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GOAl 3/ 4, 9. November 2009 November 2009 #3/ 4,

wayne rooney der Hitzkopf ganz privat

WM 20 10 Un se 27 Natre Heldeni!

valon behrami und seine elenA

HocHzeit, WM – und dann ein zWeites BaBy

mit Cristiano ronaldo • david Zibung • Paris JaCkson • eren derdiyok • gabriel batistuta • moreno CostanZo • niCole Petignat • Claudio lustenberger • marCo & Christian sChneuwly • leonardo nigro • yann sommer • tranquillo barnetta • PatriCk bengondo • luCa toni


editorial November 2009

ottmar HitZfelD Hat seinen traum-job job GefunDen. unD Die scHWeiZ iHren traum-coacH

TiTelsTory

Liebe Leserin, lieber Leser Etwas Nostalgie gefällig? Ottmar Hitzfeld lernte ich 1983 kennen. Der Zahnarztsohn aus Lörrach, studiert in den Fächern Mathematik und Sport, stieg zum letzten Mal selber in die kurzen Hosen, spielte für den FC Luzern eine beeindruckende Abschiedssaison. Ich war jugendlich-ungestümer Sportjournalist beim später bedauerlicherweise liquidierten «Luzerner Tagblatt». Ottmar und ich sahen uns regelmässig. Immer beim Spiel. Öfter beim Training. Und abends beim Pokern. Schon damals ist mir aufgefallen: Ottmar gewinnt eigentlich immer. Ottmar Hitzfeld, immerhin zweimal Schweizer Meister (mit dem FC Basel), Torschützenkönig (1973) und Bundesliga-erprobt (VfB Stuttgart), war beim FCL ein Star. Ein Star ohne Allüren: bescheiden, freundlich zu allen, gelassen, entspannt. Freundlich und bescheiden ist er geblieben. Aber die Spannung nahm mit jedem Titel, den er später als Trainer gewann, zu: Die Deutsche Meisterschaft, die Champions League, der Weltpokal, die Auszeichnung «Welttrainer des Jahres» – sie hinterliessen tiefe Furchen im freundlichen Gesicht des Lörrachers. Seine Familie und seine Freunde sorgten sich, der Körper rebellierte. Dass ihn Bayern München am 18. Mai 2004 feuerte (die einzige Entlassung in der ganzen Karriere!), war das Beste, was ihm passieren konnte. Ottmar Hitzfeld erholte sich mit seiner Frau Beatrix vom Schreck und vom Stress in den Innerschweizer Bergen, auf den Pisten und auf dem Golfplatz von Engelberg.

Urs Heller, Leitung GOAL

fotos: Ulli Glantz, stephan pick

Hitzfeld heute? Erfolgreich wie immer. Freundlich wie immer. Und entspannt wie vor 30 Jahren! Hitzfeld hat bei der Schweizer Nationalmannschaft seinen Traumjob gefunden. Und die Nati ihren Traumcoach! Dass die Schweiz in Südafrika doch noch dabei ist, ist sein Verdienst. Er hat dem Kader sehr viel Respekt entgegengebracht. Er hat Spielern vertraut, die zuvor kaum zweite Wahl waren. Er hat die unglaubliche Heimniederlage gegen Luxemburg professionell weggesteckt, den Ehrgeiz im Team neu entfacht. Und er hat in entscheidenden Momenten richtig gepokert. Wie eigentlich immer in seinem Leben. Wir bedanken uns beim Coach für die WM-Qualifikation. Und bei den 27 Spielern, die uns den Traum Südafrika erfüllten.



intime momente Valon Behrami gibt seiner hungrigen sofia in einer shooting­ pause den schoppen. Die kleine geniessts.

mit Den stars auf Du fotograf hamish Brown hatte vor Valon Behrami auch schon luís figo oder lionel Messi vor der linse.

bei Den profis in den spring studios in london hat Valon auch schon Werbe­shootings gemacht.

nice job! Redaktor iso nieder­ mann war beim inter­ view von Valons schöner elena bezaubert.

Doc sei Dank! Das Shooting mit Valon Behrami war bereits im März einmal organisiert – es platzte wegen Valons Verletzung. Der zweite Anlauf nun in London stand erneut auf Messers Schneide: Behrami hatte die Grippe. Schliesslich kam er doch, mit Medis voll gepumpt. seite 26 kölle alaaf! Redaktorin ilona scherer mit eren Derdiyok und tranquillo Barnetta (r.) in der karnevalsstadt köln am Rhein.

November 2009 · schweizer illustrierte goal


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Vergleichsbild nur zu Illustrationszwecken.

Iguazu, Argentinien. 18:02. Abenddämmerung.


inhalt



26

03 editoRial / ContRibutoRs 05 inhalt / impRessum

ValoN Behrami

unsere nati 06 die 27 helden bravo! sie bringen uns an die wm 2010 in südafrika

Countdown 16 meine welt Der clan von David Zibung

20 body-CheCk cristiano ronaldo, real madrid

stars 26 valon behRami Der west-ham-star zeigt seine frau und seine kleine tochter t

36 kolumne maRio widmeR florentino pérez: Der boss von real madrid ist ein kühler rechner

38 wayne Rooney wer ist der sturm-t turm-t turm-t tank ank von manchester United wirklich?

super league 46 die sChneuwly-bRotheRs marco und christian im interview

48 die talent-show claudio Lustenberger, orhan mustafi und y nn sommer ya

50 patRiCk bengondo Der aarau-söldner ganz privat

lounge 58 auto fotos: hamish brown, getty images, stephan pick

moreno costanzo und sein seat Leon cupra

62 City-guide tranquillo barnetta und eren Derdiyok zeigen köln

impressum

veRlagsdiRektoR / leitung goal Urs heller

goaL erscheint als beilage mitglied deR ChefRedaktion der schweizer illustrierten nr. 46 am 9. november 2009 stephan sutter Redaktion schweizer illustrierte goaL, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich tel. 044 - 259 63 63, fax 044 - 262 04 42 e-maill si@ringier.ch

leitung bildRedaktion Ulli glantz Redaktion iso niedermann, ilona scherer, alejandro Velert, Lisa merz, kristina köhler, kurt künzle fotogRafen bruno Voser k kolumnisten mario widmer

38

wayNe rooNey

62

BarNetta & derdiyok

CReation factor Design, hamburg

leiteR anZeigenmaRkt martin tamas

layout Dominic koch (Leitung), martina mayer, Doris wüthrich (satztechnik)

leiteR leseRmaRkt roland kühne

k RRektoRat stefan bührer, ko andrea Leuthold, irène müller

maRketingleiteRin Verena baumann

veRlag ringier ag, 4800 Zofingen

pRoduktionsleiteR roland winkler

veRlag deR R RingieR-ZeitsChRiften ringier ag, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, tel. 044 - 259 61 11, fax 044 - 259 68 44

dRuCk ringier print ag, 4800 Zofingen

November 2009 · schweizer illustrierte goal


foto: Valeriano Di Domenico / EQ images


unsere nati wm 2010



Das war spitze! Der Start in die wm-Qualifikation missriet völlig. Dann drehte die Truppe von Ottmar Hitzfeld mächtig auf. Der Lohn: das wm-Ticket für Südafrika! 27 Spieler kamen zum Einsatz, elf von ihnen haben es ins GOAL-Dream-Team geschafft. Texte: Alejandro Velert

springt auf, wenn ihr schweizer seid! Nach zehn Spielen hat die Nati das Ticket für Südafrika im Sack. November 2009· schweizer illustrierte goal


gökhan Inler, 25

8 Spiele (720 Minuten Spielzeit) 0 Tore, CHF 171 000.– Prämien Klub: Udinese Calcio (I) PUNCHER MIT BISS Auf dem Platz ist

er ein unerschrockener Kämpfer. Privat ist «Gögi» das pure Gegenteil. Seit dreieinhalb Jahren ist er mit Freundin Raquel zusammen und spielt am liebsten mit seinen beiden Yorkshire-Terriern Keyah und Eesha. Der Muslim feierte die WMQuali mit Mineralwasser. Er hat noch nie eine Zigarette geraucht oder Alkohol getrunken. «Wieso auch? Ich brauche das nicht.»

«Ich habe noch nie eine Zigarette geraucht oder Alkohol getrunken» Gökhan Inler

PhIlIPPe SenderoS, 24 STEPHaN LICHTSTEINER, 25 8 Spiele (720 Minuten) 0 Tore, CHF 176 000.– Prämien Klub: Lazio Rom

fotos: NathaN Beck, Maurice haas

MISTER DURACELL es ist kein

«Eine wäre

schweizer illustrierte goal · November 2009

Zufall, dass ihn die fans in rom liebevoll «forrest Gump» nennen. kaum einer rennt so unermüdlich die Bande rauf und runter wie stephan Lichtsteiner. ebenso umtriebig ist er abseits des grünen rasens: statt ferien zu machen, bereiste er im vergangenen sommer für die stiftung solidarmed das bitterarme Mosambik. auf dem Weg dorthin besuchte er schon mal das finalstadion der WM in Johannesburg. «Das stadion ist der hammer, da will ich spielen.» auch privat macht Liechti grosse Viertelfinal-Qualifikation schritte: seiner ein Traum» Stephan Lichtsteiner langjährigen freundin Manuela machte er kürzlich einen heiratsantrag, allerdings ohne auf die knie zu gehen. «sie hat trotzdem Ja gesagt!»

4 Spiele (360 Minuten) 2 Tore, CHF 101 000.– Prämien Klub: Arsenal London DER DICKSCHÄDEL In London kommt der Genfer nur sporadisch zum Einsatz. In der Nati überzeugt Senderos hingegen voll: Mit ihm hat die Schweiz immer zu null gespielt. Und mit Köpfchen erzielte er zudem zwei Tore. Vielleicht ist es ja die Liebe, die ihn beflügelt: Im Juli hat Philippe seine Sara geheiratet.


unsere nati wm 2010



stéphane grichting, 30

9 Spiele (810 Minuten) 1 Tor, CHF 188 000.– Prämien Klub: AJ Auxerre (F) DER FELS IN DER BRANDUNG

In Auxerre wissen sie schon lange, was sie an ihm haben. In der Nati waren die Qualitäten von Stéphane Grichting lange Zeit wenig gefragt. Vor der WM-Quali überlegte sich der Walliser deshalb den Nati-Rücktritt. Tempi passati! Inzwischen ist der Linksfuss der unbestrittene Abwehr-Chef. Und im Match gegen Griechenland erzielte er sogar das «Wenn du das Vertrauen wichtige Führungstor!

des Trainers spürst, ist alles einfacher» Stéphane Grichting

DIEGo BENAGLIo, 26 9 Spiele (810 Minuten) 0 Tore, CHF 196 000.– Prämien Klub: VfL Wolfsburg DER WELTKLASSE-MANN

«Wir haben das Grösste geschafft, was man als Fussballer erreichen kann» Philippe Senderos

«Ich bin noch immer hungrig» Ludovic Magnin ludovic Magnin, 30

5 Spiele (450 Minuten) 0 Tore, CHF 119 500.– Prämien Klub: VfB Stuttgart DER HANSDAMPF An drei

grossen Turnieren war Ludo Magnin schon dabei. 61-mal stand der Verteidiger mit Offensiv-Drang für die Nati schon auf dem Platz. In Südafrika soll es nicht anders sein: «Ich möchte unbedingt nochmals an einer WM spielen und werde alles dafür tun.» Bis dahin wird Magnin bereits dreifacher Vater sein: Er und seine Frau Chantale erwarten im Februar Nachwuchs.

«Die Mannschafts-Hierarchie entsteht mit Leistung, nicht mit Reden» Diego Benaglio November 2009 · schweizer illustrierte goal

FoToS: MicHAEl BUHolzEr / rEUTErS / rDB, PAl HANSEN, KiliAN KESSlEr (2)

Kaum vorstellbar: Vor eineinhalb Jahren diskutierte die FussballSchweiz noch, wer der beste Goalie für die Nati sei. Jetzt ist klar: Es kann nur einen geben – Diego Benaglio. Der Aargauer hat sich in Wolfsburg zu einem WeltklasseTorhüter entwickelt und hat massgeblichen Anteil an der WM-Qualifikation. Auch privat läuft es für den 1,94-Meter-Hünen rund: Seiner langjährigen Freundin Nadin gibt Diego noch in diesem Jahr das Ja-Wort. Und den Platz für ein Tattoo mit den Namen der Kinder hat er auch reserviert.


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aleX frei, 30

9 Spiele (663 Minuten Spielzeit) 5 Tore, CHF 196 000.– Prämien Klub: FC Basel DER QUOTENJÄGER Fünf Tore

FOTOS: aLESSaNdRO dELLa BELLa / kEySTONE, aNOUSH aBRaR & aiMéE HOViNG, STEpHaN pick

«Klappe halten und Leistung zeigen» Alex Frei

und sechs Assists in neun Quali-Spielen, 40 Tore in 72 Nati-Einsätzen insgesamt. Alex Frei trägt nicht nur die Captain-Binde, er ist für alle ein Vorbild in Sachen Einsatz und Erfolg. Trotzdem wird er in der Super League von den gegnerischen Fans gnadenlos ausgepfiffen. Unverständlich! Ohne Alex Frei könnte sich die FussballSchweiz kaum auf Südafrika freuen.

B laise nKufo, 34

10 Spiele (873 Minuten) 5 Tore, CHF 213 000.– Prämien Klub: FC Twente Enschede (NL) DER STURM-TANK Fünf Jahre

lang war Blaise Nkufo kein Thema für die Nati. Und die Nati kein Thema für Blaise Nkufo. 2007 kam der Twente-Stürmer zurück, blieb aber der Euro wegen einer Verletzung fern. Erst in dieser WM-Quali scheint der Romand mit afrikanischen Wurzeln richtig in der Nationalmannschaft angekommen zu sein. Ottmar Hitzfeld setzt voll auf Nkufo, und der dankt es ihm mit Leistung: Fünf gelangen ihm in «Sensibel zu sein, heisst nicht, keinen Treffer den ersten sechs Spielen, starken Charakter zu haben» Blaise Nkufo darunter die eminent wichtigen Sieg-Treffer gegen Griechenland und Lettland. Mit 873 Minuten hat der 34-Jährige mehr Quali-Minuten auf dem Buckel als jeder andere Schweizer. schweizer illustrierte goal · November 2009


«ER übERlässt nichts dEm zufall» Alex Frei, Captain der Schweizer Nati, über Coach Ottmar Hitzfeld

haKan Ya Y Kin, 32 7 Spiele (227 Minuten) 1 Tor, CHF 148 500.– Prämien Klub: FC Luzern DER ZAUBERFUSS Nach seinem erfolglosen

Katar-Abstecher ist Hakan Yakin zurück in der Nati – zum Glück: Obwohl der 80-fache Nationalspieler im Schnitt nur eine halbe Stunde pro Spiel auf dem Feld stand, sorgte er für ein Tor und vier Assists. «Clevere Offensivspieler sehen voraus, wie sich eine Situation entwickelt», sagt Haki – und meint damit natürlich auch sich selber. Zufrieden ist er trotz sieben Teileinsätzen aber noch nicht: «Ich werde Vollgas geben, um an der WM topfit zu sein. Ich werde für einen Platz in der Mannschaft kämpfen.»

FOTOS: MArCel NöCKer, dIeTer eIKelPOTH Für SI STYle, FOTO-NeT / TeAMFOTO

«Ich bin kein 08/15-Fussballer, pflege meinen eigenen Stil» Hakan Yakin

TranQuillo BarneTTa, 24

10 Spiele (796 Minuten) 0 Tore, CHF 213 000.– Prämien Klub: Bayer Leverkusen dER mittElfEld-mOtOR

Er ist bereits ein Routinier, hat 48 Länderspiele absolviert. Dabei ist Tranquillo Barnetta erst 24 Jahre alt. Der St. Galler, der in seiner Heimatstadt Mitbesitzer des Restaurants Punkt ist,

«Wir mussten viel einstecken, das hat uns einander nähergebracht» Tranquillo Barnetta hat neben Blaise Nkufo als Einziger jedes Quali-Spiel bestritten. Einziger Wermutstropfen: Seit über zwei Jahren rennt «Quillo» einem Torerfolg im roten Dress hinterher. «Ich arbeite weiter. Irgendwann fällt die Kugel schon wieder rein.»

«Jeder muss sich unterordnen. Als Solist geht keiner zur WM» Benjamin Huggel BenJaMin huggel, 32 8 Spiele (702 Minuten) 1 Tor, CHF 186 500.– Prämien Klub: FC Basel

diE lEadER-fiGuR Benjamin

Huggel ist zu einem Leader gereift – im Klub wie auch in der Nationalmannschaft. In der Quali schoss er den 1000. Treffer der NatiGeschichte – historisch. Dabei sind grosse Auftritte nicht die Sache des zweifachen Familienvaters: «Ich muss mein Gesicht nicht in jeder Zeitung sehen, um mich gut zu fühlen.»

November 2009 · schweizer illustrierte goal


unsere nati wm 2010

Auch sie sind helden

Diese 16 Spieler waren weit mehr als nur Ersatz. Noch nie hatte die Schweizer Nati eine so starke w zweite Garde. Für Ottmar Hitzfeld die Qual der wahl. eren derdiyok, 21 sturm 7 spiele (154 Min. spielzeit) 1 Tor, chF 165 500.– Prämien klub: Bayer leverkusen In Lauerstellung Für seinen Klub trifft der Basler regelmässig. In der Nati bleibt Derdiyok (vorläufig) Reservist: Frei und Nkufo sind im Sturm gesetzt.

MArio eggiMAnn, 28 Verteidigung 2 spiele (135 Minuten) 0 Tore, chF 50 000.– Prämien klub: hannover 96 Aussenseiter-Chancen In seinem Klub kommt Eggimann nur sporadisch zum Einsatz. Sein Pech war, dass ihn immer wieder Verletzungen plagen.

AlMen ABdi, 23 Mittelfeld 3 spiele (44 Minuten) 0 Tore, chF 57 250.– Prämien klub: Fc Zürich WM-Zug abgefahren? Der TransferHickhack beim FCZ schadet Almen Abdi auch in der Nati. Seit April 2009 kam er im roten Dress nicht mehr zum Einsatz.

gelson FernAndes, 23 Mittelfeld 6 spiele (310 Minuten) 1 Tor, chF 149 500.– Prämien klub: As saint-Étienne (F) Transfer sei Dank In seinem neuen Klub Saint-Étienne spielt Gelson Fernandes regelmässig, davon profitiert er auch in der Nati. Hat sich als Inler-Ersatz profiliert.

V lon BehrAMi, 24 VA Mittelfeld 3 spiele (268 Minuten) 0 Tore, chF 67 000.– Prämien klub: West ham united Pechvogel I Ein Kreuzbandriss setzte Valon Behrami monatelang ausser Gefecht. An ihm führt kein Weg vorbei, wenn er wieder fit ist.

MAuro lusTrinelli, 33 sturm 1 spiel (25 Minuten) 0 Tore, chF 13 250.– Prämien klub: Ac Bellinzona Notnagel I Der Tessiner stand nur bei der Luxemburg-Niederlage auf dem Platz. Ein WM-Ticket gibts für ihn nur, wenn sich die anderen Stürmer verletzen sollten.

JohAn dJourou, 22 Verteidigung 4 spiele (226 Minuten) 0 Tore, chF 85 500.– Prämien klub: Arsenal london Pechvogel II Im Kampf um einen Platz in der Innenverteidigung hatte Johan Djourou lange Zeit die Nase vorn. Dann kam eine Verletzung am linken Knie.

AlAin neF, F, 27 F Verteidigung 2 spiele (134 Minuten) 0 Tore, chF 40 750.– Prämien klub: us Triestina (i) Notnagel II Wenn in der Verteidigung Not am Mann war, vertraute Hitzfeld auf Alain Nef. Der dankte es ihm mit guten Leistungen.

BleriM dZeMAili, 23 Mittelfeld 1 spiel (18 Minuten) 0 Tore, chF 31 500.– Prämien klub: Fc Parma Opfer der Umstände Blerim Dzemailis Karriere gerät immer wieder ins Stocken. Schade, der Ex-FCZler wäre eine starke Alternative im Mittelfeld.

MArco rco P PAdAlino, 25 Mittelfeld 5 spiele (422 Minuten) 1 Tor, chF 115 500.– Prämien klub: sampdoria genua Chance genutzt Hat sich im Laufe der Quali mit viel Schwung einen Stammplatz im rechten Mittelfeld erkämpft und Valon Behrami (fast) vergessen lassen.

schweizer illustrierte goal · November 2009

chrisToPh sPycher, 31 Verteidigung 6 spiele (452 Minuten) 0 Tore, chF 132 500.– Prämien Verein: eintracht Frankfurt Glaubensfrage Wer ist als linker Aussenverteidiger besser, Spycher oder Magnin? Ottmar Hitzfeld wirds entscheiden. V lenTin sTocker, 20 VA Mittelfeld 1 spiel (90 Minuten) 0 Tore, chF 27 500.– Prämien Verein: Fc Basel Junge, komm bald wieder Nach der Luxemburg-Pleite nie mehr im Team. Spielt in Basel derzeit stark. So wird er schnell wieder ein Thema für Hitzfeld. sTeVe Von Bergen, 26 Verteidigung 3 spiele (270 Minuten) 0 Tore, chF 70 750.– Prämien Verein: hertha Berlin Wackelkandidat Der Platz in der Innenverteidigung neben Grichting ist noch nicht fix vergeben. Von Bergen hofft. JohAn VonlAnThen, 23 Mittelfeld/sturm 5 spiele (123 Minuten) 0 Tore, chF 98 500.– Prämien Verein: Fc Zürich Wundertüte Technisch einer der besten Schweizer, wenn nicht der beste. Aber gute Tage gibts ebenso oft wie schlechte. MArco WölFli, 27 Tor 1 spiel (90 Minuten) 0 Tore, chF 50 750.– Prämien Verein: Bsc young Boys Back-up Marco Wölfli vertrat Diego Benaglio im Israel-Match souverän. Mit ihm hat die Schweiz eine starke Nummer 2. reTo Ziegler, 23 Verteidigung/Mittelfeld 1 spiel (8 Minuten) 0 Tore, chF 34 000.– Prämien Verein: sampdoria genua Allrounder Der Genfer ist polyvalent wie kaum ein anderer. Seinen festen Platz hat er aber noch nicht gefunden.

Prämien für wm-QUali Viel kohle Für einen Sieg gabs CHF 13 000.–, CHF 5000.– für ein Remis. Ersatzspieler bekamen die Hälfte, jene auf der Tribüne 25 Prozent. Ein Einsatz war CHF 12 000.– wert.

FOTOS: BRuNO VOSER (6), RDB / BLICKSPORT (9), MARCEL NöCKER

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Countdown

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Fussball, People, Style

MillionenMuSkeln

foToS: joSE A. GARCiA / MARCAMEDiA / Pix ATHLon, RDB/BLiCkSPoRT, REUTERS

Von Manchester United zu Real Madrid – Cristiano Ronaldo ist der teuerste Transfer aller Zeiten. Viel wissen wir vom Super-Star aus Portugal. Doch wer sind seine Liebsten? Welche Coachs haben den Wirbelwind geformt? Welches sind seine Stationen, seine Erfolge? Und: Wie viele Millionen ist er heute wert? Die Antworten gibts im Body-Check auf Seite 20.

im blickpunkt

Meine Welt david zibung Der Luzern-Goalie verrät, wer seine wichtigsten Menschen sind. Seite 16

People nicole Petignat Was die Ex-Schiedsrichterin mit Lewis Hamilton machte. Seite 22

People john terry Womit der Chelsea-Captain seine Zwillinge begeistert. Seite 23


foto: Enrico Fantoni

batigoal trifft – auch hoch zu Pferd Von den Fussballplätzen hat sich Gabriel Batistuta, 40, Argentiniens ExTor-Maschine, schon länger zurückgezogen. Jetzt hat er den grünen Rasen wiederentdeckt – hoch zu Ross. Adolfo Cambiaso, «Batigoals» Freund und wohl weltbester Polo-Spieler, hat Gabriel für die neue Sportart begeistert. Und: Im ersten Ernstkampf hat Batistuta gleich zweimal getroffen.


Countdown big-shots

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hanS Banz, 57, erster trainer in hergiswil

rené Van ecK, 43, trainer carl zeiss Jena

«der erste trainer hat bekanntlich viel Einfluss auf den späteren verlauf einer karriere. hans ist es gelungen, in mir die Freude und leidenschaft für den Fussball zu wecken, die man für eine Profikarriere braucht. deshalb ist er für meine laufbahn sehr wichtig.»

«rené war der erste trainer, der mich im Profibereich als nummer 1 eingesetzt hat. ich war damals erst 20, aber er schenkte mir sein vertrauen. dafür bin ich ihm sehr dankbar. Wir sehen uns nicht mehr oft, aber wenn, dann freue ich mich immer.»

ciriaco SForza, 39, trainer grasshoppers

StePhan lehmann, 46, goalietrainer Fc luzern

«ciri machte mich nach einem halben Jahr beim Fcl zum captain, was für mich eine sensationelle Erfahrung war. Jetzt ist er bei gc, bei der konkurrenz – aber ich bin ihm auf immer dankbar, dass er damals zu mir stand.»

«stephan hat mich nach der schwierigen letzten saison wieder aufgepäppelt und mir selbstvertrauen eingeimpft. ich darf das zweite mal mit ihm arbeiten: Bereits in der aufstiegssaison 2006 war er beim Fcl. ich profitiere viel von ihm.»

roBerto tizzone (BöcKli), 50, Verkauf Sport medical gmbh / Silver cross «mein mentor. roberto hat mich als damaliger u18-trainer und späterer leiter nachwuchs beim Fcl so gepusht, dass ich eine chance als nummer 2 im Profibereich hinter andreas hilfiker c bekam. deshalb war er für meine karriere sehr wichtig.»

Sigi würSch, 53, trainer Fc Küssnacht a. r. «seine offene und ehrliche art schätze ich sehr, wir kennen uns seit vielen Jahren und tauschen uns regelmässig aus. sigi, der auch in hergiswil wohnt, ist extrem kompetent im Fussball, ich schätze seine meinung. Über die Jahre ist er wirklich ein guter Freund geworden.»

PatricK Foletti, 35, inhaber einer goalieschule «Ein super-typ! Wir haben in der letzten saison sehr viel miteinander gesprochen, als es mir sportlich nicht so gut lief, obwohl er gar nicht mehr mein goalietrainer beim Fcl war. aber Patrick ist längst ein Freund geworden, der immer zu mir steht, egal, wie es läuft. ich habe auch sehr viel von ihm gelernt.»

Fotos: maria schmid / EQ imagEs, Bruno vosEr (4), rdB/Blick (3)

trainer

PhiliPPe Banz, Sandro KaiSer, adi Vogel, alBin BeriSha (v. l.), alle 25

chriStoPh graF, 48, und JoSé noguera, 40, 4sports «die beiden managen für mich alles rund um den Fussball. Zwei super typen, die für mich auch kollegen sind. ich lasse mich seit zwei Jahren von ihrer agentur 4sports beraten und habe absolutes vertrauen in christoph und José. sie helfen mir dabei, meine karriere sorgfältig zu planen.»

Berater

«meine besten Freunde begleiten mich seit 15 Jahren – in guten wie in schlechten Zeiten! Wir kennen uns seit den E-Junioren beim Fc hergiswil, und die Freundschaft ist bis heute sehr intensiv. Bis vor kurzem lebten drei von ihnen in einer Wg, dort trafen wir uns oft zum Pokern, Playstationspielen oder diskutieren. aber wir werden auch weiterhin viel zusammen unternehmen.»

Freunde


Countdown meine welt

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treue seele Dave Zibung spielt seit acht Jahren beim FC Luzern. Wie lange noch? 2008 liebäugelte er mit einem Transfer zu Dortmund, im Sommer 2009 flirtete er mit GC. Fernziel: England.

SIlVIa, 48, und tonI, 52, eltern, führen Partyservice «Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre ich heute nicht Fussballprofi. Sie haben mich von Anfang an voll unterstützt. Nachdem ich mit 14 zum FCL gewechselt hatte, fuhren sie mich sechsbis siebenmal pro Woche ins Training. Auch bei Niederlagen sind sie für mich da. Dafür bin ich extrem dankbar.»

Irene, 24, Schwester, Barchefin «Auch Irene hat viel dazu beigetragen, dass wir daheim eine Harmonie hatten – dank der ich auch im Job gute Leistung bringen konnte. Seit sie in Engelberg wohnt und als Barchefin arbeitet, sehen wir uns seltener. Aber wir tauschen uns immer noch regelmässig aus. Sie kommt auch an die Spiele, wenns passt.»

GuIdo, 21, Bruder, Kaufmann «Guido hat wenig Interesse an Fussball, und das finde ich cool. Wir reden über alles andere als meinen Job, und das ist für mich auch ein wichtiger Ausgleich!»

GuStI ZIBunG, 53, onkel und Götti, Versicherungskaufmann «Gusti ist nicht nur mein Onkel, sondern auch mein Götti. Er wohnt mit seinem Sohn im unteren Stock unseres Hauses. Wir haben viel Spass zusammen, aber können auch ernsthafte Gespräche führen. Er hat selber immer Fussball gespielt und trainiert neuerdings auch die Frauen-Equipe des FC Hergiswil.»

FamIlIe

Der zibung-ClAn!

Bodenständig, zuverlässig, ehrgeizig: David Zibung, 25, ist einer der hoffnungsvollsten torhüter auf Schweizer Fussballplätzen. luzerns nummer 1, seit Kurzem wieder Single, verrät in GOAl, wer die wichtigsten Personen in seinem leben sind – und wem er seine Karriere als Profi zu verdanken hat. Protokoll: ilona scherer November 2009 · schweizer illustrierte goal


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Countdown people

10 jahre danach brandi chastain stellt für «sports illustrated» ihren Wm-Jubel mit nachwuchskickerinnen des fc Gold pride nach.

I

do it again, brandi! Vor zehn Jahren wurde Brandi Chastain dank ihres BHs weltberühmt. Mit 41 ist die Amerikanerin immer noch Fussballprofi – trotz Mutterglück. schweizer illustrierte goal · November 2009

10. juli 1999 die mittelfeldspielerin nach ihrem entscheidenden penalty gegen china.

hre Geste ging um die Welt: Brandi Chastain reisst sich das Trikot vom Leib und schreit im schwarzen SportBH ihre Freude über das entscheidende Penalty-Tor gegen China hinaus. 90 000 Fans in Pasadena und Millionen vor dem Fernseher jubeln an diesem 10. Juli 1999 über den WM-Titel für die USA. Zehn Jahre danach ist Chastain 41 Jahre alt und eine – wie man in den USA sagt – «soccer mom». Im doppelten Sinne: Die 192-malige Nationalspielerin ist in der neu gegründeten Women’s Professional Soccer (WPS) der Star des FC Gold Pride (Santa Clara, Kalifornien). Und auch privat ist sie mittlerweile in die Mutterrolle geschlüpft: Von ihrem Ehemann und Ex-Trainer Jerry, der einen 18-jährigen Sohn mit in die Ehe brachte, bekam sie 2006 Söhnchen Jaden. «Mutter zu sein, ist das Härteste,


«Ja, ich will» – und ab ins Training! Diego Benaglio hat seine Nadin geheiratet. Eine Feier gabs nicht.

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ie deutsche Arbeitsmoral hat unser Nati-Goalie mehr als verinnerlicht: Am 23. Oktober, dem Tag ihres Neun-Jahre-Jubiläums, gaben sich Diego Benaglio und seine Nadin das Ja-Wort. Im (sehr) kleinen Kreis, nicht mal die Eltern der beiden waren dabei. Geheiratet haben sie romantisch, im Rittersaal des Wolfsburger Schlosses. Anschliessend gabs keine Feier. Nein, nach dem Fototermin im Schlossgarten packte Diego seine Sporttasche und fuhr ins Training! Erst am Abend ging das frisch vermählte Paar zusammen mit den Trauzeugen beim Edel-Italiener «Casa Antigua» essen. Alejandro Velert

ewigi liebi Jetzt sind diego benaglio und nadin mann und frau. bei einer Geburtstagsfeier lernten sie sich kennen und lieben.

moonwalk für den hsv fotos: RobeRt beck / spoRts illustRated / Getty imaGes (2), maRcel schaaR, boRis baschin, insiGht celebRity

Bundesliga goes Hollywood! Die Tochter des King of Pop, Paris Jackson, geht in Los Angeles mit einer HSV-Mütze auf Shopping-Tour. was ich je getan habe im Leben», sagt die Mittelfeldspielerin nun, «aber auch das Schönste!» Daneben ist Chastain Fussball-Expertin für zwei Fernsehsender, amtete (vergeblich) als Botschafterin für Olympia 2016 in Chicago und ist eine beliebte Werbefigurin. Der BH hat sie in den USA zu einer der beliebtesten Persönlichkeiten gemacht. Das weltberühmte Kleidungsstück hat Chastain übrigens seit diesem Frühling wieder bei sich daheim in San José. Jahrelang war es eine Attraktion im Sports Museum of America in New York gewesen. Doch nachdem dieses bankrottging, forderte Chastain den BH telefonisch und per E-Mail vehement zurück. Und freute sich wie ein Kind, als er tatsächlich geliefert wurde: «Er ist wieder da», jubelte sie. Ob sie dabei ihr Shirt lüftete, ist nicht bekannt. Ilona Scherer

G

ein herz für hamburg mehrmals besuchte michael Jackson die hansestadt, tochter paris outet sich mit ihrer mütze gar als hsV-fan.

alaktische Namen finden sich keine in den Reihen des HSV. Dafür aber unter den Fans: Paris Jackson, 11, Tochter des verstorbenen King of Pop, outete sich kürzlich als Fan der Hamburger. Bei einer Shopping-Tour in Los Angeles mit Bruder Blanket, 7, trug Paris eine FanMütze (für 15.95 Euro im Fanshop zu kaufen) des norddeutschen Klubs. Aber wieso ausgerechnet vom HSV? Die Erklärung: Vater Michael hatte in Niendorf, einem eher biederen Stadtteil von Hamburg, einen engen Freund, den er 1995 bei einer Fernseh-Show kennengelernt hatte. 2006 wohnte die Jackson-Familie sogar einige Tage im Haus dieses Freundes. Allerdings besichtigten die Jacksons bei ihrem Hamburg-Besuch nicht die HSV-Arena, sondern den Tierpark Hagenbeck. Alejandro Velert


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Countdown people

anpfiff für neue projekte

S

ie war streitbar. Und immer wieder das Opfer männlicher Vorurteile. Der Eindruck bleibt: Ihre Leistungen auf dem Platz wurden oft genug mit anderen Ellen gemessen als bei ihren männlichen Kollegen. Und doch fehlt heute etwas im Schweizer Spitzenfussball. Seit Nicole Petignat am Ende des Super-League-Spiels zwischen Xamax und Basel am 30. November 2008 auch ihre Schiedsrichter-Karriere abpfiff, ist es ruhig geworden um die 43-jährige Jurassierin. Ein Blick zurück im Zorn? «Kein bisschen! Ich habe es bis zuletzt genossen. Und ich habe den richtigen Moment zum Aufhören gewählt. Ich bereue nichts!» Es kommt sogar immer wieder vor, dass sich Spieler auf Facebook nach ihrem Befinden erkundigen, denen sie früher auch mal die Gelbe Karte unter die Nase gehalten hat. Mehr Fussball auf Spitzenniveau ist aber nicht mehr. Sie, die 1999 den WM-Final der Frauen, 2003 als erste Frau ein Uefa-CupSpiel der Männer und insgesamt 91 SuperLeague-Matches geleitet hat, mag nicht in unteren Ligen oder bei den Junioren pfeifen. Dafür hat sie die Trainerausbildung wieder angepackt. Und langweilig ist es ihr ohnehin nicht. In Delémont führt sie ihre eigene Physiotherapie-Praxis, und sportlich engagiert sie sich als Trainerin der jurassischen Frauenauswahl im Behinderten-Basketball. Und dann ist da auch noch das Engagement für die Schweizer Strassensport-Liga. In dieser messen sich Teams, die aus Arbeitslosen, Flüchtlingen, ehemaligen Junkies und

ganz ohr Nathan Péray, Julien Marre, Kiflan Hailemariam und Santiago Pachlatko (v. l.) holen an der Homeless-WM Tipps von Nicole. schweizer illustrierte goal · November 2009

bei den stars An der HomelessWM in Mailand trifft Nicole Petignat Inter-Star Marco Materazzi (o.) und Formel-1Crack Lewis Hamilton.

Schweizer Teams mit. Als Markenbotschafterin der Automarke Hyundai, die Sponsorin des Schweizer Strassenfussball-Projekts ist, gab sie den Kickern Tipps mit auf den Platz. Schliesslich sind die Strassenfussball-Regeln etwas anders als auf dem grossen Feld. Für die charmante Madame Petignat kein Problem: «Ich lerne immer gerne Neues dazu.»  Iso Niedermann

«Ich habe es bis zuletzt genossen. Ich bereue den Rücktritt nicht» Nicole Petignat anderen Randständigen zusammengesetzt sind. Nicole arbitriert an den StrassensportTurnieren Matches und kümmert sich um die Schiedsrichter-Ausbildung. Ehrenamtlich, versteht sich. «Ich bin erstaunt, wie sportlich es da zu und her geht. Ich dachte zuvor, dass bei dieser Besetzung der Teams einiges Konfliktpotenzial vorhanden sein muss. Aber es geht extrem freundschaftlich zu. Und selbst die härtesten Jungs respektieren meine Entscheidungen. Es macht mir Spass.» Olivier Joliat, der für das organisierende Strassenmagazin «Surprise» das Strassenfussball-Projekt leitet, ist des Lobes voll über die Romande: «Nicole ist für unsere Sache als Zugpferd sehr wichtig. Sie verschafft uns Kompetenz, Beachtung und Goodwill. Und mit ihrer unkomplizierten Art kommt sie bei den Strassenfussballern sehr gut an.» Bei der Homeless-WM Mitte September in Mailand reiste Nicole als Betreuerin des

Nicole Petignat und Hyundai begeistert Nicholas Blattner, Public Relations Manager Hyundai Suisse, über Markenbotschafterin Petignat.

Weshalb hat Hyundai Nicole Petignat als Markenbotschafterin verpflichtet? Mit ihrem reichen Erfahrungsschatz und der Kompetenz im internationalen Fussballgeschäft sowie mit ihrer natürlichen Ausstrahlung ist sie die perfekte Persönlichkeit dazu. Welche Aufgaben hat sie dabei? Nicole steht uns für Kunden- und Presse­ veranstaltungen im Zusammenhang mit unserem Fussball-Engagement, also der Euro 2008 sowie der WM 2010 in Südafrika, zur Verfügung. Zudem fährt sie einen Hyundai Santa Fe – was ihr im Winter durch ihre erhöhte Wohnlage sehr entgegenkommt. Warum setzt Hyundai auf den Fussball? Mit dem Euro-08-Engagement wurde Hyundai in der Schweiz deutlich bekannter. Wir unterstützen auch die Schweizer Homeless-Meisterschaft und deren Nationalteam. Obdachlosen soll eine Perspektive geboten, ihre Reintegration in die Gesellschaft ermöglicht werden. Auch international bleibt Hyundai als WM-Hauptsponsor am Ball.

fotos: Bruno Voser (4), Reuters, Handout

Vor einem Jahr ist Nicole Petignat als Schiedsrichterin zurückgetreten. Und verfolgt nun neue Projekte. Mit dem Fussball verbindet sie nur noch die Strassensport-Liga.


mit dad im stadion Geht John Terry arbeiten, sind seine Zwillinge gern dabei.

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ie dreijährigen Zwillinge Georgie John und Summer Rose jubeln oft und laut an Samstagen. Immer wenn Daddy John, Chelseas Captain, sagt: «Ich gehe arbeiten. Kommt ihr mit?» Ist das Trio im Fussballstadion, kann Mama Toni in aller Ruhe auf Shopping-Tour gehen. SUS

papis stolz John Terry mit seinen Kids auf dem Rasen im Stamford Bridge.

abbruch-gmbh luzern Beim FCL sind die neuen Autogrammkarten nicht einfach Autogrammkarten. Die Fotos darauf sind kleine Kunstwerke und kultige Zeitdokumente.

helm auf! Trainer Rolf Fringer hat bereits die FCL-Zukunft im neuen Stadion im Visier.

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akin mit Vorschlaghammer, Zibung mit Schaufel, Paiva mit Pickel – beim FC Luzern heissts: Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt! Für die neuen Autogrammkarten liessen sich die FCL-Cracks, Trainer und Präsident vor der Abbruchruine des alten Allmend-Stadions

ablichten. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Die Spielerporträts vor den Überresten der legendären Stehrampe Zone 2 sollen keinen Hinweis geben auf die Spielweise der jüngst erstarkten Luzerner. Symbolcharakter hats aber doch: Auch Supertechniker wie Hakan können zulangen. IN


Der «Viano Family» beweist Familiensinn. Mit dem «Viano Family» ist die ganze Familie gut unterwegs. Als Viano Trend oder Viano Ambiente bietet er Platz für bis zu acht Personen. Moderne Motoren, innovative Sicherheitssysteme und ein Dieselpartikelfilter sind mit an Bord. Profitieren Sie jetzt von einmaligen Ausstattungsvorteilen. Vereinbaren Sie eine Probefahrt bei Ihrem Mercedes-Benz Partner. www.mercedes-benz.ch

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stars

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Die besten Fussballer hautnah

wayne rooney

wayneS worlD

foToS: ALEx LivESEy / GETTy iMAGES, HAMiSH BRoWN; iLLUSTRATioN: BERND SCHiffERDECKER

Er schiesst geniale Tore am Laufmeter – und fliegt immer wieder mit Roten Karten vom Platz. Es braucht wenig, bis Wayne Rooney auf dem grünen Rasen die Sicherungen durchbrennen. Der 24-jährige Sturmtank von Manchester United ist gefangen zwischen Genie und Wahnsinn. Wie der private Rooney ist und wer ihn zur Ruhe bringen kann, erfahren Sie auf Seite 38.

in der starwelt

Das Porträt valon behrami Der Nati-Star über seine Elena, sein Baby, sein Comeback. Seite 26

Kolumne florentino Pérez Mario Widmer über den Präsidenten von Real Madrid. Seite 36

November 2009 · schweizer illustrierte goal


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stars valon behrami

endlich frei im kopf! Jahrelang haben die Schweizer Fans Valon Behrami die Gunst verweigert. Der Exzentriker im Nationalteam hat darunter gelitten. Seine grosse Liebe Elena und T枚chterchen Sofia haben ihn nun mit der Vergangenheit vers枚hnt. Interview: Iso Niedermann 路 Fotos: Hamish Brown schweizer illustrierte goal 路 November 2009


Ta oos vom lazio-klub­Tä TaTT TäT Tä äTowierer Auf Valons rechtem Arm steht «Vom Herz zum Kopf» über Elenas und seinem Anfangsbuchstaben, links die Namen von Eltern und Schwester sowie die 85, seine LieblingsRückennummer und sein Jahrgang. Das Tattoo für Tochter Sofia «folgt in Kürze».

November 2009 · schweizer illustrierte goal


«Ich bin als Papa viel zu weich. Ich wäre gern strenger, aber Sofia wickelt mich leicht um den Finger»

schweizer illustrierte goal · November 2009


stars valon behrami

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«Elena hat meine rebellische Seite gezähmt. Wer mich vor drei Jahren gekannt hat, weiss, was das heisst»


ÂŤMeine Familie, Elena und  Sofia, ist  heute mein wichtigster  LebensinhaltÂť


stars valon behrami

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s ist etwa so, als hätte man Gennaro Gattuso auf den Fersen. Man läuft und schlägt Haken und gibt sein Bestes, und doch entkommt man der Hartnäckigkeit des Mailänder Wadenbeissers nicht. Am besten warten, bis Gattuso zu alt ist, einem folgen zu können. Auch einem schlechten Image läuft man nicht so leicht davon. Valon Behrami hat beides erfahren. Starspieler beim italienischen Topklub Lazio. Barrage-Tor im November 2005 gegen die Türkei, das die Schweiz an die WM nach Deutschland brachte. Stärkster Schweizer an der Euro 08 im eigenen Land. Rekordtransfer zu West Ham London in die Premier League. Das alles zählt wenig. Was viele von Valon in Erinnerung behalten: auffallende Tattoos, schnittige Autos, Spiegelbrille, funkelnder Brillant im Ohr. Und dann hatte er ja auch noch jenes Interview gegeben, in dem er die Nati unter Kuhn «ein Schulreisli» schimpfte. Oder den Jour­ nalisten trotzig diktierte, die Schweiz habe nie auf ihn und seine Familie gewartet, als sie aus dem Kosovo in die Schweiz flüchteten. Zeit, mit den Geistern der Vergangenheit aufzuräumen. Valon mag sich nicht mehr auflehnen. Zum Glück. Seine Person, seine Geschichte und seine Karriere sind zu vielschichtig, um schubladisiert zu werden in der Abteilung «begabter Fussballer, unbedarfter Typ». siehe 1  Valons Wandel zum Publikumsliebling hat vor allem mit seinem Privatleben zu tun. Seit zweieinhalb Jahren ist Behrami mit dem italienischen Foto­model Elena Bonzanni liiert. Seit neun Monaten sind sie Eltern einer Tochter namens Sofia. Selbst eine schwere Knieverletzung, die Valon von März bis September zum Zuschauen verdammte, hat ihn nicht mehr aus der Bahn werfen können. Valon Behrami hat seinen Frieden gefunden. Und ist mehr denn je eine WM-Hoffnung für die Schweiz. Valon Behrami, mit der Geburt Ihrer Tochter Sofia am 15. Februar dieses Jahres hat für Sie ein neues Leben begonnen. Völlig, ja. Und die Veränderung kam im besten Moment. Zwei Wochen nach Sofias Geburt habe ich mich schwer verletzt. Aber wenn ich nach Hause gekommen bin, hat sie

mich meine Sorgen vergessen lassen, weil ich andere Aufgaben hatte. Ich musste vor zwei Jahren schon einmal länger pausieren. Aber damals war es viel, viel schwieriger zu ertragen. Ich weiss heute gar nicht mehr, wie ich das ohne unsere Tochter geschafft hatte. Dank Sofia war diesmal alles relativ, obwohl die Verletzung viel schlimmer war. Hat Sie das überrascht? Einerseits nicht. Meine Schwester Valentina hat ebenfalls zwei Kleinkinder, eine fünfjährige Tochter und einen zweieinhalbjährigen Sohn. Ich war oft mit ihnen zusammen, schon als sie Babys waren. Von daher wusste ich, was auf mich zukommt. Andererseits machte ich mir plötzlich Sorgen um jedes kleinste Detail, damit es Sofia auch wirklich gut hat. Das kannte ich vorher so noch nicht an mir. Allerdings hatte ich gedacht, wenn unser Kind da ist, werde ich alles ruhiger angehen lassen, manchmal etwas mehr nachdenken, bevor ich handle. Ein Trugschluss – dieser Charakterzug ist mir geblieben. Leider. Dafür hatten Sie schon vor Sofias Geburt gesagt, dass Ihre Verlobte Elena Sie als Person umgekrempelt habe. siehe 2 Ja, Elena hat definitiv meine rebellische ­Seite gezähmt. Wer mich vor drei Jahren gekannt hat, weiss, was das bedeutet … Elena, waren Sie oder Sofia dafür verantwortlich, dass Valon nach seiner Verletzung so rasch zurückgekommen ist? Definitiv Sofia! Sie hätten das sehen sollen! Wenn er mutlos aus der Therapie nach ­Hause kam, hat ein Lächeln der Kleinen genügt, ihn für den Rest des Tages fröhlich zu machen. Sie hat ihm den Optimismus zurückgegeben. Sie hat ihn völlig in der Hand. Wie reagiert er darauf? Indem er ein toller Vater ist. Er nimmt mir wirklich sehr viel ab zu Hause. Wir haben keine Nanny. Er spielt viel mit Sofia, kümmert sich um sie, wenn sie ungeduldig ist. Ich kann ganz ruhig einkaufen gehen, weil ich weiss, dass Sofia von Valon bestens betreut ist. Ich höre da von anderen Spielerfrauen ganz anderes. Die beklagen sich, dass ihre Männer zu Hause nur rumsitzen und sich ausruhen. Valon dagegen ist richtig engagiert. Nimmt er Sofia auch in der Nacht auf? Ja, tut er. Wobei wir in der glücklichen Lage sind, dass Sofia seit ihrem dritten Monat in der Regel fast zwölf Stunden durchschläft.

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Und wenn sie mal erwacht, schläft sie oft ohne unser Zutun wieder ein. Sie wollte von Anfang an nie einen Nuggi, sondern hat sich immer mit ihrem Daumen beruhigt. Valon, sind Sie ein strenger Vater? (Lacht.) Ich wärs manchmal gern, aber ich schaffs nicht! Ich bin als Papa viel zu weich. Sofia wickelt mich leicht um den Finger. War Ihr Vater wie Sie heute? Das ist nicht zu vergleichen. Mein Vater hatte ein ganz anderes Leben. Er musste richtig hart arbeiten, um die Familie durchzubringen. Und war immer in Sorge, ob das Geld reicht. Trotzdem hat er sich immer um uns Kinder gekümmert. Ich dagegen habe einen Traumberuf, im Vergleich zu ihm richtig easy. Nein, was er als Vater geleistet hat, das war vorbildlich. So finde ich es nur normal, dass ich mich am Nachmittag zu Hause ­engagiere, nachdem Elena am Vormittag die ­ganze Arbeit allein schmeissen muss, wenn ich im Training bin. Meine Familie ist mein wichtigster Lebensinhalt. Sie stammen aus dem Kosovo, sind in der Schweiz aufgewachsen, leben heute in England, Ihre Partnerin ist Italienerin. Wo gehören Sie richtig hin? Ganz klar in die Schweiz! Das Leben dort entspricht mir. In London zu leben und zu arbeiten, ist spannend und aufregend. Aber ich denke, dass wir wieder in der Schweiz sein werden, wenn Sofia in die Schule kommt. Dabei war das mit der Schweiz ja nicht von Anfang an eine Herzenssache … Das stimmt. Wir fühlten uns als Einwanderer aus dem Kosovo anfänglich nicht sehr gut aufgenommen. Aber ich habe inzwischen Frieden geschlossen mit meiner Vergangenheit. Jetzt fühle ich mich als Schweizer, bin dem Land dankbar. Ich bin ja auch älter und reifer geworden, habe einiges verstehen gelernt, was ich früher nicht akzeptieren konnte. Hat Sie dieser Reifungsprozess auch als Fussballer besser gemacht? Sicher, ja. Ich bin mit meinem Weg, den ich zuletzt gemacht habe, trotz der Verletzung sehr zufrieden. Ich bin heute ein anderer Fuss­ baller als vor drei, vier Jahren – positi­ver und optimistischer. Ich habe meinen Ärger und auch meinen Trotz hinter mir gelassen. Ist das anfängliche Missverständnis zwischen Ihnen und der Schweizer FussballNati ausgeräumt? Man hatte ja lange Zeit November 2009· schweizer illustrierte goal


stars valon behrami

«Ich weiss nicht, ob es terminlich nächsten Sommer mit der Heirat klappt. Könnte ja sein, dass ich länger in Südafrika bleibe…» Valon Behrami mehr über Ihr Einzelgängertum als über Ihre Qualitäten auf dem Platz geredet. Das war so, man hatte sich in der Schweiz nie die Mühe gemacht, hinter diese Äusser­ lichkeiten zu blicken. Wer mich aber kennt, weiss, dass es mir schon damals um mehr ging. Doch damals regte ich mich auf, wehr­ te mich gegen das Bild, das man von mir verbreitete. Vielleicht nicht immer auf sehr geschickte Art, zugegeben. Ich habe wohl Sachen gesagt – gerade im Umfeld des Nationalteams –, die meiner Karriere ge­ schadet haben. Heute stehe ich über diesen Dingen. Und seit Ottmar Hitzfeld Natitrainer ist, habe ich auch endlich einen festen Platz im Gefüge gefunden. Er ging unbelastet an mich heran, gab mir meine Chance. Ich denke, ich habe sie genutzt. Aber obwohl ich mich professioneller denn je fühle, obwohl ich Südafrika vor Augen habe, kann ich Ihnen sagen: Ja, ich mag noch immer schöne Kleider, edle Autos, wertvollen Schmuck, ich beschäftige mich mit Lifestyle. siehe 3Wenn das jemand stört, ist das nicht mehr mein Problem. Man soll mich als Fussballer bewer­ ten. Wollen Journalisten meine wahre Per­ sönlichkeit kennenlernen, müssen sie mich ausserhalb des Fussballfeldes begleiten. Sie haben die Vornamen Ihrer Eltern und Ihrer Schwester sowie ein «E» für Elena auf die Arme tätowieren lassen. Gibts da auch schon ein Tattoo für Sofia? Noch nicht, aber bald. Ich habe auch schon eine Idee, wies aussehen wird. Das verrate ich aber nicht. Die Tattoos sind mir alle sehr wichtig. Familie, das ist das, woran ich glaube. Menschen können ihre Ansichten über dich jederzeit ändern. Die Liebe deiner Familie aber, die bleibt. Für Elena war das etwas anders. Sie kommt aus einem anderen familiären Umfeld, das nicht so eng war wie unseres. Aber sie hat das sehr zu schätzen gelernt. Sie liebt es, wie nahe wir uns alle stehen, und sie hat meinen Glauben an die Familie inzwischen völlig übernommen. schweizer illustrierte goal · November 2009

War Sofia ein Wunschkind? Und wie! Wir mussten nicht lange üben, bis unser Wunsch in Erfüllung ging… Ein Schwesterchen oder Brüderchen für Sofia ist noch nicht in Planung? (Lacht.) In Planung schon, aber noch nicht in Produktion! Zuerst wollen wir unsere Sofia geniessen. Aber wir haben schon die Vorstel­ lung, dass sie kein Einzelkind bleibt. Die Heirat folgt? Bald, ja. Sie war eigentlich für diesen Som­ mer geplant, aber dann haben uns Ver­ letzung und Therapien einen Strich durch die Rechnung gemacht. Obs kommenden Sommer klappt, ist noch offen. Ich weiss ja noch nicht genau, wie mein fussballerisches Programm dann aussieht. Könnte sein, dass ich länger in Südafrika bleibe… Und bei West Ham? Ich habe einen Vertrag bis 2013. siehe 4 Mir gefällt es hier. Der englische Fussball entspricht meinen Stärken. Und ich konnte ja noch gar nicht richtig zeigen, was ich kann. Sie haben schon Mitte September wieder in der Premier League gespielt, obwohl Ihre Ärzte bei der Operation im März prognostizierten, dass Sie frühestens Ende Oktober wieder ernsthaft Fussball spielen würden. Ein Wunder? Ich denke, das war eher taktische Vorsicht der Ärzte. Besser, wenn man sich über eine Rückkehr früher als versprochen freuen darf, als wenn man jemanden vertrösten muss. Einer Ihrer Mitspieler bei West Ham, Calum Davenport, wurde unlängst bei einem Raubüberfall in seinem eigenen Haus niedergestochen. Keine Angst? Nein, bei uns ist die Situation anders. Wir wohnen in einer Penthouse­Wohnung ziem­ lich zentral, Nähe Tower Bridge. Die Lage ist ideal. 20 Minuten zum Trainingsgelände, 20 in die Innenstadt. Kommt dazu, dass es bei Calum der Freund seiner Schwester war, der sich Zugang ins Haus verschafft hatte.

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zur person valon behrami

Valon wurde am 19. April 1985 in Mitro­ vica im ehemaligen Jugoslawien geboren. Mit Papa Ragip, 49, (Bild) Mama Alime, 45, und Schwester Valen­ tina, 26, landet er 1989 als Flüchtling in der Schweiz, wo er in Stabio TI aufwuchs. Nach abgelehnten Asylgesuchen durfte die Familie schliesslich dank einer Unter­ schriftensammlung durch Anwohner bleiben. Ursprünglich war Valon Leicht­ athlet mit mehreren regionalen Gelände­ lauf­Titeln, ­­Titeln, dann kam er über die Juniorenstationen Stabio und Chiasso zum FC Lugano. Als Profi wechselte er zu Genoa und dann zu Hellas Verona in die italienische Serie B, ehe Lazio Rom ihn 2005 verpflichtete. Seit 2008 spielt er in der Premier League bei West Ham Lon­ don. Valon, der auf der rechten Aussen­ bahn am liebsten im Mittelfeld, aber auch als Verteidiger spielt, hat seit 2005 24­mal für die Schweiz gespielt (zwei Tore). www.behrami85.com

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zur person elena bonzanni

Im norditalie­ nischen Berga­ mo am 2. März 1983 geboren, begann Elena (Bild, rechts) früh nebst der Schule zu modeln. Ihr Studium der Kommu­ nikationswissenschaften in Mailand unter­ brach sie, als sie anfing, am Fernsehen Sendungen zu moderieren. Landesweit be­ kannt wurde sie in Italien durch die Fussball­ Talkshow «Quelli che il calcio». In dieser be­ gegnete die ehemalige Sportgymnastikerin auch erstmals Valon Behrami, mit dem sie seit dem 24. April 2007 liiert ist. Das Paar ist verlobt und hat seit dem 15. Februar dieses Jahres eine Tochter namens Sofia. www.elenabonzanni.com www.elenabonzanni.fan-club.it

FoToS: RDB / BLICKSPoRT / ToTo MARTI, HANDoUT

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ÂŤIch bin heute ein anderer Fussballer. Positiver und optimistischer. Ich habe meinen Ă„rger und meinen Trotz hinter mir gelassenÂť


stars valon behrami

«Valon hat Fussball in seiner DNA. Sieht er einen Ball, muss er ihm einfach nachlaufen. Das ist fast schon zwanghaft» Elena Bonzanni Sie fühlen sich wohl in London? Sehr sogar. Kein Vergleich zu Rom. Hier kann man sich wie normale Leute auf der Strasse bewegen. In Rom war das unmöglich. Die eigenen Lazio-Fans waren oft aufdringlich, die gegnerischen Roma-Anhänger manchmal bedrohlich. Das hatte uns den Wechsel nach England auch sehr erleichtert. Elena, was imponiert Ihnen an Valon? Vor allem seine Werte. Wie für ihn die Familie heilig ist, das imponiert mir. Aber man versteht es rasch, wenn man in seiner Familie aufgenommen wird. Das sind Menschen, die viel investieren mussten, um das Leben zu führen, das sie jetzt haben. Und Valon ist auch sensibler, als es von aussen aussieht. Unter der Ablehnung des Schweizer Publikums hat er richtig gelitten, auch wenn er es nie zeigen wollte. Er hat nicht verstanden, weshalb. Seit Sofia da ist, ist er übrigens ein bisschen ein «Pigrone» geworden, ein Stubenhocker. Das passt mir ganz gut. Wie haben Sie sich denn kennengelernt? Es war in einem Restaurant, wo ich mit Freundinnen zu Abend ass. Valon war auch mit Kollegen dort. Wir kamen ins Gespräch, aber ich war erstaunt, wie scheu er war. Er hat sich nicht mal getraut, mich direkt nach meiner Handynummer zu fragen. Eine Kollegin von mir sollte das für ihn tun. Aber das passte mir nicht. Soll er doch selber kommen, wenn er interessiert ist, dachte ich. Sie hatten sich zuvor nicht gekannt? Vom Sehen schon. Valon kam einmal in unsere Fussball-Talksendung «Quelli que il calcio». Aber das Interview führte nicht ich. Valon ist eindeutig der Liebling der Frauen unter den Fans. Keine Eifersucht? Vor allem am Anfang schon. Das ist normal, wenn alle Mädchen deinem Partner nachschauen. Inzwischen amüsiere ich mich darüber, dass es Valon manchmal gar nicht recht ist, wenn ihn weibliche Fans in meiner Gegenwart belagern. Er hat es nicht gern, wenn ich seinetwegen eifersüchtig bin. schweizer illustrierte goal · November 2009

Aber er legt Wert auf sein Äusseres… (Lacht.) Kann man wirklich sagen! Am Morgen frage ich ihn manchmal, ob ich dann allmählich auch mal ins Badezimmer dürfe. Ich bin eindeutig schneller beim Zurechtmachen. Habe ich mal ein bisschen länger, wird er nervös. Er aber lässt mich seelenruhig warten. Vor allem um seine Haare macht er ein richtiges Aufheben. Da muss jedes Strähnchen mit Gel an den richtigen Platz gebracht werden. Seine Frisur ist seine Leidenschaft. Nebst dem Fussball. Ja, ich würde sagen, er hat Fussball in seiner DNA. Sieht er einen Ball, muss er ihm einfach nachlaufen, das ist fast schon zwanghaft. Er würde wohl mit dieser Leidenschaft auch gut nach Spanien passen… Warum nicht? Ich habe inzwischen gelernt, von Januar bis Mai die Koffer zusammenzusuchen und mir zu überlegen, was ich alles einpacken müsste für einen Umzug. Es zeigen ja regelmässig mehrere Klubs aus verschiedenen Ländern Interesse an Valon. Ich habe das Gefühl, es werden jedes Jahr mehr. Das heisst für Sie Umzüge statt Rückkehr ins Model- und TV-Business. Damit habe ich kein Problem. Mich interessieren andere Dinge, seit ich Mutter bin. Ich könnte mir aber vorstellen, mein Marketing- und Kommunikationsstudium noch abzuschliessen. Aber ich gebe zu: Ich habe mich sehr auf dieses Shooting mit GOAL gefreut. Das Posieren vor der Kamera liegt mir schon im Blut. So wie Valon das Fussballspielen. FotograF Hamish Brown Fotoassistenz Mark Townsend, Ivan Shaw, Ben Lennox styling Teddy Hasard Haare Amiee Robinson / Blunt Make-up Yin Lee / Blunt produktion kandrmedia.com location Spring Studios, London (UK)

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valonS Style

Mode-label Dolce & Gabbana auto Ferrari F430 Scuderia uhr Hublot Big Bang parfum Creed Silver Mountain Feriendestination Miami Film The Last Samurai schauspielerin Milla Jovovic Musik US-Rapper Fabolous Handy Nokia n97 essen Pizza getränk CocaCola Fussballerisches Vorbild Keines!

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weSt ham united

Die Hammers sind in Londons East End beheimatet. Der 1895 gegründete Klub spielt im Boleyn Ground (auch als Uptown Park bekannt), der 35647 Zuschauer fasst. West Ham, aus dessen Nachwuchsabteilung Stars wie Bobby Moore, Frank Lampard oder Joe Cole stammen, holte drei Cupsiege und einmal den Europacup der Cupsieger (1965). Valon Behrami nahmen die Hammers im Juli 2008 für über 10 Millionen Franken für fünf Jahre unter Vertrag. Der Schweizer, der von März bis September 2009 wegen eines Kreuzbandrisses ausfiel, trägt die Nummer 21, weil es seine Lieblingsnummer, die 85, in der Premier League nicht gibt. Bei West Ham ist auch der Schweizer Nachwuchsspieler Fabio Daprela, 18, unter Vertrag. www.whufc.com

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Signierte nike-Schuhe zu gewinnen

GOAL verlost ein Paar Nike CTR360 Maestri im Wert von CHF 300.–. Der Schuh in Ihrer Grösse ist von Valon Behrami signiert. Details zur Verlosung www.si-goal.ch

FOTOS: KEYSTONE, CINETExT, HANDOUT

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stars kolumne

von mario widmer

V

iele pinkeln ihm ans Bein. Er hält es mit dem uralten Spruch der arabischen Salzhändler: «Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter.» Angefragt, was er dazu meint, dass sein Real ­Madrid vom Schweizer Politiker Mario Fehr als «ungesund für den Fussball» bezeichnet wurde, soll er gesagt haben: «Wer ist Mario Fero? Aber nein, bitte. Ich will das gar nicht wirklich wissen …» Florentino Pérez, 62. Präsident von Real Madrid. Selfmade-Milliardär. Auf allen Listen der reichsten Menschen der Welt. Der Mann, der für Cristiano Ronaldo rund 140 Millionen an Manchester United und für Kaká ebenfalls runde 100 Millionen an Milan überwies. Ein Irrer? Einfach asozial? Scharlatan? Ungesund für den Fussball? Es gibt viele Hinweise darauf, dass Florentino Pérez, verheiratet, drei Kinder, kaum Öffentlichkeit, kaum Skandale, etwas ganz anderes ist: ein Unternehmer, der, im Gegensatz zu seinen Kritikern, stets dazulernt. Sehr wohl und sehr gut rechnen kann. Mit der Zeit geht. Sogar immer versucht, einen Schritt vor der Zeit zu sein. Hinweise auch darauf, dass Florentino ­Pérez etwa gelernt hat, dass Geld den sportlichen Erfolg im Fussball nicht garantieren kann. Den finanziellen Erfolg schon eher. Es gibt keinen Vertragsentwurf dafür, wie das nächste Match zu gewinnen ist. Verträge, was das TV, die Sponsoren zu zahlen haben, hingegen schon. Ebenfalls recht präzise Hochrechnungen für das Merchandising, bei weltweiter TV-Präsenz. Drei Ziele nennt Florentino Pérez als Grund für die horrenden Transfersummen, die er für die neue Saison investierte. «Real Madrid braucht mehr Zuschauereinnahmen. Bessere TV-Verträge. Mehr Sponsoren- und Marketinggelder.» Niemand hat jemals vom Plan gehört, dass Florentino Pérez wegen Ronaldo und Kaká die Champions League gewinnen will. Zahlen. Wirtschaftsprüfer Deloitte rechnete aus, dass Real Madrid im Stadion, durch TV, Sponsoren, Merchandising letztes Jahr 630 Millionen generierte: Manchester Unischweizer illustrierte goal · November 2009

reals könig – ein kühles ­r echen-genie

illustration: bernd schifferdecker; Foto: Geri Born

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ted 560 Millionen, Barcelona 532 Millionen. Florentino Pérez, der in seiner Freizeit als Hobby-Professor auch einen Lehrstuhl an ­ einer Universität in Madrid besetzt, kämpft also in Wahrheit weder gegen Barcelona noch gegen ManU um Punkte auf dem ­Rasen: dafür um eine Steigerung von Einnahmen, die bereits vor den Zeiten von Cristiano Ronaldo, Kaká die höchsten im Weltfussball waren. Sich langsam Richtung American Football bewegen. 2003 bezahlte Florentino Pérez beim Aufbau der «Galaktischen 1» für David Beckham rund 55 Millionen. Das Magazin «Forbes» rechnete aus, dass Beckham Madrid allein mit dem Merchandising mehr als 600 Millionen wieder in die Kasse brachte, tatsächlich die Einnahmen aus den Warenverkäufen an die Fans weltweit für Real um 137 Prozent steigerte. Mit Beckham erhöhte sich die weltweite Fan-Gemeinde von Real Madrid auf 400 Millionen Mitglieder. Tatsächlich. Während in der Schweiz Unternehmer wie ein Marcel Ospel offensichtlich weit weniger populäre, dafür hundertfach höhere Investitionen für amerikanische Papphäuschen in den Sand setzen, versucht ein Florentino Pérez mit vielen, vielen Milliarden weniger, die Menschen mit spektakulärem Fussball zu erfreuen. Und so ganz ­nebenbei das Ziel zu erreichen, Reals FanGemeinde auf 600 oder 700 Millionen zu ­vergrössern. Wer ist nun gaga, bitte schön, lieber Mario? Florentino oder Marcellino … Nun ist es nicht etwa so, dass ich ein wirklicher Fan von Florentino Pérez bin. Der spanische Don startete seine Karriere zu den Milliarden noch unter Franco. Er entwickelte einen genialen Sinn dafür, in seinem Leben Politik für die anderen und gute Wirtschaft für sich selber zu vermischen. Er ist einer der grössten Baumeister Iberiens, ja ganz Europas geworden, mischelt gross in der Energie mit. Hat bei den Maut-Autobahnen einen weiteren Fuss in der Zukunft. Ich möchte nicht zusammen mit ihm auf eine einsame ­ Insel abstürzen, dann mit Florentino um die paar wenigen Kokosnüsse an der einzigen Palme streiten müssen. Da hätte ich nach einem Absturz mit Mario Fehr gewiss eine bessere Überlebenschance. Aber: Florentinos Leistungen für Real, für Madrid und für den Fussball sind nun wirklich zu respektieren. In seiner ersten Amtszeit schuf er nicht nur die «Galaktischen», er investierte auch 200 Millionen in das Stadion Santiago Bernabéu. Baute dazu mit «Real City» das modernste und schönste FussballTrainingszentrum der Welt. Und jetzt hat er neben den «Galaktischen 2», so höre ich aus dem direkten Umfeld, für seine zweite Amtszeit auch im Sinn, aus dem Santiago Bernabéu

das modernste Fussballstadion der Welt zu machen. Bereits ist eine Delegation Madrids in ­Arlington, Texas, empfangen worden. Dort ist mit dem neuen Stadion der Dallas Cowboys die modernste Multizweck-Arena der Welt entstanden. Pérez habe ein sehr offe­ nes Ohr für die Zahlen aus Texas gehabt. Also. Arlington, zwischen Dallas und Fort Worth, ist etwas kleiner als Zürich. Die Arena, 80 000 bis 105 000 Zuschauer, hat über eine Milliarde gekostet. Sie wurde mit einer Hotelzimmertaxe und einer kleinen Verkaufs­steuer (0,5 Cent) öffentlich mitfinanziert. Sie bringt neben grossen Sportanlässen auch Konzerte, Conventions und Kongresse in die Region. Der Cowboys-Dom, dessen Namenrechte noch zu haben sind – eine «Idee» für die UBS? –, hat natürlich ein rückfahrbares Dach, dazu als Weltneuheit zwei elektrisch zu öffnende Seitenwände. Selbstverständlich ist die Arena voll klimatisiert.

Stadion finanzieren. Dies trotz, na ja, offenbar «gesunder Entwicklung des Fussballs hierzulande». Zürich hat seine so munter Milliarden verzockende Bahnhofstrasse, aber noch nicht einmal ein Fussballstadion. Real zielt auf 250 TV-Millionen pro Jahr. Versteht sich von selber, dass die weltweite TV-Präsenz von Ronaldo, Kaká und Co. auch die Rechnungen an die Sponsoren und die Einnahmen aus dem Merchandising explodieren lassen wird. Bwin, Reals österreichischer Leibchensponsor, muss sich wohl mit dem Billig­ vertrag von kolportierten 30 Millionen Euro pro Jahr warm anziehen. Und Adidas, Reals Ausrüster, wird, wie zu hören ist, von einem chinesischen Produzenten angegriffen, der ein grosser Player auf dem Weltmarkt werden möchte. Die Chance ist nicht schlecht. 100 Millionen neue Ronaldo- und Kaká-Leibchen auf den gewaltigen Märkten von Südostasien, China und Indien wären ein guter

«Er ist einer der grössten Baumeister Iberiens, ja ganz Europas geworden und ­mischelt gross in der Energie mit» Etwas zu den Zuschauereinnahmen: Das Stadion hat 300 Logen/Suiten, die zwischen 100 000 bis über eine Million im Jahr ein­ bringen. Die Saisontickets der Cowboys kosten zwischen 800 und 3500 Dollar für die acht Heimspiele vor den Playoffs. Doch hier ­haben sich die Amerikaner längst eine neue Möglichkeit einfallen lassen, diese Ein­nahmen zu optimieren. Bevor jemand ein gutes Cowboys-Ticket kaufen kann, muss er eine Option für seinen Sitz erstehen. Kosten: 2000 bis 150 000 Dollar für 30 Jahre. Und: Wer glaubt, die Mitsubishi-HD­Anzeigetafel, ein TV-Schirm mit den Welt­ rekordmassen von 50 mal 22 Metern, wäre nicht mit Werbung finanziert worden, darf mit Mario Fehr den Klub der Ahnungslosen im Sport-Marketing gründen. Jerry Jones ist der amerikanische Florentino Pérez. Er kaufte die Cowboys vor 20 Jahren für 150 Millionen. Die guten Mario Fehrs dieser Welt klagten, eine ungesunde Entwicklung bahne sich an. Heute sind die Cowboys 1,3 Milliarden wert – eine Verzinsung von 800 Prozent. Dazu das neue Stadion. Was die Zuschauereinnahmen betrifft, hat Florentino Pérez, siehe Cowboys, noch grossen Spielraum nach oben. TV, Sponsoren und Merchandising sowieso. In der Schweiz kann ein Fussballverein von den TV-Einnahmen nicht einmal ein modernes Sicherheitssystem im und um das

Einstieg für einen neuen Ausrüster mit dem Emblem des kleinen Drachens. Florentino Pérez sieht dies alles. Er hat die unaufhaltsame Entwicklung der Spass- und Entertainment-Gesellschaft im Auge unter der randlosen Brille. Wie die Medien, die ­diese Entwicklung alimentieren. Ob gut oder schlecht, sie ist durch belehrende Politiker oder von Bankern, die kein Auge für diese Entwicklung haben und lieber unpopulär bleiben wollen, nicht zu beeinflussen. Pérez lässt sich seine Träume für die Fussballfans Madrids, Spaniens, Europas und der Welt durch die Sparkasse Caja de Madrid und die Bank Santander finanzieren. Selbstverständlich mit Schulden von Real. Doch wie sagt der heissblütige Don so kühl: «Die Ratio zwischen dem Wert und den Einnahmen von Real Madrid und unseren Schulden ist so gut, dass uns die meisten Unter­nehmen und Staaten nur beneiden können.» Deloitte klatscht begeistert. Mario Fehr ist besorgt. Vamos, Real.

mario widmer schrieb als Sportchef und Chefreporter 34 Jahre lang für «Blick» und «SonntagsBlick», prägte und kommen­ tierte die Fussballszene wie kein anderer Schweizer Journalist. Seit 1997 ist er per­ sönlicher Manager von Martina Hingis und Lebenspartner von Melanie Molitor. Für GOAL gibt er als Kolumnist ein Comeback. November 2009· schweizer illustrierte goal


foto: robin parker / fotosports international / eQ images

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stars wayne rooney

wayne-s rooney ist ein Grenzgänger. Zwischen unbändiger energie und überdrehtem Übereifer. ein 24-jähriger Hitzkopf zwischen Genie und wahnsinn. «Sie sind verrückt», sagt sein Trainer. «Ich bin scheu und sensibel», sagt der Sturm-Tank von sich selbst. Text: Raphael Honigstein


innig! tor-garant mitten im getümmel Wayne Rooney denkt nicht nach – er schiesst. Und trifft – wie hier gegen Shay Given von Manchester City.


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stars wayne rooney

Aufmunternde «Rooney, Rooney»-Schlachtrufe der United-Fans im Craven-CottageStadion zeigten damals, dass man ihm die Unbeherrschtheit nicht wirklich übel nahm. «Wayne hat unheimlich viel Energie, er will immer spielen, immer gewinnen», sagte Trainer Alex Ferguson milde. «Grosse Spieler haben diesen Hunger und diese Entschlossenheit. Diese Dinge sind ein Segen.» «Ich kann meine Emotionen heute besser in die richtigen Bahnen lenken», sagt Rooney. Doch in seiner achten Profi-Saison ist der Junge aus dem Liverpooler Arbeiterviertel Croxteth auf dem Platz nur in An­ sätzen cooler geworden. Und genau das ist in den Augen der Engländer ja auch gut so: «Roo» ist der mit Abstand beliebteste Spieler auf der Insel, weil er wie früher Paul Gascoigne Genie und Wahnsinn in sich vereint. Rooney gelingt nicht in jedem Spiel alles, aber er rennt sich die Lunge aus dem Leib. Garantiert. Das zählt. «Viele Spieler werden für ihre Millionengehälter kritisiert», sagt Ferguson, «aber wenn man sieht, wie viel Arbeit schweizer illustrierte goal · November 2009

die geballte energie «Der Junge kennt einfach keine Angst», lobt ihn Nationalmannschaftskollege Frank Lampard, «er hat nicht nur das Talent, sondern auch den Charakter, einfach rauszugehen und sich vor nichts und niemandem zu fürchten.» Viele Torjäger sagen, ihr Berufsgeheim-

zur person

wayne mark rooney Geboren Am 24. Oktober 1985 in ­ roxteth, Liverpool, als Sohn eines PreisC boxers und einer Schulkantinenköchin Zivilstand Verheiratet mit Coleen ­McLoughlin Verein 2002–2004 FC Everton, seit 2004 bei Manchester United Erfolge Englischer Liga-Pokalsieger: 2006, 2009. Englischer Meister: 2007, 2008, 2009. FA Community Shield: 2007, 2008. Champions-League-Sieger: 2008. www.waynerooney.com

nis liege darin, vor dem Tor einfach nicht nachzudenken. Man tut Rooney wohl kein Unrecht, wenn man behauptet, dass niemand das besser hinbekommt als er. Nichts scheint ihn auf dem Platz zu belasten, in entscheidenden Momenten verwandelt er sich in geballte Energie, die sich den direk­ ten Weg ins gegnerische Tor bahnt. «Er fliegt wie eine Abrissbirne durch die gegnerischen Abwehrreihen», staunte einst der «Daily Tele­ graph». Seit United-Teamkollege und Superstar Cristiano Ronaldo im Sommer zu Real Madrid wechselte, steht «Wazza», wie ihn die Kollegen rufen, noch mehr im Fokus der Öffentlichkeit. «Ich bin bereit, die Verantwortung zu übernehmen», hat Rooney gesagt. «Er kann mit dem Druck umgehen und in dieser Spielzeit mehr als 25 Tore schiessen», glaubt Ferguson. Von ihm wird es im Wesentlichen abhängen, ob der englische Meister den vierten Titel in Folge gewinnen und zum dritten Mal hintereinander in das Champions-League-Endspiel einziehen kann. «Wayne steht noch nicht ganz auf einer Stufe mit Kaká, Ronaldo (beide Real Madrid) und Messi (Barcelona), den drei besten Spielern der Welt», sagt Ferguson. «Aber er kann diesen Schritt bald machen, wenn er weiter hart an sich arbeitet. Das ist die Herausforderung für ihn.» Rooney selbst scheut diese Ver­ gleiche. Die Mikrofone der Journalisten umdribbelt der passionierte Playstation-Spieler beinahe so gekonnt wie die gegnerischen Verteidiger; er lässt lieber Taten für sich sprechen. Dabei ist er vor den Kameras sehr viel selbstbewusster geworden. Ein Auftritt wie beim Gewinn des «Young Sports Persona­lity of the Year»-Preises der BBC im Dezember 2002 würde ihm heute nicht mehr passie­ren. Der 17-jährige Rooney stand damals kaugummikauend mit schlecht gebundener Krawatte im viel zu grossen schwarzen Anzug und stammelte unbeholfene Sätze. Heute wirkt er sehr viel souveräner, auch der säuselnde Liverpooler Akzent ist gottlob in den Hintergrund getreten. «Man wird mit der Zeit besser, auch in den Interviews», sagt er.

foto: Walter Iooss Jr. / Kraken opus

der beliebteste spieler

Wayne verrichtet, sieht man, dass er jeden Penny wert ist.» Gut 130 000 Pfund verdient er im Old Trafford. Pro Woche, versteht sich. In der durch ausländische Techniker und Trainer sehr «sophisticated» gewordenen, unheimlich globalisierten Premier League steht einer wie Rooney, der offensichtlich nicht mit dem Kopf, sondern vorwiegend mit dem Herzen spielt, für echte, unverfälschte Leidensfähigkeit. Rooney ist tatsächlich der Anti-David-Beckham. Keine Modemaus, sondern ein ungehobelter Tunichtgut, ein Krieger, ein Berserker. Ein paar hundert Jahre früher hätte er die Feinde sicher nicht mit Toren geschlagen, sondern mit der Streitaxt. Er ist ein moderner Gladiator. Wo er ist, sind Blut, Schweiss und Tränen nicht weit.

foto: Keystone

S

eit dem 21. März dieses Jahres ist es offiziell: Wayne Rooney ist verrückt. Freunde des englischen Fussballs, die den 24-Jährigen Woche für Woche im Dress von Manchester United an der schmalen Grenze zwischen unbändiger Energie und durch­ gedrehtem Übereifer hinter dem Ball herwetzen sehen, hatten das insgeheim schon länger vermutet. Überraschend war es trotzdem, als ausgerechnet Nationaltrainer Fabio Capello unverblümt die Wahrheit aussprach. «Sie sind ein verrückter Mann», sagte der gestrenge «Don Fabio» mit einer Mischung aus Unverständnis und Amüsement zu Rooney, nachdem dieser im Premier-League-Match gegen Fulham mit einer Roten Karte vom Platz geflogen war und seine Wut auf dem Gang in die Kabine an einer unschuldigen Eckfahne ausgelassen hatte.

The manchester United Opus contains over 400.000 Words written by a selection of the finest sports writers in the UK and 2000 of the most iconic and spectacular photographs, painstakingly researched from over 2 million images

«Rooney spielt links, er spielt rechts, vorne und hinten. Er rennt von der ersten bis zur letzten Minute.» Englands Coach Fabio Capello


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stars wayne rooney schön clever Coleen, die mit DVDs ihre eigenen Millionen verdient, hat ihren Wayne seit ihrer Heirat zur Ruhe gebracht. Demnächst erwarten die beiden ihr erstes Baby.

Obwohl man auf dem Rasen nicht viel davon sieht, glaubt Ferguson, dass Rooney seit der Eheschliessung mit Jugendliebe Coleen McLoughlin, 23, im Juni 2008 insgesamt reifer geworden ist. «Ich bin dafür, dass Spieler früh heiraten», sagt Ferguson, 67. «Sie kommen dadurch zur Ruhe.» Dem­ nächst erwarten die Rooneys ihr erstes Kind. Man darf gespannt sein, wie Wayne das Problem der schlaflosen Nächte lösen wird. Auch ohne schreiendes Baby fällt ihm das Einschlummern nämlich nicht leicht. Er braucht das Geräusch eines Staubsaugers, um einzuschlafen. Zumindest muss der Föhn von Coleen laufen. «Ich habe schon so viele Haartrockner ruiniert, weil ich sie bis zur Überhitzung laufen liess. Coleen hasst es wirklich», gestand Rooney.

«Wayne steht noch nicht ganz auf einer Stufe mit Kaká, Ronaldo und Messi. Aber er kann diesen Schritt bald machen» ManU-Coach Alex Ferguson schweizer illustrierte goal · November 2009

Die Hochzeit fand gleich zweimal statt. Im italienischen Portofino feierten 60 hand­ verlesene Stars und Sternchen mit den Eheleuten ein Wochenende lang eine grosse Party, die sechs Millionen Euro kostete. Die irische Band Westlife spielte, Coleen kam im Marchesa­Kleid für 230000 Euro, das Klatschblatt «OK!» zahlte 2,5 Millionen Pfund für die Exklusivrechte. Ein paar Tage später durften die Familien und alte Freunde in Rooneys Heimatstadt Liverpool in kleinerem Rahmen auf das Paar anstossen. Der Bier­ ausschank wurde dabei streng kontrolliert – bei früheren Feiern der Rooneys musste die Polizei nämlich einige Schlägereien unter­ binden. Coleen, ein smartes Mädchen, das mit Zeitungskolumnen, Fitness­DVDs und Wer­ beverträgen ihre eigenen Millionen verdient, übt ohne Frage einen positiven Einfluss auf den zu Wutanfällen neigenden Sohn eines Preisboxers und einer Schulkantinenköchin aus. «Im wirklichen Leben bin ich scheu, sen­ sibel und zurückgezogen», sagt er heute, doch als Teenager schien Rooney mit seinem frühen Ruhm überfordert. Als er im Oktober 2002 als damals jüngster Premier Premier­League­

foto: WWW.CeleBRitypiCtuRes.Co.uk /Duk as

coleen verdient ihre eigenen millionen


foto: Cavendish press

Torschütze der Geschichte ein Wundertor gegen den FC Arsenal erzielte, fuhr der 16-Jährige tags darauf wie immer mit seinem BMX-Rad durch Croxteth. Fans und Medien aber liessen ihn nicht mehr in Frieden. Ein Mädchen beschwerte sich später, Rooney habe ihr in einer Disco ins Gesicht gespuckt, nachdem sie ihn als Shrek, das grüne Monster aus dem Zeichentrickfilm, beschimpft hatte. Immer wieder rasselte er auch mit Paparazzi zusammen. Rooney verspielte in einem Casino 65 000 Pfund in zwei Stunden; ruinierte einen Luxusschlitten, als er anstatt Benzin Diesel tankte. 18 Monate lang frequentierte er ausserdem in den Vororten Liverpools Hinterhof-Bordelle. «Zu seinen Eroberungen zählten eine 48-jährige Grossmutter, eine sechsfache Mutter im Cowboykostüm und ein Mädchen in pinkfarbener Unterwäsche», kreischte das Boulevardblatt «Sun». Zu seinem Unglück konnte er die Besuche nicht abstreiten. Erstens hatte ihn eine Sicherheitskamera aufgenommen, zweitens hatte Wayne den leichten Damen als Dankeschön auch noch ein paar Autogrammkarten aufs Nachtschränkchen gelegt. Rooney ist eben ein echter Romantiker. Den Heirats­ antrag machte er seiner Coleen übrigens im Cadillac auf einem Tankstellenparkplatz. Sie vergab ihm und sagte Ja. Rooney verlor vorübergehend den einen oder anderen Werbevertrag, doch die Skandälchen taten seiner Popularität auf der Insel keinen Abbruch. Im Gegenteil: Rooneys rauer Charme fand bei einem Publikum, das sich durch die hohen Eintrittskarten-Preise zunehmend marginalisiert fühlte, grossen Anklang. Mit dem Raufbold kehrt der Fussball symbolisch ein Stück weit zu seinen Wurzeln, auf die Strasse, zurück. Dorthin, wo es nach EssigPommes, Hamburgern und Urin riecht und Männer auf der Suche nach billigem Sex in «Schönheitssalons» verschwinden. Es waren Rooneys Tore, die England bei der EM 2004 vom Titel träumen liessen. In vier Spielen traf er viermal. Die Presse hatte so schnell alle Superlative verballert, dass man am Ende beim «weissen Pelé» ange-

hier lässts sich leben Wayne Rooney und seine Coleen wohnen auf diesem Anwesen in Prestbury bei Manchester. Zudem haben sie Grundstücke in Marbella und Florida.

langt war. «Rooney war Englands System», schrieb der «Observer». Dann passierte es. England führte im Viertelfinal gegen ­Gastgeber Portugal 1:0, als Jorge Andrade Rooney in der 26. Minute unabsichtlich auf den rechten Fuss stieg. Mit seinem vierten Mittelfussknochen brach auch Englands Spiel auseinander. «Das war der Wendepunkt», erinnert sich Steven Gerrard. Man verlor immer schneller den Ball und am Ende das Spiel. Im Elfmeterschiessen.

wayne soll englands wilden traum erfüllen Zwei Jahre später titelte die «Sun»: «Es gibt einen Gott», als Rooney sich rechtzeitig zur Weltmeisterschaft von einem weiteren Mittelfussbruch erholte. Es war fast beängstigend, wie 30 000 Engländer nach 57 langweiligen Minuten beim WM-Spiel gegen Trinidad und Tobago in Nürnberg entfesselt losbrüllten, weil ER sich an der Seitenlinie für den ersten Einsatz fertig machte. «Ein wilder Traum», hatte Ferguson abgewunken, als Nationalcoach Sven-Göran Eriksson den verletzten Stürmer nominiert und auf eine Genesung gehofft hatte. Das Wunder wurde Wirklichkeit, die Anhänger der «Three Lions» konnten es nicht fassen, als ihr Heiland das Feld betrat. Englands Messias fehlte in Deutschland leider ein wenig die Fitness; gegen Portugal war wieder im Viertelfinal, wieder im Elf­meterschiessen Schluss. Rooney war zu allem Überfluss nach einem unbeherrschten Tritt in den Unterleib von Ricardo Carvalho

vom Platz geflogen, doch er war nicht der Sündenbock. Die englischen Zeitungen unterstellten ihm bizarrerweise «zu viel Ehrlichkeit». Andere Spieler hätten sich nach Carvalhos Attacke früher fallen lassen, behaupteten die Journalisten dreist. «Macht nicht Wayne Rooney kaputt, der Junge ist einzigartig», sagte Eriksson in seiner letzten Pressekonferenz im Amt. Das schmähliche Aus in der EM-Qualifikation konnte der Instinktfussballer aber auch nicht verhindern. Die entscheidende 2:3-Niederlage gegen Kroatien hatte er im November 2007 verletzungsbedingt verpasst. Bis die Endrunde in Südafrika im Juni 2010 beginnt, würde ihn Capello wohl am liebsten in Watte packen. Der Italiener weiss jedoch, dass sich Rooney in seinem Tatendrang nicht stoppen lässt. «Er ist unglaublich», sagte Capello im September. «Rooney spielt links, er spielt rechts, vorne und hinten. Er rennt von der ersten bis zur letzten Minute. Er muss gewinnen. Genau wie ich.» Eine Welt­ meisterschaft ohne den Weltklassemann kann man sich in England nicht vorstellen. Das wäre der «Weltuntergang», schrieb der «Independent» kürzlich ironiefrei. Rooney ist das Herzstück des Teams, jedes Teams. «Die Energie, die der Junge hat, und seine Lust, zu spielen, infiziert jeden, der mit ihm auf dem Platz steht», sagt Ferguson. Den Unterschied zwischen einer guten und einer grossartigen Mannschaft: Er muss ihn im kommenden Sommer ausmachen. «Wazza», Englands wilder Traum, soll endlich in Erfüllung gehen. November 2009· schweizer illustrierte goal


Super league

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Stars, Talente, Sponsoren

yann sommer

Die leihgabe aus basel

fotos: melanie duchene / EQ Images, Bruno Voser, Zsigmond Toth

Vom Rhein an die Limmat – Goalie Yann Sommer haben die Bebbi an die Grass­hoppers ausgeliehen. Und auf den letzten Mann kann sich GC bislang ­verlassen. Sommer macht seinen Job so gut, dass er auch in der U21 zwischen den Pfosten steht. Wie der ModellAthlet am besten abschaltet, verrät er auf Seite 48.

warm-up

Interview schneuwlys im doppelpack Die YB-Stars ­Christian und Marco über Stärken und Schwächen. Seite 46

Homestory patrick ­bengondo Der verletzte Aarau-Stürmer zeigt seine Familie. Seite 50

November 2009· schweizer illustrierte goal


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Super League doppel-interview

ihr herz sChlä hlä t hläG Gelb-sChwarz das v verrückteste an Christian, 21, und Marco, 24, Schneuwly sind die Spitznamen: warum sie so heissen, «Holz» und «töff». w wissen die YB-Brüder nicht einmal. die Freiburger im GoAl-Fragebogen. Text: Ilona Scherer · Foto: Bruno Voser

Worum beneiden Sie Ihren Bruder? Christian: Um sein gutes Aussehen (lacht). Im Ernst: Um seinen starken Willen und sein Handicap von 26. Meins ist 32. Wir spielen jede Woche mit unseren Teamkollegen Aron Liechti und Scott Sutter im Golfpark Moossee. Wer hat früher mehr Streiche gespielt? Ich durfte ja als Jüngster nicht, sonst wäre ich unter die Räder gekommen bei meinen Brüdern… Hätten Sie gerne noch eine Schwester gehabt? Das müsste man unsere Eltern fragen. Aber von mir aus wars nicht nötig. Was trauen Sie Ihrem Bruder noch zu in der Fussball-Karriere? Viel! Nati, Ausland – alles ist möglich bei Marco! Wer ist Ihre Traumfrau? Eva Mendes. Und natürlich meine Freundin Dominique! Ihr Lieblingsspieler und Ihr Lieblingsverein? Frankreichs Stürmer Thierry Henry und Arsenal London. Ihr unangenehmster Gegenspieler in der Super League? Da fällt mir beim besten Willen kein spezieller ein! Jeder Gegenspieler ist anders. Ihre Stärken? Ich bin sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und gebe immer mein Bestes. Im Fussball sind es die Technik und mein Kampfgeist. Ihre Schwächen? Im Privatleben bin ich leider ein bisschen unpünktlich. Welche Partei wählen Sie? Ui, ich bin eher unpolitisch! Aber natürlich verfolge ich das Geschehen schon, wenn es auf Abstimmungen Christian sChneuwly, «holz» oder Wahlen zugeht. Geburtsdatum 7. Februar 1988 (Wassermann) Ihre Ziele im Leben und im Fussball? Grösse / GewiCht 1,79 m / 73 kg position Eine Familie gründen, glücklich sein und tun können, was Mittelfeld rüCkennummer 14 zivilstand Liiert mit Dominique parfum Diesel «Only the Brave» mir Spass macht. Ich möchte nichts tun, weil ich es muss. traum-urlaub Mauritius wohnort Bei den YB wird Schweizer Meister, weil… Eltern in Wünnewil FR … wir das beste Team sind! schweizer illustrierte goaL · November 2009


Der schönste Ort der Schweiz? Unser Elternhaus in Wünnewil, zwischen Fribourg und Bern. Wir sind in einer sehr schönen Umgebung aufgewachsen, in einem umgebauten Bauernhaus.

Marco Schneuwly, «töff»

GeburtSdatuM 27. März 1985 (Widder) GröSSe / Gewicht 1,81 m / 82 kg rückennuMMer 26 poSition Sturm ZivilStand Liiert mit Rahel parfuM Nikos «Sculpture» trauM-urlaub Malediven wohnort Bern

Worum beneiden Sie Ihren Bruder? Marco: Um seine Spielintelligenz. Er kann sich Situationen anpassen und blitzschnell die richtige Entscheidung treffen. Wer hat früher mehr Streiche gespielt? Lukas, der Dritte im Bunde (lacht). Natürlich ging auch mal eine Scheibe kaputt, wenn wir alle vor dem Haus Hockey spielten. Aber im Grossen und Ganzen waren wir wirklich brave Kinder. Hätten Sie gerne noch eine Schwester gehabt? Wir waren eigentlich sehr zufrieden mit unserer Kindheit. Wir hatten es super miteinander. Was trauen Sie Ihrem Bruder noch zu in der Fussball-Karriere? Christian ist noch jung, er wird noch Erfahrungen sammeln. Und dann traue ich ihm auch sehr viel zu! Wer ist Ihre Traumfrau? Es gibt viele tolle Frauen. Natürlich zählt meine Freundin auch dazu. Ihr Lieblingsverein und Ihr Lieblingsspieler? Manchester United und Wayne Rooney. Der England-Stürmer ist ein ähnlicher Spielertyp wie ich. Ihr unangenehmster Gegenspieler in der Super League? Mein ehemaliger YB-Mitspieler Ronny Hodel (2005 bis 2007, jetzt Ventspils/Lettland) – wie der in jedem Training Gas gab, Wahnsinn! Da denkst du, du bist an ihm vorbei. Und im nächsten Augenblick nimmt er dir von hinten den Ball ab. Ihre Stärken? Siegeswille, voller Einsatz fürs Team, Torriecher, ein Auge für Mitspieler. Und privat: Ich bin sehr, sehr pünktlich. Ihre Schwächen? Ich verliere gar nicht gern. Welche Partei wählen Sie? Wenn ich kann, gehe ich wählen oder stimmen. Schliesslich geht uns das als Betroffene auch an. Aber was ich wähle, behalte ich für mich. Ihre Ziele im Leben und im Fussball? Noch so lange wie möglich Fussball spielen. Gesund bleiben. Nach dem Ende meiner Karriere möchte ich im Fussballgeschäft bleiben, wenn möglich als Trainer. YB wird Schweizer Meister, weil… … bei uns alles passt und wir eine sehr ausgeglichene Mannschaft sind. Wir haben von jedem Spielertyp zwei, drei Akteure. November 2009 · schweizer illustrierte goal


Super League Die TalenT-Show

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orhan mUstafi

doc Sei dank Beim FCB standen ihm Frei und Streller vor der Sonne – nun will Orhan Mustafi mit Aarau abheben.

1 22. Oktober 2008. 0:5-Heimschlappe gegen Barcelona. Ein schmerzlicher Abend für den FCB. Aber ein Freudentag für BebbiStürmer Orhan Mustafi: Endlich bekam er den heiss ersehnten Schweizer Pass. Elf Monate später: Ein Nati-Aufgebot aus Mazedonien liegt im Briefkasten. Orhan sagt ab, «ich bin hier aufgewachsen und fühle mich hundertprozentig als Schweizer». Zwei Jahre alt war Orhan, als seine Familie von Kumanovo (Mazedonien) in die Schweiz übersiedelte. Zehn Jahre später folgte ein weiterer Umzug, von Domat/Ems GR nach Zürich. GC lockte den talentierten Jüngling, der Familienrat wollte nicht im Weg stehen. 2006 schien alles vorbei. Meniskusschaden, verpfuschte Operation, ein zweiter Eingriff. Eine endlos lange Zwangspause. «In dieser schwierigen Zeit merkte ich, wie viel mir der Fussball bedeutet», sagt der 1,90 Meter grosse und 82 Kilo schwere Angreifer. Also biss er sich durch, landete vor einem Jahr beim FCB. Dort

fühlte sich Orhan Mustafi (geboren am 4. April 1990) trotz Joker-Rolle wohl. «Top-Stürmern wie Alex und Marco konnte ich als Grünschnabel viel abschauen.» Trotzdem wechselte er vor einem Monat leihweise zum FC Aarau. «Dort kann ich Spielpraxis sammeln und dem Team hoffentlich aus der schwierigen Situation helfen.» Er weiss: «Ohne Doc Heinz Bühlmann könnte ich heute nicht professionell kicken. Ihm werde ich auf ewig dankbar sein, genauso wie meinen Eltern.» Orhan pendelt bei jeder Gelegenheit zwischen Aarau und der elterlichen Wohnung in Zürich. Im Zug. Zeit genug, sich auf den theoretischen Teil der nächsten Prüfung vorzubereiten: Orhan nimmt Fahrstunden.

«Ein sympathischer, fleissiger Typ. Bleibt er mit beiden Beinen auf dem Boden, kann er viel erreichen. Noch stehen aber zwei Natispieler regel­ mässigen Einsätzen im Weg. Ich wün­ sche Orhan Geduld.» Karl Odermatt, FCB-Legende

2 yann sommer

mann der vielen Saiten Trotz dunkler wolken am horizont: Yann Sommer spürt bei GC den Frühling – als unbestrittene nummer 1.

Das Profi-Urteil

fotos: EQ ImagEs (3), KEystonE

«Sepp Blatter findet, ich verkaufe mich Schlecht»

Hansruedi Hasler ist Erziehungs­ wissenschaftler. nach 15 Jahren beim sfV sucht er eine neue Herausforderung.

Der architekt des Schweizer Fussballwunders: ende Jahr tritt hansruedi hasler, 62, als Technischer Direktor ab.

schweizer illustrierte goaL · November 2009

Sie stehen als geistiger Vater hinter dem Nachwuchsprojekt von 1995, das die Schweiz in die Riege der Grossen im internationalen Fussball katapultierte. Dennoch sind Sie nur Insidern bekannt. Schmerzt das? Überhaupt nicht. Es geht um Resultate und nicht um Personen oder gar Eitelkeiten. Ausserdem fühle ich mich nur als kleines Rad im Getriebe, viele motivierte Menschen tragen dieses Konzept mit.

Trotzdem: Anerkennung braucht doch jeder. Ich arbeite gern konzeptionell, und das ist halt nicht immer spektakulär. Die Nachwuchsförderung, Trainerausbildung, die Stärkung des Frauenfussballs: Das sind Themen, mit denen man es nicht auf die Titelseiten der Zeitungen schafft. Sepp Blatter sagte mal zu mir: «Hansruedi, du machst einen Superjob, aber du verkaufst dich schlecht.»


Sein Vater war schon Goalie. Sein Onkel ebenfalls. Für Yann Sommer war es das Natürlichste der Welt, bereits als Vierjähriger nach Bällen zu hechten. «Ich bin sozusagen der Linie treu geblieben», sagt der Torhüter des Grasshopper Club Zürich. Er macht es gut. So gut, dass der Zürcher in der U21 zwischen den Pfosten gesetzt ist. Und so gut, dass GC sich wenigstens auf seinen letzten Mann hundert­ prozentig verlassen kann. Seine Schonfrist, sagt Yann Sommer (geboren am 17. Dezember 1988), sei abgelaufen. Vom FC Basel an die Lim­ mat ausgeliehen, geht es ihm nun nicht mehr primär darum, Spiel­ praxis zu sammeln. «Ich bin als Nummer 1 dazu verpflichtet, der Mannschaft mit besten Kräften zu helfen.» Das gilt auch neben dem Rasen. Torhüter, sagt er, müssten über einen star­ ken Charakter verfügen. «Denn oft bist du der Idiot, Fehler werden nicht verziehen. Da muss man nach einem faulen Ei darüberste­ hen und die Freude am Job bewahren.» Zur Beruhigung und zum Abschalten greift Sommer immer öfter zur Gitarre. «Ich nehme Stunden», sagt der 1,83 Me­ ter grosse und 77 Kilo schwere Modell­ athlet. Blues und Flamenco sind seine Stilrichtungen. Vorbilder? Real­Hüter Iker Casillas, «der ist ebenfalls eher ein ruhiger Typ – auch wenn ich es mir niemals herausnehmen würde, mich mit ihm zu vergleichen. Und, wie er, kann ich bei Bedarf schon mal ziemlich laut werden!»

«Charakter, Leidenschaft, Wille, Talent – toll, mit ihm zu arbeiten. Einziges Handicap sind ein paar fehlende Zentimeter. Das gleicht Yann durch Mut und Risikobereitschaft aus.» Martin Brunner, Goalietrainer SFV

Ihre Highlights in 15 Jahren Verbands­ arbeit? Jede Endrunden­Qualifikation ist natürlich ein Höhepunkt. Dann der EM­Titel ­­Titel von 2002 an der U17­EM, das sind Erfolge und Erinnerungen, die ewig bleiben. Aber auch Unspektakuläres wie der Boom im Kinder­ fussball freut mich genauso. Was geben Sie Nachfolger Peter Knäbel mit auf den Weg? Er braucht keine Tipps und wird seinen Weg

3 claudio lustenberger

der Flügel-Flitzer

Seine Überholspur ist die linke Seite: Claudio Lustenberger bringt die Augen der FCL-Fans zum Leuchten. Nein, Fabian ist nicht sein Bruder. Auch nicht sein Cousin. Fabian Lustenberger und er sind weder verwandt noch verschwägert. Und ja, Claudio Lusten­ berger (geboren am 6. Januar 1987) nimmt die immer gleichen Fragen nach seinem berühmt(er)en Namensvetter von Hertha BSC Berlin gelassen. Für ihn zählt nur der FC Luzern. Mit seinen dynamischen Überfällen entlang der linken Seitenlinie raubt er den Gegnern den Atem. Stress pur für jede Abwehr. Stress ist auch Claudio, mit 1,82 Metern und 73 Kilo aus­ dauernder als jeder Duracell­Hase, gewohnt. Als er vor zwei Jahren mit dem FC Luzern im Cupfinal spielte, folgte ein Prüfungsmarathon: drei Tage schriftliche Matura­Prüfungen. «Es war beruhigend, dass ich mit guten Vor­ noten in die Tests steigen konnte. Den­

finden, Peter ist ein herausragender Fach­ mann. Dank Ihrem Konzept spielen heute mehr Schweizer in den ausländischen Top­Ligen denn je. Spüren Sie deren Dankbarkeit? Ja, unbedingt. Wann immer ich Gelegen­ heit habe, bei unserer A­Nati reinzuschauen, begrüssen mich die Profis sehr herzlich und zeigen mir so ihre Wertschätzung. Die Schweiz steht erneut in einer WM­ Endrunde. Was bedeutet das für Sie?

noch war es eine anstrengende Zeit.» Claudio bestand die Matura (Typus Wirtschaft). «Es kann im Leben, vor allem im Sport, schnell mal schiefgehen. Deshalb bin ich froh, das Papier in der Tasche zu haben.» Inzwischen setzt er voll auf Fussball. Er träumt von einem Nati­Aufgebot und einem Job im Aus­ land. «England wäre toll, die Spielweise dort kommt meinem Stil entgegen.» Entspannung sucht der stürmische Verteidiger beim lockeren Sport, egal, ob beim Pingpong oder beim Tennis. Nicht anzunehmen, dass seine Gegner da zum Verschnaufen kommen.

«Mit seinem exzellenten linken Fuss spielt er auf eine positive Art Fussball. Er zaubert nicht für die Galerie, son­ dern tut alles fürs Team. Drum mögen ihn alle Mitspieler.» Kudi Müller, FCL-Legende

Ja, es wird fast schon zur schönen Gewohn­ heit. So gesehen ist es nichts mehr wirklich Spezielles, aber es ist so etwas wie ein krönender Abschluss für mich. Wo werden Sie im Juni 2010 sein? Am liebsten natürlich ganz weit weg im Süden von Afrika bei der Weltmeisterschaft. Aber das hängt nicht zuletzt auch von mei­ ner beruflichen Zukunft ab. Denn ich bin noch nicht reif fürs Nichtstun. Interview: Kurt Künzle November 2009 · schweizer illustrierte goal


alles im grünen bereich Patrick Bengondo im Kreis der Familie: Ehefrau Sabina lebt in Castione TI mit Samuele, 4, und Wirbelwind Letizia, 2, die beim Fotoshooting eingeschlafen ist.

Patrick Bengondo

zwischen zwei welten Sein privates Glück hat Aarau-Stürmer Patrick Bengondo, 28, mit der Italienerin Sabina, 35, längst gefunden. Auf den fussballerischen Durchbruch wartet der Kameruner indes immer noch. Für seine Karriere pendelt «Bengo» zwischen dem Job in Aarau und seiner Familie im Tessin. Text: Ilona Scherer · Fotos: Zsigmond Toth


Super League Homestory

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uerst sieht man nur Locken. ­Einen süssen Wuschelkopf. Dann taucht Samuele im Türspalt auf und rennt gleich wieder weg. Grosse Auf­re­ gung – der Besuch aus Zürich ist da! Die anfängliche Zurückhaltung ist schnell ver­ gessen. Die zweijährige Letizia rennt in den Garten und versucht, ihrem vierjährigen Bru­ der den Ball zu stibitzen. «Sam» kennt keine Gnade und grätscht seiner Schwester in die

Beine. Geschrei, Tränen, tröstende Worte von Mama Sabina, 35. Patrick Bengondo schmunzelt: «Als ich noch nicht Papa war, wollte ich immer fünf Kinder. Jetzt, wo ich zwei habe, sage ich: Zwei reichen völlig!» Ein Leben ohne seine Kinder und seine Frau Sabina, kann sich der 28-Jährige aber nicht mehr vorstellen. Obwohl er die meiste Zeit getrennt von ihnen lebt. Denn Bengondo pendelt zwischen zwei Welten. Unter der Woche wohnt der Stürmer in

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einem kleinen Apartment in Suhr, das ihm der FC Aarau zur Verfügung stellt. Nach dem Auslauftraining am Sonntag fährt er jeweils in Aarau auf die A2 und brettert in zwei Stun­ den ins Tessin zu seinen Liebsten. In Castione bei Bellinzona hat die Familie vor gut zwei Jahren eine moderne Neubau­ wohnung gekauft. Die Wände sind neon­ grün gestrichen, die Einrichtung ist schlicht, hat aber Stil. «Gefällt dir mein Haus?», fragt Samuele neugierig. Sabina beeilt sich, zu ­sagen, dass sie noch lange nicht fertig sei mit dem Einrichten: «Die ganze Woche alleine mit den Kindern zu sein, ist manchmal schon anstrengend», gibt sie offen zu. So viel Energie macht aber auch müde: Beim Familien-Fotoshooting auf dem Sofa schläft Letizia urplötzlich ein. «Dafür wird sie abends wieder bis in alle Nacht wach sein», schwant Sabina bereits. Samuele und Letizia halten ihre Eltern auf Trab. Beide liefen schon sehr früh: Samuele mit achteinhalb, Letizia mit neun Monaten! (Für Kinderlose: Für ge­ wöhnlich laufen Babys frühestens um den ersten Geburtstag herum.) Die Familienwohnung ist der Ort, an dem sich Patrick Bengondo zurückziehen kann. Seine Frau wollte diese auch, «damit ein we­ nig mehr Konstanz in unser Leben kommt. Wir konnten nicht alle paar Wochen mit allen Möbeln umziehen.» Denn ihr Patrick ist ein Wandervogel unter den Fussballprofis: Von Bellinzona zog es ihn nach Rumänien, wo ihm der Lohn allerdings nicht bezahlt wurde. Zur Überbrückung schuftete er im Tessin als Bauarbeiter und hielt sich beim damaligen Zweitligisten GC Biaschesi fit. Seine weiteren ­Stationen: Winterthur, Aarau, Servette, ­Winterthur – und seit 2008 wieder Aarau. «Bengo» kennt die Schattenseite des ­Lebens. «Doch ich bin froh, dass ich solche Erfahrungen machte, sie haben mich reifer gemacht», weiss der Stürmer. Und er ist glücklich, mit Sabina eine starke Frau an seiner Seite zu haben. Der Altersunterschied ist für die sieben Jahre ältere Powerfrau kein Problem: «Patrick ist mit 17 von daheim weggegangen, das hat ihn geprägt, er ist sehr reif für sein Alter», so Sabina, deren Eltern vor 40 Jahren aus Italien nach Bellin­ zona gezogen sind. Dort haben sich die Wege von «Bengo» und Sabina 2003 gekreuzt. «Er ging jeden Tag zu Fuss mit seiner Trainingstasche an meinem Coiffeurgeschäft vorbei. Ich wusste schnell, wer er war. Denn Bellinzona ist ein Dorf, und es gab hier nicht viele Farbige», erzählt Sabina, die schon oft nach Afrika gereist war und fasziniert von dem Kontinent ist. An einem Fest sprach sie ihn an. Seither sind sie zusammen. November 2009· schweizer illustrierte goal


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Super League homestory

hoPPla! Draufgänger Samuele stolpert über Papa Bengondos Fuss. Im Garten spielen die beiden oft zusammen Fussball – oder den Tessiner «Nationalsport» Boccia.

«Dass Patrick mit 17 von daheim weg nach Europa ging, hat ihn geprägt. Er ist sehr reif für sein Alter» Ehefrau Sabina

schweizer illustrierte goaL · November 2009

aber (noch) nicht gelungen. Er ist ein Kämpfer, ein Bulle – aber technisch nicht bei den Stärksten. Trotzdem war Bengondo mitt acht Treffern der erfolgreichste Tor Torschütze bei den Aargauern in der vergangenen Saison. Daraufhin verlängerte der Klub seinen Vertrag um zwei Jahre. Sein Fernziel hat Patrick Bengondo trotzdem noch nicht aus den Augen verr rloren: Italien oder England! Im Sommer hat er dank der Heirat mit Sabina die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Ein Transfer in die Serie A oder B kam jedoch noch nicht zustande. Doch ein Bengondo gibt nicht auf: «Ich bin jetzt 28 und habe Familie. Das bedeutet mehr Ver Verantwortung.» Dafür kämpft Patrick jeden Tag im Training des FC Aarau. Und nimmt auch die örtliche Trennung von seinen Liebsten in Kauf.

zur person

Patrick bengondo Fc aarau Patrick Alphonse Bengondo (*27. September 1981) wuchs in Akonolinga (Kamerun) auf. 2001 holte Trainer Didi Andrey den Stürmer (1,80 m/80 kg), der in der Heimat Torschützenkönig war, zu Etoile Carouge. Nach vielen Klubwechseln – Bellinzona, Uni Craiova (Rumänien), Biasca, Winterthur, Aarau, Servette, Winterthur – spielt er seit 2008 wieder beim FC Aarau. Sein Vertrag läuft bis 2011. www.fcaarau.ch

FoTo: DANIElA FRUTIGER / EQ ImAGES

Am 16. Februar 2004 dann die grosse Hochzeit in Kamerun, im Gemeindehaus seines Heimatortes Akonolinga. Die 14-köpfige Familie Bengondos ist dabei. Sabinas Verwandtschaft nicht – zu weit war die Reise, «und meine Mutter reist sowieso gar nicht gerne». Dreimal war Sabina mit Patrick in Kamerun, zuletzt 2005 mit dem kleinen Samuele unterm Herzen. Patrick fliegt mindestens einmal pro Jahr nach Yaoundé, von dort sind es keine 100 Kilometer zu seinem Heimatort. Mit dem Geld, das er in der fernen Schweiz verdient, unterstützt er nicht nur Mutter Marguerite und Vater Jean Dang, einen ehemaligen Finanzverwalter, sondern auch viele seiner zwölf Geschwister, die in Kamerun geblieben sind. Der ersehnte Durchbruch zum grossen Star ist Patrick Bengondo in der Fremde


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Fussball ist Lifestyle

gäste in der lounge

Auto moreno costA ost nzo ostA Der Stürmer verrät, für welches Auto er sich entscheidet. seite 58

city-Guide BArnettA nettA & nettA DerDiyok luca toni & Marta cecchetto

che Belli! Das Bundesliga-glamour-paar luca Toni, 32, und marta cecchetto, 31, ist modisch im Aufwind. Der Bayern-Stürmer, der sich bereits als Hausmodel des mailänder mode-labels Fred mello verdingt, darf nun zusammen mit seiner Verlobten marta vor der Kamera posieren. Bella marta ist das neue gesicht der gerade lancierten Frauen-linie. ein Zückerchen für luca, der eine nicht ganz einfache Zeit beim Fc Bayern münchen hinter sich hat.

Die Nati-Stars zeigen die heissesten Spots ihrer Stadt Köln. seite 62

Promi-Fan leonArDo niGro Für welches Team schlägt das Herz des Schauspielers? seite 66


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November 2009 · schweizer illustrierte goal


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Zielstrebiger Allrounder Auf dem Rasen setzt Moreno Costanzo mit seinen Dribblings und Vorstössen den ­gegnerischen Abwehrreihen oft Hörner auf. Auf der Strasse ist der St. Galler Stürmer mit einem temperamentvollen Seat Leon Cupra unterwegs. Text: Jürg A. Stettler · Fotos: Zsigmond Toth


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er offensive Allrounder ­Moreno Costanzo vom FC St. Gallen ist eine der Entdeckungen dieser Saison. Der 21-jährige schweizerisch-italienische Doppelbürger spielte von 2001 bis 2006 für den FC Wil und wechselte danach zum FC St. Gallen. Der 1,81 Meter grosse Rechtsfuss war mit seinen Treffern massgeblich am Wiederaufstieg des FC St. Gallen beteiligt. Costanzo bestritt zudem schon fünf Partien für die U21-Nationalmannschaft. GOAL verriet er, weshalb in ­seinem Auto immer ein Wunderbaum hängt, ob er Reifen wechseln kann und wer ans Lenkrad seines Wagens darf.

Stierkampf Auf dem Feld gehört Moreno Costanzo zu den gefährlichsten Akteuren. Hinterm Lenkrad seines Seat Leon Cupra (240 PS) ist er viel ­zahmer und hat den temperamentvollen Spanier voll im Griff.

Weshalb fahren Sie ausgerechnet einen Seat Leon Cupra? Ich mag schnelle und schöne Autos. Meinen Seat Leon Cupra fahre ich nun schon fast eineinhalb Jahre. Er macht mir richtig Spass, aber ich schaue mich auch immer wieder einmal nach anderen Autos um. Vorerst bleibe ich aber beim Seat, schliesslich muss ich ja auch noch einige Raten für ihn abzahlen. Welches Modell würde Ihnen sonst noch gefallen? Der neue VW Scirocco. Der sieht mit seiner Keilform enorm sportlich aus. Ihr Auto hat satte 240 PS. Haben Sie das Potenzial auch schon ausgereizt? Ja, ich habe ihn schon einmal auf der deutschen Autobahn Richtung Europa-Park ausgefahren. Das war echt cool, aber in der Schweiz bin ich nie so schnell unterwegs! Wie bezeichnen Sie Ihren Fahrstil? Ich fahre zwar zielstrebig, aber nicht mit übersetzter Geschwindigkeit. Haben Sie eine Lieblingsstrecke? Nein, meistens bin ich sowieso zwischen meinem Wohnort Kirchberg SG und der AFG-Arena, wo ich mit dem FC St. Gallen spiele, unterwegs. Diese Strecke könnte ich wohl schon fast im Schlaf absolvieren. Was darf bei einer Fahrt nicht fehlen? Ich muss eine Sonnenbrille dabeihaben. Auch wenn das im Gegensatz zum spanischen Wagen schon fast etwas gar klischeehaft ist. Was hat es mit dem Duftbaum am Rückspiegel auf sich? Ich lege grossen Wert darauf, dass es in meinem Wagen gut duftet. Daher habe ich immer einen Wunderbaum aufgehängt. Wieso gerade mit Erdbeer-Aroma? Ich mag es etwas fruchtiger. TannenwaldDuft oder so etwas finde ich ganz schlimm. Da hängen auch noch silberne Fussballschuhe am Rückspiegel und Bändchen am Schalthebel? November 2009 · schweizer illustrierte goal


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Sportlich Das dynamische Design seines Seat Leon Cupra gefällt dem St. Galler ­Moreno Costanzo besonders gut. Im Interieur wird das Potenzial des 240-PS-Wagens durch Sportsitze, Alu-Pedalerie und Lederlenkrad unterstrichen. Für die persönliche Note ­sorgen der Wunderbaum und die Glücks­ bringer am Schalthebel und am Rückspiegel.

Moreno Costanzo

Das sind Geschenke von meiner Freundin Séverine. Und bei den Namensbändchen ist das blaue mir und das rote ihr gewidmet. Lassen Sie Ihre Freundin ans Steuer? Nein, ich lasse ungern jemand anders ans Steuer meines Wagens. Zudem fahre ich viel zu gerne selbst. Dann sind Sie als Beifahrer wohl eher unbequem? (Lacht.) Da müsste man meine Freundin ­fragen. Als Beifahrer habe ich eigentlich ­keine Probleme und gebe auch nicht ständig irgendwelche Anweisungen. Was hören Sie unterwegs für Musik? Von House über Latin bis hin zu Hip-Pop und natürlich italienischer Musik. Gibt es etwas, das Sie im Strassenverkehr nervt? Fahrer, die zu lahm beschleunigen, und ­solche, die bei Kreiseleinfahrten auch ohne Verkehr von links anhalten. Haben Sie schon einen Fahrsicherheitskurs besucht? Nein, aber ich bin zwei Jahre mit dem grünen L unterwegs gewesen und habe während meiner Fahrausbildung auch die beiden obligatorischen Zusatzkurse besucht. Dort lernen Fahranfänger gewisse Sicherheitsaspekte. Anfangs hielt ich die zusätzlichen Kurse bloss für eine Geldmacherei, schweizer illustrierte goal · November 2009

doch schliesslich gab es einige spannende Inputs. Was war Ihr erster Wagen? Schon damals ein Seat, jedoch ein Ibiza. Haben Sie einen Traumwagen? Ein Aston Martin würde mir sehr gut ge­fallen. Der hat etwas Edles und wirkt auch noch sportlich. Haben Sie schon Bussen kassiert? Ja, aufgrund zweier kleiner Temposünden. Sonst sind es jedoch primär Parkbussen. Wieso denn das? Ich hab selten Münz für die Parkuhr dabei, und dann stelle ich den Wagen eben einfach hin, ohne zu bezahlen. Eine Felge Ihres Seats sieht auch nicht mehr ganz taufrisch aus … Ich weiss. Parkieren, vor allem seitwärts, ist nicht so mein Ding. Schon mal Reifen gewechselt? Zum Glück nicht. Ich bin nicht sicher, ob ich das hinkriegen würde. Ich bin handwerklich gar nicht begabt. Als Fussballer sind Sie aber ein her­vor­ragender Techniker. Sie erzielten letzte Saison 14 Treffer in der Challenge League und haben sich bei St. Gallen als Stammspieler etabliert … Halt. Für mich hat sich ein Spieler erst in einem Team oder einer Liga durchgesetzt,

wenn er über zwei, drei Saisons zu den ­dominanten Spielern im Team gehört und konstant eine gute Leistung bringt. Da gehen Sie aber sehr streng mit sich selbst ins Gericht … Ich bin ein Realist und kein Träumer. Deshalb werde ich versuchen, mich bei St. Gallen ­weiter in Szene zu setzen. Gibts neben dem Autotraum Aston ­Martin auch einen Traumverein? Keinen konkreten, aber in Italien oder Spanien zu spielen, wäre schon genial.

Busacca fährt BMW

Seit 13 Jahren pfeift Massimo Busacca Fussballspiele der höchsten Schweizer Spielklasse. Als Aktiver spielte er als Libero und im Mittelfeld. Nach dem Skandal-Cupspiel, wo er sich zu einer vulgären Geste gegenüber pöbelnden «Fans» hinreissen liess und für drei Spiele gesperrt wurde, pfeift er in­zwischen wieder in gewohnt souveräner Art. Souverän ist der Tessiner dank seinem BMW X5 mit 235 Diesel-PS auch auf der Strasse unterwegs. www.bmw.ch

foto: Dan Cermak für SI GRUEN

«Ich lasse ungern jemand anders ans Steuer meines Wagens. Ich fahre viel zu gerne selbst»


ProMotIoN

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«Ich steh drauf, wenn jemand gut rIecht» In seinem Necessaire hat YB-Profi David Degen, 26, immer mehrere Parfums dabei. Auch sonst achtet der Offensiv-Spieler darauf, eine gute Figur zu machen: «Die äussere Erscheinung eines Menschen ist nun mal wichtig», sagt er.

Z foto: bruno voser

weimal pro Tag unter die Dusche, mehr nicht. «Sonst trocknet die Haut aus», sagt David Degen. Der YB-Profi über seine Eitelkeit, seinen Geruchssinn und sein Beauty-Arsenal. Sind Sie eitel? Ich würde lügen, wenn ich Nein sagen würde. Aber ich muss nicht in jeden Spiegel schauen. Auf einer Skala von eins bis zehn bin ich etwa eine Fünf. Ganz ehrlich? Also gut, eine Sieben (lacht). Das Äussere eines Menschen ist nun mal wichtig. Worauf achten Sie denn bei Ihren Mitmenschen besonders? Aufs Gesicht und auf die Ausstrahlung, das ist für mich das A und O. Es gibt viele Menschen, die zwar gut aussehen, aber trotzdem nicht wirklich schön sind. Was machen Sie selber, um zu gefallen? Für meine Fitness muss ich nichts tun, die kommt durch meinen Beruf ja von alleine. Wichtig ist mir meine Haut, deshalb creme ich meinen Körper nach dem Duschen immer mit

NIVEA Bodylotion und das Gesicht mit NIVEA Feuchtigkeitscrème ein, sonst trocknet die Haut aus. Wie oft duschen Sie denn? Immer nach dem Training, also zweimal am Tag. Deshalb brauche ich morgens zu Hause auch nicht länger als fünf Minuten, um mich bereit zu machen. Wie pflegen Sie sich sonst noch? Dass man auch Deo benutzt, versteht sich von selbst. Das Styling der Haare ist mir wichtig, und ich rasiere mich am ganzen Körper. Weshalb? Ich finde nicht, dass ein rasierter Körper besser aussieht. Aber es ist bei der Massage angenehmer, und ausserdem lässt sich das Tape viel schmerzloser von der Haut ziehen, wenn man nicht behaart ist. Was haben Sie in Ihrem Necessaire? Deo, Duschgel und Shampoo, Styling-Gel, Schere und Feile, Bodylotion und Gesichtscreme und mehrere Parfums. Gleich mehrere? Ja, je nach Lust und Laune benutze ich das eine oder das andere. Ich stehe überhaupt darauf, wenn Menschen gut riechen.

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Tranquillo BarneTTa und eren derdiyok

TaTorT Köln Sie spielen bei Bayer 04 Leverkusen – und wohnen bei der Konkurrenz in Köln. Für Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok kein Problem: Die Schweizer schätzen die kölsche Lebensqualität. Köln – ein Fall für zwei Schweizer. Text: Ilona Scherer · Fotos: Stephan Pick


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kult-objekt Barnetta (l.) und Derdiyok mit Currywurst am berühmten «Tatort»Imbiss (siehe Plakat hinten).

ormalerweise stehen hier die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk, um ihre Strategie im aktuellen «Tatort»-Fall fest­­­zulegen. Tranquillo Barnetta, 24, und Eren Derdiyok, 21, haben den TV-Klassiker na­ türlich auch schon gesehen. Doch an der berühmtesten Imbissbude der Stadt waren die beiden Schweizer Fussballer bisher noch nie. Gegen eine Currywurst haben sie aber nichts einzuwenden – «das gehört schliesslich dazu, wenn man in Köln wohnt!». Köln? Spielen Barnetta und Derdiyok nicht für die Konkurrenz im 20 Kilometer entfernten Leverkusen? Darf man so was überhaupt?! «Die meisten unserer Teamkollegen wohnen hier», erklärt Derdiyok ganz nüchtern, «ich habe sogar drei Mitspieler als direkte Nachbarn!» Als der Basler im Sommer vom FCB zu Bayer wechselte, riet ihm Landsmann Barnetta, in die Stadt am Rheinknie zu ziehen: «Hier ist mehr los als in Leverkusen. Ausserdem kann man sich relativ unerkannt bewegen und den Kopf auch mal durchlüften.» In Köln regiert der 1. FC – die Kicker vom kleineren «Werksklub» werden dagegen kaum wahrgenommen. Obwohl sie derzeit viel erfolgreicher in der Bundesliga spielen als die Kölner, nämlich in den vordersten Tabellenrängen. Während der FC bereits jetzt gegen den Abstieg kämpft. Tranquillo Barnetta, der seit 2004 in Köln lebt und für Leverkusen spielt, war für Derdiyok ein wichtiger Ratgeber in der ersten Zeit in Deutschland: «Er hat mich in Köln gut eingeführt und mir vieles gezeigt. Zum Beispiel, wo man essen und einkaufen kann.» Auch die besten Schleichwege zum Training hat Barnetta seinem Teamkollegen verraten: «Von unserem Quartier aus sind wir schnell auf der A1, da schaffen wir die 20 Kilometer zum Training in Leverkusen in 20 Minuten», erzählen sie. Beide haben einen Audi S5 – «Quillo» in Schwarz, Eren in Weiss. «Vorsicht vor den Fahrrädern!», warnt Barnetta, als sie an einem Fussgänger­ streifen in der Innenstadt stehen bleiben. «Die Kölner verhalten sich recht aggressiv auf ihrem Radweg!» Dabei ist der Mittelfeldspieler selbst ein Gümeler, wenn er in der viertgrössten Stadt Deutschlands unterwegs ist, um zum Beispiel im Bio-Supermarkt November 2009· schweizer illustrierte goal


fühlen sich wie zu hause «Quillo» (l.) und Eren am Deutzer Ufer. Im Hintergrund sieht man das Wahrzeichen der Stadt, den 157 Meter hohen Kölner Dom.

«Die Kölner sind viel offener und herzlicher als die Schweizer. Man kommt sofort mit jedem ins Gespräch – und längst nicht nur über Fussball» Eren Derdiyok Basics einzu­kaufen. Per Velo komme man viel schneller vorwärts als mit dem Auto, weiss Barnetta. «Soll ich mir jetzt etwa auch ein Velo zulegen?», fragt Eren skeptisch. «Kannst du überhaupt Fahrrad fahren?», neckt Tranquillo zurück. Obwohl er sich in Köln und bei Bayer Leverkusen sofort sehr wohlgefühlt hat, fährt Eren Derdiyok noch regelmässig nach Basel zu Freundin Diane. «In dreieinhalb Stunden bin ich mit dem ICE dort», so der Stürmer. Da auch Barnettas Freundin Sandra in der Schweiz zu Hause ist, gehen die beiden Strohwitwer oft im Restaurant essen. Am liebsten ins «Sí, claro», ein mexikanisches Restaurant am Friesenplatz. schweizer illustrierte goal · November 2009

Der ­ Inhaber, Orhan Agirbas, stammt aus dem gleichen ostanatolischen Dorf wie der Kurde Derdiyok. «Es ist schön, im Ausland mit ­jemandem in der Muttersprache reden zu können», freut sich Derdiyok. Im Allgemei­ nen schätzt der zurückhaltende Stürmer ­jedoch die Art der Rheinländer sehr: «Die Kölner sind viel offener und herzlicher als die Schweizer. Man kommt sofort mit jedem ins Gespräch – und dabei geht es längst nicht nur um Fussball!» Und wohin führen die beiden jungen Männer ihre Freundinnen aus, wenn diese zu Besuch in der Dom-Stadt sind? «Dann lassen wir uns bekochen», witzeln sie. «Doch im Ernst: Bei uns im Quartier gibt es mit dem

‹Mezzaluna›, dem ‹Pinocchio› und dem ‹Al An­ dalus› ­einige gute Restaurants.» Mit Schwei­ zer ­ Kollegen besucht Barnetta zwar auch schon mal typische Kölner Kneipen wie das «Früh Kölsch» in der Innenstadt, wo eigenes Bier gebraut wird. «Aber das sind Touristen­ orte, da gehen wir als Einheimische normaler­ weise nicht hin», sagt er schmunzelnd. Dafür selbstverständlich zum Karneval: Am 11. 11. um 11.11 Uhr wird der Kölner Karneval offiziell eröffnet. «So richtig los gehts aber erst im Februar mit der Weiber­ fastnacht am Donnerstag vor Ascher­ mittwoch», weiss «Experte» Barnetta. Ob er sich dann jeweils auch verkleide, will Derdiyok wissen? «Klar – hier fällt man auf, wenn man nicht verkleidet durch die Strassen geht!» Mal tarnte sich «Quillo» als Mafioso, mal als Arzt: «Die Stimmung während der Karnevalszeit ist genial. Das muss man einfach mal erlebt haben», schwärmt er Eren vor. Nun sitzen sie am Rheinufer bei der Deutzer Brücke und bewundern die «Kran­ häuser» des renommierten Architekten Hadi Teherani vis-à-vis – die neusten Wahr­zeichen der Stadt. Zwei futuristische Bürokomplexe und ein Wohnhaus mit Luxus-Appartements sowie Concierge. Lukas Podolski vom 1. FC Köln soll gleich zwei Lofts gekauft haben, sagt man. Mit Blick auf Rhein, Dom, Altstadt und Brücken. Mehr geht nicht. «Köln ist schon eine tolle Stadt», schwärmen Tranquillo Barnetta und Eren Derdiyok, als sie ihre Currywurst bei der Wurstbraterei verdrückt haben. Aus dem Hintergrund schauen die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk von ihrem Plakat her­über. Tatort Köln – definitiv ein Fall für zwei Schweizer Fussballer.

fakten zu köln Bevölkerung 995 420 (Stand: 31. Dezember 2008) – damit ist Köln die viertgrösste Stadt Deutschlands nach Berlin, Hamburg   und München. Leverkusen: 160 000. lage Köln liegt im Bundesland NordrheinWestfalen am Rhein. Berühmte kölner Harald Schmidt (Kabarettist), Ralf König (Comic-Zeichner), Lukas Podolski (Fussballer), Willy Millowitsch (Schauspieler). Informationen im Web www.koeln.de, www.koelnerkarneval.de


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Köln ist nicht nur Karneval und Kölsch! Unterwegs in der lebensfrohen Dom-Stadt: GOAL verrät die besten Tipps bei Tag und bei Nacht.

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Cheshmeh Orientalische Lebensart auf 600 Quadratmetern, wo natürlich die Wasserpfeife nicht fehlen darf. Leider offeriert die persische Besitzerfamilie seit August keine warme Küche mehr. Aber einen Besuch ists immer noch wert. Zeughausstrasse 24, Tel. +49 221 179 33 741, www.cheshmeh.de pantanal Rodizio Für Fleisch-Freaks: Die brasilianischen Grillspezialitäten gibts in Köln und Leverkusen! Maybachstrasse 22, 50670 Köln, Tel. +49 221 130 17 67, und Altstadtstrasse 5, 51379 Leverkusen, Tel. +49 21 71 50 60 26, www.pantanal-rodizio.de

nightlife

SI, claro Für Liebhaber der mexikanischen und exotischen Küche ein Paradies. Derdiyok empfiehlt Burger, Barnetta die Penne Bombay. Friesenplatz 9, Tel. +49 221 25 70 520, www.si-claro.de

rheinpromenade Von der Zoobrücke im Norden bis zur Severinsbrücke erstreckt sich eine breite Promenade entlang dem Rhein. Ausflugsschiffe legen hier zu den beliebten Rheintouren ab.

shopping

apropos Durch einen 25 Meter langen, knallig pinken Tunnel gelangt man in ein Shopping-Mekka der besonderen Art. Mittelstrasse 12, Tel. +49 221 27 25 190, www.apropos-coeln.de bio-supermarkt basic Bis zu 10 000 Bio-Artikel! Hier kauft auch Tranquillo Barnetta gern ein. Hohenstaufenring 28, Tel. +49 221 397 67 900, www.basic-bio-genuss-fuer-alle.de

diamonds Trinken, gucken, tanzen auf verschiedenen farbenfrohen Ebenen. Hohenzollernring 90, Tel. +49 221 16 08 620, www.club-diamonds.de ivory Einer der In-Klubs von Köln. Mit der Elfenbeinkarte (1500 Euro) kommt man an der bis 30 Meter langen Schlange elegant vorbei. Limburger Strasse 12, Tel. +49 221 277 48 88, www.ivorylounge.de

Die Auswahl an Bars und Restaurants ist in der Party-Hochburg Köln riesig. Barnetta und Derdiyok gehen am liebsten ins «Sí, claro» am Friesenplatz – schliesslich wohnen die Fussballprofis in Gehdistanz.

Höhe. Herrlicher Rundblick über die City! Ottoplatz 1, Tel. +49 2234 99 21 555 (Kulturinfo Rheinland), www.blick-auf-koeln.de

ehrenstrasse Die Shopping-Meile für jüngeres Publikum: von Secondhand-Boutiquen über DesignerLäden bis zu Bistros und Bäckereien. Ab Hohenzollernring

stadion

entdecken DOM An den 533 Stufen kommt man in Köln einfach nicht vorbei. Neu sogar mit Seelsorge-Tisch für Besucherinnen und Besucher! www.koelner-dom.de Köln Triangle panorama In 4 Metern pro Sekunde auf 100 Meter

bayarena Dank einem Umbau hat das Stadion von Bayer 04 Leverkusen nun über 30 000 Sitzplätze und seinen Ruf als Schmuckkästchen der Bundesliga zementiert. BayArena, Bismarckstrasse 122–124, 51373 Leverkusen, Tel. +49 214 866 06 66, www.bayer04.de November 2009· schweizer illustrierte goal

fotos: Stephan Pick, EQ Images, Handout

hotels

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lounge promi-fan

Leonardo nigro

fast durchgedreht

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Mein unvergesslicHstes fan-erlebnis und Mein scHönster sieg Natürlich die Meisterschaft im Jahr 2006. Wir mussten gewinnen, denn es war das letzte Spiel der Saison. Es stand 1:1, und in der 93. Minute erlöste uns Iulian Filipescu mit dem 2:1. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Ich bin fast durchgedreht.

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die Umstände neben dem Rasen. Ich war dabei, als vor einigen Jahren FCZ-Fans Petarden in den Basler Familiensektor geworfen haben. So was verstehe ich einfach nicht.

Mein fanritual Ich gehe nur mit meinem Schal an den Match.

Mein liebster sitZplatZ Mein Platz ist in der Südkurve. Dort fühle ich mich wohl. Ich habe schon VIP-Tickets für die Tribüne geschenkt bekommen. Aber die lehne ich dankend ab.

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Meine begleiter Zu eineM MatcH In der Südkurve treffe ich immer die gleichen Leute. Da kann ich hin und weiss, dass meine Freunde auch dort sind.

schweizer illustrierte goal · November 2009

foto: geri born; shirt erhältlich im fanshop, löwenstrasse 68, Zürich, oder auf www.fcZ.ch

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Meine bitterste niederlage Kein Spiel, sondern

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Mein ewiger Held Captain

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das MacHe icH in der pause eines MatcHs Mich sieht

Hannu Tihinen. Sein Absatz-Goal gegen Milan in der Champions League ist unvergesslich.

man sicher nirgends anstehen. Ich nutze die Zeit lieber, um mit meinen Freunden zu quatschen.

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wär icH abraMowitscH, gäbs folgenden ZuZug

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wer von Mir aus die koffer packen kann

Da gibt es nur einen: Gattuso. Den hätten doch alle gern. Wenn man den in der Mannschaft hat, dann kämpft man einfach.

Alle Spieler, die sich Ferien verdient haben!

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liebster scHlacHtruf

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der grösste rivale Meines klubs Der FC Basel. Aber ich

Wenn die Südkurve zuerst die Ost- und die Westtribüne anheizt und dann das ganze Stadion lauthals «FCZ» ruft.

möchte auch sagen, dass ich nichts gegen Basler habe. Wenn man den FC Basel schlägt, ist das einfach schöner, als wenn man irgendeinen anderen Gegner schlägt. Protokoll: Lisa Merz

leonardo nigro, 35, ist, schon seit er denken kann, FCZ-Fan. Nur wenn die italienische Nati spielt, schlägt das Herz des Schweizer Schauspielers mit italienischen Wurzeln noch höher. Vor einem Jahr kickte er im SF-Promi-Fussballcamp «Der Match». Bald ist er im TV-Film «Der Wüstenkäser» zu sehen.


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