, Postkonto 40-33680-3 sts@tierschutz.com; www.tierschutz.com 126

Recherche Inseratehandel 2013  

STS-Recherche: Inseratehandel mit Tieren im Internet 2013

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