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Nr. 21 / 18. Mai 2013 / CHF 4.90

FRANCO KNIE

ABSCHIED vom Zirkus NEUE PLÄNE Ein grosser Elefantenpark in Rapperswil und mehr Zeit für Claudia und die Zwillinge

Brust-Amputation

Angelina Jolie

So mutig! Ihr Entscheid für die Familie berührt


32

FROH Trainieren, wo andere

Ferien machen: mit den Skirennfahrerinnen Michelle Gisin & Wendy Holdener zu Besuch in Mallorca.

50

AKTIV Daheim sind seine

Aufgaben «Staubsaugen und Geschirrspülen». Der pensionierte Pfarrer Josef Hochstrasser aber bleibt offensiv.

Inhalt Heft 21 18. Mai 2013 Titel

16 Claudia & Franco Knie Neustart. Die Zirkusfamilie mit den süssen Zwillingen über ihre Zukunftspläne

Leute

5 Editorial von Ueli Walther 7 Luca Hänni & Gregory Knie Manege frei für den Teeniestar! 8 Menschen Roger Federer, Linda Fäh, Jessica Cargill, Daniel Kandlbauer, Roger Schawinski, Sara Bachmann, Olivia & Patrizia Püntener, Lou Spichtig, Herzogin Catherine 26 Angelina Jolie Ihr Schicksal geht unter die Haut: die vorbeugende Brustamputation – «für meine Kinder» 36 Patrick Liotard-Vogt Pompös. Mit dem Nestlé-Erben in Marrakesch

Eishockey-WM

22 Denis Hollenstein Weltklasse! Die Schweizer sind das Highlight in Stockholm. Vater Fige drückt Daumen

Ski alpin

30 Beat Feuz In Mallorca kämpft der Ski-Champ um sein Comeback. Ein Besuch im Trainingscamp

Homestory

22

IN STOCKHOLM HockeyUrgestein Felix Hollenstein besucht seinen Sohn Denis bei der WM. Der sagt: «Mein Vater war immer mein Held.»

34 Tania La Croix Die DJ-Frau ist mit 30 Jahren bei Mama ausgezogen: So wohnt sie jetzt mit Freund Fabrizio

Wirtschaft

40 Philipp Hauert Der Düngerexperte spielt sogar in der Champions League

Abo-Service 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Reportage

44 Im Ambulanz-Jet der Rega Einmal Süditalien und zurück: «Das ist sinnvolle Fliegerei», sagt Copilot Welti

Gesellschaft

44

NOTFALL IN BRINDISI

Einen Tag mit dem Rega-Jet. Der magische Moment, wenn die Retter aus der Schweiz da sind.

50 Josef Hochstrasser 40 Jahre im Dienste Jesu: Im Ruhestand legt der Hitzfeld-Biograf jetzt erst richtig los

Shopping

57 Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

65 Dengue-Fieber Die ansteckende Tropenkrankheit kommt zu uns! 66 Ein Fall für Stutz Der ergreifende Hilferuf einer Magersüchtigen

Die Besten

69 Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

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FLÜGGE GEWORDEN

DJ-Frau Tania La Croix zeigt ihre erste eigene Wohnung. Und mit wem sie diese in St. Gallen teilt.

Weekend

75 Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party

88 Prix Walo Gala im Schwyzer MythenForum. Die Tränen der Ursula Schäppi

Und …

56 Notabene von Peter Bichsel 90 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 84 Horoskop 88 Leserbriefe/Impressum

Auch auf dem iPad Die Schweizer Illustrierte digital: mehr Stars, mehr Schweiz. Jede Woche aktuell.

Titel Nicole Bökhaus, Getty Images (kl. Foto); Inhalt Fabienne Bühler, Remo Nägeli, Nicole Bökhaus, Dirk Schmidt, Andy Mueller / freshfocus, Hervé Le Cunff

36

TOP Millionenerbe

Patrick Liotard-Vogt: «Ich möchte jedes Jahr etwas tun, das nichts mit meinem Lifestyle zu tun hat.»

Tägliche News online Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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Editorial 18. Mai 2013

Ueli Walther, Stv. Chefredaktor

Ein Stück Heimat in der Not Rega Die Schweizerische Rettungsflugwacht, vor über Beat Feuz Nach der Saison ist vor der Saison. 60 Jahren gegründet, wird heute von 2 445 000 Gönnerinnen und Gönnern unterstützt. Wer Rega hört, denkt dabei primär an die 17 Helikopter, die in der Schweiz abgestürzte Bergsteiger oder Opfer von Verkehrsunfällen in Spitäler fliegen. Zur Flotte gehören aber auch drei Flugzeuge, die weltweit operieren und schwer verunfallte oder erkrankte Menschen repatriieren. Die Ambulanzjets waren letztes Jahr gefragt wie nie: 855 Patienten wurden nach Hause gebracht, 20 Prozent mehr Einsätze als im Vorjahr geflogen. SI-Redaktor Marcel Huwyler und SI-Fotograf Remo Nägeli begleiteten die Rega nach Brindisi, Italien. Ihre Reportage zeigt eindrücklich, wie wichtig die Rega für die Erkrankten ist. Sie gibt ihnen in einem Moment der Verzweiflung Halt und die Hoffnung, dass jetzt alles gut kommt. Sie ist ein Stück Heimat in der Not. «Es ist ein magischer Moment für die Patienten, wenn das Rega-Team auftaucht», erzählt Huwyler. «Oft fliessen auch Tränen.» «Elf Schutzengel und ein Jet» – ab Seite 44.

Das gilt besonders für den Ski-Star, der im letzten WM-Winter gar nie Rennen gefahren ist. Der Emmentaler bangt nach Komplikationen im mehrfach operierten linken Knie um die Fortsetzung seiner Karriere. Jetzt weilt er erstmals wieder mit dem Skiteam im Trainingslager auf Mallorca. Feuz sagt: «Das ist eine schöne Abwechslung zum sonst recht eintönigen Trainingsalltag.» Feuz’ Weg zum Comeback ist noch lang. Er soll schrittweise wieder an den Leistungssport herangeführt werden. Dabei wird ihm mit Sepp Brunner neu ein Privattrainer helfen. «Sepp ist meine absolute Wunschlösung – keiner kennt mein Knie so gut wie er», findet Feuz. Brunner hat als Trainer einen hervorragenden Leistungsausweis. Und: Er hat damals die auch unter schweren Knieproblemen leidende Sonja Nef wieder an die Spitze herangeführt. Wir hoffen, dass ihm dies auch bei Beat Feuz gelingt – und drücken den beiden ganz fest die Daumen! «Sehnsucht Sotschi» – ab Seite 30.

Fotos Remo Nägeli, Fabienne Bühler

Viel Spass mit der Schweizer Illustrierten! Die Sängerin Lea Lu und Nationalratspräsidentin Maya Graf im grossen Interview. In der neuen «SI GRUEN». Gratis mit der nächsten Schweizer Illustrierten. In der Luft: SI-Redaktor Marcel Huwyler während des Rega-Einsatzes an Bord der Challenger CL-604.

Nachdenklich: SI-Redaktor Thomas Renggli (l.) mit Beat Feuz auf Mallorca. Seine Rückkehr auf die Piste ist ungewiss. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 5


Menschen

GREGORY KNIE & LUCA HÄNNI

Fotos Adrian Bretscher

Wer ist hier der Star? Bessere Werbung könnten sie zum Vorverkaufsstart für den Winterzirkus Salto Natale nicht machen: Gastmusiker Luca Hänni, 18, stieg mit seinem neuen Album «Living the Dream» auf Platz 1 der Hitparade ein und wurde wie Gregory und Rolf Knie am Prix Walo ausgezeichnet. Wer ist denn nun der Star der elften Ausgabe von Salto Natale? «So verschieden die Zuschauer im Zirkus, so verschieden die Geschmäcker», findet Gregory

Mit dem Chef in der Garderobe: Luca Hänni ist Gastmusiker bei «Fabuloso», dem 11. Programm von Gregory Knies Winterzirkus Salto Natale.

Knie, 35. Wichtig sei, jedes Jahr etwas Neues zu bieten. Heuer holt er Luca Hänni in die Manege. «Seine Musik lässt sich super mit artistischen Nummern verbinden.» Lucas Songs als Hintergrundmusik? «58 Shows vor 1500 Leuten sind eine tolle Plattform», findet Luca, der als Bub immer mit seiner Familie in den Zirkus ging. «Ich muss nur aufpassen, dass ich mich nicht ablenken lasse, wenn mir die Artisten um den Kopf wirbeln.» HÜ SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 7


Menschen

ROGER FEDERER

Fotos Look Press Agency (4), Daniel Ammann (2), Adrian Bretscher

Wildtierpirsch statt Punktejagd Eben noch machte er ein langes Gesicht, als er im Achtelfinal des Madrid Open überraschend ausgeschieden war. Nun macht er einen langen Hals: Vor der Weiterreise nach Rom verbrachte Roger Federer, 31, die unerwartete Freizeit mit Ehefrau Mirka, 35, und den Töchtern Myla Rose und Charlene Riva, beide 3, im Zoo der spanischen Hauptstadt. Die Zwillinge lieben Tierparks. Im australischen Melbourne bekamen die Federers sogar mal eine Extraführung im Zoo, weil dieser schon geschlossen war, als der beste Tennisspieler aller Zeiten endlich Feierabend hatte. Dort konnten die Mädchen sogar Koalas und Kängurus streicheln. Die Giraffen von Madrid beäugen sie lieber aus Distanz. Grosse Tiere kennen sie ja vom Tennis-Court zur Genüge. HÜ 8 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE


Neu am News Desk von Tele Ostschweiz: die Miss Schweiz 2009 Linda Fäh.

LINDA FÄH

Fähig frische News-Frau

Manchmal hat es auch etwas Gutes, wenn Papa früh ausscheidet: Myla Rose und Charlene Riva Federer mit Mami und Papi im Zoo von Madrid.

Die Ostschweiz wird jetzt schön gut informiert: Ab 27. Mai amtet Linda Fäh, 25, Teilzeit als News-Moderatorin im neuen Programm von Tele Ostschweiz (TVO). Der Arbeitgeber ist allerdings nicht neu für sie: Schon seit drei Jahren pendelt die Miss Schweiz 2009 regelmässig vom Zürichsee nach St. Gallen. Bis anhin moderierte sie die Unterhaltungssendung «TVO Extra», besuchte Messen, berichtete über Mode und Lifestyle. Ab sofort präsentiert sie zusätzlich die Nachrichten. «Taff und sec – eine ganz andere Rolle», sagt Linda. Zum Glück war sie schon

immer ein News-Junkie. Und sie freut sich, mal was ganz anderes machen zu können. Vielleicht gefällt es ihr ja so gut, dass sie dereinst bei «10 vor 10» Karriere machen wird? – «Lieber als Schlagersängerin!» Dafür feilt Linda zurzeit an einer Musicalschule an Gesang, Tanz und Bühnenpräsenz, was ihr natürlich auch vor der TV-Kamera zugutekommt. HÜ

JESSICA CARGILL

Im letzten Kampf endlich Gold Es tönt wie ein Märchen, doch für Karatekämpferin Jessica Cargill, 32, ist es wunderschöne Realität: Sie gewinnt an ihrer achten EM die ersehnte Goldmedaille – und das in ihrem allerletzten Wettkampf! «Ich wollte unbedingt gewinnen. Mit Silber wäre ich nicht zufrieden gewesen.» Nachvollziehbar, wenn man ihre Vorgeschichte kennt: In den beiden letzten Jahren reiste sie schon als Titelanwärterin an EM und WM, musste sich aber mit zwei fünften Plätzen begnügen. Eine bittere Enttäuschung. Die Frauenfelderin mit jamaikanischen Wurzeln dachte an Rücktritt. Aber ihr Ehrgeiz liess dies nicht zu: «Es kann doch nicht sein, dass der ganze Aufwand umsonst war.» Sie kämpfte weiter. Kämpfte für das perfekte Karrierenende. Nun ist es geschafft! Folgt jetzt tatsächlich der Rücktritt? Darüber denkt sie in den nächsten Tagen in den Ferien in Jamaika nochmals nach. SM

Einzel-Gold und TeamBronze an der EM: Karatekämpferin Jessica Cargill. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 9


Menschen

Facebook & Twitter NIK HARTMANN

Mal in Tracht, mal Dandy: Im Musical «The American» spielt Kandlbauer einen «typischen» Amerikaner.

«I ghöre es Glöggli, das lütet so nätt …»

Auf Twitter zeigt sich Nik Hartmann, 40, von der uneitlen Sorte. Auf dem Profilbild scheint er zu gurgeln. Neuestes aus der Fotogalerie? Nik auf dem Maträtzli. «Night!», wünscht er aus der Geisshütte. Er nächtigt grad ganz authentisch à la «SRF bi de Lüt».

CHRISTA RIGOZZI

Die Schöne ist wieder unter Bauern

Rot-weiss kariertes Kleid, Zöpfe im Haar: Christa Rigozzi, 30, dreht gerade wieder eine neue Staffel «Bauer, ledig, sucht …». Ob der Herr im Bild auf der Suche ist? Bald werden wirs erfahren. Christa gibt auf Facebook nur diesen Kommentar ab: «Urnäsch :-)»

DANIEL KANDLBAUER

Vielküsser aus Amerika

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Erdbeerglace nach dem Gefecht?

Gelateria di Berna. Länggasse. Eine lange Schlange. Zuhinterst: Fabian Kauter, 27, Fechter und Rapper aus Bern. Am HeimGP holte er den dritten Platz. Seine Belohnung: ein Glace. «What I need right now!», schreibt er unters Bild. Erdbeer oder Schoggi? Outfit wechselt – und sogar einmal seinen tätowierten Oberkörper zeigt. Zudem darf George am Ende jeweils Bühnenpartnerin Sarah innig küssen. «No problem», sagt der Single augenzwinkernd, «viermal küssen pro Woche ist doch nicht schlecht, oder?» IS ---------Bis 2. Juni in Baden, www.theamerican.ch

Fotos Raja Läubli (2), HO (6)

Eigentlich ist er Vollblut-Rockmusiker. Doch Daniel Kandlbauer, 29, macht auch im «Chüjermutz» – der traditionellen Männertracht – eine gute Figur. Seit Anfang Mai spielt der Berner Oberländer nun den mysteriösen George aus New York im Musical «The American» im stillgelegten Thermalbad in Baden AG. Die Rolle ist Kandlbauer auf den Leib geschrieben: Dank Mutter Debbie, die aus Boston stammt, spricht er perfekt Englisch. Im Laien-Ensemble ist der «Music Star»Finalist von 2005 neben der weiblichen Hauptdarstellerin Sarah Kappeler einziger Profi. «Aber alle sind mit Herzblut dabei, das macht grossen Spass», sagt Kandlbauer, der im Stück von François Ruedin mehrmals sein

FABIAN KAUTER


Ein Tag mit …

Roger Schawinski: Unruhige Montagnächte

6.30 Uhr Lea hat heute eine Spanischprüfung. Wir gehen nochmals die Wörter durch und lachen über unsere Eselsbrücken. Ich esse frische Ananas, Lea Porridge. Im Hintergrund läuft Radio 1.

7.30 Uhr Surfen durch Portale wie «New York Times», «Spiegel», «Newsnetz», «Blick». Ich lese «Tages-Anzeiger» und NZZ.

9 Uhr SMS an Roger Köppel zur Sendung «Roger gegen Roger».

Die Themen haben wir am Vorabend abgestimmt. Nun formuliere ich am Computer meine Argumente. Laufend treffen Mails ein von Christine Schnyder, Produzentin der TV-Sendung «Schawinski». Ich fahre zu Radio 1 und stelle mein Skript für «Schawinski» fertig.

12 Uhr Birchermüesli und ein Stück dunkles Brot. Dazu

der dritte Espresso des Tages.

13 Uhr Aufzeichnung von «Roger gegen Roger». Heftiger Schlagabtausch. Die Sendung nimmt mich immer ziemlich her. 14.30 Uhr Fahrt ins Fernsehstudio. Kaffee mit Christine. Ich gehe mein Skript durch, ziehe mich um und gehe in die Maske. 17.15 Uhr Nach der Probe zeichnen wir die Sendung auf. Danach trinke ich in meiner Garderobe ein Glas Wein mit dem Gast.

18.45 Uhr Ich fahre nach Hause. Immer am Montag ist unsere thailändische Köchin da, und es duftet verführerisch. Ich öffne eine Flasche Rotwein und entspanne mit Gabriella.

21 Uhr Ich zappe durchs TV-Programm und warte auf meine

Fotos Fabian Biasio / Keystone, Thomas Buchwalder, Nicole Bökhaus, WireImage / Getty Images

Sendung um 22.55 Uhr. Danach kann ich stundenlang nicht schlafen.

Montags kann er nie gut einschlafen: «Nach meiner Sendung bin ich viel zu aufgewühlt», sagt Roger Schawinski, 67.

Wer liebt wen

Pisten-Baby

Bühnen-Baby

Samenbank-Baby

Der Ski-Cross-Nachwuchs ist quasi gesichert! Olympiasieger Mike Schmid, 29, darf sich seit dem 11. Mai ganz stolz Papi nennen. Seine Freundin Joëlle Lehmann, 28, hat einen Sohn zur Welt gebracht: Der Kleine heisst Colin. Im Winter 2015/16 dürfte der Kleine seine Skikarriere beginnen.

Mitte März gewann sie hochschwanger die SRF-Castingshow «The Voice of Switzerland». Jetzt ist ihr drittes Kind da. Nicole Bernegger, 36, hat am 11. Mai ein Mädchen zur Welt gebracht. Ihr Mann Daniel hat bald BabyDienst: Ende Juni geht sie nämlich ins Studio, um ihr Siegerinalbum aufzunehmen.

Die Schwester von Hollywood-Star Penélope Cruz wünschte sich auch ein Kind. Jetzt ist es da. Mónica Cruz, 36, bis vor Kurzem noch Model für Charles Vögele, hat am 14. Mai ein Mädchen zur Welt gebracht. Bei der Geburt war ihre Familie dabei, einen Freund hat sie nicht: Sie liess sich künstlich befruchten.

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Menschen In ihrer 300. Sendung entführt Robin Rehmann Sara Bachmann ins

Centovalli – zum Bungee-Jumping!

Rose Toni Frisch

Sterbehilfe ist ein Reizthema. Doch gerade älter werdende Menschen setzen sich vermehrt damit auseinander. Und suchen Rat und Orientierung. Da ist es begrüssenswert, wenn jetzt die Pro Senectute, Fachorganisation für Fragen rund ums Alter, erstmals dazu Stellung nimmt: Man anerkenne das Recht der Suizidwilligen, ihr Leben – auch unter Beihilfe anderer Personen – beenden zu wollen, sagt die Organisation. Klare Worte zu einem derart brisanten Thema. Dafür schicken wir Pro-SenectutePräsident Toni Frisch unsere Rose.

SARA BACHMANN

Sara machts im freien Fall

Eineiig: Olivia (l.) und Patrizia mit ihren Rennern in Ebikon LU.

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Kaktus Daniel Landolt

«Himmeltraurig» fühlt sich Bachmann kurz vor ihrem Sara Sprung.

OLIVIA & PATRIZIA PÜNTENER

Nicht zu bremsen

Gemeinsam fuhren sie letztes Jahr 2500 Kilometer auf ihren Rennvelos, gemeinsam holten sie nun mit ihrer MaturaArbeit bei «Schweizer Jugend forscht» ein «sehr gut»: Olivia und Patrizia Püntener, 18, Zwillinge aus Ebikon LU. Hunderte von Stunden untersuchten sie das Bremsverhalten von Rennvelos mit Karbonlaufrädern. Eine ihrer typischen Sonntagstouren: Ebikon–Baden–Waldshut, 170 Kilometer, sechs Stunden. «Viele Männer schauen verdutzt, wenn wir sie überholen, dann geben sie Vollgas. Wir aber auch!» TK

Beatrice Egli («Mein Herz») ist Siegerin von «DSDS». Und macht damit beste Werbung für den Schlager – und ihre Schwyzer Heimat. Aber ausgerechnet in ihrem Wohnort Pfäffikon, der zur Gemeinde Freienbach gehört, ist keine Siegesfeier geplant. Dabei wäre das für den Ort die Chance, mit wenig Aufwand auf sich aufmerksam zu machen. Doch: Man müsse sparen, sagt Gemeindepräsident Daniel Landolt. Vielleicht hat Beatrice Egli ja bald einen zweiten Hit, ein Spottlied auf ihren Gemeindepräsidenten mit dem Titel «Sein Kaktus».

Ich habe mir Regeln auferlegt: Mit einer Tasse Kaff Kaffee ee würde ich niemals auf die Bühne kommen SOPHIE HUNGER, SÄNGERIN

Foto HO (2), Raja Läubli, Pixsil, Bruno Füchslin, Geri Born

WC-Frau, Piercerin oder Eishockey-Goalie: 299 Mal hats Sara Bachmann, 33, schon gemacht. Egal, was die Zuschauer von ihr verlangen – in ihrer Sendung «Sara machts» lässt sich die Moderatorin auf die abenteuerlichsten Jobs ein. Nur gegen etwas hat sie sich bis jetzt immer gewehrt: Bungee-Jumping. «Niemals!», hat sich die Luzernerin geschworen. «Niemals!», sagt sie auch noch, als sie schon auf der 70 Meter hohen Eisenbahnbrücke im Tessiner Centovalli steht. In der 300. Sendung, die ab Freitag auf verschiedenen Regionalsendern läuft, konfrontiert sie Kollege Robin Rehmann, 32, mit ihrem Trauma. «Sie tat mir schon leid», sagt der Lockvogel. «Ich stand unter Schock», sagt sein Opfer. Es gibt kein Pardon. Sara springt. Mit geschlossenen Augen, Angstschweiss – und Rachegelüsten. KF


Weiss und rosa, wie es sich für eine Ballerina gehört: Lou Spichtig in ihrem Zimmer daheim in Zürich.

Unser Goldfüsschen

A

Lou mit ihrer französischen Maman Myriam, dem Pokal des Youth America Grand Prix und «bei der Arbeit» im Saal der Tanzakademie Zürich.

ls erste Schweizerin schafft es Lou Spichtig, 15, aus Zürich, zuoberst aufs Podest des Youth America Grand Prix, des wichtigsten Nachwuchs-Ballettwettbewerbs. «Unglaublich, ich habe nicht mal gerechnet, in die Endrunde zu kommen!» Neben zwei Awards gewinnt sie 1750 Dollar – und die Gewissheit, dass es der richtige Weg war, den sie mit zehn Jahren eingeschlagen hat. Damals entscheidet sie sich für die Kunst- und Sportsek und die Ausbildung an der Tanz Akademie Zürich (TaZ). Für wenig Freizeit, hartes Training – und eine ungewisse Zukunft. Würde sie es als Profitänzerin schaffen? Auch Mama Myriam Spichtig, 51, stellt sich diese Frage. Doch als gute Schülerin könnte sie später ein Studium nachholen. Und schliesslich war sie es, die Lou zum Tanzen brachte. Aus praktischem Grund: Als alleinerziehende Mutter musste sie Lou irgendwo betreu-

en lassen, als sie nach der Trennung von ihrem Mann in die Schweiz zurückkam. Lous erste drei Lebensjahre hatte die Familie in Ghana verbracht. Wegen Papas Job als Flugzeugmechaniker. Dort war sie immer im Freien, immer in Bewegung. So kam ihre Mutter später auf die Idee, sie ins Ballett zu schicken. Mit vier trat sie auf, mit acht tanzt sie an Wettbewerben, bald bringt sie Pokale heim. Den wichtigsten aus New York. Ein riesiger Erfolg auch für die TaZ, wo sie seit ihrem Schulabschluss eine «Lehre» als Tänzerin macht. Montags bis samstags wird trainiert, am Mittwochnami die Schulbank gedrückt. In ein bis zwei Jahren wird Lou die TaZ abschliessen. Dann erhofft sie sich einen Platz in einer europäischen Tanzkompagnie. «Wo genau, ist mir egal. Hauptsache, mit klassischem Repertoire.» Mit Gold in der Tasche findet sich der Platz bestimmt leichter. HÜ SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 13

Fotos Adrian Bretscher, Fabienne Bühler

Jedes Jahr wollen 500 Ballett-Talente den Youth America Grand Prix gewinnen. Die Schweizerin LOU SPICHTIG hats geschafft. Dank Talent, Fleiss, Wille. Und den ersten drei Lebensjahren in Westafrika.


Menschen

NAOMI WATTS

Modisch und gut behütet

Wie strampelt Frau stylisch und trotzdem sicher durch New York, um den Nachwuchs im Kindergarten abzuliefern? Schauspielerin Naomi Watts trägt zum Gucci-Täschchen schwarze Leggins und Adidas-Treter. Dazu quietschgelbe Signalsöckchen wie Sohn Samuel und Helm im Partnerlook.

HERZOGIN CATHERINE

In anderen Umständen

Herzogin Catherine, 31, alias Kate traut sich ganz schön was: Erstens lässt sie vergangene Woche bei der Hochzeit ihrer Freunde William van Cutsem und Rosie Ruck Keene ziemlich tief beziehungsweise drunter blicken. Schuld war der Wind, der Kates Kleid aufblähte. Womit wir beim zweiten Tuschelthema sind: Das Pünktchen-Umstandskleid (gibts für 45 Euro bei Topshop) hatte sie schon mal an – beim Ausflug in die Warner-Bros.-Filmstudios – allerdings ohne das süsse, kleine Hütchen. RH

TIGER WOODS

Hat der Tiger einen Kater?

Blau sorgte er an der MET-Gala für einen kleinen Eklat. Den ersten offiziellen Auftritt an der Seite von Freundin Lindsey Vonn hatte er vergeigt – betrunken. Und so versuchte er wohl beim Angeln seinen Kater zu zähmen. Fisch soll ja helfen. Nur, was ist wohl im Glas vor ihm drin?

LIV TYLER

So cool! Liv Tyler, 35, die Tochter von Aerosmith-Rocker Steven Tyler, die 1993 im Musikvideo «Crazy» Männerfantasien schürte, wurde als Elbin Arwen in «Der Herr der Ringe» weltberühmt. Jetzt stand die Hollywood-Schönheit für Star-Regisseur Wim Wenders, 67, in Berlin vor der Kamera. Der Kurzfilm mit dem Thema «Jeder Kuss erzählt eine Geschichte» wirbt fürs neue Magnum-Glace 5 Kisses. Zu sehen ist die heisse Lady am Filmfestival in Cannes – und im Kino. RH 14 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

PRINZ HARRY

Hängst du hier rum?

Prinz Harry ist wieder mal auf Tour in den USA. Statt Party steht dieser Tage aber Sport auf dem Programm. Der Royal, sonst eher dem Cricket zugeneigt, liess sich in New York bei einem Charity-Projekt, das Kinder vom Rumhängen abhalten soll, in die Geheimnisse des Baseballs einweihen.

Fotos Dukas (3), Donata Wenders, Wenn

Süsser Kussmund


Glitzer und Décolleté: Cindy Crawford (l.) und Georgia May Jagger.

Die Stars des Eröffnungsfilms: Leonardo DiCaprio und Carey Mulligan.

Jury-Präsident Steven Spielberg (l.), Juroren Nicole Kidman und Cristian Mungiu (Regisseur). 66. FILMFESTSPIELE CANNES

Fotos Corbis, WireImage, Dukas, Wenn, Getty (2)

Blitzlichtgewitter im Regen

Partys, Ruhm und Geld: Einen passenderen Eröffnungsfilm als «Der Grosse Gatsby» könnte es für die 66. Filmfestspiele von Cannes kaum geben. In der vierten Verfilmung des Klassikers von F. Scott Fitzgerald geht es um einen jungen Mann, der mit Reichtum und ausschweifendem Leben versucht, seine Angebetete zu beeindrucken. Dass die Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio und Carey Mulligan – und alle anderen auch – auf dem roten Teppich im Regen stehen, kratzt weder am Glamour noch an der Partystimmung. Zumal viele der anwesenden Damen tiefe Einblicke gewähren. Über eine Million Franken soll die anschliessende Feier für gut 600 geladene Gäste gekostet haben. Die hochkarätige Jury um Regisseur Steven Spielberg ist am Eröffnungsabend arbeitslos: «Der Grosse Gatsby» läuft ausser Konkurrenz. Wer die begehrte Goldene Palme holt, entscheidet sich am 26. Mai. SC

Topmodel Cara Delevingne im hautengen schwarzen Spitzenkleid.

Die chinesische Schauspielerin Zhang Yuqi mags grün – und luftig. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 15


Vom Zirkusdirektor zum Elefantenzüchter. FRANCO KNIE plant mit Gattin CLAUDIA und den Zwillingen NINA und TIM eine ganz neue Zukunft. Erstmals spricht er über seine Pläne.

Zeit für Zärtl

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tlichkeit

GLÜCKLICHE FAMILIE

Claudia und Franco Knie mit ihren Zwillingen Nina und Tim sowie Pony Fiona mit ihrem wenige Tage alten Fohlen am Zürcher Obersee.


TexT andré häfliger FoTos nicole bökhaus

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r weiss genau, was die Kattas mögen. Freudig füttert Franco Knie, 58, die kleinen Halbaffen aus Madagaskar mit Weinbeeren. Zusammen mit seinen bald vierjährigen Zwillingen Nina und Tim. Der Zirkusdirektor ist in seinem Reich angekommen. Hier, im Knie’s Kinderzoo in Rapperswil SG, plant er sein neues Leben. «Ich trete kürzer in unserem Zirkusunternehmen und will jetzt die Zukunft unserer Elefanten in Rapperswil sichern», sagt er beim gemütlichen Zoo-Rundgang. Im beliebten Kinderzoo hat er grosse Pläne: Knie realisiert seinen Traum, den Elefantenpark Himmapan, benannt aus der buddhistischen Mythologie. Er hat einen genauen Fahrplan: «Das Baugesuch ist eingereicht, diesen Herbst erfolgt der erste Spatenstich für die feierliche Eröffnung im März 2015.» Sein grösster Stolz: «In der neuen Anlage werden wir dank Bullenhaltung wieder asiatische Elefanten in Rapperswil züchten können.» Franco Knies Augen funkeln. «Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich», sagt er mit ruhiger Stimme. Grund seiner Lebensfreude ist seine Familie. Gattin Claudia Knie, 45, die aus Italien stammende ehemalige Marketing-Fachfrau, die er vor bald zehn Jahren an seiner Geburtstagsfeier in der Manege in Genf kennenlernte. Und natürlich die Zwillinge. «Nina und Tim sind der Sonnenschein in unserem Leben», schwärmt er. Ehefrau Claudia bekommt gerade einen dicken Kuss von ihrem Töchterchen. Sie weiss: «Nina ist etwas selbstständiger als Tim. Ein richtiges Mädchen, das schon gerne shoppen geht. Tim ist aber ebenso aufgeweckt, sehr lustig und unterhaltsam. Rührend, wie er seine Schwester immer wieder in Schutz nimmt.»

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Die beiden Kinder besuchen bereits den Kindergarten – im fahrenden Zirkus vorderhand. «Wenn sie in die Schule gehen, wollen wir sesshafter werden», sagt Franco Knie. «Das war bei mir auch so, ich besuchte die Schule in Rapperswil.» Deshalb zieht sich Franco Knie mehr und mehr von der Manege zurück. Im aktuellen Programm ist er nur noch im Hintergrund tätig. Die atemberaubende Elefantennummer bestreitet sein Sohn Franco, 35, mit seiner Frau Linna Knie-Sun, 34, und Sohn Chris Rui, 6. Jetzt, gut ein Jahr vor seinem 60. Geburtstag, packt Vater Franco Knie noch mal etwas ganz Neues an. «Ich konzentriere mich auf die Realisierung des Elefantenparks», sagt er. Sein Plan hat viel zu tun mit der Zukunft des National-Circus, denn bald wird die siebte Knie-Generation die Macht über-

ich bereue nichts. aber es ist an der zeit, nochmals Vollgas zu geben franco knie

nehmen. Franco Knie junior wird mit Schwester Doris, 32, die Aufgabe seines Vaters als technischer Direktor antreten. Und Géraldine Knie die künstlerische Leitung ihres Vaters Fredy Knie, 66. «Sie werden in den nächsten zwei, drei Jahren auch Einsitz in unserem Verwaltungsrat nehmen», sagt Franco Knie, der dem Gremium als Präsident vorsteht. Das Zirkusunternehmen ist vollständig in Familienbesitz, gehört zu je einem Drittel Fredy, Franco und Rolf Knie. Das wird sich in absehbarer Zeit ändern. «Fredy, Rolf und ich werden uns nach und nach zurückziehen und u


grossfamilie

Oben: Franco Knie füttert im Kinderzoo in Rapperswil SG mit seinen Zwillingen die Kattas, die Lemuren-Halbaffen aus Madagaskar. Links: Töchterchen Nina drückt Mama Claudia einen herzhaften Kuss auf die Lippen. Papa Franco platzt fast vor Stolz über seinen bald vierjährigen Sohn Tim.

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das Zepter ganz der nächsten Genera­ tion übergeben», sagt Franco Knie. Gut gelaunt lässt er seine Zwillinge mit dem 51­jährigen Elefant Patma spielen. Dick­ häuter gehören zu den Lieblingstieren von Tim – Nina mag mehr edle Pferde. Wollen sie denn auch mal in die Mane­ ge? «Das wissen sie noch nicht», sagt ihr Papa. «Bisher haben sie Spass, ab und zu beim Finale dabei sein zu dür­ fen.» Sie sollen eine solide Ausbildung erhalten. «Wenn sie dann immer noch Spass haben am Zirkusleben, sollen sie sich später einmal selber entscheiden.» Das sei bei ihm, bei seinem Cousin Fre­ dy und dessen Bruder Rolf auch so ge­ wesen. «Wir wurden nie gezwungen, in der Manege zu stehen», sagt Franco Knie. Und fügt hinzu: «Wir wurden aber auch nie gefragt, was wir anderes ma­ chen möchten.» Jetzt aber plant Franco Knie sein neues Leben. Gemütlich sitzt er mit sei­

u


claudia knie

zupackende spielgefährten

Links: Der 51-jährige Elefant Patma spielt im Kinderzoo mit Nina, Franco Knie hat sichtlich Spass dabei. Oben: Gespannt beobachten die Zwillinge, wie der Elefant ihre Rüebli schnappt.

ner Familie an den Gestaden des Zürcher Obersees auf dem Heuballen, streichelt Pony-Mama Fiona und ihr frisch geborenes Fohlen. «Ich bin froh, hier in Rapperswil eine so tolle Herausforderung annehmen zu können», sagt er. Die Zeit im Zirkus sei wunderschön gewesen. «Ich bereue nichts, misse keine Minute. Aber jetzt ist es an der Zeit, nochmals woanders Vollgas zu geben. Gleichzeitig kann ich mich ganz um meine Familie kümmern. Was will ich mehr?» Nach dem Rundgang geniessen Nina und Tim im Restaurant ihre Kin-

dermenüs. Claudia Knie beobachtet sie. «Mutter sein ist die schönste Aufgabe, die ich je hatte», sagt sie. Ihren Ehemann rühren die Worte. Man spürt: Er ist angekommen in seinem Leben. Ein erfülltes Leben. Speziell daran: Er ist Vater und Grossvater von fast gleichaltriger Kindern! Was ist er denn lieber? «Ich mag beide Rollen», sagt er. «Auch wenn sie ganz unterschiedlich sind. Zu meinem Enkelkind Chris Rui darf ich immer der Liebe sein. Meinen eigenen Kindern muss ich aber auch mal entschieden Nein sagen.» Franco Knie – der liebevolle, fünffache Vater und engagierte Zirkusdirektor wird jetzt Elefantenzüchter. «Ich bin dankbar für alles», sagt er. Dabei werden zum Schluss Erinnerungen wach: «Auch mein Vater Rolf zog sich nach Rapperswil zurück, wurde Kinderzoo-Direktor. So schliesst sich der Kreis der Geschichte.»

Haare & Make Up und Styling Julia Grunz; Styling Claudia Knie goldenes Top & Jacke von Les Petits erhältlich bei Manor und beiger Paillettenpullover von Zapata erhältlich bei Manor; Fotoassistenz Regina Jäger

Mutter sein ist die schönste aufgabe, die ich je hatte


«Mein Vater war mein Held»

Das Eishockey-Nationalteam ist die Sensation der Weltmeisterschaft. Einer der Stars: DENIS HOLLENSTEIN. Er ist erblich vorbelastet und drauf und dran, seinen Vater zu übertreffen.

tockholm präsentiert sich für einmal von seiner garstigen Seite. Ein nordisch herber Wind weht vom Meer her. Passend dazu stehen zwei bärtige Männer in der steifen Brise. Nicht bereit zum Auslaufen auf hohe See, sondern um sich zu umarmen und zu küssen. Es ist das herzliche Treffen von Vater und Sohn. Von Felix «Fige» Hollenstein und seinem Sohn Denis. Der ältere ist 48 und hat seine Geschichte schon geschrieben. Zumindest die auf dem Eis. 650 Mal spielte er in der Nationalliga A für den EHC Kloten, viermal wurde er mit dem Klub seines Herzens Schweizer Meister. 131 Mal streifte er die Schweizer Farben über, erzielte 47 Tore. 17 Saisons, vier Meisterzigarren, vier Nasenbrüche – Fige Hollenstein ist eine Legende. Und Denis, der mit dem roten Mannschaftspulli neben seinem Vater sitzt, will eine werden. Der Junior macht seinem Namen alle Ehre. Der Flügelstürmer ist Teil dieser frechen jungen Einheit, die an der Weltmeisterschaft in Schweden alle verblüfft, in der Vorrunde sieben Siege aneinanderreiht. Denis trifft als Topskorer

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seines Teams auch im Viertelfinal gegen Tschechien (2:1). Und reiht sich ein unter die zehn besten Spieler der Welt. «Er ist stolz auf mich, auf das, was wir geleistet haben», sagt der 23-Jährige und nickt in Richtung seines Vaters, um anzufügen: «Als Bub war er mein Idol, mein Held.» Denis durfte bereits als Zweijähriger mit seinem Papi ins Training zum EHC Kloten. «In voller Montur wartete er auf der Auswechselbank, bis wir fertig waren, dann furzte er eine Viertelstunde auf dem Eis rum», sagt Felix. «Das bedeutete schon damals alles für ihn. Das war ihm das Warten wert.» Zur Geburt bekam Denis von seinem Götti Marcel Wick, selbst Eishockey-Profi und Vater des heutigen Nationalspielers Roman Wick, eine Ausrüstung. Kaum kann er laufen, will er nicht mehr aus den Schlittschuhen steigen. Selbst in der Wohnung stapft er mit blanken Kufen über den Teppich. «Manchmal schlief er sogar mit den Schlittschuhen.» Im Winter wird die Terrasse vom Schnee geräumt und mit einem Gartenschlauch gespritzt, damit Denis sein kleines Eis-Paradies hat. «Er war damals schon verrückt danach und

ist es heute noch», sagt Fige. «Er ist Hockey-sick, im positiven Sinn.» Die Kindheitserinnerungen sind Denis noch immer präsent. Er und sein zwei Jahre jüngerer Bruder Marc hobeln im Winter den Banden entlang, vertauschen im Sommer den Puck mit dem Tennisball. Der Vater ist beim Knebeln Gegenspieler, Schiedsrichter und Trös- 

Kleiner Star Als Dreikäsehoch ist Denis auch bei jedem Training des Vaters dabei, der ihm die volle Montur anzieht. Rechts: Zwei Generationen Denis und Vater Felix Hollenstein pflegen ein inniges Vater-Sohn-Verhältnis.

Fotos Pius Koller / foto-net, HO

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TEXT CHRISTIAN BÜRGE


Unten links: Eistänzer Denis Hollenstein ist ein blendender Schlittschuhläufer und Techniker.

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in einem. «Wenn dein Vater NatiSpieler ist, platzt man fast vor Stolz. Es war wirklich cool», sagt Denis. Die erfolgreichste Kampagne von Senior Hollenstein im Nationalmannschaftsdress bekommt er aber noch nicht richtig mit. 1992, an der Weltmeisterschaft in Prag und Bratislava, reihen die Schweizer eine Überraschung an die nächste. Gegen Russland und Kanada spielen sie unentschieden. Vor dem Viertelfinal gegen Deutschland schreibt die «Bild»-Zeitung: «Schiesst den Schweizern Löcher in den Käse.» Das spornt an. «Fige» machte beim 3:1 «eine Hammerkiste», wie er selbst zugeben muss. «Schwierig zu sagen, was das Beste in meiner Karriere war. Aber

Fotos Andy Mueller / freshfocus (2), HO

Im Ami-Shirt USA, Schweiz, Kloten – für Klein Denis ist jedes Hockey-Shirt ein Knüller.


Stolzer Vater Vor dem Viertelfinal gegen Tschechien besucht Vater Felix seinen Sohn Denis in Stockholm.

das war sicher einer der schöneren Momente.» In diesem Jahr ist nun Denis reif, um grosse Schlagzeilen zu schreiben. Er ist einer dieser neuen Generation Spieler, die nicht mehr vor Ehrfurcht zusammenzucken, wenn Kanadier, Tschechen, Russen oder Schweden das Eis berühren, wenn NHL auf der Verpackung steht. «Wir hätten keine Chance gegen das heutige Team», sagt Vater Felix. «Denis macht einiges besser als ich. Offensiv ist er sehr gut, technisch und läuferisch. Aber ich will ihn nicht zu viel loben. Andere sollen ihn beurteilen.» Ein Kanada-Abenteuer hat er bereits hinter sich. Mit zarten 17 Jahren wird er an der U18-WM in Finnland vom Coach

Wir hätten gegen das heutige Team keine Chance FELIX HOLLENSTEIN

des kanadischen Juniorenteams von Guelph Storm entdeckt. Vater Felix, der in den Junioren-Auswahlen auch sein Trainer ist, und Mutter Barbara entscheiden sich nach dem Gusto des Juniors. Der darf auf die weite Reise. Er spricht kaum Englisch, kommt in eine Gastfamilie. Zwei lange Saisons bleibt er da, lernt zu beissen, sich nach Verletzungen zurückzukämpfen. Er sei als Bub gegangen und

als Mann zurückgekommen, findet sein Vater heute. Als aktueller Trainer der Kloten Flyers wird er seinen Sohn, einen seiner besten Trümpfe, verlieren, weil es ihn nach Genf zu Servette zieht. Dass der Westschweizer Klub nur eine Zwischenstation auf dem Weg in die grosse NHL sein soll, ist ein offenes Geheimnis. Aber vorläufig darf er stolz sein auf ein wunderbares Kapitel, das er in der Nationalmannschaft mitgeschrieben hat. Ob er den Vater irgendwann ganz übertrumpft? «Seine Karriere war unglaublich», sagt Denis. «Ich müsste zuerst viermal hintereinander Schweizer Meister werden. Ich kann mich noch lange nicht mit ihm vergleichen. Er ist einer der besten, die das Land je hatte.»  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 25


schön & sexy Mit ihren smaragd-

grünen Augen und den erotischsten Lippen der Nordhalbkugel gilt Angelina Jolie bis heute als Sexsymbol.

Alles, was ich für sie möchte, ist ein langes, gesundes Leben – mit mir und unseren Kindern BrAd pitt


Die Kämpferin

Dass sie sich beide Brüste amputieren liess, schockierte weltweit. ANGELINA JOLIE provozierte damit – wieder einmal. Doch der Hollywood-Star hat gute Gründe für diesen radikalen Schnitt.

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kinder demnächst noch ihre Eierstöcke «Meine Mutter kämpfte fast ein m vergangenen Dienstag, entfernen. Jahrzehnt gegen den Krebs und als Angelina Jolie, 37, in Die Mastektomie, so der medizinistarb mit 56. Sie hielt lange der «New York Times» sche Fachbegriff für die Brustamputagenug durch, um ihre ersten offenbarte, dass sie sich tion, dauerte drei Monate – von Anfang Enkelkinder im Arm zu halten.» ihre Brüste entfernen Februar bis Ende April. Unbemerkt von liess, starben laut Weltgesundheitsorga- der Öffentlichkeit schlich sich Jolie Oma Marcheline lernte nur Maddox, nisation WHO weltweit 1254 Frauen an immer wieder ins Pink Lotus Breast 11 (aus Kambodscha), Zahara Marley, 8 Center im kalifornischen Beverly Hills. (aus Äthiopien), und «Brangelinas» Brustkrebs! Dazwischen trat die UN-Botschafterin leibliche Tochter Shiloh Nouvel, 6, kenJede Stunde 52 Frauen. für Flüchtlingshilfe bei offiziellen nen. Im März 2007, zwei Monate nach Jede Minute fast eine. Terminen auf – im Kongo und am G-8- dem Tod von Angelinas Mutter, holte Jedes Jahr 458 000 Brustkrebstote. Das ist die Statistik. Nackte Zahlen. Gipfel in London. Niemand ahnte etwas Hollywoods Traumpaar den dreijähriDie sexeste Frau der Welt hat sich – bis Jolie Anfang Woche ihren Beitrag gen Pax Thien aus Vietnam zu sich, im nicht einfach aus irgendeiner Laune he- veröffentlichte – unter dem Titel Juli 2008 kamen die Zwillinge Vivienne Marcheline (zu Ehren ihrer Grossmutraus ihre Brüste amputieren lassen. Die «Meine medizinische Entscheidung»: Schauspielerin tat es vielmehr ter) und Knox Léon zur Welt. aus Angst vor Krebs. Jolies Mutter, Marcheline Bertrand, «Wir sprechen oft über starb 2007 an Eierstockkrebs. Mamis Mami und ich Tochter Angelina, so fanden muss versuchen, ihnen Ärzte heraus, trägt ein defekdie Krankheit zu tes Gen, das BRCA 1, in sich. erklären, die sie uns geBei Jolie diagnostizierten die nommen hat. Sie fragten Ärzte ein 87-prozentiges Risimich, ob mir dasselbe ko für Brustkrebs und ein passieren könne.» 50-prozentiges Risiko für EiAngelinas Bekenntnis erstockkrebs. MöglicherweiSTARKES PAAR «Ich habe das Glück, mit Brad Pitt einen se lässt sich die Mutter dreier schockierte und verstörte zuPartner zu haben, der so liebevoll und unterstützend ist.» nächst. Kein Wunder! Der  leiblicher und dreier Adoptiv-

Fotos Yariv Milchan / Corbis Outline / Dukas, Getty Images

TEXT RENÉ HAENIG

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erste weibliche Action-Star der Traumfabrik Hollywood sorgte lange selbst dafür, seinen Ruf als durchgeknallte, exaltierte Halbirre zu verfestigen. Der Höhe- oder besser Tiefpunkt war erreicht, als Jolie euphorisch Details aus ihrer zweiten Ehe mit dem 20 Jahre älteren Billy Bob Thornton erzählte: Bei der Hochzeit 2000 ritzte sich das Paar die Handflächen auf und vermischte sein Blut. Von Sadomaso-Sex war die Rede, von Schmuckkapseln um den Hals, gefüllt mit dem Blut des anderen. Rebellin und wildes Mädchen. Das war das Image von Angelina Jolie. Ihr Vater, Oscar-Preisträger Jon Voight, 74, verliess seine Frau und die beiden gemeinsamen Kinder, als Angelina ein Jahr alt war. Als Jugendliche sammelte Jolie antike Messer, ritzte sich die Arme auf, litt unter Depressionen und probierte alle Drogen. «Heroin ist mir in meinem Leben sehr nahe gekommen», gab sie im Interview mit der «Vanity Fair» freimütig zu. Jolie jobte als Model, stripte in Musikvideos, drehte für Lenny Kravitz, Meat Loaf, die Rolling Stones. Als sie 2000 den Oscar für ihre Rolle im Film «Durchgeknallt» erhielt, küsste sie ihren Bruder James Haven auf den Mund – und sorgte damit für einen Riesenskandal in Hollywood. Es folgten bisexuelle Abenteuer und abenteuerlich anmutende Tattoos. Dann der Wandel. Von der SexAmazone zur sechsfachen Mutter. Vom Girlie, das aussieht wie aus einem Tätowierstudio auf Hamburgs berüchtigter Reeperbahn, hin zur Mutter Teresa. Seit 2001 engagiert sich Angelina Jolie für das Uno-Flüchtlingshilfswerk. Über 40 Länder hat sie besucht, ihre Reisekosten trägt sie selbst. Mit ihren Gagen von 20 Millionen Dollar pro Film finanziert sie Schulen in Kambodscha, Kinderstationen in Krankenhäusern von Sri Lanka und Programme für Waisenund Strassenkinder. Seit 2005 ist sie mit Brad Pitt, 49, liiert. Ob sie ihn Jennifer Aniston ausgespannt hat oder nicht, das wissen nur

Fotos Reuters (2), INFphoto.com, Keystone

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die drei selbst. Spekuliert wurde viel. Seit 2012 sind «Brangelina» verlobt, die beiden gelten als Hollywoods meistfotografiertes Paar. «Ich bin eine Kämpferin», sagte Jolie vor einiger Zeit über sich selbst. Und: «Heute ist die einzige Furcht, die ich kenne, die um meine Liebsten.» Diese Furcht hat sie nach der Diagnose der Ärzte zu ihrem bisher wohl radikalsten Schritt bewogen – der Brustamputation. «Es ist aus medizinischer Sicht ein vernünftiger Schritt, den sie gemacht hat», sagt der Zürcher Gynäkologe und Brustkrebs-Experte Professor Dr. med. Ossi R. Köchli. Angelina Jolie hofft, dass andere Frauen von ihrer Erfahrung profitieren. Und: Dass ihre Kinder keine Angst haben müssen. «Ich kann meinen Kindern sagen, dass sie sich nicht fürchten müssen, mich durch Brustkrebs zu verlieren ... Sie können meine kleinen Narben sehen, und das wars. Alles andere ist einfach Mami, dieselbe, die sie immer war. Und sie wissen, dass ich sie liebe und alles tun werde, um so lange bei ihnen zu sein, wie ich nur kann. Persönlich gesagt: Ich fühle mich nicht weniger als Frau ... Ich habe das Glück, mit Brad Pitt einen Partner zu haben, der so liebevoll und unterstützend ist ... Wir wussten, dass wir das Richtige für unsere Familie taten und es uns noch enger zusammenbringen würde. Und das hat es ...» Ihr Verlobter Brad Pitt steht fest zu ihr. «Als Zeuge aus nächster Nähe empfinde ich die Entscheidung von Angie – und von so vielen anderen Frauen – als absolut heldenhaft», diktierte er Rashid Razaq von der britischen Zeitung «Evening Standard». «Alles, was ich für sie möchte, ist ein langes, gesundes Leben – mit mir und unseren Kindern.» 

DER HOLLYWOOD-MAGNET

Wo Angelina auftaucht, drängeln sich Fotografen um sie – hier beim Filmfestival in Cannes 2011. Im Doppel mit ihrem Verlobten gelten «Brangelina» als das meistfotografierte Paar.

FÜRSORGLICHE MUTTER Angelina mit ihre n le lichen Kindern Shiloh, Vivienne und Knox (v. l.). Trag Töchter das defekte Brustkrebs-Gen ebenfalls in sich


ihre n leib. l.). Tragen die ls in sich?

Ich bin gern eine Ber端hmtheit, weil mir dieser Status erlaubt, Menschen zu helfen ANGELINA JOLLIE

GELIEBTE TOCHTER Angelina Jolie 2001 mit ihrer Mutter, der Schauspielerin Marcheline Bertrand. Sie starb 2007 im Alter von 56 Jahren an Eierstockkrebs.

UNERSCHROCKENE HELFERIN Seit 2001 engagiert

sich Jolie f端r das Uno-Fl端chtlingshilfswerk. Im September 2012 besuchte sie ein syrisches Fl端chtlingslager im Libanon.


Blick ins Ungewisse Am Strand von Alcudia auf Mallorca denkt Beat Feuz statt an konkrete Comeback-Pl채ne daran, wie er die n채chste Trainingseinheit schmerzfrei bew채ltigt.


Sehnsucht Sotschi

Comeback oder Sackgasse? Lauberhorn-Champion BEAT FEUZ, 26, kämpft nach fast unendlicher Verletzungsgeschichte um seine Rückkehr. Doch noch ist er einer Tour-de-FranceTeilnahme fast näher als der Rückkehr in den Weltcup.

TEXT THOMAS RENGGLI FOTOS FABIENNE BÜHLER

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lcudia, Mallorca. 19 Grad – Wind und Regen. Die Kutscher warten am Strassenrand vergeblich auf Kundschaft. Velotouristen führen das SchlechtwetterTrikot aus. Kaum Frühlingsgefühle im Wonnemonat. Die Schweizer Skifahrer sind ohnehin nicht zum Spass hier. Auf der Baleareninsel legen sie die physische Basis, die ihnen im nächsten Winter wieder auf die Sprünge helfen soll: pedalen, laufen, Gewichte stemmen. Ballermann im Sinne des Spitzensports. Beat Feuz geht besonders konzentriert zur Sache. Für ihn hat die entscheidende Phase des Winters 2013/2014 faktisch schon begonnen. Fünf Monate vor dem Saisonprolog auf dem Gletscher von Sölden kämpft er mit Leidenschaft für sein Comeback: «Früher machte ich mein Konditionstraining nach dem Freestyle-Prinzip – je nach Gefühl und Laune spielte ich Tennis,

Unihockey oder Fussball. Heute kann ich praktisch nur noch Velo fahren», sagt er und blickt nachdenklich aufs Mittelmeer. Nach fünf Operationen am linken Knie im vergangenen Herbst und gravierenden Komplikationen wurde er sportlich quasi zum Schiffbrüchigen. Das Rettungsboot lässt sich von den mallorquinischen Stränden aus erst vage ausmachen. Und der Seegang bleibt rau. In der Trainingsgestaltung muss Feuz weiterhin Kompromisse eingehen: «An Jogging ist nicht zu denken – aber auf dem Rad kann ich die Konditionseinheiten gut absolvieren.» Gut ist in diesem Fall relativ. Der Emmentaler spult die Trainingseinheiten mit der Verletzten-Gruppe ab, verzichtet auf ruppige Steigungen und dosiert die Intensität. Gleichwohl legt er in dieser Woche rund 600 Kilometer zurück, bei einem Durchschnittstempo von über 30 km/h. «Langsam ist das nicht», sagt er, «und das Mannschaftstraining ist eine schöne Abwechslung zum sonst  recht eintönigen Trainingsalltag.»

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Feuz kann es! Beim Radtraining darf er einen Helm in den Regenbogenfarben des Weltmeisters tragen.

Wann und wo Feuz wieder rennmässig auf Ski stehen wird, ist unklar. «Ich habe keinen konkreten Fahrplan für meine Rückkehr in den Rennsport. Ob sie überhaupt realistisch ist, lässt sich nicht auf Mallorca, sondern erst im Schnee sagen.» Feuz ist ein gebranntes Kind. Im vergangenen Juli spielte er beschwerdefrei Tennis. Im Oktober in Sölden war er am Morgen vor dem Rennen beim Einfahren dabei – dann musste er wegen Schmerzen aufs Rennen verzichten. Der neue Alpin-Chef Rudi Huber warnt vor utopischen Zielen: «Beat muss sich sukzessive vorantasten. Eine verlässliche Prognose lässt sich nicht stellen. Wir können nur hoffen.» Etwas mehr als das Prinzip Hoffnung hat Swiss Ski gleichwohl zu bieten. Auf der nächsten Wegstrecke zählt Feuz auf die Unterstützung des wohl erfolgreichsten «Krisenmanagers» im Skizirkus – Sepp Brunner. Der österreichische Trainer kümmert sich um den rekonvaleszenten Emmentaler. Brunner besitzt eine weltmeisterliche Referenz: Um die Jahrtausendwende half er Sonja Nef nach einer Knieverletzung wieder auf die Beine. 2001 wurde die Appenzellerin Riesenslalom-Weltmeisterin. Feuz könnte theoretisch bei Olympia in Sotschi im Februar 2014 um Medaillen fahren: «Natürlich hoffe ich, dabei zu

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Konzentriert Dominique Gisin versucht, mit geschlossenen Augen das Gleichgewicht zu halten.

Ob die Rückkehr in den Rennsport realistisch ist, lässt sich erst im Schnee sagen BEAT FEUZ

sein. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist es müssig, darüber zu diskutieren.» Vorerst gilt eine Strategie der kleinen Schritte – zunächst auf den Strassen von Mallorca, dann im Kraftraum seiner Wahlheimat Innsbruck und ab Anfang August hoffentlich wieder auf den Skipisten. Walter Hlebayna, der neue Männer-Cheftrainer von Swiss Ski, mahnt zu Geduld: «Es wird für Beat keinen Sinn machen, gleich sieben, acht Tage auf Ski zu trainieren. Wir beginnen mit Ein- oder Zweitagesblöcken. Sölden ist ganz sicher kein Thema.» Überbordender Optimismus tönt anders. Immerhin geniesst Feuz auf Mallorca optisch einen Startbonus. Der Camp-Veranstalter und frühere SteherChampion Max Hürzeler hält ihm vor Veloausfahrten wie immer den Helm in den Regebogenfarben bereit. Es ist das Muster des Weltmeisters. Ein Wegweiser, wohin Beat Feuz in seiner Skikarriere noch will. Wenn ihn sein linkes Knie bloss nicht in die Sackgasse führt. 

Mit Zug Fabienne Suter lässt am Gummiseil im Hotelpark ihre Muskeln spielen.

Aufstrebend Denise Feierabend kann nach langer Verletzung endlich voll mittrainieren.

Bosse Alpin-Chef Rudi Huber, flankiert von den Cheftrainern Hans Flatscher (Frauen, l.) und Walter Hlebayna (Männer).


Entspannt Carlo Janka sieht gute Chancen, wieder auf Topniveau zu kommen.

Beachboys Mauro Caviezel, Sandro Viletta, Gino Caviezel und Marc Gini haben Spass im Sand.

Girlpower Michelle Gisin und Wendy Holdener (r., seit einer Woche 20 Jahre alt) laufen um die Wette.

Radelnde Cracks, singende Trainer Novum bei der traditionellen Frühling-Trainingswoche von SWISS SKI auf Mallorca: Zum ersten Mal absolvieren unsere schnellsten Frauen und Männer auf Schnee den Konditionskurs am Meer gemeinsam. Nicht nur deshalb ist die Stimmung prächtig.

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at hier jemand Ski-Krise gesagt? In der Konditionswoche von Swiss Ski auf Mallorca sind die Sorgen des Winters weit weg. «Es geht aufwärts», sagt Slalom-Prinzessin Wendy Holdener lachend – und tritt im improvisierten Bergzeitfahren resolut in die Pedalen. Kollegin Michelle Gisin dagegen kann mit dieser Fortbewegung nicht viel anfangen: «Jetzt weiss ich,

weshalb ich Skirennfahrerin und nicht Radfahrerin geworden bin.» In den Sommermonaten baut sie ihre sportlichen Ambitionen ohnehin auf sattes Grün: «Mein grosses Ziel ist ein SingleHandicap im Golf.» Riesenslalom-Olympiasieger Carlo Janka fühlt sich nach schwierigen Monaten physisch wieder fit. «Ich setze im nächsten Winter auf die Speed-Disziplinen. Dort kann ich

den Anschluss am schnellsten wieder schaffen.» Gefordert ist auch der neue Alpin-Chef Rudi Huber. Der Österreicher versprach bei seiner Amtseinführung, die Schweizer Nationalhymne zu lernen. «Bis zu den Spielen in Sotschi müsste ich so weit sein.» Bleibt zu hoffen, dass er dann den Schweizer Psalm nicht als Einziger singt. TEXT THOMAS RENGGLI, FOTOS FABIENNE BÜHLER

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Professionelle Partynudel Beruflich zündet sie ein Feuerwerk nach dem andern. Privat ist sie eine Spätzünderin. TANJA LA CROIX ist erst mit 30 Jahren bei Mama ausgezogen. Jetzt zeigt die DJ-Frau ihr neues Daheim mit Freund Fabrizio. TEXT YVONNE ZURBRÜGG FOTOS NICOLE BÖKHAUS

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eute Party auf Ibiza. Morgen Saisoneröffnung im Nikki Beach Club von Marbella. Nächstes Wochenende Feiern in Beirut. Tanja Wettachs Agenda liest sich wie die eines Jetset-Girls. Der Unterschied: Sie verdient beim Partymachen ihr Geld, und während Jetsetterinnen bei der Maniküre sitzen, feilt sie an ihrer Karriere. Tanja, 31, ist DJ. Die weibliche Antwort auf DJ Antoine. Obwohl ihre Auftritte noch nicht ganz so viel einschenken wie die ihres einstigen Mentors aus Basel. Jedenfalls steht in ihrer Garage ein Mercedes und kein Rolls-Royce. Und ihre Schuhe sind mit Nieten verziert, aber nicht aus Schlangenleder genäht. Im Scheinwerferlicht nennt sie sich Tanja La Croix. Da trägt sie hautenge Overalls, heisseste Hotpants, die allerhöchsten Schuhe (trotz sowieso schon beachtlichen 180 cm), schwingt ihre blonde Mähne, heizt mit ihrer House-Musik ein. Wenn sie sich nach Feierabend aus dem massgeschneiderten Partykleidchen pult, sieht sie sich Kitschfilme von Rosamunde Pilcher an. Bis vor einem Jahr hat sie sogar noch in ihrem Elternhaus gewohnt. Da war Pilcher noch Ritual – und zwar mit Mama Yvonne, die bis heute ihre Auftritte koordiniert. «Meine Mutter und ich haben eine tolle Beziehung, deshalb hat

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das auch bis 30 funktioniert.» Seit Kurzem wohnt sie mit ihrem Freund Fabrizio, 26, zusammen. Den Wirtschaftsstudenten lernte das ehemalige Model in einer Sushi-Bar in St. Gallen kennen. Er fragte sie, was sie denn so tue. Tanja La Croix war ihm kein Begriff. «Vielleicht ists auch besser gewesen, dass ich nicht zu denen gehörte, die dir einfach nachliefen», sagt er heute. Und fügt an: «Für mich hätte es auch keinen Unterschied gemacht, wenn du einen ganz andern Job hättest.» Im August sind sie drei Jahre ein Paar. Ein genaues Datum hätten sie nicht, sagen die beiden. «Wir haben uns bestimmt zwanzigmal getroffen, dann irgendwann hats gefunkt», sagt sie. Fabrizio ist erst ihre dritte längere Beziehung. Er sitzt im Hörsaal. Sie macht Party und lernt coole Leute kennen. Fiese Arbeitsteilung eigentlich. «Er hat

Für Fabrizio flügge geworden Tanja Wettach mit ihrem Freund zu Hause in St. Gallen. Den Hirsch hat sie Fabrizio zum Geburtstag gemalt. Unten links: Im Element Seit neun Jahren lebt Tanja Wettach vom Partymachen. Rechts: Glitter! Tanja in ihrem Ankleidezimmer. Couture-Schneiderin Susanne Suter näht ihre Party-Outfits.


einen Job, morgen fläzt sie in Trainerhosen auf der Terrasse, und ich werf uns einen Fisch auf den Grill. Ihre Bodenständigkeit ist herrlich.» Begleitet Fabrizio sie zu einer Party, gibts kein Händchenhalten. Tanja La Croix hat klare Linien, was ihren Job betrifft: «Ich bin immer pünktlich, freundlich und zu jeder Zeit vernünftig.» Richtig mitfeiern ist unmöglich, sonst könne man die Reiserei gar nicht bewältigen. Der Vorteil daran? Den Kater überlässt sie ihren Fans.  schweizer illustrierte 35

Foto Marco Andreoli / tilllate.com

die falsche Frau an seiner Seite, wenn er damit nicht umgehen kann», sagt sie. Auf Facebook schreibt ein Fan, er wolle ein Kind von ihr. Ein anderer bewundert ihren Body. Seit Fabrizio und Tanja ihr erstes gemeinsames Bild veröffentlicht haben, wirds mit der Fanpost nicht weniger. «Ehrlich? Die Verehrer sind mehr geworden», sagt sie. «Mich stresst das nicht. Ich vertraue Tanja», sagt er. Er liebt Tanja Wettach und Tanja La Croix: «Heute putzt sie sich raus für


THE SWISS GENTLEMAN

Patrick Liotard-Vogt (im Anzug von Armani) im «Beldi Country Club», ausserhalb von Marrakesch (Marokko). Reisen ist seine Passion. «Mein Geld ermöglicht es mir, sie zu leben.»

TEXT SANDRA CASALINI FOTOS DIRK SCHMIDT

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er Sonnenbrand lässt nicht lange auf sich warten. Kurz nach der Ankunft in der Wüstenstadt Marrakesch sitzt Patrick Liotard-Vogt, 28, mit roter Stirn am Pool des Hotels Taj Palace. Zur Abkühlung gönnt er sich ein Casablanca-Bier. Ein Ritual. Überall auf der Welt trinkt Patrick ein lokales Bier. Gut dreihundert Nächte im Jahr verbringt der Zürcher in Hotels. In Marokko feiert er die Neulancierung seines exklusiven Netzwerkes Asmallworld, einer Website, auf der sich Vielreisende verabreden können (siehe Box S. 39). Die Zahl der Mitglieder wird von gut 850 000 auf 250 000 reduziert. «Der Wunsch, wieder etwas kleiner zu werden, bestand schon länger», sagt Patrick Liotard-Vogt. Wer für negative Schlagzeilen sorgt, ist unerwünscht. Auch wenn sie Tiger Woods oder Lindsay Lohan heissen. «Wir sind nicht auf sie angewiesen.» Millionen auf dem Konto hin oder her. Die beeindrucken jemanden wie Liotard-Vogt eh nicht.

Was bedeutet Ihnen Geld, Patrick? Geld ist Mittel zum Zweck. Es ermöglicht mir, spannende Investitionen zu tätigen. Das sagt nur einer, der viel davon hat. Ich kenne die Situation schon, wenn die Liquidität fehlt. Nein, tun Sie nicht! Doch. Schliesslich investiere ich in Start-ups, und wenn diese gleichzeitig einen Kapitaleinschuss brauchen, kann mich das schon in eine unangenehme Situation bringen. Natürlich habe ich  36 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Zum Neustart seines exklusiven Netzwerks Asmallworld lud PATRICK LIOTARD-VOGT zu einer pompösen Party nach Marrakesch. Drei ganz normale Tage im Leben des Nestlé-Erben.

Seine gros s


Foto Billy Farrell / BFAnyc.com

s se kleine Welt


ein Startkapital von meiner Familie bekommen. Aber ich habe etwas Sinnvolles daraus gemacht. Wissen Sie, wie viel ein Liter Milch in der Migros kostet? Etwa einen Franken zehn? Nicht schlecht geraten, er kostet eins dreissig. 

Geld sei nicht das Wichtigste, was die Mitglieder von Asmallworld verbinde, sagt Liotard-Vogt. Er wünscht sich seine Kunden «weltoffen, weit gereist, interessiert, spannend, unternehmerisch denkend. Und es soll sie der gleiche Spirit verbinden.» So wie ihn selbst. PLV, wie er genannt wird, residiert in der Royale Suite des «Taj Palace». Hier wird jeweils bis frühmorgens gefeiert. Am Samstag hält sich hartnäckig das Gerücht, Patrick habe beim Aufwachen ein Kamel und einen Affen in seinem Zimmer vorgefunden. Nur ein Gerücht. Zwar hat Patrick Liotard-Vogt den Ruf eines Partylöwen. Trotzdem passt das Casablanca-Bier irgendwie besser zu ihm als der DomPérignon-Champagner, den er sich beim Willkommens-Apéro servieren lässt. Immer wieder zieht er sich aus dem grössten Trubel zurück. Beim Essen im Restaurant La Salama zum Beispiel, als die Gäste mit Bauchtänzerinnen auf Stühlen tanzen, setzt sich Patrick fast unbemerkt ans Klavier und klimpert gedankenverloren vor sich hin. Dabei sind unter den Tanzenden durchaus ein paar bekannte Gesichter. Die Schauspielerinnen Olivia Wilde («Dr. House») und Dianna Agron («Glee») zum Beispiel. Seine echten Freunde, sagt PLV, könne er an einer Hand abzählen. «Leute, die ich schon ewig kenne.» Zu ihnen gehört Lindt-Erbe Derek Tanner: «Patrick ist auch in schlechten Zeiten loyal, 38 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

das ist viel wert.» Aber auch seine besten Freunde sieht Patrick eher selten. Als seine Hauptwohnsitze gibt er Zürich und New York an. Was bedeutet für Sie Heimat? Wenn man sich an einem Ort wohlfühlt. In der Schweiz wohnen Sie in der Villa Ihrer Eltern in Stäfa. Ja, das ist schon chli schwierig, wenn man überlegt, gell. Mit 28. Na ja … es zeigt, dass Sie ein gutes Verhältnis zu Ihrer Familie haben. Ist Ihr Name für Sie Fluch oder Segen? Ich bin, wer ich bin, und mache das Beste draus. Hat man mit dem Titel «Erbe» an der Backe nicht ständig das Gefühl, sich beweisen zu müssen? Doch, den Drang habe ich schon. Aber mehr mir selbst gegenüber. Patricks Grossvater Pierre LiotardVogt gehörte als Nestlé-Generaldirektor zu den erfolgreichsten Managern Europas. Sein erstes Geld verdiente PLV, der einen Bachelor in Banking and Finance hat, mit Investitionen. Mit siebzehn bekam er von der Familie ein Startkapital von 40 000 Franken und lancierte den Mitglieder-Club The World’s Finest Clubs. Mit 21 soll er Nestlé-Aktien im Wert von zehn Millionen bekommen haben. Asmallworld erwarb er vor gut vier Jahren vom US-Filmproduzenten Harvey Weinstein. Er selbst besuche eine oder zwei Veranstaltungen der Plattform im Monat, sagt Patrick. Für mehr reiche die Zeit nicht. Auch wenn der Single an einer solchen Veranstaltung seiner Traumfrau begegnen könnte. «Ich freue mich auf die Richtige», sagt Patrick Liotard-Vogt. «Ich will definitiv eine Familie und dann auch etwas sesshafter werden als jetzt.» Wo

WELTOFFEN

Seine Wurzeln sind Patrick trotzdem wichtig: «Die Schweiz ist ein tolles Land.»


LOCKER

Patrick Liotard-Vogt im Pool des Hotels Taj Palace. Er kennt das Gefühl, wenn mal was baden geht: «Meine Spezialität sind Firmen mit Problemen.»

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Asmallworld: ein soziales Netzwerk für Vielreisende Bisher Asmallworld ist ein soziales Netzwerk, in dem sich Gleichgesinnte treffen. Mitglied wird man nur auf Empfehlung. Patrick Liotard-Vogt ist Chairman und Mehrheitsaktionär, CEO ist die Amerikanerin Sabine Heller. Neu Ab Mai 2013 wird die Mitgliederzahl stark reduziert, und Asmallworld soll mehr zu einem Reise- und Lifestyleportal werden. Die exklusive Membercard kostet neu 100 Franken pro Jahr. Mit ihr hat man Zugang zu den gut 50 weltweiten ASWEvents pro Monat und geniesst diverse Privilegien, z. B. bei Hotels, Airlines, Spas usw.

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Foto Billy Farrell / BFAnyc.com

das sein wird? «Wo immer die Liebe mich hinführt.» Eine seiner nächsten Reisen führt ihn auf jeden Fall nach Afrika. Und: «Ich will noch dieses Jahr auf den Kilimandscharo.» Das sei seine Art der Rebellion: «Ich möchte jedes Jahr für mich persönlich etwas tun, das nichts mit meinem sonstigen Lifestyle zu tun hat.» Vergangenes Jahr fuhr er mit dem Velo von Hanoi nach Kambodscha. Nun also der Kilimandscharo. Zur Information: Auch da kann man sich einen Sonnenbrand holen. Und das lokale Bier heisst übrigens Star. 


TEXT MAX FISCHER FOTOS KURT REICHENBACH

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er Patron sitzt auf dem Fussballplatz am Firmensitz im bernischen Grossaffoltern Suberg. Konzentriert studiert Philipp Hauert auf dem Testgelände die einzelnen Gräser. Düngen gehört zu ihm und seiner Familie wie für andere die tägliche Fahrt zur Arbeit. Das Unternehmen gibt es seit 1663 – mit 350 Jahren ist die Hauert HBG Dünger AG eine der ältesten familiengeführten Firmen der Schweiz. Darauf ist der Patron stolz. Und noch etwas stellt ihn auf: Dass eine mittelständische Schweizer Firma aus dem Berner Seeland mitverantwortlich ist, dass Borussia Dortmund gegen Bayern München im Final der Champions League steht. Die Firma Hauert leistet ihren Beitrag dazu: Sie ist offizielle Produkt-Partnerin der Borussen und lässt im «Tempel», so nennen die Fans den Dortmunder Signal Iduna Park, das ganze Jahr mit ihrem Spezialdünger Kick-off die Gräser saftig-grün spriessen. «Das ist eine Herausforderung», sagt Philipp Hauert. Die Spiele finden auch im Winter bei Schnee und eisiger Kälte statt. Möglich machen das Rasenheizung und künstliche Beleuchtung. Doch für die Gräser führen diese enormen Temperaturschwankungen zu einer extremen Stressbelastung: «Sie erleben den Frühling ein paarmal. Das sind äusserst schwierige Rahmenbedingungen für ein gesundes Wachstum.» 1500 Kilo Dünger liefert Hauert jährlich nach Dortmund. «Wir schicken dem Platzwart periodisch unseren Menüplan, damit die Dosierung stimmt.» Das Know-how holt sich Hauert bei Feldversuchen. Der Fussballplatz in der Nähe von Dorfkirche und Firmensitz ist unterteilt in 160 Parzellen. Diese werden mit verschiedenen Mischungen behandelt. Regelmässig fährt eine Stollenwalze 90 Minuten über den Rasen und ahmt so die Belastung durch die Töggelischuhe  nach.

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Er weiss, was Gräser lieben: Der 41-jährige PHILIPP ist der zwölfte HAUERT an der Spitze des 350-jährigen Familienunternehmens für Düngerspezialitäten. Hauert spielt sogar in der Champions League mit.

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Rasen sind Vielfrasse Mit ge체btem Auge vergleicht D체ngerexperte Philipp Hauert den Zustand einzelner Gr채ser. Im Hintergrund: Die Kirche von Grossaffoltern BE.

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Hauert tippt für den Final am 25. Mai auf ein 1:0 für Borussia. Den Match gegen Bayern geniesst er zu Hause am TV. Fussball gefällt ihm. Tierisch ernst nimmt ers aber nicht immer: «Wissen Sie, weshalb Real-Star Cristiano Ronaldo seine Wohnung seit Wochen nicht aufräumt?», fragt er. «Damit wenigstens seine Putzfrau meint, er sei Messi.» Hauerts grosse sportliche Leidenschaft gehört dem Mountainbike. «Etwa 2500 Kilometer lege ich im Jahr zurück.» Mehr noch fasziniert ihn die Technik: Der Maschineningenieur half schon nach dem Gymer mit, für Triathletin Natascha Badmann ein optimales Rennvelo zu entwickeln. Mit dem Team der Ingenieurschule Biel sorgte er am Solarvelo-Projekt in Australien für Furore. Und für das Elektromobil Twike arbeitete er nach dem Studium an der Software mit. Auch in der Firma tüftelt er ständig an Maschinen und technologischen Neuheiten. 

Im Labor mit Computern und modernsten Messgeräten sieht es aus wie in einem Hightech-Center. Das war nicht immer so: Ursprünglich waren die Hauerts Gerber. Zum Betrieb gehörte eine Knochenmühle. Die Bauern brachten die zermalmten Knochen auf den Feldern aus. Mit der Industrialisierung wuchs der Druck auf eine immer intensivere Produktion von Obst und Gemüse, die Nachfrage nach Dünger nahm zu. Seit elf Jahren ist Philipp Hauert in der Firma, seit 2006 führt er sie, seit 2010 ist sie in seinem Besitz. Wie kann eine Firma 350 Jahre der gleichen Familie gehören? «Damit ein Wechsel von einer Generation zur nächsten klappt, muss das Unternehmen gesund sein und eine Perspektive haben», betont Hauert. Das genügt aber nicht. Entscheidend sind Übernahmebedingungen, die dem neuen Besitzer ein wirtschaftliches Vorwärtskommen ermöglichen. Als Philipp Hauert

Hauerts Reich In der Lagerhalle warten 10 000 Paletten mit «Kick-off» und anderen Düngermischungen auf den Versand.


Wir schicken dem BVB-Platzwart unseren Menüplan, damit die Dosierung stimmt

Die Tüftler Patron Hauer t und Forschungsleiter Ha ns Peter Wegmüller bei ein em Keimversuch mit Kre sse.

2010 zum Zuge kommt, kann er das Unternehmen weit unter dem Marktwert übernehmen. Seine drei Geschwister akzeptieren das. Erbstreitigkeiten haben keinen Platz. «Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, das ist nicht selbstverständlich.» Heute stellen 100 Mitarbeitende, davon 25 in Deutschland, 25000 Tonnen Dünger im Jahr in über 300 verschiedenen Rezepturen her. Drei Viertel zum Umsatz steuert der Schweizer Markt bei, Wachstumsmöglichkeiten sieht Hauert in Deutschland, Österreich und Südosteuropa. Der Bedarf an Nahrungsmitteln ist wie bei Mensch und Tier unterschiedlich: Rasen sind wahre Vielfrasse, während Orchideen äusserst asketisch leben. Die Hälfte der Produkte kaufen Hobbygärtner: «Unser bekanntestes Produkt ist die kleine Hauert-Kugel, die praktisch in jedem Geranium-Topf zu finden ist.» Sie macht aus jedem Balkonbepflanzer einen Fachmann mit grünem Daumen. 


Elf Schutzen


engel und ein Jet Krank im Ausland oder schwer verletzt in den Ferien: Jedes Jahr transportiert die REGA per AMBULANZ-FLUGZEUG Hunderte von Patienten nach Hause. Einmal Süditalien und zurück – ein ganz normaler Einsatz mit Turbulenzen.

HILFE WELT WEIT Dr ei Jets des Typs Challenger CL-604 sind für die Rega im Einsatz.

«WIR HOLEN SIE JETZT HEIM»

Das Schweizer Opfer eines Überfalls wird in Brindisi von den zwei Piloten (in weissem Hemd) und italienischen Ambulanzfahrern an Bord des Rega-Jets geschoben. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 45


7.30 UHR. Einsatzleiterin Kathrin Zuberbühler, die Piloten Urs Nagel, Marc Welti, Mediziner Kathrin Oegerli, Knut Griese (v. l.).

11.55 UHR. Im süditalienischen Spital 8.55 UHR. Energie vor dem Einsatz: Pflegefachfrau Kathrin

Oegerli und Arzt Knut Griese essen auf dem Hinflug Znüni.

TEXT MARCEL HUWYLER FOTOS REMO NÄGELI

D

er erste Kontakt ist magisch. Immer wieder berührend für die Crew und hoch emotional für den Patienten. Auch heute. Das Rega-Team betritt das Spitalzimmer und sagt: «Grüezi, Herr Primoceri, wir sind von der Rega, wir holen Sie heim.» An mehr wird sich Salvatore Primoceri später nicht erinnern. Er dämmert sogleich weg, unendlich erleichtert, beruhigt und ruhiggestellt durch die Medikamente. Erst Tage später wird er aufwachen, im Spital Chur, frisch operiert und ohne Erinnerung an den Heimtransport, an das Gewitter über Florenz oder an den unplanmässigen zweiten Patienten, der neben ihm

46 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

von Casarano begrüssen die RegaMediziner Griese und Oegerli den Bündner Patienten Salvatore Primoceri.

im Flugzeug lag. Ohne Erinnerung an eine Rettung mit viel himmlischem Einsatz: mit einem Rega-Ambulanzjet und elf Schutzengeln. Wer Rega hört, denkt an die 17 Helikopter, die in der Schweiz im Einsatz sind. Zur Flotte gehören aber auch drei Flugzeuge, die weltweit operieren. 2012 wurden 855 Patienten mit einem Jet transportiert. So viele wie nie zuvor. Wer im Ausland schwer erkrankt oder verunfallt, wird mit dem Rega-Jet nach Hause geflogen, repatriiert. So wie Salvatore Primoceri aus Chur und ein 50-jähriger Mann aus Zürich, der in dieser Reportage anonym bleiben möchte. Um 7.30 Uhr trifft sich die Crew im Rega-Center am Flughafen Zürich. Einsatzbesprechung: Captain Urs Nagel, 52, Kopilot Marc Welti, 35, Arzt Knut

Griese, 47, und Pflegefachfrau («Flight Nurse» steht auf ihrem Namensschild) Kathrin Oegerli, 42. Ziel heute: Brindisi, Süditalien, am Stiefelabsatz. Details werden besprochen, Zeitplan, Flugroute, Zustand Patient. «Salvatore Primoceri» steht auf dem Patientenblatt. Um 8.10 Uhr rollt der Jet aus dem Hangar des Rega-Centers auf die Startbahn. Kurz vor dem Abheben wird der minutiös durchgeplante Tag bereits ein erstes Mal durchgeschüttelt: Die Crew erhält die Information, in Brindisi komme eventuell noch ein zweiter Patient an Bord; von einem überfallenen Schweizer ist die Rede, man sei noch am Abklären, alles noch etwas unklar. Genaueres dann bei der Landung. Um 8.12 Uhr startet der Rega-Flug mit dem Code SAZ 461.


9.10 UHR. Über Venedig, bei Tempo 800 km/h, gönnen sich Captain Nagel (l.) und Kopilot Welti einen Imbiss.

9.45 UHR. Landung in Brindisi. Die Rega-Mediziner eilen

zum italienischen Ambulanzfahrzeug, das sie ins Spital bringt.

Niemand geht gern ins Spital. Aber zu uns kommen die Patienten unglaublich gern KATHRIN OEGERLI

Jedes Frühjahr besucht Salvatore Primoceri, 50, aus Chur Verwandte in der Region Brindisi. Bereits in der ersten Nacht hat er heftige Bauchschmerzen. Die Ärzte im Spital sprechen von Dünndarmverwicklung. Primoceri wird operiert, es gibt Komplikationen, man operiert ein zweites Mal. Der Churer hat seit 1999 eine Spenderniere, zwei Hüftprothesen und einen Magenbypass.

Primoceris Frau daheim in der Schweiz kontaktiert ihre Versicherung, diese wendet sich an die Rega. Primoceri geht es immer schlechter, er hat grosse Schmerzen. Es wird schlimmer. Es eilt. 11 900 Meter über Venedig. Niemand gehe gern ins Spital, sagt Kathrin Oegerli, Rega-Pflegefachfrau (letzter Einsatz: Kairo), «aber zu uns kommen die Patienten unglaublich gern.» Manche weinen gar, wenn sie das Schweizer Kreuz auf dem Rega-Jet sehen. Seit 13 Jahren fliegt Kathrin Oegerli für die Rega. Einsätze in Russland findet sie besonders spannend, und sogar auf den Falkland-Inseln war sie schon («wo man sonst ja nie hinkäme»). Die RegaCrew isst Zmorge. Man wisse bei einem Einsatz nie, wann man das nächste Mal essen könne, sagt Arzt Knut Griese

(letzter Einsatz: Australien). Der Deutsche trägt einen winzigen Brillanten im linken Ohrläppchen und bezeichnet sich in launigstem Schwarzwälder Dialekt als «Notarzt mit Leib und Seele». Im Cockpit bereiten sich die Piloten auf den Landeanflug auf Brindisi vor. Captain Urs Nagel (letzter Einsatz: Pakistan) ist Chefpilot der Rega. Er war Kommandant des Lufttransportdienstes des Bundes, wo er Bundesräte und Staatssekretäre pilotierte, flog für die Swissair und mit der Patrouille Suisse (Rufname «Nail»). Vor sechs Jahren kam Nagel zur Rega. Es sei enorm befriedigend, «Leute zu evakuieren, die wirklich glücklich sind, dass wir sie fliegen». Kopilot Marc Welti (letzter Einsatz: Tunesien) bringt es auf den Punkt: «Was wir hier tun, das ist sinnvolle  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 47


13.10 UHR. Mit Blaulicht gehts auf der Autobahn zurück zum Flughafen. Kathrin Oegerli betreut Patient Primoceri.

14.05 UHR. Die Rega-Piloten Nagel und Welti (r.) montieren die

Rampe, auf der die Patientenbahre in den Jet geschoben wird.

Fliegerei.» Auch wenn es hin und wieder ans Gemüt gehe. Welti erzählt, wie er 2010 nach Haiti flog, wo ein Erdbeben gewütet hatte, oder wie er bei einer Reanimation an Bord mithalf und der Patient trotzdem starb. Auch Captain Nagel berichtet von seinem schlimmsten Einsatz: Vor zwei Jahren war es, als er zwei Kinder mit schwersten Verbrennungen an Bord hatte; dem einen musste man beide Beine amputieren. 9.45 Uhr, Landung in Brindisi. Freundliche Wärme, weiches Licht, eine samtene Meeresbrise und überall Plantagen voller Olivenbäume. Auf dem Rollfeld wartet bereits ein Sanitätsfahrzeug. Arzt Griese und Pflegefachfrau Oegerli verfrachten eine Arzttasche in die Ambulanz und fahren ins Spital nach Casarano, eine Fahrstunde west-

48 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

14.20 UHR Die beiden Patienten werden auf den Intensivpflegeplätzen für den Heimflug bereit gemacht. Im Rega-Jet kommen modernste medizinische Geräte zum Einsatz.

lich von Brindisi, wo sie den Churer Patienten abholen. In diesem Moment ein Anruf aus Zürich: Es ist definitiv, ein zweiter Patient, Opfer eines Raubüberfalls, wird noch an Bord kommen. Der Mann, ein Zürcher, 50 Jahre alt, kennt die Rega sehr gut: Er war für sie früher im Personalbereich tätig. Vor zwei Tagen wurde er vor seinem Hotel überfallen und niedergestochen. Ein Messerstich in den Hals. Der Arzt im Spital Brindisi, so erzählt der Zürcher später auf dem Heimflug, habe betont, er hätte riesiges Glück gehabt. «Zehn Schutzengel hatten Sie, Signore, zehn, mindestens!» Der Messerstich verfehlte die Halsschlagader lediglich um zwei, den Sprachnerv um vier Millimeter. 11.45 Uhr, Spital Casarano, Ospedale Civile Francesco Ferrari. Die Rega-

Crew irrt umher. Sucht Salvatore Primoceri. Er liegt nicht an dem Ort, den die Spitalauskunft genannt hat. Arzt Griese und Pfegefachfrau Oegerli bleiben ruhig, fragen sich beim Spitalpersonal durch. «Bei der Rega lernt man, dass man mit Hektik rein gar nichts erreicht», sagt die 42-jährige «Flight Nurse». Überall husten Patienten, huschen Angestellte herum, und in fast jeder Ecke steht eine Plastikmadonna mit blinkendem Heiligenschein. Dann, endlich: Hier liegt er, in Zimmer 10. «Grüezi, Herr Primoceri, wir sind von der Rega, wir holen Sie heim.» Der Churer sieht schlecht aus, aschfahl im Gesicht, flackernder Blick. Das Rega-Team spricht mit dem italienischen Arzt, untersucht Primoceri, legt neue Zugänge, gibt ihm Medikamente, macht ihn für den Transport bereit.


15.30 UHR Der Mann aus Zürich, Opfer des Raubüberfalls,

schildert Kathrin Oegerli seine Erlebnisse.

16.10 UHR. Im Rega-Hangar Zürich holen Sanitäter die

Patienten aus dem Jet für den Weitertransport ins Spital.

Jetzt möchte ich am liebsten einschlafen und erst daheim wieder erwachen PATIENT SALVATORE PRIMOCERI

Primoceri murmelt: «Jetzt möchte ich am liebsten einschlafen und erst daheim wieder erwachen.» Fünf Minuten später wird sein Wunsch wahr. Wochen danach, Promoceri liegt noch immer im Spital in Chur, wird er erzählen, er habe sich in jenem Moment gefreut wie ein Kind, «eine Erlösung, diese Rega-Menschen zu sehen». Die Ärzte hier in Chur haben ihm bescheinigt,

er sei knapp mit dem Leben davongekommen. «Ich hätte keine zwei Tage mehr gelebt, ich hatte einen Schutzengel, einen riesengrossen.» Macht dann also total – samt den zehn Himmelshelfern des Zürcher Patienten – elf Schutzengel. 14.10 Uhr, Flughafen Brindisi. Die zwei Ambulanzfahrzeuge treffen gleichzeitig ein. Über eine Rampe werden die Patienten an Bord des Jets geschoben und auf die zwei Intensivpflegeplätze gehievt. Während die Piloten die Triebwerke starten, legen Arzt und Pflegefachfrau Infusionen, hantieren mit Schläuchen, Messgeräten, Nadeln und Beatmungsmasken. Der Jet hebt ab. Der Patient aus dem Bündnerland schläft, das Opfer der Messerstecherei schildert Kathrin Oegerli, was ihm pas-

siert ist. Er flüstert. Sie nimmt seine Hand. Er weint. Irgendwo über der Region Florenz schlängelt sich der Jet durch ein Gewitter, die Maschine wird durchgeschüttelt, wie Seiltänzer balancieren die Mediziner durch die Kabine. «Ich fliege wahnsinnig gern», sagt Kathrin Oegerli. Zürich, 16.05 Uhr. Nach der Landung rollt der Jet in den Rega-Hangar, wo bereits zwei Ambulanzfahrzeuge warten; ein Transport geht nach Chur, der andere nach Zürich. Im Gepäck der beiden Patienten steckt eine Dankeskarte. «Wir durften Sie auf Ihrem Flug begleiten und wünschen Ihnen gute Genesung», steht darauf. Unterschrieben hat die ganze Rega-Crew. Wie sagte Kopilot Marc Welti: «Das hier, das ist sinnvolle Fliegerei.»  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 49


40 Jahre in der Offensive 1973 wurde JOSEF HOCHSTRASSER zum Priester geweiht. Nun feiert er sein 40-Jahre-Jubiläum im Dienste Jesu. Mit einem neuen Buch, das einigen Zündstoff enthält. TEXT ILONA SCHERER FOTOS HERVÉ LE CUNFF

H

allo, die Herren! Was darf ich bringen?», fragt der Barkeeper im Paradies. Jesus bestellt einen Cynar sec, «ohne Eis», Mohammed einen Tee. So beginnt das neue Buch von Pfarrer Josef Hochstrasser, 66, das am 15. Mai erschienen ist. Titel: «Einwurf – Jesus und Mohammed im Gespräch». Ein Buch, mit dem der reformierte Pfarrer und Freund von Fussball-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld das Verständnis zwischen den beiden grossen Religionen fördern möchte. Bestimmt wird auch dieses Buch zu reden geben. «Zündstoff ist drin», schmunzelt Hochstrasser. «Aber substanziell begründeter Zündstoff, nicht um des Wirbels willen.» Seit 40 Jahren geht der umstrittene Theologe immer wieder gerne in die Offensive. Der Kampf gegen den Zölibat, das Versprechen der Ehelosigkeit für katholische Priester, steht dabei ganz oben auf seiner Liste. Am 1. Juli 1973 durften Sie in der Kirche St. Maria in Ebikon LU die Primiz feiern. Wie haben Sie den Tag in Erinnerung?

50 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Es war ein heisser Sommertag. Ich stand mit 26 an der Schwelle des Lebens und ging mit grossen Visionen, Hoffnungen und Begeisterung in dieses Amt. Natürlich war mir bewusst, dass ich als katholischer Priester eine bedeutende Rolle in der Gesellschaft habe. Ein ganzes Dorf stand hinter mir, das verlieh mir einen richtigen Schub. Es war der Start in ein verrücktes Leben. Gleich bei Ihrer ersten Pfarrstelle in Bümpliz trafen Sie die Frau Ihres Lebens. Inschallah, Schicksal! Gott hat sie mir gebracht. Sie war da, und ich musste mich entscheiden. Nach Ihrem Entscheid und der Hochzeit folgte der tiefe Fall: Sie wurden aus der katholischen Kirche ausgeschlossen, wechselten später zu den Protestanten. Würden Sie heute wieder so handeln? Jederzeit und sofort! Auch wenn es nicht immer leicht war. Doch ich hätte mein Leben kaputtgemacht, wenn ich mich für die Kirche und das Gesetz entschieden hätte. Da wäre ich zum Krüppel geworden. Ein seelischer, vielleicht auch ein sozialer Krüppel. Nicht nur verliebte Priester, sondern zum Beispiel auch Homosexuelle leiden unter dem Versteckspiel, das sie als Katholiken führen müssen.

Seit 1985 befreundet Na ti-Coach Hitzfeld und Josef Hochs trasser.

Als Bub wollte ich Fussballer oder Pfarrer werden JOSEF HOCHSTRASSER


Foto RDB/Anton J. Geisser

Fussball als zweite Leidenschaft Josef Hochstrasser in seinem Garten in Oberentfelden AG. Samstags geht er immer kicken.

Da gehts doch um das Gleiche: um menschliches Empfinden. Du kannst nicht an einem Freitag behaupten, es sei Dienstag! Homosexualität muss man akzeptieren. Viele in der Kirche vergessen, woher sie kommen: An Jesus muss man sich orientieren, nicht am Papst. Und Jesus war ein absoluter Humanist, er liebte die Menschen. Das drückt auch im neuen Buch durch. Beide sind letztlich Humanisten, auch Mohammed. Waren Sie zuvor nie in Konflikt geraten mit dem «Gesetz» des Zölibats? Ich schaute gern Frauen an, das tue ich

auch heute noch. Ist ja normal, oder? Aber als junger Pfarrer war ich ein Workaholic. Deshalb konnte ich das Thema unterdrücken und verdrängen. Es war für mich reine Theorie, kein Problem. Verrückt, dass ein 26-Jähriger so denkt, oder? Wird die Zeit irgendwann reif sein für die Abschaffung des Zölibats? Das kann nur von der Basis kommen. Nur die Kirchgemeinden können sagen: Wir beschäftigen jemanden weiter mit allen Kompetenzen und teilen das dem Bischof so mit. Punkt.

Noch sind Sie fast ein Einzelkämpfer. Leider. Die halbe Katholikenwelt ist enttäuscht und hat nicht den Mut, auf die Beine zu stehen und Dinge zu ändern. Aber nun weht mit Franziskus hoffentlich ein frischer Wind, anders als beim letzten Papst. Diese Hoffnung habe ich. Franziskus hat sich zu Themen wie Homosexualität und Verhütung allerdings nicht gerade fortschrittlich geäussert. Gesellschaftspolitisch ist er aber offen. Er kommt aus einer anderen Welt als dem alten Europa und weiss, was Armut und Arbeiten an Gerechtigkeit  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 51


Ein starkes Team Josef Hochstrasser mit Frau Elisabeth im Wohnzimmer. «Seit der Pensionierung bin ich in der Partnerschaft viel präsenter.»

bedeutet. Innerkirchlich ist Franziskus weniger progressiv, das stimmt. Deshalb hoffe ich auf die Basis. Die muss ungehorsam sein. Wie lange haben Sie sich für Ihr Buch mit dem Islam beschäftigt? Seit mindestens zwei Jahrzehnten. Der Islam stand schliesslich auch seit 1997 im Lehrplan der Kantonsschule Zug, wo ich bis vor einem Jahr als Religionslehrer arbeitete. Sie galten dort als äusserst beliebt. Weil ich eben nicht dogmatisch daherkam und den Schülerinnen und Schülern etwas andrehen wollte. Ich reflektierte die Themen mit ihnen. Sie durften mitdenken. Das war ganz wesentlich. Es heisst ja immer, Unterrichten sei so schwierig. Überhaupt nicht! Noch heute erhalte ich Anfragen von ehemaligen Schülerinnen und Schülern, die mich für ihre Hochzeit engagieren wollen. Seit einem Jahr sind Sie pensioniert. Wie sieht Ihr Leben als Rentner aus? Ich übernehme immer noch regelmässig Sonntagsvertretungen bei Gottesdiensten in Steinhausen ZG und führe u


«Ich war Workaholic» Hochstrasser 1973 als katholischer Priester.

Taufen und Hochzeiten durch. Oft werde ich auch als Redner eingeladen, ob vom Schuhmacherverband oder vom Lions Club. Mitte Mai spreche ich in Ruswil LU vor einer Schulklasse zum Thema Ottmar Hitzfeld. Die Pensionierung war keine grosse Umstellung. Wie würde es Ihre Frau beschreiben? (Lacht) Sie spürte es schon eher! Ich bin im Haushalt und in der Partnerschaft viel präsenter. Staubsaugen und Geschirrspülen sind meine Aufgaben. Das ist die beste Meditation. Ich erledige auch Gartenarbeit. Es ist eigentlich die glücklichste Zeit meines Lebens. Ein faszinierendes, abwechslungsreiches Leben. Schade, dass es allmählich dem Ende zugeht. Aber so ist das eben. Ihre nächsten Pläne und Projekte? Nach dem «Einwurf» lege ich eine Regenerationsphase ein. Danach schauen wir mal. Es kommt immer etwas Neues. Vielleicht wieder ein Buch zum Thema Fussball? Nein. Jetzt, nach 36 Ehejahren, wäre der Zeitpunkt gekommen, endlich unsere Hochzeitsreise zu machen. 

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Einwurf − Jesus und Mohammed im Gespräch von Josef Hochstrasser, RüeggerVerlag, 112 S., ISBN 978-3-7253-1003-6


lter 3 Jahre.

enbach ZH, A

ling, Ott Leonie Häber

Sonja Huber, Witt

enbach SG, Alter 9

Jahre.

«Schweizer Illustrierte Bonus» Malwettbewerb: Die Gewinner Der grosse Malwettbewerb von «SCHWEIZER ILLUSTRIERTE BONUS» hat seine Hauptgewinner gekürt. Sehen Sie selbst, was die Kinder unserer treuen Abonnenten kreiert haben, und bewundern Sie eine Auswahl von Bildern, die Hauptpreise gewonnen haben.

P

ünktlich zum Frühlingsanfang wurde wie wild gebastelt, gemalt und geklebt. In der «Schweizer Illustrierte Bonus»-Ausgabe vom 18. März 2013, die an alle Abonnentin-

54 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

nen und Abonnenten der Schweizer Illustrierten gesendet wurde, haben wir einen grossen Malwettbewerb ausgeschrieben. Kinder zwischen 0 und 16 Jahren wurden eingeladen, zum Thema

«Frühling» bunte Bilder und Basteleien zu kreieren und bis zum 7. April 2013 an «Schweizer Illustrierte Bonus» einzusenden. Der Rücklauf war gewaltig: Sage und schreibe 352 farbenfrohe und


frühlingshafte Kunstwerke haben den Weg in die Redaktion gefunden. «Wir sind überwältigt von der regen Teilnahme!», sagt Chefredaktor Stefan Regez. Es war von Anfang an klar, dass jeder teilnehmende Künstler ein Gewinner wird und zumindest einen kleinen Preis von Faber Castell erhalten soll. Aus den 352 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden die 34 kreativsten Werke ausgewählt und mit Hauptpreisen belohnt. Wir möchten uns auf diese Weise ganz herzlich für die zahlreichen und kreativen Einsendungen bedanken!

Mit «Schweizer Illustrierte Bonus» möchten wir unseren Abonnenten Danke sagen

and LU, Nils Barmet, Doppleschw Alter 5 Jahre.

Ausgeschrieben wurde der Malwettbewerb von «Schweizer Illustrierte Bonus» – dem Treue-Programm für alle Abonnentinnen und Abonnenten der Schweizer Illustrierten. Seit einigen Monaten schon erhalten unsere Abonnenten unter diesem Namen als kleines Dankeschön für ihre Lesertreue Bonus-Broschüren mit tollen Verlosungen, attraktiven Vorteilsangeboten oder Informationen zu speziellen Abonnenten-Events oder Wettbewerben. Die Broschüren finden Sie mehrmals jährlich direkt in Ihrer Schweizer Illustrier-

Beeindruckt «Wir sind überwältigt von der regen Teilnahme!», sagt Chefredaktor Stefan Regez. ten – zum Beispiel in der nächste Ausgabe am 27. Mai 2013. Achten Sie einfach auf den farbigen Bonus-Kreis, und lassen Sie sich überraschen! Mit dem Abschluss eines Abos erhalten Sie diese Broschüren automatisch – eine Anmeldung ist nicht notwendig*. «Mit ‹Schweizer Illustrierte Bonus› möchten wir unseren Abonnenten Danke sagen, die uns schon seit Jahren als treue Leser begleiten.» Sagt Chefredaktor Stefan Regez. «Schweizer Illustrierte Bonus» bemüht sich, viele unterschied- liche Themen und Aktionen aufzugreifen, sodass sicher für jeden Abonnenten einmal etwas Interessantes dabei ist.  ---------* Exkl. Gratis-, Auslands- und Schnupperabonnements

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Notabene Peter Bichsel

Ein Mädchen hüpft durchs Zimmer

Foto Kurt Reichenbach

I

hre dunklen Augen damals, so dunkel, dass sie in meiner Erinnerung keine Farbe hatten, weder braun noch blau, nur dunkel, und die Augen schauten mich an, und ich hatte das auszuhalten. Sie kam jedenfalls von weit her, von sehr weit her, und sie war vorläufig mal fremd hier, oder nein, das war sie gar nicht, sie war hier in ihrer Familie, und ich war der Fremde, und sie stand da, etwa drei Meter von mir entfernt an der Wand des Zimmers, und vielleicht erinnerte sie mein Fremdsein daran, dass sie von weit her kam. Nein, keine kitschige Liebesgeschichte, sondern die Geschichte von einem kleinen zwei- bis dreijährigen Mädchen, das oft seine geliebte Grossmutter besuchte, bei der ich immer wieder zu Gast war – zwei Fremde, die beide irgendwie von weit her kamen und sich hier in einer Gegend trafen, die beiden lieb und heimisch war. Ein kleines Kind und ein alter Mann, und wenn ich immer wieder – auch Jahre später – daran denke, fällt mir die Frage von Max Frisch in einem Fragebogen seines zweiten Tagebuchs ein: «Wenn Sie sich beiläufig vorstellen, Sie wären nicht geboren worden: Beunruhigt Sie diese Vorstellung?» Nein, keine Antwort. Das ist nicht die Frage nach einer Antwort. Das ist nur und nichts anderes als eine Frage. Und wer sie mit Ja oder Nein beantworten kann, hat sie nicht verstanden. Im Übrigen hatten wir, das Mädchen und ich, eine Gemeinsamkeit: Das Mädchen sprach, wenn es sprach, nur Französisch, und ich sprach nur Deutsch. Wenn ich mich in einer Gesellschaft von Französischsprechenden in der Romandie befinde, hat es dann doch zu meiner Rettung einzelne darunter, die

56 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Geschichten ahmen das Leben nach – Anfang und Ende Deutsch sprechen können, und ich bewundere sie auch dafür. Aber eigentlich hätte ich ja mit jenen, die nur eine Sprache – ihre Muttersprache – sprechen, mehr zu tun. Ich meine, sie gleichen mir, der Mühe hat mit Fremdsprachen, mehr als jene, denen es leichtfällt. Also könnte einer von uns beiden, ich zum Beispiel, die andere Sprache lernen. Dann könnte ich mich mit jenem, der mir gleicht, reden – aber wir hätten dabei unsere Gemeinsamkeit verloren und würden uns nicht mehr gleichen. Das ist, ich gebe es zu, kompliziert, kompliziert wie das Fremdsein, das Fremdsein im Fremden und das Fremdsein im Eigenen. Und da steht ein Mädchen und schaut mich an, mich den Fremden – es, das von weit her kommt, und noch nicht lange – zwei Jahre nur – hier ist, und da sitzt einer, der irgendwie auch nicht von hier ist. Wir sprechen nicht miteinander, weil wir uns nicht verstehen und wohl auch, weil wir uns verstehen. Ich versuche dauernd ihrem Blick auszuweichen. Ihr Blick gleicht einer unbeantwortbaren Frage:

«Wenn Sie sich beiläufig vorstellen, Sie wären nicht geboren worden: Beunruhigt Sie diese Vorstellung?» Die Frage nach dem Anfang, wäre die Frage nach dem Ende – das kleine Mädchen und der alte Mann. Eine Geschichte hat einen Anfang und ein Ende wie das Leben. Und wenn wir nicht alle von unserem sicheren Ende wüssten, dann gäbe es keine Zeiteinteilung, kein Gefühl für Zeit. Geschichten ahmen das Leben nach – Anfang und Ende. Erzählen ist immer Umgehen mit Zeit. Der erste Satz, so einfach und beiläufig er auch sein mag, ist entscheidend, er trägt die Geschichte in sich und das Ende. Der deutsche impressionistische Maler Max Liebermann sagte einmal, dass beim Malen eines Bildes nur der erste Strich frei sei, der zweite sei durch den ersten bestimmt und der dritte von den beiden. Und der erste Laut eines Menschen, das erste Lächeln, das erste Kriechen, der erste Schritt, das erste Wort? Das kleine Mädchen steht immer noch da, schaut mich an, nimmt mich mit seinen dunklen Augen ins Verhör, prüft mich und bringt mich in Verlegenheit. Dann plötzlich ist sein Blick ein anderer. Es schaut nicht mehr mich an, sondern zufrieden in sich hinein. Es beginnt leicht auf den Zehen zu wippen, macht einen kleinen Hopser, hält inne und staunt, dass ihm ein Hopser gelungen ist, versucht es noch einmal und hüpft und hüpft. Und sie hüpft nun rund um den Tisch herum und kreuz und quer durch die Stube und lacht. Und sie hüpft an mir vorbei und strahlt mich an. Ihre Augen haben jetzt eine Farbe. Und ich staune – ich habe einen Anfang miterlebt, ein seltenes Glück. ---------Peter Bichsel, 78, Schriftsteller und Publizist


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der Woche

Die neuen Sechziger Sie ist brandneu, die heutige Vision der 60erJahre. Reloaded und frecher: mit klaren Schnitten, ausgefeilten Formen, in spannenderen Farben: Zitronengelb, Orange, Rot, leuchtendes Pink. Aber unbedingt neu aufgemischt mit Schwarz und Weiss. Dazu grafisches Make-up und schlichte Frisuren. Und ruhig etwas robustes Schuhwerk. Denn die starken Shapes vertragen ein Gegengewicht. Das Resultat: klare Botschaft, eine Hommage an die Schönheiten von damals: Emma Peel, Twiggy, Mia Farrow und Veruschka von Lehndorff. Im Alltag siehts dann so aus: Wir schnappen uns ein einfaches Kleid in A-Linie, tragen dazu bunte Strümpfe und Sneakers. Fertig ist der Alltagslook! REDAKTION BEATRICE SCHÖNHAUS FOTOS GERI BORN STYLING MELANIE ALBISSER

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Entspannt & modern Die Tochter von Ex-Beatle Paul McCartney ist aus dem Modezirkus nicht mehr wegzudenken.

Im Fashionista-Kalender ist der Montagmorgen an den Pariser Fashion Week rot markiert. Schliesslich will niemand die StellaMcCartney-Show verpassen. Nicht nur wegen der Mode, sondern auch wegen der illustren Gäste, von Sir Paul über Kate Moss bis zu Salma Hayek. Bereits mit ihrer Abschlussarbeit am Central Saint Martins College 1995 entwickelte die vierfache Mutter die Zutaten für die mittlerweile typische «Stella-Frau»: ein moderner und vor allem tragbarer Mix aus weiblichen und männlichen Elementen, ergänzt durch eine Prise Sporty Chic. Hingucker in diesem Sommer sind vor allem die Maxikleider in leuchtenden Farben. Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, setzt als Sonnenersatz auf leuchtende Farben.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Imaxtree, HO

DAB+ (Digital Audio Broadcasting) ist die neuste und modernste Technologie des Radioempfangs über den Äther. Vorbei sind die Zeiten des Rauschens und Knackens, wie es bei schlechtem Empfang über UKW üblich war. Dank digitaler Technologie klingt der Sound aus dem Radio wie ab CD. Nicht nur immer mehr Sender, darunter auch Lokalradios, strahlen ihre Programme über DAB+

Sporty Summer


Highlights aus der Schminkbar Sinnlich Badesalz mit Pfefferminzduft in wunderschöner Verpackung. CHF 20.–

Pflegend Ayurvedische Körperlotion mit Aloe vera duftet nach Frühling. CHF 29.–

Sinnliche Oase Die 60 m2 grosse neue Schminkbar an der Europaallee Zürich. Behaglich, mit einer Prise Ethno. Infos: Tel. 044 241 00 77. SCHMINKBAR EUROPAALLEE, ZÜRICH

Kleine Wohlfühlzone Mit 60 Quadratmetern ist sie die kleinste der Schminkbar-Filialen: die neue an der Europaallee (Lagerstrasse 32). Doch in puncto Komfort und Leistung steht sie den anderen in nichts nach. Trendy gelegen im neuen InBezirk, ist sie mit viel Holz und einem Touch Ethno behaglich und doch sehr hip eingerichtet. Das Angebot reicht von Maniküre und Pediküre über Make-up bis zu Massagen. Tee und Köstlichkeiten gibts kostenlos obendrauf. Wer jetzt schon beim blossen Gedanken nicht schon tiefenentspannt ist, sollte unbedingt hingehen. Highlight für den Sommer: direkt

Befeuchtend Haarmaske, die viel Feuchtigkeit spendet. Im grosszügigen Topf. CHF 58.–

am See, in einem weissen Zelt gleich beim Restaurant Fischers Fritz, kann man sich diesen Sommer bei schönem Wetter eine Massage, Maniküre oder Pediküre gönnen (Tel. 044 383 11 87). BEATRICE SCHÖNHAUS

Inspirierend Duftkerze aus Soja-Wachs in der Note Clean Sea Breeze. Div. Grössen. CHF 42.–

Öffnungszeiten Mo 11–20 Uhr, Di–Fr 9–20, Sa 9–18 Uhr, www.schminkbar.ch

Weitere Shops im Shopping-Guide www.schweizer-illustrierte.ch JEANS-TREND

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, HO

Happy Birthday! Jubiläumsmodell Die Union-JackJeans gibts für Frauen und Männer ab Juli in Pepe-Jeans-Stores. Je CHF 99.–

Angefangen hat alles 1973 mit einem Stand am Wochenendmarkt an der Portobello Road in London. Seither hat sich Pepe Jeans zur Top-Denimmarke gemausert. Jetzt feiert das Jeans-Label der Brüder Nitin, Arun and Milan Shah seinen 40. Geburtstag mit einer coolen Kampagne mit dem It-Model Cara Delevingne. Zusätzlich wurde eine spezielle Jubiläumskollektion mit Union-Jack entworfen, die an die Wurzeln in Notting Hill erinnert. UB

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Shopping

OBJEKT DER BEGIERDE

Glück mit Retro-Charme

Es sind bloss ein paar Meter PVC-Kordel in einer frischen Farbe, eine gute Form und ein wetterfestes, feuerverzinktes Gestell. Und doch macht ein LoungeChair wie der Altdorfer Stuhl Modell 1139 den Sommer wesentlich schöner. Er passt überallhin, auf den Balkon genauso wie in den Garten. Es gibt ihn in Rot, Gelb, Grün, Schwarz, Weiss und Türkis (siehe Bild). Das Modell 1139 erinnert uns an den Spaghetti-Stuhl aus unserer Kindheit, an Stunden des Glücks auf der grünen Wiese, am Waldrand, auf dem Balkon oder am Fluss; an Picknicks und Partys, an stundenlange Sommergespräche. Und genau ein Stück von diesem Glück holt man sich wieder mit dem Altdorfer LoungeStuhl.

Ein Stück vom Glück Altdorfer Lounge-Stuhl Modell 1139 von Embru. Infos: www.embru.ch oder Fachhandel. CHF 520.–

ONLINE-TIPP

www.saskia-diez.com Auch diesen Sommer lanciert der HaarSpezialist Guhl ein innovatives Produkt, das in Zusammenarbeit mit der Münchner Schmuck- und Accessoires-Designerin Saskia Diez entworfen wurde. Ihre mit dem Designpreis Deutschland prämierte Tasche «Papier» gibts ab Juni in limitierter Edition in drei verschiedenen sommerlichen Farb-

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gebungen. Das Material: Tyvek, ein besonders leichter, reiss- und wasserfester Stoff. Die Tasche ist zudem mit einem Armkettchen aus Silber verziert und enthält eine individuelle Haarproduktlinie von Guhl. KK Mehr Online-Tipps www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, Guhl

BEATRICE SCHÖNHAUS


Jungspund Men Eyes Master, Anti-Age-Augenpflege von Giorgio Armani. Ca. CHF 69.–

Freigeist Parfüm mit rauchiger Note: The Voice of Reason, Lush, www.lush-shop.ch. 7 g CHF 32.–

Zen-Meister Extrastarker Antitranspirant Stress Protect von Nivea Men. Ca. CHF 3.95

Jüngling Feuchtigkeitspflege für ein ebenmässiges Hautbild: Total Perfector, Biotherm. Ca. CHF 85.–

Frischekicker L’Eau d’Issey pour Homme, A Taste of Sun von Issey Miyake, limitierte Edition. Ca. CHF 73.–

Gentleman Bergamotte, Pampelmusenblüte und Moschus, Dior Homme Cologne. Ca. CHF 104.50

Sensibelchen Aftershave & UVSchutz (SPF 30) in einem, Bertram I Sans. www.bertramsans.com CHF 63.–

Ferienmacher Mit aquatischen Noten, Sun Day Man von Jil Sander, limitierte Edition. Ca. CHF 96.–

UV-Pfleger BB-Feuchtigkeitscreme und UVSchutz (SPF 35) in einem, Lab Series. Ca. CHF 66.–

Verführer Patschuli, Vetiver, Kardamom, Ambre Noir, Yves Rocher, www.yves-rocher.ch. 50 ml CHF 59.–

Sanftnatur Bio-Dusch-Shampoo 2 in 1, Haut & Haar von Farfalla. www.farfalla.ch CHF 14.80

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Kurt Reichenbach

MÄNNER-BEAUTY

Schöne Helden

Der deutsche Dichterkönig Johann Wolfgang von Goethe sagte einst: «Man kann nicht immer ein Held sein, aber man kann immer ein Mann sein.» Und ein gepflegter dazu. Denn die Männer-Schönheitsprodukte stehen den Beauty-Innovationen für Frauen nur noch in wenig nach. Ganz neu gibt es etwa die erste BB-Cream für den Mann. Der amerikanische Männerkosmetik-Experte Lab Series hat gerade die Allround-Wunder-Tube BB-Tinted-Moisturizer auf den Markt gebracht. Die zart getönte Feuchtigkeitscreme soll für einen ebenmässigeren Teint sorgen, Glanzkontrol-

le bieten, einen Anti-Age-Effekt besitzen, die Poren verfeinern, Hautrötungen mindern und die Haut vor UV-Strahlen schützen. Dies mit einem SPF-Schild 35. Ebenfalls brandneu und sehr interessant ist eine Linie aus Österreich speziell für Männer mit Glatze oder einem millimeterkurzen (Rest-)Haarschnitt: Bertram I Sans. Die sympathische Linie umfasst derzeit vier Rasur- und Pflegeprodukte auf natürlicher Basis, die sich der empfindlichen und exponierten Kopfhaut annehmen. So sieht Mann bei allfälligen (Alltags-)Heldentaten auch noch gut aus. KRISTINA KÖHLER

STAR-GEFLÜSTER

Gefragter Yann

Der Basler Goalie Yann Sommer, 24, ist der neue Markenbotschafter von Nivea for Men. Sommer präsentiert zudem die Nivea-Men-Challenge. Mehr Infos bezüglich Teilnahme: www.niveaformen.ch.

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Shopping

Innovativer Unternehmer Mario Eimuth, 48, ist Gründer des Online-Shops Stylebop.

KOLUMNE Alexandra Kruse, 33, Stylistin, ist im modischen Paarfieber.

Im Partnerlook

INTERVIEW MIT MARIO EIMUTH

Mode per Mausklick Er hat als einer der ersten Unternehmer den Trend erkannt: Fashionistas suchen nach einem Online-Shop, der internationale Mode anbietet. So gründete er die Firma Stylebop. Mario Eimuth, was war Ihre Philosophie, als Sie Stylebop gründeten? Ich komme aus dem Luxusmode-Einzelhandel. Darum wollte ich es schaffen, High Fashion in einem Umfeld, also online, zu verkaufen, wo kein Verkäufer zugegen ist. Ganz ohne Beratung. Welches waren die ersten Label, die Sie verpflichten konnten? Wir begannen mit einem kleinen Portfolio von 70 Designern: Balmain, Etro, Valentino. Danach erweiterten wir das Spektrum. Heute sind es etwa 250 Marken! Hatten Sie damals bereits ein Lager inhouse? Ja, der Versand erfolgt generell ab unserem Lager in München.

Wo möchten Sie mit Stylebop in fünf Jahren sein? Die weitere Internationalisierung steht bei uns ganz oben auf der Liste. Was tragen Sie selbst am liebsten? Neil Barrett und Marc Jacobs trage ich persönlich besonders gerne. Ihre Geheimtipps in New York oder Paris? Ich bin zeitlich immer recht eingespannt. So bestelle ich das meiste online. Die Metropolen bieten aber immer wieder neue, spannende Store-Konzepte: etwa Opening Ceremony in New York oder Merci in Paris. Die finde ich sehr spannend. Ihre liebsten Restaurants? Ich geh gerne ins «Schumann’s» und ins «Buffet Kull» in München. In Berlin bevorzuge ich das «Borchardt» und das «Grill Royal». INTERVIEW BEATRICE SCHÖNHAUS

Mario Eimuths Favoriten

Auf hohen Sohlen Schuhe mit Keilabsatz Cooles Schuhwerk Sneakers von Golden von Sergio Rossi. CHF 863.– Goose. CHF 380.– 64 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Investition Modell von Burberry für Männer. Ab CHF 1700.– Alle Artikel über www.stylebop.com

Es war der berühmte, magische und viel zitierte Zufall, der uns das Phänomen des Partnerlooks näherbrachte. Herzkumpel, Cosmo und ich waren als Models für ein Modeshooting zum Thema Familie gebucht (und ja, wir endeten später in Batikhosen auf dem Titelbild, aber das ist eine andere Geschichte). Jedenfalls suchten wir uns unabhängig voneinander dasselbe Paar Schuhe aus. Ein Schuhmodell, von dem jeder normale Mensch denkt, dass man es niemals anziehen kann, schon gar nicht, wenn man darin fotografiert wird. Die flachen, flauschigen Fellpantoffeln des französischen Modehauses Céline ähneln stark einem mit Nerz ausgekleideten Birkenstock-Schuh, einfach viermal so teuer. Wir mussten lachen und entschieden uns für den Sommer doch lieber für die Variante ohne Fell, dafür aber super bequem. Echte Birkenstocks, genau das gleiche Modell, das mein Biolehrer damals trug! Ein paar Tage später (ich ging früher aus dem Haus, denn Herzkumpel hat als DJ ja öfter mal die Nachtschicht) begegneten wir uns auf der Strasse und trugen beide ein weisses Hemd respektive eine Bluse, Sakko/Blazer in Dunkelblau und – jetzt kommt es – absurderweise leuchtend orangefarbene Socken. Man sagt ja, dass Paare sich im Laufe der Zeit ähnlicher werden. Aber das! Ich fordere ab sofort: Freiheit für den Partnerlook – vor allem, wenn es durch Zufall geschieht.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, HO Stylebop

Der Partnerlook hat ja ein eher schlechtes Image. Man muss sofort an hässliche Regenjacken und schlecht aufeinander abgestimmte Grusellooks und identitsche Nordic-Walking-Outfits denken – oder aber an Paul und Linda McCartney. Die beiden trugen ihr synchrones Styling (gerne auch Latzhosen und passende T-Shirts oder Norwegerpullis) wie kein zweites Paar.


Check-up FFT er I R BETgue-Fieb

Die Aedes-Mücke überträgt das Virus für Dengue-Fieber.

Den

Tropenkrankheit in der Schweiz Verdoppelung! In der Schweiz steigt die Zahl der Menschen, die an Dengue-Fieber erkranken. Das BAG hat seit Anfang Jahr doppelt so viele Fälle registriert wie in den Vorjahren. Und: Es werden noch mehr. TEXT ANDREA VOGEL

Fotos Your Photo Today, Dick Vredenbregt

S

ie gilt als eine der weltweit meistverbreiteten tropischen Virusinfektionen. Medikamente und Impfung gegen das Dengue-Fieber gibt es nicht. Und die Ansteckungen steigen rasant – auch in der Schweiz! Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat seit Anfang Jahr doppelt so viele Fälle registriert wie in den Vorjahren. Für Dr. Danielle Gyurech von der auf Tropenkrankheiten spezialisierten Travel Clinic in Zürich ist das keine Überraschung: «Die Aedes-Mücken sind vor allem dort anzutreffen, wo es feucht ist und viel Abfall hat, also in den Metropolen. Durch die Verstädterung in den Tropen steigt auch die Übertragungshäufigkeit.» Das Dengue-Fieber ist eine akute fiebrige Erkrankung, einer Grippe ähnlich, die zum Glück meist wieder von selbst abheilt. Gelegentlich kann aber die Erholungszeit bis zu drei Monate in Anspruch nehmen. Selten und besonders bei Zweitinfektionen können lebensgefährliche Blutungen auftreten. «Eine gezielte und spezifische Therapie der Krankheit ist nicht erhältlich. Deshalb sollte man sich auch tagsüber in Städten und Dörfern sehr gut vor Mückenstichen schützen», sagt Dr. Gyurech. Zu empfehlen ist darum das

Tragen von leichter und langer Kleidung, die mit Insektengift imprägniert werden kann. Weitere Massnahmen wären hochdosierte mückenabweisende Mittel, die auf die Haut gesprayt werden. «Reisende informieren sich häufig nur ungenügend und wissen dadurch viel zu wenig über mögliche medizinische Risiken in den Tropen Bescheid. Die epidemiologische Situation ändert sich zudem auch sehr stark in Abhängigkeit vom Wetter. So ist in der Regenzeit und Nachregenzeit das Dengue-Fieber-Risiko um ein Vielfaches höher, es ist also je nach Region manchmal tausendmal grösser als in der Trockenzeit.» Durch die boomende globale Reisetätigkeit können Krankheiten über weite Strecken transportiert werden. Wenn es bei uns oder generell in Europa weiterhin feuchter und wärmer wird, kann es auch bei uns zu lokalen Übertragungen kommen. Darum ist frühzeitige Information oberstes Gebot.

Dr. Danielle Gyurech von der Travel Clinic

in Zürich.

Das Beste aus der Natur

Baar Stillen bringt viele gesundheitliche Vorteile und stärkt die Beziehung zwischen Mutter und Kind. Darum ist jetzt auch wieder eine neue Stillkampagne gestartet. Sie will zeigen, wie einzigartig und von Natur aus ausgewogen Muttermilch ist. www.stillkampagne.ch

Schlafend durch den Tag

Hölstein Innert Sekunden zu Boden sinken: Nur Narkoleptiker können in solche Situationen geraten. Noch immer ist die Schlafkrankheit zu wenig erforscht. Darum gibt es am 31. Mai in Hölstein BL eine öffentliche dreitägige Tagung zu diesem Thema. www.narcolepsy.ch

Süssgetränke fördern Diabetes Lausanne Täglich ein grosses Glas Fruchtsaft, Nektar oder Softdrink mit Zucker oder Süssstoff erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2 um etwa 20 Prozent. Das zeigt eine Auswertung europäischer Studien mit insgesamt über 20 000 Personen. www.aerztezeitung.de

TIPP

Inhaltsstoffe aus BROCCOLI hemmen das Krebswachstum und verstärken sogar die Wirkung von Chemotherapien.

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Check-up MagErsuCHt

«Jedes Essen ist ein e

E

s begann alles vor ungefähr vier Jahren. Ich hatte schon immer Probleme mit meiner Figur, weil ich sehr weiblich geformt war. Busen und wohlgeformter Po. Diese zwei Dinge wirkten für die Männer wie ein Magnet, und ich hatte deswegen auch immer sehr viele Verehrer, die aber leider immer nur auf das eine aus waren. Ich habe mir dann die Brüste verkleinern lassen, was mich ein paar Jahre lang glücklicher machte. Meine letzte längere Beziehung hatte ich vor circa drei Jahren. Der Mann war sehr angetan von mir als Sexobjekt, weshalb ich meinen Körper immer mehr zu verabscheuen begann. Extrem, alles ekelte mich. Das Besteck, den Teller, das Glas, die Pfanne, die Schüssel, einfach alles musste ich immer noch einmal abspülen, sonst konnte ich weder essen noch trinken. Ich machte das sogar im Restaurant – zum Leidwesen meiner Begleitung. Ich merkte das gar nicht mehr, es war ein Zwang – ohne ging gar nichts. Ich musste die Kontrolle darüber haben und wissen, dass es wirklich sauber ist, weil ich es ja selber nachgespült hatte. Dann begann etwas Neues. Ich machte mir Gedanken darüber, was die Menschen in der Küche mit dem Essen wohl machen. Sind die sauber? Haben sie ihre Hände gewaschen, sind die Arbeitsflächen gereinigt, müssen die Leute niesen oder husten? Das Essen, das ich bekam, musste auf schnellstem Weg zu mir gelangen. Wenn ich sah, dass der Kellner einen weiten Weg bis zu mir hatte und durch Menschen hindurchmusste, konnte ich

Ich habe kaum noch gegessen, weil ich einfach nicht konnte. Es ekelte mich extrem

das Getränk nicht mehr trinken und das Essen nicht mehr essen. Wenn jemand am Nebentisch niesen, husten oder sich kratzen musste, konnte ich nicht mehr essen. Das Essen, das mein damaliger Freund kochte, konnte ich nicht essen, weil es mich so ekelte. Es ekelte mich, weil mich Dinge ekelten, die er mit anderen Frauen machte. Wenn ich selber kochte, war alles okay für mich, da ich allein die Kontrolle über alles hatte. Ich konnte alles so viele Male abwaschen, wie ich wollte, vom Gemüse über das Fleisch bis zum Geschirr. Dann konnte ich es auch ohne Probleme essen. Ich konnte auch nicht mehr mit dem Zug oder dem Tram fahren, keine Türklinken mehr berühren usw. Die Dinge, die ich einkaufte, habe ich alle mit Sterillium abgerieben, bevor ich sie einräumte. Später verweigerte ich das Essen. Als die Beziehung mit dem Mann vorbei war, fiel ich in ein tiefes Loch. Ich habe ein sehr geringes Selbstwertgefühl, auch wenn das gegen aussen nicht so scheint. Mit Ablehnung kann ich überhaupt nicht umgehen, doch das ist eine andere Geschichte. Wenn ich abgelehnt werde, fühle ich mich wie ein Stück Dreck, ich gebe mir für alles die Schuld und verstehe die Welt nicht mehr. Damals schien alles zu viel. Ich begann, meinen Körper völlig abzulehnen. Da ich dachte, an allem schuld zu sein und dass alle Männer mich nur wegen meines Pos ins Bett kriegen wollten, musste ich diesen Körper loswerden. Ich begann meine Ernährung komplett umzustellen. Ich ass nur noch Gemüse und Früchte, Tofu, Quorn und wenig Fleisch. Erstens, weil ich wusste, dass diese Dinge sauber sind, und zweitens tat es mir gut. Ich habe kaum noch etwas gegessen, weil ich einfach nicht konnte. Es ekelte mich extrem. In kurzer Zeit hatte ich sogar das Hungergefühl verloren. Ich merkte nur, dass ich essen musste, weil mir extrem schwindlig wurde. Dann wusste ich, wenn ich jetzt esse, verbrennt es mein Körper gleich wieder. Sport habe ich täglich gemacht, aber nur Ausdauer und Golf. Ich fing an, mich besser und besser

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Woche für Woche lesen Sie auf diesen Seiten von Krankheiten, den besten Therapien und über Prävention. Jetzt kommt eine neue Dimension hinzu: Sie können Ihr scheinbar unlösbares Problem online an unsern Arzt, Dr. Samuel Stutz, schicken. Der Hilferuf einer Leserin an uns ist ein erschütternder Bericht.


EIN FALL FÜR STUTZ

n e Qual!» zu fühlen, in kurzer Zeit hatte ich eine Kleidergrösse weniger. Ich fing an, nur noch zu golfen, da es keine dicken Muskeln erzeugte und es mir viel gab. Golf ist meine Leidenschaft. Das Essen begann ich zu vergessen, ich trank sehr viel, Wasser und frischen Ingwertee, und ich wurde dünner und dünner. Ich nahm in knapp drei Monaten zwölf Kilo ab. Ich fühlte mich unbesiegbar, wunderschön, ohne Po, war selbstbewusst wie noch nie, leistungsfähig und glücklich. Essen hat für mich immer eine sehr grosse Rolle gespielt, und nun konnte ich ohne wunderbar auskommen. Ich hatte mich selbst besiegt und war ein neuer Mensch, ein Mensch, den ich mochte und liebte. Ich liebte mein Ebenbild und konnte mein Glück kaum fassen. Ich liebte es zu hören, wie schlank ich sei und dass ich nun genug dünn sei. Die Waage war mein Freund, 55 Kilo bei 173 Zentimetern. Egal, wie und was ich ass, ich nahm nicht mehr zu, da essen für mich nicht mehr lebensnotwendig war, sondern eine Nebensache. Das ging etwa ein Jahr so, ich nahm immer wieder ab, da ich mein Essverhalten nicht änderte. Irgendwann fing ich wieder an, etwas Schokolade und Brot zu essen. Es war ein Gefühl wie Selbstzerstörung. Mit jedem Bissen fühlte ich mich schlechter. Der Kampf begann und ist bis heute da. Ich nehme ab, weil ich wieder eine Hungerkur mache und knapp 600

Kalorien pro Tag zu mir nehme, fühle mich gut, und dann nehme ich wieder zu. Ich kann kein Essen mehr geniessen. Jedes Essen ist eine Qual. Normales Einkaufen ist nicht mehr möglich, ich schaue auf die Kalorien und den Fettgehalt, und bio sollte es auch noch sein. Nur Früchte und Gemüse kann ich normal einkaufen. In meinem Leben dreht sich das meiste um Ernährung. Ich habe so viele Dinge gelesen und ausprobiert, dass ich nun nicht mehr weiss, was ich tun soll. Zum einen weiss ich, dass die ayurvedische Küche gesund ist und mir guttun würde, auf der anderen Seite macht sie mich dick. Ich fühle mich extrem dick und weiss auch, dass ich zugenommen habe. Ich kann einfach nicht loslassen, ich will wieder meinen schönen schlanken Körper, ich will mich so fühlen, so toll und schön. Und während ich diese Zeilen schreibe, muss ich

Es war ein Gefühl wie Selbstzerstörung. Mit jedem Bissen fühlte ich mich schlechter

Schicksale, die unter die Haut gehen, analysiert von Dr. Stutz. Stutz

Sind Sie ein scheinbar unlösbarer «Fall»? Schreiben Sie an sprechstunde@doktorstutz.ch. Die Serie «Ein Fall für Stutz» finden Sie auch unter www.schweizerillustrierte.ch

furchtbar weinen, weil ich mich so schlecht fühle, verloren und weil ich schon wieder versagt habe. Wie konnte ich es zulassen, diesen wunderbaren Körper wieder zu verlieren. Ich hasse mich dafür. Ich verabscheue mein Spiegelbild und kann trotzdem nicht aufhören zu essen. Weil es das Einzige ist, was mich im Moment glücklich macht. Ausser Yoga und Meditation. Ich habe wieder aufgehört, jeden Tag Sport zu machen, weil ich nicht noch dicker werden will durch meine Muskeln. Ich will schlank, fein und grazil sein, denn so fühle ich mich innerlich, fast zerbrechlich, und genauso möchte ich auch aussehen. Ich hasse diesen Kampf, er macht mich fertig. Ich schreibe mir jeden Tag auf, was ich esse, auch wenn es eine Qual ist, mehr als vier Dinge aufzuschrei ben, Getränke inbegriffen.


Check-up sich selbst nicht zu lieben ist furchtbar, denn man kann keine Beziehung eingehen. Ich kann Komplimente nicht annehmen. Je­ des Mal, wenn ich jemanden kennenlerne und es wieder schiefgeht, gebe ich meinem Kör­ per die Schuld. Weil er so hässlich ist. Mit je­ dem Mal, abgelehnt zu werden, wird es noch schlimmer. Doch niemand will eine eifersüch­ tige, unsichere Frau voller Selbstzweifel, was ihren Körper anbelangt. Und alles nur weil ich meinen Körper hasse, ich bin sonst wirklich ein guter Mensch. Ich würde so gerne mein Leben geniessen können, ohne jeden Tag überlegen zu müs­

u

Ich habe panik, dick zu sein.Das gefühl, in einem Körper zu sein, der einen anwidert, ist grauenhaft

sen, dass ich heute wieder den Kampf mit dem blöden Essen führen muss. Ich weiss nicht, ob ich es schaffen werde, je wieder nor­ mal essen zu können. Ich habe Panik davor, dick zu sein, und der Gedanke und die Angst, dick zu sein, führen genau dazu. Das gefühl, in einem Körper zu sein, der einen anwidert, ist grauenhaft. Ich weiss nicht, wie ich aus diesem Teufelskreis wieder raus­ komme. Aber ich wünsche es mir sehr. Alles dreht sich um meinen Körper, ich verkleide ihn jeden Tag, damit ich ihn nicht ansehen muss. Wenn ich könnte, würde ich ihn aus­ tauschen. Ich lasse mir nie etwas anmerken, nie­ mand weiss, wie es um mich steht. Ich schä­ me mich nicht dafür, aber die Belustigung und die blöden Kommentare ertrage ich nicht. Ich gehe jeden Tag zur Arbeit, leite meine Filiale und lebe mein Leben, als ob nichts wäre, doch innerlich schreie ich um Hilfe. Ich bin dankbar, dass ich diese Geschich­ te erzählen durfte, auch wenn es mich sehr traurig macht. Ich merke, während ich diese Zeilen schreibe, wie verloren und peinlich ich bin. Vielleicht bin ich einfach gestört. 

Das sagt Der experte

«Überbewertung der Körperlichkeit» Für eine Beurteilung dieser schwerwiegenden Problematik hat sich Dr. Stutz mit Prof. Dr. Kurt LaeDeraCh besprochen: Er ist leitender Arzt an der Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung am Universitätsspital Bern. Der Bericht zeigt, wie stark in der heutigen Gesellschaft die Körperlichkeit im Zentrum steht. Die Patientin beschreibt die Problematik der sexualisierten Körperbesetzung und ebenso die Ausprägung einer neurotischen Störung mit Zwängen. Sie sind Ausdruck des Versuchs, die überflutenden Gefühle zu partialisieren und damit «erträglicher» zu machen. Leider ist im Bericht auch eine gewisse Resignation spürbar. Hoffentlich ist die Patientin durch unsachgemässe Psychotherapieversuche nicht schon derart frustriert, dass sie zu einer psychotherapeutischen Aufarbeitung der ganzen Problematik nicht mehr bereit ist. Dabei ist klar, dass es sich um eine analytisch orientierte Psychotherapie handeln sollte, welche die Grundlagen der «Überbewertung» des Körperlichen ----------

Jede Woche patientenschicksale, Gesundheitsprogramme zum Selbermachen und Tipps von

in der psychischen Entwicklung angehen muss. Nur so wird es ihr möglich sein, in ihrer Körperlichkeit «Frieden» zu finden und sich dabei gleichzeitig auch als eigene Person und nicht allein als Objekt der Begierde anderer – vorwiegend der Männer – zu fühlen. Wie ist der Verlauf? Ein paar Wochen später schreibt die Patientin Folgendes: Solange ich keinen Spiegel vor mir habe und ich arbeiten kann, fühle ich mich gut. Ich bin jetzt in Therapie im Unispital mit Ernährungsberatung und Bewegungstherapie. Es ist zum Teil extrem hart, aber mir wird geholfen. Nächste Woche gehe ich in eine Ayurveda-Kur. Ich bin etwas nervös, aber es wird mir sicher guttun. Ich danke Ihnen, Herr Stutz, Sie waren der Auslöser. Sonst wäre ich vielleicht daran kaputtgegangen. Doktor Stutz. Abonnieren Sie die neue, kostenlose, Online-Sprechstunde: www.doktorstutz.ch.


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Träumen erlaubt Reine Ästhetik prägt die Show «La Verità».

COMPAGNIA FINZI PASCA IN ZÜRICH

Surreale Märchenwelt Der Mix aus Clownerie, Tanz und Zirkus macht die Compagnia Finzi Pasca zu einem besonderen Erlebnis. Der Tessiner Daniele Finzi Pasca, 49, ist ein mehrfach ausgezeichneter Regisseur. Für die Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2006 in Turin

erhielt er den Swiss Award, im letzten Jahr wurde ihm der Hans-Reinhart-Preis, die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz, verliehen. Seine Show «La Verità» lässt eine surreale Märchenwelt entstehen, in der Clowns und

Akrobaten vor einem Gemälde Salvador Dalís das Publikum verzaubern. REA ---------Theater 11, Zürich 26. 10.–3. 11., Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 69


Die Besten

im atelier Christian Lichtenberg arbeitet seit einigen Jahren in einem grossen Loft in Rupperswil AG. FotograF christian lichtenBerg in Basel

täuschende realität Christian Lichtenberg macht FotograFien, die leicht mit gemalten Bildern zu verwechseln sind. Poesie trifft auf Zen-Meditation.

e

inst wollte er Musiker werden. Doch Christian Lichtenberg, 60, wurde Fotograf. Dann liebäugelte er mit dem Eintritt in ein Zen-Kloster. Daraus wurde aber nichts. Heute kann der Basler seine einstigen Träume verwirklichen: Mit Klängen untermalt er seine ein- bis zweiminütigen Videoarbeiten, die ihrerseits viel Meditatives transportieren. Sinnlichkeit, Schönheit und eine grosse Tiefe: Das zeichnet Christian Lichtenbergs Werke aus. Das Fotografieren hat sich Lichtenberg selber beigebracht: «Man kann nichts Falsches ma-

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chen, die Technik ist nur das Zweitwichtigste.» Entscheidender ist der Mensch hinter der Kamera mit seiner Lebensgeschichte. Einige Male hat Lichtenberg sein Leben umgekrempelt und wieder bei null angefangen. Wie vor dreizehn Jahren, als er sich von seiner Familie trennte, um sich ganz der Kunst zuzuwenden. Bis 2000 fotografierte Christian Lichtenberg nur schwarz-weiss. Mit der Digitalkamera kam Farbe in sein Werk. Trotzdem arbeitet er weiterhin auch analog. Auf langen Reisen durch Afrika, Indien und Asien – die oft mehrere

Monate dauern – lässt er seinem Geist freien Lauf. «Das Kostbarste, das ich besitze, ist Zeit.» Christian Lichtenberg lächelt, seine Augen leuchten intensiv blau, seine Haare sind zu einem Pferdeschwanz gebunden. Er ist mit sich und der Umwelt im Einklang – das schlägt sich auch in seinem Werk nieder. Dass Lichtenberg seine Fotografien oft manipuliert, sieht man spätestens auf den zweiten Blick. Das Geheimnis seiner Technik möchte der Künstler nicht lüften. Nur so viel: «Manchmal ist die Wirklichkeit absurder als das, was ich konstruiere.»


DIESE WOCHE IN MUSEEN UND GALERIEN

Notenbilder. Faits divers. Seelenlandschaften

Schöne Wertpapiere

Zen-inspiriert Inkjetprint, mit Mohnöl überarbeitet: «Zuneigung».

Das Musée d’Art et d’Histoire präsentiert die erste Retrospektive des Wahlgenfers Roger Pfund, 69. Der Druckgrafiker, Designer und Maler gestaltet Plakate und Collagen, illustriert Bücher und malt mit Tempera, Tusche und Öl. Seit 1974 widmet sich der Künstler vermehrt dem Porträt, wie jenem der Maria Callas (Bild). Bekannt ist er auch als Gestalter der Schweizer Banknoten und des Schweizer Passes, womit er die Ästhetik des Wertpapiers revolutionierte. REA ---------Musée d’Art et d’Histoire Genf. Bis 11. 8. Di–So 11–18 Uhr, Tel. 022 418 26 00, www.ville-ge.ch, Publikation CHF 40.–

Aktuelle Pressefotografie

In Bewegung Haare und Wellen scheinen ineinander aufzugehen: «Koinzidenz».

Im Landesmuseum sind zurzeit die besten Bilder von Schweizer Pressefotografen zu sehen. In der Schau «Swiss Press Photo 13» werden rund 90 Fotografien zu den Themen Aktualität, Sport, Porträt, Ausland, Alltag und Umwelt, Kunst und Kultur gezeigt. Eine internationale Jury kürte in sechs Kategorien die besten Fotografien und die Gewinnerbilder. Pressefotograf des Jahres: Laurent Gilliéron mit seiner Doku über das Busdrama im Wallis (Bild). REA ---------Landesmuseum Zürich. Bis 30. 6. Di–So 10–17, Do 10–19 Uhr, Tel. 044 218 65 11, www.nationalmuseum.ch

Gruppenausstellung In den Bildern der Wienerin Nadja-Dominique Hlavka, 48, spiegeln sich flüchtige Momente im Fluss der Zeit. Aus Steinen, Glasscherben oder Moosflechten fertigt sie ihre Farben, die zu «verbildlichten Seelenlandschaften» führen. Ebenfalls zu sehen: formschöne Keramikobjekte der in Äthiopien geborenen und in Antwerpen lebenden Etiyé Dimma Poulsen, 44. Die deutsche Künstlerin Caroline Sorger, 50, zeigt Malerei, die sich u. a. dem Thema Umwelt widmet. REA ---------Galerie für Gegenwartskunst Elfi Bohrer Bonstetten, ZH. Bis 9. 6. Di–Fr 14–18, Sa/So 13–17 Uhr, Tel. 044 700 32 10, www.ggbohrer.ch

FESTIVAL INTERNATIONAL DU LIED

Fotos Raja Läubli, Christian Lichtenberg (3), HO (3), Jo Simoes, Musée d’Art et d’Histoire, Genf, Atelier Roger Pfund

Real oder manipuliert? Das Geheimnis bleibt beim Künstler: «Arboretum 1».

Landschaften, Porträts von Bäumen, dramatische Bilder am Wasser und die erwähnten kurzen Videoarbeiten sind die Themen, die den Basler zurzeit interessieren. Auf seinen Stil angesprochen, meint er: «Auf der einen Seite bin ich ein Renaissance-Mensch, auf der anderen ein Zen-Buddhist.» KATI MOSER ---------Galerie Carzaniga Basel Bis 15. 6. Mo–Fr 9–18, Sa 10–16 Uhr, Tel. 061 264 30 30, www.carzaniga.ch, Katalog CHF 20.–

Gesungene Gefühle Der Begriff «Lied» bezeichnet eine gesungene lyrische oder epische Kurzform. In Fribourg wird heuer zum siebten Mal das alle zwei Jahre stattfindende Festival International du Lied abgehalten. Gründerin der musikalisch hochstehenden Veranstaltung ist die Freiburger Mezzosopranistin Marie-Claude Chappuis (Bild). Am 8. Juni wird sie im Rahmen von Sehnsucht − Après un rêve Lieder von Brahms, Satie, Bizet und Chausson singen. Am Klavier: Sergio Ciomei. KM ---------Equilibre Freiburg Aufführungen 1.–9. 6., Tel. 026 350 11 00 (Fribourg Tourisme), www.festivaldulied.ch


Die Besten 5 FRAGEN AN EIN BUCH

Der lang ersehnte Moment Gatsby (Leonardo DiCaprio) trifft inmitten eines weissen Blumenmeers auf seine grosse Liebe Daisy (Cary Mulligan).

Frauenleben Worum geht es? Mit 70 Jahren entdeckt der Autor Peter Schneider eine ihm bisher verborgen gebliebene Seite seiner Mutter. Die noch in Sütterlinschrift verfassten Briefe an ihren Ehemann, einen Komponisten und Dirigenten, und an ihren Geliebten, einen bekannten Opernregisseur, zeichnen das Bild einer leidenschaftlichen Frau, die ungeachtet aller Konventionen eine offene Dreiecksbeziehung lebte.

Mit Pomp direkt in den Untergang Die Geschichte New York in den 1920erJahren: Es sind die Zeiten der Masslosigkeit und des Überflusses. Die Upperclass feiert frivole Champagner-Partys in Negligés und Sockenhaltern. Der junge Börsenhändler Nick Carraway zieht in die unmittelbare Nachbarschaft von Jay Gatsby. Jedes Wochenende steigen in dessen pompösem Schloss auf Long Island legendäre Feste. Doch niemand scheint den mysteriösen Millionär persönlich zu kennen. Nick freundet sich mit seinem schillernden Nachbarn sofort an. Nach und nach wird ihm klar, dass seine Cousine Daisy und Gatsby eine gemeinsame Vergangenheit haben, sich aber vor fünf Jahren aus den Augen verloren. Gatsbys grosse Liebe ist nun verheiratet. Wird sie ihren Mann für ihn verlassen? Die Schauspieler Mit Leonardo DiCaprio (Gatsby), Tobey Maguire (Nick Carraway) und Carey Mulligan (Daisy) ist das Drama mit Topschauspielern besetzt. Leider ist die Figurenzeichnung etwas knapp geraten. Die Hammerszene Das überbordende Blu72 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

menmeer in Nicks Cottage: eine wunderbare Liebeserklärung an Daisy. Und die perfekte Umgebung für das erste Wiedersehen. Die Vorlage «Der grosse Gatsby» ist F. Scott Fitzgeralds bester Roman, ein Schlüsselwerk der Moderne. Er wurde mehrmals verfilmt, unter anderem mit Robert Redford und Mia Farrow 1974. Das Fazit Im ganzen Pomp, Prunk, Glitter und Glanz geht die Tragik dieser Liebesgeschichte beinahe unter. Darum: unbedingt das Buch (wieder) lesen! ANINA RETHER --------- Länge 142 Min. Regie Baz Luhrmann. Im Kino.

Wer ist der Autor? Der Autor Peter Schneider, 73, war u. a. Redenschreiber für Willy Brandt. Sein 1973 erschienenes Buch «Lenz» wurde zum Kultbuch der Linken. Schneider schreibt Romane, Drehbücher und Erzählungen. Er wohnt in Berlin. Der bleibende Satz? «Aber Mitgefühl, gar Erbarmen haben in der heroischen Idee der Mutter von einer grossen Liebe nicht viel zu suchen.» Für wen? Der autobiografische Roman zeichnet ein faszinierendes Frauenporträt und gibt einen lebendigen Einblick in die deutsche Nachkriegszeit. Nach der Lektüre? Bleibt die Erkenntnis: Auch die eigenen Eltern haben (das Recht auf) Geheimnisse. ANINA RETHER

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Peter Schneider Die Lieben meiner Mutter (KiWi)

Fotos Paul Seewer, HO (3)

«THE GREAT GATSBY» (USA)


Schnittig Die legendäre Berliner Band Element of Crime kommt in die Schweiz.

DEMNÄCHST

Rock. Comedy. Electro

Geradlinige Power Für ihre Fans sind es schon gute News, dass die melodie-gitarrenlastigen US-Rocker einen Stopp in der Schweiz einlegen. Noch besser: Die Band um Sänger Myles Kennedy bringt ihr neues Album mit. HV ---------Alter Bridge Club Hallenstadion Zürich 9. 11., 20 Uhr; www.starclick.ch

ELEMENT OF CRIME

«Den einen nur noch zur Vorfreude, den anderen höchstens zum Trost: ein Werbetrailer für eine restlos ausverkaufte Tour. Genial, schön und reichlich sinnlos. Deshalb aber irgendwie auch dekadent und extratoll. Wer draufklickt, kann ihn sich ansehen.» Das schreibt die Band Element of Crime auf ihrer Website. Sie straft damit zwar ihre bedeutungsschwangere Songzeile «Immer da, wo du bist, bin ich nie» Lügen – trifft aber präzise den offensiven und zugleich melancholischen Ton, den ihre Musik und die Texte ihres

CD-TIPP JAZZ

Stimme mit Zukunft Wenn jemand die Erblinie Billie Holiday–Sarah Vaughan–Ella Fitzgerald fortschreiben könne, dann sie, fand die «New York Times». Jetzt verdient die Sängerin mit der mädchenhaften und doch reifen Stimme das Lob erst recht. HANSPETER VETSCH ---------Cécile McLorin Salvant Woman Child (Mack Avenue Records)

Sängers Sven Regener auszeichnet. Es sind auch Sätze, die Bestsellerautor Regener für seinen Antihelden Herrn Lehmann hätte schreiben können. Immerhin, für die Schweizer Konzerte gibt es noch Karten (Solothurn, 13. 6., und Zug, 14. 6., Tickets unter www.element-of-crime.de). Einen Einblick in eine unbekannte Seite des Berliner Rock-Quartetts bietet der Auftakt der Reihe «Velvet», eine Kooperation von Act Entertainment und der Fondation Beyeler. Eine von Jens Kloppmann kuratierte Ausstellung (12.–16.6.) in der Orangerie des Sarasinparks in Riehen bei Basel offenbart die enge Beziehung der Bandmitglieder zur bildenden Kunst. Dazu gibts selbstverständlich auch Element of Crime auf der Bühne, und zwar gleich zweimal, im extravaganten Rahmen des eigens aufgebauten Spiegelzelts im Sarasinpark gegenüber der Fondation Beyeler. HANSPETER VETSCH ---------Velvet − Element of Crime Sarasinpark Riehen 15. und 16. 6., jeweils um 20 Uhr; www.actnews.ch

Tickets für die besten Events!

«Keiner weiss, dass ich Rumpelheinzchen stiess»: Ja, es war einmal ein Ostfriese, der (immer) schräg, (meistens) lustig, (manchmal) geistreich und (hie und da) nur blöd war. Jetzt kehrt Otto zurück. HV ---------Otto Sursee 20. 10., Bern 21. 10. und dann wieder 2014: Zürich 13. 5.; www.goodnews.ch

Schwebende Sounds Stuhlreihen-Electro?! Das gibt es. Und das ist bei «Krieg und Frieden (Music For Theatre)» von Apparat auch durchaus angebracht. Also für einmal nicht abtanzen, sondern hinsetzen und hinhören. HV ---------Apparat Kaufleuten Zürich 4. 6., 20 Uhr; www.kaufleuten.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 73

Fotos Peter Hönnemann, HO (4)

Rock mit Kopf

Schräger Witz


Näher bei den Stars. Täglich. www.schweizer-illustrierte.ch

Bettwäsche Lifestyle-Tipp Stylistin Luisa Rossi zeigt jede Woche die neusten Trends. Wie Sie sich am schönsten betten, erfahren Sie dieses Mal im Video-Beitrag.

Lesen Sie das volle Leben!

Neue Show

Jobs für Rentner «Alte Säcke» gesucht: Die «Rent a Rentner»Gründer bieten eine Plattform, um tüchtigen Senioren Arbeit zu vermitteln. Oder um diese adoptieren zu lassen.

Was macht … … «Zurück in die Zukunft»-Schauspieler Michael J. Fox? Er feiert sein TV-Comeback – trotz oder gerade wegen seiner Parkinson-Krankheit.

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Fotos HO (2), Getty Images

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

«SkyBar», Kuala Lumpur: Chillen und Feiern am 26-Meter-Pool. Mit Blick auf die Petronas Twin Towers.

BEST BARS: TRADERS HOTEL, KUALA LUMPUR

Chillen am Pool. Im 33. Stock T Traders Hotel, KL 571 Zimmer und Suiten.

reffpunkt des «Party People» von Kuala Lumpur? «6 pm, SkyBar, 33rd floor!» Touristen sollten auch hin. In der 33. Etage des Traders Hotels (im Stadtzentrum, 571 moderne Zimmer, gehört zur Shangri-La-Familie) feiert man am tiefblauen 26-Meter-Pool und blickt durch die riesigen Fenster fasziniert auf die mächtigen Petronas Twin Towers. Die rundum renovierte «Sky Bar» ist so etwas wie eine exklusive «Mehrzweckhalle». Pool-Life am Nachmittag. Ab 18

Uhr dann Mojitos und «Zingy Frozen Margaritas», zwecks intensiver Beobachtung des anstehenden Sonnenuntergangs. Später legen internationale DJs auf, und smarte Köche servieren Snacks von der Foodinsel. Tipp für Verliebte: In der «SkyBar» eine Cabana reservieren. Eine Flasche Champagner entkorken. Kuala Lumpur und das Leben geniessen. HE ---------Info www.shangri-la.com/kualalumpur/traders SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 75


Reisen

Sushi-Bar oder «Serenissima»? Auf der «Europa 2» stehen acht Restaurants zur Wahl. Das beste? «Serenissima». Molto italiano! Maître Adriano Feraco, im Winter im «Kempinski» St. Moritz, kennt das Geschäft. Er brachte seine eigenen «Ragazzi» mit an Bord, führt das ItaloRestaurant Serenissima (Risotti, Carré di vitello mit Zitronensauce) von der ersten Minute weg auf Top-Niveau. Das spricht sich rum: täglich ausgebucht! Adriano ist auch ein exzellenter Troubleshooter: «Sorry, die Musikanlage funktioniert heute nicht. Aber wenn Sie

Showtime! Atemberaubende Akrobatik und Lichteffekte im zweistöckigen Bordtheater.

Treffpunkt «Yacht Club»! Grosszügige Terrasse. Grill, Pasta, Buffet (fast) rund um die Uhr.

Sushi auf Deck 9, Pasta auf Deck 4 Mandy Schleifer, Sushi-Chef Jordy Ray Moffat (Mitte) und Adriano Feraco führen auf der «Europa 2» fröhlich die besten Restaurants.

wünschen, singe ich für Sie ‹O sole mio›.» Seine Freundin Mandy Schleifer führt das Sushi-Restaurant Sakura auf Deck 9. Erstklassig! Chef Jordy Ray Moffat, Sternekoch aus Sidney, bereitet Sushi («California Spider Rolls!») und Sashimi à la minute zu. Zuverlässig das Restaurant Weltmeere, unter den Erwartungen das «Tarragon» (französisch-edel), entspannend der Lunch im «Yacht Club» (Grill, Pasta).

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Schönste Suite! 100 Quadratmeter, Jacuzzi und Daybed mit Meersicht. Dienstfertiger Butler vor der Tür.

KREUZEN OHNE KRAWATTE: «EUROPA 2» AUF JUNGFERNFAHRT

«Europa 2»: Die neue Der neue Luxus auf den Weltmeeren? Kein Krawattenzwang. Dafür mehr Raum, mehr Ruhe, mehr Restaurants. Die «EUROPA 2» setzt mit radikalem Konzept den Trend. Das Protokoll der Jungfernfahrt.

K

eine Krawatten mehr und schon gar keinen Smoking. Kein Welcome- und kein Captain’s Dinner. Kein fix zugeteilter Tisch. Und keine Blasmusik auf Deck beim Verlassen des Hafens. Hapag-Lloyd schneidet alte Zöpfe radikal ab, will ein neues, jüngeres, entspannteres Publikum an Bord der «Europa 2» holen. Davon war beim Check-in zur Jungfernfahrt in Hamburg noch wenig zu sehen: Die alten Stammgäste von der «MS Eu-

ropa» drängten vor. Viele von ihnen betonten, «den Akkermann persönlich zu kennen» und drohten, ihm umgehend mitzuteilen, was nicht passt. «Der Akkermann» heisst Friedrich Jan Akkermann, ist Kapitän in der 13. Generation und der beste der Flotte. Für seine Passagiere hatte er auf der Jungfernfahrt wenig Zeit: Er musste die 225 Meter lange, elegante «Europa 2» einfahren, mit dem Joystick konzentriert mitten in die Städte Amsterdam, Antwerpen und Bordeaux steuern. Hohe Kapitänsschule!


Feuerwerk für die «Europa 2» Der Luxusliner wurde in Hamburg getauft, steuert auf 26 Routen 123 Häfen an.

Fotos Hapag-Lloyd

ue Leichtigkeit auf See Die perfekte Suite! Für die meisten Premierengäste ist es Liebe auf den ersten Blick. Die Architektur ist schlicht, messingfrei, hell. Kunst von Damien Hurst! Die Kabinen sind das Beste, was es auf dem Meer gibt. Mindestens 28 Quadratmeter gross, alle mit «echten» Balkonen, Regendusche, Nespresso-Maschine. Und dann gibts noch die Owners Suite: 100 Quadratmeter, Jacuzzi und Daybed mit freier Sicht aufs Meer, der Butler allzeit bereit. Faustregel für Normalreisende: 600 Euro pro Tag, Mahlzeiten inbegriffen. Die Nächte sind lang. Acht verschiedene Restaurants stehen zur Wahl (siehe Box links), auch «after dinner» kommt keine Langeweile auf: Die Bühne gehört zwar hie und da noch Enter-

tainern am Ende ihrer Karriere, doch wichtiger sind die grossen Shows, entwickelt für die «Europa 2», mit atemberaubender Akrobatik und coolen Lichteffekten; der Cirque du Soleil lässt grüssen. Alternativen: der Jazz Club. Die wunderschöne Smoker’s Lounge («Herrenzimmer»), die «Sansibar» (mit DJ) im Heck des Schiffs. Zumba und Golf. Wellness mit Meerblick gibts auf 1000 Quadratmetern, Termine beim Fitnesslehrer oder Personal Trainer auch: Spinning, Power Boy, Cycling, Zumba. Erstklassig das Golfangebot; der modernste Simulator der Welt ist eingebaut, der Pro verfolgt und analysiert per Video den Schwung, geht an Land mit den Gästen golfen («Golf & Cruise»). URS HELLER

Check-in Das Schiff «Europa 2», zurzeit auf Jungfernfahrt von Hamburg nach Lissabon. 225 m lang. 380 Mitarbeiter kümmern sich enorm zuvorkommend um 516 Gäste. Jede Kabine mit Balkon, mindestens 28 m2 gross, grosszügiger Spa und Wellnessbereich. Klubs für Kids und Teens Die Restaurants Küchenchef Stefan Wilke (von der «Europa 1») wacht routiniert über acht Restaurants. Qual der Wahl für die Gäste! Auch Top-Weine zu fairen Preisen Preis Faustregel: 600 Euro pro Tag, pro Person Info www.hlkf.de, www.kuoni.ch

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en Guete

leicht wie der frühling Diese Tarte schmeckt Jung und Alt.

alles andere ist Beilage Feine Kräuter und Gemüse, Rhabarber und Spargeln – Marktfrisch ist Trumpf. Für einmal spielen Fisch und Fleisch eine Nebenrolle.

Gemüsetatar-tarte mit hüttenkäse zutaten (für 4 Personen)

1 ausgewallter Blätterteig (ca. 25 × 42 cm), geachtelt Gemüsetatar 3 Esslöffel Zitronensaft, 4 Esslöffel Rapsöl, 1 Teelöffel Meerrettich, fein gerieben, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 200 g Stangensellerie, in Würfeli, 1 Kohlrabi, in Würfeli, je 1 gelbe und rote Peperoni, in Würfeli, 2 Esslöffel junger Borretsch

oder Basilikum, fein geschnitten, 200 g Hüttenkäse, gut abgetropft Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 10 Min. Teig mit dem Backpapier auf einen Blech­ rücken ziehen. Backen ca. 10 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens, auf einem Gitter abkühlen.

tiPP

rhabarber: Obst oder Gemüse? Botanisch gesehen gilt der Rhabarber als Gemüse, denn er gehört zu den Knöterichgewächsen und ist mit dem Sauerampfer verwandt. Obwohl er meist für süsse Gerichte verwendet wird, kann man durchaus auch Pikantes damit zubereiten, z. B. Saucen zu Fleischgerichten. Rhabarber sollte immer frisch verarbeitet werden. Möglichst junge, ganze Stängel kaufen. Blattansätze abschneiden, Stängel schälen. Einzig der Erdbeer-Rhabarber muss in der Regel nicht geschält werden, da er kaum faserig ist. Stängel zerkleinern und roh oder gekocht tiefkühlen.

Für das Gemüsetatar Zitronensaft, Öl, Meer­ rettich, Salz und Pfeffer gut verrühren. Gemüse und Borretsch daruntermischen, auf den Blätterteigstücken verteilen. Hüttenkäse darauf anrichten, sofort servieren. ---------tipps • Mit essbaren Blüten garnieren. • Schneller: Gemüse hobeln, statt würfeln.

saibling mit spargel-rhabarberGemüse zutaten (für 4 Personen)

1 Esslöffel Butter, 400 g weisse Spargeln, geschält, längs halbiert, in Stücken, 200 g roter Rhabarber, in Stücken, 3 Esslöffel Wasser, 1/4 Teelöffel Zucker, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, Bratbutter zum Braten, 4 Saiblingfilets (je ca. 150 g), entgrätet, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer u Vor- und zubereiten ca. 20 Min. schweizer illustrierte 79


En Guete u Butter

in einer weiten beschichteten Bratpfanne warm werden lassen, Spargeln und Rhabarber ca. 4 Min. andämpfen. Wasser, Zucker, Salz und Pfeffer beigeben, ca. 2 Min. weiterdämpfen, warm stellen. Bratpfanne ausreiben, Bratbutter in derselben Pfanne heiss werden lassen. Filets würzen, beidseitig je ca. 2 Min. braten, mit dem Gemüse anrichten.

Pochiertes Kalbsfilet im Kräutermantel ZuTaTEn (für 4 Personen)

1 Stück Klarsichtfolie (ca. 40 cm lang), je 2 Esslöffel Basilikum, Dill, Kerbel, Petersilie und Schnittlauch, fein geschnitten, 1 Kalbsfilet (ca. 600 g), 1 Esslöffel Distelöl oder Rapsöl, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 1 Stück Alufolie (ca. 40 cm lang), 2 bis 3 Liter Wasser, siedend Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Klarsichtfolie auf die Arbeitsfläche legen, Kräuter auf der Folie verteilen.

Filet mit dem Öl bestreichen. Filet würzen, auf die Kräuter legen, durch Hin- und Herbewegen das Filet darin «panieren», mithilfe der Folie satt einrollen. Filet samt der Klarsichtfolie gut in der Alufolie einpacken. Filet ins Wasser geben, knapp unter dem Siedepunkt ca. 20 Min. ziehen lassen. Servieren Filet herausnehmen, mit Haushaltpapier trocken tupfen. Alu- und Klarsichtfolie sorgfältig entfernen, Filet in ca. 1 cm dicke Tranchen schneiden. --------Dampfgar-Tipp Eingepacktes Filet auf eine Lochschale legen, nach Erreichen der Temperatur von 95 Grad ca. 20 Min. dampfgaren.

Frühlingsgemüse en Papillote ZuTaTEn (für 4 Personen)

350 g Bundrüebli, Grün auf ca. 2 cm gekürzt, längs halbiert, 300 g weisse Spargeln, geschält, längs halbiert,

in Stücken, 250 g Frühkartoffeln, in Schnitzen, 100 g Kefen, schräg halbiert, 1 Kohlrabi, in Schnitzen, 1 Esslöffel Rapsöl, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 30 Min. Gemüse mit Öl, Salz und Pfeffer mischen. Gemüse auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen, zweites Backpapier darauflegen, Ränder zweimal einschlagen. Backen ca. 30 Min. in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens. ---------Tipps • Die Ränder des eingeschlagenen Backpapiers mit Büroklammern befestigen. • Gegartes Gemüse mit fein geschnittenen Kräutern (z. B. Basilikum, Bärlauch, Petersilie, Sauerampfer, Schnittlauch) bestreuen.


GaultMillau

Gasthaus zur Sonne Seestrasse 37 8712 Stäfa 043 477 10 10 Sonntag und Montag geschlossen Alle Kreditkarten ausser Diners Maestro und Postcard www.sonnestaefa.ch

Hier werden nicht nur Fischliebhaber glücklich Gastgeberin Patricia Meyer und Küchenchef Cäsar Meyer überraschen auch mit feinem Fleisch und himmlischen Deserts.

Felchen, Hecht & Fischburger

GASTHAUS ZUR SONNE, STÄFA ZH Seit Generationen werden hier Gäste umsorgt. PATRICIA und CÄSAR MEYER punkten als Gastgeber und in der Küche. Aber auch mit ihrer Terrasse und dem romantischen Fumoir im 500-jährigen Gewölbekeller. Ihre grosse Leidenschaft aber sind frische Fische. Das geschichtsträchtige Haus an der Stäfner Promenade mit Blick auf Hafen und ZürichNEU GETESTET see ist eine wenig beachtete Gourmet-Perle an der Zürcher Goldküste. Seit Jahrhunderten werden hier Gäste beherbergt und verköstigt. In den beiden Gaststuben knarrt noch der Dielenboden, in der ersten wird an schweren Schiefertischen gegessen, die zweite ist weiss gedeckt und getäfert. Überall hängen grosse elektrifizierte Petrollaternen. Biedermeier pur. Im Sommer werden die Gäste auf der Terrasse bedient. Für Raucher gibts im 500-jährigen gewölbten Keller ein Fumoir. Seit über zehn Jahren führen Patricia und

Cäsar Meyer das Gasthaus, das auch Hotelzimmer anbietet. Schon Meyers Vater war Fischkoch, sein Grossvater Berufsfischer. Kein Wunder, bietet der Chef heimische Fische ausschliesslich aus dem Zürichsee an, das Fleisch stammt aus dem Zürcher Oberland. Die Fischküche ist Meyers Leidenschaft. Schon beim beeindruckend aufwendigen Amuse-Bouche stellt er sein Können unter Beweis: Ein würziger Miniatur-Fischburger aus Zürichseefisch ruht auf einem kleinen Salat aus Apfel und Fenchel, dazu gibts ein Orangensüppchen im Glas, obenauf thront ein luftiger, knallroter Randen-Espuma. Sehr delikat die mit Safran und Absinth verfeinerte Muschelrahmsuppe, zu der vier gros-

se Miesmuscheln serviert werden. Völlig grätenlos ein knuspriges und saftiges Hechtfilet. Als Hauptgang wählten wir das im Ofen gebratene Kalbskotelett, das Meyer zart und saftig mit frischer Morchelsauce und saisongerechtem Mönchsbart auftischt. Hervorragend auch das gedämpfte Felchenfilet in einer Kräuterschaumsauce mit knackigem Spinat. Himmlisch das Guanaja-Schokosoufflé mit dem Sauerrahmeis. Auch die exklusiven drei Sorbets aus Bergamotte, Waldbeeren und jenes mit dem witzigen Namen «Swimmingpool» aus Ananas, Kokos mit Blue Curaçao sind klasse. Schöne Weinkarte, ausserordentlich freundlicher Service. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung JNote für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität INote für beste Qualität und hohe FESehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Konstanz Hoher Grad an Kochkunst und Qualität

HG

TIPP

Fotos Bruno Voser

Ein festlicher Wein für den Alltag

Karl-Friedrich Scheufele, CoPräsident von Chopard, ist ein grosser Weinliebhaber. Seine Passion spiegelt sich im Sortiment der exklusiven Weinhandlungen Le Caveau de Bacchus und in den Weinen des erst kürzlich erworbenen Château Monestier La Tour.

Der Château Monestier La Tour 2009 Prestige (14,5 %) ist eine Assemblage aus Merlot, Cabernet franc und Malbec. In der Nase ist er delikat und einladend. Der Bergerac-Wein ist wunderbar frisch und elegant mit feinen Tanninen, die sich wie ein seidiges Netz um die

dichten Aromen von Cassis und Backpflaumen legen. Das Finale ist ausgewogen, intensiv, elegant. Festlich vom ersten bis zum letzten Tropfen. Dieser Wein hat Biss und verlangt nach einem Stück Fleisch oder einem Gericht mit kräftiger Sauce.

Le Caveau de Bacchus, Gstaad, www.bacchus.ch Bis 2015 geniessen. Trinktemperatur: 16 bis 18 Grad. CHF 18.–

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Auto Robust Mit seiner markanten Front, den breiteren Radkästen und den Seitenschwellern markiert der Peugeot 2008 vor allem auf Asphalt Präsenz.

SCHON GEFAHREN: PEUGEOT 2008

Ein robuster Franzose Mit dem Peugeot 2008 stossen nun auch die Franzosen ins boomende CROSSOVER-SEGMENT vor. Doch anders als das Gros der Konkurrenz verzichtet man beim Allrounder mit der robusten Optik auf 4×4.

W

ir hätten den 2008 auch mit 4×4 bauen können. Aber wir zogen es vor, in die Entwicklung eines Parkassistenten und eine bessere Verarbeitung zu investieren», verrät Marc Bocqué, Peugeots Kommunikationschef. Mit dem 4,16 m langen Crossover will sich der angeschlagene Hersteller ein Stück vom boomenden Segment der kompakten SUVs abschneiden. Rund die Hälfte der Verkäufe soll der robuste Franzose in Europa erzielen, aber auch in Südamerika und China soll der Stadtindianer auf Kundenjagd gehen. «Seit Januar ist China und nicht mehr Frankreich unser grösster Absatzmarkt. Zwar sind wir von der Krise in Europa stärker betroffen als andere Hersteller, aber wir sind deswegen

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nicht verzweifelt», gibt sich Marc Bocqué kämpferisch. «Wir haben uns neu aufgestellt und wollen in spätestens vier Jahren voll durchstarten. Durch die Allianz mit GM werden wir ab 2016 pro Jahr über eine Milliarde

Gewöhnungssache Wie beim 208 muss man übers kleine Lenkrad hinwegschauen, um die Instrumente zu sehen.

Euro einsparen können.» Bis dahin will Peugeot mit dem neuen 2008 punkten – und der Geländekombi hat auch ohne 4×4 das Potenzial dazu. Mit nur 16,5 cm Bodenfreiheit ist er zwar weniger fürs raue Gelände gedacht, aber dank der erweiterten Grip-Kontrolle mit fünf Modi (Schnee, Matsch, Sand, ESP-Off und Standard) bewältigt er auch schlammige oder matschige Feldwege. Möglich macht dies eine ausgeklügelte Elektronik, die stets den aktuellen Schlupf berechnet und so die stets bestmögliche Traktion garantiert. So punktet der Franzose auch auf eher ungewohntem Terrain. Positiv ist zudem sein mit 350 bis 1194 Liter grosser Kofferraum, was jedoch nicht erstaunt, soll der 2008 doch auch die Kombi-Variante 207 SW ersetzen. Beim Interieur gefällt die Eleganz, eine gute Verarbeitung und französisches Flair. Und für den Antrieb sorgen zwei Benziner und drei Diesel, wobei die Selbstzünder dank ihres Drehmoments klar temperamentvoller wirken und besser zum 2008 passen. JÜRG A. STETTLER


BMW M6 GRAN COUPÉ

Luxus trifft Leistung

Optisch gibt sich der 5,01 m lange BMW M6 Gran Coupé erstaunlich dezent. Grössere Lufteinlässe unterhalb der Niere sowie vier Endrohre sind die einzigen Anzeichen, dass hier ein V8-TurboBenziner (560 PS, 680 Nm) am Werk ist. Das Kraftpaket katapultiert das luxuriöse Sportstudio in 4,2 s auf Tempo 100. Sein Preis: ab CHF 169 000.–.

MASERATI QUATTROPORTE Q4

Luxus auf allen Vieren

Optisch ist die neuste QuattroporteVariante nur an Details zu erkennen. Vier runde statt quadratische Endrohre und das Q4-Logo am Heck verraten, dass unter dem eleganten Blech des Maserati statt des 3,8-Liter-V8 mit 530 PS der 3,0-Liter-V6 mit 410 PS und Allradantrieb stecken. Zu kaufen ist der Italiener ab CHF 126 900.–.

Peugeot 2008 Markant Plastikbeplankungen und mächtiger Kühler vorne, kecke Leuchten am Heck.

 Motor: Benzin 82, 120 PS, Diesel 68, 92, 115 PS

 0 bis 100 km/h: 9,5 bis 14,9 s  Spitze: 159 bis 196 km/h  Verbrauch: 3,8 bis 5,9 l/100 km  CO2-Ausstoss: 98 bis 135 g/km  Energieeffizienz: A bis D  Verkauf: ab Juni 2013  Preis: ab CHF 19 900.–  Konkurrenten: Chevrolet Trax, Mini Countryman, Nissan Juke, Opel

Mokka, Renault Captur u. a.  Unser Urteil: Auch ohne Allrad macht der Peugeot 2008 eine gute Figur. Er überzeugt als praktischer und sehr geräumiger Geländekombi. Dank Grip-Kontrolle meistert er zudem auch mal schlammige oder rutschige Passagen. Weitere Vorzüge sind die leicht höhere Sitzposition, der elegante Innenraum und der faire Preis.

SUBARU OUTBACK

Eine gute Kombination

Die Japaner haben den Allradkombi Subaru Outback nicht nur überarbeitet, sondern erstmals auch mit einer Kombination von Boxer-Diesel (150 PS) und 7-stufigen Automatik ausgestattet. Weiterhin erhältlich ein 173-PSBenziner. Zu kaufen ist der Allrounder ab CHF 37 150.–. Der Diesel mit Automatik ab CHF 39 650.–.

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Horoskop WOCHE VOM 25. BIS 31. MAI 2013

Die explosive Phase dauert zum Glück nur kurz sionen und Erdbeben hin. Zum Glück verziehen sich die Wolken vom 27. (Jupiter in Konjunktion mit Merkur und Venus) an, und die Lage sollte sich bessern. Für wichtige Termine, Verträge, eine Aussprache sowie Einladungen sollten Sie sich den 27. und 28. vormerken. Der 31. passt für eine Reise, ein Treffen.

WIDDER 21.–30.3. Der Vollmond am

25. und der 29. sind günstig für eine offene Aussprache, einen Besuch, eine Reise. Sie sind genau auf der richtigen Wellenlänge. VIOLA Am 27. sind einige zu aggressiv. 31. 3.–9.4. TAMI 10. 4. 1981 Gute Laune am 25. und 29., doch am 27. lassenSiesichzuvielaufbürden.Dieumden31.und1.Geborenen werden mit Veränderungen konfrontiert, sind (am 26.) unter Druck. 10.–20.4. Alles klappt! Man liegt IhnenzuFüssen,SieerlebenwahreSternstunden(28.,30.!). Ein Volltreffer, beruflich oder privat (Gewinn? Aufstieg? Versöhnung?). Manchmal sogar Verlobung oder Heirat.

STIER 21.–30.4. Ein Problem in der Partnerschaft (privat oder beruflich) findet eine Lösung (am 25. oder 27.). Am 26. und 29. aber sind Sie ungeduldig und nicht grad SERGIO objektiv.1.–10.5.Meistneutral.Am27.sorgt ERMOTTI 11. 5. 1960 eine Nachricht für gute Laune. Am 29. ziehen einige Wolken auf, der Rest der Woche sollte ruhig verlaufen. 11.–20.5. Mars in Ihrer Dekade stimuliert. Sie sind vital und dynamisch, gewinnen am 28. und 31. einen Vorsprung. Exzellent, um etwas gegen chronische Problemezuunternehmen.Am26.und27.hingegenkönntenSie zu weit gehen, jemanden vor den Kopf stossen.

ZWILLINGE 21.–31.5. Happy Birth-

day! Sie sind am 25. (Vollmond) ziemlich nervös und reizbar, sollten mehr Toleranz zeigen. Angenehm (Reise? Neue KontakNADJA te?) sollte der 29. werden. 1.–10.6. Sie könSIEGER 22. 5. 1968 nen sich nach den Aufregungen der letzten WocheaufIhrenLorbeerenausruhen,sindam29.derHahn im Korb. Kleine Missverständnisse sind am 25. möglich. 11.–21. 6. Venus und Merkur signalisieren interessante Begegnungen und Herzklopfen (am 27., 28. und 30.). Niemand kann Ihrem Charme widerstehen, Sie erleben Highlights. Einige treffen voll ins Schwarze (Superangebot?).

KREBS 22. 6.–1.7. Ihr Aufwärtstrend

LÖWE 23.7.–1.8.Freundeunterstützen

JUNGFRAU 24.8.–2.9. Ihre Aus-

hält an. Vorhaben (von Ende 2012?) schieben Ihre Karriere an, besonders die um den 26./27. Geborenen schweben in höheren CARLOS Sphären. Exzellent der 27. und 31. 2.–12.7. LEAL 9. 7. 1969 Sie sind am 27. und 28. etwas unter Druck, sollten die Ratschläge Ihres Partners oder von Freunden befolgen. Ansonsten neutral. Nur die um den 2./3. Geborenen müssen sich mit einer Umstellung anfreunden. 13.–22.7.IhrekörperlicheVerfassungistbeneidenswert,Sie sindkaumzubremsen.SportlicheAktivitäten,Hobbys(mit Freunden?) steigern Ihr Wohlbefinden noch (28., 31.).

Sie bei Ihren Projekten. Der Vollmond am 25. ist günstig, Sie stehen im Mittelpunkt. Manche haben im Spiel ein glückliches MADONNA Händchen.Hektisch:der29.2.–12.8.Siege16. 8. 1958 hen ruhig Ihren Weg: Am 25. amüsieren Sie sich blendend, fühlen sich wohl im engsten Kreis. Ansonsten: neutral. 13.–23.8. Mars verleitet Sie zu riskanten Manövern. Achten Sie mehr auf Ihre Gesundheit (speziell am 27. und 30.). Sie feiern nach Herzenslust, erleben ein Liebes-HochundgewinnenalleSympathien(am26.und28.). Auch beruflich könnte Ihnen ein schöner Treffer gelingen.

dauerundfrüherenAnstrengungen(imDezember?) machen sich bezahlt, einigen winkt eine Anerkennung (27., 31.). Nur am DIEGO 25. (Vollmond) sind Sie nervös und gereizt, BENAGLIO 8. 9. 1983 könntenineinFettnäpfchentreten.3.–12.9. Meist neutral. Hektisch wird der 25., doch am 27. sind Sie auf der richtigen Wellenlänge. 13.–23.9. Es könnte anders kommen als erwartet, Sie sind vergesslich und zerstreut. Am26.und29.unterläufteinigeneindummerFehler.Oder werdenSiezurKassegebeten?KomplikationenmitBehörden, mit Ihrem Chef? Physisch aber sind Sie in Bestform.

WAAGE 24. 9.–3.10. Sie kommen gut über die Runden, der Vollmond am 25. begünstigt Kontakte, eine Reise. Am 29. sind Sie auf Erfolgskurs, während Sie am 27. zu MARTINA dickköpfig sind. 4.–13.10. Eine ruhige WoHINGIS 30. 9. 1980 che.GuteLauneam25.und29.,leichterGegenwind am 27. Nur die um den 4. Geborenen sind weiter unter Druck, müssen neue Wege gehen. 14.–23.10. Eine Superwoche! Sie sind im siebten Himmel. Venus lässt so manche Herzen höher schlagen, Jupiter verspricht Entfaltung und Erfolg, speziell am 27. und 28. Beförderung? Aufstieg? Mehr Geld? Manchmal gar Heirat oder Nachwuchs.

SKORPION 24. 10.–2.11. Sie ziehen

SCHÜTZE 23. 11.–2.12. Gemeinsam mit dem Partner kommen Sie schneller voran. Der Vollmond am 25. in Ihrer Dekade machtSieetwasnervös.Angenehm:der29., MELANIE ideal für Aussprache oderTreffen. Hektisch OESCH 14. 12. 1987 dann wieder der 31. 3.–12.12. Meist neutral. Nur während des Weekends sind Sie ziemlich aggressiv, können nur schwer Ihre Gefühle kontrollieren. Gute Laune aber am 29./30. 13.–21.12. Langeweile ist diese Woche ein Fremdwort: am 27., 28. und 30. sind Sie in Flirtlaune, charmanter denn je. Doch Sie sind zu grosszügig, einige werden zur Kasse gebeten (Strafzettel?). Gegenwind am 29.

WASSERMANN 21.–30.1. Sie haben alles im Griff, der Vollmond am 25. istexzellent.SiesindimMittelpunktdesGeschehens, fühlen sich wohl im Kreise Ihrer MICHELLE Liebsten. Am 29. müssen Sie Konzessionen HUNZIKER 24. 1. 1977 machen.31.1.–9.2.RuhigeWoche.AmWochenende unterstützen Freunde Sie bei einem neuen Projekt, am 30. handeln Sie instinktiv richtig. 10.–19.2. Venus versprichtunbeschwerteStundenundHarmonie(27.,28.). Besonders die vor dem 15. Geborenen erleben eine wahre Sternstunde:Liebeshoch?Superangebot?NurMarsnervt, weil er Sie zu voreiligen Manövern verleitet (26., 30.).

FISCHE 20.2.–1.3.EinpositiverSaturn

STEINBOCK 22.–31.12. Was Sie

jetzt beginnen, hat Hand und Fuss, neue (künstlerische? humanitäre?) Projekte gelingen, oft verbunden mit Aufstieg, neuer EMIL STEINBERGER Verantwortung.Freundezeigen,dassaufsie 6. 1. 1933 Verlass ist (27., 28.). 1.–10.1. Sie haben sich eine kleine Pause verdient. Am 27. und 28. sind Sie gut inspiriert und fühlen sich wohl; sonst neutral. 11.–20.1. Ihre körperliche Verfassung ist beneidenswert, Sie bauen den Vorsprung der letzten Tage aus. Günstig, um etwas gegen chronische Beschwerden zu unternehmen (am 28. oder 31.). Bewegung und Sport gehört auf Ihr Programm!

Bilanz. Gleichzeitig haben Sie eine gute Nase, am 27. und 31. zeigen Sie Ihren sechsten Sinn. Einige erreichen hochgesteckte KURT AESCHZiele, verbuchen einen schönen Erfolg. BACHER 24. 10. 1948 3.–12.11.TrotzallgemeinerHektikgehenSie ruhig Ihren Weg. Am 27. finden Sie im richtigen Moment die richtigen Argumente, am 29. aber legen Sie jedes Wort auf die Waagschale. 13.–22.11. Sie haben das Gefühl, die ganze Welt habe sich gegen Sie verschworen hat (am 26. und 30.). Mars in Opposition symbolisiert hitzige Debatten (mit Partner?), aber am 28. hört man auf Ihre Worte.

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stärkt Ihnen den Rücken, verleiht Ihnen mehr Widerstandskraft (am 27. und 31.). Man schätzt Ihre Kreativität, doch am 25. POLO (Vollmond) und 26. sollten Sie sich nichts HOFER 16. 3. 1945 vormachen, die Lage realistisch einschätzen! 2.–10.3. Meist neutral. Nur am 26. sind Sie reizbar und nervös, am 28. aber genau auf der richtigen Wellenlänge. 11.–20.3.MarsschiebtIhreKarriereanundverdoppeltIhre Kräfte(28.).MerkursignalisiertaberVerspätungen(am27. und31.).Vorsichtbeiwichtigen(finanziellen?)Entscheiden, oder Kontakten mit der Hierarchie, speziell am 29.!

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Fotos RDB (8), SRF, Getty, Tilllate (2); bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

DR. ELIZABETH TEISSIER

Das Wochenende dürfte ziemlich hektisch werden, denn nach dem Vollmond am Samstag (in der 1. Dekade Schütze) sind die kosmischen Einflüsse am Sonntag explosiv: Dissonanzen zwischen Sonne und Neptun, zwischen Mars, Uranus und Pluto sowie zwei schwierige Saturnaspekte weisen verstärkt auf Unfälle, Explo-


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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL &

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Kreuzwort-Chaos

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2 schweizer SCHWEIZER illustrierte ILLUSTRIERTE 86

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Teilnahmeschluss Sonntag, 26. Mai 2013

Rebus

AUFLÖSUNG AUS HEFT 20

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Figini, 2. Isolde, 3. Ottawa, 4. Procap, 5. Recife, 6. Piaffe, 7. Agaven, 8. Renens, 9. Krokus, 10. Studer, 11. Chilbi, 12. Schief, 13. Resort, 14. Traufe, 15. Asseln, 16. Pandur, 17. Edamer, 18. Anlass, 19. Unrast, 20. Leupin, 21. Zwinge Lösungssatz: Wenn das Recht regiert, sind Waffen ueberfluessig. Lösung: NAETHE

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KREUZWORT-CHAOS

KREUZWORTRÄTSEL

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

REBUS

1 2 3 =

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Lösung: SCHNEEBESEN

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schwer 6 2 3 9 8 4 5 1 7

Lösung: 741

8 7 5 2 3 1 6 9 4

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8 1 7 3 5 3 6 9 4 2 2 5 4 7 6 7 4 3 8 1 6 2 5 9 4 9 8 1 6 3 1 9 6 2 7 1 9 5 7 8 685 Lösung: 4 3 2 5 8

9 8 1 5 7 2 3 4 6

4 5 3 6 1 7 8 2 9

2 1 8 9 3 5 4 6 7

6 7 9 2 8 4 5 3 1

Lösung: 761

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SCHWEIZER illustrierte ILLUSTRIERTE 87 schweizer


Party Hackbrettler Nicolas Senn und Volksmusiklegende Sepp Trütsch beim Talerschwingen.

Sieg als Publikumsliebling und Newcomer: Luca Hänni.

Nic Maeder (l.) und Marc Lynn (Gotthard) strahlen mit Eliana Burki. EHRENPREIS

la Schauspielerin Ursu ihr r fü Schäppi wurde Lebenswerk geehrt, sie bedankte sich minutenlang unter Tränen.

39. Gala Prix Walo

12 Preise, 1 Ehe und 1 Baby

TV-Moderator Nicolas Senn spielt auf dem Hackbrett, Volksmusiklegende Sepp Trütsch schwingt das Milchbecken. Die 39. Verleihung des Prix Walo ANDRÉ HÄFLIGER von Entertainerin MITTENDRIN! Monika Kaelin im Schwyzer Mythenforum wird eingeläutet. Die Showszene hat sich viel zu erzählen. «Wir sind jetzt verlobt», strahlt Sängerin Yasmine-Mélanie Wyrsch. Die Hochzeit mit ihrem Schatz Daniele findet am 1. August 2014 statt. «Dann sind wir zwei Jahre zusammen.» Auch Ländlerstar Philipp Mettler ist überglücklich: Partnerin Patricia Stauber erwartet im Spätsommer ihr zweites Kind. Musikerkollege Carlo Brunner hat «grosses Glück» gehabt, dass er mit einer tiefen Schnittwunde davonkam, als sein rechter Mittelfinger in den Rasenmäher geriet. Umso mehr freut er sich auf die Ländler-Flussfahrt über Pfingsten mit Kurt Zurfluh von Amsterdam nach Basel. Zum Schluss gibts strahlende Sieger. Allen voran Doppelgewinner Luca Hänni und Ursula Schäppi, die ihren Ehrenpreis unter Tränen entgegennimmt. FOTOS BRUNO VOSER ----------

Übrige Sieger Blasmusik Swiss-Band World Music Eliana Burki Variété Gregory & Rolf Knie («Salto Natale») Film «More Than Honey» (Markus Imhoof) TV «Potzmusig» (Nicolas Senn, SRF) Schauspieler Peter Freiburghaus DJ Antoine Rock Gotthard Comedy Edelmais (René Rindlisbacher, Sven Furrer). Häfliger bloggt! Lesen Sie, wem er seinen alten PC verschenkte. www.schweizer-illustrierte.ch 88 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

VERLOBT

Wollen am 1. 8. 2014 heiraten: Sängerin YasmineMélanie Wyrsch und ihr Daniele.

René Rindlisbacher (Edelmais) knutscht Fussballlegende Fritz Künzli.

Erwarten Nachwuchs: Ländlerstar Philipp Mettler, Partnerin Patricia Stauber.

TV-Moderatorin Susanne Kunz mit Comedian Michael Elsener.

Volksmusikkönig Carlo Brunner mit Partnerin Erika.

Les Sauterelles Düde Dürst, Peter Glanzmann, Freddy Mangili, Toni Vescoli (v. l.).

TV-Moderatorin Miriam Rickli (l.), Schauspielerin Nadine Vinzens.

Sängerin Sina mit Büne Huber (Patent Ochsner).

PegasusSänger Noah Veraguth am Hackbrett.


Leser schreiben

Beatrice wird Karriere machen Schweizer Sieg bei «DSDS»: Beatrice Egli Superstar, SI 20/2013 Beatrice Egli ist ein grosses Talent in der Schlagerbranche. Die «DSDS»-Gewinnerin hat nicht nur eine Superstimme, sie präsentiert sich auch optisch sehr toll und verfügt über eine einmalige, nicht alltägliche Ausstrahlung. Beatrice wird eine riesengrosse Musikkarriere machen. Herzlichen Dank für den supertollen Bericht in der Schweizer Illustrierten. Und toi, toi, toi, Beatrice! Mario P. Hermann, Luzern Danke der Schweizer Illustrierten für die Titelgeschichte mit Beatrice Egli. Sie hat den Ruhm wirklich verdient. Meine Schwester und ich sind seit der ersten «DSDS»-Sendung Fans von Beatrice. Sie ist einfach goldig, so natürlich, fröhlich und schön. Sogar unser Bruder findet sie gut, und der steht sonst eher auf Rita Ora und solche Stars. Beatrice’ Hitsong «Mein Herz» wird ganz sicher die Charts

SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

stürmen. Wir wünschen Beatrice alles Gute und freuen uns, wenn sie bald Konzerte gibt in der Schweiz. Nadja und Tabea Isler, per E-Mail

Willi

«Das finde ich gemein» Emils «versteckter» Sohn, SI 18/2013 Dass man Emil wegen dieser Geschichte jetzt so gnadenlos verurteilt, finde ich gemein. Emil ist auf seinen Tourneen das passiert, was auch schon vielen anderen passiert ist. Und dass er einsam war, kann ich gut nachvollziehen. Emil ist ein Mensch wie wir alle, und das macht ihn für mich nur noch sympathischer. Emil wusste wohl sehr gut, warum er so lange geschwiegen hat, vielleicht weil er genau vor dem Angst hatte, was nun passiert ist. Ich verurteile Emil deswegen nicht, er ist und bleibt einer meiner Lieblingskabarettisten. Barbara Frick, per E-Mail

«Du, die Kinder schiessen sich mit deiner Armbrust Äpfel vom Kopf.» «Ach, lass sie doch. So machen sie wenigstens nichts Dümmeres.»

Impressum Nr. 21, 102. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 198 660 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo–Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Einzelverkauf einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 259 63 63, Fax 044 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez Stv. Chefredaktor Ueli Walther Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: AIO Group AG, cash zweiplus ag, Energy Schweiz Holding AG, Energy Bern AG, Energy Zürich AG, ER Publishing SA, Geschenkidee.ch GmbH, Goodshine AG, Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG, Investhaus AG, JobCloud AG, JRP Ringier Kunstverlag AG, 2R MEDIA SA, Pool Position Switzerland AG, Previon AG, Qualipet Digital AG, Ringier Africa AG, Ringier Digital AG, Sat.1 (Schweiz) AG, SMD Schweizer Mediendatenbank AG, The Classical Company AG, Ticketcorner Holding AG, Ringier Axel Springer Media AG, Ringier France SA (Frankreich), Ringier Publishing GmbH (Deutschland), Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland), Ringier (Nederland) B.V. (Holland), Ringier Kiadó Kft. (Ungarn), Népszabadság Zrt. (Ungarn), Ringier Pacific Limited (Hongkong), Ringier China (China), Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam), Get Sold Corporation (Philippinen) Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


Auf einen Espresso mit FRANK A. MEYER UND MARC WALDER

Über Burkinis, das Bundesgericht und «religiöse Bräuche»

90 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

deren Verbände und Organisationen, halten an der Lehre von der weiblichen Minderwertigkeit fest, wie sie in Koran und Scharia festgeschrieben ist. Was meinen Sie damit? Die Frau im Islam ist unmündig; der Mann ist ihr Vormund, sei es als Vater, Bruder oder Gatte; er lenkt die Frau. Die Mädchen werden auf die dienende Stellung in Familie und Gesellschaft gedrillt; spätestens mit Einsetzen der Menstruation trennt man sie von den Knaben und verordnet ihnen das Kopftuch, das ja nicht einfach das lockere Kopftuch von Audrey Hepburn ist, sondern der Hidschab, der Haar, Ohren, Hals und Schultern bedeckt und das Mädchen in seiner Bewegungsfreiheit einengt. Daneben lümmeln sich dann die verherrlichten Knaben im T-Shirt: kleine Männer, die ihr Gebieter-Gehabe schon früh einüben. Jetzt kommen Sie noch mit dem Kopftuch, einem religiösen Brauch, gegen den Sie seit einem Jahrzehnt wettern! Wie es sich wirklich mit diesem – wie Sie sagen – religiösen Brauch verhält, ist zwei bis fünf Flugstunden von unserem Land zu besichtigen. Sei es in Teheran, Riad oder Kairo, neuerdings sogar in Ankara. Die Situation der Frauen in der islamischen Welt, vor allem in der arabischen Welt, hat sich in diesem Jahrzehnt dramatisch verschlechtert. Inwiefern? Es ist noch nicht so lange her, da trugen die Frauen in Kairo ihr Haar lang und frei und zeigten es in aller Pracht. Heute

sind sie gezwungen, auch noch die letzte Strähne schamhaft unter dem Kopftuch zu verbergen – sonst werden sie belästigt, geschlagen, sogar vergewaltigt. Im Iran schreitet die Religionspolizei gegen Frauen ein, die das Kopftuch nur lose tragen; für diese Verstösse gibt es auch schon mal Peitschenhiebe. Wie verblendet sind wir im Westen eigentlich, dieses Kopftuch als harmlosen, religiösen Brauch zu verklären? Was antworten Sie Musliminnen, die behaupten, das Kopftuch aus religiöser Überzeugung freiwillig zu tragen? Ich kann mir vorstellen, dass diese Musliminnen fest von ihrer Freiwilligkeit überzeugt sind. Es ist ja das Wesen des Glaubens, dass er seine Anhänger bis zur Selbstunterdrückung manipuliert. Das war früher im Christentum so, das ist heute im Islam so. Sicherheitshalber gibt es dort immer noch das «Züchtigungsrecht» der Männer. Was bedeutet es? Das Erziehungsrecht des Mannes leitet sich ab aus Sure 4, 34, die im Falle des Aufbegehrens der Frau auch das Schlagen vorsieht. Wer dieses System erkennen will, dem empfehle ich das Taschenbuch «Frauen und die Scharia» von Christine Schirrmacher. Unsere aufgeklärte Welt braucht Aufklärung. ----------

Marc Walder, 47, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, muslimische Mädchen in der Schweiz müssen auch in Zukunft den obligatorischen Schwimmunterricht besuchen. Hat das Bundesgericht hier richtig entschieden? Sicher doch. Gleichzeitig leider aber auch zu nachsichtig. Ich glaube, das müssen Sie erläutern. Einerseits setzt das Bundesgericht damit die Geltung der Schweizer Werte durch, also der zivilisatorischen Werte überhaupt: die Chancengleichheit aller Kinder sowie die Gleichstellung von Mann und Frau, die ja bereits mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen beginnen muss. Und andererseits? Andererseits segnet das Bundesgericht den «Burkini» ab, eine Art GanzkörperSchwimmanzug für muslimische Mädchen. Damit werden sie erneut in eine Aussenseiter-Rolle gedrängt, und ihre Integration in unsere Kultur der Gleichberechtigung wird behindert. Empfinden Sie den Zwang zum Schwimmunterricht denn nicht als Eingriff in die Religionsfreiheit der Muslime? Im Gegenteil. Er ist ein Teil der Befreiung von dieser verheerenden Religion, deren wichtigstes Dogma nach wie vor die Herrschaft des Mannes über die Frau darstellt – in der Schweiz und in der islamischen Welt. Sie sagen in der Schweiz? Genau! Zwar leben auch bei uns viele aufgeklärte, bestens integrierte Migranten aus der islamischen Welt. Die traditionellen Gläubigen aber, vor allem



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