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Nr. 18 / 29. April 2013 / CHF 4.90

HEUTE MIT

SILVAN ZURBRIGGEN Das ist seine Nathalie

ULI HOENESS So tickt der BayernSteuersünder

HEIDI MARIA GLÖSSNER Verliebt in Bern!

EMIL STEINBERGER

Warum versteckt er seinen Sohn? BEICHTE NACH 30 JAHREN Der beliebte Kabarettist und sein uneheliches Kind Martin. Das sagen Familie und Freunde


34

KREATIV Jedem das

Seine: Die vier Brüder von 77 Bombay Street leben in London unter einem Dach. Da sind klare Regeln nötig.

11

DIREKT Warum

«g & g»-Moderatorin Sara Hildebrand lieber High Heels trägt als Turnschuhe.

Inhalt Heft 18 29. April 2013 Titel

16 Emil Steinberger Nach über 30 Jahren beichtet der Kabarettist, dass er einen unehelichen Sohn hat

Leute

5 Editorial von Stefan Regez 7 Nadja Kamer In Weiss: Die Skirennfahrerin heiratete ihren Werner 8 Menschen Bastian Baker, Lea Wyler, Maria Andersson, Nadine Strittmatter, Giulia Steingruber, Alexander Ursenbacher, Lea Petri, Herzogin Catherine 11 Sara Hildebrand 20 Fragen an die «glanz & gloria»-Moderatorin 13 Christian Wasserfallen Ein Tag im Leben des FDP-Nationalrats

Politik

26 Bundesrat Unsere sieben Magistraten tauchen im Waadtland unters Volk

Gesellschaft

34 77 Bombay Street So leben die vier Musiker-Brüder in London 50 Heidi Maria Glössner Wo die Schauspielerin in Bern am liebsten ist 56 Roland und Jürgen Mack Schweizer lieben den Europa-Park in Rust. Das sind die beiden Chefs

Sport

56

ERLEBNIS Die Chefs des

Europa-Parks, Roland und Jürgen Mack, locken jedes Jahr eine Million Schweizer nach Rust. Eine Rundfahrt.

22 Silvan Zurbriggen Im Sommer züchtet der Skistar Eringer Kampfkühe 28 Uli Hoeness Steuerhinterziehung – und trotzdem stehen alle hinter dem Präsidenten des FC Bayern. Warum? 40 Martin Gerber Die sensationelle Eishockey-Karriere des Nati-Goalies

Abo-Service 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

54 Peter Sauber So verspielt haben wir den Formel-1-Chef noch nie gesehen

Kunst

44 Heinz Julen Söhnchen Jona macht den Künstler sichtlich glücklich

44

FAMILIENGLÜCK

Nachwuchs im Haus! Der kleine Jona macht die Liebe von Heinz und Evelyne Julen komplett.

Shopping

66 Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up

79 Downsyndrom Neuer, risikoloser Test für Schwangere und ihre Ungeborenen 80 DNA-Analysen Nicht nur die Gene sind für Krebs verantwortlich

Die Besten

83 Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

89 Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

40

ERFOLG Vom Emmental

in die besten EishockeyKlubs der Welt: die sensationelle Karriere des Martin Gerber.

Party

102 Uhrenmesse Basel Von Lana Del Rey bis Felix Baumgartner alle da! 104 Luga Wo sich Luzern trifft

Und …

60 Notabene von Chris von Rohr 106 Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder 94 Impressum 98 Horoskop 105 Leserbriefe

102

GUT AUFGELEGT

Die Stars an der Uhrenmesse Baselworld: Nayla und Nick Hayek von Swatch.

Auch auf dem iPad Die Schweizer Illustrierte digital: mehr Stars, mehr Schweiz. Jede Woche aktuell.

Titel Joelle Neuenschwander, Getty Contour, Kurt Reichenbach (2); Inhalt Adrian Bretscher, Kurt Reichenbach, Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler (2), Bruno Voser

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Editorial 29. April 2013

Stefan Regez, Chefredaktor

Die Geheimniskrämer

Foto Hans Jürgen Schmidt / Sport Bild

Emil Steinberger Mit seinem Programm

«Geschichten, die das Leben schrieb» gelang ihm 1970 der Durchbruch als Kabarettist. Mit einer Geschichte, die das Leben schrieb, verblüfft er uns 43 Jahre später auch in seinem Buch «Lachtzig». Emil hat einen zweiten Sohn – Martin, 32. Vor zwei Wochen, kurz bevor «Lachtzig» in den Buchhandel gekommen ist, hat die «Schweiz am Sonntag» dieses Geheimnis gelüftet. Seither lehnt Emil Steinberger alle Interviewanfragen ab. Er will nicht reden. Obschon er auf seiner Internetsite schreibt: «Nun ist es draussen, und das Gute ist, dass wir eine gute Beziehung zueinander haben und alles geregelt ist und es somit auch allen gut geht.» Geht es wirklich allen gut? Viele Fragen bleiben offen. Weshalb schweigt Emil? Weshalb will auch sein erster Sohn Philipp, 43, nichts sagen? Warum überhaupt enthüllt Emil, scheinbar ohne Not, kurz nach seinem 80. Geburtstag seine aussereheliche Vaterschaft? Wollte er reinen Tisch machen mit Familie, Freunden und Fans? Ist es gar eine Art Lebensbeichte? Oder ging es darum, das Erbe zu regeln? Am vergangenen Mittwoch fand in der Buchhandlung Stauffacher in Bern die einzige Lesung mit Emil Steinberger statt. SI-Redaktor René Haenig hat das zum Anlass genommen, mit Emil doch noch zu reden. Sich bei den Besuchern vor Ort umzuhören. Und vor allem im direkten Umfeld des beliebtesten Kabarettisten der Schweiz nachzufragen. Das Resultat: «Das Lachen ist ihm vergangen» – ab Seite 16.

nen Dienstag gegen Barcelona auf Wolke sieben schweben könnte. Dem man eine besonders soziale Ader attestiert. Dieser Mann, Uli Hoeness, ist ein Steuerhinterzieher. Mit Bankkonto in der Schweiz – wie so viele andere vermögende Deutsche auch. Und doch ist Deutschland erschüttert. Die «Bunte» titelte in diesen Tagen: «Der tiefe Fall des Fussball-Idols». «Stern» schrieb schlicht – und treffend: «Im Abseits». Wir haben den wohl besten Hoeness- und FC-BayernKenner unter den Journalisten, den ehemaligen Redaktionsleiter des Münchner Büros von «Sport Bild» und Buchautor Raimund Hinko, gebeten, Uli Hoeness für die Schweizer Illustrierte zu beschreiben. Herausgekommen ist ein intimes, herausragendes Porträt über eine spannende, kontroverse Persönlichkeit. «Gestraucheltes Vorbild» – ab Seite 28. Ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

Uli Hoeness

Ausgerechnet er. Der erfolgreichste Fussball-Manager der Welt, der mit Bayern München nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich alles richtig macht. Der nach dem spektakulären 4:0-Sieg am vergange-

FC-Bayern-Präsident Uli Hoeness (l.) im Gespräch mit Sportjournalist Raimund Hinko (28. Mai 2010 am Tegernsee). SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 5


Menschen Sie tauscht den Renndress gegen das Brautkleid: Skirennfahrerin Nadja Kamer heiratet ihren Schatz Werner Inglin in Rothenthurm SZ.

NADJA KAMER

Foto Marcel Nöcker

Schussfahrt ins Eheglück Die sportlichen Highlights der Saison sind für Skirennfahrerin Nadja Kamer, 26, vorbei – nun folgt das private: Vergangenen Samstag gibt sie ihrem langjährigen Freund Werner Inglin, 27, das Ja-Wort. Den ehemaligen Europacupfahrer lernt die Schwyzerin auf der

Skipiste kennen und lieben. «Das war vor mehr als zehn Jahren im Zentralschweizer Ski-Kader», sagt die Braut. Für den Antrag lässt sich ihr Liebster etwas Besonderes einfallen: Er schreibt ihre zehnjährige Liebesgeschichte auf zehn Seiten nieder. Nun folgt

die Krönung ihrer Liebe in der St.-AntoniusKirche in Rothenthurm SZ. Nach der Trauung feiert das Paar mit 400 Gästen, darunter Nadjas Ski-Kolleginnen, bis in die Morgenstunden. Wir warten gespannt auf weitere Kapitel ihrer Lovestory! SARAH MEIER SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 7


Fotos Claude Dussex für L’illustré (2), Adrian Bretscher, Kurt Reichenbach (2)

Menschen

BASTIAN BAKER

Ein Romand erobert Paris Vergangenen Mittwoch, kurz nach 23 Uhr im 9. Arrondissement von Paris. Bastian Baker, 21, sitzt verschwitzt in seiner Garderobe, in der Hand hält er ein Bier. Soeben hat der Schweizer Sänger sein erstes Konzert in der Pariser Olympia Music Hall beendet und kann auf seinen Erfolg in Frankreich anstossen. In der ältesten noch existierenden Musical Hall von Paris haben vor ihm schon zahlreiche Musik-Grössen gespielt. 1396 Künstler veranstalteten bisher 16 729 Shows, darunter die legendären Chansonsänger Edith Piaf und Jacques Brel. Und nun gehört

8 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

der junge Romand Bastian Baker in diese Riege. «Un grand merci à tous pour cette soirée inoubliable!» – «Allen ein grosses Dankeschön für diesen unvergesslichen Abend!», bedankt sich der Sänger noch um 4.04 Uhr in der Früh via Facebook bei seinen Fans. Wie sehr er sich auf dieses Konzert gefreut hatte, schrieb er ein paar Stunden vor Beginn auf seiner Fansite: «Der Tag ist gekommen. Heute Abend: OLYMPIA – PARIS. Wir warten auf euch. Wir sind bereit!» Bastian Baker hat im Olympia reüssiert. Santé! AURELIA FORRER


MARIA ANDERSSON

Alle reissen sich um Odette

Damit haben die Veranstalter von «Swan Lake Reloaded» nicht gerechnet: Alle reissen sich um Odette! Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Plakate mit dem Schwanenmädchen in Lackstiefeln und mit Federboa werden massenhaft von den Plakatwänden in und um Zürich geklaut! «Eigentlich ziemlich cool», findet Tänzerin Maria Andersson, 27. Die Schwedin spielt die Odette nach Produktionen in Deutschland und Schweden bereits zum dritten Mal. Eine solche Begeisterung für ihre Plakate hat sie noch nie erlebt. «Die Schweizer scheinen einen guten Geschmack zu haben, wenn sie sich das Plakat sogar in die Wohnung hängen wollen.» Jetzt muss nur noch das Stück selber – eine Kombination aus Ballett und Streetdance – den Geschmack der Schweizer treffen. SG ----------

Heiss begehrt: Tänzerin Maria Andersson.

Wollen Sie die Tanzshow live erleben? Alle Infos auf Seite 83.

Beim Snooker zählen neben Taktik, Technik und mentaler Stärke auch Gentleman-Qualitäten. Alex hat alles!

ALEXANDER URSENBACHER

In britischen Sphären

Erschöpft, aber glücklich: Sänger Bastian Baker backstage nach seinem Konzert in der ausverkauften Olympia Music Hall.

In Grossbritannien, wo die Billard-Variante Snooker besonders populär ist, wäre Alexander Ursenbacher aus Rheinfelden AG ein Talent. In der Schweiz ist er ein absolutes Ausnahmetalent! Mit gerade mal 17 Jahren kann er bereits zwei Schweizer-Meister-Titel sowie Top-Ten-Rangierungen bei EM und WM der Snooker-Amateure vorweisen. Sein Ziel: möglichst schnell in die Main-Tour,

die Meisterschaft der Profis, aufzusteigen. Er wäre der erste Schweizer überhaupt! Dafür verzichtet er sogar auf eine Lehre und verbringt seit seinem Schulabschluss möglichst viel Zeit im Billard-Club. Mitte Mai könnte er sein Ziel am Qualifikationsturnier im englischen Sheffield bereits erreichen. Und sich damit auch bei den Briten Ausnahmestatus erspielen. HÜ SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 9


Menschen Sie hat schon gesungen, bevor sie richtig reden konnte. Nun wurde Chantal Häni, 10, vom TV-Publikum zum Alperöösli erkoren.

75 Millionen! Diese stolze Summe möchte Fifa-Präsident Sepp Blatter investieren, um ein leer stehendes Gebäude im Zürcher Enge-Quartier in ein schmuckes Fussball-Museum zu verwandeln. Schon 2015 soll die neue Wallfahrtsstätte für Fussballfans eröffnet werden. Während die Fifa hoch über Zürich residiert, kommt der Weltfussball nun mitten in die Stadt. Ein Volltreffer, Herr Blatter! So fördern Sie die Verbundenheit mit der Stadt. Dafür gibts von uns zwar keinen Pokal, aber eine Rose. Vielleicht finden Sie in einer Vitrine des neuen Museums auch für sie ein Plätzchen.

Kaktus r Fredy Ludäsche

ristoph (l.), Juhuu! Chantal, «Ätti» Ch werber. tbe Mi & (r.) ska nzi Gotte Fra CHANTAL HÄNI

Das erste «Alperöösli» Ihr Trick hat gewirkt: Immer wenn Chantal Häni, 10, aus Habkern bei Interlaken BE nervös ist, stellt sie sich vor, im Publikum sässen nur Kabisköpfe. Bei der Verleihung des ersten «Alperöösli» in der gleichnamigen NachwuchsMusikshow auf SRF 1 liess sie sich kein Lampenfieber anmerken. Vielleicht lag das auch daran, dass «Ätti» Christoph sie auf dem Schwyzerörgeli begleitete. Zusammen spielten sie den Song «Heimweh» von Plüsch, den Jodlerin

Rose Sepp Blatter

Franziska Wigger ausgewählt hatte. Heimweh kennt Chantal nicht nur vom Singen, Heimweh hatte sie schon in den Ferien beim Gotti. «Wohnt denn dein Gotti weit weg von deiner Familie?», fragt Moderatorin Nicole Berchtold. «Ja, im Emmental.» Daheim in Habkern ist Chantal am liebsten bei den Tieren. Am Tag nach ihrem «Alperöösli»-Sieg im Stall bei ihrem Lieblingskalb – Chantal! – waren all die Kabisköpfe wieder weit weg. HÜ

Im Kanton Schwyz rettet die Feuerwehr künftig keine Büsi mehr von Bäumen – und bringt damit die Tierschützer auf die Palme. Feuerwehrinspektor Fredy Ludäscher gibt auf Wunsch der Feuerwehrkommandos diese neue Richtlinie heraus. In anderen Kantonen ist Tierrettung eine Selbstverständlichkeit, gehört unter anderem zu den Kernaufgaben der Feuerwehr. Wir schicken Ihnen, Herr Ludäscher, unseren Kaktus und hoffen, dass Sie ihn sorgfältig pflegen. Nicht dass die Feuerwehr Schwyz ausrücken muss, um ihn – Wasser marsch! – zu giessen.

Der Thun-Besuch der sechs Damen

Erfolgreiche Frauen erobern auf hohen Hacken Thun: Judith Wernli, Bea Petri, Alice Hofer, Lia Petri, Anet Corti, Kim Petri (v. l.). 10 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Wenn Frauen in roten High Heels durch Thun BE flanieren, fällt das auf. «Wir müssen deshalb in der richtigen Laune für diese Schuhe sein», sagt Unternehmerin Bea Petri, 57. Zusammen mit ihren Töchtern Lia, 34, und Kim, 31, sowie drei weiteren Prominenten wirbt sie für das Musical «Besuch der alten Dame». Die Thuner Seespiele führen Dürrenmatts Stück in einer modernen Version auf. Darin hat sich die weibliche Hauptperson ihren Erfolg erarbeitet – wie die prominenten Frauen. «Erfolgreich ist, wer gerne sich selbst ist», sagt Alice Hofer, 59, Gattin von Polo. SRF-Moderatorin Judith Wernli, 39: «Sich wohlfühlen ist das Wichtigste.» Kabarettistin Anet Corti, 43, weiss aber: «Der Weg dahin ist lang.» Nur macht er auf roten Schuhen mehr Spass. AF

Fotos André Häfliger, HO, Remo Nägeli, Raja Läubli, SRF

WERNLI, HOFER, CORTI & PETRI


20 Fragen an …

Sara Hildebrand

«glanz & gloria»-Moderatorin Sara Hildebrand, 26, ist für Job und Studium nach Zürich gezogen. Sie hat aber gute Gründe, regelmässig ins Rheintal heimzukehren. Zum Beispiel wegen Papas Ribelmais.

 Glanz  Gloria   Die Kombination machts! Entweder «g»anz oder «g»ar nicht! 

Turnschuhe  High Heels Man sieht damit einfach besser aus. Im Alltag trage ich aber oft flach. König  Bundespräsident Da bleibe ich meiner Heimat treu, so sehr mich die Königshäuser auch verzücken.

 Cüpli  Sonnenbräu  Während knapp drei Jahren «g & g» bin ich auf den Geschmack gekommen. 

Häppli  Ribelmais Papas Ribel mit Zucker, Apfelmus und heisser Schoggi ist unschlagbar!

 Altstätten SG  Cannes  Wer weiss, vielleicht ändere ich meine Meinung ja an den kommenden Filmfestspielen. 

Joggen  Yoga Noch lieber Muscle-Pump. Das definiert die Muskeln, ohne sie «aufzupumpen».

Small Talk  Philosophieren Allzu langer Small Talk laugt ganz schön aus. Fruchtsalat  Schoggikuchen Oder dann Fruchtsalat mit Vanilleglace;)

 Beatrice Egli  Steff la Cheffe  Sie hat mich überrascht, wie sie sich bei DSDS zur heimlichen Favoritin gemausert hat. 

SRF-Moderatorin Sara Hildebrand liebt Luxuriöses und Rustikales. Und natürlich ihren Freund, «Einstein»-Moderator Tobias Müller.

Matthias Hüppi  Bernard Thurnheer Eine lebende TV-Legende. Matthias wirkt aber auch sehr sympa. En Ostschwiizer halt;)

Rhein  Meer Im Rhein kann man leider einfach nicht planschen.

Fotos Thomas Buchwalder, Stills-Online, Handout (2), Fabienne Bühler, Getty Images

 Flumserberg  St. Moritz  «D Flumsi» – ein herziges Skigebiet in einer der wunderbarsten Gegenden der Schweiz.  Auto  ÖV  Da habe ich meine Ruhe und kann lauthals zu meiner Lieblingsmusik mitsingen. 

 Knies 

Swatch  Rolex Die fehlt mir noch in meiner Sammlung. Bellers Knies! Um Himmels willen!

 «Einstein»  «10 vor 10»  Da bin ich wegen meines Freundes natürlich etwas voreingenommen. 

Märchenhochzeit Amerika, ich komme!!!

 Las Vegas 

 Beiz  Club  Ist gemütlicher, und man kann sich besser unterhalten. 

Morgensport  Ausschlafen Sport mache ich lieber tagsüber oder abends. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 11


Menschen

Facebook & Twitter CARLO JANKA

Strampeln statt gleiten lassen

Nichts mit Ferien: Skirennfahrer Carlo Janka, 26, bereitet sich auf die Olympiasaison vor und nutzt das Frühlingswetter für eine Biketour. Sein Kommentar zum Facebook-Foto: «Meh Carbon als Kondition.» Wenn er so weitertrainiert, wohl nicht mehr lange!

Starkes Team: Giulia Steingruber (l.) und Nayla Stössel lassen sich von Beat Hefti und Alex Baumann (r.) im Bob anschieben. GIULIA STEINGRUBER UND GOODWILL-KOLLEGEN

Anschub gegen müde Beine Und so was nennt die Turn-Europameisterin «totales sportliches Nichtstun»: Beim PlauschEvent des Micarna Goodwill Teams rennt Giulia Steingruber, 19, vier Tage nach dem Triumph von Moskau mit Vollgas durch den Hindernisparcours, fährt Tretrad oder schiebt den Bob über die Indoor-Startanlage. Dabei ist sie richtig müde. Und geniesst eine Woche Ferien auf «Balkonien». «Es war so ein Rummel nach der EM. Ich wollte zunächst nur mal viel schlafen.» Dem Endlos-Klingeln des Telefons zu Hause bei den Eltern in Gossau SG ent-

flieht sie beim Shoppen mit Freundinnen. Doch ganz ohne sportliche Bewegung gehts bei Giulia nicht. Im Vize-Europameisterschlitten von Beat Heft, 35, und Alex Baumann, 28, vergisst sie im St. Galler Athletikzentrum Muskelkater und Medienhype. Und hat so viel Spass, dass sie mit Co-Anschieberin Nayla Stössel, 31, der neuen Chefin des CSIO St. Gallen (Ende Mai), gleich mutige Pläne macht: «Beat und Alex vertrauen wir. Nächsten Winter lassen wir uns von ihnen durch den St. Moritzer Bobrun chauffieren.» ISO NIEDERMANN

STEFANIE HEINZMANN

Der Frühling lässt die Sprossen spriessen

Sängerin Stefanie Heinzmann, 24, geniesst das Sonnenbad. Zum Glück gibts keinen Sonnenbrand, dafür unzählige Sommersprossen. «Ein Mädchen ohne Sommersprossen ist wie ein Nachthimmel ohne Sterne», kommentiert einer begeistert ihr Facebook-Bild.

CÉDRIC WERMUTH

Nestwärme spenden!

Akong Tulku Rinpoche, 74, Ropka-Präsident, Lea Wyler und Andreas Vollenweider. 12 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Vergangene Woche lancierte die Zürcherin Lea Wyler, Gründerin des RokpaKinderhilfswerks, ein neues Projekt: Spender können in ihrem StrassenkinderHaus in Kathmandu, Nepal, wohnen und in der Gassenküche mitarbeiten. Wyler: «Wohltätige Familien, die spenden wollen, suchen oft ein gemeinsames Ziel. Ein konkretes Projekt vor Ort zu erleben, schweisst zusammen.» Andreas Vollenweider, 59, ergänzt: «Rokpa sorgt nicht nur jeden Tag für Essen und Bildung, sondern für Wärme, Liebe und ein Zusammengehörigkeitsgefühl.» Das gibt es sonst nur in einer Familie. Infos auf www.rokpa.ch. SR

Vom Bundeshaus auf den Fussballplatz

Sporttasche ist gepackt, das Zimmer bezogen: SP-Nationalrat Cédric Wermuth, 27, postet auf Twitter ein Foto aus dem «Trainingslager der Schweizer Erfolgsmannschaft FC Nationalrat». Ob die Parlamentarier so gut kicken wie der FC Basel?

Fotos HO (6), Fabienne Bühler für Schweizer Illustrierte, Raja Läubli

LEA WYLER


Ein Tag mit …

Christian Wasserfallen: Bier vor dem Duschen

7.00 Uhr Ich bin kein Frühaufsteher Fit machen mich ein Stück Brot mit Schweizer Berg-Anken und Konfi und ein Glas Milch.

8.00 Uhr Kommissionssitzung Ab ins Bundeshaus mit dem

Bus. Auf meinem Samsung Note 2 checke ich die Mails und schaue mir die Eishockey-Tore der NHL an. In der Pause um 10 Uhr gibts zum Kaffee wie immer eine rote und eine weisse Lindor-Kugel.

12.00 Uhr Ich brauche Boden In einer gemütlichen Beiz in der Innenstadt gönne ich mir eine Rösti mit Spiegelei und Speck.

14.00 Uhr Rollenwechsel Ich arbeite als Ingenieur und fahre nach Biel für eine Projekt-Besprechung. Präzisionsarbeit ist gefragt, alles muss auf den Mikrometer exakt sein. Wenn im Bundeshaus nur auch so genau gearbeitet werden würde. Feierabend gibts um 18 Uhr. 18.30 Uhr Ausnahme Für einmal esse ich mit meiner Partnerin Alexandra. Zum Znacht gibts einen Klassiker: Flammkuchen.

20.00 Uhr Unihockey-Training Einst spielte ich in der 1. Liga.

Sogar im Büro zu Hause steht ein kleines Tor. Heute will ich nur noch mit den Kollegen den Plausch haben und den Puls hochjagen.

22.00 Uhr Prost Noch vor dem Duschen trinken wir zusammen ein Bier. In unserem Team gibts Büezer, Banker und Studenten, alles tolle Typen. Genau deshalb liebe ich Team-Sportarten.

Fotos Fabian Unternährer/ 13 Photo, Keystone, ddp Images, Getty, Brauer Photos, Dukas, RDB/ Blick/ Stefan Bohrer

22.45 Uhr Ich habe Glück Alexandra ist noch wach, zu-

Politiker und Ingenieur: der Berner FDPNationalrat Christian Wasserfallen, 32.

sammen lassen wir den Tag Revue passieren. Nebenbei öffne ich die Post, die sich schon wieder stapelt. Und wieder schaffe ich es nicht, vor 23 Uhr im Bett zu sein.

Meine fünf …

NADINE STRITTMATTER, SCHWEIZER MODEL

...persönlichen Stil-Ikonen

Florence Welch

«Neben ihrer tollen Stimme liebe ich ihre Bühnen-Outfits von Valentino sowie ihren privaten Street-Style, der überraschend ist.»

Emmanuelle Jennifer Alt Herrema

«Der Look der Chefredaktorin der französischen ‹Vogue› besteht aus Lederjacke oder Blazer, Skinny Jeans oder Lederhosen mit Pumps.»

«Sie war das erste Heroin-ChicModel für Calvin Klein und ist heute Produzentin und Sängerin der Black Bananas.»

Lauren Hutton

«Die Schauspielerin ist für mich auch mit 70 noch eine Stil-Ikone. Bekannt wurde sie in jungen Jahren als erstes Gesicht von Revlon.»

Charlotte Gainsbourg

«Über ihren Stil kann man sich streiten, ich bin ein riesiger Fan von ihrem unkomplizierten französischen Alltags-Look.»

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Menschen

MARK ZUCKERBERG

Internet-Surfer am Meer

Surfen, das ist wohl der perfekte Sport für Mark Zuckerberg, 28. Immerhin hat der Facebook-Erfinder Millionen Menschen zum Surfen verleitet – wenn auch im Internet. Doch das Tragen des schweren Brettes empfinden er und seine Frau Priscilla Chan, 28, alles andere als ein Zuckerschlecken.

HERZOGIN CATHERINE

Royals mit Magie im Bauch «Rictusempra!» – die britischen Royals haben wohl den Kitzelfluch aus «Harry Potter» aufgesagt. Das Lachen ist nicht mehr aus den Gesichtern von Prinz Harry, 28, Prinz William, 30, und Herzogin Catherine, 31, wegzuzaubern. Beim

Besuch der Warner-Bros.-Filmstudios in London verrät Catherines Babybauch, dass die grösste Magie unter ihrem Herzen liegt. Ein Bub oder ein Mädchen? «Fidelius!» – dieses Geheimnis bleibt bis auf Weiteres bei Kate und William. AF

BARACK OBAMA & BARBARA BUSH

Scherz oder Schock?

«Ich bin übrigens auch Republikaner» – oder etwas Ähnliches muss US-Präsident Barack Obama, 51, mit der ehemaligen republikanischen First Lady gescherzt haben. Wieso sonst schaut Barbara Bush, 87, so verdutzt an der Einweihung des Präsidentschaftszentrums zu Ehren ihres Sohnes George W. Bush?

BEYONCÉ KNOWLES & JAY-Z

Ungeschminkte Wahrheit

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SYLVIE VAN DER VAART

Ungleiches Auftreten

Er trägt einen dicken Schal, sie nicht viel mehr als einen BH. Nach ihrem Dessous-Shooting spaziert Ex-Fussballer-Gattin Sylvie van der Vaart, 35, mit ihrem Freund durch Paris. Während sie ihre Augen hinter einer Sonnenbrille versteckt, scheint Guillaume Zarka, 33, die Aufmerksamkeit der Paparazzi zu geniessen.

Fotos Dukas (6)

Savoir-vivre oder Adieu, Glamour: Wenn die amerikanischen Superstars Beyoncé Knowles, 31, und Gatte Jay-Z, 43, in der französischen Hauptstadt weilen, geben sie sich wie ganz normale Menschen. Die sonst perfektionistische Sängerin wagt sich ungeschminkt und mit zerzaustem Haar vor die Tür, trägt Töchterchen Blue Ivy, 1, leger auf dem Arm. Diese ähnelt im ungeschminkten Vergleich mehr dem Vater.


Ethan Hawkes neues Zuhause hat sich zwar verkleinert, sehen lassen kann es sich aber allemal: rustikaler Holzboden, Kamin mit Marmorverkleidung und grosse Fenster.

ETHAN HAWKE

Fotos Dukas

Vom Loft ins Reihenhaus

Das Kleinod im New Yorker Stadtteil Brooklyn umfasst sechs Schlafzimmer und eine topmoderne Küche. Für Hawkes vier Kinder gibts viel Grün im Hinterhof.

Dass sich Ethan Hawke aus Geld nicht allzu viel macht, glaubt man ihm. Schauspieler seiner Liga zügeln meist von der grossen Villa in den noch grösseren Palast. Er dagegen zieht aus dem hippen Luxus-Loft in ein historisches Reihen-Backsteinhaus aus dem Jahr 1859. Fast vier Millionen Dollar kostete das Kleinod in Brooklyn in New York. Für die Kinder hats trotzdem genug Platz. Levon und Maya stammen aus Ethans erster Ehe mit Schauspielerkollegin Uma Thurman, Clementine und Indiana hat er mit seiner jetzigen Frau, Ryan Shawhughes, die früher als Kindermädchen für Uma und Ethan arbeitete! Ganz ohne Geld gehts aber auch bei Hawke nicht. Ende Mai ist er wieder im Kino zu sehen – im Thriller «The Purge». RH SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 15


Das lachen ist i

16 schweizer illustrierte


nachdenklich

Kabarettist Emil Steinberger: «Viele Probleme hatte ich mir selbst eingebrockt.»

B

TExT rené haenig

ern, vergangenen Mittwoch, kurz nach 19 Uhr. Im Ryffligässchen stockt der Fussgänger-Feierabendverkehr zwischen Sexkino und Buchhandlung Stauffacher. Dort, vor dem Seiteneingang, hat sich eine Menschentraube gebildet. Erst 50, 60, dann 70 Personen – jede Minute werden es mehr. Ein Durchkommen ist kaum möglich. Überwiegend Frauen zwischen 40 und 70, ein paar Paare, wenige Junge, die zu einem Mann wollen: Zu Emil! Emil Steinberger. «Der beliebteste der Schweizer Kabarettisten», so verspricht die Einladung, «ist zu Gast mit einer exklusiven Lesung aus seinem neuen und bisher persönlichsten Buch.» Das ist nicht zu viel versprochen! Vor zwei Wochen, als «Lachtzig» erscheint, lässt Emil Steinberger darin eine Bombe platzen. Keine Lachbombe, wie man sie von Emil hätte erwarten können, dafür eine mit kräftigem Nachhall. Der 80-Jährige beichtet nach über 30 Jahren ein sexuelles Abenteuer, auf das er sich Anfang der 1980er-Jahre während einer Tournee in Deutschland einliess. Aus dieser Affäre hat Emil einen unehelichen zweiten Sohn, Martin. Bumm! «Emil, ein Abenteurer?» So lautet der Titel eines Kapitels im neuen EmilBuch. «Wie schätzen Sie mich ein? Glauben Sie, dass ich mich nie mitreissen lasse, wenn mir jemand etwas ganz Verrücktes unter die Nase reibt?», fragt Steinberger seine Leser. Emil galt stets als Musterschweizer: ehrlich, verlässlich, integer. Ein Saubermann, die Inkarnation tief schwei- u

t ihm vergangen

schweizer illustrierte 17

Foto Christian Lanz/ Ex-Press

Nach über 30 Jahren schreibt emil steinBerger in seinem neuen Buch, dass er einen unehelichen zweiten Sohn hat. Freunde und Fans sind erstaunt und enttäuscht. Selbst die Familie wurde von der Beichte überrascht.


zerischer Harmlosigkeit. Der Liebling der Nation. Und jetzt das: Emil, der Verheimlicher. Der Unehrliche. Untreue. Ein Ehebrecher. Zum Zeitpunkt seines Abenteuers, Anfang der 1980er-Jahre, ist Steinberger noch mit Maya verheiratet, mit der er den gemeinsamen Sohn Philipp, heute 43, hat. Hatte es Emil faustdick hinter den Ohren? Bekannte sind über Emils Beichte erstaunt. Armin Beeler, der lange Jahre als Texter für Emil tätig war und diesen als Jugendfreund bezeichnet, gibt sich bedeckt, sagt am Telefon kurz und knapp: «Ich weiss so einige Geschichten, die nicht in die Öffentlichkeit gehören.» Doch was ist damals, vor über 30 Jahren, in Deutschland passiert? Emil selbst äussert sich über seinen Fehltritt im Buch so: «Sie können sich vorstellen, dass man als allein reisender, erfolgreicher und beliebter Künstler auf solchen Tourneen auch viele Menschen kennenlernt. Es war hingegen nicht so wie bei den Pop- und Rockstars, wo nach der Vorstellung beim Künstlerausgang immer Fans und oft halt vor allem Frauen auf einen warten. Trotzdem liess ich mich eines Tages auf interessante Gespräche mit einer Frau ein.» Dass es überhaupt so weit kam, dafür hat Emil im Buch eine Erklärung parat. «Mit der zunehmenden Berühmtheit und dem Erfolg hielt auch die Einsamkeit immer mehr Einzug in mein Leben.» Wochenlang war er auf Tournee. Umjubelt auf der Bühne, doch wenn die Scheinwerfer erloschen, einsam und allein in einer fremden Stadt. Weit weg von zu Hause, oft spätabends noch auf der Suche, um seinen Hunger zu stillen. Vielleicht auch den Hunger nach Zuneigung, nach jemandem, der zuhört, wenn das Publikum schon weg ist. Es war kein One-Night-Stand. Steinberger offenbart, dass er zu dieser Frau «eine engere Beziehung» einging.

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EMIL UND SEIN DOPPELLEBEN

Oben: Maya und Emil Steinberger. Nach 21 Jahren Ehe wurden die beiden 1987 geschieden. Und Emil mit Sohn Philipp 1981 beim Spielen. Etwa zu dieser Zeit kommt auch das zweite, uneheliche Kind zur Welt, das er mehr als 30 Jahre verheimlicht.

Sogar seine damalige Ehefrau Maya habe sie später kennengelernt, so Steinberger. Offenbar ohne zu ahnen, was sie und ihren Ehemann verband. «Die Folge aus dieser etwas engeren Beziehung war, dass ich ein zweites Mal Vater wurde», schreibt Emil weiter. Statt seinen Fehltritt Ehefrau Maya zu gestehen, schwieg er. Jahrelang. «Der kleine Martin wusste auch lange Zeit nicht, dass ich sein Vater war. Er wuchs mit einem Bruder und einem ‹Vater› in seiner Familie auf.» Auch hier bleiben Fragen. Zum Beispiel: Wusste dieser «Vater», dass es sich bei Martin eigent-

lich um den Sohn von Steinberger handelt, oder jubelte ihm seine Frau Martin als «Kuckuckskind» unter? Emil, der Angsthase. Wann genau er mit der Wahrheit herausrückte, lässt Steinberger offen. Auf seiner Internetsite schreibt er: «Leider getraute ich mich erst 2013, dieses Geheimnis zu lüften. Aber nun ist es draussen, und das Gute ist, dass wir eine gute Beziehung zueinander haben und alles geregelt ist und es somit auch allen gut geht.» Doch geht es wirklich allen so gut, wie Emil behauptet? Haben selbst enge Familienangehörige und Freunde erst


EMIL UND DIE GROSSE BÜHNE

Fotos Marcus Vogel, Schneider-Press, Bruno Torricelli/Sobli/RDB

Jahrelang tourte Steinberger als Kabarettist auch durch Deutschland. Hier 2011 im St.-Pauli-Theater an der Hamburger Reeperbahn.

Mit der zunehmenden Berühmtheit und dem Erfolg hielt auch die Einsamkeit immer mehr Einzug in mein Leben EMIL STEINBERGER

dieses Jahr von den ausserehelichen Eskapaden des berühmten Schweizers erfahren? Es scheint so. Emil könnte die Gerüchteküche verstummen lassen. Sicher ist, dass Maya Steinberger, von der Emil 1987 nach 21 Jahren Ehe geschieden wurde, unter der jüngsten Offenbarung ihres Ex-Mannes leidet. Seit Tagen getraut sich die mittlerweile 66-Jährige nicht mehr vor ihre Tür. Sie schaut nur verängstigt durch den Spion. Auf mehrmalige Anrufe reagiert sie nicht. Man kann es ihr nachfühlen. Zur «Schweiz am Sonntag» sagte sie vor einer Woche am Telefon: «Das

Ganze ist sehr traurig.» Sie fürchte nur mehr Wirbel, und diesen wolle sie vor allem ihrem gemeinsamen Sohn Philipp ersparen. «Es ist für uns alle schon schwer genug.» Philipp, der selbst Vater eines Dreijährigen mit Namen Sebastian Emil (zu Ehren seines Grossvaters) ist, lässt via SMS wissen: «Es tut mir leid. Ich möchte zu diesem Thema nichts sagen.» Nach Jahren des Vertuschens hat Emil mit seinem öffentlichkeitswirksamen Teilgeständnis alte Wunden aufgerissen. Und statt hinzustehen und sich zu erklären, schweigt er jetzt.  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 19


Es ist ein «heikles Thema in der Familie», bestätigt Emils Bruder Ruedi Steinberger vergangene Woche am Te­ lefon. «Für uns kam diese Beichte jetzt überraschend, mehr möchte ich dazu nicht sagen.» Auch Theaterbesitzer Claude Rasser ist vom Geständnis sei­ nes Göttis völlig überrascht. Über Steinbergers zweiten Sohn Martin ist nur wenig bekannt. Er soll 32 Jahre alt sein und nach wie vor in Deutschland leben, wo er laut Emil versucht, «in künstlerischen Berufen Fuss zu fassen». Glaubt man dem Kabarettisten, dann ist alles geregelt. Auch das spätere Erbe? Nur weil Stein­ berger in seinem Buch einen zweiten Sohn aus dem Hut zaubert, heisst das nicht, dass dieser automatisch erb­ berechtigt ist, erklärt ein Zürcher An­ walt. Wenn Emil diesbezüglich wirklich reinen Tisch gemacht haben sollte, dann hat er Martin im Zivilstands­

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Für uns kam diese Beichte jetzt sehr überraschend Ruedi SteinBeRgeR, BRudeR

register als erbberechtigten Familien­ angehörigen eintragen lassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob er das in Deutschland getan hat, wo Martin lebt, oder an seinem Wohnort im schweize­ rischen Territet VD am Genfersee. Zurück in der Buchhandlung Stauffacher in Bern am vergangenen Mittwoch: Emil hat seine Lesung be­ endet, schreibt Autogramme. Er hatte es an diesem Abend vermieden, aus «Alles lustig oder was?» zu lesen. Aus jenem Kapitel, in dem er die Existenz seines zweiten Sohnes öffentlich


Emil Steinberger mit seiner zweiten Ehefrau Niccel (r.), Sohn Philipp aus der ersten Ehe mit Maya und dessen Frau Taryn 2007 in Rigi Kaltbad LU beim Jassen.

Foto Kurt Reichenbach

NOCH HEILE WELT

macht. Fragen will Steinberger auch jetzt nicht beantworten. «Ich sage dazu nichts mehr», wiederholt er mehrfach und schüttelt den Kopf. Er wirkt ein bisschen wie ein starrsinniger alter Mann. Hat ihn plötzlich der Mut vor seiner eigenen Offenheit verlassen? Die Furcht, nach all dem Erfolg, Ruhm und der Ehre, auf seine alten Tage vom Sockel gestossen zu werden? Diese Angst scheint eher unbegründet. Die Reaktionen auf Emils Seitensprung sind gemischt. Beim Publikum im Stauffacher reichen sie von bitterer Enttäuschung («Bei mir hat Emil eine heile Welt zerstört») bis hin zu Verständnis («Das kann jedem Mann passieren»). Es ist ja auch dem ehemaligen Präsidenten der Grande Nation, François Mitterrand, passiert. Mit einem Unterschied: Die Franzosen erfuhren offiziell erst nach seinem Tod von der heimlichen Tochter. 


Seit sechs Jahren ein Paar Silvan Zurbriggen mit seiner Freundin Nathalie Furrer, 24, im Heulager ob dem Stall in B端rchen VS.


Tierische Liebe Im Winter rast Skistar SILVAN ZURBRIGGEN die Skipisten runter. Sein Sommerhobby ist ebenso spektakulär: Zusammen mit seiner Freundin Nathalie züchtet er Eringer Kampfkühe.

Team-Work Gemeinsam striegeln Silvan und Nathalie die Kuh Mescalle, 6.

TEXT THOMAS KUTSCHERA FOTOS KURT REICHENBACH

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ilvan Zurbriggen streicht dem schwarzen Koloss im Stall in Bürchen VS über den Rücken. «Lion ist mein Schatz», sagt er. «Unter meinen Kühen, natürlich.» Freundin Nathalie schmunzelt: «Scho güet!» Seit sechs Jahren kennen und lieben sie sich: Silvan Zurbriggen, 32, Skirennfahrer, und Nathalie Furrer, 24, Hörgeräte-Akustikerin. Ihre gemeinsame Vier-Zimmer-Wohnung haben die beiden Oberwalliser in Nathalies Heimat, in Bürchen ob Visp VS. Nun sind sie im

Stall von Nathalies Eltern, 300 Meter unterhalb ihres Daheims, putzen und striegeln ihre Kühe. Stier Dorado muht laut. Die Eltern Beat und Vreni wohnen ebenfalls im Ort, die Grosseltern Hermann und Hilda im Haus neben der Stallung. Achtzehn Eringer Kühe und ein Stier stehen im Stall. «Alles Kampfkühe, alles Spitzenathletinnen», betont Zurbriggen: kurze Beine, massive Muskeln, breite Köpfe, kräftige Hörner, bis zu 700 Kilo schwer. Regelmässig nehmen die Kühe aus Furrers Stall an Wettkämpfen teil. Jedes Wochenende von Mitte März bis Anfang Mai finden im Wallis Stechfeste statt: ein Wettkampf

von Ringkampfkühen der Eringer Rasse, verfolgt von Tausenden von Zuschauern, unter ihnen viele Üsserschwiizer – Deutschweizer von ausserhalb des Wallis. Erst poffen die Kühe: Sie warten gesenkten Hauptes auf den Angriff der Gegnerin. Dann gehen die Kolosse im ringförmigen Areal aufeinander los – bis sich eine der beiden Kühe abwendet und flüchtet. Schädel krachen auf Schädel, mit riesiger Wucht und dumpfem Getöse. Hörner greifen ineinander – die Kühe «stechen». Verletzungen gibts selten. Im Alter von zwölf Jahren sind die meisten Kühe kampfmüde, dann  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 23


u kommen sie in die Metzg. «Das Fleisch

der Eringer Kühe ist wunderbar zart.» Zurbriggen hat acht der Kühe im Stall, der Rest der Bojä gehört der Familie von Nathalie. Ihr Vater Beat, 50, erwarb vor 20 Jahren ein Eringer Kalb und begann hobbymässig mit der Zucht. Für eine erfolgreiche Kampfkuh werden bis zu 30 000 Franken bezahlt. Nathalie: «Für unsere Familie gibt es kein schöneres Hobby. Alle packen mit an.» Zur Familie Furrer gehört auch Silvan. Am Anfang habe er «Schiss» gehabt vor diesen Kühen, gesteht er. «Sie können ungestüm und wild sein.» 24 schweizer illustrierte

Eringer Kühe haben das Kämpfen im Blut. Kämpfe tragen sie aus, um die Rangordnung in der Herde herzustellen. Doch Nathalie zeigte ihrem Freund den Umgang mit den schwarzen Kühen. «Er war ein guter Schüler.» Als ihre Kuh Nora vor vier Jahren Frühjahrskönigin in Raron wurde, waren sie beide dabei. Im Finale des kantonalen Fests in Aproz führte dann Vater Beat Nora in die Arena. Bruder Joël hielt Nathalie und Silvan per SMS auf dem Laufenden, denn diese weilten zu dieser Zeit auf den Malediven in den Ferien. Silvan: «Wir waren aufgeregt wie vor einem WM-Rennen.»


Ernstkampf Silvan am 6. Mai 2012 am nationalen Finale in Aproz VS mit Kuh Lion.

Bild oben: Pausenzeit Silvan Zurbriggen und Nathalie zusammen mit deren Bruder Joël. Das Trockenfleisch stammt von einer ihrer Kühe. Links: KuhFlüsterer Silvan mit Kuh Valencia, 2. «Kampfkühe sind sehr sensible Tiere.»

An die Horu (Hörner) fassen lassen sich gewisse Tiere von niemandem, nicht mal von Silvan. Das ist eine Eigenart einer Eringer-Linie in Furrers Stall. Eins der Lieblingstiere ist Dior, eine Kuh, die Silvan nach den Olympischen Spielen in Vancouver 2010 geschenkt erhielt. In diesem Frühjahr erreichte Dior in Raron in der Kategorie Erstmelke den guten sechsten Platz. Technisch sei sie extrem stark, sagt Zurbriggen, die Horu setze sie viel und gezielt ein. «Ich bin stolz!» Angst hat er keine mehr vor den schwarzen Ungetümen, aber Respekt. «Wie vor dem Hundschopf auf der Lauberhorn-Piste.» So oft wie möglich packt Zurbriggen mit an. Wenn kein Ski-Training ansteht, steht er jeden Morgen ab 7.15 Uhr im Übergwändli im Stall. Zwei Stunden «hirtu»: misten, füttern, putzen, striegeln. Dann führt er zwei, drei Kühe nach draussen in den abgegrenzten Auslauf, eine nach der andern. Dort kann sich die Kuh austoben: Sprünge machen, den Kopf in den aufgestellten Holzstamm rammen. Nach zehn Minuten ist die nächste dran. Mit den Tieren, die nächstens an einem Wettkampf teilnehmen, macht Zurbriggen regelmässig Training: Am Strick führt er sie 20 Minuten spazieren. Gestern, erzählt Silvan, habe er mit Nathalies Vater Beat den ganzen Tag Mist rausgekarrt. Auch am Abend ist Silvan zwei Stunden im Stall, dann hilft Nathalie mit. «Dann plaudern wir über Gott und die Welt.»

Am Anfang hatte ich Schiss vor den Eringer Kühen. Sie können wild und ungestüm sein SILVAN ZURBRIGGEN Den Sommer verbringen die Kühe auf der Hochalp Meiggen oberhalb Goppenstein. Silvan und Nathalie besuchen ihre Tiere regelmässig. Manchmal begleiten sie auch Leute vom 500-köpfigen Silvan-Zurbriggen-Fanclub auf die Alp. «Die helfen auch beim Heuen mit.» Bald wird Silvan weniger oft im Stall werken können. Mitte Mai gehts mit der Herren-Nati ins Trainingslager auf Mallorca, anschliessend wird in Gstaad BE und Zermatt VS, im August in Argentinien und Chile trainiert. Für die kommende Weltcup-Saison hat sich Zurbriggen wieder Plätze in den Top Ten zum Ziel gesetzt. Sein letzter Sieg war bei der Abfahrt in Gröden 2010. Nathalie wird, wie seit Jahren, bei den meisten Einsätzen in Europa vor Ort sein. «Ich gehöre zum HardcoreFanclub.» Silvan: «Sie ist eine enorm wichtige Stütze für mich.» Heirat? Silvan: «Wird kommen, irgendwann einmal, wenn wir Zeit haben.» Erst mal steht der Höhepunkt der Kampfkuh-Saison auf dem Programm! Am kommenden Wochenende findet in Aproz bei Sion VS das nationale Finale statt. Beim Wettkampf zwischen den Kategorien-Siegerinnen wird die Königin der Königinnen erkoren. «Wir sind mit Lion und Dior am Start.» Wie alle EringerBesitzer werden auch Silvan und Nathalie auf den Rängen mitfiebern und ihre Tiere anfeuern. Zurbriggen ist zuversichtlich: «Dior ist eine sackstarke Kämpferin. Sie gibt nicht auf, auch wenn sie verletzt ist.» – «So wie du, mein Schatz.»  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 25


Im Mini-Bus zur Sitzung Ueli Maurer, Alain Berset und Johann Schneider-Ammann (v. l.) vor dem Schloss Prangins.

Schwerstarbeit Für die Sitzung im Schloss Prangins schleppen die Bundesratsweibel Kisten mit den Dossiers an.

Au revoir Fahne schwenkend verabschiedet sich Bundesrat Alain Berset von der Waadtländer Bevölkerung.

Küsschen und «Vive la liber t Leuthard und Berset verteilen Bisous, Maurer betört Amerikanerinnen, Widmer-Schlumpf verrät, welchen Plan sie für «Graubünden 2022» hatte. Der BUNDESRAT tagt extra muros im Waadtland – und trifft dort seinen «Chef». TEXT ALEJANDRO VELERT FOTOS KURT REICHENBACH

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ie fünf amerikanischen Studentinnen sind völlig aus dem Häuschen. «Amazing, he’s the President!» Soeben hat Bundespräsident Ueli Maurer mit den jungen Frauen für ein Foto posiert und mit ihnen gescherzt. Nahbar, ungezwungen, ohne Bodyguards. Undenkbar sei das in den Staaten, sagen die Amerikanerinnen begeistert und schicken die Bilder mit dem Handy sogleich in ihre Heimat.

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Am vergangenen Mittwoch tagt der Bundesrat nicht in Bern, sondern im Waadtland extra muros, ausserhalb der Berner Mauern. Und trifft dabei, wie Maurer sagt, den «Chef des Bundesrates», nämlich die Bevölkerung. Zuvor findet die ordentliche Bundesratssitzung im Schloss Prangins statt. Aktiviert der Bundesrat die Ventilklausel? Er tuts! Aber nach der Sitzung schweigen die sieben aufrecht. Verraten wird der Entscheid erst ein paar Stunden später. Ueli Maurers gute Laune deutet darauf hin, dass sie in seinem

Sinne entschieden haben. Am Place du Château in Nyon ruft er am Ende seiner Rede: «Vive la Suisse, vive la liberté!» Nah am Volk möchte der Bundesrat am Extra-muros-Tag sein – und wird auf die Probe gestellt: Ein junger Mann hält ein Plakat in die Höhe. «Ich heirate. Bitte ein Küsschen», steht da. Doris Leuthard gibt ihm spontan ein Bisou – und Alain Berset ebenso! Die Leute applaudieren. Wie wahre Galanterie aussieht, zeigt Johann Schneider-Ammann: Bei seinen Kurzbegegnungen, und das sind nicht eben wenige, stellt er sich


JOHANN SCHNEIDER-AMMANN

«Es ist schön und tut gut»

Charmant Ueli Maurer posiert mit amerikanischen Studentinnen. Diese finden so viel Volksnähe «amazing».

Hoch das Glas! Ueli Maurer: «Wir haben nicht viel Zeit, aber für einen Weisswein reicht es allemal.»

Herr Bundesrat, die Bevölkerung von Nyon zeigt sich begeistert über Ihren Besuch. Es überrascht mich selber ein wenig, wie viele Leute sich mitten am Tag Zeit nehmen, um uns zu treffen. Ein gutes Zeichen. Politiker werden oft kritisiert. Ist das Bad in der Menge so etwas wie eine Seelenmassage? Viele Leute haben sich heute bei mir für den Einsatz und die Arbeit bedankt. Auch diejenigen mit einer anderen politischen Meinung. Das ist natürlich schön und tut auch gut. Sind die Mauern in Bern wirklich so hoch, dass Sie den Kontakt zur Bevölkerung verlieren? Nein, das nicht. Aber es besteht ein Risiko. Wir arbeiten meist 16 Stunden am Tag, da bleibt nicht mehr viel Zeit, um unter die Leute zu gehen. Aber ich laufe jeden Tag an einer Tramhaltestelle oder einer Beiz vorbei und werde fast immer angesprochen oder etwas gefragt.

VOLKSN AH! KÜSSCH

EN MIT DORIS

r té!» ratet nn mit einem Plakat. Er hei Nyon steht ein junger Ma es! ein ihm t gib und zig Am Place du Château in wit Leuthard findets ris Do . hen ssc Kü ein h! um auc bald und bittet – und küsst ihn h Alain Berset den Mann Wenig später entdeckt auc

Für die Galerie Vom Bürgermeister von Prangins, François Bryand, erhält der Gesamtbundesrat ein Bild geschenkt.

Fotos Laurent Gillieron

mit Namen vor und sagt: «Enchanté» – «erfreut». Hunderte Bürger sind gekommen, die Bundesräte verteilen Autogramme, posieren für Fotos, müssen sich auch ernsthaften Fragen stellen. Eveline Widmer-Schlumpf muntert ein paar Jugendliche auf, die über das Nein zu den Olympischen Spielen enttäuscht sind: «Ich hätte 2022 gerne als Volontärin mitgeholfen.» Doris Leuthard erklärt unterdessen, wie sie den Atom-Ausstieg vorantreiben möchte. Am Schluss der Veranstaltung ist selbst Aussenminister Didier Burkhalter, der an der Aktivierung der Ventilklausel wenig Freude hat, wieder guter Dinge: «Das Waadtland ist wirklich toll. Fast so schön wie der Kanton Neuenburg.» 


Gestrauchelte Als Spieler, Manager und Präsident hat ULI HOENESS Bayern München in die fussballerische und wirtschaftliche Weltelite geführt. Seiner sozialen Haltung zollen selbst Gegner Respekt. Jetzt wird ihm sein Drang zur Grösse zum Verhängnis.

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tes Vorbild

Foto Frank Bauer/Contour by Getty Images

RÜCKZUGSORT Hoch über Bad Wiessee am bayrischen Tegernsee findet Uli Hoeness an seinem Wohnort Distanz vom Fussball-Alltag.


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TEXT RAIMUND HINKO

enn Ottmar Hitzfeld von Uli Hoeness erzählt, fällt dem Schweizer Natitrainer der knallrote Porsche ein. Beide standen damals während der Olympischen Spiele 1972 in der deutschen Olympiaauswahl. «Zum Training brachte uns immer der Mannschaftsbus. Und wenn wir uns schon umzogen, kam Uli Hoeness mit dem Porsche», erinnert sich Hitzfeld. «Uli war immer schon etwas Besseres.» Er lächelt dabei, schliesslich war er acht Jahre Bayern-Trainer unter dem Manager Hoeness. Hoeness, der als aktiver Fussballer mehr von seiner Schnelligkeit lebt (100 Meter in 11,0 Sekunden) als von seinem Ballgefühl, will nicht nur auf dem Platz der Schnellste sein – auch auf der Autobahn soll ihn niemand überholen. Und als Bayern 1974 zum ersten Mal den Europacup der Landesmeister gewinnt, die heutige Champions League, dann auch deshalb, weil Hoeness beim 4:0 über Atletico Madrid auf dem rechten Flügel zweimal allen davonflitzt und zwei Tore schiesst. Das Leben auf der Überholspur bringt Hoeness unermessliche Reichtümer ein. Auch unermesslich viel Ärger. Das beginnt schon 1970, als er wie Paul Breitner dem Ruf aus München folgt und sich mit dem damaligen Freund ein Zimmer teilt. Breitner ist bei der Musterung für voll tauglich befunden worden, will aber nicht zur Bundeswehr. Als die Feldjäger anrücken, versteckt ihn Hoeness im Kohlekeller. Bis sie nach fünf Tagen auf Druck des Präsidenten aufgeben müssen. Über den Fussballer, Weltmeister, Europameister Uli Hoeness ist viel geschrieben worden, über sein rasches Karriereende mit 27 Jahren wegen eines Knieschadens. Über seine 30 Jahre im Amt des Managers, ehe er 2009 Franz Beckenbauer als Präsident ablöste. Wer in solch einem grossen, turbulenten

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FAMILIEN-CLAN Susi und Uli Hoe-

ness mit Tochter Sabine (l.) und Sohn Florian sowie dessen Ehefrau Sabine.

DANKBAR Mit Ehefrau Susi ist Hoeness seit 45 Jahren zusammen. «Sie hat mir unendlich viel gegeben.»

TRAUMHAUS Das Chalet der Familie

in Bad Wiessee lockt regelmässig auch Busladungen voller Touristen an.

Bau das Haus, wie du es dir vorstellst. Ich mag es erst sehen, wenn es fertig ist HOENESS ZU EHEFRAU SUSI

HERR DER BAYERN Präsident Uli

Hoeness in seinem Arbeitszimmer im Klubsitz an der Säbenerstrasse.

Fussballverein der Boss ist, ihn teilweise in Alleinherrschaft führt, der verschleisst sich. Mit 61 leistet sich Hoeness einen Bauch, und wenn er so richtig drauflosledert, verfärbt sich sein Gesicht gefährlich rot. Journalisten haben ihm den Spitznamen «Cholerischer» gegeben. Das ist nicht negativ gemeint. Weil sich die Kollegen freuen, wenn sich einer mit ihnen reibt. Es gibt genügend sogenannte Fussballstars, die sich verstecken, die nicht bereit sind, sich mit ihrem Beruf öffentlich auseinanderzusetzen, obwohl sie von der Öffentlichkeit leben. Es ist meist so: Die ganz Grossen, früher Franz Beckenbauer, heute zum Beispiel Thomas Müller oder Philipp Lahm, die stellen sich, ohne vorher


Fotos Reto Klar, Babiradpicture, Witters/freshfocus, ddp images

ihren Berater und den Vereinssprecher zu fragen. Hoeness redet gerne, geizt nicht mit Informationen. Aber wehe – Kritiker, die ihm zu polemisch werden, belegt er mit Monats-, Viertel- oder Halbjahressperren. Da ist er konsequent. Und das System hat bisher gut funktioniert – weil zehn Minuten mit Hoeness interessanter bzw. turbulenter sein können als der Untergang der «Titanic». Als Uli Hoeness am 17. Februar 1982 bei Hannover als einziger von vier Passagieren einen Flugzeugabsturz überlebt, wacht in der ersten Nacht Paul Breitner am Krankenbett (KarlHeinz Rummenigge war beim Anblick schlecht geworden), frühmorgens löst ihn Susi Hoeness, die Ehefrau, ab.

Am Vormittag darf ich, der Autor dieser Story, ans Krankenbett. Hoeness kann nur nicken oder kopfschüttelnd verneinen. Er hängt an Beatmungsschläuchen, hat den Kampf gegen den Tod gewonnen. Drei Tage später fliegt er nach München zurück – als wäre nie etwas gewesen. Er tut zumindest so. Insgeheim schaut Hoeness ganz genau, in welche Flieger die millionenschweren Beine seiner Fussballer steigen. Im Bewusstsein, so sicher wie möglich zu fliegen, resultiert auch der Sponsorvertrag mit der Lufthansa. Das mit der Börse fängt er ganz klein an. Und steigert sich immer mehr. Egal, ob im Büro von Hoeness oder zu Hause. Wenn unterwegs kein Börsensender läuft, geht der Blick auf seinen

kleinen Börsenskyper. So wie Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschland und gelegentlich ganz Europa per SMS regiert, so regiert der Internetverweigerer Hoeness sein Finanzimperium mit dem Skyper. Hoeness braucht keine Designerklamotten, trägt am liebsten hellblaue Hemden, unter anderem der preiswerten Schweizer Firma Erima, eingekauft von seiner Frau in München. Als Sekretärin braucht er kein Modelgesicht, keine Blondine mit Traumfigur um sich rum. Karin Potthoff ist über 60, blitzgescheit, kann bei Bedarf laut werden. Die Welt muss für Hoeness nur bunt und turbulent sein wie ein Fussballspiel. An einem Feuerwerk kann er sich wie ein kleines Kind erfreuen. Wenn u schweizer illustrierte 31


er mit der Familie Silvester beim Skifahren in Lenzerheide ist, schwärmt Hoeness von den Schweizer Krachern und Raketen, die ihm so viel schöner vorkommen als die in Deutschland. Susi Hoeness – sie kennen sich seit der gemeinsamen Schulzeit – spürt, dass die zwei Wochen, die sie sich jeden Sommer in Cap Antibe an der Côte d’Azur gönnen, nicht genug sind. Ihr Mann soll auch mal Abstand gewinnen vom Job, von der Stadt. Hoeness hat schon lange auf einem Hügel über dem Tegernsee ein Grundstück im Auge, das dem Playboy Gunter Sachs gehört. Dass Sachs nicht die Absicht hat zu verkaufen, weckt den Ehrgeiz von Hoeness. Das ist wieder Mal ein Kampf, den er unbedingt gewinnen muss. Als er Sachs dann mithilfe von Jupp Brenner, dem edelsten Wirt von Bad Wiessee, zum Verkauf überredet hat, sagt er zu seiner Frau: «Bau ein Haus, wie du es dir vorstellst. Ich mag es erst sehen, wenn es fertig ist.» Und so steht heute da ein Landhaus, in dem, typisch Mutter, auch die Familie von Sohn Florian und von Tochter Sabine Platz finden. Mit Innenpool, Sauna und einem Zimmer voller Bratwürste. Mittlerweile pilgern Touristen per Bus vor das Grundstück. In dem Haus sind Kollegen und Spieler willkommen. Franck Ribéry wäre längst nicht mehr in München, wenn er sich dort oben nicht hätte ausweinen können über Schikanen des Trainers Louis van Gaal. Hoeness macht den Klub auf der Überholspur immer reicher und besser. Mithilfe seiner Vorstandskollegen KarlHeinz Rummenigge, des einst besten Dribblers der Welt (u. a. Servette Genf), und Karl Hopfner, eines investitionsfreudigen Finanzgenies, taktiert er beim Bau der Allianz Arena gegen Partner 1860 München so geschickt, dass Bayern die Arena bald ganz alleine gehört. Der FC Bayern ist dabei, Real Madrid, Manchester United und den FC Barcelona, die drei reichsten Klubs der Welt, zu überholen. 

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Da will er vorne sein, genauso wie mit seiner Wurstfabrik in Nürnberg, die Sohn Florian führt. Als Hoeness unlängst einem Wirtschaftsjournalisten in der Fabrik erzählt, dass er kaum noch eingreift, lässt Florian die Sekretärin kommen und fragt: «Wie oft ruft mein Vater täglich an?» Es fällt die Zahl 20, und es kommt raus, dass der Alte fast jede Rechnung selbst unterschreibt. Er geht zu Aldi, um zu sehen, wie die Leute seine Nürnberger Bratwürstchen namens Howe aus dem Regal holen, und zu McDonald’s, um zu sehen, wie die Kunden während der «WürstchenWochen» mit seinem Produkt im Angebot Schlange stehen. Dass Hoeness im Herbst und im Winter wie ein Getriebener von Vortrag zu Vortrag rennt, um zu spenden, zu spenden und noch mal zu spenden (eine Million Euro pro Jahr, diesmal sogar zwei) – es gleicht immer demselben Bild: das schnellste Auto, der schnellste Spieler, der grösste Erfolg, der grösste Verein, die grösste Wurstfabrik, der grösste Wohltäter. Am sympathischsten ist Hoeness, wenn er hinter dem Grill steht und selber in die Wurst beisst. Das Nachrichtenmagazin «Spiegel» traut Hoeness vor einigen Wochen sogar ein mächtiges Amt in der Regierung zu. Wenn einer um Rat gefragt wird von Angela Merkel, von Bayerns Ministerpräsidenten Horst Seehofer – und da er sich von einer Partei nicht vereinnahmen lässt, sogar für grüne Gedanken ein Ohr hat, sich sogar von Peer Steinbrück, dem Kanzlerkandidaten der SPD angesprochen fühlt –, dem mögen vielleicht die paar Millionen, mit denen er in der Schweiz herumspielt, wirklich wie Peanuts vorkommen. Auch wenn er sagt, dass er da «einen Riesenfehler» gemacht hat, im Jahre 2000 in der Schweiz das Darlehen des damaligen AdidasChefs Robert Louis Dreyfus anzunehmen, rund 20 Millionen D-Mark. Niemand weiss, ob die Selbstanzeige nicht zu spät gekommen ist, ob Hoeness das Geld mit Spielgeld verwechselt hat.

MACHER Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel fragte den Wirtschaftsfachmann Hoeness schon um Rat an.

ABLENKUNG Vergangenen Dienstag bejubelt Hoeness in der Allianz Arena Bayerns grandioses 4:0 gegen Barcelona.

BAYERN-TROIKA Hoeness mit Karl-Heinz Rummenigge, Franz Beckenbauer (v. l.) und Meisterschale.

Der Uli ist mein Freund. Ich kann mir den FC Bayern nicht vorstellen ohne Uli Hoeness KARL-HEINZ RUMMENIGGE


Fotos Michael Rehle/ Reuters, Henning Schacht/berlinpressphoto.de, MIS-Sportfotos, Getty Images

SCHWERER GANG Vorderhand ist Uli Hoeness gegen Kaution auf freiem Fuss. Vor dem Champions-League-Match gegen Barcelona belagern ihn die Medien.

So ratlos jetzt Leute sind, die Uli Hoeness mögen, so traurig sind sie auch. Niemand kann so einen grossen Klub wie den FC Bayern führen, ohne Feinde zu hinterlassen. Aber Ehrenpräsident Franz Beckenbauer, mit dem er sich seit seinem 18. Lebensjahr, bei aller gegenseitigen Wertschätzung, immer wieder Gefechte lieferte, betont, dass er «zu Uli halte, egal, was passiert». Und Rummenigge, der sich als Vorstandsvorsitzender von Hoeness manchmal überfahren fühlte, sagt unmissverständlich: «Der Uli ist mein Freund. Ich kann mir den FC Bayern nicht ohne Uli Hoeness vorstellen.» Je mehr Kübel an Häme, Hass und Spott über ihn gegossen werden, desto enger rücken sie beim FC Bayern zusammen. Dieses Phänomen ist auch

ein typischer Charakterzug des «Mia san mia»-Vereins. Natürlich müssen die Behörden, die Richter, die Staatsanwälte ihres Amtes walten. Marcel Reif, immer noch der mit Abstand beste deutsche Fussballkommentator mit Wohnsitz in Zürich und früher alles andere als ein Hoeness-Freund, sagt:

Uli Hoeness Geboren 5. Januar 1952 in Ulm SpielerKarriere Bis 1970 TSG Ulm, 1970–1979 Bayern München, 35 Länderspiele Erfolge Als Spieler: 3 x deutscher Meister, 3 x Meistercup-Sieger, Europameister 1972, Weltmeister 1974 Beruf Abitur, 2 Semester Lehramtsstudium in Anglistik und Geschichte, Fussballprofi, ab 1979 Manager des FC Bayern, seit 2010 Präsident und Aufsichtsrats-Vorsitzender des FCB

«Viele von uns haben irgendwann mal begriffen, dass Uli Hoeness nicht nur ein kapitalistischer Gewaltmensch ist, sondern eben ein Mensch mit einem sehr grossen Herz. Viele von uns müssen nun begreifen, dass auch ein solcher Mensch offenbar Fehler macht.» Reif hat sehr wohl auch begriffen, dass Hoeness als moralische Instanz viele Punkte eingebüsst hat. «Doch die Debatte gefällt mir nicht. Hoeness hat sich zu so derartig vielen Punkten vorbildlich verhalten, da könnten sich sehr viele reiche Menschen in Deutschland was abschauen.» Besser hätte das niemand ausdrücken können.  ----------

Raimund Hinko war von 1988 bis 2011 Redaktionsleiter des Münchner Büros der Wochenzeitschrift «Sport Bild». Unter anderem hat er zwei Bücher über den FC Bayern veröffentlicht. SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 33


Bombay in London Die Brüder von 77 BOMBAY STREET wohnen wieder unter einem Dach. In London hat die Band ein Haus gemietet. Und dort existieren drei Regeln und drei Kühlschränke.

IHR ENGLISCHES «HOUSE»

Grosses Bild: Das britische Backsteingebäude ist die momentane Residenz der Buchli-Brüder Esra, Matt, Simri und Joe (v. l.). Kleines Bild oben: Die Stube ist jetzt Proberaum. Damit nicht viel Lärm nach aussen dringt, haben 77 Bombay Street die Fenster abgedeckt.

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«TRENN»-KOST Jeder hat seinen eigenen Kühlschrank und isst wann und was er will: Matt (l.) trinkt Bier, Joe isst Cornflakes.

EINE «WONNE» Vom Zimmer gelangt Esra direkt in sein «Badezimmer für Hobbits», das wegen der Dachschräge tief liegt.

«RUHE»-RAUM Simri hat selbst in seinem Zimmer

über dem Proberaum mehrere Instrumente stehen.

TEXT AURELIA FORRER FOTOS ADRIAN BRETSCHER

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ier Musiker unter einem Dach – und trotzdem herrscht penible Ordnung. Dafür sorgt ihre Putzfee Margrit. Mit dem Staubsauger in der Hand steigt sie die Treppe hinunter. «Zufällig heisst sie genau gleich wie unsere Mutter», sagt Simri, 23. Seit zwei Monaten lebt er wieder mit seinen Brüdern Esra, 26, Matt, 30, und Joe, 28, zusammen. Zwischen den Londoner Stadtteilen Kingston und Putney am Ullswater Crescent, im Haus 43, in vier 36 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Schlafzimmern. Zuletzt wohnten die Brüder vor zwei Jahren unter einem Dach. In Scharans GR, im Haus 92, in nur einem Schlafzimmer! Da waren sie noch unbekannte Musiker. Mittlerweile können sie sich eigene Wohnungen und einen kreativen Aufenthalt in London leisten. Musikalischer Ehrgeiz, nicht brüderliche Liebe ist der Grund fürs erneute Zusammenleben. In der Schweiz haben 77 Bombay Street in den vergangenen Monaten abgeräumt. Das erste Album erreichte Doppelplatin, das zweite Platin. 2012 gewinnen sie zwei Swiss Music Awards, einen Prix Walo und 2013 den

Swiss Award in der Kategorie «Show». «Wir haben sehr viel erreicht», sagt Matt. «Nun brauchen wir eine neue Perspektive, gemeinsame Erfahrungen und Inspiration. Das gibt es hier in London.» Ein frei stehendes Haus in der Metropole zu finden – damit ihre Musik nicht die Nachbarn stört –, war schwierig und ist nicht billig. 900 Pfund pro Woche, umgerechnet rund 5000 Schweizer Franken pro Monat kostet die dreistöckige Unterkunft. «Ganz in der Nähe ist Richmond. Dort hat Mick Jagger gelebt», sagt Matt. War früher Mutter Margrit der Chef im Haus, müssen sie nun ihr Zu-


Küchen-harmonie

Die jüngeren zwei, Esra und Simri, räumen noch auf, was sie beim Kochen verschmutzt haben. Die älteren, Joe und Matt, geniessen bereits ihr Feierabend-Bier (v. l.).

Ganz in der nähe ist richmond. Dort hat mick Jagger von den rolling stones gelebt matt buchli

sammenleben selbst organisieren. Regel Nummer 1: «Jeden Tag wird ein paar Stunden geprobt – ab neun Uhr.» Doch gerade heute bestimmt die Ausnahme die Regel. «Esra kam gestern um Mitternacht vom Pub nach Hause und stellte den Antrag, erst um zehn zu beginnen», sagt Joe. Da alles basisdemokratisch entschieden wird, musste Esra seine Brüder einzeln um das Okay bitten. Das tat er auch – mitten in der Nacht. Die vier sind trotzdem um neun Uhr wach. «Frühaufsteher» Joe löst mit seinem Frühstück den Feueralarm aus. «Der Toaster hat angefangen zu rauchen,

er ist wohl etwas alt.» Die Probe startet schliesslich erst um 10.30 Uhr. Da ist keiner überpünktlich. Wichtiger ist nur, dass Joe nicht vor neun Uhr auf die Idee kommt, auf seiner Gitarre zu spielen. «Das ist meine Regel, denn mein Zimmer liegt gleich über dem Proberaum», sagt Simri. Nach vierstündigem Proben knurren die Mägen lauter, als die Instrumente klingen. Zeit für Lunch! Regel Nummer 2: «Jeder kocht für sich und kauft auch selber ein.» Was sich nicht nach familiärer Gemeinschaft anhört, ist eigentlich Ausdruck von Toleranz. «In der Schweiz u schweizer illustrierte 37


FAMILIÄRER FEIERABEND

Grosses Bild: Das «Half Moon» ist in London das Lieblingspub von 77 Bombay Street. Hier gibts Bier und Konzerte von britischen Bands. Kleines Bild links: Ganz normale Brüder: Joe nimmt Esra in den Schwitzkasten.

Ich wollte verschwitzt, nass und nackt wieder ins Haus. Doch meine Brüder haben mich ausgeschlossen JOE BUCHLI wohnen wir alleine. Jeder von uns hat seine Gewohnheiten», erklärt Joe. «So können wir unsere eigenen Abläufe weiterführen», ergänzt Matt. Im englischen Haushalt der Buchli-Brüder gibt es deshalb drei Kühlschränke – Matt füllt mit seinen Fertigpizzen den Tiefkühler. Esra kocht Pasta, heute mit selbst gemachter Bolognese. Joe hingegen ernährt sich seit einer Woche vegetarisch und widmet sich seinem Gemüse. Und Simri begnügt sich mit Salat und etwas Reis, er achtet auf die Kohlenhydrate. «Ich habe gemerkt, dass ich auf der Bühne bereits nach drei Liedern ausser Puste bin. Jetzt will ich für die Open-AirKonzerte im Sommer fit werden.» Im örtlichen Fitness-Center in Kingston hat er ein Abo – und das obschon zu ihrem gemieteten Backsteinhaus mit sechs Schlafzimmern und ebenso vielen Badezimmern auch ein Hinterhof mit

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Jacuzzi und einem Schöpfli gehört. Im Schöpfli hats Laufband, Gymnastikbälle und Sauna. «Frühaufsteher» Joe hatte einst die Idee, vor der Probe das volle Fitness-Programm zu absolvieren. «Ich wollte verschwitzt, nass und nackt wieder ins Haus. Doch meine Brüder haben mich ausgeschlossen!» Matt lacht: «Sorry, ich habe nur gesehen, dass die Türe offen war, und sie zugemacht.» Simri wendet seinen angebratenen Reis in der Pfanne. «Hey, da ist was auf den Boden gefallen!», bemerken die Brüder. Regel Nummer 3: «Jeder räumt auf und hinterlässt den Raum, wie er ihn vorgefunden hat.» Aufgewachsen in einer neunköpfigen Familie haben sie Ordnung und Sauberkeit früh gelernt. «Wenn du was liegen gelassen hast, rief ein Geschwister: ‹Gefunden, gehört jetzt mir›», erklärt Joe.

Nach der Arbeit und dem Haushalt ist um 18 Uhr Zeit für ein gemeinsames Bier. In Esras Kühlschrank hats zwar noch Bier, das seine Kollegen aus der Schweiz gekauft hatten, «doch ich trinke nie zu Hause. Das schmeckt mir nicht.» Deshalb gehts ins Half Moon Pub. Heute begleiten ihn die anderen nach Putney, denn bereits Mitte Mai endet ihr Londoner Leben, und es geht auf Deutschland-Tour. Im Sommer spielen sie an Schweizer Open Airs, zudem ist soeben ihre Single «Oko Town» erschienen. Darin singen sie über ihre FantasieTraumstadt. «London könnte das sein. Ich fühle mich wohl und bereits als Engländer», sagt Esra. Das Musikvideo haben sie spontan in ihrem Hinterhof gedreht. Und Simri, der Jüngste, überlegt gar nach London zu ziehen. Vier Brüder unter einem Dach – und bei den Buchlis existiert dennoch Harmonie. 


SWISSCOM TV Live bewegt am meisten Hohe Ansprüche beim Aufsteiger «Wir wollen Platz 2 oder 3», Kristian Nushi.

Sanna Lüdi Freestyle-Skifahrerin, Skicross

Euro 08 auf dem Oranje-Thron

KRISTIAN NUSHI, FC ST. GALLEN

«Mein Onkel macht extrem gute Pizzas»

VOM AUFSTEIGER ZUM SPITZENTEAM Der FC St. Gallen ist auf der Überholspur. Und KRISTIAN NUSHI, 30, spielt so gut wie nie. St. Gallen hat sich in der Spitzengruppe etabliert. Wie ist das möglich? Am Anfang stand die Euphorie des Aufstiegs. Dazu kamen Transfers von Spielern wie Mario Mutsch, Stéphane Besle, Stéphane Nater und Dzengis Cavusevic. Sie passen hervorragenden in unser Team – und fügten sich von Beginn weg nahtlos in die Mannschaft ein. Auch wenn es abgedroschen tönt: Wir sind eine verschworene Einheit, in der jeder für den anderen kämpft. Zu Beginn konnten Sie wohl davon profitieren, von den Gegnern unterschätzt zu werden … Tatsächlich hat anfänglich fast niemand an uns geglaubt. Jetzt sind die Gegner besser auf uns eingestellt. Aber wir haben uns weiter gesteigert. Deshalb halten wir uns in der Spitzengruppe.

Fotos Freshfocus, Marcel Nöcker

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Sie selbst spielen mit bald 31 so gut wie nie zuvor. Gibt es ein Erfolgsrezept? Eigentlich ist mir schon der Start in die Saison gut gelungen. Aber die Effizienz fehlte. Dann zog ich mir eine komplizierte Schulterverletzung zu. Bis ich wieder topfit war, dauerte es fast acht Monate. In dieser Phase habe ich mein defensives Spiel stabilisiert. Jetzt wage ich auch offensiv wieder mehr. Und es passt perfekt zusammen. Ihr Onkel führt ein Pizza-Unternehmen. Liegt es möglicherweise an der guten Ernährung? (Lacht.) Mein Onkel macht wirklich extrem gute Pizzas. Aber ich esse vor allem Pasta. Das passt besser in den Ernährungsplan eines Spitzensportlers. Sie leben seit dem Alter von 21 in der Schweiz, spielten aber für die albanische Nationalmannschaft. Für wen schlägt Ihr Herz? Eine schwierige Frage. Ich stamme aus dem Kosovo. Die Schweiz ist meine Heimat. Ich wünsche mir vor allem, dass die Schweiz die gute Ausgangslage nutzt und sich für die WM in Brasilien qualifiziert. Wo liegt St. Gallen am Schluss der Saison? Zu Beginn der Saison wäre ich mit einem Platz im Mittelfeld zufrieden gewesen. Aber mit dem Essen kommt bekanntlich der Appetit: Wir wollen Platz 2 oder 3.

Während der Skisaison bin ich fast pausenlos unterwegs und habe nicht viel Zeit, das Fussballgeschehen zu verfolgen. Aber im Sommer, wenn Grossanlässe stattfinden, werde ich zum HardcoreFan. Natürlich bin ich Fan der Schweizer Nationalmannschaft. Wenn das Schweizer Team dann jeweils nicht mehr im Turnier ist, unterstütze ich die Brasilianer. Wow, was für ein Temperament die haben! Als leidenschaftliche Tänzerin fasziniert mich ihre künstlerische, tänzerische Art, mit dem Ball zu spielen. Da schaue ich gerne zu. Ein ganz spezielles Erlebnis war für mich die Euro 08 in der Schweiz. Ich war voll vom Fussballfieber angesteckt. So sehr, dass ich mich sogar mit Krücken mitten ins Getümmel in der Berner Altstadt wagte. Ich hatte mir die Bänder am Fuss gerissen. Die Holland-Fans haben die ganze Stadt in eine einzige Partymeile verwandelt. Diese Euphorie war gewaltig, das durfte ich trotz Verletzung nicht verpassen. Die Fans hatten wohl Mitleid mit mir und brachten mir sogar ihren «OranjeThron», auf den ich mich setzen konnte. Ich fühlte mich fast wie eine Prinzessin. Ich bin allgemein ein sehr geselliger Mensch, schaue nie alleine Fussball. Ich mag Fussball-TV-Abende mit Freunden, an denen wir intensiv diskutieren und philosophieren. In meinen Teeniejahren war ich fast ein bisschen verliebt in Roque Santa Cruz. Und auch Calvin-Klein-Model Freddie Ljungberg aus Schweden bringt mich zum Schwärmen. Da dieser aber leider 2012 seinen Rücktritt gab, muss ich jetzt wohl nach einem Ersatz Ausschau halten.

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in zwölf Jahren um die Welt Ab Freitag spielt Eishockey-Nationalgoalie MArtiN GErbEr an der Weltmeisterschaft in Schweden. Nur ein kleines reislein für den Emmentaler, der so viel herumgekommen ist wie kein Schweizer Profi vor ihm.


TEXT CHRISTIAN BÜRGE FOTOS FABIENNE BÜHLER

E Nati-Rückhalt Martin Gerber wird auch in Schweden und Finnland nochmals für die Schweiz im Tor stehen. Heimkehr Gerber am Zürichsee (l.) – vorläufig ist er von seinem langen Trip zurück in der Schweiz.

s stimmt schon. Eigentlich war die Idee ja, nach Langnau zurückzukehren. Zurück ins Emmental, in die Heimat. Aber weil Langnau soeben aus der NLA abgestiegen ist, landet Gerber nun in Kloten. Die dreizehnte Station auf dieser Odyssee, die nicht aufhören will. Langnau, Färjestad, Anaheim, wieder Langnau, wieder Färjestad, Carolina, Ottawa, Toronto, Mytischtschi, Oklahoma, Växjö, Rögle. Da war er überall. «Chaotisch wars phasenweise, diese Reiserei», sagt er und schaut auf den Zürichsee. «Man kommt an, baut etwas auf, lebt sich ein. Dann musst du wieder abbrechen. Ein neuer Ort, alles beginnt von vorne.» 38-jährig ist Gerber bereits. Sein erstes Training in Langnau ist eine Ewigkeit her. Als Zwölfjähriger traut sich der Bub aus Burgdorf erstmals aufs Eis, kriegt eine Scheibe ins Gesicht, die ihn fast zwei Schaufelzähne kostet. Trotzdem will er dabei sein. Er macht weiter, auch wenn er selbst schauen muss, wie er ins Training kommt und wie zurück. Die Familie mit sechs Kindern hat andere Sorgen. «Wir konnten keine grossen Sprünge machen», sagt er. «Als Kind haben wir hartes Brot gegessen. Wir waren Selbstversorger. Man half sich halt irgendwie.» Ein einziges Mal geht es in die Ferien. Zwei Wochen Tessin, gewonnen bei einem Reka-Wettbewerb. «Ich weiss noch, dass ich fast ertrunken wäre im Pool. Damals war ich vier oder fünf», erinnert sich Gerber. Als Kind reizt ihn der Norden. Fischer auf hoher See faszinieren ihn. Dass ausgerechnet Schweden seine erste Station im Ausland wird, kann er damals noch nicht erahnen. Lange trauen ihm die Trainer nicht viel zu, schicken ihn in die zweite Liga zu Signau. Über Thun findet er zurück zu Langnau. Er etabliert sich, steigt 1998 in die NLA auf. 2001 wird er vom NHLTeam aus Anaheim gedraftet, doch  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 41


 statt nach Übersee geht seine erste Reise nach Schweden, zu Färjestad. «Plötzlich bist du der Ausländer, der Fremde. Du wirst aus deiner Komfortzone gerissen», sagt er. In Schweden warten sie nicht auf einen Goalie. Auf dieser Position haben sie überall Topleute. Dann kommt dieser Gerber. «Die dachten, wir spielen NeandertalerHockey. Ich musste mein Dasein über Leistung rechtfertigen.» Gerber wird mit Färjestad Meister und folgt dann dem Ruf aus Kalifornien. In Anaheim weiss er gar nicht, wie ihm geschieht. In seiner ersten Saison erreicht das Team sofort den Final des Stanley Cup. «Ich realisierte gar nicht, wie glücklich ich mich schätzen konnte. Andere träumen ein Leben lang davon und schaffen es nie.» An Anaheim hat er auch abseits des Eisrinks gute Erinnerungen. An sein neapolitanisches Lieblings-Restaurant zum Beispiel. «Ich wohnte beim Beizer

praktisch in der Küche, so viel Zeit verbrachte ich da. Und wenn wir nicht gegessen haben, spielten wir stundenlang Poker.» Sein sportlicher Höhepunkt folgt 2006 bei den Carolina Hurricanes. Er kommt auf 60 Spiele, hat gute Fangquoten. Auch wenn er im Playoff nur die Nummer 2 ist: Die Hurricanes gewinnen den Stanley Cup. Und weil StanleyCup-Sieger ins Weisse Haus eingeladen werden, darf Gerber bei George W. Bush zu Besuch. «Ausgerechnet der», sagt er und grinst, «dem wollte ich eigentlich nie die Hand schütteln.» An die Prozedur vor dem Besuch kann er sich noch gut erinnern. Die Lebensläufe jedes Einzelnen wurden durchleuchtet. Auf dass auch aus dem Emmental keine konspirative Zelle ihren flinksten Mann dem Präsidenten an die Gurgel hetzt. Schliesslich gibts einen Händedruck, ein Nicken, ein Foto – fertig. Den Stanley-

Routinier 226 Spiele in der NHL, unbezahlbare Erfahrung gesammelt.


Stolz Martin Gerber präsentiert den Stanley Cup stolz in der Langnauer Heimat.

Andere träumen ein Leben lang vom Stanley-CupFinal und schaffen es nie MARTIN GERBER

Cup-Ring, den jeder Spieler bekommt, bewahrt Gerber an einem sicheren Ort auf. In einem Safe auf seiner Hausbank in Langnau. Es ist die schmucke Erinnerung für ein unvergessliches Jahr in Carolina. Das schönste Leben aber geniesst er in Kalifornien. «Ein Spieler hatte ein Haus direkt am Strand. Wir trafen uns oft dort. Im Dezember in Shorts und Flipflops grillieren, das hat etwas.» Gerber, der Mann mit dem Händedruck wie eine Eisenklaue, wirft einen Blick auf seinen Wikipedia-Eintrag. Und schüttelt den Kopf. Er kann es selbst nicht fassen, wo er überall war. Ottawa, Toronto, Oklahoma. Und in der KHL, bei Mytischtschi. Einen touristischen Mehrwert kann die Satelliten-Stadt im Nordosten Moskaus nicht bieten. Es ist jene Station, an die Gerber zwiespältige Erinnerungen hat. «Ich konnte keine Schilder lesen und wurde von Taxifahrern über den Tisch gezogen.» Die

Gespräche plätschern an ihm vorbei. Beim Metzger im Supermarkt bestellt er Rindfleisch, in dem er mit seinen Fingern Hörner markiert und «Muh» sagt. Das hat Slapstick-Charakter. Weniger lustig ist sein Unfall im Dezember 2009. Er kollidiert mit einem hünenhaften Gegenspieler so unglücklich, dass er regungslos liegen bleibt. Er bricht sich zwei Dornfortsätze an den Halswirbeln, reisst die Halswirbelbänder. Doch er erholt sich auch davon. Und diese Station ist nicht nur negativ besetzt. Denn in Moskau bringt seine Partnerin Bettina auch Tochter Lina zur Welt. Die Viereinhalbjährige hat mit Louis seit Oktober 2011 einen kleinen Bruder. Die Familie soll nach dem Schweden-Abstecher der letzten beiden Jahre zur Ruhe kommen. «Die nächsten zwei Saisons spiele ich hier», sagt Gerber. Ob er nochmals ins Ausland geht? «Ich weiss nicht. Sag niemals nie!» 


seine erfolge geben ihm sicherheit, Misserfolge hauen ihn nicht mehr um. Künstler heinz Julen und seine Frau evelyne sind von söhnchen Jona verzaubert. am 1. Mai wird er fünf Monate alt. TexT caroline Micaela hauger FoTos Kurt reichenbach

D

ie innere Unruhe ist nicht ganz verschwunden. Ebenso das Flackern in Heinz Julens Augen, wenn ihm eine zündende Idee durch den Kopf schiesst. Trotzdem scheint der Zermatter Künstler geerdeter. Zufriedener. Glücklicher. Der Grund heisst Jona. Sein Name bedeutet «Die Taube», «Der Friedvolle». Heinz Julen, der Zweifler und Tüftler, wurde mit 49 Jahren zum ersten Mal Vater. Der jüngste Julen-Spross kam am 1. Dezember im Spital in Visp zur Welt. «Am meisten berührten mich die vielen Gratulationen nach der Geburt. Ich empfand Dankbarkeit, dass meine Frau Evelyne einen gesunden Jungen zur Welt brachte. Tief in mir drin war ich nicht sicher, ob ich dieses Glück überhaupt verdiene.» lange ging der einzelgänger seinen eigenen weg. Der gross gewachsene Visionär mit der Intellekto-Brille und dem Pferdeschwanz scherte sich nicht um die Meinungen anderer. Einmal wollte er das Matterhorn in die Luft sprengen, «um die Zermatter aus ihrer Trägheit zu reissen». Dann im Auftrag der Bergbahnen auf dem Kleinen Matterhorn einen 117 Meter hohen Hotel-Turm aus Glas und Stahl errichten. So wäre der 3883 Meter hohe Gipfel zum 39. Viertausender von Zermatt geworden. u

Mit Jona in ein n

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Süsser Fratz Heinz und Evelyne Julen sind entspannte Eltern. Und freuen sich auf mehr: «Es wäre schön, wenn Jona noch ein bis zwei Geschwisterchen bekommt.»

neues Leben

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Design by Julen In der Zermatter Möbelwerkstatt. Hier stellt Heinz Julen mit seinem Team Kronleuchter, Stühle und Möbel her. Das Atelier befindet sich im alten JugendstilBahnhof von Zermatt. Heinz Julen Gallery. Neben eigenen Werken stellt der Künstler im «Vernissage» auch Freunde aus (www.heinzjulen. com). Raffiniert: Der Tisch in der Mitte des Raums kann auch als Deckenleuchte benutzt werden.

Auch Julens Bergwürfel-Projekt versinnbildlicht eine abstrakte Interpretation der Berge. Ab und zu im Herbst wirft er 30 mal 30 Zentimeter grosse Würfel aus Blech von einem Berggipfel ins Tal. Danach sammelt er die Trümmer ein und komponiert aus den Einzelteilen dreidimensionale Wandarbeiten. Sie tragen den Titel «Weiland» – was so viel heisst wie «aus Altem & Ehemaligem Schönes & Neues erschaffen». Das hat Heinz Julen auch privat erreicht: mit seiner eigenen Familie. Jona schläft. Wirklich? Hat er nicht ein Auge offen? «Das ist typisch für ihn», sagt Evelyne lachend. Die 35-jährige Zermatterin, die als Biologin arbeitete und jetzt mit ihren Mann das Hotel Backstage in Zermatt führt, streicht ihrem Söhnchen über die Wangen. «Gestern wurde er zum ersten Mal geimpft. Er schrie wie am Spiess und schaut auch heute nicht zufrieden in die Welt. Eigentlich ist er ein wunderbarer Junge, still und brav.» Kater Giulio streift durch

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die Dachwohnung. Hier im Herzen des Dorfes wuchs Heinz mit seinen Schwestern Vroni, Moni und Leni auf. 1991 der Schock: Das Elternhaus brannte bis auf die Grundmauern nieder. Julen baute es wieder auf – und schuf das «Vernissage», einen Kunstraum mit Bar, Club, Kino und eigener Galerie. Vor zwei Jahren eröffnete das Paar das Trend-Hotel Backstage mit 19 gläsernen «Zimmer-Cubes», Spa und Restaurant. Im Winter zeigt Jungstar Ivo Adam im «After Seven» sein kulinarisches Talent. Heinz und Evelyne leben in der Dachwohnung. Fast alle Möbel und das legendäre Cheminée stammen aus der Feder des Multitalents. Papa August Julen, 90, und Mutter Martina, 86, wohnen auf demselben Stockwerk. Die rüstigen Rentner geniessen den Blick aufs Matterhorn – und freuen sich riesig über ihr dreizehntes Enkelkind. Platz ist also genug da, um die Familie später einmal zu erweitern. Evelyne: «Es wäre schön, wenn Jona noch ein bis zwei Geschwisterchen bekommt.»

Unser kleiner Held hat die zarten Hände vom Papa und die fröhlichen Augen der Mama EVELYNE & HEINZ JULEN

Schaut skeptisch Jona wurde am Tag zuvor geimpft. Evelyne: «Er schrie wie am Spiess.»


Ästhet bleibt Ästhet Die Wohnung der Julens ist für Design-Fans eine Augenweide. Das Spielzimmer für Jona ist in Planung.

Schon als Kind bastelte Heinz im Bergbeizli seiner Eltern, dem «Chez Vroni» auf den Findlen, Skurriles aus Stöcken, Steinen und Tüchern. Seinen eigenwilligen Stil fand er nach dem Kunststudium. Die Lampen und Möbel, die er mit zehn Mitarbeitern im Atelier im historischen Bahnhof von Zermatt entwickelt, sind schweizweit bekannt. Und so beliebt, dass er vor einem Jahr in Amsterdam einen Shop eröffnet hat. Im Architekturbüro in Zermatt setzt er lokale Aufträge um, in Zürich gedeihen internationale Projekte: «Gerade bin ich dabei, in Rumänien ein Anwesen auszustatten. Und in Kanada entwerfe

ich mit dem Gründer des Cirque du Soleil ein ganzes Dorf.» Nach den Sternen greift Julen nicht mehr. Vor elf Jahren sollte das «Into the Hotel» über Zermatt, ein Schlaraffenland für reiche Leute mit allem erdenklichen Luxus, sein architektonischer Meilenstein werden. Das Traumhaus wurde zum Albtraum. Es ging es um viel Geld und Neid, zerplatze Träume und Freundschaften. Die Partner unterstellten ihm Baumängel. «Sein» Hotel wurde von der Besitzerfamilie nach nur sieben Wochen geschlossen und seine Handschrift im Nachfolgeprojekt «Omina»

komplett ausradiert. Nur die raffinierte Poollandschaft blieb übrig. Ist Heinz Julen damals jene Bescheidenheit abhandengekommen, die dem sanften und umsichtigen Lebenskünstler so eigen ist? Das Rampenlicht verführt, lässt aber auch leichtsinnig werden. Der Familienvater liess sich von den Tiefschlägen jedenfalls nicht kaputtmachen. «Neben Evelynes Schönheit und ihrer Frische liebe ich ihre Natürlichkeit und Einfachheit», schwärmte Julen an der Hochzeit vor drei Jahren. In ihr hat der Himmelstürmer die Frau gefunden, die ihn immer wieder auf die Erde zurückholt.  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 47


Willkommen! Der Naturaplan-Bus ist offen für alle.

Clever spielen im Naturaplan-Bus Auf seiner SCHWEIZER TOUR macht der NATURAPLAN-BUS von Coop an 50 Orten Halt. An Bord hat er Spiele und Rätsel rund um die Bio-Landwirtschaft. Das macht Familie Fuchser aus Neuenkirch neugierig.

G

rün im Strohbett steht er da. Der Bus von Coop Naturaplan. Die kleine Aina rennt sofort darauf zu und ruft: «Dürfen wir da etwas kaufen?» Ihr Papa Heinz Fuchser lacht. «Nein, da gibt es nichts zu kaufen, aber zu gewinnen!» Im grünen Naturaplan-Bus, der im Jubiläumsjahr quer durch die Schweiz tingelt, warten hübsche Preise. Doch die Fragen, die man dafür beantworten muss, sind nicht ohne: «Die BioBanane war das erste Bio-Produkt, das auch

20 Jahre n Coop Naturapla

Herzbotschaft Aina und Henrik, beide lieben Bio.

Fair-Trade-zertifiziert wurde» – richtig oder falsch? «Gar nicht so einfach», findet der 12-jährige Fabian, der Cousin von Aina, der mit seiner Schwester Ramona, 14, die Fuchsers begleitet. «Probier doch mal den Schwierigkeitsgrad für Kinder», rät seine Tante Ottilia, denn Fabian hat mutig «für Erwachsene» gedrückt. «Zu langsam!», meint der Bio-Hahn, als Fabian länger als eine Minute unschlüssig vor dem Bildschirm steht. Doch es hat auch Rätsel, bei denen nicht Wissen, sondern ein

gutes Gedächtnis gefragt ist: Sequenzen vom Musikvideo «I Love», dem Bio-Song von Coop Naturaplan, werden gezeigt. Da badet die blonde Nina im Heu. Doch welche Farbe hatten die Blumen im Zuber? Für Detektive sind die Nahaufnahmen von Naturaplan-Produkten. Welche Frucht hat diese feinen braunen Härchen? An einem Posten dürfen die Besucher das Passabene-System benutzen. Die Lösung ist jeweils ein Produkt, das im Gestell steht. «Einfach scannen, und Sie sehen,

Naturaplan macht die Kunden clever Seit 20 Jahren fördert Coop Naturaplan das Wissen der Kunden über die Produkte, die sie kaufen. Beginnend bei Informationen über Herkunft und Richtlinien auf den Verpackungen gipfelt diese Wissensvermittlung nun durch die Tour mit dem NaturaplanBus. Hier erfährt man Hintergründe, Zahlen und Fakten und versteht Zusammenhänge.

Das sind die nächsten Stationen: 4.5. Bulle; 5.5. Grenchen; 9.–12.5. Zürich; 17.–20.5. Locarno; 23.–25.5. Meyrin (mit Zelt); 1.6. Basel; 2.6. Sursee (mit Zelt); 6.–9.6. Bellinzona; 8.–9.6. Derendingen; 13.–16.6. Tramelan; 13.–23.6. Biel (mit Zelt); 21.–23.6. Reiden; 28.6. Bachenbülach; 29.6. Dietikon; 2.7. Sursee (mit Zelt); 4.–7.7. Genf Alle Daten bis Ende Jahr: naturaplan.ch


PUBLIREPORTAGE

ob Sie richtig lagen», erklärt Barbara Bigler im grünen Jäckli. Im Bus ist immer ein Team, das erklärt, wie alles funktioniert. Je mehr richtige Antworten man hat, desto mehr Holzherzli gibt es. Mit denen geht Ramona nun zur Waage. «Hineinlegen, drücken, das Zetteli kommt raus, darauf steht die Anzahl eroberter Herze», erklärt Nicole Sommer vom Team. Spannend und spassig «Genial finde ich, dass es auch für Kinder so ansprechend ist», sagt Heinz Fuchser. «So können sie ganz unverkrampft einen Zugang zu Bio entwickeln.» Schon springt sein Sohn Henrik, 6, auf ein Gerät vor dem Bus, das aussieht wie «Hau den Lukas». Springt man auf die Luftkissen, wird ein Ball ein Rohr hochgejagt. Ist der Ball einmal oben, muss er mit Gefühl im Rohr rauf- und runterbewegt werden, und zwar dorthin, wo die Buchstaben stehen, um «Naturaplan» zu schreiben. Der Ball muss dabei immer in der Luft bleiben. «Uff, das ist anstrengend», findet auch der Vater nach einem Versuch. Zeit für die Belohnung! Für mehr als 12 Herzen kriegt man eine Mütze. Aina, 4, ist stolz, dass sie eine erhält. Auch ihr grosser Bruder Henrik darf eine haben. Nun lieben sie Bio erst recht, wie es die Herzensbotschaft der Familie Fuchser besagt. Eine solche dürfen alle Besucher mit Kreide auf die herzförmige Tafel schreiben und mit der Fotostation festhalten – als Erinnerung an die schlauen Fragen und den Spass im grünen Naturaplan-Bus.

Belohnung Ab 12 Herzen gibt es eine Mütze.

Hightech Die Lösungen der Fragen rund um Produkte mit dem Scanner via QR-Code prüfen.

Passabene Das gefragte Produkt erscheint.

Knacknuss Fabian, 12, testet sein Bio-Wissen.

Einsatz Sprungkraft und Gefühl sind gefragt.

Entscheidung Ramona, 14, wiegt ihre Herzen.

Bravo! Livio Ammeler gibt Aina eine Mütze.

Herzensglück Aina und Henrik sind happy.


UNTER DEN LAUBEN

Heidi Maria Glössner nimmt einen Schluck vom Zähringerbrunnen in der Kramgasse.

Meine Lieblingsorte

Bühne frei für Heidi

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G LÜCKSSPIE ZU HAUSE

Auf dem Sofa lernt sie Text auswendig oder liest sich in Drehbücher ein.

«MEINE KANTINE»

Im «Giardino» isst Heidi Maria Glössner gern zu Mittag. Auch alleine.

RUHE-ORT

Seit Anfang Jahr macht Heidi wieder Yoga. Im Studio Die Quelle.

Schauspielerin HEIDI MARIA GLÖSSNER liebt die Altstadt von Bern vor ihrem Stubenfenster. Und zeigt, wo sie in der Hauptstadt Mode, Ruhe und den allerbesten Kartoffelstock findet. TEXT YVONNE ZURBRÜGG FOTOS KURT REICHENBACH

S

ie hätte am liebsten gepackt. Alles wieder zurück nach Luzern gebracht. «Meine drei ersten Jahre in Bern waren einsam, wirklich einsam», erinnert sich Heidi Maria Glössner, «die Berner sind zurückhaltender als die Innerschweizer.» Der Direktor des Luzerner Theaters übernahm die Leitung des Stadttheaters – sie sowie ein junges Schauspielerpaar zog er mit. Kaum angekommen, erklärte ihr Sohn Volker, er werde, sobald volljährig, wieder nach Luzern ziehen. «Das hat er dann auch gemacht – und lebt bis heute dort.» Sie aber ist angekommen an der Aare. 25 Jahre lebt sie nun schon hier – die Wohnung neben der Kornhausbrücke

L

sie ab Ins Casino geht r an die nu r be «A und zu. rs Pokern Automaten, fü m.» sa bin ich zu lang

mit Blick auf die Altstadt hat sie längst gekauft. Auf dem Sofa liest Heidi Maria Glössner Drehbücher und Theaterstücke und entscheidet, was ihr behagt und was nicht. Weit über hundert Rollen hat sie am Stadttheater Bern schon gespielt. Besonders erfolgreich als Maria Callas in «Meisterklasse» und als Marlene Dietrich in «Marlene». Seit dem Emmentaler Kinohit «Die Herbstzeitlosen» ist sie auch dem breiten Publikum ein Begriff. Im Oktober wird Heidi Maria Glössner siebzig. Für diesen Frühling hat sie erstmals alle Engagements abgesagt: «Ich wollte mir ein halbes Jahr lang freigeben.» Einmal richtig shoppen gehen zum Beispiel. Sonst nehme sie sich dafür nämlich nie Zeit.

Wenn sie Frau Mosimann nicht hätte, wäre der Schrank nur halb so voll. Die Verkäuferin bei Grieder ruft nämlich an, wenn der Kundin etwas gefallen könnte. Kommt Glössner im Geschäft vorbei, zieht es sie in den ersten Stock gleich rechts zu Armani. Wegen seiner schlichten Eleganz ihr Lieblingslabel. «Meine Mutter hat immer gesagt: ‹Das Teure ist am Ende das Billigere, weil du viel länger Freude daran hast.›» Dann korrigiert sie: «Meine Pflegemutter war das. Sie war Schneiderin.» Heidi Maria Glössner wurde in Messkirch, Deutschland, geboren. Ihre leibliche Mutter brachte sie kurz vor der Grenzschliessung zu einer Freundin nach Niederuzwil SG, wo sie bis zur Wirtschaftsmatur blieb. Ab fünf konnte sie ihre Mutter in Deutschland besuchen. «Meine Herzensmama blieb aber immer meine ausserordentlich liebe Pflegemutter.» In den letzten Jahren hat sie auf dem Sofa immer wieder darüber nachgedacht, ob sie noch das Fotografie-  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 51


EDLER GESCHMACK

Heidi Maria Glössner in ihrer Lieblingsboutique Grieder. «Meine Mutter sagte immer: ‹Das Teure ist am Ende das Billigere.›»

Meine drei ersten Jahre in Bern waren einsam, wirklich einsam HEIDI MARIA GLÖSSNER


MODEL MIT BALD 70

IHR ARBEITSPLATZ

FESTLICH

ZUM SCHLEMMEN

Im Schaufenster von Schaad Mode begegnet sie sich selbst.

Seit 13 Jahren feiert sie mit ihrem Sohn im «Bellevue» Weihnachten. «Wir haben keine Verwandten mehr.»

ren lernen sollte. «Wie die Altstadt da manchmal wie im Märchen über dem Schnee schwebt! Oder bei Föhn Eiger, Mönch und Jungfrau so nahe rücken! Das müsste man festhalten können!» Aber kurz vor ihrer Auszeit kam alles anders. Ihre langjährige Liebe Giovanni, 79, starb nach einem zweiten Schlaganfall. Über zwanzig Jahre pflegte sie eine Fernbeziehung mit dem Süditaliener. Sie sahen sich, so oft es nur ging, telefonierten täglich. Plötzlich blieb es am anderen Ende der Leitung stumm:

IHR BEGLEITER AUF PREMIEREN

Heidi Maria Glössner mit ihrem Sohn Volker, 41. Der selbstständige IT-Spezialist lebt in Luzern.

Im Schauspielhaus feiert sie am 13. Oktober ihre nächste Premiere.

Bei Markus Arnold und Christian Grimm im Restaurant Meridiano.

«Er konnte nicht mehr sprechen.» Loslassen, Ruhe finden, hinwegkommen, dafür hat Heidi Maria Glössner im Januar nach zwanzig Jahren wieder mit Yoga begonnen. «So beweglich wie damals bin ich natürlich nicht mehr. Es geht mir um die innere Entspannung. Und danach schlafe ich immer sehr gut.» Dass das Telefon nicht mehr täglich klingelt, fühlt sich einsam an. Zum Glück hat sie in Bern gute Freunde gefunden. Künstler Urs Fueter hat ihr damals, ganz frisch in Bern, die schönsten Plätze gezeigt. Ihr Lieblingslokal: das «Meridiano». Küchenchef Markus Arnold weiss, was Heidi am allerliebsten mag. «Zur Hauptspeise lasse ich ihr immer ein Schälchen Kartoffelstock servieren.» Aufs Dessert verzichtet sie, lieber spielt sie im Casino eine Runde ums Glück. «Nicht, dass ich es sonst nicht hätte. Ich vergnüge mich einfach gern.»  ----------

Lieblingsorte in der Ferne  Piccolo Teatro di Milano, «fantasti-

sches Programm!», Via Rovello 2, Mailand. www.piccoloteatro.org  Theater in der Josefstadt, Josefstädter Strasse 25, Wien. www.josefstadt.org  Playa Migjorn, «mittags glänzt das Wasser wie Milliarden von Kristallen!», auf Formentera.  Ristorante Il Pontaccio, «klein, kuschlig, gleich hinter der Scala!», Via Pontaccio 4, Mailand.  Hotel Ristorante la Grotta Palazzese, «stürmisch, romantisch!», Via Narcisco 59, Polignano a Mare. www.grottapalazzese.it  Chez Tonton, «bester Seafood!», 22 Pythagoras Str., Altstadt, Rhodos.  Wynn, «super Hotel, tolles Casino, fantastische Show!», Las Vegas. www.wynnlasvegas.com

«Das alte Haus» mit Heidi Maria Glössner am 5. Mai, 20.05 Uhr, SRF 1

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beeindruckt Christiane und Peter Sauber staunen über 150 Züge, 6500 Figuren und 210 Gebäude.

Volle zugkraft! Erstmals sieht der Ex-Rennpilot eine Lokomotive von innen, bewegt im Simulator die bekannte Ae 6/6.

«hier erwacht das Kind in mir» so haben wir Peter sauber noch nie gesehen – als bähnler! bei Freiburg besucht der legendäre Formel-1teamchef eine der grössten Modelleisenbahnen der schweiz. und denkt über sein neues leben nach. TexT andré häFliger FoTos Marcus gyger

s

anft setzt der Verwaltungs­ ratspräsident und Gründer der Sauber Motorsport AG die rote Lokomotive auf die Schienen. Peter Sauber, 69, befindet sich in der riesigen Modell­ eisenbahn­Anlage Chemins de fer du Kaeserberg in Granges­Paccot FR. «Ein herrliches Gefühl, so etwas in den Händen zu halten», schwärmt er. Ganz zufrieden mit sich und der Welt. Letzten Herbst hat er die Leitung seines For­ mel­1­Teams an Monisha Kaltenborn, 41, abgegeben. «Ich will kürzertreten. Dinge tun, die ich schon lange vorhatte.» Dazu gehört ein Besuch der faszinierenden

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Eisenbahn­Welt, die seinem ehemaligen Rennfahrer­Kollegen Marc Antiglio, 73, gehört. Mit funkelnden Augen schreiten die beiden nun durch die Geleise. Vor 43 Jahren wurden sie gleichzeitig Schwei­ zer Meister. Antiglio in der Kategorie Gran Turismo mit einem Renault Alpine, Sauber bei den Sportwagen im gelben Sauber C1. Es war der erste Hinwiler Bolide, der zu Ehren seiner Gattin Chris­ tiane, 69, den Anfangsbuchstaben ihres Vornamens trug. Jetzt freut sie sich, dass der Mann, mit dem sie seit 47 Jah­ ren verheiratet ist, «etwas mehr Zeit auch für sich selber» hat. Auf der Vorzeige­Modellbahn gefal­ len Christiane Sauber vor allem die nos­ talgischen Dampflokomotiven. Plötz­

lich entdeckt sie mittendrin auch ein Dampfschiff, die «Gallia». Da setzt der stolze Kaeserberg­Besitzer, der frühere Tiefbau­Ingenieur Marc Antiglio, zum Test an. Er fragt Sauber, auf welchem See dieses Schiff fahre. «Auf dem Vier­ waldstättersee», kommt es ohne Zögern – sauber! Immer wieder staunt der Schweizer, der den Namen unseres Landes so weit in die Welt trägt wie sonst nur Roger Federer. «Der Knie braucht ja so viel Platz wie ein Renn­Circuit», witzelt der Zürcher vor dem Mini­National­Circus. Doch genug Miniaturen. Jetzt ist Saubers Lenk­Kunst gefragt! Er nimmt auf dem Simulatorsitz der ehemaligen Ae­6/6­Lok «Baselland» Platz. «Mit 6000 Pferdestärken führen sie jetzt rund 1000


Bähnler Sauber In der 610 Quadratmeter grossen Modelleisenbahn Chemins de fer du Kaeserberg hat er mächtig Spass.

Passagiere in zwölf Wagen von Bern nach Domodossola», sagt der Simulator-Chef, der ehemalige SBB-Lokführer Kurt Spori, 65. Nur wenige Handgriffe muss er dem Ex-Rennfahrer beibringen, schon gibt er Gas. «Nein, Zugkraft geben heisst das bei uns», grinst Spori. Peter Sauber hat Spass, erfüllt seine Aufgabe grandios. Mit nur einem Fehler: Im Bahnhof von Kandersteg BE hält er etwas zu früh an. «Ogi hat mich durcheinandergebracht», lacht er. Die vorbildliche Fahrt wird belohnt: Stolz überreicht Marc Antiglio seinem Freund ein Lokführer-Zertifikat. «Das ist mir eine besondere Freude und Ehre», sagt er ganz gerührt. «Jetzt ist Die Renn-Kollegen Peter Sauber (l.) und Marc Antiglio (Bild unten) mit Modell- Peter, der schon so vieles erreicht hat in seinem Leben, auch Lokomotivführer Loks und 1970 als Rennfahrer (oben).

geworden.» Der Gelobte erwidert das Kompliment. «Hut ab vor dem, was du hier für die Öffentlichkeit geschaffen hast», sagt Sauber. «Bei der Eisenbahn muss man ebenso Perfektionist sein wie in der Formel 1. Das haben wir nach all den Jahren immer noch gemeinsam.» Der Rennstallbesitzer strahlt. Er geniesst die fantastische Miniaturwelt sichtlich. «Hier werde ich wieder ein Kind.» Und erinnert sich an seine Rennanfänge: «Als Bub spielte ich gerne mit der Modelleisenbahn meines Vaters. Sie war in einem Kellerzimmer bei uns zu Hause in Zürich, aber natürlich viel kleiner als diese hier.» Später musste die Bahn weichen: Sauber brauchte Platz, um seinen C1 zu bauen. Es war 1970 der Start einer einzigartigen Karriere!  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 55


GUT IM SCHUSS

Die Europa-Park-Chefs Roland (l.) und Jürgen Mack auf der Schweizer Bobbahn. Die Unternehmer lieben den Nervenkitzel.

Ihnen gehört die Schweiz: Roland und Jürgen Mack. Im EUROPAPARK im süddeutschen Rust haben sie vor 20 Jahren den Schweizer Themenbereich eröffnet. Und den Nerv der Besucher getroffen.

Die Könige der S


TEXT SILVAN GRÜTTER FOTOS FABIENNE BÜHLER

A

Schweiz

n diesem Morgen ist die Welt in der Schweiz noch ein bisschen mehr in Ordnung als sonst. Das Bächlein rauscht munter, die Vögel zwitschern vergnügt, und den einzigen Zigarettenstummel auf dem Boden hat der Landesvater höchstpersönlich aufgehoben und entsorgt. Europa-Park-Chef Roland Mack, 63, ist zufrieden. Vor genau 20 Jahren hat er hier im süddeutschen Rust seine eigene kleine Schweiz eröffnet. Als einer von mittlerweile 16 Themenbereichen mit eigener Bobbahn, Souvenir-Ständen und dem originalgetreuen Nachbau eines Walliser Bergdorfes mit Holzhäusern und Geranien an den Fenstern. Hier liegt die Schweiz direkt neben Griechenland. Skandinavien und England sind bequem zu Fuss erreichbar. «Ausser Schwarzgeld gibt es alles, was es in der richtigen Schweiz auch gibt», scherzt Roland Mack. Und tatsächlich: In der «Walliser Stuben» gibt es Fendant und Rivella – Raclette und Fondue schmecken so gut wie im richtigen Wallis. Das kann der Chef bestätigen: Mack besitzt seit Jahren ein Ferienhaus im Wallis. «Mit Blick von der Sauna direkt auf das Matterhorn», wie er stolz sagt. Zudem wurde ihm für sein Engagement für den Bergkanton 2006 die Ehrenbürgerschaft von Chandolin VS verliehen. Im Gegenzug trägt die Hauptgasse der Schweiz im Europa-Park den Namen Rue Chandolin. 20 Jahre nach der Eröffnung haben die Schweiz und die Schweizer ihren  SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 57


 festen Platz im grössten Freizeitpark im deutschsprachigen Raum. Über viereinhalb Millionen Besucher wurden von den Macks vergangenes Jahr begrüsst – davon rund eine Million aus der richtigen Schweiz. Mit dabei natürlich auch das Ehepaar, das seit Jahrzehnten jedes Wochenende nach Rust reist und zwei Tage im Europa-Park verbringt. Nur einen Schweizer haben die Macks als zahlenden Gast verloren: den Mann, der vom Park dermassen angetan war, dass er irgendwann als Fahrer der Monorail angeheuert hat und mit seiner ganzen Familie nach Deutschland gezogen ist. «Die Schweizer gehören zweifellos zu unseren liebsten und besten Besuchern», sagt Jürgen Mack, 54, der den Park zusammen mit seinem Bruder leitet. Jürgen ist für das Finanzielle und das Personal zuständig, Roland für die Attraktionen, das Bau-Management und das Showgeschäft. Kaum einen prominenten Schweizer, den er nicht persönlich kennt und schon im Park begrüsst hat. Adolf Ogi, DJ Bobo und Denise Biellmann sind nur drei davon. Das Geheimnis ihres Erfolges kennen die Macks haargenau: «Es ist die Liebe zum Detail. Hier muss einfach alles stimmen. Es ist die perfekte heile Welt.» Die wird mit knapp 3500 Mitarbeitern bis zur Perfektion gehegt und gepflegt. Darunter hat es eigene Gärtner, Maurer, Bäcker, Maler und Mechaniker. Die Liebe zum Detail bekommen mitunter auch die Angestellten hautnah zu spüren. Den Mack-Brüdern entgeht keine defekte Glühbirne und kein ungemähtes Stück Rasen. Sie kennen den Park wie ihre Westentasche, und das mit gutem Grund: Roland und Jürgen Mack leben nicht nur für den EuropaPark – sondern auch seit Jahren darin. Die Familien bewohnen zwei Anwesen auf dem Gelände und erleben den Park wie sonst selten jemand – nämlich menschenleer. «Es ist ein ganz spezielles Gefühl, wenn es still ist hier drin», erzählt Jürgen Mack, der nachts gerne mit seinem Hündchen spazieren geht. «Aber 58 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

ES LÄUFT RUND

Oben: Viereinhalb Millionen Besucher zählt der Park im süddeutschen Rust pro Jahr. Davon eine Million Schweizer. Rechts: Roland (l.) und Jürgen Mack neben ihren Gattinnen Marianne und Mauritia beim Fondue vor der «Walliser Stuben».

Ausser Schwarzgeld gibt es hier alles, was es in der richtigen Schweiz auch gibt ROLAND MACK

als kaufmännischer Leiter muss ich natürlich sagen, dass es ich es lieber sehe, wenn der Park so richtig voll ist!» Und das ist er meistens. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte 1975, als Roland Mack, studierter Ingenieur, und sein inzwischen verstorbener Vater Franz ihre Idee vom eigenen Freitzeitpark in die Tat umsetzten. Die Familie stellte schon vorher erfolgreich Riesenräder, Achterbahnen und andere Freizeitpark-Attraktionen her. Der Park sollte anfangs praktischerweise als Ausstellungsfläche für ihre Produkte die-

JUBILÄUM Vor genau 20 Jahren

eröffneten Roland (l.) und Jürgen Mack den Schweizer Themenbereich.


nen. Heute stehen auf einer Fläche von 94 Hektar über hundert Attraktionen und fünf Hotels. «Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es hier früher ausgesehen hatte. Einfach nur ein fla­ ches, weites Stück Land», erinnert sich Jürgen Mack, der nach dem Wirtschafts­ studium später in das Familienunter­ nehmen einstieg. Auf den Spatenstich folgten entbehrungsreiche Zeiten für die ganze Familie. «Die ersten fünfzehn Jahre haben wir sieben Tage die Woche durchgearbeitet. Ferien gab es nur dann, wenn der Park in den Winter­

monaten geschlossen hatte», erinnert sich Marianne, die Ehefrau von Roland. Sie arbeitet, genau wie Mauritia Mack, die Ehefrau von Jürgen, noch für den Park. Das Engagement hat sich für alle ausbezahlt. Die Brüder sind hoch an­ gesehene Unternehmer, wurden beide mit dem Bundesverdienstkreuz aus­ gezeichnet. Und mit den Söhnen Tho­ mas, 31, und Michael Mack, 34, steht heute schon die nächste Generation im Dienst des Parks. Angst vor der Zukunft haben Ro­ land und Jürgen Mack nicht. Trotz Kon­

kurrenz aus der virtuellen Welt der Unterhaltungsindustrie. Abwärts geht es für die Brüder nur dann, wenn sie wieder einmal den Nervenkitzel suchen: Noch heute fahren die beiden regel­ mässig mit jeder einzelnen Bahn im Park. Besonders gerne immer im Klassiker, der Schweizer Bobbahn. «Das flaue Gefühl im Magen ist durch nichts zu ersetzen. Darum wird es uns auch in zwanzig oder dreissig Jahren noch geben», sagt Roland Mack, bevor er mit seinem Bruder talwärts donnert.  schweizer illustrierte 59


Notabene Chris von Rohr

D

ie Gemüter köcheln: Sollen Familien, die ihre Kinder traditionell selbst betreuen, von einem Steuerabzug profitieren dürfen – genau wie jene, die sie fremdbetreuen lassen? Ich verstehe nicht, wie man dagegen voten kann! Wenn schon Betreuungsgeld verteilt wird, dann bitte schön sozial auch an die Daheimgebliebenen! Eltern, die entscheiden, sich persönlich vollzeitlich um ihrem Nachwuchs zu kümmern, ihm eine nachhaltige Erziehung, Betreuung und Pflege angedeihen zu lassen, sind genauso wertvoll und förderungswürdig wie jene, die in der Wirtschaft aktiv sein wollen oder müssen. Auf beiden Seiten gibt es Haushalte, die keine Steuererleichterung bräuchten, aber da scheitert die Gerechtigkeit wohl an administrativen und logistischen Haken. Das nehme ich in Kauf. Der Staat gibt ein Vielfaches für weit Dümmeres aus als für unser lebendigstes und verletzlichstes Gut – die jungen Menschen. In Zürich kostet ein Krippenplatz mittlerweile bis zu 29 000 (!) Franken pro Jahr und Kind. Die Schweiz hat europaweit den Spitzenplatz arbeitender Mütter. Die Maschinen dampfen, und die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich ein stolzer Tiefstwert. Wir werden wohl wachsen, bis die Fruchtblase platzt. Nur will das niemand gern glauben. Es ist mir klar, dass oft beide Family-Captains arbeiten müssen, um die Segel zu halten oder den Lebensstandard, der ihnen vorschwebt, erreichen zu können. Wir leben hier in einer westlichen, stark materiell orientierten Wohlstandsgesellschaft, wo manchem das Haben mehr am Herz liegt als das Sein. Die Wohnung sollte einen begehbaren Gewürzständer haben und einen Schleudersitz von der Tiefgarage aufs Sofa, wo die computergesteuerte TVLandschaft mit netten Begrüssungs-

60 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Wohlstand auf Kredit ist der falsche Weg worten aufstartet. Dazu Autos mit integrierten Flachbildschirmen, damit die Kids ja nicht quengeln auf der Fahrt. Und Feriendestinationen, die auf Facebook etwas hermachen. Also nicht auf dem Zeltplatz! Um das alles zu finanzieren, braucht es bald drei Einkommen. Sollte es wirtschaftlich dereinst schlechter laufen, frage ich mich, wie solche Familien, die jetzt schon auf dem Zahnfleisch gehen, ihr Leben ohne soziale Zustüpfe bewältigen wollen. Die verlockende Schulden- und Tiefzinspolitik birgt grosse Gefahren. Ökonomen und Wirtschaftsexperten warnen davor, dass das künstliche, also ungedeckte und nicht erwirtschaftete ins System gepumpte Geld eine Inflation hervorrufen wird. Wohlstand auf Kredit ist der falsche Weg. Denn ich sehe zunehmend viele überstresste und entnervte Menschen statt solche, die glücklich in die Sonne blinzeln. Das gibt mir zu denken. Vielleicht schlägt das Pendel ja zurück, und Freundschaft, Liebe und Familie werden wieder zum wahren Luxus, weil seltener als all die Ware um uns, die uns zu knechten und zu dirigieren droht. Ich finde es besorgniserregend bis empörend, dass einerseits Unmengen von Geld in aufgeblasenen Verwaltungs-

und Administrationsapparaten verdunsten und gleichzeitig die Familie geschnitten und dämlichgeredet wird. Sie ist und bleibt Wiege, Treibstoff und Zukunft der Gesellschaft. Amen. Alles andere ist Papperlapapp! Zynische verbale Hiebe wie Herdprämie oder gutbürgerliche Mutterkuh sind diskriminierend, arbeitsabwertend und stammen wohl aus unreifen Quellen. Es geht einfach nicht an, dass Eltern, die sich materiell schlank halten, die Füdli selber putzen und die Kleinen stets auf der Hüfte herumtragen, trotz weniger Einkommen Kitas mitfinanzieren müssen, die sie nicht nutzen. Übrigens, ich höre die Kinderpsychologen zu dieser Thematik sprechen. Die Hauptgründe für auffällig werdende, sozial gestörte und angeschlagene Kinder seien zu viel Stress, Lieblosigkeit und nervöses Herumgeschiebe. Zu wenig Verweilen und Seelensalben, immer wieder das Bündeli packen und keine gesunde Wurzelbildung. Eltern, die ständig auf jedes Piepen und Zwitschern reagieren und mit ihren gescheiten Telefonen mehr Augenkontakt haben als mit ihren Kindern, wirken sicherlich nicht entspannend auf den Nachwuchs. Tja, so verblöden Gross und Klein ihre wertvolle Zeit auf Erden. Ich ziehe auf jeden Fall mein Kopftuch vor all den Müttern und Hausmännern, die tagtäglich eine der schönsten, aber sicher auch schwierigsten Aufgaben des Landes unbeirrt mit viel Geduld, Energie und Aufwand erfüllen! Und ich bin mir sicher, dass auch sie mir zustimmen: Mutter sein ist kein Auslaufmodell – und Vater auch nicht! Zum Glück dürfen wir hierzulande unsere Stimmzettel ausfüllen, sie in die Urne hauen und auskorrigieren, was abgehobene Politgummis, deren Lächeln meist so eine professionell reservierte Note hat, ausgeboren haben. ---------Chris von Rohr, 61, Musiker, Produzent und Autor

Foto Daniel Rihs

Wertprämie statt Herdprämie


Shopping

TOP TEN der Woche

Hair & Make-up Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars, Model Zaklina @ Visage

Land des Lächelns Es ist nicht unbedingt ein Zufall, dass die grossen Modehäuser wie Prada, Emilio Pucci, Hermès, Haider Ackermann und Etro diesen Sommer auf den Trend Asia setzen. Schliesslich gehören China, Japan und Indien mittlerweile zu den wichtigsten Absatzmärkten. Aber ob Seiden-Kimonos, weit geschnittene Hosen, Wickeljacken im Judoka-Stil, Hosenanzüge, inspiriert aus Vietnam, indische Saris, elegante Kleider im Geisha-Look oder wunderschöne, florale Prints, die reduzierte Ästhetik begeistert Fashionistas auf der ganzen Welt. Und gerade in unserer hektischen Zeit können wir von den östlichen Traditionen lernen – sei es mit der Philosophie des Zen-Buddhismus oder einer zeremoniellen Teestunde. REDAKTION URSULA BORER FOTOS GERI BORN STYLING MELANIE ALBISSER

Fashion-Samurai Kette Carven, Modestrom, Zürich CHF 489.–, Seidenbluse Maria Cornejo, Eclectic, Zürich CHF 480.–, Hose Zara CHF 79.90 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 67


Hüterin des Schatzes Kleid Samantha Sung, Apartment Store, Zürich CHF 619.–, Armband, Eclectic, Zürich CHF 220.–, Schatulle aus Regenbaumholz, Globus CHF 45.90

Moderne Geisha Kleid Issa, Modestrom, Zürich CHF 819.–, Tasche Kotur, Eclectic, Zürich CHF 460.–, Schuhe Zara CHF 149.–, Hocker Beton, www.fly.ch CHF 169.–

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Fächer-Elfe Kimono Sack’s, Big, Zürich CHF 298.–, Kette, Eclectic, Zürich CHF 320.–, Hose Yessica, C&A CHF 25.–, Fächer Manor, ab CHF 9.90


shopping top ten der woche

trendy Judoka Mantel Esther Annen, www. klamott.ch chf 333.–, Bluse Debby Debo, Big, Zürich chf 79.80, Seidenhose Attic & Barn, Big, Zürich chf 269.–, Kette (in der Hand) Maria Calderara, Eclectic, Zürich chf 320.– schweizer illustrierte 69


Meister des Suspense Das neue Buch «Alfred Hitchcock», Knesebeck Verlag. CHF 77.90

Schwarz-weiss Top Coat Dots von L’Oréal Paris mit Salz-und-PfefferMuster. Ca. CHF 10.–

Schwarz Lack Nigra 603 von Priti NYC gibts unter www.pritinyc.ch. CHF 21.90

Magnet-Struktur Snake it up aus der Repstyle-Kollektion von Essie. Coop City. CHF 19.90

TRENDIGE NAGELLACKE

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Knesebeck, The Bodyshop, HO

Drama, Baby Auf dem roten Teppich zeigen Stars und Sternchen aus Hollywood zurzeit ihre Krallen. Neben Glamour-Roben setzen sie auf edlen Nagellack. Ob ganz in Schwarz (Priti NYC) oder mit Schimmer-Topping (Alessandro), mit 3-D-Struktur im ReptilienLook (Essie), modern in Schwarz-Weiss (Top Coat Dots von L’Oréal) oder mit viel Bling-Bling (O.P.I). Dank neuen Hilfsmitteln und Innovationen können wir die Drama-Nails zu Hause ganz einfach nachmachen. Pailletten lassen sich leicht zusammen mit dem Topcoat anstreichen. Strasssteine klebt man mit einem Tropfen Nagelkleber auf (beides Essence Nail Art Decoration Kit). Wem das zu kompliziert ist, setzt auf die Color Show Fashion Prints Nails Stickers von Maybelline (CHF 10.90). Draufkleben und in Form feilen. Einer, der das Drama in Perfektion beherrschte, war Alfred Hitchcock. Den privaten Meister des Suspense (Spannung) kann man sich jetzt im Kino mit Starbesetzung ansehen (Anthony Hopkins, Helen Mirren, Scarlett Johansson, Jessica Biel). Oder man schwelgt im neuen Buch aus dem Knesebeck Verlag in neuem Bildmaterial. URSULA BORER


Pailletten Essence Nail Art Decoration Kit gibts bei Coop City. Ca. CHF 3.95

Silberstreif Nail Enamel Smouldering von Revlon gibts bei Drogerie Müller. CHF 14.90

Bling-Bling When Monkeys Fly aus der Oz-Kollektion von O.P.I. CHF 23.90

Schimmernd Go Magic Effect Topping von Alessandro gibts in sechs Varianten. Manor. CHF 17.90

STAR-GEFLÜSTER

«X Factor»-Beauty Neues Album, Welttournee und eine eigene Kollektion bei The Body Shop: Die britische Sängerin und «X Factor»Gewinnerin Leona Lewis gibt Vollgas mit Lipgloss, Puder, Duft und Bronzer!


PROMOTION

HOCHZEITSSTRESS

Gewinnen Sie ei im Hotel The C n Wellness-Weekend für 2 Pe ambrian in Ade rsonen lboden.

Dr. Thomas SchmidtRose, Nivea-DeodorantForschung

Kalte Hände, Schweissausbrüche – eine Hochzeit ist ganz schön aufregend! Stress von seiner positivsten Seite. Das neue Stress Protect Deo von NIVEA sorgt für unbeschwerte Momente. «So aufgeregt wie an meiner Hochzeit war ich noch nie in meinem Leben! Ich habe schon ewig von diesem Tag geträumt – von einem weissen Kleid mit Spitzen, Brautstrauss, halt allem, was dazugehört. Den richtigen Mann habe ich zum Glück auch gefunden. Für die Hochzeit haben wir einen Ort am Vierwaldstättersee ausgewählt. Ich hätte nie gedacht, dass die Organisation so viel Nerven kosten würde. Am Abend vor dem Fest bin ich völlig erschöpft in die Badewanne gestiegen und habe danach wie ein Baby geschlafen. Nach dem Aufstehen fühlte ich mich total ruhig. Doch als ich die Kapelle betrat, wurde ich richtig nervös, zum Glück habe ich nicht geschwitzt. Beim Joggen zu schwitzen, ist ja normal. Aber in einem wichtigen Moment Schweissausbrüche zu bekommen, fände ich sehr unangenehm! Thomas wirkte ganz ruhig. Der lässt sich in 72 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

solchen Situationen nie was anmerken. Bis ich seine Hand genommen habe: Die war ganz kalt und feucht. Das hat mich irgendwie total beruhigt.» Anna, 28, Sportlehrerin ---------Gewinnen Sie ein Wellness-Weekend Kommt Ihnen die Geschichte von Anna bekannt vor? Schildern Sie uns Ihre positive Stressgeschichte und gewinnen Sie: 1. Preis zwei Übernachtungen im Hotel The Cambrian in Adelboden für 2 Personen im Wert von CHF 1300.– 2.–20. Preis je ein NIVEA Goodie-Bag mit dem neuen Deo als Geschenk Mitmachen und gewinnen Nehmen Sie teil auf www.NIVEA.ch/positiverstress, oder schicken Sie Ihre Stressgeschichte per Post an: Beiersdorf AG, Stichwort «Stress Protect», Duggingerstrasse 21, 4153 Reinach. Teilnahmeschluss: 12. Juni 2013. Die originellsten Geschichten gewinnen, und der Sieger wird im Internet publiziert. Über diesen Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Barauszahlung ausgeschlossen. Die Gewinner werden von der Beiersdorf AG benachrichtigt. Mitarbeitende von Ringier AG und Beiersdorf AG sowie deren Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Der Gewinner wird im Internet publiziert.

Schutz

Stress Protect Deo schützt in allen Situationen zuverlässig vor Achselnässe und stressbedingtem Körpergeruch. Stress Protect gibt es als Spray und Roll-on für sie und ihn.

Fotos Getty Images, HO

Mit Sicherheit Ja sagen

Stress ist schlecht, richtig? Nicht unbedingt! Wenn es sich um kurzfristigen und nicht um chronischen Stress handelt, kann dieser positiv sein. Die weltweite Studie von Nivea hat gezeigt, dass viele Menschen Stress auch als gut empfinden. Stress motiviert zu Spitzenleistungen. Unangenehm wird es aber, wenn man Schweissausbrüche bekommt. Was passiert da im Körper? Der Adrenalin-Spiegel steigt, und man beginnt stärker zu schwitzen und unangenehmer zu riechen als sonst. Wie hilft das neue NIVEA Deodorant Stress Protect dagegen? Wir haben zwei verschiedene hochwirksame Anti-Transpirant-Wirkstoffe miteinander kombiniert. In Kombination mit einem Zink-Komplex wird der bakterienhemmende Effekt noch gesteigert. Es entsteht ein Synergieeffekt.


Shopping TOP TEN der Woche

LAUFSTEG

Tierisch

ROT-PINK IM DUO

Wer mutig ist, gewinnt

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Paul Seewer, Imaxtree, HO. Auswahl Melanie Albisser

Rot und Pink: Bei dieser Farbkombination jaulen Klassiker laut auf. Der Erste, der sich an dieses No-Go heranwagte, war der Modeschöpfer Yves Saint Laurent, 1936–2008. Und wie gekonnt! Die Kreationen strahlten Glamour und Mut aus. Und eine Prise Verwegenheit. Diesen Sommer sind sie ein absolutes Must. Sie erinnern an Beerencocktails im Garten, an Tage am Mittelmeer und ans Dolcefarniente. Zu finden finden sind sie in Warenhäusern und Boutiquen. Treten kombiniert auf, wie bei den Sandalen im Bild. Oder auch mal einzeln, als Jupe und Top. Glückliche haben schon mal eine der Farben im Kleiderschrank, vom letzten Jahr. Jetzt nur noch die Lippen in einem der beiden Töne schminken, mit Gloss oder Stift. Fertig ist der Sommermix. BEATRICE SCHÖNHAUS

Trendy Streifenoptik Sandalen mit Keilabsatz von Alberto Zago bei Walder Schuhe. CHF 250.–

Erfolgreich mit wilden Designs Die Kollektionen des Design-Duos von Kenzo sind online auf www.kenzo.com oder z. B. bei Fidelio in Zürich erhältlich.

Das französische Label Kenzo lässt das Tiger-Fieber grassieren. Dem DesignDuo Humberto Leon und Carol Lim ist mit dem Tiger-Pulli letzte Saison der grosse Coup gelungen. Der Baumwoll-Sweater mit ikonischem Tiger-Kopf wurde zum Trendteil des Winters. Die Erfolgsstory von Leon und Lim geht weiter: In der aktuellen Saison haben sich die beiden intensiv mit dem Thema «Safari» auseinandergesetzt. Neben abstrakten Leo-Prints in wilden Farbkombinationen wird die Kollektion von Capes, Overalls und Trenchcoats in Erdtönen komplettiert. Ein wilder Mix, der Kenzos Fangemeinde gefällt – und sie bestimmt noch vergrössern wird.

Nina Lienhard, Redaktorin SI Shopping, steht auf den Kenzo-Look.

Knielang & gut Sogenannter BleistiftRock von Hallhuber bei Schild. Ca. CHF 115.–

Pink trifft auf Rot Glamouröse Sandalen mit Keilabsatz, Wedges. Von New Yorker. CHF 49.95

Basis-Teilchen Plissee-Jupe, entdeckt bei Mango. Passt perfekt zu Pink. CHF 49.95

Grafisch und gut Kleid von Maria Westerlind bei Fidelio 2. Solange Vorrat. CHF 369.–

Ein Hauch von Ethno Kette in Pink und Rot. Matthew Williamson bei Gassmann. CHF 449.– SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 73


Shopping

OBJEKT DER BEGIERDE

Lackwunder wie beim Profi Lack-Revolution Striplac-Kit von Alessandro mit LED-Lampe, Feile, Hufstäbchen, Farblack 12 Classic Red, Twincoat und Cleaner Pads. Manor, Amavita, Globus, Jelmoli. CHF 119.–

Wer kennt das nicht: Kaum hat man die Nägel schön lackiert, splittert man sich gleich wieder eine Ecke ab. Mit dem Starterkit Striplac von Alessandro sind diese Zeiten vorbei. Der spezielle Lack hält ohne Splittern bis zu 10 Tage. Jede Schicht wird unter der LED-Lampe jeweils 60 Sekunden gehärtet (Base, zweimal Farbe und Topcoat). Der Effekt ist wie bei einer Gellack-Manicure aus dem Studio. Der Clou: Hat man genug von der Farbe, zieht man den Lack mithilfe des Hufstäbchens ganz einfach ab – ohne Nagellackentferner und ohne Schädigung des Nagels! Von Bubble-Gum-Rot Nr. 43 über New-York-Grau Nr. 76 bis Crazy-Lazy-Blau Nr. 61 – ab sofort gibt es 24 Farben. URSULA BORER

www.asimplehug.com «Wenn der Vater mit dem Sohne» heisst eine rührende Komödie aus den 50er-Jahren. Die sorgfältig verarbeiteten Hemden von A simple hug im Streifen- und KaroDesign erinnern etwas an die verlorene, unschuldig erscheinende Zeit. Und: Es gibt sie immer gleich paarweise – ein grosses für den Vater, ein kleines für den Sohnemann.

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Das herzige Duo aus Öko-Baumwolle gibts auch mit Monogramm und wird in einer eleganten Geschenk-Box verschickt. Ein perfektes Geschenk für den Vatertag (2. Juni!), für Geburtstage und Hochzeiten. KK Mehr Online-Tipps www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, HO

ONLINE-TIPP


Highlights bei Dosenbach Animalisch entspannen Cooler Stroh-Trilby mit SchlangenPrint versüsst den Sommer auf dem Liegestuhl. CHF 9.90

Chic zum Date Puristische Clutch in Schlangen-Optik mit Henkel in der Trendfarbe Weiss. CHF 24.90

Modisches für die ganze Familie gibts in der neuen Dosenbach-Filiale im Shopping-Center Westside. DOSENBACH, WESTSIDE BERN BRÜNNEN

Trends zum kleinen Preis

Dem Architekten Daniel Libeskind ist mit dem Westside ein echtes Highlight gelungen. Das moderne Einkaufs- und Erlebniscenter bietet seinen Besuchern 55 Läden, 10 Restaurants, 11 Kinos, das 4-Sterne-Hotel Holiday Inn und den Bernaqua Wasserpark & Spa. Neu dazu gekommen ist Mitte März eine Dosenbach-Filiale. Mit trendigen Schuhen und Accessoires rundet sie das vielfältige Shopping-Angebot in Bern Brünnen ab. Von Graceland über Janet D und 5th Avenue bis zur exklusiven Kollektion von Halle Berry: Hier werden Schuh-Fans zum kleinen

Im Strand-Modus Sandalette mit Neon-Akzent und Animal-Print macht Lust auf exotische Destinationen. CHF 19.90

Preis fündig. PS: Auch Männer und Kinder (z. B. mit der Traditionsmarke Elefanten) und Sportler (Adidas, Nike, Puma oder Fila) kommen hier nicht zu kurz. URSULA BORER

Auf Stadt-Safari Dank der Sandalette mit Keilabsatz flaniert es sich auch bei 30 Grad plus entspannt. CHF 29.90

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Öffnungszeiten Mo–Do 9–20 Uhr, Fr 9–22 Uhr, Sa 8–17 Uhr, www.dosenbach.ch, www.westside.ch

Weitere Shops im Shopping-Guide www.schweizer-illustrierte.ch

STIL-ZWILLING

Fotos HO

Sound ohne Störfaktor

Der Drahtlose Parrot Zik wurde von Philippe Starck designt, www.novisgroup.ch. CHF 449.–

Bestseller Sehr populär: das Bose-Modell Quiet Comfort 15, www.bose.ch. CHF 419.95

Wer im Grossraumbüro ungestört arbeiten oder im Flieger ohne Windgeräusche reisen möchte, trägt Noise-Cancelling-Kopfhörer. Mit einem eingebauten Mikrofon wird das Umgebungsgeräusch bei diesen gemessen und ein gegenpoliges Signal im Kopfhörer erzeugt. Natürlich sind diese HightechKopfhörer dank aufwendiger und qualitativ hochwertiger Bauart vor allem perfekt für eins: puren, ungestörten Musikgenuss. SG

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Shopping

Balmains Designer Olivier Rousteing, 27, träumte von Miami und Kuba. Oufit Frühling/ Sommer 2013.

KOLUMNE Alexandra Kruse, 33, Stylistin, über Dufterlebnisse.

Sommerdüfte

TREND SCHWARZ-WEISS

Gruss aus Miami Miami mit all seinen Facetten soll die Inspiration für Balmain-Designer Olivier Rousteing, 27, gewesen sein: etwas Raffia, eine Prise von der Traumwelt Gianni Versaces aus den 90ern, eine Hommage an die PlättchenBöden im kubanischen Stil in Miami in Schwarz-Weiss. Ein fantasievoller Mix, nicht ganz leicht in den Alltag zu übertragen. Doch in Warenhäusern und Fashion-Boutiquen taucht der Schwarz-Weiss-Trend bereits auf,

als Hosen, Jacketts, Accessoires. Highlight: das Kleid mit angeschnittenen Ärmelchen von Vögele. Schlicht, einfach, gut. Wer den Trend auch auf sein Badezimmer ausweiten will, entscheidet sich für die Body-Pflegeprodukte Florabotanica von Balenciaga. Schwarz-weiss, stylish, toll. Aber auch ein schwarzer Bikini und drüber eine weisse Tunika sind schon mal ein modischer Anfang. BEATRICE SCHÖNHAUS

Produkte zum Look BeachHighlight Bikini von Melissa Odabash, über Schwarz-weiss-rot Bodywww.beachfashionshop.com. Linie Florabotanica von Ca. CHF 200.– Balenciaga. Ab ca. CHF 50.– 76 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

WiesenBlumen SommerKleid von Vögele, solange Vorrat. CHF 59.95

Pünktlich im Mai jedenfalls wird man von einer Welle neuer Parfums überrollt. Natürlich macht es Sinn, dass es ab und zu etwas Neues gibt, schliesslich möchte man ja auch olfaktorisch (vom Riechen her) mit der Mode gehen. Aber um ehrlich zu sein: Es überfordert mich schlichtweg. Jeder Star hat mindestens zwei Düfte auf dem Markt, jeweils eine Sommer- und eine Winterversion davon; und mal ehrlich – eigentlich möchte man doch lieber nach sich selber als nach Kate Perry oder J. Lo riechen, nicht? Puuuhhh! Zusätzlich bringt jedes internationale Modehaus pünktlich zu Saisonbeginn eine ganz neue Duftlinie inklusive passender Körperpflege mit Bodylotion, Dusch-Gel und Deo auf den Markt. Ich jedenfalls hab mich jetzt für ein ganz neues Parfum entschieden. Es heisst «Eau de Eigenlob», ist äusserst flüchtig und entsteht immer dann, wenn Kosmo gerade was Neues gelernt hat. Zum Beispiel einen Löffel mit Brei in den Mund zu stecken, ohne alles zu beschmutzen, oder Bauklötze turmhoch zu stapeln. Er freut sich dann jedes Mal so sehr, dass er in die Hände klatscht und ihn ein funkelndes Wölkchen Wohlgeruch umgibt. Und wie Erfolg riecht, das wissen wir ja. Schon Elizabeth Taylor soll gesagt haben: «Erfolg ist das beste aller Deodorants.» Dem ist definitiv nichts hinzuzufügen.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, iMaxtree, HO

Ein neues Parfum verändert alles. Es ergibt ja quasi ein neues Energiefeld, wenn jemand, der eigentlich immer nach einer herzigen Mischung aus bulgarischer Rose und Babypuder geduftet hat, plötzlich die wilde sexy Amber-Mischung auflegt. «Seinen» persönlichen Duft zu finden, ist im Übrigen so schwer, wie die Steuererklärung pünktlich abzugeben oder eine geeignete Immobilie für die Liebsten zu finden.


Š Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, iMaxtree, HO


Check-up Aspirin gegen Hautkrebs

FFT I R BETomie 21 Tris

Information in Mamas Blut Seit knapp einem Jahr gibt es pränatale Tests, die aus zellfreier DNA im Blut der Mutter Trisomie 21 bestimmen können. Diese nicht invasiven Tests sind für die Schwangere wie auch für das Ungeborene ohne Risiko. TEXT ANDREA VOGEL

D

ie Kontroverse vor einem Jahr war riesig. Es ging um einen neuen Bluttest, der das Downsyndrom bei Ungeboren erkennen kann: Der Praena-Test erlaubte es, im ersten Trimester mit einer einfachen Blutentnahme zu bestimmen, ob das Kind Chromosomen-Anomalien hat oder nicht. Man spricht dabei von nicht invasiver Pränataldiagnostik, weil keine Fruchtwasserpunktion oder Chorionzottenbiopsie nötig ist – also auch kein Risiko für Mutter und Kind darstellt. Vor gut sechs Wochen kam nun der Test Prendia auf den Markt, der bei der Bestimmung von Trisomie 21 eine Genauigkeit von 100 Prozent hat. Und zusätzlich noch weitere Chromosomenstörungen erkennen kann, wie zum Beispiel das sogenannte CDC-Syndrom, welches bei schätzungsweise einem von 50 000 Kindern auftritt. Diese neuen Bluttests können in vielen Fällen die invasiven Eingriffe ersetzen, die bislang häufig zur Abklärung eines Verdachts auf Chromosomen-Anomalien vorgenommen wurden, aber bei jedem 100. bis 200. Kind ungewollt eine Fehlgeburt auslösen können. Das sei erst der Anfang einer bedeutenden Entwicklung, sind sich Gen-Forscher einig. Schon bald wer-

de der Mutterleib einer umfassenden genetischen Diagnostik unterzogen werden können. Behindertenverbände liefen darum Sturm: Der Druck auf schwangere Frauen werde weiter steigen, ein als behindert diagnostiziertes ungeborenes Kind abzutreiben. Sie forderten eine gesellschaftspolitische Diskussion über die Definition von lebenswertem Leben. Frauenärzte sehen die Kontroverse weniger eng. Die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe rät, die Tests nur bei Frauen durchzuführen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, etwa ein Kind mit Trisomie 21 zur Welt zu bringen – also alle Gebärenden ab 35 Jahren oder mit auffälligem Ultraschallbefund. Genau dieser Gruppe wurde bis anhin sowieso eine invasive Methode wie zum Beispiel eine Fruchtwasserpunktion empfohlen. Das damit verbundene Risiko von 0,5 bis 1 Prozent einer Fehlgeburt entfällt aber mit den Bluttests. Die Krankenkassen übernehmen übrigens die Kosten von 1500 Franken nicht. Die Kosten einer Fruchtwasserpunktion oder einer Chorionzottenbiopsie, die hoch sind, werden hingegen bei den Risikogruppen anstandslos bezahlt.

Palo Alto Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (Aspirin u. ä.) verleiht Frauen laut einer US-Studie möglicherweise einen Schutz vor Melanomen. Wer mindestens fünf Jahre lang ASS schluckt, darf mit einer Risikoreduktion von 30 Prozent rechnen. www.cancer.org

Weniger Salz, mehr Kalium

Genf Nicht mehr als fünf Gramm Salz und mindestens 3510 mg Kalium sollte Erwachsene nach neuesten Richtlinien der WHO pro Tag zu sich nehmen. Zu viel Salz und zu wenig Kalium im Körper erhöhen das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. www.who.int

Preis für Hautklinik

Zürich Der mit 15 000 Franken dotierte Georg-Friedrich-GötzPreis geht an die Klinik für Dermatologie des Universitätsspitals Zürich. Dr. Mirjana Maiwald wird für ihren Beitrag zur Krebsforschung auf dem Gebiet der kutanen Lymphome ausgezeichnet. www.usz.ch

TIPP

Gynäkologen entdecken diese Heilpflanze wieder neu: SALBEI hilft in der Menopause, Hitzewallungen und Schweissausbrüche zu reduzieren.

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check-up meDiziN NAch mAss

individuelle therapie dank G e Die Entschlüsselung unseres Erbgutes macht es möglich, durch DNAAnalysen das individuelle Risiko für gewisse Krebsarten festzustellen. Doch nicht nur die Gene sind verantwortlich für eine Krebserkrankung, mindestens ebenso wichtig ist unsere Lebensweise. TexT Dr. meD. sAmuel stutz

D

ie Medizin ist im Umbruch. Das Zauberwort heisst personalisierte Medizin. Mit dem oft missverstandenen Begriff meint man das Zuschneiden von medizinischen Massnahmen auf die individuelle genetische Veranlagung von Patienten. Ziel sind präzisere Diagnosen, effizientere Therapien und wirksamere Prävention. «seit der entschlüsselung des menschlichen erbgutes vor rund zehn Jahren sind die Kosten für DNA-Analysen massiv gesunken. Kostete das Unterfangen damals noch über drei Milliarden Franken, ist heute die vollständige entzifferung des erbgutes einer Person für weniger als 1000 Franken zu haben», sagt Prof. Felix Gutzwiller, Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich. Mithilfe molekularer Diagnosemethoden und durch die Analyse von Biomarkern ist es mehr und mehr möglich, die spezifischen genetischen Merkmale von erkrankungen zu identifizieren. Das ermöglicht Therapien, die am besten zu dem persönlichen genetischen Krankheitsprofil passen. Prof. Gutzwiller: «Die molekularen Zusammenhänge haben die Medizin revolutioniert. es ist eine exponentielle Zunahme der Möglichkeiten zu erwarten. Beispiele sind Krebs, Herz-Kreislauf, Demenz und Depressionen.» Treiber dieser Revolution ist aber nicht nur die entschlüsselung des menschlichen erbgutes, sondern auch die Datenspeicherung, die immer günstiger wird. In Zukunft werden die Patienten die Informationen über ihr erbgut unabhängig von Ärzten und Spitälern selber verwalten können. Am augenscheinlichsten ist der Umbruch beim Krebs. 37 000 neue Fälle gibt es pro Jahr in der Schweiz. Jedes Jahr sterben

Prof. Felix Gutzwiller,

Direktor des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich. 80 schweizer illustrierte

16 000 daran. Das ist ein Viertel aller Sterbefälle. «Die Gesamtüberlebensraten haben sich allein in den letzten zehn Jahren dramatisch verbessert, beim Brust- und Darmkrebs sogar mehr als verdoppelt», sagt Prof. Gutzwiller. «Die personalisierte Medizin ist der Schlüssel für hoch differenzierte, wirksamere und sicherere Medikamente sowie neue diagnostische Tests und Biomarker, die eine Aussage über zukünftige Prognosen erlauben. Mit der personalisierten Medizin gehört das Giesskannenprinzip nach dem Motto ‹Versuch und Irrtum›, das heisst die undifferenzierte Standardtherapie, zunehmend der Vergangenheit an.» Heute spricht ein Grossteil der Patienten auf die gängigen Medikamente gar nicht an. Bei den Antidepressiva zum Beispiel gibt es kein einziges, das gut genug bei allen wirkt. Mit den neuen Möglichkeiten der personalisierten Medizin wird es weniger unnötige Behandlungen, weniger Nebenwirkungen, bessere ergebnisse und einen gezielteren einsatz der finanziellen Mittel geben.» Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele unbegründete, geradezu gefährliche erwartungen und Hoffnungen an die personalisierte Medizin. Unfug ist zum Beispiel die erwartung, mit der erbgutanalyse könne man für jeden Menschen eine präzise Vorhersage über seine zukünftige Gesundheit machen. Prof. Gutzwiller: «Das Risiko für die meisten Krankheiten ist nicht nur von der genetischen Veranlagung abhängig, sondern von sehr vielen Umwelteinflüssen und vor allem auch von der Lebensweise. Zudem ist bei den meisten erkrankungen nicht nur ein Gen, sondern meistens viele Gene beteiligt.» Deshalb heisst es: Hände weg von Firmen, die mit sogenannten InternetSchnellabklärungen nur Geld verdienen wollen und je nach Testergebnis die Betroffenen und ihre Familien in die Verzweiflung treiben können, nur weil sie glauben, sie hätten es mit medizinischen Fakten zu tun. «Solche ergebnisse haben ohne eine sorgfältige und vorsichtige Interpretation durch ausgewiesene Fachleute null Aussagekraft», warnt Prof. Gutzwiller. «Deshalb sind in der Schweiz Genom-Analysen auch nur für medizinische Zwecke erlaubt.» Diesen Grundsätzen fühlt sich Myriad Genetics verpflichtet, das weltweit führende

PersONAlisierte meDiziN

«Die entwicklung läu ft Was kommt mit der personalisierten Medizin auf uns zu? eine immer feinere molekulare Diagnostik und eine darauf abgestimmte Therapie mit besseren erfolgschancen für den einzelnen Patienten. Diese entwicklung läuft atemberaubend schnell ab, weil die Testverfahren immer einfacher, billiger und fast überall verfügbar werden. Sind wir durch unsere Gene bestimmt, oder ist die Lebensweise wichtiger? Beides ist fundamental wichtig: Krebs wird immer durch meist erworbene, selten auch

Prof. thomas cerny, Chefarzt Onkologie/ Hämatologie, Kantons­ spital St. Gallen.


Unternehmen in molekularer Diagnostik von Krebserkrankungen wie Brust-, Eierstock-, Dickdarm- und Prostatakrebs sowie der Melanom-Diagnostik. In diesen Tagen hat es in Zürich nicht nur eine Schweizer Niederlassung, sondern auch seinen internationalen Hauptsitz eröffnet. Myriad Genetics hat seit mehr als 20 Jahren Erfahrung mit Erbgutanalysen und bisher mehr als 16 000 Mutationen, das heisst Erbgutveränderungen, identifiziert. Jeden Tag findet das Unternehmen neue genetische Variationen krankheitsassoziierter Gene und klassifiziert deren klinische Bedeutung. Dazu unterhält es die weltweit grösste Datenbank. Mehr als 70 Ärzte und Genetiker stehen für die Interpretation der Ergebnisse zur Verfügung. Für Schweizer Patienten stehen damit ab sofort zuverlässige Tests zur prognostischen Risikoabschätzung und Individualisierung der Therapie verschiedenster Krebserkrankungen zur Verfügung, auf die sie bislang Monate warten mussten. Prof. Thomas Cerny, Präsident von KrebsOben links: Brustkrebs Bei positivem forschung Schweiz und Chefarzt Onkologie/ Test ist das Risiko 87 Prozent, daran Hämatologie am Kantonsspital St. Gallen, zu erkranken. freut sich, dass sich ein Leader auf diesem GeOben Mitte: Darmkrebs Auch auf biet in unserem Land niederlässt: «Wir stehen Dick- und Enddarmkrebs kann man erst am Anfang einer neuen Ära. Krebs, das sich testen lassen. sind 210 verschiedene Krankheiten. Fast tausend neue Wirkstoffe gegen Krebs werden Oben rechts: Prostatakrebs Neuer zurzeit erforscht. Genetische Tests werden imTest zeigt Aggressivität und Fortmer wichtiger. Sie liefern Informationen, ob ein schreiten des Tumors. Patient von einer Behandlung überhaupt profitiert und ob jemand besonders gefährdet ist, Links: Eierstockkrebs Ist der Test positiv, liegt das Risiko bei 44 Prozent. eine bestimmte Krebsart zu bekommen.» 

G entests

K CHEC üssen Das mssen Sie wi Bei diesen Krebsarten helfen genetische Tests  Brust- und Eierstockkrebs:

Bei positivem Test beträgt das Risiko bis 87 Prozent bei Brust- und 44 Prozent bei Eierstockkrebs.  Gebärmutterhalskrebs: Zusätzlich zur zytologischen Untersuchung identifiziert der Test bei Frauen über 30 mehr Vorstufen und Krebs.  Prostatakrebs: Neuer Test zeigt Aggressivität und mögliches Fortschreiten.  Darmkrebs: Test zeigt Risiko für erblichen Dick- und Enddarmkrebs, DickdarmPolypen und Uteruskrebs. Mehr Infos beim Arzt und unter www.myriad.com

u ft atemberaubend schnell ab» vererbte Störungen in unseren Genen verursacht. Die mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger erworbenen Genveränderungen haben viel mit unserer Lebensweise zu tun: die vielen direkt Krebs erregenden Substanzen im Zigarettenrauch, die toxisch belasteten Lebensmittel und weitere Umweltbelastungen, die fehlende körperlich Fitness durch Bewegungsmangel, die übermässige kosmische Bestrahlung in der Höhe oder übermässige UV-Bestrahlung durch ungeschützte Sonnenexposition etc. In vielen Entwicklungsländern spielen auch Infektionen eine sehr grosse Rolle wie Hepatitis B oder die HPV-Infektion. Beide sind heute durch Impfung vermeidbar. Wie relevant sind all diese genetischen Krebstests, und wer soll sie machen? Zurzeit sind solche genetischen Tests bei Gesunden nur in ganz besonderen Situationen sinnvoll, wenn bekannt ist, dass eine klare

starke familiäre Belastung mit vererbbaren Krebskrankheiten vorliegt und eine sinnvolle Früherkennungsmethode beziehungsweise eine sinnvolle Therapie-Option besteht. Die meisten Krebskrankheiten sind nach heutigem Wissensstand aber nicht vererbbar und treten meist schicksalhaft mit zunehmendem Alter auf. Anders sieht es für die molekulargenetischen Untersuchungen im Tumorgewebe von Krebspatienten aus. Diese sind heute in vielen Fällen bereits Routine und unverzichtbar, um die beste Therapie festzulegen. Das ist das grosse herausfordernde Gebiet der heutigen personalisierten Therapie! Diese Tests werden schon bald routinemässig in jedem Tumorgewebe erfolgen, und die Chancen für erfolgreiche Therapieanwendungen weiter verbessern. Sollte sich jede Frau beispielsweise einem solchen Brustkrebs-Test unterziehen? Nein, es sind nur ganz wenige Prozent, wo wir

zuzeit eine solche genetische Testung bei gesunden Frauen empfehlen können. Dies braucht aber zwingend eine eingehende Beratung durch entsprechend geschulte Genetiker. Es kann sehr belastend sein, mit solchen Informationen umgehen zu müssen. Im Tumorgewebe von Brustkrebspatientinnen aber wird routinemässig nach molekularen Veränderungen gesucht, etwa Veränderungen der Hormonrezeptoren oder der Andockstellen HER2 für therapeutische Antikörper wie das bekannte Herceptin. Und wie ist es beim Prostatakrebs? Ganz selten ist der gleiche Gentest wie beim Brustkrebs in entsprechend belasteten Familien anwendbar. Hier suchen wir nach zuverlässigen Tests für gesunde Männer, welche den PSA-Test ablösen könnten, der viel zu wenig präzise ist für die Früherkennung beim Mann. Solche neuen Tests sind nun in breiter klinischer Erprobung.

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Die Besten 10 Kultur- und eventtipps

Böser Baron Rotbart (Daniel Koivunen) bewacht einen seiner Schwäne.

«swan laKe reloaDeD» in zürich

tanzende techno-schwäne Dies gleich vorweg: «Swan Lake Reloaded» ist nichts für Puristen. Die Tanzshow bricht mit dem klassischen «Schwanensee» und hebt das Meisterwerk in eine neue Dimension. Der schwedische Choreograf Fredrik Rydman, 38, verlegt die weltbekannte, tragische

Liebesgeschichte um Prinz Siegfried, die schöne Odette und den bösen Baron Rotbart ins Rotlichtmilieu. Der ungewohnte Mix aus klassischer Musik und rasanten streetdance-choreografien wurde schon bei der Stockholmer Premiere 2011 mit Begeisterung

aufgenommen. Nun ist das audiovisuelle Spektakel in Zürich zu sehen. rea ---------Maag halle Zürich bis 12. 5, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch

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Die Besten

Märchenhaft Annelies Strba inmitten ihrer aktuellen Ausstellung im obersten Saal des Kunsthauses Zug. Annelies strBA iM KunsthAus zug

Malen mit der Kamera

K

ein Tag vergeht, an dem Annelies Strba, nicht fotografiert. Die 65-jährige Künstlerin betrachtet die Welt seit ihrer Jugend am liebsten durch die linse. Früher war es diejenige der Kamera, die bevorzugten Motive waren ihre Kinder Linda, Sonja und Samuel. Heute zückt sie das Handy und fotografiert die Enkel, von denen einige mit ihr im gleichen Haus in Richterswil ZH wohnen. Das Kunsthaus Zug widmet der international gefragten Künstlerin mit Zuger Wurzeln nun eine Werkschau. Die Ausstel-

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lung startet im Keller, hier findet sich auch gleich ihr Hauptwerk: «shades of time». Die Dia-Installation, die von 1970 bis 1997 entstanden ist, stellt Strbas künstlerische Auseinandersetzung mit ihrem damaligen Alltag dar: ihre drei Kinder am Esstisch, beim Spielen, in der Küche, in märchenhaften Kleidern, schlafend auf dem Sofa – rührende Szenen einer behüteten Kindheit. Dieser Idylle stellt sie Reiseaufnahmen von Auschwitz und vom Erdbeben in Kobe gegenüber. Die 240 Dias, untermalt von elektronischen Klängen, entwickeln einen eigentümlichen Sog, auch durch

die leichte Unschärfe – auch alltägliche Momente wirken dadurch geheimnisvoll, wie aus einer anderen Zeit. «Früher habe ich in der Dunkelkammer gezaubert – heute kann ich mit Licht malen», beschreibt Strba ihre künstlerische Entwicklung. Deutlich wird diese Wandlung in der Serie «My Life’s Dreams»: auf Sofas, moosbedecktem Waldboden oder Sommerwiesen liegende Mädchen. Die digitale Bearbeitung dieser Märchenbilder, die wirken, als wären sie mit leuchtstift gemalt, entstehen ausschliesslich nachts, wenn Ruhe eingekehrt ist im Hause Strba. «Geschlossene

Fotos Willy Spiller, HO (7)

Das Kunsthaus Zug widmet Annelies Strba eine gross angelegte Schau: «shADes OF tiMe» ist eine vielseitige Werkübersicht.


DIESE WOCHE IN MUSEEN UND GALERIEN

Art brut. Gesamtkunstwerk. Massenkult

Hinter geschlossenen Türen

Schlafendes Mädchen «Nyima 438», 2010.

Eine Feder, minutiös gezeichnet auf der einen Seite des Blattes (r.), die gleiche Feder, diesmal auf dem Hut einer Frau mit Blumen in der Hand, auf der anderen. Beide Zeichnungen stammen von James Edward Deeds (1908–1987), der mit 28 Jahren in eine psychiatrische Klinik in Nevada (Missouri) kam. Dort fertigte er 283 Zeichnungen an, die er Blatt für Blatt zu einem Heft zusammennähte. Zu den Lieblingssujets des Amerikaners gehören Porträts, Tiere, Fahrzeuge. KM ---------Collections de l’Art Brut Lausanne VD. Bis 30. 6. Di–So 11–18 Uhr, Tel. 021 315 25 70, www.artbrut.ch

Phänomene der Wahrnehmung Es ist und bleibt ein unerschöpfliches Thema: die Zeit. Berühmt die Sanduhr in Renaissance-Gemälden, bekannt die «zerfliessenden» Uhren von Salvador Dalí. Auch Jorge Macchi macht sich Gedanken über Zeit und Vergänglichkeit, über Stillstand, Balance und Ewigkeit. Bei seiner ersten Einzelausstellung, «Container», in der Schweiz bespielt der Argentinier die Räume des Kunstmuseums durch Rauminstallationen, Videos, Musik und Zeichnungen. KM ---------Dokumentierter Familienalltag «Sonjas Geburtstag», 1980.

Kunstmuseum Luzern. Bis 16. 6. Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr, Tel. 041 226 78 00, www.kunstmuseumluzern.ch

Im Zeichen Maos Die späten 60er-Jahre des letzten Jahrhunderts: China befindet sich im Fieber der Kulturrevolution, ihr Anführer ist Mao Zedong. Als dieser vom Aussenminister Pakistans eine Kiste mit Mangos geschenkt bekommt, lässt er die exotischen Früchte an die Arbeiter verteilen. In Windeseile verwandelt sich die Mango in ein Zeichen von Maos Güte und Fürsorge und wird kultisch verehrt. Sie ziert fortan Alltagsgegenstände wie Tassen, Zigarettenschachteln, Decken. KM ---------Museum Rietberg Zürich. Bis 16. 6. Di–So 10–17, Mi/Do 10–20 Uhr, Tel. 044 206 31 31, www.rietberg.ch, Katalog CHF 39.–

Lichterspiel und Farbenrausch «Nyima 477», 2012.

Augen ziehen eine Grenze zwischen Innenund Aussenwelt. Das fasziniert mich ungemein», sagt Annelies Strba, die im obersten Saal vor ihren neusten Werken steht. Dicht an dicht reihen sich in Petersburger Hängung leuchtende Blumenwiesen, schlafende Mädchen und ikonenhafte Madonnenbilder aneinander. Willkommen in Annelies Strbas zauberhafter Welt. ANINA RETHER ---------Kunsthaus Zug Bis 19. 5., Di–Fr 12–18, Sa/So 10–17 Uhr, Tel. 041 725 33 44, www.kunsthauszug.ch

ZU GAST IN LUZERN

Russische Klänge Letztes Jahr ins Leben gerufen, nun – dank grossem Erfolg – wieder im Programm: «Zaubersee – Russian Music Lucerne». Im Zentrum der Veranstaltung steht Sergei Rachmaninow, der von 1930 bis 1939 in der Villa Senar in Hertenstein LU lebte. Unter den Musikern: Geigerin Viktoria Mullova und das Matthew Barley Ensemble (r.). Gérard Depardieu tritt als Erzähler in Strawinskys «Histoire du Soldat» auf. Spielstätte: Hotel Schweizerhof, KKL, Stattkino und St. Charles Hall Meggen. KM ---------«Zaubersee – Russian Music» Lucerne 2013 Vom 22. bis 26. 5., Karten Tel. 041 226 05 15, www. sinfonieorchester.ch, Infos www.zaubersee.org

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Die Besten 5 FRAGEN AN EIN HÖRBUCH

Zukunftsvision

«SIDE EFFECTS» (USA)

Ein doppelbödiges Spiel Die Geschichte Als ihr Mann Martin wegen Insiderhandels für vier Jahre ins Gefängnis wandert, bricht Emilys heile Welt zusammen. Die junge Frau verfällt in Depressionen. Auch nach Martins Haftentlassung geht es ihr nicht besser. Im Gegenteil. Nach einem missglückten Selbstmordversuch landet Emily bei Jonathan Banks auf der Couch. Der ehrgeizige und erfahrene Psychiater verschreibt ihr auf Empfehlung von Emilys letzter Ärztin, Victoria Siebert, ein neu entwickeltes Medikament. Zunächst sieht es aus, als ob Emily auf die Behandlung anschlägt. Doch dann tauchen unerwartete Nebenwirkungen auf. Die Schauspieler Rooney Mara («Verblendung») kann in der Rolle der undurchsichtigen Emily erneut ihre Schauspielkunst zeigen. Congenial: Jude Law («Sherlock Holmes») spielt den verzweifelten Psychiater höchst differenziert. 86 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Hingegen ist Catherine Zeta-Jones als habgierige Ärztin eine Fehlbesetzung. Das Besondere Nach dem Drogendrama «Traffic» thematisiert Soderbergh nun die Gefährlichkeit von Medikamenten. Der Regisseur Seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft hat Steven Soderbergh schon öfter angekündigt. Nun, mit 50, will er nur noch Bücher schreiben und Bilder malen. Schade, dem Amerikaner verdanken wir Kinohits wie «Traffic», die «Ocean’s»-Trilogie, «Erin Brockovich» oder «Contagion». Das Fazit Ein intelligenter, kritischer und packender Thriller voller Intrigen, Täuschung und Doppelbödigkeit. Ein Kinovergnügen auf hohem Niveau. ANINA RETHER --------- Länge 106 Min. Regie Steven Soderbergh. Kinostart 2. 5.

Wer ist der Autor? Hugh Howey, ein amerikanischer Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, veröffentlichte übers Internet Kurzgeschichten. «Silo» machte ihn zum Bestsellerautor. Wer liest vor? Peter Bieringer arbeitet als freier Sprecher und leiht seine Stimme Werbefilmen, Sendungen und Hörbüchern. Was macht das Hörbuch aus? Bieringer entführt die Hörer in die enge Welt des Silos und lässt einen die beklemmende Atmosphäre hautnah miterleben. Der Blick in die Zukunft? Howeys düstere Vision, verpackt in einen spannenden Thriller, hat die Aufmerksamkeit der Filmemacher in Hollywood geweckt; Ridley Scott soll sich die Rechte bereits gesichert haben. CLAUDIA FRIEDRICH

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Hugh Howey Silo (Osterwold Audio)

Fotos Paul Seewer, HO (3)

Wie geht es der Patientin? Die Psychiater Victoria Siebert (Catherine Zeta-Jones) und Jonathan Banks (Jude Law) tricksen sich gegenseitig aus.

Worum geht es? In einer Welt, in der die Menschen in unterirdischen 144-stöckigen Silos leben und die Aussenwelt nur als todbringende Landschaft kennen, meldet sich ein Mann freiwillig für die «Reinigung». Dabei werden Regelbrecher nach draussen geschickt, um vor ihrem Tod die Luken der Silos zu putzen. Juliette wird zur Sicherheitsverantwortlichen des Silos ernannt und kommt durch den Tod des Mannes einem Geheimnis auf die Spur, welches die abgeschottete Welt der Silos ins Wanken bringt.


Weltklasse Am Basel Tattoo wird die Marschmusik gehörig vom Staub freigepustet.

DEMNÄCHST

Fado. Open Air. Nu-Metal

Tanzender Mond Fado lässt unglückliche Liebe und Sehnsucht nach besseren Zeiten Klang werden – und ist also die Musik, die gerade jetzt Portugals Seele spiegelt. Cristina Branco singt ihn mit der nötigen Leidenschaft. HV ---------Cristina Branco – «Fado Tango» Moods, Zürich, 6. 6. um 20.30 Uhr, www.moods.ch

BASEL TATTOO

Zapfenstreich!

CD-TIPP KLASSIK

24 Quartette von jetzt Aufregend im besten Sinn: Das exzellente Leipziger Streichquartett spielt Quartette des erfolgreichen Schweizers David Philip Hefti. Da tun sich Klangräume auf – von gewagter Dissonanz bis zu Traumsphären. HANS ULI VON ERLACH ---------David Philip Hefti String Quartets (MDG)

dem Platz vor dem Edinburgh Castle und weltweit rund 100 Millionen vor dem Fernseher einfinden. Wie dort gibt es auch in Basel längst nicht mehr einzig Zapfenstreich-, also Militärmusik, zu hören. Im Hof der Kaserne im Kleinbasel vereinen an der zweitgrössten TattooVeranstaltung der Welt tausend Mitwirkende Marschmusik und Michael Jackson, Fanfaren und exotische Klänge, Dudelsäcke und komplexe Choreografien zur Megashow – all das auf einem musikalischen Niveau, das selbst einen Schottenrock ins Flattern bringt. Was Wunder, wurden an den ersten beiden Verkaufstagen 101 324 Tickets verkauft. Wer dabei sein will, wenn einige der besten militärischen und nicht militärischen Formationen, etwa aus England, Australien, Südfarika, Tonga oder der Schweiz und – selbstverständlich – Schottland, auftreten, sollte sich also sputen.

Das Areal der Kapelle St. Peter bietet einen Rahmen, der «die schönsten Freiluftkonzerte im Mittelland» ankündigen lässt. Mit dabei sind etwa Xavier Naidoo (Bild), Patricia Kaas und Die Amigos. HV ---------Festival St. Peter at Sunset Kestenholz 3.–7. 7., www.sunsetevents.ch

HANSPETER VETSCH

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Basel Tattoo 2013 Kaserne Basel 19.–27. 7., www.baseltattoo.ch

Tickets für die besten Events!

Triste Sterne Düster, zynisch und doch verletzlich: Korn. Mehr als 30 Millionen Alben haben die kalifornischen Nu-Metaller in zwei Jahrzehnten abgesetzt. Jetzt kommt die Kultband zu Besuch. HV ---------Korn Komplex 457, Zürich, 3. 7. um 20 Uhr, www.komplex457.ch SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 87

Fotos HO (5)

Gletscher-Mann Ötzi hatte ebenso eines wie die Reiter der eisenzeitlichen Skythen oder später Matrosen und Sträflinge, die mit einem Tattoo stigmatisiert wurden. Dann kamen die Punks, mittlerweile gehört eine Tätowierung zum alltäglichen Lifestyle. Die jährlich 120 000 Zuschauerinnen und Zuschauer, die das Basel Tattoo seit 2006 anlockt, verstehen den Begriff allerdings völlig anders: «Tattoo» bedeutet auch «Zapfenstreich», und genau darum geht es seit 1950 am Edinburgh Military Tattoo, zu dem sich weit über 200 000 Menschen auf

Untergehende Sonne


Weekend Reisen, geniessen, rätseln! «Bella Italia» Der Beach Club des Hotels Santa Caterina in Amalfi. Auch ein kleines Restaurant gibts direkt am Meer.

TOP-HOTEL AM MEER: «SANTA CATERINA»

Der Beach Club von Amalfi D

as «Santa Caterina» ist eine reine Familienangelegenheit. Giuseppe Gambardella hat dieses Hotel an der atemberaubend schönen Amalfi-Küste 1880 mit einer Mischung aus Weitsicht und Tollkühnheit gebaut. Seine Nachfolger haben das Haus weiterentwickelt und führen es noch heute. Liebevoll, freundlich. Am schönsten ist es im «Santa Caterina» ganz unten, im Beach Club. Da werden für die Hausgäste «lettini» zu«Santa Caterina» 66 Zimmer mit Meersicht. rechtgerückt und «ombrelloni» aufgespannt.

Da steigt man zur Erfrischung ins Meer oder in den (Salzwasser-)Pool. Essen kann man auch direkt «al mare»: Fische vom Grill, Pizza aus dem Holzofen, unkompliziert serviert. Mit dem Lift gehts hoch ins Hotel: 66 Zimmer und Suiten (ab 290 Euro), das schicke Ristorante Santa Caterina (elegante Mittelmeer-Küche), eine tolle Bar mit Terrasse. Meersicht gibts überall, selbst im Fitness-Center. HE ---------Info www.hotelsantacaterina.it SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 89


Leserreise

Asienspezialist Peter Achten ist seit 1967 journalistisch tätig. Er lebt und arbeitet in Peking.

Peking

Zürich

China Xi‘an Yichang Shangri-La

Shanghai

Chongqing

Lijiang Kunming SIgrafik: Nigel Simmonds

Zürich 200 km

Die Reiseroute Direktflug Zürich–Peking. Mit dem Nachtzug nach Xi’an. Flug nach Lijiang, mit dem Bus weiter nach Shangri-La. Flug nach Kunming, Flusskreuzfahrt, Retourflug Shanghai–Zürich. LESERREISE DER SCHWEIZER ILLUSTRIERTEN

Mit Peter Achten quer durch C Terrakottakrieger, Weltmetropolen, Shangri-La und Naturschönheiten: Peter Achten, profunder Kenner des REICHS DER MITTE, begleitet die Leserreise an sechs Reisetagen.

V

iel wird über China geschrieben. Über unvorstellbare Dimensionen, wachsende Wirtschaftsmacht, grosse Gegensätze und unbekannte Naturschönheiten. Die Schweizer Illustrierte bietet Ihnen mit dieser Neuauflage der erfolgreichen Leserreise Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen. Auf der Grossen Mauer stehen, den Terrakottakriegern in die Augen schauen oder auf dem Yangtse den Drei-Schluchten-Damm passieren: Erlebnisse, die auch erfahrene Globetrotter beeindrucken. Zusammen mit 90 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

der Schweizer Illustrierten hat Peter Achten eine abwechslungsreiche Route zusammengestellt, die quer durchs Land führt. Der Asienprofi begleitet die Gruppe und gibt sein immenses Wissen um Hintergründe und Zusammenhänge an sechs Tagen in exklusiven Vorträgen weiter. Highlights der 15-tägigen Reise • Besichtigung der Grossen Mauer, Führung durch den Kaiserpalast, kurzes Innehalten auf dem Platz des Himmlischen Friedens • Die mächtigen und architektonisch einzig-

artigen Olympiastätten bewundern • In Maos Lieblingsrestaurant essen • Einführung in die chinesische Medizin • Fahrt im komfortablen Nachtzug nach Xi’an • Auge in Auge mit der Terrakottaarmee • Basarbesuch an der Seidenstrasse • Die prachtvolle Moschee von Xi’an • Mit dem Bus durch das grandiose Bergpanorama der Tigersprung-Schlucht • Das sagenumwobene Shangri-La erleben • Zu Gast bei einfachen Stämmen der Minderheiten auf dem Land, Teezeremonie bei Tibeter Familie zu Hause • Kunming, Zürichs Partnerstadt mit sagenumwobenem Steinwald • Bei einer Kreuzfahrt auf dem Yangtse die


Imposant Mit dem Bau der Grossen Mauer hat man bereits im 7. Jh. v. Chr. begonnen. Sie diente als Grenzbefestigung.

Sagenumwobenes Shangri-La Buddhistische Klöster, wundersame Altstadt, spektakuläre Naturschönheiten wie die Tigersprung-Schlucht.

Spektakulär Die Terrakottaarmee von Qin Shi Huangdi (259–210 v. Chr.) figuriert seit 1987 auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes.

h China

Reisedaten 16. bis 30. September und 8. bis 22. Oktober 2013. Preis CHF 7600.– (inkl. Flugtaxen CHF 438.–, Stand April 2013), Einzelzimmerzuschlag: CHF 1150.–. Organisiert wird die Reise von der auf Korrespondentenreisen spezialisierten Reiseagentur cotravel in Allschwil, www.cotravel.ch, Tel. 061 308 33 00. Detailprogramm, Anmeldung: www.schweizer-illustrierte.ch

Fotos Getty (2), Ullstein Bild, HO

Geisterstadt Shengdu und entlegene Flussarme entdecken • Spaziergang auf dem Drei-SchluchtenDamm • Abschiedsessen im legendären Restaurant Epicure on 45 in Shanghai • Vorträge von Peter Achten an sechs Reisetagen

Bestellung Detailprogramm China-Reise Bitte senden Sie mir detaillierte Unterlagen zur SI-Leserreise «China» an folgende Adresse: Vorname

Name

Strasse Nr.

PLZ Ort

Telefon

E-Mail

Datum Unterschrift Ausschneiden und einsenden an: SI-Leserreise, c/o cotravel, Baslerstrasse 364, Postfach, 4123 Allschwil


En Guete

Schnell und fein In 20 Minuten auf dem Tisch: Teigwaren mit Spargeln und Pesto.

Frisch wie Frühling

Mit Pasta, als Schnitten, im Mantel oder im Gratin: GRÜNE SPARGELN haben jetzt Saison und sind eine willkommene Abwechslung.

Pasta mit Spargeln und Zitronenpesto ZUTATEN (für 4 Personen)

400 g Teigwaren (z. B. Casarecce), 500 g grüne Spargeln, unteres Drittel geschält, schräg in ca. 3 cm langen Stücken, Salzwasser, siedend, 300 g tiefgekühlte Kefen Zitronenpesto beiseitegestellte Kochflüssigkeit, 1 Bio-Zitrone, abgeriebene Schale und 2 Esslöffel Saft, 60 g geriebener Sbrinz,

50 g Pinienkerne, gehackt, 4 Esslöffel Olivenöl, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Teigwaren und Spargeln ca. 6 Min. kochen, Kefen beigeben, ca. 4 Min. al dente kochen, ca. 11/2 dl Kochflüssigkeit beiseitestellen, Teigwaren und Gemüse abgiessen, in eine Schüssel geben. Für das Pesto alle Zutaten gut verrühren, mit den Teigwaren und dem Gemüse mischen. Sofort servieren.

TIPP

Spargeln nicht tiefkühlen Spargeln roh oder gekocht eignen sich nicht zum Tiefkühlen. Das feine Spargelaroma geht verloren, die Spargeln werden gummig. Die grünen Spargeln verlieren ihre Farbe und werden bräunlich. Wir empfehlen, Spargeln während ihrer Saison von April bis Juni zu geniessen.

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En Guete

Spargel-Schnitten

Rösten ca. 5 Min. in der Mitte des auf 240 Grad vorgeheizten Ofens. Servieren Brotscheiben auf Teller verteilen, Spargeln mit Sauce darauf anrichten.

Spargelgratin

ZutatEn (für 4 Personen)

ZutatEn (für 4 Personen, für eine

1 kg grüne Spargeln, unteres Drittel geschält, schräg in ca. 1 cm langen Stücken, Salzwasser, siedend, 1,8 dl Saucen­Halbrahm, 1 Teelöffel Maizena, beiseitegestelltes Kochwasser, beiseitegestellte Spargeln, 2 Bund Schnitt­ lauch, fein geschnitten, 1 Esslöffel Zitronen­ saft, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 4 Schei­ ben Bauernbrot (je ca. 90 g) Vor- und zubereiten ca. 25 Min.

1 kg grüne Spargeln, unteres Drittel geschält Guss 3 dl Milch, 180 g Crème fraîche, 150 g Halbfettquark, 1 Ei, 2 Esslöffel Estragonblättchen, 1 Esslöffel Maizena, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 15 Min. Backen ca. 55 Min.

Spargeln im Salzwasser ca. 4 Min. al dente kochen, abgiessen, ca. 2 dl Kochwasser auffangen. Spargeln kalt abspülen, mit dem Kochwasser beiseitestellen. Rahm und Maize­ na gut verrühren, mit dem Kochwasser in der­ selben Pfanne aufkochen, Hitze reduzieren, ca. 6 Min. köcheln, bis die Sauce leicht sämig ist. Spargeln, Schnittlauch und Zitronensaft beigeben, Sauce nur noch heiss werden lassen, würzen. Brot auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.

weite ofenfeste Form von ca. 2 Litern (siehe Hinweis), gefettet)

Spargeln im Speckmantel ZutatEn (für 4 Personen)

1 kg grüne Spargeln, unteres Drittel geschält, 250 g Bratspeck, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 10 Min. Backen ca. 20 Min. Je 3 Spargeln mit 2 Tranchen Speck um­ wickeln, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen, würzen. Backen ca. 20 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. ---------Dazu passen Salz- oder Ofenkartoffeln.

Spargeln in die vorbereitete Form legen. Für den Guss alle Zutaten verrühren, über die Spargeln giessen. Backen ca. 55 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. ---------Dazu passt Polenta. Hinweis Die ofenfeste Form sollte der Spargellänge entsprechen und nicht grösser sein, damit die Spargeln mind. 3/4 im Guss liegen. Nur so werden sie auch gar.

Impressum Nr. 18, 102. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte auflage 198 660 Exemplare ISSN 0036­7362 abonnements-Dienst (telefon gratis) 0800 820 920 Mo–Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Einzelverkauf einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 259 63 63, Fax 044 259 86 22, info@schweizer­illustrierte.ch Internet www.schweizer­illustrierte.ch, www.online­kiosk.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez Stv. Chefredaktor Ueli Walther art Director Patrick Brun unterhaltungschef Silvan Grütter nachrichtenchef Ueli Walther Wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Iso Niedermann Bildchef a. i. Ulli Glantz textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel nachrichten Marcel Huwyler (stv. Nachrichtenchef), Thomas Kutschera, Alejandro Velert unterhaltung Sandra Casalini (stv. Unterhaltungschefin), Yvonne Zurbrügg (stv. Unterhaltungschefin, Leitung Menschen), Aurelia Forrer, René Haenig, André Häfliger (Chefreporter), Christa Hürlimann Sport Christian Bürge, Thomas Renggli Kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser Shopping Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Gesundheit Lisa Merz (Leitung), Verena Thurner Kulinarik / al dente Isabel Notari Bildredaktion Roger Hofstetter, Fabienne Hubler, Regula Revellado Fotografen David Biedert, Adrian Bretscher, Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff, Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser Layout / Produktion Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Dominic Koch, Martina Mayer, Fabienne Rodel, Nigel Simmonds (Infografiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (techn. Leitung) Design Beling Thoenen Design Korrektorat Stefan Bührer, Irène Müller Bildbearbeitung Ringier Redaktions­Services Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Sylvie Kempa, Chris von Rohr, Ilona Scherer, Peter Scholl­Latour, Elizabeth Teissier, Andrea Vogel SI online Katja Fischer (Leitung Desk), Nadine Bauer, Anouk Haimoff, Ramona Schweizer, Ramona Thommen, Javier Vázquez (Web­Engineer) iPad Samuel Bosshard, Ueli Johner Sekretariat Sara Schrepfer (Assistentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlagsdirektors), Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F­75005 Paris, Tel. +33 1 42 60 34 61, Fax +33 1 42 60 54 69 Büro uSa SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1 203 637 6866, Fax +1 203 637 8392, swisspress@swisspress.tv Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 61 11, Fax 044 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen anzeigenleiter Zeitschriften Beniamino Esposito Product Manager Claudia Zweifel Produktionsleiter Roland Winkler anzeigenverkauf International Tel. +41 44 259 65 11, sales@ringier.ch Syndication und nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 259 61 60, Fax 044 259 86 69 Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 787 30 00 Vertrieb im ausland Ringier SA, BP 228, F­68306 St­Louis Cedex, Illustrierte­Zeitschriften­Vertriebs­GmbH, Turmstrasse 4, D­78467 Konstanz telefonnummer für ausland-abonnenten +41 62 746 40 84 auslands-abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: AIO Group AG, cash zweiplus ag, Energy Schweiz Holding AG, Energy Bern AG, Energy Zürich AG, ER Publishing SA, Geschenk­ idee.ch GmbH, Goodshine AG, Infront Ringier Sports & Entertain­ ment Switzerland AG, Investhaus AG, jobs.ch holding ag, JRP Ringier Kunstverlag AG, 2R MEDIA SA, Previon AG, Presse TV AG, Qualipet Digital AG, Ringier Africa AG, Ringier Digital AG, Ringier Studios AG, Sat.1 (Schweiz) AG, SMD Schweizer Mediendatenbank AG, The Classical Company AG, Ticketcorner Holding AG, Ringier Axel Springer Media AG, Ringier France SA (Frankreich), Ringier Publishing GmbH (Deutschland), Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland), Ringier (Nederland) B.V. (Niederlande), Ringier Kiadó Kft. (Ungarn), Népszabadság Zrt. (Ungarn), Ringier Pacific Limited (Hongkong), Ringier China (China), Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam), Get Sold Corporation (Philippinen) Der nachdruck sämtlicher artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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In der Schweizer-Illustrierte-Gruppe erscheinen u. a.


GaultMillau

Kommt an! «Level»-Küchenchef Siegfried Tschurtschenthaler kombiniert Habsburgisches und Mediterranes, Ethno und Klassik.

Restaurant Level Im Schoren Dufourstrasse 150 9000 St. Gallen Tel. 071 999 09 09 Samstag ab 17.00 Uhr geöffnet Sonntag Ruhetag Alle Kreditkarten Maestro und Postcard www.restaurant-schoren.ch

Kaninchenrücken an Hummersauce

«LEVEL», IM SCHOREN, ST. GALLEN Alibi-Amuse-Bouches darf hier keiner erwarten. Der neue Küchenchef SIEGFRIED TSCHURTSCHENTHALER schickt Sellerieschaum und Ananas-Crispies. Auf Punkteniveau geht es weiter – zum Beispiel mit Knödel-Carpaccio bis Himbeer-Schokolade-Millefeuille. Im ehemaligen Restaurant Schoren, das sich heute «Level» nennt, wird wieder NEU GETESTET auf Punkteniveau gekocht. Das sehr gepflegte Interieur ruft geradezu nach einer gehobenen Gastronomie. Herr über die Kochtöpfe ist neu der Südtiroler Siegfried Tschurtschenthaler, der unter anderem im portugiesischen «Vila Joya» und dem Salzburger «Hangar 7» Erfahrungen gesammelt hat. Das spürt man vom ersten Moment an. Alibi-Amuse-Bouches im Stil von Lachswürfelchen und Cherrytomätchen sind ein Fremdwort. Tschurtschenthaler fährt mit Sellerieschaum und Ananas-Crispies ein oder

mit gefülltem Kaninchenrücken an Hummersauce. Auf dem Papier wäre man bei dieser Kombination wohl skeptisch gewesen, aber hier funktioniert es dank einer gekonnten Abstimmung von Füllung und Sauce. Als Südtiroler beherrscht Tschurtschenthaler die Kombination von habsburgischen und mediterranen Elementen auf leichtfüssige Art. Beispiele dafür sind das KnödelCarpaccio mit Zwiebel-Tomaten-KapernMarinade und Speckscheiben oder die Frischkäseterrine im Zucchinimantel mit Tomaten-Pignoli-Vinaigrette. Mit seiner Gerstensuppe lehrt er sogar die Bündner das Fürchten; einen kleinen tirolischen Einschlag liefert hier das Krauttirtlan,

eine hausgemachte Teigtasche. Im «Level» macht man aber nicht nur auf Ethnoküche, man kann auch ganz klassisch tafeln. Die getrüffelte Kartoffelsuppe mit Wachtelei setzt das Trüffelöl mit Mass ein. Fleisch und Fisch sind fehlerlos gegart und sorgsam angerichtet; bei unserem Besuch gab es Filet vom Steinbutt mit Kartoffelpüree und Kaviar bzw. im Kakao gebratenen Hirschrücken an Portweinsauce. Den Desserts – Bourbon-Vanille-Crème-brûlée mit Tonkabohneneis und Himbeer-SchokoladeMillefeuille mit Mascarpone-Creme – kann man höchstens vorwerfen, dass bei der Beerendekoration die Saisonalität wenig prioritär war. Nicht vergessen wollen wir den Service, der mit seiner Leistung Höchstnoten verdient hat. 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung JNote für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität INote für beste Qualität und hohe FESehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Konstanz Hoher Grad an Kochkunst und Qualität

HG

TIPP

Fotos Raja Läubli

Ein Spanier mit viel Temperament Es lohnt sich, den feurigen Amic 2011 Clos d’Agon (14,5%) vorrätig zu haben. Er begeistert und harmoniert mit vielen Gerichten. Zu Tapas genauso wie zu Grilladen von Fisch und Fleisch. Dieser Rotwein passt immer, denn er vereint seriöses Weinschaffen

und unkomplizierten Genuss. Vinifiziert wurde er aus den Traubensorten Garnacha, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah und Monastrell. Kaum im Glas duftet er nach reifen schwarzen Kirschen, Stachelbeeren und Cassis. Im Gaumen ist er saftig und fruchtbe-

tont. Die Gerbstoffe sind fein und delikat. Im Finale dominieren Aromen von Schokolade, Backpflaumen und Zimt. Vinifiziert wird der gehaltvolle Spanier von Kultwinzer Peter Sisseck, dessen Weine Pingus und Hacienda de Monasterio Weltruhm erlangt haben.

Casa del Vino, Zürich, www.casadelvino.ch Bis 2015. Trinktemperatur: 15 bis 16 Grad. CHF 24.–

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 95


Auto windschnittig Die stromlinienförmige Silhouette und die markanten Seitenlinien machen optisch viel her, bescheren dem Mercedes CLA aber vor allem eine hervorragende Aerodynamik.

schon gefAhren: Mercedes clA

eine neue Klasse Mit dem CLA könnte Mercedes einen weiteren volltreffer landen. Der Mix aus frecher Optik, sportlichem Charakter, Ober­ klasse­Technologie und relativ günstigem Preis scheint überzeugend.

w

ie einst beim 300 SL teilt nur eine Lamelle den schmucken Kühlergrill des neuen CLA. Die auffällige Front zeigt die Verwandtschaft zur A-Klasse. Nach dieser ist der CLA auch der zweite Vertreter der neuen Designlinie, die Mercedes-Chefdesigner Gordon Wagener 2010 mit einer viel beachteten Designstudie auf der Detroit Motor Show vorstellte. Das Konzept des viertürigen Coupés kennen wir freilich schon vom vor fünf Jahren eingeführten CLS. Doch nicht nur der Vordermann wird ob der markanten Schnauze mindestens zweimal in den Rückspiegel schauen. Auch der Hintermann staunt nicht schlecht. Denn selten blickte ein Auto so angriffslustig zurück wie der CLA. Die

96 schweizer illustrierte

scharfe Optik ist aber nicht nur Schein, sondern macht auch technisch Sinn. Das 4,63 Meter kurze Kompaktcoupé erreicht dank seiner dynamischen Linie den besten cw-Wert (0,22) unter den Serienmodellen – gar noch

edles interieur Wie schon die A­Klasse legt auch der CLA die Messlatte für Material und Verarbeitung im Innenraum hoch.

um 0,03 Punkte besser als der Toyota Prius. Seine Aerodynamik verhilft dem CLA zusammen mit den modernen Motoren (122 bis 170 PS) auch zu guten Verbrauchswerten. So begnügt sich das Coupé gemäss Werk mit 4,2 bis 6,2 Litern je 100 Kilometer. Daneben setzt Mercedes wie schon bei der A-Klasse auf viel Sicherheit: Müdigkeitserkennung und Kollisionswarner sind beim CLA schon ab Werk mit an Bord. Doch so wenig in der ersten Reihe an Sicherheit und Ergonomie gegeizt wurde, so stiefmütterlich erscheint der Umgang mit den Passagieren auf der Rückbank. Dort gibts zu wenig Bein- und noch weniger Kopffreiheit. Dafür passen akzeptable 470 Liter Gepäck in den Kofferraum. Und besonders für den Schweizer Markt interessant: Im Herbst wird es den CLA auch mit Allradantrieb geben. Allerdings dürften die 4x4-Varianten dann etwas teurer angeboten werden, als der ab sofort und schon ab CHF 39 900.– erhältliche Basisbenziner mit Frontantrieb. rAhel ueding


MITSUBISHI SPACE STAR

Bodenständig

Der neue Stern am Mitsubishi-Firmament ist 20 cm kürzer und 120 kg leichter als sein Vorgänger Colt. Er wiegt 845 kg und kommt mit zwei Motoren, die unter vier Liter verbrauchen sollen. So ausgerüstet soll sich der Space Star im Kleinwagensegment etablieren und hat dazu ein weiteres Ass im Ärmel: Die Preise starten schon bei CHF 13 999.–.

JAGUAR F-TYPE

Thronfolger

In Anlehnung an den legendären E-Type kommt er nach langer Wartezeit endlich auf die Strasse: der Jaguar F-Type. Der schnittige 1,6-Tönner ist mit zwei V6oder einem V8-Motor (340 bis 495 PS) zu haben, die ihn in 4,3 bis 5,3 Sekunden auf 100 katapultieren. Das RoadsterVergnügen beginnt bei CHF 89500.– (Einführungspreis bis 24. 5).

Mercedes CLA Ausdrucksstark Front und Heck werden vom besonders markanten Lichtdesign dominiert.

 Motoren Benzin 122 bis 211 PS, Diesel 170 PS

 0 bis 100 km/h 6,7 bis 9,9 s  Spitze 190 bis 240 km/h  Verbrauch 4,2 bis 6,2 l/100 km  CO2-Ausstoss 117 bis 144 g/km  Energieeffizienz-Kategorien A bis C  Verkauf ab sofort  Preis ab CHF 39 900.–  Konkurrenten Audi A3, BMW 1er, Citroën DS3, Ford Focus u. a.

 Unser Urteil Der CLA ist ein Grenz-

gänger zwischen A- und C-Klasse. Optisch setzt er starke Akzente, orientiert sich zwar prinzipiell am grösseren Bruder CLS, hat aber dennoch eine sehr eigene Linie gefunden. Technisch auf dem neusten Stand und optional an die Oberklasse angelehnt, wird das viertürige Coupé sein Ziel – eine junge, designorientierte Käuferschicht zu gewinnen – erreichen.

VW GOLF GTI

Siebte Auflage

Die zahlreichen GTI-Fans wirds freuen: Das Warten hat ein Ende. Der siebte Golf kommt nun auch als GTI in die Schweiz. Mit den berühmten karierten Sitzen, markanter Front, roten GTIZierleisten und mit zwischen 220 und 230 PS. So gehts in 5,0 bis 6,5 Sekunden auf Tempo 100 und weiter bis 250 km/h, und das ab CHF 38 050.–.

SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 97


Horoskop WOCHE VOM 4. BIS 10. MAI 2013

Merkur macht vieles einfacher (Merkur in Opposition zu Saturn) und am 8. (in Konjunktion zu Mars) zu hitzigen Debatten, manchmal zum Bruch von Gesprächen kommen könnte. Am besten schneiden die 1. und 2. Dekaden Krebs, Jungfrau, Steinbock und Fische ab, während die 1. Dekaden Löwe, Schütze und Wassermann auf der Hut sein sollten.

WIDDER 21.–30. 3. Sie können sich

STIER 21.–30. 4. Vorahnungen sind am 4. möglich. Sie zeigen einen sechsten Sinn, entdeckenneueInteressen.Am8.hingegen stehen einige mit dem linken Fuss auf. Um CHRISTA den 28./29. Geborene ziehen Bilanz (PartRIGOZZI 2. 5. 1983 nerschaft?). 1.–10. 5. Mars verdoppelt Ihre Power,mankannkaummitIhnenSchritthalten(am4./5.!). Gleichzeitig bringt Merkur interessante Begegnungen, Erfolg bei Examen. Am 8. und 10. (Neumond) sind Sie reizbar. 1.–20. 5. Ihr Charme ist unwiderstehlich, man liegt Ihnen zu Füssen (5., 10.). Am 6. hingegen gehen einige zu weit, könnten jemand (Partner?) vor den Kopf stossen.

KREBS 22. 6.–1. 7. Ihre Projekte haben

LÖWE 23. 7.–1. 8. Sie sind zerstreut, am 5. und 8. kann es zu Verspätungen und Missverständnissen kommen. Besonders auf Reisen oder bei Verhandlungen ROGER vorsichtig agieren, nichts überstürzen! BesFEDERER 8. 8. 1981 ser klappt es am 6. 2.–12. 8. Mars und MerkurverleitenSiezuunüberlegtenGesten,speziellam8.und 9.!ImStrassenverkehr,beimSportoderbeiVerhandlungen sollten Sie jedes Risiko vermeiden! Die nach dem 9. GeborenenhingegensindaufGlückskurs(Jupiter).13.–23.8.Sie können eine Pause machen, fühlen sich am 7. und 8. wohl. Problememit(weiblichen)Kollegenkönntenam6.nerven.

WAAGE 24. 9.–3. 10. Ruhige Woche. Nur am 6. sind Sie ein wenig im Druck, aber nach der Hektik haben Sie sich eine kleine Pause redlich verdient. 4.–13. 10. Sie komUELI menohnegrössereAnstrengungenüberdie STECK 4. 10. 1976 Runden. Vor allem nach dem 9. Geborene sind weiterhin auf Glückskurs, können Jupiter schöne Angebote verdanken, manchmal einen Gewinn (am 7.). Die vor dem 6. Geborenen müssen sich mit einer grösseren Umstellung anfreunden (Umzug?) 14.–23. 10. Eine Routinewoche. Am 7. und 8. sollten Sie eine Einladung annehmen. Bei Diskussionen ist Ihre Toleranz Trumpf.

SKORPION 24. 10.–2. 11. Sie gehen

derzeit den Dingen auf den Grund, ziehen Bilanz (z. B. Partnerschaft?). Gleichzeitig sindSieinspiriertundschöpferischangeregt BIRGIT STEINEGGER (4., 9.). Persönliche Beziehungen erreichen 4. 11. 1948 ein höheres Niveau, entsprechen Ihren Vorstellungen. 3.–12. 11. Diskussionen (mit dem Partner) könnten am Wochenende sehr fruchtbar sein, am 8. angespannt. Gleichzeitig beginnt für Sie eine positive Wandlungsphase, Sie verändern sich sehr vorteilhaft (7.). 13.–22. 11. Sie sind in Flirtlaune, Ihr Charme bezaubert (5.). Einig haben auch im Spiel ein glückliches Händchen (10.).

SCHÜTZE 23. 11.–2. 12. Sie beschäftigen sich mit Routinearbeiten. Am 4. sind Sie ungeduldig und intolerant. Am 6. verbreitenSieguteLauneundfühlensichwohl FREDDY imengstenKreis.3.–12.12.EineÜbergangsNOCK 10. 12. 1964 phase.JuristischeoderfinanzielleProbleme derletztenWochenfindeneineLösung (am7.). Nach dem 9. Geborene schlagen etwas über die Stränge, sollten die Ratschläge des Partners befolgen. 13.–21. 12. Sie stehen am 5. mit dem linken Fuss auf und legen jede Bemerkung auf die Goldwaage. Am 7. und 8. sind Sie auf der richtigen Wellenlänge und gewinnen alle Sympathien.

STEINBOCK 22.–31. 12. Traum-

WASSERMANN 21.–30. 1. Die

FISCHE 20.2.–1.3.Siegehörenderzeit

zurücklehnen,einekleinePauseeinschalten. Nur am 6. (Mond in Ihrer Dekade) sind Sie übersensibel, legen jedes Wort auf die BRUNO Goldwaage. 31. 3.–9. 4. Widersprüchliche GANZ 22. 3. 1941 Einflüsse: Vor dem 3. Geborene sind unter Druck, müssen sich mit einer Umstellung abfinden. Nach dem 6. Geborene sind auf Erfolgskurs: Speziell am 7. und 10. knüpfen Sie wertvolle Kontakte, können einen Gewinn einstreichen. 10.–20. 4. Routine-Arbeiten. Am 8. sind Sie unternehmungslustig, einige haben eine gute Nase für Geschäfte, sollten aber ihr Budget nicht überziehen! starken Rückenwind, Sie manövrieren sehr geschickt. Neue Interessen (u. a. für humanitäre, soziale, künstlerische Themen) sind FRANCINE eine gute Möglichkeit, Ihren WirkungsJORDI 24. 6. 1977 bereichzuerweitern(4.,5.).2.–12.7.Siesind in Superform (am 4., 8., 9.). Gleichzeitig agieren Sie sehr clever und Verhandlungen bringen echte Fortschritte. Nur die um den 2./3. Geborenen sind in einer Phase tiefgehenderUmwälzungen.13.–22.7.VenusversprichtHerzklopfen, und niemand kann Ihrem Charme widerstehen. Am 5. und 8. sind Sie im siebten Himmel, am 7. eher nachdenklich.

woche!Siesindkreativ,IhreFantasieläuftauf Hochtouren. Exzellent für (künstlerische) Arbeiten, humanitäre Themen, sowie StuPRINZESSIN dien, Reisen, neue Kontakte. Sie erweitern CATHERINE 9. 1. 1982 Ihr Wirkungsfeld, entdecken neue Interessen (z. B. für Meditation, Esoterik usw.). 1.–10. 1. Sie amüsieren sich und sind physisch in Bestform, knüpfen interessante Kontakte. Das Weekend oder der 9. wäre exzellent füreinenBesuch,einekleineReise.11.–20.1.Niemandkann Ihrem Charme widerstehen, speziell am 5. liegt man Ihnen zu Füssen. Nur am 8. ziehen Sie sich ein wenig zurück.

Stimmung zu Hause ist etwas angespannt: KomplikationenmitAngehörigen?Ärgermit Kollegen? Besonders am 5. oder 8. kann es HANSJÖRG zu Missverständnissen kommen. Etwas WALTER 5. 2. 1951 besser sollte es am 6. laufen. 31. 1.–9. 2. Sie sollten sich derzeit mehr schonen, einen Gang zurückschalten. Am 8. und 9. könnte Ihnen ein Fehler unterlaufen, da Sie nervös sind, manchmal gesundheitlich anfälliger. Am 7. hingegen sind Sie gut inspiriert. 10.–19. 2. Die Planeten undderNeumondimStiersindnichtgeradeoptimal,am10. sind Sie dickköpfig und intolerant. Viel besser aber der 8.

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ZWILLINGE 21.–31. 5. Komplika-

tionen am 4., da Sie auf mehreren Hochzeitengleichzeitigtanzen.Exzellentaberder 6.,idealfüreinTreffen,einProjektmitFreunNIK den(z.B.Reise).1.–10.6.NützenSiedieletzHARTMANN 1. 6. 1972 tePhasemitJupiterinIhrerDekade,dieEntfaltung und Optimismus verspricht. Derzeit sind vor allem nach dem 7. Geborene am Drücker, einigen gelingt ein Volltreffer. Alle anderen sind am 7. glänzender Laune, am Wochenende etwas nachdenklich. 11.–21. 6. Am 5. ist Ihre Laune mittelmässig, am 7./8. stehen Sie wieder im Mittelpunkt. Alte Freunde melden sich, Sie gewinnen Sympathien. JUNGFRAU 24. 8.–2. 9. Merkur

signalisiertexzellenteneueKontakte,Erfolg bei Examen usw. Sie haben derzeit genau den richtigen Riecher, können am 4. voll ins SARINA Schwarzetreffen.GleichzeitigstellenSiedie ARNOLD 12. 9. 1980 Weichen für die Zukunft (5.). 3.–12. 9. Ihre Form ist beneidenswert. Besonders am 7., 8. und 10. (Neumond) können Sie einen Vorsprung gewinnen und einen Erfolgverbuchen.BeiKrankheitsindauchdieChancenauf Heilung besser. 13.–23. 9. Niemand kann derzeit Ihrem Charme widerstehen, und am 5. und 8. erleben Sie wunderschöne Momente. Nur am 6. leichten Gegenwind.

zu den Gewinnern: Am 4. und 8. können Sie wertvolle Kontakte knüpfen, Ihre VorschlägefallenauffruchtbarenBoden.Am4. STEFANIE HEINZMANN kommenSieIhrenIdealennäher,am5.kön10. 3. 1989 nen Sie ein Problem der letzten Wochen lösen. 2.–10. 3. Sie sind fit und sehr kontaktfreudig. Günstig für neue Projekte, eine Reise, Ihre Weiterbildung. Am WochenendegewinnenSieneueFreunde,der9.wäreidealfür eineAussprache,wichtigeVerhandlungen.11.–20.3.Venus bringt Frühlingsgefühle und Herzklopfen. Man liegt Ihnen zu Füssen (am 5. und 10.), Ihr Charisma bezaubert jeden.

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Fotos RDB (8), SRF, EQ Images, Getty, Imago; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

DR. ELIZABETH TEISSIER

Eine Woche im Zeichen von Merkur, Planet der Kommunikationen: Günstig für schriftliche Arbeiten (z. B. Bewerbungen, Ansuchen), neue Kontakte, Begegnungen, Reisen, Ihre Weiterbildung etc. Man erzielt ausserdem Fortschritte bei internationalen Verhandlungen (speziell am 4., 6. und 7.), während es am 5.


Kreuzworträtsel

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN:

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Das Hotel Metropole**** liegt im Herzen von Interlaken mit einer herrlichen Sicht auf das Jungfraumassiv. Das Hotel verfügt über 96 modern ausgestattete Zimmer (grösstenteils mit Jungfrausicht), dem Spezialitäten-Restaurant Bellini, dem Panorama-Restaurant Top o’Met und der gemütlichen Metro Bar.

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Rebus

AUFLÖSUNG AUS HEFT 17

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Spescha, 2. Irrsinn, 3. Tequila, 4. Riskant, 5. Ohrring, 6. Weberei, 7. Tschudi, 8. Naechte, 9. Adliger, 10. Enklave, 11. Gerbera, 12. Inferno, 13. Trainer, 14. Hallwyl, 15. Chinese, 16. Indiana, 17. Ruhelos, 18. Ergeben, 19. Namibia, 20. Irawadi, 21. Emotion Lösungssatz: Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuss. Lösung: WEILER

schwer

Wert: ! 1000 Franken Und so nehmen Sie teil:

Gewinnen Sie drei Übernachtungen in einem Doppelzimmer im Sorell Hotel Arabelle in Bern, inkl. Gratis-Parking (blaue Zone) sowie einer Zweitageskarte von Bernmobil für alle Zonen für Sie und Ihre Begleitperson. Museen, Sehenswürdigkeiten sowie die wunderschöne Berner Altstadt laden zu ausgiebigen Spaziergängen und Shopping ein. Ausklingen lässt sich der Tag am besten bei einer Flasche Prosecco im gemütlichen Zimmer.

WER HÄTS –OHÄ LÄTZ

Gesamtwert: ! 1000 Franken

Gewinnen Sie 2 × zwei Nächte für 2 Pers. im Doppelzimmer inkl. Halbpension im Hotel Metropole**** im Wert von je 500 Franken!

KREUZWORT-CHAOS

KREUZWORTRÄTSEL

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

REBUS

1 2 3 =

BERG KIRCHE STERN BERICHT

LÖSUNGSWORT

Lösung: HAUSIERER

SUDOKU mittel 6 1 3 4 7 5 2 8 9

8 9 4 6 2 3 7 5 1

2 7 5 8 9 1 6 4 3

5 8 2 1 3 9 4 7 6

schwer 7 6 1 5 4 2 3 9 8

Lösung: 926

3 4 9 7 8 6 1 2 5

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Lösung: 723

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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SCHWEIZER illustrierte ILLUSTRIERTE 101 schweizer


Party Gut gelaunt und im Freizeitlook inspizieren Nayla und Nick Hayek vor der Eröffnung ihre Uhrenstände.

Uhrenmesse in Basel

Ein Meisterwerk und zwei Hotel-Wechsel Mit Handys und mehreren Uhren bewaffnet strahlen sie um die Wette, inspizieren locker ihre 16 (!) Stände. Nayla und Nick ANDRÉ HÄFLIGER Hayek sind die MITTENDRIN! Stars der Baselworld, mit 1460 Ausstellern die grösste Uhren- und Schmuckmesse der Welt. Tochter und Sohn des unvergessenen Nicolas G. Hayek sind, wie so viele letzte Woche in Basel, ganz aus dem Häuschen. Vor allem wegen des für 430 Millionen Franken neu gestalteten Messegeländes. Auch die Hayek-Geschwister verneigen sich vor den gerade in Israel weilenden Architekten: «Jacques Herzog und Pierre de Meuron haben ein weiteres Meisterwerk geschaffen!» Zur Einweihung singt Lana Del Rey, die zweimal das Hotel wechseln musste. Gemütlicher haben es Caroline und 102 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Karl Scheufele von Chopard bei einer Weindegustation mit Mille-Miglia-Rennkollege Jacky Ickx. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf entdeckt ihre erste Lila-Swatch aus dem Jahr 1989. Und erinnert sich an ihre allererste Uhr: «Das war 1972 zur Konfirmation.» Einig sind sich: Überflieger Felix Baumgartner und Heldenpilot Chesley Sullenberger. Ihr cooles Lebensmotto: «Vor nichts Angst haben!» Exakt 1540 Tage nach seiner spektakulären Notlandung auf dem Hudson River stellt JeanrichardBotschafter Sullenberger fest: «Zu viele Brücken! In Basel hätte ich keine Chance gehabt.» FOTOS BRUNO VOSER PARTY-RATING

Rennlegende Jacky Ickx (r.), Gattin Khadja Nin (l.) mit Karl und Caroline Scheufele.

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Wenn die Uhren so richtig ticken, gerät ganz Basel aus dem Häuschen Häfliger bloggt! Lesen Sie, wen er im edlen Maibach chauffierte. www.schweizer-illustrierte.ch

Lächelnd legt Balmain-Präsident Elias Ghosn Moderatorin Christa Rigozzi eine Uhr an.


Überflieger Felix Baumgartner (l.), Zenit-Boss Jean-Frédéric Dufour.

UHREN-FANS

Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat sich eingedeckt, zeigt Uhren neben Messe-Präsident Ulrich Vischer (l.). Flog aus San Francisco an: Heldenpilot Chesley Sullenberger. Tag-Heuer-CEO JeanChristophe Babin auf dem 600-PS-McLaren.

Tissot-CEO François Thiébaud mit Lüthi-Helm.

Hublot-Chef als Rapper: Jean-Claude Biver (l.) mi t Alicia Keys’ Ehemann Sw izz.

Seit 20 Jahren dabei: OmegaPräsident Stephen Urquhart. Bucherer-CEO Sascha Moeri (l.) mit Basel-Trainer Murat Yakin.

Beeindruckt: Manor-CEO Bertrand Jungo, Ehefrau Doris. Sang zur Eröffnung: Lana Del Rey.

Clooneys Ex Elisabetta Canalis bei Casio. Regierungsrats-Trio: Eva Herzog (l.), Carlo Conti, Sabine Pegoraro.

Michel Jordi wendet 100 000 Franken auf, Rolex über 20 Millionen! SCHWEIZER ILLUSTRIERTE 103

Fotos Keystone, Dukas, Handout (2)

Unternehmer René C. Jäggi, Partnerin Amela Hodzic.


Party TIERISCHE FR

EU DE

n von Felix Gras für Ziege rns Stadtze Müri (l.), Lu an Roth ef St t präsiden rmann. und Yvette Este

34. Luga-Messe in Luzern

Gras, Wein und Flädlisuppe

Kurzarm-Hemd, Sacco weg und frisches Gras in der Hand. Luzerns Stadtpräsident Stefan Roth spürt zusammen mit dem Nationalrats-Duo Yvette Estermann und Felix Müri den Frühling. Gut gelaunt füttern sie letzten Freitag an der Luga-Eröffnung in Luzern Ziegen. «Trifft sich gut, denn im chinesischen Sternzeichen bin ich eine Ziege», sagt Estermann grinsend. Bei Müri werden Kindheitserinnerungen wach: «Ich durfte ein süsses Hündchen halten.» Drinnen im Festzelt der Messe mit 450 Ausstellern schwenkt das parlamentarische PräsidentenDuo Therese Rufer (Gastkanton Bern) und Urs Dickerhof (Luzern) die Kantonsfähnchen. «Im ersten Jahr war in diesem Zelt noch kein Boden verlegt. Da standen die Tische noch im Gras», erinnert sich LugaGründer Alfred N. Becker, wie Regierungsrat Marcel Schwerzmann sowie die MesseChefs Markus Lauber und Urs Hunkeler leidenschaftlicher Segler. FC-Luzern-Präsident Mike Hauser fasst sich ein Herz, lacht: «Während der Luga ist verlieren sowieso verboten.» Eventmanagerin Franziska von Weissenfluh deckt sich vor dem Festschmaus mit Birnbrot und Hirsch-Trockenfleisch ein, Ruder-Legende Urs Fankhauser prostet Nationalrat Albert Vitali zu. Zum Schluss gibts Flädlisuppe, Beinschinken und Meringue-Dessert.

Messe-Chefs Markus Lauber (l.), Urs Hunkeler.

Präsidiales Duo: Therese Rufer und Urs Dickerhof.

Urs Fankhauser (l.), Nationalrat Albert Vitali.

Luga-Gründer Alfred N. Becker (Mitte) mit den alt Stadtpräsidenten Franz Kurzmeyer (l.) und Urs Studer.

Flädlisuppe für Pfarrer Ern st Heller (l.) und Jodel-Star Franz Sta delmann.

TEXT ANDRÉ HÄFLIGER, FOTOS BRUNO VOSER

PARTY-RATING

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Weit über 100 000 Besucher geniessen den Frühling 104 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

Hoteliers Patrick (l.) und Mike Hauser, Präsident FC Luzern.

Die Luzerner Regierungsräte Marcel Schwerzmann, Guido Graf und Reto Wyss (v. l.).

Berner Gäste: Ernst Baumgartner, Franziska von Weissenfluh.


Leser schreiben

Kunstturner mit Disziplin

Gold-Giulia / Mit Traumübung zu Silber, SI 17/2013 Das Editorial von Stefan Regez finde ich super. Seine Worte übers Kunstturnen, zu Giulia Steingruber und speziell zu Lucas Fischer, der in seiner Barrenübung in Moskau alle Teile mit grösstem Risiko perfekt geturnt hat, haben mich echt gefreut. Der nostalgische Hinweis auf Jack Günthard liess mich schmunzeln. Denn ich gehörte der ersten Generation der «Günthard-Boys» an und war – lange ist es her – Mitglied der Nationalmannschaft. Ich finde es schön, wenn die SI auch das Kunstturnen und seine Protagonisten thematisiert. In kaum einer anderen Sportart braucht es nämlich derart viel Trainingsaufwand und Disziplin, um an die Spitze zu kommen, wie im Kunstturnen – und das erst noch ohne Aussicht auf grosse Einnahmemöglichkeiten wie in vielen anderen Sportarten üblich. Gefreut haben mich und meine Frau Gigi Sutter Aliesch auch der Beitrag über Claudio Zuccolini. Er ist ein lieber Freund von uns. Der Artikel wird ihm und seiner Frau Alexzandra sicher guttun. Peter Aliesch, per E-Mail

Es geht ohne Windeln

Adrian Küpfer, SI 16/2013 Gut, dass Sie das Thema «windelfreie Babys» in diesem Bericht erwähnen. Die meisten Eltern wissen nämlich nichts von dieser uralten Tradition. 80 Prozent aller Babys auf der Welt tragen keine Windeln. Die

SCHREIBEN SIE UNS IHRE MEINUNG

natürliche Säuglingspflege hat viele Vorteile. Die Beziehung zum Baby ist viel intensiver, es gibt weniger Abfall, und man spart viel Geld. Ich habe selber zwei kleine Buben und weiss: Es funktioniert ohne Windeln! Sandra Kleinferchner, per E-Mail

Willi

Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 259 86 22, E-Mail info@schweizerillustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Mit dieser Armbrust können Sie mit dem entsprechenden Zusatz auch jäten, rechen oder die Hecke schneiden.»


Auf einen Espresso mit FRANK A. MEYER UND MARC WALDER

Über den Schlankheitswahn der FDP

106 SCHWEIZER ILLUSTRIERTE

begann mit dem Nachäffen der SVP in den Neunzigerjahren. Der Freisinn wurde zur Rucksackpartei des Rechtspopulisten Blocher. Die dritte Phase erleben wir jetzt: Der Freisinn steht nur noch für eine ganz schmale – und für eine ganz kalte – Programmatik. Nämlich? Heute bedeuten die drei Buchstaben FDP vor allem «Standort Schweiz» statt «Heimat Schweiz», Finanzkapitalismus statt Realwirtschaft, Profitmaximierung statt ökologische Verantwortung, Abzockerschutz statt soziale Gerechtigkeit. Natürlich stimmt das in dieser Zuspitzung nicht ganz. Aber es ist die Wahrnehmung von mehr und mehr Bürgerinnen und Bürgern. Der Markenkern des Freisinns ist enger geworden. Die Zürcher Wahlen sind für die FDP ein Fanal: Der Linksaussen Wolff wird dem freisinnigen Kandidaten Camin vorgezogen! Sie schildern die vergangenen vierzig Jahre quasi im Zeitraffer. Und die Zukunft? Ich komme auf meine Einstiegsfrage zurück: Ist die FDP in der Schweiz noch zu retten? Das heutige Wählerpotenzial des Freisinns ist zwar kaum zu vergleichen mit seiner einstigen Machtposition. Aber noch ist er bei den Wählern nicht am Ende. Und noch hat er den Staat nicht auf so gefährliche Weise verschlankt, wie es sein Ziel war. Doch er hat sich bereits selber intellektuell gefährlich verschlankt. Man kann sagen: Er ist intellektuell ausgemergelt, leidet an

geistiger und kultureller Bulimie. Die FDP hat nicht genügend Köpfe, die gemeinsam die Kraft hätten, eine Erneuerung zu bewerkstelligen. Das ist die grosse Gefahr. Gab es diese Köpfe denn früher? Es gab eine Phase der Hoffnung in den Achtziger- und Neunzigerjahren: die Zeit, als der Unternehmer Ueli Bremi Fraktionspräsident in Bern war. Damals bildeten hochkultivierte liberale Persönlichkeiten wie beispielsweise Schoch, Salvioni, Petitpierre, Rhinow, Iten, Schiesser oder Tschopp die freisinnige Prominenz. Ich erinnere mich, wie Ueli Bremi die Denker und Debattierer bezeichnete, die er in den Fraktionssitzungen immer wieder ganz gezielt in die Diskussion einbezog: «Das sind meine Grenzbefestigungen.» Was lernen wir daraus? Wir erkennen, was der FDP fehlt: Freisinnige, die den Freisinn denken und über den Freisinn hinausstrahlen. Stattdessen ist die heutige FDP-Programmatik inspiriert von Wirtschaftslobbys wie der Bankiervereinigung, von Economiesuisse oder sogar der ökonomisch radikal rechten Avenir Suisse. Traurig ist das – und trostlos.

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Marc Walder, 47, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, ist die FDP der Schweiz noch zu retten? Die Frage klingt schrecklich. Weshalb? Weil die Vorstellung einer Schweiz ohne ihre Gründerpartei schrecklich ist. Vielleicht ist ja der Lebenszyklus dieser Partei abgelaufen. Letzte Woche gab vor allem die Ersatzwahl zum Zürcher Stadtrat zu reden, bei der ein FDP-Kandidat spektakulär unterlag. In einer funktionierenden Demokratie darf der Lebenszyklus einer freisinnigen oder liberalen Partei nicht ablaufen, sonst fehlt der Demokratie etwas Unverzichtbares. Der Liberalismus ist mehr als einfach nur eine Partei, die es gibt oder nicht gibt. Liberalismus ist die philosophische Grundsubstanz der Demokratie. Für die stand in der Schweiz lange Zeit der Freisinn. Er ist, ob er will oder nicht, die Staatspartei – die Partei unseres modernen Bundesstaates. Eine liberale Partei ist also unverzichtbar für den demokratischen Staat. Was hat die FDP dann in den vergangenen zwanzig Jahren falsch gemacht? Wir müssen da vielleicht weiter zurückgehen: In den Siebzigerjahren nahm der Schweizer Freisinn einen Paradigmenwechsel vor. Verlockt vom aufkommenden Marktradikalismus wandte er sich gegen den Staat. Die Parteiparole lautete plötzlich «Mehr Freiheit, weniger Staat». Man kann auch sagen, die Staatspartei wandte sich gegen sich selbst. Die zweite Phase des Niedergangs



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